er w Rapen zeigt sehr weilgehendes Entgegenhommen Aber Hitler will selber Kanzler werden Redaktion u. Expedition: Berlin SW 68, Lindenslr.Z SeL A7 Dönhoff 292—297 BERLIN Sonnabend 13. August 1932 Anzeigenpreis: Die Ifplt Milli- metetjeile 30 Pf. Die Rellamezeile kostet Z Mark. Rod litte n. Tarif. 10 Pf. Nr. 380 B 185 49. Jahrgang Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Aieniauogabe des„Borroärts". Bezugspreis s ii r b e i d e A u s g- b e n 75 Pf. pro Woche, 3,25 M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Poftbestellgebuhren. Telunion meldet: Adolf Hitler hatte heute vormittag die ange- kündigten Besprechungen zunächst mit dem Reichs- wchrministcr von«chlcichcr und anschlicftcnd daran mit dem Reichskanzler von Pape n. Zn beiden Besprechungen zeigte er sich nicht geneigt. auf die Vorschläge der Regierung einzugchen, ts-r be- ansprucht nicht nur für fich die Politische Staatsführung, also das Kanzleramt, sondern auch für seine Bewegung die allein ausschlaggebende Stellung im Reichskabinctt. Trotz weitgehenden Entgegenkommens der Regierung auf diese Wünsche ist es zu einer Einigung bisher nicht gekommen, da Adolf Hitler auf der restlosen Er- füllung aller seiner Wünsche besteht. ES besteht somit nur noch geringe Aussicht,, dast es bei dem für die frühen NachmittagSstunden vorgesehenen Besuch Adolf HitlerS bei dem Herrn RcichSpräfidcn- t e n diesem gelingen wird. Adolf Hitler von der Rich- tigkcit und Triftigkeit der Gesichtspunkte zu über- zeugen, die für die Ablehnung feiner weitgehenden Forderungen maßgeblich find. Soweit das genannte Büro. Wie weiter verlautet, hat das„weitgehende Entgegenkommen" der Reichsregierung darin bestanden, daß der NSDAP, eine ganze Reihe von Portefeuilles im Reiche und in Preußen angeboten wurde. Im Reiche sollte u. a. das Innenministerium und die Vize- kanzlerschaft Gregor Straßer gegeben werden! M* * Heute ist der große Tag der Konferenzen. Hitler bei Schleicher, Hiller bei Papen. Papen bei Hin den- bürg, Hitler bei Hindenburg usw. Zur Entscheidung steht die Frage, ob die gegenwärtige mit den Nazis sympathisierende deutschnatiouale Parteiregierung bleiben, ob sie durch eine n a t i o- nalsozialistische Parteiregierung ersetzt werden, oder ob eine angenehme Mischung von beiden hergestellt wer- den soll. Alle diese drei Möglichkeiten werden als„Präsidial- regierungen" aufgezogen. Die„Präsidialregierung" ist aber auch nur so ein Schlagwort, unter dem jeder etwas an- deres oersteht. Die einen verstehen darunter eine auf Initia- tive des Reichspräsidenten ohne Verhandlungen der Parteien untereinander zustande gekommene Regierung, die selbstver- stündlich, wie jede andere auch, des Vertrauens des Reichs- tags bedarf und zurücktreten muß, wenn ihr dieses Vertrauen entzogen wird. Die anderen verstehen darunter eine vom Reichspräsidenten ernannte Regierung der sogenannten„star- ken Hand", die auf Reichstagsbcschlüsse pfeift und gegen sie regiert. Diese zweite Form der„Präsidialregierung" wird man staatsrechtlich einwandfrei als eine Regierung des Staatsstreichs und des Verfassungsbruchs bezeichnen dürfen. Wie die Dinge heute liegen, ist es schon ein Gewinn, wenn iiber sie ganz offen geredet wird. Wir sprechen unsere aufrichtigste Ueberzeugung aus, wenn wir sagen, daß Hinden- bürg nicht die Absicht hat, eine Regierung des Staatsstreichs und des Verfassungsbruchs zu etablieren. Aber ebenso sehr sind wir davon überzeugt, daß es Leute gibt, die den Reichs- Präsidenten gerne unter harmlos erscheinenden Redensarten auf diesen Weg drängen möchten. Und zu diesem Zweck scheint uns auch die Formel der Präsidialregierung erfunden zu sein. Eine Präsidialregierung. die ihren Nomen verdient, die also bauptjächlich aus der Autorität des Reichspräsidenten be- ruht, muß die Verfassung schützen und ehrlich unpar- t e i i s ch sein. Ein Reichspräsident, der einer Parteiregierung Vollmachten gegen den Reichstag geben wollte, würde seine Pflicht verletzen. Darum kann im Rahmen des deutschen Verfassungsrechts, nicht nur des geschriebenen, sondern noch mehr des geschichtlich gewordeneu, ein„Prä- sidialkabinett Hitler" niemals in Betracht kommen. Der Reichspräsident mag sich unter Umständen der Not- wendigkeit fügen, dem Führer einer Reichstagsmehrheit das Kanzleramt anzuvertrauen. Er k a n n aber nicht den Führer einer Minderheit als Satrapen über das Volk setzen. In dem Augenblick, in dem das geschähe, würde im deutscheu Staats- leben ein B ru ch eintreten, gegen den jener vom 20. Juli nur ein Kinderspiel gewesen wäre. Für den Weg, der jetzt tastend beschritten wird, ist es kennzeichnend, daß die vom Zentrum angebotenen Verhand- lungen auf unbestimmte Zeit verschoben worden sind. Wir ' Tic sozialdemokratische Fraktion hat im Preu- siischcn Landtag zu der.Kasseler Wasfcndiebstahls- affärc folgenden U rantrag eingebracht: Endlich hat der große Wäsfendieb stahl vom 6. Dezem- der 1930 in der Schugpolizeiunterkunft in der Hohenzollernstrahe in Kassel seine Aufklärung gesunoen. Es ist festgestellt, daß die Diebe der SA. angehören. Alle Bemühungen, auch der einfluß- reichsten Personen aus dem nationalsozialistischen Lager, diesen Wasfendiebstahl dem Reichsbanner anzuhängen, wie auch angesehene Offiziere aus der Schutzpolizei in Kassel durch Verdächtigungen in Verruf und zu Fall zu bringen, sind gescheitert. Weder 0er verdächtigende offene Brief des nationalsozialistischen Abgeordneten Weinrich gegen einzelne Polizeioffiziere und das Reichsbanner, noch die irreführenden Anträge seines Freundes, des na- tionalsozialistifchen Rechtsanwalts Freisler in 0er Kasseler Stadtverordnetenversammlung, haben verhindern können, daß die Wahr- heit doch siegte und allen Ablenkungs- und Jrreführungsmanövern zum Trotz die wirklichen Täter festgestellt worden sind. In der großen Bestürzung über die polizeilichen Feststellungen in dieser Diebstahlsafföre griffen die Nationalsozia- listen zu den verwerflichsten Mitteln. So hat der Abg. K u b e sich die schwersten Eingriffe in die polizeilichen Er- mittlungen zuschulden kommen lassen: Er hat am 22. Juli abends nach 23.30 Uhr den stellvertretenden Polizeipräsidenten von Kassel, Oberregierungsrat Dr. Mergenthaler, telephonisch angerufen und mit der Drohung, bei dem Stellvertreter des Reichskommissars seine, des stellvertretenden Polizeipräsidenten, Abberufung veran- lassen zu wollen,«ine für die Nationalsozialisten und damit auch für die SA. günstige Behandlung der Waffendiebstahlsaffäre her- beizufllhren versucht. Er schloß seine Drohung mit den Worten: „Richten Sie sich danach!" Das Vorgehen des Abg. Kube stellt einen so dreisten und unerhörten Eingriff in das polizeiliche Ermitt- lungsoer fahren dar, daß unter allen Umständen die Beamten bei der pflichtmähigen Erfüllung ihrer Aufgaben in Schutz genom- men werden müssen. Damit der Führer der größten Fraktion im Preußischen Landtag, Abg. Kube, in Zukunft weiß, wonach er sich zu richten hat, beantragen wir:„Der Landtag wolle be» schließen, den Reichskommissar zu ersuchen, 1. in dem Ermittlungsverfahren in der Waffendiebstahlssache bei der Schutzpolizei in Kassel alle äußeren Einflüsse fernzuhalten, um die Polizeibeamten in der Erfüllung ihrer Aufgaben gegen Eingriffe in das Beriahren und Amtsanmaßung durch fremde Personen zu schützen: 2. durch die Staatsanwaltschaft prüfen zu lassen, ob das Verhalten des nationalsozialistischen Frok- haben schon oft betont, daß ein Zentrum, das sich mit Hitler verbündet, von uns nichts als schärfsten Kampf zu erwarten hat. Auf einem ganz anderen Blatt aber steht die Frage, ob es eine verfassungsrechtliche Möglichkeit gibt, das Zentrum aus seiner tatsächlichen Schlüssel st ellung zu ver- drängen. Diese Möglichkeit ist auf das entschiedenste zu ver- neinen. Wer das Zentrum von der positiven Arbeit aus- schließen will, begibt sich damit auf einen Weg, der ent- weder zu abermaligen Wahlen oder aber zum Ver- fassungsbruch führt. Hitlers Wünsche sind ohne Verfassungs- bruch unerfüllbar. Dem Anschein nach sind sie ja nur deshalb so hoch geschraubt, weil ein ernster Wille zur Ver- antwortung nicht vorhanden ist. Führen aber die Verhand- lungen zu keinem Erfolg, so ist der Bankerott der Papen-Regierung offenkundig. tionsführers Kube gegen den stellvertretenden Polizeipräsidenten in Kassel noch mit den strafgejetzlichen Bestimmungen in Einklang zu bringen ist und 3. bei negativem Ausgang dieser Prüfung gegen den Abg. Kube das. S t r a s v e r f a h r e n sofort einzuleiten." Schwer verletzt und— verhastet! Der Mordschühe läuft frei herum. Breslau, 13. August. lEigenbericht.) Am Donnerstag wurde der sozialdemokratische Arbeiter Schieweck aus klettenberg verhaftet. Bei einem Zusammenstoß zwischen Reichsbanner und Rationalsozialisten am 10. 3uli in kanth erhielt Schieweck mehrere Schüsse, darunter einen Lungenschuß. Runmehr wird statt des Täters der Schwerverwundete unter Anklage gestellt. Ein Schlag gegen die Selbstverwaltung Ein bedenklicher„Neferentenentwurf". Die„zuständigen Stellen" bestreiten nicht die grundsätzliche Richtigkeit der im„Vorwärts" aufgedeckten Pläne, die auf eine förmliche Aufhebung der Selbstverwaltungs- rechte der Gemeinden und Gemeindeverbände hinziehen. Es wird jedoch versichert, daß es sich lediglich um einen„R e- ferentenentwurs" handele, der bereits aus dem Jahre 1930 stammt. Nach unserer Kenntnis der Dinge sah jedoch dieser Referenten- entwurf wesentlich anders aus, besonders bezüglich der ent- scheidenden Frage der Zusammensetzung und Wahl des sogenannten „Staatsausschusse s". Im übrigen hat sich selbstverständlich das frühere Staatsministerium mit jenem Entwurf nie befaßt, kväh- rend heute gar nicht bestritten wird, daß der neue Entwurf in feiner ungeheuer verschlechterten Fassung und mit ganz anderer Trag- weite die Zustimmung der neuen Machthaber findet. Die Täter gestehen... Teilnehmer an dem Alieniat von Reichenbach ein Primaner! Breslau, 13. August. lEigenbcricsit.l Nach dem mißglückten Handgranatenanschlag auf den sozialdemokratischen Redakteur Pacschke in Neichen- dach wurde der SS.-Mann Wagner, ein erst in diesem Fahre wegen politischer Umtriebe von der Schule Klarheit und Wahrheit! Sozialdemokratischer Antrag zum Kasseler Skandal entfernter Oberprimaner, unter dem Verdacht der Teil- nähme f e st g e n o m m c n. Wagner hat nach langem Leugnen ein Geständnis abgelegt, aus dem hervor- geht, dast der Nationalsozialist Jenkc die Handgranate. von der er zerrissen wurde, selb st werfen wollte. Ein Ehauffeur hatte Wagner erkannt und davon der Po- lizci Mitteilung gemacht. Seitdem werden der Chauffeur und sein Arbeitgeber mit Drohbriefen überschüttet, in denen ihre„Erledigung" angekündigt wird. Das Sonder- geeicht in Schweidnitz wird den Fall bereits in den nächsten Tagen behandeln. Bomben auf KpO-Heim. Dresden, 13. August.(Eigenbericht.) Am Freitagabend gegen H12 Uhr wurde in der Eolunlbusstraße in Dresden-Löbtau gegen das Parteibüro der KPD. eine Bombe geworfen. In der Sorbenstraße explodierte um die gleiche Zeit eine zweite Bombe. In beiden Fällen wurde an den Häusern großer Sachschaden angerichtet. Vor dem Parteiheim in der Co- lumbusstraße wurde ein 29jähriger Mann durch einen Splitter der Bombe am Oberschenkel verletzt. Er mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Ueber die Täter hat die Polizei bisher nichts ermitteln können. Der verletzte Arbeiter Johannes Brothe konnte nach operativer Entfernung des Bombensplitters aus dem Krankenhaus wieder ent- lassen werden. Die Ermittlungen der Polizei haben bisher noch keine Klärung darüber gebracht, ob die beiden Bombenwürfe in der Columbusstraße und in der Sorbenstrahe miteinander im Zu- sammenhang stehen. Sieben SA.