BERLIN Freitag 19. August 1932 Redaktion u. Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr.Z Tel. A7 Dönhoff 292- Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis f ü r b« i d e A u s g a b e n 75 Pf. pro Woche, Z,25 M. pro Monat fdavon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. P o st b e z u g Z,g7 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebühren. Gedenkt der Opfer! 10 Pf. Nr. 390 B 190 49. Jahrgang Sozialdemokratische Fraktion beginnt mit einer Ehrung der im Kampf Gefallenen! „Landesverrat" des Stahlhelms? Eine blöde Ausrede des Hitler-Organs. Die erste Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion des neuen Reichstags wurde heute vormittag von dem Vorsitzenden der Partei, Genossen W e l S, mit einem Riickblick auf den Wahlkampf eröffnet. Wels erinnerte daran, daß dieser Kamps mit einer bisher un- erhörten Schärfe geführt worden ist. Er hat von uns ollen Opfer in einem Ausmaß wie nie zuvor gefordert. Unsere Parteigenossen haben den Wahlkamps nicht nur mit Ein- sehung ihres Lebens geführt, viele von unseren Genossen haben ihn auch mit ihrem Leben bezahlen müssen. Die Verrohung des politischen Kampfes hat Formen ange- nommen, wie das in der Geschichte Deutschlands, in der Geschichte Europas noch nie erlebt worden ist. Selbst in der Zeit der Revo- lution, als wir noch unter der Auswirkung des Krieges standen, hat die Tötung von Menschen nicht im entferntesten den Umfang an- genommen, wie das jetzt geschieht. Auch die radikalsten Gruppen der Linken haben niemals daran gedacht, der Verachtung der poli- tischen Meinung Andersdenkender mit Messern, Revolvern und Bomben Ausdruck zu geben. Die Entartung des politischen Kampfes hat in unseren Reihen nicht nur zahllose Tote gefordert, hunderte ausrechter Parteigenossen wurden aus das Krankenbett geworfen, viele andere sind vor den Slrasrichter gezogen worden. Unser erstes wort gilt darum allen Kämpfern, die sich mit ihrem Herzblut für unsere große Sache eingesetzt. die Opfer ohne Zahl für unsere Idee gebracht haben, wir aber wollen geloben, daß wir den Kamps, zu dem sich die ganze Arbeiterschaft zusammengeschlossen hat. weiterführen wollen, wir werden das Banner der Freiheit hochhalten um der Zukunft des deutschen Volkes und der Zukunft der Menschheit willen. In diesem Sinne gedenken wir vor Beginn unserer Arbeit der Opfer, die der Kampf der Arbeiterklasse bisher gefordert hat! Zu Ehren der im Kampf für die Ziele der Arbeiterklasse ge- fallenen Opfer hatten sich die Mitglieder der Fraktion von ihren Plätzen erhoben. Die letzten Ausführungen des Genossen Wels wurden durch stürmischen Beifall unterstrichen. Wels erinnerte hierauf an die außerordentlich wertvolle Arbeit der 25 Partei- genossen, die der neugewählten Fraktion nicht mehr angehören. An ihre Stelle sind 22 neue Mitglieder getreten. Das ist ein Zeichen dafür, daß in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion immer wieder der Prozeß der Verjüngung vor sich geht. Die Neuwahl des Lorstandes der Fraktion wird in der Sitzung vorgenommen werden, die der Eröffnung des Reichstags am 30. August vorangehen soll. Genosse Wels gab hierauf einen Ueberblick über die Entwicklung der politischen Lage seit der Reichstagswahl. Genosse chertz erörtert dann die Anträge und Gesetzentwürfe, die die Fraktion im Reichstag bei seinem Zusammentritt vorlegen wird. Sie gehen von dem Gedanken aus, die Existenzmöglichkeiten der breiten Volksmasfen zu sichern; darüber hinaus verlangen sie den Umbau der Wirtschast mit dem Ziel, einen Ausweg aus der Wirtschaftskrise herbeizuführen. Zu diesem Zweck fordert die Fraktion die Wiederherstellung der sozialen Leistungen vor den letzten Notverordnungen sowie die Beseitigung der zuletzt ver- ordneten Massensteuern. Zur Beschaffung der Mittel werden Not- steuern auf hohe Einkommen und Vermögen vorgeschlagen, die Erweiterung der Erbschaftssteuer, die Kürzung der hohen Gehälter und Pensionen nicht nur in öffentlichen Körperschaften und Be- trieben, sondern in allen Unternehmungen, die durch Subventionen erhalten oder mit ihren Steuerleislungen im Rückstände geblieben sind, und schließlich auch die Aushebung der Fürsten- abfindungen. Der Umbau der Wirtschaft soll beginnen mit der Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, also vor allem bei Kohle, Eisen, Großchemie und Zement sowie der Groß- banken. Schließlich verlangt die Fraktion auch die Enteignung des Großgrundbesitzes. Die rauhe Praxis. Kube tobt gegen Schlachtsteuer- Növer führt sie ein. Oldenburg, 19. August.(Eigenbericht.) Die rein nationalsozialistische Regierung �in Oldenburg hat den Beschluß gefaßt, vom 1. September an die Schlachtsteuer im Frei- staat Oldenbckrg einzuführen. Die Regierung mußte, nachdem sie alles mögliche versucht hotte, dos Defizit auf andere Weise auszu- gleichen, dieselbe Steuer einführen, gegen die die National- sozialisten in Preußen schärf st en Protest erhoben hatten. Die Derössentlichungen des Stahlhelmmajors v. Stephan! über die Versuche der SA., Stahlhelmangehörige mit Gewalt zur Unterstützung eines beabsichtigten Putsche? zu ver- leiten und gar sich gewisser Massen zu bemächtigen, die sie im Besitz oder Gewahrsam des Stahlhelm vermuteten, haben in der Oefsentlichkeit begreifliches Interesse gesunden. Mit Recht fragt man sich, wo der R e i ch s a n w a l t bleibt, der diese offenen Putschversuche etwa mit dem gleichen Maße messen würde, wie den sogenannten„intellektuellen Hochverrat" der viele Dutzende von Kommunisten bereits hinter Schloß und Riegel ge- bracht hat. Man fragt sich aber auch weiter, welche Stellung etwa die Reichsregierung zu diesen vom Stahlhelm bezeugten nationalsozialistischen Hochoerratsabsichten einnimmt. Zunächst sind diese Fragen der Oefsentlichkeit dazu verurteilt, ohne Antwort zu bleiben! Die Regierung läßt durch ihre „zuständigen Stellen" die Enthüllungen Stephanis geradezu a b- sichtlich bagatellisieren, indem sie den Wert solcher Nachrichten dadurch in Zweifel zieht, daß sie erklärt,„dem Nachrichten- dienst der Verbände dürfe erfahrungsgemäß keine allzu große Be- deutung beigemessen werden." Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als daß die sehr bestimmt ausgesprochenen positiven Behauptungen des Stahlhelm-Stephanis als Hirn- gespinste hingestellt werden! Welche Ursache nach ihrem eigenen Willen die für die öffentliche Ruhe verantwortliche Regierung haben mag, von dem Verlan» gen der SA. nach Stahl Helm waffen keine Kenntnis zu haben, bleibt schleierhaft. Vielleicht aber ist die Reichswehr geneigt, mitzuteilen, wie s i e etwa die Lage beurteilen würde, wenn es der SA. gelungen wäre, die beim Stahlhelm— mit Recht oder Unrecht— vermuteten Waffenlager zu erobern und für putschistische Zwecke zur Verwendung zu bringen? Ist der Herr Reichswehrmini st er nicht mit uns der Meinung, daß mit Hilfe dieser Waffen das schwer st e Unheil über Deutsch- lai.d herbeigeführt worden wäre? Augenscheinlich ist den Reaktionären in allen Lagern die Ver- öffentlichung des Stahlhelms sehr unangenehm. Das geht schon daraus hervor, daß die Hugenberg- Presse, die sonst den Stahl- Helm als ihre besondere Parteieinrichtung zu hofieren sucht, von der Veröffentlichung des S t a h l h e l m f ü h r e r s überhaupt keine Notiz nimmt. Die Leser dieser„nationalen Opposition" dürfen augenscheinlich nichts davon erfahren, daß die von Papen mit dem Vorrecht des Uniformtragens begnadeten Salzsteuersoldaten drauf und dran waren, auch die sried- lichsten Bürger mit Krieg zu überziehen, um ihre Machtgelüste durchzusetzen. Der„Angriff", der heute zu den Ent- hüllungen Stephanis notgedrungen Stellung nehmen muß, behauptet, diese Enthüllungen„grenzten nahezu an Landes- verrat!" Wieso es Landesverrat fei, wenn man national- sozialistische Putschabsichten öffentlich feststellt, bleibt zunächst ein Geheimnis zwischen dem Hitler- und dem Stahlhelmlager. Die Oefsentlichkeit und das ganze deutsche Volk hat aber ein Interesse, daß nicht mit derartigen Geheimnissen gespielt wird, wo es um die Lebensinteressen der Nation geht. Wir sind nicht darüber informiert, warum die SA.-Leute ausgerechnet beim Stahlhelm Waffen vermuteten. Aber es interessiert vielleicht den höchsten Gerichtshof des Reiches festzu- stellen, warum und zu welchem Zwecke die angeblich legalen SA.