Nedaktion u. Expedition: Berlin SW K8, Lindenstr.Z Tel. AI Dönhoff 292—297 BERLIN Dienstag 2. August 1932 10 Pf. Nr. 360 B 115 49. Jahrgang Anzeigenpreis: Die lsplt. Milli- mcterjeile ZV Pf. Die Reklamezeile kostet 2 Mark. Rabatte n. Tarif. Erscheint täglich außer Sonntage Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis fiirbeideAusgaben75Pf. pro Woche, 3,25 M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich Vf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebllhren. Atlemaisserie in Rremien! / Terrorakte in Marienburg, Liegnitz und Goldberg Königsberci» 2. Juli.(Eigenbericht.) Noch steht ganz Königsberg unter dem Eindruck der faschistischen Revolver- und Brandstiftungsattcn- täte, da wird schon ans Marienburg eine neue Attentats scric auf Republikaner gemel- dct. In der Nacht zum Dienstag gegen 1% Uhr wurden in die Wohnungdcs Polizeiinspektors Riedel mehrere Flaschen mit Talzsäurc und eine schwere Eiscnstangc geworfen. Einige Minuten später wurden Schüsse auf den Balkon ab- gegeben. Wahrscheinlich hatten die Täter angcnom- nie», die Uebcrsallcnen würden aus den Zimmern auf den Balkon laufen und dort ihren Schüssen zum �pfer fallen. Riedel ist der Bcrtrauensmann des kürzlich von Bracht abgesetzten sozialdemokratischen Elbingcr Polizeipräsidenten Frinzel gewesen. Ferner wurden dem Stadtbaurat Mollen- Hauer, der dem Zentrum angehört, die Fenster- scheiden eingeworfen, und nachts um 2 Uhr wurde der Versuch unternommen, bei dem Vorsitzenden des A D G B., dem Stadtverordneten R a h n, g c- waltsam in die Wohnung einzudringen. Der Versuch mißlang aber, die Polizei hat eingehende Ermittlungen angestellt, jedoch noch keinen der Täter gefaßt. Gegen ein Uhr nachts— zur Zeit als die Attcn- täte in Maricnburg gegen die Wohnungen der drei genannten Personen unternommen wurden— erschienen bei einem Gastwirt in Marienburg mehrere Unbekannte, gaben mehrere Revolver- s ch ü s s c ab und befahlen dem Mann» das U c b e r- sallkommando zu rufen und nach dem Orte Tessendorf zu schicken. Ter eingeschüchterte Mann kam unter der Drohung der Revolver der Auf- fordcrung nach. Auf diese Weise hatten die Attcn- tätcr zur Zeit der Ucbcrfällc das polizeiliche Ucbcr- sallkommando nach auswärts geschickt. Es stellte sich ferner heraus, daß vor dem Attcn- tat gegen die Wohnung des Polizeiinspcktors Riedel die Fcrnsprcchlcitung zerschnitten wor- den war. Der Attcntatsvcrsuch gegen den Vorsitzenden des ADGB. Rahn wurde genau nach der in Königsberg geübten Methode untcrnom- mcn, ging aber fehl. -8 In der Skadi Königsberg hält die ollgemeine Erregung unier der Bevölkerung an. Der Regierungspräsideni hol 5000 7Nk. Belohnung für die Ergreifung der Altentäler ausgeseht. Bor den rolen Anschlägen flauen sich die Menschen und diskutieren erregt die gestrigen Vorgänge. Die Polizeikräste sind erheblich verstärkt worden, von der polizeischule Sens- bürg sind 100 Mann nach Königsberg gesandt worden und der kommissarische Polizeipräsident Berner erklärt, gegen alle eventuellen Zwischensülle gewappnet zu sein. Besonders in den Arbeitervierteln herrscht die Erregung über die Montags-Attentale nach. 3n starken Gruppen stehen die Arbeiter aus den Straßen und diskutieren. 3n den Straßen patrouillieren zahlreiche Polizeistreifen, der Panzerwagen der Königsberger Polizei und die Autos der Feuerwehr rattern durch die Stadt. Diese Bilder sind typisch sür die gespannte Situation, in der sich Ostpreußens Hauptstadl befindet. heute früh hatte eine P r e I s e b e s p r e ch u n g bei dem kam- missarischen Polizeipräsidenten Königsbergs stattgefunden, deren Er- gebnis aber noch reichlich mager ist. Bisher sind 30 verdächtige verhastet worden. Es liegt aber von der Polizei noch keine Erklärung vor, ob es sich bei den verhasteten überwiegend um Pationalsozialisten handelt. Sehr befremdend hat auf der Pressekonferenz die Erklärung des Polizeipräsidenten Berner gewirkt, daß es sich bei den Attentaten„um eine sehr impulsive Tal, die unverantwortliche Leute ausgeheckt haben", handele. Allgemein wird diese Er- klärung des Polizeipräsidenten von Königsberg in nicht faschistischen Kreisen als im Widerspruch zu der ganz ossenkundigen Tatsache einer vorbereiteten Organisation der Attentate stehend aufgefaßt. Vor dem Otto Braun-HauS sammelten sich auch am Dienstagmorgen hunderte von Menschen an. Das Aeußere des Hauses bietet ein wüstes B i t d. Die Fenster der Eingangstüren sind zertrümmert, die Türen verschwelt und die eisernen Pfosten verrußt. Um Treppenhaus sind Sandsackbarrikaden errichtet. Die führenden Funktionäre der Eisernen Front und der Partei, die seit Sonntag kaum ein Auge zugedrückt haben, sind unermüdlich tälig. Der Uebersall auf das Otlo-Braun-Haus hat sich nach übereinstimmenden Zeugenaussagen folgendermaßen abgespielt: Bis um S Uhr morgens hielt in der wahtnachl zum Montag eine starke wache das Haus beseht. Als sich bis zu dieser Zeit nichts ereignet hatte, wurde die wache eingezogen und nach Hause geschickt. Nur sieben Führer der Eisernen Front blieben noch im Hause zurück. Zehn Minuten später erfolgte eine schwere E x p l o- sion am Toreingang. Den sofort aus die Treppe Eilenden schlug im Treppenhaus eine 3 Meter hohe Stichflamme entgegen. Die sechs Brandbomben entwickelten einen derart dichten Oualm, daß der einzelne seinen Nebenmann nicht mehr erkennen konnte. Trohdcm gelang es dank dem energischen Zupacken jedes einzelnen, den Brand zu löschen. Am Toreingang wurde eine an- Prälat Seipel gestorben. Oer Kanzler ohne Milde. Nur 56 Jahre alt, ist Ignatz S e i p e l nach langem Leiden gestorben. Im Habsburgischen Altösterreich war sein Name in der Politik noch unbekannt— desto mehr ist er in der Republik genannt worden. Der streitbare und energische Prälat riß die Führung der Christlichsozialen Partei an sich; der Tod des ausgezeichneten Johann hauser, des ausrichtig demokratischen und anschlußsreundlichen Prälaten und Landeshauptmanns von Oberösterreich, machte die Bahn völlig srei für die erzreaktionäre und scharfmacherische Politik Schon 1922 hat er als Bundeskanzler jene Genfer Sanierung abgemacht, die Zehntausende aus den, öffentlichen Dienst entfernte, Gehälter und Löhne furchtbar drückte und vor allein das Anschluß- verbot von St. Germain„freiwillig" erneuerte. Die Sozialdemo- kratie hatte damals vergeblich Wege gewiesen, die die Finanzen saniert hätten, ohne derartige Opser der Werktätigen und der nationalen Zukunft. Seipel war der Hauptförderer des schwarzgelben Heimwehr- saschismus und selbst der braunen Boltsoerhetzung. Nach den grauenhasten Geschehnissen der Julimitte 1927 mit ihrem Hundert erschossener Proletarier sprach der Kanzler-Prälat das fürchterliche Wort:„Keine Milde!" 1939 hat er die Heimwehrführer samt seinem Intimus Baugoin an die Macht gebracht. Der sozialdemokratische Wahlsieg hat dieses Regime weggefegt und Seipel aus der Politik einstweilen entfernt. Fast zugleich mit seinem bürgerlichen Hauptgegner Johann Schober ist Seipel vor einiger Zeit schwer erkrankt. Um seinen Tod wird nur der Faschis- nius aufrichtig trauern.,, gesengte„Preußische Zeitung", das nationalsozialistische Organ Königsbergs, gesunden. Der wichtigste Fund aber ist ein etwa 12 Zentimeter langes Stück holz, in das zwölf Löcher eingebohrt waren. 3n sieben Löchern steckten noch Sprengkapseln, die nicht zur Explosion gelangt waren, wären alle Sprengkapseln explodiert, so wäre die Wirkung gar nicht abzusehen gewesen, hätten sich im Augenblick des Attentats Wachtposten am Toreingang befunden, so wären sie lebende Fackeln gewesen. Für die äußerst sorgfältige Vorbereitung der Attentate ist bezeichnend, daß der Uebersall auf das Otlo-Braun-Haus n n- mittelbar nach dem Abmarsch der hauswache erfolgte und daß alle anderen Attentate auf den Ehesredakteur der „Königsberger Volkszeitung" und die kommunistischen Funktionäre auf die Minute genau zur gleichen Zeit verübt wurden. Außerdem wurde in dieser Morgenstunde die Königsberger Polizei durch eine Fülle falscher Alarmmeldungen irritiert, so daß sie bei den dann tatsächlich erfolgten Attentaten nicht rechtzeitig zur Stelle sein konnte. Während die„Oslpreußische Zeitung", das Parteiorgan der Deutschnationalen in Königsberg, ihr Urteil dahingehend zusammen- saßt, daß die übereinstimmenden Attentate aus Führer der polili- scheu Linken nur von Nationalsoziali st en verübt sein können, versucht das Naziorgan sich aus frechste und p r o v o- zierend sie Art herauszulügen. Die„Preußische Zei- tung" besitzt die Stirn, zu erklären, daß die ganze Unternehmung am Montagmorgen nichts anderes als eine rassinierle Taktik der— Kommunisten sei! Die Eiserne Front hatte sür Mittwoch eine Mitgliederversamm- tung einberufen, um zu den Vorgängen Stellung zu nehmen. Ob- woht diese Mitgliederversammlung in geschlossenen Räumen ange- seht war, hat die Regierung diese Versammlung wegen„Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Ordnung" aus Grund der Burg- friedenverordnung verboten. Das Verbot hat begreiflicherweise größte Entrüstung hervorgerusen. Ein Bericht des Regierungspräsidenten. Reichskommissar Dr. Bracht hat dem Regierungspräsidenten Dr. von B a h r f e l d in Königsberg einen telegraphischen Glück- wünsch zum Mißlingen des ruchlosen Attentats auf diesen Beamten gesandt und die Hoffnung auf baldige Genesung ausgesprochen. Ein Bericht des Regierungspräsidenten in Königsberg schildert die Uebersallserie des gestrigen morgens entsprechend unserem Bericht. Er teilt weiter mit, daß u m 10 U h r vormittags zehn bewaffnete R e i ch s b a n n e r l e u t e angetroffen, entwaffnet und festgenommen worden sind. Kommunistische Flugblätter für Massenstreik und Massenselbstschutz sind beschlagnahmt worden. Die ganze, stark verstärkte Polizei ist auf den Straßen, der Panzerwagen zeigt sich, es herrscht volle Ruhe. Wegen des mehrfachen grundlosen Feuer- wehralarms rückt die Königsberger Feuerwehr nur noch auf An- forderung der Polizei oder anderer Behörden aus. Man glaubt, daß die Täter der Ueberfälle alle einer Bande angehört haben und vermutet im übrigen, daß „eine Anzahl jüngerer radikaler Elemente sich zu diesen Taten anläßlich des Wahlergebnisses zusammengefunden haben". Es find 40 Personen verhaftet, die aber mit besonderer Hartnäckig- keit jede Aussage verweigern. Sollte sich, so wird weiter amtlich mitgeteilt, der Verdacht verdichten, daß es sich um eine ganz be- stimmte politische Gruppe handelt, so wird gegen sie energisch vor- gegangen werden. Bis jetzt hat die Polizei nicht fest- stellen können, welcher Partei die Verhafteten angehören oder nahe st ehe n.