BERLIN Freitag 12. August 1932 B 154 49. Jahrgang Redaktion n. Expedition! Berlin SN 68, Lindenftr.3 Sei A7 Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Borwärts". Bezugspreiz i u r b e i d e A u s g a b e n 7Z Pf. pro Woche, z,2Z M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich .69 Pf. Postzeitungs. und 73 Pf. Postbestellgebühren. Anzeigenpreis: Di« Isplt. MM- meterzeile 30 Pf. Di» Reklamezeil« tostet 2 Marl. Rabatte n. Tarif. ScMeminaeii! Panelmanöuer! verschobene Besprechungen- minen und oegenminen Morgen wollle sich das Preußenzentrum mit Nazis und Deutschnationalen über die preußische Regierungsfrage unter- halten. Die Konferenz ist auf Montag verschoben worden. Die Deutschnationalen können morgen nicht. Herr von Papen erwartete heute Hitler. Hitler ist nicht gekommen. Er kommt erst morgen— vielleicht! Dieses Wartenlassen, Zeitgewinnenwollen erinnert an die Verhandlungskünste der Generale im chinesischen Bürger- krieg. Gegen die Offenswe des Zentrums hat die Gegenoffen- sive der Deutschnationalen auf der ganzen Linie begonnen. „Maulwürfe an der Arbeit!"„Parlamentarische Wühlarbeit des Zentrums."„Wieder Parteischacher!"„Parteistaat oder Autoritätsstaat?"— die Ueberschristen genügen. Die Deutschnationalen verteidigen den d e u t s ch n a t i o- nalen Partei st aat, den wir seit dem 1. Juni haben, mit der Behauptung, er wäre„ein Autoritätsstaat". Sie sitzen im Rohr und schneiden sich Pfeifen. Wieweit sie den großen Bruder mit dem Hakenkreuz an dem Geschäft belei- ligen, wollen sie selbst bestimmen. Demgegenüber beruft sich der große Bruder mit dem Hakenkreuz— grotesk genug!— auf die Verfassung von Weimar, auf die Spielregeln der parlamentarischen Demo- kratie.•.•.•-... Und hier ist der Punkt, an dem das Zentrum einhakt. Es macht den Deutschnationalen Konkurrenz. Die Deuts6)nationalen bieten Beteiligung an einer „P r ä s i d i a l r e g i e r u n g". Das Zentrum bietet Beteili- gung an einer„K o a l i t i o n s regierung". Und nun ist es an den Nationalsozialiften zu überlegen, welcher von beiden Bietern sie mehr über das Ohr hauen will und welchen von beiden sie selber besser über das Ohr hauen können. Präsidialregierung oder Koalitionsregierung, Kabinett der Köpfe oder schwarzbrauner Block— das Bestreben der Nationalsozialisten bleibt auf Alleinherrschaft und hundert- prozentigen Faschismus gerichtet. Ihre Angst aber ist. daß sie hineingelegt, in eine Falle gelockt, zerrieben und verbraucht werden könnten. So stehen sie einstweilen wie das bekannte Tier zwischen den Heiibündeln. Die Deutschnationalen hoffen auf Hindenburg. Er soll gegen die Rückkehr zum parlamentarischen System sein Veto einlegen. Wenn eine Reichstagsmehrheit da ist, die wirklich positiv arbeiten will und kann, so wird sie sich gegen seden Reichspräsidenten durchsetzen. Aber ist ein schwarz- brauner Block eine solche Mehrheit? In Preußen ist der Zwang zum Parlamenta- r i s m u s ohne weiteres gegeben, da ein neuer Minister- prä denk nur von einer Mehrheit des Parlaments in sein Amt gebracht werden kann. Schlau, wie es ist, hat das Zen- trum daher in Preußen zu einer Koalitionsbesprechung ein- geladen. „Es wird nie soviel gelogen wie vor einer Wahl, wöh- rend eines Krieges und nach einer Jagd"— sagte einmal Bismarck. Er könnte heute hinzufügen:„Es wird nie soviel geschoben wie während einer Regierunosumbildung." Ganz besonders unter der—„grundsätzlich neuen Art der Staatssührung"!___ Scholz sängt an... Vorstoß deck lieichsrundfunkkommissar«! gegen Dr. Flesch. Amtlich wird bekanntgegeben:„Der Rundsunktommissar des Reichsinnenministers, Ministerialrat Scholz, hat am heutigen Tage seinen Dienst angetreten: die Amtsraume befinden sich im Haus des Rundfunks. Scholz hat feine Tätigkeit mit einer Unterredung mit dem Intendanten der Berliner Funkftunde, Dr. F l e f ch. eröffnet, die. wie es scheint. Dr. Flesch zugunsten eines ..gesinnungstüchtigen", d h. nationalloziolistifch orientierten Roch- folgers. aus seinem Amt entfernen soll. Scholz würde von seinen schon sehr weitgehenden diktatorischen Befugnissen ollerding? einen noch weitergehenden Gebrauch machen, wenn er über den Kopf einer Länderregierung— m diesem Fall Preußen?— den Intendanten ihre? Landessenders oblägen wurde Oder Hot er schon die völlige Zustimmung de? Kommissoriu? Dr. Bracht dazu? Postonkel Hitler. vonnöten. Eondergericht in Berlin. Der Etaatsanwalt bereits ernannt. Wegen Ueberlastung des politischen Dezernats der Staatsanwalt- fchas» beim(andgericht I ist Oberstaatsanwalt Sturm mi« der Ve- arbeitung der Sondergerichtssachen beaustragt worden. Das Sondergericht der sämtlichen drei Land- gerichtsbezirke Berlins wird beim Landgericht I einge- richtet. Die Besetzung des Sondergerichts wird wegen der Ferien wahrscheinlich stark wechseln. Willkür gegen die presse. Ist das eine„überparteiliche" Regierung? Am 5. August hatte das„12-Uhr-Blatt" eine Meldung aus Zwickau veröffentlicht, daß dort wegen eines unzulässigen Waffen- koufs eine Untersuchung im Gange sei. Unter den Verhafteten be- fänden sich„alle Bezirksführer einer politischen Organi- sation". Am ll. August wurde das Blatt amtlich gezwungen, auf der ersten Seite über alle vier Spalten.ffnweg eine Erklärung abzudrucken—„Ueberschrift in drei Cicero, Text in Mittel"—, wonach die Verhasteten Angehörige des Reichsbanners sind. Begründet wurde diese entwürdigende Zwangsmaßnahme mit der Behauptung, daß die„bewußt unklare Berichterstattung über die politische Zugehörigkeit der Täter geeignet sei. den wirklicheiz Sachverhalt zu verdunkeln und die bestehende politische Spannung zu ver- schärfen". Wie sehr muß danach erst jene Art von Berichterstattung ver- schärsend wirken, die Attentäter, wenn sie Kommunisten sind, auch Kommunisten nennt, während sie nationalsozialistische Revolver- und Bombenhelden schonend als„politisch Andersdenkende" bezeichnet! Die Redaktion des.,l2-Uhr-Blatt" schrieb an die augenblick- lichen Machthaber im preußischen Innenministerium einen Brief. Sie erhielt darauf folgende Antwort: Aus ihrem Schreiben vom 11. August 1332 entnehme ich min zu meiner Befriedigung, daß Ihnen die Partei- und vereinsmaßise Zugehörigkeit der Waffenschieber nicht restlos geklärt erschien,. Unter diesen Umständen bestätige ich Ihnen gern. daß ich Ihrer Redaktion gegenüber den Vorwurf einer bewußt unklaren Berichterstattung nicht aufrechterhalten will. Im Auftrage: gez. Dr. Schütze. Das preußische Innenministerium charakterisiert damit selbst sein Verhalten als einen reinen Willkürakt. Wenn man dem Blatte nicht einmal den Vorwurf einer„bewußt unklaren Bericht- erstaltung" machen kann— mit welchem Recht hat man es dann gezwungen, den wichtigsten Teil seines Raumes für eine behördliche Strafauslage herzugeben? Man muß das Vorgehen gegen das„12-Uhr-Blatt" nur mit der inilden Duldung vergleichen, deren sich der lügende, hetzende„An- griff" erfreut, um den Wert der Behauptung zu erkennen, daß der „Parteienstaat" abgeschafft ist und wir unter einer„ü b e r p a r- t e i l i ch e n" Regierung leben! Neue Haussuchungen. Nach dem Reichsbanner das Liebknecht-Haus. In der zwölften Wittagsstunde fuhren vor der Zentrale der „Boten Arbeiterhilfe" in der Dorotheenstraße 77 mehrere Bolizeibereitschaslen vor und durchsuchten die Bäume. heute mittag hat die Politische Polizei auch im Liebknecht- Haus am Bülowplah. beim Verlag und der Redaktion der„Roten Fahne" eine Haussuchung vornehmen lassen. Auch in diesem Falle wurden, ähnlich wie bei der Aktion in der Dorotheenstraße, größere Aufgebote von Schuhpolizei in mehreren Automobilen nach dem Bülowplah beordert, wo gleichfalls umfang- reiche Abjperrungsmaßnahmen getroffen wurden. lieber das Ergebnis bei den Durchsuchungen wird noch nichts gesagt, da sich die Aktionen noch im Gange befinden. Einige Angestellte des Verlages wurden zwangsgestellt und der Politischen Polizei zugesührt. Vom Kurierdienst der NGOAp. Waffensuche bei Parteiführern. Das Braune Haus in München hat, wie wir erfahren, am 10. August durch Kuriere die Meldung ausgegeben, in den nächsten Tagen werde bei allen Führern der NSDAP., der SPD., des Reichsbanners und der KPD. eine Haussuchung nach Waffen statt- finden. Nur der Stahlhelm werde verschont bleiben, Vielleicht erkundigt sich die Polizei bei dieser Gelegenheit auch danach, wo der Revolver geblieben ist, mit dem Adolf Hitler am 10. November 1923 das berühmte Loch in die Decke des Bürger- bräuhauses geschossen hat. Oer„blasse" Bürogeneral. Aeltere Erinnerungen zu neuerer Zlreundschast. Die intimen Verhandlungen, die zwischen Ralionalsozialisten und Reichsrcgierung gepflogen werden, erinnern unwillkürlich daran, daß das nationalsozialistische Hauptorgan, der„Völkische Beobachte r", vor gar nicht allzu langer Zeit recht hart über Herrn Schleicher geurteilt hat. Im Juni 1930 begann im „Völkischen Beobachter" ein systematisches Kesseltreiben gegen die „Generalsclique im Reichswehrministerium", als deren Häupter das „Triumvirat Schleicher-Stülpnagel-von dem Busche" bezeichnet wurde. Die Angriffe steigerten sich ständig und erreichten j ihren Höhepunkt in Nr. 247 des„Völkischen Beobachter" vom 17. Ok- tober 1930. In diesem Artikel hieß e? über General von Schleicher: „Wie soldatisch wenigstens der Titel klingt. Ist aber nur ein blasser politisierender Bürogeneral. Eigentlich muß seine Uniform ihm selbst deplaciert vorkommen. Im .Kriege hatte er, obwohl in der OHK., mit Truppenführung gar nichts zu tun. Nach dem Kriege hat er sich nur p o l i- tisch betätigt. Die Politiker jeder Sorte wissen ein Lied davon zu singen. Der E u t würde ihm entschieden besser stehen als der Soldatenrock. Trotzdem will er nicht darauf verzichten: viel- leicht weiß er. wie zweierlei Tuch, besonders mit breiten roten Streifen, auf Frauen wirkt. Seine Erfolge find wie die eines Romanhelden! Einige Fkauen versuchten schon i h r überflüssiges Leben aufzugeben. Sie besonnen sich aber noch rechtzeitig, daß es sich deswegen doch wohl nicht lohnt. General von Schleicher beherrscht vollkommen den Reichs- wehrmivifter(einschließlich Famili e>." Wenn Herr von Schleicher eine übelnehmerische Natur wäre, so würde er jetzt zweifellos den Unterhändlern der NSDAP, diesen Ziöver droht mit Röverei Er will die Bauern gegen das Ifcich mobilisieren Artikel unter die Nase halten und zumal wegen der— nach typischer Nazimanier— erfolgten schmutzigen Anspielungen auf sein Privatleben Rechenschast fordern. Aber als„blasser politisierender Bürogeneral" hat Herr von Schleicher sich wahr- scheinlich in der Kunst des Vergessens geübt, und so denkt er heute gewiß nicht mehr daran, wie ihm einst die Presse der„aufbauwilligen Kräfte" mitgespielt hat. In den Armen liegen sich beide! Zniernationale Arbeiiszeitverkürzung? Tagung des DerwaltungSrats de« IAA. im September. Am 21. September triff der verwalfungsraf des Znfernalio- nalen Arbeitsamfes in Genf zu einer Sondertagung zusammen. Die Tagung gilt der Erörterung eines internafionalen Ueberein- kommens über die Verkürzung der Arbeitszeit und aller damit zu» sammenhängendcn Probleme. protestantischer Abreißkalender. Nur der Unsinn reißt nicht ab. Ts geht uns von verschiedenen Seiten ein Kalenderblatt zu, das von einem christlichen Abreißkalender— augenscheinlich aus dem Bodelschwingh-Bezirk— stammt und die folgende Niedlichkeit enthält: Der frühere Reichstagsabgeordnete Bebel in Elberfeld hatte einen Sohn, der nach kurzem Krankenlager starb. Xrotzdern Bebel aus der Kirche ausgetreten war, drän-gte es Pastor Lic. Iah. de le Rai, in dessen Bezirk Bebel wohnte, ihn zu besuchen. Bebel lehnte den geistlichen Zuspruch höflich ab und begleitete den Pastor die Treppe hinunter. Unten angekommen, faßte Pastor de le Roi Bebel an den Arm und sagte:„Herr Bebel. so gewiß wie ich Sie jetzt am Arm fasse, so gewiß wird Gott Sie auch noch einmal anfasse n." Das scheint sich erfüllt zu haben. Die Worte, die Bebel in seinen letzten Augen- blicken gesprochen hat. laute» nach dem Börsenblatt Nr. 3 von 1916:„Verswßt keine suchende Seele! O, was muß ich leiden! U eberall kommen sie mir entgegen mit drohend erhobenen Händen und fluchen mir, daß ich zwar für ihre materiellen Bedürfnisse gesorgt, aber das g e i st. I ich e Clement ihnen genommen und sie dadurch unglücklich gemocht hätte."