-Leute gerade diese vermuteten Wafsenlager zu erobern trachteten. Die Frage wird nicht verstummen, selbst wenn die Re- gierung sich noch so stumm zu stellen beliebt! Razzia bei der SA. Schußwaffen, Handgranaten und Munition gefunden. Siel, 19. August.(Eigenbericht.) Bor einigen Tagen wurde bei den Rendsburger Ralionalsozia- listen eine Razzia vorgenommen. Lei der Durchsuchung der Nazilokale wurden 18 Handgranaten, rund 800 Schuß wunition und eine Anzahl Schuhwassen gesunden. Das hätte für die SA.-Sprengstossableilungen ausgereicht, um noch eine Anzahl Gebäude in Rendsburg zu demolieren und die Bevölkerung von Rendsburg und Umgegend weiter unter Terror zu hallen. Dolchstoß gegen Einheitsfront. KPD. fucht Ausflüchte. In der gesamten Arbeiterklasse hat die drohende faschistische Ge- fahr den tiefen Wunsch nach Beseitigung der politischen und wirtschaftlichen Spaltung der Arbeiterklasse ausgelöst. Diese Stimmung ist der Leitung der KPD. höchst unangenehm. Wo bliebe schließlich die gesamte KPD., wenn sich die Arbeiterschaft einigen würde. Gesetzt den Fall, es gäbe im Reichstag statt 133 Sozialdemokrajten und 89 Kommunisten eine einheitliche sozial- demokratische Fraktion von 222 Mitgliedern, so würde allein durch diese Tatsache die faschistische Gefahr gebannt sein. Aber dann gäbe es keine KPD. mehr. Um den Clan ihrer Anhänger zur Einheitsfront zu brechen, erfinden die kommunistischen Blätter die dümmsten Lügen, aus denen hervorgehen soll, daß ausgerechnet die Sozialdemokratische Partei und die freien Gewerkschaften gemeinsame Sache mit den Faschisten inachen wollen. Es war wahrscheinlich die Sozialdemokratische Partei, die das faschistische Volksbegehren unter- stützte, Kerrl zum Landtagspräsidium verhalf, für die Amnestie der Fememörder stimmte usw. Es verlohnt sich nicht, auch nur mit einem wort auf diese Lügen einzugehen. Die zerstörten Gewerkschaftshäuser, die gemeuchelten Gewerkschastssunktionäre und sozialdemokratischen Berlrauensleute sprechen eine deutliche Sprache, in welchem Verhältnis Gewerk- fchasten und Partei zu den Nazis stehen. 3n welchem Verhältnis die KPD. aber zu den Nazis fleht, dafür spricht eine Vergangenheit noch jungen Datums, die aus die Zukunft allerlei Schlüsse zuläßt. Die„Niobe" steigt empor. Vergung der Leichen wahrscheinlich heute abend. Kiel, 19. August. Das Bergungswerk geht jetzt sichtbar seinem Ende entgegen und es ist sehr wahrscheinlich, daß bereits heute abend mit der Bergung der Leichen begonnen wird, heule, Freitag früh, gegen M0 Ahr, hob sich das wrack der„Niobe" mit dem Vorderdeck plötzlich etwa 4 Bieter aus dem Wasser und bald darauf auch das Heck. Jetzt konnten zum erstenmal nach dem Untergang des Schisses wieder Menschen an Lord gehen. Die Taucher sind unermüdlich am Werk. um das wrack weiter abzudichten. Die Angehörigen der ertrunkenen jungen Menschen treffen zur Teilnahme an der Beisehungsseier bereits in Siel ein. Ueberall sieht man Fahnen auf Halbmast. Vorbereitungen für die Trauerfeier. Kiel, 19. August. Die Marinestation der Ostsee teilt mit: Nachdem das Wrack der„Niobe" inzwischen etwas weiter unter Land geschleppt werden konnte, wurde günstigerer Meeresboden vorgefunden. Es darf jetzt damit gerechnet werden, daß die weiteren Bergungsarbeiten schneller als bisher vor sich gehen, wenn nicht durch die Aufrichtung des Schiffes unvorhergesehene Schwierigkeiten eintreten. Falls die Bergung des Schiffes in der jetzt vorgesehenen Form ohne weitere Unfälle vonstatten geht, wird voraussichtlich frühestens im Laufe des 2 2. August nachmittags eine gemeinsame Trauerfeier für alle Toten der „N i o b e" auf dem Garnisonsriedhos in Kiel stattfinden. Wegen des sehr beschränkten Platzes auf dem Friedhof werden außer den Ver- tretern der Behörden, den Wordnungen der Marineabteiwngen unb den Fahnenabordnungen der Marinevereine nur Inhaber be- sonderer Karten zugelassen. Die Karten werden lediglich an An- gehörige der auf der„Ztiobe" Gebliebenen und an die Angehörigen der Soldaten der Reichsmarine ausgegeben. Ein Trauerzug durch die Stadt findet nicht statt. Faschistische Polizei. Reichsbanner wie Verbrecher abgeführt.- Beschwerde abgelehnt. Braunschweig, 19. August.(Eigenbericht.) Der nationalsozialistische Kommandeur der braunschweigischen Schutzpolizei hat eine Beschwerde des Reichsbanners wegen Mißhandlung von 84 sestgenommenen Reichsbannermitgliedern durch Potizeibeamte als„unbegründet" abgelehnt. Dabei waren die seinerzeit im Bebelhof Festgenommenen, ohne daß ein einziger auch nur Miene zum Widerstand gemacht hätte, gezwungen worden, wie schwere Verbrecher, beide Hände hochzuhalten und sich dann in strammer Haltung mit dem Gesicht zur Wand aufzustellen. Der Polizeioffizier befahl seiner Mannschaft mit schußfertiger Pistole(!I), hinter den Reichsbannerkameraden Aufstellung zu nehmen. Auch auf dem Transport richteten die Polizeibeamten ihre Massen auf die Festgenommenen. In der Polizeikaserne mußten sich die Reichsbannerkameraden unflätige Beleidigungen sagen lassen. All diese Tatsachen genügen dem Polizeikommandeur nicht, um im Wege der Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die national- sozialistischen Polizeibeamten vorzugehen. Wie in früheren Jahren, so wollte auch dieses Jahr der Arbeiter-Samariter-Bund eine Haus- und Straßen- snmmlung im Staate Braunschweig veranstalten, um seiner sozialen Aufgabe besser nachkommen zu können. Auf monatelange Vor- stellungcn hat sich' Klagges schließlich zu einer ablehnenden Antwort ohne Angabe von Gründen bequemt. Auf telephonische Anfrage wurde dem Gesuchsteller eröffnet, daß das Verbat der Sammlung aus politischen Gründen(I!) erfolgt sei. Rückendeckung für pflichttreue Beamte. Eine Aktion des Regierungspräsidenten Friedensburg. Kassel, 19. August.(Eigenbericht.) Zu den wüsten Angriffen der Nationalsozialisten gegen die Kasseler Polizei hat Regierungspräsident Dr. Friedens- bürg in einer öffentlichen Erklärung Stellung genommen. Er betont, es sei unerträglich, wenn sich die politische Vor- eingenommenheit in offener Nichtachtung gegen Beamte geltend nmche, die Tag und Nacht bis zur Erschöpfung ihre Pflicht tut. Er habe seine ernsten Bedenken darüber auch dem Reichskommissar Dr. Bracht persönlich vorgetragen und bei ihm volles Verständnis dafür gefunden, daß eine sachliche Arbeit der Beamten seines Ressorts in der jetzigen kritischen Zeit außerordentlich er- schwert werde. Der Reichskommissar habe in einem besonders wichtigen Fall, der gerade die Kasseler Polizei angehe, seiner Meinung hierüber den Angreifern gegenüber sehr unzwei- deutig Ausdruck gegeben und versichert, daß er die ihm nochgeordneten Beamten rückhaltlos schützen werde, wenn sie ungerechtfertigte Angriffe erleiden. Kommunisten ins Gefängnis. Weil sie Verbot der(SA.-Llniformen forderten. Greifswald l. Pom., 19. August.(Eigenbericht.) Vor der Ferienstrafkammer des Landgerichts hatten sich 2 3 K o m m u n i st e n wegen Landsriedensbruchs zu verantworten. Es war vor einiger Zeit in der Nähe des Arbeitsamts in Anklam zu Ausschreitungen gekommen, bei denen die Polizei eingreisen nußtc. Ein kommunistischer Demonstrationszug hatte sich zum Bürgermeister begeben und von diesem gesordert, daß er das II n i f o r m v c r b o t für die Nationalsozialisten einführe. Die Strafen, die die Ferienstraskammer des Landgerichts ver- hängte, sind außerordentlich hart. Zwei Angeklagte wurden zu je 1 Jahr Gefängnis, ein Angeklagter zu 9 Monaten, vier Angeklagte zu je 7 Monaten und weitere vier Angeklagte zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Angeklagter erhielt 4 Monate, ein anderer 3 und einer 2 Monate Gefängnis. Sieben Angeklagte wurden frei- gesprochen. Drei Monate Gefängnis wegen. Hausbemaiung. Trier. 19. August. In der vergangenen Nacht hatten zwei Kommunisten an einem Hause ausreizende Jnschristen angebracht. Sie wurden heute vom Schncllrichter wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten und wegen Beschädigung des Hauses zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein anderer Kominunist, der„Schmiere" ge- standen, erhielt die gleiche Strafe.(!!) Wann kommen die Raziterroristen an die Reihe? Breslau, 18. August.