Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 ttt ft IS Postscheckkonto: Berlin 37 öS«.— B-nllomo: Bank der Arbeiter. Angestellten und ftemipt.: Dönhoff(A T) 292—297. Telemamm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin � �*'•"V* Beamten, Lindenstr. 3. Dt.B.u.DiZc.-Gel.. Depositenk.. Jerusalemer Str. K5/SS Hindenburgs Nein. Die Verhandlungen mit Hitler gescheitert. Amtlich wird gemeldet: Reichspräsident von Hindenburg empfing heute nachmittag in Gegenwart des Reichskanzlers von Pape« den Führer der NSDAP., Adolf Hitler, zu einer Besprechung über die politische Lage und die Frage einer Umbildung der Reichs- rcgicrung. Ter Reichspräsident richtete an Hitler die Frage, ob er bereit sei, selbst sowie mit anderen geeigneten Per- sönlichkciten der NSDAP, in die von dem Reichs- kanzlcr von Papen geleitete Rcgicrung einzutreten. Herr Hitler verneinte dies und stellte an den Herrn Reichspräsidenten die Forderung, ihm die Füh- rung der Reichsregierung und die gesamte Staatsgewalt in vollem Umfange zu übertragen. Reichspräsident von Hindenburg lehnte diese Kordeiunq sehr bestimmt mit der Begründung ab, daß er es vor seinem Gewissen und seinen Pflichten dem Vateriande gegenüber nicht ver- antworten könne, die gesamte Regierungsgewalt ausschließlich der nationalsozialistischen Bewe- gung zu übertragen, die diese Macht einseitig anzuwenden gewillt sei. Er bedauerte, daß Herr Hitler sich nicht in der Lage sehe, entsprechend seinen vor den Rcichstagswahlcn abgegebenen Er- tlärungcn eine vom Vertrauen des Herrn Reichs- Präsidenten berufene nationale Regierung zu u n t c r- st ü h e n. Die Aussprache schloß alsdann mit einer ernsten Mahnung des Reichspräsidenten an Hitler, die von ihm angekündigte Opposition der NSDAP, r i t t c r- l i ch zu führen und feiner Verantwortung vor dem Vaterlandc und vor dem deutschen Volke bewußt zu bleiben. Hitler bei papen. Vor dem Empfang bei dem Herrn Rcichspräsiden- tcn hatte im Laufe des Vormittags eine Aussprache dcS Reichskanzlers mit Herrn Hitler stattgefunden. Fn dieser Aussprache hatte sich der Reichskanzler er- boten, dem Herrn Reichspräsidenten Herrn Hitler als Vizekanzler in der gegenwärtigen Regie- rnug vorzuschlagen und serner einige weitere ge- eignete Persönlichkeiten auS der nationalsozialifti- scheu Bewegung mit wichtigen politischen und fach- lichen Ministerien zu betrauen, um dieser Bewegung einen ihrer Stärke entsprechenden Einfluß auf die Staatssührung einzuräumen. Abreise nach Aeudeck. Der Herr Reichspräsident hat am Abend 7.:;l Uhr mit dem fahrplanmäßigen Lstpreußenzuge Berlin verlassen und sich für einige Zeit wieder nach Neudeck begeben. Vor der Abreise brachte er gegenüber dem Reichskanzler, der sich von ihm vcrab- sch.edcke» zum Ausdruck, daß, nachdem nunmehr l.iarhcit über die Politische Lage geschaffen sei, mit der größten Beschleunigung die zur Behebung der Arbeitslosigkeit vordringlichen Aufgaben gefördert werden müßten. Der Herr Reichspräsident erklärte hierbei dem Reichskanzler, daß er feiner tat- kräftigen Unterstützung bei der Erledigung dieser Aufgaben gewiß sein k nnc. Ltmbau der Wirtschast! Sozialdemokratie zeigt den Weg. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird dem neuen Reichstag voraussichtlich in der nächsten Woche eine ganze Reihe von Gesetzentwürfen von großer politischer und wirtschaftlicher Bedeutung vorlegen. Abgesehen von den politischen Forderungen, wie Aufhebung der politischen Notverordnungen und Zurückziehung des Reichskommissars in Preußen, dient diese Gesegesvorarbeit vor allem dem Zweck, durch Lösung der entscheidenden politi- schen und wirtschaftlichen Probleme einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise zu weisen. Die sozialdemokrati- schen Anträge sind in der Hauptsache auf folgende vier Punkte gerichtet: 1. Um den rücksichtslosen Sozialabbau und die einseitigen Massensteuererhöhungen wieder rückgängig zu machen, verlangt die c�n-ialdemokratie die Aushebung der Notverordnung vom 14. Juni 1S32. Damit sollen die Unter st ützungen der Arbeitslosen, die Sozialrenten und die Versorgung der Kriegsopfer wieder auf den früheren Stand gebracht werden. während gleichzeitig die A r b e i t s l o f e n a b g a b e, die nur die Arbeitnehmer und nicht die Arbeitgeber trifft, und die Salz- stcuer wieder aufgehoben und die Freigrenze bei der Umsatz- st e u e r für die kleinen Landwirte und die Gewerbetreibenden wieder eingeführt werden. Darüber hinaus soll die Existenz der Opfer der Wirtschaftskrise durch unentgeltliche Versorgung mit Be- darssgegenstände» und Gewährung einer zusätzlichen Winterhilfe gesichert werden. Schlüsselindustrien und Banken. 2. Das K e r n st ii ck der sozialdemokratischen Anträge sind die Gesetzentwürfe üb er den Umbau der Wirtschaft. Hierzu fordert die Sozialdemokratie Sozialisierung der Schlüsselindustrien, wie des Bergbaus, der Eisenindustrie, l r o ß- der Großchemie usw., sowie Verstaatlichung der danken. Enteignung des Großgrundbesitzes. Ein besonderer Gesetzentwurf verlangt die Enteignung des Großgrundbesitzes, um den nutzlosen Subventionen an hofsnungslos verschuldete Großagrarier ein Ende zu bereiten, die Gesundung der Landwirtschaft anzubahnen, und das freiwerdende Land für S i e d l u n g s z w e ck e an Landarbeiter und Klein- bauern zu verteilen. 3. Für die Zeit des Uebergangs soll die Ueberwindung der Wirtschaftskrise und die Verminderung der Arbeitslosigkeit durch planmäßige Arbeitsbeschassung und gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit erleichtert werden. Die Arbeitsbeschaffung soll umfangreiche ösfentliche Arbeiten, die Förderung der Hausrepa- r a t u r e n und die Beschäftigung von Arbeitslosen in stilliegenden Fabriken und Werkstätten umfassen. Sie soll finanziert werden durch eine Prämienanleihe und— soweit ihr Erlös 500 Millionen nicht erreicht— durch eine Zwangsanleihe. Die Verkürzung der Arbeitszeit soll durch Einführung der 40-Stunden-Woche und Beschränkung der Ileberstunden auf die dringlichste» Zlusnahmesälte erfolgen. 4. Die Finanzierung des Mehrbedarfs der öffentlichen Körperschaften, der sich aus den sozialdemokratischen Antrügen ergibt, soll nach den sozialdemokratischen Vorschlägen folgendermaßen durch- geführt werden: Erhebung von R o t st e u e r n von den hohen Einkommen und Vermögen, Besteuerung des Luxus- Verbrauchs, Schastung eines S t a a t s m o n o p o l s für die Zigaretten- und Ranchtabakindustrie, eines staatlichen Erdöl nionopols, Offenlegung der Steuerlisten. Kürzung der hohen Gehälter und Pensionen und Streichung der F ll r st e n a b f i n d u» g e n. Aöhm auck dabei! Zur Besprechung beim Reichspräsidenten war Hitler in Begleitung von F r i ck und Röhn,(!j erschienen. Außer dem Reichskanzler war auch Staatssekretär Tr, Meißner anwesend. Rasionalsozialifien erklären: Der Führer wurde heute zu Besprechungen zum Reichskanzler von Papen und im Anschluß daran zu Reichspräsident von Hindenbur g gebeten. Aus die ihm vorgelegten Fragen, ob er und die Partei bereit seien, in eine Regierung von papen zur Mitarbeit einzutreten, erklärte der Führer: wir sind gewillt und entschlossen, die volle Beranlworlung sür die deutsche Politik in jeder Beziehung zu übernehmen, wenn man uns dafür eindeutige Führung der Regierung anvertraut. Ist das nicht der Fall, so kann die nationalsozialistische Bewegung weder an der Macht noch an der Verantwortung teilnehmen. Insbesondere kommt ein Eintritt in die Regierung Papen für die Partei nicht in Frage. Da aber der Reichspräsident von hindenburg es ablehnte, die nationalsozialistische Bewegung als stärkste Partei mit der Führung der Regierung zu betrauen, wurden die Verhandlungen als ergebnislos abgebrochen. Die nunmehr getroffenen Maßnahmen für die weitere Fortführung des Kampfes der nationalsozialistischen Bewegungen werden in einer>n der kommenden Woche stattfindenden Führerlagung bekanntgegeben werden. Der Führer verließ noch am Sonnabend Berlin. Zu dem amtlichen Kommunique über die Zusammcnkunst Hitler- hindenburg- Popen, das in manchen Punkten nicht unbedeutende Un- richtigkeilen enthält, wird die RSDAp. noch Stellung nehmen. Zurück zum Recht! Das mißglückte Experiment. Der Versuch des Reichspräsidenten, die Nationalsozialifti- sche Partei zu verantwortlicher Teilnahme an den Regie- rungsgeschäften zu bewegen, ist mißglückt. Läßt sich berechnen, was er gekostet hat? Nein! Unberechenbar sind die moralischen Werte, die zerstört wurden, als an der Mai-Juniwende die überraschende Drehung des Regierungskurses nach rechts erfolgte. Vielen schien es an jenen Tagen, als ob Treu und Glauben aus der Welt geschwunden wären. Was folgte, war nur geeignet, die Stimmung der Erbitterung bis zur Empörung zu steigern. Unter der Firma einer angeblich„überparteilichen Regierung" wurde eine Politik der Peitschenhiebe gegen die republikanisch gesinnte, verfassungstreue Bevölkerung ge- trieben, während sich gegenüber den gewalttätigen Feinden der Staatsordnung eine würdelose Liebedienerei breitmachte. Ein Zeitungsaufsatz genügt nicht— ein stattliches Buch wäre vonnöten, um aufzuzählen, was in diesen letzten zweieinhalb Monaten an Unrecht verübt und an Un- heil gestiftet wurde! Ueberall, im Rechtsleben, in der Ber- waltung, in der Sozial- und Wirtschaftspolitik, nicht zuletzt in der auswärtigen Politik zeichnen Trümmerfelder den in den letzten elf Wochen begangenen Weg. In all dem sollte wenigstens ein politischer Sinn sein— jetzt hat sich herausgestellt, daß keiner darin war. Der Morgenausgabe Rr. 381 A 188 49. Jahrgang WöchenlUch 75 PI, monatlich 3,25 M. (6aoon 87 Pf. monatlich für Zustel- lung ins Haus> im voraus zahlbar. Postbezug 3,07 M. einschließlich 60 Pf. Pos!zeitungs.und72Pf.Postbestellge. bühren. Auslandsabonnement 5,65 M. pro Monat: für Lander mit ermäßig. tem Druckfachenvorto 4,65 M Lei Ausfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten aus Ersaß Erscheinungsweise und Anzeigenpreise stehe am Schluß des redaktionellen Teils Verttuev Vvttsbßatt Sonntag 14} August 1932 Groß-Äerlin 15 Pf- Auswärts 20 Pf. Aentvawvsan der Sozialdemokratischen Vartei............. poNtische Sinn dieses Tuns sollte sein, die National- sozial! st en an Verantwortung zu gewöhnen, sie„mit feiner Hand an den Staat heranzubringen". Diese „nationalen",„aufbauwilligen Kräfte" in den Dienst des Staates zu stellen, dazu schien kein Opfer zu groß— besonders wenn andere es zu tragen hatten. Alle diese Opfer waren vergebens! -i° Es stellt sich heraus, daß die Regierung von Papen auf einen plumpen Bauernfängertrick hereingefallen ist. Adolf Hitler hatte vor den Reichstagswahlen dem Reichs- Präsidenten versprochen, daß er eine„nationale" Regierung tolerieren werde. Dieser Tatbestand, der im Wahlkampf eine große Rolle gespielt hat, wird jetzt durch den amtlichen Bericht über die Konferenz bei Hindenburg zum erstenmal amtlich bestätigt. Es wird bestätigt, daß wir mit unserer Be- hauptung Recht hatten und daß die NSDAP, mit ihrer Be- streitung gelogen hat. „Der Reichspräsident", heißt es in diesem Bericht,„be- dauerte, daß Herr Hitler sich nicht in der Lage sehe, ent- sprechend seinen vor den Reichstagswahlen abgegebenen Er- klärungen eine vom Vertrauen des Reichspräsidenten be- rufene nationale Regierung zu unterstützen." Um sich die versprochene Unterstützung der Nationalsozia- listen zu sichern, hat sich die Regierung von Papen in Vor- leistungen geradezu überboten. Heute gleicht sie der betröge- nen Braut, die nach Hergabe ihrer Jungfernschaft und ihrer Mitgift vom Freier schmählich im Stich gelassen worden ist. Herr Adolf Hitler aber spielt ihr gegenüber die Rolle des Heiratsschwindlers, der, nachdem er alles genommen, was ihm beliebte, sich aus dem Staube macht. Wen wunderts? Der Wortbruch gehört traditionsmäßig zur nationalsozialistischen Politik. Das haben schon K a h r und K n i l l i n g zu spüren bekommen. Waren Papen und Schleicher klüger? » Was weiter werden soll, weiß keiner. In der NSDAP. wird es wahrscheinlich sehr unangenehme Ausein- anderfetzungen geben. Die SA. und SS., die man über die politischen Möglichkeiten und ihren eigenen militä- rischen Wert systematisch getäuscht hat, wartet ungeduldig auf den Befehl zum„Marsch nach Rom". Statt der erhofften Beute stehen ihr jetzt nur einige sehr unangenehme Prozesse vor den So n d e r g e r i ch t e n bevor. Sie hatte von ihrem Osaf Schutz erwartet, der nun vermutlich doch ausbleiben wird. Vielleicht ist der Tag nicht ferne, an dem Hitler selber bei der Regierung vor seinen Prätorianern Schutz suchen muß! Im Reichstag wird die Regierung der„nationalen Konzentration", die sich in Lausanne rühmte, alle aufbau- willigen Elemente hinter sich zu haben, höchstens mit den 37 Stimmen der Deutschnationalen rechnen können. Möglich aber auch, daß der Reichstag endlich einmal ein schönes Bild nationaler Einheit bietet, indem er der Reichsregierung das ihr gebührende Mißtrauen e i n st i m m i g ausspricht. Das wäre dann wenigstens etwas Neues! Schon spricht man — da der Reichspräsident doch eine solche Regierung nicht im Amte halten kann, aber auch für eine andere keine Mehrheit vorhanden zu sein scheint— von abermaliger Reichs- tagsauflösung und abermaligen Neuwahlen! Und Preußen? Man hat dieses Land den National- sozialiften zuliebe in das Abenteuer einer Reichsexekution hineingejagt— wo ist der Weg der Rückkehr zu verfasfungs- mäßigen Zuständen? Ueberall Zerstörung und Verwirrung, nirgends ein Aus- weg. Und bei solchen politischen Zuständen soll die kranke Wirtschaft gesunden? Da müßte doch ein Wunder ge- schehen! * Wo so vieles unklar ist, ist eines klar: Sowiebisher darfnichtweiterregiert werden! Nichteinen Tag lang! Der Reichspräsident hat es abgelehnt, der nationalsozialistischen Bewegung die ganze Staatsgewalt auszuliefern, da sie diese Macht„einseitig anzuwenden gewillt sei." In diesen Worten liegt die allerschärftte Ver- urteilung des seit dem 1. Juni betriebenen Regierungs- kurses: denn auch eine nationalsozialistische Parteiregierung könnte ihre Macht kaum noch einseitiger anwenden, als das die bisherige deutschnationale Parteiregierung getan hat. Wir kennen heute die sozusagen„politische Idee", die dieser bewußt einseitigen Regierungsweise zugrunde lag. Die Nationalsozialisten sollten in die Harzburger Front zurück- geführt und an den Staat herangebracht werden. Nachdem das mißlungen ist, hätte die Weiterführung des bisherigen Kurses überhaupt keinen Sinn mehr! Wir fordern, daß das Unrecht, das um eines miß- glückten Experiments willen an der republikanischen Be- völkerung verübt wurde, wieder gutgemacht wird! Schluß mit dem Klassenkampf von oben! Schluß mit dem zweierlei Recht, mit der einseitigen Begünstigung faschisti- scher Staatsfeinde und der Menschenjagd auf aufrechte Repu- blikaner! Nachdem der Versuch einer nationalen Rechts- regierung mit einer moralischen Katastrophe ohnegleichen geendet hat, ist es Zeit, sich auf die primitivsten Grundsätze einer geordneten Staatsführung zurückzubefinnen. E s m u ß wieder Gerechtigkeit geübt werden, sonst steht Deutschland vor dem Untergang! Klage gegen Kerrl. Er soll verurteilt werden, den Landtag einzuberufen. Die sozialdemokratische Fraktion des Preußischen Land- tags hat beim Staatsgerichtshof gegen den Präsiden- t e n K e r r l wegen der Nichteinberufung des Landtags Klage erhoben. Telegraphisch wurde zugleich eine e i n st w e i l i g e Verfügung gefordert, durch die Kerrl veranlaßt werden soll, entsprechend dem frist- und formgerechten Antrag ron mehr als einem Fünftel der Mitglieder des Landtages den Landtag in der nächsten Woche zufammenzu- berufen. SA. erschießt SA. Wieder ein„Notmord"- Schwindel erledigt.— Oer Mörder sehr spät entdeckt! Aachen, 13. August. Zn Eilendorf wurde zwei Tage vor der Wahl in der Zlachlzeil der S A.- AI a n n R a s k i s, der zu einer klebe- kolonne gehörte, erschossen. Es wurden damals 13 S o m- m u n l st e n aus Eilendorf unter dem Verdacht, an dieser Tat be- teiligt gewesen zu sein, verhaftet. Dieser verdacht hat sich, wie die Kriminalpolizei mitteilt, nach den inzwischen angestellten Er- mittlungen nicht bestätigt. Die 13 Kommunisten sind heute wieder auf freien Fuß geseht worden. Wie weiter amtlich mitgeteilt wird, haben die von der Staatsanwaltschaft und Landeskriminalpolizei Aachen ange- stellten weiteren Ermittlungen zur Festnahme einer Anzahl Esch- weiler SA.-Leute geführt. Aach dem augenblicklichen Stand der Vernehmungen könne als erwiesen angesehen werden, daß Raskis von einem Eschweiler SA.- Wann, der der Eilendorfer Klebekolonne der ASDAP. zum Schuhe folgte und in dem unbekannten Raskis offenbar einen Parteigegner vermutete, erschossen wurde. Daß der Mann aus Eschweiler einen Parteigegner er- schießen dürfe, hält er also für ganz selbstverständlich! Der„Angriff" hatte die Nachricht von der Erschießung Raskis unter der dreispaltigen Ueberschrift gebracht:„Ein S A.- M a n n in Aachen ermordet" und zweispaltig weiter: SA.-Mann Raskis gemeuchelt. Aachen im Zeichen der Trauer. Adolf Hitler gegen den roten Brudermord. Jetzt nach der Aufklärung der wirklichen Zusammenhänge wird er wahrscheinlich ebenso frech weiter lügen, wie er es im Falle Reichenbach beharrlich für sein gutes Recht hältl * Vor dem Schöffengericht war der SA.- Führer Wysocki, der am 31. Juli in den Reichstag gewählt worden ist, wegen groben Unfugs, Führung eines nicht angemeldeten Umzugs, verbotenen Waffentragens und Drohung mit Gewalt- t ä t i g k e i t e n angeklagt worden. Das Gericht erkannte gegen Wysocki als Führer des Trupps auf 1 Jahr Gefängnis. Oie Handgranate von Neichenbach. Es wird jetzt endlich amtlich bestätigt, daß der SA.-Mann, der bei einem Handgranatenanschlag aus den sozialdemokratischen Redakteur Paeschke getötet worden ist, Opfer seiner eigenen vorzeitig explodierenden Waffe wurde. Dem„Annriff", der dreist das Gegenteil behauptet hatte, ist mzwisthen eine A u f- lagenachricht zugegangen, die den„Angrisf"-cchwindel richtig stellen soll. Gebracht hat sie der„Angriff" noch immer nicht, obwohl sie nach den amtlichen Versicherungen bereits spätestens am Frei- t a g in den Händen der Redaktion hätte sein müssen! Nach unserer Ueberzeugung lag. der Fall von der ersten Minute an durchaus im Sinne des offiziellen Polizeiberichtes ganz klar, und es bedurfte weder der Leichensektion noch der Aussage des in- zwischen verhafteten Mittäters Wa g n e r, um gegen die Hand- greifliche Lüge des Berliner Naziorgans offiziell Stellung zu nehmen. Merkwürdigerweise fühlt man sich dabei verpflichtet, in dem gleichen Augenblick, wo man den Fall als geklärt bezeichnet, die dummdreiste Version des Wagner referierend mitzuteilen, daß mit der Handgranate kein Anschlag aus das Leben des Redakteurs Paeschke, sondern lediglich auf die dortige Synagoge geplant gewesen sei. Auch diese Lüge dürfte leicht zu widerlege» sem�Jhre, wenn auch nur referierende Wiedergabe durch die amtlichen Stellen im jetzigen Augenblick trägt allerdings nicht zur Klärung, sondern nur zur Verwirrung bei. Oer Spitzel im Postamt. Zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. München. 13. August.(Eigenbericht.) Der Postbeamte Reisinger in Altötting, Scharführer der dortigen H i t l e r- S A., wurde vom Schöffengericht Traunstein zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Auf die Dauer von 3 Jahren wurde ihm das Recht zur Bekleidung öffentlicher Aemter aberkannt. Außerdem ordnete das Gericht seine sofortige Ver- Haftung an. Reisinger ist jener Postbeamte, der das Staatstelegramm des bayerischen Innenministers an das Bezirksamt Altötting, in dem am 13. April dieses Jahres die sofortige Auf- l ö s u n g und das Verbot der Hitler-Armee angeord- n e t war, 10 Stunden unbestellt liegen ließ, davon aber umgehend die Insassen des SA.-Heimes verständigte, damit sie vor Eintreffen der Gendarmerie alles belastende Material und die Ausrüstungsgegenstände beiseite schaffen konnten. Nach Abschluß des Strafverfahrens wird gegen den Nazispitzel, der seinen Dienst als Beamter hinter sein Parteibuch stellte, das Disziplinar- verfahren auf Dienstentlassung durchgeführt. Ziechtsdrehung im Rundfunk. Nach Klesth fliegen die anderen. Die Reichsrundtunkzesellschaft teilt offiziell mit: Der Rundfunk- kommissar des Reichsministeriums des Innern, Dr. S ch o l z, hat Dr. Gustav Krukenberg zu seinem persönlichen Referenten ernannt. Mit der kommissarischen Bearbeitung der m die Zuständig- keit der Reichsrundfunkgesellschast fallenden Programmsrygen sind der Direktor der Nordischen Rundfunkgesellschast in Hamburg Dr. Kurt Stapelfeld und Walter Beumelburg beaus- tragt worden. Soweit die offizielle Meldung. Wie wir weiter hören, ist in- zwischen dem Leiter der Aktuellen Abteilung der Funks runde, Dr. Arthur Kürschner, mit Wirkung ab 30. September unter gleichzeitiger sofortiger Beurlaubung gekündigt worden. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte Kürschners ist Dr. Arnold B r o n- nen beauftragt worden. Damit ist das Bild der Umstellung im Rundfunk oolsständig. Der nordische Rundfunk und vor allem sein Vertreter, Dr. Kurt S t a p e l f e l d, waren seit langer Zeit als stramm rechts bekannt. Ueber das Nationalsozialistentum des Arnold Bronnen, der sich aus seiner verunglückten dramatischen Tätigkeit schon vor Jahren in den Rundfunk flüchtete, ist kein Wort zu verlieren. Ebenso wenig über seine Eignung als Angestellter des Rundfunks. In den Jahren seiner Tätigkeit an der Deutschen Funkstunde hat er bewiesen, daß er aus diesem Gebiet ebenso wenig zu sagen hat wie auf dramatischem, aber— der Herr ist Nationalsozialist! Was Gustav Kruken- bberg anbelangt, so war r bisher gänzlich unbekannt. Aber man kann es schließlich verstehen, wenn ein Scholz es vorzieht, einen Anonymus zu seinem persönlichen Referenten zu ernennen. Die einzige Persönlichkeit bei der bisherigen Umbesetzunz des Rundfunk, könnte— Beumelburg sein, wenn er Werner und nicht Walter hieße. Werner Beumelburg war Hauptmann im Kriege, verdienter Offizier. Seine Werke über den Krieg, halb Dichtung, halb Geschichtsschreibung, gehören zu den besten. An der Reinheit seiner Persönlichkeit und an seiner Ueberzeugunastreue wird niemand zweifeln. Nur oben— daß Werner Beumelburg, aufrechte Person- lichkeit, die er ist, nicht ernannt ist, sondern sein Bruder Walter. von dem man nur weiß, daß er Dr. phil. und rechtsradikal ist. Und das genügt ja auch einem— Dr. Scholz. Zusammenfassend kann man also sagen: Der Nationalsozialist Scholz ist konseguent. Er liefert den Rundfunk mit Haut und Haaren dem Nationalsozialismus aus. Daß er nicht die Absicht hat, das auch nur zu verbergen, zeigt die skandalöse Abberufung Dr. Arthur Kürschners, die in dieser Form recht» lich ganz unhaltbar ist. Di« Tätigkeit Kürschners war absolut un- politisch. Aber Herr Scholz will nun einmal— daher seine früheren unverfrorenen Intrigen gegen die angebliche Politisierung des Rundfunks unter der Leitung des Dr. Flesch und der paritätischen Ausschüsse— den Rundfunk von Kopf bis Fuß politisieren. Wenn Herr Kürschner, wie es heißt, gegen die unberechtigte Maßnahme des Dr. Scholz den Rechtsweg beschreiten will, so mag man dem Ausgang dieses Rechtsstreites mit Jntersse engegensehen, an der tatsächlichen Auslieferung des Rundfunks an den Nationalsozialismus unter dem Regime der„überparteilichen" präsidialen Herren Barone wird das nichts ändern. Dem könnte nur ein Riegel vorgeschoben werden, wenn die Länder sich zu Wehr setzen. Krach bei den Nazis. Ein Abgeordneter wegen WiOerseßlichteit von der Hitlerei ausgeschlossen. ZIeustrelih, 13. August.