(In einer Stadt von der Größe Königsbergs kann die Polizei natürlich solche Feststellungen innerhalb weniger Stunden treffen!) Der amtliche Bericht sagt weiter, daß unter denjenigen, die eine Tankstelle in Brand zu stecken suchten, Träger von SA.- Uni- formen waren. Weiter hat ein junger SA.-Mann, der auf der Flucht von einer Polizeistreife gefaßt worden ist, einen b e- stimmten SA.- Führer beschuldigt, zu Gewalttaten und Plünderungen aufgefordert zu haben. Darüber vernommene Hitler- Leute bezeichnen aber diesen S A,- I u n g e n als— besonders unzuverlässig. Das preußische Innenministerium hat für die Ermitt- lung der Täter 5000 M. Belohnung ausgesetzt und setzt darauf, ebenso wie auf die Aussetzung einer hohen Belohnung für die Nam- hastmachung der Handgranatenwerfer in Schleswig-Holstein die Er« Wartung aus ihre Festnahme. Nach ostpreußischem Muster „Kühlpseifend." Denunziantentum der Rechtspresse blüht auf. Vor einiger Zeit wäre ein Erlaß wie der des preußischen Staatskommissars Bracht, den wir im gestrigen„Abend" ver- ösfentlichten, auf den einmütigen Protest der gesamten Presse gestoßen. Heute ist es anders. Ein Teil der Rechtspresse demonstriert voller Eifer, daß sein zeitweiliges Eintreten für die Prcßfreiheit zu den Zeiten republikanischer Regierungen nur von parteipolitischer Zweckmäßigkeit, nicht von grund- sätzlicher Einstellung diktiert war. Die„Deutsche Zeitung" jubelt über den„herzerfreuenden Angriffsgeist" des Bracht- schcn Erlasses. Aber nicht nur das. Sie ist eifrig am Werk«, durch Denunziationen nach Korodischem Muster auch die p r a k- tische Anwendung des Erlasses zu erwirken. Zum ersten Opfer dieser Denunziantentätigkeit sind w i r aus- ersehen, was wir als eine besondere Ehrung empfinden. Wir wollen unseren Lesern keine Silbe von der Schamlosigkeit und Verlogenheit dieses Denunziantentums vorenthalten und zitieren deshalb wörtlich: Ein Blick in die Spätausgabc des„Vorwärts" vom Montag genügt, um die Berechtigung der Warnung Dr. Bracht? zu imterstreichen. Da findet sich in großer Aufmachung auf der ersten Seite die Meldung über die Vorgänge in Königs» b c r g. Obgleich von zuständiger Stelle ausdrücklich auf die Er- klärung des Königsberger Polizeipräsidiums hingewiesen worden ist, daß es noch nicht in der Lage sei, einen bestimmten Verdacht hinsichtlich der Täter auszusprechen, behauptet das Blatt kühl» pfeifend, daß„eine Anzahl von Nationalsozia- liste n" Brandbomben in das Verlagsgebäude der Königsberger „Volkszeitung" geworfen hätten. „Kllhlpfeifcnd"— In gewissen Kreisen wendet man das Wort „Pfeifen" bzw.„Verpfeifen" auf Leute an, die von An- gebcreien leben. Insofern paßt der Ausdruck kühlpseifend wohl auf die„Deutsche Zeitung", aber nicht auf uns.— Im übrigen hat die„Deutsche Zeitung" mit ihrer Angeberei Pech. Sogar der gesinnungsverwandte„Lokalanzeiger" kann seinen Lesern nicht mehr verschweigen, daß die Königsberger Täter„dem nationalsozia» l i st i s ch e n Jdeenkreis" angehören und„sich zur National- sozial! st ischen Partei gerechnet haben." Nun müßte eigent- lich die„Deutsche Zeitung" für das Verbot des„Lokalanzeiger" eintreten?! Wie dagegen eine„objektive" Berichterstattung aussieht, das kann man dann auf der nächsten Seite der„Deutschen Zeitung" lernen. Zunächst bringt sie unter der großen Ucberschrist„Waffen- sunde bei Reichsbannerleuten und Kommunisten" Meldungen über angebliche Uebcrfälle, wobei immer„Reichsbannerleute" und„Kam- munisten" als Täter bezeichnet sind. Sogar bei der Ermordung eines Kommunisten wird angegeben, daß„der tödliche Schuß möglicherweise von eigenen Parteigenossen her- rühre."(O, wie möglich!) Dann aber kommen— immer noch unter der Schlagzeile„Waffenfunde bei Reichsbannerleuten und Kommunist« n"— Berichte über die nationalsozialistischen Handgranatenanschläge in Schleswig-Holstein und Braun- schweig und über die„Vorfälle" in Königsberg, wie die „Deutsche Zeitung" die Attentate in schöner Harmlosigkeit betitelt. Da heißt es:„Von unbekannten Tätern" seien Hand- granaten in die Konsumgenossenschaft geworfen worden, lieber das Attentat auf den Braunschweiger Oberbürgermeister Böhme wird gesagt:„Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, von welcher Seite die Anschläge auegehen." Aus Königsberg weiß die „Deutsche Zeitung" zu berichten, daß„Angehörige ver- schieden st er Parteien" szweimal wiederholt) verhastet wor- den seien."— Der Denunziantenerguß der„Deutschen Zeitung" gegen uns schließt mit den herzhasten Worten: ..Eine Presse, die nur von Lüge und Jsälfchung lebi. hol da? Rech« aus Pressefreiheit verwirkt." Auf wen muß gemäß den Tatsachen dieser Satz wohl bezogen werden?! Mimaium wird dementieri. Von der Reichsregierung- aber nicht von Hitler. Zu der sensationellen Havas-Meldung über ein Ultimatum der Hitler-Partei an General Schleicher wird offiziös erklärt, daß von einem solchen Besuch nichts bekannt sei, er bisher auch im Reichswehrministerium nicht angemeldet sei. Gerade Straßer. Goering und Frank seien jetzt in verschiedenen Kur- und Erholungsorten. General Schleicher trete in diesen Tagen eine kurze Dienstreise nach Mitteldeutschland an. um eine Infanterie- schule zu besichtigen: er könne also jetzt gar keine solche Unterredung führen. Der Reichskanzler und mehrere andere Reichsminister gingen bis zur Verfassungsfeier am 11. August in Urlaub. Llnsere Reichslifie. An siebenter und achter Stelle gewählt: Völter und Seppe! Nach den neuesten Berechnungen hat sich eine Veränderung auf unserer Reicheliste ergeben. In Baden ist Genasse Meier noch im Wahlkreis gewählt, so daß nur acht Abgeordnete aus der Rcichsliste gewählt worden sind. Auf der siebenten und der achten Stelle sind gewählt die Genossen Völter und Seppe l. Endgültig werden die letzten Stellen auf der Rcichsliste erst fest- stehen, wenn die amtliche Errechnung durch den Reichswahlleiter erfolgt ist, -IS Zahre nach Weltkriegsausbruch kämpfen Bolivien und Paraguay miteinander. New York. 2. August. Ter Präsident von Paraguay hat die Mobilmachung gegen Bolivien angeordnet. Zwischen Bolivien und Paraguay herrscht zur Zeit Kriegs- z u st a n d. Die Hauptstadt von Paraguay steht völlig unter dem Eindruck der Kriegsvorbereitungen. Stündlich tresfen Extrazüge mit blumengeschmückten Freiwilligen ein. Die Regierung von Paraguay hat das Außenministerium in Washington inzwischen davon in Kenntnis gesetzt, daß durch die O s s e n s i v e Boliviens der Kriegszustand ohne formale Kriegserklärung herbeigesührt worden sei. Die Regierung von Paraguay müsse die Verantwortung für alle Folgen aus der. den internationalen Verträgen widersprechenden Handlungsweise Bali- viens ablehnen. In der bolivianischen Hauptstadt herrscht seit Sonntag ein ungeheurer Freudentaumel. Die bolivianische Regierung hat die Festung Bourqueron, ein Fort von großem strategischen Wert im Gran Chaco, besetzt. L i e g n i y. 3. August. Auf daS Licgnitzcr Bolkshaus in der Bismarck- strastc wurde in der vergangenen Nacht gegen 1.30 Uhr von einem unbekannten Motorrad- f a h r c r eine Handgranate geschleudert. Tiefe explodierte vor dem Bolkshause und zertrümmerte ein großes Fenster, in dessen unmittelbarer Nähe sich eine Wache des Reichsbanners befindet. Per- soncn wurden nicht verletzt. Tie polizeilichen Ermittlungen nach dem Täter sind im Gange. In Goldbcrg in Schlesien sind auf die Wohnung des abgesetzten Landrats Gauglitz in der Nacht zum Montag, um 1.80 Uhr, vier Pistolenschüsse abgegeben worden. Sic gingen über die Ehaisclonguc in die Decke. Tic Wohnung befindet sich im 1. Stock im Landratsgebäudc, wo er bisher noch in seiner Dienstwohnung wohnt. Schfeckenshsrrschasi in Schlesien. Die G r e n z st a d t M i l i t s ch in Schlesien stand am Montag- abend unter nationalsozialistischen Terror. Eine Horde orts- fremder Nazis, die unter der Führung einiger Militscher Hakenkreuzler standen, riegelten die Arbeiterviertel der Stadt ab. belagerten einzelne Häuser, in denen Sozialdemokraten wohnten- und fragten die Passanten nach ihrer politischen Gesinnung. Einzelne SA. äußerten dabei: „Wenn wir jemanden von dem roten Mordgesindel finden, machen wir ihn kalt!" Erst um Mitternacht zogen die Wegelagerer wieder ab. Auch im Rheinland. ft Ö( n, 2. August. Die Polizei kdill mit: Gestern abend wurde ein Kraftwagen mit 15 N a t i o n a l s o z i a l i st e n auf der Aachener Straße festgehalten. dessen Znsaffen noch Darstellung der polizewerwaltung in Quadrath schwere Ausschreitungen unter An- wendung von Waffengewalt begangen hatten. Bei der Durchsuchung wurden fech» geladene Pistolen fchwmn Kalibers mit Erfahmunilion, eine Schreckfchußpistole und ein fest- stehendes Messer vorgefunden. Die Täler wurden festgenommen und der wagen polizeilich sichergestellt. Handgranaien... Kiel. 2. August.