-Leute in München verhastet. München, 13. August. Jich Zusammenhang mit den Terrorakten, die in der Nacht vom 3. zum 4. August in München verübt wurden, sind, wie der Polizei- bericht meldet, neuerdings sieben Angehörige der SA. fe st genommen worden. Sie wurden dem Richter zugeführt, der Haftbefehl erlassen hat. Volksentscheid über Mieterschuh. Vorläufig nur in Thüringen. Weimar, 13. August. Die Thüringer Regierung hat beschlossen, für den 2S. September einen Volksentscheid auszuschreiben, der über die parlamen- tarisch stark umstrittene Thüringer Mietsgesetzgebung ent- scheiden soll. Thüringen hatte im Frühjahr dieses Jahres durch Verordnung die Miets Zwangswirtschaft in ihren wesentlichen Teilen aufgehoben. Ein sozialdemokra- t i s ch e r Antrag, die Lockerungsverordnung wieder aufzuheben, fand zweimal vor dem Landtag eine Linksmehrheit, da die Haltung der Rechten in dieser Frage uneinheitlich war. Die Regierung war nunmehr verfassungsmäßig gezwungen, das Gesetz über Aufhebung der Lockerungsverordnung, dem sie selbst nicht zustimmen konnte, zu verkünden oder einen Volksentscheid zu veranlassen. Dies ist jetzt geschehen. Hakenkreuz-Nedakteur verurteilt. Weil er der bayerischen Regierung Hochverrat vorwarf. Hamburg, 13. August. In seinem Leitartikel vom 26. Juni 1932„von Gayl der Zauderer" hatte der verantwortliche Schriftleiter des national- sozialistischen„Hamburger Tageblatte»", Jacobi, die Reich»- regierung auf die angeblichen Loslösungsbestrebun- gen der süddeutschen Länder hingewiesen und betont, daß in Bayern„S t a a t s m i n i st e r die leicht entzündbare bajovarische Jugend zum Hochverrat aufforderte n". Die bayerische Staatsregierung stellte daraufhin Straf- o n t r a g gegen das„Hamburger Tageblatt". Am Freitag wurde nun wegen öffentlicher Beleidigung der bayerischen Staatsregierung der Redakteur Jacobi zu drei Monaten Gefängnis vsr- urteilt. Das Tränengas von Krefeld. Fern aller Politik. Der Kampf gegen die Warenhäuser ist so alt wie sie selbst, zumal es immer reaktionäre Parteien und Agenten gegeben hat. die den Kleinkaufleuten einredeten, an ihrem unbefriedigen- den Geschäftsgang seien die Warenhäuser schulde nicht weniger wer- den ja auch die Konsumvereine dafür verantwortlich gemacht. Schon die alten Konservativen sind daher im Reichstag und besonders in den Landtagen, wo man mehr unter sich war und die an billigen Preisen Interessierten gar nichts zu reden hatten, mit Sondersteuern den Warenhäusern, mit Verkaufsein- schränkungen den Konsumvereinen auf den Leib gerückt. In der Nachkriegszeit hat die selige Wirtschaftspartei das große Wort gegen diese modernen Warenverteilungsstätten geführt und damit die Nachfolgerschaft der Zünftler- und Antisemitenparteien der Vorkriegszeit übernommen. Aber der Kampf durch Versammlungsreden und Parlaments- anträge konnte der Zeit des nationalen Aufbauwillens nicht mehr genügen. So greift denn die neue Methode treu-deut- fchen Gegenwartsgeistes auch hier fleißig um sich. Zu nächtlichen Bombenwürfen gegen die Rolläden und Gitterportale der Kaufhäuser in ostmärkischen Städten ist im fortgeschrittenen Westen, zu Krefeld am Niederrhein, die neue Anwendung modernster Technik getreten: Tränengasgranaten vertrieben die Be- sucher aus den Warenhäusern. Die werden jetzt gewiß begeistert bei den Kleinhändlern einkaufen, besonders bei solchen, die sich als hakenkreuzler zu erkennen geben. Selbstverständlich hat irgendeine politische oder schon gar na- tionale Organisation, Partei oder Gruppierung mit den Spreng- attentaten ebensowenig zu tun wie mit dem Tränengas. Sagt doch schon ein schönes Lied unserer Zeit:„Wer weint noch aus Liebe Tränen?" Todessturz eines GA.- Führers. Natürlich ein„kommunistischer Anschlag". In der Nacht zum Freitag stürzte der Förster und S A.- Führer B o r g m a n n, der sich mit seinem Motorrad auf der heimfahrt befand, bei Friedrichsgrätz im Landkreis Oppeln über einen Telegraphenmast, der über der Landstraße lag. Borgmann brach das Rückgrat und starb unmitelbar nach dem Sturz, Die Nationalsozialisten benutzen diesen tödlichen Unfall zu einer wüsten Hetze und erklären, daß es sich„selbstverständlich um einen kommunistischen Anschlag" handele. Die Untersuchung ist im Gange. Eteinäcker macht Schule! Das ungleiche Vecht schon in der Praxis. Der Oberstaatsanwalt Freiher von Steinäcker hat im„Angriff", wie wir berichteten, die Forderung aufgestellt, daß die Gerichte grundsätzlich Nationalsozialisten und Kommuni st en oerschieden behandeln sollten. Diese Auffassung scheint in einem gewissen Sinne bereits eingebürgert zu sein. .Das Schnellschöffengericht unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors Neumann hat, wie wir mitteilten, am Freitag zwei Kommunisten wegen Vergehens gegen das Schußwaffengeseg zu zehn und acht Monaten Gefängnis verurteilt. Ihre Einlassung, daß ihnen die Revolver von anderen beim Erscheinen der Polizei„z u g e st e ck t" worden seien, wurde den kommunistischen Angeklagten nicht geglaubt.— Demgegenüber ist als Tatsache fest- zustellen, daß nationalsozialistischen Angeklagten bisher die Ausrede von Gerichten geglaubt worden ist. So wurde der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete G ö r l i tz e r, bei dem ein Revolver gefunden worden war, erst jüngst freigesprochen auf Grund der gänzlich unwahrschein- lichen Behauptung, er habe die Waffe vorher einem anderen ab- genommen und sie gerade der Polizei abliefern wollen!!! Ein am selben Tage festgenommener Sturmbannführer der SA. wurde auf Grund der Ausrede, daß ihm bei der polizeilichen Durch- suchung von einem Parteigenossen die Waffe zugesteckt worden sei, wegen unerlaubten Waffenbesitzes freigesprochen und nur wegen B e g ü n st i gu n g zu 109 Mark Geldstrafe verurteilt. Bei einer Verurteilung auf Grund des Waffengesetzes wären drei Monate Gefängnis die Mindest st rase gewesen! Schließlich sei hier etinnert an die ersten Urteile in dem Prozeß gegen Nationalsozialisteki wegen des Kasseler Waffendieb- stahl», hier erhielt die Hehlerin, die die von den National- sozialisten der Schupo entwendeten Wafsen in ihrer Wohnung auf- bewahrt hatte, eine staatenlose Adlige, ganze 35 Wart Geldstrafe! Da es sich um verschiedene Gerichte handelt, kann man nicht eine bewußt ungleiche Anwenduyg des Rechtes voraussehen. Aber das stimmungsmäßige Moment ist genau so wie der Oberstaats- anwalt von Steinäcker es fordert:, gegen Nationalsozia- listen milde, nachsichtig, leichtgläubig, gegen Kommuni- sten hart, ablehnend und skeptisch! Der„Rechtsstaat" ist im Begriff, zu zerfließen! Hitler lernt Steinäckersch! München. 13. August. Zu der Meldung, daß sich demnächst vor dem Sonder- g e r i ch t Beuthen mehrere Nationalsozialisten wegen des nächtlichen Mordes in Potempa an dem kommunistischen Arbeiter Pietzusch zu verantworten haben, bemerkt der„Völkische Be- obachier": „Wir betrachten es als einen Skandal, daß angesichts der zahlreichen scheußlichen kommunistischen Mordtaten, die bis heute zum größten Teil noch ungesühnt geblieben sind, ausgerechnet Nationalsozialisten als erste vor die Schranken eines Sondergerichts geschleppt werden. Es ist uns dies ein Beweis, daß die maßgebenden Kreise bis heute noch nicht im klaxen darüber zu fein scheinen, wo die eigentlichen Feinde des Staates sitzen und wem allein sie die bis heute noch unver- fehrte Existenz verdanken." Da» Hiller-Blatt redet schon offen die Sprache des Naziober- ftaatsanwalts Steinäcker. Da der Lahusen-Anwalt Frank auch die Verteidigung der Mordgesellen übernommen hat, wird es an Einschüchterungen des Sondergerichts nicht fehlen. Man wird das Urteil gegen die nächtlichen Mörder mit besonderem Interesse erwarten! Schönes Sonntagswetter. Hochdruckgebiet über ganz Suropa. Das seil einigen Tagen herrschende hochsommerliche Wetter dürfte nach den vorliegenden Anzeichen fortdauern. Für Sonntag lautet die Prognose des Amtlichen Wetterdienstes: Schwül, zeitweise heiter und Gewitterneigung. Im großen und ganzen ist die Situation aus dem ganzen Kontingent sehr günstig. Ueber Ruhland hat sich ein riesiges Schön- mettergebiet gebildet, das sich immer weiter nach Westen ausgedehnt hat und bereits das ganze europäische Festland überdeckt. Im Reich hat sich das Wetter überall gebessert und bei klarem Himmel sind die Temperaturen in den letzten Tagen erheblich gestiegen. West- deutschland hatte beispielsweise gestern annähernd 34 Grad im Schatten. Lediglich in Nordwestdeutschland gab es in der ver- gangenen Nacht einige Gewitter, die aber keine Abkühlung gebracht haben. In Berlin wurden heute früh um 8 Uhr 22 Grad Wärme ge- messen.- Mittags gegen 13 Uhr zeigte das Thermometer fast 32 Grad an. Hungersnot und Cholera. Fünfzigtausend Menschen obdachlos. London, 13. August. Nach einer Meldung aus Mulden sind infolge der großen Ucberschweinmungcn in der Mandschurei fünf von den Japanern über den Nonnifluß geschlagene Brücken durch die Wassermassen hinweggespült worden. Tie Lage der Bevolterung in Chnrbin ist verzweifelt. 30 000 Menschen haben kein Dach über ihren Kopf. Es war bis- her nur möglich, notdürftig Hütten aus Matten zusammenzuzimmern, in denen Tausende von Menschen ihre Zuflucht suchen. Tie Cholera hat sich von Charbin auch auf den gänzlich verwüsteten Zlanbezirt ausgedehnt und fordert täglich zahlreiche neue Opfer. Ein verdächiiger Leichenfund. Die Straße, die ins Wasser führt. In Niederschöneweide— am Ende der Britzer Straße, die direkt in die Spree mündet— wurde heute früh die Leiche eines Mannes aus dem Wasser gezogen. Der Mann lag drei Meter vom Ufer ent- fernt. Das Wasser ist dort sehr flach bzw. nur einen Meter tief. Bei dem Toten handell es sich um den 59 Jahre alten Poslassistenten Anton Müller aus der Berliner Str. 48. Der Tote hatte noch 33 M. Bargeld bei sich. Die Kleidung war nicht zerrissen, so daß die Vermutung zutrifft, daß der Mann nicht beraubt wurde oder einen Kampf mit Verbrechern hatte. Die Britzer Straße mündet direkt in die Spree. Am Ende ist dort ein Geländer aufgestellt, das die Straße abschließt. Ein Mensch, der dort bei klarem Verstände hineinfallen sollte, müßte sich ohne weiteres wieder aus dem sehr flachen Wasser herauerappeln können. Bielleichl war der Postassistent angetrunken und ist im Wasser liegen geblieben. Die dortige Polizei benachrichtigte aber trotzdem den Gerichtsarzt. Vom Berliner Polizeipräsidium wurde Kriminalkommissar Dr. Zicse von der Reservemordkommission an den Fundort entsandt. Wegelagerer am Weivenweg. Als in der vergangenen Nacht ein Weißenseer A.beitersportler die Hohenschönhausener Straße, im Voltsmund W e i- d e n w e g genannt, mit dem Rad entlang fuhr, wurde er plötzlich mit dem Ruf: Halt wer da? angehalten. Der Sportler ließ sich aber nicht irretieren, sondern trat fest in die Pedalen und fuhr davon. 