(Eigenbericht.) Das Breslauer Sondergcricht fällte wieder ein über- aus hartes Urteil gegen 7 Kommuni st en. Diese waren am 2 9. Oktober vorigen Jahres mit Nationalsozialisten, die von einer Betriebszellenversammlung kamen, in Streit geraten. Ein Nationalsozialist war durch einen Messerstich erheblich verletzt worden. Die Angelegenheit sollte im Juni das Schöffengericht be- schäftigen, wurde aber mit Rücksicht auf die Amnestieoorlage im Landtag vertagt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft beim Landgericht Breslau diesen Fall dem Sondergericht vorgelegt. Es nimmt nicht mehr wunder, daß der Vertreter der Anklage, Staatsanwaltschafts- rat I l k, bei der Strafzumessung seine ungeheuer hohen Anträge damit begründete, es müsse nach dem Terror der letzten Wochen ereinplarifch vorgegangen werden. So beantragte er gegen zwei Angeklagte zwei Jahre acht Monate Zuchthaus. Das Gericht ver- urteilte die b e i d e n Hauptangeklagten zu je einem Jahr drei Monaten Gefängnis, ein Angeklagter erhielt neun Monate, drei Kommunisten wurden zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Lausanne und Oeuischösterreich. Wien, 19. August.(Eigenbericht.) Auf sozialdemokratischen Antrag hat der Auswärtige Ausschuß des Bundesrats(Vertretung der Länder) beschlossen, gegen die Rati- sizierung des Lausanner Abkommens Einspruch vorzuschlagen. Tritt der Bundesrat diesem Vorschlag bei, so genügt allerdings die Wiederholung des Nationalratsbeschlusses mit einfacher Mehrheit, um die Ratifizierung herbeizusühren. Im Nationalrat ist, wie ge- meldet, der Lausanner Vertrag nur mit einer Stimme Mehrheit angenommen worden. Der Beuchen« Reun GG.-Leuie vo B e u t h e n. 19. August. Der mit großer Spannung erwartete Prozeh vor dem Sonder- geeicht in Reuthen hat am Freitagvormittag begonnen. Der An- drang des Publikums war außerordentlich groß. Verhandelt wird gegen neun Nationalsozialisten. Die Anklage lautet auf Totschlag. Ein großes Schuhpolizeiaufgebot sperrt dag Gerichtsgebäude ab. Für die Verhandlung selbst sind nur b0 Einlaßkarten ausgegeben worden, da der große Schwurgerichtssaal nicht ausreicht. Wie groß das Interesse an dem Prozeß ist. beweist die Tatsache, daß 40 Pressevertreter anwesend sind. Kurz nach 9 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor H i m m l. die Verhandlung. Als Beisitzer sind die Landgerichtsräte Hoffmann und Stahl bestellt. Die Angeklagten werden verteidigt von dem nationalsozialistischen Rechtsanwalt Dr. Luetgebrune und Assessor'Dr. Lowak aus Gleiwitz. Als Sachverständiger ist zugelassen Medizinalrat Dr. Weimann. Unter den geladenen 16 Zeugen befinden sich auch die Mutter und der Bruder des getöteten Arbeiters Konrad Pietrznch aus potempa. Angeklagt sind der Elektrotechniker Reinhold Kottisch aus Mikult- schütz, der Grubenarbeiter Rusin Wolnitza aus Friedrichswille, der Häuer August Gräupner aus Rokittnitz, der Markenkontrolleur Müller aus Friedrichswille, der Gastwirt Paul Lachmann aus Potempa, der Gastwirt Georg Hoppe aus Tworog, der ehemalige Polizeiwachtmeister Nowak aus Broslawitz, der Häuer Hippolith Hadamik und der Häuer Karl Czaja aus Rokittnitz. In der Anklageschrift werden die ersten vier Angeklagten des Totschlages aus politischen Gründen an dem Arbeiter Konrad Wjf— diese fflUsse! Selbst dem See- Sief anlen im Zoo wird die tropen- lemperalur nachgerade unheimlich! „Sturm 71 fertigmachen." EA-Leute unter Anklage des Landfriedensbruchs. Am 13. Juli marschierte ein geschlossener Zug SA.-Leute von etwa 89 9 Mann auf der Landstraße von Teltow. Polizeibeomte erhielten den Austrag, den Zug aufzulösen. Ihre Verhandlungen mit dem Führer des Zuges blieben ergebnislos: die SA.-Leute marschierten frech weiter. Die Beamten holten nikn Verstärkung. Als sie zurückkamen, stießen sie an der Eurtiusstraße auf einen Teil des Zuges von etwa 139 bis 299 Mann. Es erging nun von den Beamten die Aus- sorderung, den Zug auszulösen. Der Führer des Zuges gab den Befehl dazu. Die SA.-Leute gingen von dem Fahrdamm auf die Gehbahn und blieben an der Ecke stehen. Die Beamten richteten nun an die Menge die Aufforderung, auseinanderzugehen. Der Führer erklärte aber:„Hier befehle ich! Der Zug geht auseinander, wenn ich bestimme." Es wurden drohende Rufe laut: Nehmt der Polizei die Gummiknüppel ab, jetzt brauchen wir nicht mehr auf die Polizei zu hören, wir haben die Macht, wir kehren die Gummiknüppel gegen sie. Jemand rief:„Sturm 71 fertigmachen, Koppel los!" Dann wieder schrie man:„Schlagt die Hunde tot." Der Obermachtmeistcr, der die Führung hatte, gab das Kommando:„Gummiknüppel los- machen!" Im selben Augenblick erschien auch der Polizeihauptmann auf der Bildfläche, und da die Beamten bedrängt und geschlagen wurden— einer hatte bereits eine Verletzung am Finger be- kommen, einem anderen wurde ein Bein gestellt—, gab er das Kommando: Pistolen fertigmachen. Zum Gebrauch der Schußwaffe kam es nicht: die Gummiknüppel genügten, um die widerspenstigen SA.-Leute auseinander zu treiben. Im ganzen wurden etwa 46 Verhaftungen vorgenommen. Auf der Anklagebank sitzen nun vor der Strafkammer unter der Anklage der Rädelsführerschaft und des Landsriedensbruches die SA.-Leute P a u tz und Arnold. Das Sondergericht hat es abgelehnt, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Beide Angeklagten bestreiten, Widerstand geleistet und die Rädelsführer gespielt zu haben. Die Aussagen der Polizeibeamten bestätigen die von der Anklage behaupteten Tatsachen. Rechtsanwalt Dr. Kameke als Ver- teidiger glaubte u. a. dem Führer der SA.-Leute, der gesagt hat: „Hier befehle ich!" recht geben zu müssen. Der Vorsitzende gab über diesen Standpunkt seiner Verwunderung Ausdruck. r Mordprozeß dem Gondergerichi Pietrzuch in Potempa beschuldigt. Außerdem sind sie angeklagt wegen unerlaubter Führung von Schuhwaffen und wegen uner- laubten Schußwaffenbesitzes. Weiter wirft ihnen die Anklage vor, gefährliche Körperverletzung an dem Bruder des Getöteten, Alfred Pietrzuch, begangen zu haben. Der Angeklagte Lach mann wird beschuldigt, die erstgenannten vier Angeklagten zu diesem Verbrechen vorsätzlich bestimmt zu haben. Die Angeklagten Hoppe, Nowak, Hadamik und Czaja sind angeklagt, den oben Angeschuldigten zu den von diesen begangenen Verbrechen durch Rat und Tat wissentlich Beihilfe geleistet zu haben. Hoppe wird außerdem be- schuldigt, Pistolen aufbewahrt zu haben. An der Tat beteiligt zu sein, werden auch noch beschuldigt der Kaufmann Prescher aus Friedrichswille und die Arbeiter Golombek und Dutzki, sämtlich aus Rokittnitz. Diese Beschuldigten sind trotz eifriges Nachforschungen bisher nirgends aufgefunden worden. Man nimmt an, daß sie nach Polen geflüchtet sind. Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses wurde als erster An- geklagter der Elektrotechniker Kottisch vernommen, der den Schuß auf Pietrzuch abgegeben hat. Kottisch erklärte zunächst, daß er der NSDAP, nicht angehöre, sondern Mitglied des oberschlesischen Selbstschutzes sei. Zu der Tat selbst sagte der Angeklagte aus, daß er an dem fraglichen Tage in Broslawitz von einer Zivilperson angefordert worden sei, in einem Kraftwagen mitzukommen. Der ihm unbekannte Mann habe zu ihm gesagt, alles andere würde sich finden. In dem Kraftwagen hätte er neben dem Chauffeur gesessen und neben diesem habe sich der Angeklagte Gräupner be- funden. den er damals noch nicht gekannt hatte. Sie feien dann in ein Lokal gefahren, das der Angeklagte nicht kannte. Dort seien zwei Mann aus dem Kraftwagen ausgestiegen. Funkaussiellung eröffnet. politische Zwischenfälle. Als das musikalische Vorspiel zur Eröffnung der Funkfeier ver- klungen war und der erste Redner das Podium betreten sollte, sprang ein Mann aus dem Zuhörerkreis vor das Mikrophon und rief„Das werktätige Volk fordert Rundfunk frei!" Nach diesem unprogrammäßigen Zwischenfall ergriff der Ver- treter des Reichspostministers das Wort, um noch einmal die bereits bekannte Neuregelung des Rundfunks durchzusprechen. Bemerkenswert aus dieser Rede ist nur, daß in ihr ausdrücklich unterstrichen wurde, die Selbständigkeit der Sender in ""den einzelnen Ländern solle erhalten bleiben, da sie eine Kultur- Notwendigkeit darstelle. Die klare Abgrenzung der Zuständigkeiten werde es den Sendern in Zukunft sogar ermöglichen, von dieser Selbständigkeit weitestgehenden Gebrauch zu machen. Die bei den Funkausstellungen üblichen Reden wickelten sich dann in der gewohnten Weise ab. Nachdem das„Deutschlandlied" verklungen war, schallte von der Ballusirade des Funkcafes plötzlich der Ruf„Heil H i t l e r". Ein Jüngling in Zivil, umgeben von einer Schutzgarde in Notoerodnungsuniformen, hatte ihn ausge- stoßen. Er schien offensichtlich das Bedürfnis zu haben, dem Publi- kum noch weitere Geistesblitze mitzuteilen. Aber in den brausanden Rufen„Freiheit".