BERLIN Dienstag 16. August 1932 Redaktion u. Expedition: Berlin SW 68, Lmdenftr.3 Tel. Xl Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Jurmürts". Bezugspreis f U r b e i d e A u- g- b e n 76 Pf. pro Woche, 6,26 M. pro 3Ronat(davon 87 Pf, monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 8,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebühren. Anzeigenpreis: Die lfplt. Milli- meterzeile 80 Pf. Die Reklamezeile kostet 2 Mark. Rabatte n. Tarif. 10 Pf. Nr. 384 B 182 49. Jahrgang vor den Toren! Kommt der Marsch nach Berlin? Unser Kundschafterdienst funktioniert Die 521. hat durch ihr Treiben den Berlinern einige« Sopfzerbrechen verursacht, von den verschiedensten Seiten kamen Meldungen über einen geplanten und vorbereiteten „Marsch aus Berti n". Mir haben versucht, der Sache aus den Grund zu gehen und übermitteln unseren Lesern da« Ergebnis unserer Nachforschungen. Die Tatsache, daß c» nur Teilbeobachtungen bring», darf nicht zu Sorg- l o s i g k e i t verleiten. 3e schärser die Leute beobachtet werden, desto bestimmter werden sie nicht marschieren. Es hat in diesen Tagen nicht an Gerüchten über den bevor- stehenden„Marsch auf Berlin" gefehlt. Unmittelbar vor den Toren Berlins, in Hartmanns Brauerei in Reinickendorf-West, sollten ZOO Mann bayerischer SA. stationiert sein, durch Tegel sollten bereits 500 Mann SA. marschieren, aus Groh-Schönebeck(Oberbarnim) lam die Meldung: 900 Mann SA. unterwegs nach Berlin, die Nouener SA. sollte angetreten sein zum Proviantempsang sür drei Tage, die Pankower SA. war jeldmarschnräßig angetreten mit Tornister, und so iveiter, und so weiter. Zu Dutzenden könnten ähnliche Meldungen aneinandergereiht werden. Was steckt dahinter? Die Oesfentlichkeit ist gründlich hereingefallen auf die von der SA.-Leitung systematisch ausgestreuten Zersetzungsnachrichten! Es sind allerdings in der vorigen Woche uniformierte SA.-Leute durch Tegel gelaufen und haben es jedem erzählt:„Jetzt geht es los!" oder:„Wartet nur, jetzt wird geschossen!" Derartige Redensarten verbreiten sich in kleineren Ortschaften mit Windeseile, zumal solche Nachrichten sich lawinenartig vergröbern und der„Marsch auf Berlin" ist schließlich fertig. Es stimmt schon, daß die Pankower SA.-Stürme in ihrem Lokal am Marktplatz mit Tornister onge- treten sind. Der Alarmbefehl war für 9 Uhr abends ausgegeben, und wenn nun zu nächtlicher Stunde unter den alten Bäumen des Pankower Marktplatzes die SA. feldmarschmäßig gepackt aus allen Himmelsrichtungen zusammenläuft, dann heißt das im ganzen Norden von Berlin:„Der Marsch auf Berlin geht los!" In Wirk- lichkeit ging die Pantower SA. noch, am gleichen Abend um Mitter- nacht nach Hause. Zweifellos liegt in Hartmanns Brauerei in Reinickendorf-West SA., aber bei dem mangelnden Abstand, de» der militärisch' ungeschulte Laie der Uniform gegenüber hat. werden Meldungen über die Stärke von SA.-Stürmen ständig verdoppelt und verdreifacht. In Wirklichkeit liegen in Reinickendorf-West 1Z0 SA.-Leute. So geht es weiter bis zu den 900 Marschierenden aus Groß-Schönebeck: die sind weder noch einmal in Liebcnwalde, noch in Oranienburg gesichtet worden, spurlos, wie diese Gespenster auftauchten, sind sie wieder verschwunden. Denn 900 Mann SA. könnten zur Not auf zehn unserer größten Lastzüge mit Anhänger befördert werden, das wäre dann aber eine Kolonne, die niemand verborgen bleiben kann. Aehnlich schwierig wäre es, 300 Mann SA. nun schon wochenlang in Reinickendorf zu verpslegen. Die 3 Standarten von Berlin. Ueberhaupt die Berliner SA. Am 1. August wollte die SA.-Leitung in Berlin drei Standarten(Regimenter) ausgestellt haben. Sie soll sich nur die Zeit dabei nicht lang werden lassen. Es haben genaue Zählunger» der bei der letzten Nazi-Luftgarten- Demonstration anmarschierenden SA.-Züge stattgefunden. Bon den sechs Zügen sind vier gewissenhaft gezählt worden: jedesmal waren sie etwa 1000 Mann stark, davon zwei Drittel uniformiert. Nun sollen die zwei übrige, r Züge aus westlicher Richtung doppelt so stark gewesen sein, dann kommt man immer erst aus 8000 Mann weit und breit herangeholter SA. Die Versuche der SA., vor der Reichstagswahl bezirkliche Demonstrationen durchzuführen, bestätigen diese überraschende Talsache. Auf dem Antonplatz in Weißensee waren damals 82 SA.-Leute versammelt, die heilfroh waren, als sie wieder zu Hause sahen: in Buchholz standen 24 SA.-Leute und guckten sich die Augen aus, wo die anderen blieben, und durch Pankow demonstrierten vierzehn Tage vor der Wahl einmal ZOO Mann. Aber beileibe nicht etwa Pankower SA. Als sich die Pankower SA. an der Kirche sammelte, gingen einige zu einem Erfrischungskiosk und tranken ein Glas Zitronenwasser, Zwei Sozialdemokraten taten desgleichen. Plötzlich sagt ein»A-Mann: „Leute trinkt aus, wir müssen zum Bahnhof, che anderen holen. denn die wissen in Pankow nicht Bescheid!" So wird mit den gleichen SA.-Stürmen ständig an verschiedenen Orten operiert, gestern in Reinickendorf, heute in Pankow, morgen in Heinersdors, übermorgen in Hohenschönhausen. Zum Schluß ergeben sich phan- taststche Ztffern über die Stärke der sA. Man bedenke, daß die (Fortsetzung aus der 2. Seite.) Landfriedensbruch der SA. Die Überfallenen �eichsbannerleute vor Gericht Breslau. IS. August.(Eigenbericht.) Der zweite Verhandlungstag vor dem Breslauer Sondergericht im Ohlauer Landsriedensbruchprozeß begann um 8 Uhr morgens mit der Feststellung, daß tatsächlich fünf angeklagte Reichs- bannerleute aus würben am dem kritischen Sonnlag bereits gegen 8 Uhr Ohlau verlassen hallen. Infolge einer Fahrlässigkeil der Vor- Untersuchung hatte man angenommen, daß auch ihre Fohrräder von der Polizei beschlagnahmt worden seien: in Wirklichkeit waren diese Reichebannerleule zur Ablieferung ihrer Räder am Mittwoch, also vier Tage nach dem Vorfall, aufgefordert worden. Als erster Zeuge wird der erste Ohlauer Bürgermeister haunschild vernommen. Er weiß nichts Ungünstiges über die An- geklagten auszusagen. Den Gewerkschaftssekretär Manschte kennt er EA. Hai acht Tage Ferien; Hitlers Marsch auf den Reichspräsidenten:„Entweder die ganze Macht, oder— -- Urlaub schon seit langem. Er bezeichnet ihn als einen besonnenen Mann, der erst unlängst bei einer Erwerbslosendemonstration de- ruhigend auf die erregte Menge eingewirkt hatte. Der Bürgermeister erhielt erst während der Zusammenstöße in der August-Feige-Straße Kenntnis von den Unruhen in semer Stadt. Der Reichsbannersührer Blech trat an ihn heran und sorderte von ihm:„Sorgen Sie dafür, daß die SA. aus Ohlau herauskommt und schützen Sie unsere An- gehörigen!" Bürgermeister Haunschild: sorderte daraus Landjägerei an. da er nur über 5 Polizei- beamtc verfügte. „Ich besohl dem leitenden Beamten, die SA.-Autos aus der Proskauer Straße(der Zufuhrstraße aus Breslau) anzuhalten, um sie dann in Begleitung von Polizeibeamten durch Ohlau zu leiten. Diese Anordnung ist nicht befolgt worden." Bei Hann- schild rief daraus die Brieger Polizei an und fragte, was denn in Ohlau los fei. Man habe in Brieg telephonisch und durch Motorradfahrer Kenntnis von den ersten Zusammen- stoßen in Ohlau erhalten.„Ich versuchte, die Brieger Polizei zu veranlassen, die SA.-Leute in Brieg zurückzuhalten, aber man erwiderte mir, sie seien schon abgefahren. Kurz darauf rief ich das Breslauer Ueberjallkommando zu Hilfe." Verteidiger Dr. Braun fragte den Zeugen, ob er zu einem Arzt geäußert habe: „Run wird es endlich dazu langen, das Reichsbanner zu verbieten." Der Staatsanwalt beanstandet diese Frage und beantragt einen Gerichtsbeschluß, ob diese Frage noch zum Beweisthema gehöre. Das Gericht bejaht das und Bürgermeister Haun- schildt bekundet: Ich habe das nicht gesagt. Der Angeklagte Reichsbannerführer Blech fragt den Zeugen, oh es wahr ist, daß er, Blech, diesen gegen einen tätlichen Angriff geschützt habe. Der Zeuge gibt das zu. Der nächste Zeuge, Oberlandjäger Schön, führte die Aussicht über die Rcichsbannerveranslallung in Laskowih. Erst auf Befragen des Angeklagten Landarbeitersekretärs Genossen S t r u l i k erinnerte er sich der B e r p e st u n g der F e st w i e se durch Stinköl. Auch das, was er über eine angebliche Hetz- rede des Genossen Durniok gesagt hat, beruht aus einer Ber- wechslung. Oberwachtmeister Philippowski: Der Ohlauer Bürger- meister gab Anordnung, wir sollten achtgeben, daß nichts passiert, wenn die Nationalsozialisten aus Ohlau zurückkehrten. Auf dem Ringe waren SA.-Leute von ihrem Auto abgesessen und hielten ihre Schulterriemen in der Hand. Ich gab den Befehl, sofort das Auto wieder zu be- st e i g e n. Da sagte der SA.-Führer:„wenn Sie nicht Ordnung schaffen, werden wir es tun." Ich erwiderte darauf:„Das ist nicht nötig." Ich ging die August-Feige-Straße hinunter nach dem Schloßplatz: da kamen mir Reichsbannerleute entgegen. Vom Ring aber kam gleichzeitig ein Auto mit SS.-Leuten. Der Führer eines Autos gab den Befehl, auf die Reichsbannerleute zuzustürmen. Der Führer des Reichsbanners Durniok sagte seinen Leuten: „Nicht provozieren! Zurück!" Inzwischen waren aber die SS.-Leute schon bis zur Mitte der August-Feige-Straße vor- gedrungen. Ich ging ihnen entgegen und konnte nicht verhindern, daß die Reichsbanncrleule mir folgten. Es kam hier zu einem Zusammenstoß, bei dem auf der einen Seite die Schulterriemen, auf der anderen Zaunlatten als Waffen benutzt wurden. Nach dieser Schlägerei ging ich nach der Oderstraße, wo ein großer Zug von SA.-Leuten in Richtung auf die Ohlebrücke zu marschierten. Auf Befragen erklärten sie, sie wollten an der Spitze marschierende Kameraden, die auf dem jen- seitigen Ohleufer wohnen, begleiten. Der größte Teil der Begleiter waren Breslauer SA.-Leute. Ich /ah, wie mehrere SA.-Leute zu wiederholten Malen auf Einwohner ein- schlugen, die ruhig vor ihren Häusern standen. Ich bemerkte, wie einem der Bewohner das Abzeichen der drei Pfeile abgerissen wurde. Plötzlich ertönten Schüsse aus den Hinteren Reihen. Ich eilte zurück und auf Befragen erfuhr ich, daß aus dem Hause Oderstraße 27 geschossen worden sein sollte. Ich begab mich in das Haus und mußte feststellen, daß nicht aus dem Hause geschossen worden ist, sondern daß zwei Frauen durch fünf Schüsse schwerocrlehl worden sind, die von Ralionalsozialisten vom Hausflur aus durch die wohnungs- lür hindurch abgegeben worden waren. (Es handelt sich um die Frau des Arbeiters Karkus und ihre Nach- barin.) Als das Schutzkommando aus Breslau ankam, fielen vom Steindamm her etwa zwanzig Schüsse. Ein SA.-Mann wurde töd- lich getroffen. Rechtsanwalt Förder fragt den Zeugen:„War Durniok bewaffnet?" Hauptwachtmeister Philipowski:„Nein." Rechts- anwalt Dr. Braun:„Hot Durniok seine Leute zurückgerufen?" Zeuge:„Ja." Der nächste Zeuge, Oberlandjäger Ramel gibt an:„Auf dem Ringe kamen über 100 Leute der Eisernen Front mir entgegen. Ich benachrichtigte meine Beamten und hörte, die Roten(!!!) hätten den Bahnhof besetzt. In der Oderstraße habe eine Schießerei statt- gefunden. Ich begab mich nach der Oderstraße und sah die National- sozialisten auf die Oderbrücke zumarschieren. Ich gab ihnen den Rat, in Peisterwitz sollten sie von den Autos absteigen und durch- marschieren, weil die Gefahr bestand, daß die dort wohnenden Kam- munisten sie anfallen könnten. Ich fuhr mit den Beamten zurück zum Ring, wo ungefähr fünf bis sechs Lastautos mit Nationalsozialisten standen. Diese brüllten im Sprechchor:„Wer hat uns verraten?" Den zweiten Teil des Wechselruses konnte ich nicht verstehen.(!!) SA. vor den Toren! (Fortsetzung von der I.Seite.) berüchtigte Nazikasernc Bcrgschloß in Waidmannslust, von der der Sturm auf Felseneck ausging, höchstens 30 Mann beherbergte; aktionsfahig wird die örtliche SA. immer erst durch Hinzuziehung von allen möglichen Stünnen im öv-Kilometer-Umkreis. Die Wahrheit über WünSdorf. Nun das flache Land. Wie sieht es beispielsweise im Süden der Mark Brandenburg aus. Da ist das Stadtchen Zossen(Stimm- orgebnis vom 31. Juli: 867 SPD., 1108 Nazi, 733 KPD., 163 Dnnt.) Hier ist die SA. sage und schreibe 20 Mann stark, mit der Hitler-Jugend zusammen 40 Mann, die NSDAP.