(Eigenbericht.) Aon einem achten Handgranatenattentat in Schlee- wig-Holstein, das sich am Montag ereignete, wird heute Mitteilung gemacht. In Marne ist aus einem Au t o ohne Nummer, das mit 4 Personen besetzt gewesen ist, eine Handgranate auf eine von Kommunisten besuchte Wirtschaft geworfen worden. Das Gastzimmer ist ein Trümmerhaufen. Die Fenster der Nachbarhäuser sind von dem Wurf zersprungen. Ein junges Mäd- chcn, das im gegenüberliegenden Hause wohnt, ist durch Glassplitter am Auge verletzt worden, Auf Grund einer Anzeige nahm die Polizei eine Hau?» GA. gegen Kriegsopfer. Schändliche Bluttat in Eichwalde.— Lleberall bewaffnete Raziö. wie erst jetzt bekannt wird, haben SA.-ceute in de» späten Abendstunden des Wohlsonntags in Eichwolde einen b c i s p i e l- losen Nohcilsaki auf einem Schwerkriegsbeschädigten verübt. Gegen 23 Uhr traf in E i ch w a l d e, wo die Nazis recht wenig zu bestellen haben, ein SA.-Sturm ein, der durch die Bahichosstraße in Richtung Schmöckwitz marschierte. Der Telephonist H. aus Eich- Wälde, ein schwerkriegsbeschädigter Frontsoldat, befand sich vom Wahllokal gerade auf dem Heimweg. Er wurde von den uniformierten Rowdys überfnllen und aufgefordert fein Ab- zeichen mit den drei Pfeilen abzulegen. Als sich H. selbstverständlich weigerte, schlugen die Burschen mik brutaler Gewalt aus den Schwer. kriegsbeschädigten ein. Der Wehrlose sank zu Boden, was die Täter nicht davon abhielt, weiter aus ihr Opfer loszuprügeln. Der Land- jäger von Eichwald« kam dem Ueberfallenen zu Hilfe, unterließ es aber, die Rohlinge festzustellen. H. liegt schwer danieder. Die re- publikanische Bevölkerung Eichwaldes ist über den bodenlos gemeinen Ueberfall der Hitler-Knechte auf den Schwerkriegsbeschädigten aufs äußerste empört. In der G ll r t e l st r a ß e i n Lichtenberg sielen gegen 3 Uhr früh zahlreiche Schüsse. Die Polizei riegelte die Straße ab und nahm neun SA.-Leute fest. In den Taschen der Täter und auf dem Bürgersteig wurden gefunden: eine geladene Pistole 08, mehrere Magazine mit Patronen, ein Dolch und mehrere Schlag- instrumente.— Zluch in der Paul-Singer-Straße wurden zwei bewassnete Nationalsozialisten festgenommen. Der eine Bursche. ein 38 Jahre alter Karl Pieper aus der Blumenstraße 23, hatte eine Mehrladepistole mit sieben Schuß und sein Komplice, der 20 Jahre alte Hans Knoop aus der Marsiliusstraße, eine Stahlspirale in der Tasche.— Zu einem Feuergefecht zwischen Nationalsoziali st en und Kommuni st en kam es in der Hübnerstraße. Ein unbeteiligter Passant wurde verletzt: er mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Polizei griff ein und mußte sechs Schreckschüsse abgeben, um die Gegner in die Flucht zu jagen. Sin Reiniger. Wegen Unterschlagung im Amt verhastet. Eisenach, 2. August.(Eigenbericht.) Heute morgen wurde der der Nazipartei angehörende Justiz- sekretär Heinrich Schmidt aus Bad Salzungen wegen Unterschlagungen im Amt verhaftet. Obwohl jetzt schon ein hoher unterschlagener Betrag festgestellt worden ist, sind noch etwa über 3000 Buchungen zu prüfen. Schmidt hat sich während der letzten Wahlen als hemmungsloser Agitator der Nazipartei betätigt. In unflätig st er Weise beschimpfte er unsere Par- tei und ihre Führer und andere im öffentlichen Leben stehende Männer. Wahrscheinlich erwartete er nach dem 31. Juli einen Umsturz, der seine Verfehlungen decken sollte. Sein Geschrei um die Reinigung des öffentlichen Leben» ist hiermit entlarvt. suchung in dem SA.-H eim in Nortorf vor und b e« s ch l a g n a h m t e 12 P i st o l e n. In der Gegend von Wilster hielt die Gendarmerie ein Hamburger Zl u t o au, das sich in verdächtiger Weise bemerkbar gemacht hatte. In dem�Wagen wur- den 12 geladene Armeepistolen und 27? Schuß Muni- tion gesunden. Die Insassen des Wagens, zwei Männer und zwei junge Mädchen, wurden sestgenommen. Hamburg, 2. August.(Eigenbericht.) Im Lause des Montagabend und während der Nacht vom Man- tag zum Dienstag waren im Stadtgebiet Altona �wieder sämtliche SA.-K a s e r n e n und Lerkehrslokale mit«A.-L e u t e n überfüllt, die teilweise aus der weiteren Umgebung oer Stadt zusammengezogen waren. Bor einem Razioerkehrslokal m der Holstenstraße stand ein SA.-Mann auf Posten, der mit einer i Pistole die Passanten bedroht«. Bei einer polizeilichen i Durchsuchung d«s Lokals wurden zwei?l r m e e p i st o l c n. zwei Trommelreoolocr, eine Scheintodpistole und über 120«chuß Muni- tion gefunden. Sänuliche Massen waren geladen. Auf einer Zufahrtsstraße zur Stadt wurden zwei SA.-M o- torradf ahrer von der Polizei angehalten und nach Waffen durchsucht. Beide waren mit Pistolen bcwafsnet und mit zahl- reicher Munition oersehen. Sie wurden beide verhastet. Röverei bei Klagges. (SA. auch in Braunschweiger Polizei. vraunschweig. 2. August.(Eigenbericht.) Die hiesigen SS.- und SA.-Führer sind an Klagges mit der Forderung herangetreten,„die Hilfe zuverlässiger und ausgesuchter Sturmobteilungsführer zur Aushebung der Rechtsunsicherheit des Landes Braunschweig anzunehmen". Die.Rechtsunsicherheit ent- deckten die Nazis plötzlich, weil ein Standartenführer bei einem Zusammenstoß mit Kommunisten totgeschossen ist. Bier von den Nazi? ermordete Braunschweiger Arbeiter stehen gegen einen in der Notwehr erschossenen SA.-Mann. Klagges hat sich die Entscheidung über das Angebot bis zur Klärung derselben Fragen in Oldenburg vorbehalten. Er will die Haltung der Reichs- regierung abwarten, ob s i e die Einreihung der SA. in den Polizei- dienst duldet. Heimtücke und Roheit. wemmingen, 2. August. Zu schweren Ausschreitungen kam es hier im Laufe der Nacht. Der Kommunist Birk wurde unter„Heit-Woskau-Busen aus feiner Wohnung herausgelockt, von bisher unbekannten Tätern überfallen und mit Schlagringen schwer mißhandelt. Die Täter flüchteten In einem bereitstehenden Auto. wegen dieses Vorfalls kam es dann im Laufe des vormittag» vor dem Arbeilsamt zu Zusammenrottungen und Schlägereien zwischen Kommunisten und National- s o z i a l i st e n. Zwei Kommunisten wurden in Schuhhast genom- wen. später jedoch wieder entlassen. Um die Ruhe wieder herzu- stellen, wurde eine Abteilung Schuhpolizei von Augsburg ange- fordert. Werk in die Lust geflogen. Zwei Arbeiter durch Explosion getötet. Emmerich, 2. August. Die Ttadt wurde heute morgen gegen 10 Uhr durch eine gewaltige Detonation in Schrecken versetzt: die Lxydo-Wcrke, eine Zwcigabtcilung der Lelwerkc Noury von der Lande G. m. b. H. waren in die Luft geflogen. Das Unglück ereignete sich in der Trocken- abteilung des Betriebes in einem Wellblech» g e b ä u d e. das vollständig in Trümmern ging. Die Eisenteile wurden mehrere hundert Meter weit geschleu- dert. Glücklicherweise erfolgte die Explosion zur Zeit der F r ll h st ü ck s p a us e, so daß sich mit Ausnahme von zwei Arbeitern niemand in dem Gebäude befand. Beide Arbeiter wurden zerrissen. Durch die Gewalt der Explosion wurden in den anliegenden Straßen Hunderte von Fensterscheiben zerstört und auch die Dächer teilweise abgedeckt. Es wurden auch mehrere Personen verletzt, meist durch umher- fliegende Glassplitter. Die Unglllcksstelle ist abgesperrt. Explosion im Farbenladen. Vier Tote, zwanzig Verletzte. New York, 2. August. Im Kellergeschoß eines Farbenladens in der Park Avenue ereignete sich, kurz nachdem dort ein Brand ausgebrochen war, eine äußerst heftige Explosion. durch die das benachbarte Wolkenkratzerhotel Ritz Towers erschllttert wurde. Vier Personen wurden ge» tötet und etwa zwanzig verletzt. Bei her Explosion wurden einzelne Trümmer bis zu einer Höhe von über fünfzehn Metern geschleudert. Zahlreiche Fenster und Schaufenster wurden eingedrückt und alle Gegenstände, die sich in der Auslage eines Juweliergeschäftes befanden, auf die Straße geworfen. Der Schaden wird auf 200 000 Dollar geschätzt. Mit» glieder einer Rettungekolonne sind fieberhaft damit beschäftigt, die unter den Trümmern begrabenen Personen zu bergen, Aerzte leisten die erste Hilfe auf dem Bürgersteig der Part Aoemc«, auf dem Tote, Sterbende und Verlegte liegen. Die Unabhängige Arbeiterpartei Englands hat auf einem Partei- tag in Bradford die letzten Bindungen gegenüber der Labour Party gelöst. Dieser Beschluß wurde mit 241 gegen 142 Delegiertenstimmen gesaßt. Die Minderheit wird unter Führung von Dollan und Wise der Arbeiterpartei die Treue halten, während die Mehrheit unter Führung von Maxton und Fenne-Brockway den Weg der deutschen SAP. gehen wird. 44 Hinrichlungen in Peru. Als Nachspiel zu den revolutionären Unruhen in der peruanischen Stadt Trujillo wurden am Montag 44 Aufständische hingerichtet. Rückkehr zum Menschen Von Paul Belker Kürzlich hat ein Theaterleiter den herbeigesehnten Abonnenten in seiner Programmrede wieder einmal„lebendigstes" Theater o«r> heihen. Gleich im Superlativ, das einsache„lebendig" erschien wohl abgebraucht, nachdem es seit einem Dezenium als Aushängeschild ge- dient hat. Dabei erinnert man sich mit angenehmem Gruseln des etwa zwanzig Jahre zurückliegenden„gepflegten" Theaters Zeißscher Herkunft, dann des„aktuellen", der„Zeit-", de»„Bekenntnis." und des politischen Theaters. Man freut sich, daß der Vorrat der mög- lichcn Adjektivs nun bald erschöpft sein mutz. Warum aber überhaupt noch diese Methode? Glaubt der Theaterleiter im Ernst, dah das Publikum noch den Glauben hat an die programmatischen Adjektiv? Glaubt er, datz man ihm selbst auch nur den guten Glauben daran glaubt? Wird nicht auf solche Art die törichte Manier der gegenseitigen Veheuchelei sortgesetzt? Man meint aus Konvention dem Publikum und der Presse ein Schlag» wort hinwerfen zu müssen, obwohl jeder weitz, dah niemand es ernst nimmt. Aber man setzt das Spiel im Spiele fort, weil es üblich ist, dah der Theaterleiter sein Schlagwort prägen mutz— auch wenn das Metall dafür längst ausgemünzt ist. Wirklich völlig ausgemünzt— denn was soll man sich unter alledem vorstellen? Lebendiges Theater setzt totes als Gegensatz vor- aus, gepflegtes fordert die Möglichkeit des ungepflegten— in beiden Fällen handelt es sich also gar nicht um bekenntnishaste Charakter- bestimmung, sondern