„Vereinigt euch," so fuhr er fort,„zu einem Bund und ruft es durch die ganze Welt:„Gott lebt, Gott lebt!" Wir geben den ganzen herrlichen Sermon wieder, damit man sehen kann, wieviel Unsinn in wenigen Zeilen zusammengedrängt werden kann. Für jeden, der Bebel auch nur entfernt kannte, liegt die Fülle des Unsinns klar zutage. Es gab, solange der Reichstag besteht, nur einen Abgeordneten Bebel. Der war Sozialdemokrat, wohnte jahrzehntelang, soweit er nicht für seine Ideen im Gefängnis schmachten mußte, in Leipzig, zulegt in Berlin, niemals aber in Elberfeld. Er war auch nicht dort gewählt, sondern in Sachsen und später in Hamburg. Vor allem aber: Bebel hatte gar keinen Sohn, son- der» nur eine Tochter, die heute noch lebt, der Pastor de le Roi, der ihn angeblich besucht hat, wird wahrscheinlich geträumt haben. Und was die„letzten Augenblicke" Bebels anlangt, in denen er feine„Erschütternden Bekenntnisse" abgelegt haben soll, so ist bekannt, daß August Bebel in dem schweizerischen Sanatorium Passugg(Kanton Graubünden), wo er sich zur Kur aufhielt, am Morgen des 13. August 1913 in seinem Bett tot aufgefunden wurde. Ein Herzschlag hatte ihn nachts sanft und ohne Zeugen entschlum- mern lassen. All das frumbe Gerede ist demnach nichts als Geisterseherei, die einem Weißenberg zu dumm fein würde. Im übrigen: Diese Abreißkalendergeschichte taucht von Zeit zu Zeit immer wieder aus wie die Tage, denen der Kalender gewidmet ist. Wir haben schon einmal aus den Unsinn hingewiesen, als das „Sonntagsblatt der Gemeinschaft des Hauses„Gotteshilfe" in Neil- kölln" im Jahre 1928 ihn weiterverbreitet«. Wir können auch heute nur wie damals sagen:„Selig sind, die geistig arm sind". parieimißbrauch im neuen System. Mer Naziminister protestieren.- Durchsichtiger Schwindel. Das Parteienregiment unter dem neuen System bringt die herrlichsten Blüten hervor. So haben jetzt die national- sozialistischen Parteiminister von Braunschweig und Anhalt unter Assistenz ihrer Ministerkollegen von Oldenburg und Mecklenburg- Schwerin als„überparteiliche Macht" einen Protest bei der Reichsregierung gegen die Hungernotverordnung vom 14. Juni eingereicht. Das„neue System" hat sich angeblich das Ziel gesteckt, mit der „M ißwirtschaft der Parteien" aufzuräumen. Im Zeichen des alten vielverlästertcn parlamentarischen Krästespiels wird man vergeblich nach einem Fall suchen, der sich mit dem Vorgehen dieser vier Nazi-Parteiminister vergleichen ließe. Den Nationalsozialisten blieb es als„ü b e r p a r t e i l-i ch e Macht" vorbehalten, der Parteimihwirtschaft die Krone auszusetzen, indem sich die Hakenkreuzminister von vier Ländern zusammentaten und einen auf Befehl des Braunen Hauses formulierten Protest an die Reichsregierung richteten. Aber ebenso einzigartig wie die Aufmachung des Protestes ist der Protest selbst. Di« Naziminister wenden sich in ihm gegen die Abbaunotverordnung vom 14. Juni mit der Kürzung der Unter- stützungssätze für die Arbeitslosen und die Sozialrentner. Heute schreiben wir den 12. August. Der Protest hat also acht Wochen auf sich warten lassen. Als die S o z i a l d e m o- k r a t i e kurz nach dem Erlaß der Notverordnung zum Zwecks ihrer Aufhebung die Einberufung des Ueberwachungsaus- ((Huffes des Reichstags forderte, hat dessen Vorsitzender, der nationalsozialistische Abg. Straßer. wochenlang den Zusammen- tritt des Ausschusses sabotiert. Daraus und aus der Tatsache, daß die Herren Naziminister sich bereits acht Wochen nach Erlaß der Notverordnung auf deren Auswirkungen besonnen haben, ist der tatsächliche Zweck ihres Protestes zu erkennen. Es ist ein Verlegen- hcitsprodukt, daß die Schuld für eine Maßnahme, für die die Ratio- nalsozialisten mitverantwortlich sind, auf andere abzuwälzen ver- sucht. Da Hitler in dieser Hinsicht nicht mehr zieht, hat man sich jetzt der Nazi-Parteibuchminister bedient. Mit diesem durchsichtigen Schwindel werden die Nazis aber bei den Erwerbslosen und Sozialrentnern, die das Spiel längst durchschaut haben, schwer abprallen. Die Republik ist zwar nicht bei der Verfassungsfeier ihrer Re- gierung, aber wenigstens in der Verfassungstagsrede ihres Bot- schafters in Rom, des ehemaligen Staatssekretärs v. Schubert, erwähnt worden. Er schloß'mit einem Hoch auf das deutsche Vater- land und„das in der Republik geeinte deutsche Volk". Wird sich nun auch für diesen Botschafter„eine Läsung finden?" Cholera stiftet Frieden. Das japanische Oberkonnnando bei Ehardin Hai die Kämpfe gegen die Truppen des Generals Ata wegen der Choleraepidemi« eingestellt. Hannover, 12. August. In einer nationalsozialistischen Versammlung sprach hier gestern der oldenburgische Mini st erpräsident(!!) Rover, der seine bekannten Hängedrohungen wiederHolle. Die Brun neu ver- g ist er würden im Dritten Reich solange am Ast hängen, bis die Raben sie gefressen hätten! Darauf ging er mit Drohungen gegen Hindenburg und Papen vor: Wenn im Reich nicht bald ein gründlicher Wechsel eintrete, so werde Oldenburg als kleines Land ein Musterbeispiel nationalsoziali st i scher Wirtschaftsge- staltung geben. In diesem Land, in dem eine Reihe von Städten wirtschaftlich tot sei und den Beamten die Gehälter nicht mehr gezahlt werden könnten, werde die Regierung zu einfachen Mitteln greifen. Wenn im Reich kein Wechsel eintrete, würde sie über die Oldenburgijche Staatsbank aus eigenen Macht- Vollkommenheiten heraus einen bestimmten Bettag auf Grund von Werten der oldenburgischen Wirtschaft flüssig machen. Venn die Reichsregierung dann einen Staatskommissar schicken sollte, dann würde Oldenburg die Bauern mobilisieren und bis aufs äußerste kämpfen. * Für Preußen hat die Reichsregierung einen Reichsdiktator eingesetzt, weil durch die verfassungsmäßige Regierung Braun-Severing- Hirtsiefer angeblich die„öffentliche Ordnung und Sicherheit" nicht mehr gewährleistet wäre. Für Oldenburg, Braunschweig und andere nationalsozialistische Länder gibt es wohl keine Reichsauf- ficht? Oder ist die„starke Regierung" der Barone so völlig in Ab- hängigkeit, daß sie die w i l d e st e n Drohungen eines Rövers einfach schweigend einstecken muh? In Braunschweig ist übrigens der sozialdemokratische Redak- teur S a l g e zu schwerer Strafe verurteilt worden, weil er— noch dem Zeugnis eines Denunzianten— zum gewaltsamen Widerstand gegen nationalsozialistischen Terror„angexeizt" haben soll. Welche Sttase wird in Preußisch-Hannover gegen den national- sozialistischen Wanderredner Rover verhängt, der immer wieder zum„Aufhängen" anreizt und daneben rn't der Revolution gegen das Reich droht? Schweigen im Walde...! Das Ziel der Domben. Konsumvereine, Arbeitsamt und Proletarierwohnungen. Die Attentatsserie hat im Laufe dieser Woche einen Umfang an- genommen, daß es der Tagespresse Nicht mehr möglich war, alle Einzelheiten zu registrieren. Wir geben daher in folgendem eine knappe Zusaminensassung der in den legten drei Tagen durch- geführten Anschläge: In der Nacht zum Mittwoch kurz nach Mitternacht, explodierte vor dem Arbeitsamt in Lauban eine Stielhandgranats. An Mauerwerk und Fensterscheiben wurde erheblicher Schaden an- gerichtet. Personen wurden nicht verletzt. In N i e s k y(Kreis Rotenburg-Lausitz) wurden in der Nacht SA.- Mann Gerhard Weber. Gin Toter zeugt gegen die eigenen Gesinnungsgenossen. Ein Leser unseres Blattes, der die gegnerische Presse, besonders die nationalsozialistische sehr genau oerfolgt, sendet uns zwei Ausschnitte aus nationalsozialistischen Blättern, die in der Tat verdienen, überall bekannt zu werden als Beweis für jene un- erhört gewissen- und verantwortungslose Hetze, die, wenn sie nicht sehr bald ein Ende nimmt, zu unabsehbaren Folgen führen muß. Hier sind die Texte: Der Berliner„A n g r i f f" schreibt in seiner Nr. 51 vom 19. November 1929 einem verunglückten SA.-Mann Gerhard Weber folgenden Nachruf: „Am 4. November verschied unser langjähriger Parteigenosse und SA.-Mann Gerhard Weber an den Folgen eines im Dien st erlittenen Motorradunfalls. Wir verlieren in ihm einen treuen Mitkämpfer und lieben Kameraden."— Ausdrücklich wird hier also der Unglücksfall, dem der SA.-Mann erlegen ist, hervorgehoben. Es scheint also alles in Ordnung zu sein und der„böse Feind" ist diesmal an dem Tod eines Gesinnungs- genossen nicht schuld. Am 23. November, also vierzehn Tage später, erscheint die Nr. 47 des nationalsozialistischen„Illustrierten Beobachters"(Verlag Franz Eber Nachf., München) und da liest man auf Seite 627 folgendes unter der Ueberfchrift„Roter Mord in Berlin": „... Und so vergeht keine Woche, wo nicht die Nachricht kommt, daß wieder ein braver deutscher Arbeitsmann in Berlin der Kugel oder dem Dolch der Iudenknechte zum Opfer fiel. Wenige Tage vor der Wahl traf es einen deutschen Jungen, Gerhard Weber."— Zwei Bilder auf derselben Seite tragen den Vermerk:„Unser jüngster Berliner Torer: Der Nationalsozialist Gerhard Weber, ein Opfer kommunistischer Mordlust und jüdischer Rachgier, auf der Totenbahre." Und:„Der Grabhügel des Nationalsozialisten Gerhard Weber, der, 22 Jahre alt, sterben mußte, weil er ein Känipfer für deutsche Freiheit war." Jedes weitere Wort müßte die Wirkung der„Beobachter"- Notizen, Schulddokumenle einer verbrecherischen nationalsozialistischen Journalistik, abschwächen. Hoovers Wahlprogramm. Keine Aenderung der LlSA.-Politik. Washington. 12. August. In seiner großen Programmrede anläßlich der offiziellen An- nähme der Prästdentschaftskandidatur sprach sich Präsident Hoooer für unverminderte Schutzzölle aus. Bezüglich der Kriegsschulden sagte Hoooer, er hoff», daß Fort- schritte in der Abrüstung die Steuerzahler in den Schuldnerländern entlasten und ihnen helfen würden, die Schulden an Amerika zu bezahlen. Er glaube, daß das amerikanische Volk«ine Herabsetzung der schulden erwägen würde, falls ihm an Stelle einer bestimmten Jahreszahlung ein« angemessen« Eni- zum Mittwoch die großen Spiegelglasscheiben der Musikhandlung Sebald, in der eine Nebenstelle der Volksbuchhandlung untergebracht ist, durch Stemwürfe zertrümmert. Im Kreise Görlitz wurden mehrere Anschläge auf Niederlagen des Konsumvereins Görlitz und aus linksgerichtete Per- sone» verübt. 3n Penzig wurde eine Handgranate in das Schlaf» zimmersenster des Reichsbannermannes Alimann geworfen. Aitmann wurde verletzt. Der Sachschaden ist erheblich. In A l t- K o h l s u r t wurde die Schaufensterscheibe der dortigen Konsumoereineniederlage mit einem Baiimpsohl eingeschlagen, nachdem vorher die schwere Jalousie zertrümmert worden war. Außer- dem wurden mehrere Revolverschüsse abgegeben. Personen wurden nicht verlegt. Etwa zur gleichen Zeit wurden Schlaszimmersenster der Wohnungen des Glasmachers Kriebel. des Malers Mikon und des Gc- werkschaftskasllerers Laube mit Pflastersteinen eingeworfen. Die Frau des Malers Mikan wurde verletzt. In R a u s ch a wurde ebenfalls durch Steinwürfe das«chau- fenster des dortige» Konsumvereins zertrümmert. In Arnsdorf(Kreis Görlitz) wurden auf die Häuser �>es Ge- meindevorstehers Hübener und des sozialdemokratischen Führers. Herkner, Revolverschüsse abgegeben. Verletzt wurde niemand. In' Görlitz selbst wurde in das Schausenster der in der Neißstraße gelegenen Filiale des Konsumvereins eine Eierhond- granate geworfen, die aber nicht explodierte. Die Polizei in Mohrungcn(Ostpreußen) teilt mit. daß der von Nationalsozialisten behauptete Ueberfall auf SA.