(Eigenbericht.) Trotz des bevorstehenden Bruchs der nationalsozia- listisch-deutschnationalen Koalition in Mecklenburg- Strelitz gilt es als sicher, daß die Regierung in ihrer Gesamtheit nicht von ihrem Amte zurücktreten wird Der deutschnationale M i- n i st e r Dr. von Michael hat die feste Absicht, höchstens f o r- m e l l zurückzutreten, aber auf alle Fälle als g e f ch ä f t s f ü h r e n- der Minister weiter im Amte zu bleiben. Die Entsendung eines Reichskommissars gegen die„geschäftsführende Regierung" nach preußischem Muster erwartet man augenscheinlich nicht. Falls die Regierung, wie erwartet, auseinanderbricht, so hätte der deutsch- nationale Minister nach den Strelitzer Bestimmungen die Möglich- keit, den nationalsoziali st ischen Staatsrat Dr. Stich- tenoth von seinem Amte zu entfernen. Hier hat der Staatsmnister das Recht, Staatsräte zu ernennen und zu entlassen. Die Aussichten auf eine Auslösung des Landtages sind vorläufig noch recht gering. Die Nationalsozialisten dürsten also eine Ent- tauschung erleben. Die Nazis schließen einstweilen widerstrebende Abgeordnete aus. Wegen„mangelnder Pflichtersüllung, nicht einwandfreier Lebensführung und Ehrenwortbruches" sah sich, wie die Gaupressestelle der NSDAP, mitteilt, der Gauleiter Hildebrandt veranlaßt, den »attonalsoztalistischen Abgeordneten des Mecklen- burg-Strelitzer Landtages L. Köhler- Neustrelitz zur Niederlegung seines Mandats aufzufordern. Köhler habe entgegen den Bestim- mungen der Parteiorganisation wichtige politische Maßnahmen m i t der deutschnationalen Volkspartei verhandelt und versucht, in die deutschnationale Landtagssraktion aufgenommen zu werden. Die Deutschnationale Volkspartei ihrerseits habe die Auf- nähme des Abgeordneten Köhler abgelehnt. Da Köhler sich, Im Gegensatz zu der ehrenwortlichen Verpflichtung sämtlicher Abgeord- neter der NSDAP, der Aufforderung des Gauleiters widersetzt habe, das ihm übertragene Mandat niederzulegen, wurde er aus der Nationalsozialistischen Partei ausgeschlossen. platz, damit ich mich setze! parteibuchwirtschast im Nazi-Lande. Schwerin, 13. August.(Eigenbericht.) Die Hitler-Regierung G r a n z o w- Dr. S ch a r s hat den nationalsozialistischen Landtagspräsidenten Krüger zum Landes schulrat ernannt und ins Ministerium berufen. Krüger, Mecklenburgs neu« st er Parteibuchbeamter, ist der Nachfolger des sozialdemokratischen Landesschulrats und früheren Ministers Puls. Es war der erste Regierungsakt des Hitler-Kabinetts, Puls aus seinem Amte zu entsernen. Gerade gegen Puls war von den Nationalsozialisten seit Jahren immer der Borwurs erhoben worden, er sei„Parteibuchbeamter". Das hat die nationalsozialistische Regierung nicht gehindert, nun wieder einen sogenannten Parteibuchbeamten zu bestellen, aber aus ihrem eigenen Parteipserch! !lm die Gelbfivertvaliung. Referentenentwurf oder Rotverordnung? Dem Herrn Reichskommissar und seinem„Beauftragten" ?lt unsere gestrige Veröffentlichung der geplanten Notverord- nung gegen die Selbstverwaltung sehr ungelegen gekommen. Die Verlegenheit ist groß. Daher finden sie auch kein Wort der Erwiderung auf unsere entscheidende Frage, ob wirklich der provisorisch amtierende Beauftragte und die von ihm zusammengeholten Staatssekretäre(lies: Minister) sich für befugt halten, ein derartig einschneidendes Geseß in der Zeit ihrer vorübergehenden Amtstätigkeit auf dem Wege einer Notverordnung in Kraft zu setzen. Aber die Verlegenheit über die unbequeme Veröffentlichung zeigt sich deutlich in dem Bestreben, die Sache als„Referenten- entwurf einstweilen zu bagatellisieren. Um so erstaunlicher der— Mut, die Verantwortung für die einzelnen Bestimmun- gen der geplanten Notverordnung auf den bereits 1930 ver- öffentlichten Referentenentwurf des„Gesetzes über die kom- munale Selbstverwaltung" aus dem preußischen Innenmini- sterium abschieben zu wollen. Nein, so einfach ist die Sache denn doch nicht! Handelt es sich jetzt auch nur um einen Referentenentwurf, über den der Oeffentlichkeit und den zuständigen Instanzen, insbeson- dere dem Preußischen Landtag und einer kommenden recht- mäßigen Staatsregieruna Gelegenheit und Zeit zur D i s- k u> f io n und zur Beschlußfassung gegeben werden soll? In diesem Fall hätten es ja die Herren von Papen und Bracht in der Hand, die Absicht einer notverordnungsmäßigen Vergewaltigung der zuständigen Körperschaften glattweg zu dementieren. Der Referentenentwurf des Gesetzes über die kommunale Selbstverwaltung vom Jahre 1930 wurde ja eben deshalb— ganz ungewöhnlicherweise— vorzeitig veröffentlicht, weil er eine Reihe lebhaft umstrittener und bis dahin(und auch heute noch) von der verfassungsmäßigen Mehrheit abgelehnter Vorschläge enthielt, für die weder das Ministerium noch die Staatsregierung die Verantwortung zu übernehmen bereit war. Es ist also ein ganz plumper Trick, wenn man jetzt so tut, als ob eine frühere Regierung oder ein früherer Landtag bereit gewesen wären, ähnliche Maßnahmen in die Tat umzusetzen. Es dürfte vielmehr auch einem provisorisch amtierenden Beauf- tragten des Reichskommissars bekannt sein, daß gerade die Ausdehnung der Staatsaufsicht auf Gebiete, die die ureigenste Domäne der Selbstverwaltung sind und bleiben sollen, bisher immer sogar auch unter einer freiheit- lichen und demokratischen Staatsregierung auf den ent- schiedensten Widerstand der Parlamentsmehrheit gestoßen sind. Auf einen so entschiedenen Widerstand, daß selbst die vorsichtigen Formulierungen in dem ursprünglichen Gesetz- entwurf Groß-Berlin(im Anhang:„Staatsaufsicht") von der Regierung selbst zurückgezogen worden sind. Glaubt man im Ernst, daß der Widerstand bei einem reaktionären Staatsministerium geringer geworden wäre und bei einer parlamentarischen Behandlung des Ge- setzes geringer sein würde? Will man insbesondere der Oeffentlichkeit einreden, daß der„S t a a t s a u s s ch u ß" in der jetzt geplanten Form den Ideen und Absichten irgendeiner früheren Regierung entspräche? Also noch einmal: Hände weg von einer solchen Notver- ordnung! Für Eingriffe in das Staatsgefüge, wie sie dieser Entwurf darstellt, ist der reguläre Weg der Gesetzgebung da. 'Keine Notverordnung kann und darf ihn ersetzen, am aller- wenigsten die Notverordnung einer provisorisch amtierenden Regierung, deren verfassungsrechtliche Grundlage auf das entschiedenste bestritten wird und deren höchsteigener Chef nicht einmal Briefbogen mit der Firma des preußischen Ministerpräsidenten(nach eigenem Eingeständnis!) benutzen darf._ Die Partei der Reichen. Oer Siimmschein bringt es an den Tag. Es ist längst bekannt, daß es die w o h l h a b e n d st e n Kreise des deutschen Volkes sind, die sich in der H a k e n t r e u z p a r t e i ein Stelldichein geben und infolgedessen auch ihren politischen Kurs bestimmen Aber es ist gut, wenn man die Richtigkeit dieser Be- hauptung einmal schlüssig und unwiderleglich beweisen kann. Das ermöglicht eine Feststellung über die Abstimmung der K u r g ä st e in dem württembergischen Höhenluftkurort Freuden st adt, der zu den teuer st en Kurplätzen im Schwarzwald gehört. Es sind dort wohl auch einige Erholungsheim« mit gemeinnützigen oder konsessionellem Charakter, in denen auch minderbemittelte Volkskreise unterkommen können, aber es überwiegen bei weitem die sogenannten erstklassigen Hotels und Pensionen. In Freudenstadt hatte man nun bei der Reichstagswahl den K u r g ä st e n, die mit Stimmscheinen abzustimmen hatten, ein besonderes Ab- st i m m u n g s l o k a l in der Schickhornstroße zur Verfügung gestellt, deren Einzelergebnis jetzt bekannt geworden ist. Es erhielten dort: Ralionalsoziallsten........ 412— 27,8 Proz. Zentrum............ 326— 21,9„ Deutschnationale......... 322— 21,9, Sozialdemotraten........ 158— 11,1. S'aaispartei.......... 92= 5,7, Deutsche Volkspartei....... 80= 5,6, Christlicher Volksdienst...... 59— 5,2 Kommunisten.......... 18— 1, Deutlicher kann kaum mehr erwiesen werden, daß die Bezeich- nung der Hakenkreuzler als einer„sozialistischen" und als einer „Arbeiterpartei der ordinär st e Betrug ist, aus den allerdings leider auch zahlreiche Angehörige der sozial bedrängten Volks- schichten hereingefallen sind._ Aufbauwille. Sie drucken ihre Unfallmarken selbst. vNen, 13. August.(Eigenbericht.) Am Sonnabendabend wurde in Wien der 53jährige deutsch« Staatsangehörige Michael Karl verhaftet. Karl hatte hier in einer Druckerei reichsdeutsche staatliche Unfallversicherungs- marken im Werte von 1 Million Mark fälschen lassen. In seiner Wohnung wurde eine ungeheure Zahl von Mitgliedskarten, der Hitler-Partei gefunden. Er hatte in Wien angegeben, daß er be- austragt sei, seine Parteigenossen gegen Unfälle im politischen Kamps zu oersichern und daß er dazu die Marken benötige. Zwei Komplizen des Markcnfälschers. der 27jährige Kaufmann Max T h u r n c r und der Kaufmann Otto Wiener wurden auf Ersuchen der Wiener Polizei in Augsburg verhastet. Durch diese Fälschungen wurde dem deutschen Reich ein Schaden von etwa 1 Million Mark zugesügt. Aussprüche der Woche. General S a n j u r j o, Führer des spanischen puk- sches, wird als Gefangener abgesührl. Ludendorsf meinte hierzu:..Das kommt mir spanisch vor." Der Kuhhandel um die Regierung nahm flotten Fortgang. „Und die hatten nun heilig versprochen, sie würden mich in Ruh lassen", stöhnte die arme Kuh. /UlkOinst MinistCP-l " Jt< /'/> // 0 Der SA.-Rlann, der die zehnte Rombe gegen einen Konsumoereinsladen schleuderte, fragte:„Wann werde ich nun endlich als Hilfspolizist eingestellt?" LCo Der Knabe Adolf stand einst an einem Automaten. Er hatte die Qual der Wahl.„Wo muß ich einwerfen? Wann wird der Groschen fallen?" Oer Krieg um den Butterzoll. Roch keine Hoffnung auf vernünftige Handelspolitik. wenn man in Deutschland um vernünftige Handelspolitik, die wirklich lebensnotwendlg ist, ebenso bemüht wäre wie um die Hebung der Sittlichkeit, deren Lebensnotwendigkeit bezweifelt werden darf, dann wären wir besser daran. Aber die Frage des Dutterzolls zeigt immer deutlicher, daß die Vernunft in der Handelspolitik noch immer einen sehr schlechten Kurs hat. Jetzt kommt aus Dänemark die Meidung, daß England vom 24. September bis 9. Oktober die größte Jndustrieaus- stellung in Kopenhagen veranstalten wird, die England jemals außerhalb des eigenen Landes veranstaltet hat. Eroßbesuche der englischen Kriegsflotte werden Dänemark in Stimmung verletzen, und der Prinz of Wales wird Dänemark besuchen. Und das Ganze geschieht zu dem einzigen Zweck, den deutschen Industrie- import nach Dänemark von Deutschland weg noch England zu leiten. Dabei hat die deutsch-dänische Wirtschaftsvereinigung vor wenigen Iahren in einer Eingabe an die Reichsregierung festgestellt, daß seit dem Inkrafttreten des neuen deutschen B u t t e r z 0 l l s, daß in den ersten sechs Monaten des Jahres 1932 die deutsche Einfuhr nach Dänemark um 33� Proz. gef unken ist, während der Gcsamtrückgang der dänischen Einfuhr nur YlVi Proz. betrug. Auf der anderen Seite konnte England in der gleichen Zeit seine bisherige Einfuhr nicht nur aufrechterhalten, sondern noch um 121- Proz. erhöhen. Im Juni betrug die deutsche Ausfuhr nach Dänemark sogar nur noch 37 Proz. der Iuniausfuhr des vorigen Jahres. Hinsichtlich Dänemarks hat die deutsche Butterzollpolitik, die auf dem wahnwitzigen Autarkiegedanken beruht, die deutsche In- dustrieausfuhr nach Dänemark also so gut wie schon ver- n i ch t e t. Aber die Regierung der Barone, die den Junkern zu dienen hat und im übrigen der Hebung der Sittlichkeit, hat leinen Anlaß, daraus zu lernen. Die für die Buttersrage entscheidenden Ver- Handlungen mit Holland sind noch um keinen Schritt weiter gekommen. Man muß aus dem hollän- difchen„Maßbode" erfahren, was Deutschland den Holländern an- geboten hat, die deutsche Oeffentlichkeit braucht ja nicht informiert zu werden. Danach soll das Entgegenkommen gegenüber Holland— was Holland grundsätzlich recht wäre— fn einer proportionalen Verteilung der Buttereinfuhr auf alle an der Einsuhr betei- ligten Länder bestehen: aber einmal soll statt des jetzt fünffach— von 50 bis 176 Mark— abgestuften Zolles ein Einheitszoll- f a tz von 100 Mark treten, und zum andern soll die gesamte Butter- einfuhr auf 50000 Tonnen jährlich beschränkt werden. In beiden Fällen kann sich Holland leicht ausrechnen, daß es gegen- über der bisherigen Lage, das heißt gegenüber den Absatzmöglich- leiten selbst im ersten Halbjahr 1932, kaum Vorteile erlangen kann. Denn die gesamte deutsche Buttereinfuhr lag 1931 noch bei 100000 Tonnen und der Durchschnittszoll, der auch nach der Zollerhöhung galt, lag bei 60 Mark. Man braucht sich deshalb auch nicht zu wundern, daß die deutsche Delegation, die nach Abbruch der Berliner Ber- Handlungen nach Holland zu neuen Verhandlungen gefahren war. ergebnislos nach Berlin zurückkehren mußte. Es heißt, daß die holländischen Vertreter jetzt neue deutsche Vorschläge prüfen und daß die Verhandlungen noch nicht abgebrochen sind. Aber es ist kaum zu erwarten, daß die Prüfung zu einem positiven Ergebnis führen wird. INit Dänemark werden auch Verhandlungen geführk. Der deutsche Export nach Dänemark ist schon zum größten Teil dahin. Mit Holland scheint man so zu verfahren— obwohl Holland der größte Zndustriewarenköuser Deutschlands ist—, daß Holland Dänemark folgen wird. Die Hebung der Sittlichkeit bei anderen mag für Leute, die gut zu essen haben, ein schönes Ding sein. Aber die vielen Tausende Arbeitslose, die man mit dem Wahnsinn der jetzigen Handelspolitik schon wieder erzeugt hat, können sich davon kein vrot kaufen, daß die Nacktkultur verboten und die Badestellen kontrolliert werden. Die„grundsätzliche neue Slaatssührung" Deutschlands bewegt sich auf verdammt gefährlichen Wegen. Siauning in Deutschland. Eine Studienreise. Unser alter Freund S t a u n i n g, der Führer der dänischen Sozialdemokratie und seit Iahren Ministerpräsident, hat eine Studienreise nach Deutschland angetreten, das er einige Jahre nur auf der Durchreise nach Genf gesehen hat. Unbekannt ist unser Land ihm natürlich nicht. Stauning war schon vor dem Kriege auf mehreren unserer Parteitage Vertreter unserer dänischen Bruder- parte!. Der jetzige Zustand unseres Landes mag ihm allerdings persönliche Beobachtung und Erkundigung nahelegen. Genosse Stauning ist bereits in Hamburg und dürfte in den nächsten Tagen unser lieber Gast in Berlin sein. Sabotage des Minderheitenrechts. Oie Schuld des Dötterbundes. London, 13. August. Auf dem Kongreß der Vereinigung für internationales Recht (International Law Association) zu Oxford vom 8. bis 12. d. M. wurde auch eingehend über Minderheitsrecht undVölker- bund verhandelt. Der Bericht darüber geißelt scharf die zur Gewohnheit gewordene Verschleppung von Minderheitenbeschwerden und das Bemühen des Völkerbundssekretariats, die Minderheiten- fragen zu verbergen Das Völkerbundsfekretariat hält es nicht für nötig, den Antragstellern bei Nichtweitergabe einer Beschwerde die Gründe mitzuteilen! Im Falle von Formfehlern bei der Einreichung von Anträgen unternimmt das Völkerbundssekretariat nicht», um den Antragstellern gut zu raten, sondern läßt solche Beschwerden einfach unter den Tisch fallen! Seit dem letzten Kongreß der Vereinigung für internationales Recht vor zwei Iahren ist g a r nichts zur Besserung geschehen. Der gegenwärtige Zustand ist nicht nur äußerst beklagenswert, sondern auch sehr gefährlich. Der Völkerbund hol seine Pslichl nicht erfüllt. Gegen den Bericht erhob sich n u r eine Stimme— die des Franzosen G 0 v a r e, der dem Bericht politische Tendenzen vor- warf. Er wurde von dem englischen Rechtssachverständigen Roland Vaughan Williams widerlegt, der die Bedeutung der Gerechtigkeit gegenüber den Minderheiten für den Weltfrieden hervorhob. Heil Oanzig! Rumänisches von der Mottlau. Die Freistadt Danzig hat schon vor oem Deutschen Reich und Preußen eine Regierung bekommen, die sich auf die Deutschbewuß- ten, Positio-Christlichen stützt und sich mit den Aufbauwilli- gen gegenseitig toleriert. Ueber eine danach wohl vorbildliche Neuerung in der schönen alten Freistadt berichten zwar nicht die Werbedrucksachen für Hansafahrten noch Danzig, aber folgende offizielle War- schauer Meldung: Wegen eines Zwischenfalls, in vesfen Verlauf drei Juden, unter ihnen zwei polnische Staatsbürger, in Danzig von Hitler- Leuten geprügelt wurden, hat der polnische Generalkom- missär beim Danziger Senat«inen Schritt unternommen. In diesem Zusammenhang weisen die Blätter darauf hin, daß dieser Zwischenfall bereits der sechste während der letzten Wochen sei. In Danzig ist man sehr gegen Polen— aber rumänische Z u st ä n d e scheint der jetzige Kurs in der Freistadt nicht ohne Erfolg anzustreben. Hell! Aus der Partei. Eine Botschaft aus Skandinavien. Beim Parteivorstand ist folgendes Telegramm aus Kopen- Hagen eingetroffen: „Das nordische Zusammenarbeitskomitee, das die Sozialdemo- kratifchen Parteien und die gewerkschaftlichen Landesorganisationen Dänemarks, Schwedens und Finnlands oertritt, sendet den deutschen Genossen brüderliche Grüße. In Eurem schweren Kanipfe gegen den Faschismus kämpft Ihr für den Frie- den und die Demokratie der ganzen Welt und wir wünschen Euch im Namen der nordischen Arbeiterklasse Glück uno Sieg in Eurem tapferen Kamps. Im Austrage des Komitees: Aising Andersen." parteinachrichtenFMHfür Groß-Berlin «i.»«.>.<»«>>»» H-» ft«, an da»®cjitf6(eft«annt " 2. Hof. 2 Trepven rechts, zu richten Ctmendungen für diese Rubrik find W« r l t n 2W 68. Lindenstraße 3. 1- 5. 14. 20. 14. Beginn aller Veranstaltungen Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! 3. Kreis. Die Karten zum Freidenker-Treffen sind sofort in der Spedition Utrechter Straße abzurechnen. 4., 18. und 19. Kreis. Die Parteimitglieder beteiligen sich beute 1k Uhr resi. los an dem„Sommerfest aus Anlaß des Verfassungstages" im Konzerthaus Pankow, Breite Straße 34. 92. und 95. Abt. 27. Freidenkerqruppe. Karten zum ssreidenker-Treffen sind bei allen Funktionären und bei Simon, Berthelsdorfer Straße 9, noch zu haben. 117. Abt. Fahnen, die bis Montag abends nicht bei Klose abgegeben sind, gelten als gekauft. ZNonkag, 15. August. 3. Abt. Die Parteimitglieder treffen sich uiinktlich Ig Uhr vor ihren Zahl. abcndlotalcn. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. 25. Abt. 18'/i Uhr Vorstand ssißung, 20 Uhr ssunktionärversammlung an be- kannter Stelle. 34. Abt. ssunktionärversammlung an bekannter Stelle. 52. Abt. 18 Uhr ssunktionärsißung bei Marsand. Dienstag. 1ö. August. Nrei». Dampferfahrt der erwerbslose» Parteimitglieder nach Ziegenhals. Abfahrt 7W Uhr von der Michaelkirchbrllcke. Teilnahme nur unter Vor» zcigung des Seimauswcifes. «reis Arbeiterwohlfahrt. 15 Uhr im Seim Tilsiter Straße 4/5 Zusammen» kunft erwerbsloser Parteimitglieder. Sozialversicherung— Notverordnung. Referent Genosse Zisia. firei». Kreisfunktionarversammlung im Lokal Bergschloßhöhe, Karlsgarten. ftraße. Referent Friedrich Stampfer, M. d. R. Kreis— Kleingärtner. 20 Uhr im Volkshaus. Scharnwebcrstraße 114, Rcinickendorf-West, Versammlung aller Kleingärtner. Abt. Bei Laurihen. Putbusscr Straße II. Zusammenkunft jüngerer Partei» Mitglieder. Referent Z. P. Mayer. Jeder bringt den„Vorwärts" vom gleichen Tage mit. Mittwoch, 17. August. 0. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder fällt aus. 12. Abt. In den Arminiushallen, Bremer Straße 72/73. Mitgliederversamm» lung. Räch der Wahl. Referent Dr. Walter Groß. 23. Abt. Bei Grunewald. Kameruner Straße. Zusammenkunft jüngerer Partei» Mitglieder. Internationale Arbeiterbewegung. Referent Dr. Gerhard Kreyssig. 31. Abt. Bei Weiß, Bornholmer Straße 1, Zusammenkunft jüngerer Partei- Mitglieder. Unsere nächsten Aufgaben. Referent wird in der Veranstaltung bekanntgegeben. 40. Abt. Im Jugendheim Lindenstr. 4 Mitgliederversammlung der schwer» hörigen Parteimitglieder. Nach der Wahl. Referent Sans Marx. 52. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Marsand,„Heidckrug". Nach der Wahl. Referent Erich Wendirke. 55. Abt. 8. Gruppe: 20 Uhr Zahlabend bei Schuß, Wallstr. 90. Politische Lage nach der Wahl. Referent Göttlich Reese. 55. Abt. 20 Uhr Funktionärssßung bei Liersch, Kantstr. 52. 51. Abt. 20 Uhr- Zahlabende: 17. und 18. Bez. bei Brammer, Ialkenhagener Straße 25: 10. und 20. Bez. bei Makeprange, Ncumeisterstr. 5: 21. Bez. bei Staats. Streit» Ecke Württembergstraße: 22. und 23. Bez. im Morißeck, Streitstr. 35. Referenten: Dr. Sans Cohn, Sans Bauer, Dr, Eberlein, sselir stligg. 82. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Cchellhasc, Ahornstr. 15a. Referent wird in der Versammlung bekanntgegeben. Die Folgen der Wahl. 03. Abt. Mitgliederversammlung in Wolsfs Gesellschaftshaus, Wipper» Ecke Kirchhofftraße. Nach der Wahl. Referent Dr. Otto Friedländer. 05. Abt. Mitgliederversammlung in den BUrgcrsälcn, Bergstr. 147. Unser Kampf nach der Wahl. Referent Bernhard Göring. 07. Abt. Mitgliederversammlung in Meifels Festfälen. Ionasstr. 23. Unser Kampf nach der Wahl. Referent Mar Seydcmann, M. d. L. 08. Abt. Mitgliederversammlung in der Schule Mariendorfer Weg. Räch der Wahl. Referent Bruno Lösche. 101. Abt. 3. Bezirk Zahlabend bei Manz, Kiefholzstr. 21. Räch der Wahl. Referent Arthur Börner. 105. Abt. Unsere Mitgliederversammlung findet diesmal im Logenhaus Fricdrichstraße statt. Zlach der Wahl. Referent Willi Möbus. 122. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Porath Marzahner Str. 31. Der Ausgang der Wahlen— was nunk Referent Alfred Markwiß. 137. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Secse. Berliner Str. 73. Nach der Wahl. Referent Georg Klaußner. M. d. L. Donnerstag. IS. August. 3. Kreis. 16 Uhr Zusammenkunft.erwerbsloser Parteimitglieder an bekannter Stelle. Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaft und Politik. Referent Bruno Maionnek. Gesangsvorträge des Genossen Klewiß. 11. Kreis. 16 Uhr bei Will, Martin'Lutber-Straße 69, Zusammenkunft samt- licher erwerbsloser Genossen, Reichsbannerkameraden. Sportler und der SA�. Eintritt nur gegen Ausweis. 12. Kreis. 15'/- Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder in der Schule Etegliß, Friesenstraße. Politische Lage nach der Wahl. Referent Paul Bernstein. 18. Kreis. 15 Ubr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im neuen Sportheim aus dem Rennb.�hngclände Rennbahnstraße. Nationale und internationale Gewerkschaftsbewegung. Referent Max Gillmeister. 37. Abt. Alle Funktionäre bei Raschke. Matternstr. 14. Partei, und Gewerk- smaftsbuch und leßte„Vorwärts"-Quittung vorlegen. 45. Abt. Bei Thielert, Liegnißer Straße 19. Zusammenkunft iüngerer Partei- Mitglieder. Umbau der Wirtsäiaft. Referent Dr. Hans Cohn. Voranzeige. 20. Kreis. Kreissommerfest am 21. August im Seepovillon Tegel. Großes Eartenkonzert— Kasfeckochen— Tanz— BUHncnvorfllhrungen. Es wirken mit: ArbeUerfönger. Wnssersportler. Freie öoortoereinigung Tegel e. B., Sozialistische Svicltruvpe„Galgenvögel", SAI.. Kinderfreunde. Berliner Munkvcreinigung. Der erzielte Uebcnchuß soll unseren Erwerbslosen zu- gute kommen. Beginn 15 Uhr. Eintritt 30 Pf., Erwerbslose 15 Pf., Tanz 30 Pf. Der Umzug durch Tegel darf nicht stattfinden. Arauenveranstaltungen. 