Morgenausgabe Nr. 357 A 176 49. Jahrgang Wöchentlich 7S Pf., monatlich 3.2S M. ldavon 37 Pf. monatlich für Zustel» lung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug S.S7 M. einschließlich so Pf. Poslzeitungs- und 72 Pf.Poftbestellge- bühren. Auslandsabonnement S,SS M. pro Monat; für Länder mit ermäßig» tem Drucksachenporto 4.SS M. Del Ausfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. Erscheinungsweise und Anzeigenpreise stehe am Schluß des redaktionellen Teils ** Vevttnev Vottsblatt Sonntag 31. Zuli 1932 Groß-Äerlin 15 Z)f. Auswärts 20 pf. Äentralorgan de« Sozialdemokratischen Partei Deutscht Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernspr.: Dönhoff fA 7) 292— 297. Telegranmi-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto:Berrm37öZe.—BanSonto:BankderArbeiter. Angestellten und Beamten, Lindenstr. S, Dt.B.u.DiZc.-Ges., Depositen!., Jerufalemer©tr. 65/66. Für die Sozialdeinolfratfle- vorwdris! Gegen die Barone erhob sich vor mehr als vierhundert Jahren der deutsche Bauer mit Sense und Morgenstern. Auf die Schloßdächer setzte er den roten Hahn, er rächte sich furchtbar für Jahrhunderte der Aus- Plünderung und Unterdrückung. Aber noch furchtbarer und grausamer war die Ver- geltung. D e r A d e l stellte mit allen Mitteln seine Herrschast wieder her und behielt sie bis in das neunzehnte Jahrhundert. Er ist jetzt in Deutschland, trotz Republik und Revolution, dabei, sie wiederherzustellen. Die Zeiten nach der Niederwerfung des Bundschuhs, nach den Befreiungskriegen, nach 1848, die Zeiten der Reaktion und Gegenrevo- lution finden ihre Fortsetzung mit den Ereig- nissen von 1932. Bor vierhundert Iahren schlug man die aufständischen Bauern nieder, heutzutage jagt man ihre Nachkommen, Männer der Arbeiterklasse, gewaltsam aus den Aemtern. Die Methoden haben sich geändert, die Ziele sind geblieben,.und noch immer ist alle Geschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen. Herrschende Klassen waren stets Minder- heiten. Sie mußten teilen, um zu herrschen. An einem Pöbel, der für Geld und Ber- sprechungen bereit war, ihnen zu helfen, hat es ihnen niemals gefehlt. Auch die deutschen Kraut- und Schlotbarone, die um die Wieder- Herstellung ihrer alten Herrenrechte kämpfen, haben ihre Knechte und Landsknechte. Sie tragen auf ihrem Schilde das Haken- kreuz. Gegen die Konterrevolution, die getarnte und die ungetarnte, kämpft die Svzialdemo- kratie für die revolutionäre Entwicklung bis zur Ueberwindung der Klassengegensätze durch den Sozialismus. Sie kämpft einen heroischen Kampf gegen die Mächte der Vergangenheit, gegen gewalttätiges Unrecht, Lug und Volks- betrug. Dieser Kampf wird mit dem heutigen Tage nicht zu Ende sein— enden kann er ja nur mit dem vollständigen Siege der Demo- kratie und des Sozialismus. Aber dieser 31. Juli ist ein Entscheidungstag für Jahre, vielleicht für Jahrzehnte! Wir haben in diesen letzten zwei Monaten einen herrlichen Kampf gekämpft. Keiner, der ihn miterlebt hat, will ihn in seiner Erinnerung missen. Er hat die Millionen der Sozialdemokratie, der Eisernen Front durch das gemeinsame Erleben zu einem Ganzen zusammengeschmiedet, das keine Gewalt von außen zu zerschlagen imstande ist. Hunderttausende junger Kampfgenossen sind in Reih und Glied eingerückt; gereift und geschult stehen sie für künftige Kämpfe bereit. Die sozia- listische Arbeiterbewegung ist in diesen letzten zwei Monaten st ä r k e r geworden in einem höheren Maße, als es die bloßen Wahlziffern zeigen werden. So war dieser Wahlkampf zugleich auch Vorbereitung für die großen Entscheidungskämpfe, die ihm folgen werden. Die Regierung der Barone kann nur Episode sein; was ihr folgt, das ist entweder der ganze Faschismus oder die ganze Demokratie. Wir sind nicht so töricht, etwa nach Kommu- nistenart immer dasjenige, was schon ist, als das Schlimmste hinzustellen. Was die Arbeiterbewegung an widerrechtlicher Gewalt erlebte, ist erst ein An- fang von dem, was in Italien oder in Ungarn besteht. In Deutschland ist die Ar- beiterklasse zahlenmäßig stärker, besser geschult und— trotz kommunistischer Verrwirrungsver- suche— auch besser politisch geführt. Es wird ihr gelingen, ihr demokratisches Recht durch den Sturm der Weltwirtschaftskrise in eine bessere Zukunft hinüberzuretten. Hat doch schon dieser Wahlkampf ihr Gelegenheit gegeben, a u s d e r Verteidigung zum Angriff überzu- gehen. Nach dem Wahltag geht der An- griff weiter! Noch haben viele Volks- genossen die Ereignisse seit dem 1. Juni noch nicht begriffen, sonst wäre ja am heutigen Tage der Zusammenbruch der Hitlerei gewiß. Die Nationalsozialisten haben sich in den letzten Wochen in ähnlicher Weise demaskiert wie die Deutschnationalen im August 1924 bei der Dawes-Abstimmung. Aber die Dezember- wählen desselben Jahres brachten den Bloß- gestellten noch lange nicht die erwartete Nieder- läge. Der unvermeidliche Zerfall kam erst später. Auch die Nationalsozialisten werden ihm nicht entgehen. Retten könnte sie nur ein ent- scheidender Wahlsieg, den sie nicht gewinnen werden, oder aber ein Gewaltsieg, der ihnen die Möglichkeit gibt, die Zersetzung im eigenen Lager mit diktatorischen Mitteln aufzuhalten. Zu einem solchen Gewaltsieg fehlt aber dem Nationalsozialismus schon heute die innere Entschlossenheit und Geschlossenheit. Auch dieser Wahltag wird das Vorhandensein einer klaren Volksmehrheit zeigen, die sich von Hitler nicht regieren lassen will. Es wird dem National- fozialismus nicht gelingen, diesen Volkswillen zu vergewaltigen. Solange nicht die Voraussetzungen für eine Aufbauarbeit im Geiste des Sozialismus und der Demokratie wieder erkämpft find, bleibt der Weg der Sozialdemokratie ein Weg der schärfsten grundsätzlichen Opposition. In der Opposition muß sie aber auch versuchen, alle geistig und körperlich Schaffenden unter ihrem Feldzeichen zu einer echten Einheitsfront zu vereinigen. In diesem Geiste führen wir den Kampf für Volksrecht gegen Herrenrecht, für Freiheit gegen Knechtschaft, für Menschlichkeit gegen die neue Barbarei in der Gewißheit, daß unserer Sache der Sieg gehört. Gegen die Zreiherrn, für die Freiheit? Kür die Sozialdemokratie— vorwärts! w low.»3 verwundete am Sonnabend! Die Nacht zum Sonnabend und der Sonnabend waren blutig: 10 Tote und 83 Verwundete- das ist die Verlustliste eines Tages! In Reinickendorf schössen SA.-Leute auf Reichsbannerkameraden. Neun Personen wurden schwer verletzt. Auch in anderen Gegenden Berlins kam es zu Zusammenstößen. In Berlin wurden insgesamt 40 Personen verletzt. Die Zusammenstöße in Berlin dauerten bis in die späten Nachtstunden an. Vorschau zur Wahl. Maßstäbe zur Neurteilung der Ergebnisse. Wahlziffern können richtig nur bewertet werden, indem man sie in Vergleich zu früheren stellt. Diesmal gestaltet sich der Ver» gleich ziemlich kompliziert, da seit der letzten Reichstagswahl noch sehr starke Veränderungen in der Wählerschaft vor sich gegangen sind. Das Ergebnis des 14. September 1930 war folgendes: Stimmziffer in Proz. Sozialdemokraten.... 8575299 24,5 Nationalsozialisten.... 6 496 499 18,3 Zentrum....... 4 127 999 11,8 Bayerische Volkspartei.- 1 958 699 3,9 Kommunisten...... 4 599 299 13,1 Deutschnationale..... 2 457 799 7,9 Deutsche Volkspartei... 1 577 499 4,5 Staatspartei 1 322 999 3,8 Wirtschaftspartei...» 1 361 899 3,9 Landvolk....... 1 198 999 3,2 Landbund....... 193 999 9,6 Christlich-Soziale.... 868399 2,5 Sonstige....... 1399 999 3,8 35 224 499 199,9 In der Folgezeit hat sich bekanntlich das Anwachsen des Nationalsozialismus stürmisch fortgesetzt. In diesem Frühjahr 1932 haben neun deutsche Länder ihre Landtage neu gewählt: Preußen, Bayern, Württemberg, chessen, Oldenburg, Hamburg, Mecklenburg- Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und Anhalt. Diese neun Länder enthalten beinahe fünf Sechstel der deutschen Gesamtbevölkerung. Eine von der„Frankfurter Zeitung" vorgenommene Zusammen- rechnung ergibt folgendes Bild: Stimmziffer in Proz. Nationalsozialisten... 19 581 945 35.74 Sozialdemokraten.... 6134878. 29,72 Kommunisten..... 3 465 709 11,70 Zentrum u. Bayr. Volksp. 5 069 876 17,12 Deutschnationale.... 1 828 954 6,18 Sonstige....... 2 539 240 8,58 29 609 693 190,00 Da ein Zehntel von Deutschland unberücksichtigt ist und die Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen geringer war, als sie vor- aussichtlich heute sein wird, müßten den Zahlen vom Frühjahr allgemein noch einige Prozente zugeschlagen werden— vorausgesetzt, daß das Kräfteverhältnis seitdem stabil geblieben wäre. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Hessenwahl hat ein noch weiteres Steigen der nationalsozialistischen Welle gezeigt, und erst seit die Papen-Regierung am Ruder ist, dürfte ein Rückschlag ein- getreten sein. Das„Freie Wort" wählt einen anderen Maßstab der Be- urteilung, indem es die preußischen Wahlergebnisse auf das Reich umrechnet. Es kommt dabei zu folgendem Ergebnis: Mill. Stimm. Mandate Sozialdemokraten...... 7 117 Zentrum......... 5 84 Staatspartei....... 0,5 8 Kommunisten........ 4,25 71 Rationalsozialisten...... 12,15 202 Deutschnationale....... 2,3 38 Deutsche Volkspartei..... 0,46 8 Auch das„f�reie Wort" oerweist auf Hessen, um dann fort- zufahren: „Man wird danach etwa sogen können, daß 7 Millionen Stimmen ein normales Wahlresultat für die SPD. wären und alles, was darüber hinausgeht, als Gewinn und Erstarkung der Partei betrachtet werden kann. Die Nationalsozialisten müßten, um etwa das gleiche Wahlergebnis wie in Hessen zu erzielen, auf weit über 14 Millionen Stimmen gelangen. Schaffen sie das nicht, wird man feststellen können, daß endlich die nationalsozia- listische Welle zum Stillstand gelangt ist, und ein Stimmergebnis unter 13 Millionen würde bereits darauf hindeuten, daß der Auflösungsprozeß der NSDAP, begonnen hat." Solche Berechnungen mögen nach der Begeisterung des Wahl- kampfes etwas ernüchternd wirken. Es muh aber bedacht werden, daß die bürgerlichen Parteien, auch ohne Zentruiti, bei Wahlen fast immer wesentlich stärker gewesen sind als Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen. Die NSDAP, hat die bürgerlichen Parteien fast völlig aufgeschluckt, also kann ihre außerordentliche Stärke eigentlich kaum Verwunderung erregen. Im übrigen kann heute niemand sagen, wie die Ereignisse der letzten zwei Monate auf die Wähler gewirkt haben. Gewiß war die Zeit für einen wirklichen Umschwung sehr kurz, desto aufrüttelnder waren die Er- eignisse. Heute nacht werden wir wissen, wie sie gewirkt haben! SA. wird bewaffnet. Ein nationalsozialistischer Geheimbefehl. Ueber die systematischen Vorbereitungen zu einer B e- waffnung der SA.- Trupps unterrichtet ein kürzlich herausgegebener Geheimbefehl der nationalsozialistischen Leitung in München, dessen Inhalt wir der Reichsregierung und besonders dem Reichswehrministerium zum Studium empfehlen. Der Befehl hat folgenden Wortlaut: Kurier-Dienst. SA.- und SS.-Befehl. M ü n ch« n. 19. Juli 1932. Nur zur Kenntnis der Abschnitte. Es wird sofortige Meldung anbefohlen, wieviel SA.° und SS.-Männer wasfenkundig sind betreffs einer bevor- stehenden Bewaffnung. Diese SA.- und SS.-Männer sind in Gruppen zu je 8 Mann, ein Schars., anzugeben. Drei Gruppen, 3 Scharf., ein Sturs., ein Haupttruppf. geben einen Sturm. Aus- gäbe weiterer Befehle ersolgt demnächst. Strenge Geheim- Haltung wird angeordnet. Befehl nach Kenntnisnahme sofort zurückleiten.(Unterschrift.) Wir konnten bereits früher ähnlich lautende Anordnun- qen veröffentlichen. Material über Vorbereitung zu einer systematischen Bewaffnung der Bürger- kriegstruppe Hitlers gehen uns aus allen Teilen des Reiches zu. Die Reichsregierung kennt diese bewußte Vorbe- reitung zum Bürgerkrieg aber nicht. Waffenlager beim Raziherzog. Mehrere hundert Gewehre bei dem Koburger beschlagnahmt.- Waffensuche durch bayrische Landespolizei. K o b u r g, 30. Juli.(Eigenbericht.) Im Laufe des heutigen Vormittag wurden im Hause Heiligkreuzstratze 16 eine größere An- zahl Waffen und Munition gefunden. Im Hause Ruhmental 8a. wurde ein schweres M a- schinengewehr und die nötige Munition dazu gefunden, ebenso eine Anzahl Gewehrschlösser. Zur Zeit, nachmittags S Uhr, findet eine Haus» s u ch u n g durch die Landespolizei beim ehe- maligen Herzog von Koburg, einem Führer der Nationalsozialisten, auf Schloß Callenberg bei Koburg statt. Bisher sind mehrere 166 Ge- wehre gefunden und beschlagnahmt wor- den. Die Suche nach Waffen in und um Koburg durch die Landespolizci hält an. „Mhe und Ordnung". Die gestrige Verlustliste: i.0 Tote, 83 Verwundete. 3n seiner Rundfunkrede an Amerika hak der Reichskanzler von Popen Freilagnachk erklärt, daß„die Ordnung in ganz Deuisch- land nun wieder hergestellk ist". In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend und am gestrigen Tag zählt die Verlustliste 19 Toke und 83 verwundete. In allen Teilen Deutschlands fanden unmittelbar vor dem Abschluß des Wahlkampfes Feuergefechte. Messerstechereien und Ueber- fälle statt. Ein besonders schwerer Zusammenstoß ereignete sich gestern abend in Berlin- Reinickendorf, worüber wir an anderer Stelle eingehend berichten. Eine SA.-Kolonne griff bei einer Schlägerei mit Mitgliedern der Eisernen Front sofort zur Pistole und schoß neun Arbeiter nieder, von denen drei in bedenklichem Zustande im Krankenhaus liegen. Ferner wurden in Berlin etwa 39 Personen bei Schlägereien im Laufe des Sonnabends verletzt. Vis in die späten Abendstunden setzten sich die Zusammenstöße fort und bis 23 Uhr erreichte die Zahl der Festgenommenen nahezu 899. Eßlingen. Eine Polizeistreife wurde von Kommunisten angegriffen: zwei Polizeibeomte wurden durch Messerstiche verletzt. Die Polizisten griffen zum Revolver und erschossen zwei Kommuni st en, ein dritter wurde verwundet. Hoyerswerda. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend fand em regel- rechter Straßenkampf in dem Orte Werminghofs zwischen SA.» Leuten und Angehörigen der Eisernen Front statt. Nach dem Bericht des Landratsamtes waren an dem nächtlichen Kampfe annähernd 199 Personen beteiligt. Insgesamt wurden ein SA.- Mann ge- tötet und auf beiden Seiten sieben Personen zum Teil sehr schwer verletzt. Ricsenburg(Lstpr.). In der Nacht zum Sonnabend hatten die Nationalsozialisten eine Wahloeranstaltung abgehalten, nach deren Beendigung uniformierte SA.-Trupps die Stadt terrorisierten. Zwei Reichsbanner- a r b e i t e r wurden von den braunen Banditen erschossen, ein dritter Reichsbannerkamerad durch einen Schuß schwer verletzt. Bon den SA.-Leuten wurden zwei Mann verwundet. Reutlingen. Nach einer großen Hitler-Versammlung fanden vielfach Schlägereien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten statt. Sieben Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt. Fulda. Am Sonnabendnachmittag wurden die Straßen der ganzen Stadt von Propagandatrupps der Nazis sowie der Kommunisten überschwemmt. Im Verlauf von mehrfachen Zusammenstößen wurde ein Kommunist durch den Führer der Fuldaer SS. e r- schössen. Düsseldorf. Der Kommunistensührer Töller wurde in den Sonnabend- Morgenstunden bei einer Schießerei mit SA.-Leuten tödlich ver- w u n d e t. Er ist wenige Stunden darauf im Krankenhaus ge- storben. Die Polizei durchsuchte das in der Nähe gelegene SA.-Heim und beschlagnahmte zahlreiche Waffen und größere Mengen Munition. 34 SA.-Leute wurden verhaftet. Königsberg. In den Abendstunden vom Sonnabend wurde ein S A.- Z e i-' tungsverkäufer von einem Kommunisten durch einen Messer- stich in den Hals getötet. Herbeieilende SA.-Trupps schlugen 3 Kommunisten nieder, so daß sie schwerverletzt ins Krankenhaus geschafft werden mußten. Hindcnburg. Die Polizei wurde am Sonnabendnachmittag von Kommunisten angegriffen. Der kommunistische Führer Januschock wurde mit er- hobener Pfftole in der Hand durch einen Schuß niedergestreckt und starb im Krankenhaus. Ein Polizeibeamter wurde verlegt. Mitteldeutschland. Nach den vorliegenden Meldungen kam es in Leipzig und verschiedenen Jndustriedörfern Mitteldeutschlands wiederholt zu Zusammenstößen, bei denen insgesamt zehn Per- sonen verwundet wurden. Ein S A.- M a n n wurde bei einer Messerstecherei e r st o ch e n. Worms. In Monsheim kam es in der Nacht zum Sonnabend zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Nazis und Reichsbanner- leuten. Es gab neun Verletzte, davon sechs Nationalsozia- listen. Die Polizei nahm siebzehn Sistierungen vor, wobei sich her- ausstellte, daß fast alle Nazis mit Pistolen, teilweise sogar mit Armeereooloern, ausgerüstet waren. Oldenburg. In Kloppenburg(Münsterü) wurde der Lauffprecherwagen der Sozialdemokratie unter Führung des oldenburgisch'en Nazi-Abgeordneten Niehaus von SA.-Leuten mit S t e i- nen beworfen und schwer beschädigt. Zwei Begleiter des Wagens wurden schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei stellte fest, daß die Nazis die Angreifer waren. Am Sonnabend vor der Preußenwahl. Ein Vergleich in Zahlen. Wir stellen fest: Der 23. April 1932, der Sonnabend vor der Wahl zum Preußischen Landtag, hat im Bereiche des Frei- staates Preußen folgende Zusammenstöße gebracht, die in der Presse verzeichnet wurden. In Dülmen überfielen 15 Nationalsozialisten 5 Reichsbanner- leute, von denen 2 mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. In H ö ch st versuchten nationalsozialistische Banden in die Geschäftsstelle der sozialdemokratischen„Freien Presse" einzudringen. Die Polizei griff energisch ein. Es gab weder Tote noch ernstlich Verletzte. In Berlin spielte sich in der Wallstraße in Charlottenburg eine von Nationalsozialisten hervorgerufene Schießerei ab, der von der Polizei, ohne daß Opfer zu beklagen waren, ein Ende gemacht wurde. kein Toter, zwei Schwerverletzte! So sah es in Preußen am 23. April 1932 aus! Damals regierte in Preußen das Kabinett Braun-Severing, und im Reich waren auf Vorschlag der Regierung Brüning-Groener die nationalsozialistische SA. und SS. verboten! Mas haben wir an diesem Sonnabend, dem 39. Iuli 1932, unter dem Regiment von Papen-Bracht erlebt? 