29 Meter weiter rief der erste Rufer plötzlich: F e st h a l t e n! Einer der Wegelagerer sprang jetzt dem Radfahrer von der Seite in das Rad. Es gelang dem Fahrer noch gerade mit der größten Anstrengung auszuweichen und im schnellen Tempo das Weite zu suchen. Der letzte Angreifer schoß aus einer Pistole hinter dem Flüch- tenden her, ohne jedoch zu treffen. Der Ueberfallene meldete den tleberfall dem Hohenschönhausener Polizeirevier. Chilenische Studenten, 490 an der Zahl, bemächtigten sich der Universität in Santiago und verkündeten eine ,.B ü r g e r- R e- p u b l i k". Polizei belagerte das Gebäude. Bei Versuchen, die«tu- denten aus der Universität zu oertreiben, wurde ein Polizei- beamter getötet. Nach scharfen Kämpfen gelang es, die Auf- rührer in Hast zu nehmen. Fälscherbande verhaftet. Für TOOllOV Mark ungarische Stempelmarken gefälscht. Die Kriminalpolizei ist einer ungarischen Fälscherbande auf die Spur gekommen, die bei Berliner Druckern die Herstellung von ungarischen Stempelmarken in Auftrag gegeben hatte. Es konnten zwei Männer ermittelt und festgenommen werden. Es sind dies der 31 Jahre alte Max Haber und der 34jährige Adolf Piek, die beide aus Budapest stammen und in der Schwäbischen Straße in Schöneberg wohnten. Durch die Bersolgung der Täter konnten in einer Druckerei im Westen Berlins zahlreiche Klischees usw. beschlag- nahmt werden. Die Berliner Polizei benachrichtigte die Budapesler Stadthauptmannschast, die ihrerseits in Budapest Ermittelungen vor- nehmen wird. Die beiden Hochstapler waren hier in Berlin aufgetaucht und hatten bei einzelnen Druckern die Fabrikation der Marken in Aus- trag gegeben. Es handelte sich um ungarische Sängerbundesmarken und um Stempelmarken, wie sie zur Zeit in Ungarn gültig sind. Der eine der Männer halte bereits Klischees mitgebracht und sie dem Drucker übergeben. Der Aufdruck auf den Marten sollte sein:„korgaimi Ado— 10 Pengö— 1939". Es wurden bereits davon 3999 Stück angefertigt, die als„Probelieferung" von einem Komplicen der Bande nach Budapest geschafft wurden. Die beiden Ungarn hatten es vorgezogen, die Herstellung der Marken in Berlin vornehmen zu lassen, da sie sich in Budapest ihrer Sache nicht sicher waren. Ihre Manipulationen waren aber der Berliner Polizei auf- gefallen, die die Ungarn unter Beobachtung stellte. Dabei ergab es sich, daß sie in einer Druckerei in Berlin W. 129 999 Stempelmarken bereits bestellt hatten. Ein großangelegter Betrug ging hier in Szene. Die Kriminalbeamten grifsen jetzt zu und verhafteten den einen der Täter in der Druckerei, wo auch ein großer Teil der Klischees beschlagnahmt wurde. Feuer Fall von Kinderlähmung. Alle Schulen in Schneidemühl geschlossen. Schneidemühl, 13. August. Nach einer Mitteilung des Krcis-Msdizinalrats ist festgestellt worden, daß im Stadtkreis Schneidemühl ein neuer Fall von Kinderlähmung aufgetreten ist, und ferner zwei außerhalb Schneidemühl erkrankte junge Mädchen nach Schneidemühl zu- gezogen sind. Um Infizierungen zu oermeiden, sind alle Schulen Schneidemühls vorläufig auf 14 Tage geschlossen worden. Kollektivs und Kulaken. Lenin hat 1921 die„Neue Wirtschaftliche Politik"(NEP.) ein- geleitet, die Bauern von den kriegscommumstischen Requisitionen befreit und ihnen freigestellt, chre Erzeugnisse nach Abzug einer geringen Naturalsteuer frei zu verkaufen. Lenin selbst hat auf dem III. Weltkongreß der Kommunistischen Internationale offen zugegeben, daß damit eine gewisse Art Kapitalismus, aber unter kommunistischer Kontrolle, geschaffen werde. Die Folge dieses be» deutungsvollen Umschwungs war nicht nur das Wiedererstehen wohl- habender, ja reicher Bauern(Kulaken)— mit der Wiederzulasiung des Privathandels entstand sogar ein Spekulanten- und Schtebertum. Die„NEP" ist längst vorbei, und an ihre Stelle trat die tuten- sioe Kollektivierung des Bauerntums und Vernichtung des Kulaken- tums. Allein die Lebensmittelversorgung der Städte, deren Zahl und Größe mit der Errichtung und Erweiterung der Produktions- stätten gemäß dem Fünfjahrplan rasch wuchs, war und blieb so unbefriedigend, daß Stalin sich vor kurzem veranlaßt sah, den Bauernkollektioen(Kolchosen) den freien Verkauf chrer Produkte zu gestatten. Dieser neuen„Abweichung" scheinen bereits wiederum sehr un- liebsame Erscheinungen zu folgen: Nach offizieller Meldung hat die Sowjetregierung„zum Zweck der Verschärfung des Schutzes der Eisenbahn- und Schissstrancporte sowie des Eigentums der Kollek- tivwirtschaften und Konsumgenossenschafien" angeordnet, daß diese Guter dem Staatseigentum gleichgestellt werden, für dessen Ent- wendung Strafen von nicht unter zehn Jahren Gefäng- nis vorgesehen sind, in schweren Fällen sogar die T o d e s st r a f e. Fünf bis zehn Jahre Gefängnis sollen über„k u l a k i s ch e und kapitalistische" Elemente oerhängt werden, die durch Dro- Hungen oder Gewalt die Bauern zum Austritt aus den Kollektiv- wirtschaften bewegen wollen. Begründet wird dieser Beschluß der Sowjetregierung mit einem Hinweis auf die sich mehrenden Klagen der Kollektiomit- glieder über die Entwendung von Gütern der Kollektivwirtschafte» und Genossenschaften durch„geselljchastsfeindliche Elemente". Kleschs Nachfolger im Rundfunk Dr. Ouske nur vorläufig Leiter der Funkstunde Der Intendant der Berliner Funkstunde. Dr. � a n s F l e s ch.| ist. wie wir bereits gestern ankündigten, als erstes Opfer des neuen � Reichsrundfunkkommisjars Erich Scholz gefallen; daß er nicht das einzige bleiben wird, ist vorauszusehen. Doch wird von zu- ständiger Stelle erklärt, daß die in der Oefsentlichkeit um bestimmte Persönlichkeiten bereits kursierenden Gerüchte»den Talsachen vor- auseilen". Praktisch liegen die Berhältnisse so, daß Herr Scholz mit seinem Personalumbau auf keinem rechtlich gesicherten Boden steht; die Rundfunk-RichUinien für die Länder harren noch der Ausarbei- tung im Reichsrat. Wie weit die Länder sich indirekte Eingriffe ge- fallen lassen werden, bleibt abzuwarten. Es ist jedenfalls so, daß Herr Scholz in die Rechte Preußens nicht eingreifen kann, ohne die der übrigen Länder anzutasten. Daß Herr Scholz es vorzieht, hinter den Kulissen, stalt in der Oefsentlichkeit zu handeln, entspricht seiner üblichen Taktik. Als kommisiarischer Nachfolger für Dr. Flesch ist Dr. D u s k e ernannt, der bisher den Programmausschuß der Deutschen Sende- xesellschaft leitete. Er ist Theaterfachmann und Musiker. Mit einer Arbeit über das Theater hat er in Freiburg promoviert. Durch fein Wirken für den internationalen Programmaustausch ist der Name Dr. Duskes auch in die Oefsentlichkeit gedrungen. Es hat jedoch den Anschein, als sei das Regiment Dr. Duskes nur auf sehr kurze Zeit vorgesehen und als stünden im Hintergrund bereits einige den Nationalsozialisten genehmere Anwärter. In dieser Reihe wird an erster Stelle der Komponist und Dirigent Pro- ftssor Max von Schillings genannt. Er soll bei Herrn Scholz die meiste Auesicht haben. Trotzdem ist es kaum vorstellbar, daß man es wagen könnte, aus Parteipolitik einen so einseitigen Mann wie den selbst in seinen Musikinteressen durchaus exzentrisch ein- gestellten Max von Schillings auf den Platz des Berliner Rundfunk- intendanlen zu fetzen, den nur eine Persönlichkeit mit vielseitigsten Äulturinteressen und von umfassendsten Kenntnissen auszufüllen vermag. Planslawismus? Folgen der Autarkie? Eine Korrespondenz meldet unter der Ueberschrist:„Gefährdung des deutschen Filmabsatzes durch den Panslavismns" folgendes: Zwischen der tschechischen A.B.-Film A.-G., Prag, und der Jugoslawischen Privilegierten Filmgesellschaft, Belgrad, wurde soeben ein Abkommen unterzeichnet, das die Srinchronisierung ihrer Filmproduktionen sowie die Ausführung der Filme in beiden Ländern vorsieht. Wie wir hierzu erfahren, soll auch beabsichtigt sein, Bulgarien und Polen in den Vertrag einzubeziehen. Wenn auch der Beitritt Bulgariens in dieses Abkommen bereits als ge- sichert angesehen werden kann, so dürfte die Einbeziehung� Polens kaum größere Bedeutung haben, da nur 3 Prozent des Inlands- bedarfs durch die polnische Filmindustrie gedeckt werden. Für die deutsche Filmindustrie bedeutet der Abschluß dieses Abkommens insofern eine starke Gefährdung des deutschen FUmabsatzes, als nun- mehr diese Staaten, die bisher stets Abnehmer deutscher Filmproduktionen waren, versuchen werden, chren Inlands- bedarf vorwiegend im Wege des Filmaustausches zu decken. Diesen Vorgang als„Panslavismns" zu bezeichnen, mutet wie Selbstironie an, wenn man bedenkt, daß die außerdeutschen Staaten durch die notverordnete deutsche Filmkontingentierung in eine Art Kampsstellung hineingedrängt worden sind. Wenn sich der deutsche Markt gegen das Ausland absperrt, kann er nicht erwarten, daß der ausländische Markt für die deutsche Ware offen bleibt. Autarkie? Ein schlechtes Geschäft und eine Kultur- Widrigkeit obendrein! Arbeit für Nationalsozialisten! Man schreibt uns: '„Marschall Vorwärts" heißt der„nationale" Film, den die Biograph zur Zeit in der Jofa(Johannisthal) dreht. Wie die Usa geht auch die Biograph-Gesellschaft dem III. Reich auf halbem Wege entgegen. Der llfasilm„T a n n e n b e r g" wird in den nächsten Tagen seine Erstausführung erleben. Der„Marschall Vorwärts" ist bereits zur Hälfte fertig, Um sich das Wohlwollen der Nazis zu sichern, wurde im „Tannenberg"- Film eine SA.- Kolonne von 350 Mann eingesetzt, die für 5 M. täglich Filmkrieg machte und den hungernden Filmkomparsen vom Arbeitsnachweis(Filmbörse Befiel- straße) die sowieso geringen Verdienstmöglichkeiten wegnahm. Für „Marschall Vorwärts" wurden allerdings bis jetzt noch keine SA.- Leute beschäftigt, aber es kann ja noch kommen, da die Außenaus- nahmen in Lübeck jetzt ansangen. Bei der Einstellung dieser Art Filme und der Firma ist zu erwarten, daß an Stelle der Arbeit»- losen wieder Angehörige von Hitlers brauner Privatarmee beschäf- tigt werden. Da man aber den Arbeitsnachweis für Ftlmdarsteller nicht ganz übergehen kann, so sucht man sich dort die in der„Betriebs- zelle„Bühne und Film" der NSDAP, eingeschriebenen Mitglieder heraus, die dann sür 12 M. von morgens 8 Uhr bis abends 7 Uhr die Soldateska der Blücherschen oder Napoleonischen Armee mimen dürfen. Auf diese Weise wird auf die hungernden Filmkomparsen, die nicht faschistisch eingestellt sind, ein Druck ausgeübt, sich in die Nazi- Berufszelle„Bühne und Film" einschreiben zu lassen. Zum Sckein werden andere hinzugenommen, aber sehr vorsichtig, damit man keine„Fremdstämmigen" oder„marxistisch Verdäcktigte" erwischt. Und diese Filme werden dann aus die Arbeiterbezirke und die Arbeiterschaft losgelallen! Werden sie ihre„Geschichtskenntnis" an dieser Art Film bereichern? «3 Adolf, der Lkeberpapst. Mädchengruppen beten zu ihm! Die„Tägliche Rundschau" veröffentlicht eine Betrachtung über den Götzendienst, der in der NSDAP, mit Hitler ge- trieben wird. Der Verfasser, der den Standpunkt eines deutsch- evangelischen Christentums vertritt, führt u. a. aus: Was jedoch den Grad der Verehrung angeht, dürfte Hitler den Papst weit hinter sich lassen. Da lese man nur seine Reichs- zeitung, den„Völkischen Beobachter". Tag für Tag huldigen ihm Zehntausende. Kindliche Unschuld überschüttet ihn mit Blumen. Der Himmel spendet„Hitler-Wetter". Sein Flugzeug durchtrogt gefährlichste Elemente. Jede Nummer bringt den„Führer" in immer neuen Stellungen im Lichtbild. Selig, wer ihm ins Auge fahl In seinem Namen wünscht man dem einzelnen und Deutsch- land Glück:„Heil Hitler!" Säuglinge begnadet man mit seinem verheißungsvollen Namen. Ja, an Hausaltären mit seinem Bild suchen zarte Seelen Aufrichtung. Und in seinem Blatte liest man bereits von„unserem Obersten Führer" mit bewußter Groß- schreibung dieses auf Hitler bezogenen Eigenschaftswortes. Das alles wäre nicht möglich, wenn Hitler diese Vergötterung nicht förderte. Das christliche Gemüt, das Gott allein die Ehre geben will, wendet sich mit Schmerz und Abscheu ab von diesem geradezu anti- christlichen Führerkultus, der allerdings nicht mehr römisch, son- dern heidnisch ist.... Auch der Reichsgedanke des Hitlertums weist römische An- klänge auf. Nur in der einen Kirche, die da war, die da ist und die da kommt, sichtbar dargestellt in der römischen Kirche, liegt allein der Menschheit Hell, jetzt und immerdar. Ihr Zentrum ist Christus, und sein irdischer Stellvertreter, der Papst. Alle anderen Gebiete dieser Zeit, wie Staat, Wirtschaft und Kultur, sind diesem ewigen Kirchen- oder Reichsgedanken unterzuordnen. Aehnlich glaubt auch der Nationalsozialismus seine reinste Darstellung erst im kommenden Dritten Reich finden zu können. Es ist das Reich, das wirklich„Freiheit und Brot für Alle" bringen wird. Der Messias dieses im Anbruch begriffenen Reiches ist Adolf Hitler. Mit welcher religiösen Inbrunst feine Massen an feine Sendung zu seinem kommenden Reich glauben, zeigt folgende in den Hitler-Mädchengruppen verbreitete Ilmdichtung des Unssroaters: Adolf Hitler, du bist unser großer Führer, Dein Name macht die Feinde erzittern, Dein Drittes Reich komme, Dein Wille sei allein Gesetz auf Erden. Laß uns täglich deine Stimme hören, Und befehle uns durch deine Führer, Denen wir gehorchen wollen unter Einsatz Unseres eigenen Lebens. Das geloben wir! Heil Hitler! Uns scheint, in diesem Falle hat der Theologe wenig zu vermelden. Hier gehört das Wort dem Irrenarzt! Strahlen aus dem Weltall. Neue Forschungen eines Stuttgarter Gelehrten.