- Leute. wobei Zwei Nationalsozialisten verletzt worden sein sollen, nicht e r s o l g t sei. In Marienburg wurden beim Ueberschreitcn der Grenze zum Freistaat Danzig Zwei Personen festgenommen, die im Besitz von Schußwaffen waren. In Guttentag(vberschlesien). wo erst kürzlich am Ring ein Hand- granatenanschlag verübt worden war, wurde in der Nacht zum Donnerstag abermals eine Handgranat« geworfen. Aus einer katholischen Pfarrei sowie auf dem Grundstück eines Fleischermeisters wurden durch die Detonation eine ganze Anzahl Fenster- schewen zertrümmert. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange. Gondergerichie ireien in Akiion. Erster Fall: Der Kommunistenmord in potempa. Benthen. 12. August. Die in den ersten Morgenstunden des 10. August in Potempa (Landkreis Gleiwitz) verübte Ermordung des Kommuni st en Pietzuch wird als erster Terrorakt vor einem Sondergericht, und zwar dem Sondergericht Beuthen, zur Verhandlung kommen. Es ist bereits unter Vorsitz von Landgerichtsdirektor H i m m l gebildet worden. Hauptverhandlungstermin dürfte am Sonnabend, dem 13., oder spätestens Montag, dem 15. August, stattfinden. Die Anklage richtet sich gegen alle in Haft befindlichen neun Personen, in Uniform se st genommen. Die richterliche Vernehm nn die der SA. bzw. SS. angehören sollen. Sieben von ihnen wurden in Uniform festgenommen. Die richterliche Ver- nehmung der Angeklagten ist am Freitagvormittag noch im Gang«. schädigung in Form von Absatzkonzessionen hauptfächlich für landwirtschaftliche Erzeugnisse gewährt würden. Auf keinen Fall komme eine Sireichung der Schulden oder eine Abwälzung aus die amerikanischen Steuerzahler in Beirachl. Armee und Marine würden stark genug sein, um einen fremden Einfall zu verhindern. Ihre Verteidigungsstärke müsse der anderer Nationen angemessen sein und die Abrüstung dürfe nur unter Beibehaltung dieses angemessenen Verhältnisses erfolgen. Außerdem sprach sich Hoover für starke Verminde- rung der Einwanderung aus. Weiter forderte er ein strengeres Bankengesetz gegen Spe- tulation und besseren Schutz des Publikums gegen Ausbeuterei. Vor Auslandsanleihen für unproduktive Zwecke warnte er ein- dringlich. Im weiteren Verlauf streifte er den Kellogg-Pakt sowie das Ergebnis von Genf und erinnerte an die Durchführung des Lon- doner Flottenvertrages und an die Aufrechterhaltung des Friedens durch die„Hoover-Doktrin". Dann ging er auf die Währungsfrage ein und betonte, er Habe die wilden Jnflationspläne der Kongreß-Opposition verhindert. Den Beitritt Amerikas zum Haager Schiedsgerichtehos unter Wahrung der amerikanischen Handlungs- srecheit befürwortete er. Zum Schluß bekanitte er sich-zur Bei- beHaltung der Prohibition, befürwortete aber Eni- scheidungssreiheit der Einzelstaaten. Schweres Autounglück in Bayern. Zwei Tote, fünf Verletzte. 22 Mädchen in einen Bach gestürzt. Der Steg trug die Delasiung nicht. Bad Tölz. 12. August. Gestern mittag wollte eine Rlünchener Schüleriuaengruppe am Leinbachsteg bei Zachenau eine photographische Auf» nähme machen. Die Schülerinnen stellten sich aus dem alleu Steg auf. der die Belastung nicht tragen konnte und einstürzte. 22 Mädchen stürzten in den etwa 2 Meter tief gelegenen Bach. wobei drei von ihnen sckzwere Verletzungen erlitten: sie wurden sofort in das Krankenhaus gebracht. 19 Mädchen er» Ntlen leichtere Verletzungen. Nürnberg. 12. August. Am Donnerslagmtttag errianete sich in Bad Brückenau ein schweres Autounglück. Ein mit sieben Personen besetzter Kraslwagen aus Breilenbach raste in einer Kurve in voller Fahrt gegen die Treppe des Telcgraphenamtes. Das Auto überschlug sich. Ein Landwirt ans Schondra wurde tot unter dem Magen hervor» gezogen, ein zweiter starb am Nachmittag. Zwei weitere Landwirte aus Schondra wurden schwer verletzt, während der Führer und die beiden übrigen Znsassen mit leichteren Verletzungen davonkamen. Der Kraslwagensührer wurde verhastet. Spanien wird energisch. Monarchisten verhaftet- Zieaktionsblätter verboten. Madrid. 12. Sluguff. An der fpamsch-portugiesrichen und der spanisch-französischen Grenze sind Monarchisten verhaftet worden, unter ihnen der Sohn des früheren Diktators Primo de Rivers, der nach Frankreich flüchten wollte. Die Provinzgouoerneure haben insgesamt dreißigBlättcr, Die Qulschislen tterden abgeführt angeblich(so meldet WTB.!) wegen ihrer reaktionären Tendenz, verboten. In Granada wurden mehrfach Kundgebungen gegen den Putsch- versuch veranstaltet, wobei(?) zwei Personen gelölet und zwölf verletzt wurden. General Sanjurjo ist unter Bedeckung in Madrid ein» getroffen. Er wurde sofort in der Direktion der allgemeinen Sicher- heitspolizei einem eingehenden Verhör unterzogen. E>A.-Tarnung vor Gericht. Im Ärünner Naziprozeß. In dem Brünner Prozeß gegen sudetendeutsche chakenkreuzler wegen Geheimbündelei, Verschwörung gegen den Staat usw. l e u g- n e n die„Volkssportler" sogar, daß sie— Nationalsozialisten sind. Den dokumentarischen Nachweis ihrer Verbindung mit der SA. und mit den reichsdeutschen Propagandastellen Hitlers suchen sie durch das verblüffend einfache Argument zu entkräften, daß im Statut des Volkssporwerbandes jede Verbindung mit ausländi- schen Parteistellen untersagt sei. Daß sie genau so uniformiert sind wie die SA. in Deutschland und Oesterreich, sei ein reiner Zufall. Die Gelände- Übungen, Scharsschießen und Nachtübungcu bezeichnen sie als gesellige Zusammenkünfte und Fußtouren, die mit Schweine- schlachtfesten endeten. Einer der Hauptangeklagten, der Architekt Metzner, dessen Briefwechsel mit der sächsischen Nazipropagandastelle sehr belastend ist. antwortete auf eine Frage des Staatsanwalts, er kenn« den Wiener Obernazi Dr. Walter Riehl nicht. Auch Goebbels, den er in seinen Briefen wiederholt erwähnt hat, will er zunächst nicht kennen: später erinnert er sich, daß das„e i n R e i ch s ta g s- abgeordneter" sei... Bei dem Angeklagten P e t e r m i ch e l sind Korrespondenzen beschlagnahmt worden, darunter solche Urlaubsgesuche von Volkssportmitgliedern:„An die Leitung der SA. Der unterzeich- nete SA.-Mann billet um Versetzung in den R e s e r v e d i« n st. Grund: Bevorstehende Prüfung." Der Angeklagte erklärte: „S A. heißt Sportabteilun g."(Das hat ja Hitler als Zeuge in Striegau beschworen!!)' Bei Petermichel wurde auch das Reglementbuch der reichs- deutschen Armee und mehrere Abschriften davon gefunden. Er sagt, er habe es für eine Sportlehrerprüfung benötigt. Monarchismus— Ruhrkohie— Brieffälschung. Als Sachwalter der Habsburger und oberster Mandarin der allerdings nur im Verborgenen blühenden schwarzgelben Mon- archistenbewegung sitzt in Wien der Herr Baron Dr. Albin S ch a g e r- Cckartsau. Vor kurzem ist ein Brief des christlichsozialen Ministers a. D. H e i n l in photographischer Wiedergabe kolportiert worden, worin Heinl unter Beanspruchung einer Provision sich für den Ankauf von Ruhrkohle statt billigerer tschechoslowakischer sOstrauer) Kohle durch die Bundesbahnen einsetzt. Der Brief ist eine Fälschung. Verhaftungen, darunter auch des Kohlengroßhändler» Marmorek, der besonders Ostrau vertritt, und zahlreiche Vernehmun- gen haben nun starke Verdachtsmoments gegen den Herrn S ch a g c r ergeben, der sich in erhebliche Widersprüche verwickell hat. Schließ- lich hat er g e st a n d e n, sowohl den Heinl-Brief als auch den Brief, der seine Echtheit bestätigen sollte, s e l b st hergestellt zu haben. Schager behauptete, daß er die Fälschungen nicht„aus materiellen Beweggründen" begangen habe. Unter seinen Beweggründen habe eine große Rolle gespielt, daß sein Bruder, Hosrat Schager, der früher den Kohleneinkauf der Bundesbahnen geleitet habe, wegen seiner Stellungnahme gegen den Ruhrkohlenvertrag vorzeitig pensioniert worden sei. Die Bombenwerser von Lennes. Das Attentat auf das Einigungsdenkmal. Paris, 12. August.(Eigenbericht.) Das Spreng st ossottenlat gegen das sranzösifche Eini> gungsdenkmal in Rennes, das von einigen bretonischen Separatisten vorgenommen worden ist, hat sein« Aufklärung gefunden. Am Mittwoch sind drei Personen verhaftet worden, von denen die eine nach inehrstündiaer Vernehmung ein Geständnis ab- legte. Es ist ein Mann namens Jeusiet. Er gab an, der Haupt- Urheber des Attentats zu sein und erklärte, er habe die Absicht gehabt, nach Deutschland zu fliehen, und er habe sich zu diesem Zweck auch schon einen Paß verschafft. Der zweit« Ver- haftete ist ein gewisser Leroux, der seinen Wohnsitz in England hat. Die Identität des dritten Verhafteten steht noch nicht endgültig fest. Man behauptet, daß noch weitere Verhaftungen bevorstünden. Botschastcr von Prillwih und Gasfron beim Beichspräsidenlen. Der Reichspräsident empfing am Donnerstagnachmittag den deutschen Botschafter in Washington, Dr. von'Prittwitz und Eaffton. Volksbühnenarbeit-193�/32 Kuliurbolschewismus?— Nein!— Aufbauarbeii trotz Krise! Jene Minderheit, die von der Baronsregierung in betontem Gegensatz zu allen anderen Kreisen des deutschen Volkes als„national" und„aufbauwillig" bezeichnet wird, beliebt das, was von der deut- sche« Arbeiterschaft und den ihr nahestehenden Organisationen seit der Revolution an Kultur- arbeit geleistet wurde, als Knlturbolschewismus zu bezeichnen. Wie es um die Kulturarbeit dieser von der Varonsregierung empfohlenen Kreise bestellt ist. haben wir an dieser Stelle erst kürzlich ans- gezeigt. Für den„K u l t u r b o l s ch c w i s m u s" der von der Varonsregicrung so verächtlich beiseite geschobenen Republikaner zeugt u. a. der Jahresbericht des Verbandes der deutschen Volks- bühnenvereine. Der Verband der deutschen Volksbühnenvereine gab kürzlich, au- der Feder seines Generalsekretärs A. B r o d b e ck, seinen Be- richt über das verflossene Jahr(Juni— Juni) heraus, der wiederum die außerordentliche Breite und Tiefe der Volksbühnenarbeit trotz aller äußeren Schwierigkeit dartut. Trotz empfindlichen Mitglieder- Verlusten, die ausschließlich aus die wirtschaftlichen Verhältnisse zu- rückzuführen sind, zählt der Verband noch weit über 30l> CK)» Mitglieder in 284 Vereinen(gegenüber 313 im Vorjahr). An der Spitze stehen die Volksbühnen in V e r l i n mit rund 4»»»» und Breslau mit 23»»» Mitgliedern. Dann folgen Hannover und Dresden mit je 13 S0», Chemnitz mit 11 6»» und Köln, Stuttgart und Homburg mit je rund 1»»»» Mitgliedern. Die Senkung der Theaterpreise bezeichnet der Bericht als ungenügend. Rur etwa die Hälfte der stehenden Bühnen haben im Berichtsjahr ihre Eintrittspreise und damit gleichzeitig die Volksbühnenpreise herabgesetzt. Neben ihren regulären Veranstaltungen haben die Verbandsvereine noch insgesamt 1»»» Sonderveranstal» t u n g e n durchgeführt, darunter z. B. 153 Konzerte, 112 künstlerische Veranstaltungen, 105 Filmvorführungen, 98 Borträge größeren Stil». Mit der F i l m a r b e i t befaßten sich 41 Vereine, und zwar vorwiegend durch die Ermöglichung des verbilligten Be- fuchs guter Filmprogrammo. Zwei Vereine unterhielten«in eigenes Filmtheater: besondere Filmbesuchergemeinden besitzen drei Volks- bühnen.. Die Verbondszentrale begutachtete 199 Filme, die in Berlin zum erstenmal gezeigt wurden Sehr erfreulich ist der Stand der Jugendarbeit, in der sich 86 Vereine betätigen. 26 Vereine führen besondere Jugend- gruppen, von denen die größten in Braunschweig, Breslau und Danzig mit je 150» Mitgliedern bestehen. 