5. Kreis. Dienstag, 16. August, Funktionärinnensißung bei Neisch, Kadiner Straße 10. 7. Kreis. Montag, 15. August, 19 Uhr. ssunktionärinnensitzung. 20 Uhr Fortführung des Diskussionsabends im Jugendheim Rosinenstraße 4. Ruß- land und wir. Referent Dr. Otto München 15. Kreis. Die Funktionärinnensitzung muß umständehalber vom 16. auf den 23. August verschoben werden. 20. Kreis. Montag. 15. August, 20 Uhr, Funttionärinnensttzung im Jugend- heim Tegel, Schönebcrger Straße 3. 9. Äbt. Donnerstag. 18. August, 19�, Uhr, bei Hufenbach, Perleberger Ecke Lehrter Straße. Was bringt der„Wohlfahrtsstaat" den Frauen? Referent Dr. M. Schümann. 23. Abt. Montag, 15. August, 19� Uhr, bei Heintze, Barfus- Ecke Glasgower Straße. Wie diskutiere ich mit politischen Gegnern? Referent Paul Bernstein. 31. Abt. Montag, 15. August, bei Goldschmidt, Stolpische Straße 36. Kirche und Politik. Referentin Susanne Räder-Großmann. 39. Abt. Dienstag, 16. August, Badefahrt nach Pichelswerder. Treffpunkt zwischen 13'/« und 14 Uhr Ausgang des U-Bahnhofes Reichskanzlerplatz. Kaffeekochen bei Freund bis 16'/- Uhr. 77. Abt. Mittwoch, 17. August, 20 Uhr, bei Jürgens, Barbarossastraße 5a. Die Partei vor neuen Aufgaben. Referentin Martha Lehmann. 79. Abt. Dienstag, 16. August, Ausflug nach Zehlendorf-West, Restaurant Wolfsschlucht. Dortselbst Kaffeekochen. Gäste und Genossinnen anderer Ab- teilungen können daran teilnehmen. Treffpunkt pünktlich 14 Uhr Bahn- Hof Großgörschenstraße. 81. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Dafür am Mittwoch, 17. August, Aus- flug nach dem Gruncwald-Lokal„»Zur Wolfsschlucht". Dortselbst Kaffee- rochon. Trcffvunkt 14 Uhr Kaiserallee Ecke Rönnebergstraße. Genossen und Gäste willkommen. 92. Abt. Mittwoch, 17. August, 14 Uhr, Gratis-Kaffeetrinken auf dem Sport- platz in der Sonnenallee. Für erwerbslose Genossinnen auch Kuchen frei. Wir bitten herzlich darum, daß alle Frauen unserer erwerbslosen Ge- nassen erscheinen. III. Abt Frauenabend am 17. August fällt aus. Dafür am gleichen Tage Kaffeekochen im Bootshaus des Reichsbanners in Köpenick, Wendenschloß. straße 122. Treffpunkt 14 Uhr in Grünau an der städtischen Fähre zur Uebersetzfahrt nach Wendcnschloß. 122a Abt. Dienstag, 16. August, 20 Uhr, bei Kindscher, Küpenicker Str. 163/167. Diktatur oder Demokratie. Referent Hans Marx. 128./129. Abt. Dienstag, 16. August, 19'/« Ubr, bei Willner, Pankow, Berliner Straße. Vom Volkslied zum Chanson. Referent Dr. Wolfgang Herbert. 135. Abt. Montag, 15. August, 20 Uhr, an bekannter Stelle. Ernstes und Heiteres. Vortragende Elfriede Wollmann. 136. Abt. Dienstag. 16. August, Kaffeekochen im Reichsbannerbootshaus Tegel. Treffpunkt 14 Uhr Baracke Lindauer Straße.— Donnerstag, 18. August, 20 Uhr, Lindauer Straße. Nach der Wahl. Referent Hans Marx. Bezirksausschuh für Sozialistische Bildungsarbeit. Ferienkursus der Arbciter-Bildungsschule: In der Woche vom.5. bis 10. Sep- tember findet der Ferienkursus in der Bundesschule des ADGB. in Bernau statt. Lehrer ist der Genosse Dr. Bienstock mit dem Thema„Autarkie— Staatskapitalismus— Planwirtschaft". Die Kosten betragen für Quartier, Ver- pflegung, Hörgeld und Fahrgeld 30 M. Erwerbslosen Parteigenossen wird das Hörgeld von 5 M. erlassen Anmeldungen an das Büro der Arbeiter-Bildungs- schule. Lindenstr. 3. 2. Hof, 3 Tr., Zimmer 9. Der Kursus kann nur stattfinden, wenn genügende Beteiligung vorhanden ist. Wir bitten daher, die Anmeldun- gen sofort einzusenden. Freiheits-Schallplatten.„Marsch der Eisernen Front", gesungen von Mit- gliedern des Berliner Schubert-Chors mit Orchester.„Die Internationale", Blasorchester, und„Brüder zur Sonne", gesungen von den Mitgliedern des Berliner Schubert-Chors. Diese Platte kostet 1,50 M. und ist im Büro des Bildungsausschusses, Lindenstr. 3. 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 9, zu haben. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrk. 0. Kreis Kreuzberg. Dienstag, 15. August, 101» Uhr, bei Krüger, Grimm» straße 1, erweiterte Kreisvorstandssttzung. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreur.de Groh-Berlin. Kreinberg: Kreishelfrrsitzung Dienstag, 16. August, 20 Uhr pünkt- tegp lich, im Iugendbeim Porckstr. 11. Die Kassierer treffen sich bereits um 18'«. Ubr mit der Kreiskassiererin daselbst.— Baden für Jung- und Rote Falken jeden Dienstag um 17 Uhr in der Baerwaldstr. 64. Badezeug und 15 Pf. mitbringen.— Abt. Vorwärts: Elternabend MW» 0 morgen, Montag, 20 Uhr, im Heim Manteuffelstr. 7. Aussprache über unsere Sommerlager.— Abt. Reichenberger Viertel: Unsere Gruppenabende finden wie folgt statt: Montags 16—18 Ubr Iungfalken, Mitt- wochs 16— 18 Uhr Ncstfalken, Donnerstags 17%-— 19� Uhr Rote Falken. Außer- dem tagen jeden Dienstag die Musiker 18— 19 Uhr. Freitags trifft sich die Gesamtgruppe um 16 Uhr an der Falkenecke zum Spielen in Treptow. Neukölln: Falkenrat. Die Falkenobleute aller Gruppen tagen morgen, Montag, um 17� Ubr, in der Baracke Ganghoferstraße.— Helferkreis: Wir er- warten zu unserer Helferversammlung morgen, Montag, um 20 Uhr, in der Baracke die Helfer aller Gruppen.— NF.-Helfer: Besprechung am Montag um 18 Uhr in der Baracke. Am Dienstag sind die Gruppen um 17 Uhr auf den Sportplätzen im Syortpark und Sonnenallee. Treptow. Lauro de Bosis: Die Nachuntersuchung der Zeltlagerteilnehmer findet am Donnerstag, 18. August, statt. Treffpunkt 7�. Uhr vor der Schule Wildenbruchstraße. Hohenschönhausen: Unsere Gruppenabende finden jetzt Montags und Donnerstags wieder regelmäßig statt. Montag sind wir von 17— 19 Uhr in der Schnlbaracke Dingelstädter Straße. Eterbeiafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 32. Abt. Am 10. August verstarb unser Genosse Otto Daul, Markus- straße 19. Einäscherung Montag, 15. August. 15'/� Uhr, im Krematorium Baum- schulenweg. Ehre seinem Andenken! Um rege Beteiligung wird gebeten. 70. Abt. Am Freitag verstarb unsere Genossin Clara S ch a t n h o r st, geborene Busch, im Alter von 55 Iahren. Seit 14 Iahren gehörte sie der Partei und der Abteilung an. Wir ehren ihr Andenken! Die Einäscherung finde: am Montag, um 13 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. SozialistisSeArbeiterjUZendGroß-Berlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugcnds>'kretariat Berlin SW 68 Lindenstraße 2» vorn 1 Treppe reckt«. heute, Sonntag. Nordoste» I; 18 Uhr Dunziger Str. 52, B. 3— Schönhauser Vorstadt: 19 Uhr Echönfließer Str. 7.. �. Wcrbeöezirk Wedding: Bei schlechtem Wetter Heimabend Turrner Ecke Seestraßc.. � Werbebezirk Tempelhof: Beteiligung am Sommcrfest der Partei anlaßlich des Verfaffungstages in Marienfelde. Beginn 15 Uhr. Handballer: 14 �Uhr Sportplatz.— Morgen übt um 29 Uhr die Syieltruppe im Heim Tempelhof. Werbebezirk Neukölln:„Der Querschnitt" probt 13 j Uhr Bergstr. 29. Morgen, Sonntag, 20 Uhr. Gewerkschaftshaus: Köpenickev Str. 92:„Praktische Rechtsfragen".— Hansa: Bochumer Str. 8d:„Religion und Sozialismus".— Moabit l: Waldenser Str. 30: Iüngeren-Abend.— Moabit II: Bremer Str. 70: Leseabend.— Sportpalast: Genthiner Str. 17:„Junge und Mädel in der SAI.- Freikörperkultur".— Arnsweldcr Platz II: Schönlanker Str. 11, B. 6: Bunter Abend.— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20:„Goldgräber in Mexiko".— Falkplatz 1k: Sonnenburger Str. 20:„Sexuelle Fragen", II.— Humannplatz: Gleimstr. 33—35; Politisch-satirischer Abend.— Nordosten II: Danziger Str. 62, B. 3:„Tagespolitik".— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Str. 20: Mit- gliederversammlung.— Andreasplatz RF.: Brommystr. 1: Politisch-satirischer Abend.— Friedrichshain: Diestelmeyerftr. 5— 6:„Bursche und Mädel in der SAI."— Warschauer Viertel: Sportplau Friedrichshain.— Hallcsches Tor: Jorckstr. 11: Liederabend.— Lui'custadt: Waisertorstr. 4: Frageabend.— Ehar- lottenburg-Süd: Spreestraße: Arbeitsgemeinschaft.— Baumschulenweg: Spielen in der Königsheide.— Pankow RF.: Kissingcnstr. 48:„Sexuelle Fragen". Werbebezirk Kreuzbcrg: BSV.-Sitzung 19�, Uhr Wassertorstr. 4. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". G e j ch s n s st e 1 1 e: Berlin<5. 14, Sedastianftr 37—38 So' 2 Tr Tiergarten: Montag, 15. August, 1. Kameradschaft, 20 Uhr, Mi!» gliederversammlung bei Schmidt, Wiclefstr. 15—17. Referent Jockel Meier. 2. Kgincradschaft: 2vu. Uhr Mitgliederversammlung bei Röstel, Putliß. ftraße 10. Mitgliedsbuchkontrolle. Erscheinen Pflicht.— Prenzlauer Berg: Alle Sportler treffen sich Montags um 20 Uhr in der Turnhalle. Dienstags, Donnerstags um 18 Uhr und Sonnabends um 15 Uhr aui dem Sportplatz. Alles muß zur Stelle fei». Dienstag, 15. August, Kameradschaftsversammlungen in den bekannten Lokalen.— Friedrichshain: Dienstag, 16. August, Kamerad» schaft Stralau, Kamcradschaftsversammlung bei Wertalla, Hodenlohestraßc. Referat. Mittwoch, 17. August, Vortrupp: 10A. Uhr Jugendheim Ebertvstr. 12. — Schönebcrg.Fricdenau. Kameradschaft Nollendors: Dienstag, 15. August, 2014 Uhr, Kameradschaftsversammlung bei Kaulitz, Kyffhäuserstr. 8, Ecke Frankcnstraße. Referent und Thema werden in der Versammlung bekannt. gegeben.— Steglitz(Ortsvercin für Steglitz, Lichtcriclde und Lankwitz): Sonn» tag, 14. August,«ommerfest ab 15 Uhr in den Lichterfelder Festfälen, Lichter. fclde, Zehlendorfer Str. 5. Eintrittspreis 50 Pf.. Erwerbslose 20 Pf.— Bohnsdors.Grünau nehmen. Jubiläum einer Hose. Es ist nun klar wie nur irgend etwas, daß von 12 M. Unter- stützung kein Mensch 55 M. Monatsmiete zahlen kann, denn vier- mal 12 find erst 48, dann sehlten immer noch 7 M., ohne daß eine Krume Brot auf den Tisch gekommen wäre. Also wurde ein Zimmer vermietet, das brachte 39 M. Dann mußten von den 59 M. Unterstützung im Monat noch 25 M. zur Miete zugepackt werden, so daß für die Familie täglich 8 Groschen für Essen, Trinken, Waschen, Kleiden usw. übrig blieben. Not kennt kein Gebot. Eines Tages fanden sich sieben Leidensgenossen zusammen und beschlossen, jetzt einfach betteln zu gehen. Man muß sich das einmal vor- stellen: Berliner Metallarbeiter, die gewiß ihren Stolz haben, die gehen plötzlich betteln. Dann muß ihnen schon das Wasser über den Hals stehen. So zogen sie denn nach Lübars, Hermsdorf, Glienicke, Blankenfelde. Schönfließ, Schönerlinde, und abends teilten sie redlich, was sie an Kartoffeln, Mehl, Zucker zu- sammengefochten hatten: einmal hatte ein Bauer den armen Teufeln sogar eine Wurst gegeben. Aber der Anzug war inzwischen 7 Jahre alt geworden. 1925 wurde er gekauft. Zwei Jahre wurde er richtig getragen, und es wäre auch ein neuer Anzug gekauft worden, wenn 1927 nicht bei den Berlin-Karlsruhern schon die Kurzarbeit losgegangen wäre. Obendrein kam noch ein Lohnabbau von 12 Pf. pro Stunde, und da war vorläufig nicht zu denken ans Anzugkaufen. Nach 1929 erst recht nicht, und es ist eigentlich ein Wunder, daß die Hose ihre 7 Jahre ausgeholten hat. Was heutzutage an Hemden ver- kackft wird, hält auch keine 7 Jahre. So war es mit der Bettwäsche, so war es mit den Unterhosen, so war es mit allem, bis noch ein- mal.15 Wochen Notstandsarbeit, dazwischen kamen.mit 25 M. in der Woche Dann waren auch diese 15 Wochen vergangen, und nun mußte etwas geschehen, denn nach der Neueingruppierung wären vielleicht 19 oder 11 M. Wochenunterstützung für unseren Mann herausgekommen. Schwarzarbeit, ja oder nein? Landauf, landab wird die Nase gerümpft über das sogenannte Schwarzarbeiten. Es ist halb so schlimm, als es gemacht wird, be- sonders im Metallhandwerk. Mit der„Werkstatt im Rucksack" läßt sich nun einmal herzlich wenig anfangen: aus Schritt und Tritt ist eine Drehbank nötig, und die haben die Arbeitslosen ja nicht. Etwas anderes ist es schon beim Holz. Da hat jemand etwas Tischler- arbeit zu vergeben. Er könnte zum Handwerksmeister gehen, dann würde der Herr Meister kommen, inspizieren: hernach folgte ein älterer Lehrling, wenn es hoch kommt, ein Geselle, der die Arbeit ausführt. Dann kommt der Meister wieder, präsentiert die Rech- nung, und sein Unternehmerprofit ist dabei gesalzen und gepfeffert. So sagen sich die Leute:„Da drüben in Nr. 68 wohnt der Herr Müller. Der ist schon so lange arbeitslos, der kann uns doch das machen." Natürlich kann der Herr Müller das, er bekommt Geld für Material, 1,29 M. pro Stunde Lohn, und am Ende freut sich der Herr Müller und der Auftraggeber nicht minder, weil er viel Geld gespart hat. Zu einem großen Teil haben nämlich die Apothekenpreise der Handwerksmeister erst den Nährboden für die Schwarzarbeit abgegeben. Jener Arbeitslose, der ging nun hin und holte sich für 89 Pf. eine Fußballblase. Dann baute er sich aus starken Brettern eine Kiste, dazu ein paar Stückchen Leder von einer alten Akten- tasche, ein eiserner Bügel, ein Fahrradventil, eine Spindel, und so war der Apparat fertig zum Ausspannen von Schuhen, die nach dem Leimverfahren besohlt werden sollten. Ein Kilo Leim kostete 2,25 M., das reicht ziemlich lange, dazu das Leder, so daß bei jedem besohlten Paar Schuhe etwa 59 Pf. Verdienst herausspringen sollten. 59 Pf. sind für diese Menschen viel Geld: der Gegenwert für ein Roggenbrot. Eines Tages bekommt der Mann Arbeit. Ein Wasserwerk braucht einen Kieswäscher. Schon die Unterredung mit dem Direktor ist dramatisch. Ein eingefallener Mann betritt das Büro. Der Direktor:„Ja, aber das Kieskarren ist sehr schwer, sind Sie denn noch kräftig genug?"—„Jd) werde kräftig genug sein, ich muß es schaffen, schon um Frau und Kind willen."—„Nun gut." Am nächsten Tag geht die Frau zum Nachweis, ihren Mann ab- zumelden. Also es ist nichts verschwiegen und nichts hinzugesetzt: aber die Arbeitslosen bekamen die Maulsperre, daß da eine Frau kam, die ihren Mann abmeldete, weil er Arbeit bekommen hatte. Und zu Hause war das Ende weg. Zwei Tage und zwei Nächte lang hat der Mann nicht geschlafen vor Freude über die Arbeit. Zwei Nächte lang ist er aufgestanden und immer die Stube ab- gelaufen. Zwei Tage lang hat der Mann mit seiner Frau am Tisch gesessen und beratschlagt, ob man zuerst Hemden oder eine Hose kaufen soll, oder ob man zum Schlächter gehen soll, damit man sich wieder ein Kotelett braten kann. Die Verwandten, die selber alle arbeitslos sind, die kamen und beratschlagten und freuten sich mit. Einer von den weit über sechs Millionen Arbeitslosen hatte endlich Arbeit gefunden! Der erste Tag im Werk sei aber auch nicht verschwiegen. Der Mann geht an seinen Arbeitsplatz. Chorus der anderen:„Mensch, was willst du denn hier?" Es war beinahe so etwas wie Aufregung. Es hieß, da wäre ein Familienvater gekommen, und jetzt fliegen sicher die Unverheirateten aus die Straße. Also vorerst eisiges Schweigen um den Neuen. Knapp, daß ihm die anderen antworteten. Obwohl der Neue nun wußte, was er verdienen wird, etwa 59 M. im Lohnakkord, fragt er seine Kollegen, schon um ein Gespräch anzufangen: Was wird denn hier verdient?"— Antwort: „Das wirst du ja sehen!" Bums, aus. Es war da eine Stimmung, als wäre ein fremder Eindringling gekommen, der den Ein- geborenen die Arbeitsplätze wegnehmen will. Es scheint, daß alle Maßnahmen ergriffen werden müßten, um diese gefährliche Kluft zwischen den Arbeitslosen und den Arbeitenden zu überbrücken. Ordnung muß sein. Und der Bürokratismus darf nicht aussterben. Die Vergnügung? st euer und die Getränke st euer sind Steuern, die von den Zahlungsverpflichteten so ungern gezahlt werden wie jede andere Steuer. Die Stadt kann aber nicht darauf verzichten. So weit ist alles klar. Der, der zahlen muß, zahlt eben, so lange er zahlen kann, und wenn er nicht mehr kann, muß er den Laden zumachen. Man kann es der Stadt Berlin nicht verdenken, wenn sie daraus bedacht ist, daß Steuern, die nun mal gezahlt wer- den müssen, auch eingehen und daß sie weiter, wenn die Steuern nicht eingehen, sich um die Einziehung bemüht. Das ist nicht nur ihr Recht, das ist sogar ihre gesetzliche Pflicht. Sie kommt nicht darum herum. Auch so weit dürste alles klar und einwandfrei sein. Nun ist da in Berlin O. ein Gastwirt,«in ehrenhafter Mann und Staatsbürger, der seinen Pflichten durchaus nachgekom- men ist und nachkommt. Aber siehe da, eines Tages fliegt ihm von der Steuerkasse 5 V des Bezirksamtes Friedrichshain, Berlin NO. 43, Neue Königstraße 83,«ine Zahlungsaufforderung ins Haus, er möge innerhalb dreier Tage feine Steuerschuld bezahlen, sonst... zwangsweise Einziehung usw. Und nun die Steuerschuld? Sie be- trägt 1, sage und schreibe einen deutschen Reichspfennig Getränkesteuer, 19, sage und schreibe zehn deutsche Reichspsennige Vergnügungssteuer und eine Mark und achtunddreißig Pfennig Mahngebühren, zusammen 1,49 Mark. Fein, was? Wenn sich eine Behörde durchaus lächerlich machen will, kann man ihr das unmöglich verwehren, aber sollte es keine Be- stimmungen geben, die derartige dämliche Bagatellen einfach nieder- schlagen? Dann wende man sie bitte an, ehe man es riskiert, die Gewerbetreibenden durch solcke wie Schikanen aussehenden Büro- kratismen— ein Gebührenbetrag, der den Steuerbetrag um das Dreizehnfache übersteigt— noch mehr als bisher zu verärgern. Es fehlt nur noch, daß wegen dieses einen Pfennigs nicht gezahlter Steuer der Gerichtsvollzieher kommt und dem Gastwirt ein Büffet pfändet. ..vrleins.! Lustig Qualität" Daunendecke rein kunat- Ueberlaken 3-95 nur aus©igrcner Fabrik, aeidener Damast, Rückseite Daunen-Satin, Naht- dichtungr, diverse Farben 150X200 cm........ 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Mieienorderungen in worznurg. 6 Millionen Wohnunsen müssen gebaut werden. Dresden, 13. August. Die Reichsorganisation der Mieter, Bund Deutscher Mieteroereine e. O., Eitz Dresden, hält in diesen Tagen in Würz bürg den 2S. Deutschen Mietertag ab. Di« Tagung ist von den Landes-, Provinzial» und Gauoerbänden, sowie den Mieter- oereinen aus allen Teilen des Reiches stark beschickt. Als erster Redner in der öffentlichen Tagung am Freitag sprach Bundesoorsitzender Herrmann- Dresden zur wohnungspolitischen Lage. Der Redner betonte, daß seit dem Beginn der unhaltbaren Krise mit jedem Tage weite Schichten L«r deutschen Bevölkerung in die Gefahrenzone allzu hoher Mieten rückten. Die Gefahren be- drohten die Gesamtwirtschaft durch weiter« Drosselung des Der- brauchs: sie gefährdeten ganz besonders aber auch die Mass« der Mieter in ihrem Dasein. Die Senkung der AUmiekea und vor allem die Senkung der Neubaumieten sei völlig ungenügend. Für die Senkung des Zinsfußes fehlten durchgreifende Be- stimmungen. Der Vortragende ging dann auf die Stillegung des Wohnungsbaues ein und erklärte, von den 800 Mil- lionen Mark aus den Mitteln der Hauszinssteuer, die zum Bau noch bereitgestellt gewesen seien, seien weiter« 400 Millionen Mark zu anderen Zwecken abgezweigt. Aver auch dieser letzt« Rest sei durch die Notverordnung fast restlos aufgezehrt worden, so daß heut« für den Wohnungsbau fast nichts mehr zur Verfügung steh« und Hunderttausende Bauarbeiter in der Hauptbausaison aus der Straße lägen. Als ein Lichtblick der heutigen Trostlosigkeit müßte da» jetzt im Mittelpunkt der Erörterung stehend« Siedlung»- Problem gewertet werden. Es scheine, al» ob diese» Problem nun endlich gelöst werden sollte. Als zweiter Redner sprach Kreismedizinalrat Dr. Engel»- mann-Kiel über„Wohnungsbau, Siedlung und Ar- beitsbefchaffung vom volkswirtschaftlichen und bevölkerungs- politischen Standpunkt�, der u. a. ausführte: Wohnungsbau sei das beste Mittel für Arbeitsbeschaffung. Es müßten in den Jahren 1932 bis 1940»och jährlich 300 000, in dem Jahrzehnt 1940 bis 1950 noch ZSOOOO Wohnungen jährlich gebaut werden. Das wären bis 1SS0 rund 6 000 000 Wohnungen. Bevölkerungspolitisch sei Einstellung des Wohnungsbaues gleichbedeutend mit Geburtenbeschränkung und Ausbreitung der Infektion»- krankheiten des Kindesalters. Die Tuberkulose raffe au» den überfüllten Wohnungen der Massenquartiere noch jährlich SO 000 Menschen dahin. Ein soziales Wohnrecht müsse das Bau- Programm krönen. Baumeister S e i d l e r» Dresden sprach über„Neubau und Mietzinsbildung". Nach einem Rückblick aus die Zeit von 191S bis heut« wirft der Redner die Frag« auf, was für den Wohnungeneubau künftighin überhaupt noch zu erwarten sei und fährt u. a. fort, es sei freudig zu begrüßen, daß sich nach dem Krieg« die Erkenntnis durchgerungen Hab«, daß da» Wohnung», und Sledlungswesen ein« öffentliche Angelegenheit sei. Dies« Erkenntnis dürft« nicht wieder untergehen. Dafür hätten auch die Mleterorganisationen mit zu sorgen. Ein« Ausschaltung der Wohnungsfllrsorge aus dem Aufgabenkrei» der amllichen Stellen dürfe es nicht geben. W«nn irgend etwa» geeignet s«i. wieder Der« trauen im deutschen Volke hervorzurufen, die feelisch« Verfassung der notleidenden Volksgenossen zu bessern, die moralischen Kräfte der Nation zu stärken, dem Volke eine neu« Hoffnung zu geben, so wäre es«ine kühn« Tat auf dem Gebiet« de» Wohnungsbaues und der Siedlung. Tischlermeister Erasmus- Königsberg i. Pr. sprach über„Die Organisationen des gewerblichen Mittelstandes und der Mieter- schütz' und führte u. a. aus, daß durch das Fehlen ausreichenden Mieterschutzes besonders auch der gewerbliche Mittelstand schwer ge- schädigt worden sei. .Angst vor der Frau Der Ehemann fälscht eine Mietquittung. Die Angst vor der Ehefrau treibt die seltsamste Blüten. Der Ehemann, der außerhalb seines häuslichen Herdes nichts und nie- wanden fürchtet, der auch im Leben seinen Mann steht, bekommt zu Hause das Zittern, sobald die Ehefrau nur Anstalten macht, den Mund zu öffnen. Der Volksmund spricht deshalb von Pantoffel- Helden.. Der Ehemann, der sich neulich vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zu verantworten hatte, besaß sogar eine derartige Furcht vor seiner Frau, daß er selbst vor der Fälschung einer Miets- q u i t t u n g nicht zurückschreckte. Also mußte er sich wegen schwerer Urkundenfälschung und versuchten Betruges verantworten. Er hatte nämlich von dem Unterstützungsgeld, das er erhielt, 10 M. für seine „privaten' Zwecke oerbraucht. Wie nun das Unheil von sich abwenden? Er fälschte eine Mietsquittung in Höhe von 10 M., ver- sah sie mit der Unterschrift des Hauswirts und steckte sie ins Miets- buch. Als der Wirt die Miete einkassieren kam, hielt ihm die nichts ahnende Ehefrau die Mietsquittung vor die Nase.„Nanu", sagte der Hauswirt,„die ist ja gefälscht. Ich habe ja das Geld von Ihnen gar nicht erhalten.'