— piccards neuer Ausstieg. Stuttgart, 13. August. Nachdem sich seit vielen Jahren Gelehrte von Weltruf mit der Erforschung der aus dem Weltall zu uns dringenden kosmischen Höhenstrahlungen besaßt haben, ist es außerordentlich erfreulich, daß es jetzt einem deutschen Forscher, Prosesior R« g« n e r(Stutt- gart), gelungen ist, als erster genaue Messungen in Höhen bis 28 000 Meter durchzuführen. Professor Regener erbrachte den exakten Beweis, daß die Zunahme der Intensität der Höhenstrahlung entgegen allen seicherigen Annahmen über 12 000 Meter Höhe merk- lich nachläßt. Die zu den Messungen verwendeten von Professor Regener kon- struierten automatisch arbeitenden Meßgeräte werden von Gummi- b a l l o n e n in die Höhe getragen. Nachdem bei drei früheren Aus- stiegen geringere Höhen erreicht wurden, ist es am 12. August Professor Regener gelungen, den Höhenballon mit den Registrier- geräten bis auf 28 Kilometer hoch zu senden. Die vorläufige Aus- wertung der photographifchen Meßplatten ergab bei 12 Kilometer Höhe noch einen starken Anstieg der Höhenstrahlen. Zürich, 13. August. Professor Piccard gab gestern Pressevertretern eine nähere Erklärung über die Verzögerung des Starts zum Stratosphärenflug Die Meteorologen hofften, daß in zwei bis drei Tagen sich das Wetter bessern werde, so daß man aufsteigen könne. Der Aufstieg solle möglichst bis zum 17. August erfolgen, da an diesem Tage der Begleiter Piccards, Ingenieur Eosgns, nach Brüssel zurückkehren müsse, so daß nachher der Start vorläufig unausführbar werde. Piccard gedenkt übrigens, nach dem Aufstieg 8— 15 Stunden in der Stratosphäre zu bleiben, um alle erforderlichen Messungen vornehmen zu können. Bei einer mittleren Geschwindigkeit von 30— 50 Kilometer tfi der Stunde würde damit der Ballon eine Strecke von über 700 Kilometer Luftlinie zurücklegen, so daß der Ballon im Süden die Adria oder das Mittelmeer und im Norden die Nord- oder Ostsee erreichen könnte. Herr Mendel als Enilastungszeuge. Oer Nazi-Keller in prag-Weinberge. Brünn, 13. August. Im Hochoerratsprozeß gegen die hitlerischen„Volkssportler" be- kündete der einzige' von der Anklage geladene Zeuge, Artur Mendel, Verwalter des Hauses, dessen Kellerlokal in Prag- Weinberge der nationalsozialistische Studentenbund gemietet hatte. daß auch schon vorher Studentenverbindungen dieses Lokal gemietet hatten, also die Annahme der Anklage, man halte dieses Kellerlokal wegen der Geheimhaltung ausgesucht, vollständig erledigt er- scheine. Vom Verteidiger Dr. Stark befragt, ob in dem Kellerlokal geschossen worden sei, erklärte der Zeuge:„N ein, das wäre nickt geduldet worden." Der Zeuge gibt weiter an, daß er bei der Vermietung genau wußte, um welche Gesinnung es sich bei dem Studentenbund handelte, daß er aber niemals Staats- gefährliches bei ihnen bemerkte, im Gegenteil, er habe gegen sie keinerlei Mißtrauen gehabt. Dieser Zeuge der Staatsanwaltschaft, der die angeklagten Pa.s entlastete, ist— Jude und leistete den Zeugeneid auf das Alte Testament und bedeckten Hauptes. Selbstverständlich bleiben die Juden samt und sonders für ieden eckten Hitler-Mann Unter- menschen, Verbrecher und grundsätzlich Meineidige. Der bisherige rumänische Blinislerprössdent Baida hat am Don- »erstag die neue Regierung gebildet. Neben dem Prä- sidium übernimmt Vaica auch das Ministerium des Aeußern, Fi- nanzminister ist Mironcscu, Landwinschaftsminister Nilescu. Die neue Regierung wurde in Uebereinstimmung mit der nationalen Bauernpartei gebildet. Ein Lohann-Gtrauß-Film. Atrium. Ein Wiener Film, ein Wiener Wein-Weib-und-Gesang-Film, damit ist eigentlich alles gesagt. Treten Sie ein, meine Herrschaften: hier ist Johann Strauß zu sehen, der große Komponist, mit Samt- jackett und vielen Melodien im Herzen, er ist, wie könnte es anders fein, sehr unglücklich verliebt.(Keine Sorge übrigens, es geht gut aus) Michael Bohnen wallt mit düsterem Pathos über die Leinwand, sehr nett von chm, daß er nicht noch stundenlang in Großaufnahme singt. Herzallerliebste des Meisters ist Lee P a r r r>, platinblond, zähnefletschend wie«ine Chorodontreklame, bildhübsch also nach amerikanischen Begriffen und— ja und sonst gar nichts. Die Mizzi(gibts Wiener Filme ohne Mizzi?) ist G r e t l T h e i- m e r, im Film genannt: die Nachtigall— Pech, daß man nichts davon merkt. Hier ist auch Joses Strauß zu sehen(Arndt mimt ihn mit Anstand): seine unglückliche Liebe freilich muß der Ab- wechslung wegen unglücklich bleiben, da kann man nix machen. Neben einer durchschnittlichen Leistung Schippers endlich etwas noch nie Dagewesenes: hier ist der Kaiser selbst zu sehen und ein ganz richtiger K. K Hofball Mit Strautzischer Musik zusammen hielt man dies offenbar für Attraktionen genug, um sich auch nur etwas originellere Einfälle für Text und Kamera, für szenischen Aufbau und Bildrhythmus sparen zu können. In überaus weiser Oekonomie beschränkte man sich auf uralte Witze mit langen und eisgrauen Bärten(Textverfasser und Regisseur sind hier in ihrem eigenen Interesse nicht genannt). Um aber nicht ungerecht zu fein: es gibt da einen ganz ausgezeichneten Schauspieler, der heißt Paul H ö r b i g e r. Sein Verleger Haslinger ist wohl der einzige leben- dige Mensch in diesem Wachsfigurenkabinett, die einzig wirklich ge- staltete, überlegen durchgeführte Rolle. Es ist eine alte Geschichte: Wien schuf einst die Walzeroperette; jetzt aber sind wir längst im Stadium der Umkehrung des historischen Prozesses, jetzt schaffen unsere Operetten Wien, erschaffen ein Wien, das es nie gab, ein Panoptikum mit süßen Mädeln, jungen Offi- zieren und dem alten Kaiser, gut für das Wiener Zimmer im Baterlands-Cafe. Aber(auf gut wienerisch): da kann man nix machen, denn die Dummen werden nicht alle und für die anderen werden Tonfilme vorläufig offenbar nicht gedreht......«. „Mutter". Llfa-Vadillion am Nollendorfplah. Wir haben schon sehr gute Mutterdarstellerinnen gesehen(man denke an Mary Carr, Hansi Niese und Margarete Kupfer), aber es hat bislang noch keiner ein gutes Manuskript für einen Mutter- film geschrieben. Diesmal erleben wir Mae Marsh in der Mutter- rolle, ehrlich, groß, reiches Mitfühlen bei uns auslösend. Sie bleibt selbst dann noch erstklassig, wenn ihr Regisseur Henry King zweit- rangig ist. Um sie gruppieren sich reizend wahre Kinderdarsteller, während die Erwachsenen nicht über dem Durchschnitt stehen. Das Drehbuch nach einem Gedicht von Willi Carleton(das früher bereits einmal für einen stummen Film gebraucht wurde), ist höchst an- sechtbar Eine Frau, die einen Faulenzer zum Mann hat, sorgt allein für die Familie. Als die Kinder erwachsen sind, läßt der Vater sich mit Altoholschmugglern ein. Johnny, einer der Söhne, nimmt die Tat auf sich. Er geht für den Vater ins Zuchthaus. Der Vater stirbt, trotzdem aber tut die Schwester, die um die Unschuld des Bruders weiß, den Mund nicht auf. Als Johnny die Strafe oerbüßt Hot, wandert er nach Kanada aus. Er schickt jeden Monat reichlich Geld für die Mutter. Das jedoch unterschlagen sein Bruder Alex und dessen Frau. Keins der Kinder will die Mutter bei sich haben, sie muß ins Armenhaus, aus dem sie dann der heimkehrende Johnny erlöst... Da bleibt kein Auge trocken! t. b. Der beste Republikaner. „Wer ist der beste Republikaner in Deutschland?" ..???" „Der Reichskommissar Bracht. Er ist sogar gegen die Schönheits k ö n i g i n n e n. Richard W llstätter 6v Jahre alt. Prof. Dr. Richard W i l l st ä t t e r in München, der be- rühmte Meister der organischen Chemie, wird heute 60 Jahre alt. Auf dem Lehrstuhl Liebigs und Bayers wirkt Willstätter seit 1316 wenigstens dem Range nach noch— 1325 ist er freiwillig zurück- getreten, und es ist erinnerlich, welches Aufsehen dieser Schritt damals erregte, als der Nobelpreisträger infolge hochschulpolitischer Vorgänge sein Lehramt niederlegte: es hieß, daß den letzten An. laß die Ablehnung der Berufungs des in Christiania lehrenden Mineralogen Viktor Moritz Goldschmidt gegeben hat/ der wie Will- stätter Jude ist. Die Chemie der Pslanzenfarbstosfe ist Willstätters besonderes Forschungsgebiet, vor allem das Chlorophyll der grünen Pflanzenteile beschäftigte ihn, er endeckt, daß es, rein dargestellt, magnesiumhaltig und verwandt mit dem eisenhaltigen Blutfarbstoff ist Eine seiner erfolgreichsten Arbeiten wurde die Untersuchung der Blütenfarbstosfe, die ihm den Nobelpreis einbrachte. Später wandte sich der Gelehrte immer mehr der Erforschung der Lebensvorgängc bei Pflanze und Tier zu, in der er die wichtigste Aufgabe der organischen Chemie sieht. 1328 hat er von diesen Untersuchungen über die Enzyme, die noch nicht faßbaren aber in ihren Wirkungen kenntlichen Stoffe in Buchform gehandelt— jene Stoffe, die in ungeheurer Zahl und Mannigfaltigkeit den chemischen Haushalt der Lebewesen geheimnisvoll beherrschen. Es ist ihm gelungen, die Lehr- und Arbeitsstätte Münchens so zu erweitern, daß dies Laboratorium in der ganzen West als die erste organisatorische Forschungsjtätte der Chemie berühmt ist. Von den Arbeiten, die daraus hervor- gegangen sind, sei noch der Untersuchung der Umwandlung von Zellulose in Traubenzucker gedacht, deren praktische Ausgestaltung bekannt geworden ist. Als Mitherausgeber zeichnet Willstätter in Liebigs Annalen. Deutscher Schulfunk in der Tschechoslowakei. Nach Prager Mel- düngen hat jetzt das tschechische Ministerium für Schulwesen und Volkskultur bestimmt, den deutschen Schulfunk bei den tschechischen Sendern um 20 Minuten zu verlängern. Ihm stehen jetzt wöchenllich 15 Minuten zur Verfügung. Schweizer Wettbewerb sür Hörspiele. Der Schweizer Sender Radio Genf hat einen Wettbewerb sür sunkgemäße Einakter in französischer Sprache ausgeschrieben. Alle Schweizer Schriftsteller dürfen sich daran beteiligen. Ferner läuft bei demselben Sender ein Rundfunk-Musikwettbewerb, bei dem nur Schweizer Komponisten bis zum 40. Lebensjahr zugelassen sind. Die Plaza bringt zu gleichen Preisen wie bisher vom 16. bis 31. Au- gnst Schillers...llabalc und Liebe" in der Inszenierung von Mar Rein- Hardt wr Ausführung. Die Besetzung wird von dem Ensemble des „Deutschen Theaters" gestellt._ Bolivien fügt sich. (Schlichtunqsverhandlunaen am IS Sepiember. Wie auei La Paz(Bolivien) gemeldet wird, hat die bolivianische Regierung die Bedingungen der Panameri- kanischen Union auf Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Bolivien und Paraguay angenommen. Danach wird der gegenwärtige Status vorläufig aufrechterhalten und die Chacofrage durch einen internationalen Ausschust geprüft. Die Schlichtungsverhandlungcn zur vollständigen Beilegung des Streites um den Gran Chaco beginnen am 13. September. Nationalsozialistische Lohnpolitik Aazigutsbesiher und Parteibefehl In wie starkem Maße die Versprechungen der Na- t i a n a l s o z i a l i st e n gegenüber den Landarbeitern mit dem 5?andeln der natianalsozialistischcn Landwirte in Widerspruch stehen, tritt gegenwärtig besonders stark in der Provinz Schlesien in Erscheinung, Aus die Lohnabbauforde- nmgerz der schlesischcn Unternehmer ist es zurückzuführen, daß in Sci�efien in diesem Jahre kein tariflicher Anspruch der Land- aiebeiterschast aus die Auszahlung der E r n t e z u l a g e besteht. Da der schlesische Landbund als Arbeitgeberorganisation unter starkem Einfluß der N o t i o n a l s o z i a l i st e n steht, hat die schlesische Landarbeiterschast den Verlust der Erntezulagc zu einem wesentlichen Teil den Nationalsozialisten zu verdanken, Diese Zusammenhange wurden kürzlich von dem AngesteUtcn des Deutschen Landarbciter-Verbandes im Kreise O c l s in Schlesien den Landarbeitern durch ein Rundschreiben dargelegt. Das Rund- schreiben wurde auch den ländlichen Betriebszellen der Nationalsoziali st en zugestellt, um die in diesen Zellen dem Druck der Unternehmer unterstehenden Landarbeiter entsprechend zu unterrichten, Bei den Nationalsozialisten muß dieses Rundschreiben wie eine Bombe eingeschlagen haben. Der Nazigauleiter Brückner aus Breslau nahm dieses Rundschreiben zum Anlaß, um von sich aus die Nazigutsbesitzer aufzufordern, die Erntezulage zur Aus- Zahlung zu bringen. Dieser„Parteibesehl" aus der nationalsozia- listischen(Bauleitung erging am 29. Juli, also zwei Tage vor der Rcichstagswahl. Nach den Feststellungen des Deutschen Landarbeitcr-Verbandes ist aber der Parteibefehl der NSDAP, auf Auszahlung der Ernte- Zulage völlig unbeachtet geblieben. Die nationalsozialisti- schen Gutsbesitzer in Schlesien wissen derartige Befehle anscheinend richtig einzuschätzen. Lediglich der bekannte Nazigutsbesitzer Schncider-Eckersdorf