19 Tote, 83 Verwundete! Notwehr gegen— Züchter! Eine Forderung des Tages. Die deutsche Justiz treibt immer seltsamere Blüten. Jetzt hat ein Feriensenat des Oberlandesgerichts Celle den Straßenraub als erlaubt erklärt, wenn er mit— Notwehr begründet wird. Das ungeheuerliche Urteil erfolgte in einem Prozeß gegen Nationalsoziali st en, die während des Wahlkampfes um die Reichspräsidentenwahl auf der Straße den Verteilern Flugblätter gewaltsam entrissen und ver- n i ch t e t hatten, die vom— Hindenburg-Ausschuß heraus- gegeben waren. Das Oberlandesgericht Celle hat sich durch seinen Feriensenat auf den Standpunkt gestellt, die National- sozialisten, die den verteilenden S ch u l k n a b e n die Blätter mit Gewalt entrissen, hätten in Notwehr gehandelt: Durch die Verteilung des Flugblattes habe ein gegen- wärtiger, rechtswidriger Angriff auf Hitler vor- gelegen. Von den zuständigen Landjägereibeamten hätten die An- geklagten Hilfe gegen die Verteilung des Flugblattes nicht rechtzeitig erlangen können. Es sei auch fraglich gewesen, ob ihnen diese Hilfe zuteil geworden wäre. Auf jeden Fall würde sie aber zu spät gekommen sein, da die Flugblätter dann bereits verteilt gewesen wären. Zur Abwehr des Angrisses sei die Wegnahme der Kampfblälter die einzig wirksame Gegenmaßnahme gewesen! Die Theorie, die hier in das„Deutsche Recht" ein- geführt wird, verspricht allerlei weitere Folgerungen. Irgend- ein Nazibursche überfällt einen Flugblattverteiler, raubt ihm mit Gewalt seine Drucksachen, weil darin angeblich sein „Führer" angegriffen odZr— beleidigt worden sei. Dazu hat er nach der Rechtsprechung von Celle alle Befugnis. Ja, der Ueberfallene darf sich nicht einmal wehren, denn die Recht- sprechung kennt keine„Notwehr gegen Notwehr". Ob eine Beleidigung des„Führers" oder eines Führers vorliegt, ent- scheidet nur der Straßenräuber in Notwehr, nicht etwa das Gericht. Was würde aber das Oberlandesgericht Celle sagen, wenn etwa Sozialdemokraten den Nazijünglingen die Flugblätter entreißen und sie vernichten würden, in denen die„marxistischen Bonzen" mit den„Polsterwangen" be- schimpft werden? Es ergibt sich nun aber die brennende Frage: Nachdem das Gericht den politischen Straßenraub sozusagen „legalisiert" hat, wer gibt dem deutschen Volke endlich ein Notwehrrecht gegen solche Rechtsprechung? Maffenaufmarsch in Nürnberg. Riesenkundgebung der Eisernen Front. Rürnberg, 39. Juli.(Eigenbericht.) Am Freitagabend veranstaltete die Eiserne Front in Nürnberg eine Riesenkundgebung. 18 999 bis 29 999 Männer und Frauen folgten dem Ruf der Kampfleitung. Major Anker, der gemäß- regelle Polizeipräsident von Altona, Egger st ad t, und her Partei- Vorsitzende Hans Vogel riefen zum letzten Appell auf. Kopf an Kopf standen die Massen und gelobten, am 31. Juli Abrechnung zu halten mll dem System Papen. Abends wurden heimkehrende Versammlungsteilnehmer von einer Nazihorde überfallen. Sieben Verletzte waren die Opfer. Drei erhielten Messer st iche, vier wurden durch R e- volverschüsse so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus ge- schafft werden mußten. ~ v'.-'■iL. rv � VW. .'.Cy*>■;' Ä.i-'-V..■ llnn Q hic R 8ihn � heute gewählt! Geht rechtzeitig||&tD 1 mM 0 Mm v Ulli und mit Ausweisen zur Wahl der Lidlw i Pape« sagt:„Geht wählen!" Aber er sagt nicht wen Die Reichsregierung hat zum heutigen Wahltag folgen- den Aufruf erlassen: „Auf Vorschlag der Reichsregierung hat der Reichspräsident am 4. Juni den Reichstag aufgelöst, da er dem politischen Willen des deutschen Volkes nicht mehr entsprach. Am 31. Juli soll das deutsche Volk einen neuen Reichstag wählen. Die Abgabe der Wahlstimme ist das wichtigste Recht, das die Verfassung den deutschen Männern und Frauen verleiht. Dieses Recht ist zugleich eine Pflicht! Es gilt, einen Reichstag zu wählen, der seine großen Aufgaben zum Besten des deutschen Volkes erfüllen kann. Seit dem 1. Juni 1332 ist an die Stelle der bisherigen parteipolitisch zusammengesetzten Reichsregierungen eine völlig überparteiliche Sloalsführung getreten. In der Not dieser Zeit braucht unser Volk eine durch keine Abhängigkeit von politischen Parteien gebundene Regierung. Aber auch eine solche Regierung bedarf der verantwortungsvollen Z u- sammenarbeit mit dem Reichstag, um den Wiederauf- bau Deutschlands auf dem Wege ordnungsmäßiger Gesetzgebung weiterführen zu können. Deutschland muß daher einen Reichstag haben, der nicht nur die Willensmeinung des Volkes wiederspiegelt, sondern der fähig und willig ist, im Rahmen der ihm durch die Ver- fassung zugewiesenen Obliegenheiten mit einer starken Regie- r u n g Hand in Hand zu arbeiten. Der Wahltag ist daher ein Schicksalstag für das deutsche Volt. Der Herr Reichspräsident und die Reichsregierung erwarten, daß alle Deutschen ihrer Wahlpflicht nachkommen!" In ähnlichem Orakelstil war auch die Rundfunkrede ge- halten, die Herr von Papen gestern vom Stapel ließ, sowie ein Interview mit Dr. Schotte, das die Telegraphenbüros veröffentlichen. Es ergibt sich aus all diesen Erklärungen, daß die Regie- rung in der Selbsttäuschung befangen ist. sie sei„völlig über- parteiisch", während sie von Parteien abhängig ist, wie noch keine deutsche Regierung zuvor. Sie hält sich für stark und ist dabei nicht einmal imstande, offen zu sagen, wessen Sieg sie am heutigen Tage wünscht. Das gibt ihrem Wahlaufruf etwas unfreiwillig Humoristisches. Die kaiserlichen Reichs- kanzler, von Bismarck bis Bethmann, haben sich nie ge- scheut, bei Wahlen offen auszusprechen, auf welcher Seite sie standen. Man will aber heute noch obrigkeitlicher sein, als der alte Obrigkeitsstaat war. Die neugierige Frage der„DAZ.":„Wie wählt man Papen?" bleibt nach wie vor dunkel. Desto klarer ist, wie man gegen Papen wählt. Das tut man, indem man der Sozialdemokratie seine Stimme gibt. Severins im Rundfunk. Knechtschaft oder Freiheit! Gestern hat Genosse Carl Severing im Rundfunk einen letzten Appell zur Lermmst an das deutsche Volk gerichtet. Mit schneidender Schärfe wies er die verlogenen Angriffe gegen die Sozialdemokratie zurück, er zerstörte den Versuch, die Schuld des kaiserlichen Regimes der Sozialdemokratie aufzubürden. Voll Stolz verwies er auf die geschichtliche Leistung der Sozialdemokratie. Dann rief er aus zum Bekenntnis für Demokratie und Sozialismus.„Am 31. Juli fällt eine historische Ent- scheidung. Die Frage lautet klar: Knechtschaft oder Freiheit? Es geht darum, ob die Diktatur siegt oder die Demokratie, der Fafchis- mus oder die Demokratie. Fällt die Entscheidung für den Faschis- mus, dann ist die Hoffnung auf die Wiederbelebung der Weltwirt- ichaft zerstört. Für uns ist der Mensch nicht Material, sondern hat seinen eigenen Wert und seine Würde. Unsere Politik hat den Zweck, jeden einzelnen zu heben und zu pflegen, zu schützen und zu fördern, wir wollen, daß alles, was Menschenantlitz trägt, ein menschen- würdiges Dasein habe. Das ist der tiefste Sinn der Demokratie! Wir fragen laut und deutlich: Wer steht zu unserer Fahne mit der Losung: Demo. kratie und Sozialismus? Millionen antworten: wir alle! Heid gegen papen. Gar nicht Arm in Arm, sondern sehr deutlich? Limburg, 33. Juli. sCigenbericht.) In einer großen Zentrumskundgebung in Limburg machte der bayerische Ministerpräsident Dr. Held sehr interessante Ausführungen über die Stuttgarter Länderkonferenz. Reichskanzler von Papen habe in Stuttgart erklärt, daß die Reichsrsgierung auch nach dem 31. Juli keiner einzelnen Partei zugestehen werde, allein die Herrschaft an sich zu reißen. Es sei keine andere Politik denkbar, als die des Kompromisses und der Koalition. Die Reichsregierung werde alles tun, um eine Koalition zwischen Nationalsozialisten, Deutschnationalen, Zentrum, Bayerische Volkspartei und Wirtschastspartei zu- stände zu bringen und nichts tun, was den Weg zu einer Diktatur vorbereiten könne. Dr. Held erklärte, daß diese Versprechen sich schön anhörten, er wisse jedoch nicht, ob sie trotz ihrer Feierlichkeit und Bündigkeit hin- reichten, um der Schwierigkeiten Herr zu werden, die aus den Bindungen des Kabinetts Papen an die National- s o z i a l i st e n erwachsen müßten. llebrigens sei er daran unschuldig, wenn er aus der Gruppen- nufnabme, die durch die deutsche Presse ging, Herrn von Papen so sreundschaftlich am Arme habe. Diese photographische Auf- nähme sei ein« Ueberrumpelung gewesen und er wisse nicht, ob Papen daran mitschuldig sei. Arm in Arm auf der phoiographie. Halbamtlich wird in München mitgeteilt:„Die National- sozialistische Partei hat ein Plakat anschlagen lassen, auf dem Ministerpräsident Dr. Held mit dem Reichskanzler von Papen abgebildet ist. Das Bild stammt von der Stuttgarter Konserenz. Ministerpräsident Dr. Held, der wiederholt scharfe Kritik an Maßnahmen der Reichsregierung geübt hat, soll mit dieser Plakatierung als zwiespältig und unaufrichtig hingestellt weisen. Dieser Versuch zwingt zu solgender Feststellung: Reichskanzler von Papen ist kurz vor der Aufnahme des Bildes neben den Minffterpräsidenten getreten und hat ihn unter den Arm gesaßt, ohne daß der Ministerpräsident es hätte verbindern können. Wer das Bild genauer betrachtet, wird diesen Hergang bestätigt sinden. Was ist heute noch zu tun? „Alukter hör' aus mit karkoffelschälen, jehk gehen wir erst mal Oiste 1 wählen." „kommen Sie mit, Rachbar. seht kriegt hiller eins auf den Kopf. Vergessen Sie Ihren Ausweis nicht und nehmen Sie Ihre Olle und Ihre erwachsenen Kinder auch gleich untern Arm!" ..Siehste, die ganze Rummer 94. Seilenflügel. Quer- gebäude und Hinterhof haben wir mobil gemacht!" „Herr Wahlvorsteher, die Wahl ist ja geheim. Aber den Leuten sieht man an, daß sie alle Liste 1 wählen!" Hitler ist schuld! Die Wahrheit kommt hervor- trotz alledem! Die Sozialdemokratische Partei in Berlin hat in einem großen Wahlplakat die ungeheure Schuld Hitlers festgestellt. Sie hat auf die verlogene Hetze der Nationalsozialisten gegen die Sozialdemokratie die richtige Antwort erteilt und hat die Verantwortung Hitlers gekennzeichnet: hiller toleriert die Regierung papen, Hitler ist veraulwort- lich für die hungernoioerordnung. Hitler ist verantwortlich für die sozialreaklionären Anschläge gegen das Volk! Dieser Hieb hat gesessen und die nationalsozialistischen Hetzer haben über die Entlarvung der Rolle ihres Führers ausgeheult. Da sie die Wahrheit nicht ertragen können, haben sie nach einem Verbot des Plakates geschrien. Gpeb- bels hat dem Polizeipräsidenten deswegen das Haus ein- gelaufen. Gestern abend ist unser Wahlplakat verboten worden! Der Sozialdemokratische Bezirksverband erhielt gestern abend das folgende Schriftstück: „Sie haben ein Wahlplakat, Verlag Georg Wendt, gedruckt in der„Vorwärts"-Buchdrucksrei in der Größe 3X1 herausgebracht, das an der Spitze auf schwarzem Grund den Kopf des Führers der NSDAP., Adolf Hitler, mit in rot gehaltener Aufschrift„Der ist schuld!" trägt und am Ende, in roter Schrift auf schwarzem Grund die Aufforderung enthält: Wählt List« 1 Sozialdemokraten! Das Plakat enthält u. a. folgende Sätze: „Der ist schuld an den ungeheuerlichen Kürzungen der Unter- stützungen für die Erwerbslosen, an dem Unterstützungsraub für Millionen. Arbeiter, Angestellte, Frauen. Beamte, Mittelstand: Am Montag erholten Taufende keine Unterstützung mehr. Alle Unterstützungssätze werden auf Bettelpfennige herabgesetzt! Neues Elend, neue Arbeitslosigkeit, neue Stockung der Geschäft« als Folgen! Adolf Hitler trägt die Schuld. Wir klagen ihn an vor dein deutschen Volk. Eure Not und euer Elend wächst durch Adolf Hitler. Das Hungerdiktat ist der Beginn d«s Dritten Reiche». Es wird noch schlimmer werden, wenn Hitler zur Macht kommt! Fort mit den Hungerverordnungcn! Fort mit dem Hungerkreuz! Wehrt euch gegen Hitlers Zuchthausstaat." � In dieser unrichtigen Darstellung der sozialen und Wirtschaft- lichen Verhältnisse und der völlig unzutreffenden Ankündigung, daß am Tage nach der Wahl keine Unterstützung mehr gezahlt würde, in Verbindung mit der Aufforderung:„Wehrt euch gegen Hitlers Zuchthausstaat", muß eine Aufreizung der politischen Gegner der NSDAP, zu Gewalttätigkeiten gegen die Anhänger Hitlers erblickt werden, insbesondere, wenn man unter Berücksichtigung der schweren und blutigen politischen Ausschreitungen der letzten Wochen und Tage in Verbindung mit der durch die Schärfe des Wahlkampfes hervorgerufenen überaus gespannten politischen Atmosphäre die Auswirkung dieser Darstellung auf die Leser des Plakats, ins- besondere die politischen Gegner der NSDAP, erwägt. Die er- örterte Darstellung ist in hohem Maße dazu angetan, durch Ent- fachung der ohnehin schon stark aufgepeitschten politischen Leiden- schaften bei größeren Kreisen der Bevölkerung, die der NSDAP. ablehnend und feindlich gegenüberstehen, Hemmungen sittlicher Art zu beseitigen und sie zu tätlichen Angriffen gegen deutsche Volksgenossen anzureizen. Auf Grund des Z 3 der zweiten Notverordnung des Reichs- Präsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 28. Juni 1932 wird das vorstehend beschriebene Wahlplakat für den Bereich des Freistaates Preußen beschlagnahmt und«ingezogen. Gegen diese Verfügung ist das Rechtsmittel der Beschwerde zu- lässig, die bei mir innerhalb zwei Wochen einzureichen ist. gez. Dr. Melcher, Polizeipräsident." Selbswerständlich wird gegen dieses Verbot sofort Be- schwerde eingelegt. Die Begründung des Verbots ist völlig unhaltbar. Das Plakat soll„d ie sozialen und Wirtschaft- lichen Verhältnisse unrichtig dargestellt haben! Es ist eine Tatsache, daß die Erwerbslosen- u n t e r st ü tz u n g gekürzt worden ist bis unter das Hungerniveau! Es ist eine Tatsache, daß die Kaufkraft der werktätigen Bevölkerung und der Opfer der Wirtschafts- krise um anderthalb Milliarden Mark gstz schwächt worden ist— durch die Hitler-Notverordnung! Es ist eine Tatsache, daß jede Schwächung der Kaufkraft des Volkes Rückgang der Produktion und damit neue Stockung bedeutet! Es soll in diesem Plakat behauptet worden sein, daß a m Tage nach der Wahl keine Unterstützung mehr gezahlt wird. Demgegenüber stellen wir fest> daß das Plakat festgestellt hat, was Wahrheit ist: daß ab Zllonlag, den 25. Juli. Taufende keine Unter- stühung mehr erhalten haben, daß die Unterstühungssähe ab Wonlag, den 25. Juli, auf Grund der Rolverordnung auf das schärfste herabgesetzt worden sind! Alle, die es getroffen hat, wissen, daß dies wahr ist, und wenn sie erbittert sind, so ist es n i ch t u n s e r e S ch u l d, sondern die Schuld derer, die diese Kürzungen verordne? haben! Nichts wird uns abhalten, die Schuld Adolf Hitlers für diese Entwicklung vor dem Volke festzustellen! Ohne Hitler kein Papen, ohne Papen nicht die Verordnung vom 14. Juni. Zurückgewiesen werden muß, daß die Aufforde- rung„Wehrt euch gegen Hitlers Zuchthaus- st a ä t!" eine Aufreizung zu Gewalttätigkeiten darstelle. Denn dieser zitierte Satz geht weiter mit der Aufforderung „W ä h l t L i st e 1 S o z i a l d e m o k r a t e n!" Er ist e i n e Aufforderung zur Wahl, und es wäre noch schöner, wenn die Aufforderung, Sozialdemokraten zu wählen, als Aufreizung zu Gewalttätigkeiten gewertet werden soll! In maßlos beschimpfenden und aufhetzenden Plakaten hat die Partei des Herrn Hitler die Sozialdemokratie ver- leumdet, hat sie die Bürgerkriegsstimmung ihrer Anhänger erzeugt. Will die Polizeibehörde der Sozial- demokratie verbieten, sich mit der Waffe derWahrheit gegen dieseHetze zu wehren? Nicht unsere Schuld ist es, daß schwere und blutige Aus- einandersetzungen sich ereignet haben! Die Polizeibehörde mag sich die Reden vor Augen führen, die der oldenburgische Ministerpräsident R ö v e r in preußischen Städten hält und in denen er ankündigt: „Ich garanliere diesen Schweinehunden, daß sie gehenkt werden. und wir werden sie so lange hängen lassen, bis die krähen fie gefressen haben." Hier ist die offene Aufforderung zu Gewalttätigkeiten, hier ist die Aufpeitschung der Leidenschaften, hier smd die sittlichen Hemmungen bereits bei dem Hetzer selbst gefallen! Kein Verbot wird es verhindern, daß die Wahr- heit über Adolf Hitler und seine Politik ins Volk dringt! Nichts wird uns hindern, die Arbeiter auf- zusordern, sich gegen die Pläne Hitlers mit ihrer ganzen Masse und der Wucht ihres politischen Ein- flusses zur Wehr zu sehen, morgen bei der Wahl und späterhin, bis Teutschland von der Hitlcr-Herrschaft befreit sein wird! kommunistische Versammlung in Breslau ausgelöst. Am Dienstagabend wurde in Breslau eine nicht angemeldete öffentliche Versammlung der KPD., zu der durch Flugzettel aufgefordert worden war, von der Polizei aufgelöst. 47 Personen wurden vorläufig festgenommen. Rotruf der Ruhrkommunen. Eine einheitliche Kundgebung der Stadtparlamente des Ruhrgebietes fand am Freitag in Herne statt. In einer Entschließung wurde vom Reich gefordert. entweder für die Wohlfahrtsfürsorge ausreichende Mittel bereitzu- stellen oder eine Lastenverschiebung vorzunehmen. Beamlenverminderung in der Reichskanzlei. Aus organifato- rischen Gründen sind in der Reichskanzlei die Stellen des Ministerialdirektors von Hagenow und von zwei beamteten Hills, arbeitern eingezogen worden. Dr. von Hagenow ist in den eiiffl- weiligen Ruhe st and versetzt worden. Altbundeskanzler Schober-Wie» t£i nicht unbedenklich erkrankt. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonnlag, 31. Juli. 6: Gymnastik. 6.20; Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.55: iVlorgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. II; Schallplattenkonzert. 1|.30; Für die Kinder 12; Aus Leipzig. Mittagskonzert. 14: Elternstunde 14.30: Volksliederduette. 14.50: Gruß aus Sachsen. 15.20: Romantik in USA. 15.50; Blasorchesterkonzert. 