„Gefälscht", schrie die Frau,„hat man so was gehört, ich verbitte mir das." Der Hauswirt ließ sich nichts verbitten und erstattete Straf- anzeige. Der Staatsanwalt erhob A n k l a g« wegen Urkunden- fälschung und Betruges; das Gericht eröffnete das Verfahren. Der Staatsanwalt bekam aber in der Verhandlung Bedenken: Der Ehe- mann hatte ja gar nicht die Absicht, von der Quittung Gebrauch zu machen, sie war sozusagen nur für den H a u s g e b r a u ch be- stimmt: es lag keine schwer« Urkundenfälschung vor. folglich könnte das Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt werden.. Er regte beim Gericht an, ob es seinerseits nicht in dieser Richtung ihm, den Staatsanwalt, eine Anregung geben würde. Worauf der Richter meinte:„Auch ich habe mir die Sache in rechtlicher Hinsicht über- legt." Der Kommentar schildert einen ganz ähnlichen Fall. Ein Student hat Schulden. Der Vater gibt ihm da» Geld, die Schulden zu begleichen. Der mißratene Sohn verbummelt es. Aus Angst vor den Eltern fälscht er eine Schneiderrechnung und hängt sie an den Weihnachtsbaum. Er wurde freigesprochen. Also müßte �euch dieser furchtsame Ehemann freigesprochen werden. Es wäre aber für ihn, der vor mehr als 14 Jahren wegen Betruges mehrfach be- straft worden ist. aus erziehlichen Gründen besser, das Verfahren wegen geringer Schuld und Geringfügigkeit des Objekts einzustellen, als ihn freizusprechen. Der Staatsanwalt stellte den Antrag aus§ ILA der Straf- Prozeßordnung, das Verfahren wurde eingestellt. Der Ehemann hätte aber eigentlich allen Grund, gegen diesen Gerichtsbeschluß Ein- spruch zu erheben. Ihn traf doch bestimmt gar keine Schuld, da er ja keine Absicht hatte, den Wirt zu betrügen: da» Verfahren gegen ihn wurde aber wegen geringer Schuld eingestellt. Die Rüdersdorser Vergkapelle im Zoo. Am nächsten Montag, IS. August, 16 Uhr, spielt nach längerer Pause die Rüdersdorfer Bergkapell« in ihrer Knappentrachl im Zoologischen Garten. Dirigent Hermann Pape. Rnut gamfun: ,» Mfetne iStfedniffe. (Schluß.) Als ich ihn aber fragte, was ihn eigentlich zu Anfang auf diese Dahn getrieben habe, antwortete er nicht— wie Betrunkene es in der Regel tun— mit einem langen und trübseligen Bericht, wie das Ganze sich zugetragen habe, son- dern nur mit den Worten: Die Berhältnisse. Wieso? fragte ich. Die Verhältnisse, wiederholte er. Und mehr wollte er nicht herausrücken. Ich sah ihn späterhin am Abend in einem Nebenzimmer der Kneipe, wo man mit Würfeln spielte. Evans hatte ver- loren. Er war ziemlich betrunken und machte sich nichts aus Geld. Als ich hereinkam, zeigte er mir noch einige Scheine und sagte: Ich habe noch Geld! Sieh nur! Einige rieten ihm, das Spiel zu beenden: einer sslner Landsleute, ein Jrländer namens O'Brien, meinte, er müsse seine Scheine für die Eisenbahnkarte gebrauchen. Das be» leidigt? Evans. Nein, Reisegeld mußt du mir leihen, sagte er. O'Brien schlug es ihm kurz ab und verließ das Zimmer. Das reizte Evans. Er setzte all sein Geld auf einmal ein und verlor. Er nahm es ruhig hin. Cr zündete eine Zigarre an und sagte lächelnd zu mir. Willst du mir Reisegeld leihen? Ich war ein wenig benebelt von dem letzten Gesöff von Wein, der in den Flaschen oben auf den Borden gestanden hatte, ich knöpfte meine Jacke auf und reichte Evans meine Geldtasche mit allem, was darin war. Ich tat es. um zu zeigen, wie bereitwillig ich ihm das Reisegeld lechen wollte, und überließ es ihm zu nehmen, was er gebrauchte. Er sah mich an und die Tasche. Eine sonderbare Bewegung zuckte über sein Gesicht, er öffnete die Tasche und sah, daß sie all mein Geld enthielt. Als er mir den Kopf wieder zuwandte, nickte ich nur. Dies Nicken mißverstand er. Er glaubte, daß ich ihm das Ganze überließe. Ich danke dir! sagte er. Und zu meinem großen Schrecken setzte er von meinem Geld ein und begann das Spiel von neuem. Zuerst wollte ich ihn zurückhallen, besann mich aber. Laß ihn erst sein Reisegeld verbrauchen wie er will, dachte ich bei mir. Wenn er aber eine anständige Summe verspielt hat, nehme ick den Rest zurück. Evans aber verlor nicht mehr. Er war wie mit einem Schlage wieder nüchtern geworden und spielte bestimmt und schnell. Das Vertrauen, das ihm in Gegenwart so vieler Kameraden erzeigt worden war, hatte ihn umgewandelt. Groß und schweigend saß er auf dem Whiskyanker, der ihm als Stuhl diente, und setzte ein und nahm seine Gewinne an sich. Verlor er einmal, so verdoppelte er das nächstemal den Einsatz: er verlor dreimal hintereinander und ver- doppelle jedesmal, schließlich gewann er das Ganze wieder. Da setzte er einen ganzen Fünf-Dollarschein auf und sagte, wenn er jetzt gewinne, wolle er aufhallen. Er verlor. Und er fuhr fort zu spielen. Nach Berlauf einer Stunde gab er mir meine Brief» tasche mit dem Geld darin zurück: er hatte im Laufe des Spiels genau Rechnung geführt. Er selber Halle jetzt wieder einen Haufen Scheine. Er spielte weiter. Da setzte er plötz? lich alles ein, was er befaß. Ein Murmeln der Zuschauer ging durch das Zimmer. Evans sagte: Mag ich nun verlieren oder gewinnen, aufhalten werde ich jetzt! Er gewann. Evans erhob sich. Habt die Güte, mich zu bezahlen! sagte er. Morgen, antwortete der Bankier, heute abend habe ich nicht so viel. Ich werde morgen schon einen Ausweg finden! Evans sagte: Gut, also morgen! Als wir hinausgehen wollten, kamen einige Männer schwerfällig trampelnd in das Zimmer. Sie wugen sine verstümmelle Leiche. Es war O'Brien. der Jrländer. der» selbe, der sich geweigert hellte. Evans das Reisegeld zu leihen. Er war eben von einem Weizenzug überfahren worden, beide Beine waren abgetrennt, das eine hoch oben an der Hüfte. Er war schon tot. Er war aus dem Zimmer hinausgegangen und in der Dunkecheit direkl unter die Eisenbahnräder getaumelt. Man legte die Leiche auf die Erde und deckte sie zu. Detmold. 13. August. Bei einer sportlichen Werbeveranstaltung kommu- nistischer Sportvereine in Lemgo ereignete sich am Sonnabendmittag ein schwere» Unglück. Während eines über der Gegend niedergehendes Gewitter schlug ein Blitz w ein« Gruppe von Fußballspielern ein und tötete zwei von ihnen, V o l k m a n n au» Lemgo und Schulze aus Kassel. Außerdem wurden sechs«eitere Fußballspieler schwer verletzt. Die neueste postzenfur. Skandalöse Auslegung einer postalischen Vestimcming. Ein langjähriger Berliner Parteigenosse schreibt seinev in Berlin NO. wohnenden Freund«in» Postkart« und zeichnet in den für Mitteilungen freien Raum der Porderseit« der Postkart» d i e bekannten drei Jreiheitspseile und darunter das Wort Freiheit. Di, Karte ist im Bereich de» Post- amte» Berlin N. 4 ausgegeben worden, wurde aber nicht an den Adressaten abgeliesert, sondern kam mit der Aufschrift „Unzulässig" an dem im Bereich de» Postamtes N. 113 wohnenden Absender zurück. Auf unsere Anfrage teilt uns die Direktion de» Postamts N. HZ folgendes mit: Die beiliegend« Postkarte ist auf Grund des§ 4 der Postordnung vom 30. Januar 1929, veröfftntHcht im Reichs- gefetzblall l Seit« 33, von der Beförderunq ausgelchloflen worden. Nach den Bestimmungen des§ 4 de? Postordnung sind u. a. auch folche Sendungen von der Postbeförderung ausgeschlossen, deren Außenseite oder sichtbarer Inhalt gegen da» öffentlich« Wohl vtrstäßt. Als gegen da» äffentliche Wohl versloßend müssen auch Sendungen angesehen werden, aus deren Außenfesten in hervor- tretender, leicht erkennbarer Weise Angaben von Partei- parolen usw. oder Abbildungen von Partei- o b z« i ch« n oder sonstigen Abbildungen politischer Art angebracht sind, durch die für oder gegen eine politische Partei Stimmung gemacht werden soll. Darum? fallen namentlich solche Abzeichen und Werbeparolen, die in der Oessent- lichkeit als politisch« Abzeichen usw. bekannt sind. Di« aus der Postkarte vorhandenen vre, Pfeil« sind in der Oesfentlichkeit allgemein als politisches bzw. Parteiabzeichen bekannt. Die Ausschließung der Postkarte von der Postbeförderung ist demnach berechtigt. gez.: Liebelt. Deutschland ist doch wohl noch eine Republik und die drei Pfeile mit dem Wort Freiheit bedeuten nichts geringeres als einen Kampsruf zum Schutz dieser Republik, deren Farben auch die deutsche Reichspost bei allen besonderen Anlässen flaggt. Es ist ein kaum noch zu überbietendes Stück reaktionärer Auslegungskünste, wenn man sich erdreistet, unsere Symbole als gegen das öffentlich« Wohl oer- stoßend zu bezeichnen. Es dürste wohl hierüber das legte Wort noch nicht gesprochen sein._ Arbeiten am Wrack der„Niobe". Bisher zwei Seemeilen fortbewegt. Homburg, 13. August. Nachdem im Laufe des Freitag fünf Hebetrossen unter dem Schiffskörper der„Niobe" befestigt worden waren, wurde am Sonnabendoormillag das Hebeschiff„Hiev" über der Unfallstelle verankert und voll Wasser gepumpt. Dann begann man mit dem Leerpumpen des Hebeschiffes. Dabei wurde das W r a ck der„Niobe" etwas angehoben und dann mit dem Srrom fortbewegt. 2 Meilen westlich der Unfallstelle mußte das Wrack wieder abgefegt werden, weil der schwer belastete Kiel dem geringen Hub entgegen- wirkte. Sobald es der Seewind eriauben wird, fallen die Hebe- arbeiten und der Weitertransport des Wracks wieder aufgenommen wsrden. „Stürme über dem ZNonk Blanc" lm Planetarium. Dom 16. August ab läuft der Film„Stürme über dem Moni Blanc" im Planetarium am Zoo. Ein himmelslundlicher Vortrag mit dem Zeiß- instrument leitet den FUm ein. Und dann suchten wir uns eine Liegestatt� wo wir sie finden konnten, einige legten sich in der Kneipe auf den Fußboden. Der Valdresmann und ich fanden ein Lager in einer Scheune. Am Morgen kam Evans in die Stadt hinab. Hast du dein Geld von dem Bankier bekommen? fragte der Valdresmann. Roch nicht! antwortete Evans. Ick> bin draußen auf dem Felde gewesen und habe ein Loch für unseren Kameraden gegraben. Wir bestatteten O'Brien ein wenig abseits von der Stadt in einer Kiste, die wir vor einem Haufe wegnechmen. Da die Leiche so kurz abgeschnitten war. reichte die Länge der Kiste gottlob aus, aber wir waren alle versammell und standen einen Augenblick mit unseren Hüten in der Hand da. Und dann war die Zeremonie' beendet... Als aber Evans sein gewonnenes Geld haben sollte, zeigte es sich, daß der gerissene Bankier verschwunden war. Auch dies nahm Evans mit derselben Gemütsruhe hin wie alles andere, es schien ihm ganz gleichgültig zu sein. Er hatte indessen noch viel Geld, er konnte seine Fahrkarte lösen und seine Hemden, seine Hose und seine Romane kaufen. Und da war Evans ja für den Winter ausgerüstet. Wir blieben noch bis zum Abend des nächsten Tages in der Stadt. Wir führten dasselbe Leben und trankeir die Kneipe leer. Mehrere von den Arbei�rn hatten keinen roten Heller mehr, als sie den Ort verließen, und da sie keine Fahr- karte lösen konnten, schmuggelten sie sich in die Lastwagen ein, wo sie sich in den Weizen verkrochen. Aber dem alten, buckligen Koch, dem Norweger aus Iowa, erging es schlecht dabei. Glücklich und ungesehen war er in den Weizen hin- singskommen, da drinnen aber tonnte er sich nicht ruhig halten, in seiner Betrunkenheit fing er an, mit seiner Weiber- stimme abscheuliche Lieder zu singen- Da wurde er gefunden und hinausgeworfen. Und als das Männlein durchsucht wurde, hatte er so viel Geld, daß er mit Leichtigkell eine Kart« für uns alle hätte lösen können, der Schurke! Wir zerstreuten uns nach allen Himmelsrichtungen. Der Valdresmann taufte sich eine kleine Schießbahn in einer Stadt in Minnesota und der Koch zog gen Westen an die Küste des Stisten Ozeans. Evans aber geht sicher noch in seidenen Hemden umher und streut Geld mit vollen Händen aus. Jeden Sommer ist er in der Prärie und erntet Weizen, und jeden Winter liegt er in den Wäldern von Wisconsin und schlägt Holz. Das ist nun einmal sein Leben. Ein Leben, das vielleicht ebensogut ist wie jedes ander». Der Sohn eines Römers. Zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Was für Menschen begegnet man in den Maabtter Gsrichtsfülen! Diesmal war es der Sohn eines hohen römischen Museumsbeamten. Er stand unter der Anklage der Urkundenfälschung und des Betruges. Der junge D., seit 1925 in Deutschland, wurde in Hamburg Empfangschef eines großen Hotels. Mag sein, daß er für diesen Posten nichi über die geeigneten Qualitäten verfügt hat, jedenfalls befand er sich bald verschieden« Rangstufen niedriger, er war Kellner und dann ganz b e r u f l o s. Jetzt lebte er nur von dem, was ihm der Dater aus Rom schickte. Das war nicht viel; jeoenfalls weniger als D. zum Leben brauchte und er war ein gutes Leben gewöhnt. Weil er das war, entwendete er im Jahre 1951 einen photographischen Apparat und kam ins Gefängnis. Seine Karriere in Deutschland hätte damit eigentlich abgeschlossen sein müssen. Er wurde nämlich ausgewiesen, blieb aber im Lande, nach wie vor auf die Unterstützung des Daters angewiesen. Eines Tage» lernte er den italienischen Flieger B. kennen und freundete sich mit ihm an. Auch B. bekam sein Geld aus Rom. Er erwartete gerade eine Anweisung in Höhe von 217 Mk. D. wußte das und hatte nichts Eiligere» zu tun, als zur Post zu gehen, sich dem Post- beamten al» P. vorzustellen—»«in Ausweis, behauptete er, sei von ihm nicht perlangt worden—, B.» Namen zu unterschreiben und das Gelo ausgehändigt zu erhalten. Als L. das Geld abholen wollte, erfuhr er zu seiner Bestürzung, daß es bereits ein anderer getan habe. Der Betreffende, so wurde ihm gesagt, habe einen Ausweis vorgelegt. L. wußte sofort, wem er die Ueberraschung zu verdanken habe. Er stellte D. zur Rede. Dieser erklärte, aus Hamburg Geld zu erwarten, er wollte ihm die 217 M. ersetzen. Und war verschwunden. Als B. ihn eines Tages in einem Cafe traf, ließ er ihn verhaften. Das Urtell lautete auf 4 Monate 1 Woche Gefängnis. Der junge Italiener D. dürfte besser tun, diesmal der Ausweisung aus Deutschland Folge zu leisten... Einbrecher essen Laxin- Konfekt. Lnd müssen schleunigst die Flucht ergreifen. Ein Einbruch in die Reiche-Apotheke im Zentrum Berlins ist fehl von der Polizei aufgeklärt worden. Als Täler wurde ein Laufmann X. ermittelt, der mit einem Komplicen dort eingedrungen war, um sich Rauschgifte zo be- sorgen. Z; der selbst morphiumsüchtig ist, wurde kürzlich zu einer Entziehungskur in ein Krankenhaus gebracht. Cr hatte zuvor feine sämtliche Habe zu einer Verwandten seiner Freundin nach der Roßstraße gebracht. Das war aufgefallen, so daß sich die Polizei um ihn kümmerte. In der Wohnung der Frau fand man nun eine Flasche Kognak, die aus einem Einbruch in die Reichs-Apocheke stammte. Die Flasche war in dem Verzeichnis über die gestohlenen Ding« angegeben. Außerdem fand man in der Wohnung auch noch Einbruchswerkzeug. Bei einem Verhör des Kaufmanns T. gab dieser jetzt auch den Einbruch zu. Er war mit einem Freund eingedrungen und hatte in den Regalen auch Laxin-Konfekt, ein bekanntes, besonders bei Kindern angewandtes Abführmittel, gefunden. Er glaubte, echtq« Konfekt entdeckt zu haben und aß es mit seinem Freunds auf. Di» Wirkung war fürchterlich. Beide Einbrecher mußten allerfchnellftens die Flucht ergreifen und tonnten demzufolge nur wenig Beute machen. Dazu gehörte aber auch die Flasche Kognak. Oer Leichensund in Gchsneweide. Ist der Tote erschlagen worden? In der letzten Abendausgabe berichteten wir über die Auf- findung einer Männerleich« in Niederschöneweide im Wasser der Spree, am Ende der Britzer Straße. Wie uns jetzt aus Parteikreisen mitgeteilt wird, handelt es sich bei dem aufgefundenen Postassistenten Müller um einen ruhigen und ernsten Parteigenossen aus Wilmersdorf. der am Freitagabend zu einer Gesellschaft von Bekannten nach Niederschöneweide gefahren war. Da die Leiche außer einer schweren Kopfverletzung einen Bruch des Nasenbeines aufweist, so ist anzunehmen, das Genosse Müller überfallen und erschlagen worden ist. Die Untersuchung der Kriminalpolizei sollte sich auch nach dieser Richtung bewegen. Dsr elektrische Tod. Alle Haus- und Gewerbeleitungen sind gefährlich. Die amtliche Unfallstatistik weist für Deutschland alljährlich etwa 499 tpdlich abgelaufene Unfälle nach, die durch Strom- schlag verursacht wurden. Die durch Blitzschlag Getöteten sind nicht mitgerechnet. Wenn man den Gründen nachspürt, die letzten Endes den Unfall ausgelöst haben, stößt man fast regelmäßig auf schwer« Unterlassungssüilden, sei es, daß man schadhaste elektrische Einrich- tungen westerbenützte oder vorhanden gewesene Schutzabdeckungen entfernte. Die Mehrzahl der Unfälle wäre bestimmt nicht eingetreten, wenn die Betroffenen besser oder überhaupt über dos Wesen und die Voraussetzungen elektrischer Unfälle aufgeklärt gewesen wären. Es ist ein leider sehr weit verbreiteter und sehr gefährlicher Irrtum, wenn man glaubt, daß nur die Hauptleitungen der Elektrizitätswerke und Ueberlandzentralen, die Strom von vielen Taufend Dost führen, wirklich gefährlich, dagegen die Hausgebrauchs- und die Gewerbebetriebsspannungen von 119, 229, 389 Volt usw. harmlos und völlig ungefährlich feien. Gerade an diesen Niederspannungsanlagen ereignen sich die meisten Unfälle. Erst urster 59 Dost Spannung wurden keine gesundheitsschädlichen Wirkungen auf den Menschen beobachtet. Gefahren künden sich an' Maßgebend dafür, ob eine willkürliche oder unwillkürlich« Be- rührung elektrischer Kontakte ohne oder mit bedenklichen Folgen ab- läuft, ist in erster Linie das Matz des elektrischen Wider- stände», den der betreffende Mensch im Augenblick der Berührung inne hat. Dieser elektrische Widerstand ist stark abhängig von der Haut» und Kleiderfeuchtigkeit des Menschen. Je größer die Feuchtigkeit, desto kleiner der Widerstand und desto größer die Jistensstör des Stromschlages. Es ist also ohne weiteres möglich, daß die Berührung der gleichen Kontaktstelle durch zwei verschiedene Menschen auch Zwei ganz verschiedene Wirkungen haben kann und es ist ebenso gut möglich, daß di« Berührung des Kontaktes von ein und derselben Person an zwei verschiedenen Zeitpunkten auch zwei ganz verschiedene Wirkungen auslösen kann. Während mitunter nichts anderes erfolgt, als ein ganz leises Kitzelgefühl, ähn- lich der Wirkung eines Elettrisierapparates, erfolgt ein andermal oder bei einer anderen Person ein heftiger S t r o m s ch l a g. wenn nicht gar sofort ein tödlicher Unfall erfolgt. Zwischen„Harmlosig- kest" und tödlichem Unfall scheint bei elektrische Einwirkungen keine Zwischenstufe vorhanden zu sein, nur äußerst festen treten Verbren» nungen ein. Gewöhnlich bewirkt ein heftiger Stromschlag groß« Atemnot und das berüchtigte Herzflimmern. Wenn es nicht gelingt, den Getroffenen in Sekundenfrist der weiteren Stromeinwirkung zu entziehen(Leitung aussäzasten, Sicherung her- ausdrehen!) so tritt in der Regel der elektrische Tod ein. Nun kann freilich angenommen werden, daß ein vernünftiger Mensch niemals vorsätzlich freiliegende Kontattteile elektrischer Appa- rat« berührt. Aber in der Praxis hat sich leider immer wieder ge- zeigt, daß die ursprünglich vorhanden gewesenen Schutzdeckel elektrischer Apparate und Einrichtungen entweder ganz fehlen oder zertrümmert sind, so daß unbeabsichtigte Berührungen durchaus im Bereich der Möglichkeit liegen. Bei einem Schalter ohne Schutz- decket z. B. kann die in der Arbeitseile oder im Dunkeln unsicher zu- greifende Hand leicht an die Jnnenteile geraten, statt wie beabsichtigt, an den Bedienungsgriff. Besitzt der Betretende nun in diesem Augenblick jene„idealen" Voraussetzungen zum Stromschlag, also große Haut- und ZAeiderfeuchtigteit, so ist«in Unfall-fällig! Es inuß daher Sorge getragen werden, daß alle Apparate gekapselt sind. Zertrümmerte Schalterdeckel, fehlende Steckdosenabdecküngen, zerschlissene Kabel und Schnüre müssen erfetzt werden. F l i ck st e l l e n provisorischer Natur sind unzulässig. Das ist alles schon oft gesagt aber immer noch zu wenig beachtet worden, sonst würde nicht fast täglich ein schwerer Stromunfall gemeldet werden. Ganz besonders vorsichtig muß man mit elektrischen Einrich- tunztn in all den Räumen umgehen, die ihrer Bestimmung nach mehr oder weniger und dauernd feucht sind: Bad, Waschküche, Keller, Stall, Betriebsräume der Fleischer, Brauer, Färber, Mmeralwasserfabriken, Bleichereien usw. In diesen Räumen bzw. Betrieben dürfen nur solche Geräts benutzt werden, die dafür be- sonders geeignet sind, also eine besonders sorgfältige Kapselung aufweisen. Größere Elektroapparate für feuchte Räum« besitzen ein« sogenannte Schutzerdung, d. h. die Gehäuse und Umhüllungen der Einrichtungen sind über eine kräftige Sonder- leitung dauernd mit der Erde verbunden, damit eventuell auftretende „wilde" Elektrizitätsströme sicher zur Erde abgeleitet werden. Aber auch diese Schutzerdungen sind nur zu oft nicht vorhanden oder nach- träglich gelegentlich einer Reparatur entfernt und dann nicht mehr angebracht worden. Das Fehlen der Schutzevdung kann sehr oft dann konstatiert werden, wenn Apparate aus zweiter Hand beschafft und ohne fachmännische Unter st ützung in Be- trieb genommen werden. So findet man vielfach elektrische Waschmaschinen mittels primitiven Steckers und dazu noch oft mittels schadhaften Kabels ungeeigneter Konstruktion in Be- trieb. Das bedeutet: waschen unter Todesgefahr, wobei die Gefahr keinesfalls dadurch geringer wird, weil der Betreftende von keinerlei Gefahr etwas ahnt. Vagabundierende Ströme. Die Schutzerdung ist deshalb so wichtig, weil auch bei Apparaten bester Herkunft und sorgfältigster Montage das Austreten„wilde r" Ströme im Laufe der Zeit nicht ausgeschlossen ist. Sobald durch mechanische Verletzung oder Feuchtigkeitseinflüsse an irgendeiner Stelle der Leitung der Apparate- und Maschinenwicklungen, der Heiz- und Kocheinrichtungen die Isolierung zerstört ist, vermag Elektrizität unter Benutzung jeglichen leitenden Stoffes vom vorgeschriebenen Weg abzufließen und eigene unkontrollierbare Weg« einzuschlagen. Diese Ströme nennt der Techniker: vagabundierende Ströme. Man traue ihnen so wenig Gutes zu, wie jenen menschlichen Individuen. nach dem sie so bildhast benannt sind. Ost„harmlos" auftretend, versetzen sie urplötzlich schwere oder sofort tödliche Schläge. Ost befindet sich dabei die Wirkungsstelle sehr weit von der eigentlichen Austrittsstelle entfernt. Man ist zumindest sehr verwundert, wenn man an einem eisernen Wandgestell, einem Metallgeländer, und selbst an einer feuchten Mauerwand schon elektrische Impulse verspürt, sobald man die Gegenstände berührt. Derlei Be- obachtungen müssen das Signal sein, sofort alle Einrichtun- gen auf„Stromdichtheit" prüfen zu lassen. Derlei Unter- suchungen sind mit dem Jsolationsprüfer schnell gemacht. Das Wertvollste solcher Prüfungen ist dabei, daß auch solche Jsolations- fehlerstellen ausgedeckt werden, die erst im Entstehen begriffen sind, so daß regelmäßige Prüfungen vorbeugend gegen Unfälle wirken. Eine völlig einwandsreie elektrisch« Anlage löst keinerlei Unfälle aus und immer müssen schwere Unterlassungssünden vorliegen. Jeder Besitzer aber ist bei Unfällen zivil» und strafrechtlich hastbar! H- K. Verfassungsfeiern verboten! Aber das Volk feiert und flaggt schwarzrotgold. Gestern nachmittag fanden die ersten Bersassungs» feiern des Reichsbanners statt. Diese Berfassungsfeiern, die auf Grund der Notverordnung nur als„Sommerfeste" be- gangen werden durften, gestalteten sich überall zu wahren L o l k s f e st e n. Trotz aller Bedrückungen und kleinlichen Schikanen hatte es sich die arbeitende Bevölkerung nicht nehmen lassen, den Tag der Republik festlich zu begehen. In der„Neuen W e l t" in der Hasenheide fand die Feier des Reichsbanners Berlin» Kr«uzberg und Neukölln-Britz statt. Bereits am Nach» mittag entwickelte.sich ein lebhaftes Treiben. Aber nicht nur die Der» sassungsseiern waren verboten, sondern auch die roten Fahnen mit dem Freiheitspfeil. Destö'm'shr prangten überall schwarzrotgolden« Fahnen. Es war geradezu eine glänzende republikanische Stimmung. Musikkapellen konzertierten, der Neuköllner Sängerchor trug die Gesänge der Arbeiter vor, turnerische Vorführungen vervollständigten das Programm. Für die Kinder war für Unterhaltung gesorgt und am Abend fand sich alt und jung beim Tanz zusammen. Bei S ch u l t h e i ß- P a tz e n h o f e r in der Chausseestraße war der Ortsverein Mitte versammelt. Hier war ebenfalls bereit» am Nachmittag alt und jung beisammen. Konzert und Tanz. Be» lustigungen für die Kinder, am Abend ein Fackelzug vervollständigten das Programm. Im ,.N a t i o n a l h o f" in der Bülowstraße begann die Feier erst am Abend, aber auch hier entwickelte sich bald ein« festliche Stimmung. Ueberall gewann man die Ueberzeugung, daß die Republikaner bereit sind, für die Verfassung einzutreten und dafür zu sorgen, daß wir den Tag von Weimar bald wieder in aller Oeffentlichkeit feiern können. i pRdff! HkMs ablhlMMr! Um unserm SAISON-SCHLUSS-VERKAUF vom1.bis20. AuqusH p.