-Ortsgruppe ctiva 120 Mann. Diese 20 Halbwüchsigen trieben sich vor der Wahl in provokatorischer Weise vor dein Boltshaus in Zossen herum, eines Tages lief den Arbeitern die Galle über, Bengels bezogen schwere Senge; jetzt brüten sie Rache. Für den vergangenen Mitt- woch, nachts 11 llhr, war der Sturm aufs Boltshaus angesetzt. Man hatte die SA. vom Lager Wünsdorf, den SA.-Sturm von Baruth und 35 SA.-Leutc aus Königs-Wusterhausen bestellt, aber nur die Wusterhausener SA. war gekommen. Die taten dos für sie beste und rückten wieder ab. Zlber was kann denn schon vom Lager Wünsdorf kommen? Im besten Fall 30 Mann SA.! Diese Leute liegen im Alten Mohammedanerlager; für ihre Schießübungen steht ihnen die Halle der Schlltzengilde Wünsdorf zur Verfügung. Diese Leute werden merkwürdigerweise wie Gefangene gehalten, verpflegt werden sie in einer eigens errichteten Kantine im Lag�r. Man stelle sich vor, diese 30 Mann beginnen auf Berlin zu mar- schieren! Aber was wird in Berlin kolportiert über das Lager Wünsdorf: 300, 400, 300 Mann SA. in Wünsdorf, jede beliebige Zahl ist zu hören. Auf den Dörfern muß sich die SA. mit Stützpunkten begnügen. In diesen, Dorf sind zwei, hier vier und dort mal sechs SA.-Leutt. Bei dem Rückhalt, den sie bei den Landwirten haben, ist natürlich » ihre Parteiarbeit ein Kinderspiel. Ueberraschenderwelse besteht die SA. auf den Dörfern meist aus den Knechten der Güter, die Bauern denken gar nicht daran, sich etwa als SA. zu kostümieren. Die wenigen Sozialdemokraten müssen auf den Dörfern kurztreten, sonst könnten sie bei ihrer wirtschaftlichen Abhöngigksit am nächsten Tag den Bettelstab in die Hand nehmen. Trotzdem haben die Parte!- genossen aus den Kleinstädte» Nacht für Nacht fast jedes Hakenkreuz mit den drei Pfeilen übermalt; Plakat kleben wäre sinnlos gewesen, am nächsten Morgen hätte man sie abgerissen. Aber daß zun, anderen die Bauern auf dem Felde jeden Vorüberfahrenden mit dem Faschistengruß grüßen, diese Tatsache existiert nur in der Phan- tasie der SA. Braune Besahung in Trebbin. � 25 Kilometer westlich von Zossen liegt Trebbin.(Stimmen- Ergebnis vom 31, Juli: 696 SPD., 906 Nazi, 450 KPD., 187 Dnnt., 70 SAP.) Die NSDAP.-Ortsgruppe ist etwa 43 Mann stark, die SA. 18 Mann! Diese 15 Mann werden sich hüten, Trebbincr Arbeiter anzufassen. Kompliziert werden die Dinge hier erst durch das SA.-Uebungslager. Ansang Juli waren hier 120 Mann Steglitzer SA. stationiert; der bürgerliche Magistrat hatte ihnen die Schule zum Schlafen angewiesen. Bereits am 10. Juli kani es zu einem schweren Zusammenstoß, als die Arbeitcrsportler aus Lucken- walde zurückkehrten; sieben Schwerverletzte mußten ins Kranken- Haus geschafft werden. Die fünf SPD.-Stadtverordneten be- antragtcn sofort eine außerordentliche Stadtverordnetensitzung, die bürgerliche Mehrheit deckte aber den Magistratsbeschluß, den 120 Mann SA. die Schule zur Verfügung zu stellen. Nun war die SA. obenauf. Bis selbst den Bürgerlichen die braune Besatzung über die Hutschnur ging, zumal das Kommando der Schutzpolizei aus Potsdam, das man denn doch zum Schutz der Bevölkerung an- gefordert hatte, der Magistrat Trebbin bezahlen muß, und die Kosten dafür sind' bereits auf 1500 Mark angelaufen! Also beschloß man, dem zweiten Ausbildungstrupp— ebenfalls in Stärke von 120 Mgn»— nicht mehr die Schule zu geben, am liebsten hätie man den zweiten Trupp gor nicht mehr genommen. Aber eines Nachts rückten die zweiten 120 Mann an, und so wurden sie im Neuen Schützenhaus untergebracht. Der„Angriff" hat ja neulich die Gelände-, Gepäckmarsch-, Schieß- und Gasschutzllbungen dieser Leute beschrieben. Aber o Schreck: der Wirt vom Neuen Schützen- Haus will plötzlich den dritten Schwung Nazis nicht mehr nehmen. Auch die anderen Wirte drücken sich, wo sie können, und so ist vor- läufig der Lehrsturm Trebbin heimatlos. Die Besatzung ist allen Trebbinern schwer auf die Nerven gefallen. Neulich ist der zweite Schwung feldmarschmäßig abmarschiert. Trotz Deinonstrations- verbot ging es mit Trommeln und Pfeifen die Landstraße entlang. Wenn nun diesen Zug, sagen wir ein Laie gesehen hätte, dann wäre es eine Stunde später durch alle Gassen von Schöneberg, Tempelhof und Neukölln geflogen:„1000 Mann SA. im Anmarsch imf Berlin!" Man muß nämlich bei wirklichen SA.-Aufmärschen eins berücksichtigen: die Leute staffeln ihre Züge derniaßen lang, daß sie dreimal so groß wirken, als sie in Wirklichkeit sind.' llebungen in der Havelniederung. Zwischen Trebbin und Potsdam liegt Drewitz. Etwa 400 Nazi- stimmen, 330 SPD. und 130 KPD. Drewitz ist der Vorort des Sturms 109. Ihm gehören von Drewitz 6 Mann SA. an! Er kann überhaupt nur leben im Zusammenhang mit den umliegenden Dörfern Saarinund, Philippslhal und Nudow, aber dann ist dieser „Sturni" auch erst 40 Mann stark. Demgegenüber besteht allein in Drewitz ein Eisernes-Front-Aktio von 49 Mann, und nun stelle man sich einmal vor, diese Achtzehnjährigen vom„Sturm" 109 mar- schirrten auf Berlin! Die Orenstein- und Koppel-Arbeitcr von Nowawcs würden sie schön bewillkommnen. Jenseits der Havel liegt dann Brieselang. 2400 Einwohner, Stimmergebnis vom 31. Juli: 604 SPD., 620 Nazi, 440 KPD., 56 Dnat. und 50 Zentrum. Die SA.-Gruppe ist 30 Mann stark. Allein fünf davon wollten am Morgen des 1. August Amtsvorsteher sein. Auch hier wieder: die örtliche SA. ist zufrieden, daß ihr niemand etwas tut. Aber seitdem Döberitz für die SA. gesperrt ist, machen sie ihre Uebungen in der Havelniederung. Teils bei Finkenkrug, teils zwischen Marquardt und Falkenreede. Hier war in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag Groß Übung der Standarte 24, die die Kreise Osthavelland Hnd Ruppin umfaßt. Die Chausseen lagen im Scheinwerserlicht und wurden überwacht, in Abständen von 30 Meter hatte SA. den Wald abgesperrt; die Landjäger lagen Lunkersturm gegen Preußenkasse Die ersten Opfer: possel und Lauster entlassen Erst Freitag vergangener Woche hat die„Deutsche Tages- zeitung" verlangt, daß„alle Klepper-Leute restlos aus der Preußen- kasse verschwinden" müssen. Weiter wurde gefordert, daß die so wirksame landwirtschaftliche Betriebskontrolle der Preußenkasse durch hervorragende Landwirte der Vorkriegszeit umgestellt werden müsse, nachdem sie„so verhängnisvolle Unterlagen" für die Beurteilung der östlichen Agrarkrise geliefert hat. Die Junker haben gepfiffen, die erste Aktion ist schon da: Direktor P o s s e l und Dr. Laufser vom Direktorium der Preußen- kasse sind entlassen worden. Die Betricbskontrolle soll dem Reichsverband der landwirtschaftlichen Genossenschaften angegliedert werden. Die Begründung ist lächerlich: es soll gespart werden. Als ob es nach dem Diktat der„Deutschen Tageszeitung" noch einer Begründung bedurft hätte! Einzig wahre Be- gründung: Laufser und Possel haben zu große Verdienste um die Wahrheit und die Reinigung in der Landwirtschaft. Sie sind der B-sitzerhaltung der Junker gesährlich. Sie sind„Klepper-Leute". Sie stehen links. Lauffers Verdienste, seine hingebungsvolle Arbeit im In- teresse der Landwirtschaft und der Preußenkasse sind unbestritten. Aber er ist der Verantwortliche für die Betriebskontrolle im Osten gewesen! Possel, der die lajidwirtscha'tlichen und gewerblichen Genossenschaften betreute, hat erst kürzlich nach harten sachlichen Kämpfen Vertrauensvoten zahlreicher Hauptgenossenschaften erhalten. Die Vorstände des Deutschen Handwerks- und Gewerbe- k a in m e r t a g e s und des Reichsverbandes des dcui- schen Handwerks haben in Telegrammen an die Reichs- und Preußenregierung Possel ihr Vertrauen erklärt und seine B e» lassung in der Preußenkasse verlangt! Was hier vorgeht, ist blindes Wüten der Junker- Kamarilla und der Postenjäger des Landbunds. Was daraus erwachsen wird, ist mit Sicherheit die Gefährdung nicht nur der bäuerlichen und gewerblichen Mitlelstandspolitik, sondern auch der Preuhenkasse selbst! unterdessen wohl auf dem Ohr. Hier war die Sache wohl etwas ernster, aber man erzählt sich heute noch schmunzelnd in Brieselang, wie die SA. rührenden Abschied nahm von Vater und Mutter, den Tornister packte und die Armbinde ummachte. Dann ging es in die „Schlacht" gen Marquardt. Eine unruhige Nacht. In dieser Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag war etwas geplant, lim nur die Meldungen aus dem Süden und Westen zu sichten: Standarte 24 bei Marquardt zusammengezogen; Sturm 31 Königswusterhausen Alarm und Mittwoch nachts 11 llhr Stürme Wünsdorf und Baruth marschieren gegen Zossen. Am Sonnabend vorher war noch Berliner SA. zur Unterstützung der dürftigen Brandenburger SA. aus der Reichshauptstadt hinausgebracht worden: in der Zeit von 9 bis 11 Uhr passierten Wildau in Rich- tung Königswusterhausen 47 mit uniformierter Ml. besetzte Privat- kraftwagcn. Es blieb jedoch bei diesen Zusammenziehunoen, der „Marsch auf Berlin" erfolgte nicht. Das liegt in der Linie der SA.-Führung, die Leute zu beschäftigen, damit sie in den Dörfern keinen Krakeel machen und plötzlich auf eigene Faust in Wilnsdorf oder Döberitz das„Dritte Reich" ausrufen. Die Brigade Ehrhardt marschierte auch schon mal nach Berlin. Und ihre Mannen, die nicht einmal militärischen Widerstand ge- funden hatten, zerstieben in dem Riefen-Berlin wie Tropfen auf heißen Steinen... Hitler äußert sich. Er stellt neue Schlächtereien in Auelsicht. In einer Unterredung mit der„Rheinisch-Westfältschen Zeitung" sagt Hitler, er betrachte die Heranziehung des Reichspräsidenten zu den Verhandlungen als eine Abwälzung der Verantwortlichkeit vom Reichkanzlcr. Schon von diesem habe er in Berlin erfahren, daß die nationalsozialistischen Bedingungen vom Reichspräsidenten abgelehnt seien. Er habe sich nicht irgendwie aufzudrängen versucht. Man habe Jrick gesagt, ein Beschluß des Reichspräsi- denten sei noch nicht gesaßt, in Wirklichkeit wäre er aber schon gefaßt gewesen. Darum habe er, Hitler, darauf verzichtet, gegen- über Hindenburg seinen Standpunkt zu vertreten. Die Tätigkeit der jetzigen Reichsregierung werde zum Chaos führen. Er trete zur Regierung in Opposition und werde niemals für ein Linsengericht die Erstgeburt verkaufen. Die anderen Führer seiner Partei stünden jetzt wie ein Mann hinter ihm, andernfalls hätten sie es ihni nie verzeihen können, wenn er die Ehre der Bewegung verleugnet hätte. Tausende hätten ihm bei der Abreise aus Berlin zugerufen:„Gib nicht nach, bleibe hart!" Hitler sprach dann über marxistischen Terror und sagte: Tic nationalsozialistische Bewegung hat legal bis auf das äußerste gekämpft. Tas Abschlachten aber nimmt bald ein Emde.!Fch selbst werde mich gezwungen sehen, den Parteigenossen ein Notwehrrecht zu be- fehlen, das die roten Tfcheka-Methoden aber dann wirklich blitzschnell beseitigen wir d." �eichsiagsfraltion einberufen. Tic sozialdemokratische Fraktion des neuen Reichstags hält am Freitag, dem Ii). August, vor- mittag«! 1 1 Uhr, ihre erste Sitzung a b. Auf der Tagesordnung stehen die Besprechung der politischen Lage, sowie die Beratung der dem Reichstag einzubringenden Anträge und Gesetzentwürfe. Reuer Zfcichspressechef. Major Marcks an Stelle von Kaufmanns. Der bisherige Reichspressechef Herr von Kaufmanns- A s s e r, der durch die Regierung von Pape» vom Dirigenten zum Leiter der Presseabteilung der Reichsregierung befördert worden war, ist, entsprecheich seinem eigenen Wunsch, wieder in den eigent- lichen diplomatischen Dienst zurückzukehren, von seinem neuen Amt entbunden worden. Er soll einen wichtigen Gesandtenpostcn erhalten. Bisher waren es besonders die Nationalsozialisten, die mit antisemitischen Flegeleien die Abberufung von Kaufmanns forderten, der ihnen nicht rasserein genug war und außerdem ein Gentleman ist, was natürlich für rauhe Kämpfer doppelt untragbar ist. Daraus, daß die Ersetzung v. Kaufmanns erst nach dem Schei- ter» der Verhandlungen mit Hitler erfolgt ist und daß man ihm zum Gesandten befördert, darf man wohl schließen, daß dieser Wechsel ausnahmsweise nicht unter dem Druck des„Angriff" stattfindet. Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Pressechef des Reichs- wehrministeriums Major Marcks dem Reichspräsidenten vorge- schlagen worden. Die Ernennung dürfte bereits am Mittwoch offiziell bekanntgegeben worden. Major Marcks ist der besondere Vertrauensmann o o n Schleichers. Insofern entspricht seine neue Funktion durchaus den tat- sächlichen Verhältnissen im Reichskabinett. Die nach außen hin in Erscheinung tretende Militarisierung der Pressepolitik j wird jedoch dadurch gemildert, daß Marcks sich durch sein verbindliches Wesen vorteilhaft von dem unterscheidet, was man sonst unter dem Begriff„militaristisch" versteht. Er erfreut sich allgemeiner persönlicher Wertschätzung auch in den Kreisen der oppositionellen Presse. Der schwerkriegsbeschädigte Major Marcks ist der Sohn des Historikers Universitätsprofessor Erich Marcks und ist selbst, namentlich aus dem Gebiete der Abrüstungspolitik, schrist- stellerifch und als Rundfunkvortragender wiederholt hervorgetreten. pg. Brandstifier. Selbstentlarvung der Nazi-Partei. In der„NSZ.", der nationalsozialistischen Tageszeitung, die in a i s e r s l a u t e r n erscheint, ist in Nr. 181 unter großer� Ueberschrift und in Fettdruck zu lesen: Parteigenossen Heist! Unserem P g. Lahr in Niederhoch st adt wurde ani ver- gangenen Montag sein Anwesen von politischen Gegnern in Brand g e st e ck t, das bis auf die Grundmauern nieder- brannte. Dadurch wurde die gesamte Ernte vernichtet. Wir wenden uns an alle Parteigenossen mit der Bitte zu helfen. Gebt Heu, Stroh, Korn, Weizen usw., damit Pg. Lähr mit seiner Familie überden Winterhinwegkommt. Die Gauleilung. Die nähere Untersuchung jedoch hat eine kleine„Wen- dung" in der Sache gebracht. Nunmehr liest man zwei Tage später in derselben„NSZ.", allerdings nicht in Fettdruck und n ich t auf der ersten Seite, das Nach- folgende: Wie verschiedene Zeitungen melden, wurde der G a st w i r t Georg Lähr nebst seinem Schwiegersohn Minges wegen angeblicher Brandstlflung verhasket. Würden diese überführt werden, so läge ein solches Verhalten auf der gleichen Linie, wie die?l n g a b e n des Lähr, er sei Mitglied der NSD?lP. Sofort nach Be- kanntwerden obiger Meldung entstand bei der Gauleitung der NSDAP, der Verdacht, daß auch die Mitteilung über die Parteizugehörigkeit des Lähr ein Schwindel sei. Eine Ueber- Prüfung der Kartei hat ergeben, daß Lähr nicht Mitglied ist, viel- mehr aus der Tatsache des„Geschädigten" Kapital schlagen wollte. Georg Lahr gehört also nicht der NSDAP, an, g e s i n n u n g s- gemäß vielmehr gegebenenfalls in die Reihe der„Eisernen Fron t", in der man derartige Elemente in letzter Zeit in lieber- zahl finden tonn.— Wir haben es schon oft genug erlebt, wie gerade solche Leute mit unserem Namen ihre S P D.» G e s i n n u n g zu verdecken oersuchen. Die..Eiserne Stirn" der Naziburschen ist erstaunlich. Nachdem sie eben für ihren Pg. Brandstifter den Klingelbeutel geschwungen haben, erklären sie unmittelbar daraus, er sei gar nicht Nationalsozialist, aber er versuche seine— SPD.- Gesinnung zu verdecken. Im Lügen ist die Hitlerei bisher nicht übertroffen worden und auch fernerhin unübertrefflich. Wahnsinnsiai eines 62 jährigen. Zunges Ehepaar im Kampf mit einem Rasenden. 3n der 3 u st u s st r. 2 9 in Reinickendorf- West kam es auf dem Hof des Grundstückes zu einer schweren Messerstecherei zwischen dem 62 Jahre alten Andreas K a c z c r i ck und seinen Wirtsleulen, dem Ehepaar Pohl. Dabei wurde die 25 Jahre alle Frau Frieda Pohl von dem Rasenden mll einem Sellengewehr in den Oberarm gestochen, der 27 Jahre alle Ehemann Richard Pohl erlitt schwere Verletzungen an der Brust, den Armen und Unterleib. Das Ueberfallkommando wurde herbeigerusen und nahm Saczerick fest. Die beiden Verlehlen wurden sofort ins Krankenhaus gebracht. Der Ehemann liegt schwer danieder. Kaczerick wohnte schon geraume Zeit bei dem jungen Ehepaar. In letzter Zeit kam es zwischen beiden Parteien zu heftigen Zwistig- keiten, die auch oft zu Tätlichkeiten ausarteten. Kaczerick hatte es dabei insbesondere auf die junge Frau abgesehen. Gestern abend kam es nun auf dem Hof des Hauses zu einem Tumult, wie er in diesem Hause noch nicht da war. Kaczerick hatte sich seine beiden Söhne kommen lassen und sing in der Wohnung der jungen Leute mit diesen eine» Streit an, der auf dem Hof fortgesetzt wurde. Die Söhne sowie der Alte schlugen auf die jungen Leute ein. Kaczerick raste plötzlich nach oben und holte sich sein altes Seitengewehr, mit dem er jetzt auf dem Hofe wie e i n W i l d e r u m s i ch st a ch. Nachbarn hatten inzwischen das Ueberfallkommando gerufen, das die Streitenden trennte und Kaczerick festnahm. Sechs Opfer einer Pilzvergiftung. leplih- Schönau, 16. August. In Neuserbih suchte der Bergmann Srahl Pilze im Walde und die ganze Familie bis auf die Enkeltochter, der das Gericht zu bitter war. genoß davon. Bald stellte sich Erbrechen und Uebelkeil ein. Sechs Personen mußten Ins Krankenhaus gebracht werden. wo drei starben, während die übrigen mit dem Tode ringen. Verbot des..Bamberger Beobachters". Das Bamberger Hitler- blatt wurde von d«r Regierung von Obersranken bis einschließlich 1V. September verboten. Hakenkreuz am Gchuporock. Die Naziherrschast im Lande des Ochsenkopfs. Schwerin, 16. August.(Eigenbericht.) Die Parteibuchwirtschaft treibt im chitlerschen Mecklenburg immer üppigere Blüten. Fast jeden Tag wird man überrascht durch den mcteorartigen Aufstieg irgendeines Angehörigen der National- sozialistischen Partei. Zur„juristischen Hilfskraft" des nationalsozia- listischen Kommandeurs der mecklenburgischen Ordnungspolizei, des Majors Heydemann, ist der Gerichtsassessor Wagner ausersehen, der selbstoerständlich der Nationalsozialistischen Partei angehört. Wagner soll den bewährten Ministerialrat Dr. I e ß er- setzen, der von der Leitung des Landeskriminalamts und der Poli- tischen Polizei entbunden und einem anderen Ressort zugeteilt worden ist. Um ihren Partcianhängern innerhalb der nationalsozialistisch insiszierten mecklenburgischen Ordnungspolizei entgegenzukommen, hat die mecklenburgische Hitler-Regierung die Aerfügung der früheren deutschnationalen Regierung aufgehoben, die den staatlichen Polizeibeamten das Tragen von politischen Abzeichen überhaupt verbietet.— Das Parteiabzeichen der Mordbrenner und Bombenleger an der Brust der Mecklenburger Schupo ist allerdings ein herrliches Symbol für die „O r d n u» g s p o l i ze i". Es ist für die Arbeiter und Republi- kaner das Zeichen, daß sie für ihre Sicherheit selbst aufzukommen haben, denn mit der staatlichen Sicherheit dürste es nach Braun- schweizer und Anhalter Vorbild nun auch in Mecklenburg endgültig vorbei sein. Grzesinski und die Beamten. Oer„Vorwärts"-Aufsah zum Verfafsungstog. Die Rechtspresse kann sich noch immer nicht darüber beruhigen daß Genosse Grzesinski es gewagt hat, sich am Verfassungstag durch den„Vorwärts" an die Polizeibeamten zu wenden. Ganz besonders aufgeregt zeigt sie sich darüber, daß unsere Berliner Parteiorganisation auch für eine möglichst allgemeine Verbreitung der Verfassungsnummer des„Vorwärts" unter den Polizeibeamten gesorgt hat. Ja, dem„Angriff" ist die Sache so auf die Nerven gefallen, daß er die sofortige Verhaftung von Grzesinski und K ü n st l e r verlangt. Die Herrschaften befinden sich im Geiste schon wieder in jener schönen Zeit, in der die Beamten als rechtlose Untertanen über rechtlose Untertanen geboten. Aber ganz soweit sind wir doch noch nicht. Auch die vergangenen Jahre haben eine„Tradition" ge- schassen, zu dieser Tradition gehört ein gutes Verhältnis zwischen der Berliner sozialdemokratischen Arbeiterschaft und den Beamten der Schutzpolizei. Es wird nicht gelingen, dieses gute Verhältnis durch Hetzereien und Intrigen zu beeinträchtigen. Auch der„V o r w ä r t s" wird hosfentlich noch oft in den Händen der Beamten zu sehen seinl Das süddeutsche Zentrum zur Lage. In Preußen muß zuerst Klarheit geschaffen werden. Slullgarl, 16. August. Das„Deutsche V o l l s b l a t t" in Stuttgart, das führende württembergische Zentrum sorgan, macht Mitteilungen über die Auffassung maßgebender Zentrumskreise von der durch das Scheitern der Verhandlungen des Kabinetts Popens mit Hitler ge- schaffenen Lage. Das Blatt erinnert daran, daß die preußisch« Zentrumsfrattion am Donnerstag die Nationalsozialisten und die Deutschnationalen zu Verhandlungen über die Frage der preußischen Regierungsbildung eingeladen hatte, und schreibt dazu: Die Verhandlungen haben bis jetzt nicht stattgefunden. Man sollte alles ausbietsn, um diese Verhandlungen positiv zu g e st a l t e n. Ist ein solches Ergebnis erzielt, dann kann es nach der Auffassung des Zentrums nicht ausbleiben, daß die Lösung der Regierungsfrage in Preußen auch eine Klärung im Reiche nach sich zieht. Ob der Weg, den das Zentrum weist, zu einem Ziele führt, kann gewiß sehr bezweifelt werden. Und es ist für das Zentrum nach den Vorgängen vom Samstag unendlich schwer, an die Möglichkeit einer dauerhaften Einigung und einer Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zu glauben. Aber wer' sich nicht von vornherein damit abfinde, erklärt das Blatt zum Schluß, daß die Gefahr schwerster Verwicklungen heraufbeschworen werde, der müsse jeden Versuch machen, der unter Umständen weiter- führen könnte. Fälscherwerkstati ausgehoben! Quittungskarten für polnische Schnitter hergestellt. Zn hohen-Finow wurde von der Landjägerei im Hanse des 67 Jahre alten Rentners D o l a l o w s k i eine Fälscher- werkstalt ausgehoben, in der D. mit zwei anderen Komplicen Ouillungskarten und Karlen der Krankenkassen fälschte, die an pol- nische Schnitter verkauft wurden. D. wurde festgenommen. Zu gleicher Zeit erfolgten am Schlesischen Lahnos die Festnahmen seiner K-omplicen Zugorhki und Frobel. Die drei Fälscher, von denen I. der Haupitäter ist, machten aus der Fälschung von Quittungskarten ein großes Geschäst. Ihr Absatzgebiet war in der Hauptsache die Gegend am Schlesischen Bahnhof. Dort setzten sie sich mit ankommenden Schnittern in Ver- bindung und verkauften ihnen die Karten für 16 M. und mehr. Die arbeitsuchenden Schnitter unterstehen einer Kontrolle und be- nutzen die gefälschten Karten zum Nachweis dafür, daß sie schon geraume Zeit in Deutschland sind und auch hier schon gearbeitet haben. Die drei Fälscher haben auch häufig Reisen in die Provinz unternommen und haben dabei die Schnitter in den Kasernen aufge- sucht, um ihnen hier die Karten zu verkaufen. Durch die Aufmerk- samkeit der Landjägerei in Hohen-Finow ist diesem Betrug jetzt ein End« gemacht worden. Alle drei wurden im April d. I. schon ein- mal festgenommen und erhielten«inizze Monate G« f ä n g- n i s. Sie brauchten ihre Strafe aber nicht anzutreten und benutz- ten diese Gelegenheit,, um ihre Fälschungen fortzusetzen. Präsident Ayala-Paraguay lehnt einen Waffenstillstand auf Grund des Stau,» guo ab. da dies eine Unterwerfung unter Bolivien bedeutete und gewaltsamen Gebietecrwerb anerkennen hieße.