nur um eine Umschreibung des Qualitäts- begriffes. Man verspricht gutes Theater. Warum dafür so ge- spreizte Erklärungen, hinter denen nur das Selbstverständliche steht? „Gepflegt",„aktuell",„lebendig"— was von alledem wäre nicht jederzeit erforderlich, josern man überhaupt Theater spielen will, wäre nicht auch jederzeit vorhanden gewesen, wo gutes Theater ge- niacht wurde? Ist keine bessere Zielsetzung möglich? Nicht nur möglich, sondern vor allem nötig. Es kommt nicht auf Eigenschaftsworte an, sondern auf das Hauptwort. Dieses Haupt- wort heiht beim Theatern der Mensch. Der Mensch als Objekt des Spieles, dessen Wandlungen sich nicht anders sassen und begreifen lassen als aus der Wandlung des Menschen. Der Mensch als Grund- lag« auch der sozialen und organisatorischen Lebensform des Theaters, deren Bedingungen ihm eng verbunden, in ihren Bewegungen ebenfalls nur zu erkennen und zu gestalten sind aus der Bewegung des Wesens Mensch. Der Mensch vor allem als die künstlerische, ethische und ästhetische Norm dessen, was sich auf der Bühne als Spiel der Erscheinungen begibt. Was bedeutet dieser einzigen und einzig zuverlässigen Norm gegenüber jener Kram von Eigenschaftswörtern, hinter denen in Wahrheit bestenfalls ein« Plattheit steckt? Sie verwirren nur, lenken Blick und Aufmerk- samkeit auf Nebendinge, verpflichten Leitung, Spieler und Publikum zu Konstruktionen, die sich nicht für, sondern gegen jedes Theater auswirken. Das ist die gegenwärtige Lage. Wissen wir es eigentlich nicht, daß, solange die Welt steht und stehen wird, für das Theater dieser West immer nur«in Gegenstand und immer nur ein Kriterium vorhanden sein wird: der Mensch? Cr sei denkend sprechendes Wesen, er sei singende, sei tanzende, er sei rein bildhast agierende, aus stummer Bewegthsft handelnde und deutende Erscheinung— er sei was er wolle, aber er sei Mensch, nicht literarische Tendenz, nicht program- matische Attitüde, nicht Kostüm, nicht dekorative Umgebung, nicht intellettualistische Spezialisierung, nicht politisches Gesinnungsplakat. Etwas von allem mag und muh in ihm sein. Nicht aber als Selbst- zweck, nur als Ausstrahlung des Menjchentumcs, aus dem allein es Daseinsberechtigung empfängt. Soll man nun fragen, w o heut die Dichtung, die Musik ist, die solches Menschen-Theater ermöglicht? Di« Frage wäre überflüssig, denn niemand würde diese Dichtung, diese Musik so zeigen, wie sie gemeint ist. Man würde es zunächst für nötig halten, sie durch pro- grammatisch« Drapierung bühnensähig zu machen. Also besser ge- fragt: wo ist das Theater, der Regisseur, der es wagt, den Menschen zu zeigen statt der programmatischen Attrappe? Auch auf diese ergebnislose Frage gibt es nur eine Entschuldigung zur Ant- wort: die meisten von uns haben verlernt den Menschen zu er- kennen, wo sie ihn sehen. Da und dort tauchen im Schauspiel, in der Oper, im Film und im Tanz einzelne starke Erscheinungen auf, Aus- nahmcwesen, die sich Beachtung erzwingen. Aber der allgemeine Sinn und Bedarf unseres Bühnenfpieles ist anders gerichtet. Die schulmäßige Vorbereitung, die technische Anleitung, der ästhetisch kritische Matzstab unseres Theaterbetriebes, die gesamte künstlerische Lebensregel zielt nicht auf diese Menschenmuster, verkennt zum mindesten ihre Lehre. Sie zu befolgen ist freilich nicht nur undenk- bar, sondern vor allem sehr schwer. Menschengestaltung— nicht im Sinne asfenhafter Nachahmung, sondern Einhauchung des lebendigen Odems—• schwierigste Aufgabe der Gestaltung überhaupt. Was alles muß da abfallen von der persönlichen Selbstliebe, wie außerordentlich muß die Begabung sein, wie bedingungslos die Dämonie der Hingabe, wie selbstvergessen das Untergehen im Geheimnis der Verwandlung. Aber sagen wir nicht, dies sei nur dem großen Künstler, dem Aue- erwählten möglich und vorbehalten. Die Grade des Gelingens mögen und sollen oerschieden sein, nicht die Zielsetzung. Also müssen vor allem wir selbst es wollen, zum mindesten überhaupt wissen, daß wir solches wollen mühten, um zu einem wahrhaftigen Theater zu gelangen. Frage: Was eigentlich treiben unsere Theater und wie stellt sich dieses Treiben dar gegenüber dem Kriterium Mensch? Es ist die Grundfrage um festzustellen, was ist, was werden kann und soll— die Grundfrage für den gesamten Komplex der Theaterdinge, mögen sie künstlerischer, wirtschaftlicher, sozialer Natur sein, mögen sie Schöpfer, Darsteller, Publikum betreffen. Die Gefahr. „Der Hund ist gefährlich, er wird mich noch beißen," so mur- melte Herr Pfasf jeden Morgen, wenn er an der Seltersbude vorbeiging, vor der ein ziemlich struppiger unsympathischer Köter lag. Der allerdings beachtete Herrn Pfaff nicht. „Der verdammte Köter verstellt sich, man muß sich erst recht vorsehen," so schoß es Pfaff durch den Kopf. Cr beschloß, etwas Ernsthaftes gegen die Gefahr zu unternehmen, und warf dem Hund jeden Morgen einen drohenden Blick zu. Die Folge war. daß der Hund leise zu knurren anfing, wenn er des Herrn Pfaff ansichtig wurde. „Da haben wir's! Ganz bestimmt wird die Töle mich beißen. Jetzt ist es aber höchste Zeit, daß ich energisch gegen ihn vorgehe." Unter solcherlei Gedanken versetzte Herr Pfaff dem Hunde einen festen Tritt. Der Hund jaulte auf, dann erhob er sich zur Abwehr- stellung und fletschte die Zähne. „Ein ungemein gefährliches Tier," stellte Pfaff fest. Am nächsten Tage hatte er sich mit einem Knüppel bewaffnet und schlug den Hund über die Schnauze. Der fuhr 5zerrn Pfaff an und schnappt« kräftig nach Pfaffs Hosen. „Wie sehr habe ich recht gehabt, vor diesem gefährlichen Tier zu warnen," stellte Herr Pfaff mit Befriedigung fest, als er mit zer- rissener Hose heimwärtsging. «» „Alle Parteien, die die kommunistische Gefahr geleugnet haben, müssen jetzt erkennen, datz die Reichsregierung die Lage richtig beur- teilt hat." Dies soll laut Hugenbergscher„Nachtausgabe" die Auffassung der Wilhelmstraße über den Wahlauefall, besonders über das An- wachsen der Kommunisten sein. sovatdan. Llngeireue Vegierungsbeamte. 42 OOO Mark im Auswärtigen Amt unterschlagen. Bei einer unvermuteten Nachprüfung der Reisekasse des Ber- kehrsbüros im Auswärtigen Amt ist man umfangreichen Unterschlagungen auf die Spur gekommen. Es wurde ein Fehlbetrag von rund 42 000 M. festgestellt. Zwei Beamte, der Leiter des Bsrkehrsbüros, Minifterialamtmann Engel und der Ober- sekretär Sommer sind festgenommen worden. Während Sommer ein umfassendes Geständnis abgelegt hat, gibt Engel nur einen Teil der Verfehlungen zu. Die Unterschleife wurden dadurch begangen, daß die ungetreuen Beamten die von der Legationskasi« ausgezahlten Beträge zur Weiterleitung an das Mitteleuropäische Reisebüro für amtliche Fahrten der Beamten des Auswärtigen Amts nicht ablieferten und für sich behielten. Der Verdacht richtete sich sofort gegen Ministerial- amtmann Engel und dessen Obersekretär Sommer. S. wurde von der Kriminalpolizei festgenommen. Er legte heute früh ein Ge- ständnis ab. Ministerialamtmann Engel, der sich mit seiner Familie auf einer Harzreise befand und von der Aufdeckung der Unter- schlagungen noch keine Ahnung hatte, wurde vom Auswärtigen Amt telegraphisch zurückgerufen. Als Engel heute früh in Berlin eintraf, wurde er gleich auf dem Bahnhof von Kriminalbeamten in Empfang genommen. Bei seinem Verhör bestritt er die Unterschlagungen, Außerdem ist der Konsulatssekretär S t r e h l o w verhaftet worden. Er soll in Chtkago Mündelgelder unterschlagen haben. Oeutschlandkunde für Rundfunkhörer. Die Rundfunksendung au» Hamburg„Mecklenburger Kultur- bilder" wurde von Berlin und vom Deutschlandsender übernommen. Der Hörer erfuhr sehr viel von Kunst und Dichtung, manche« von der landschaftlichen Schönheit Mecklenburg«. Die Menschen wurden in Kunst und Landschaft malerisch als Trachtenpuppen herein- gruppiert. Von der Wirklichkeit des arbeitenden Menschen erfuhr der Hörer nichts. Mecklenburg ist das am dünnsten bevölkerte Gebiet Deutschlands. Das fruchtbare Land Mecklenburg ist deshalb so dünn bevölkert, weil die Feudalherren, die mecklenburgische„Ritterschaft", allen guten Boden in Besitz genommen hatten, auf ihm mft Erfolg eine Be- . völkerungsoerminderung anstrebten. So hotte von 1880 bis 188S die Bevölkerung auf den landesherrlichen Domänen um 2589, auf den ritterschaftlichen Gütern um 6372 abgenommen. Diese„Landflucht" hatte ihre guten Gründe: Entlohnung, Arbeits- und Lebensbedingun- gen waren für„deutsche" Menschen auf diesen Gütern nicht zu er- tragen: man ersetzte sie daher durch ausländische Saisonarbeiter. Kultur? Die Großgrundbesitzer stemmen sich noch heute mit allen Kräften gegen eine ausreichende Schulbildung der Landarbeiter- jugend. Die Schulen sind auch heute noch häufig in mehr als schlechtem Zustand. Verglichen mit den meisten Landarbeiter- behausungen allerdings sind sie beinahe Paläste. Auf dem Rittergut Dischley bei Friedland wurden 1939 zwei siebentöpfige Familien, in denen sich zwei hochschwangere Frauen befanden, in einer einzigen Wohnung, bestehend aus Stube, Kammer und Küche untergebracht. Auf der Staatsdomäne Wendisch-Mulsow mußten die ledigen Ar- bester im Pferdestall schlafen. Die Entlohnung ist erbärmlich schlecht. Weshalb hatte man nicht den Mut, dieses Leben des mecklen- burgischen Landarbeiters in diesem„Kulturbild" zu zeigen?