17.45: In Frankfurter Mundart. 18.15: Mozart-Konzert. 18.30; Aus Frankfurt am Main: Hörbericht vom Internationalen FKigmeeting in Zürich. 19: Orchesterkonzert. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Unterhaltungsmusik. Ab 19: Während des Abendprogramms: Bekanntgabe der Wahlergebnisse bis zur Feststellung des vorläufigen Wahlergebnisses. Montag, 1. August. 6; Gymnastik. 6,20; Aus Gleiwitz: Frühkonzert. 7.15; Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Anschließend; Fortsetzung des Frühkonzerts aus Gleywitz. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.25; Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. 14: Schallplattenkonzert. 15.20;„Die Familie." Ergebnisse der Internationalen Konferenz für soziale Arbeit in Frankfurt a. M. 15.40; Heitere Erlebnisse. 16.05; Menschen an der Donau. 16.30; Kammermusik. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Gewerkschaftsarbeit in Krisenzeiten. 18.15: Dichtungen von Julius Hart. 18.30: Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit.... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Fortsetzung der Unterhaltungsmusik. 19.30: Aus Hamburg: Mecklenburger Kulturbilder. Eine Hörfolge aus deutschem Land und von deutschen Menschen. 20.30; Aus Salzburg; Domkonzert. 22: Zeitberichte. 22.40: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 2. August. 6; Gymnastik. 6.20: Aus Hannover: Frühkonzert. 7.15; Sonderbericht Über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Anschließend: Aus Hannover: Fortsetzung des Frühkonzerts. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 13.25; Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Großstadt und Weltbild. 15.45: Altitalienische Klaviersonaten. 16.05: Künstlerlaunen— Künstlertragödien. 16.30; Aus Leipzig: Unterhaltungskonzert. 17.30: Doktor Ueberau erzählt. 17.50: Bücherstunde. 18.20; Die Rüstung der europäischen Mächte. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Von der bildenden Kunst. 19.20: Heitere Lieder. 19.35: Unterhaltungsmusik. 20.30:„Der abenteuerliche Sim- plizius Simplizissimus des Christoph von Grimmelshausen." Hörspiel von Emil Burri. 22: Polltische Zeitungsschau. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 3. August. 6: Gymnastik, 6.20: Frühkonzert. 7.15: Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Anschließend: Fortsetzung des Frühkonzerts. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzept. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt, 13.25; Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Stiefkinder des Lebens. 15.40: Sport und seine Wirkung auf die Masse. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Die junge Generation. 17.50: Werkunterricht. 18.10: Werner Bergengruen liest eigene Prosa. 18.30; Aus Königsberg: Motette. Zu Carl Thiels 70. Geburtstag. 19.15: Die Funkstunde teilt mit... 19.20: Stimme zum Tag. 19.30: Rückblick auf den Monat Juli(Schallplatten). 20: Bunter Tanz- und Operettenabend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Mandolinenorchesterkonzert. Donnerstag, 4. August. 6; Gymnastik. 6.20; Aus Zeitz: Frühkonzert. 7.15: Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Anschließend: Aus Zeitz: Fortsetzung dos Frühkonzerts. 11.30: Aus Bremen: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 13.25: Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Goethe und der Schauspieler. 15.40; Fanginserate. 16.05; Was ist ein Lebewesen? 16.30: Romantische Musik. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Wirtschaftliche Notlage und Steuerermäßigung. 18.15: Nachmittagskonzert. 18.55: Die Funkstunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Fortsetzung des Nachmittagskonzerts. 19.30: Die Verschuldung der europäischen Länder. 20: Aus Breslau: Musikalische Europakunde. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10:„Ernte". Querschnitt von Emst Bringolf. Danach: Abendunterhaltung. Freitag, 5. August. 6: Gymnastik. 6.20: Frühkonzert. 7.15: Sonderbericht über die Olympischen Spitle in Los Angeles. Anschließend: Fortsetzung des Frühkonzerts. 11.30: Solistenkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.25; Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. 14: Schallplattenkonzert. 15,20: Reiseerlebnisse in Aegypten. 15.40: Deutsche Familienforschung. 16.05: Ringkampf und Olympia In Los Angeles. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.30; Jugendstunde. 17.50; Das neue Buch 18: Cello- Sonaten. 18.35: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.40: Walter Julius Bloem liest eigene Posa. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Das Wochenende. 19.30; Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. 19.55: Wegweiser ins Wochenende. 20: Aus Salzburg: Johann-Strauß-Konzert. 21.40: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 6. August. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Königsben: Frühkonzerl. 7.1S: Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Anschließend; Aus Königsberg: Fortsetzung des Frühkonzerts. 11,30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldung für den Landwirt. 13.25: Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.05: Orchesterkonzert. 16.25: Aus Neuschwanstein: 1000 Buben halten ein Zeltlager. Besuch der Südmarktagung der Neudeutschen Jugend. 17: Fortsetzung des Orchesterkonzerts. 18: Die Erzählung der Woche. 18.25: Für den Siedler und Kleingärtner. 18.35: Volkslied auf Vorposten. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Lieder. 19.30; Zehn Minuten Sport. 19.40: Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Aus Köln:„Wenn man eine Reise tut...'. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Königswustertaausen Sonntag, 31. Juli. 6: Uebertragung aus Berlin. 6.20: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Geber- tragung aus Berlin. 10: Aus Kufstein; Konzert auf der Heldenorgel. II: Uebertragung aus Berlin. 11.30; Dichterstunde. 12: Aus Leipzig: Mittags- konzert. 14: Elternstunde. 14.30: Jugendstunde. IS: 15 Minuten Lyrik. 15.20: Kunst und Mythos. 15.50: Aus Berlin: Blasorchesterkonzert. 17.45: Große Männer. 18: Stunde des Landes. 18.30: Aus Frankfurt am Main: Hörbericht vom Internationalen Ffugmceting in Zürich. Anschließend: Lieber: tragung aus Berlin. Montag, 1. August, 16: Pädogogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Naturverbundenheit der deutschen Frau. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 22:„Die Seele der baltischen Landschaft" von Frank Thieß. Deutschlandsender: 19.30; Uebertragung aus Berlin. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.35: Aus Leipzig; Unterhaltungsmusik. Dienstag, 2. August. 16.05: Stunde der Unterhaltung.. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Der Verkehr der Zukunft. 18: Der Laie und das Klavier. 18.30: Volks- wirtschaftsfunk- 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20.20: Der Mensch und die Krise. 19: Deutschiandsender: Vom Zoppoter Waldspielplatz: „Lohengrin", Oper von Richard Wagner, 1. Akt. 20.50; Aus Stuttgart: Unterhaltungskonzert. 22: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 3. August. 16; Aus der Werkstatt des Tonfilm-Amateurs. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30: Unser Kind als Sonntagskind in der Natur. 18: Religiöse Musik aus vier Erdteilen. 18.30: Das heimliche England. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Stunde des Beamten. 20: Deutschiandsender: Aus Hamburg: Sinfonie Nr. 3 von Beethoven. 20.50: Aus Hamburg:„Helden— Dulder— Ueberwinder."(Ein Monument.) 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 4. August. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30; Nordargentinien als Einwanderungsland für Deutsche. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.25: Stunde des Landwirts. 21.45; „Wer rettet Anna?" Lehrspiel. 19.45: Deutschiandsender: Aus Königsberg: Städtebild Tilsit— Memel. 20.30: Vom Zoppoter Waldfestspielplatz:„Lohengrin", Oper von Richard Wagner. II. Akt. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Aus Hamburg: Tanzmusik. Freitag, 5. August. 16: Das Weltbild der jungen literarischen Generation. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Deutsche Literatur in Entwicklungsreiben. 18: Wandlungen eines Musikwerkes. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.15: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerztc. 19.35: Stunde der Arbeit. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabeud« 6. August. 16; Die olympische Idee einst und jetzt. 16.30: Aus Hamburg: Nach- raittagskonzert. 17.30; Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50; Die Wunder der Lüneburger Heide. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Der ewige Harlekin. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Anfänger. 19.30;„Danken?" 20; Deutschiandsender: Aus Breslau:„Schlesischer Baudenzauber." Heitere mundartliche Hörfolge. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Blasorchcsterkonzert. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.25: Fortsetzung des Blasorchestcrkonzerts. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Verantwortlich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft:®. RliugelHöfer; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner; Feuilleton: Herbert Lep�re; Lokales und Sonstiges: Fri» Karstadt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße � Hierzu 4 Beilage«. 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Jeder für zwei Stunden, so daß am Abend, wenn die Uhrzeiger den Ablauf der fünften Stunde künden, 10 000 Soldaten der Freiheit auf Posten gestanden haben. Zehn-, zwanzigtausend andere klemmen sich den letzten Packen Flugblätter unter den Arm und beackern seit dem Morgengrauen noch einmal Tür um Tür, Haus um Haus. Ein halbes Hunderttausend Freiheitsfahnen weht unterdessen lustig im Winde, dem großen Appell der Freiheit zum Gruß. Zu Millionen werden heute die Männer und Frauen in Stadt und Land aufmarschieren und ihr erster Weg wird der zum Wahllokal sein. Heute gibt es keine Entschul- d i g u n g. Viermal im vergangenen halben Jahr ist Berlin vom entlegensten Vorstadtgarten bis zur düstersten Schlafstube der Altstadt durchpflügt worden von den Kolonnen der Eisernen Front. Niemand kann sagen, die Freiheit hätte ihn nicht gerufen. Heute gilt keine Ausrede. Wer an diesem entscheidenden Kampftage der deutschen Republik sich den Bettzipfel über die Ohren zieht oder wem der gewohnte Sonntagsausflug lieber ist als der Freiheitskampf der Republik, der ist ein Deserteur. Nicht die Eisernen-Front- Männer— sie waren hundertfach in diesen Tagen bereit, ihr Leben für die Freiheit in die Schanze zu schlagen—. aber der gute Nachbar, er möge sich in letzter Stunde fragen: habe ich meine Pflicht getan? Denn der Ansturm der braunen Schergen erfordert den Einsatz auch des letzten Mannes. Um 17 Uhr (5 Uhr nachmittags) ist der Wahlgang zu Ende. fatlxyj• „Achtung, die Nazis kommen!" Tapfer Haben sich die Bataillone der Freiheit geschlagen. Ein besonderes Lob dabei den Frauen. Anfangs sagten sie: Iaht doch die Hatenkreuz�Zndianer die Briefkästen vollstopfen, wen kümmert schon diese Lügenflut. Aber als es die Salzsteuersoldaten zu arg trieben, da sagten sie: wartet Burschen, euch werden wir! Da stand dann eine Frau auf dem Wedding, an irgendeiner Ecke des Lenzener Platzes, oder andere standen in Reinickendors-Ost irgendwo an einer Ecke der Provinzstraße. So standen sie mitunter stundenlang, Harm- los und müßig. Nur wenn eine braune Flugblattkolonne ankam, hatten sie es sehr eilig. Dann rannten sie zu den Häusern ihres Wohnblocks und alarmierten die anderen Frauen:„Die Nazis kommen! Haustüren zu!" Und rums, waren die Haus- türen abgeschlossen. Die Nazis klinkten und klinkten, aber die Riegel saßen fest, die Nazis fluchten und zeterten, aber desto lauter lachte es nur aus allen Fenstern. Was haben die Hakenkreuz-Jndianer geschimpft in der Schönwalder Straße am Wedding, in der Bürger- straße in Reinickendorf-Ost und noch anderswo, doch in die Häuser kamen sie nicht. Daß die Litfaßsäulen noch geradestehen, ist eigentlich ein Wunder bei all dem Lug und Trug, den die Nazis ankleben ließen. Und wenn die Männer und Frauen schon jeden Tag daran vorbei- gehen mußten, dann wollten sie sich eben die Wohnung rein halten. Die Nazis werden sich aber auch hüten, etwas über ihre wirklichen Ziele zu verraten. So wurden vor einigen Tagen noch in einer Versammlung, die die freigewerkschastlichen Funktionäre der Reichs- post zusammen mit ihren Kollegen aus den Reichs- und Staats- betrieben abhiellen, geradezu aufsehenerregende Mitteilungen über die Lebenshaltung im Dritten Reich gemacht. Danach haben Statistiker berechnet, daß eine Einzelperson mil 4,83 Mark wöchentlich die kosten für Ernährung bestreiten kann, also pro Tag ganze SS Pfennig! Für Wohnung sind 4,50 Mark wöchentlich ein- gesetzt und für Kleidung, Fahrgeld usw. nochmals 4,83 Mark, zu- sammen also 17,16 Mark. Wird kein Fahrgeld zur Arbeitsstelle ge- braucht, genügen 14,16 Mark. Für ein Ehepaar mit einem Kind einschließlich der Miete wurden 27,44 Mark in Ansatz gebracht. Kinder unter g Iahren müßten mit 34 Pfennig mit pro Tag aus- kommen: für Unverheiratete genüge die ortsübliche Schlafstelle und für Verheiratete auch mit mehreren Kindern genüge eine Einzimmer- wohnung. Fleisch, Eier, Butter und Obst wurden für überflüssig erklärt, zur menschlichen Ernährung genügten Schmalz, Kartoffeln, Brot und Reis, wobei man auf die ostasiatischen Kulis oerwies, die bei Reis als Hauptnahrung ja schwerste Muskelarbeit zu leisten imstande sind. Das ist sicherlich etwas für den Nachbarn, der immer noch glaubt: Gott, was gehen mich die Nazis an! Oer Dank des Vaterlandes. Es wird meist gesagt, man hätte den Rentnern 6, 5 und 4 Mark genommen. Das ist genau so oberflächlich, als wenn jemand sagt, die Erwerbslosenunterstützungen hätte man um 16 Prozent abge- baut. Nein, bis 166 Prozent hat man tausenden jugendlichen Er- werbslosen die Unterstützungen gekürzt: 34 Prozent dürfte der Durchschnittssatz des allgemeinen Abbaues bei jung und alt sein. Genau so bei den Rentnern. Da ist der 166prozentig Schwerkriegs- beschädigte G. A., ein Bein ist ihm amputiert, außerdem kann er sich nur im Selbstfahrer fortbewegen. Er erhielt, was nicht mehr als recht ist, da er feine gesunden Knochen hingegeben hat,«ine Kriegsrente von 1452,66 Mark jährlich, dazu eine Invalidenrente von 1663,26 Mark. Jetzt erhält er diese Invalidenrente nicht'mehr, sondern nur noch 126 Mark im Monat. Da ist weiter der 86-Pro- zent-Unfalloerletzte G. B., am ganzen Körper gelähmt. Er erhielt pro Jahr 561,16 Mark Unfallrente, dazu 383 Mark Invaliden- rente. Jetzt ruht die Invalidenrente und der arme Mann muh mit 40 Mark im Monat auskommen. Dem 86-Prozent-Unfallverl«tzten M. K. ist die rechte Seite gelähmt, außerdem hat er«inen Klump- fuß. Er bekommt 688,44 Mark Unfallrente, also etwa 55 Mark pro Monat, da man ihm die 456,83 Mark Invalidenrente gestrichen hat. Der 86 prozentig Kriegsbeschädigte K. K. hat seinen rechten Arm verloren und der rechte Oberschenkel ist verkürzt. Seine Ver- sorgungsrente beträgt 1147,86 Mark, also keine 166 Mark im Mo- nat, den die Invalidenrente von 863 Mark fällt jetzt weg. Dem 166prozentig Kriegsbeschädigten W. M., der heute an Lungenbluten leidet und dem noch heute alle sechs Wochen wildes Fleisch aus dem Ohr geschnitten werden muh, hat man 426 Mark Invalidenrente gestrichen, so daß er sich jetzt mit 823,26 Mark Versorgungsrente begnügen muß, das sind noch keine 76 Mark im Monat. Aber wenn diese armen, geplagten Menschen jetzt etwa zu Hitler laufen würden, der würde ihnen keinen Groschen geben. Den Begriff „Sozialversicherung" gibt es im Dritten Reich nicht. Sagt das dem Nachbar, der noch glaubt: Mir wird doch keiner meine Re: te nehmen. Stockschläge auf den Magen. Vielleicht noch bezeichnendere Zahlen gibt es auf dem Gebiete der Erwerbslosenoerficherung. Hier läßt sich haarscharf verfolgen, wie der Schmachtriemen immer enger gezogen werden muß, wenn die Nazis in den Parlamenten an Sitzen zunehmen. Bei den Mai- wählen 1928 erreichten dies Nazis 2,6 Prozent aller abge- gebenen Stimmen. Damals amtierte die Regierung Hermann Müller, und ein Familienvater mit einem Kind erhielt pro Woche 28,35 Mark Arbeitslosenunterstützung und zwar auf die Dauer von ZA. wdtst im Norden Berlins. Drei Ärbefcer schwer- sechs Seichter verletzt. Eine ungeheuerliche Bluttat verübten TA.-Leute am Borabend der Wahl in der Tcharn Weber st raste in R e i n i et e n d o r f- W e st. Ein groster Trupp$ A.- Leute geriet mit Angehörigen der„E i s e r n e n Front" in ein Handgemenge, in dessen Verlauf die Hitler-Gardisten eine Reihe von Schüssen auf die Arbeiter abgaben. Drei Reichs- bannerleute wurden durch die nationalsozialistischen Mördcrkugeln niedergestreckt. Sechs weitere Arbeiter, darunter ein llommunist, wurden durch Hiebe mit Totschlägern, Ttahlruten und Unütteln erheblich verletzt. Tie Schwerverletzten fanden im Reinickendorfer Krankenhaus Aufnahme. Der mutmastliche Haupt- täter ist von der Polizei festgenommen und der Abteilung I des Polizeipräsidiums übergeben worden. Durch die feige Bluttat stieg die ohnehin durch den Wahl- kämpf gesteigerte Erregung der Reinickendorfer Ar- beiterbevölkerung aufs Aeusterste. In den gestrigen Abendstunden verteilten Mitglieder der „Eisernen Front", vornehmlich Reichsbannerleute, in der Scharnwebersttaße in Reinickendorf-West Wahlflugblätter. Gegen 18 Uhr tauchten in Reinickendorf, wie auch überall in den anderen Stadtteilen, große Trupps uniformierter SA.- Leute unter Führung von SS.-Leuten auf. Die ganze Situation deutete auf eine bewußte Provokation hin. Einige Hitler-Gardisten pöbelten an der Kreuzung Scharnweberstraße und Tegeler Weg Reichs- bannerleute an und gingen dann unmittelbar darauf zum tät- lichen Angriff über. Es kam zu einer Schlägerei, bei der die Verletzten ausschließlich auf feiten des Reichsbanners zu verzeichnen sind. Mehrere SA.