— Bolivische Truppen haben ein Fort geräumt; c» ist wieder von Poraguaytruppen besetzt worden. Magdaiene heinrolh gestorben. Im 33. Libensjahre starb an den Folgen einer plötzlich notwendig gewordenen Operation Frau Magdalen« Hetnroth in Rumänien, wo sie zur Erholung weilte. Gemeinsam mit ihrem Mann Dr. O. Heinroth schuf sie da» Standard- werk„Die Vögel Mitteleuropa»". Frau Heinroth war eme unermüdlich« Dogelpflegerin, und vom Eierschlupf bis zum Todeshupf gingen vom Goldhähnchen bis zur Trappe alle Vögel durch ihre sorgenden Hände. Dabei war diese selten« Frau, die als Vogelkundige Weltruf hatte, steis von allergrößter Bescheidenheit. Tropenglut Oer Höhepunkt der Hitzewell Wenn nicht alle Anzeichen trügen, ist der Höhepunkt der hihe- welle erreicht, und in den nächsten 24 Stunden soll sogar mit einem leichten Temperalurrückgang zu rechnen sein. Unser Gebiet wird nämlich in den Bereich eines kühleren westlichen Luststromcs geraten; damit ist aber keineswegs eine Weller- Verschlechterung verknüpft. Es bleibt bei zeitweiser Wolkenbildung im großen und ganzen heiler, und Gewitter sind aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu erwarten. In Berlin herrschten um 8 Uhr, genau wie am Vortage, bereits 2 5 Grad Wärme. Gegen 12 Uhr zeigte das Thermo- meter f a st 3 6 Grad an. Seit Jahren ist es in der zweiten Augusthälfte nicht mehr so heiß gewesen, wie in den letzten Tagen. Am Sonntag war der Höhepunkt der Hitzewelle mit einem Maximum von fast 3ö Grad erreicht. Seit Montag ist ein langsames Abflauen der tropischen 5)itze zu bemerken. Das Maximum am Montag betrug 33,7 Grad und heute dürfte nach Ansicht des Anttlichen Wetterdienstes die Quecksilbersäule kaum 33 Grad im Schatten er- reichen.— Vor drei Jahren, in den Hundstagen des Juli, schmach- teten die Berliner einige Tag« unter weit größerer Hitze. Die Tem- peraturen gingen 1929 auf fast 37 Grad hinauf. Die Druckverteilung über Europa läßt einen Fort- bestand des schönen Wetters erkennen. Ganz Westeuropa ist von einem Hochdruckgebiet überdeckt, das mit seinem Kern über dem Atlantischen Ozean liegt. Die Ausläufer reichen weit hinein nach England und Nordfrankreich. Das Hoch dehnt sich zur Zeit weiter nach Osten aus, und unser Gebiet wird an seinen Nordrand gelangen. Das bedeutet kurzum den Fortbestand des schönen Wetters, zumal auch im Osten Europas hoher Druck herrscht. Für morgen lautet die Prognose: teils heiter, zeitweise leichte Wolkenbildung, etwas kühler, ohne Gewitterneigung. Gewitter sind schon aus dem Grunde nicht zu erwarten, weil in den hohen Luftschichten abnorm hohe Temperaturen gemessen wurden. Noch bei 2166 Meter lagen die Temperaturen zwischen 13 und 14 Grad Wärme. Sehr interessant sind die T e m p e r a tu r m e s s u n g« n, die in der letzten Nacht in der Innenstadt und den Außen- bezirken Berlins vorgenommen wurden. Es ergaben sich Unterschiede von 4 bis 6 Grad. Im Zentrum Berlins wurden als Minimum 22 Grad Wärme und an der Peripherie nur 17 bis 18 Grad Wärme festgestellt. Das erklärt sich daraus, daß die Innenstadt, die man mit ihrem Höusermeer als Wärme- s p e i ch e r bezeichnen kann, nachts eine erhebliche Wärmeausstrah- lung zu verzeichnen hatte. �ekorözahlen im Wasserverbrauch. Die Hitzewelle hat wieder einmal Rekordzahlen des Wasser- Verbrauchs zur Folg« gehabt. Der Wasseroerbrauch ist inner- halb von drei Tagen um etwa 136666 Kubik- meter gestiegen, was nicht nur auf die oerstärkte Tätigkeit der Sprengwagen zurückzuführen ist, die alle von der Straßen- reinigung eingesetzt sind, sondern auch in den Haushaltungen und Betrieben hat der Wasseroerbrauch durch die Hitze ein« Schauspieler und Kutturreakiion. Von der„Genossenschast Deutscher Bühnenan- gehöriger" erhalten wir eine Zuschrift, in der es heißt: „In Ihrem geschätzten Blatte vom 16. August befindet sich ein Artikel„Kulturbolschewismu»?". Darin beklagt sich der Verfasser Richard Mattheus, daß u. a. auch die Bühnengenossenschaft gegen den Kubeschen Antrag im Landtag nichts unternommen hat. Es scheint uns die einfachste Pflicht der Mitarbeiter eines Blattes, das sich in derselben Richtung wie die Genossenschaft bewegt, wie deren Zugehörigkeit zum AfA-Bund beweist, sich über den Inhalt unseres Berbandsorgan» zu informieren. Wenn er das getan hätte, so hätte er sehen müssen, daß wir in Hest 13/14 energisch und in unmißverständlicher Weise gegen den nationalsozialistischen Stand- punkt Stellung genommen haben. Es geschah dies, trotzdem wir uns in einer schwierigen Lage befinden, da von vielen Mit- gliedern aus Selbsterhaltungstrieb dernational- sozialistische Standpunkt vertreten wird. Wir haben trotzdem unsere Stellung im Kampf gegen das ungeistige Prinzip durch den erwähnten Artikel präzisiert." Der Autor des Artikels„Kulturbolschewismus" bedauert«, daß die„Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger" und der„Deutsche Bühnenverein" gegen den Vorstoß der Kulturreaktion keine offiziellen Schritte unternommen haben. Dieses Bedauern wird nach der Zu- schrift der Bühnengenossenschaft noch verständlicher. Es muß einmal offen ausgesprochen werden, daß die feit einiger Zeit zu beobachtende Annäherung mancher Künstler an den Nationalsozialismus lediglich aus Selbsterhaltungstrieb unverantwortlich ist. Daß der Nationalsozialismus gegen die freie Kunst einen Kampf bis aufs Messer führt, zeigen die Vorgänge am Rundfunk. Daß die nationalsozialistische„Kultur" Unkultur im wahrsten Sinne des Wortes ist, beweist das neue Rundsunkprogramm. Gegen diese Un- kultur heißt es ankämpfen. Wer sich hinter eine Tarnkappe zurückzieht, wer Gesinnungsheuchelei betreibt, wird nicht erwarten können, daß er im Lager der freien Kunst willkommen sein wird, wenn die Episode des nationalsozialistischen Kultur- bolschewismus überwunden ist. Kolgen der Kulturouiarkie. Der Kongreß der Kinobesitzer Belgrads, über den wir schon berichteten, faßte den Entschluß, sämtliche Kinos in Belgrad zu schließen, da der Zoll auf ausländische Filme bedeutend erhöht wurde und die neuen Devisenbestimmungen den Import fast unmöglich machen. Ein Versuch, alte Filme in da, Programm aufzunehmen, scheiterte. Maurice Chevalier, der für eine Abendgage von 266 Dollar ein Konzert in Warschau abgeschlossen hatte, wurde von der pol- nischen Behörde das Einreisevisum verweigert. Die Begründung besagt, daß unter den einheimischen polnischen Künstlern eine zu große Not und Arbeitslosigkeit herrscht. Dölkerpädaqogisches Institut in Mainz. In diesen Tagen ist in Mainz da« Völkerpädagogische Institut eingeweiht worden, da» als Sammelstätte für pädagogische Er- sahrungen aller Völker dienen soll. Aus dem Areal eines Kasernen- baues sind Logisrhäufer, Jugendherbergen, Studentenheime, Aus- stellungsräume eingerichtet worden. Eine Schau, die in fünfzig Räumen untergebracht ist, vermittelt einen Ueberblick über die beut- über Berlin - diesiger Wasserverbrauch enorme Steigerung erfahren. Während am Freitag der Verbrauch nach den Feststellungen der städtischen Wasserwerke nur 533 666 Kubikmeter betrug, stieg er am Sonnabend, dem ersten Tag der Hundstagshitz«, bereits auf 584 666 Kubikmeter. Der Sonntag, an dem das Thermometer bekanntlich bis auf 34 Grad kletterte, brachte eigenartigerweise ein wesentliches Nachlassen des Wasserverbrauchs, da der größte Teil der Berliner dos Wochenende außerhalb der Stadt verbrachte, und hauptsächlich, weil die gewerblichen Betriebe an diesem Tage als Konsumenten aus- fielen. Während unter diesen Ilmständen am Sonntag nur 461 666 Kubikmeter Wasser verbraucht wurden, schnellte die Zahl am gestrigen Montag auf 662 666 Kubikmeter herauf, eine Zahl, die beinahe einen Rekord darstellt. Dieser Wasserverbrauch wurde in diesem Jahr nur am 2l. Mai überschritten, wo es bekanntlich auch sehr heiß war und 675 666 Kubikmeter Wasser verbraucht wurden. Ilm die Hitze in den Straßen einigermaßen erträglich zu machen, sind sämtliche in Berlin verfügbaren Sprengwagen in Tätigkeit, und zwar 136 Pferdcsprengwagen und 7 6 Motor- f a h r z e u g e, die zusammen mit den Waschmaschinen täglich 25666 Kubikmeter, also nicht weniger als 25 Millionen Liter Wasser verbrauchen. Der Besuch der städtischen Freibäder war auch am gestrigen Montag, trotz des Werktages, außerordentlich groß. Das Strandbad W a n n s e e hatte eine Besucherzahl von 13 500 zu verzeichnen, im Müggelsee badeten 5666 Berliner, und den größten Besuch hatte der Wasscrsportplatz Plötz ensec mit 27 666 Badegästen.— Von 11 Uhr ab stellen sämtliche Schulen innerhalb Groß-Berlins den Unterricht ein, falls um 16 Uhr in den Klassenräumen die Temperatur aus 25 Grad gestiegen ist, was in diesen Hundstagen sehr oft der Fall ist. Bei Klassenzimmern, die den Sonnenstrahlen in besonderem Maße aus- gesetzt sind und bereits morgens eine große Hitze aufweisen, kann sogar zwischen 16 und 11 Uhr hitzefrei gegeben werden. Hitzegefahr für die Kohlenplähe. 11 Brande in den letzten drei Tagen. Infolge der außerordentlichen Hitze häufen sich auch die Brände auf den Kohlenlagerplätzen, auf denen die Besitzer zumeist große Stapel von Preßkohlen vorrätig halten. Da die Briketts auf den Plätzen fast immer im Freien aufgeschichtet werden, sind sie den ganzen Tag über der glühenden Sonnenhitze ausgesetzt, und wenn die Kohlenhändler ihre Vorräte nicht mit der nötigen Sorgsalt beobachten, kommt es leicht zu Selbstentzündungen. Während in den letzten zwei Tagen bereits acht Kohlenlager in Flammen aufgingen, kam es in der vergangenen Nacht wieder zu drei Bränden auf Kohlenplätzen, so in Neukölln auf dem Grund- stück Kaiser-Friedrich-Straße 111, ferner in Lichtenberg, Wühlischstraße 45, und aus dem Güterbahnhof in Wik- mersdorf-Friedenau, wo sich Preßkohlen in einem Waggon entzündeten. In allen Fällen konnte durch das rechtzeitige Ein- greisen der Feuerwehr eine größere Ausdehnung der Brände ver- hindert werden. schen Lehrmittel vom Kinderspielzeug bis zu den neuesten technischen Apparaten. In einer anderen Reihe von Sälen ist das Leben auf den deutschen Schulen jeder Art gezeigt, und daran soll sich ein« internationale Ausstellung über Lehrmittel und Erziehungsmethoden anschließen. Oas Blut Friedrichs des Großen. Etwas für nationalsozialistische Bassenforscher. Seit einiger Zeit nehmen die Nationalsozialisten Friedrich den Großen als ersten Nationalsozialisten für sich in An- spruch. Was würde sich herausstellen, wenn man heute noch eine Blutprobe machen könnte? Das Ergebnis wäre höchst blamabel für die Nationalsozialisten. Im Anschluß an sein eben erschienenes Buch„Das Geheimnis des Blutes" knüpft in der„Deutsch-französischen Rundschau" der Genealoge Dr. Otto Forst de Battaglia Betrachtungen an die Ahnentafel Friedrichs des Großen. Sie läßt sich voll- ständig bis zu 256 und annähernd lückenlos bis zu 1624 Ahnen auf- stellen. Die Tatsache, daß sich der„Ahnenverlust", das mehrfache Auftreten derselben Persönlichkeit an verschiedenen Stellen der Ahnenreihe, bei Friedrich besonders häufig sindet, scheint dem Ver- fasser das populäre Vorurteil gegen die Inzucht zu widerlegen; sie verhindert an sich weder Gesundheit noch geistige Bedeutung. Für Friedrichs Empfänglichkeit gegenüber französischer Kultur und Geistigkeit gibt die Ahnentafel eine zwar nicht völlig neue, zahlen- mäßig aber doch überraschende Erklärung: unter Friedrichs Vor- fahren überwiegen die Franzosen alle anderen. Unter den 18 frühesten bekannten Ahnen ist noch die Hälfte Deutsche, aber das Verhältnis ändert sich allmählich derart, daß in der 9. Generation 79 Deutschen, 4 Niederländern, 1 Dänen und 2 Engländern, also 86 Germanen, 6 Slawen. 