- 1— s=— n- r- 1�. 9- is. i /v___ i. e........... si �Pnmftnne,n I Siesenmenoen 1 •250*420 _ei derVlelseiHgkeitder Teppich-Qualitäten- es handelt sich nur um beste Marken-Quaiitäts-Wa� re- haben wir nicht die einzelnen Marken aufgeführt, sondern bringen nur eine Gegenüberstellung aer bisher gültigen Verkaufspreise und J zi z i g z n Preise. 200*320 «.,.18??» S55 32»1?.85 W 1?O-240 «M-K? 65.- 98.-5?.- », swrÄ34; 84:"49- stoiiHS.jefrH •s3l�iä!:158r stolh. s 97�-W 115:-feS50 265.-139.- *2S0'I6Q •95.-49?° ■ 146:'"72'. •m-112: «300*420 SP® • 235.- 89.- -306.-145; ■526.-261; Bclivoplaqen £0.52*114 sioli6.20iattr 2?5 0x68*125' 9.6°' 545 ca. 70*125 MB.50'"55 Bruckeri. lO.65 2225.1350 51.« 56-'23*° Be�umpqndunqen -l!ri ifar rn!• 9 5a?ransi00stett18rj«lr' »180 ca90' m. F:onse co 50'200 MFronse co.120'240 m.Fran$a Iiiufer oa 70»340 u. Sevworloqen ca60'"L m. FrcnselfofrW.sojsfrf, 12$° Riesenmengen Lcuferstofie u. Auslegewci nfbrbiq rreneff' AuslegeVelourst ca?0cmbrr. ttcmö.25{?tr.'3?� ea.70-»' S.25• kP Ol 90••• 8.50* 5.35 ca90''*11.50' S»55. Jacquard-Boucl&ötrfer lifl a HoorQom, raoCger-.ait, tvlet fortsn co 63 cm brt Stqtt 3-� JMrT2�5 ca90""* 5.10' B-35 £0.129*** 6.90° 4.65 CO 520 -*182:* HS: i'330:'! p* 205: 520 1 474.208: 1•553:%$% Ä Diwandecken sßßi.e i® '395:M- HeWttmSafdefiijlene, ai50"300 recuLUerftiiil-jetcNwr Ufeliifiolteft, bisond. soiene Perser 993) y-inod Mcsr. rec.,'\4irf I)i$54.-jtf;f47. fe* Tischdecken ßobeiln-Oewebe.scliweis Quaiaofep m Franse, mccku. Perswmjr. La. 5«= ft£n ca rBO'IHOu.ca'SO'ISO regulWerf SERIE! SE3IEI �19.« jew�as jetf4?5 Tournay-Veiour �Dekorationsstüffe eiiiforlmmo{).()emu5t doriprer weiten. rics,Hcjßenr:5S,J»1.90 ' 7.20'2Z5 • 8.50-2� • 975'2.95 "14.®°4.w Stores Meterware tssond. nochweit örundsfoffis. volle Höh;, mRlefttFioppeieinsäfeen leiiw Hondorb requLW;rtbis16: SERIE! SECIEI SERIEH SERIEE UjeS Mtr.jew Mitjew Mrriets 1.55 255 3?5*" Mob'elbezuqstoffe Woll npse uEp i nglea t f Möbel- bezöge u.zur AnferHgung ulisdi u Diwondecten qeeig.«. I30c°, «150cm.brt jseI� 35 rMui.tferfbis'0,«rr. 17" (wbllrlssvorra'Hg i.d Forben ärqu,scliwarc,b!au,llla, grün- tbingledt i.d. Rjrben fraise- m ode-beige- u.groudeflainmr] Frise' ttfellmolceltu-Fbntosie- aewebe füpjedSril qeeigntt «130cmbrr. reguLlifei+bisshSO SERlEl365SERIEirA"i,C Hrr.jeWJ. MrcjeßfTl mere mtmeK-Q.jolifakn in Daunendecken, SfepDdeckenjSchkf- u. Reisedecken oußervemhnlich billig! Betfdecken mod. GrundstoFfe m Hand» orbeirsdurchzuq, schönen Motiven, zwei betig ige SERlEI�isUMr • i-'20.- 6rs - I""36: 15.?s Während der Dauer des SAISON-SCHLUSS- VEßWAUFSqewähren wir auf alle regulären Waren einen Preisnachlaß von aufOßlENT-TEPPlCHE einen Noch j laß von IC�UiUiC 10 i» v Fußkissen ousTeoplcd-u. Möbelstoffen geferHgf, wertvolle Srurdaualifofen, soweit verrat regul. 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Mantelstoffe 9 on ca. 140 cm breit, Meter Wollwaren Blusenschoner ram.woii« 1.35 Damen-Pullover Ein�tz 135 Sport-Pullover.» reine Wolle, für Damen u. Herren � Damen-Weste A qq reine Wolle, Jaquardmuster � Herren-Artikel Sporthemden 1.65 2.25 Oberhemden 3.50 4.90 Nachthemden 9 9»- mit Besatz A'O*» Schlafanzüge 3.45 4.90 Selbstbinder n aq n t* rain« Seid« W.*»© U./9 Haarfilzhute 3.65 5.90 Hosenträger 0.65 0.85 "4"'njt A'•*-'».'' In bec Nacht vom 10. zum II. August cuuchlies nach langem. schwerem Leiben mew guter, treu» sorgenber Mann, ber Buchbrucker Otto k.ichter im SS. Lebensjahr. Berlin-Mahlsbarf Lemkestr. 17g Im tiefstem Schmerz: Emilie Riditer zugleich im Namen ber Kinber und Enkellinber Die Einäscherung findet Montag. ben IS. August, 7 Zu Uhr, im Are- matorium Baumschulenweg statt. Mldm UglWMs-WM Verwaltangsstelle Berlin Todesanzeige Den Mitgliebern zur Nachricht, daß unser Aollege, ber Schlosser Itarl Maaß geboren 1. Februar 1876, am 11. August gestorben ist. Ehre seinem Anbenienl Die Beerbigung finbet am Montag. bem lö. August, IN/z Uhr, von der Leichenhalle des Zentralfriedhofes in Friebrichsfelbe aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaliang, Nach einem arbeitsreichen. auf- opfernben Leben für ihre Familie verschied am 12. August, nachts 12.30 Uhr, meine liebe, gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochler, Schwiegermutter und Großmutter, Frau Clara Schamiiorst � im vollendeten 56. Lebensjahr nach lurzem, schwerem Arankenlager. Im Namen der Hinterbliebenen: Berlin-Wilmersdorf, 12. August 1032 Georg Sdiarnhorsi Die Einäscherung findet Montag, den IS. August, mittags IS Uhr, im Arematorium Wilmersdorf, Berliner Straße lOI/IOS, statt. Am 9. August 1932 verstarb nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater und Kroßvater, der Bauumeimchmer Ködert Kalder Im Namen der Hinterbliebenen Anna Kalde? geb. Scfanase Blu.-Halensee, 10. August 1932 Westfälische Straße 34. Die Einäscherung findet am Montag, dem 15. August, nachmittags 2 Uhr. im Krematorium Wilmersdorf statt Am>2. August oerschied nach langem, schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel BmÜ Rosanowski DieS zeigen, um stille Teilnahme bittend, an j:r4ll x Rosanowski Tochter Hertha Schwiegersohn Erich. BerIin-Oberschöneweide,Luisenftr.lS Die Trauerfeier findet am Mittwoch, dem 17. August, lS>/, Uhr. im Krema- torium Serichtstraße 37/38 statt. Von der»eise znrilek! Dr. Alfred Caro Westend, Akornallee Av. Am Mittwoch, dem 10 August, verstarb nach einem arbeitsreichen Leben im SS. Lebensjahre unsere liebe Mutter, Echwiegermuter, Groß- mutier und Schwester, die Witwe Bmilie Günther geb. Kroll tamilie Richard Günther, Itu-Neukolln. Reuterstr. 91, Familie Eranr Kroll, Bin-Britz, Ehausseestraße 47. Einäscherung Dienstag, 16. August, 13>- Uhr. im Krematorium Baum- fchulenweg. Van der Reite zurück! Dr. med. Edgar Brenn Facharzt fUr Beinleiden Steglitz, Schlofjstr. 71. Stegl. G. 2, 4541. Zurock Dr. Berniiariit Hals-, Nasen-, Ohrenarzt. Die schönsten Kleider Blusen Mäntel Kostüme zu auffallend billigem Preise! Ausgesucht gute Qualität. in rietiger Auswahl! W. BERNHARD Nachfl. Das Haus Her allergrößion Walten und der iueendllchsten Damen und Backfisch- Konloktion. Berlin, BeUe-Alliance-Str. lOSu.lOl Eewinnauszug 5. Klasie 39. Preubisch-Sübdeutsche Staats-Lotleric. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rummer in den beiden Abteilungen l und II S. Ziehungstag iz. August 1332 In der heutigen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gctomn« zu 50000 33L 240667 2 Gewinn« zu 25000 M. 9668 2 Gewinne zu 1 0000 M. 392838 12 Gewinne zu 5000 M. 35691 50383 78146 105200 226835 273736 31143�392848° 3000 � 2,898 35289 55538 139745 194314 307259 ,..4,li5e®inne>11 2000 � 3307 5297 25451 37690 42952 110725 148934 159900 165039 208863 234018 272488 291286 293908 298469 317990 319801 322986 331126 360324 397586 112 Gewinne zu 1000 M. 3297 23241 26748 35401 40755 44773 56923 "1555"8253 136429 141745 149840 152468 155725 "8612 183872 187054 190002 191218 197160 200652 202304 205423 209749 212299 230875 235874 238201 249635 250238 251378 251674 253222 253369 256613 257476 262316 269204 270859 271927 285174 286408 298801 304504 311884 334526 348776 362887 364393 367426 377202 377259 388534 394753 200 Gewinne zu 500 M. 726 1066 3457 4349 8293 9111 10911 11387 14930 19035 24792 28211 28464 31277 41341 52000 53026 53460 57507 58573 68253 79319 30471 80663 81234 81288 31969 87637 87750 83351 96633 103543 103883 109063 110669 110677 116774 117224 122025 123142 124999 127223 132303 132476 143203147792 149492 150653 155050 162324 170363 172138 174322 132312 133339 183473 183131 191227 193002 194056 195353 200093 203507213135 216656 216833 220305 221480 229327 234134 247085 257813 261972 277957 290776 291560 294500 297669 298987 301849 302639 306690 308721 312807 323256 327740 329779 332131 332471 335210 339327 343177 343403 359445 363565 365008 369154 375932 383353 396243 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 6 Gewinne zu 10000 M. 101603 292238 372436 8 Gewinne zu 5000 911. 122228 161846 242138 344617 10 Gewinne zu 3000 M. 10237 335532 339706 342320 373793 62 Gewinn« zu 2000 M. 2532 27715 23325 32253 51548 52274 33375 33242 95104 105437 110276 124233 131541 155755 163177 I 83297 136373 205324 203127 210266 211708 220232 243447 250185 235495 321343 333743 340243 343684 353363 360223 34 Gewinne zu 1000 M. 1439 13749 23784 26235 28674 28356 62001 66525 73237 79631 83596 83705 84612 96680 109990 110032 113426 116697 117853 145114 153844 158241 207647 209431 216271 21727,' 220510 224950 249850 265941 274389 276070 285313 292976 305904 322961 323408 323903 330198 330936 331630 348144 349107 351994 361379 369512 386467 162 S-wwn- zu 500 M. 4903 5528 34107 38646 43759 44655 45508 49544 56433 57303 61231 61577 64429 67966 63079 68112 6974! 74145 35124 89804 91036 91790 99107 99365 100148 105743 112700 116457 119572 123569 126206 129471 132137 132319 133953138018 133799 145295 149102 151536 162085 165329 165716 169503170541 180233 190322 192807 200000 203035 217635 220009 228428 237478 242075 245166 243274 243334 255669 253025 253327 260516 26986? 271360 277091 278320 287572 305873 306295 312414 313542 314637 328013 346793 354601 355727 360321 361059 362326 375353 392654 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 100 Echlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000. 4 zu je 100000, 6 zu ie 75000. 8 zu je 50000, 24 zu je 25000. 154 zu je 10000, 392 zu je 5000, 842 zu je 3000, 2496 zu je 2000, 4872 zu je 1000, 8178 zu je 500, 24468 zu je 400 Mark. Ahlbeck Ostseebad Prospekte kostenlos durch die Badeverwaltung und alle Reisebüros Wollen Sie sich nicht auch beteiligen? Wir züchten Edelpelztlere in Pension und geben nachstehend einen Auszug aus unseren Bilanzen, beweisen damit für die Zuchtperiode 1931/1932 für jedes Mitglied einen Reingewinn von 40 bis 81 7, Fordern Sie unsere Druckschrib:-Gewinnbringende Edelpelztierzuchf mit der gesamten Bilanz. Schriftliche Anfragen an: Gemeinnützige Edelpslztier- Zuchtvereinigung e. V. Berlin-Britz, Grüner Weg 4. Er. 381• 49. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntage 14. August 1932 Durch silberne Kugeln gezügelt. Die Wirffchastskrise in Japan.- Leere Kassen, Bauerniod und Kriegsgefahr. Die Kriegsgefahr im Fernen Osten besteht weiter. Daß sie im Augenblick nicht mehr ganz fa aktuell ist wie noch oor wenigen Monaten, liegt wahrhaftig nicht an der beginnenden Einsicht des japanischen Generalstabs. Der„Schwarze Drache" liegt noch immer auf der Lauer, bereit, jeden Moment loszuspringen, die Kriegstreiber sind keine Pazifisten geworden. Wenn es so ginge, wie hie bombenwerfenden Offiziere wollen, dann wäre der Krieg gegen die Sowjetunion längst erklärt. Es geht aber nicht so. Die Weltwirtschaftskrise hat wenigstens eine gute Seite: sie entzieht Japan das. was außer dem bekannten geschliffenen Schwert und dem trockenen Pulver noch zum kriegführen gehört: Geld, Geld und nochmals Geld. »Am 1. Juni trat der neugewählte Reichstag in Tokio zusammen. Die Minister hielten die üblichen Reden. Sie ver- sicherten, daß Japan nicht um Handbreite zurückweichen werde, wenn es gelte, die Ehre des Kaisers zu schützen, daß die ganze Nation wie«in Mann usw. usw., was eben Minister eines Kabinetts der „nationalen Konzentration", die jetzt dort am Ruder ist, in solchen Fällen zu sagen pflegen. Dann kam der Finanz» m i n i st e r Takahaschi zu Wort. Er zog die Debatte aus den erhabenen Bereichen glanzvoller Ausblicke auf das größere Japan in die nüchternen Regionen des Budgets hinab. Die innere Verschuldung, s� stellte er fest, hat die runde Summe von 5 Milliarden Pen(1 Pen— 2,09 Mk. Parität) erreicht. Allein in der Zeit vom November 1931 bis zum Mai 1932 hat sie um fast 300 Millionen zugenommen. Der Etat ist nur aus- zugleichen, wenn die inneren Anleihen— an äußere ist nicht zu denken— im Fiskaljahr 1932/33 mindestens 530 Millionen ein- bringen. Bis jetzt sind 250 Millionen nötig, um die Ausgaben in der Mandschurei zu decken. Ein genaues Budget kann nach den Worten des Finanzminifters nicht aufgestellt werden, weil nicht abzusehen ist, was die„Bekämpfung der Banditen" noch kosten wird. Banditen sind jene chinesischen Truppen, die„srech" genug sind, die japanischen Eindringlingen Widerstand zu leisten. Der Finanzminister muhte dem Reichstag die traurige Mittei- lung machen, daß leider in diesem Jahr noch 300 Millionen in fremder Währung für den auswärtigen Anleihedienst aufzubringen sind. Die Regierung hat die Gläubiger befchworen, in«ine Prolongation einzuwilligen. Aber sie hatten kein Verstärid- nis für die zivllisatorische Mission Japans gegen„das verrottete" China und den„Feind der menschlichen Kultur" Sowjetruhland: sie bestanden auf der Zinsenzahlung.>>. Selbst bei einer ganz normalen Wirtschaftslage hätte Japan an den Kasten des„kleinen Krieges" in der Mandschurei schwer zu tragen. Nun leidet Japan aber an einer Wirtschaftskrise von sehr großen Ausmaß. Die kriegsbedingte Sonderkonjunktur in der Metallindustrie und der chemischen Industrie bezahlt das Land mit einer weiteren Schrumpfung der gesamten Wirtschaft. Der Außenhandel geht noch imer zurück. Im Juni exportierte Japan nur noch für 68 Millionen Goldyen gegenüber 110 Millionen im gleichen Monat des Vorjahres. Die Handelsbilanz der ersten sechs Monate 1932 ist mit 183 Millionen passiv. Dazu kommt noch eine empfindliche Verkürzung der Einnahmen aus der Schiffahrt, dem Versicherungsgeschäft und Diensten. Die Chinesen halten am Boykott der japanischen Waren fest. Alle Kanonen und Maschinengewehre der Armeen des Mikado können die Chinesen nicht zwingen, japanische Zündhölzer und Hosenträger zu kaufen, japanisches Bier zu trinken und japanisch« Hemden zu tragen. Je brutaler die Japaner die Einstellung des Boykotts erzwingen wollen, um so hartnäckiger halten die Chinesen an ihm fest. Das mandschurische Geschäft verlangt gewaltige Jnve- stitionen, bevor es den Ausfall im eigentlichen China wettmachen kann. Dazu gehört aber wieder Geld und gerade daran fehlt es. Die Depositen in den Banken und Sparkassen nehmen ununler- krochen ab. Japans Hauptausfuhrartikel ist Rohseide. Sie geht nach Amerika. Nun kann �ber Amerika nicht annähernd die Menge Rohseide aufnehmen, die es noch vor einem Jahr aufgenommen hat. Die Vorräte wachsen immer weiter. Selbst wenn es gelänge, die gleiche Menge zu. exportieren, müßte der Wert der Rohseiden- ausfuhr stark sinken. Die Seidenpreise haben im letzten halben Jahr neuerlich einen beispiellosen Sturz erlitten. Noch im Dezember 1931 betrug der Durchschnittspreis je lb 2,20 Dollar, im Mai dieses Jahres nur noch 1,35! Das Kabinett Saito— Saito ist der Nachfolger des am Pfingstsonntag erschossenen Jnukai— ist handlungsunfähig, weil die Parteien in den wichtigsten Fragen uneins sind. Minseito ist für ein«„negative" Wirtschaftspolitik, Sciyukai für eine„positive". Positiv ist dabei nur ein freundlicher Ausdruck für Inflation. Der Sturz des Zen.— Falsche Ausfuhrhoffnungen. Bis zum Dezember vergangenen Jahres hat sich die Regierung mit allen Kräften bemüht, die Währung zu halten. Die Folge davon war, daß der Goldbestand der japanischen Reichsbank dahin- schmolz wie Schnee in der Sonne. Die Bank hatte bereits 1930 empfindliche Verluste erlitten. Im ersten Halbjahr 1931 gingen die' Goldverschiffungen weiter, aber seit dem September nahmen sie katastrophalen Umfang an. Im September verfügte die Reichs- dank immerhin noch über einen Goldschatz von 817 Millionen. Im Dezember hatte sie nur noch 469 Millionen! Am 13. Dezember mußte die Goldsperre verfügt werden. Die Folg« war, daß der Pen rasch zu sinken begann. Im Januar lag er bereits um 27 Prog. unter der Goldparität, im März um 35, im Juni um 39 und jetzt gilt er nur noch die Hälfte dessen, was er vor drei- viertel Jahren gegolten hat. Die I n fl a t i o n i st e n drängen auf weitere Eni- wertung. Die Seiyukai-Partei, welcher der Finanzminister an- gehört, will den Pen bis auf ein Fünftel des Goldwertes sinken lassen, um ihn auf diesem Stand aufzufangen und zu stabilisieren. Man erwartet davon eine gesteigerte Ausfuhr. Sehr wahr- scheinlich zu Unrecht. Bereits jetzt erhöhen die Haupiabnchmer Japans ihre Zölle. Sie werden sie in dem Maße weitererhöhcn, in dem der Pen sinkt. Vorläufig ist nur eines erreicht: ein scharfes Anziehen der Preise im Lande selb st Die Löhne und Gehälter sinken— was natürlich nicht zur Erhöbung der Kriegs- begeisterung beiträgt—, die Kaufkraft der großen Massen ver- fällt weiter. Die Inflatiomsten verfolgen auch einen innerpolitischen Zweck. Die konservative Seiyukai-Partei ist„bauernsreundlich". Die Loge der japanischen Bauernschaft muß man, selbst wenn man sich oor allen Uebertreibungen hütet, als entsetzlich be- zeichnen. Auch in ruhigen Zeiten und bei guter Ernte muß Me übergroße Mehrheit der Bauern darben. Die Halfie wirtschaftet in Zwergbetrieben auf gepachtetem Boden; der Pachtzins beträgt in der Regel die Hälfte der Ernte. Aber auch die selbstständigcn Bauern wirtschaften aus ihren winzigen Betrieben kaum mehr heraus als die Pächter. Nun hatte Japan 1931 zu allem Unglück noch«ine sehr schlechte Ernte. Sie lag mit 55 Millionen Koku Reis(1 Koku— 140 Kilogramm) beträchtlich unter jener des Vorjahrs, wo 67 Millionen geerntet wurden. Der Durchschnitt der Jahre 1926 bis 1930 war 61 Millionen. Die Preise für Agrarprodukte haben einen nie gekannten Tiefftand erreicht. Von der kleinen Ernte muß der Bauer jetzt mehr verkaufen als ein Jahr zuvor, um wenigstens einen Teil der früheren Barcinnohmen zu haben. Das heißt: er hungert. Die Rekrutierungskommissionen melden, daß die jungen Bauern körperlich den Anforderungen de» Mililärdienstes immer schlechter enlsprechen. Es müssen jedes Jahr immer mehr als untauglich zurückgestellt werden. Daß unter diesen Umständen die Verschuldung der Bauernschaft enorm gestiegen ist, wird man nun verstehen. Man hat geschätzt, daß die 5 Millionen bäuerlicher Haushalte mit rund 6 Milliarden Pen oerschuldet sind. Noch vor drei Jahren wurde der durchschnittliche Jahresgewinn der Bauernwirtschast mit 900 Pen berechnet, vorsichtige Schätzungen kommen für dieses Jahr auf 300 Pen. Zahllose Wirtschaften brechen unter den Schulden zusammen, in manchen Teilen Japans verlassen die Bauern die Dörfer und ziehen— das ganze Dorf!— in die Stadt, in der Hoffnung, dort wenigstens genug zu essen zu finden. Jene Bauern, die Kredit« von Land- und Hypothekenbanken bekommen haben, sind noch relativ gut daran. Nur die Hälfte der Bauern sind bei Banken verschuldet, die andere Hälfte hat Geld bei Privaten auf» nehmen müssen. Der Wucher blüht wie nie zuvor. 20 Proz. Jahreszinsen gelten als mäßig, 40 Proz. sind durchaus nicht etwa eine seltene Ausnahme. Die Entschuldung der Landwirtschaft ist zur obersten wirtschaftlichen Notwendigkeit geworden. Wenn schon der Krieg in der Mandschurei die finanziellen Kräfte Japans zu übersteigen droht, so müßte ein wirklich großer Krieg, der Krieg gegen die Sowjetunion, das Land in der kürzesten Zeit ruinieren. O.>1. WIR<©• letzte Woche Durchoeivebte i■ ♦• C fl Toumay-Teppiche j n| ITPfi'QtrtttP erstes MoruenfoDnßof.fehiertrei 8 I I W? 9 I stati'1 45"jerzl?d Mechanisch qeweöte Smyrna-Velour-Teppictie MarkenfabriKof fehlerfrei w.fronst loB sfott 68-jei7t36- Wo" 102-- 56- K- 156-?3- Riesenposten Tournay-Teppiche bewährtes Markenfobrihat 5§8 statt 98>tzf49- -■ 148-.?4- ' 196" allererste und beste Markenfabrikote p 2�6«3-9"5->$7® Durchqewebte Oualitöts-Teppiche allerbestes fehlerfreies Mai kenfabrikaf: *176-|rosfott258-4fostoft350 statt I jetzt 09" Bettumrandungen ,92�45' SAISON-SCHLUSS- VERKAUF DekoraHons Stoffe Bettdecken 2-beHiq � hoati�erticiö klandardeiten Werf bis 1450 ielzi6� '-zg°°-1450 Riesenposten erstklassiger Fabrikate in neuesten Mustern bis 150 cm breit swi2® sw3�w,4%,,69%851' jeÄ 90* 155 240 3 50 ) statt LJÜ 420 statt jetztlfS' 2 Vorlagen 70/1401 CQOO �050 1 Läufer 70/3501 statt DO jetztO 2 Vorlogen 70/1401 90/350J Statt 35i Extra schwere Velvet-Teppiche erst.Morkenfobrfenlerfreim Frse statt 98 jetzt 52" 0rtio schwere Ubermoß-Teppiche altrenomiertes Horkenfobrikt 1 Läufer Brücken und Vorlagen 120 statt 3� jetztl� §. 6 50- 290 �, 790, 3Q0 ifo/1650» Ä90 jetzt_. 