„Es lebe die Deutsche Republik", ..Freiheit!", die aus allen Gruppen des Publikums erklangen, gingen seine Worte unter. Die polizeiliche Feststellung des ersten Zwifchenrufers hatte sich ohne merkliches Aufsehen vollzogen. Der Hitler- Jüngling dagegen machte heftige Anstrengungen, sich der Polizei zu entziehen. Da er Zivilkleider trug, hätte er natürlich in der versammelten Meng« mühelos untertauchen können. Als er abge- führt wurde, trat auf die Gruppe der uniformierten Hitler-Leute ein Jüngling zu und sagte:„Ich werde sofort Goebbels.." Der Rest der Rede ging für die Umstehenden verloren: aber der Ruhm im„Angriff" dürfte den Hitler-Rufern damit ja gesichert sein. Auf dem ganzen Wege zur Polizeiwache bemüht« sich de? Fe st genommene von Zeit zu Zeit, sich loszureißen. Sobald die Polizei dann fester zugriff, rief er:„Sie brauchen mich doch nicht zu knebeln, ich gehe so mit." Aber nach wenigen Schritten wiederholte er seine Manöver, so daß die beiden Polizisten, die ihn rechts und links bei den Händen gefaßt hielten, immer wieder gezwungen waren, nach seinen Armen zu greifen. Mit ihm wurden einige der Braunhemden zwangsgestellt. Gaswolke über Oberschöneweide. (Schwefelsäuredämpfe finden den Weg ins Freie. In der K a l i ch e m i e- A.-G. in der Berliner Str. 149/141 in Oberschöneweide ereignete sich heute früh ein eigenartiger Unfall. Aus einem großen Kessel, dessen Berschlußdeckel undicht geworden war, strömten S ch w e f e l s ä u r e d ä m p f e, die in der Luft eine große weißliche Wolke bildeten. Wegen der Gefährlichkeit der Gaswolke wurde die Berliner Straße von der Polizei sofort gesperrt. Nur die Straßenbahnen durften die Unfallstelle schnell passieren. Von der Fabrikleitung der Werke wurden sofort Maß- nahmen ergriffen, um die Gefahr zu beseitigen. Ein« Arbeiter- kolonne, die für derartige Zwischenfälle ausgebildet ist, drang mit Gasmasken in den Kesselraum ein und ez gelang alsbald, den Kessel wieder abzudichten. Verunglückt ist glücklicherweise niemand. Folgenschweres Autounglück. 14 Personen verleht. Chemnitz. 19. August. Ein schweres Autounglück ereignete sich hier am Donnerstag. Ein Motorradfahrer stieß mit einem Lastkraftwagen zusammen, auf dem 16 Kinder von der Leipziger Hitlerjugend, die von einem Ferienaufenthalt zurückkehrten, Platz genommen hatten. Beim Ausweichen geriet der Wagen auf den Fußsteig und kippte um, so daß die Insassen aus die Straße stürzten. Elf Kinder trugen Verletzungen davon. Eine zu? Beaufsichti- gung mitfahrende Frau wurde sehr schwer verletzt. Der Motorrad- fahrer und eine auf dem Soziussitz milfahrende Frau mußten gleichfalls mit schweren Brüchen und inneren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Hoch, Piccard! Wieder hob, zu großer Fahrt, Er sidi hoch zum Ewigblauen. Aus dem Dreck der Gegenwart Gibt es hier was aufzuschauen! Einer, der nicht quatscht und hetzt, Sondern mit den eignen Knochen Sich in seine Gondel setzt, Um den Himmel abzupochen. Einer, der nicht rückwärts dreht, Sondern dem, vor allen Dingen, Danach Sinn und Trachten steht, Uns ein Stück voranzubringen. Kleines Männchen, schmal und bleich, Ohne viel Cäsarenposen Ist er in das Aetherreich Wagnisfreudig vorgestoßen. Weltraumvorstoß ist vollbracht! Seht die Helden unsrer Tage Sind aus diesem Holz gemacht, Nicht von eines Hitler Schlage! Hans Bauer. GtratospHärenflieger 9 ,/»-m,. Ij,!1 KU\ Hiiler(befindet sich augenblicklich zur Erholung in„seinen" Bergen):„piccard imponiert mir nicht. Ich will Viel höher hinaue!." Hakenkreuze aus Posen. Nozi-Auftra'ge für einen polnischen Zuden. Danzig liegt im polnischen Zollgebiet. Polnische Waren kommen zollfrei nach Danzig, während reichsdeutsche Produkte durch die hohen polnischen Zölle beträchtlich verteuert werden. Wenn das„rastende Kapital" des Danziger Handels diesen Tatsachen Rechnung trägt, so kann das nicht wundernehmen. Zur liefen Letrübnis aller oufbauwilligen Elemente und ihrer hohen Protektoren wird aber folgender Bericht gereichen, den wir in deutschen Zeitungen Polens finden: Am 9. August, wurde in den Räumen der Firma Ja b l o n s k i in Posen von der politischen Polizei eine Haus- und Fabrik- Untersuchung vorgenommen, und der Inhaber der Firma— ein Jude— wurde für einige Stunden inhaftiert. Es stellte sich heraus, daß diese Untersuchung in Zusammenhang mit der Fabri- kation von Nazi ab zeichen stand, Die Polizei hatte ange- nommen, daß die Abzeichen für deutsche Nazis in Polen fabriziert wurden. Der Inhaber konnte aber nachweisen, daß er die Ab- zeichen auf Grund von Bestellungen der NSDAP. Danzig auszuführen hatte, worauf er freigelassen wurde. Die Klischees und andere Unterlagen sind von der Polizei vorläufig beschlagnahmt. Der Inhaber der Firma bedauert, daß er jetzt weitere Bestellungen der Nazipartei nicht ausführen kani'. Es ergibt sich nun folgende Frage, die zweckmäßig vom Pg. Feder„im Benehmen" mit dem übrigen Wirtschastsstab des Braunen Hauses zu begutachten wäre: Wenn die Nazigauleitung oder Zeugmeisterci Danzig ihren Bedarf, der nicht in Danzig ge- deckt werden kann, statt in Deutschland bei einem polnischen Juden in Posen herstellen läßt, um Geld zu sparen— ist das nicht«ine unleugbare Betätigung raffender Kapitalsgefin- nung, verschärft durch Rassenschande und Schädigung deutscher Arbeiter? Die Schuldigen wären abzuurteilen und dann etwa dem Pg. Ministerpräsident Rover zu übergeben, der sie nach Gut- dünken hängen lassen kann, bis die Krähen sie fressen— wenn er nicht vorzieht, die Exekution der nächsten SA. neuen Typs (S p r e n g ft o f f- A b t e i l u n g) zu übertragen. (Spaltung im Hahnenschwanz. AUen. 19. August.(Eigenbericht.) Bon den acht Heimwehrleuten im �Nationalrat gingen in der Lausanne- Ab st immung drei mit der Opposition, was sie mit nationalen Gründen motivieren. Der„Bundesführer" Starhemberg hatte Abstimmung s ü r Lausanne besohlen, um sich die Huld der Regierung nicht zu ver- scherzen, zumal es mit dem ganzen Hahnenschwanz sehr traurig aussieht. Die drei Opponenten wollen offenbar den Anschluß an den Hitler-Faschismus nicht versäumen. Zur Abstimmung betont die ,.A r b e i t e r- Z e i t u n g" die Schwäche der Regierung, die für eine so wichtige Vorlage wie die von Lausann« nur eine Mehrheit von einer stimme erhallen kann. llcbrig bleiben wird von diesem Regierunqssystem nichts dzls die Schande, die Freiheit des Landes durch diesen Vertrag empfind- lich beeinträchtigt zu haben gegen einen Bettel von einigen Mil- lionen, mit denen sich Oesterreich nur sür ein paar Monate fort- retten kann. Flug durch die Eislu Was piccard aus der Stratosphäre erzählt Desenzano, 19. August. Professor piccard gab nach der Landung Pressevertretern gegenüber seiner großen Genugtuung über das Gelingen des Unternehmens Ausdruck. Er erklärt?, daß er beim Aufstieg mehrere Male die Adria und das Tyrrhenifche Meer habe sehen können. Die Meß- instrumente hätten außerhalb der Gondel eine Temperatur von 55Grad unter Null und in der Gondel von 1 5 G r a d unter Null ausgezeichnet. Der Ballon habe eine höhe von 1S7«XZ Metern erreicht. Das ausgezeichnete Wetter habe gestattet. zahlreiche Beobachtungen anzustellen, aus deren Durchführung er von Ansang an gehofft habe. Paris, 19. August. Professor Piccard gewährte dem„Matin" eine telephonische Unterredung, in deren Verlaus er sich kurz über seine Eindrücke während des Stratosphärenfluges äußerte. Er erklärte u. a., daß sein'Flug ganz vorzüglich gewesen sei und daß er nichts Besseres habe erhoffen können. Das Wetter sei ausgezeichnet gewesen und habe keinen Augenblick die Voraussagen Lügen gestraft, die zum Aufstieg veranlaßt hätten. Der Wind habe den Ballon mit einer Stundengeschwindigkeit von etwa 2S Kilometern vorwärts getrieben. Während der zwölf Stunden Flugdauer hätten er und sein Assistent in aller Ruhe die Versuche durchführen können, die sie sich vorgenommen hatten. Das Programm sei in allen Einzelheiten ausgeführt, olle beabsichtigten Messungen seien vorgenommen worden.