7 keltische Schotten und 99 Romanen gegenüberstehen, darunter 97 Franzosen. In der 11. Generation hat Friedrich bereits dreimal soviel franzö- fische als deutsche Vorfahren. Unter ihnen ist Elöonore Desmiers d'Olbreux, ein geistreiches und anmutiges Edelfräulein, das der Herzog von Braunschweig nach langen Kämpfen zu seiner legitimen Gattin gemacht hatte, von deren Stamm ebenso wie von dem der Coligny und der Charlotte von Montpensier reiche geistige Veranlagung herkam. Sogar mit C l ö m e n c e a u, der einer alten Adelsfamilic des Poitou angehörte, sind die Hohenzollern verwandt! Im Gegensatz zu ihrem großen Widersacher war übrigens Maria Theresia fast rein deutschblütig. Die Moral von der Geschicht? Protz mit deinen Ahnen nicht! Die Genealogie Friedrichs des Großen ist ein besonders schönes Beispiel für den Unfug der nationalsozialistischen Rassentheorie. Die Germanen, die keine Mischlinge sind, kann man wahrscheinlich an beiden Händen herzählen, und diese Schaubudenobjektc würden ebenso wahrscheinlich das Gegenteil dessen beweisen, was die nationalsozialistische Führercliquc ihren Glaubenshungrigen weismachen möchte. Auffindung eine» Kepler-Lriefes. Einen Brief de» großen Astro- nomen Kepler an die württembergischen Theologen hat kürzlich der Stuttgarter Kepler-Forscher Professor Max K a s p a r i aufgefunden. Kepler skizziert dort nicht nur entschieden und schlagfertig seinen religiösen Standpunkt, sondern auch seine religiöse Entwicklung von frühester Kindheit an. Der Brief ist der Abschluß einer langen Korrespondenz, die Kepler um Wiederzulassung zum Abendmahl führt«. Bolle als Diktator 11 bis 14 Prozent Lohnabbau von der Oirektion verfügt In einer geradezu unverschämten Art und Weise ist heute von der Direktion der Meierei Bolle mit ihrer Arbeiterschast verfahren worden. Gestern war der von ihr gekündigte Lohntarif für das gewerbliche Personal abgelaufen, heute srüh prangte schon am schwarzen Brett ei» Anschlag, wonach die Löhne sämtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen ab sofort um etwa 11 bis 14 proz. herabgeseht werden. Der Stundenlohn des Handwerkers wird mit einem Feder- strich von 94,5 auf 84 Pf. gesenkt, der des Kntschers von 87,2 auf 75 Pf., des Schwerarbeiters von 86,3 aus 75 Pf., des Leichtarbeiters von 81,1 aus 79 Pf., der Schwerarbeiterin von 63,5 auf 55 Pf. und der Leichtarbeiterin von 56,2 aus 59 Ps. Der Handwerker- lohn wird also noch um 19 Pf. unter den Facharbeiterlohn gesetzt, der in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller gezahlt wird und als miserabelster Handwerkerlohn in ganz Berlin gilt. Die von der Direktion der Meierei Bolle diktierten Lohnsätze liegen teilweise bis zu 7 Proz. unter den Löhnen vom Jahre 1925 und entsprechen ungefähr den anfangs 1924 in dem Betriebe gezahlten Löhnen. Die Direktion hat in den Verhandlungen am Freitag mit den Gewerkschaften, die ergebnislos abgebrochen werden mutzten, er- klärt, daß sie zu einem Abbau der Löhne infolge des starken Umsatzrückganges gezwungen sei. Mit diesem Argument schlägt sich die Direktion selbst ins Gesicht, denn der Rückgang des Umsatzes ihrer Milch und der sonstigen Meiereiprodukte ist ja gerade eine Folge des wahnsinnigen Lohnabbaues. Der Hauptkonsument der Meierei Bolle ist in erster Linie die Arbeiterschaft, die mit jedem Pfennig rechnen mutz. Wenn sich die Direktion der Meierei Bolle einbildet, durch einen diktatorischen Lohnabbau die Mindereinnahmen aus dem Umsatzrückgang wieder wettmachen zu können, dann irrt sie sich bestimmt ganz gewaltig. Denn gerade die Massen der Verbraucher, auf die Bolle angewiesen ist, werden sich das nicht stillschweigend bieten lassen, so dah vielleicht die Folge des rigorosen Lohnabbaus ein weiterer Umsatzrückgang sein wird. Vom Berliner Schlichtungsausschutz, der von der Direktion der Meierei Bolle angerufen worden ist, muß erwartet werden, daß er diesen brutalen Lohnraub nicht sanktioniert. Zusammenstöße in Westdeutschland. Verlehte in Essen und Köln. Am Sonntagmittag entwickelte sich in Essen-Altendorf eine Aus- einandersetzung zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, in deren Verlaus auch Schüsse fielen. Nach den polizeilichen Gr- mittlungen hat hierbei ein 17jähriger Lehrling, der einem koinmu- nistischcn Jugcstdverband angehört, mehrere Schüsse aus die Ratio- ualsozialisten abgegeben, wodurch der SA.-Mann Alfred Siegel durch eine» Armschutz schwer verletzt wurde. Ferner wurde der Vater des K o m m u n i st e n durch einen Bruststeckschuß schwer v e r- letzt. Der Lehrling wurde noch im Laufe des Nachmittags von der Polizei festgenommen. Die beiden Verletzten mutzten in das Kranken- Haus geschafft werden. In Köln entstand in der Palanterstraße, Ecke Noelplatz, eine Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, bei der die letzteren schössen. Ein K o m m u n i st wurde durch einen Oberschcnkelschutz verletzt. Durch ein abirrendes Geschoß wurde ein auf der Veranda der elterlichen Wohnung spielendes zweieinhalbjähriges Mädchen im Rücken verletzt. Fünf on der Schießerei Beteiligte wurden von dem lleberfallkommando verhaftet. In der Nacht zum Sonntag kam es auf der Merheimer Straße in Köln-Nippes zu einer Schlägerei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten, wobei ein Nationalsozialist erheblich am Kopse verletzt wurde. Besser Mörder als Kommunist! Wen Horthy begnadigt. Budapest, 16. August. Der Reichsverweser hat zwei Arbeiter, die vom Standgericht wegen Mordes verurteilt worden waren, begnadigt. Ihre Todes- strafe wurde in lebenslänglichen Kerker umgewandelt. Die beiden waren beim Obstdiebstahl vom Besitzer des Feldes ertappt worden und hatten daraufhin den Mann ermordet. F ü ß und S z a l l a i aber wurden gehenkt, weil sie Sekre- tärdienste für den Kommunismus geleistet haben! Frankreich braucht Nüstungsargumente. Die deutschen Nationalisten liefern sie ihm. Paris, 16. August.(Eigenbericht.) Nachdem Ministerpräsident Herriot, der am Sonntag in Metz zwar den Friedenswillen Frankreichs betonte) gleich- zeitig aber auch angesichts der„Rufe nach Gewalt und der Lobreden aufden Krieg" die Notwendigkeit zur Wachsamkeit in Frankreich unterstrichen hatte, hat sich am Montag Kriegsminifter Paul B o n c o u r in Blais im gleichen Sinne geäußert. Er be- tonte es als eine Pflicht als Kriegsminister, die nationale Verteidi- gnng Frankreichs im Sinns der Außenpolitik seiner Regierung zu sichern. Herriot habe in Lausanne gezeigt, daß er zur Verständigung namentlich mit England und Amerika unbedingt bereit sei. Die Parade alter Soldaten in Pirmasens hat in der Pariser Presse starte Verstimmung hervorgerufen. Die nationalistische „Liberte" verlangt am Montag schon, daß man derartige Kund- gebuugen sofort mit einem Rüstungswettrennen beantworten müsse. Als erste Aufrüstung verlangt das Blatt den Bau von drei großen Panzerkreuzern zu je 25 999 Tonnen. Der„T e m p s" sucht aus der Milttärparade in Pirmasens, auf der auch die Fahnen aus den durch den Friedensvertrag verlorenen deutschen Gebieten unter den Klängen des Präsentiermarsches defilierten, für Frankreich Kapital auf diplomatischem Gebiet zu schlagen. Er weist nämlich darauf hin, daß gerade derartige Kundgebungen ein guter Beweis dafür seien, wie recht Frankreich habe, wenn es immer eine Er- gänzung des Kellogg-Paktes durch Sanktionsbe st immun- gen fordere:„Obwohl Deutschland selbst den Kellogg-Pakt unter- zeichnet hat, betrachtet es den Krieg weiter als ein gesetzliches Mittel, um das Ziel seiner nationalen Politik zu erreichen. Es ermutigt das ganze Volk in der gefährlichen Illusion, daß trotz aller bestehen« den Verträge die Revanche es wieder in den Besitz der verlorenen Gebiete bringen könnte. Solange aber diese Gesinnung,� die sich jetzt wieder in Pirmasens gezeigt hat, aus der anderen Leite des Rheins besteht, hat jeder Friedenspakt in den Augen der am meisten bedrohten Völker nur soweit Wert, als er Sanktionen gegen diese Verletzung und genügende Garantien für die allgemeine Sicherheit vorsieht." Ofstzierskasino hinter Gittern. Noble Gäste in spanischen Gefängnissen. Madrid über Paris, 16. August. Durch Dekret sind zwei Obersten, acht Oberstleutnants, 16 Majore, 54 Hauptleute und 57 Leutnants der Garnison von Sevilla wegen Beteiligung an der Aufstandsbewegung ihrer Posten enthoben worden. Der Monarchistengeneral S a n j u r j o scheint ziemliche Bewegungsfreiheit zu haben: er versucht, durch eine Erklärung gegen Separatismus, die er veröffentlichen konnte, für sich Stimmung zu machen. Neun aktive und neun ehemalige Offiziere sowie 27 Privat- Personen, darunter eine Frau, sind in P o l i z e i g e w a h r s a m. Im Militärgefängnis sind 29 Generale, ein Admiral und 32 Offiziere. Andere Militär- und Zivilpersonen sitzen wegen Platz- mangels im Strafgefängnis. Ein kommunistischer Umzug, der u. a. Erschießung des Gc- nerals Sanjurjo und der übrigen Führer des mißlungenen Putsche? fordern wollte, wurde von der Polizei zerstreut. Estland bleibt demokratisch. Dolksenffcheid für präsidialmacht verworfen. Reval, 16. August. Der Volksentscheid über die estländische Verfassungsänderung ist durchgefallen. Mit 325 999 gegen 311 999 Stimmen wurde die geplante Einführung des Präsidentenamtes und die Verkleinerung des Parlaments auf 89 Abgeordnete abgelehnt. Das Ergebnis ist um so bemerkenswerter, als alle bürgerlichen Parteien s ü r die Verfassungsänderung eingetreten waren. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 99 Prozent. Genosse Fritz Mischnewski, ein seit Jahrzehnten in der freige- werkschostlichen Berliner Buchdruckerbewegung tätiger Funktionär, wird heute 69 Jahre alt. Er hat sowohl in seiner Berufsorga- nisation als in der Sozialdemokratischen Partei, der er ebenfalls fast vier Jahrzehnte angehört, stets seinen Mann gestanden. Auch als langjähriges Mitglied des Arbeiterrats bei Ullstein hat er sich immer nachdrücklich für die Interessen der Belegschaft eingesetzt. Alle, die den Genossen Wischnewski kennen und schätzen gelernt haben, wünschen ihm noch viele Jahre Freude an der Arbeit in Partei und Gewerkschaft. 124. Abteilung. Die Trauerfeier für unseren verstorbenen Genossen Otto Richter, Lemkestr. 179, hat bereits am Montag statt- gefunden. Wetter für Berlin: Teils heiter, teils wolkig, aber etwas kühler, leichte westliche Winde.— Für Deutschland: In West- und Mittel- deutschland wolkig und etwas kühler, in Ostdeutschland Gewitter- regen, im Süden noch keine Aenderung. Verontroortl. tür die Redaktion: Rich. Bernstem, Berlin; Anzeigen: Otto Hengst. Berlin. Verlig: Vorwärts Verlag<5. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin 633 68, Lindenstr. S. Hierzu l Beilage. K O GRAMM für die Zeit vom 16. bü 18. August Q\0\Q> ! CHE e s t e n Potsdamer Straße 38 An der Lützowslraße. Das Lied einer\aeht mit Jan Kicpara,.llasrda Schneider, Fritz Schulz Für Jugendliche freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 An der PallasstraBe. Frau Lehmanns Töehfer mit Hansi\iese, Hertha Thiele W. 5. 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Wilsnacker Str. 63. Mensch ohne Xamen mit W. Kraus, Helene Thimig, Maria Uard W. 5. 7, 9 Uhr Alexanderstraße 39-40 (Fassade) Frau Lehmann« Töchter mit Hanfti Niese.— Eip harmloser Fall mit Szöke Szakall Den ganzen Tag geöffnet. � Unter den Linden Die Kamera W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 ühr „M" Regie: Fritz Lang:.— Bel- progrramm.— Ab Donnerstag: Der große Gabbo c Friedrichstadt 3 Franziskaner GeorsenstraO«(Ecke Friedrichs trafle) 9, 12. 3. 6. 9 Uhr Der Sprung ins Nichts mit Cllly Feindt 10.30. 1.30. 4 30. 7.3o. 10 30 Uhr Der Ball mit Luele Mannheim. Beinbold SchUnzel Aeueste Ton-Bild-Beportage Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margarelenslr. Ja. treu ist die Soldatenliebe. — Ab 17. 8.: Uraufführung: Zwei glückliche Tage mit Ida Vl'ust. Senta Söneland W. 5.15. 7.15. 9.15 Uhr Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W. ab 6.30 S. ab 5 U. 2 Großtonfilme: Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel.— Erlebnis einer Nacht Kurfürst � Sbd. Stg. 5, 7, 9 nunursc � 3 Uhr. jgd.-vorst. Dorfslraße 22. Ecke Berliner Straße Frau Lehmanns Töchter mit Hansi Xiese, Kampers.— Tonbeiprogramm Tivoli Täglich 5. 7. 9. Stgs. 3 Uhr; Jugendvorsteil. Berliner Straße 97. Das.Tlillionentestament mit Charl. Ander, Job. Riemann — Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt O-T A F E L Friedenau MariendorF jy[a_£j Jlariendorfer W. 7. 9 S. 5. 7, 9 Tonlichtspiele Chausseestr. 305. Großlonfilme: Jlensch ohne Namen mit Werner Kraus..Haria Bard.— Tonbeiprogramm > Schöneberg A Alhambra Variete Tonfilm Hauptstraße 30 Zapfenstreich am Rhein mit Verebcs.— Helodie der Liebe mit Bichard Tauber Titanic Schöneberg Hauptstr. 49. W. 5, lelile 9 Uhr S. ab 3 Uhr Das Lied einer\acbt mit Jan Kiepura. Magda Schneider.— Tonbelprogr.— JugendJ. Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinslraße 65. Beg. 7. 