44 Vereine gaben er- mäßigte Karten an Jugendliche ab: 1» Bereine vermittelten jungen Menschen regelmäßig durch Freikarten den Theaterbesuch. Im Ver- bandsgebiet gibt es z. Z. noch drei Sprechchöre. Di« Zahl der Jugendkurse(17) war im Berichtsjahr höher als je zuvor. Das Hauptkontingent der Besucher stellten die Erwerbslosen. Sehr gründlich und anschaulich schildert der Bericht die Wanderbühnenarbeit des Verbandes. Trotz verringerter Staatszuschüsse führte der Verband wieder sechs eigene Wander- theater in Ostpreußen, Schlesien, Brandenburg-Pommern, Mittel- deutschland, Westfalen-Hannover und Südwestdeutschland. Diese Bühnen brachten zusammen 1064 Vorstellungen(gegen 1455 im Vorjahr) mit 77 Inszenierungen heraus. Der Rückgang der Vor- stellungszahl erklärt sich teils aus dem durch die Krise verursachten Ausfall mancher Spielorte, teils aus gewollter planvoller Be- schränkung der Tourneen. Der Spielkreis jeder Bühne umfaßte im Durchfchnftt je 24 Städte. Insgesamt wurden in diesen Vorstellun- gen in der theaterlosen Provinz 323»»» Besucher gezählt. Ihren künstlerischen Leistungen nach stehen die Verbands- Wanderbühnen nach wie vor an der Spitze sämtlicher deutschen Wandertheater. Der Volksbühnen-Verlag schließt das Berichtsjahr ver- hältnismäßig günstig ab. Reu erworben wurden 14 Bühnenwerke (darunter„Kampf um Kitsch"), uraufgeführt 5. Insgesamt wurden 1» Verlagswerke von 33 Bühnen mit 248 Aufführungen gespielt. Günstig entwickelt hat sich die H ö r s p i e l a b t e i l u n g des Ver- lagcs. Von den Volksbllhnenklassikern wurden 76»» Bände umge- setzt. Neben den zentralen Organen des Verbandes(darunter das in theaterpolitischen Fragen führende Verbandsorgan„Die Volks- bühns") erschienen regelmäßig noch 67 Vereinsblätter. Für die Erwerbslosen hat die Bewegung ganz Außer- ordentliches geleistet. Nicht weniger als 15» Vereine haben in irgendeiner Form siir die Erwerbslosen sich eingesetzt und dabei insgesamt bedeutende materielle Opfer, teilweise unter völligem Ein- satz der letzten geldlichen Reserven, gebracht. Der Bericht kündigt an, daß diese Arbeit planmäßig fortgesetzt werden soll. Endlich liefert der Bericht zum erstenmal eine Heborsicht über die Bestrebungen der NSDAP, zur Schaffung national- sozialistischer Volksbühnen und zur Durchsetzung der Bühnenkunst mit den Grundsätzen dieser Partei. Gleichzeitig weist dieser Bericht aber auch hin auf die zentrale Zusammenfassung der Arbeiter- und Arbeiterkulturorganisationen unter Führung der Volksbühne mit dem Ziel, nicht nur das gemeinnützige Theater zu erhalten, sondern insbesondere um die Freiheit geistigen und künstle- rijchen Schaffens auch in Zukunft sicherzustellen. Die in diesem Bericht mitgeteilten Tatsachen bekunden sinn- fällig, daß die deutsche Volksbühnenbewegung auch in der neuen Spielzeit ihren Weg sicher fortsetzen wird! Der Jacob kommt wieder! Am 26. August.— �"rbotszeit abgekürzt. „Der Wahre Jacob", das altberühmte Witzblatt der Arbetter- schaft, wurde bekanntlich vom neuen Kurs für zwei Monate ver- boten. Jetzt ist die Verbotszeit auf einen Monat abgekürzt, so daß der Jacob am 26. August wieder erscheinen darf. Zeichen der Zeit. Arbeitslos en-Theat«r für Wien? Unter dem Titel„Bühne der Menschenfreunde" will der Verband„Schärfende Arbeitslosensürsorge" in Wien ein Wiener Theater als Arbeitslosen-Theater übernehmen. Der Verband, der sich bisher auf ein bestimmtes Theater noch nicht festgelegt hat, beab- sichtigt neben einigen prominenten Darstellern engagementslose Schauspieler für die Aufführung zu verpflichten. Der Reingewinn wird der Arbeitslosenfürsorge zur Errichtung einer Wohlfahrtsküche dienen. Revolte gegen Alt-Heidelberg. ?lls Gegengewicht gegen die kitschigen Alt-Heidelberg-Studenten- Filme, die gerade in Kreisen der modernen studierenden Jugend wegen ihrer Verlogenheit schärfsten Widerspruch hervorriefen, soll ein Film geschaffen werden, der das Leben der heutigen Werk- st u d e n t e n behandelt. Für das Filmmanuskript, das den Titel „Burschen in Sonn und Wind" tragen soll, veranstaltet das Deutsche Lichtspiel-Syndikat unter der Studentenschaft ein Preisausschreiben. Die Regisseurin des Films„Mädchen in Uniform", Leontine Sagau, wird die Regie sür diesen Film übernehmen. Mit Unterstützung der Universität Köln veranstaltet der Kölner Korporotionsring ein Preisausschreiben unter der kölnischen Stu- dentenschast für ein studentisches Theaterstück. Das Bühnenwerk soll das heutige Studenten- und Hochschulleben zum Thema haben und im kommenden Winter zum Besten notleidender Akademiker ausgeführt werden. Zusammenschlußbewegung im Buchhandel? Der Vorstand des Börssnoereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig veröffentlicht in seinem Mitteilungs- blatt eine Bekanntmachung, die eine Arbeitsgemeinschaft des ge- samten deutschen Buchhandels propagiert. Der Umsatzrückgang im Buchhandel hat im Laufe der letzten Wochen ein alle Befürchtungen überschreitendes Maß angenommen. Deshalb bemüht sich die Standesvertretung, den Sorlimentermitgtiedern Erleichterungen zu verschaffen. Die Sortiments wünschen vor allem Entgegenkommen der Verlage in der Kreditgewährung. Grundsätzlich wird in der Be- kanntmachung bemerkt, daß die Verlage unter den Verhälmissen nicht weniger zu leiden haben als das Sortiment. Di« buchhänd- lerifchen Organisationen betonen deshalb, daß gerade in Notzeiten der Gedanke der Arbeitsgemeinschaft besonders beachtet werden muß. Rundfunk ohne Berfaffungsfeier. Vor zwei Jahren wurde am Abend des Verfasiungstages von der Berliner Funkstunde und dem Deutschlandsender die große Feier aus dem Sportpalost übernommen, bei der Staatsministec Grimme die Rede hielt. Sie war Bekenntnis zur Republik, zur Einheit des Volkes, zur internationalen Verständigimg, Bekenntnis zu den Kräften, die den Staat würdig vor dem Ausland reprä- sentierten und die mit der Befreiung des Rheinlandss einen wirklichen Erfolg erzielt hatten. Im Jahre 1931 brachte der Rundfunk am Abend die Uebertragung der Versasiungsfeier aus der Krolloper, anschließend eine Reportage vom Plag der Republik und dann eine Sendung der Verfasiungsfeier der deutschen Kolonie in New Jork.»Da« in der deutschen Republik geeinte deutsche Volk, es leb« hoch!" erklang es auch diesmal in allen Stuben. In diesem Jahre war am Verfassungstage von der deut- schen Republik amtlich und halbamtlich nie und nirgends die Rede. Auch im Rundfunk nicht. Die Reportage von der Mittagssendung vermied sogar sorgfällig jede Nennung des Hoheitszeichens dieser Republik, der schwarzrotgoldenen Fahne. Gekränkt wird diese Unter- lassung nicht viele haben— denn wer hatte Zeit, sich um 12 Uhr mittags an den Lautsprecher zu setzen? Abends aber war vom Derfasfungstag überhaupt nichts im Rundfunk bekannt. Sollte es im Funkhaus ganz unmöglich gewesen sein, ein künstlerisches Programm im Zeichen des Verfassungstages aufzustellen? Oher sollt« dort niemand mehr zu finden sein, der es wagte, die deutsche Republik zu grüßen? Zu nächtlicher Stunde, zwischen 11 und 12 Uhr, brachte Berlin eine Wachsplattensendung von der Berliner Feier in der Krolloper, der Deutschlandsender eine Uebertragung aus Amerika. Deutschlands Staatsform und sein Hoheitszeichen wurden auch in diesen beiden Veranstaltungen nicht erwähnt.— G. Attentat auf ein Millet-Bild. Auf das berühmte Bild des französischen Malers M i l l c t (1815— 1875)„Angeln s", das seit 191» im Pariser Louvre hängt. wurde am Donnerstagnachmittag von einem Geistesgestörten ein Anschlag verübt. Der dienschabende Wächter sah plötzlich einen Mann mit gezogenem Messer auf das Bild losgehen. Ehe es ihm gelang, dazwischenzutreten, hatte der Unbekannte der Leinwand mehrere Schnitte beigebracht. An der vollständigen Zerstörung des Kunstwerkes konnte er gehindert werden. In Fachkreisen erklärt man. daß das Bild wiederhergestellt werden kann, da die Haupt- schnitte zwischen den beiden Personen hindurchgehen. Das Gemälde (Angelus— Abendgeläute) stellt ein Bauernpaar auf einem Felde dar, das, wie es in katholischen Gebieten auf dem Lande üblich ist, beim Angelusläuten seine Arbeit unterbricht, um zu beten. Es ge- hört zu einem der durch Reproduktion am meisten verbreiteten Bilder. Emil Lmd, der Regisseur und Schauspieler, wird am Sonntag 6» Jahre alt. Emil Lind gehört seit dem Jahre 1914 dem Vermal- tungskörper der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen an und ist von dieser mit der Schriftleitung des amtlichen Organs der Lühnengenossenschaft,„Der neue Weg", beftaut worden. Lind begann seine Tätigkeit als Schauspieler im Jahre 1891 in Salzburg und kam dann nach weileren Engagements in der österreichischen Provinz über Brünn an das Schauspielhaus in München. Später war Lind viele Jahre unter Louise Dumont am Schauspielhaus in Düsseldorf und am Raimundtheater in Wien unter Lauterburg tättg. In Berlin war Lind am Deutschen Theater unter Lindau und Reinhardt, am Lessingtheater unter Brahm engagiert. Dann mit Reinhardt verschiedene Male in New Jork und später viele Jahre bei Barnowsky am Lessingtheaicr und am Deutschen Künstlcrcheater. Deutsche Musikbühne. Von der Gemeinnützigen Vereinigung der Pflege deutscher Kunst e. V. erhallen wir folgende Zuschrift: Widersprechenden Nachrichten gegenüber ist folgendes zu berichtigen und zu ergänzen: Von einer Auflosung der Deutschen Musikbühne kann nicht die Rede sein. Eine kurze Probenunterbrechung dient lediglich abschließenden Verhandlungen mit den Ministerien und Städten, da sich diese Verhandlungen unerwartet verzögert haben. Es ist beabsichtigt, Ende September die erste Reife anzutreten. Amerikanisches Honorar... Eine amerikanische Filmgesellschaft zahlte dem Komponisten Turlofs für die filmische Verwendung seines Songs„An den Wassern von Minnesota" das bisher für ein Lied wohl noch nie angebotene Honorar von 12»»» Dollar(zirka 5»»»» Mark). Buddhistisches Haus Berlin-Frohnau. Dienstag, Iß. August, 20 Uhr, Bortrag über Buddhismus und Fragebeantwortung. Hörwillige sind wWommen. Vorwärts zur Freiheit! Mcht zurück zu Bismarcks Verfassung Zu o!n«r wahren Dalksfeier gestaltete sich die Verfassungsfeier, die der O r t s v c r e i n C h a r l a t t e n b u r g des Reichsbanner? Schtnarz-Rot-Gtild am Dannerstag im Eden�Palast in Charlattcn- bürg veranstaltete. Die beiden Säle waren überfüllt. In Massen war die arbeitende Bevölkerung Charlattenburgs, die sich zur Republik bekennt, zusammengeströmt, um trotz aller Bedrückungen den Tag der Verfassung festlich zu begehen. Festlich und kampses- froh war die Stimmung der Massen, Die beiden Söle waren ge- schmückt mit den Farben der Republik, auf der Bühne die Büste des unvergeßlichen ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Kapellen des Reichsbanners konzertierten, bis unter nicht enden- wollendem Jubel gegen 8 Uhr der Einmarsch der Fahnen des Reichsbanners erfolgte, Nach einigen begeisternden Begrüßungsworten des Kameraden Carlberg h sprach Polizeimajor Kanicrad E n ck e in einein glänzend angelegten Referat über die B c r f a s s u n g der Deut- s ch c n R c p u b l i k. Er feierte in seinen Warten das unsterbliche Gedankengut deutschen Geistes, dos in der Verfassung enthalten ist und schloß mit den Worten:„Es sind genug Kräfte da, die bereit sind, sich für die Demokratie zu opfern", Noch Warten des Gedenkens für jene wackeren Kameraden, die siir Volksstaot und Freiheit gefallen sind, rief er der Versammlung zu: „Tritt gefaßt! Fahnen in die Hand! Freiheit!" Tosender Beifall quittierte für diese Parole. Dann sprach Genosse Dr, H a u K a ch:„Wir sind heute zu einer Vcrfassungsfeier bei- sanunen, wie wir sie bisher nicht gewohnt waren. Daß es so gc- kommen ist, wird sehr lehrreich sein für alle die Leute, die bisher zwischen Scvering und Hitler keinen Unterschied erkennen konnten. Wir können heute nicht die Erfüllung, aber die Verheißung der Verfassung feiern". In scharfen Worten rechnete der Redner dann mit der V e r f a s s u n g s r e d c ab, die der R e i ch s i n n e n m i n i st e r von G a y l gehalten hat. Auf das staatspolilische Programm der deutschen Reaktion antworten wir:„Auch wir wollen den Dualismus Reich-Preußen überwinden, aber wir wollen nicht zurück zur Bismarckschen Verfassung, sondern zur einheitlichen zentral geführten sozialisti- s ch e n Republik", Genosse Haubach schloß mit der Aufforde- rung, zusammenzustehen im Kampfe bis zum endgültigen Sieg de? sozialen Republik, Der nicht endenwollende Beifall der Massen zeigte den Kampfcsmut, mit dem die Republikaner heute erfüllt sind. Verfassungstag mit Philosophie. Sine gelahrte Festrede— Freiheit! Köln, 11. August, Die Verfafsungsfeier der Stadt Köln am Donnerstagabend in der jestlich geschmückten und voll besetzten großen Halle im Rheinpark, zu der die Spitzen der Behörden erschienen waren, verlief nicht ganz störungsfrei. Die Festrede hielt ein Studicnrat A. Weber, der i» langen Ausführugcn die Persönlichkeit Goethes charakterisierte. Nach etwa drewiertelftündiger Redezeit wurde der Redner durch Zwischenrufe unterbrochen, in denen die Hörer Ablehnung gegen die nur philosophischen Ausführungen zum Ausdruck brachten und etwas von Republik und Verfassung zu hören verlangten. Auf die Zwischenrufe eingehend, wies der Redner darauf hin, daß er im zweiten Teil feiner Rede auf diese Fragen eingehen werde, zu denen aber seine ersten Ausführungen eine notwendige geistige Grundlage bildeten. Nach kurzer Zeit schmollen jedoch die Zwischenrufe erneut st o r k an, wobei starke unparla- mentarische Aeußerungen gegen die allerdings philosophisch teilweise hochgefaßten, aber wenig volkstumlichen Darlegungen fielen. Schließlich ging die Rede in dem dauernd und gleichmäßig a u s g e st o ß e n e n Ruf„Freiheit" unter. Da der Redner sich nicht mehr durchsetzen konnte, griff der Erste Beigeordnete der Stadt Köln mit einer kurzen Ansprache ein. Dann konnte die Festrede ohne weitere erhebliche Schwierigkeiten zu Ende geführt werden. Naturkatastrophe in China. 