— lr. „Herzdame." Rose-Theatep. Roten Rosen und einer Husarenunisorm kann kein gutbürger- liches Frauenherz widerstehen, das ist bei Rudolf Presber der Weisheit allerletztes Ergebnis. Darum ist auch der Herr Major o. D. der Typ von Großmutter, Mutter und Kino, Doch da die Viel- weiberei offiziell in Deutschland nicht erlaubt ist und da« Lustspiel immerhin drei Akte hat, verloht sich der Herr Major mit keiner der drei Angebeteten, sondern mit einer anderen. Aber unbesorgt, der Spießer kommt auf seine Kosten: denn Ruoolf Presber» tiefes Ge- müt sorgt für«inen übersteigert glücklichen Abschluß mit drei Braut- paaren. Die Dialoge fließen seicht dahin, fernab unserer Gegenwarts- sorgen und jenseits des echten Lebens. Presber schrieb diese, Lust- spiel mit leidlicher l)andwerksmäßiger Gewandtheit ohne einen mit- reißenden oder auffällig neue» Einfall zu verwenden. Deshalb ist der Autor Hermine S t e r l e r zu tiefstem Dank verpflichtet, spielt sie doch die Großmutter so entzückend innerlich und äußerlich vornehm und so losgelöst von der Zeit, daß sie dem Theaterstück zu einem Erfolg verhilft. Gut unterstützt wird sie von Kurt Lukas und Georg Schnell sowie dem übrigen Ensemble. Paul Rose führt entsprechend Regie, Otto G rot he schuf schöne Bühnenbilder und beide sorgten, durch Mitbenutzung des verdeckten Orchesterraums, für eine außerordentlich geschickte Ausnutzung der Bühne. „FrühUngslust" im Nose-Theater. Ein viel zu früh verstorbener Prinz aus der glorreichen Familie der Wiener Walzerkönige war dieser Josef Strauß, Sohn des ersten, ebenbürtiger Bruder des zweiten Johann, des großen „Fledermaus"-Komponisten. Freilich, er war durchaus kein Theater- mann. Wenn hier, in„Frühlingsluft", die köstlichen beschwingten Melodien sich recht kontrastlos aneinanderreihen, wenn die im ursprünglichen Sinn operettenmätzige Gliederung, wenn die formalen Steigerungen fehlen, die sein Bruder so wirkungsvoll und sicher anzubringen wußte, ist es nicht seine Schuld. Die Operette stammt an sich gar nicht von ihm. Jahrzehnte erst nach seinem Tod hat ein Herr Reiterer aus seinen Tänzen Musik(wenn auch geschickt genug) zusammengestellt: und einem harmlos lustigen Libretto unter- legt, das jetzt durch Julius Wilhelm neugestaltet wurde. Ein verdienstliches Unternehmen des Rose-Theaters, eine Operetten- renaissance, die man sich gefallen lassen kann: soviel wienerische Walzer, Schubertsche Anmut, soviel Echtheit ist in dieser glanzvoll unbeschwerten Musik einer leichtsinnigen Stadt, einer leichteren Zest... Eine prächtige(von Max Schmidt musikalisch exakt geleitete) Aufführung, die sich mit Tanzeinlagen und Pantomimen, mit chorischem Massenaufgebot, mit Lampionzauber und einem wunder- hübschen Fackelzugsinale oft geradezu revueartiger Breite nähert und so vieles bringt, daß sie jedem etwas bringen wird. Allen aber gute Laune— das Publikum amüsierte sich großartig und quittierte die gelungenen Anstrengungen durch außerordentlich stürmischen Applaus. Er galt vor allem Traute Rose, einer überlegen ge- stalteten ernst-komischen Hanni, sowie dem ganz charmanten Mario L e r ch: nicht weniger aber Kurt M t k u l s k i und Willi Rose, Fritz K a l l m a n n, Lotti S ch ü r h o f f und allen anderen, w. „Das Deutsche Theater am Rhein." Die langen Verhandlungen zwischen den Städten Köln und Düsseldorf um das Zustande- kommen des„Deutschen Theaters am Rhein" haben jetzt zu einem endgültigen Erfolg geführt. Das gemeinschaftliche Schauspielensemble besteht hauptsächlich aus Mitgliedern des Kölner Schauspielhauses. Gustav Lindemann bleibt Borstandsmitglied der Düsseldorfer Schau- spicl-G. m. b. H., der Besitzerin des Theatergebäudes und ihr Inten- dant. Hundert Vorstellungen de« Ensembles sind für Düsseldorf ge- sichert. Außerdem verharrt die Stadtverwaltung Düsseldorf bei ihrem Plan, neben dem Deutschen Theater am Rhein ein eigenes Schau- spielensemble zu gründen. Das Schillcr-Theater legt ein Abonnement zu 7b Pf. bis 3 M. auf. Programm, und Garderobengebühr sind einbegrifsen. Über 10000 Kopf- und Handarbeifer sind Tag für Tag beschaffigf ContinenfaE-ieifen für Fahrrad, Kraftrad, Personen- u. Lastkraftwagen Continental-Gummiwaren wie Treibriemen, Absätze, Bälle, Gas- und Wasserschläuche, Matten usw. in prima Qualität herzustellen und zu vertreiben. Wenn Sie Conlinenfal-Gummiwaren kaufen, erhalten Sie 100 Pfennig für eine Mark! Oer wilde Mver Oldenburger Zwischenspiele Der Freistant Oldenburg erlebt jetzt ebenso interessante wie aufgeregte Tage. Seit die N a t i o n a l s o z i a l i st e n die drei bisherigen B e a in t e n m i n i st e r abgesetzt und an deren Stelle drei richtiggehende P a r t e i b u ch m i n i st e r gestellt haben, ist immer etwas los. Der Spaß begann mit einer vom neuen Ministerpräsidenten an- gekündigten A m n e st i e für politische Vergehen. Das sah nach etwas aus. Bei näherem Zusehen entpuppte sich diese Amnestie freilich nur als eine Geste. Politische Prozesse haben in dem kleinen Lande so gut wie gar nicht stattge- f u n d e n, also gibt es auch nichts zu amnestieren. Bis auf den Herrn Mini st erpräsidenten selber, gegen den seit langem ein oder zwei Beleidigungsklagen schweben. Hier konnte der Staatsanwalt niemals recht zugreiien, weil Herr Rover als Reichs- und Landtagsabgeordneter doppelt immun war und noch ist. Das Ergebnis der„Amnestie" wird daher sein, daß der Herr Ministerpräsident in erster Linie von seiner Amnestie profitiert. Im Beleidigen und ehrenrührigen Herabsetzen anderer Leute, besonders politischer Gegner, ist der Razi-Ministerpräsident überhaupt groß. Das war schon vor seiner Ministerpräsidentschast so. Seine Landtagsreden waren häusig mit Ausdrücken wie„An die Wand stellen",„Aufhängen",„Gesindel",„Iudenpack" usw..gewürzt". Im jetzt eben abgelaufenen Wahlkampf stellte er die gleiche Walze ein. Die Gegner würden gehängt werden und man würde Posten hin- stellen damit die Raben an ihrem Schmaus nicht behindert würden... An dem in Vechta erscheinenden Zentrumsblatte„Olden- burgische Volkszeitung" übt ein Pfarrer das Amt des Haupt- schriststellers aus. R ö v e r, der es aus spekulativen Gründen liebt, in öffentlichen Volksversammlungen den Kragen abzunehmen und den Rock auszuziehen, erklärte in einer solchen Ver- sammlung, daß er dem Pfarrer die Sehmaschinen kaputtschlagen werde, die dieser dann als altes Eisen verkaufen könne... Als nun das Blatt sich über diesen, ihm gegenüber angeschlagenen Tan beschwerte, ließ er das Blatt verbieten. Dabei hatte das Blatt nichts weiter getan, als seine ureigensten Interessen wahrgenommen. Gleich auf vierzehn Tage verbot Herr Röver auch unser Parteiorgan in Delmenhorst. Unserem Parteiblatt in Rll st ringen sowie einem weiteren Zentrumsblatt in Löningen ließ er eine„Verwarnung" zugehen, mit der Ankündigung, daß, wenn sie sich beide nicht besserten, sie unnachsichtlich verboten werden würden. Daß der Ministerpräsident zwar die Weimarer Ver- fassung beschworen, deren am 11. August fällige Feier jedoch bereits unterbunden hat, sei nur nebenbei er- wähnt. Zum Regierungspräsidenten in Eutin hat Herr Röver seinen Parteigenossen B ö h m ck e r gemacht. Als dieser sein Amt antrat, geschah dies unter Hißung der Hakenkreuz- sahne auf dem Rathaus und dem Regierung?- g e b ä u d e, unter Aufmarsch der SA. und unter Absingen des Horst-Wessel-Liedes. Der jüngste Streich, die Betrauung bisheriger SA.-Leute mit Polizeidienst ist bekannt. Die Reichsregierung hat daraufhin zwar einen gewissen Schritt in Oldenburg unternommen, doch ist anzu- nehmen, daß man die Röverei ungeschoren läßt. Eine böse Sache für den oldenburgischen Staat sind seine Steuerruckslände. Ueber 3 Millionen stehen aus! Das ist für das kleine Land sehr viel. Wer sind die Rückständigen? Die Bauern auf dem Lande. Die gleichen Leute, die die SA.-Abteilungen und den sonstigen Agitationsgrundstock der Nazi- parte! liefern! Als unter der alten Regierung die Bauern sich um die Zahlung drückten, war dies bei der Nazisraktion ganz selbst- verständlich: es hätte gar keinen Sinn,„diesem Staat" Steuern zu bezahlen. Im neuen N a z i st a a t nachen es die Bauern nun ebenso. Der Ministerpräsident bat sie unlängst herzlich, doch zu zahlen, da nun die Gewähr für eine sachgemäße Verwendung des Geldes jetzt gegeben sei. Es nützte aber nichts; die gerufenen Geister wurde er nicht los. Es wurde jetzt anheimgestellt, die Steuern in Naturalien zu zahlen; das bisherige Ergebnis dieser Maßnahmen ist aber gleich Null! Nicht uninteressant ist übrigens, daß auch nach den Reichstags- wählen vom Sonntag die Naziregierung nicht die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat. In allen größeren Orten Oldenburgs und fast durchweg auch in den ländlichen Gebieten haben am 31. Juli die sozialistischen Stimmen zuge- n o m m e n. Sollte das nicht eine Warnung für Herrn Röver und seine beiden anderen Parteibuchminister sein? „Euch wählen ist ein Greuel.' Man schreibt uns: Am Sonntag wurde in einem Stimmbezirk ein Stimmschein abgegeben, der unter Liste 2 nur den Vermerk trug:„Iesaia Kap. 41 Vers 24". Dieser Bibelvers lautet:„Siehe, ihr seid aus nichts, und euer Tun ist aus nichts; und euch wählen ist ein Greuel." Der Scherz ist an sich gut, und man kann dem bibelfesten Mann nur zustimmen. Zu bedauern aber ist, daß die Stimme dieses Wählers durch den witzigen aber unzulässigen Vermerk für die Republik verloren gegangen ist. Raus mit der Ware! Das ist das Leitmotiv des diesjährigen Saisonschluß. verkauses dei H. Joseph u.