9 Uhr. Sonnt. 5, 7, 9 Uhr Zwei Herzen und ein Schlag mit Lilian Harvey, Wolf Albach- Betty.— Kr. Beiprogr. 1 St cgllt«> Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. EckeGutsmuthsstr. Das Lied einer Xacht mit Jan Kiepura..�lagda Schneider, Fritz-Schulz, Otto Wallburg. Ida Wüst, Julius Falkenstein — Tonbeipr.— Jugendl. Zutritt. Moabit C Zehlendorf-Mitte 7-/7 Beginn tägl. 5, 7. 9 Uhr stg. 3 Uhr Jugendvorstell. Potsdamer Str. 56. Es war einmal ein Walzer mit JI. Eggerth. R. v. Goht. Jugendliche haben Zutritt Germania-Palast Charlottcnburg, Wilmersdorfer Str. 53/54 Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel. Für Jugendliche freigegeben! W. 5. 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantstr. 54(an der Wilmersdorfer Str.) Frau Lehmanns Töchter mit Hansi Xiese, Hertha Thiele, Fritz Kampers W. 5. 7. 9 Uhr Schlüter-Theater fT�u. Schlüterstr. 17. Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Die grausame Freundin mit Anny Ondra.— Der Herr auf Bestellung mit Willy Forst, Trude Lieske.— Jugendl. Zutritt A fr htm Wocbcnt. 7. 9U U. siirium stg 6. 7. 914 u Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung! Johann Strauß. k. u. k. Hofballmusikdirektor mit Le© Barry, Michael Bohnen, Paul Hörbiger, GretI Theimer.— Tonfilm-Bclprogr. A rtnohnf Wochent. ab 6 Uhr ATluSflOi Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 Es geht um alles mit Luciano Albertini.— Zwei Herzen im ?4-Takt.— Foxtonwoche *»ad«" 1 Theater am Moritzplatz W. 6. 8.45 Uhr. S. ab 4.30 Uhr Vater geht auf Reisen mi Lissi Arna. H. Fischer-Köppc. — Ariane mit Elisabeth Berg ner, Rudolf Förster U Südosten"b Luisen-Theater Beleben berger Str. 34. Frau Lehmanns Töchter mit Hansi Xiese. Fritz Kampers Chauffeur Antolnette mit Charlotte Ander. Hans Adalbert t. Schlettow Neukölln Mercedes-Palast s.ib's u. Hermannstr. 212. Frau Lehmanns Töchter mit H. Xiese.— Bühne: Paul God w in und sein Orchester Filmeck W. 6.30 u. Stg. 5 U. Am Görlitzer Bahnhof Der Edgar-Wallacc- Kriminal-Tonfilm: Der Hexer Ferner Die Flucht von der Teufelsinsel mit Ronald Colman Stella-Palast Köpenicker Straße 12— 14 Der spannende Tonfilm: Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel. Darry Holm Ferner Fat und Patacbon in ihrem neuesten Filmabenteuer Schritt und Trift Jugendliche haben Zutritt. Primus-Palast s-SV s'u. Am Hermannplatz, ürbanstr. 72/76. Der Rächer des Tong mit Lo retta Voung.— Erlebnis einer Xacht W Treptow> Treptow-Sternwarte Dienstag, 8 Uhr Spreewaldzauber, Film. Mittwoch 8 Uhr, Donnerstag 8 Uhr Wir reisen an den Rhein Tonbeiprogramm Osten Germania-Palast s�SVu.' Frankfurter Allee 314 Der große Kriminalfilm: Der Hexer nach Edgar Wallace mit �larla Solveg, Fritz Rasp u. a. Auf der Bühne: Grobe Varieteschau PROGRAMM für die Zeit vom 16. bis 18. August U Weu-ilchtgnb«rg"b Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. W.%7, 9 Uhr. Stg 5, 7. 9 Uhr Der Sprung ins Vichts mit Cllly Feindt.— K)ie Försterchristi mit Irene Eisinger.— Tonwoche Friedrichsfelde Kinn Rnvrh yvebeni-gs 6 Uhr ItinO DUSCfl Sonntags ab 5 Uhi All-Friedrichsfelde 3. Tonw oche Boraben auf Honte Carlo mit Hans Albers. Anna Sten.— Tonbeiprogramm Nordosten „Elysium" ÄT Wochent. ab 6% Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr Der Hexer(nach Edgar Wallace). — Goldfieber mit Tom Mix I nnn-Pnln*f Woch. 5 Uhr Luna-raiasi Sonnt, ab 3Uhr Gr Frankfurter Str. 121. Der Hexer(nach Wallace) mit Maria Solveg.— Goldfieber mit Tom Mix.— Tonwoche Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beg. ab 5 Uhr Das Lied einer Sacht mit Jan Kiepura, M. Schneider,— Gr Tonbeipr«— Jugendliche Zutritt Schwarzer Adler Aii'fw W. 5. 7. 9 Uhr, S. 3. 5. 7. 9 Uhr Mensch ohne tarnen mit Werner Kraut). Maria Bard.— Tonwoche.— Auf der Bühne: Maria\ey Viktoria- Theater 3au5 Frankfurter Allee 48 Großtonfilm: Frau Lehmanns Töchter mit Hansi Viese, Kam pers, Else Esther.—- Beiprogr.' Flo ra-Lichtspiele L.Ärr Wocht. 5.45. ca. 7. 8.45. Stg. ab 3 Uhr 2TonfiIme: Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel.— Kltty schwindelt sich ins Glück mit Norden Alhambra W. 5. 7. 9 Uhr Jonny«Hehlt Europa Harry Fiel Jugendliche haben Zutritt Pankow Palast-Theater Breite Str. 21 a. W. 7 u. 9 Uhr Stgs. 5, 7. 9 Uhr Des gr Erfolges wegen verlängert; Mensch ohne Kamen mit Werner Kraus. Maria Bard, He- lene Thimig, Jul. Falkenstein» Hans Brausewetter u. a. m. föelloge Dienstag, 16. August 1932 SprÄbpnS StinJouHJnße Ja l/ofvmsä Dienstmädchen... Ein Problem und ein Buch/ von s. Peuper Zwitterstellung... Seit der Begriff a u s a n g e st e l l t e" für Dienstmädchen, Köchinnen, Kindermädchen und Erzieherinnen eingeführt ist, der diese Art der erwerbsmäßigen Tätigkeit der Frau scharf umgrenzt und sie als Arbeitsverhältnis, als Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber deutlich macht, ist es möglich zu sagen, indem man diese Auffassung vom Arbeitsverhältnis nach rückwärts projiziert, daß hier auf diesem Gebiet eigentlich die berufliche Tätigkeit der Frau begann. An dieser Feststellung ändert auch die Tat- fache nichts, daß ein Dienstmädchen in Vorkriegszeiten nicht als Arbeiterin angesehen wurde, wie es ja auch heute noch vielfach der Fall ist, wo diese Kategorie von Frauenarbeit in der sozialen Ge- seggebung nicht völlig vergessen ist, wo aber doch jeder Fabrik- bcsiger einen Unterschied macht zwischen den Arbeiterinnen seiner Fabrik und seinen Dienstmädchen, die zwar beide ihm ihre Arbeits- kraft verkaufen, beide soziologisch zum Proletariat gehöre», während beide Gattungen doch eine völlig verschiedene Ideologie haben, die Fabrikarbeiterin meistens schon klassenbewußt ist und die Haus- angestellte dagegen, zum größten Teil, in einer kleinbürgerlichen Vorstellungswclt lebt und die Identifizierung mit dem Fabrik- Mädchen, mit der Schicht, die offensichtlich Proletariat ist, ablehnt. Es würde zu weit führen, die Gründe dafür hier bis ins legte zu untersuchen. Das wäre zwar eine aufschlußreiche aber schwierige Arbeit, und es ist diese Schwierigkeit vielleicht gerade die Ursache, daß wir bisher noch kein Buch gehabt haben, welches sich mit dem Problem der Hausangestellten auseinandergesetzt hat, wo es doch schon eine Menge Literatur über Frauen in anderen Erwerbs- zweigen gibt, Romane von Stenotypistinnen, weiblichen Angestellten und Arbeiterinnen: aber auf diesen Gebieten ist die soziologische Situation einigermaßen klar, jeder begreift das Arbeitsverhältnis eines Tippmädels, und wenn an dem Verfasser einer solchen Buches auch noch die Voraussetzung der Klarheit über seine eigene gesell- schaftliche Lage erfüllt ist, dann kann er über einen solchen Fall Richtiges aussagen und, wenn es ihm nicht an Können mangelt, sogar Richtiges gestalten. Im Gegensatz dazu ist nun die Lage der Hausangestellten keineswegs so leicht zu übersehen, sie ist wesentlich komplizierter und schwerer zu begreifen, denn sie ist subjektiv, von den Hausangestellten her gesehen, unklar, verschwommen und unbewußt, und objektiv ist die ideologische Voreingenommenheit größer, weil das Dienstmädchen im bürgerlichen Denken sich mit der Vor- stellung deckt, die Frau gehöre in den Haushalt, und aus eben dieser Vorstellung heraus nicht klar als Arbeiterin angesehen wird, son- der» als Frau, die ihre(bürgerliche) Bestimmung erfüllt, was wiederum kein Hindernis für jene Leute ist, die sich ein Dienst- mädchen halten, sie nach den für sie gültigen Regeln der sozialen Skala als tiefer stehend zu behandeln, weil ja die Mädchen meistens für ihre Arbeit etwas Lohn erhalten. Bei den sogenannten Haustöchtern, die unentgeltlich im Haushalt arbeiten, fällt dann auch noch der soziale Unterschied weg, der, wie ausgeführt, nur erst durch die Entlohnung entsteht. Sie verhalten sich zu den Dienst- mädchen wie Volontär und Gehilse. Es gibt eine stattliche Anzahl von ihnen in Berlin, aber ihre Anzahl erreicht längst nicht die der Dienstmädchen, die sich in jedem Jahre mehr oder weniger aus der Provinz rekrutiert. Anfänge eines Schicksals. Otto Adolf Palitzsch schildert nun in seinem kürzlich erschienenen Buche„Die Marie"(im Propyläen-Verlag, Berlin) das Leben eines Mädchens aus der Provinz, die sich in Berlin als Dienstmädchen verdingt und auf verschiedenen Stellen tätig ist, eine jener völlig unbewußten Existenzen, die langsam von der Stadt zermalmt werden und hilflos an der Enge und Muffigkeit einer kleinbürgerlichen Welt zugrunde gehen. Es ist das widerstandslose Versinken eines Menschen geschildert, der gut und naiv ist, der nicht begreift, was nun eigentlich mit ihm geschieht, der immer wieder hofft und den Glauben an Gerechtigkeit nicht ausgibt, an eine Gerechtigkeit, die es in der kapitalistischen Welt nicht gibt, bis er dann zur Strecke gebracht ist und irgendwo abseits verendet. So beginnt die Marie in Berlin, jung und ohne Erfahrung, im Haus- halt eines Rechtsanwalts als Dienstmädchen. Sie weiß Bescheid mit den Möbeln der Wohnung, mit den Dingen der Küche und in den Läden der Umgebung, aber sonst weiß sie nichts, sie ist allein, es gibt keine anderen Menschen, mit denen sie solidarisch fühlt, sie nimmt die Lebensweise der Herrschaft, die sie nicht versteht und auch nicht ergründen will, hin, sie fühlt sich als Dicnstbote, führt aus, was ihr gesagt wird, und ihr kleiner Ehrgeiz gipfelt in der Hoffnung, daß sie später mal einer heiraten wird, der sie ernähren kann. Ihre Tragödie liegt nicht so sehr in ihrem Kleinbürgertum als in dem D i e n st m ä d ch e n m i l i e u, wie es die heutige Gesellschaft hervor- bringt, das die Mädchen isoliert und indem sie einmal als Arbeitskraft behandelt werden, dann wieder Vertraute der Frau sind und oft genug auch Lustobjekt für den Mann: diese Dinge verhin- dern, daß sie sich ihrer Lage bewußt werden, und es ist kaum denkbar, daß die Marie auf dieselbe Weise zugrunde gegangen wäre, wenn sie in einem Betrieb gearbeitet hätte. Tie Tragödie vollendet sich. Wckd geschieht nun eigentlich mit ihr, und wie vollendet sich ihre Tragödie? Marie ist jung, und es beginnt mit der Liebe. Sie weiß noch nicht, daß viele Söhne der Herrschaften gewisser- niaßen einen Sport darin sehen, mit möglichst allen Dienstmädchen der Straße, in welcher sie wohnen, etwas gehabt zu haben. Mit einem solchen jungen Mann beginnt es, und Marie ist glücklich, bis sie dahinter kommt, daß es nicht ernst gemeint war. Sie hat den ersten Schlag auf den Schädel gekriegt, sie wird krank, und das ist Grund genug, sie zu entlassen. Sie fliegt. Und sie wird noch verschlossener und mißtrauischer und beginnt auf einer neuen Stelle am Stettiner Bahnhof. Diesmal in einer Kneipe. Dort verlebt sie Weihnachten, eine rührselige Weihnacht unter Junggesellen und abseitigen alten Herren, die zu vorgerückter Stunde in allgemeine Trunkenheit ausartet, welche Marie zu der Bekanntschaft eines verlüderten Bildhauers verhilst, der sie von einem zudringlichen Gast befreit. Und Marie sucht wieder einen Weg aus ihrer Isoliertheit und Einsamkeit, sie liebt den Bildhauer Alfred nicht mehr so wie den ersten ungen Mann, ober trotzdem flieht sie mit ihm noch Hamburg. Das Verhältnis geht entzwei, und Marie ist wieder ollein, und sie ist noch immer das Dienstmädchen Marie, an der sich schon einige altjüngferliche Züge zeigen. Und dann gelingt es ihr endlich, aus ihrer Isoliertheit i n d i e E h e zu flüchten. Sie wird die Frau eines Fleischers, der sie wegen ihrer Ersparnisse heiratet. Aber die Ehe führt zu keiner Gemein- schaft, und die Marie ist nun zwar Ehefrau, der Gipselpunkt ihrer bescheidenen Ansprüche ist erreicht, aber sie ist im Grunde noch immer das Dienstmädchen Marie. Ihr Mann betrügt sie, er ist verschuldet und steht vor der Pleite, Marie ahnt es, aber es gibt kein Näherkommen in dieser musfigen Kleinbürgerlichkeit, keine Aussprache. Und dann drängt sich noch ihres Mannes Schwester, ein verbissenes, unbefriedigtes älteres Fräulein, in diese Ehe, und Marie