-ceuke zogen plötzlich Pistolen hervor und schössen aus das Reichsbanner. Drei Arbeiter wurden über den Haufen geschossen. Die Schwerverletzten sind: Ernst peulhke, Kolonie„Gartenfreunde",'Bauchschuß, Franz perndk, Charlottenstraße 1a in Tegel, Kopfschuß. Gerhard Müller, Reinickendorf-Ost, Herbststraße 26, Beckenschuß, Erwin hinhe, Reinickendorf-Ost, Prooinzstraße 128, Verdacht auf Schädelbruch. Außerdem erlitten fünf weitere Arbeiter Kopf- und Gesichtsverletzungen durch wuchtige Hiebe. Die Schwer- verletzten liegen im Reinickendorfer Krankenhaus bedenklich danieder. Als die alarmierte Polizei eingriff, hatte ein großer Teil der SA.-Schützen bereits das Weite gesucht. (Weitere Nachrichten siehe nächste Seite.) Ltepp clöllke eein kunstseillenor llemset- 6bsessits diverse Farben_ Schlafdecke v/eiche, mollig Qua- ä litlt. mod. Karos, m. qc Bandeinfasaung.. 46»«VO 6.95 Ueberlaken Linon. in.Stitkflreigar-|% nierung.ca. 1 50 X 250 �.95 Oberbettbezug feinfädig. 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Es kam das Kabinett der Baron«, die Regie- rung Papsn-Schleicher Sofort sank die Unterstützung für diesen Familienvater— bei dem ein einstiger Wochenlohn von 60 Mark vorausgesetzt ist— auf 17,10 Mark in der Woche, und zwar be- kommt er dieses Geld nur noch 6 Wochen lang-, danach mutz chilfs- bedürftigkeit im Sinne der Armensürsorge vorliegen, wenn er noch weiter einige Mark erhalten soll. Würde hiller heule 51 Prozent aller Stimmen erhalten, dann wäre mit einem Schlage die ganze Arbeitslosenunterstützung weggewischt: höchstens würde der er- wachsen« Mann, wenn es die zuständige Sektionsleitung der Nazis befürwortet, 60 Pfennig Wmosen pro Tag bekommen. Frauen und Jugendliche erhalten ja bekanntlich im Dritten Reich keinen Sechser Unterstützung. Dielleicht interessieren dies« Angaben ebenfalls den guten Nachbarn, der immer so schön sagt: Ich lasse mich mit keinem ein, dann lätzt man auch mich ungeschoren. Die magere Lohniüie. Wie mit allen Renten war es auch mit den Löhnen. Der Lohn ist haute mehr denn je ein politischer Lohn und als die Berliner Arbeiterschaft sich mühselig durch das von den Herren Stinnes und Kumpanei herbeigeführte Jammertal der Inflation durchgekämpft hatte, da tonnte sie im Januar 1321 vollkommen von vorn anfangen. Nach der Reichsstatistik hallen die Berliner Metallarbeiter 1913 einen Wochenlohn von etwa 42 M., 1324 standen sie mit 30,43 M. da. Ein Reichsbahnarbeller Halle vor dem Kriege immerhin knapp 40 M., 1924 Halle er am Wochenende noch ganze 19,68 M. in Händen. In unermüdlicher, zäher Arbeit bauten nun die Gewerkschaften dieses Trümmerfeld wieder auf und im Jahre 1929, als noch die Regierung unseres verstorbenen Hermann Müller im Amt war, da hallen die Metallarbeiter wenigstens durchschnittlich wieder 114 Pf. pro Stund« und die Reichsbahnarbeller sogar IIS Pf. Dann verdunkelle sich der Konjunkturhimmel und die Gewitterwolken der schweren Krise zogen aus. Im Gefolge dieser Krise wurden die Verräter der Ar- beiter, die Nationalsozialisten, stark und stärker und im gleichen Maße wurden die Lohntüten der Arbeiter schmal und schmäler. Am traurigen Ende dieser Entwicklung stehen unter dem vom Hitler tolerierten Adelskabinell noch ganze?S Pfennig als durchschnittlicher Stundenlohn für Metall- wie Eisenbahnarbeiler, gerechnet über das deutsche Reichsgebiet. I« mehr Nazis, desto karger die Rente: je mehr Nazis, desto niedriger die Löhne. Das«st so wahr, wie zwei- mal zwei vier sind. * Das sind nur einige, sehr naheliegende Dinge, die aus dem Ge- triebe der Reichshaoplstadt herausgegriffen wurden. Den Masten ist es in die Hand gegeben, heule Ihr Schicksal zu bestimmen. Dabei sind die Fronten klarer denn je. Dort hiiler, der Trommler des Kapitalismus— hier die Arbeiter. Die Entscheidung kann nicht schwer sein. Das Kreuz jedes Freiheitskämpfers gehört in den obersten Kreis, gehört der kämpfenden und siegenden Sozialdemokratie. der Liste 1. Miiiiiiffi Em vorbereitetes Verbreclien. Die Nazis treten in Reinickendorf-Wsst schon sell zehn Tagen sehr provokatorisch auf. Gestern abend verteilten sie auf dem Wochenmarkt Scharnweber st ratze Flugblätter und belästigten dabei die Hausfrauen. Gegen 6 Uhr kamen auch Reichs» bannerleute zum Markt, um ebenfalls Flugblätter zu verteilen. So- fort rempelten die Nazis, die alle uniformiert waren, die Reichs- bannerleute an. Es blieb anfänglich bei Schimpfereien, bis das Kommando von Nazisells ertönte:.Los Kameraden, drufs!" Schon vorher hotte ein gewiffer Willi Vuhrand, Scharnweberstr. 62, sich geäußert: .3a drei Miauten wird es knallen!" Nach dem Kommando flogen aus den Häusern der Scharnweber- straße Blumentöpfe auf die Reichsbannerleute und vom Tegeler Weg her stürmten noch etwa ISO uniformierte Nazis an. So waren die Reichsbannerleute im Nu«ingeschlostsn. Natürlich wehrten sich die Reichsbannerleute ihrer haut. Plötzlich zogen einige der Nazis ihre Pistolen und schössen aus die Reichsbannerleuke. Es wurden fast zwanzig Schutz abgegeben. Vier Getroffene stürzten aufs Sllatzenpflaster. Am schwersten verletzt ist der kom- munistische Arbeiter Ernst Beuthler aus der Laubenkolonie Gartenfreunde. Besinnungslos wurde er mit den anderen Verletzten ins Reinickendorfer Krankenhaus geschafft. Neben den Schuß- verletzten mußten noch sieben andere Männer das Krankenhaus auf- suchen, die sämtlich dem Reichsbanner angehören und hiebverletzun- gen haben. Als die Nazis angestürmt kamen, stürzten sie sich auf die Auslagen einer E i s e n w a re n h a nd l u n g und stahlen alle Spaten, hacken, Bratpfannen usw. Damit schlugen sie auf die Reichsbannerleute ein, von denen sieben blutüberströmt mit Kopsverletzungen von ihren Kameraden weg- geschafft würben. Nach dem Feuerüberfall zogen sich die Nazis in ihr« Kaserne Hartmanns Brauerei, Scharnweberstr. 101, zurück. Dort besaßen die Burschen noch die Frechheit zu behaupten, das Reichs- banner habe geschossen. Erst am Abend vorher hatte sich in der gleichen Gegend der Ueberfall auf den Gewerkschaftssekretär Knaul ereignet. Alle Bewohner von Reinickendorf-West sind auf die Straßen geeilt und diskutieren empört das Nazwerbrechen. Auch von der Polizei wurde festgestellt, daß es sich bei dem Feuerüberfall auf den Markt um eine wohloorbereitetes Verbrechen handelt, Naziüberfall auf»Vsiksfrout"- Leute. In der h o h e n st a u f e n st r a tz e in Schöneberg stachen gestern abend sechs umformierle SA.-Leu!e zwei Mitglieder der „Volksfront", des Schutzbundes der Zentrumspartei, brutal nieder. Einer der Ueberfallenen wurde mit einem leben- gefährlichen Mesier- sllch ins Elisabeth-Krankenhaus gebracht. Die Täler sind ent- kommen.— Im Laufe der gestrigen Wendstunden spielten sich noch zahlreiche Schlägereien ab, die eine ganze Reche von Verletzten sorderten. Selten ist ein Abend vor der Wahl so unruhig und blutig wie der gestrige verlausen. Eiarke tlNmhe m Iwsbii. Der Stadtteil Moabit bot am gestrigen Sonnabend ein äußerst bewegtes Bild. In den Nachmittagsswnden stietzeu von verschiedenen Seiten her aakiondsozialistische Flugblattverkeiler in geschlossenen Stoßtrupps i» die Arbeiterviertel vor. Besonders die Gegend um die Beussel-, Hutten- und R o st o ck e r Straße grasten die Nazikolonnen zu verschiedenen Walen ab. Die am Sonnabend- nachmittag schon immer sehr belebten Sttatzen füllten sich in den gesttigen Spätnachmittagsstunden mehr und mehr, so daß es viel- fach zu dichten Ansammlungen kam. Da die Polizei starke Kräfte in Moabit eingesetzt hatte, konnten größere Zusammenstöße vermieden werden, obwohl das provokatorische Auftreten der uniior- mierten SA.-Kolonnen unter der Arbeiterbevölkerung große Er- regung hervorrief. So wurde u. a. eine Frau, die ein Naziflugblatt zu Joden geworfen hatte, van zwei SA.-Leuten gegen e'ne Haus- wand geschleudert, wobei st« hinfiel und sich erheblich verletzt«. Bei einigermaßen schnellem Zugreifen hätte es der Polizeistteife in der oberen Veustelstraße gelingen müssen, die beiden Banditen fest- zunehmen. Die Rowdys konnten aber entkommen. An der Ecke Strom st ratze erhiell ein Mann mll dem Antifa-Wzeichen von einem der zahlreichen Naziradler, die ohne Uniform und Wzeichen ihren Stoßtrupps vorausfuhren, ohne jeden Anlaß einen Schlag mit einem Gummiknüppel übers Gesicht und ehe die empörten Umstehenden den Burschen abstrafen konnten, war er mit seinem Komplicen geflüchtet. Verschiedene Provokationen dieser Zlrt und die geschlossenen Vorstöße unifor» mierter Zetteloerteiler hatten in den frühen Wendstunden in dem Moabiter Viertel eine außerordentlich gespannte Situation geschafsen. Keine Agitation im Wahllokal. Gesetzliche Vorschrist und ein Erlaß des Oberbürgermeisters. Die durch den„Vorwärts" mitgeteilte Tatsache, daß in ein» zeluen Fällen Nazikneipen als Wahllokale bestimmt seien, teilt das Zentralwahlamt uns mit. daß diese Gaststätten sich zu Nazilokalen erst entwickelt haben könnten, nachdem vor einigen Wochen die Festsetzung der Wahllotale erfolgt ist. Das Zentralwahlamt weist nachdrücklichst darauf hw. daß im Wahlraum selbst jede politische Propaganda und der ver- such der Jesiaslustung des Wählers gesetzlich verboten ist. Außerdem hat der Oberbürgermeister in einem Erlaß angeordnet, daß am Wahltage jede parteipolitische Plakatierung, wozu selbstverständlich auch das Heraushängen von Parteisahnen gehört, an der Außensront des Wahllokals wie auch im Innern zu unter- bleiben hat. Jeder Will eines Wahllokales ist also verpflichtet, dafür zu sorgen, daß jede parteipolitische Propaganda am Wohltage in seinem Lokal oder an der Außenfront der Gaststätte unterbleibt. Wo sich trotzdem etwa ein Naziwirt erfrechen sollte, die Haienkreuz- flagge oder«in Naziplakat in seinem Wahllokal zu zeigen oder draußen auszuhängen, ist es Pflicht der Polizeibeamten, fifr die parteipolitische Neutralität des Wahllokales zu sorgen. Klugzeugabsturz in Tempelhos. ReichSge fchhfiö: ührer des WiudhorstbuadeS getötet.— Pilot leichtverletzt. Ein schweres Flugzeugunglück, das ein Todesopfer forderte. ereignete sich gestern nachmittag kurz nach 2 Ahr über dem Zev- tralslughasea Tempelhoser Feld. Ein W a h l p r o- pagaudaslugzeug der Zentrumsparlei. eine zwei- sitzige englische„Motte" mit der Erkennungsnummer V 2298, die von. dem Besitzer, dem jungen Sportslieger Berthold Sehls, gesteuert wurde, stürzte wenige Mianten nach dem Start an der Südostecke des Flugplatzes au der S-Bahn Tempelhof— Neukölln in einer Kurve anscheinend wegen lieber- Ziehens der Maschine ab. Das Flugzeug wurde zertrümmert, und während der Pilot nur eine leichte Sehirgerschüllerung davontrug, wurde der vorn sitzende einzige Znsasie der Maschine, der etwa ZLsährige Reichsgeschäftsführer des Windhorstbundes Serehard Ziganke bei dem Absturz gegen das Motorgehäuse geschleudert und trug einen schweren Schädelbruch davon, an dessen Folgen er ans dem Transport zum Sü-boseph. Krankenhaus verstarb. Die Maschine, die auf der Tragfläche die Parole:„Wählt Zentrum. Liste 4" ttägt, war um 14.02 Uhr gesmrtct und war gerade aus etwa 80 Meter emporgestiegen, als sie zu schwanken begann und im selben Augenblick zur Erde stüttzte. Infolge der ge« ringen Höhe war es dem Plloten nicht mehr möglich, die Maschine noch hochzureißen oder abzufangen. Beamte der Lustpolizei. die kurz vorher das Startzeichen gegeben hatten,«Uten sofort mit Unterstützung des Personals des Flughafens und der Lusthansa an die Absturzstell«. Di« Maschine war in der Kurve seitlich ab» gerutscht und schlug mit einer Trogfläche und dem Motor- ge häufe auf den Boden, wöbe« sie fast völlig zertrümmert wurde. Man alarmierte die Feuerwehr und das Rettungsamt, die den Transpoll der beiden Verletzten nach dem St.-Ioseph-Krankenhaus veranlaßte. Z i g a n k«, der bei seinen Eltern in der Stubnitzstr. 1 in Pankow wohnt, überlebte den Transport nicht mehr. Die Ursache des Unglücks ist noch nicht geklärt. B e r thold Kohls, der 27 Jahr« all ist und in der Pfalzdurger Straße 8 in Wilmersdorf wohnt, ist noch nicht sell allzu langer Zeit Spoll- flieger und Halle zuletzt Werbeflüge für«in« Zigarettens irma mit seiner Maschine geflogen. Der Münzsnstcher Salaban ist zu 5 Jahren Zuchthaus nicht unter Zubilligung, sondern unter Bersagung mildernder U m st ä n d e verurteilt worden. Sei der Smldgcduag Int RcnEUntt Stadion ist eine Photo-FIlm. pack-Kassette, Größe 6x3. abhanden gekommen. Der ehrlich« Finder wird gebeten, die KaiseUeu im Bezirtssetrelariat, Lindeustraß« Z (Büro Wendt), abzugeben. Osksr „In Ewigkeit, Amen!" Der Mönch macht die Gebärde des Segens und fragt dann:„Was muß ich sehen, Herren, ihr drückt euch schon? Ist's öpven m heiß im Keller?" „Das nickt, frommer Vater! Aber mft der Lande unten ist's heute nioyt auszuhalten. Sie quatscht von nichts anderem als von Hus, den sie heute verbrannt haben. Hus! Hus! Es schwirren mehr Hus als Falter und Nachtschnaken. Psssüüh!" — der Schneizenhöfer ahmt das Summen einer Stechmücke nach—„Psssüüh! Hus! Hus! Hus! Es hört überhaupt nie mehr auf!" ,Lu hast recht, Mann. Das Wort ist einmal in die Welt geworfen, es hört nie mehr auf!" „Um Gottes willen, bei allen vierzehn Nothelfern von Nieder-Magstatt, jetzt fängst du auch noch an. frommer Vater! Mach's gnädig! Du wirst doch nicht fürs Predigen bezahlt. sondern für deine guten Werke!" „Dann hätt' ich ein mageres Ami!" „Mangel sieht dir niemand an. Doch vom Fressen und Saufen allein kann dein und deiner Prüder Fette nicht kom- men. Ich glaub halt allweil, chr Heiligen des Scheins nährt euch nebstbei auch noch von Sünden!" „Wenn, dann von denen, dio wir dir und deinesgleichen abgenommen haben!" „Jetzt Hab ich ihm den richtigen Nero getroffen! Hörst du, Schneizenhöfer, er bellt! Was ist, wallen wir mit ihm noch einen packen?" „Meinetwegen zwei! Aber� unter einer Bedingung, frommer Vater, du mußt einen Witz erzählen!" „Abgemacht!" sagt Pater Pirmin.„Aber jetzt laßt uns erst mal"die Gurgel kühlen! Ich unwürdiger Nachtrab des heUigen Franz Hab ein Gefühl, als od mich dürste!" Unten, im Keller, gibt es in der Tat kein anderes Ge- sprach als Hus. Alles dreht sich um seine Verbrennung. Schneizenhöfer und der Schasfhauser. die in ihrer Mitte den Pater Spaßmacher mitbruigen, werden zwar geschreiig begrüßt, aber nur einen Augenblick lang. Sofort wendet sich die Aufmerksamkeit aller Kellergäsle wieder dem dürren Männchen zu, das als Zeugs der Stadt bei der Hinrichtung mft in der ersten Reihe gestanden hat, und das nun, bis in die letzte Ade? hinein aufgetrieben von Wichtigkeit, eben dabei ftft. du« Schluß der Marterst: ade zu erzählen. „Sa, so ein schöner Scheiterhaufen, von einer Pracht, wie man von hier bis Lindau und Ravensburg noch nie einen schöneren sah! Und dennoch ein seltsamer Brand, als ob der leibhaftige Gottseibeiuns die Hand mit im Spiel ge- habt habe. Nämlich, als das Holz verglost war, nichts mehr da als Asche, glaubt ihr wohl, meine Herren, daß der Ketzer auch verbrannt gewesen sei? Fiel ihm gar nicht ein. Der ! erwies sich als böhmisch und hartnäckig noch über den Tod hinaus. Bloß die Beine waren vom Feu«r gefressen. Mft denen war er hinaus auf die höllische Wanderschaft. Der Oberteil seines Leichnams dagegen hing noch immer an Ammon Weiklis Kette, angekohlt zwar, aber unverbrannt." „Wie sind sie denn mft ihm fertig geworden?" „Mit dem Körper? Sehr einfach. Die vier Mann vom scharfen Gericht rissen ihn mftsamt dem Pfahl nieder und machten nochmals ein Feuer an. Es war eine Axt da und damft haben sie des Ketzers Schädel zerspaltet, damft er um so eher zu Asche würde."Als sie aber das Eingeweide ausein- anderschüttelten, fanden sie das Herz noch ganz. Unversehrt fanden sie es. Da haben sie es mit Kolben und Knüppeln ?eblöut, gleichsam zur besonderen Abstrafung. Nein, genützt .at das nichts! Darum steckten sie's hernach an einan�Spietz und schmissen es zum andern Mal ins Feuer, wo es schließ- sich trotz aller Gegenwehr dennoch verbrannte." „Und dann? „Dann, Herr Stöfsi, war die Exekution fertig. Das heißt, doch nicht ganz. Denn zum Schluß ward all die Asche in ein SUerfell gesarmuelt und zum Schein hinunck rgeschleist. Dort, hinter dem Ketzereck, schütteten die Schinderknechte den Dreck ins fließende Wasser. So ist von dem Ketzer m Konstanz auch nicht ein Stäublein übrig geblieben." Warum zum Schluß noch das Bad? „Damft den Böhmen und den Hus Zugetansn auch nicht ein Aschenbrösel blieb, das sie als Hefttum oder Reliquie etwa hinwegführen könnten. „Das haben sie gar nicht nötig!" schreft da unvermittelt der Beftelmönch. Alle im Keller schauen ihm verwundert in das erhitzte Gesicht. „Ja", schreft der Barfüßer wefter.„Ausgebrütete des Teufels, glotzt nur! Es ist so. Keiner der Böhmen hat eine Reliquie von Hus nötig, well ihn jeder hier innen"— dabei schlägt er sich dröhnend auf die Brust—„ja. hier innen, trägt!" Die Kellergäste sind starr. Keiner vermag den Ausbruch des Paters zu fassen. „Ich glaub bald, frommer Bater, du weinst!" sagt ans einmal der Schneizenhöfer. „Ach was, weinen!" wehrt der Barfüßer ab,„das bißchen Wasser, das mir in den Augen steht, kommt vom Ruch des Zwiebelfalats, den mir der Uli Wüst zur Abend-, tost hingestellt hat. Ich glaub, Wüst, du hast mir eine Portion Iudenspeis mit hineingeschnftten!" „Rein, Pater, dein Knoblauch liegt in einer anderen Schüssel!" „Jawohl", gibt der Barfüßer freimütig zu..der liegt darin, daß die Juden heute Issum Christum ein zweites Mal gekreuziget haben!" „Oho! Oho!" „Kein Oho, lieber ein Oweh! Merkt euch diesen Tag, ihr Holzöhrigen! Kerbt ihn ein, chr Ahnungslosen! Heute, im oierzehnhunder: fünfzehnten Jahr nach seiner Geburt ward der Heiland von den Juden ein zweftes Mal ans Kreuz geschlagen. Nur daß die Juden von heute keine Iordanjuden sind, sondern weiße Juden: Prälaten, Bischöfe. Kardinäle, Papstanwärtsr, Könige, Fürsten, andere Ausüder der Macht, Zweckrsiter. Rachestötzel und ungetreue, verführte und geraufte Böhmen!" ,Hus Fin Christus?" „Ja, Olmützer Dolmetsch, Hus ein Christus! Christus ist gekommen, um das Gesetz zu erfüllen. Christus ist ge- starren, um die Juden zu erlchen. Ohne ihn wären sie ein schacherndes Nichts. Hus starb für die Böhmen. Sie, die Vit-lverleumdeien, sind ehrlich gemacht und erlöst durch sein Blut, das er heute um sie vergossen hat. Vergiß nicht, Olmützor Dolmetsch, vergaßt es auch ihr nicht, ihr Herren, der König, die Priester und die Pharisäer haben in Hus das gesamte Böhm.ische Volk verdammt, sie haben es heute im Feuer gekreuzigt und im Wasser begraben. Aber es wird aus seinem Grabe auferstehen und sie alle besiegen, die Pha- risäer, die Priester und die Könige!" „Frommer Vater!" lallt eine weinschwere Stimme,„sauf deinen Humpen leer, aber prophezei dich nicht um deine» Hals!"