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Die Zahl der außer Betrieb ge- setzten alten Wagen war jedoch größer, so daß der Weltbestand an Automobilen zum erstenmal in der ganzen Automobil- gefchichte einen Rückschlag erfahren hat. Nach einer amtlichen amerikanischen Statistik wurden zu Beginn des Jahres 1932 inallenLändernderErde 3S,2K Millionen Kraftwagen gezählt, d. h. rund 542 009 Wagen oder 1,5 Proz. weniger als zu Beginn des Jahres 1931. Die Entwicklung in den einzelnen Ländern zeigt jedoch stärkere Abweichungen. So betrug zum Beispiel zu Beginn dieses Jahres der Automobilbestand der Bereinigten Staaten 25,99 Millionen Kraftwagen, d. h. 711000 oder 2,8 Proz. weniger als ein Jahr zuvor. Eine Ab- nähme zeigt auch Deutschland um rund 6700 aus knapp 673 000 Wagen. Noch stärker war die Abnahme in Kanada, wo zu Be- ginn dieses Jahres nur noch 1,19 Millionen Wagen oder 37 000 weniger als vor einem Jahr gezählt wurden. Bezeichnend für die schwere Krise A u st r a l i e n s ist die Verminderung des dortigen Automobilbestandes um fast 41 000 auf 523 000. Dagegen wuchs der Best and in Großbritannien auch noch im Jahre 1931 um 41 000 auf 1,57 Millionen, und in Frankreich nahm der Bestand sogar noch um 254 000 Wagen zu, so daß zu Beginn des Jahres 1932 in Frankreich 1,71 Millionen Auto- mobile registriert waren. Bezieht man die Zahl der Kraftwagen auf die Ein- wohnerzahl der Länder, so stehen an erster Stelle die Bereinigten Staaten, an zweiter Stelle die mitten im Stillen Ozean gelegene Inselgruppe Hawaii mit 3,4 und an dritter bis fünfter Stelle folgen die britischen Dominien Kanada, Neuseeland und Australien. Erst in weitem Abstand folgt Deutsch- land, das hinsichtlich der Automobilverbreitung je Einwohner den 3 5. Platz einnimmt. In Deutschland entfielen 1931 auf einen Kraftwagen 95 Ein- wohner, in den Vereinigten Staaten dagegen noch nicht einmal 5, auf der Inselgruppe Hawaii 7, in Neuseeland und Kanada 8. Auch in Ländern, wie Argentinien, Niederländisch-Westindien, Uruguay und Alaska ist das Automobil je Einwohner gerechnet erheblich stärker verbreitet als in Deutschland. Die amerikanische Statistik zeigt im übrigen noch eine sehr interessante andere Verschiebung. Da der Automobilbau in den Vereinigten Staaten verhältnismäßig stärker zurückgegangen ist als in einer Reihe europäischer Länder und da infolge der zu- nehmenden Schutzzollbewegung der Automobilaußenhandel schon im vergangenen Jahr eine starke Einschränkung erfuhr, ging der Anteil der amerikanischen Automobile erheb- l i ch z u r ü ck. So waren von den 9,28 Millionen Automobilen, die zu Beginn dieses Jahres in sämtlichen Ländern der Erde, mit Aus- nähme der Dereinigten Staaten, gemeldet waren, 47,9 Proz. ameri- konischen Ursprung?! ein Jahr zuvor hatte der amerikanische Anteil noch 52 Proz. betragen. � sind gering gewesen. Die Abschreibungen auf die Anlagen, die mit insgesamt 1,6 Millionen Mark zu Buche stehen, wurden etwas erhöht(auf 0,22 Millionen Mark». Die Vorräte sind von 2,6 auf 2,7 Millionen Mark gestiegen, die Forderungen van 1,0 auf 1,2 Millionen Mark. Aus der anderen Seite haben sich aber auch die Schulden weiter, von 3,9 aus 4,1 Millionen Mark, erhöht. Dadurch wurde die Ersolgsrechnung mit dem hohen Betrage von 0,3 Millionen Mark für Zinsen und Provisionen belastet. Militarisierter Staatshaushalt Von Polens Staatshaushalt erhält der Kriegsminister allein 34 Prozent. Nach dem Haushaltsplan sollen im Jahre 1932 33, d. h. in der Zeit zwischen dem 1. April 1932 und dem 31. März 1933, die Aus- gaben des polnischen Staats 2452 Millionen Zloty betragen, etwa 1200 Millionen Mark. Die Einnahmen werden aus 2377 Millionen Zloty geschätzt. Die Zusammensetzung der Zlusgaben Polens beansprucht in weitem Maße internationales Interesse! denn von den 2452 Millionen Zloty, die insgesamt verausgabt werden sollen, entsallen nicht weniger als 833 Millionen auf das Kriegswesen. Zu dieser Summe, die das Kriegs- Ministerium erhält, ist noch der größte Teil der Polizeiausgaben hinzuzurechnen: das Innenministerium erhält 212 Millionen Zloty. Weiterhin sollen mehr als 7 Millionen Zloty für staatlich« Unter- nehmungen ausgegeben werden: es handelt sich aber hierbei ledig- lich um den Bau von Arsenalen, Pulverfabriken und ähnlichen rein militärischen Betrieben. Die Summe, die allein das Kriegsministerium erhalten soll, macht 34 Proz. sämtlicher Staatsausgaben aus. Im vergangenen Finanzjahr waren es erst 30 Proz. Rechnen wir hinzu noch die übrigen militärischen und die Polizeikosten, so ergibt sich, daß allein für diese Zwecke mindestens 40 Proz. der Gesamtausgaben Polens verwendet werden. Diese hohen militärischen�Ausgoben können nur dadurch be- stritten werden, daß alle übrigen Ausgabeposten radi- kal gekürzt werden. Leichie Besserung im Maschinenbau. Der Verein Deutscher Maschinenbau-Anstalten meldet für den Monat Juli eine leichte wirtschaftliche Besserung in der Moschinen- industrie. Obwohl die Jnlondsaufträge ungenügend blieben, konnten einige Zweige der Industrie eine leichte Besserung der Auftrags- erteilung melden. Der Eingang von Auslandsaufträgen Hot sich vurch neue Rußlandabschlüsse erhöht. Der Beschäftigungsgrad der Maschinenindustrie hat auch im Juli 30 Proz. der Normalbeschäfti- gung nicht überschritten. Die durchschnittliche Arbeitszeit hat sich etwa um eine halbe Stunde erhöht. Freundlicher beurteilt wurde das Geschäft in Metall- und Holzbearbeitungsmaschinen, Land- moschinen, Kraftmaschinen sowie in der Armaturenindustrie. Etwas besseres Auslandsgeschäft hatten Druckmaschinen, mechanische Förder- mittel, Zerkleinerungs-, Aufbereitungs- und Materialprüsmoschinen. Neue Oüngemiitelakiion zum Herbst. Der Reichspräsident hat eine Verordnung unterzeichnet, nach der die Düngemittelottion vom Frühjahr für die Herbstbestellung in entsprechend verringertem Umfang wiederholt werden soll. Der Reichssinonzmintster wird ermächtigt, für Forderungen aus Dünge- Mittellicserungsn BUr'gsch asten bis zum Betrage von 14,2 Millionen Mark zu Lasten des Reiches zu über- nehmen. Den Syndikaten ist die entsprechende Mitteilung gemacht worden. Die Bedingungen für die Inanspruchnahme der Bürgschaft sind dieselben wie bei der Frühjahrsaktion. Der Großhandelsindex ist in der Woche zum 10. August weiter um 0,2 auf 95,8 Proz. zurückgegangen. Riesenverluste werden für fünfzehn amerikanische Stahlgesell- schasten gemeldet. Für das erste Halbjahr 1932 betrugen sie 62,4 Mü. Dollar, gegen noch 16,8 Mill. Dollar Reingewinn in der gleichen Zeit des Vorjahres, 116,5 Mill. Dollar Reingewinn im ersten Semester 1930 und 164,5 Mill. Dollar Reingewinn im ersten Semester 1929. Der Vergleich bei ZNöbel-Heß Rom-Berlin wurde a n g e n o m- m e n. Die Gläubiger, die 400 000 zu fordern haben, erhalten in Raren 32 Proz. Beträge bis 100 Mark— oder darauf ermäßigte— werden voll gezahlt. Kompromiß in Ottawa. Guiachien der Währungskommission fordert Preiserhöhung. Die Konferenz in Ottawa soll offiziell am 18. August zu Ende sein. Die Bemühungen auf beiden Seiten hoben dahin geführt, daß Großbritannien und Kanada in ihren Forderungen zu einer Annäherung gekommen sind. Kanada hat sich nun doch bequemt, für die englische Einfuhr von Eisen- und Stahlwaren Erleichterungen zuzugestehen. Grundsätzlich ist es auch jetzt bereit, in der Frage der Textileinfuhr Zugeständnisse zu machen. Zur Zeit arbeitet man an einer Kompromißformel, die von den Dominions gemeinsam abgegeben werden soll und die den Grundsatz des„Konkurrenzzollsatzcs" für die englische Waren- einfuhr nach den Dominions vorschlägt. Das will besagen, daß die Dominions grundsätzlich Zölle gegenüber der englischen Einfuhr nur in solcher Höhe zur Anwendung bringen, daß die Unterschiede in den Erzeugungskosten Englands und der Dominions ausgeglichen werden. Zluf den Märkten der Dominions sollen also die eingeführ- ten englischen und die in den Dominions hergestellten Waren unter den gleichen Bedingungen konkurrieren können. Es wird noch monatelanger Einzelarbeit nach Konserenzschluß be- dürfen, um die einzelnen Zollsätze nach diesem Grundsatz neu zu regeln. Dieses Entgegenkoininen der Dominions muß England natür- lich nun doch mit Zöllen auf seine N a h r H n g s m i t t e l e i n f u h r (und Vorzugszöllen für die Dominions) bezahlen Das Ausmaß dieser Zölle ist noch nicht bekannt: ein« Schädigung des englischen Exports noch dem„Ausland* scheint unvermeidlich, ebenso eine Verteuerung der englischen Lebenshaltung. Gerade diese muß aber die englische Wirtschaft in neue Schwierigkeiten bringen, sind doch ohnehin schon die schwersten Lohn kämpfe in der englischen Textilindustrie ausgebrochen. Ein Gutachten des Währungsausschusses in Ottawa stellt fest, daß zu einer Ueberwindung der Weltkrise eine Preis- steigerung unerläßlich sei. Dazu müsse kurzfristiges Geld zu niedrigen Zinssätzen in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden. Aber«ine„instationistische Schaffung zusätzlichen Kredits zur Finanzierung von Staatsaufgaben" dürfe nicht erfolgen. Aller- dings könnten Maßnahmen auf dem Gebiete des Geldwesens allein die Krise nicht beseitigen. Etwas merkwürdig berührt wird die nicht-englisch« Welt davon sein, daß das Gutachten so stark die Bedeutung der Stabilität der Wechselkurse betont. Einmal müsse eine Zone der Sto- bilität zwischen den Ländern, deren Währung vom englischen Pfund abhäng«, geschaffen werden: zum zweiten müßten die Wertschwan- kungen zwischen dem englischen Psund und dem Goldpreis b e< s e i t i g t werden. Ganz ähnlich drückt sich eine gleichzeitig abge- gebene Erklärung der englischen Regierung aus. Uns will scheinen, die Währungsfachl«ute des britischen Weltreichs hätten sich ein gut Teil Arbeit sparen können, wenn Eng- land nicht selbst die Stabilität der Wechselkurse durch Aufgabe des Goldstandards durchbrochen und so eine gewaltige Un- sicherheit in den Handelsbeziehungen der ganzen Welt gebrocht hätte. Aber vor knapp einem Jahre priesen dieselben Sach- oer ständigen das Abgehen vom Goldpreis sür die einzig möglich Lösung der wirtschastlichen Schwierigkeiten. Jetzt ist man in Not, wie die Wertschwankungen zwischen Pfund und Gold zu beseitigen sind. Aus den Erklärungen spricht aber auch das Be- streben, für London die Rolle des ersten Geld und Kopital- Marktes zurückzuerobern. Günstiger Mühlenabschluß. Verringerung des Verlustes bei Weizenmühle Solomon. Die Weizenmühle Karl Solomon u. Co. A.-G., Berlin, deren Firma aus der-letzten Generalversammlung in Osthafenmühlen A.-G. abgeändert wurde und deren Kapital sich in Händen der Preußenkasse und der Deutschen Rentenbankkreditanstalt befindet, weist für das Geschäftsjahr 1931 einen Reingewinn von 0,16 Millionen Mark(im Vorjahr 0,32 Millionen Mark) aus. Der Rückgang erklärt sich im wesentlichen aus einer nenen Rück- stellung von 0,13 Millionen Mark. Der Reingewinn hätte einer Dividende von 7 Proz. auf das 2-Millionen-Mark-Kapital ent- sprachen: er wurde zur Verminderung des Verlustvortrages aus den früheren Jahren verwandt. Es verbleibt danach noch ein Verlust- Vortrag von 0,13 Millionen Mark. Dieses Ergebnis ist verhältnismäßig günstig, da infolge der großen Arbeitslosigkeit sowohl der Weizenmehl- wie der Roggen- mehlabsatz gesunken ist. Aber die Ausfälle von Forderungen liHf.;•/ r;><- ••"'.■/;--..; Zum fetzten Jflaf ertönen die tfanfmen für Gafliel5 Täglich strömen gewaltige KSuferscharen zu diesem einzigartigen Verkauf. sichern auch sie sich die bestehenden Vorteile der letzten Tage: Trotz riesigen Konsums— noch immer unerschöpfliche Auswahl. Trotz bester Qualitäten— ein Tiefstand der Preise, der einfach noch nicht dagewesen ist. Nochmals ertönt der Ruf an alle: AUF ZU GADIELI Beginn 1. August! 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Der Kongreß anerkennt den Kampf, den die ITF. und die ihr angeschlossenen Organisationen gegen den Faschismus in seinen ver- schiedenen Formen führen, begrüßt besonders die Tatsache, daß infolge der von der ITF. geleitete» Propaganda heute im f a s ch i- stischen Italien wiederum ihr angeschlossene Organisationen bestehen, bedauert jedoch, daß in dem Kampfe gegen die wachsende Reaktion bisher nicht alle Kräfte der organisierten Arbeiterschaft eingesetzt worden sind. Der Kongreß richtet deshalb den dringenden Appell an die Arbeiterorganisationen aller Länder, sich der stetig wachsenden Ge- fahr bewußt zu sein und beaustragt den Generalrat der ITF., ge- nzeinsam mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund die Maß- nahmen zu trefsen, welche nötig sind, um die organisierte Arbeiter- schaft in geschlossener Aktion gegen die alle bedrohende Reaktion einzusetzen. Cr beschließt, im eigenen Kreise den Kamps gegen den Faschi-s- mus mit allen Kräften weiterzuführen und ersucht die der ITF. an- geschlossenen Verbände, ihr äußerstes zu tun, um die Bruderorga- nisationen, die schon heute vom Faschismus vergewaltigt oder un- mittelbar bedroht werden, in ihrem Kampfe gegen Reaktion und Terror mit allen Mitteln zu unterstützen." -i° Der Kongreß der Tran Sportarbeiter interna- tionale in Prag öefaßte sich äm Jrektag mit der Frage her Reparationen und Kriegsschulden: Er fördert« deren Streichung im Interesse des Proletariats. In der Arbeitszeit- frage nahm der Kongreß einen Antrag auf Einführung der 49- Stunden-Woche an. Die ITF. soll sich zur Durchsetzung dieser Forderung mit allen Gewerkschastsinternationalen in Verbin- dung setzen. Der Beschluß der argentinischen Eisenbahner, den Trans- port von Kriegsmaterial im Konflikt zwischen Bolivien und Para- guay abzulehnen, wurde stürmisch begrüßt, und der Kongreß appel- liert an die Arbeiter aller Länder, diesem Beispiel bei Kriegsgefahr zu folgen. Eine Kundgebung der italienischen Delegierten gegen Faschismus, Reaktion und Krieg fand nachhaltige Unterstützung, und gegen die Haltung der polnischen Regierung, die den polnischen De- legierten die Teilnahme an der Prager Tagung untersagte, erhob der Kongreß von neuem Protest. GetPerkschaftsOtofleud Berlin Morgen, Montag, 15. August, ab 18 Uhr, spielt der Hüdostkreis auf dem Sportplatz Schöneberg, Dominicusplatz. igt Iugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten iSr4l Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Iugenddeim Eeestraße.„Erlebnisse in Sibirien."— Nordost II: Jugend- beim Schönlanker Str. 11. Vortrag:„Rassen und Religionen", Referent: Rachow.— Weißcnsce: Jugendheim Pistoriusstr. 2i. Vortrag:„Was bietet der Verband seinen Mitgliedern?" Referent: Birr.— Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Landerstraße.„Schach dem König" lBrettspielabend).— Plaketten für die Aatikriegslundgebung am 3. September im Volksparl Rehberge zum Preise von 20 Ps. sind im Iugendsekretariat zu haben. LspZiiseMozs Die Straßenbahnen werden noch auf lange Zeit hinaus das wichtigste Massenoerkehrsmittel bleiben! sie haben gegenüber den Autobussen den Borzug der geringeren Betriebskosten und der längeren Lebensdauer. Aber gerade dieser langen Lebensdauer verdanken sie gewisse Rückständigkeiten, an deren Beseitigung nunmehr gearbeitet wird. Die Straßenbahn hat ja eigentlich das Erbe der alten Pferdebahn angetreten. Die ge- mütlichen und doch so unbequemen Pferdebahnwogen haben bei dem Bau der meisten Straßenbahnen als Borbild gedient. Heute empfindet man die Straßenbahn im allgemeinen als rückständig, weil man sie mit dem Autobus oergleicht. Wir stellen heute an ein öffentliches Verkehrsmittel andere Anforderungen, als sie bis jetzt im allgemeinen von der Straßenbahn erfüllt werden. Die moderne Technik hat in der Tot die Fähigkeit, auch die Straßenbahn unseren Anforderungen entsprechend zu gestalten. Einer der Hauptnachteile ist der Lärm, den die Straßenbahn vielfach noch verursacht. Die älteren Wagen donnern und poltern durch die Straßen, als ob ein Gewitter daherkäme. Daß es auch anders geht, zeigt ein Straßenbahnwagen, der von der„Westfälischen Straßenbahn G. m. b. H." in Betrieb genommen wurde. Bei diesem Fahrzeug sind zwei Neuerungen durchgeführt, die zur Verminderung des Fahrlärmes beitragen. Zunächst hat man die Räder mit einer Gummipolsterung versehen. Zwischen der Radbandage(der Laie spricht gern vom„Radreifen") und dem Radstern(die„Speichen") hat man Gummiringe eingefügt, die das Fahren der Bahn sanft und elastisch gestalten. Eine derartige Lärmdämpfung könnten übrigens auch die Wagen der ArsZgKdsto • II-Bahn brauchen. Bei der Sommerwärme sind natürlich die Fenster geöffnet, und wenn die Züge in den Tunneln fahren, ent- steht ein so fürchterliches Getöse, daß man es kaum aushalten kann. Dann aber ist bei diesem Fahrzeug das auf die Nerven fallende Quietschen in den Kurven beseitigt worden. Das wurde durch die von dem Ingenieur Baseler angegebenen L e n k a ch s e n erreicht. Der Wagen hat drei Achsen, die durch eine Art von Deichseln miteinander verbunden sind. Wenn das Fahr- zeug in die Kurve geht, stellen sich die Achsen und damit auch die Räder in die Richtung des Kurvenhalbmesicrs. Der Wagen kann dadurch mit großer Geschwindigkeit die Kurven durchfahren, ohne das sonst übliche Ouietschen zu erzeugen. Das Schmieren der Kurven, das das Fahrgeräusch der„nichtbogenläufigen" Wagen vermindern soll, ist bei diesem modernen Fahrzeug unnötig ge- worden. Bei neuen Ausführungen dieses Wagentyps wird man auch die heute noch im Wageninnern hörbaren Getriebe- g e r ä u s ch e durch geeignete Verzahnungen beseitigen. Selbstver- stöndlich stört dieser Wagen auch nicht die Rundfunkhörer! der Stromabnehmer wurde hierfür zweckentsprechend ausgebildet. Für den Fahrer wurde ein bequemer Sitz vorgesehen. Es wurde weiter für ausreichende Entlüftung und indirekte Beleuchtung gesorgt. Dos Signalgeben ist durch optische Zeichengebung inner- halb des Wagens verbessert worden. Straßenbahnen, die auf dem hier gezeigten Wege weitergehen, werden sich sicherlich die Gunst des Publikums erhalten. Die moderne Straßenbahn wird dann auch gegenüber anderen Verkehrsmitteln in jeder Hinsicht Wettbewerbs- fähig bleiben. Die eigene Tochter ermordet. Furchtbare Bluttat in Pankow. Oer Täter flüchtig. Zu der Kaiser-Friedrich-Slraße öS wurde in den gestrigen späten Abendstunden ein entsetzlicher Mord entdeckt. 3n Ihrem Bett wurde die IS Zahre alte Charlotte M i ch a l s k i mit durchschnittener Kehle aufgefunden. Nach den bisherigen polizeilichen Ermittlungen ist die Unglück- liche von ihrem eigenen Vater, dem Sljährigen Schneidermeister Michalski, im Bett überfallen worden. Der entmenschte Täter hat seiner Tochter, die bereits ahnungslos in ihrem Bett lag, offenbar mit einem Rasiermesser die Kehle durchgeschnitten. Michalski litt seit längerer Zeit unter geistigen Störungen. Di« Familie hotte unter seinen häufig auftretenden Zuständen schwer zu leiden. Besonders seiner ISjähngen Tochter Charlotte stellte M. wiederholt nach. Als sich Michalski mit dem Mädchen gestern abend allein in der Wohnung befand, geschah die entsetzliche Bluttat. Zu einem Kampf scheint es nicht gekommen zu sein, denn der Schnitt verläuft von links nach rechts und reicht von einem Ohr zum andern. Der Tod muß auf der Stelle eingetreten sein. Nach der Tat hat sich Michalski schnell gesäubert und entfernt, da er jeden Augenblick die Rückkunft seiner Frau oder feines Sohnes befürchten mußte. Die polizeiliche Suche nach dem Mörder ist bisher ergebnislos verlaufen. Man nimmt an, daß M. selbst Hand an sich gelegt hat. Gu«empler für den Volksfrieden. Eine Aktion gegen die Roheitsverbrechen. In einer sehr beachtenswerten Entschließung kam der Groß- logentag des Deutschen Guttemplerordens, der soeben in Kiel abgehalten wurde. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut: Die furchtbaren Roheitsverbrechen im gegen- wärtigen Reichstagswahlkampf find vielfach auf Alkohol- g e n u ß zurückzuführen. Der DG. wendet sich an alle Partei- führer mit der Bitte, für die Alkoholsreiheit aller politischen Ver- anstaltungen und aller Parteilokale zu sorgen. Daß die vielen unsäglich wiederwärtigen Roheitsvergehen der Nationalsozialisten zu einem nicht unwesentlichen Teil darauf zurück- zuführen sind, daß die Leute in ihren Parteikneipen und Kasernen sich erst tüchtig angefüllt haben, darüber dürfte kein Zweifel mehr bestehen. Die Sozialdemokratische Partei darf für sich in Anspruch nehmen, jederzeit in ernster eindringlicher Weise be- sonders das junge Geschlecht auf die Gefahren des Alkohols hinge- wiesen zu haben. Es sollte aber auch in dieser Abstinentenorgani- sation nicht verkannt werden, wie segensreich in dieser Hinsicht gerade der preußische Innenminister S e v e r i n g gewirkt hat. Möge der DG. es nicht unterlassen, sich mit seinen sehr beachtlichen Wünschen an die jetzige Reichsregierung und die von ihr betreute preußische Staatsregierung zu wende»! auf sie kommt es am meisten an. Und da im Guttemplerorden, so viel wir wissen, Angehörige aller Parteien organisiert sind und einträchtig an ihrem Ideal wirken, so wäre schon manches gewonnen, wenn alle politisch rechts stehenden Guttempler und alle kommunistischen im Sinne der obigen Entschließung auf ihre Parteien einwirkten. Die Zlhön des kleinen Mannes. Der„Sturmvogel", Flugnerband der Werktätigen e. V., eröffnet am Sonntag, dem 14. August, 14 Uhr, das größte Segelfliegerlager der Mark Brandenburg. Die Wetherede hält der geschöft-führende Vorsitzende der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege, Genosse Friedrich W i l d u n g. Das Programm sieht fernerhin die Taufe eines Segelslugzeuges vor. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses des ADGB., Berlin-Brandenburg- Grenzmark, Genosse Carl Vollmerhaus, wird die Taufe vor- nehmen. Im übrigen enthält das Programm einen Gemein- schaftsflug von drei Motorflugzeugen, Massenstart von Modellen, sowie ein Vergleichsfliegen von Gleit- und Segel- flugzeugen. Der Eintritt ist frei. Als beste Fahrverbindung gilt die Eisenbahnfahrt mit Sonntagsrückfahrkarte vom Anhalter Bahnhos nach Trebbin.___ Fest in Jischkat. Alljährlich veranstalten die Bewohner der von der G e h a g erbauten Großsiedlung Fischtal in Zehlendorf ein Volksfest unter dem Titel„Fest im F i s ch t a l", dessen Reinertrag zum Bau eines Kinder- und Jugendheims verwandt werden soll. In diesem Jahr findet das Fest am heutigen Sonntag, 14. August, statt, und zwar gibt es einen Festzug mit vielen Fest- wagen, Autokorso, Tombola, Tanzdielen im Freien, Fackelzug. Kinderspiele und Feuerwerk. Faltbookunglück aus der Salzoch. Bei S u l z a u in der Nähe von Salzburg kenterte ein Faltboot mit den beiden Reichsbahn- Praktikanten Otto Schmidt und Friedrich Windisch in den Wirbeln der Salzach. Windisch ertrank, Schmidt konnte gerettet werden. Herr Robert Kalder, Berlin-Halensee, Westfälische Str. 37, ist verstorben. Der Bersiorbene war 40 Jahr« ununterbrochen„Vorwärt»'-Leser. Der Sommer verabschiebet sich mit dem Laisen. Schlußverlauf, lurz bevor die Zeit beginnt, in welcher jeoer Umschau halt, um für die lange Zeit de» Winker» ein schönes Heim zu haben. Der Saison.Schlußoerlauf ist daher ein/ Verlaus von außergewöhnlicher Wichtigkeit. Zwei Wochen bereit» währt der Saison-Schlußverlaus der Firma Teppich-Bursch, Berlin E. 2, Evandauer Straße 92, der auch in diesem Jahr da» hielt, wa» die Leitung der Firma sich davon versprach. E» ist jedoch weniger wichtig, die Zufriedenheit de» Veran» stalters zu erfahren, als die Zufriedenheit des Publikums mit dieser ganz ge> wältigen Berlaufsveranstaltung. Der stetig anhaltende, dauernd sich ver. stärlende Erfolg der Firma Tevpich.Bursch ist ein Beweis sstr die Anerkennung des kaufenden Publikums, das diesem für Jahrzehnte berechneten Artikel viel mehr Aufmerksamkeit entgegenbringt ats den fchnellebigen und vergänglichen Gegenständen. Ei» Freudenfest. Wer in diesen Tagen die Leipziger Straße im Zeichen des Laifon-Schlußverkaufs vor sich liegen steht, dem fällt im lustigen Weit- streit der Fahnen und Fähnchen ein« Riescnflagge— alles überragend— in die Augen. Sie weht vom Dach der Otag herab. Imposant, in weltstädtischen Ausmaßen erhebt sich das führende SpezialHaus für Teppiche, Gardinen und Dekorationsstone vor unserem Blick. Die Riesenfassade ist wie zu einem Freudenfest geschmückt. Der bekannte Otag-Zauberer verkündet gauberpreise! Magnetisch angezogen bleibt man vor den hohen Schaufenstern stehen, in denen man alles fürs Heim in bunter Fülle zu sehen belommt: Teppich in gediegen- ster Qualität, Stores und Dekorationsstoffe mit dem Geschmack von heute, moderne Läuferstoffe, Stepp, und Daunendecken, Möbelbezugstoffe von erlesener Schönheit... Hausfrauen, man braucht nicht weiter aufzuzählen, Sie kennen die Otag und ihre wertvolle Ware. EI» Meisterstück im Dicust am Kunden ist der soeben erschienene neue Möbelkatalog der Firma G I« i s« r. Alcxanderplotz. Man hat stch nicht nur auf eine mustergültige klare Zusammenstellung der riesigen Produk. tion aller Preislagen beschränkt, sondern auch Ratschläge und Anregungen in reicher Fülle geboten. 500 Ähbildungen und eine größere Anzahl mehrfarbiger Kunstdrucktafeln geben einen lückenlosen Ueberblick über alle Ge- biete neuzeitlicher Wohnungskunst. Wer jetzt oder später an Neuanschaffungen denkt, wird an dem wirklich ausgezeichneten Katalog der Firma Glciscr, Alcranderplatz, nicht vorübergehen können. Da» Werk wird trotz seines hohen buchkünstlerischen und journalistischen Wertes allen Interessenten kostenlos und unverbindlich Ubersandt. Theater, Lichtspiele usw. Tägl. 5 u. 8� Uhr. Barbarossa 9256 WCIIIE PÄ6S m. Ihrem DINOSAURUS DIE STARS DER WELTI >'ur noch! Tagel 5n.B'5.H8.2.5.8'50. sv. uhr CflSIHO- THEATER � vi« Lothringer Strafe 37. Bcrtin wird wieder lachen! Ab Freitag, den 26. August Annemarie das kleine Tanzmädel Volksoperelte.