hat sich als nationalsozia- listischer Reichstagsabgeordncter sofort dem Befehl gefügt. Er ließ am Tage vor der Wahl an seine Arbeiter als Entschädigung für die Erntezulage 29 Pfund Zucker als G c- schenk verabfolgen Gewissermaßen um den ausgebeuteten Land- arbeitern das Kreuz für Liste 2 zu versüßen, Die Landarbeiter in Schlesien werden sich des„Parteibesehls" der Nazi-Gauleitung auf Auszahlung der Erntezulage zu erinnern wissen. Auch die Tatsache, daß dieser Besehl erst erging, nach- dem der Deutsche Landarbeiter-Verband für entsprechende Auf- klärung gesorgt hatte, werden die schlesischen Landarbeiter nicht vergessen. Wird die Auszahlung der Erntezulage von den Nazi- gutsbesitzern auch fernerhin verweigert, dann wird jeder Land- arbeiter den Nazibefehl als W a h l m a n ö v e r der Nationalsozia- listen zum Stimmenfang werten. Not an der Saargrenze. planlose Wirtschast verödet das Land Im Soargrenzgürtel von Trier bisZweibrücken herrscht bittere Not unter den Bergarbeitern. Früher fanden die Bergleute des Grenzgürtels in einer Stärke von etwa 6999 bis 7999 Mann auf den Saargrubcn Beschäftigung, heute liegt die Zahb der noch im Saargcbiet arbeitenden Bergarbeiter erheblich unter 2999 Die französische Grubenverwaltung hat vor allem die außer- halb des Soargebiets wohnenden Bergleute abgebaut. Die Ge- meinden des Grenzgebietes ersticken unter der Wohlfahrtslast, So hat zum Beispiel der Restkreis St. W e n d e l- B a u m- holder in der Einnahme des Kreisetats 1932 nur 119 999 M. stehen, während der Wohlfahrtsetat allein mehr als 299 999 M, ausmacht. Dabei liegen die Wohlfahrtsunterstützungssätze so niedrig wie nur irgendwo in Preußen, Die Steinbruchindustrie liegt zu 93 Proz, still. In der Landwirtschaft ist der Typ des Kleinbauern vorherrschend, der höchstens aus einige Tage ab und zu eine chiffs- lrast beschäftigen kann. Der Arbeitsmarkt des Saargebiets bleibt wegen der Abriegelung durch die Regierungskommission und die Nichtgenehmigung des Aufenthalts versperrt. Verschiedene Arbeits- beschajsungsprojekte wie der Plan eines Bahnbaues Türkismühle— Kusel sind wieder in den Schubläden der Regicrungstische ver- schwunden. Der 1928 begonnene Versuch einer Umsied- lung der Saarbcrgleute ins Wurmrevier ist zum Stillstand gc- kommeni denn auch dort ist die Arbeitslosigkeit gewachsen. Die Rodungs- und Sicdlungserperimcnte, mit denen man zum Beispiel im Restkreis Merzig-Wadern einen Versuch zur Linderung der Not gemacht hat, stecken»och in den Anfängen und lassen sich auch nicht überall durchführen, Wenn eine wirtschaftliche Verödung des Saargrenz- g ü r t e l s verhindert werden soll, dann muß schleunigst etwas unternommen werden. An der Mitwirkung der G c w e r k- s ch a s t e n bei einer Hilfsaktion wird es nicht fehlen. Der neue Kurs der Reichsregicrung soll doch vor allem ein nationaler Kurs sein. Zu den nationalen Belangen gehört nicht zuletzt die Sorge für die Grenzbevölkerung. Gewerkschaften in der Krise. Die Internationale der Nahrungsniittelarbeiter. Die Internationale Union der Lebens- und Ge- nußmittelarbeiterverbände(JUL.) veröffentlicht jetzt ihre Mitglieder st ati st ik für 1931. Die Anzahl der Mit- gliedsverbände beträgt demnach 34, d. i. 2 mehr als im Vorjahre. Neun Verbände erlitten einen Mitgliederverlust von 25 676, achtzehn buchten einen Zuwachs von 11 279, Die Austritte aus der JUL, und die Streichungen aus der Mitgliederliste bezogen sich auf 9232 Mitglieder! der Beitritt von vier Verbänden brachte einen Zuwachs von 2867 Mitgliedern. Infolge dieser Veränderungen sank der ge- samte Mitgliederbestand von 386 722 auf 366 969. Die weiblichen Mitglieder machten am 1. Januar 1932 15,6 Proz. aus gegen 18 Proz, am 1. Januar 1939. Dieser Rückgang um rund 29 999 Mitglieder oder 5 Pro,;, ist angesichts der Weltwirtschaftskrise gering- fügig, An weitaus erster Stelle befindet füll Deutschland mit 156 959 Mitgliedern, Dann folgen im weiten Abstand England mit 32 391, Oesterreich mit 29 951, Schweden mit 27 149, Amerika mit 22 997 und Dänemark mit 29 395 Mitgliedern, Rund 193 999 Mitglieder sind in den Mehl und Zucker ver- arbeitenden Industrie» beschäftigt, 119 999 in den Getränkeindustrien, 51999 in den Fisch-, Fleisch- und Konservenindustrien und 12 999 in diversen Lebensmittelbetrieben, Im Jahre 193l führten die Organisationen 2193 Lohnbewegun- gen. davon 291 verbunden mit Streik, für insgesamt 412 999 Arbeit- nehmer, 749 Bewegungen endeten mit vollem und 1358 mit nur teilweisem Erfolg, 195 Bewegungen Verliesen ergebnislos. Die über- große Mehrzahl aller Bewegungen waren Abwehrkämpfc gegen Angriffe auf das Lohnniveau. Die Verbände vereinbarten bzw. erneuerten im Laufe des Jahres 1198 Tarifverträge für 148 399 Personen, Die am Ende des Jahres 1931 bestehenden 2793 Verträge regelten die Zlrbeitsbedingungen für 422 999 Arbeiter und Arbeiterinnen, 31 der 34 angeschlossenen Organisationen gaben Bericht über ihre Finanzen, Der Beitragsonteil der Zentralkassen dieser Verbände macht den Betrag von 2914 Millionen Schweizer Franken aus: die übrigen, für die Zentralkasse bestimmten Einnahmen, über- schreiten den Betrag von 7 Millionen', das Vermögen der Zentral- kästen beträgt insgesamt 36 Millionen, Ueber ein Drittel der Bei- tragseinnahme, etwa 6'� Millionen Schweizer Franken, sind für Arbeitslosenunter stützung verwendet worden. Die Ziffer von 1.8 Millionen Franken Streikunterstützungen im Jahre 1931 beweist, daß dos Lohnniveau unter Ausbietung aller Energie ver- teidigt werden mußte, was nicht immer völlig gelang, Die Verbände der Arbeiterschaft der Nahrungs- und Genuß- mittelindustricn licsern ihr Anteil am Beweis, daß die WirtschastS- krise, die so vielen kapitalistischen Unternehmen und Einrichtungen das Lebenslicht ausbläst, die Lebens- und Betäiigungssähigkeit der Gewerkschaftsbewegung nicht zu vernichten oermag. Elend des llebekftu?ses. Und Uebeifiuß an Elend, In den meisten Fischerorten der Bretagne streiken die S a r d i n e n f i s ch e r, da die Konservenfabriken infolge Ueber- angebots nur so geringe Preise zahlen, daß damit kaum die Unkosten gedeckt werden können. Die Fischer haben daher schon mehrfach ihre Fänge wieder ins Meer geworfen. Die Streiken- den haben sich jetzt an den Minister sür die Handelsmarine gewandt. dem Konflikt durch einen Schiedsspruch ein Ende zu machen. Der Minister hat den zuständigen Präfekten gebeten, die Fabrikanten zu fragen, ob sie bereit wären, sich einem Schiedsspruch zu unlerwersen, In drei Fischerorten ist am Montag in direkten Versammlungen zwischen Fischern und Fabrikanten eine Einigung zustande ge- kommen. Dort wurde die Arbeit am Dienetag wieder aufgenommen. Ein herrliches Bild von unserer kapitalistischen Wirtschafts- „ardnung"! Die Fischer werfen die zu reichlichen Fänge wieder in die See— aber wie viele Arbeitslose in den französischen Küsten- städten hungern? Für die Fischer wandelt sich in Elend der Ueber- fluß an Fängen— und Millionen verkommen im Ueberfluß des Elends, im überflüssigen Elend. Die Rundsunkgebühr fürdie öffentlichen Volksschulen, Berufs- schulen und ländlichen Fortbildungsschulen ist mit Wirkung vom 1, Juli 1932 bis auf weiteres bei Ausnahme der Darubietungen des Schulfunks von 2 M, aus 89 Pf, herabgesetzt worden, ttatlher ton Holländer: SchaHenfänger Die Situation des Romans ist einigermaßen unübersichtlich, Die großen Ersolgs-Ramane der letzten Jahre stellten eine Zeit, Kriegs- oder Nachkriegsjahre zum Beispiel, eine Tendenz, ein poli- tisches oder soziales Milieu in den Vordergrund, Das Persönliche jedenfalls war vom Typischen überschattet. Werden wir im Roman eine Wiederkehr des Individuellen erleben? Es ist gefährlich, zu prophezeie», aber man darf aussprechen, daß die Literaturepoche des Ueberpersönlichcn am Romanleser nicht spurlos vorübergegangen ist und daß es ihm vorerst nicht so ganz leicht fällt, dem Roman mit einzelnen im Mittelpunkt den rechten Geschmack abzugewinnen. Walther von Hollanders neuer Roman„Schatten- sänge r"(Deutsche Verlagsanstalt) will der Roman einer Familie sein. Gewiß: es spielt die Zeit in diese Familie hinein, nämlich das Jahr 1929. Verschiedene Ereignisse dieses Jahres, beispiels- weise die schleswig-holsteinischen Bombenattentate, greisen dirigie- rend ein. Aber der Atem der Außenwelt ist doch ziemlich schwach und streicht nur gelegentlich einmal über die Personen des Romans hin. Hollander präsentiert die Famllie Kramer, bestehend aus zwei unerwachsenen und zwei erwachsenen Kindern, sowie der Mutter und dem Vater, den, Arzt Theodor Kramer, Hollander sagt viele gescheite Sachen und es ist ihm nachzurühmen, daß er die keines- wegs unkomplizierten Charaktere der einzelnen Familienmitglieder meisterlich gestaltet, aber man weiß doch nicht recht, was man mit alledem schließlich anfangen will. Die Familie Kramer, wie Hol- lander sie schildert, eine gesellschaftlich sehr gehobene, etwas bizarre und schwer auf eine Formel, übrigens auch nur sehr gezwungener- weise aus die Formel„Schattenfänger" zu bringende Familie, mag möglich sein: charakteristisch ist sie gewiß weder für heute, noch für das Jahr 1929, noch auch nur für einen Stand oder«ine geistige Schicht, Sie olle sind Einzelgänger, der Sohn Raimund, rechts- radikaler Wirrkops mit intellektuellem Einschlag, ist noch am ehesten zeitbestimmt: Kramer senior und die Tochter Benita, besonders scharf ausgeprägte Individualitäten, um so weniger. Soziale Pro- bleme gibt es i» dem Roman nicht, gesellschaftliche kaum, die Politik ragt nur mit einigen Zipfeln hinein. Dafür werden eine Menge abstrakter Probleme erörtert und mit grüblerischem Scharfsinn und kultivierter Eleganz einer vielfach reizvollen, aber nicht sehr nutz- bringenden Lösung zugeführt. Hsnz Bauer. Rundfunk am Abend Sonnabend, den 13. August Berlin'(6.03 Blasordiasterkonzert. 18.03 Korfiz Holm über Korfiz Holm. 18.20 Mit dem Mikrophon durch die Mark: Buckow. 18.30 Eine Viertelstunde Technik(Ing. J. Boehmer). 18.43 Zehn Minuten Sport(E. Maak). 18.33 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Berliner Gedichte v. H.Bergmann. 19.23 Lieder eines fahrenden Gesellen. 19.40 Die Erzählung der Woche(P. Zech). 20.00 Aus München: Konzert für hundert Zithern. 20.40 Tages- und Sportnachrichten. 20.39 Bunter Dialekt- Abend. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnach- richten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Die Welt des Bauern (v. Hoffer-Reichenau). 16.30 Ans Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30 Viertelstunde für die Gesundheit(Dr. Levin- thal). 17.30 Die Pfalz am Rhein(W. Michel). 18.03 Musikalische Wochenschau(Prof. H. J. Moser). 18.30 Der ewige Harlekin (Dr. J. Günther). 18.33 Wetterbericht. 19.00 Englisch für Anfänger(Stud.-Rat W. Ohse. Lektor W. Mann). 19.30 Stille Stunde. 20.45 Tages- und Sportnachrichten. 21.00 Aus Leipzig: Großer Tanzabend. Sonst: Berliner Programm. Sonntag, den 14. August Berlin: 6.00 Gymnastik. 6.20 Aus Hamburg: Frühkonzert. 8.00 Mitteilungen für den Landwirt. 8.20 Landwirtschaft und Wettervorhersage(Dr. H. Pundt, Leiter d. wirt- schaftl. Zentralstelle des amtl. Wetterdienstes. 8.55 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Aus Breslau: Mittags- konzert. 12.35 Aus Bern: Funkbericht vom Jungfernjoch. 13.43 Der Kindergarten ist bedroht(Auguste Mohrmann). 14.13 Lieder. 14.33 Klaviermusik. 15.00 Märchen(Liselotte Krämer). 15.30 Aus Siegsdorf: Volksliedersingen vom Chiemgauer Heimattag. 16.15 Aus Hamburg: Von den Internationalen Tennismeisterschaften. 16.35 Blasorchesterkonzert. 18.10 Gitta Alpar-Interview(Dr. P. Sachse). 18.30 Mit dem Mikrophon durch die Mark: Vetschau. 18.50„Opera Buffa"(Schallplatten- vorfrag F. Stössinger). 19.43 Sportnachrichten. 20.00 Populäres Orchesterkonzert. 21.00 u. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 11.00 Zum 65. Geburtstag R. G. Rindings. 14.13 Tanzrausch im Indianerwigwam(Dr. W. Heinitz). 14.40 Gartenwunder und Wundergärten(Dr. F. Hagenmeyer). 13.05 Der alemanische Bauer(O. Heuscheie). 18.00 Das Problem der Prophezeiung(Prof. Dr. H. Reichenbach). 22.00 Aus Wien:„Wo die Lerche singt"(Operette v. Franz Lehar). 