(Fortsetzung folgt.) Denkt deren! Mahnruf eines Schwerkriegsbeschädigten in letzter Stunde. Ein Schwerkriegsbeschädigter schreibt uns: Wohl kaum in der Zeit vor einer Reichstagswahl ist derartig von Parteien mit Unwahrheit gearbeitet worden wie dieses Mal. Dies bewegt mich als Schwerkriegsbeschädigten, der ich durch zwei- malige schwere Verwundung einen Arm verloren habe und Vein- beschädigter bin, einige Worte an die Vernunft meiner Volks- genossen, vor allen Dingen der Kriegsopfer, zu richten. Ich glaube für mich das Recht in Anspruch nehmen zu dürfen, Frontkämpfer zu sein, was diejenigen, die dem Krieg besonders das Wort reden, für sich meist nicht in Anspruch nehmen dürfen. Der Nationalsozialist Frick konnte es nicht möglich machen, während des Krieges durch ein Gesuch zu erreichen, daß er an der Front ver- wendet wurde. Zahlreiche Studenten und Schüler haben an meiner Seite für Deutschland gefochten und dem Tod mutig ins Auge ge« sehen. Ihre letzten Worte galten immer dem Elternhaus. Nach dem „Dank des Baterlandes" habe ich nicht gefragt, sondern immer, wie die meisten der Frontkämpfer, an das Wohl und Wehe der Heimat gedacht. Wie das Versprechen des„Dankes des Vaterlandes" sin- gelöst worden ist, haben die meisten meiner Kameraden und ihre Hinterbliebenen durch die Notoerordnung der Reichsregierung von Papen am eigenen Leibe erfahren müssen. Obwohl nach Meinung aller Volksgenossen schon durch die letzte Notverordnung dem Faß der Boden ausgeschöpft ist, weil die Partei der Herren Hitler, Frick und Goebbels auch die noch verbliebenen mehr als bescheidenen An- sprüch« der Kriegsopfer weiter verringern. Ich erinnere an mar» kante Auslassungen in den offiziösen nationalsozialistischen Monats- schriften und an Ausführungen prominenter Führer der National- sozialistischen Deutschen„Arbeiter"-Partei. die, wie wohl allgemein bekannt ist, zu einem nicht unerheblichen Teil von wirklichen Front- erlebnissen nur vom Hörensagen etwas kennen. Ich kann mich daher nur der Parole anschließen.: Wählt Sozlakiemokpatan Liste 1! Reichsbahuhöfe als Wahllokale. Stimmabgabe auf neun Berliner Bahnhöfen möglich. Die Reichsbahn hat mit Rücksicht auf den Ferienreiseverkehr am Wahlsonntag in Berlin und anderen Städten des Rerches besondere Abstimmungsräume eingerichtet. Für Reisends, die wegen der Reise am Wahltage innerhalb der gewöhnlichen Abstimmungs- zeit nicht an ihrem Wohnsitz oder Aufenthaltsort ihr Wahlrecht aus- üben können, besteht so die Möglichkeit, auf den Bahnhöfen ihrem Wahlrecht zu genügen. Voraussetzung für die Stimmabgabe ist allerdings, daß die Reisenden im Besitze eines Stimm scheins sind. Auch das Fahrpersonal kann, sofern es im Besitz eines Stimm- scheins ist, von dieser Abstimmungsmöglichkeit Gebrauch machen. In Berlin bann abgestimmt werden im Anhalter Bahnhof von 4.30 bis 40 Uhr und von 15.30— 24 Uhr, im Bahnhof Friedrichjtraße von 6— 10.30 Uhr und von 16— 20 Uhr, im Eörlitzer Bahnhof von 7.30 bis 8.30 Uhr, im Lehrter Bahnhof von 8— 10 Uhr und von 13 bis LI Uhr, im Potsdamer Bahnhof von 6— 9 Uhr und von 17— 24 Uhr, im Schlesischen Bahnhof von 6.30— 10.80 Uhr und von 16.80— 20 Uhr, im Stettiner Bahnhof von 6—10 Uhr und von 15.30— 24 Uhr, im Bahnhof Zoologischer Garten von 17—22 Uhr. Auch in«inigen Grenzbahnhöfen sind derartige Abstünmungsmöglichkeiten geschaffen. Zm LI-BaHnwimel gsradert. Furchtbarer Tod eines ostpreußischea Landwirts. Aus dem U-Sahnhos Nollendorsplah ereigneke sich gesteru ei» eulsetziicher Unglücksfall, bei dem der 4Zjährige Landwirt Gusiao Feinwill aus Bareischkehnen, kreis Skallupöhnen in Ostpreußen, der sich zu Besuch in Berlin aufhält, den Tod fand. Der Unglückliche versäumte, rechtzeitig auszusteigen, und als sich der Zug bereits wieder in Bewegung gesetzt hatte, riß er die Tür aus und spranghinaus. Der Landwirt wurde gegen die Tunnel- wand und dann unter die Räder des Zuges geschleudert. Fahrgäste brachten den Zug durch Ziehen der Notbremse zum Hai- ten. Die Strecke wurde stromlos gemacht und von der alarmier- ton Feuerwehr wurde die völlig zer stückelte Leiche des Land- wirts hervorgeholt. Durch den Vorfall wurde der U-Vähnbetrieb länger« Zeit lahmgelegt. Ein anderer schwerer Verkehrsunfall, der ebenfalls ein Todes- o p f e r forderte, trug sich auf der B u ck o w e r Chaussee bei Marisndorf zu. Dort prallte der 23jährige Dachdecker Herbert S t e l z e r aus Lichtenrade beim Ueberholen eines Autos mft seinem Motorrad bei etwa 50 Kilometer Geschwindigkeit gegen«inen Baum. St. wurde auf der Stelle getötet und sein Mitfahrer, ein Arbeit« Hollmann aus Mariendorf. schw« verletzt. Verwahrung gegen das Hakenkreuz. Der Leiter der Snrzwelleastatton bei Siemens, Herr K. L a m P- recht, Siemensstadt, Harriesftraße 16. teilt uns unter Bezugnahme auf unsere Veröffentlichung vom 19. Juli,„S i e m e n s st a d t unter Naziterror" mit. daß der„Stationsfunker" weder der NSDAP, angehört, noch ihr nahe st eh t. An den amtlich zugelasienen Versuchsstationen, die der unpolitischen Ber- einigung des Deutschen Amateur-Sende- und Empfangs-Dienstes unterstehen und ohnehin von den Behörden kontrolliert werden, wird ksinealei politischer Verkehr betrieben. «- Zu unserer Mitteilung, daß das Gemeindehaus der evangelischen Sophienkirchs auf dem Dach eine große Hakenkreuzsahne gehißt habe, schreibt uns der Gemeindekirchenrat von Sophien: Es trifft nicht zu. daß unser Gemeindehaus auf dem Dach eine große Haken- kreuzsahne gehißt habe. Vielmehr hängt aus dem Mansarden- fensler im Dorderhause des uns gehörigen Grundstückes Große Shirm auf Berlin. Eiserne Front beherrscht das Stra�enbiid.— Der Freilielis�riilj. 3n den gestrigen Abendstunden erreichte der Wahlkampf um den Deutschen Reichskag seinen Höhepunkt. Die Straßen und Plätze der Relchshauplstadk glichen nur noch einem Paplermcer. Selbst an den enllegenstea Ecken der Außenbezirke waren schon in früher Morgen- stunde die Zlugblaklverkeiler angetrelen. Am Nachmittag beteiligten sich so gut wie alle Parteien, die auf irgendwelche Stimmen im Berliner Wahlkreis rechnen, an dieser Papierschlacht. Teilweise wurden sogar Flugblätter in erheblicher Auflage verbreitet, die eine Irreführung der Wählermasieu bezweckten. 3n den ersten Bor- Mittagsstunden setzten noch einmal die Kolonnen der Eisernen Front ein. hunderte von freiwilligen Helfern ver- ließen das„vorwärts"-Gebäude in der Lindenstrahe, um vor den Berliner Großbetrieben, den Postämtern, Fern- und U-Bahnhöfen Posken zu fassen. Gegenüber den Allerweltsflugblättern der Gegner, die jedem alles versprachen, was er hären wollte, wirkten die Spezialflugblätter der Sozialdemokratie außerordenllich. Ueberall in Berlin grüßten die Alasjen gestern freudig und zuversichtlich mit uujerem Gruß:„Freiheit!" Sogar die Freitagnacht wurde zur Flugblattoer- b r e i t u n g benutzt. In der Gegend des Rofsnthaler Tors ver- teilten die Kommunisten noch um 12 Uhr nachts an die Passanten ihre Flugschriften. In den Abendstunden des Freitags hatten die Nazis in den Arbeitervierteln Verteilerkolonnen von etwa je 20 Mann eingesetzt, da die Arbeiter vielfach die Häuser abgeschlossen hatten, damit die Nazis nicht die Wohnungen mit ihren Wischen belegen konnten. Trotz der Stärke von 20 Mann mußten die Nazi- kolonen fast in allen Fällen Polizeischug in Anspruch nehmen, da die erbitterten Arbeiter der nationaliozialistischen Lügenflut satt sind. Der Flaggen krieg hat bisher nie gekannt« Ausnahme an- genommen. Ständig werden noch neue Flaggen gehißt, aber die Uebermocht der Cifernen-Front-Fahnen ist nicht mehr zu erschüttern. Einen schweren Kampf hat es in den letzten Tagen um die Be- stellung der Trockenböden gegeben. Wer rechtzeitig' dln Trocken- boden bestellt hatte, benutzte die Dachluken zum Fcchnerchiffen. So war es möglich, auch von den Dachfenstern herab große schwarzrotgoldene Fahnen wehen zu lassen. Sogar um die Dachziegel entbrannte in einem Falle ein heftiger Kampf. In der Sächsischen Straße am Fehrbelliner Plag waren Kommunisten noch zur Preußenwahl aufs Dach geklettert und hatten ihre Wahl- parole auf die Ziegel gemalt. Der Hausbesitzer war darüber so erbost, daß er das ganze Dach abdecken ließ, weil er die Anilinfarbe nicht vün den Ziegeln waschen konnte. Jetzt aber ist auf dem Dach groß zu lesen:„Wählt Nazis!" und damit ist der Hauswirt zu- frieden. Die Berliner Anfch'lagiäulen standen in den letzten Stunden des Reichstagswahlkampfes völlig im Zeichen der poli- tischen Propaganda. Allgemein siel auf, daß die Nazis zum Teil den Stil der Plakats anderer Parteien nachahmten, zum anderen Teil nur noch Plakate herausbrachten, die jedesmal mit einer neuen Anrede versehen den gleichen Text hatten. Einmal hieß es: „Arbeitslose, aufgepaßt!", dann wieder„Altersrentner, aufgepaßt!", immer aber wurde der alte Sermon hergebetet. Es war übrigens nirgendwo zu beobachten, daß vor den Nazisäulen Menschen stehen blieben. Die meisten Berliner Wochenmärkte öffnen neben Dienstag und Freitag vormittag auch noch Sonnabend nachmittag ihre Stände. Auch diese Märkte wurden von den Parteien, um an die Hausfrauen heranzukommen, geradezu mit Flugblättern übersät. In letzter Stunde haben sich verschiedene Parteien noch leere Giebel- flächen gemietet und ihre Wahllosungen angebracht. -Die Sozialdemokratische Partei veranstaltete gestern abend in einigen abgelegenen Vororten noch vier Wahlkund- gedungen. Ueberall der gleiche entschiedene Kampfgeist. Trotz des Ansturms der Radikalen von rechts und links stand Berlin im Zeichen der siegenden drei Freiheitspfeile. Heute ist Erntetag! Welleraussichiea für Berlin: Heiter und sehr warm, schwache südliche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Westen Gewitterneigung, in Mittel- und Ostdeutschland heiter und warm. Zoiräersusgede des„Vorwärts Ueber den Ausgang der Wahl wird eine Extraausgabe des„Vorwärts" am Montag früh berichten. Unseren Berliner Abonnenten wird sie ins Haus geliefert. Eine Zustellung an die Postbesiehor ist aus postalischen Gründen nicht möglich.— Die Sonderausgabe ist auch bei aüen Zeltungshändlern xu haben. Hamburger Straße 28, dessen Gartenhaus unser Ge- meindehaus ist, eine kleine Hakenireuzfahne. Diese Fahne ist von einem Mieter ausgehängt worden. Statt 25 M. Vöchenilich nur 5 M. .SA. hat neue Tressen, das Volk hat nichts zu fressen!" Die Wahrheit dieses Verses erfuhr auch ein Genosse, von Beruf In- genieur, am eigenen Leibe, als er dieser Tage vom Arbeitsamt Südwest in Steglitz seine Unterstützung abholen wollte. Der Ge- nasse, der bis jetzt für Frau und ein Kind pro Woche 25,20 M. an Arbeitslosenunterstützung bezogen hat uno nun in die 5!!risenfürsorge eingereiht wurde, erhieft hie hohe Summe von 0,84 M täglich oder 5,04 M. wöchentlich, also genau 20 Proz. der bis jetzt bezogenen Arbeitslosenunter» st ü tz u n g. Für die Richtigkeit kann jederzeit der Wahrheilsbeweis angetreten werden. Auch dieser Genosse bekam einen kleinen Vor- geschmack von dem, was allen Arbeitslosen im Dritten Reich blühen würde. Fürwahr ein guter Anschauungsunterricht. Das arbeitende Volk Deutschlands hat am heutigen Sonntag durch seine Stimm- abgäbe für Liste 1 dafür zu sorgen, daß mit den Notoerordnungs- sacken auch die Notv«ordmmgsbarone verschwinden. VZOiAuq Schwindler machen sich an Erwerbslose heran. Immer wieder versuchen freche Schwindler sich die Not der Erwerbslosen zunutze zu machen. Eine Angestellte hatte sich aus ein Inserat als Buchhalterin und Kontoristin beworben. Sie bekam Bescheid, daß sie— bei einer Jnteresseneinloge von 500 M. den Posten bekommen könne. Glücklicherweise erkundigte sie sich beim Zentral verband der Angestellten, der sich mit dem Landssarbeitsamt in Verbindung setzte. Es steMe stch heraus, daß die Vermutung des ZdA. richtig war: Die ganze Angelegenheit war ein groß angelegter Schwindel, der die betroffene Angestellte ihre mühsam erworbenen Spargroschen gekostet hätte. Durch das schnelle Handeln des Verbandes waren die 500 M. gerettet. Also: Vor Zahlung einer Kaution, Interesseneinlage oder wie man das nennen mag, immer erst Erkundigungen durch den Verband ein- ziehen! Achtuug, Parteistellossen! Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund. Ortsausschuß Berlin, der Allgemeine freie Angestellten- b u n d, Ortskarlell Groß-Berlin, und der Allgemeine Deutsche Beamtenbund. Bezirksausschuß Groß-Berlin. weisen ausdrücklich darauf hin. daß die Wahlresultate heute im Hauptrestaurant des Gewerks chaftshauses durch Laut- sprecher übertragen werden. itlnder»8vorts«huhs och« drsua Rlnd&ou.<�* /fp», mH Bioscr.naht.welQ«?. vLfj"*/ I tedoope« Qt.33 ii tck'C Cv' V/ Braune 3-Oesentchuhe echt Chfcvresus.«tt Colfealdechs- Kappe MMt OoMnstreKe» Herren-Halbschuhe b/auuu, krlHIjat a Ea Haslöoi, halbrunde ck5L »o«,w«iSgodoeeen b 8 Braun echt Boscalf, aetältls* Farm neue Keplilverzieruae fafcoa fehluss Verkauf HOF LinkslT.11eWiimersdorfersfr.T17eTurmsft.45 Müllersft.Wia«Spandau/Breifesfrasse22 fetef öueham Ä!exand2rplaJz,Köniqsrr.29 SfUSOrt-Schluß-Verföuif. Beginn I.August Unsere bekannt billigen PAbgllCpFdSC haben wir z. T. bis zur Hälfte herabgesetzt Verköuk nur an Ver Orau einer l Mengenaogab© vorbehalten! Kein Verkauf an Zwiscnennanöierl Herrenkleiderfabrik Wagner Einziges Geschäft in Berlin BtUR AlexanderS&a�e ÄS am Bahnhof Jannowitzbrücke 9 6eöftnet. 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Durch Aende. des§ 34 Abs. 3 wird die»ranken- Ichcingebühr für Familienangehitrige von Bersicherten mit einem Grundlohn von nichl mehr gl» 4,— RM. auf 25 Pf. ermäßigt, des§ 48 werd-n die allgemeinen Bei- trage auf sztz». H. sbisher 8 v.$.), die Beitrage fiir Versicherte, die im Falle der Arbeitsunfähigkeit einen Rechtsanspruch aus Arbeitsentgelt für mindestens vier Wochen haben, auf 4,8». H-(bisher 5 o. H.) herabgeletzt.„.., Druckexemplare des Nachtrages sind bei der Hauptstelle, Grunewaldstr. 30, und bei der isieschäftosielle für Friedenau, Rbeinstr. 9, erhältlich. Bcrlin Echänebcrg, den 29. Juli 1932. Der Vorstand: A. C ch u l d t, Vorsitzender. Fritz S e n ß, Schriftführer. Dienstag, den 2. August. abend» Zv> Ahr, im Sitzungssaal Ii de» verdnndshause», Eingang B, Eisüsser Stratze 86-88, Brandien- Versammlana derEleklrotnonteurc u Heller Tagesordnung Brauch enangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch lein gutrttl. Es ist Pflicht aller Kollegen, an dieser Versammlung teilzunehmen. Adilunä. funKlIonSre! Die vertraucnsmSnaertonserenzen im I., 3., 15.. 18. und 19.«e trk t-iten IM Monat August au». Die OetevcieraltnoS. Van d«r Reise zurück Dr. Erich Hurwitz Facharzt für Beinleiden Schtahauaer Allee 87 Von der i eUc rorück Dr. Hoeiler Danckcrslra|e 32 somnierinsciie Im Westharz, Geblrgse.(Bahnst). Qäsie finJen(rdl. Aufnahme u. beste Verptl.(norddtsch. Küche) Pensionspr 1,25 M. fünf Mahlz., Keine Nebenkosten Karl Koch, Harriehau&en 103 bei Seesen. Parteigenossen finden sreundl Illufn., relchl. Verpsiegung SMahlzetfen. M 3.— p Tag Garten, Liege- Miese birelt a Hause, Schwimmbab: nahe Wald und Vahn liostsv 2ic>tkelll »srrledsaeea fttser) bei Seesen Parzslien taufen Sie billig, bei günstig. Bedingung Krisdicnzky. Bin- Rudow, Bendasir. 85 OSOOOOOOOO Morgen, 1. August Beginn der Winter- Saison! (DIE STARS I iDERWELTi 10 NEUHEITEN: LUC1LLE PAGE Die Königin aller Revue- Tänzerinnen mit ihrem ca. 14 Meter großen DINOSAURUS C LAI RE WALDOFF FALLS, READING&BOYCE Akrobat. 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An- t a st i k u s gelang es, eine uralte Runeninschrift zu entziffern, die gerade in diesen Tagen von Jnteresie sein dürfte. In einer Senkung lag der heilige Hain, und aus der Mitte des Haines erhob sich der gleichmäßig gerundete Kopf eines Hügels, Auf diesem Hügel befand sich der Opferstein, und auf dem Opfer- stein befand sich Unkwalte. Nicht etwa als Opfer— dazu war Unkwalte nicht schon genug: schon damals, also im ersten Jahr- hundert der Bronzezeit, waren die Schönen die Opfer und die Häßlichen die Schlächter. So war denn auch Unkwalte, eine rüstige Greisin von beiläufig etwa hundertfünfzig Jahren, ihres Zeichens Drude— ein einträglicher Beruf, dessen Obliegenheiten vor allem im Wahrsagen bestanden, das, um Anachronismen zu ver- meiden, nicht mittels Kartenspiel und Kaffeesatz, sondern mittels Menschenblut vorgenommen wurde. Außerdem hatte die Drude beim allsonnenwendlichen Menschenopfer zu affistieren. Vorerst aber war es noch nicht so weit. Vielmehr war Unkwalte damit betraut worden, den neu gestifteten Opferstein zweckent- sprechend herzurichten: nämlich mit Hilfe eines Steinmeihels das Glücks- und Heilszeichen der Zeit, das Swaftika, in die harte Fläche zu ritzen. Eine anstrengende Aufgabe, sonderlich wenn man eine betagte Drude und wenn es auf dem Opferhügel so heiß war: so hatte denn auch Unkwalte einen Krug mit Met neben sich stehen und sprach dem Honigtrank fleißig zu. Etwas zu fleißig: die belebende Wirkung des Mets verwandelte sich in die einschläfernde, und schließlich ließ Unkwalte, lange ehe das Hakenkreuz vollendet war, den Meißel aus der Hand und sich über den Opferstein und in den Schlaf sinken: und bald rasselte das rhythmische Schnarchen der Drude in das geheimnisvolle Flüstern des heiligen Hains... So fand sie nach einer guten Stunde Liutfrid, der Priester Teuts, der gekommen war, um sich noch dem Fortschreiten des heiligen Werkes zu erkundigen. Er begriff erschauernd, daß mit dem Entschlummern der Drude auf dem Opferstein ein gottliches Zeichen gegeben war: schon in der Bronzezeit hatte die Verschlafen- heit hochgestellter Persönlichkeiten eine eminente zeitgeschichtliche Bedeutung. So wartete Lürffrid denn schweigend und kaum atmend, bis Unkwalte aus anscheinend schwerem Traum seufzend erwachte: dann fragte er demütig und gespannt:„Drücke heraus, o Drude, was dräuend dir Iräumtc: du weißt ja, o Weiheb, daß Wahrheit es wird!" Unkwalte strich sich die grauen Strähnen aus der Stirn, schüttelte das zerfurchte Haupt, spie dreimal kunstgerecht über den Opferstein und sagte:„Scheußlich, o Liutfrid, scheußlich und sonderbar!" Liutfrid erzitterte: es war ein schlimmes Omen, daß die Drude das Stabreimen vergaß... Die Drude blickte versonnen vom Hügel herunter über den Hain auf das Dorf, das unten friedlich in der Sonne sich räkelte, umgeben und behütet von der Allmende, dem Acker, der allen ge- meinsam gehörte.