- Musik von Gilbert. Vorher ein bunter Teil. Preise 0.50 M. 0,75 M. und I,— M. Auch Sonntag abend. NEU!—— NEU! 6p. Affen-Freianlage TSglich ab 4 Uhr nachm: GROSSES KONZERT Abends; Tan* im Freien Sonderschan; Tierkindergarten AQUARIUM beim Uebergang vom Zoo Eintrittserleichierung Resfounod Berlins Rennen zu Karlshorst Heute nachm. 3 Uhr Stuten- Jagdrennen 3373% Fahrpreisermassigung für Besucher der Leipziger Herbstmesse 1932 Mustermesse 28. Aug. bis 1. Sept., Textilmesse 28. bis 31. Aug., Messe für Bau-, Heus- und Betriebsbedarf 23. Aug. bis 1. Sept. Erstmalig: Mitteldeutscher Land wirtschaftsmarkt 28. bis 31. Aug. Besorgen Sie sich ihr Messabzeichen zum ermässigten Vorverkaufspreis bei: der Berliner Geschäftsstelle des Leipziger Messamts(Dr.Westphal), W57, Kurfürstenstr. 23 hpt.r.,Untergrundbahnh.„Kurfürsten$trasse"Südausgang(Oliva1783u.Lützow1799); dem Ehrenamtlichen Vertreter des LeipzigerMessamts, DirektorG. Bach(Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser), W 62, Kielganstr. 1(Lüfzow 3365/66); der Norddeutschen Lloyd-Agentur Berlin, G. m. b. H., Kajütenbüro, W 8, Unter den Linden 1 (Hotel Adlon)(Flora 6601); Filiale Kurfürstendamm 17(Bismarck 2284); dem Norddeutschen Lloyd, Generalvertretung Kurt Montanus, G.m.b.H., NW 40, invaliden- Strasse 93(D 2, Weidendamm 2241 und 7966); derVerkehrsabteilung der Industrie- u. Handelskammer, C2, Klosterstr. 41(Berolina 5691); dem Verein Berliner Handelsvertreter E.V., NW 7, Georgenstrasse 47(Merkur 587); der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr, Auskunftsstelle Berlin W 9, Potsdamer Bahnhof(Kurfürst 3375); der„Nord- und Süd-Einkaufsgenossenschaft" E.G.m.b.H.(Generaldir. Fr. P.Mortini), SW68, ' Ritterstrasse 73/74(Dönhoff 10); dem Verband der Bestandteilfabrikanten für Musikinstrumente e.V., Berlin-Lichterfelde- West, Karlstrasse 103(Lichterfelde 7927); der„E.G.V." Elektro Grasshändler- und Exoorteur-Vereinigung Deutschlands e.V., SW48, Friedrichstrasse 234(Bergmann 6597); derTextil-Zeitung, Berlin SW 19, Leipziger Strasse 62/63, Am Spittelmarkt(Merkur 9080); der Deutschen Luft-Hansa A.-G., SW 68, Lindenstrasse 35(A7, Dönhoff 8630); der Vertretung des Nordd. Lloyd: Wilhelm Kaefer, Luckenwalde, Treuenbrietzener Str. 155. Messabzeichen zum Vorverkaufspreis und Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt mit 33Vj0/o Ermässigung auf die Personenzugfahrpreise II. und III. Klasse (Benützung von Schnell- und Eilzügen gegen Zahlung des tarifmässigen Zuschlags gestattet) werden verkauft von den Reisebüros: Reisebüro Tietz, Leipziger Strasse; Reisebüro Scherl, Am Dönhoffplatz; Reisebüro Ullstein, Ullsteinhaus; Kaufhaus des Westens, Wittenbergplatz; Reisebüro Wertheim, Leipziger Strasse, und den Ausgabestellen des Mitteleuropäischen Reisebüros, Potsdamer Bahnhof und Bahnhof Friedrichstrasse. Die ermässigten Fahrkarten sind gegen Vorzeigung des Amtlichen Messabzeichens der Leipziger Herbstmesse 1932 mit zugehöriger Aufsteckkarte auch an allen Bahnhöfen erhältlich. Messadressbuch frei überallhin gegen Voreinsendung der Auslieferungsgebühr von RM 1.—[e Band auf Postscheckkonto Leipzig 66750 Verlagsanstalt des Leipziger Messamts GmbH., Leipzig C1. Band I Mustermesse, Band II Technische Messe. LEIPZIGER MESSAMT LEIPZIG Schustheiss- Patzenholer Brauerel-Aktiengesellschan Bilanz am 31. August 1981 Aktiv« Azuprüdie wegen Vorzugsaktien............ Anjazevermögen.............................. Beteiligungen einscfaliefllicb der zur Beteiligung bestimmten Wertpapiere............ Umlaufsvermögen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe............ Halbfertige Erzeugnisse, fertige Erzeugnisse und Waren.............................. Wertpapiere................................ Hypotheken................................ Darlehen.................................. Außenstände.............................. Forderungen an Konzerngescllschaften.... Kassenbestand einschließlich Guthaben bei Notenbanken und Postscheckguthaben____ Andere Bankguthaben...................... Abgeltung des Zurückbehaltungsrechtes auf die Vorzugsaktien........................ Avale....................*)RM 16 985 899,92 RM 11 250 000,— 68 852 038,81 26 433 419.34 7 848 056.27 5 818 007.82 886 665.02 2 451 031,80 16 913 385.12 6 119 214.67 3 885 407,16 1 182 006,82 7 204 050.29 2 190 000.— 161 033 483.12 *) davon inzwischen erledigt RM 4 024 472,97 Passiva Grundkapital Stammaktien.............................. Vorzugsaktien.............................. Reservefonds.............................. Rückstellung für angefallene Verluste au» 1930/81...................................... Verbindlichkeiten: Teil Schuldverschreibungen................ Hypotheken................................ Nicht abgehobene Dividende.............. Guthaben der Kunden.................... Guthaben der Angestellten................ Kautionen.................................. Guthaben der Lieferanten und sonstige.. Noch nicht fällige Steuern.................. Guthaben von Konzerngesellsdiaften...... Feste Darlehensschuld.................... Reorganisationsschuld...................... Bankschulden.............................. Wohlfahrtsfonds und-kassen.............. Richard Rocsicke Beamten-Pensionskasse.. Walter Sobernheim-Stiftung................ Gewinn- und Verlustrechnung Vortrag aus 1929 30.............. 793 402.16 Verlust aus 1930/31.............. 750 486,92 Avale....................*)RM 16 985 899.92 RM 41 400 000.— 15 000 000,— 5 640 000— 2 140 047,21 34 320,36 2 203 109,74 16 215,15 24 935 390.99 5 338 429.32 891 650.44 3 041 408,02 3 377 391.68 7 533 085.25 10 241 500.— 16 400 000,— 18 886 161.26 «66 724.94 2 898 364.24 146 769,28 42 915.24 Mädi.Oper Charlottenbur; äismarckstraSe 34 Sonntag, 14. August| Volksvorstellunq beschränkt. Kartcnvcrk. j Die Walküre Friedrich, Amerling,| Müller, Hartmann, Deetal, Baumann Anfang 19 Uhr £nde nach 23 Uhr Gr. Preisabbau Tänz-Konzert Nachmltt. u. ai.nd. Zimmer » Bett y. RM. S- aa t Betten v.RM.10.-an Hotel- Frütistück kompl. RM. 1.50 Berlin eÄ Hotel EXGELSIOR. itunrtS. f lata 3134 Rerntten er:. Taps& Tempo. RemosComp. 4Richys, Sealtiel.M.&C Mayo Levanda, Hunfer& Bobette usw. Hente 2 Vorstellnnaren 4 n. 6.13 Uhr. 4 Uhr Rlclns Pruis« Rose- Theater 'rote Frinkfirtei StnSe t32 lel. Weidnel E 7 3427 6 und 0 Uhr Herzdame Ciartenbtlline 5 Uhr Konzert u. Variete FrUltllnoslnlt TRAUM LAND SCHCNHOLZ SIWSSfcMB-57-öa-11? eiutmenüGn Jeder Art liefert preiswert ?aul Goüeiz vormals Robert Moyer Mariannenstr. 2 F 8, Oberbaum 1 303 Zehiendorler Strafe 5 Naturdar�n Tiemaru HlndemelastlOansen Pfänderversteigerung. Die in den Monaten Oktober, Ro vember, Dezember 1031 versetzlen Piänder lommen, lomett sie nicht erneuert worden sind, zur Verlieigernna: Bei Abteilung II. Elsasser Str. 74. vom Montag, dem S. September 1933, ab 9 Uhr, in der ReiHensolae! Fahr- riider pp. Aleider, Pelzwerk Wilsche! Bei Abteilung I, Iägerstr, 64, vom Montag, dem Vi September 1932, ab 9 Uhr, in der ReiHensolae: Juwelen. (Sold- und Silbersachen, Suittau, Fa riider. Gegenstände der Oplit, Aleider. Peizwert, Wäsche. Fiir verfallene Pfänder, welche erst nach dem Auknonsbeginn erneuert oder ein- aeläst werden, muß destimmungsgemäß Aukiionsgebllhr berechnet werden. Staatliches Cclhatnl. Ihren UNa ab im schönen Thüringer Walde im herrlichen Erzgebirge in stimmungsvoller Heidelandschaft im märkischen Seengebiet in den Heimen derADEFE Aliacmelne nentsmcOcscllsdiaH I0r Ferien- unö Erholunasneime m.b.H. SitzJena.Marienstr.4— Prospekte gratis IHRE ADRESSE BITTE und wir senden Ihnen völlig kostenlos und unverbindlich unseren neuen, soeben erschienenen, farbenprächtigen KATALOG Sie können sich zu Haus, im Kreise Ihrer Familie überzeugen, dass unsere MÖBEL hervorragend schön und die Preise unwahrscheinlich niedrig sind. Unser Katalog ist für alle, die sich vorbildlich einrichten wollen, geradezu unentbehrlich GLEISER GieiserA.G., BerlinC.33# Alexanderplatz Bitte um ko.tenloie Zeiandung Ihre. Katalog» Nr. 33 Name j Del----- Siran*;. Nigllch Sandedarbietungen der Berliner runkstunde mit Nachmlttag«- jnd Abendprogramm• Hochlnterauanta Sonderausetellungen dar Pautechan Reichspost, der Relchsrundfunkgesellschaft und der Heinrich flertz-Oesellichaft a Uber 300 Aussteller caigen umwälzende Fert- tchrllta undVarbesserungan auf allen Gebieten dar elektro-akustlschen Industrien GTausande von Geschanken werden an die Besucher verteilt Die große Funkillustrierte für das schaffende Volk VOLKSPUNK Reich illustrierter Textteil, mit großem Europaprogramm Erscheint wöchentlich, 48 Seiten stark, in Kupfertiefdruck VOLKSFUNK Einzelnummer 25 Pfennig monatlich 90 Pfennig Alexanderplatz Neue KfinigBtr.43 161 033 483.12 *) davon inzwischen erledigt RM 4 024 472,97 Die Kapitalherabsetzang gemäß Beschlag unserer Generalversammlung vom 21. d. M. ist inzwischen im Handelsregister eingetragen. Berlin, den 30. Juli 1932. Der Vorstand Vorstehende Bilanz nebst Gewinn- und Verlustredinnng haben wir geprüft und mit den Ausweisen der ordnungsgemäß geführten Gesdiäftsbücher in Ucbereinstimmung gefunden.,... Hinsichtlich des Inhaltes der einzelnen Bilanzposten wird auf die Erläuterungen im Gesdiäftsberidit verwiesen. Wir erteilen diesen Priifiin-gsverracrk unter der Voraussetzung, daß die Kapitalherr.bsel/.iing von der Generalversammlung beschlossen und ins Handelsregister eingetragen wird. Berlin, den 15. Juli 1932. Deutsche Rcvlslons- und Treuhan d-AkticngcsellsAaft S u»• t ppt. G i 1 1•••• a- verweHäiter und ZuMör Zftcnen-, schul- und Hauspapiere Genossen d. Eisernen Front 10% Rlcbard Lindner Neukölln Heiser- fpiedrieh- UraCe 3S--37 Tel.: Neukölln 2378 30 Jahre In der Pertel I/ im Herzen der Sddislsdien Schweiz Preisabbau/ Prospekt Nr. A. 8 durch Kurverwaltung und Reisebüros [;en~ Rezept 3V, P/und Aprikosen oder Pfirsiche— enl- steint gewogen— sehr gut zerdrücken, mit 3llt P/und Zucker unter Ptibren zum Kochen brin- gen und tO Minuten brau- send durchkochen.Hieraul eine Normalflasche Opekla , flüssig" zu 86 P/g. sowie nach Belieben den Sa/t einer Zitrone hin, einrühren u. sofort in G/ä- *er f üllen. Genaueste Kochanweisung mit Rezepten Regt jeder Flasche bei. Vorsicht beim Opekla-Ein- kauf! Nicht zu verwechseln mit ähnlich lautenden GeUermittsin, Opekla i ist nur echt mit dem damp- Ma es» rricMc« sewoem /enden' tO-Mtnuten-T opf. Achtung I Rundfunkl Sie hören über die Sender BerMn Mittwoch, 24. August, vormittag» 10.55 bis 10.50 Uhr den »ehr Interessanten Lohrvortrag au» der Opokta-KUeha „Zwetschgenmus oder Zwolschgenmarmelade 7"— Rezeptdurchgabs I T.ockan-Opekta Ist Opekla In Pulverform von gleich hoher Qualität wie Opekla flüssig. Beutel zu 25 Fig. für etwa 2 Pfd. Marmelade, und Kartons zu 45 Flg. für etwa 4 Pfd. Marmelade. Genaue Rezepte liegen jeder Fackung bei. ttsalllgas Kochbuch mit über 100 ausführtlchsn Rezepten lür Marmeladen, Gelee», Tortenübergüsse, Eis und Süßspeisen In den Geschäften erhältlich oder gegen Voreinsendung von 20 Flg. In Brietmarken von der OPEKTA-GESELLSCHAFT M.B.H., köLN-RIEHL zgg Opekla la ellee Otogarlaa und lebencmltlalgetchätttn OP*kle-l*Bfkl«, a tk o verschiedene Farben....Stück jetzt w ÄÄBfer«w..0I58 0.78 Knaben-Puliover i qc reine Wolle, ebne Aermel. mit Motiv, Stück Jetzt I fW*# HERREN-ARTIKEL Selbstbinder n /a idno Seide..................... Stück Jetzt von Herren-Hüte moderne Farben und Formen........ Stück jetzt Damen-Schirme 9 7e durchgesireift....................... Stück jetzt MwI# 1.75 2.75 SCHUHWAREN Damen-Schuhe Lackleder............................ Damen-Schuhe braun Boxcalf........................ 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Das Alter war so nebelhaft entrückt wie ein Stück Leberwurst oder eine neue Stellung... „Es wird ganz fix gehen!" sagte sie trösten. Er warf ihr einen gereizten Blick zu. Wie konnte sie sich unterstehen, ihn zu trösten? Wenn sie Angst hatte... oh bitte, er konnte auch ohne Begleitung sterben. Aber es stirbt sich netter zu zweien, fand er. Offenbar stellte er sich das Sterben wie eine Wcekendtour vor. Er sah sie daraufhin noch einmal an. „Wie du aussiehst!" bemängelte er.„Wie eine Trauerweide im Ausoerkauf! Jetzt hast du doch keinen Grund mehr dazu. In zehn Minuten sind wir den ganzen Dreck los! Du könntest ruhig noch mal lachen... so wie früher!" Sie versuchte ein Lächeln. Mein Gott, wie dilettantisch sie das anstellte! Seitdem sie ohne Stellung und Schreibmaschine lebte, lächelte sie noch unbefriedigender als früher. Aber was verlangt man denn immer alles von einer einzigen Person? Sie hatte Tippen gelernt und nicht Lächeln. Zum Lächeln engagiert man Filmstars. Sie war doch bloß eine Verlängerung der Schreibmaschine. Zu- fällig lebendig... Und aus diesem Grund höchst unpraktisch! Denn wenn eine Schreibmaschine arbeitslos wird, stellt man sie in die Ecke und Schluß. Eine lebendige Angestellte will natürlich auch weiterhin essen, Unterstützungsgelder, ein Paar neue Strümpfe. Lebendige Menschen sind glatte Verschwendung in heutiger Zeit! Und aus dieser Erwägung heraus hatten sie auch ihren Entschluß gefaßt. Es widerstrebte ihnen, mit Ansprüchen herumzulaufen. Er hatte einmal einen sogenannten„Schraubenmenschen" aufgezeichnet; nach oem Prinzip: sparsam und billig. Statt Gehirn: Schrauben. Statt eines Magens: Schrauben. An Stelle von Händen: Kneif- Zangen. Er war fest überzeugt davon, daß in 80 Iahren alle Menschen nach diesem Modell angefertigt würden. Sie persönlich waren leider— wie die anderen Zeitgenossen— hinter der Zeit zurück. Das Zusammensein der Liebenden ohne Schrauben wurde von Minute zu Minute peinlicher. Der Kaffee war ausgetrunken. Jetzt war es eigentlich so weit. Er erhob sich mit falscher Schneidgteit und warf daher einen Stuhl um. Wie er den Stuhl langsam wieder aus die Beine brachte, fiel sein Blick auf die Wand. Dort hing ein« Postkarte von Lilian Harvey. Sie lächelte sozusagen geheimnisvoll.(So stellt ein Buch- Halter sich die Mona Lisa vor.) „... Ziege!" murmelte er wütend. Er hatte diese Postkarte persönlich gekaust. Also konnte er unmöglich Lilian Harvey gemeint haben. Außerdem war dieselbe durchaus keine Ziege, sondern ein hochbezahlter Usa-Star. Sie hatte allen Grund zu lächeln... Während er den Revolver umständlich auspackte, ging draußen die Flurklingel. Sofort ließ er den Revolver fallen. „Der Postbote!" erklärte er.„Immer um die Zeit kommt die Abendzeitung." Merkwürdig, daß ihn jetzt noch die Zeitung inter- essierte! Er war doch bereits im Aussterben! Aber er war anderer- seits Großstadtmensch. Er konnte unmöglich sterben, ohne die Abendpost gefressen zu haben. Vielleicht hatte sein Chef Reue oder Aufträge bekommen, vielleicht.... Er rüttelte sein Fräulein am Arm. Schlief sie eigentlich? Sie hatte die Augen geschlossen. Alberne Person! „Ich hole nur noch die Post!" sagte er etwas verlegen. Sie blieb weiter bei ihren geschlossenen Augen, als ob sie einen Kuh und keinen Revoloerschuß erwartete. Vielleicht ist da kein Unter- schied?— Ihr Gesicht war langweilig, abgenutzt und hingebend. Wenn er sie anblickte, langweilte er sich trotz seiner Zuneigung. Er suchte wie jeder Mann Nuancen und fand bloß Liebe. Echte und eintönige Original-Liebe!— Zum Sterben— Er lief hinaus. Der Briefträger hatte die Post schon ab- geworfen. Zwei Briefe, Reklamen, das Abendblatt seiner Wirtin. Er riß die Zeitung an sich, wie man eine neue Frau oder ein Börsenpapier an sich reißt. Nach geraumer Zeit kam sie in den Korridor. Er stand und las... las... las... Ich denk, er wollte— „Lies mal!" rief er ihr entgegen.„Toll, was die Leute sich dabei denken! Und die Konferenz... na, da bin ich mal neugierig, was wieder rauskommt. Ich sag immer..." Sie starrte ihn erstaunt an. Er war belebt, guter Laune, er schalt schon wieder die Zeit aus.. Sie ging ohne zu antworten ins Zimmer zurück. Packte haus- fraulich die Kaffeetassen und den Revolver zusammen. Damit würde es wohl heut nichts mehr werden? Richtig getippt, mein Fräulein! Es würde heut nichts werden und nie mehr! Denn wenn ein horter Entschluß auch nur um zwei Minuten aufgeschoben wird, verflüch- tigt er sich wie reiner Alkohol oder reine Ideen. Vergessen sie nie vor derartigen Sachen: gegen Abend klingelt der Briefträger! Und gegen den Briefträger ist der Tod bloß eine Erscheinung zweiter Klasse!— Der Briefträger bringt Skandale aus aller Welt. Zahlungsbefehle, Hoffnung. FamilienUatsch... Leben! Der Tod hat keine Auswahl. Er bringt bloß den Tod... ... des Geldes. Ein König hat sich davongemacht. Mit ihm verschwand sein Geld, das sowieso nur in der Einbildung seiner Gläubigen existierte — verschwand, wie das Zündholz verbrennt. Aber sein Palast steht noch, in Stockholm. Es ist ein prunkvoller Palast. Man sollte nicht meinen, daß man aus leichten Zündhölzern einen steinernen Palast bauen kann. Aber in dieser Zeit kann man es. Von diesem Palast aus wird nicht mehr regiert. In diesem Palast ist man noch immer dabei, hinter die Regierungsschliche des toten Königs zu kommen. Ein kleines Heer von Konkursverwaltern bemüht sich darum. Darunter sind zwei einfache Soldaten, zwei Bücherrevisoren. Sie haben Bücher zu revidieren, die in den riesigen Safes im Keller des Palastes oerborgen sind. Sie erhalten die Schlüssel, sie schließen die Safes auf und stecken die Schlüssel in die Tasche. Sie stehen in den Sases und prüfen die Bücher. Dabei stößt einer beim Umblättern mit dem Ellbogen gegen die Halbmeter- dicke Stahltür. Di« Stahltür gehorcht dem leisen Druck. Sie fällt zu... Von innen ist die Tür nicht zu öffnen. Zuerst lachen die beiden Männer im Safe. Dann sagt einer:„Es kann lange dauern, bis man uns sucht." „Und es kann noch länger dauern, bis man die Tür gewaltsam aufgeschweißt hat", sagt der andere. Sie versuchen, in Ruhe die Bücher weiter zu prüfen. Sie haben ein bißchen Durst, obowhl sie eben erst getrunken haben, haben Hunger, obwohl sie eben erst gegessen haben. Aber das ist wohl Einbildung. Draußep rührt sich nichts. Nach einer Stunde blickt der eine aus und sagt zum andern: „Du hast so eine merkwürdige Gesichtsfarbe." „So...? Ja, ich habe merkwürdigerweise Atembeschwerden. Und übrigens hast auch du so einen blauen Schimmer um die Backen." „Ich habe auch Atembeschwerden." Sie sehen sich um. Plötzlich lassen sie beide die Bücher fallen. Sie schreien leise auf. Sie haben gesehen, wie eng der Safe ist. Sie haben begriffen, daß nur ein paar Kubikmeter Lust zum Atmen zur Verfügung stehen. Daß sie schon den größten Teil davon ver- braucht haben. In einer Stunde Daß sie ersticken müssen, wenn nicht Hilfe kommt. Sie stürzen los auf die Stahlwand der Tür. Sie hämmern dagegen. Dos hört sich aus der andern Seite vermutlich an wie das Krabbeln eines Käsers. Aber sie hämmern weiter mit blauen Gesichtern und roten Fäusten, mit schmerzender Lunge und schwirrendem Kopf. Endlich— es kratzt etwas von der andern Seite... Nein. es ist kein Irrtum. Draußen ist man am Werk, am Werk der Be- freiung. Sie umarmen sich und weinen miteinander. Dann setzen sie sich still hin. Atem sparen... Und dann wird es schwarz vor den Augen. In dieser Schwärze kreisen allerlei Gedanken wie Eulen und Fledermäuse. Herrgott, wenn die da draußen es nicht mehr schaffen..? Wenn die Luft eher zu Ende ist als der Mann draußen mit dem Schweißapparat? Dieser Safe ist geschaffen für leblose Werte. Er haßt dos Lebendige. Es ist ein Safe für ge- fälschte Bücher und Aktien. Die brauchen keine Luft und kein Licht, die scheuen Luft und Licht: darum baute Jvar Kreuger über dem yorick: fänlladen der SEeil 1 3)ie �Unterbliebenen Dunkel der Safes sein strahlendes Leben. Sie aber sind Menschen. Sie haben die Bücher und Aktien nach oben geschafft, ins Licht, da zerfielen sie wie Zunder. Nun hat der Tote sich gerächt, hat sie hier unten eingeschlossen, damit sie ersticken wie Gewürgte. Es ist Jvar Kreuzers Faust, die sie würgt... Sie heben in der Wut des Wahnsinns und der Ohnmacht die Hände gegen Jvar Kreuger. den toten König. Sie drohen ihm. Was haben sie mit ihm zu tun? Warum zieht er sie nach in sein Los? Warum leistete er sich die schnelle Kugel, während er sie langsam verwesen läßt? Warum trifft der Fluch, welcher lastet über den Taten der Finanzkönige, euch die Unschuldigen...? Sie reden sich ein, daß das Kratzen lauter wird. Aber sie hören es nur lauter, w�il es hier so totenstill ist. Nein, es ist doch nicht totenstill, nicht mehr. Es saust, es heult in ihren Ohren. Aber das ist auch der Tod. Das ist die Sirene des Todes... Ade, Leben. Wir sind die Sklaven, die mit ihrem Herrn verbrannt werden, wie in alter Zeit. Wir können nichts für seine Taten, aber wir müssen mit. Des Königs Arbeiter müssen verhungern, weil er sie prellte um den Lohn ihrer Arbeit. Wir müssen ersticken. Es ist wie in alter Zeit. Es hat sich nichts geändert. Es ist nur alles verlogener geworden und barbarischer... Ade, Leben!