30 000 Menschen ertrunken! Aus Schanghai wird eine furchtbare Natur- kataftrophe gemeldet.per). 18.10\on der bildenden Kunst(Museumsdir. i. R. Dr. P. K Schmidt, J.M iisten). 18.33 Mit dem Mikrophon durch die Mark: Pieskow am Schannütze!- see.(8.43 Die Funkstunde teilt mit. 18.30 Stimme zum Tag. (9.00 Aus Salzburg:..Oberon(Oper v. C. M. v. M eher). 22.,0 Praktische M ochenend-Ralschläge. 22.33 Wetter-, 1 ages- und Sportnachrichten. 23.10 Abendunterhaltung. K ö n i g s w u s t e r h a u s e n: 16.00 Wie die dänischen Rundfunkhörer Deutsch erlerneu(Lektor H. Moe). 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Frauentum der germanischen Frühzeit(Gerda v. Bremen). 18.00 Das( embalo, seine AusdrucksmögHdikeiten und Grenzen(C liarl. Kaufmann). 18.39 Vol kswirtsdia ftsfti nk(Dr. W. Grotkopp). 18.55 W etter- bcridit. Sonst: Berliner Programm. * Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle„Vonvärts"-Boteu oder die Postanstalten. Wetter für Berlin: Sehr warm und noch meist heiter, aber zu- nehmende Gewitterneigung.— Für Deutschland: Im Westen schönes Wetter mit zahlreichen Gewitter», im mittleren Teil auskommende Gewitterneigung, im Osten noch heiter und sehr warm, Pcrartwortl, sür dic Redottioin Rich. Bernstein, Berlin;?Inze!gen: Heuqst, Berti» Bertiqi Vorwärts Lerlog lS, m. b. H,, Berlin, Druck: Vorwort.- Buch- bruckerei und Lerlagsonstalt Paul Singer � Eo., Berlin S3B 66 Lindenstr, 3 Kierzu 1 Beilage. MM. Oper Rose- Theater -nie Fmkturtif Strale 132 Tel. Weidnil 1 7 3427 8.30 Uhr Charlottenburg BismarckstraBe 34 Freitag. 12. August Volksvorstellung besdiränkt. Kartnircrlt. Zar und Zimmermann F rind. H lisch. Gorabert. Kandl Anfang 20 Uhr Ende 22,30 Uhr Herzdame GarteubUhnc 5.30 Uhr Konzert u.Varteie frühlingsluli Hlht Sdiles. Bhf. iii.8'!. Slzs. 2,5,11 15 U. 11 Weithel 4031 Dieüärdasfllrstin Buttergroß- handtung Filialen in allen Stadtteilen mo\Q) Potsdamer Straße 38 An der LüUowslraße. Uod oinor\ncht mit Jan Kiopura. Flagda Schnolder, Vritr. Schulz För Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 An der PallasslralJe. Prau I/ehmannÄ Töchter mit Hansi TVietc, Hertha Thiele. Else Esther W. 5, 7, 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr Tarmstraße 12 Wilsnacker Str. 63. Hennrh ohne\amen mit. Kraus, Helene Thimitr* Tlaria ßard W. 5, 7, 9 U'hr. S. 3, 5, 7. 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Passabel Prau Lehmann« Töchter mit llansi Xtcae.— Ein harmloser Fall mit Sr.öke ftzakall Den ganzen Tag geöffnet. S. ab 3 Uhr � Unter den Unden W Die Kamera unndendH W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5, 7. 9 Uhr ..71" Regie: Fritz Lang;.— Beiprogramm Franziskaner GcoraenslraDe(Ecke Frledrichslraße) 9. 12. 3, 6. 9 Uhr Liebe ein Natorgeselz Ein Film mit ärrlUchem Vortrag nach Dr. Magnus Hirschfeld über die Beriehungen rwischen Mann und Weib in der Natur. 10.30. 1.30. 4.30. 7.30. 10.30 Uhr Der tolle Bömberg Tonfilm mit Haan Adalbert v. Srhlettoa«. Foul Heidemonn n, Neueste TonBIld-Heportage w« sten Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarelenstr Uraufführung! Ja, treu ist die Soldatenllobe mit Frltr Schulz. Ursula Grabley, Ida �Vüst W. 5.15, 7.15, 9.15 Uh;. S. ab 3.15 Uhr U Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltowcr Str. 1 W. ab 6.30 S. ab 5 U. 2 Großtonfiim«: Jonny stiehlt Europa mit Harry Piel.— Erlebnis einer Xnrht > Tempelhof Knrfnrstf w-7' sbd- 5. 7. 9 nUriUTSl Mg. 3 Uhr: Jgd.-Vorst. Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Tfensrh ohne\omeii mit Werner Krauß. Tlaria Bard.— Ton hei propra mm Täglich 5, 7, 9. i IVO II Slgs 3 Uhr: Jugcndvorslell Berliner Straße 97. Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel.— Tonbelprofframm Jugendliebe haben Zutritt Mariendorf Mj* f 3 Tfariendorfer W. 7, 9. Tonlirhtsplele S. 5, 7, 9 Chausseestr. 305 2 Tonfilme: Die flacht der Versuchung: mit W. Füttcrer.— Der Rächer des Tong Alhambra Toilfim Hauptstraße 30 Buffalo Bill. 1 Der loilkühne Heiter, 2. Die brennende Prärie Jugendliche haben Zutritt. Titania Schöneberg Hauptstr. 49. W, 5, letzte 3 Uhr S ab 3 Ubr Das Lied einer BTacht mit Jan Kiepur«. Xapda Schneider.— Tonbeiprogr.— Jugendl. Zutritt Friedenau Kronen-Lichtspiele Rhcinslraße 65 Bcg. 6.30, 9 Uhr. Stg. 5, 7, 9 Uhr Ein süBcs Cäehcimnis mit Hansi Niese.— Die Koffer des Herrn O. P. mit Abel > St egliti m Titania-Palast sTg�ei.oü. Steglitz. Schloßstr 5. Ecke Gutsmulhsstr. Das Lied einer Nacht mit Jan Kiepura. Tfagda Schneider. Frltr, Schuir,. Otto Ballburg. Ida Wüst. Julius Fnlkcnstein — Tonbelpr.— Jugendl. Zutritt. c Zahiendorf-Hltte Moabit Arfnchnf Cochem, ab 6 Uhr riTlUSnOf Sonntags ab 5 Uhr Pcrleberger Str. 29 2 Tonfilme: Ein sülies Geheimnis mit Hans! Niese.— Die.Tlar- quise Anny ulse von Pompadour mit Ablers.— Tonnochc Neukölln Mercedes-Palast s. ab'su. Hcrmannstr. 212. Frau Lehmanns Töchter mit H. Niese.— Böhne: Paul God- win und sein Orchester S Q d e n 7*ti Beginn tägl.&, 7. 9 Uhr £*"1* Stg. 3 Uhr Jugcndvorslell. Potsdamer Str. 56. Tabu. Ein Südsee-Tonfilm. Jugendliche haben Zutritt German ia-Pa last Charlollenburg. Wilmcrsdorfcr Str. 53/54 Jonny stiehlt Europa mit Harry Piel. Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr 64(an der Wilmersdorf er Str.) Frau Lehmanns Töchter mit Hansi Niese, Hertha Thiele, Else Esther. Fritr. Kampers W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Schlüter-Theater ITiT-j u. Schlülerstr. 17 Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Die grausame Freundin mit Anny Ondra.— Her Herr auf Bestellung mit Billy Forst. Trude Lieske.— Jugendl. Zutritt Atrium wsfghet 77.99Vü. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung" Johann StrauÖ. k. u. k. Hofballmuslkdirektor mit Lee Parry. Tllchael Bohnen. Paul Hörbiger, GretI Theimer.— Tonf ilm-Belprogr Theater am Moritzplatz W. 6. 8.45 Uhr, S. ab 4.30 Uhr Es war einmal ein Walzer mit Hartha Eggert.— Straften der Weltstadt Luisen-Theater s/fbVu. Rcichenbcrger Str. 34. Edward G. Robinson in dem Tonfilm: Der Rächer des Tong Dazu ein zweiter Tonfilm Filmeck Am Görlitzer Bahnhof Der Edgar- Wallace- Kriminal-Tonfilm: Der Hexer Ferner Die Flucht von der Teufelsinsel mit Ronald Colman W. 6.30 U., Stg. 5 U. Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Der spannende Tonfilm: Jonny stiehlt Europa mit Harry Piel. Darry Holm Ferner Pat und Patachon in ihrem neuesten Filmabenteuer Sehritt und Tritt Jugendliche haben Zutritt. Primus-Palast so�m hib6 l'u. Am Hermannplatz, Urbanslr. 72/76. Der Rächer des Tong mit Lo- retta Voimg.— Bühne; Gastsp. Operetten-Revue: Spreewaldmädel c Treptow Treptow-Sternwarte Sonnabd. 8 Uhr, Sonnt. 4, 6. 8 Uhr Äpreewaldzauber, Film. ■<>«««» 9 Germania-Palast sValVu Frankfurter Allee 314 Der große Kriminalfilm: Der Hexer nach Edgar Wallace mit* Maria Nolveg. Fritz Rasp u a. Auf der Bühne: Grefte Varietesehau Kosmos-Lichtspiele Löckstr. 70. Stg. 3 U. Jugendvorst. W.%7. 9 Uhr. Stg. 5, 7. 9 Uhr 2 Großlonfilmc: Salto Mortale mit Anna Sten.— Die Privatsekretärin mit Felix Bressarl. Renate Müller Luna-Palast S abfuhr Gr Frankfurter Str. 121. Der Hexer(nach Wallace) mit Maria Solveg.— Goldfieber mit Tom Mix.— Ton w oehe Schwarzer Adler ah'""» W. 5, 7, 9 Uhr, S. 3. 5, 7, 9 Uhr Mensch ohne Namen mit Werner Krauft. Maria Bard.— Tonbeiprogr.— Auf der Bühne: Moria Ney v. Kabarett d. Komiker Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beg. ab 5 Uhr Das Lied einer Nacht mU Jan Kiepura. M. Schneider.— Gr Tonbelpr.— Jugeadlichs 2ulritti Viktoria- Theater Zoc*b!bü Frankfurter Allee 48 Großtonfiim: Frau Lehmanns Töchter mif Hansi Niese. Kempers, Else Esther.— Beiprogr Friedrichsfelde ITlnn Rnvrh Wochentags 6 Uhr iiino DUSCn Bonntags ab 5 Uhi Alt-Friedrichsfeldc 3. Tonw orhe Melodie der Liebe mit Rieh Tauber, Lien Deycrs.— Tonbeiprogr.— Jugendliche Zutritt Nordosten €i Prenzlauer ff£rlyStUtlt Allee 56 Wochcnt. ab 6',z Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr Sonnt. 3.15 Uhr Jugendvorstellung Der Hexer(nach Edgar Wallace). — Goldfieber mit Tom Mix Flora-Lichtspiele�uefmT Wocht. 5.45. ca. 7. 8.45. Stg. ab 3 Uhr 3Tonfilme: Jonny stiehlt Europa mit Harry Piel.— Kltfy schwindelt sich ins Glück Norden AILswi—L*— Müllerstraße 136. Al/iafnora Ecke Seestraße W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Jonny stiehlt Europa mit Harry Piel, Darry Holm Jugendliche haben Zutritt U Pankow> Palast-Theater Breite Sir. 21a.\V. 7 u. 9 Ihr Stg,. 5, 7. 9 T'hr lensch ohne>amen mit Börner Kroaß. Tlaria Bord, Hertha Thiels (Beilage Freitag, 12. August 1932 OtrAtaril SfuUaiagaß» Jei ibmärit Wiiheim Tieigem: Berichte aus Engtand Wendung zum Zerfall? Auf der Ottawa-Konferenz befinden sich zum ersten Male in der Geschichte des Imperiums die Vertreter des Mutterlandes gegen- über denen der Gliedstaaten in der Lage absoluter VerHand- lungsgleichhcit, in der jeder Rückzug auf militärische Ueberlegcnhcit oder auf sonstige Druckmittel völlig versagt. Die Beherrschung des Imperiums durch die Engländer stützte sich bisher im wesentlichen auf die völlige wirtschaftliche Abhängig- keit der Kolonien vom indüstricllen Mutterland. Hinzu kam für die Beherrschung der farbigen Bevölkerung— und die stellt weit- aus den größten Teil der Kolonialvölker— die absolute geistige und technische Ucberlegcnheit des Weißen über den Farbigen. Die K o I o ni a l g c s e tz e der Engländer trugen durch die strenge Ab- sonderung der Farbigen von den Weißen und durch die stolze Zurückgezogenheit der weißen Herrenkastc viel dazu bei, dieses Ge- fühl der Ueberlegenheit aufrecht zu erhalten. Nun beginnen aber beide Stützpfeiler des Jmperiunis, sowohl die wirtschaftliche Ao- hängigkcit der Kolonialländer wie die geistige Ueberlegenheit der Weißen zu brechen. Das immer stärker werdende Selb st öndigkeits streben der farbigen Völker gegenüber den weihen Kolonialmächten ist eine unmittelbare Folge des„Siegeszuges" der europäischen Zivilisation über die ganze Erde, eine der eigentümlichen gegen- teiligen Wirkungen, die die Anarchie der kapitalistischen Gesellschafts- ordnung immer wieder ablöst. Schon lange niag es dem Inder oder dem Neger sonderbar erschienen sein, daß der weiße Missionar von christlicher Nächstenliebe und Gleichheit vor Gott spricht, wäh- reiid der weiße Kaufmann oder der weiße Plantagcnbesitzcr seinen farbigen„Bruder" unter schlechtesten Bedingungen und zu niedrig- sten Löhnen zur Arbeit zwingt. Aber erst nachdem auf der Arbeit der Missionarschulen fußend weitere Schulen errichtet wurden, die alle wissenschaftlichen und technischen Kenntnisse der weißen Länder lehrten, wurden in den Farbigen die Kräfte frei, init de» Weißen in geistigen Wettbewerb zu treten. Jetzt gibt es in den Kolonien viele hunderttausend gebildeter und studierter Männer und Frauen, bei den Negern wie bei den Indern und Chinesen. Warum sind die Farbigen geringer zu schätzen als die Weißen? Die