„Nachdem wir mehr als 16 999 Meter Höhe erreicht hatten, entschlossen wir uns zur Landung, die unter den denkbar besten Bedingungen stattfand. Sämtliche Apparate sind heil heruntergekommen." Auf die Frage des Berichterstatters, ob er und fein Begleiter stark unter der Kälte zu leiden gehabt hätten, erwiderte Professor Piccard, daß dies während eines Teiles des Fluges wohl der Fall gewesen sei. Man dürfe ober nicht Übertreiben, und im Grunde könnte er und sein Begleiter sich nicht beklagen. Ein dritter Stratosphärenflug? Rom. 19. August. Wie der„Messagero" meldet, hat Professor Piccard einen dritten Vorstoß in die Stratosphäre angekündigt, und zwar werde er v o m Ufer der Hudson-Bay(Kanada) in der Nähe des mag- netischen Pols aussteigen. Zahlreiche Fragen würde ihre Lösung finden, wenn festgestellt wäre, wie sich die kosmischen Strahlen dort auswirkten, wo die magnetische Linie in die Stratosphäre münde. Nach Berichten der Morgenblätter war die L a n d u n g der Stratosphärengondel mit einigen Schwierigkeiten verbunden. An der Stelle, wo die Gondel niederging, befanden sich fünf Bauern, die im Laufschritt der Gondel folgten. Piccard warf schließlich einige Tau- enden aus: die Bauern ergriffen diese und versuchten, den Ballon niederzuziehen. Ein plötzlicher Windstoß erfaßte jedoch die Gondel, so daß die Bauern aus Angst, in die Luft gerissen zu werden, die Taue wieder losließen. Der Ballon erhob sich darauf etwa 59 Meter hoch. Nachdem Piccard neuen Ballast abgeworfen und das Ventil weiter geöffnet hatte, ging der Ballon wieder nieder und fiel schließlich aus einigen Metern Höhe hartzu Boden, so daß die Zuschauer lebhaste Befürchtungen sür die Insassen hegten. Die Befürchtungen wurden erst zerstreut, al? die Gondel geösfnet wurde und die beiden Forscher herauskrochen. Die Bedeutung des Gtratosyhärenfluges. Der zweite Stratosphärenflug von Professor Piccard hat trotz der jüngsten aufsehenerregenden Höhenmessungen von Prof. Dr. Regener in Stuttgart große wissenschaftliche Bedeutung. Die Erforschung der Höhenstrahlen ist besonders in Deutschland sehr weit gediehen. Die„Preußische Akademie der Wissenschaften" hat im Jahre 1939 bereits für das Meteorologische Magnetische Obser- vatorium in Potsdam ein Höhen st rahlungs-Labora- t o r i u m errichtet, in dem die kosmischen Strahlen erforscht werden können. Zur Abblendung der Aktivität der Erdstrahlung wurde ein Eisenbetonpanzer von 68 Tonnen Gewicht mit einer Fläche von 6X9 Meter auf dem Bauplatz versenkt, auf dem das Laboratorium errichtet worden ist. Durch diesen Eisenbetonpanzer werden die aus der Erde kommenden radioaktiven Strahlen abge- schirmt, so daß kaum 1 Proz. durchgelassen wird. Die Erdstrahlung ist also fast völlig ausgeschaltet. In der Mitte dieser gepanzerten Fläche können durch Aushebung der Dielen die Meßinstrumente direkt am Boden beobachtet werden. Dieser Raum hat eine Länge von 5 Meter und eine Breite von 1 Meter. Es sind also hier alle Maßnahmen getroffen worden, um eine Störung der Strahlung zu vermeiden. Es wird nun interessieren zu erfahren, wie groß die Anzahl der Strahlen ist, die die Erdoberfläche treffen. Es scheint nun, als ob der Aufstieg Piccards nicht viel-Neues mehr bringen kann. Diese Anschauung ist aber falsch. Schon Pros. Dr. Kohl- Hörster, einer der hervorragendsten Erforscher der Höhenstrahlung, hat festgestellt, daß mit zunehmender Höhe die Fehlerquellen wachsen, die von den Meßapparaten ausgehen und durch die äußeren Umstände bedingt werden. Der Aufstieg piccards ist darum für die Ülissenschasl be- deulungsvoll. weil sich Vergleichsmöglichkeilen ergeben. Die Richtigkeit der Messungen ist nur im Vergleiche mit anderen Messungen zu erweisen. Zwar erscheinen die Messungen Regeners einwandfrei. Trotzdem aber wird das letzte Wort über die kosmische Höhenstrahlung durch derartige apparative Messungen nicht erwiesen werden können, wenn nicht die Menschen vorhanden sind, die sofort die Messungen kontrollieren. Aus diesem Grunde hat der zweite Stratosphärenaufstieg auch in wissenschastlicher Hinsicht großen Wert, zumal Prof. Piccard die notwendigen Apparate mit- genommen hat, um die Strahlen einwandfrei zu untersuchen. In praktischer Hinsicht ist der Flug, wie schon ausgeführt wurde, darum von Bedeutung, weil die Erforschung der Luft- st r ö m u n g e n in so großen Höhen siir die Durchführung eines Lustverkehrs in der Stratosphäre von grundlegendem Werte ist. Auch hier wurden mit Hilfe von Apparaten Versuche unternommen, die die widersprechendsten Ergebnisse zeitigten. Erst die Anwesen- heit eines Forschers in der Stratosphäre selbst kann einen einwand- freien Einblick in den Zustand der hohen Luftschichten gewähren. Gegen die Scholz-Oiktatur. Ein Aufruf des Arbeiter-Radio-Bunde«!. Der Arbeiter-Radio-Bund erläßt folgenden Aufruf: „Wenige Wochen nationalsozialistischer Einwirkung haben ge- nügt, den Rundfunk zu einem kitschigen Berdum mungs- mittel werden zu lassen. Die Nationalsozialisten, die auszogen, den Rundfunk zum Kulturinstrument zu gestalten, bilden ihn nun um zur Schimpftribüne. Unter der Freiherrnparole:„Aus- merzung aller undeutschen fremden Einflüsse" wird der gesamte Rundfunk gegen den Willen der werktätigen Hörer umorganisiert. Die Vertreter eines freien Lolksrundfunks sollen aus den Rundfunk- stellen verschwinden. Man will unter sich sein. Kein aufrechter Republikaner, kein Sozialdemokrat, kein Ge- werkschaftler, kein Freidenker, kein Arbeiter» dichter, kein Arbeitersänger sollen mehr mit eigenen Darbietungen vor das Mikrophon. Das verstehen die National- sozialisten unter„Deutsch der Rundfunk". Rundfunkhörer, wollt ihr euch das für eure Rundfunk- gebühr weiter gefallen lassen? Nein! Aber wilde Hörer- slreiks sind wertlos, daher schädlich und abzulehnen. Die berechtigte Erbitterung der Hörer darf nicht zur unbedachtsamen Abmeldung von Rundfunkanlagen führen. Sie muß vielmehr der Stärkung der Front der werktätigen Rundfunkhörerschaft dienen, damit diese den Kampf erfolgreich führen kann. Gegen Alleinherrschaft der Bürokratie im Rundfunk! Für Mitbestimmungsrecht der organisierten Hörerschaft! Für eine dem werktätigen Volk würdige Rundsunkgestaltung!" Es wird dann aufgesordert, daß diejenigen Rundsunkhörer, die bereit sind im Rohmen der Eisernen Front alle Maßnahmen zu unterstützen, die eine Neutralisierung des Rundfunks erzielen, ihre Namen und Adressen dem Arbeiter-Radio-Bund (Berlin SW. 61, Gitschiner Straße 93) bekanntgeben. Funkisches Wachsfigurenkabinett. Alfred Miihr, Königin Luise und pensionierte Generale. „Der Vortrag Paretz" dauert nicht, wie angekündigt, von 6.15 Uhr bis 6.25 Uhr, sondern von 6.15 Uhr bis 6.35 Uhr, teilte die „Funkstunde" ihren Hörern mit. Die Ehrfurcht vor allem König- lichen— nebst hochgeschlossener Badekleidung, letzter Modeschrei unserer Republik— macht eine mindestens 29 Minuten währende Betrachtung dieses Sommersitzes der Königin Luis« selbstver- ständlich notwendig. Alfred Mühr, Angestellter der„Deutschen Zeitung" und also von echtem Schrot und Korn, zählt die Fenster und die Stockwerke des Schlosses, mißt die Länge der aneinander- gereihten Zimmer aus und berichtet, daß die Kiüder auf Gut Paretz von dem kronprinzlichen Paar eine Schuluniform bekamen: auch die Kirche zeigt noch den Schmuck und die Renovierungen von damals. Wenn nicht alles täuscht, so hat Herr Alfred Möhr diesen ganzen Hörbericht überhaupt vor seinem lieben alten Schulgeschichtsbuch geträumt, in dem die ganze Welt ein Wachsfigurenkabinett rund um die preußische Geschichte ist. Kein Hauch der Gegenwart wirbelte den historischen Staub ans, der hier zusammengekehrt wurde. Alfred Mühr hat die Hörer der Funkstunde schon seit langem häufig durch untaugliche Reportagen gelangweilt, dafür ober die Leser der„Deutschen Zeitung" hossentlich durch objektive Rundfunk- kritiken erfreut. Jetzt ist dieser Rundsunkkrititer gleichzeitig, laut Mitteilung der zuständigen Stelle, der„Vertrete r" von Alfred Braun, da dieser wegen„anderweitiger Ver- pslichtungen" plötzlich beurlaubt wurde. Herr Alfred Mühr soll auch die Oberleitung über die nächsten Sendespiele übernehmen. Da können wir uns ja auf einiges gefaßt' machen! Die Aktualität der Deutschen Welle in der„Aktuellen Stunde" bestand diesmal in einem Sammelaufruf des Kyff- Häuserbundes und der Arbeitsgemeinschaft für deutsche Wehrverstärkung, in dem sich pensionierte Generale sozusagen für vorkommende Fälle empfahlen. Weil, wie sie sagen, an Abrüstung ja doch nicht zu denken ist. Wie wäre es, wenn, weil das doch schließlich auch nicht ganz unaktuell ist, gelegentlich auch die Vereinigungen vor dem Mikrophon zu Wort kämen, die sich für international« Abrüstung einsetzen? Franzosen neu frisiert. Vielleicht war es eine Ironie der Hugenbergschen Usa-Pro- dnktion, wenn sie im Zeichen der Filmkontingentierung wenigstens eine geistige Anleihe bei den Franzosen machte.