€ o., Neukölln. Berliner Str. 51—55. Die Lust Aum Kaufen hat nunmehr jede Hausfrau, besonders wenn man in Betracht Aicht, dag die Preise teilweise bis zu 75 Proz. herabgesetzt sind. Staunend geht man von Lager zu Lager um doch immer wieder iestzustellcn, datz es sich bei den enormen Warenmengen, die dort ausgestapelt sind, nur um die er- probt guten Qualitäten handelt. Raus mit der Ware bei H. I o s e p h u. Dasür erfährt die-Kaiserin von der„ernsten Arbeit", die ihr Mann zwischendurch erledigt. In Wirklichkeit sieht das so aus:„Der Kaiser hatte nach Eintreffen der Berliner Post drei- bis vier- hundert Untersckgriften zu geben und widmete sich dieser Aufgabe, nachdem Histlsen von Seiner Majestät eine schöne Kra- wattennadel zum Geschenk erhalten hatte. Während der Kaiser im Salon die Unterschrifftei, gab, musizierten Görtz, Hülsen und ich i n d e m s e läb« n Raum während drei Stunden." Don der großen Politik weht ab und zu ein Hauch in die fröhliche Tafelrunde. Bismarcks Tod stört 1898, und zwei Jahre später hält der Chinafeldzug alles in Atem. Im Juni 1903 haben die Reichstogswahlen den großen Erfolg der Sozialdemokratie gebracht. Der„Zerschmetterer der Arbeiterpartei steht unter diesem Eindruck. als er in Bergen, wie üblich, bei dem deutschen Konsul Mohr zu Gast ist:„Der Kaiser versenkte sich nach dem Essen mit der ihm eigenen Vertrauensseligkeit in ein Gespräch über die Sozialdemo- kratie und hatte sich dazu den Schwiegersohn des Hauses, K e r st e n, ausgesucht." Schade, daß der Leser über diese sicher saftige Unter- Haltung nichts erfährt. Schade, daß von den politischen Offen- barungen Wilhelms überhaupt das meiste unterschlagen wird. Eine Kostprobe macht allen möglichen Appetit: am 17. Juli 1889 erhält der Kaiser auf der„Hohenzollern" die Mitteilung, daß ihn Großmama, die Queen Viktoria, zum Großadmiral der englischen Flotte ernennen werde. Das nimmt der 5iohenzoller nicht etwa als eine leere Form hin, o nein, er oertraut Eule u bürg sofort an, daß er„es sich zur Aufgabe stellen werde, die englische Flotte völlig zu reorganisieren. um bündnissähige Freunde zu haben". Was hätte Wilhelm wohl für ein Gesicht geschnitten, wenn sich der Prinz von Wales, zum Chef der Deutzer Kürassiere ernannt, anheischig gemacht hätte, nun einmal den rechten Murr in die preußische Kavallerie hinein- zubringen! Ergänzt derart das Werk, das doch den letzten deutschen Kaiser im schmeichelhaften Licht zeigen soll, das Bild, das die Geschichte von ihm entworfen hat, so findet sich eine Szene von geradezu erschütternder Syinbolik auf diesen Seiten. Als, im Juli 1898, die„Hohenzollern" die Inselgruppe der Lofoten Von Hermann Wendel hinter sich hat, wendet sich Eulen bürg, weil er eine Staats- depefche aufgeben will, mit der Frage nach der nächsten Telegraphen- station an den Ersten Offizier der Jacht, Kapitänleutnant von Grumme. Ein Achselzucken ist die Antwort. Darauf die weitere Frage:„Ja, aber wohin fahren wir denn?" und die Erwiderung:„Das weiß ich auch nicht!" Eulenburg eilt zum Kommandanten des Schiffes:„Wohin fahren wir, Herr von Boden hausen? Ich muß dringende Depeschen aufgeben." Der Kommandant:„Das weiß ich wirklich nicht. Grumme, hat Seine Majestät nichts befohlen?" Grumme:„Nein!" Eulenburg(in höchstem Erstaunen zum Kaiser):„Verzeihen Eure Majestät die Frage. Wohin sahren wir?" Der Kaiser:„Wohin wir fahren? Bodenhausen!" Der Kommandant:„Eure Majestät befehlen?" Der Kaiser:„Bodenhausen, wohin fahren wir?" Der Kommandant:„Wir fahren... ja, Euer Majestät haben... wohl befohlen... wohl noch nicht bejohlen?" Zum Schluß tritt Eulenburg zu dem Steuermann, der die Hand an der Kurbel hat:„Na, wohin geht die Fahrt des Kaisers? Norden? Süden? Osten? Westen?" „Nee", sagt der Seebär gedehnt, „ick fahre nur man so drauflos." Ganz ähnlich,„nur man so drauflos", fuhr auch das Reichs- schiff, auf dessen Kommandobrücke hochgemut Wilhelm II. stand, und niemand von den Verantwortlichen hatte eine Ahnung, wohin die Fahrt ging, bis es im August 1914 allen klar wurde. Aber da war es zu spät. Ein Tag Saloniki Nicht mit den Augen des Globetrotters gesehen Als der erste Glockenton der nahen orthodoxen Kirche durch den grau-violetten Schleier der Morgendämmerung den wahrhaft rosenroten Sonnenaufgang begrüßte, kroch ich wie gerädert, tief aufatmend, unter dem Moskitonetz meines angeblich desinfizierten Hotelbettes hervor.„Hall nilcts"(Gute Nacht!) hatte mir gestern abend der Hotelier geschäftsmäßig freundlich gewünscht. Gottlob, daß diese„gute" Nacht mit ihren tausendfältigen Martern hinter mir liegt! Trotz des Netzes hatten Legionen Moskitos und sonstige fliegende, laufende und hüpfende, stechende, beißende und zwickende Insekten ein mutwilliges Spiel mit meinem armen Körper ge- "trieben, bis er endlich' gegen drei Uhr morgens totmatt und schick- salsergeben in abgrundtiefen Schlaf gesunken war Obgleich es erst 6 Uhr(südosteuropäischer Zeit) ist, beginnt schon reger und lärmender Verkehr auf den Straßen. Denn Morgenstunde hat in Saloniki erträgliche Sonne und leichte Seebrise im Munde. Auf der Terrasse eines„Kafenions" in der Wardarstraße, der Hauptverkehrsader der Stadt, schlürfe ich den würzigen Tllrkenkafsee, der neues Leben in die zerschundenen Glieder zaubert. Kaum hatte ich mich niedergelassen, als ein braunhäutiger Knirps, mit einem pathetisch bemalten Kasten be- wasfnet, wortlos unter den Tisch kriecht und sich der Schuhe be- mächtigt, die hier ewig staubig sind. Vier Riesenbllrsten, mehrere Lappen und gegen ein halbes Dutzend Tiegel und Fläschchen zückt der Kleine, und innerhalb sünf Minuten sind meine derben Touristenschuhe in wahre Lackstiefel verwandelt. Für 1 Drachme (etwa 5 Reichspsennige)! Draußen rasseln mit ohrenbetäubendem Klingeln und schrillen Pfisfen die Trambohnwagen vorüber. Saloniki mit seinen mehr als 200 000 Einwohnern hat nur zwei Straßenbahnlinien, eine auf der Wardarstraße, die andere auf dem Kai. In den Stunden des Hauptverkehrs gleichen die kleinen, nicht sehr saubere» Wagen Bienenkörben. So gegen 50 Personen drücken sich im ge- wöhnlich nach Desinfektion„duftenden" Wageninnern: etwa ein Dutzend drängelt sich auf den Trittbrettern, und fünf, sechs Jungen und Burschen hängen an der Hinteren Plattform. Kein Schaffner und kein Schutzmann schreitet dagegen ein. Bei den wenigen Wagen und dem starken Andränge muß das halt so sein. Uebrigens ist man in Saloniki gemütlich. Den Triebwagenführern ist die Unterhaltung mit den Fahrgästen nicht untersagt: so ein Verbot kennt man im redseligen Griechenland nicht. Das wäre einfach unfair. Wer vorn im Fllhrerstande fährt, kann bei dem Kon- öuktor auch Zeitungen erstehen, die dieser in Kommission vertreibt. Ein Grieche, sofern er nicht Analphabet, ist übrigens ohne Zeitung ebenso unvorstellbar wie ein Mllnchener ohne Bier. Auf dem Wege zur Fabrik, zum Büro, zum Geschäft, in der Arbeitspause. jeder schreitet oder fährt geistesabwesend hinter der Zeitung ver- borgen. Reitet der Milchverkäuser nach getaner Arbeit auf seinem Grautier ins Dorf zurück, dann sind von ihm nur die schaukelnden Beine zu sehen. Kopf und Körper sind hinter der bedruckten weißen Wand versteckt. Die schreienden und heulenden Zeitungsjungen haben sich trotz der allgemeinen schweren Krise noch nicht über Absatzmangel zu beklagen. Der Grieche verzichtet lieber auf ein Stück Brot als auf seine Zeitung. Da Saloniki, das der Grieche Thessalonike, der Türke Selanik und der Slawe Solu» nennt, von einem bunten Bölkergemijch— die Hälfte der Einwohnerschaft sind spaniolisch« Juden, ein Viertel Griechen und der Rest Türken, Bulgaren, Mazedowalachen u. a. m.— bewohnt ist, erscheinen hier Zeitungen in den verschiedensten Sprachen, deren Namen nur einem Vielsprachler geläufig werden können. Uno das ist jeder Zeitungsjunge in Saloniki. Bon der am Ostrande der Stadt gelegenen Zitadelle, an deren Stelle ehemals die Akropolis der Thessalonicher lag, bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die Landschaft. Im Rücken und weit nach rechts vorstrebend das Gebirgsmassiv des Chortiatsch, zu dessen Füßen sich die schöne weiße Stadt dehnt Im Hintergrunde der ins Aegäische Meer auslaufende Golf von Saloniki und in weiter dunstiger Ferne die ewig schneebedeckte Kuppe de? sagenumwobenen Götterberges Olymp. Die Schicksole einer fast dreitausend- jährigen Geschichte zittern und raunen aus dieser in flimmernder Julihitze brütenden Landschaft und Stadt. Hier hausten die alten Griechen, die Mazedonier unter Alexander dem Großen, die Römer, die aus Asien«ingedrungenen Bulgaren, die Byzantiner und die Türken. Hier schmachtete Cicero als Verbannter, gründete Paulus die erste Christengemeinde auf europäischem Boden, die er später wegen ihres lasterhaften Treibens in dem be- rühmten und viel umstrittenen„Brief an die Thessalonicher" ernst ermahnen mußte. Hier rächte im Jahre 390 der„crzfrommc" .Kaiser Theodosius einen Aufstand durch ein furchtbares Blutbad. Hier wüteten in unaufhörlicher Folge Kriege. Epidemien und Feuersbrünste Hier erlag 1913 König Georg von Griechenland der Mörderhand. Infolge ihrer günstigen Lage und des reichen Hinter- landes konnte sich die regsame Stadt trotz aller Schicksalsschläge immer wieder erholen. Auch heute noch ist sie ein wichtiger Waren- Umschlagsplatz, dessen Entwicklung allerdings die Griechen zugunsten des Athener Hasens Piröus vernachlässigen. In kurzen Schwingungen breitet sich die Stadt bis hart an die Meeresküste aus und verläuft sich in dem Villenviertel Kala- maria. wo die Konsulats und Krankenhäuser liegen. Weit draußen liegen die Elendsbaracken der anatolischen Flüchtlinge. Hier und da ragen als Wahrzeichen der fünfhundertjährigen türkischen Knechtschaft die Minarette der Moscheen gen Himmel. Das durch den großen Brand im Jahre 1907 vollkommen zerstörte Stadtzentrum ist neu ausgebaut worden, schmucklos und zweck- mäßig. Die Häuser zeigen selten Schornsteine— bringen die Wintermonate härtere Kälte, so wärmt sich der Bewohner am Kohlenbecken—, aber vielfach Dachzisternen für die Regenzeit. In der Nähe des Kais liegen die großen Tabakmanipulations- läger, in denen die mazedonischen und thrazischen Tabakbauern ihr „edles Kraut" abliefern. Fast durchweg sind es moderne und gut aussehende Gebäude, vielfach Paläste, denen man die„ewige schwere" Krise der Tabakindustrie nicht gerade anmerkt. Etwas widerwillig wird die Besichtigung eines dieser Betriebe gestattet. Ueber zwei Millionen Kilogramm bester orientalischer Tabaks lagern in halbdunklen, stickigen Räumen, da, wie der Führer be- tont, Licht und Sonne den Fermentationsprozeß schädlich beein- flussen Die Luft ist mit beißendem Tabakstaub