erstaunliche Entwicklung Japans z. B. von einem mittelalterlichen Fcudalstaat zu einem hochmodernen Industriestaat hat gezeigt, daß die wissenschaftliche Bildung und die technische Fertigkeit kein un- erreichbares Vorrecht der weißen Rasse ist. Das wurde ein Signal für alle Völker Asiens, lind heute lernen die Schulkinder in In- dien und in China, daß Europa noch in tiefster Barbarei lebte, als Asien schon über tausend Jahre lang märchenhafte Tempel baute und~große Städte hatte. f Auch der Schleier der moralischen Stärke und lieber- legenheit der Weißen ist zerrissen. Taufende aus den beherrschten Völkern haben in Europa und in Amerika den Weißen in seinem alltäglichen Leben kennengelernt. Millionen Bewohner der Kolonien, zwar noch streng getrennt von dem Privatleben der'Herren, sahen in den Kinos den Weißen als Dieb, als Mörder und behaftet mit allen Lastern. Ist das nur Spiel oder ist es wirklich so? Wenn der Weiße ober ein armseliger und fehlerhafter Mensch ist wie der Farbige auch, worauf beruht sein Recht über den Farbigen? Auf Macht? Auf Macht! Aber der W c l t k r i c g hat auch die Furcht vor dem mäch- tigen und stets unbesiegbaren Engländer zerstört. Im Weltkrieg kam das stolze Britannien zu den farbigen Völkern und bat in Aufrufen um Hilse gegen die deutschen Barbaren. Es wurden nicht einfach mehr einige tausend Soldaten befohlen wie in den Kolonialkriegen, sondern die ganze Bevölkerung wurde aufgefordert, das glorreiche Britannien in seinem Kampf nicht zu verlassen, die deutschen Wrrcn zu boykottieren und gegen die Deutschen und ihre Verbündeten einschließlich der Kolonialbesitzungen zu kämpfen. Diese andere Tonart— kein Befehl, sondern eine Bitte— wurde von den scharfen Ohren der linterdrückten wohl gehört, Uebevall im Imperium wurde verstanden, daß Britannien nicht unbesiegbar sei. Mehr als 1,3 Millionen Mannschaften und Ossi- ziere wurdet! allein in Indien ausgehoben und im Interesse Britanniens über See an die Fronten geschickt. Wie, wenn sich eine solche Truppe gegen Britannien im Interesse Indiens erheben würde, unterstützt vom Boykott englischer Waren? Die Wellen der Auflehnung sind überall im Kolonialreich höher als je zuvor! Dieses langsame Abbröckeln der unbedingten Ueberlegenheit Englands und das langsanie Erstarken des Selbstvertrauens der Farbigen hat durch die w i rst s ch a f t l i ch e n V« r ä n d e r u n- gen, die der Weltkrieg mit sich brachte,«ine erhebliche und für das Imperium gefährliche Beschleunigung erfahren. Vor dem Weltkrieg war trotz der schon starken Unruhe unter den Eingeborenen die Herrschast der Engländer unerjchüttert, weil sie sich auf den festen Pseiler der wirtschaftlichen Oberhoheit stützte. Dieser Pfeiler ist nun auch gefährdet. Der wirtschaftliche Aufbau des britischen Imperiums war der absolut einseitige Handel vom i n 0 u st r i e l l e n E n g l a n d aus. Das Mutterland befaß die reichen Kohlen- und Eisengruben und in Verbindung damit die großen Schiffswerften, die Häsen und die Fabriken. Bon England aus gingen die Schiffe in See und holten von den Kolonien die Rohstoffe, die die Entwicklung des Welt- Marktes erheischte und die den Fabriken Arbeit und Verdienst brachte». So wurde Manchester die Metropole der Woll- und Baum- Wollindustrie, Sheffield das Haupt der Eisen- und Stahlstädte Englands. In diesen Distrikten liegt Stadt an Stadt und Dorf an Dorf, ohne Unterbrechung, eine einzige große Fabrik, mit mehr als 1000 Menschen auf dem Quadratkilometer. Von Liverpool und London aus ging ein ununterbrochener Strom von fertigen Fabrikaten wieder in die Kolonien und Uebcrseeländer zurück, von hier aus wurde der Weltmarkt und wurde die Welt wirtschaftlich und politisch beherrscht. Gewiß hatten auch die englischen Kolonien in Uebersee, Australien, Kanada und selbst Afrika und Indien, sckmn vor dem Weltkrieg eigene Fabriken, aber ihre Zahl und Leistungsfähigkeit mar unbedeutend im Vergleich zu der Englands und im Verßaltni? zum Bedarf dieier Länder. Auf Grund dieser einseitigen Wirtschaftsführung und indu- striellen Ueberlegenheit konnte England es wagen, trotz der dtcht-n Bevölkerung nahezu alle eigene Agrar Wirtschaft aufzugeben. Die unerschöpflichen Rohstoffe der Kolonien auch an Lebensmitteln sicherten die Ernährungsfrage des Mutterlandes unbedingt. Eine Gefährdung dieses Wirtfchaftaufbaus schien aus- geschlossen. Dann kam der Weltkrieg. Er bedeutete für das Imperium eine vier- bis sünfjährige Unterbrechung dieses wirtschaftlichen Wechsel- spiels. Die Engländer hatten nicht mehr in dem Maß« die Zeit und die Möglichkeit, die Rohstoffe aus den Kolonien zu Halen und zu Fertigfabrikatcn zu verarbeiten, der Handel stockte. Für die Kolonien bedeutete das einen plötzlichen Ausfall der W a r e n v e r s o r g u n g in Europa aus. Die Waren wurden knapp, die Preise gingen in die Höhe. Dadurch wurden die über- seeischen Fabriken zu eigener verstärkter Produktion angeregt, und neue Fabriken schössen empor, fehlte doch jetzt Bie beherrsckiende Vormacht der englischen Fabrikate. So stieg z. B. für Indien die Zahl der Jutespindeln von rund 330 000 im Jahre 1010 auf 1,1 Millionen im Jahre 1928. In Südafrika, wo die Indu- strialisierung während des Krieges besonders schnell vor sich ging, stieg die ittdustriellc Kapitalsanlage von 120 Millionen Mark 1917 auf 2,150 Millionen 1927. Nach Beendigung des Krieges versuchte Großbritannien, die alten Handelsbeziehungen wieder auszunehmen. Aber nun ist nicht nur Usameriko an die erste Stelle des Welthande's gerückt, sondern der englische Handelsherr sieht sich auch in den Kolonien einer leistungsfähigen und ständig wachsenden Jndustr e gegenüber, die nach völliger wirtschaftlicher und politischer Selbständigkeit drängt. Während in Großbritannien die A r b e i t s l o s i g- k e i t st e i g t und der Handel zurückgeht, versuchen die britischen Kolonien, ihre Länder mit hohen Schutzmauern zu umgeben wie alle Länder junger nationaler Industrien, lind diese Schutz- maucr richtet sich in erster Linie gegen dlc englischen Waren, die ihren altgewohnten Platz beanspruchen und sich aue- gewiesen finden. Das ist die innere Ursache des Pfund st urzes und der sensationellen Abkehr Englands vom Goldstandard 1931. Das ist der Grund des Sprunges vom prinzipiellen Freihandel zum Hochschutzzoll, ein Sprung um 100 Jahre zurück in der wirtschajt- lichen und politischen Entwicklung des Imperialismus! Andererseits drängen die Kolonien auch in ihren agrarischen Produkten über das Imperium hinaus. Die la>, d w i r t s cha f t- l i ch c I n d u st r i a l i s i e r u n g hat die Produktion der Lebens- mittel außerordentlich gesteigert, so daß der englische Markt dafür viel zu eng geworden ist. Zudem beginnt England seine Lebens- mittel selber wieder stärker anzubauen Infolgedessen ist für die Kolonien die gleiche Marktfragc das große Gesetz, das ihr wirk- schaftliches und politisches Handeln beherrscht und sie zur nationalen Selbständigkeit auch in außenpolitischen Fragen drängt. Noch ist die unmittelbare Auswirkung dieser großen Kämpfe im britischen Imperium im öffentlichen und privaten Leben Eng- lands selbst wenig zu spüren. Zwar ist die Arbeitslosigkeit ständig gewachsen, aber sie ist mit 2,8 Millionen im Juni 1932 und etwa 6 Proz. der Bevölkerung doch noch erheblich n i c d r i- ger als in Deutschland, das mit 3,8 Millionen Arbeitslosen zur gleichen Zeit 9 Proz. der Bevölkerung ohne Beschäftigung hatte. Auch die jährliche Steuerbclastung von 300 M. 1927 gegen 70 M. 1913 pro Kopf zeigt nur die gleiche Auswirkung einer vierjährigen Kapitalszerstörung während des Weltkrieges, wie sie die Steuerstcigcrung in anderen Ländern auch erkennen läßt. Was aber zu befürchten steht, ist ein langsames Erlahmen de: englischen Handels überhaupt und damit ein Abgleiten des englischen Lebens- standards, wenn es nicht gelingt, die auseinanderstreoendc» Kräfte zusammenzuhalten oder die einzelnen Glieder auf einer anderen Basis zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit erneut zu vereinen. Das ist die große Zlusgabe der britischen Unterhändler in Ottawa, zu der eine Fülle kleinerer,, wenn auch wichtiger politischer Probleme hinzutritt. J. p. Mayer: Ein moderner Ä Für den tiefgreifenden Wandlungsprozeß unserer gesellschaftlich geschichtlichen Gegenwart spricht nicht zuletzt das starke enzyklo- pädische Interesse, das man allenthalben feststellen kann. Alle großen Konversationslexika find neu aufgelegt und bearbeitet worden, auch eine ganze Reihe kleinerer Konversationslexsta versuchen das völlig i veränderte Weltbild der' Nachkriegszeit ihren Lesern nahezubringen. Freilich sucht der Leser in diesen Werken meist mehr, als er findet. So umfassend ein solches Lexikon angelegt sein mag— man denke nur an die große britische Enzyklopädie—, über die bloße Mit- teilung des Wissensstoffes geht das Lexikon kaum hinaus. Der Leser will aber mehr. Er will Zusammenhänge oerstehen. Das Wissen um die Tatsachen genügt ihm nicht. Wenn ich weiß, daß in Brasilien Kaffee zu Heizzwecken verwandt wird, in Deutschland aber sechs Millionen keinen Kaffee kaufen können, wenn ich ferner weiß, daß die Weizcnernte Kanadas unverkäuflich ist und in Europa Millionen Menschen hungern, so frage ich nach dem Zusammen- hang, der mit den Zahlen landwirtschaftlicher Produktivität oder mit der Anwendung des Mähdreschers keineswegs geklärt ist. Wie kommt es, daß Henry Ford Hunderte von Millionen besitzt und Millionen Menschen nichts besitzen, wie ist es möglich, daß modern eingerichtete Fabriken feiern, stilliegen und wiederum Millionen ihre Produkte brauchen? Warum drohen Kriege, obwohl es in Genf einen Völkerbund gibt: warum erfüllen die Volksvertretungen nicht das, was die Wähler von ihren Abgeordneten erhoffen? Man könnte Taufende solcher Fragen aneinanderreihen. Solche und ähnliche Fragen zeigen nur, wie problematisch das Weltbild der Gegen- wart geworden ist, alles, was bisher fest schien, ist in Fluß geraten, keine überlieferte Antwort ist stichhaltig geblieben. Nicht jeder er- lebt heute diese Problematisierung des menschlichen Daseins b e- wüßt, aber mittelbar wird jeder davon betroffen. Nicht immer war das Weltbcwußtsein derart erschüttert. Es gab Epochen, in denen Jahrhunderte lang gemeinsame Voraussetzungen für große gesellschaftliche Gruppen bestanden: die Unverbrüchlichkeit, mit der an die großen Religionen geglaubt wurde, besteht für die heutige Menschheit nicht mehr. Und dies gilt keineswegs nur für den europäisch-amerikanischen Kulturkreis. Die starke Verbreitung, die heute Konversationslexika jeder Art gefunden haben und finden, deutet also, wie mir scheint, darauf hin, daß viele Menschen, die sich über die prinzipielle Wandlung unserer Gegenwart noch nicht klar geworden sind, in diesen Büchern die Antworten aus die Unsicherheit suchen, die sie erfüllt. Vergeblich allerdings. Denn die Aufreihung noch so entlegener Tatsachen er- setzt nie und nimmer eine einheitliche Weltdeutung: eine noch so umfassend angelegte Enzyklopädie kann dem Mensche» der Gegen- wart keine Gläubigkeit an Sinn und Ordnung der Welt ersetzen, wo Unsinn und Unordnung ihm nur allzu augenfällig erscheinen müssen. Mit diesen Bemerkungen sind die grundsätzliche» Be- denken angedeutet, die sich bei dem Studium des zweibändigen neuen Werkes von H. G. Wells über„Arbeit, Wohlstand und das Glück der Menschheit"(Verlag Paul Zsolnay, Berlin- Wien) schwerlich unterdrücken lassen. Wells unternimmt in diesem Werk den Versuch, gleichsam den Grundriß einer universalen Enzyklopädie darzustellen. Es ist hier nicht möglich, zu den einzelnen Kapiteln inhaltlich Stellung zu nehmen. Wells beginnt mit den sozialen und wirtschaftlichen Anfängen des Menschen: er zeigt, wie der Mensch sustematisch denken, Kraft und Stoff zu beherrschen lernt. An die Darstellung der Organisation der Arbeit schließt eine Be- trachtung des Geldwesens. So weit geht ungefähr der Inhalt des ersten Bandes. Der zweite Bond erörtert