„D a s s ch ö n e A b e n t e u e r" der Herren deCaoaillet, de Fl e r s und R e y, mit dem der G l o r i a- P a l a st die Brücke zur Wintersatson schlug, galt schon vor dem Kriege als leichteste sran- zösische Ware. Das Altadelsmilieu, in dem es sich bewegt, ist in- zwischen noch unaktueller geworden und Reinhold Schünzel, der für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnet, hat sich erst gar nicht bemüht, es mit unsren Tagen zu verknüpfen. Im übrigen ist anzuerkennen, daß er zum Teil mit Erfolg aus der übergroßen Seichtheit und Geschmacklosigkeit des üblichen Tonsilmlustspiels herausführte und das ist immerhin schon etwas. Wenn dieses Nichtschen an Begebenheit, in dessen Verlauf die Braut dem Bräutigam mit ihrem heimlichen Verlobten durchbrennt, um mit ihm'just an dem Ort, an dem die Flitterwochen mit dem anderen verbracht werden sollten, dank der Energie und Ahnungslosigkeit einer Großmutter die illegale Hochzeitsnacht zu seiern, mit einiger Anmut vom Stapel läuft, so ist das ein Verdienst vor allem der starken Persönlichkeit Adele Sandrocks, die aus der Groß- nmtter einen Menschen mit Charakter und Vergangenheit macht. Dem sehr unwahrscheinlichen Bräutigam gab Otto Wallburg seine groteske Laune und deshalb einigen Humor, der nicht sehr scharf profilierten Braut Köte von Nagy ihl�e unbeschwerte Frische. Als heimlichen Verlobten sah man Wolf A l b a ch- Retty sehr knabenhast und ungezwungen. Doch wer vermöchte im ewig lächelnden Filmland, in dem sotzar die harte Arbeit der Bauern in ein heiteres, mondänen Leuten als ästhetische Staffage dienendes Spiel umgemogelt wird, vorauszusagen, ob ans natürlichen Begabungen einmal Persönlichheiten werden! Die Landschaft war als Symbol und Ruhepunkt sehr schön in den Film hineingearbeitet und hineinphotographiert, wie überhaupt die Arbeit der Kameramänner das Bemerkenswerteste bleibt. h. L Tic Uebungen der Tingekademic Hobe» unter Leitung ihres TirektorS Brof. Dr. Georg Schümann wieber begonnen. Außer den üblichen Aus- sührungen veranstaltet die Singokademie am 6. und 8. Mai 1983 zu Brahms 100. Geburtstag eine Brohms-�eier, bei der sämtliche Chorwerke des Meisters zu Gehör gebracht werden. Aufnahme singender Mitglieder Dienstags von 16 bis 17 Uhr in der Singakademie. Freilichttheater«EchloHparl Buch. Am Sonntag, 17 Uhr, wird LesfingS „Minna von Barnhelm" nochmals aufgeführt. Bereine und Schüler er- halten Borzugskarten zu ermäßigten Preisen. Nletter sür Berlin: Sehr warn, trocken und heiter, schwache südöstliche bis südliche Winde.— Für Deutschland: lieberall Fort- dauer des beständigen. Hochsommerlichen Wetters mit weiterer Cr, wärmung. Enttäuschung über Ottawa Konferenzschluß verschoben- Englands Opfer Viel wird bei der Konferenz von Ottawa nicht herauskommen In England herrscht jetzt schon eine ziemliche Enttäuschung. Nachdem man vor zwei Tagen vorschnell und allzu laut die erfolgte Einigung zwischen Großbritannien und den Dominions verkündet hatte, die in der Annahme des Prinzips der„K o n k u r r e n z- Z ii l l e" zum Ausdruck kommen sollte, sind die Verhandlungspartner inzwischen derartig hart aneinander geraten, daß der Schluß der Konferenz um zwei Tage hinausgeschoben werden mußte. Das englische Luxus schiff„Ilmpress of Britain" wird die Heimreise erst am Sonntag antreten. Konkurrenz-Zolle— dieser Begriff wurde erst auf der Kon- ferenz erfunden: ein Wort sollte Schwierigkeiten und Gegensätze wohltätig verdecken. Es will besagen, daß die Zölle der Dominions auf englische Waren nur so hoch sein sollen, daß der Unterschied in den Produktionskosten ausgeglichen wird. Jetzt ver- handelt man aber nicht nur darüber, sür welche Waren Konkurrenz- Zölle festgesetzt werden sollen. Vielmehr hat Kanada seine alten Forderungen von neuem erhoben, so daß man von einer Eini- gung weit entsernt ist; Kanada hat sogar gedroht, einen Teil seiner Zugeständnisse zurückzuziehen. Diese Zugeständnisse erstreckten sich auf die englische Ein- fuhr von Eisen- und Stahlwaren, Kraftwagen, Porzellan, Glas- und Lederwaren. In der Frage der für England so wichtigen Textil- einfuhr hat Kanada Erleichterungen nur für teure Textilien zu- gestanden. England hat dafür ein„schweres Opfer auf dem Altar der Reichswirtschaftseinheit"(englische Pressestimmen) gebracht. Es hat sich, allen Deklamationen zu Beginn der Konferenz zum Trotz, ent- schließen müssen, Zölle auf die Weizeneinsuhr zuzu- gestehen, damit Kanada einen Vorzugszoll erhalten kann. Das gleiche gilt für die Einfuhr von Holz und Kupfer. Die Fleischein- fuhr soll so kontingentiert werden, daß auf die Dominions (Australien) ein höherer Anteil als früher entfällt. Das ist in der Tat ein schweres Opfer, das notwendigerweise zu einer Erhöhung der englischen Lebenshaltungskosten führen muß, eine Folge, die um so verhängnisvoller wirken wird, da sowieso in England die schwersten Lohnkämpse im Gange sind. Ob diese Zollerhöhung nicht auch eine schwere Schädigung des englischen Exports nach den europäischen Nordstaaten und nach Argentinien bewirken wird, bleibt abzuwarten. Die neuesten Konflikte auf der Konferenz drehen sich um die russische Einfuhr nach England. Kanada hat plötzlich wieder rundweg die völlige Sperre Englands gegen die Einfuhr von russi- schem Holz und Weizen verlangt. England hat sich ge- weigert, so rigorose Maßnahmen gegen Sowjetrußland zu er- greifen, da es einmal auf mindestens sechs Monate noch zur Ab- nähme russischer Waren verpflichtet sei und weil zum anderen hohe englische Kredite sür Waren, die von Rußland geliefert wurden, gefährdet würden. Zwischen dem englischen Mutterland und den Dominions außer Kanada soll inzwischen eine Teileinigung zustande gekommen sein. Der Text dieses Abkommens ist noch nicht veröffentlicht wor- den: wenn aber die bisher durchgesickerten Nachrichten über den In- halt richtig sind, dann müßte ihm die allergrößte Bedeutung für die Weltwirtschaft beigemessen werden. Es soll nämlich vereinbart sein, daß Handelsverträge mit dem„Ausland" das Vorzugszollsystem im britischen Empire nicht beeinflussen dürsten. Daraus ergäbe sich die bedauerliche Folge, daß die südafrikanische Union ihren Handelsvertrag mit Deutschland kündigen müßte.— Baldwin hatte als Richtschnur sür die Arbeiten der Konierenz die Beseitigung der Handelshemmnisse in der Welt verkündet. Sollte dieser gefährliche Vorstoß gegen die wenigen noch bestehenden Meiftbegünsti- gungsverträge das einzige wichtige Ergebnis von Ottawa bleiben? Ausländerflucht aus LlSA. New Fork, 19. August.(Eigenbericht.) Zum erstenmal in der Geschichte der Vereinigten Staaten hat die Abwanderung die Einwanderung übertrofsen. Im vergangenen Jahr verließen nach einer Mitteilung des Arbeitsdepartements 103 295 Ausländer die Vereinigten Staaten: in der gleichen Zeit kamen 35 576 Einwanderer an. Daraus geht allerdings nicht her- vor, daß ein großer Teil dieser Auswanderer g e- zwungenermaßen und verzweifelnd der Aus- Weisung folgen mußten, die sie in eine Heimat sicher nicht geringeren Massenelends treibt. Konflikt bei der Bewag. Die Llmkehrung des Zweckes der 4()-Stunden-Woche. In verschiedenen bürgerlichen Zeitungen wird eine Mitteilung über eine Arbeitszeitverkürzung für die Angestellten und Arbeiter der Bewag gebracht, die zu irrigen Ausfassungen führen muß. Soweit die Arbeiter in Frage kommen, hat die Direktion der Bewag in einer Verhandlung am 16. August den Vertretern der zuständigen Gewerkschaften und des Arbeiterrats den Vorschlag unterbreitet, ob l. Oktober die 10 stündige Arbeitswoche einzuführen. Begründet wurde dieser Vorschlag mit der Absicht, die Kündigung einer Zahl von Arbeitern zu vermeiden sowie mit der angeblichen Notwendigkeit, Lohnausgaben einsparen zu müssen. Die Vertreter der Arbeiterschaft gaben die Erklärung ab. daß sie sich zu diesem Vorschlage erst äußern können, wenn sie in ihren zuständigen Körperschaften und mit der Belegschaft dazu Stellung genommen haben. Trotzdem hat die Direktion Donnerstag einen Anschlag herausgebracht, in dem u. a. gesagt wird, daß ab 1. Oktober für die Arbeiter die lOstündige Arbeitswoche vorgesehen ist, daß aber über die Art der Durchführung noch weitere Mit- teilungen ergehen sollen. Abgesehen davon, daß eine einseitige Anordnung der Direktion während der Laufzeit des Tarifver- träges zweifellos rechtlich unwirksam ist, werden die e n d- gültigen Beschlüsse über den Vorschlag der Direktion erst in den Vertrauensmänner- und Belegschaftsversammlungen gefaßt werden. Die Einführung der lOstündigen Arbeitswoche wird hier erschwert, weil diese Maßnahme nicht lediglich zum Zwecke der Mehrbeschäftigung von Arbeitskrästen, sondern hauptsächlich zur Ersparnis von Lohnausgaben durch- geführt werden soll. Im übrigen mutet die Begründung der Direktion der Bewag um so seltsamer an, weil die Unternehmer sich bisher gegen die Einführung der 10-Stunden-Woche mit der Begründung gewehrt haben, diese verteuere die Lohnkosten. Bei der Bewag hält man es wieder anders. Seltsam.