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im„Volksfunk", monatl. % Pf. durai alle„Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten. Theater der Woche Vom 14. bis 21. August. Skaafstheafer. EtatUcschi! rpet, 56etIottcn6ntg: 14. Di« üDoHüte. 15. Di«»etlauftc Braut. 16. Unimie. 17. Das Rhemgold. 18. Di« Banditen. 19. Undine. 20. Rigaletta. 21. Friedemann Bach. Theater mit festem Spielplan: 3entral'5heater: Die Liebe ber Matrosen, connlaa, 17 Uhr, Die Liebe ber Matrosen. Sonnabend und Sonntag, 11 Uhr nachts, Cafs Elektric Nachmittagsvorstellungen: Rofc-Theatcr ikartenbühns): 18., 14. 17 Uhr. Großes traditionelles Winzer. fest mit der Dpercttc„Friihlingslult". -ioo weiter für Berlin: Schwül und zeitweise heiter, etwas Ge- witterneiguna.— Für Deutschland: Im Osten heiter und sehr warm, im übrigen Reiche wechselnd wolkig mit örtlichen Gewittern. Verantwortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Otto Hengst, Berlin. Verlag: Borwiirts Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 88. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. 5«. l'5. Slp. 2,5.8" U. Xur noch 3 Tage! Die CzärMrstin $iädi.0per Charlottenburi! Sismarckstraße 34 Sonnabend, 13. Aug. Volksvorstellung beschränkt. Kartenverk. Die Boheme Nettesheim, Ludwig, Frind, Heyer, Guttmann, Baumann Anfang 20 Uhr Ende 22 Uhr Rose■ Theater mle FTnihrtir StraSi 132 Iii. Weidutl C 7 3427 8.30 Uhr Herzdame Oartenbtlhne 5.30 Uhr Konzert u.Variete Friiniinoslutt Ouitfungs naban u UeKIdmrmdrKm fcrfißf Vit*i5 Jähren ab Spezidlihft tonrad Müller Ii Zehlendorfer Sfraffc 5 Naiurgarien TierparK Hinderbelnstiäungen Ä « um 15. Flora 3434. RanOiea erl. Taps& Tempo, RemosComp. TRichys, Sealtiel,M.&C Mayo Levanda, Hunter& Bobette Sonnabend u. Sonntag|e 2 Vorslellg. 4 n. b.13 um. 4 um Kleine Preise MW.»« mpupigf Kgsfeiiaiit Berlins BETRIEB /JA KEMPlNSKIlJ •ZL; EDELWEISSE UIMO MALZ-BIER föellage Sonnabend, 13. August 1932 Bivjllmii) StinLul&iße Ju IbimrA Ger hart Herrmann Mostar: Die Geschichte der Woche Das Double Bor wenigen Monaten naltni sich cinc ehemals berühmte lrilmdina das Leben. Tic Presse berichtete auesührlich. Tann war die Tina vergessen. Por wenigen Wochen rauchte ihr Name nock) einmal aus: ihr Toublö war ihr gcsolgt. l. Das Märchen. Beim Redakteur der„chollywvod News" läßt sich ein junger Mann melden. Der junge Mann sieht arg abgerissen aus. Einer der Zehntausende, die mit großen Starhoffnungen kamen � und die nun längst selbst die Hoffnung auf Beschäftigung als Komparse ausgebe» mußten... Dennoch erreicht es der junge Mann, vorgelassen zu werden. Er nimmt ollen Mut, allen Rest von Frechheit zusammen. Setzt sich auf eine Ecke des Schreibtisches, wippt mit den Beinen und sogt: „Ehef! Ich habe eine Meldung, die ihre tausend Dollar wert ist." „Ich werde Ihnen zehn Dollar geben, wenn sie was taugt", erklärt der Redakteur. „Sie würden mir auch die tausend geben, Chef. Aber mir liegt nichts an tausend Dollars. Mir liegt was an einer Stellung mit einem bescheidenen Gehalt. Werden Sie mich bei Ihrem Blatt als Reporter beschästigen, wen» die Meldung so gut ist, wie ich sage...?" „Also schießen Sie los." „Passen Sie gut auf, Chef. Der Star der National, Miß T., hat sich eben, vor einer knappen Stunde, das Leben genommen." Der Redakteur springt auf. Er � ist plötzlich maßlos erregt. „Mensch, und das sagen Sie mir erst nach einer Stunde? Wissen Sie genaues? All right. Also nun setzen Sie sich hin und formulieren Sie die Meldung, recht ausführlich, und schnell, schnell, schnell! Wenn Sie's gut machen, kriegen Sic die Stellung. Andernfalls die tausend Dollar." Der junge Mann setzt sich hin und schreibt. Er schildert detailliert Gründe und Hergang des Selbstmordes, kühl bis ans Her; hinan. Aber zum Schluß fällt ihm die traurige Zeit ein, die er überstanden hat, mit diesem Glücksfall überstanden. Er denkt an andere, die es noch nicht überstanden haben, denen Not und Per- zweislung noch bevorstehen. Und plötzlich steht am Ende des Be- richts der Satz:„Tiefes Mitleid muß man auch empfinden mit Ms. Windsor, die Ms. Z's Double war. Ihre Karriere diirfte mit dem Freitod ihres Stars verpfuscht sein. Sie kann fortan betteln gehen."------- Der junge Man» findet den Satz blöde aber er läßt ihn stehen, „Großartig!" urteilt der Redakteur.„Sie haben die Stellung." -i- B u d a p e st(Ungarn), am... Sehr geehrtes Fräulein Estelle Windsor! In den„Hollywood News" las ich im Zusammenhang mit der Nachricht vom Tode der Miß X auch eine Andeutung über das Schicksal, das Sie erwartet. Ich ersehe daraus, daß Sie Ihr Gehalt lediglich Ihrer Aehnlichkeit mit Miß T. wegen erhielten. Da nun Miß X. tot ist, braucht man auch ni.'manden mehr, der für sie ein- springt Das ist mir klar. Ebenso klar ist mir, daß man auch keine anderweitige Verwendung für Sie haben wird. Die Aehnlichkeit mit der Toten wird Ihnen im Wege sein. Das Elend erwartet Sie. Denn in Ihren früheren abhängigen Beruf als Angestellte zu- rückzukehren, wird Ihnen nicht mehr möglich sein.(Daß Sie Ange- stellte waren, weiß ich aus Erkundigungen, die ich Uber Sie cinzu- ziehen mir gestattete. Sie werden mir deshalb nicht böse sein.) Nein, das ist Ihnen so wenig möglich, wie der Motte, die sich bereits die Flügel an der Kerze verbrannt hat. Genau so wenig war es Miß X. möglich, in ihre Ehe zurückzukehren, als es mit ihr schon bergab ging. Und Sie sind ihr Doubl?, nichts als ihr Doubl?, in allem. Weil Sie es aber, wie ich annehme, eben auch im Menschlichen, nicht nur im Künstlerischen sind, darum schreibe ich Ihnen und mache Ihnen einen Vorschlag. Dazu muß ich sagen, wer ich bin. Ich bin jener Mann, den die Frau, die man zuletzt Miß T. nannte, verlassen hat— um des Films willen. Ich habe meine Frau nicht verstehen können, aber ich habe es erdulden müssen. Ich habe mich jahrelang bemüht, sie wiederzugewinnen. Um meinetwillen so- wohl, denn ich liebte sie sehr und mehr als gut war, als auch um unserer beiden Kinder willen. Es gelang mir nicht. Sie flog ins Licht, immer wieder, bis sie verbrannte. Für meinen Standpunkt verbrannte alles im Licht der Jupiterlampe, was gut an ihr war und von Wert. Aber das war mein Standpunkt. Das Publikum, das ihr zujubelte, dachte anders. Dieses Publikum hat sie jetzt oer- gessen. Ich nicht. Ich konnte sie nicht hindern, sich dies Ende zu wählen, obwohl ich es kommen sah. Aber ich weiß, daß ich sie wieder aufgenommen hätte, trog allem, bis zuletzt. Ich glaube, ich kann voraussetzen, daß Sie um mein Schicksal wissen. Eine gewisse Presse hat es in der rücksichtslosesten Weise breitgetreten, als sie starb. Noch im Tode bereitete sie mir und den Kindern Scham. Jawohl, es ist so, wie man schrieb. Ich besaß große Ländereien, als sie von mir ging. Jetzt besitze ich nur noch sehr, sehr wenig. Das andere habe ich versoffen vor Aerger und Gram. Das muß ich Ihnen sagen, bevor ich Sie nun bitte, zu mir zu kommen— an Stelle meiner toten Frau. Denn darum bitte ich Sie. Nicht, weil Sie ihr äußerlich ähnlich sind. Nicht, weil ich glaube, daß Liebe ein Doubl? haben könnte. Sondern weil ich versuchen möchte, all diesem quälenden Uikfinn dach noch einen Sinn zu geben. Sie. die Sie jetzt vor dent Nichts steb«». werden einsehen, daß es besser für meine Frau gewesen wäre, zurück- zukehren in den Frieden und die Stille ihres Hauses.«>e tat es nicht, sie konnte es nicht, sie war, wie man so sagt, eine Abenteuerin. Sie aber, mein Fräulein, sind das wohl nicht. Sie hotten einen Be- ruf, Sie haben sich schlecht und recht ernährt— das gefällt mir. Ich sehe nicht ein, warum auch Sie vergehen und verbrennen sollen in der unglückseligen Welt des künstlichen Lichtes. Und ich möchte, daß Sie sich dazu durchringen, dem Doubletum einen tieferen Sinn zu geben: nämlich das zu tun, was meine Frau hätte tun sollen. Die menschliche Ausgabe, die meine Frau liegen ließ, wieder aufzunehmen und zu einem guten Ende zu führen. Ein Haus und drei Menschen, die sie unglücklich und leer machte, wieder glücklich zu machen und mit Leben und Sinn zu erfüllen. Gewissermaßen gäben Sie dadurch auch dem Leben von Miß X. einen nachträglichen Sinn. Es wäre dann nicht so abrupt zerbrochen. Seien Sic, Fräulein Estelle Windsor, in einer tiefe» und verpflichtenden Beziehung ein Double, damit Sie keins mehr zu sein brauchen. Darum bitte ich Sic. Ich kann Sie, wie gesagt, nicht reich machen, aber vielleicht— glücklich: wen» auch nicht im Filmsinn. Kommen Sie zu mir und den Kindern. Antworten Sie mir gleich. Das Reisegeld schicke ich Ihnen dann. Ich bin sicher, daß Sic mein Vertrauen nicht enttäuschen würden. Denn schon die Annahme meines Vorschlages wäre die Gewähr dafür. Mit der Bitte mn Verständnis ohne Mißdeutung Ihr... -i- Fräulein Estelle Windsor las den Brief. Atmete tief und dank- bar auf. Und schrieb. Und erhielt das Reisegeld. Und fuhr. Und weil sie ein tapferes Mädel war, ging alles gut. Und in ihrem Herzen dankte sie dem neuen Reporter der„Hollywood News", daß er sie damals erwähnt hatte... Die Welt hatte doch einen Sinn. Alles hatte seine» Sinn... So weit das Märchen. Und nun. 2. Die Wirklichkeit. ... der junge Mann, der seinen Bericht schreibt, um cinc Stellung zu bekommen, findet den letzten Satz mit der Erwähnung des Double etwas blöde, aber er läßt ihn stehen. „Menschenskind", schreit der Redakteur,„Sie wollen bei uns Reporter werden? Und schreiben den Quatsch mit dem Double? Wen interessiert das lächerliche Double? Keinen Hund! Miß X. interessiert, die Tote, mein Junge, nicht die Lebendigen! Total un- geeignet! Scheren Sie sich raus! Was— tausend Dollar? Abgemacht war das? Haben Sie Zeugen, he? Hier haben Sie ihre zehn Dollar— und nun dalli, sonst lasse ich Sie rauswerfen!" * Und Fräulein Estelle Windsor bekommt keinen Brief aus Ungarn, mitnichten. Denn der letzte Satz des jungen Mannes wurde natürlich gestrichen. Und sie versucht dies und versucht das. Und es mißlingt alles, und es muß alles mißlingen. Und nach ein paar Monaten macht sie Schluß— nach im Tode das Double ihres Stars...„Das" Double ein Neutrum. Ein anderer junger, abgerissener Mann, der die Nachricht van Estelle Windsons Tod in die„Hollywood News" bringt, bekommt fünf Dollar. Und dann wird die Sache groß ausgemacht. Eine Sensation, eine unbezahlbare Sensation, wirkt auf Skandalhunger und Tränendrüsen gleichmäßig, geht durch die gesamte Presse Amerikas, Europas... In Budapest ließt sie ein Mann, der traurig wird über deni Lesen. Ihm ist, als wäre hier cinc Möglichkeit gewesen,'' noch einmal ein bißchen fröhlich zu werden. Oder doch wenigstens nicht gerade so endlos traurig hinzuleben. Ja, wenn er das vorher gewußt hätte, Es vorher gekannt hätte, das Double. Wer weiß... Aber so sinnvoll ist das Leben nicht. Lebendig begraben Von Professor Georg Rudneff, Moskau Pros. Rudneff, Leiter einer russischen geologischen E;pe- dition..!>ie vor kurzem von Wladiwostok nach der Wüste Tarwas ausgedrochcn ist,, erzatsir jolgcndcs Erlebnis mit einem turkmeni- schen'Wüstenstamm. Wir waren schon unweit unseres Zieles, kaum eine Stunde Riorsches noch, als hinter den kleinen, am Wege wuchernden Sträuchern leises Geräusch vernehmbar wurde und weiße Gewänder ausleuchteten. „Halt!"