geschwängert, der sich in die Lunge einfrißt und zum Husten reizt. Nirgends ist ein Ventilator zu sehen. Ein wahrer Friedhof, Brutstätten für die Tuberkulose. Tabakarbeiterstreiks sind in Saloniki keine Seltenheit, da die Arbeits- und Lohnbedingungen mehr als schmachvoll und menschenunwürdig sind. Ein beträchtlicher Teil der Arbeiter hat in den letzten Jahren den Weg zur Selbsthilf«, zu den Gewerk- schaften, gefunden, die aber immer noch nicht stark genug sind, um den Ausbeutern trotzig die Stirn zu bieten. Im weiten Hafenviertel herrscht emsiges Getriebe. Zwischen großen Ueberseedampfern schaukeln unzählige Segelschiffe. Halb- nackte, dunkelhäutige Träger, denen der Schweiß in Sturzbächen von der Stirne läuft, schleppen in langer, unaufhörlicher Kette das Löschgut: riesige Tabakballen, Holz, Erze. Getreide, Südfrüchte, Fische, Weinfässer. Auf dem Kai wimmelt es von fliegenden Händlern, bei denen man so ziemlich alles erstehen kann, von Teppichen, Anzügen. Schuhen, Selbstbindern und Knöpfen ange- fangen bis zu Porzellan, Gipsfiguren, Zigaretten, Bonbons und Lotterielosen. Die Verkaufsstände sind von Passanten, besonders von Seh- und Seeleuten, umlagert. Adressen von Bordells und Massagesalons werden einem zugesteckt. So mancher Matrose ver- gräbt den Zettel tief in den Hosentaschen und mag dabei denken, wie viel abwechslungsreicher doch das Leben an Land ist... In den Mittagsstunden ruhen Kai und Hafenviertel. Jeder ist vor der unbarmherzig niederknallenden Sonne geflüchtet. Am Abend erlebt der Kai ein« Metamorphose: er wird zuin Korso für reich und arm. Erst spät in der Nacht wird es still Im Hotelzimmer kleidet man sich im Dunkeln aus, um nicht durch das Licht die fliegenden Quälgeister anzulocken, von denen bereits einige eingedrungen find und das Opfer umkreisen. Kampfesmutig wird die letzte „Mazedonio" geraucht, um dos Viehzeug zu verjagen. Und dann „Gute Nachtl" unter dem Moskitonetz im„desinfizierten" Bettel Nurmi kommt nicht zur Ruhe Er bSeibt Professional— Das olympische Dorf als Reiseandenken Der Ausschluß Nurmis von den olympischen Kämpfen in Los Angeles spukt in der Sportpresse weiter nach. Ohne Rücksicht darauf, daß die Kämpfer im sogenannten olympischen Eid zu schwören haben, nicht um Geld und Geldeswert zu kämpfen, tritt man für die Teilnahme Nurmis an den Spielen ein. Ein Mittags- blatt schreibt über den Einmarsch bei den Eröffnungsseierlichkeiten: „Und da waren schon die Finnen, marschierten auf, nach- dem hundertdreiundvierzig Kanadier mit ihrem den Faschisten ab- -gesehenen Gruß die Arena betreten hatten, nur sünfundoierzig Mann stark, ohne Nurmi, ohne eine Bewegung, mit ehernem Antlitz den Blick auf den Boden geheftet. So schwuren sie später den olympischen Heucheleid, die Rechte erhoben, denn sie durften kein Aufsehen erregen, aber die Linke zur Faust geballt. Sie folgten nicht eigenem Wunsch, wenn sie den Einzug im Stadion mitmachten, sondern dem Befehl ihres Attaches, der die Aufforderung des finnischen Olympia- komitees, sofort die Rückreise anzutreten, außer Kraft gesetzt. Es bleibt ihnen ja noch eine letzte, schwache Chance, Nurmi einfach an den Start des Marathonlaufs zu dirigieren, in dem sie, ebenso wie in den 10 OM Metern, nunmehr nur noch zwei Vertreter haben, da man ihnen nicht erlaubte, Nachnennungen zu machen, eine Tatsache, die als besonders schwierig empfun- den und auf die Winkelzüge und Machenschaften des Schweden Edström und seines Piccolos v. Hall zurückgeführt wird. Dabei ist die Stellungnahme des deutschen„Piccolos" nicht ein- mal so falsch. Entweder man läßt nur Amateure kämpfen, oder man würfelt alles zusammen. Dann mußte man allerdings nicht nur lllurini starten lassen, dem man die Annahme von Bezahlung für seine Starts zum Borwurf macht, sondern auch andere Professionals. Also z. B. bei den Radfahrern Berufsfahrer, bei den Turnern etwa Reckturner aus Varietes usw. Schließlich sind diese Leute ebenso ehrenwert wie Nurmi, dem man das Geld direkt entgegenbrachte, nur um die Sensation seines Starts und die daraus resultierenden hohen Einnahmen auf irgendeinem Sportfest zu haben. Es erheben sich eben immer wieder Stimmen, die einen reinen Amateursport haben wollen. Wie tief aber durchgegriffen werden müßte, wollte man alle großen Rekordsportler ausscheiden, deren Weste nicht mehr ganz rein ist, das ist sehr schwer zu sagen. Es kennzeichnet nur die bürgerliche Sportbewegung, bei der sich solche Verhältnisse herausbilden konnten. Die Olympiade hat selbstverständlich echt amerikanische Aus- maße. Fast 2000 aktive Sportler nehmen daran teil, die aus allen Erdteilen kamen. Das sind an sich nicht viel: beim Arbeiterolympia 1931 in Wien wurden 77 167 Teilnehmer gezählt, doch traten sie sportlich nicht alle im Wettbewerb. Die Sportler in Los Angeles wohnen im olympischen Dorf, einer Siedlung, die nur für die Zeit der Spiele gebaut wurde. Immer zwei Mann bewohnen so ein Häuschen, und wer Geld hat, kann es sich sogar in die Heimat mit- nehmen. Man ist gar nicht kleinlich in Los Angeles, der Kaufpreis schwankt zwischen 140 und 250 Dollars pro Haus. Die Japaner sind am kapitalkräftigsten und haben alle von ihnen bewohnten Häuser gekauft, um sie mit in die Heimat zu nehmen. Was für armselige Schlucker waren da die Arbeiter- s p o r t l e r, die in Wien in Schulen Massenquartiere be- zogen, oder von Wiener Genossen in Privatquartieren beherbergt wurden. Arm am Beutel, doch reich im Geiste waren sie; sie brachten mit ein sozial! st isches Bekenntnis, das sie mit ihren Gastgebern und mit allen anderen Sportlern aus fast allen Erd- teilen verband in inniger, aufrichtiger Gemeinschaft. In Los Angeles scheint es etwas anders auszusehen...! 100 Meter Entscheidung Am Montag wurden in Los Angeles zunächst die Zwischen- läufe für die 10 0 Meter ausgetragen. Der Deutsche Körnig fiel dabei gänzlich aus, sein Landsmann I o n a t h kam wenigstens gemeinsam mit den amerikanischen Negern in den Entscheidungslauf, wo er mit 10,4 Sek. Dritter wurde nach dem Neger T o l a n, der mit 10,3 Sek. einen olympischen Rekord lief. Im Entscheidungslauf der 400-Meter-Hürden gelang es dem bisher vollkommen unbekannten Iren T i s d a l l, mit 61,8 Sek. den Weltrekord Taylors von 62 Sek. zu unterbieten, er riß jedoch eine Hürde. Hart gekämpft wurde auch bei den Frauen. Schon im Vorlauf der 100 Meter stellte die in Amerika lebende Polin Stella W a l s h mit 11,9 Sek. einen neuen Weltrekord auf und bestätigte ihn noch einmal nachdrücklichst in ihrem Zwischenlauf. Die deutsche Vertreterin Marie Dollinger gewann ebenfalls ihren Vorlaus mit 12,2 Sek. und belegte im Zwischenlauf hinter der Canadierin Strike den zweiten Platz, sich so für die Entscheidung am Dienstag qualifizierend. Inzwischen hatte sich der Amsterdamer Olympia- sieger O'Callaghan(Irland) mit 63,88 Meter vor Pörhölä (Finnland)(52,27 Meter) und dem Amerikaner Zaremba(60,30 Meter) wieder die Goldmedaille für das H a m m e r w e r s e n gesichert. Dann wurde mit den beiden Vorläufen zum 3000-Meter- Hindernislausen der leichtathletische Teil des Tages beendet. Gleich im ersten Vorlauf erzielte Evensen(England) mit 9:18,8 einen neuen olympischen Rekord, den der Finne I s o h o l l o im zweiten Lauf noch um über 4 Sekunden verbessern konnte. In der staatlichen Zeuahaushalle haben sich die Fechter eingerichtet. Im Florett- Mannschafts-Fechten qualifizerten sich USA., Dänemark, Frankreich und Italien für die Endrunde. Die Entscheidung siel jedoch noch nicht, da alle vier Nationen nach der ersten Runde mit je zwei Siegen und einer Niederlage punktgleich stehen und somit eine zweite Runde erforderlich wird. Vorprüfung für Dresden Morgen im Friedrichshain: Abendsportfest Der Verein für Leibesübungen„Ostring", der am morgigen Mittwoch ein A b e n d s p o r t s e st im Friedrichshain veranstaltet, scheint mit dieser Veranstaltung direkt einem Bedürfnis entsprochen zu haben. Fast alle bekannten Berliner Arbeitersport-Vereine sind vertreten und die Meldungen sind in unerwartet hoher Zahl ein- gelaufen. Im Hinblick aus die am 13. und 14. August in Dresden stattfindenden Bundesmeisterschaften gewinnt diese Ver- onstaltung an Bedeutung denn alle Leichtathleten, die ihre Ren- nungen für Dresden abgegeben, befinden sich am Start und wollen hier ihre letzte Leistungsprüfung oblegen. Wer also im Friedrichs- Hain erfolgreich ist, dürfte auch in Dresden ein ernstes Wort mit- zureden haben. Somit werden die Leistungen auf hoher Stufe stehen. Die Stafetten werden von den Zuschauern stets mit be- sonderer Anteilnahme oerfolgt, und da bei diesem Abendsportfest die Staffeln in den Vordergrund gestellt wurden, ist die Gewähr für einen interessanten Verlauf gegeben. Die 4-mal-100-Meter- Stafette sieht die schnellsten Mannschaften Berlins am Start. Der SV.-Moabit hält in diesem Jahre die Bestleistung und wird gegen die Biererstafsel des VsL.-Ostring alles daran setzen müssen, um den Sieg vom RAST, zu wiederholen, es sei denn, daß der AST. eine Ueberraschung bringt. Die Olympische Stafette wird einen Zwei- kämpf ASC.— Ostring bringen: der ASC. dürfte hier«in kleines Plus haben. Anders sieht es bei der 3-mal-1000-Meter-Stafette aus. Hier werden sich 10 Mannschaften dem Starter stellen. Ostring dürfte, wenn auch knapp, durch die guten Durchschnittsleistungen seiner Mittelstreckler, den Sieg stellen. In der IZ- und C-Klasse sind die Wettbewerbe ebenfalls zahlreich besetzt. Es kommen zum Austrag: 4-mal-100-Meter, 10-mal-14 Runde und eine Schweden- stafette. ASV.