—• Der verleidiger des Präsidentenmörders Gorguloff hat gegen den Hauptbelostungszeugen L a f a r e s f Strafanzeige wegen Meineids erstattet. Amerikanische Streikunrnhen. Ein Gewerkschasissekretär erschossen. Im Grubengebiet Illinois wurde der B e l a g e r u n g s z u- stand verhängt, da man mit einer Verschärfung des Lohnkonfliktes angesichts der großen Erbitterung der Arbeiterschaft rechnet. In der Grubenortschaft Orient wurde ein G e w e r k j ch a f t s s e k r e t ä r von drei Gangstern auf offener Straße erfchosfen. Aus dem ganzen Gebiet werden zahlreiche blutige Zujammenftöße de- richtet. Ein Massenaufgebot von Polizei kontrolliert den Grubenbezirk. 10 000 streikende Grubenarbeiter veranstalteten eine D e m o n- st r a t i o n und marschierten nach Taylorville. Schwerbewaffnete Polizeitruppen führten die Aufsicht über die Kundgebung. Ueber den Demonstranten kreisten ständig Bombenflugzeuge, um diese einzuschüchtern. Die Streikenden fordern die Stillegung der Taylorville-Grube, weil sie das für diese Gruben getroffene neue Lohnabkommen bekämpfen. Die Lage ist sehr gespannt. Die Nationalmiliz liegt in Bereitschaft. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. 'e Buch Staatsbürger, man irirbt um dich! Unter diesem Titel erscheint im Jndustrieverlag Spaeth und Linde, Berlin, eine Zusammenstellung der Programme der wich- tigsten deutschen Parteien und ihre Stellung zu den aktuellsten Tagesfragen. Bei der lebhaften Inanspruchnahme des Staats- bürgers erscheint eine objektive Aufklärung des Wählers über die Programme und die Ziele der Parteien durchaus notwendig. Der ungenannte Verfasser Hot diese Aufgabe auch durchaus sachlich und unvoreingenommen erledigt, überholte Stellen(Rheinlandbesetzung) und Unwesentliches wurde gestrichen, ohne daß dadurch der Cha- rakter der Programme oerändert wurde. Zwei Tabellen bringen die zahlenmäßige Uebersicht der Parteien bei den letzten Wahlen und eine vergleichende Uebersicht der deutschen Parteiziele. Dieses Schema, das die Ziele der größeren Parteien auf eine kurze Formel zu bringen versucht, zeigt recht deutlich, wie viel Gemeinsames in den Programmen fast aller Parteien enthalten ist, besonders ober, wie sehr sich alle Parteien, und seien sie noch so outokratisch und diktatorisch eingestellt, den Forderungen der Zeit nach Demokratie unterwerfen müssen, um die Stimmen der Wähler einzusangen. Klar erkennbar wird beim Studium dieses Heftes aber auch, wie wenig die Programme der meisten Parteien über ihre totsächliche Politik eigentlich aussagen. Darin liegt zugleich auch die Schwäche dieser Veröffentlichung, daß es die Programme kommentarlos wiedergibt und damit gewissermaßen den politisch unbefangenen und unaufgeklärten Leser in dem Glauben läßt, die Parteien handelten nun auch danach. Der politisch Ausgeklärte weiß, daß das nicht der Fall ist, daß die Programme aller bürgerlichen Parteien Ver- schleierung ihrer tatsächlichen Politik und Benebelung der Wähler bedeuten. Notwendig wäre also neben der Wiedergabe der Pro- gromme eine kritische Würdigung oder besser noch eine Darstellung, wie sich die einzelnen Parteien in der Praxis der Politik(Reichstag, Landtag usw.) zu den einzelnen Forderungen oerhalten haben. R. Junge. Berantworll. für die Redaktion: Aich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Otto Hengst, Berlin. Verlag: Borwärts Verlag G.m.b.H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckcrei und Berlagsanstall Paul Singer* Co.. Berlin 3® 68. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. c PROGRAMM für die Zeit vom 19. bis 22. August O-T A F E PROGRAMM für die Zeit vom 1 9. bis 22. August Potsdamer Straße 38 An der Lützowslraße Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel, Dary Holm, Alfred Abel. Für Jugendliche freigegeben! W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Odeon, Potsdamer Str. 75 An der Pallasslraße Da» Lied einer\aeht mit Jan Kiepura. Wagda Schneider, Fritz Schulz Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Tarmstraße 12 Wilsnacker Str. 63. Eine Stunde mit dir mit.Haurice Chevalier, Jeanette Hac- Donald W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Alexander straße 39-40 (Fassade) Da» Lied einer\aeht mit Jan Kiepura. Hagda Schneider, Fritz Schulz Jugendliche haben Zutritt Den ganzen Tag geöffnet. Stg. ab 3 U. � Unter den Linden p Die Kamera und«" W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Der srofte Cabbo. Regie u. Titel rolle E-> Stroheim.— Bcipr. e s t e n Primus-Palast Potsdamer Str 19 Ecke Margaretenstr. Zwei glürkliehe Tage mit Ida Wüst. Senta Söneland, Paul Hörbiger W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr. S. ab 3.15 Uhr Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1. W. ab 6.30, S. ab 3,30 3 Großtonfilme: Da» Hillionen testament mit Ch. Ander. Joh. Riemann.— Harro, der Clown Knrfnmf 7' 9' sbd- stg. 5, 7, 9 nUllU'tl Mg. 3 Uhr. Jgd.-Vorst. Dorfslraße 22. Ecke Berliner Straße Frau Eehmann» Töchter mit Han»i Niese, Kampers.— Ton beiprogramm Friedenau Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65 Beg, 7, 9 Uhr. Sonnt. 5, 7, 9 Uhr Der Bettelstudent mit H. Boll mann, J. Xovotna.— Beiprogr. Jugendliche haben Zutritt Moabit Artus hol Steglitz Titania-Palast W.6.30, 9 U. Slg.4, 6.30. 9U. Steglitz. SchJoßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr. Uraufführung: Teilnehmer antwortet nicht. Ein sensationeller Kriminalfall mit Dorolh. Wieck. Custav Gründgens. Gustav Dießl, Oskar Sima, Truu» van Alten c Zeli Zehienderf-Mitte Tivoli c Frfedrlchstadt Franziskaner Georgenstraße(Ecke Friedrichs traße) 9. 12, 3, 6. 9 Uhr Ein Lied, ein Kuß. ein Hödel Hartha Eggertb, G. Fröhlich 10.39. 1.30. 4.30. 7.3U. 10 30 Uhr Der Sprung ins Nichts mit Cilly Feindt Äeueste Ton-Bild-Ii eporta�s Täglich 5, 7. 9, Stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Straße 97. Das Hillionentestament mit Charl. Ander. Joh. Riemann. — Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt MariendorF Marlendorfer W. 7. 9. S. 5, 7, 9 Tonlichtspiele Chausseestr. 305. Großtonfilme; Mensch ohne Xa- men mit Werner Krauß. Maria Bard.— Tonbeiprogramm W Schöneberg Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorstell. Potsdamer Str. 56. Da» Eied einer\arht mit Jan Kiepura. Wallburg. Jugendliche haben Zutritt U Charlottenburg fc Germania-Palast Charlottenbure. Wilmersdorfer Str 53/54 Das Eied einer\acht mit Jan Kiepura. Hagda Schneider, Fritz Schulz Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7. 9 Uhr Wochent.«b 6 Uhr Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 Gitta entdeckt ihr Herz mit Gitta Alpar.— Hasenklein kann nichts dafür.— Tonw. • Silden■ Theater am Moritzplatz W. 6. 8.45 Uhr, S. ab 4.30 Uhr Der schönste Hann im Staate mit Siegfr. Arno.— Marie und ihre vier Freier mit H. Schön ■ Südosten> Neukölln Mercedes-Palast s-d's u Hermannstr. 212. Der Hexer(nach Wallacei mit Fritz Rasp. H Solveg.