— schrie eine rauhe Stimme in turkmensichem Dialekt, und im nächsten Moment waren wir von einer Horde mit Massen schwer beladener T h e k i n c r(ein auf Raub ausgehender turk- menischer Stamm) umringt. Niemand von uns wehrte sich, es wäre ja auch zwecklos gewesen, denn unsere Abteilung zählte nur sechs Personen. Mit Fußtritten und Stößen traktiert, hatten uns die Banditen im nächsten Augenblick die Hände auf dem Rücken so sest zusammengebunden, daß unsere Knochen sast gebrochen wären. In schnellem Schritt jagten sie uns mit Peitschenschlägen über einen kleinen Bergweg, und schon nach 20 Minuten sahen wir einige ausgeschlagene Zelte, von brennenden Lagerfeuern umgeben... Vor dem größten und besten Zelt saß der T h e k i n e r- Häuptling, ein älterer Mann mit langem schwarzem Bart und pockennarbigem Gesicht. Unsere Peiniger schleppten uns zu ihm und traten dann ehrfurchtsvoll einige Schritte zurück. Eine ganze Weile betrachtete uns der Führer schweigend, dann sagte er in gebrochenem Russisch:„Durch meine Kundschaster bin ich dauernd über euch unterrichtet worden. Ihr kommt aus dem Lande des fünszackigen Sternes und sucht Gold in unseren Bergen. Aber dixse Absicht soll euch nicht gelingen, denn wir haben über eure Zukunft schon entschieden." Und ohne uns weiter auch nur eines Blickes zu würdigen, gab er einigen seiner Leute ein Zeichen und verschwand im Innern des Zeltes. Sofort näherten sich acht Banditen und führten uns wieder den Weg zurück, den wir gekomnien waren. Aber schon nach einigen hundert Metern machten wir eine Biegung, und steil ging fs zur Ebene hinunter. Unter den Strahlen des Mondes leuchtete das Sandmeer wie ein weißes Tuch— es schien sauber und kalt. Einige Thekiner, mit Schaufeln ausgerüstet, schritten voran. Bald blieben sie stehen und singen an sechs Löcher zu graben: drei dies- und drei jenseits. Wir ahnten, welche Absicht die Halunken mit uns im Schilde führten... Mir Grauen erblickten wir einige schwarz aussehende Steine in der Nähe... Es waren abgenagte Köpfe im Sande vergrabener Menschen... Die Banditen arbeiteten ohne Eile, sie wechselten sich ost gegen- seitig ab. Nach einer Stunde Wartens waren unsere vier bucharischen Begleiter bereits bis zum Halse im Sande einge- graben. Nun war die Reihe an uns... S o s n o f f schrie vor Verzweiflung aus und riß vergebens an seinen Fesseln. Ich selbst stand wir versteinert nebenan, unfähig auch nur ein Wort zu sagen Mit eiserner Gewalt hielt mich die Todesangst umklammert und lähmte meine Glieder. Nach Verlaus einiger Minuten schmiegte sich schon der seucht-schwere Sand drückend um unsere Glieder. Jemand steckte mir ein Stück Holz in den Mund, und als ich es hcrausspie, erhielt ich einen so starken Schlag in die Schläfe, daß mich die Besinnung verließ... Die Dunkelheit, die mich umhüllt hatte, dauerte nicht lange, der schwere Sand tat sein Nötiges. Ich öisnetc die Augen-- wir waren allein. Aus dem Berge schienen, wie kleine glimmende Funken, die Lagerfeuer der Banditen, und in den nahen Felsen- grotte» weinten, lachten und schrien die Schakale. Die verunstalteten Kopie der vor uns eingegrabenen Menschen I ragten wie leere, durchlöcherte Töpic ans dem Sande. Aul einigen ! von ihnen waren noch hie und da Stücke sanlenden Fleisches zu sehen, doch die meisten Schädel waren bis zu den Knochen abgenagt. Sosnojj spannte die Muskeln und versuchte mit aller Kraft aus dem Loch herauszukommen. Er wackelte mit den Schultern, schüttelte dabei den Sand etwas locker, aber Mü Kräfte verließen ihn bald, und er mußte erkennen, daß eine Befreiung ohne fremde Hilfe unmöglich fei. Der Bucharcr neben ihm hatte die Augen geschlossen und sah aus, als ob er schliefe. Auch seine drei Lands- leute taten das gleiche. Ich wagte kaum aufzublicken: ich dachte an meine Frau, an meine kleinen Kinder, und ein mächtiger Drang zu leben, erfüllte mein Herz... In der Nähe heulte wieder eine Hyäne... Dos Heulen der Schakale verstärkte sich, wurde kürzer, bösartiger. Von der Stirn Äosnofss tröpfelte der halte Schweiß: langsam, vom Winde angetrieben, bewegten sich die Haarsträhnen auf seiner Stirn. Wie ein Blitz schien plötzlich etwas seine Gedanken zu durcheilen: die Augen weit ausgerissen, schrie er laut:„Die Tiere! Die Tiere! Sie werden uns das Fleisch vom Kopse absressen!" M a e d i n, der Bucharer, blickte ihn an und raunte ihm leise entgegen:„Ja, diese Mordart ist alt, so alt wie die Erde..." Die Hyänen hörten nicht auf zu heulen, immer mehr schienen sich zu ihnen gesellt zu haben. Bei den Felsen, einige Meter von uns entfernt, huschten zwei dunkle Gestalten vorbei, doch ver- schwanden sie schnell wieder. Dann sahen wir öster die Schatten und zahlreicher. Zickzackartig, bald schleichend, dann wieder springend, näherten sie sich uns lebendig Begrabenen... „Der Tod!!!", schrie abermals Sosnoff und ließ einen an- haltenden gellenden Laut vernehmen. Eine vorbeihujchende Hyäne duckte sich und klappte beuteriechend mit den Kiesern... „Sei still!", flüsterte mit zitternder Stimme Maedin.„Das Schweigen ist unsere einzige Waffe..." Die aufmerksam gewordenen Tiere zogen immer engere Kreise um uns. Eine Hyäne kam zu einein toten Kopf heran und biß sich mit ihren scharfen Zähnen hinein. Ein knirschendes Geräusch war zu hören... Und plötzlich berührte eine Schnauze von hinten die linke Schläfe Sosnofss... Er schrie heiser auf.,. Die Hyäne sprang zurück und duckte sich, doch bald schon kroch sie abermals mit den Zähnen fletschend auf ihn zu. Er schrie wieder.., Maedin wollte ihm helfen und versuchte das Tier durch Pfeifen und Schreien an sich heranzulocken. Es war vergebens: von seiner Beute wollte das hungrige Tier nicht mehr lassen... Sosnoffs Gesicht wurde fratzenhaft, die Augen traten aus den Höhlen, die Lippe» öffneten sich weit, sie fieberten, bebten, Speichel floß ihm aus dem Munde... Ein Schwall unoer- ständlicher Worte ergoß sich,-- der Wahnsinn trat ein... Doch dann geschah etwas Unerwartetes... Die nächtliche Luft durchschneidend, ertönte dröhnend ein Schuß. Zuerst einer nur, dann mehrere und schließlich— eine ganze Salve. Die Tiere stürzten zur Seite und verschwanden gespenstisch in den Bergen. Links von uns leuchteten viele rote Zungen der Gewehrschüsse auf. Der Kampf mit der Bande war in vollem Gange... „Der Dozent kommt mit seiner Abteilung", sagte ich zu Sosnoff, doch er sah inich verständnislos an. Und erst als einige dunkle Gestalten unweit van uns vorbei- raste» und sich in die Fluten des Flusses Surchaba stürzten, dem anderen Ufer zustrebend, kam der arme, gepeinigte Sosnoff wieder zu sich und rief unmenschlich laut und herzzereeißend:„Kr assin! K rassin!" Zum sandigen User des Flusses kam, dos Gewehr schußbereit in der Hand baltend, der Dozent. Wir lochten, weinten zwischendurch und rieie» innner wieder, vor großer Freude und frischem Lebens mut übermannt:„Wir sind gerettet! Wir sind gerettet!" lsLnuiZ autorisierte(JeberseUuug aus dem Russischen von H.a rry v, HafferbergJ Sport am Sonntag fltotren w�tht her verein„Volkssport Weißensee" seinen Sporlplah ln weihensee. Rennbahnslrahe. ein. Nach langer Arbeit. die von den Mitgliedern freiwillig geleistet wurde, ist der Platz endlich fertig geworden. Die Fußballer haben sich zu diesem Tage die sehr spielstarke Mannschaft des Fußballklubs Fortuna 32 verpflichtet. während die Schwimmer mit einem Handballspiel gegen den Volkssport Neukölln auswarten. Die Fußballer beginnen mit den zweiten Mannschaften um 15,30 Uhr, anschließend spielen die Handballer und um 18 Uhr treten die ersten Mannschaften aus den Plan. Freilustboxkämpfe in Treptow. Der Poxklub„B r i t a n n i a HZ" lMitgiied des Arbeiter-Athleten-Bundes) veranstaltet heute, Sann» abend, im Viktoria-Garten in Treptow, Am Treptower Park 25/26, einen Freilustgroßkampftag im B ox e n. Der Verein hat die Boxer aus den Vereinen«Alt Wedding" und„Lichtenberger Fauftkämpfer" verpflichien können, io daß mit harten und mter- sssonten Begegnungen zu rechnen ist. In einem«chülertreffen be» streitet Kunz l, eine spätere Hoffnung fllr die Männerklasse, seinen ilö- Kampf. Es starten vom Jllegen- bis Halbschwergewicht fllr Britannia: Rösing, Heppa, Gqmrek, Rabe, Laser, Lenz, Koch und Hedrich. Im Ausscheidungstresfen der Schwergewichte startet Scholz. Außerdem werden noch zwei Schlller- und zwei Eiirladungbkäinpfe gestartet. Beginn der Kämpfe 20 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt inkl. Tanz 50 Pf, Bei schlechtem Wetter werden die Kämpfe im Saal ausgetragen. Schwimmsporlliche». Die Freien Schwimmer Groh-Berltn, Gruppe Neukölln, veranstalten alljährlich am Sonntag vor oder nach dem Verfassungstag, diesmal am 14. August, ihr volkstllmliches Äinderschwimmfest. Wasserscherze und humoristische Einlagen um- rahmen das Schwimmprogramm. Besonder« verschönt wird das Fest durch die Mitwirkung des FTGB-Musikkorps und der Kinder- freunde. Die Schwimmer erwarten alle Angehörigen der Eisernen Front um 15 Uhr im eigenen Sommerbad, Grenzalleebrücke. ..Quer durch den plößensee" betitelt such die Veranstaltung, die der Z. Bezirk des 1. Kreise« im Arbeiter-Turn» und Sportbund heute, Sonnabend, um 10 Uhr. nicht wie angegeben um 18 Uhr, im Plötzensee durchführt. An diesem Dauerschwimmen nehmen außer den Turnern, Sportlern und Wasserfvhrern auch Reichs- bannerkomeraden in großer Zahl teil. Außerdem haben fast alle Schwimmvereine des Bezirks ihre Meldung abgegeben. Während die Kinder und Jugendlichen bei dieser Dauerprüfung nur 500 Meter zu bewältigen haben, müssen die Männer und Frauen die Strecke von lOOO Meter durchschwimmen. Es ist nicht möglich, bei 500 Startenden den Sieger der einzelnen Klassen bereits im voraus zu bestimmen, doch werden Vertreter des Schwimmvereins Hellas, dem diesjährigen Kreismeister im Wasserball, schon durch die genaue Kenntnis der Schwimmstrecke, in der Spitze zu finden sein. Bahnrennen von„Soli" in Erkner. Die neu gegründete Renn- sahrerabteilung in Erkner veranstaltet morgen aus dem Gemeinde- sportplatz ein Aschenbahnrennen, zu dem Fahrer ans Luckenwalde, Eharlvttenburg, Neukölln sowie alle Fahrer der Berliner Renn- sahrerabteilung gemeldet haben. Da diese. Veranstaltung die erste ihrer Art in Erkner ist, werden die Rennfahrer alle- daran setzen, um dem Publikum ein Programm zu zeigen, das auch den ver- wöhntesten Radsportfreund befriedigen wird. Die Veranstaltung beginnt 14 Uhr, der Start für dl« Berliner Rennfahrer befindet sich um 12 Uhr am Bahnhof Treptow. Dem„Sturmvogel", Flugverband der Werktätigen, ist es ge- lungen, zwischen Trebbin und Luckenwalde für die stugsport- bepetsterten Berliner ein neues Segeifluageländ» zu schaffen. Mit Hilfe des freiwilligen Arbeitsdienstes lft in wenigen Wochen eine Unterkunftsbaracke errichtet worden und der Westhang des Berges soweit hergerichtet, daß morgen, Sonntag, mit dem Schulbetrieb begonnen werden kann. Im Rahmen»ln-r Feier soll um 14 Uhr die ofizielle Einweihung des Geländes«rfolgen. Diejenloen Berliner Segelfliegergruppen. die auf diesem neuen Gelände ihrem Gleit- und Segelslugsport nachzugehen gedenken, werden m't ihren Maschinen am Start sein und durch Borführungsflüge für eine sinngemäße Ausgestaltung der Feier sorgen. Eintritt frei. Veronslallungen der Segelflieger. Heute, Sonnabend, um 18 Uhr, findet auf dem Exerzierplatz Schönhauser Allee eine Roh» bauausstellung des Segelsliegerverein» Prenzlauer Berg statt. Die Apparate sind in sechsmonatiger Bauzeit von den Mitgliedern mit einem Kostenaufwand von je 300 M. erbaut. Kegeln des Freien Keglerbundes. Der Gau Berlin des republi» kanijchen Freien Kelerbundes Deutschlands veranstaltet sein dies- jähriges Berfasjunosseierkegeln morgen in der Kegeljporthalle Süd- ende. Für die vom Reichspräsidenten ausgesetzten Plaketten und Diplome sind solgende Sportkonkurrenzen ausgeschrieben: Fünfer- und Zweiermannschqftskämpfe auf Bohle Dreikampf(Bohle, Asphalt, Schere) und kombinierte Kämpfe(Frauen und Männer), Das Meldeergebnls ist als recht gut zu bezeichnen, so daß 100 Mannschaften an den Start gehen. Verfasfunassportfest der Schuhpolizei. Morgen, Sonntag, wird die Berliner Polizei im Polizeistadion, Chausseestraße 35/07. spart- liche Wetttqmpfe zur Feier de« Verfassungsmges zeigen. Ein Konzert der drei Musikvereinigungen der Schutzpolizei wird um 14.30 Uhr das Fest einleiten. Die Darbietungen des Polizeisport- festes sind sehr vielseitg und umfassen gymnastische und turnerische Vorführungen. Als Höhepunkt müssen jedoch die Leichtathletik- Meisterschaften der Schutzpolizei bezeichnet werden, an denen die bekannten Spitzenkönner der Polizei, wie Abraham. Buht. Brauch, Hänchen, Tanke, Woellke, Hoas«. Schulze, Fritsch, Bleßmann. Im- hos. Asmuz und andere telnehmen. Ein sehr spannende« Fußball» spiel zwischen den Mannschaften der Berliner Schußpolizei und der Polizeischule Brandenburg soll das vielversprechende Sportfest beschließen. Eintritt frei. Radsport. Die Berliner Olympiabahn ist Schauplatz eines Länderkampfes Deuffchland-Frankreich der Dauerfahrer, an dem Sawall, Möller und Metze und die Franzosen Paillard, Lacquehay