fühlt sich verdrängt durch sie, ihr Mann hat mehr Vertrauen zu seiner Schwester als zu seiner Frau, und es beginnt ein Kleinkrieg zwischen beiden, der damti endet, daß Marie ihre Schwägerin, die wie eine Spinne in der Wohnung hockt, mit einem Beil ekschlägt. Marie ist ein gutes Dienstmädchen gewesen, sie hat eine gute Geliebte sein wollen und eine gute Ehefrau, es ist ihr nicht geglückt. Es kann also nicht am Gutseinwollcn liegen, denn Marie kommt uns Gefängnis, und dann nimmt sie ein Fräulein Sammt in Pots- dam auf, um sie auf den rechten Weg zurückzuführen. Und die Marie ist widerstandslos und willig, es hat ihr keiner gesagt, was mit ihrem Leben los ist, und von selbst hat sie es nicht gemerkt. Sie stirbt in den Wäldern mn Potsdam. Bis zuletzt war sie auf der Suche nach Gemeinschaft, nach ihrer Klasse, die sie nicht finden konnte, weil sie eine Kleinbürgerin war und in jenem Dienst- mädchenmilieu lebte, aus dem sie auch die Ehe nicht befreien konnte, und an dein nicht nur bloß die Marie dieses ausgezeichneten Buches zugrunde gegangen ist. Die Gestalten des Buches sind knapp hingezeichnet, aber trotzdem lebendig und glaubhaft, die Umwelt wird sichtbar gemacht, und das hilflose Versinken eines Menschen, der nicht weiß, was ihm gc- schieht, die kleinbürgerliche Welt und ihre Ehe. Rreu und Hitmensch Ein paar Werte zu unserer Zeit/ von Eise Mebus Die Gegenwart wird beherrscht vom Kampfe um die Macht. Was vor wenigen Jahr«» noch in den verschiedensten Formen und Gestalten, � unter Vorwänden und Deckmänteln am Werk war, das hat heute einen Sammelpunkt gefunden, un> den es sich konzentriert. Unverhüllt tritt das gemeinsame Ziel aller dem Sozialismus feindlichen Kräfte hervor. Verzweiflung, Ratlosigkeit, irregeleiteter Idealismus, jugendliche Aktivität in Verbindung mit krass«m Materialismus und nacktem Machthunger haben sich ver- «int und huldigen einem gemeinsamen Götzen, Naive Gläubigkeit und heiße Hoffnungen ranken sich um ihn: Alle Probleme, an denen die Menschheit verzrveifelt sich müht, Arbeitslosigkeit, Welt- wirtschastskrise, politische Fragen, die Ebropa nicht zur Ruhe kommen lassen— werft sie auf die Schultern des neuen Götz«». Gebt ihm die Macht, und alles wird gut werden. Ein n«u«r Messias ist erstanden.... Ist es verwunderlich, daß alle diese von Gefühl und Phantasie genährten Hofsnungen sich vervielfältigten, bis der in ihnen wohnende Wille zur Macht lawinenartig zu«inem blinden Macht- rausch anwuchs? Und ist es zu kraß, das erschütternde Sinnbild, das eine republikanische Frau in diesen Togen dem Kampfe um die Macht voranstellte? Gertrud Bäum er vergleicht das Deutschland der Gegenwart dem rasenden Ajas, dem Helden der griechischen Sage, der sinnverwirrt und im Blutrausch die Herden tötet, die seinem Heer als Nahrung dienen sollen und sich, zur Vernunst gekommen, in sein eigenes Schwert stürzt. Wie lange wird es noch dauern, das Rasen des Wütenden? Andersdenkende werden überfallen und niedergestreckt. Volks- und Gewerkschafts- Häuser, aus den Pfennigen deutscher Arbeiter erbaut, sind das Ziel von Kämpfen, in die verblendete Volksgenossen sich freudig stürzen, in der Ucber.zeugung, gegen Feinde und Schädlinge vorzugehen und Minderwertiges der Vernichtung preiszugeben. Wie lange wird es dauern, l»is das Blendwerk feine Kraft verliert, bis gemeinsame Not und gemeinsamer Aufbauwille Brücken schlagen auch zwischen politischen Todjeinden? Die sozialistische Frau ist nicht so weltfremd, zu glauben, daß Macht«twas Unwesentliches sei. Sie weiß und hat es immer wieder in t«r harten Praxis des Alltags erfahren müssen, daß Macht auch für den Sozialismus die Voraus- s e tz u n g ist, unter der seine Ziele verwirklicht werden können. Der Zusammenschluß in Partei und Gewerkschaften ist die Ver- körperung sozialistischen Willens. Aber diese Macht ist nicht Selbst- zweck, sondern Stütze und Hilfsmittel. Nicht der Macht- mensch, sondern der Mitmensch ist das Ziel. Die Perspektive verengt sich nicht, sondern sie dehnt sich ins Weite. Die Hand nmkrainpft nicht die gewonnene Macht, sondern sie össnet sich und spendet ihren Reichtum an alle Bedürftigen. Wäre der Machtmensch jemals unser Ziel gewesen, dann hätten die Träger der Regierung 1918 ein anderes Schicksal«rsahren, dann hätten 11 Jahre deutscher Republik nicht auch dem politischen Gegner größte Objektivität und weiteste Bewegungsfreiheit zu- billigen können, so weit, daß sie die Grenz«» der Selbstvernichtung streiften. Der M a ch t in e n s ch fragt nach sozialer Stellung und Ver- mögen, nach Rang und Titel, der Mitmensch nach Können und Charakter. Der Machtmensch kennt nur das lieber- und Unter- einander: Der Mann beherrscht die Frau, der Erwachsene den Jugendlichen, der Soldat den Zivilisten, der Vorgesetzte den Unter- gebenen, der Brotgeber den Ardeiinehnier. Der Mitmensch aber will Gleichberechtigung. In Freiheit soll am gemein- samen Werk geschaffen werden. Gibt es eine Erziehung zum Mitmenschen? Dr. Hanna M e u t e r beantwortet diese. Frage in einer interessanten Abhand- lung:„Erziehung zum'Mitmenschen".(Dr. M. Pfeifer- Verlag, Berlin-Friedcnau, 1932.) Die Verfasserin hat sich die Aufgabe ge- stellt, auf die wissenschaftlich« Arbeit einer über die Fachkreise hinaus verhältnismäßig wenig bekannten Frau aufmerksam zu machen: Es ist Mathilde Vacrting, Professor in Jena. Hanna Meuter hat in ihrer Abhandlung die Grundgedanken der Baertingschen Arbeiten herausgehoben und ihnen eine auch dem Laien verständliche Deutung gegeben. Mathilde Vaerting beweist die Zlbhängigkeit der Erziehung vom sozialen Wandel und zeigt die Erziehung der Vorkriegszeit als Erziehung der Vorherrschaft, die neue sozialistisch« Erziehung als Erziehung der Gleich- bcrechtigung. Die Gleichberechtigungserziehimg lehrt die Kunst, sich selbst im Zaum zu halten, die Herrschast des freien Menschen. Das Ziel dieser Erziehung ist-Tiesdecker. Vielfach sind die Maschinen mit Kabinen versehen. Bei Klemm und Comte sind sie sogar dreisitzig. Die Rebeneinanderlegung der Sitze, wie sfe außer bei diesen beiden noch bei Potez, und dem amerikanischen Monocoupe zu finden ist, dürste knnstighin doch den Vorzug ver- dienen. Manch andere Kabinen sind weniger bequem, als vielfach überhaupt nur deswegen da, um bei der Bewertung ein paar Punkte mehr bekommen zu können. Die alte Staakener Zeppeljnhalle dient den ausländischen Teilnehmern als Unterkunft, während die deutschen Maschinen in einer der südlich am Flugplatzrand gelegenen Hallen untergebracht sind- Dazwischen Tankstellen, Ersatzteillager und anderes mehr was dazu gehört. Viele alt» Bekannt» sind hier. Helmut Hirth, der alt« Kämpe, der»rst kürzlich schwere Verletzungen beider Arme und Hände beim Prabelauf seines Motors erlitten hat, ist mit beiden Armen in der Bind«, doch dabei. Die eigentlichen technischen Prü- sungen haben jetzt begonnen. Zuerst mit der Prüfung d«k Kleinst- geschwindigkeit, 3m ganzen haben sich 44 dieser Prüsung unterzogen. zwei dürfe» si« wiederholen, Da steht nun auch Morzik«, des zwei- maligen Europaflugsiegers, Heinkel-Maschine, Seine Leute füllen gerade den letzte» Brennstosf aus und dann versucht er es. Aber bei der Landung zerhaut er sich den Schwanzsporn. Am besten schnitt der Pole Karpinski(RWD.) ab, der es auf nur MM Stunden- kilometer brachte. Gut auch v. Massenbach(Heinkel), Donati(Breda) und Stoppani(Breda), die um die ö3 Stundenkilometer erreichten, während die anderen zum Teil darüber liegen, der Schweizer Straumann(Comte) sogar mit S1,8 Stundenkilometer recht schlecht abschnitt und überhaupt keine Punkte bekommen- konnte. Am Montag konnte die Ausrüstungsprüfung beendet werden, wobei es keinem Teilnehmer gelang, die Höchstpunktzahl 10? zu erreichen. Mit je 88 Punkten zagen sich die beide» Palen Kar- p i n s k i und Z w i? k o am besten aus der Afsäre vor ihren übrigen Landsleuten mit je 84 Punkten. Bei der mit höchsten» sieben er, reichbnrcn Punkten vorgesehenen Auf- und Abrüstungsprüfung schnitten von bisher zwölf gopriisten Teilnehmern die beide» Deutschen Stein und Lusser an, besten ob, die nur 50 bzw. 54,4 Sekunden benötigt«". Der Franzose Jätrö und der Schweizer Straumann brauchten länger alz Z y 15 Ministen zum Auf. und Abrüsten und erhielten Stroipunkte, Die Stariprüfung. bei der ein 8 Meter Hobes Hindernis mit dem möglichst kürzesten Anlauf zu übersliegen ist, wurde bisher von acht Teilnehmern abgelegi, von denen der Italiener Eolombo jü? seinen nur 100 Meter betragenden Anlauf die höchste Punktzahl von 40 erzielte. Die Italiener zeigten bei allen bisher abgelegten Prüfungen den beste» Durchschnitt, so daß in der Gesamtprüfung Stoppani mit 170 Punkte,, an erster Stelle steht vor Colpmbo und Zwirko-Pplo» mit sc 173 Punkten, Ac&eitec~7£Mtis Spiele bei 34 Grad Hilze Am Wochenende spielte in der Fortsetzung der Serie in der /�.Gruppe der Frauen TR. Lichtenberg gegen TR. Prenzlauer Berg. Wenn auch die Lichtenberger durch Njchtanlreten der zweiten Spielerin zwei Punkte kampflos abgeben mußten, so hätten sie nach den bisherigen Erfahrungen sicher gegen Prenzlauer Berg ge- minnen müssen. Die Spielerinnen van der„Einsamen Pappel" spielten mit Ersatz: mit 4:Z haben sie sich zweifellos tapfer gegen di« Lichtenberger geschlagen. In der Frauen-L-Gruppe setzten sich nie Spielerinnen von TR. Westen gegen ihre Vereinsgenossinne» von Neukölln mit 4:2 Punkte» durch. Und in der Männer- ?!-G r u p p e spielt« TR. Reukölln gegen FTGB.-Norden 4: 2. Bemerkenswert bei diesem Spiel ist die Niederlage der beiden Neu- köllner Spitzenspieler. Weitere Ergebnisse: L, Gruppe Männer: TR. Gesundbrunnen II gegen TR. Westen l 4:2. O-Gruppe Männer: TR. Friedrichshain gegen FTGB. III 6:0; FIGB. nicht angetreten. Ein Dauerschwimmen am Sonnabend im ptotzensee Der 2. Bezirk des I. Kreises im Arbeiter, Turn- und Spartbund Hatte am Sonnabend die Vereine zu einem Dauerschwimmen durch den P l o tz e n s e e eingeladen. Die Vereine Hellas, Weißensee, Freiheit, Tegel, Friedrichshai» und Wedding von der Schwimmsparte, Proles, Tegel und Weißenfee von den Turnern und Tiergarten, Friedrichshain und Wedding vom Reichsbanner hatten fast 200 Teilnehmer aller Abteilungen an den Start gebracht. Das Schwimmen sollte um 18 Uhr beginnen. Das war Anlaß für die kommunistischen Sportvereine, zur gleichen Zeit ein Dauer- schwimmen z» veranstalten, womit sie ein gemeinsame» Starten erzwinge» wollten. Ms die Bezirksleitung davon Kenntnis erhielt, verlegte sie auf Anraten des Oberbürgermeisters den Start aus 16 Uhr. Trotz der frühen Zeit waren säst alle Gemeldeten am Start. Die Kommunisten konnten es sich nicht verkneifen, ihren Aerger durch eine Ansprache vom Kahn ous Lust zu machen. Der Genosse Schwedler brachte daraus der Partei und der Sportbewegung den Fretheitsrus dar, den, dle Zuschauer begeistert zustimmten. Mädchen dm Meter t. gottlow Sa,,?! 2. Schulz.— N.Klasse. Weibliche Oujeitb 500 Reter: 1. Polter 8:32; 3. Henze.— graue» Klasse B 500 Meter: l. Brandt 8:30: 2. Herden.— gnaden 500 Meter: 1, Segert 7:23; z, Beyer 0:20. — Männlich« Jugend Klasse» 500 Meter: t. Übt 8:08: 2. Bogel 8:20.— Männer Klasse B 500 Meter: 1. Hennig 0:10; 2. Aälling.— Turner und Sportler 500 Meter: Menschig 8:30; 2. Weinte 8:41.-- Reichsbanner 500 Meter: l. Radelt 8:30; 2, Zimmermann. Heinz. 8:4t.— Altersschwimmer 500 Meter: Z. Nathan 8:40: L. Wolter 0:04.— Männliche Jugend Klasse n 1000 Meter: 1. Arendt 45:14; 2. Drömert 1.5:40.- Weibliche Jugend Klasse n 4000 Meter: t. Weber 47:37. � Frauen Klasse B 1000 Meter- 4. Menschig 48:33; 2. Hansscke 20:44.— Männliche Jugend Klasse'.t 4000 Meter: 4. Fest« 44:38; 2. Kinkelmann 44:44.