den Unterschied von„arm und reich": ein besonderes Kapitel analysiert die Stellung der Frau im modernen Wirtschostsleben. Von den Regierungen der Mensch- beit betrachtet Wells am aussührlichsten dos Funktionieren der amerikanischen und englischen Regierungen. Wells zeigt in diesem Zusammenhang, daß auch der englische Parlamentarismus, der vielfach dem deutschen parlamentarischen System als Muster vorgehalten wird, heute erschüttert ist. Dieser Abschnitt ist beson- ders instruktiv. Ich möchte wenigstens seine Zusammenfassung mit- teilen i„Die Tatsache, daß das brrnsche Parlament ausgehört hat, ein brauchbares Werkzeug zur Regierung und Verwaltung eines niodernen Gemeinwesens zu sein, ist so osfenkundig und den klügeren Politikern sö unangenehm geworden, daß zum Beispiel W i n st o n Churchill, der in konservativen und liberalen Regie- rungen gesessen hat, sich mit Reformierungsplänen beschäftigt, ebenso Mrs. S i d n e y W c b b, die Frau eines Ministers der Arbeiter- Partei. Ihre Pläne haben eines gemein: beide gehen von der Fest- stellung aus. daß die Probleme unserer Vorfahren politisch waren, mährend die Probleme, die uns heute angehen, meist wirtschaftlicher Natur sind. Keiner von beiden Autoren hält unser heutiges Unter- haus und Oberhaus für eine zur Feststellung und Formulierung wirtschaftlicher Tatsachen geeignete Körperschaft." Untersuchungen über Bevölkerungsbewegung, Sport, Kunst, Erziehung schließen das Werk ab. Obwohl Wells einleitend ausdrücklich erklärt, daß er in diesem Buch stets auf dem Niveau des Ingenieurs und des Maschinen- Zeichners bleiben will, läßt sich sein ethisch gerichteter Positioismus nicht verkennen. Er will keineswegs beim bloßen enzyklopädischen Sammeln stehen bleiben. Gerade dies ist es ja, was er der britischen Enzyklopädie vorwirst, deren Herausgeber eine richtungweisende Synthese angesichts der Vielfalt der heutigen Weltprobleme für un- möglich hält. Wells erkennt an, daß das große Werk der britischen Enzyklopädie dem Wohlstand und den Kräften unserer Zeit durchaus gerecht werde.„Wenn es sich aber um die allgemeinen, richtunggebenden Ideen handelt, wie etwa die des Eigen- tums, oder um die der schöpferischen Möglichkeiten einer Neuordnung des Finanzwesens oder der Politik, bleibt es stumm oder gibt doch keinerlei Anregung." Läßt sich dieser Vorwurf auch aus das Werk Herbert Gearge Wells ausdehnen? Kaum. Wells will ja gerade, wenigstens im Grundriß, das leisten, was das bisherige enzyklo- pädische Denken verfehlt hat. Seine Enzyklopädie möchte wie das enzyklopädische Werk der großen Aufklärer des 18. Jahrhunderts in die Praxis der Gegenwart eingreifen. Wells will eine Welt- enzyklopädie organisieren, eine Art Zentralmuseum der Welt, dessen Hauptaufgabe darin bestände,„den ideologischen Unterricht an jeder Schule der Welt zu erhalten". Wells' Denken ist in erster Linie pädagogisch ausgerichtet. Eine Revolutionierung der Menschheit, die in der ökonomischen Sphäre ansetzt, ist Wells fremd. Er sieht zwar die Mißstände des Kapitolis- mus, aber er glaubt, diese Mißstände durch erzieherische Maßnahmen nach und nach beseitigen zu können. In dieser Beziehung ist Wells Stellung zu Henry Ford wichtig. Nachdem Wells die Entwick- lung des Ford-Trustes auf einigen Seiten beschrieben hat, kommt er zu folgendem Schluß:„Betrachtet man zusammenfassend Fords Arbeit und deren Erlrag, so scheint die Frage der Berechtigung kaum wesentlich zu sein. Mag er noch so viel besitzen, und mag er es ver- dient haben oder nicht, jedenfalls ist er von einem solchen Geist be- seelt, dem man vom Standpunkt der Allgemeinheit getrost Geld an- vertrauen darf." Einige Zeilen vorher hat Wells allerdings fest- gestellt, daß die Arbeiter in den Ford-Betrieben so vollständig ab- sorbiert werden, daß sie neben ihrer Arbeit nur zu Zerstreuungen primitivster Art und sonst zu nichts fähig sind! Man sieht, eine grundsätzliche Kritik am Kapitalismus, die Forderung seiner Auf- Hebung durch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, wie sie der marxistische Sozialismus lehrt, unterbleibt. Ohne eine radikale, an die Wurzeln der kapitalistischen Gesell- schaftsordnung greifende Kritik verbleibt alle Pädagogik im luft- leeren Raum. Auch die universalste Enzyklopädie wird den Menschen nicht ändern, wenn der Mensch die kapitalistische Welt, die ihn heute umgibt, nicht selbst verändert. Wells überschätzt die Kraft des Wissens. Er ist der typisckie Aufklärer. dem Wissen gleich Tugend ist. Seit Sakrates ist die europäische Ausklärung durch dieses Borurteil bestimmt. ArbeiteivRasenspiele Fußball und Handball Der Baumschulenweger Sportverein veranstaltet am kommen- den Sonntag auf dem Sportplatz in der Kynaststraße am Bahnhof Stralau-Rummelsburg ein Blitzturnier, zu dem er die Ver- eine Lichtenberg I, Hansa 31 und Lichtenberg II ge- wonnen hat. Während im Turnier mit Lichtenberg II die Baum- schulenwcgcr vor etwa vier Wochen als verdiente Sieger hervor- gehen konnten, werden sie im eigenen Turnier den Sieg an Hcuifa 31 abgeben muffen. Trotzdem kann es sehr leicht auch anders kommen. Der Beginn der Spiele ist auf IS Uhr festgesetzt, vorher spielen die unteren Mannschaften. Im Rahmen der zum Sommerfest umgetauften Ver- fassungsseier des Reichsbanners in Köpenick spielt Eiche gegen Teltow auf dem Plag neben dem Sportrestaurant Sadowa. Die Köpenicker sowohl wie die Teltower stehen in ihren Bezirken an der Spitze der Frühjahrsrunde. Schon diese Tatfache gibt die Gewähr, daß ein wirklich gutes Spiel gezeigt wird. Beginn 17 Uhr. Weitere Spiele: Knulzderf gegen Grün-Weiß.— Friedersdorf gegen Eiche. Spandau ZZ.— Herta gegen Friedenau.— Alausdorf gegen Teltow 2.— Morgen, Sonnabend, 18 Uhr, spielt Minerva 28 gegen Adler V8 im Neu» töllner Stadion, Plast 8. Beginn der Spiele 17 Uhr. Vorher spielen die unteren Mannschaften. Vor» mittags auf fast allen Plasten Spiele der Jugend- und Schülermannschaften. Utiutd&M Spiele am Sonntag Die FT. Erkner hat sich in ASV. Rot-Weiß einen leichten Gegner verpflichtet, so daß Erkner aus dem um 14 Uhr beginnenden Spiel als Sieger hervorgehen müßte. Vorher treffen sich die 2. Mannschaften beider Vereine.— Zluf dem Cöpemcker Vereinsplatz m der Wendeirschloßstraße gibt es interessante Spiele. Um 16 Uhr erwartet Eiche 2 die FTGB. Lichtenberg, die mit ihrer planvollen «pielweile siegen wird. Um 17 Uhr stehen sich Eiche Eöpenick und die FTGB. Süden 2 gegenüber. Hier wird sich erweisen ob Süden 2 alz Bezirksmsister des 4. Bezirks, der starke Aussichten hat in die 1. Klasse aufzurücken, das Zeug hat gegen eine Mannschaft der 1. Klasse. In Friedrichsthol wird die Freie Turnerschast von der FTGB. Buch besucht. Das Treffen steigt um 16 Uhr. Die FT. und SV. Nowawes hat sich den TSV. Kaulsdorf mit drei Mannschaften ver- pflichtet. Ab 14 Uhr sind die Frauenmannschaften tätig. Hier wird Nowawes klar überlegen sein, anschließend im Spiel der 2. Männer- Mannschaften wird sich Nowawes ebenfalls behaupten. Die FT. Hennigsdorf wird um 16,10 Uhr in Falkensee erwartet und wird den Schwimmern das Nachsehen geben. Die Turnerschaft Luckenwalde veranstaltet in der Hetzheide aus drei Plätzen im eigenen Station einen Werbespieltag. Aus dem Kreis wurden folgende Mannschaften verpflichtet: FT. Gottow, FT. Treuenbrietzen, FT. Halbe, ASV. Schöneberg, Eiche Eöpenick, FT. Jüterbog, FSV. Fichte, FTGB. Süden 3 und FTGB. Lankwitz. Alle Beteiligten werden dazu beitragen, daß der gute Ein- druck vom Kreisfest der Arbeitersportler weiterhin gefestigt wird und die Veranstaltung dem Veranstalter einen weiteren Erfolg einbringt. Frühjahrsrunde beendet Der Tabellcnstand der FuHbal! ver eine Die Frühjahrsrunde der Ar b e i t e rf u tz b a l l« r ist beendet. In allen Bezirken, in allen Gruppen und Abteilungen tanl es zu Ueberraschungen, Ueberraschungen, die manchmal unwahrscheinlich anmuteten, zum Schluß aber zur Tatsach« wurden. So haben wir im l. Bezirk, Gruppe A die Tatsache zu verzeichnen, daß der als Favorit in die Runde ge- ganzen« Fußballklub„O b e r s p r e e"(jetzt„Berolina") an der fünften Stelle gelandet ist. Die Mannschaft der„Frohen Stunde" konnte sich überraschend an die Spitze setzen. Die zweite lleberraschung ist der Baumschulenweger Sportverein, der noch im letzten Jahr am Schluß der Tabelle zu finden war und jetzt den zweiten Platz einnimmt. Ein Versager ist der ASV.- Neukölln. Mit großem Elan ging die Mannschaft in den Kampf, um aber gleich nach dem ersten Spiel wieder nachzulassen. In der Gruppe L herrscht in der Spitzengruppe ein heil- loses Durcheinander: ein Verein schlug den anderen. So gewann Lichtenberg I gegen Eiche-Äöpenick mit 3: 0, während Normannia die Lichtenberger mit 5: 2 schlug. Die lleberraschung ersolgte beim Kamps Eiche— Normannia, den die Köpenicker mit dem hohen Re- sultat von 8: 0 für sich entscheiden konnten. Normannia legt« gegen dieses Spiel Protest ein mit der Begründung, sie hätten wegen der Präsidentenwahl ihre Mannschaft nicht vollzählig zur Stelle gehabt. Merkwürdigerweise wurde dem Protest stattgegeben und das Spiel noch einmal angesetzt. Damit wurde eine Situation geschaffen, die noch schwerwiegende Folgen zeitigen kann. Denn die anderen Mannschaften, die an diesem Tage- verloren haben, werden mit vollem Recht ebenfalls die Inhibierung ihres Spiels verlangen, und das dürfte dann immerhin zu einigen Terminschwierigkeiten führen. In der Tabelle erscheint das Spiel so, wie es bisher aus- getragen wurde. Danach haben also die drei führenden Mann- schaften je zwei Verlustpunkte zu verzeichnen. Das noch ausstehende Spiel gegen Werlsee dürfte Normannia nicht allzuviel Schwierig- leiten bereiten, trotzdem die Werlseer gerade auf eigenem Platz«in nicht zu unterschätzender Gegner sind. Da aber ein Führer da sein muß, fällt Eiche diese Roll« durch das bessere Torverhältnis zu. Die Köpenicker erreichten in den 8 ausgetragenen Spielen ein Tor- Verhältnis von 54: 10 Toren, während Lichtenberg I nur 35: 8 Tore für sich buchen konnte. Ueberrafchend schlecht schnitt in dieser Kruppe Lichtenberg II ab. Bon den 8 Spielen konnte Lichtenberg II nur eins gewinnen und ems unentschieden gestalten. Die beiden auswärtigen Mannschaften Herzfelde und Kagel können nur auf eigenem Platz gefährlich werden. Ebenso ergeht«s den Hoppe- gartenern, die auch nur auf eigenem Platz mit der vollen ersten Mannschaft antreten können, da die Mannschaft zumeist aus Reitern der Hoppegartener Rennbahn besteht. Besieht man sich die Tabelle im 2. Bezirk, so macht man die überraschende Entdeckung, daß der vorjährige Kreis- und Berliner Meister„Eintracht"- Reinickendorf einen sehr aussichtslosen Platz einnimmt. Schon in den ersten Spielen der neuen Serie zeigte ee sich, daß Eintracht lange nicht mehr die Mann- schaft ist, die sie in der Vorserie war. Von dem mit Recht so sehr gefürchteten Kampfgeist und Siegeswille-n ist fo gut wie nichts mehr übrig geblieben. Das zeigte sich im Spiel gegen Weißensee, das mit dem unentschiedenen Resultat von 1: 1 auslies: das zeigte sich im Kampf gegen Adler 08, dem vorjährigen Gegner um die Kreis- Meisterschaft, den die Adlerleut« glatt und überlegen mit 7:2 ge- wannen. Die Pankower, die an der Spitze der Tabelle stehen, haben damit bewiesen, daß sie das Spiel um die Berliner Meisterschaft nur durch Lerguickung unglücklicher Umstände verloren haben. Die beiden noch ausstehenden Spiele dürften für Adler kein Hindernis mehr bedeuten.