— Sie wurden gerettet nach zwei Stunden des Cingeschlossenseins. Man fand sie in Ohnmacht. Man erweckte sie. Aber die Aerzte sagen, daß si« lange siechen werden ... der N i o b e. Es ist eine Mutter gekommen zu einem Fischer aus der Insel Fehmarn. Sic hat den Fischer gebeten, sie hinauszurudern bis zu der Stelle, wo die„Niobe" versank Sie hat ihm nicht gesagt, daß mit dem Schiff ihr einziger Sohn versank. Der Fischer fuhr sie bis zu der Boje, welche die Unglücksstelle bezeichnet. Dort stürzte sich die Mutter ins Wasser. Der Fischer konnte sie retten. Sie wehrte sich oerzweifelt. Sie wollte sterben. Sie war keine Königstochter, sie suchte keinen Königssohn wie im alten, todestraurigen Volkslied. Sie war eine arme Mutter. Eine von neunundsechzig Müttern. Oh bitte! Nur keine Sentimentalität! Was ist ein Segelschiff, ein einziges lächerliches Segelschiff? Wir rüsten auf, Hurra! Und wenn wir ganz aufgerüstet haben, wird Krieg sein. Hunderte von Schissen, von Dreadnoughts, Kreuzern, Torpedobooten werden ver- sinken mit Tausenden von Menschen. Und es werden aber Taufende von Müttern und Bräuten sich hinausrudern lassen zu den hundert Unglücksstellen. Die grüne Fläche des Meeres wird verschleiert sein vom Schwarz der Trouerkleider. Es wird kein Platz mehr sein auf dem Meere für die Kriegsschiffe, auf denen die Lebendigen in den Tod fahren wollen. Die Mannschaften werden die Hundertschaften der Mütter und Bräute retten müssen, die sich ihren Söhnen nach- stürzen Es wird keine Zeit mehr sein sür den Krieg... Oh bitte! Nur keine Sorge! Die Mütter und Bräute werden nicht hinausfahren. Man wird sie daran zu hindern wissen. Das Meer hät frei zu bleiben für neue Untergänge. Der Krieg findet unter allen Umständen statt. Wir rüsten auf. Hurra! ... des Krieges. Dabei gibt es Leute, die sich noch nicht so recht aus den neuen Krieg freuen können. Weil si« nämlich noch auf die Liquidierung des alten warten. Zu dieser Liquidierung gehört für solche Leute auch der Dank des Vaterlandes. Das heißt, bei uns haben sie die Hoffnung auf diesen Dank auf- gegeben. Aber in Amerika wollten sie ihn sich holen. Sie zogen nach Washington und forderten ihn. Aber gottlob hat man in Washington Militär, neues Militär, das noch nicht vom Kriege ver- darben ist. Dies Militär hat Tränengas, Bajonette und Maschinen- gewehre. Damit trieb man die Invaliden auseinander. Sie zer- stoben nach allen Richtungen. Es war wie im Kriege. Man hätte meinen können, die Deutschen griffen an... Aber der Krieg im eigenen Lande ist zur Zeit in aller Welt gefragter. Am selben Tag machte man in New Jersey Versuche für den nächsten Krieg. Man probierte einen„springenden Tank" aus. Dieser Tank kann viele Meter hoch und weit springen. Eine geniale Erfindung. Sie bewährte sich bestens. Und während die geschlagenen Haufen der Leute, die den Dank des Vaterlandes in Form von Bajonettstichen und Brandbomben empfangen hatten, wimmernd und elend nach Hause zogen, sprang unsichtbar über sie hinweg, den Himmel verfinsternd und aus Maschinengewehren krachend nach allen Seiten, eine Absage an den Frieden und die Gerechtigkeit, ein Zukunftsbote des Krieges und erneuten menschlichen Undanks, der springende Tank... Die Kriegsinoaliden blickten auf zu. dem Ungeheuer, das über sie und ihre Not hinwegsetzte, und erkannten dankbar, daß die Welt weitersprang über sie hinweg. Die Köpfe zu schütteln, waren sie zu blessiert von Washington her. Schließlich war es ja auch bloß eine Vision... £riia tßüfing: Ulan jpekulierl in Sand Plötzlich und unerwartet lernt« ich ihn neulich kennen, ihn, den Mann, der die Sahara kennt. Er ist kein Forscher, der von den Tuaregs, den schwarz ver- schieierten Herren der Wüste, gejagt wurde und der um sein Leben hetzte wie ein angeschossenes Stück Wild. Er ist auch nicht einzu- reihen in die Gilde der Reisenden, die sich mühselig durch den ewigen Durst der Wüste schleppten und in einer Oasenniederlassung gierig Kamelsleisch samt Fliegen verschlangen, nur um durch den Magen ihrem Körper neue Säfte zuzuführen. Er hat weder Durst noch Hunger, weder Sonnenbrand noch empfindliche Nachtkühle ver- spürt, er hat nicht aus einem langsam und qualvoll verendenden Kamel das Allerletzte herausgepreßt, um sein Ziel zu erreichen. Er verzichtete aus keine Bequemlichkeit und er ist doch einer der Herren der Wüste. Er hat keine Augen, die in ihren Blicken denen der Adler gleichen, sein Gesicht ist nicht von Sorgensurchen zermürbt und seine Gestalt ist nicht hager und wird von keiner Haut um- schlössen, die wie schlecht gegerbtes Leder dreinschaut. Er hat einen wohlgepflegten Bauch, seine Haut ist glänzend schmierig und seine Augen sind klein und listig. Sein Körper ist kaum einer Anstrengung fähig und doch kennt er die Sahara, als ob er an Hand von Gene- ralstabskarten sie ein paarmal auf und ab marschiert sei. Sein schäbiger Spekulantencharakter entdeckte die Wüste, als Haardt-Dubruil sich mit den Raupen-Automobilen durch die Sahara quälten. Hinter diesen beiden Pionieren stand damals die französi- sche Regierung samt ihrer Militärmacht und ihrer Organisations- fähigkeit. Ueberall waren Posten aufgestellt, allerorts nahm man die Pioniere in Empfang und leitete sie weiter und sicher durch die Wüste. Sie erreichten ihr Ziel. Der eine der Raupenwagen.„Sonnen- käfer" mit Namen, gilt als französisches Heiligtum, und Haardt und Dubruil galten als die Vorläufer der Trans-Sahara-Bahn. Der Spekulant ließ ohne Neid der Nation den Rausch der Begeisterung, blieb aber hellhörig und sann für sich auf ein solides Geschäft. Und seine Erfolgsaussichten stiegen. Man baute an der Trans- Sahara-Bahn, man schuftete, es verkamen Menschen in Sonne und Sand. Ein menschliches Wesen kann viel, ober ohne Feuchtigkeit kann es nicht leben. Es regnete nicht in der Sahara. Es regnet seit acht Iahren nicht mehr in der Sahara. Die Sahara war einst ein Meer. Sein Salzgehalt liegt jetzt auf der Erde, ist die scheinbar schwitzende Kruste des Wüstensandes. Man grub und grub im Sand und man stieß auf Salz. Es steigerte den Durst der Menschen. Es kommt kein bindendes, kein besänftigendes Naß, der Sand nimmt zu, die Stürme sausen. Aus sich heraus zersällt der Sand, türmt sich zu allmächtigen Wänden auf, sinkt wieder in sich zusammen und durchrieselt den ganzen Dunstkreis der Sahara in seinen Winden. In der Sahära ist das Leben einer Palme wichtiger als das Leben eines Menschen. In der Wüste tötet man einen Menschen, der einer Palme etwas zuleide tut! Doch was nützen diese strengen Bestimmungen! Der Sand deckt sie zu, die Palmen, er erstickt sie glatt. Und er frißt die Schienen der Trans-Sahara-Bahn. Die an- gewandte Technik hat in allen Kulturländern menfchenzermahlendes Schicksal gespielt, jedoch kann sie bislang noch nicht mit dem Kamel konkurrieren. Es versandet der Plan der Trans-Sahara-Bahn. Man gibt ihn auf. Im selben Augenblick entdeckte der Spekulant seine europäische Verantwortung für den dunklen Erdteil. Die Verbindung muß ge- schaffen werden. Darum plant man jetzt die Errichtung einer Flug- linie. Die gebraucht Stützpunkte. Aber nicht das Helfenwollen, fon- dern die Ramschsucht macht den Spekulanten erfinderisch. Er trieb sich Leute für seine Interessen zusammen, er jagte sie in die Wüste, er versteht es, den Sand auszubeuten. Er hat jetzt Verbindungen, die bis tief ins Sandmeer reichen, er kennt die Sahara: denn er ist nunmehr einer ihrer erfolgreichsten Grundstücksspekulanten. Sein Kapital könnte man in Europa gebrauchen. Doch Europa ist sür ihn ein abgegrastes Feld, es hat eine aufgeklärte Arbeiter- fchaft, die womöglich in nicht allzu langer Zeit die Gesetzesgeber zwingt, sie am Prosit zu beteiligen. Doch in der Wüste kann man heute noch spekulieren und sich aller Wahrscheinlichkeit nach unver- steuerbaren Wertzuwachses erfreuen. Er reibt sich die Hände, dieser kleine, schweinsäugige Mann. Er ist wichtig, obwohl man ihn seiner Niedrigkeit wegen verdammt: denn er ist der Typ des smarten Kapitalisten. AUdeutfche Sprichtvorle Putzen wollen den Docht alle, aber ihm Oel zugießen, will keiner. Klarem Himmel und lachenden Herren soll niemand trauen. Wer aller Leute Freund ist, ist jedermanns Narr. Ein verzagtes Herz wirbt um kein schönes Weib. Das Neue klingt, das Alte klappert. Lobreden schläfern ein, Schimpfreden rütteln wach. Wer nichts hat. kann doch borgen. Von der Zeit wird alles ans Licht gebracht. Rosen und Dornen trennt man nicht. Wer mit einfältigen Leuten spricht, soll nicht doppeldeutig reden. Mut aus Furcht vor Strafe haben nur die Feigen. Zweifel läßt sich überwinden: Dummheit kann keiner belehren. Gesammelt und bearbeitet von Walter Meckvuer. ßM. Vvm&Wwmi -v-n, Briseoille ist nicht mehr vorhanden. Das kleine normannische Dorf, in dem ich meine Kinderjahre verlebt habe, ist verschwunden. Oder hat es sich nur oerändert? Jedenfalls erkenne ich es nicht mehr. Wo ist der niedliche, blumengsschmückte Bahnhof, der stets einer Spielzeugschachtel entnommen zu sein schien? Ein graues Backstein- gebäude nimmt seinen Platz ein. Wo sind die Kastanienbäume längs des Bahnkörpers? Telegraphenstangen haben sie oerdrängt. Wie ein Eindringling komme ich mir vor. Das soll Briseville sein? An Stelle der strohbedeckten Bauernhäuser stehen Arbeiter- barocken. Wo früher Getreide wogte, dehnen sich Fabrikgebäude aus. Ihr schrilles, durchdringendes Pfeifen würde die Hühner und Gänse in steten Schrecken versetzen, wenn es hier noch Hühner urst» Gänse gäbe... Ich will fliehen. Aber der nächste Zug nach Avreux geht erst in drei Stunden. Während ich weiter wander«, sehe ich zahlreiche Ge- sichter, von denen mir kein einziges bekannt ist. Erleichtert atme ich auf, als ich endlich nach einem Wäldchen gelange, das von der In- dustrialisierung verschont geblieben ist. Eine weihe Zie� blickt mich mit grohen, zweifelnden Augen an. An ihrem Halse hängt ein Strick. Eine alte Frau hält sein Ende. Aber?.. Nein, das ist doch nicht möglich. Und doch! Ich näher« mich. Ja, sie ist es, die gute alte Mutter Prevost. In Kindheitstagen schien sie mir schon steinalt zu sein. Jetzt mochte sie neunzig Jahre, vielleicht darüber, zählen. Mit zahnlosem Munde lächelt sie mir zu. Erkennt sie mich? „Guten Tag, Mutter Prevost! Sie erinnern sich meiner noch?� Mutter Prevost hält mir ihre Ohren entgegen. Sie hört viel- leicht nichts mehr. Aber das scheint sie nicht zu bekümmern. Sie hat den glücklichen Gesichtsausdruck kluger Kinder am Anfang und am Ende des Lebens. Die Ziege grast weiter. Die Alte sieht mich an. Ich sehe sie an. Ich bin sehr verlegen. Und doch bleibe ich. Mein altes Briseville ist doch nicht ganz tot. da ich Mutter Prevost wiedergesunden habe. Und sie nimmt, weil sie weih, was sich schickt, die Unterhaltung mit dem unbekannten Herrn auf.„Mein Sohn, du hast dich da vor mir auf- gepflanzt wie eine Telegraphenstange. Du staunst wohl? Du fragst dich: Was macht sie da, die gute Alte, stets an derselben Stelle, stets um dieselbe Stunde, jeden Tag, den ihr der Herrgott vergönnt? Nun, ich muß mich doch um meine Ziege kümmern." Bald spricht sie nicht mehr zu mir. sondern mit sich selbst.„Das Leben ist keine lustige Sache, wenn man alt wird und allein ist. Die Kinder? Sind sehr weit weg. Vielleicht schon gestorben... Aber ich bin nicht traurig... Hab' keine Zeit dazu: muß kochen, die Ziege auf die Wiese führen, Holz sammeln... Die Zeit vergeht. Und man zerstreut sich, so gut es geht. Schlag zwöls Uhr, wenn es von der Fabrik pfeift, komm' ich hierher. Du siehst, daß man von hier aus die ganze Straße überblicken kann. Ich warte auf den Briefträger. Wenn er vorüberkommt, sagt er„Guten Tag, Mutter Prevost!" und geht weiter. Ich seh' ihm nach und denk' mir:„Viel- leicht morgen!" Denn ich warte doch nicht auf Onesime, den Brief- träger, sondern auf einen Brief. Lustig nicht wahr?" Und ihr zahn- loser Mund grinst.„Wer soll mir eigentlich schreiben? Niemand. Und doch warte ich immer. Das zerstreut einen, sage ich dir. Wenn ich zuviel nachdenken muß, jag' ich mir:„Vielleicht kommt ein Brief." Von wem? Ich weiß nicht. Aber wenn ich einen Brief bekäme, Steulfche Soseialißen Georg von Volkmar(1860—1922). Sicherlich ist unsere Partei international im besten Sinne des Wortes. Es ist einer unserer Ruhmestitel, daß wir stets und be- sonders dann, als es am gefährlichsten und am schwierigsten war — in der ersten Zeit nach dem Kriege(1870—71)— den falschen Nationalitätsdünkel bekämpft und das Verbindende, allgemein Menschliche über das Trennende, Nationale gesetzt haben. Wenn eine Arbeiterbewegung die Pflichten der internationalen Verbrüdc- rung zu allen Zeiten erfüllt hat und erfüllen will, so ist es die deutsche Aber damit ist nicht ausgeschlossen, daß es für uns auch nationale Aufgaben und Pflichten gibt. Denn so weltbürgerlich der Mensch denken mag, so muß er, wenn er nicht ein Träumer ist, an- erkenneu. daß die wirtschaftlichen Bedingungen nicht unbedingt und maschinenhast wirken, sondern daß die Verschiedenheiten des Volks- tums und der Gemeinwesen tief begründet sind. Auf die„Vereinigten Staaten von Europa" werden wir noch lange zu warten haben. Bekämpfen wir also den nationalen Dünkel, den Chauvinismus, wo wir ihn finden, und setzen wir in einem weiten Blick die gemein- samen Interessen der Menschheit über die ihrer einzelnen Glieder: aber lassen wir uns ebensowenig zu einer widersinnigen Verneinung eines berechtigten, gefunden nationalen Lebens und der daraus auch für uns erwachsenden Pflichten verleiten. Vermeiden wir ebenso sehr die nationale Ueberhebung wie das andere Zerrbild, die Ver- neinung der Nation und die Selbstbeschimpfung... Jedenfalls kann allen wirklichen Friedensfreunden in Frankreich und anderwärts nur gedient sein, wenn die Stellung der deutschen Sozialdemokratie zu einem allfälligen Friedensbruche klar und zweifelsohne aus- gesprochen wird. Wenn jemals irgendwo im Auslände die Hoffnung bestehen sollte, daß im Falle eines Angriffes auf Deutschland die Angreifer auf die deutsche Sozialdemokratie zählen könnten— diese Hoffnung würde gründlich enttäuscht werden. Sobald unser Land von außerhalb angegriffen wird, gibt es nur noch«ine Partei, und wir Sozialdemokraten werden nicht am letzten unsere Pflicht tun! wüßte ich, daß noch jemand an mich denkt. Und das würde mir gut tun. Alte Leute haben ihre Schrullen..." Ich verabschiedete mich. Erst einige Wochen später führte ich mein Vorhaben aus. Konnte ich nicht auf diese mühelose Weise Mutter Prevost glücklich machen? Ich stellte mir ihr Lächeln vor, wenn der Briefträger ihr eines Tages statt des üblichen„Guten Tag!" zurufen würde:„Ein Brief ist für Sie da!" Was in dem Briefe stand? Ein paar höfliche Redewendungen, mit denen ich sie meines Interesses für ihre Person zu versichern ver- suchte. Das schuldete ich ihr, der einzigen Zeugin meiner Kindheit. Erst«in Jahr später hörte ich wieder von Mutter Prevost. Durch einen Zufall kam ich mit einem Ingenieur zusammen, der in der Briseviller Fabrik beschäftigt war. Ich fragte ihn, ob er Mutter Prevost kenne. „Sie ist tot, die arme Alle", antwortete er mir.„Sie starb plötzlich wie eine Kerze, die man ausbläst. Sie bekam einen Brief und fing plötzlich zu zittern an. Sie hatte keine Zeit mehr, ihn zu öffnen. Der Briefträger konnte sie gerade noch in seinen Armen auffangen. Änrf Schlrl-ltzer: Bauine in der Großstadt. Die hohen Wipfel tviegeil sich erstaunt, roenn ste ein QBindstoß trifft. Schlank steigen ihre Stäwine aus dern Schacht der Häuser; aus taufend Fenstern starren fSlenfchen in das kühle Grün, träurnen von Feld und Wald und Freiheit. Doch die Bäume? Die misten nichts von Bergesroeiten. lXftühfam und eingeengt mar ihre Jugend. Ihm, da sie fast ermachfen sind, bald sterben müssen, seh'u sie mit ihren Spitzen immerdar die Sonne. A.us tausend Fenstern starren INenschen in das kühle Grün und träumen... Aeist wird's brachtooll! Ohne maß für Ordnung und.Sitte' Schupo: Sie. Frollein, Sie sind zu kurz angezogen! Dame: Regen Sie sich nicht auf! Schupo: Doch, ich reg' mich auf. Allerdings nur in meiner Eigenschaft als Beamter. In meiner Eigenschaft als Mensch finde ich Gefallen an Ihnen. Da drück ich auch ein Auge zu. Aber mein Aug« des Gesetzes nimmt Anstoß. Deutschland muß sittlich und Ihr Rock länger sein. Dam«: Haben Sie denn ein Maß bei sich? S ch ü p o: Ich bin ein Anhänger der grundsätzlich neuen Staats- führung. Ich kenn« kein Maß mehr, ich kenne nur noch Derord- nungen. Dame: Und so verordnen Sie mir, daß ich keine Bein« mehr zeige? Schupo: Leine sind unanständig. Eine gut« Deutsch« hat keine Bein«. Dame: Ja, was sind denn das für Zustände!? Schupo: Das sind bracht— volle Zustände! Und wenn Sie weitergehen, werden Sie erfchosien. Im Namen des Gesetzes, Ei« sind oerhaftet! k!ricb Gottgetrea. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 14. Angust. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Hamburg: Hafen-Konzert. 8: Für den Landwirt. 8.88: Morgenfeier. 10.03:, Wettervorhersage. II: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.88: Aus Bern: Funkbericht vom Jungfraujoch. 13.48: Elternstunde. 14.18: Lieder. 1408: Klaviermusik. 18: Kinderstunde. 18.30: Aus Siegsdorf: Volks! leder-Singen vom Chiemgauer Heimattag. 16.18: Aus Hamburg: Hdrbericht von den Internationalen Tennis-Meisterschcften am Rothenbaum. 16.38: Blasorcherster-Konzert. 18.10: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.38: Mit dem Mikrophon durch die Mark: Vetschau. 18.80: Opera Buffa. Ein Vortrag mit Meisterplatten. 19.48: Sportnachrichten. 20: Populäres Orchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanz-Musik. Montag, 15. Angust. 6; Gymnastik. 6-20: Aus Breslau: Prühkonzcrt. 7.15: Sonderbericht über die Olympischen Spiele in Los Angeles. Anschließend: Fortsetzung des Frühkonzerts aus Breslau. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten-Konzert. 15.20; Hausfrau und Haushaltslehrling. 15.40: Der Magen einer Großstadt. 16.05; Unbekannte Dichtung. 16.30: Kammerorchester-Konzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Bildhauer und Kunstfreund. 18.15: Junge Lyrik. 18.30: Unterhaltungsmusik. 18.45: Mit dem Mikrophon durch die Mark: Hagelberg. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 20: Aus Hamburg:..Helgoland." Das Bild einer deutschen Insel. 21.10: „Ein Tag Liebe." Volksllcdfolge nach Sätzen alter und neuer Meister. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.20: Aus Frankfurt a. M.: Zeitberichte. Danach: Tanz-Musik. Dienstag, 16. Augnst. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Hamburg: FrQhkonzert. 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14. Schallplatten-Konzert. 15.20: Wiener Redensarten. 15.40; Plauderei über Salzburg. 16.05: Konzert. 16.45: Dr. Ueberall erzählt. 17.10: Bücherstunde. 17.40: Wilhelm Wundt zum 100. Geburtstage. 18.05: Mit dem Mikrophon durch die Mark: Sakrow. 18.15: Gitarresoli. 18.35; Per Peiter liest eigene Skizzen. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 19.55; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20; Schubert-Konzert. 20.30:„Deutschland." Eine Sinfonie aus Geschichte, Dichtung und Musik. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 17. August. 6: Gymnastik. 6.20: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplatten-Konzert. 15.20: Orthopädisches Turnen. 15.40: Briefe, die keine sind. 16.05; Mit dem Mikrophon durch die Mark: Spandau. 16.30; Aus Heringsdorf: Nachmittagskonzert. 17.30; Die Reichspost im Dienste des Nachrichtenwesens. 17.55: Jugendstunde. 18.15: Nachmittags- konzert. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Im Goethe-Jahr durch Frankreich. 19.35: Ludwig Nüdling, der Dichter und Pfarrer aus der Rhön. 20: Rclchssendung. Aus München;„Cosi fan tutte." Komische Oper von Mozart. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Danach: Tanz-Musik. Donnerstag, 18. August. 6: Gymnastik. 6.20; Aus Halle; Frühkonzert. 10: Wochenmgrkt-Allerlel. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzerl. 12.40: Die Viertelstynde für den Landwirt. 14; Schallplatten-Konzert. 15.20: Die Fabrikarbeiterin und ihr Beruf. 15.40: Lebensmittelvergiftungen. 16,05: Das habe ich doch schon mal erlebt! 16.30: Alte Musik für Cello. 17: Neye Saxophon-Musik. 17.30; Die junge Generation. 17.50: Das Wochenende. 18.16; Mit dem Mikrophon d�rch die Mark; Paretz. 18.25: Der erste planmäßige Transozean-Luftverkehr. 18.56; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mjt... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Großer bunter Tanz-Abend. 21.10: Richard Wagner in Paris. Hörfolge, 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Abendunterhaltung. Freitag, 19. Augnst 6: Gymsustilc. 6.20: PrüKkapiert 10: Crifftiungsfeier der IX. öroSen Deutsthen Funk-Auuteilucg 193?. 11.30: Aus Bremsn: Mittajskonzcr'. 1?.S0: Wenermelduneen für den Lindwirt- 14: SchillpUttenkonrert. 18.20: Leben und Kulturen der Sahara. 18.40: Der Film-Atnateur. 16.08: Europaflug und Lnfttourlstik. 18.30: Blasorchester-Konrert. 17: Jugendstunde 17.20: Das neue Buch. 17.30: Blasorcljester-Konzert. 18.30: Mit dem Mikrophon durch die Mark: Nauen. 18.80: Wegweiser ins Wochenende. 18.88: Die Funkstunde teilt mit.. 19; Stimme zum Tan. 19.10: Deutsches Sprachnewissen. 19.38: Wirtschafts-Rundschau. 20: Unlerhaltunss-Konrert. Danach; Tani. Musik.______-"rtirtfli Sonnabend, 20. Angnst. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Danziz: Frühkonzert. 11.30: Aus Känizsberz: Mittazskonzert. 12.30: Wettermeldunzen für den Landwirt 14: Schallplatten- Konzert. 18.20: Für die Kinder. 15.40: Berliner Häuser erzählen. 18.03: Nachmittazskonzert. 18.30: Die Erzählunz der Woche. 18.80; Die Funk- stunde teilt mit.. 18.88: Stimme zum Taz. 19.08; Schubert-Konzert. 19.30: Für den Siedler und Kleinzärtner. 19.40; Kolportaze. 20: Aus der Funkausstellunz:„Hallo, Funk-Ausstellunz 1932." Ein Funk-Potpourri. An- sälleßend: Wetter-, Tazes- und Sportnachrichten, Danach: Tanz-Musik. Königswusterhausen Sonntag, 14. August 6; Aus Berlin; Gymnastik. 6.20: Aus Hamburg: Hafenkonzert. Ab 8t Uebertragung aus Berlin. 11: Dichterstunde. 11.25: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.55; Aus Bern: Funkbericht vom Jungfraujoch. 13.45: Elternstunde. 14.15: Tanzrausch im Indianer-Wigwam(mit Schallplatten). 14.40: Unterhaltende Stunde. 15.05: Stunde des Landes. 15.30: Aus Siegsdorf: Volkslieder-Singen vom Chiemgauer Heimattag. 16.15: Aus Hamburg: Hör» bericht von den Internationalen Tennis-Meisterschaften am Rothenbaum. 16.35: Aus Berlin: Blasorchester-Konzert 18: Das Problem der Prophezeiung. Ab 18.30: Uebertragung aus Berlin. 20: Aus Wien:„Wo die Lerche singt." Operette von Lsthar. Ab 22.20: Uebertragung aus Berlin. Montag, 15. Augnst. 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Psychologie des Schlagwortes. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30; Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Aktuelle Stunde. 19.30; Stunde des Landwirts. 20: Uebertragung aus Berlin. 21: Aus Köln: Sinfonie-Konzert. 22.25: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.40: Aus Köln:„Glücklich ist, wer vergißt." Dienstag, 16. August. 16: Tradition und Konvention. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Gedenkvortrag über Wilhelm Wundt. 18: Warum lehnt Japan bis heute das Christentum ab? 18.30: Wirtschaftliche Selbsthilfe in England. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Film und Volk- 19.40: Viertelstunde Funktechnik. 20: Das deutsche Volkslied. 20.30: Uebertragung aus Berlin. 22.20; Aus Hamburg: Spät-Konzert. Mittwoch, 17. August. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus'Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Parlamentarismus und Staatsführung in der Gegenwart. 18: Wie sieht es über uns in der Atmosphäre aus? 18.30: Weltpolitische Stunde. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.20; Stunde des Beamten. 19.40: Ansprache am Grabe Friedrich des Großen. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 18. August. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nachmittagskonzert. 17.30; Die Nationalitätenfrage Südosteuropas. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Aktuelle Stunde. 19.15: Stunde des Landwirts. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Freilag, 19. August. 16: Pädazozischer Funk. 16.30: Aus Leipfiz: Naehmittazskonzert. 17.30: Schwierizkeiteu der enzlischen Aussprache mit praktischen Lautdemonstra- tionen. 18: Das Cembalo, seine Ausdrucksmözlichkeiten und Grenzen. 18.30: (ioldwährunz und internationale Währunzslaze. 18.88: Wetterbericht für die tandwirtsehaft. 19: Die neunte Funkausstellunz. 19.18: Wissenschaftlicher Vortraz für Aerzte 19.88: Stunde der Arbeit. 20; Aus Hamburz; Rudolf- fhilipp-Stunde. 21: Aus Köln:„Das Nebelhorn." Hörspiel von Uzarski. 22. 10: Wetter-, Tazes- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertrazunz aus Berlin. Sonnabend, 20. August. 16; Falsche Berufsromantik. 16.30: Aus Hamburz: Nachmittazskonzert. 17.30; Viertelstunde für die Gesundheit. 17.80; Fremdenverkehr und Verkehrs- verhunz. 18.08: Musikalische Wochenschau. 18.30; Der ewize Harlekin. 18.88: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Enzlisch für Anfänzer. 19.30: Kirche und Juzenderziehunz. 20: Uebertrazunz aus Berlin 22.30: Aus Köln: Nachtmusik und Tanz. ,£ Viele Zehntausend* *• Im Gebrauch von Ad und Jung. AH» Füllhalter Atta Preislagen Größtes Lager Friedrieh- Leipziger Str. TIS. Ecke Maueratr. Straße 74. Tauenrz/enstr.l. a. WittenbergpL 14X 763, 781 Sp/ttelmarkt 75, Go/dflnkeeki