— Männer«lasse.5 4000 Meter: 4. Polt« 43:23: 2. Pohle 43:55. Polizei-Meisterschaften Da» Sporifcst zum Verfassungstage Alljährlich zum Verjasjungstage veranstaltet die Berliner Schutzpolizei ihr Sportsest. aus dem die Leichtathletik- Meisterschaften ausgetragen werde». Mehr als 6000 Zu- schauer hatten sich diesmal eingefunden. Abraham von, der 2. Inspektion Steglitz konnte den Berliner Meister Jmhoff im 400-Meter-Lauf in der sehr guten Zeit von 50,2 Set. schlagen. Im 800-Mster-Laus muhte sich Abraham aber die Siegerehren mit Möller, ebenfalls Steglitz, teilen. Beide gebrauchten für diese Strecke 2.05,5 Minuten. Besonderes Interesse erweckte die große Jyx200«Meter-Stafetts, die nach scharfem Kampf von der Gruppe Süd vyx Mitte und West gewonnen werden konnte. 400 Meter: 4. Blessmann il. Bereitschaft West) 44 Sek.; 2. Aßmuß.— 200 Meter: V Blehmgun 22,0 Sek.; 2. Tadbert.— 400 Meter: 4. Abraham (2. Pereilschalt Strglih) 50,2 Sek,: 2. Jmhoff.— 800 Meter: 4. Moller l2. Be- reitschalt Steglitz) 2:05,5 Min.; 2. Abraham.— 3000 Meter: 1. Buht lKöpruia, 0:33,8 Mi».; 2. Pfarr.— 440 Meter Hürdeu: l. Ii. Schulze(1. Bereitschaft Uichtenderoi 46.5 Sek.: 2. H. Schulze.— 40x200 Reter für alte Herren: 4. Sruppe Mitte 2:58 Min.— Slompische Stafette: 4. Heuppe Sud. 4X100 Meter fu» Polizei. Znlpettionen: 1. Inspektion Linden 42,6 Sek.— Hand- gcanattnoirfin: l. Drosch(i. Bereitschaft Kreuzberg) 88,14 Meter.— Hach. sprung: 1,&. Schulz«(1. Bereitschaft Lichtenberg) 1,72 Meter: Z. Luchemann,»> Weitsprung: 4. 41,28 Meter.—«ugelstoftru: 4. Frttfch(Polizeischule Brandenburg) 43,78 Meter. Ein unglaubliches Urteil Fuftballverband verurteilt Jugendlichen zu Schadenersatz. Ein glücklicherweise vereinzelt dastehende« Urteil hat der Bs- zirk Vorderpfalz im bürgerlichen Süddeutschen Leichtathletik- und Fußballverband gefällt, der«inen jugendlichen Fußballspieler „verurteilt" hat, 400 Mark Schmerzensgelder selbst zu bezahlen,«eil er an einem Unfall beteiligt war, bei dem ein gegnerischer Spieler sich ein Bein brach. Dabei ist nicht einmal klar erwiesen, daß der Nestrast««irklich der Ueboltäter war, denn der Unfall entstand bei einem Gedränge vor dem Tor, an dem zirka sechs Spieler beteiligt waren. Belastend für den„Uebeltäter" war allerdings, daß er vorher gegen den Verletzten eine Drohung aus- gesprochen haben soll. � Auf jeden Fall ist so etwa» noch nicht dagewesen, daß ein Spieler, der gefehlt hat, mit Schadenersatzpflicht bestraft worden ist. Solche Urteile zu fallen, kommt nicht den Sportverbönden zu. E» hat ganz den Anschein, ol» ob der zuständige Bezirksoerband sich um die Bezahlung der Summe drücken will, dabei braucht er nicht einmal in die eigene Kasse zu greifen, denn in solchen Fällen springt jederzeit die Unfallversicherung ein. Zu allem Ueberfluß ist der Be st raste arbeitslos, kann die 400 Mark also nicht bezahlen, sein Vater lehnt e» ab, für den minderjährigen Sohn ei»- zuspringen, und so wird nicht« weiter übrig bleiben, als die ordent- lichen Gerichte mit der Angelegenheit zu beschäftigen, und was dabei herauskommen wird, ist noch nicht abzusehen. Unter Umständen kann die Einstellung de» Bezirk, Vorderpfalz verheerend für die ganze Sportbewegung werden. �ettkampfe im Freien Keglcrbund Bei den Kegelwetttämpsin. die aus Anlaß des Ver- fassungstoges im Gau Berlin des Freien Keglerbundes stattfanden, wurden folgende Resultate erzielt: Fünsermannschaften je 100 Kugeln auf Bohle: 1. Gruppe: SKK. Marathon 3616 Holz: Aha 3574! Olympia 3560; Bück Dich 3564; Bundestreue 3545. 2. Gruppe: Linke u. Co. 3658: Hohe Kante 3554: Atlanta 3513: Scharfe Kante 3509; Bundestreue, 2. Mannschaft 3506. Zweier- Mannschaften je 100 Kugeln auf Bohle: SKK. Marathon 1474 Holz; Gem. Stamm 1463: Bundestreue 1463: Hohe Kante 1454: Gem. Stamm 1451. Dreikampf(Bohle-Asphalt-Schere): Schmidi-Solide 676 Holz: Voigt-Hohe Kante 664: Franke-Fraternitas 652: Schneider-Fraternitas 650: Krause-Scharf« Kante 649. Kombinierte Kämpf« auf Bohle(Männer und Frauen): Frau Sobotzki-Erich Dudat 1401 Holz: Frau Schedalke-Nebrl 1393: Frau Köring- R. Sobotzki 1390: Frau S- Wieland-R. Madel 1358: Frau Buchqrdt-P. Fridewald 1336 Holz. Segelflugzeuge im Rohbau Da man bisher immer nur sertige Segelslugzeuge zu sehen be- kam, an denen man nicht feststellen konnte, mit wieviel Arbeit uno Mühe, mit welcher Liebe und Sorgfalt«ine solche Maschine erbaut wird, ist es doppelt zu begrüßen, daß sich die S e g e l f l u g o e r- einigung„Prenzlauer Berg" bereit erklärt hatte, eine Rohda u aus stell ii ng zu veranstalten. Das große Interesse, das diese Ausstellung bei-den Anhängern der Segelfliegerei hervor- rief, rechtfertigte dos Unternehmen. Auf dem Exerzierplatz in oer Schönhauser Allee konnte man am Sonnabend eine Maschine sehen, die noch nicht perkleidet war. Der Apparst, ein verbesserter Zög- lingtyp mit abnehmbarer Rumpfoerkleidung, besteht aus rund 2000 Einzelteilen- Mehr als 60 Meter Steuerseil zum Verspannen wurden gebraucht: 30 Quadratmeter Sperrholz dienen zur Verklei- dung. Hinzu kommen zirka 10 Meter Stahlrohr und 25 Meter dünne Holzleisten, die zu den Tragflächsnbogen gebrambt wurden. In einem halben Jahr wurde diese Maschine von 12 Mitgliedern, unter denen sich nur zwei Tischler befinden, aufgebaut. Mehr als 14000 Arbeitsstunden erforderte der Bau. der ungefähr 350 M. kostete. �eißxvasser Bundesboxmeister Vor ausverkaustem haus kämpsten in Weihwaiser Hansa und Sparta- Hannover um die INeisterschast im INannschafts- boxen des Arbeilerathletenbundes. Es war ein hervorragend und der Bundesmeisterschaft sehr würdiger Kampsabend. Die sehr guten Kämpfe wurden mit großer Spannung versolgt. Am Schluß stand der Mannschaslskampf 8:8. Da aber eine mannschaff als Sieger erklarl werden muß, siel aus Grund kürzerer Siegeszeiten der Titel an w e i h w a s j e r. Spoti i/m* U&etcdi Bei den in Treptow ausgelragenen Zreiluftboxtämpsen der bundestreuen Arbeiter-Athleten erreichte der Boxklub„Britania gegen die Boxer der Bereine„Alt-Wedding" und..Lichtenberger Faustkämpfer"«ine» 7: 1-Punktgleichstand. Klinke-«, schlug den Weddinger Wölbling nach Punkten. Ohl-mann-AW- und Matahn trennten sich mit einem Unentschieden. Feldt-B. schlug Grande-AW. nach Punkten, Henneberg-L. gewann über Heppa-K. ebenfalls noch Punkten. Lenz-B. und Manke-L- schieden mit einem Unentschieden. Payko-AW. siegte über Smyrek-B. nach Punkten und Koch-B. er- reichte gegen Förderer-LF. ein Unentschieden. Arbeiter-Handball. Bei den Ausscheidungskämpfen um die Bundesmeisterschaft im Arbeiter-Handball verlor Bolkssport-Wedding gegen Leipzig-Paunsdorf 9: 10. Schmeling reist ab. Am 18, August tritt Max Schmeling die Ueber- sahrt nach Amerika an. Der ehemalige Weltmeister hat als nächste Aufgabe einen Kampf mit dem früheren Msttelgewichts-Weltmeister Mickey Walker vor. Ein ganz phantastisches Boxkampf-Projekt wird aus New Park gemeldet, das jedoch keinerlei Aussichten auf Perwirklichung haben dürfte. Geschäftstüchtige Unternehmer wollen einen Ozeandampfer chartern und an Bord dieses Dampfers einen Kampf zwischen Schmeling und Dempsey veranstalten. Etwa 4000 zahlungskrästige Pasiagiere sollen mitgenommen� werden, und für einen Ringsitz will man nur 500 Dollar von den Snobs, die sich zu dieser Reise bereitsinden. verlangen. UuMUshuut\JtWMt iedeM, uui: Vltecstiestv, 4.«reis. Männer smt> Frauen i Trilnehmeriartm W™ Bunäesalterstretten fofort beim Kassie»-- adftolen unh auch abrechnen. Feeitaa, lü Augun, 20 Uhr.--ntlenden alle Alleisriesen und Abteilungen«inen Ber treter, Turnhall- Zriedenstr. ZI. am Landeberger Platz, dett werben d-e Ibmnnaftltijbunaen zum Bundesaltereirelfen nach Musik gesidt. Meldungen für Zaulldall mitbringen,»ndernsavs satort einlend-n. Touristenuerein„Die Raturlrenubc". Dienstag, 18. August. Abt. Weddmg. Vsslldcnorvsir. 5(Zimmer 4):„Weltwirtschaft"(Genosse Dr. B-enstoct).— Hum> doldthain: WiUdenowstr. 5(Zimmer 43):„Der prahtllarilche Menlch".- De- lundbrunnen: Pank- Sde Wiefenstrafte: Ab 18 Uhr Bolksparl Rehberge.— Norden: Sonnenburger Str. 20: Opernabend(Schallplatten).— ssrledrichshain: Frankfurter Allee 307: Abendspaziergang. 10 Uhr Bhf. Wuhlhetde.— Osten: Ubertiistr. 42:„Reiseerlebnisse in der Sowjetunion".— Friedenau: Offenbacher Strafte:>u." Oherschöneweide: Laufener Str. 2.— Rtttwoch, 17. Auaust. Ssten, Iugendgruppo: Frankfurter Allee 307. Donnerstag, 18. August. Photo-Arbeitogemeiiischast Rowack: Iohan»i»str. 45.— Raturkundliche Ab- kestung: Iohannisstr.>5: Arbeitoabend.— Rosenthaler Borstadt: Weinmeister- strafte 10—17: Mttgliederuersammlung.— Humboltthatn: Pank. Eike Wiesen- iuafte: Singekreis.-• Prenzlauer Berg: Danziger Str. 82(Baracke II): Abend- wandernng. Treffpunkt 10 Uhr Bhf. ibartenfeld.— Siidwest: V«rckstr. 11: Singen und Spielen.— Arbeitsgemetnlchalt ttindenbpf: Jugendheim Lindenhoi: „Pilzkunde".- Lichtenrade: Xentz. Kailee-Dilhelm-Str. 73: Referate über Ber- toisungen.— Neukölln! Pergstr. 20(Raum I): Abendspaziergang. Trelfpunkt lOl-j Uhr Bergstr. 20.— uichienberg:«unterste. 44.— Binetaplatz-Schönhauser Borstadt: Uortzing. Ecke Braunstrafte! Ilieater und Film. Arbeitsgemeinschaft Berlin des Ardeiter-ijichtbildbundes. Sitzung 17. August, 20 Uhr. in der Redaktion Volk u. Zeit. TAB.»aulsbors sucht sür 4. Fuftballmannschost am 24. August Segner auf eigenem Plag. Silangebote an Fritz Thiel», BerliN'Kaul-dorf, Sichenstr. 2. Der FFB. Lichtenberg e- sucht für eine kombiniert« Mannschaft zum 24. August ein« spielstarke 2. Mannschatt aus Segnero Platz. Angebote bi» Donnerstag an Aldcrt Schirmer.?>chtenberg. Aubprnstr. 43, oder telephon-sa, Donnerstag ab 24 Uhr unter Lichtenberg 3414. ASB. 32«orfigwolde sucht zum Sonntag. ZI. August, für 4. Mannschaft und zum Sonntag, 4. September, für 1. und 2, Mannschaft Begnor aus eigenem Platz. Angebot« Freitag» ab 20 Uhr unter Tegel Z084. Freier Bportoerein 8tei»ickendors,S«ft. Funktionärsitzung Donnerstag, IS. August, 204., Uhr. Mitgliederpersammlung Mittwoch, 24. August, 20 Uhr. Beide im Boll-Hau».__ Rundfunk am Abend Dienstag, den 16. August 1932 Rf-rlin: 16.05 Klaviermusik. 16.45 Doktor Ucberall erzählt. 17.10 BUdietrstunde: Politiker von pestern nnri heute. 17.40 Wilhelm Wundt(Prof. Dr. O. Klemm). 18,05 Mit»dem Mikrophon durch die Mark: Sakrow. 18.15 Guitarresoli. 18.35 P. Fetter: eigene Skizzen.(8,55 Die Fimkstund» teilt mit- 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Unterbaltungsmuaik. 19.55 Mü- teilungen des Arbeitsamtes. 20.00 Orchesterkonzert. 20.30 Deutschland(eine Sinfonie). 23.00 Wetter-, Tages- uud Sportnachrichten. Königswusferhausen: 16.00 Tradition und Konvention(E. Bisdioff). 16,30 Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.30 Wilhelm Wundt(F. Märker). 18.00 Warum lehnt Japan bis heute das Christentum ab?(Prof. Dr. Aufhauser). 18.30 W irtschaftliche Selbsthilfe in England(Dr. E. Rosenbrock). 18.55 W etterbericht. 19.00 Film und Volk(Prof. Dr. Bier- nutnn, Dr. J. Eckardt). 19,40 Viertelstunde Funktechnik (Oberingenieur Nairzi. 20.00 Deutsche Volkslieder. 22.20 Aus Hamburg: Spatkonzert. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. 96 Pf. clnrib alle ,.\ orwärts"-Boten oder die Postanstalten. pläsa Iahe Schier, Ihl. 1 5, SUD. I heleharilt.fttrenUrg.: I Kabale u. Lieb» tmm LA�P schonholz SIMi«8»-5J-6»-U» Heute tiroß- Fenersverk Frel-Variete siam. Oper Lsiarlollendurg QismarckMraße 34 OlenMaf, l«. August Turnus IV Prenjiere Neueiactudlerung Undinc Nettesheim, Schirach, Cavar», Müsch, Kandl, Qombert Anfang 19,30 Uhr 6nde nach 22,3Q Uhr MW« _____$ iRestamunt Derling 18. Flor» 8434. Uaufflgn Taps& Tempo, RemosComp. 4 Richy s, Sealtiel, M.& C Mayo Levanda, Hunter& Bobette »v.uhr CA8III0- THEATER»v,uh. Lothringer Strahc 37, IIIIIIIIIIIIIMIIIIIIIMIIMIMIIIIinMIMIMKlUIIIUIMIIIIIIIIIHIIINMnill Berlin wird wieder lachen! Ab Freitag, den 26. August Annemarie das kleine Tanzmädel Valksoperett».— Musik von Gilbert Vorher ejn bunter Teil. Preise O.SO M, 0.78 M. und 4.— M. Auch Sonntac abend. Rose-Theater inli Fnatfortit Unit 11) Iii. Wiiiiul 1 1 34)2 8.30 Uhr Herzdame Gartenbuhne 5.30 Uhr Konzert u.Varielß FrlftiUlptlntt rinimen i.Selbiinhtillo — Rötires— Filter, ilmlliiu Emhltili.Jliiiit. Preisliilt jritisl Kobiank&co. Pnwifdrik. Sorli» K«S weliieiitrtir StnSe 95.