und Grassin teilnehmen. Pferderennen. In der Reichshquptstadt ladet der Berein für Hindernisrennen nach Karlshorst zu Gast«. Die Zugnummer des Programms ist das mit 4000 M. auegestattele Stuien-Iaodrennen über 4000 Meter, da» Oper(Hauser), Gesoiei(X), Siesta(Müschen), Rote Nelke(Schreier), Honesta(Mefa), Esparsette(3E), Cumä(Lt. Kuppert), Heidekönigin(Wolfs) und Grandel(Hochstcin) bestreiten sollen. Geht Carl Diem? SoSI er der Sündenkode für die olympischen Niederlagen sein? Der deutsche bürgerliche Sport hat in Los Angeles mife- rabel abgeschnitten, daran gibt es nichts mehr zu bemänteln. Jetzt beginnt die Jagd auf den Sllndsnbock. Wer kann das anders sein, al» Carl Diem, der viel gehätschelte und nicht minder viel ge- haßte Generallekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibes- Übungen. Diesmal gedenken seine zahlreichen, ach, so oft gekränkten Gegner seines Skalp» sicher zu sein, denn er hat taffächlich eine arge Schlappe erlitten. Diem ist unstreitig der hervorragendste Z�opf des bürgerlichen Sports, er überragt alle seine Rivalen türm- hoch. Das ift auch der eigentliche Grund des gegen ihn genährten Hasses. Bon der Schuld an dem Versagen seiner Leute in Los Angeles kann er aber nicht ganz freigesprochen werden, hat er doch versucht, aus dem Sport etwas mehr als eine Weltkampf, und Rekordangelegenhelt zu machen. Ehemals war Diem der fanatische Förderer des Rekordge- dantens: von ihm stammt die Formel:„Sport ist Kampf." In den letzten Jahren hatte Diem aber senen Mahnern(darunter feinen Rektor August B i e r), die im überhandnehmenden Wstt- kämpf den Untergang des Sports sehen wollen, allzu willig Gehör geschenkt: er wurde selbst zum Warner und Mahner. Die Folgen zeigen sich jetzt. Sp ist nicht ausgeschlossen, daß Diem nun die tragische Schuld sühnen muß, einmal geglaubt zu haben, den beut- schen bürgerlichen Sport auf eine höhere Stufe heben zu können. Wer den Rekord bejaht, muh ihn ganz und ohne Vorbehalt hin- nehmen, darf sich an seinen üblen Nebenerscheinungen nicht stoßen und darf auch über kleine Amateurschiebereien nicht stolpern. Im WAtkampf um jeden Preis, im Raufen um die Rekorde geht es nun einmal ohne moralische Fehlstarts nicht ab, da heißt es oft. beide Augen zudrücken. Da darf man auch um der schönen Augen hoher Herren willen nicht matt werden. Gegen diese Rekordmoral, die mit Sportmoral nicht mehr viel gemein hat, verstieß Diem in den letzten Jahren oft mehr als nötig, und daraus wird man ihm nun einen Strick drehen. Das ist aber auch die einzige„Schuld" Diems, was sonst noch von personellen Schiebungen gemeldet wird, ist blödes Geschwätz. Einen besonderen Punkt bildet die Niederlage der„blonden He",„unserer He", wio Herr Lewald noch in seiner Rundfunk- rede enthusiastisch sagte. Die Dame sollte unüberwindlich sein und glaubte das wohl auch von sich selbst. Als bisherige Weltmeisterin muhte man sie wähl auch mit nach Amerika nehmen, obwohl es den Eingeweihten bereits klar war, daß ihre Zeit vorbei ist. Weil man sie mit dem Nymbus der unbesiegbaren Walküre umgeben hatte, ist ihre haushohe Niederlage ein wenig blamabel Von den sonstigen Favorlten schweigt man am besten ganz. Forscht man nach den tieferen Ursachen der Niederlage, so stößt man aus unsere herrlichen innerpolitischen Zustände/ Wie soll in einem Lande, wo der Nationalismus sich ln Sallomortalen überschlägt, der Sport gedeihen können! So lange Hitler um die Macht ringt, sind alle anderen Ringkämpfe nebensächlich. Der Na- tionali-mu» tobt sich setzt bel uns auf ganz anderem Felde als den Sportplätzen aus. Die SAsiaten sind die Helden des Tages und der Rekord lm Umlegen von..Systemträgern" steht höher im Kurs als alle Sportrekorde der Welt. Da liegt der Hase im Pfeffer. Und wenn Carl Diem seinen Skalp retten will, dann soll er sich schnell nazisteren lasten, wie e« sein Freund Neuendorsf getan hat und wie e» August Bier, sein langjähriger Hochschulrektor, schon früher tat. An dem Niedergang de, deutschen bürgerlichen Sports wird das frellich nicht» mehr ändern, der dürfte vorerst durch den Nationalismus auf den Hund kommen Später wird er sich ja dann wohl wieder erholen, denn es ist nicht anzunehmen, daß die Schlammwelle des übergeschnappten Nationalismus alle Wege zum Wiederaufstieg dauernd verschütten wird. Schließlich könnten wir Arbeitersportler mit den Bauern bei Wilhelm Busch sagen:„Wat geiht meck dat an." Aber wir sind nun einmal Deutsche und Sportler dazu und haben so etwas wie ein Gefühl für deutsche» Ansehen in der Welt. Das hat selbst der Dreck unserer Zeit nicht in uns ersticken können! I�m die Sfädtcmannsdiafi Ausscheidungskämp'e im Ringen In der Trainingshalle des bundestreuen Arbeiter-Achleten- Vereins„Sparta" wurden gestern in vier Gewichiklassen die Ausscheidung«kämpfe zur Ermittlung einer Berliner Städte Mannschaft im Ringen durchgeführt. Da nur Gegner zugelassen waren, die sich bereits in den Borentscheidungen qualifiziert hatten, trafen hier die kanrpsslärksten Ringer ausein- ander: gleich die erste Begegnung auf der Matte war recht abwechslungsreich. Der Kreismeister S ch l i ck e i s e n- Wedding hatte in dem Spar- taner Langer seinen schwersten Gegner, der sich von der größeren Routine seines Partners nicht bange machen ließ und cd), oft arg bedrängte. Der erste Gang war offen, in der zweiten Runde gaben die Schiedsrichter— die geltern viel oerdarben � nur ein Unentschieden, trotzdem der Weddinger einen kleinen Vorsprung hatte. Mit einem höllischen Tempo rangen im Leichtgewicht Weyhe- Wedding und P. W i t t k a mm- Sparta. Die ersten wedMvollen zehn Minuten blieben offen, in der Wiederholung erhielt Wittkamin einen Punttsieg zugesprochen. Alt» Rivalen der Mail« standen fid) auch im Mittelgewicht gegenüber. Der Tegler Höhne konnte den Kampf über A. W i t t k a in m- Sparta knapp nach Punkten ge- winnen: über P u tz k e- Wcdding siegte H. in der 0. Minute eut- scheidend. Die Zw>sd)enrunde wurde zwischen Wittkawm und Putzte unentschieden gewertet. Der Spartaner trat nicht mehr an, und so sind als Endrundengegner Höhne und P u ß k e hervor- gegangen. Di« beiden Schwersten, Rosenkranz- Wedding und Wörth- Sparta konnten ebenfalls gestern noch keine Entscheidung erzielen, beide Treffen endeton mit einem Ilnentschieden. Am 18, A u g u st werden in der Zwischenrunde die besten Gegner rm Bantain-, Feder- und Halbschwergewicht gestartet, und die Schluß- k am p f e werden am 16. September gestartet. hier zu uns! Ucbcririite zum Arbciter-Turn- und Sporibund Als ganz großen Erfolg feiert« der kommunistische Sportver- band den Uebertrith des bürgerlichen Erfurter Ligapererns „S ch w a r z- W e i ß" zur kommunistischen„Kampfgemeinschaft zur Herstellung der roten Sporteinheit".„Schwarz-Weiß" sah bald ein, daß der sportliche Teil lm kommunistischen Verband eine untergeord- nete Rolle spielt und hat sich dein A r b e! t e r- T u r n- und Sportbund e V. angeschlossen. In ihm hat„Schwarz- Weiß" ein bedeutend besseres sportliches Betätigungsfeld. Der im Verband Mitteldeutscher Boüspieloereine des Deutschen Fuhballbundes in Köthe"(Anhalt) führende Sportverein 1 0 09 ist ebenfalls zum ATSB. übergetreten. Der Fußballklub Alemannia 1022 Berlin hatte es satt, noch länger tn der KG, den kommunistischen parteipolitischen Richtlinien zu unterstehen und hat seine Anmeldung beim ATSB. abgegeben. Den einstim- migen Uebertritt von Rot-Sport zum Arbeiter-Turn- und Sportbund hat auch der Ballspieloerein„F r« t h e t t"- I ck e r n bel Dort- mund beschlossen, ebenso Rasensport Bochum- Linden In Oldenburg lft au, dem bürgerlichen Lager der Derein Freie Turner Bloherfelde für den ATSB. gewonnen worden. �uf der Landstraße Sechs junge Wiener Arbeiterrad fahrer hatten es sich vorgenommen, mit ihren Fahrrädern das Mittelmeer� zu um- kreisen Mlt nur wenig Geld in den Taschen ging der Start am 11. Juni aus dem Stephansplatz in Wien vor sich. Das erste Reise- ziel war Rom, von dort ging'» weiter nach Mailand und in die Schweiz. In Mailand gaben aber bereits zwei Mann die Fahrt auf, nachdem ein Fahrer schwer gestürzt war. Die übrigen drei setzten die Reise über den St. Gotthardt nach Zürich fort. In Zürich wurden zwei von der Polizei beim Kartenverkauf geschnappt und über die Grenze nach Wien abgeschoben. Von den sechsen blieb also nur noch einer übrig. Dieser eine kam gestern in B c r- l i n an, um von hier aus weiter über Frankfurt a. M. nach Frank- reich zu fahren. lieber Paris soll die Fahrt nach England(London) gehen. Am 3 Dezember will der kühne Fahrer zum Fußballänder- spiel Oesterreich— England in London sein. Nachdem soll die Tour wieder durch Frankreich nach Spanien, Marokko und die Nordküste Afrika» bis Aegypten gehen. Ueber die Türke!, durch den Balkan ist das Ziel im Juni nächsten Jahres Wien. Dem Fahrer auf seinem weiteren Wege ein kräftige«„Freiheit!". rm Los Angeles Die Olympischen Spiele in Lys Angeles erreichen am Wochenende ihren Abschluß. Nach unserer Zeit in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag fallen die letzten Entscheidungen im Rudern, Boxen. Schwimmen, Wasserball und Fechten, der legt« Tag bringt dann noch das Jagdspringen um den Preis der Nationen und dann folgt(in der Nacht zum Montag) die große Schlußfeier.— Don den sieden olympischen Ruderwettbewerben gelangten bereits am Freitag die Entscheidungen der ersten vier zum Aus- trag. Gleich zu Beginn gab es einen vielbejubelten deutschen Steg, denn es gelang der Berliner Mannschosl Spremberg-Meier- Hoeck-Eller und Neumann nach einem äußerst erbitterten und scharfen Rennen die olympische Goldmedaille für den Vierer m. St. zu gewinnen. Vom Start weg haue Italien Über die ganze Strecke geführt, und erst mit den letzten Schlägen gelang es dem deutschen Vierer, die Italiener im Ziel gerade noch um Lustlostenlänge ab- zufangen. Die Zeit betrug 7:10. Dritter wurde Polen vor Neu-, seeland.— Das Wasserballturnier wurde mlt dem Spiele Deutschland— Japan beendet. Die Deutschen waren zum ersten Male in großer Form und siegten mit 10:0(3:0). Sie erzielte» damit ein besseres Torverhältnis als Amerika und wurden somit hinter Un- garn vor USA. und Japan Zweiter de» Turniers.— Die beut- jchen Amateurboxer haben bisher recht gut abgeschnitten. Am Freitag konnten sich drei von ihnen bereits für die Schlußrunde quqllfizieren, und zwar der Weltergewichtler Campe durch einen Punktsieg über den Finnen Ahlberg, der FedergewichUer S ch l e l n- k o s e r> München durch einen Sieg über den Italiener Alessandri und der Bantamgewichtler Z i g l a r s k i. München ebenfalls durch einen Punktsieg über den Amerikaner Lang. SUbcrne Medaillen sind ihnen damit bereits gewiß.— Eine silberne Medaille holte sich der Deutsche Oberleutnant H a x im Pistolenschießen hinter dem Italiener Morigi.— Die Endrunde des Säbelfechten» sieht auch den deutschen Meistersechler Erwin E a s m i r noch in Kon- kurrcnz. In der Vorrunde und der Zwischenrunde konnte er bisher recht gut abschneiden. liuuä&siKeua l/eceiue teUzu wi: Nartellbcziit Zempclhos. Alle Turner. Svortler und Sportlerinnen müssen morsen. Sonniaq. ,ur sportlichen Vertassung-f-icr aut dem Sportplaz in Maricnfeldc. Dorsiirassc, tZ:„ ui,r. mit Turnzeug anwesend sein. Die Partei- genossen und-genasfinnen der eisernen Fron! werden ersucht, aus dem Tport- pla» zu erscheinen. Der gcscllschattiiche Teil findet am Adcnd im Linden- park statt, eintritt, ti) Pf. mit Tanr. Der tlZD. Vorwärts. Seddiag ist gewillt, eine Jugend, und Schlllermann- schafr zu arüstden. Wir bitten daher alle jungen Genossen, die Fußball -pieten wollen, sich am Donneretaa, dem IS. August, Igi� Uhr, bei Pimpler, Siazarethkirch. ülte Malplaquetsirasie. einzufinden. Bc-irtstartell Friedrjchshaw, Sportlerhundertschast. Sonntag, lt. August. Teilnahme am Ermmerses! de» Reichsbanner- im Saalbau Friedrichehain. Pflichtveransialtungi »II» ki-daitve- unet Angestaute haben das Recht auf Befreiung von der Kitgliedschafi bei einer Ptllchtkrankenkas>e(i517RVP.) durch Ubertritt sur asji.s*.'-...' (Lichterfelder Ersatzkasse tür sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin N 24, Oranienburger Straße 67