„Hansa 3 1", der vorjährige Meister des zweiten Bezirks, belegt mit nur einem verlorenen Spiel hinter Adler den zweiten Platz. Die Hanseaten sind auch die von Adler am meisten gefürchtete Mannschaft. Im Rückspiel wird es deshalb einen er- bitterten Kampf um die Führung geben. Etwas weit nach unten sind„Vorwärts"-Wedding und Saxonia gerulscht: Auch von „Nord 32" hatte man sich bedeutend mehr versprochen. Vielleichl behagte ihnen die große Hitze der letzten Wochen nicht— denn gerade in diese Zeit fallen die Niederlagen—, so daß man in der Herbstrunde wieder bessere Leistungen sehen wird. Weißensee lenkte die Aufmerksamkeit durch den 2:1- Sieg über Nord und das un- entschiedene Abschneiden gegen Eintracht-Reinickendorf auf sich. In der Odergruppe. die von Beginn der Herbstserie an als selbständiger Bezirk arbeitet, führt wieder der vorjährige Gruppenmeisler Britz bei Eberswalde. Ungeschlagen stehen die Vritzer an der Spitze der Tabelle, gefolgt von Hertha-Neuenhagen und Falke mit je 4 Verlustpunkten. Im zweiten Bezirk wird es wohl noch zu einigen Kam- plikationen in der Herbstrund« kommen: Terminnot dürste der An- laß sein. Wir sagten schon bei Beginn der Serie voraus, daß der zweite Bezirk die unglücklichste Lösung in der Einteilung getroffen hat. Alle spielstarken Mannschaften in einer Gruppe spielen zu lassen, ist unmöglich. Damals waren es 10 Mannschaften. Jetzt sind es, durch das Hinzukommen von Fortuna 32, Borsigwalde und Alemannia 22, 13 Mannschaften geworden. Es besteht begründete Aussicht, daß in der nächsten Zeit noch einige Vereine aus der kam- munistischen Sportbewegung zu uns stoßen. Dann dürste es� für eine Neueinteilung zu spät sein. Vielleicht nimmt der Bezirks- vorstand die dringend notwendige Neueinteilung jetzt schon vor. 14 Tage Gefängnis für Nacktbaden! Ein Urteil aus dem Mitielaüer Zwei junge Berliner Arbeitersportler hatten am Montag, dem 13. Juli d. I., vormittags, am Ufer des Flakensees zwischen Erkner und Wollersdorf ohne Badekleidung gebadet und dafür einen ungewöhnlich hohen Strafbefehl erhalten. Auf ihren Einspruch dagegen fand nun dieser Tage vor dem Amtsgericht in Kalkberge die Verhandlung statt, bei der man sich in die Zeiten zurückversetzt glaubte, als Astlochgucker den für eine Bestrafung not- wendigen„Anstoß" am Nacktbaden zu nehmen. Der als Zeuge vernommene Landjäger, der die beiden fest- gestellt hatte, hatte sie nicht selbst völlig unbekleidet, sondern„nur mit einer unoorschriftsmäßigen dreieckigen Badehose!" bekleidet ge- sehen. Die beiden anderen Zeugen, ein Pächter K. und ein Eisen- bahiüieamter H. aus Erkner, von denen die Polizei alarmiert war- den war, hatten die Beschuldigten aus 30 bis 50 Meter Entfernung beobachtet, letzterer erst, nachdem er von K. aufmerksam gemacht worden war. Sie sagten aus. daß einzelne Passanten sich„laut schimpfend über den unbekleideten Zustand der beiden aufgeholten hätten", während andere ruhig vorübergingen. Eine Dame ging eine Viertelstunde lang(!!) in der Bähe der beiden hin und her, um einen Lagerplah zu suchen(!!), und entfernte sich schließlich ebenfalls laut schimpfend. Die beiden Zeugen mußten zugeben, daß sich die Beschuldigten mit Ausnahme chres unbekleideten Zustandes äußer st ruhig und anständig benommen hätten und daß sie sich sogar bei unmittelbarer Annäherung von Passanten die' Badehose angezogen oder sich zu- mindest damit bedeckt hätten. Nachdem die beiden schon seit 9 Uhr dort lagerten, holte der Zeuge K. schließlich gegen 1 Uhr die Polizei, um, wie er betonte, die in der Mittagszeit nach Schulschluß(in den großen Ferien??) zum Baden kommenden Schulkinder vor dem Anblick der nackten Männer zu bewahren. Aus ausdrückliches Be> fragen des Richters erklärten beide Zeugen, an dem nackten Körper der Angeklagten den vorschriftsmäßigen Anstoß genommen zu haben!!. Weibliche Zeugen waren nicht vorhanden. Die Erklärung der Angeklagten, daß ihnen die Absicht völlig ferngelegen habe, ein öffentliches Aergernis zu erregen, und ihren Hinweis auf die große deutsche Freikörperkulturbewegung ließ der Richter überhaupt nicht gelten, sondern drückte sein Bedauern dar- über aus, daß die Angeklagten das Unsittliche chres Verhallens nicht einsehen wollten. Er fand es traurig, daß ihnen die Begriffe dafür abgingen, daß man nicht„ohne Badehose Unter den Linden" spa- zierengehen könne! Der Vertreter der Anklage wandte sich scharf gegen das„strafwürdige und unsittliche Treiben" der Beschuldigten. Der Strafbefehl sei viel zu niedrig bemessen und eine höhere Strafe durchaus am Platze. Er wolle jedoch jetzt mit seinem Antrage nicht über den einmal ergangenen Strafbefehl hinausgehen. Der Richter schloß sich seinen Ausführungen voll und ganz an und verurieille demgemäß die beiden arbeitslosen Sportler gemäß § 183 StGB, wegen„Erregung öffentlichen Aergernisses durch unsittliches Verhalten" zu je 42 Mark Geldstrafe zuzüglich kosten oder im Richlbeitreibungsfalle zu 14 Togen Gesänguis! In der Urteilsbegründung führte der Richter aus, daß er durch- aus Verständnis für die modernen Körperkulturbestrebungen habe und es zu begrüßen sei, daß in den letzte Iahren viel überflüssige Prüderie früherer Zeit verschwunden sei. Man begrüße es sehr, wenn die dortige Gegend von recht vielen erholungsuchenden Groß- städtern aufgesucht werde, die„Rüpels aus Berlin" aber werde man im Interesse der dortigen Bevölkerung und der Bade- gaste mit allen Mitteln fernhalten. Er verstieg sich dabei zu der Behauptung, daß es noch nie dagewesen wäre, daß sich Menschen völlig unbekleidet bewegt hätten, selbst die griechischen Statuen wiesen ein Feigenblatt auf! Es sei möglich, daß eine spätere Zeit anders über diese Dinge denke, heute jedoch sei der Staat noch ver- pslichtet, Verstöße gegen die Anschauungswelt und Sitten des weit- aus größten Teiles der Bevölkerung streng zu ahnden. Bums! Gegen das Urteil wird Berufung eingelegt werden. Es ist unhaltbar in einer Zeit, in der überall für die Freitörper- kultur intensiv sie Propaganda gemacht wird, sei es durch Filme in den Kinos, sei es durch die vielen Zeitschriften, die überall an den Kiosken mit großen Titelbildern aushängen. Die Berliner Sommerschau„Sonne, Lust und Haus sür alle" stand wesentlich im Zeichen der Freikörperkultur. Tausende baden heute schon ständig an fast allen Seen der Berliner Umgebung ohne Bade- kleidung, auch in der Gegend von Erkner! Schon vor sieben Iahren kam«in Richter in einem gleichen Falle zum Freisxruch mit der Begründung:„Der nackte Körper eine» Mannes kann niemale ein öffentliches Aergernis erregen, auch kann derselbe nicht beleidigend wirken. Wenn ein öffentliches Aergernis vorliegt oder«ine Be- leidigung, muß der Täter wenigstens die Absicht einer unsittlichen Handlung haben." Sollte das heute nicht mehr gelten? V crf assungssportfest auf dem Tiergartcnplatz Der P e rb a n d Brandenburgischer Athletik-Ver- eine hatte als einzige bürgerliche Sportorganisation zur Feier des gestrigen Versassungetages auf dem Tisrgarten-Sportplatz leichtathletische Wettkämpfe angesetzt, die einen guten Besuch auf- wiesen. Leider ließ die Beteiligung der Bereine zu wünschen übrig: man hat jetzt offenbar mit Los Angeles viel zu tun und erachtet so ein dazwischengeschobenes Wochentagssportfest als weniger wichtig. Das 3000-Meter-Mannschaftslaufen wurde eine sichere Beute für den Berliner Sport-Club, der mit dem Quintett Bree, Scholz. Kleinhuber, Göhrt, Henk in 9:32,7 gegen Komet(9:46,4) und Atos(9:52,6) überlegen gewann. Die Olympische Staffel holte sich der SC. Charlottenburg mit der Mannschaft Wacker, Dabbert, Buch- holz, Leonhard in 3:42,7 vor dem Berliner Sport-Club(3:47,9) und Brandenburg(3:48). Die zehnmal l-e-Rundenstafsel für B.C.D.- Vereine fiel an die Vertreter der Reichs-Kreditgesellschaft in 4:36,4 vor VfL. Lichterfelde(4:49,6). Eine über zwölfmal 150 Meter füh- rende Frauenstaffel ergab den Sieg des Olympischen SC.-Berlin in 4:15,1 vor dem Berliner Damen SC.(4:25,2) und Berliner Sport- Club, während Humboldt in der Jugend- und der Knabenstaffel dominierte. 41 Maschinen beim Europaflug Am diesjährigen Europaflug werden sich 41 Bewerber be- teiligen, die alle auf dem Flugplatz Staaken eingetroffen sind. Helle Aufregung herrschte im Lager der Flieger, als bekannt wurde, daß die Mesierschmllt-Maschinen, von denen zwei zu Beginn der Woche aus noch nicht restlos geklärten Gründen abgestürzt sind, wobei es zwei Todesopfer gab, vom Wettbewerb zurückgezogen worden sind. Durch diese Maßnahme waren gerade die aussichtsreichsten deutschen Piloten wie der zweimalige Sieger Fritz M o r z i k, der vorjährige Zweite R. P o ß und Oberleutnant D i n o r t ihrer Maschinen beraubt. Erfreulicherweise wurde aber doch noch ein Ausweg ge- funden und wenigstens Morzik und Poß die Teilnahme am Weit- bewerb ermöglicht. Einen schönen Beweis ihres Sportgeistes gab Elli Beinhorn, die daraufhin auf die Teilnahme verzichtete und ihre neue Heinkel-Maschine dem deutschen Favorit Fritz Morzik zur Verfügung stellte, während für Reinhold Poß noch eine Klemm Nr. 32 bereitgestellt werden konnte, die durch die Nichtteilnahme des erkrankten Siebel freigeworden war. fahrungsgemäß geeignetsten Jahreszeit fyr die Kanalschwimmer, war das Wasser noch zu kalt, und die junge Neuseeländerin Frl. C o p p l e st o n e, die vom Cap Grie Nez aus gestartet war, mußte nach etwa fünfstündigem Ringen mit dem nassen Element halb be- wußtlos aus dem Wasser gezogen werden, da sie von Krämpfen befallen morden war. FA. Copplestone, die sich schon etwa neun Meilen von der französischen Küste entfernt hotte, unternimmt keinen weitern Versuch, den Aermeltanal zu bezwingen, sie tritt vielmehr bereits in den nächsten Tagen die Reise nach Amerika an, um sich Anfang September am Marathonschwimmen in Toronto zu be- teiligen. Der FSV. Saxonia 28 sucht für Sonntag, 14. August, Gegner für zwei Mannschaften möglichst auf eigenem Platz. Angebote ab 20 Uhr unter v 5 Vineta 1130, Lokal Klöckner, Gaudy 12, Exer, Schönhauser Allee. ßuud&sieeue iti&eu mi: ADKö-Iritz. 13.— 14. August Fahrt zum Köriser See(ohne Kinder). Auto» abfahrt Putckkrug: Sonnabend. 10.41 Uhr, und 18.10 Uhr; Sonntag, 6.45 Uhr. Radfahrer: Sonnabend, 16 Uhr, Liuinaitroße Eck« Hufeistn. Ziachzitgler nach Belieben. Schlafsack. Becke. Proviant. Lampignon mitbringen. Achtung, Ter» minanoerung! Ouartalsversammlung nicht- am 20., sondern bereits am Don» nerstag. dem 18. August, 20 Uhr, Hufeisenhalle. ,.Solidarität", Stadsahrer. Seschästestelle: Planufer 60. Touren fitr Sonn- tag, 14. August. Tiergarten: Pätzer Bordersee. Start: z Uhr bei Kroll. Biiloni- stratze 55.— Kreuzbcrg: Bogensec(Uetzdorf). Start: Zri Uhr bei Rhode, Dieffenbachstr. 86.— Mariannenplatz: Patz. Start: 6 und 13 Uhr Eichwaldc. beide Mariannenplatz.— Prenzlauer Berg: Mithlenbecker See. Start: 6 Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee.— Wedding: Mithlenbecker See. Start: 6 Uhr bei Schreiber, Triftstr. 63.— Friodrichshain: Radi.: Müggelhort. Start: 7 Uhr, Ju» gcnd: 13. August Hohen-Golm(Jüterbog): Start: 14 Uhr, beide Petersburger Platz.— Weitzensee: Oranienburg. Start: 7 Uhr Pistoriueplatz.— Lichtenberg: Rongsdorfer See. Start: 6 Uhr bei Henkel, Oderitr. 18.— Schllneberg: Gorin- fee. Start: 7 Uhr bei Schmidt, Eber-itr. 18.— Neukölln: Srotzer Seddinsee. Start: 5U Uhr Hobenzollernvlatz.— Wilmersdorf: Fahrt zur Dubrom. Start: 3 Uhr bei Lau. Hildegardlftr. 14.— Tievtoiv.Kaumschulennieg: Dehmsee— Furstcnwalde. Start: 6 Uhr Baumschulenstr. 84.— Reinickendorf: 13. August Nachtfabrt nach dem Werbcllinsee. Start: 22 Uhr bei Sachs, Holländcrstratze.— Alle anderen Abteilungen haben nicht aemeldet.— Abtcilungosttzunaen in der Woche vom 15. bis 20. August. All- Sitzungen beginnen um 20 Uhr. Tier- garten: 10. 8. bei Rickert, Ltcinmctzftr. 36o.— Kreuzberg: 17. August bei Lock, Schönleinftr. 6.— Mariannenplatz: 17. August in der Forster Str. 0.— Prenzlauer Berg: Bei Solde, Oderbergcr Str. 39.— Friedrichshain: 19. August bei Horn, Zorndorfer Str. 0.— Wedding: 17, August bei Schreiber, Trift. ftratze 63.— Lichtenberg: 17. August bei Henkel, Odcrftr. 18.— Weitzenfee: Kanalsdiwirnmer arbeiten Die nur kurze Saison der Kanalschwimmer hat be- gönnen, der erste Versuch, den Meeresarm zwischen dem französischen Festlande und der englischen Küste zu durchschwimmen, ist unter- nommen worden und— gescheitert. Selbst jetzt im August, der er- ■r— r—__________—— Birkbuschsir.«V.— Mahlsdorf: 16. August bei Anders, Bahnhofstr. 37.— Äaulsbocf; 20. August bei Eschrich. Alt. Kaulsdorf