-Schöneberg, Volkssport-Wedding und Neukölln und Sportvereinigung„Fichte" sind die aussichtsreichsten. Bei den Jugendlichen ragen der 100-Meter-Einladungslauf und bei den Frauen die„kleine Olympische" sowie Speerwersen und Kugelstoßen hervor. Berlins beste Sportlerinnen sind hier am Start. Alles in allem ein Programm, daß sich sehen lassen kann. Die Eintrittspreise, 20 Pf. für Erwachsene und 10 Pf. für Jugendliche und Erwerbslose, ermöglichen es jedem, das Abendsportfest zu be- suchen. Beginn 18 Uhr. Hkitezt Sfiöd üMmM Er will Campbell überbieten. In England ist ein neuer Ueber- rennwagen im Bau, mit dem Capt. Alastair Miller dem von Sir Malcolm Campbell im Februar d. I. in Daytona Beach mit 404,494 Stundenkilometer aufgestellten Geschwindigkeits-Weltrekord zu Leibe gehen will. Auch Miller hat die Absicht, seine Versuche am Strand von Daytona Beach in Florida durchzuführen, und zwar im nächsten Februar. Sein Rennwagen, der gewisse Aehnlichkeiten mit den früheren Rekordfahrzeugen„Goldener Pfeil" und„Blauer Vogel" aufzuweisen hat, soll Geschwindigkeiten bis zu 300 Stunden- meilen, also rund 480 Stundenkilometer, entwickeln können. Boxkämpfe in Potsdam. Ein neuer Kleinring soll am 12. August im Konzerthaus in Potsdam eröffnet werden. Für diese Veranstaltung, die bereits terminlich genehmigt worden ist, sind bisher der Bochumer Hans Wieser, Drehkops-Düsseldorf und Stege- mann-Berlin verpflichtet worden, während sich Ernst Pistulla in einem Schaukampf zeigen soll. Die Vereinigung Lichtenberger Fauftkämpfcr 1930. angeschlossen dem Arbeiter-Athletenbund, hat ihren Uebungsbetrieb auf moderner Grundlage aufgebaut, die Ausbildung ist einem geprüften und bekanntem Trainer übergeben. Interessenten haben Gelegenheit, für geringe Beiträge das Boxen zu erlernen. Die Vereinigung tagt Montags und Donnerstags, 20 Uhr, in der Turnhalle Bromberger Straße 14, unweit Bahnhof Warschauer Brücke. Es beginnen jetzt neue Box- und Gymnastikkurse für Schüler, Jugendliche und Erwachsene. Anmeldungen in den Uebungsstunden. BuucLzsiceue\Jemuc ieiieu: isftunben in der Turnhalle Prinzen- "jig an jedem Mittwoch 20 Uhr.— '-"- Uhr,""" straße Nanubezirk onneratag, 4. August, 20 Ewalds SportplatzMWWWWIWW��MWWWMWMWW��W����W Eporttlub Rot-Weih Reulölln sucht für Eonntaa, 7. August, und Sonntag, 14. August, Gegner sllr 1. Männermannschaft auf Gegners Platz. Angebote an Wilhelm Schiele, Neukölln, Herrfurthplatz ö, vorn l Tr. Sitzung jeden Frei- tag, 21 Uhr, bei Warnstedt, Thüringer Str. 22. Fußballer werden aufgenommen. Touristenoercin„Die Ratursreunde". Dienstag, 2. August. Wedding: Will» dcnowstr. sgimmer 4):.startenlesen.(Epi.)— Humboldthain: Dilldenow» straße ä(Zimmer IZ): Tagespolitik, Dislusstonsabend.— Gesundbrunnen: Im Volkspark Rchberge ab 18 Uhr.— Norden: öonnenburger Str. 20: Naturkund. liches aus der Danderpraxis.(Epi. Lentz.)— Friedrichshain: Franklurter Allee ZOT: sturzreferatc:„Arbeitsrecht".— Osten: Ebertpstr. 12; Antiiriegs- abend.— Friedenau: Offenbacher Str. ö».— Oberschöncweide: Laufencr Straße 2.— Mittwoch, Z. August. Osten, Jugend: Frankfurter Allee 307.— Reinickendorf: Wittenau, Hauptstr. 13.— Donnerstag, 4. August. Photo. Arbeitsgemeinschaft Nowak: Iohannisstr. IZ.— Naturkundliche Abteilung: Iohannisstr. 13: Monatsilbersicht.— Rosenthaler Vorstadt: Weinmeister, straße 16—17: Antikriegsabend.— Tiergarten: Lehrter Str. 18— 19(Zimmer 1). — Humboldthain: Pank. Ecke Wiesenstraßc: Singekreis.— Prenzlauer Berg: Danziger Str. 62(Baracke II): Mitgliederoersammlung.(Buchkontrolle.)— Südwest: Porckstr. 11: Geschäftliches.— Arbeitsgemeinschaft Lindenhof: Im Jugendheim Lindenhof literarischer Abend.— Lichtenrade: Lentz� Kaiser- Wilhelm-Str. 73.— Neukölln: Beigste. 29 lRaum I): Geschästsliches für Sep. tember. Oktober.— Lichtenberg: Gunterstr. 44. Freie stauu-llnion Groß. Berlin. Potogilde: Mittwoch, 3. August, bei Fechner, Hohenschönhausen, Große Leegestr. 36, 20 Uhr. Freitag, 8. August. 20 Uhr, Mitgliederversammlung,„Zur Eiche", Neukölln, staiser-Friedrich. Ecke Saalestraße. Athletik-Sport-Elub. Heute. Dienstag, Monatsversammlung ber Opper- mann, Neukölln, Emser Ecke Oderstraße, nach dem Training. ASV. Schöaeberg 07 sucht spielstarken Gegner auf. eigenen oder Gegner« Platz. für die Zeit vom 2. bis 4. August ©OÖ Potsdamer Straße 38 An der Lütrowstraße. Flucht von der TcufeNinsel mit Ronald Colman, Louis SVolheim W. 5. 7, 9 Uhr K I M O-T A F E L Westen Odeon, Potsdamer Str. 75 An der Pallasstraße. Hallo, Hallo! Hier spricht Berlin! mit Josette Day, Karl Stepanek u. a. W. 5. 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Wilsnacker Str. 63. Schritt und Tritt mit Pal und Patachon— Vater geht auf Reisen mit Hans Wassmann, Erika Gläßner W. ab 5 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Pussagic) Vater geht auf Reisen mit Hans Wassmann, Erika Gläß- ner— Die Hutter der Kompagnie mit Weiss Ferdl Den ganzen Tag geöffnet qg Unter den linden p Die Kamera undw u W. 5, 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7, 9 Uhr Westfront 1918— Vier von der Infanterie. Regie: G. W. Pabst.— Tonwocho Franziskaner Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) 9, 12, 3. 6, 9 Uhr Zum goldenen Anker 10.30, 1.30. 130. 7.30. 10 30 Uhr Aus einer kleinen Residenz Neueste Xonblld-Reportago Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarctenslr Frau Lehmanns Töchter Ab Mittwoch, den 3. August: Treu Ist die Holdatenliebe mit ITraula Grabley« Fritz Schuir., Camilla vSpira W. 5.15, 7.15, 9.16 Uhr Film-Palast Kammersäle Teltower Sir. 1 W. ab 6.30 S. ab 5 ü. 2 Großfonfiimc: Der Boß mit Will Rogers— Nur Du! mit Charlotte Ander, Fritz Schulz Knrfiirnt w- 7' � Sbd- 5- 7' n nUTIUrSl itg. 3 Uhr: Jgd.-Voret. Dortstraße 22, Ecke Berliner Straße Die Koffer des Herrn O. F. Gutes Tonfilmbeiprogiamm. TVxa/; Täglich 5. 7, 9, 1 10011 Stgs, 8 Uhr: JugcndTorstell, Berliner Straße 97, Die 4 vom Bob 13 mit Gretl. Thelmer— Tonbclprogramm Jugendliche haben Zutritt. U /• Mariendorfer IV. 7, 9, (KfU'Aef Tonlicbtsplele S. 5, 6.30, 9 Chausseesir. 30ö. Die grausame Freundin mit AnnT Ondra— Der König der Steppe Jugendliche Zutritt Älhambra ScHttn«l»erg> Variete Tonfilm Hauptstraße 30 2 Tonfilme: Ein süßes Geheimnis mit Hanoi Xiese— Oer König der Schuhputzer Titania Schöneberg Hauptstr. 49 W. 5, letzte 9 Uhr S. ab 3 Uhr Der Röcher des Tong— Tonbeiprogramm— Tonwoche Kronen-Lichtspiele Rhcinstrafic 65. Beg. 7, 9 Uhr Stg. 5, 7, 9 Uhr Der �itolz der 3. Kompagnie mit Rühmann. Kampers— Großes Beiprogramm ■ Steallt«■ Titania-Palast sTb�omü Steglitz. Schloßstr 6. EckeGntsmuthsstr. Heute letzter Tag: Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel— Ton beiprogramra— Tonwocho Jugendliche haben Zutritt. Morgen, Mittwoch. Uraufführung: Treu ist die Soldatenliebe mit Fritz Schulz, Craula Grabley 7a Ii Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorslell. Potsdamer Str. 56. Einmal möcht ich keine Sorgen haben mit 31. Hansen — Fat und Patachon auf Freiorstflßen Jugendliche haben Zutrift. Charlottcniaurg German ia-Palast Charlotlenburg, Wilmersdorker Sir 53154 Kavaliere vom Kurfürstendamm mit Friedl Haerlin, Harry Frank— Ehe mit beschränkter Haftung mit Charlotte Susa, Hans Hoser W. ab 5 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Wegen Renovierung geschlossen. Wiedereröffnung Freitag; Jonny stiehlt Europa Jugendliche haben Zutritt. Schlüter-Theater Be*nn Schlöterstr. 17 5, 6.15, 9 U. Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Reserve hat Ruh'!— Die große Elebe mit Hansi Niese Jugendliche haben Zutritt Wilmorsdorr Atrium Wochen!. 7. 9% ü. Slg. 5. 7. 9(4 U. Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Uraufführung; Das Hillionen- testament(Abenteurer-Film) mit Charlotte Ander, Joh. Rie mann. Julius Falkenstein Eugen Rex— Tonbeiprogr. Moabit Artnehnf Wochent. ab 6 Uhr Hrrusnor Sonntags ab 5 Uhr Perieberger Str. 29 2 Tonfilme: Es war einmal ein Walzer mit Hartha Bggcrfh I n 80 Minuten um die Welt mit Douglas Fairbanks— Tonwoche Theater am Moritzplatz W. 6, 8.45 Uhr, S. ab 4.30 Uhr Skandal in der Parkstraße mit Franz Kampers. Rose Valetti — Wir schalten um auf Hollywood Luisen- Theater 1;$ Vu. Reicbcnberfier Str. 34 Ramon Vovarro singt deutsch in dem Tonfilm- Dcr Sänger von Sevilla Lucie Englisch in dem Tonfilm-Schwank: Au« einer kleinen Residenz Stella-Palast �Ä�u. Käpenicker Straße 12—14 Der RUcher des Tong (Tonfilm) mit Edw. d. Robinsobn Ferner: Der Tanz geht welter (Krirainaltonfilm) mit Wilhelm Dleterle, Lissi Arna Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beginu 5, letzte 9 Uhr Kavaliere vom Kurfürsten- damni— Casanova wider Willen mit Keaton Neukölln Mercedes-Palast � ab su! Hermannstr. 212. Austallungs-Revue: So toll war c» noch nie— Film; Tonschauspiel: �larco, der Clown Primus-Palast soTnTVsu. Am Hermannplatz, Urban« tr. 72/76. Ariane mit Elizabeth Bergrner, Rudolf Forster— Vampir mit Dreysers 1 Treptow P Treptow-Sternwarte Dienstag 8, Mittwoch 8, Donnerstag 8 Uhr: Oesterreicbische Rhapsodie Film Osten Germania-Palast abVu.' Frankfurter Allee 314 2 Tonfilme: Er und sein Tippfräulein (Wenn dem Esel zu wohl ist) mit Charlotte Ander, Welß-Ferdl Der Gefangene v. Schönbrunn Entschleierte Geheimnisse deutscher Fürstenhöfe, mit Eien Beyers, Klopfer Luna-Palast w L ÜX- Gr Frankfurter Sir- 121- Dle Flucht von der Teufelsinsel mit Ronald Colman— Der Wilddieb mit Brink— Tonn. Schwarzer Adler ai"� W 5. 7 9 Uhr S 3 5. 7 9 Uhr Ben Hur mit Roman hiorarro Jugendliche haben Zutritt. Viktoria- Theater tv. Frankfurter Allee 48 Sensations-Zirkus-Großtonfilm; Harco, der Clown— Im IVundcrlande des XiU PROGRAMM für die Zeit vom 2. bis 4. August ��NesrJLIchtiBnbei�J Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. VV.«47, 9 Uhr. Stg. 5, 7. 9 Uhr ' yjan braucht kein Geld mit HIeinz Rühmann— Der Zlnkcr(Wallace) FrlectrichsFeld« Kino Busch sSSSlglfb 5 Uh! All-f riedrichsfelde 3 1' h f mit beschränkter Hat- tun g mit Charlotte Susa. Georg' Alesander— Peter und BilJie mit Truus v. Aalten— Tori wochc PI. � P■ WH Palast-'iTheater Breite Str. � 21a W. 7. 8.30 Uhr � Sonntags ab 4.30 Uhr Ein tolle r Einfall mit M'ftllyj Frltseb— V IS