„Ich habe gesehn", sagte sie,„wie unser Dorf aussehen wird nach zweitausendfünfhundert Jahren!" „Was du nicht sagst!" meinte Liuffrid verdutzt und vergaß Nun auch seinerseits die Alliteration.„Wie sah es denn aus?" „Dreimal— was sage ich: zehnmal! so groß wie heute, o Liuffrid! Und die Aecker nickst mehr bestellt mit Roggen und Spelz, sondern mit Kartoffeln und Spargel!" „Kartossel? Was ist Kartoffel? Und was fft Spargel?" „Das kann ich dir auch nicht sagen, ich habe es aber bestimmt geträumt... Und was das Sonderbarste war: den Menschen, die da viel mehr und bitterer arbeiten mußten aus den Feldern als wir heutzutage— den Leuten gehörte das Feld gar nicht! Es gehörte auch nicht ihnen allen zusammen— es gehörte einem einzigen Menschen, der in einem prunkvollen Hause wohnte, und sie mußten für ihn arbeiten!" „Wie denn! Auch was sie ernteten, durften sie nicht behalten?" „Nein: auch das gehörte dem Mann im prunkvollen Haus: der hatte Gewalt über sie und sorgte dafür, daß sie immer arm blieben.. „Ah so! Jetzt verstehe ich! Die Bauern waren eben Sklaven, es waren Wenden, nicht wahr, mit wendischen Namen, und der Mann im Schloß war ein Sohn Teuts...?" „Aber nein! Die Arbeiter riefen sich mit deuffchen Namen: aber der Mann im Schloß hatte ein„von" vor seinen Namen, und dieser Name endete mit„— ow" oder mit„— ig" oder mit„yl" oder so, es war also ein wendischer Name." „Demnach, o Prophetin, werden also die Wenden die Söhne Teuts überwinden?" Die Drude dachte eine Weile angestrengt nach.„Nein: das kann auch wieder nicht sein; denn die Herren in den Burgen und Schlössern waren sehr stolz aus ihre Abkunft und erklärten, sie allein wären der richtige, alt« deutsche Adel; deshalb müßten die anderen, also unsere Nachkommen, für sie arbeiten und unftei sein, während sie selbst sich„Freiherren" nannten." „Entschuldige, o weise Frau, mit allem schuldigen Respekt: aber das ist doch Quatsch!" „Ich habe es doch aber so gelräumt, und es kommt noch viel quatschiger, o Liutfrid! Das heißt: zuerst kommt es ganz ver- nünftig. Nämlich allmählich besannen sich die Arbeiter auf den Feldern daraus, daß ihre Vorfahren das Land sich erarbeitet hatten, und daß sie noch immer die Arbeit taten, und daß sie ein Recht daraus hatten, auch die Früchte zu ernten. Sie schlössen sich zu- sammen und forderten, daß der Boden wieder Eigentum des Volkes sein sollte, und sie scharten sich um unsere alte, heilige rote Fahne, die Fahne der Freiheit: und einmal, als die Herren in den Schlössern einen Krieg anzettelten und verloren, wobei unser« Nachsahren hatten bluten müssen, verlangten sie ihren Boden wieder und die Früchte ihrer Arbeit." „Das muß herrlich gewesen sein!" „Jawohl, das wäre herrlich gewesen, und die Herren aus itz und ow und yl hatten schon Angst und wollten nachgeben— da aber passierte das Allersonderbarste. Dieser Opferstein, in den ich hier eben das Hakenkreuz meißele, war inzwischen in die Erde versunken. Run fand ihn ein Mann, der danach grub, und ent- deckte das Hakenkreuz. Und die Herren auf den Schlossern sagten, das wäre i h r Zeichen, dos Zeichen aller derer, die reinrassige Söhne Teuts wären—" „Aber ich denke, sie waren Wenden!" „Ja doch, aber sie sagten es trotzdem! Und darum wären sie bevorzugt vor allen anderen Rassen und Völkern auf der Erde, klüger, besser, mächtiger, und—" „Teure Unkwalte, deine Prophetengabe in Ehren— aber du weißt doch so genau wie ich, daß uns das Swastikakreuz ganz im Gegenteil gegeben ist als Zeichen der guten Menschen unter allen Völkern der Erde, daß es sich findet unter Gelben und Schwarzen und Roten!" „Natürlich weiß ich das, aber s i e wußten es doch nicht oder wollten es nicht wissen, so habe ich es doch nun mal geträumt! Also ich fahre fort: wer ein Recht auf Freiheit hoben wolle, sagten sie, der müsse groß, langschädlig und blond sein. Und die Menschen glaubten das, und einer gründete eine große Partei unter dem Zeichen unseres Hakenkreuzes. Er gewann auch viele Arme und Versklavte und Mittelreiche für sich, und die standen den Herren auf den Schlössern bei und zogen gegen die Arbeiter zu Felde, die ihre Freiheit wollten." „Aber warum denn, wenn sie doch selbst—" „Ja, warum, warum, warum...? Das frage ich mich auch. Ich habe es doch aber so geträumt!" Liutfrid sah die Drude lange an, und zum ersten Male war etwas wie Mißtrauen in seinen Augen. Dann aber besann er sich und sagte:„Also weiter: da war der Mann, der die Hakenkreuz- parte! gründete, gewiß ein großer, langschädliger, blondhaariger Mann aus dem Norden, von Adel—" „Nein, nein! Von Adel war er nicht, aus dem Norden war er nicht, sondern aus Böhmen—" Liutfrid rang die Hände.„Aus Böhmen! Also ein Wende! Ader doch blond..?" „Mit nichten: dunkel!" Liutfrid sank in eine leichte Ohnmacht. Als er erwacht war, fragte er:„Hat man denn nun den dunklen Mann aus Böhmen nicht gefragt, warum er für die Adligen und für die Reichen und für die Blonden eintrat, wenn er doch selbst gar nicht adlig und blond war..?" „Doch. Das hat man ihn schon geftagt. Aber da hat er ge- antwortet, auf seine Achselhaare käme es an, und die wären blond!" „Komisch", fand Liuffrid und schüttelte den Kopf,„komisch. Nun bin ich achtzig Jahre alt geworden und habe noch nie nachgeguckt, was ich eigentlich für Achselhaar« habe... Das muß eine merk- würdig« Zeit fein in zweitausendfünfhundert Jahren!" „Tja", stannnelte Unkwalle, nun selbst ratlos,„und die Männer seines Gefolges, die für die Reinhaltung der blonden und großen Rasse und für die Ausnordung durch Kinderzeugen eintraten, die waren auch sonderbar. Der eine, der Sprecher, der war winzig klein und schwarz von Haar, und der andere, der Hauptmann, der nordete selbst nicht mit aus—" „Warum denn nicht...?" „Das darf ich nicht sagen, sonst kommt eine einstweilige Ver- sügung!" „Was kommt um Teuts willen?" „Eine einstweilig« Verfügung— weiß auch nicht, was das ist. Die besorgte immer der Rechtsanwalt dieses Mannes, der auch für einen der allergrößten und schlimmsten reichen Herren eintrat." „Hör auf!" flehte Liutfrid.„Ich kann nicht mehr. Ich versteh« das nicht. Mir wird ganz schwindlig." Und plötzlich wurde des Priesters Ausdruck ganz streng. Sein Auge war auf den Metkrug gefallen.„Ha! Unkwalte! Nun weiß ich wohl! Absetzen werden wir dich müssen als Drude! Zu tief tunktest du in den Topf des Taumeltranks! Daher der Unsinn!" „Glaub's immerhin und setze mich ab," sagte die Drude ergeben, „aber zuvor laß mich noch das Ende des Traumes erzählen. Also der Mann mit dem falsch verstandenen Hakenkreuz ging mit all seinen Mannen los auf die Arbeiter mit der heiligen Fahne rot, und sein Haufe schrie fortgesetzt: Deutschland erwache! Na, und da sind sie erwacht, und ich auch-- und da war es aus, der Traum!" „Aus der Traum!" wiederholte Liuffrid—„ich glaube doch, Unkwalte, ich habe dir Unrecht getan: es kam nicht vom Trinken. Es wird schon so sein, es wird schon so kommen in zweitausendsünf- hundert Jahren, wir brauchen's ja gottlob nicht mehr mitzumachen — aber wenn die mit unserem heiligen Rot nur am Ende erwachen — dann wird's fcknn merken. Unkmnffe' Au? Nr Traum— Freiheit!" Seuiiciie Hommulien Ferdinand Lassolle(1825— 1864). Die Geschichte, meine Herren, ist ein Kamps mit der Natur, mit dem Elend, der Unwissenheit, der Armut, der Machtlosigkeit und somit der Unfreiheit aller Art, in der wir uns befanden, als das Menschengeschlecht im Anfang der Geschichte auftrat. Die fortschrei- tende Besiegung dieser Machtlosigkeit— das ist die Entwicklung der Freiheit, welche die Geschichte darstellt. In diesem Kamps würden wir niemals einen Schritt vorwärts gemacht haben oder jemals weiter machen, wenn wir ihn als einzelner jeder für sich, jeder allein geführt hätten oder führen wollten. Der Staat ist es, welcher die Funktion hat, diese Entwicklung der Freiheit, diese Entwicklung des Menschengeschlechts zur Freiheit zu vollbringen. Der Staat ist diese Einheit der Individuen in einem sittlichen Ganzen, eine Ein- heit, welche die Kräfte aller einzelnen, welche in diese Vereinigung eingeschlossen sind, millionenfach vermehrt, die Kräfte, welche ihnen allen als einzelnen zu Gebote stehen würden, millionenfach verviel- fältigt. Der Zweck des Staates ist also nicht der, dem einzelnen nur die persönliche Freiheit und das Eigentum zu schützen, mit welchem er nach der Idee der Bourgeoisie angeblich schon in den Staat ein- tritt: der Zweck des Staates ist vielmehr gerade der, durch diese Vereinigung die einzelnen in den Stand zu setzen, solche Zwecke, eine solche Stufe des Daseins zu erreichen, die sie als einzelne nie erreichen könnten, sie zu befähigen, eine Summe von Bildung, Macht und Freiheit zu erlangen, die ihnen sämtlich als einzelnen schlechthin unersteiglich wäre. Der Zweck des Staates ist somit der, das menschliche Wesen zur positiven Entfaltung und fortschreitenden Entwicklung zu bringen, mit anderen Worten, die menschliche Be- stimmung, d. h. die Kultur, deren das Menschengeschlecht fähig ist, zum wirklichen Dasein zu gestalten: er ist die Erziehung und Ent- Wicklung des Menschengeschlechts zur Freiheit. Diese ist die eigent- liche sittliche Natur des Staates, meine Herren, seine wahre und höhere Ausgabe. Sie ist es st sehr, daß sie deshalb seit allen Zeiten durch den Zwang der Dinge selbst von dem Staat, auch ohne seinen Willen, auch unbewußt, auch gegen den Willen seiner Leiter, mehr oder weniger ausgeführt wurde. Der Arbeiterstand aber, meine Herren, die unteren Klassen der Gesellschaft überhaupt haben schon durch die hilflose Lage, in welcher sich ihre Mitglieder als einzelne befinden, den tiefen Instinkt, daß eben dies die Bestimmung des Staates sei und sein müsse, dem einzelnen durch die'Vereinigung aller zu einer solchen Entwicklung zu verhelfen, zu der er als einzelner nicht befähigt wäre. Ein Staat also, welcher unter die Herrschaft der Idee des Arbeiterstandes gesetzt wird, würde nicht mehr, wie freilich auch alle Staaten bisher schon getan, durch die Natur der Dinge und den Zwang der Umstände unbewußt und ost sogar widerwillig getrieben, sondern er würde mit höchster Klarheit und völligem Bewußtsein diese sittliche Natur des Staates zu seiner Aufgabe machen. Er würde mit freier Lust und vollkommenster Konsequenz vollbringen, was bisher nur stück- weise in den dürftigsten Umrissen dem widerstrebenden Willen ab- gerungen worden ist, und er würde somit eben hierdurch notwendig einen Aufschwung des Geistes, die Entwicklung einer Summe von Glück, Bildung, Wohlsein und Freiheit herbeiführen, wie sie ohne Beispiel dasteht in der Weltgeschichte und gegen welche selbst die gerühmtesten Zustände in früheren Zeiten in ein oerblassendes Schattenbild zurücktreten. «SHZö" Spo"9e"�£an»Wombinirrt Uns.r. Spitx.nl.U�ng "»SSÄ".»SSM"' WK--« 1 JS&SShxi .S.SÄ-»'-...... Herren-HalbÄhuhe braun oder schwarz in bewährt. Verarbeitung 140 eigene Verkaufsstellen davon 22 in Groß- Berlin und Potsdam 3)enkt an den AuguH i91U! $ranmofen über den 9irieg Xouis Quilloux 'Du biU es trolsdem... Es läutet: der Rollkutscher. Der Wagen steht vor der Tür. Der Mann, der die Kiste, die man mir schickt, vom Wagen nimmt, wendet mir den Rücken zu. Er spricht, aber ich verstehe nicht, was er sagt. Es ist ein dumpfer, abgerissener, gaumiger Wortstrom. Ich denke, er sei zornig oder habe vielleicht ein bitzchen reichlich getrunken. Aber plötzlich dreht er sich um, die Kiste im Arm, und ich verstehe: er hat kein Gesicht. An Stelle der Rase ein Loch. Die Backen, das Kinn furchtbar entstellt von Narben. Nur die Augen haben die Metzelei überlebt. Wäre er nicht so verunstaltet, würden die Augen vielleicht bedeutungslos sein, in diesem herausgerissenen Gesicht ober sind sie von unvergleichlicher Schönheit: blaue, klare, unerschrockene Augen. Der Mann setzt seine Last im Korridor ab und reicht mir den Laufzettel. Ich fordere ihn auf, hereinzukommen. Er trinkt doch wohl ein Glas mit mir? Er nimmt an. Ich hole also eine Flasche. Er ist klein, aber gut gebaut. Man spürt eine große Kraft in ihm, eine schwer zu erschütternde Sicherheit. Er trinkt im Stehen, eine Hand in die Hüfte gestemmt. Allmählich gewöhne ich mich an seine zerstückelte Sprache. Ich wage sein Gesicht anzusehen— ich fühle, wie feige ich bin— ich fühle, daß ich Unbefangenheit heuchle, daß jedes Wort, jeder Blick, jede Bewegung von mir darauf ausgeht, in diesem Mann den Glauben zu erwecken, es sei ihm nichts passiert, sein Gesicht sei unberührt. Er aber steckt plötzlich einen Finger in den Mund und zieht eine Metallplatte hervor, die ihm als Gaumen dient.... „Hier, sehen Sie sich das an../ Jetzt oerstehe ich, daß er, schon lange ehe ich es gemerkt habe, angefangen hat, mir seine Geschichte zu erzählen. Ja, die Granate ist gerade unter seiner Nase geplatzt. Ich ver- stehe. Zwei Tage hat er auf dem Schlachtfeld gelegen? Ja... Ja...(Cr muß die Worte manchmal wiederholen.) Die Deutschen haben ihn gefunden und ihn gepflegt. Er verdankt ihnen das Leben. Und als er in die Heimat zurückkehren konnte, hat ihm der deutsche Major aus seiner eigenen Tasche Geld gegeben: zweihundert Franken... „Ich konnte es gar nicht glauben." Doch, doch", hat er zu mir gesagt,„das sst für dich"... Gut zu wissen für alle Idioten, was?" Er lacht. Es ist entsetzlich. Mit dem Handrücken wischt er sich den Mund ab— das, was sein Mund ist—, da sehe ich an seinem Finger den Ehering. „Ueber Lyon haben sie mich heimgeschickt", sagt er.„Bon dort haben sie mich nach Rennes weitertransportiert, wo meine Frau war." „Sie... wußte?" „Ja, aber trotzdem hat es ihr einen großen Schreck eingejagt. Sie war auf dem Quai, wie zu erwarten war. Als sie sah, wie es mit mir steht, ist sie ganz blaß geworden— wie eine Tote. Aber dann hat sie gleich meinen Arm genommen und hat gesagt:„Mein kleiner Louis, du bist es trotzdem..." Qabriel Chevailier: In unseren Affenkleidern(rote Hosen und blaue Röcke) wurden wir auf offener Ebene im Sturmschritt napoleonischer Garden gegen diese Kuppe und jenen Wald kommandiert. Die Deutschen knallten uns wie die Hasen weg und zerfetzten unsere Tuchfühlung, daß wir in den ersten Togen des August mehr als die Hälfte unserer Leute verloren, ehe wir in einer Ackerfurche Deckung vor ihren Kugeln fanden. Wir hatten dabei nicht eine Spur vom Feinde gesehen. In den niedergestampften Getreidefeldern schrien und jammer- ten die Verwundeten und Sterbenden. Ein teuflischer Gedanke muß in eines der gegenüberliegenden Gehirne gekommen sein. Der Wind stand gegen uns und sie setzten die Getreidefelder in Brand. Ich habe dabei die Hölle in ihrem ganzen Wahnsinn er- lebt. Auf vierhundert Verwundete, die zerfetzt und zerrissen, ver- blutend und verdurstend und vor Schmerz und Qual jeder Bewegung unfähig waren, sprangen die Flammen wie Dolche lo». Vierhundert Verwundete krümmten und wälzten sich hin und her, stützten sich hoch und fielen zurück. Wie ein schmerzgepeitschtes Meer wogten Menschenleiber auf und ab. Der Wind entfachte ihr« Uniformen zu lodernden Fackeln. Das Feuer sprang in ihr Haar, daß die Flammen ihre Köpfe röstete. Die brennenden Patronentaschen explodierten an ihren Leibern. Immer wieder warfen sich Leiber hoch, bis sie in den Flammen verkohlten. Wir lagen mit Händen und Füßen zum Sprung bereit, um zu versuchen, in einer Feuerpause wenigstens den einen und anderen. der Kameraden zu retten. Aber die feindlichen Maschinengewehre ließen uns nicht heran. Einer, auf den die breit« Flamme des ganzen Feldes jagte, warf sich schreiend zu uns herum. Er hob seinen Kopf und hielt sich die blutzerfetzten Hände vor die Augen und wimmerte:„Kameraden, erschießt mich! Hier, vor die Stirn!" Sein Körper sprang plötzlich hoch wie ein Fisch und dann lag er still. Dos war im Elsaß! Und dann Ppern! Die furchtbaren Angriffe von Mitternacht bis Morgengrauenl Man sah nicht, wen man niederstach und von wem man nieder- gestochen wurde. Hinten, unser Oberst hatte uns instruiert:.Lungens, seid anständig zu den Gefangenen, aber macht keine!" Drüben, auf der anderen Seite, hatten sie dieselbe Methode. „Eh, das Schlimmste ist bald vorüber, mein Lieber! Bald sind wir wieder in Zivil und haben unsere Arbett wie vorher!" „Wie voher? Nein, das ist unmöglich. Der Krieg hat mich eines Besseren belehrt. Du weißt, ich war der Stolz unserer Pro- fessoren und man sagte mir«ine glänzende Karriere voraus. Das war für mich kein Traum, es war mein bitterster Ernst, ein tüchti- ger Führer der Menschheit zu werden. Ich glaubte bestimmt, daß mein Körper den Fähigkeiten meines Verstandes folgen würde. Uno was ist heut« aus mir geworden? Ein Knochengelumpe, ein Papierfetzen. Mein Körper ist desertiert vor dem Gehirn und feige vor den höchsten Menschheitszielen davongelaufen! Ein feiger Kerl ist kein Führer!" , Phöben wir nicht all« gezittert und den Verstand verloren, weil wir fürchteten, mehr zu verlieren?" Ich bin voll Schande und Scham, wenn ich daran denke. Meinem Innersten entströmen nur Flüche und Tränen. Du siehst, das Fundament der Jugend, Schule und Erziehung, alles ist ver- nichtet. Wir taugen noch, Nachtgeschirre sauber zu machen... Das war, als Diure so entsetzlich litt. Eines Tages war Ehar- JlUce fkerlfflolhhols: SchlacMgelang der Jlriegeririiireu Wir hatten einen Mann. Der mußte an die Maschinengewehre. Unsere Ehe blieb auf dem Felde der Ehre. Wir waren aber gar nicht stolz... Wir stellten keinen Teller mehr auf seinen Platz. Wir erhielten seine Uhr und ein Kreuz als Ersatz. Wir erstarrten geschlossen zu Holz. Wir hinterblieben in Höfen, in Tränen, in Kammern. Um uns tobte:„Vaterländischer Geist". Unser Blut wurde Essig. Unsere Brust war oereist. Aber wir durften nicht jammern... Unser Leben verlief von da an im Sand. Uns blieb: die Rente und der Dank vom Vaterland. Finden Sie das zuviel? Von der Rente hatten wir halbleere Mägen. Der Dank war ein Haussegen ohne Segen... Wir wurden: Elend in Zivil. Witwen bilden keine eisernen Reihen. Sie sind Soldaten vierter Klasse. Für den Staat waren wir Kriegsabfall. Lästige Masse. Aber wir durften nicht schreien... Die Zeit verslog. Der Mann kam nicht wieder. Die Welt sang Schlager. Wir sangen noch immer Soldatenlieder... Die Rente schwand mit Gesang. Die Not wurde größer. Die Rente geringer. Der Staat war ein täglicher Freudcnbringer. Zum Schluß blieb: DER VATERLÄNDISCHE DANK. Unsere Zukunft erstickte in Giftgas-Dämpfen. Man hat uns erst um den Mann, dann um» Brot gebracht. Auf unsere Notsignale gab niemand acht. Und während Deutschland jetzt abwechselnd träumt und erwacht, Stößt man uns— hoppla!— in einen stockfinstren Schacht— Jetzt laßt uns jammern! Laßt uns schreien!! Laßt un» kämpfen!! I let entgegen seiner Gewohnheit dem armen Diure behilflich, fein schrecklich schmerzhaftes Bedürfnis zu verrichten. Ich sah Charlet mit dem Gefäß in der Ecke am Verbandstisch stehen. Er tränkte einen Wattebausch mit der Flüssigkeit und tat den schmutzigen Watte- bausch in eine kleine Blechdose, die er heimlich in die Tasche steckt«. Ich weiß nicht, weshalb ich ihn rief. „Du, sag, seit mann studierst du Bakteriologie?" „Was willst du damit sagen?" „Was hast du soeben in deine Tasche gesteckt?" Er wurde rot und verwirrt. „Ich verstehe nicht, was du fragst?" Und dann nach einem tiefen Atemzug: „Ich kann es dir sagen, du wirst nicht darüber sprechen. Du kennst Richerand von der Chemie?" „Richerand?— der kleine Blasse?" „Ganz recht! Ich traf ihn wieder in der Champagne und wir kamen zusammen in eine Kompanie. Wir waren von der Schule her die besten Freunde und gaben uns nun erneut das Versprechen, einer auf den anderen achtzugeben und uns in jeder Lage zu helfen. Als ich schwer verwundet wurde, hat er mir die Schlagader abge- Kunden, ich wäre verblutet. Er schaffte mich zur Verbanosstelle. Es wurde allerhöchst« Zeit für mich. Er hat mir das Leben ge- rettet. Ich leide heute unter der Schuld des Dankes mehr als je, weil ich weiß, daß er in höchster Gefahr ist. Er leidet viel mehr alz wir olle, weil er seinnerviger und feinfühliger ist als wir alle. Gestern erhielt ich Post von ihm. Er liegt am Hortmannsweiler Kopf. Angriff auf Angriff. Du, rette mich! schreibt er, das heißt, ich kenn« ihn genau, er ist am Ende aller Kraft, er kann nicht mehr." „Und nun?" „Nun— hier— ich habe nichts anderes. Es eilt, ist aller- höchste Zeit!" Er sah zur Seite und legte seine Hände auf meine Schulter. „Das werde ich ihm schicken!" �Das— Was?" „Eiter von Diure! Es ist der einzige Ausweg, den ich für ihn habe!" „Bist du dir klar, was du tust?" „Ich habe keine andere Wahl!" Wir standen lange und schwiegen. Dann entgegnete ich: „Ein Mensch geht und ein anderer muß seinen Kopf für ihn hinhalten. Du rettest Richerand und oerurteilst einen Unbekannten zum Tode!" Daran hatte er nicht gedacht. Er sah mich hilfeflehend an. „Um so entsetzlicher! Richerand ist mein Freund. Soll ich zu- lassen, daß er umkommt, ohne einen Finger zu rühren? Ich kann nicht anders!" Er drehte sich um und ging, die Hand in der Tasche, die die Blechdose hielt. Es kam mir nicht in den Sinn, ihn zu verraten. Wir alle sind beherrscht von einem Pflichtgefühl, von einer Kameradschaft, die dem Leben näher steht als dem Tode auf dem Feld«. Wir beglückwün- fchen jeden Kameraden, der es fertig bringt, sich zu retten. Und Charlet? Wie komme ich dazu, eine Rechtfertigung von ihm zu ver- langen? Die Augen in den Gesichtern der Verdammten, die sich in Finsternissen nach Auswegen vergraben, geben mir Antwort. Ihre letzten Rufe schreit der Tod aus kalten Kehlen. Dort, von wo wir ausgebrochen sind, waren keine Richter und keine Kläger und wir unterliegen Gesetzen, die nicht unser« Gesetz« sind. Wir unterliegen— und riskieren unser Leben, und unterliegen wir nicht, wir müssen immer alles riskieren! Was Charlet tat, sst das einfachste von der Welt. Es ist dos, wozu uns unser Menschsein zwingt, die Erhaltung unserer selbst im drohenden Untergang des Nächsten. Xouis Quilloux: 3>as'ülafchinengenehr Heute morgen war ich bei den Fräulein M. Sie hatten gestern den Film„Im Westen nichts Neues" gesehen. „Nun..." „Oh, ein sehr interessanter Film, trotz seiner Längen." „Sie haben sich den Krieg nicht so vorgestellt?" „Oh nein!" „Sie haben also etwas Neues gelernt?" „Etwas Neues? Lieber Himmel... ja," sagt die Jüngere..» „Zum Beispiel, wissen Sie, ich habe nicht gewußt, was ein Ma- schinengewehr ist.(Sie nimmt ihren Kopf in beide Hände.) Keine Idee habe ich davon gehabt... Ja, nun weiß ich, was das ist..." Sine SÜmme aus dem Qrabe Anonym. 1850. Da die Regierungen also nur der politische Ausdruck der jedes- mal herrschenden Partei sind, so folgt daraus unbedingt, daß die letzte größte Schicht, der Gesellschaft, wenn sie zur Gewaft gelangt, keine regierende Behörde einsetzen wird, daß sie aber dieselben Mittelchen gebrauchen muß wie jede frühere Klasse, um zur Gewalt zu gelangen. Die eroberte Gewalt der Arbeiterklasse ist eine Verwaltungsbehörde und als solche politisch, weil sie es noch mit den Anmaßungen der Mittelklasse zu tun haben wird. Die Revolutionen der höheren und mittleren Klasse mußten die Erringung und Erhaltung der Privilegien dieser Klasse bezwecken. Gelangte eine dieser Klassen zur Herrschaft, so war der neue Feind, die zahlreichere, aber ungebildete Klasse da, um seine Forderungen gegen die neuen Herrscher und Rechtsinhaber zu be- haupten Je gebildeter die neue rechtlose Klosse wurde, desto mehr Gefahr drohte der Regierung und ihrer Partei, desto trotziger be- stand diese auf ihrem Rechte und setzte jedes Mittel dem aufstreben- den Feind entgegen. Das ist's, was die ausgeplünderte Klasse, jetzt die Demokratie, das kleine Bürgertum, Reaktion nennt. Weil zu allen Zeiten zwei Parteien sich gegenüberstanden, mußte auch immer von der herrschenden Partei gewalttätig verfahren werden gegen die noch ohnmächtige Partei. Um zu siegen, muhte letztere mehrfache Niederlagen erleiden. Sie unterliegt, wenn sie nicht entschieden und bewußt auftritt. Um zu siegen, muh sie jedes Mittel anwenden, muß sie ihre volle Macht gegen den brutalen Gegner entfalten. Die Reaktion der Regierungen treibt die Demo- kratie zum Siege, und der Sieg der Demokratie wird«ine Reaktion bilden gegen die legte Klasse, gegen die Arbeiterklasse, welche den Kampf gegen die letzten Privilegien zu bestehen hat. Di« Uebersetrung der Arbeiten von Louis Guil- 1 o u x besorgte Lina Frender, Gabriel Cbe- ▼ a 1 1 i e r s„Heldentod" übersetzte C. P. H i e s g e n. Grünfsid srmäSigt bis zu © im Saison- Schluß-Verkauf vom 1. bis 16. iojusl Landeshuter Leinen« und Gebildweberei QrOBtes Sonderhaus fOr leinen, Wische, ftrautausstattungoa Leipziger Straße 20-22• Kurfürstendamm 227 Kleingärtner auf Irrwegen. Kommunisten wollen aussichtslosen Streik anzetteln. In einer stark besuchten Versammlung im„Steuerhaus"' in der Landsberger Allee nahmen die Mitglieder des Vezirksverbandes Prenzlauer Berg und Friedrichshain der Klein- gartenoerein« Stellung zu der von den Verpächtern beabsich- tigten und teilweise bereits durchgeführten Erhöhung der P a ch t s ä tz e. Veranlassung dazu bot«in Kammergerichtsurteil, in dem es heißt, daß das Wohnen in den Lauben während des Sommers sich mit der kleingärtnerischen Nutzung vertrögt, das Dauerwohnen jedoch aus der kleingärtnerischen Nutzung herausfalle. Daraufhin ver- langten die Bodeneigentümer, als ob das selbstverständlich sei, höhere Pachten. Ein großer Teil der Kleingärtner wohnt, durch die wirtschaftliche Lage gezwungen, Sommer und Winter in der Laube. Ein großer Teil der Kleingärtner leidet weiter heut« unter oft schon jahrelanger Arbeitslosigkeit und ver- sucht nun, durch die Flucht in die Wohnlaube den wirtschaftlichen Druck etwas zu verringern. Die meisten können eine rich- tig« Wohnung auch gar nicht mehr bezahlen. Die Bodeneigentümer versuchen jedoch, gestützt auf ein unsoziales Ge- richtsurteil, diesen Aermsten der Armen auch noch das Legte zu nehmen. In einzelnen Fällen ist es ihnen auch schon gelungen, aus den verängstigten Kleingärtnern einen höheren Pacht- zins herauszupressen. Der erste Vorsitzende des Provinzial- verbände? der Kleingartenvereine, Stadtverordneter Genosse Rein- hold, hielt über diese Vorgänge ein sachliches Referat und for- berts, mit den Bodeneigentllmern zentral zu verhandeln, denn wenn es erst zur Klage komme, wisse man nicht, was für ein Pachtzins von den Gerichten festgestellt werde. In der Diskussion sprach der kommunistische Stadtverordnete Salzsieder, der jedoch nicht zu dem sachlichen Referat Stellung nahm, sondern in völlig unqualifizierter Weise«ine Hetzrede gegen den Genossen Reinhold hielt und die Gelegenheit benutzte, eine ganz üble kommunistische Wahlrede vom Stapel zu lassen. Der Zweck wurde erreicht: die ruhigen und anständigen Kleingärtner oerließen leider zum großen Teil, angewidert von diesem Treiben, die Versammlung vor- zestig, so daß zum Schluß eine Entschließung angenommen werden konnte, die den Pachtstreik proklamierte. Das Schlußwort des Gc- nassen Reinhold ging im hemmungslosen Toben und Schreien der kommunistischen Dersammlungsbesucher unter, und der kommu- nistische Versammlungsleiter war weoer fähig noch willens, sich gegen diesen organisierten Terror durchzusetzen. Die Masse der Kleingärtner sollte sich energisch gegen diesen kommunistischen Terror oerwahren, denn der Erfolg dieser Aktion werden nur neue Pacht- «rhöhungsverfuche der Bodeneigentümer sein. Wie all« diese törich- ten von den Kommunisten angezettelten kommunistischen Streiks würde auch dieser zum Schaden der Kleinsiedler auslaufen, deren Interessen nach wie vor von der Sozialdemokratischen Partei sachlich und erfolgreich vertreten werden. Deshalb gilt heute auch für die Kleingärtner: wählt Liste 1! Die„Liebe" des GA.-Mannes. Wegen versuchten Totschlags an der Freundin. Nationalsozialismus bedeutet Gewalt auf allen Gebieten des Lebens. Politische Verrohung läßt die SA.-Leute auch zu ganz ge- meinen Verbrechern werden. Erst vor kurzem erhielt der SA.-Mann Thteme wegen des Totschlags an seiner Tante, die er vorher bestohlen hatte, 12 Jahre Zuchthaus. Nazis waren die beiden jungen Burschen, die den Lagerplatzinhaber M e i e r st a d t beraubt und getötet haben. Und jetzt stand vor dem Land- gericht III der 21jährige SA.-Mann Erich Ziebel unter der Anklage des oersuchten Totschlags an seiner früheren Freundin. Der Angeklagte war von klein auf verwahrlost. Er kam in die Fürsorgeanstalt, wurde später zweimal wegen Dieb- stahls best rast, verprügelte einen Schaffner, weil er von ihm Geld für die Fahrkarte oerlangte, und ging sogar auf den Vater mit einem Messer los. Mit 18M> Jahren lernte er die 18jährige N. kennen. Der Freundschaft entsprang ein Kind; aber als er ihr eines Tages auf dem Tanzboden eine Ohrfeige versetzte, kündigte sie ihm die Freundschaft. Seit diesem Augenblick hatte sie vor dem Angeklagten keine Ruhe mehr. Er verfolgte sie. umschlich ihr Eltern- Haus in der Prinzenstraße, brach ein und stahl dem Vater des jungen Mädchens Kaninchen und ertränkte sie, schlachtete Hühner und Enten ab und zertrümmerte die Laube und die Fensterscheiben, an denen das Bett seiner früheren Freundin stand. Als der Vater der Verfolgten endlich gegen den Burschen Anzeige erstattete, verprügelte er auch den alten Mann. Am 26. November krachten plötzlich in Wo es am Nötigsten fehlt Oeffentliche Hauspfflege und Wirtschaftskrise. Die K r i s e n z e i t und die damit verbundenen Einsparungen auf allen Gebieten der öffentlichen Wirtschaft hat auch vor der sozialen Arbeit der städtischen Hauspflege nicht halt gemacht. Dabei hat naturgemäß die Zahl der Pflegefälle zugenommen— wirtschaftlich rapide steigende Notlage erhöht auto- matisch die Zahl derer, die fremder Betreuung bedürfen— und es mußte auf der anderen Seite an Pflegezeit bei dem einzelnen so- wie an allen daraus folgernden Ausgaben soviel wie möglich ein- gespart werden. Konnte sonst eine Pflegefrau bei den Tagespslegen nach Möglichkeit an der und jener Stelle in Arbeitsbereitschaft bleiben, so muß sie jetzt im Laufschritt von einer Stelle zur anderen eilen, um in kürzester Zeit möglichst vielen Pflegebedürftigen wenig- stens mit dem Allernotwendigsten an die Hand zu gehen. Hier heißt es einem alten Rentner die Wohnung sauber machen und das Essen kochen, dort die Kranke frisch betten und die notwendigen Handreichungen besorgen, hier die Wäsche waschen, dort gründlichst reinmachen. 900 pflegestunden pro Tag. So ist die Arbeit für das Pflegepersonal, gleichzeitig aber auch für die Bezirksleiterin und ihr« Hilfskräfte eine ungeheuer an- strengende und verantwortungsvolle geworden. Es heißt über- legen, wie sich die Arbeitszeit der einzelnen Pflegefrau an den ver- schiedenen Stellen am besten einteilen läßt, ohne daß dabei die Ver- pflegten zu kurz kommen, aber auch gleichzeitig der Pflegefrau nicht ein Zuviel an Arbeit zugemutet wird. Wenn man bedenkt, daß die Leiterin eines großen Bezirkes durchschnittlich 960 Pflege- stunden pro Tag vermittelt, so gehört dazu, sollen alle Be- teiligten zu ihrem Recht kommen und auch das Gebot gröhtmög- lichster Sparsamkeit erfüllt wenden, viel Umsicht und Intensität der Arbeit. An die Vermittlung schließen sich dann noch die notwendi- gen schriftlichen Arbeiten in Form von Berechnungen und Auf- stellungen für Behörden und Versicherungen. Trotz all der vielen Arbeit ist man immer bemüht, oie Arbeit der öffentlichen Pflege zu verbessern und auszubauen. So wurden in diesem Winter ver- suchswesse In einem Bezirk neben den Waschtagen auch Flick- tag« eingeführt, um den dürftigen Bestand der Verpflegten an Kleidung und Wäsche zu erhalten. Gerade heute, wo sich kaum einer aus der großen Zahl der Pfleglinge eine Anschaffung machen kann, bedeutet eine erhöhte Pfleg« seines äußeren Menschen unend- lich viel. Daneben werden Pflegerinnenkurse abgeholten, an denen die Pflefrauen mit großem Interesse teilnehmen. Aber auch der treuhelfenden, nimmermüden Pflegerinnen soll nicht vergessen wer- den; so fanden in den Bezirken Mitte, Prenzlauer Berg und W e d d i n g Veranstaltungen statt, deren Erlös für eine kleine Weihnachtsbescherung für die Pflegerinnen sowie für etwa not- wendig gewordene kurze Erholungsreisen Verwendung findet. Durch Sammlungen und eigene Spenden sind die Vorstandsmitglieder immer wieder bemüht, dem Hilfswerk neue Mittel zuzuführen. Wohltätigkeitsveranftaltugen, Beteiligung an Ausstellungen, denen das Gebiet der öffentlichen Hilfsarbeit zugrunde liegt, Verkauf von Wohlfahrtsbriefmarken usw. erbrachten ebenfalls Einnahmen und Vergünstigungen, darunter einen Erholungsaufenthalt für drei Pflegerinnen in Finkenkrug zu ganz geringen Kosten. Auch an den Haussammlungen. haben sich einzelne Bezirke rege beteiligt und für ihre aufopferungs- volle Arbeit die Hälfte des Ertrages In Ernährungsgeld überwiesen erhalten, womit so mancher notleidenden Familie geholfen werden konnte. In jüngster Zeit wurde auch der„Kindertisch* dem Berein Hauspflege angeschlossen: hier handelt es sich darum, gesundheit- lich und wirtschaftlich gefährdeten Kindern, die von Schulärzten, Jugendämtern und den aus der Hauspfleg« bekannten bedürftigen Familien namhaft gemacht werden, zu einem kräftigen Mittagessen zu verhelfen. Die Mittel hierzu werden von Freunden des„Kinder- tifches* gespendet: in fünf Bezirken wurden bisher 15 818 Mahl- zeiten ausgegeben. So ist man nach Kräften bemüht, all denen beizustehen, die durch Alter oder Krankheit hilflos geworden sind, Haushalte weiter- zuführen, die infolge Fehlens der Hausfrau verwaisten, und Wöch- nerinnen die Sorge für das Neugeborene sowie für die anderen Kinder und die Hauswirtschaft zu erleichtern. das Zimmer des jungen Mädchens drei Schüsse. Die eine Kugel traf den Schrank, die zweite streift« das Bett und die dritte schlug in die Wand«In. Der SA.-Mann Z�«b«l hatte laut eigener Behauptung den Revolver vo no> r national- sozialistischen Partei erhalten. Vor Gericht erklärte der Angeklagte, daß die Kugeln rein zufällig in das Zimmer seiner früheren Freundin gefallen seien. Das Gericht verurteilte den nationalsozialistischen Verbrecher, den der psychiatrische Sachverständige als geistig minderwertig und ver- mindert zurechnungsfähig bezeichnete, wegen versuchten Totschlags und unbefugten Waffenbesitzes unter Versagung mildernder Um- stände zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis unter Anrech- nung der Untersuchungshaft. Gronau will den Pazifik überfliegen. Ottawa, 39. Juli. Der deuffche Atlantikflieger Walfang von Gronau gibt jetzt seine weiteren Flugabsichten bekannt. Er will mit seinem Dornier- Wal-Flugboot, mit dem er schon dreimal den Atlantik überflogen hat, auch den Stillen Ozean überqueren. Gronau und seine Besatzung werden ihren Fug von Ottawa nach Ehikago durch ein« kurze Zwischenlandung in Detroit unterbrechen. Mit dem Ein- treffen in Ehikago ist noch für morgen zu rechnen. Am Mittwoch wird der Dornier-Wal in Milwaukee sein. Von dort aus fliegt er, um unnötige Anstrengungen von Besatzung und Material zu ver- meiden, in kleinen Etappen quer durch den nordamerikanischen Kon- tinent bis an die Küste des Pazifik. Kommunistischer Fälschertrick. Man ist ja im bezug auf Wahlfässchungen bei den Kam- munisten schon allerhand gewöhnt und wundert sich so leicht über nichts mehr, was diese sogenannte Arbeiterpartei sich in dieser Ve- ziehung schon geleistet hat. In Bohnsdorf bei Grünau sind unsere Genossen schon manches gewöhnt, denn hier haust eine be- sonders unsaubere Kolonne solcher Schmierfinken der KPD. Aber das Neueste, was dies« Moskauer Schmieresel vollbracht haben, ist wohl eine der größten Wahlgemeinheiten. Die von uns an die Kinder verteilten kleinen Wahffähnchen mit den drei Pfeilen und darunter Wählt Liste 1 haben sie den Kindern abgenommen, in ihrer Fälscherwerkstatt haben sie dann aus der 1 eine 3 gemacht und die Fähnchen wieoer an die Kinder verteilt. Unter den drei Pfeilen gehen sie für Moskau krebsen. Die armen Irregeführten! Daß sie mit Ihrem Schmutzblatt genannt Der Rote Bohnsdorfer bei den anständigen Einwohnern des Ortes schon längst ausgespielt haben, beweist der jetzige Fahnenschmuck an den Häusern in unseren Farben mit den Freiheitspfeilen. »Sicherer lebt man im Orient?" Ende der vergangenen Woche versuchten zwei uniformierte SA.- Leute gegen 23 Uhr einen Ueberfall auf vier Studenten der Berliner Universität. Als diese durch die Habsburgerstraße gingen, schlug einer von ihnen, ein Perser, da es ihn bei dem feuchten Wetter fröstelte, seinen Mantelkragen hoch. Die beiden uniformierten SA.» Leute stürzten sich ohne irgendeinen Grund auf ihn und rissen ihm Kragen und Mantel auf. Sie waren aber an die falsche Adresse gekommen, denn die drei Kommilitonen des Persers griffen kräftig zu, so daß die beiden braunen Raufbolde das Hosenpanier ergriffen. Der Perser meinte nachher zu seinen Freunden:„Die beiden Nazis sahen ja aus wie heulende Derwische, man ist bei uns im Orient seines Lebens sicherer als in Berlin.* Gewerkschaftliche Rundfunkvorlrag. Am Montag, dem 1. August d. I., 17,69 bis 18,15 Uhr, spricht Kollegs Gott- furcht, Gauleiter des Zentraloerbandes der Angestellten, über das Thema:„Gewerkschaftsarbeit in Krisenzeite n." Dank aus dem Kerker. Die litauische Regierung hat die Zu- lassung ausländischer Zeitungen in oie Gefängnisse verboten. Ein Genosse, der in einem dieser Kerker sitzt, bittet uns daher, das ihm seit drei Jahren gewährte Freiexemplar nicht mehr zu senden. Mit seinem tiefen Dank dafür, daß er so die deuffche Ar- beiterbewegung miterleben konnte, sendet er seine heißen Wünsche für unsere Sache. r Fuss- Kissen Riesenposten IktachiTeppiche Morkenftbrikot, reine Wolle, m.Fis. 200/509 stoft69~iew 53 Durchgewebte ToumayTappidie erstes Markentabnkot, fehlerfrei 200/320 sWtl 48'jeW �2" Mechanisch gewebte Smyma- Velour-Teppiche Markenfabrikat mit Franse 170/260 skuAB'je» 200/320• 68"• 2S0/37O» 102'" 56- Rlesenposten TournayTeppiche bestbewährtes Harkenfbbrikat 200/300 aon BS'jeW�Q" "250/350• 1A8-• 300/1(00• 196"• 98" Riesenposten Hpidi-Teppiche erstklassigesMarkenfabrikot 3M/400 statt! 45>t 67" co. SOOOVbrlagen tiisl.20 mfr.iang, zum Aussuchen Extra schwere et. altrenommiertes Markenfobrikat Boude-Teppiche reines Hoargarn.oparteMus�r ca. je*1Q?5 zm&süäJQ iää U?~ Läuferstoffe allererste,-beste Markenfabrikate Betarandungen 2 Vorlagen?0'1 W,1 Läufer 70*550 mÄ-.Sr Brücken„Vorlagen ea IQ OOO 6F/120 statt 6-jeto 2- m.?W. 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Hos, 2 Steppen recht», zu richten Bei der Kundgebuno im Neuköllner Skadion sind Zwei blaue Schirmmühen und eine Windjacke abhanden gekommen. Da es sich um arbeitslose Genossen handelt, wird der Finder gebeten, die Sachen bei Runge. O. Z4. Petersburger Str. SS. abzugeben. Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! b. fltei». Arbeiterwoblsahrt: Dienstag, 2. August, Zusammenkunft erwerb». loser Parteimitglieder lS Ubr im Seim Tilstter Str.<— ö. Innenpolitische Information. Referent Genosse Reese. Heine.Rezitationen der Genosfin Lutz-Haedrich... B. Abt. Alle Wahlhelfer treffen sich heute, Eonntag, ab 7ZH Uhr, bei stiiding, Alte Schönhauser Str. ZI. «. Abt. Sämtliche Parteimitglieder treffen sich heute TVi Uhr zur Wahlarbert bei Dobrahlaw. lt>. Abt. Zentralwahllokal ist Stein, Holsieiner Ufer 14. Alle nichteingeteilten Genassen haben ab 7� Uhr zu erscheinen. 29. Abt. Die Rückgabe des Wahlmaterials hat am Mittwoch, Z. August, zu erfolgen. BZ. Abt. Alle nichteingeteilten Parteimitglieder treffen sich zur Wahlhilfe bei Lux. B7. Abt. Zur Wahlhilfe treffen sich die Genossen und Genossinnen heute früh: 1. Gruppe bei.stapezinfki, Krumme Str. 47; 2. Gruppe bei Thunack, Wie- landstr. 4; 3. Gruppe in der Sportklause, Wielandstr. 40. 69. Abt. Die Parteimitglieder haben sich ab Uhr zur Wahlhilfe bei Kulka, Lauenburger Str. 21, zu melden. 89. Abt. Freitag, 5. August, 18ZH Uhr, Vorstandsfitzung bei Gürlich, 20 Uhr §unktio»ärsitzung. bt. Donnerstag, 4. August, Vorstandssitzung an bekannter Stelle. 109. Abt. Das Zentralwahllokal der Abteilung befindet sich bei Fahrendholz, Wilhelm. Ecke Kirchstratze. Ab 19 Uhr dort Bekanntgabe der Wahlresultate. 124. Abt. Die Genossen, die nicht zur Wahlarbeit eingeteilt sind, melden sich sofort bei Anders. Arauenveranstaltungen. B. Kreis. Mittwoch, 3. August, Dampferfahrt nach Ziegenhals zum Genossen Mörschel. Abfahrt 8 Uhr Schillingbrücke. Hin. und Rückfahrt für Er- wachsene 50 Pf., Kinder 25 Pf. Karten sind bei Rothe, Heidenfeldstr. 10: Schmidt, Andreasstr. 12: Genzmer, Litauer Str. 19, zu haben.— Abrechnung aller Dampferkarten Dienstag, Jugendheim Tilstter Str. 4—5, zwischen 17 und 18 Uhr. 1. und 5. Abt. Gemeinsames Treffen am Donnerstag, 4. August, In Tegel, Terrassenrestaurant Kanradshähe. Fahroerbindung: Linie 28 bis zum B. Abt. Treffpunkt zum Frauenausflug am 4. August, 12 Uhr, Monbijouplatz. 21. Abt. Mittwoch. 3. August, bei Kroll, Utrechter Str. 21.„Nach den Wahlen", Referentin Paula Kurgast. 25. Abt. Mittwoch, 3. August, Ausflug nach dem Reichsbanner-Bootshaus Wendenschiost. Genossen und Kinder sind herzlich eingeladen. Zeit so früh wie jeder will und kann. 39. Abt. Wahlhilfen heute um 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 4. 44. Abt. Mittwoch. 3. August, Kasfeekochen im Volkspark Neukölln. Treff. punkt 15 Uhr Admiralbrücke. llnkoftenbeitrag ungefähr 20 Pf. 43. Abt. Dienstag, 2. August, Kaffeekochen im Alten Eierhäuschen sVieler) in Trepatw. Genossinnen anderer Abteilungen willkommen. Treffpunkt Utz Uhr an der Schleuse. 113. Abt. Dienstag, 2. August, gemeinsamer Ausflug zur Genossin Stein nach dem Freibad Rahnsdorf. Baden, Kaffeekochen. Kaffee frei. Treffen 9 Uhr Haltestelle 09 Eiegfriedstraste Ecke Frankfurter Allee. 124. Abt. Achtung, Genossinnen! Unsere Motorbootfahrt geht am 2. August anstatt nach Alt-Buchhorst nach dem Seebad Stienitzsee. Abfahrt 9 Uhr Köpenick, Lindenstraste. 134. Abt. Mittwoch, 3. August, 20 Uhr, bei Sonnet, Park. Ecke Schönowstraste. Vortrag des Genossen Fllrl. 133. Abt. Donnerstag, 4. August, 20 Uhr, Diskutierabend, Lindauer Strasse. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 4. Kreis Preuzlaner Berg. Montag, 1. August, Besichtigung des Waisen- Hauses Gütergot;. Fahrverbindung: Straßenbahn 96 bis Stahnsdorf, 15 Minuten Fußweg. Treffpunkt Endhaltestelle Linie 96 um 1 Uhr. Nach. zilgler um 1 Uhr an der Behrenstraße. In der Anstalt ist Gelegenheit, zum Selbstkostenpreis Kaffee und Kuchen zu sich zu nehmen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Oroß-Berlin. Geschäftostelle: Lindenstr. 2. i»®ce'S Charlottenburg: Alle Kinder, die in Blankensee oder am fss Uedersee waren, sind am Mittwoch, 3. August, um 1 Uhr, im �| Ambulatorium Berliner Strasse 137, zur Nachuntersuchung. Bitte pünktlich sein. Viel Freude für Sie du ch Liiicksr-Fahrräder.. ab 62.00 r» Nähmaschinen......... ab 141.00 rm Original-UltrsßM- Kofferapparate 26.50 rm I IHnr&R.Filsalsr Berl'n' filte JaKo&str.ias-ss(omu.-Haus) LlilüuHlt riliOlC. Berlin, Engeiuter 30(Haus d.Gesamt-verD.) Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 2. Abt. Unser langjähriger Parteigenosse Jakob E g e ist im Alter oon 74 Iahren oerstorben. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, I. August, um 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungsvorstand. 102. Abt. Am Freitag verstarb unser lieber junger und rühriger Genosse Ernst Biedermann, Kiefholzstr. 251, im Alter von 22 Jahren. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Dienstag, 2. August, 10 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. III. Abt. Unser langjähriges treues Mitglied August Berg ist plötzlich verstorben. Ehre feinem Andenken! Einäscherung Dienstag, 2. August, 17 Uhr, in Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. 110. Abt. Unser Genosse Wilhelm Brehmer, Boxhagener Str. 75, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Dienstag, 2. August, 13-4 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Abteilungsleiter. il W Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekretariat Berlin SW 08, Lindenstraste 2. vorn 1 Treppe rechts. Alle Genossinnen und Genossen stehen heute ihren zuständigen Partei» abteilungen zur Wahlarbeit zur Verfügung. Abteilungsleiter, liefert den Berichtsdogen und das August-Programm ab! Boranzeige! Vorsitzendenkonferenz Donnerstag, 4. August, 19-4 Uhr. heute, Sonntag: Faliplatz I: 8 Uhr bei Zeuge, Mila. Ecke Cantianstraste.— Lichtenberg. Mitte: 9 Uhr Heim Echarnweberftr. 22. Werbebezirk Mitte: In der Zeit von 7Z4 bis 14 Uhr bei Lohan, Brüder- straße 10—18. Werbebezirk Tempelhof: Alle beteiligen sich an der Wahlarbeit. Keiner darf fehlen.— 19 Uhr Zentralwahllokal, Tempelhof, Birkenwädlchen. Abhören der Resultate. Werbebezirk Pankow: 8 Uhr Kissingenstr. 48. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Alle Genossen, die nicht bei den zuständigen Parteiabteilungen beschäftigt sind, halten sich bei Klug, Danziger Strasse, zur Wahlarbeit bereit. Morgen, Montag, 20 Ufjt: Gewerkschaftshaus: Waisenstr. 18: Antikriegsfeier.— Hansa: Bochumer Strasse 8b:„Der Wahlausgang".— Moabit I: Waldenserstr. 20: Mitgliederversammlung.— Moabit II: Bremer Str. 70: Mitgliederversammlung.— Sportpalast: Genthiner Str. 17: Mitgliederversammlung.— Brunnenplatz: Schönstedtftr. 1: Mitgliederversammlung.— Brnswalder Platz II: Schönlanker Strasse 11, B. 3: Mitgliederversammlung.— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20: Mitgliederversammlung.— Faltplatz II: Sonnenburger Str. 20: Antikriegs. frier.— Schönhanser Vorstadt: Sonnenburger Str. 20: Besprechung der Wahl. — Andreasplatz II: Brommystr. 1: Mitgliederversammlung.— Hallesches Tor: Porckstr. 11: Mitgliederversammlung.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4;„Welt. Wirtschaftskrise".— Charlotten bürg- Süd: Spreestrasse: Antrkriegsabend.— Lankwitz: Schule Schulstrasse: Mitgliederversammlung.(Tagespolitik.)— Pankow RF.: Kissingenstr. 48: Mitgliederversammlung.(Tagespolitik.) Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastianstr. 37—38, Hot 2 Tr. Prenzlauer Berg: Alle Sportler treffen sich Montags um 20 Uhr in der Turnhalle, Dienstags, Donnerstags um 18 Uhr und Sonn. abends um 10 Uhr auf dem Sportplatz. Alles muh zur Stelle sein.— Fried- richshain, Vortrupp: Mittwoch, 3. August, 19% Uhr, Jugendheim Ebertgstr. 12. — Neukölln-Britz, Vortrupp: Mittwoch, 3. August, 19-4 Uhr, Jugendheim Berg. strasse 29.— Wassersportabteilung, Zug Tegel: Dienstag, 2. August, 19x4 Uhr, Zugoersammlung im Bootshaus. 8port. Rennen zu Grunewald. Matchbox-Rennen. 1. Traumkönig(Hesslerft 2. Offenbach-, 3. Marcellina. Toto: 25: 10. Platz: 13, 15, 23: Ii). Ferner liefen: Staufs(4.), Kummer, Krokus, Puma, Mach's vor. Hhöres-Rennrn. 1. Janitor(O. Schmidt); 2. Seni; 3. Menas. Toto: 12: 1(1. Trei liefen. Heuchelei-Rennen. 1. Orkadier(C. Schmidt); 2. Athenais; 3. Rosen- fürst. Toto: 80: 10. Platz: 21, 31, 16: 10. Ferner liefen: Enal(4.), Ti, Markgraf, Glücksstern. Hagen-Rennen. 1. Liberto(Huguenin); 2. Majordomus; 3. Edelknabe. Toto: 40: 10. Platz: 28, 40: 10. Ferner liefen: Groll(4.), Wisa Amalfi, Horas. Hutschachtel-Renuen. 1. Sonnenstrahl(Reibl); 2. Attachö; 3. Amönen- warte; 4. Pistole. Toto: 137: 10. Platz: 2?, 41, 18, 23: 10. Ferner liefen: Elaß, Auch einer, Helmut, Palastwache, Herzog Wilhelm, Marketenderin, Sanda, Landesherrscher. Preis von Puchhos. 1. Ilhlenkopf(Böhlke); 2. Flirtland; 3. Orsini. Toto: 23: 10. Platz: 15, 17: 10. Ferner liefen: Nickelländer, Leidensweg (4.), Tammuh. Herrenmeister-Rennen. 1. Oseulor(O. Schmidt); 2. Lysias: 3. Stein- feld. Toto: 56:10. Platz: 20, 16, 30:10. Ferner liefen: Wigbert(4.), Varro, Everone, Rohrpfeifer, Falena, Siegwart, Ledon, Chinchilla. Prelsherabfehungen bei R. Israel. Der diesjährig«©affon» schlutzverkauf bedeutet für jedermann die große Möglichkeit, alles Fehlende für Haushalt und Bekleidung zu lächerlich niedrigen Preisen zu beschaffen. Da kann man einen hochwertigen Mantel- st off, der gestern noch 10 M. kostete, heute für 1,45 M. erstehen, oder einen Couchstosf, gestern für 5 M., heute für 0,98 M.! Der 4,50-M.-Badeanzuq von gestern kostet heute nur noch 1,95 M.— kurz das ganze Haus ist aus billigsten Preis gestellt. Der bei der Firma A. Wertheim beginnende Saison-Schlussverkauf bietet diesmal so ungeheure Vorteile, solch eine Riesenauswaht und so sensationell billige Preise, dass niemand diese Gelegenheit des wirklich billigen Einkaufs ver- säumen darf. Grosse Posten Kleider, und Seidenstoffe, Damen-, Herren- und Kinderbekleidung sowie viele andere Artikel sind hierzu aussergewöhnlich billig besonders beschafft und ausserdem grosse Lagerbestände im Preise gewaltig herabgesetzt worden. In dieser Zeit des Sparens, in der die Ausgaben sehr eingeschränkt werden müssen, darf man behaupten:„Wer im Saison-Schluß. perkauf bei Wertheim kauft, kauft gut und billig!" Schon heute können Sie sich von der Leistungsfähigkeit der Firma Wertheim im diesjährigen Saison- Schlussverkauf durch die Schaufensterauslagen überzeugen. Wissen Sie schon, dass die Preise der Webfehler-Teppiche zum diesjäährigen Taifon-Schlussperkans total reduziert sind? Alle Erwartungen sind übertroffen. Auch Sie müssen sich überzeugen durch eine unverbindliche Besichtigung der la Plüsch-, Velour- und Tonrnag.Oualitäten. Prägen Sie sich ein: Nur Körner, Berlin W., Potsdamer Str. 2Sb, darf es sein! „Im Boxkampf der Preise", so inseriert Bettsedcrn-Lustig seinen Saison- Schiußoerkauf, und in der Tat sind die Presse so heruntergekämpft worden, dass es jetzt wirklich jedem möglich ist, Bettwaren aller Art anzuschaffen. Auch ausserhalb des Saisan-Schlussverkaufes sind Artikel, wie Bettfedern, fertige Betten, Metallbettstellen, Klapp-Schlafmäbel, Weisslackmöbel, Ruhebetten, Couchs und Kinderwagen von Bettfedern-Lustig zu Preisen erhältlich, die die enorme Leistungsfähigkeit dieses unstreitig grössten Dettwarenhauses beweisen. Bitte überzeugen Sie sich und besichtigen Sie, namentlich da ahne jeden Kauf- zwang. Besonders wird auch auf die Betten-Reinigung hingewiesen, die Bett- sedern-Luftig hervorragend ausführt. Bettfedern-Lustig in 3 eigenen Geschäfts- Häusern: Prinzen- Ecke Sebastianstrasse; Wilmersdorfer Ecke Bismarckstrasse und Frankfurter Allee 304. Eine Reise für 54 Mark erfreut nur für eine paar Tage,— ein Teppich für 54 Mark gibt Freude für ungezählte Jahre. 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Die Einäscherung findet am Diens- tag, dem 2. August, l4>/» Uhr, im Kre- matorium Baumschulenweg, Kieshalz- strasse, statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Viacki-uk Am 19. Juli starb unser Kollege, der Bohrer Frledr. Strauch geb. 7. September 1883. Die Einäscherung hat bereits statt- gefunden. Ehre ihrem Audenkeu! Die Ort»vervaUuug. Parteioenossen ÄmÄ gute Küche(5 Mahlzeiten), Garten mit Liegewiese direkt am Hause, nahe Wald und Bahnstation, Schwimmbad vorhanden. Pension 3,25 täglich, keine Nebenkosten Albert Karges, Luftkarort Harriehausen(Harz). Ihren Drlaub | im schönen Thüringer Walde im herrlichen Erzgebirge in stimmungsvoller Heidelandschaft im märkischen Seengebiet In den Heimen der ADEFE Allgemeine Qeufs�eGeselisssmn für Ferien- und Erholungsneime ra. D, H. Sitzjena, Marienstr.4— Prospekte gratis Unfern Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege «Jakoh Ege im Alter von 73 Jahren perstorben ist. Flnliellmrlisnd für Handel, Gewerbe und freie Berufe. Ortsgrnppe Berlin. Die Einäscherung findet am Montag, dem 1. August. 18 Uhr, im Krema- torium Baumschulenweg, statt. Flnbeimverband d.Eisenbabner Deutsdilands, Ortsgruppe Berlin Unseren Verbandsmitgliedern und sonstigen Freunden des Reichsbahn- ausbesserungswerke« Tempelhof die traurige Mitteilung, dass unser Kollege Max Lunow am 26. Juli perstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, dem I. August. 14-/, Uhr, auf dem Alte» Gemeindesriedhof, Neukölln, Rudower Strasse, statt. Rege Beteiligung erwartet VIe OrtsTCrwallnng. Erholungsuchende finden freund!. Aufnahme in villenäbnl. Landhaus bei guter u. reichlicher Verpflegung. Preis 3 M. Keine Nebenkosten. Eigener Garten und Wiese vorhanden. Direkt am Tannenwald. Privat-Pension Fr. Rehker, Harriehausen, Harz. 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