— Große internationale Bühnenschau Luisen-Theater W. ab 6.30 5 ab 5 U. Reichen berger Str. 34 Harry Fiel in dem spannenden Tonfilm Jonny stiehlt Europa Ferner: Fat und Fatachon in ihrem neuesten Tonfilm Sehritt und Tritt Jugendliche haben Zutritt Kant-Lichtspiele Kantstr 54(an der Wilmersdorfer Str.) Das Lied einer Nacht mit Jan Kiepura. Hagda Schneider, Fritz Schulz Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Variete Tonfilm Alhambra Hauptstraße 30 Zapfenstreich am Rhein mit Verebes.— Melodie der Liebe mit Richard Tauber Titania Schöneberg Haupts tr. 49. W. 5. letzte 9 Uhr S. ab 3 Uhr Mensch ohne Namen mit Werner Krauß. Maria Bard. Ton beiprogramm Schlüter-Theater 5"%% u. Schlüterslr. 17 Stg. 3 Uhr; Jugd.-V. Der Hexer(nach Wallace).— Es war einmal ein Hairer mit Hartha Eggerth J triam Wochent. 7. 914 v HlTlUm Stg. 5, 7. 9�4 U Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung! Johann Strauß,. k. u. k. Hofballmusikdirektor mit Lee Parry, Michael Bohnen, Paul Hörbiger, Gretl Theimer.— Tonfilm Beiprogr. Filmeck W. 6.30 U. Stg. 5 U. Am Görlitzer Bahnhof 2 Tonfilme Die grausame Freundin mit Anny Ondra Ferner Udets Flieger-Expeditionsfilm Fliehende Schatten Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Werner Kraus» in dem neuesten Ufa-Großtonfilm Mensch ohne Namen Auf der Bühne: Gastspiel Neger Jazz Revue Prim us-Palast sonm'Vs'u Am Hermannplatz, Urbanslr. 72/76. Lubilschs neuester Erfolg: Eine Stunde mit dir mit H C'heva lier. Jeanette Haedonald.— Internationale Bühnenschau Treptow Treptow-Sternwarte Sonnabend 8 Uhr. Sonntag 4. 6. 8 Uhr Wir reisen an den Rhein.— Sonne über der Nordsee.— Durch den Harz Osten Germania-Palast sv abVu Frankfurter Allee 314 Zwei Tonfilme: Der Rächer de» Tong Ein nervenerregendes Erlebnis aus dem Chinesenviertef San Franziskus Ferner Skandal in der Farkstraße mit Senta Söneland. Fr. Kampers Luna-Palast Woch. 5 Uhr Sonnt, ab 3 Uhr Gr Frankfurter Str. 121. Harry Fiel in Jonny stiehlt Europa. Jonny vor Gericht.— Gr. Beiprogr.— Tonuoche Schwarzer Adler W. 5, 7. 9 Uhr, S. 3. 5, 7. 9 Uhr Zweite Woche; Mensch ohne Xamen mit Werner Krauß, Maria Bard.— Tonwoche Deutsch-Amerik. Theater Viktoria-Theater lu Köpenicker Str. 68. Bec 4.45 Uhr Der Hexer(nach Wallace).— Die» Flucht von der Teufelsinsel mit R» Colman Frankfurter Allee 48 Großtonfilm: Mensch ohne Namen mit Werner Krauß. Maria Bard.— Herbst in Sanssouci U Heu�lichtenberg M Kosmos-Lichtspiele Löckstr. 70. W. 847, 9 Uhr. Stg 5. 7. 9 Uhr Gr. Tonlustspiel: Frau Lehmanns Töchter mit Hansi Niese, Fritz Kampers.— Tonbeiprogramm FriedrichsFelde Kinn Bafrb 6 Uhr Ixinu UUoCfl Sonntags ab 5 Uhi Alt-Fricdrichsfelde 3. Tonwoche Der Frechdachs mit Willy Fritsch, C. Horn, Robert».— Ton bei programni Nordesten „Elysium" ÄT Wochent. ab 6I2 Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr Jonny stiehlt Europa mit H. Fiel.— Marco, der Clown Flora-LichtspieleL�%T Wochl. 5.45. ca 7. 8.45 Stg. ab 3 Uhr 2 Tonfilme: Ja. treu ist die Jüol- datenliebe.— Der große Lubitsch- FUm: Eine Stunde mit dir Norden Alhambra �scÄl36- W. 5. 7. 9 Uhr Frau Lehmann. Töchter mit Fr. Kamper«, Hertha Thiele, Han.i Niese Pankow Palast-Theater Breite Str. 21a W. 7 u.«30 Uhr Stgs. ab 4.30 Uhr 3 Tonfilme: Der Hexer mit Fritz Ra«p.— Da« Liebe«iied mit Benate Müller. G. Fröhlich &3eiles$e Freitag, 19. August 1932 Hrrlllmti) SfrUaulfaßt) Jei UrfmxAi Wilhelm Tietgens<— Berichte aus England: Wirtschaftskrieg um Irland Die„Irische Frage" ist durch den Wirtschaftskrieg zwischen Großbritannien und Irland, der kurz vor Eröffnung der Ottawa- Konferenz ausgebrochen ist, wiederum ein Kernproblem des bri- tischen Imperiums geworden und erregt die britische Oesscntlichkeit wie in den Tagen der irischen Revolten und Bürgerkriege 1318 bis 1921, Die britische Regierung hat versucht, dieses schwierige Pro- blem als eine ausschließlich englische Angelegenheit vor Beginn der Reichskonferenz schon in London zu lösen, jedoch ohne Erfolg. Es ist schwierig anzugeben, was bei den gegenwärtigen neuen Streitigkeiten die ausschlaggebende Rolle spielt. Die Engländer und die Irländer sind durch eine Reihe entgegengesetzter Tatsachen und dui/h die Last einer vielhundertjährigen Feindschaft voneinander getrennt. Die Iren sind die Nachkommen der keltischen Urbevölke- rung dieser Inseln, die Engländer sind die eingedrungenen, nicht keltischen Eroberer, Nachfolger der Sachsen und vor allem der Nor- mannen. Die Irländer sind st r e n g katholisch, die Engländer sind p r o t e st a n t i s ch! die Irländer sind fast ausschließlich Bauern, die Engländer sind überwiegend industriewirt- s ch a f t l i ch eingestellt, Folgen früherer Gewaltherrschaft. Der Hauptgrund des Zwiespalts ist jedoch in der langen G e- waltherrschaft Englands über Irland zu sehen. Die Eng- ländcr hatten sich mil der schon im IS, Jahrhundert vollendeten Eroberung Irlands nicht begnügt, sondern sie haben in brutalen Verfolgungen die irischen Bauern von ihrem Grund und Boden vertrieben. Irland wurde Eigentum weniger englischer L a n d l o r d s, die im Interesse der englischen Wollindustrie die Ackerwirtschaft brach legten und große Schasweiden entstehen ließen. Damit war die Grundlage für die Ernährung der irischen Bevölke- rung zerschlagen. Zu Millionen sind die Iren ausgewandert. vor allem nach Usamerika und nach Kanada, Um 1900 lebten in Nordamerika etwa 5 Millionen Iren, und 1921 hatten USA, und Kanada— trotz stärkster Rückwanderung— noch je eine Million Iren, während der irische Freistaat nicht ganz 3 Millionen Ein- wohner zählte. Aus der Vertreibung der Irländer entstanden aber die Kräfte zum irischen Unabhängigkeitskampf, Die in Nord- amerika lebenden Irländer gründeten 1801 den Bund der„F e- n i e r". der— auf die wirtschaftliche Unabhängigkeit seiner Mit- glieder gestützt— eine starke und erfolgreiche Propaganda für Ir- lands Selbständigkeit entfaltete. Neben dem Ziel positiver Selbst- Verwaltung kämpfte der bald alle irischen Organisationen umsassende Bund vor allem für die Rückgabe des Landes an die irischen Bauern, und er hatte schon vor dem Kriege teilweisen Erfolg. Die starke Gebundenheit Großbritanniens im Weitkrieg sör- derte diesen Kampf der Iren, Bor allem waren die S infein er, die radikalen Irländer, unter ihrem Führer De B a l e r a ersolg- reich, Mehrsache Revolten und Bürgerkriege in Irland endeten 19-21 mit einem Vertrag zwischen Irland und Großbritannien, in dem die britische Regierung dem„Irischen Freistaat" im Rohmen des Britischen Imperiums volle Selbstverwaltung zubilligte. Ledig- lich der protestantisch-englische Nordosten Irlands, Ulster, blieb bei Großbritannien, Tie Enteignung der Landlords. Mit diesem Erfolg der Irländer schien die irische Frage ein für allemal gelöst: das beherrschte Irland war ein vollwertiges Glied des Britischen Imperiums geworden, selbständig und an- erkannt wie Kanada oder Australien. In Scharen wanderten die Irländer in ihre Heimat zurück. Auch die Landfrage fand eine friedliche Regelung: die englischen Landlords wurden gegen Entschädigung enteignet und das Land den irischen Bauern als Eigentum gegeben. Zu diesem Zwecke lieh Großbritannien dem irischen Freistaat eine namhafte Summe Geldes, die in halbjährlichen Raten von 30 Millionen Mark zurück- gezahlt werden sollte. Die irischen Bauern bringen in besonderen „Landabgaben" dieses Geld auf, das den„enteigneten" Landlords in England ein gesichertes Leben garantiert. Zehn Jahre lang wurden diese Landabgaben von den irischen Bauern abgezahlt, zehn Jahre lang wurden halbjährlich 30 Millio- nen Mark— das sind etwa ein Fünftel der gesamten Einnahmen des irischen Freistaates!— nach Großbritannien überwiesen. Aber in steigendem Maße erschwerte die Weltwirtschaftskrise den Existenzkamps der irischen Bauern und damit die Aufbringung der Landabgaben. Die irischen Zeitungen füllten sich mit den Namen der Bauern, die ihre Landabgaben nicht mehr erübrigen konnten und unter Zwangsversteigerung fielen. Die Folge der steigenden Verarmung und Erbitterung war der große Sieg der radikalen Partei der Sinfeiner bei den irischen Parlaments- wählen in diesem Frühjahr, ihr im Bürgerkrieg ersolgreicher Führer De Valera wurde Ministerpräsident, Damit war die„irische Frage" erneut aufgetaucht, und zwar ernster als je zuvor. De Valeras erste Handlung gegen das Imperium war die Verweigerung des Treueides, den er als Ministerpräsi- dent eines britischen Dominions dem englischen König als König des Britischen Imperiums zu leisten hatte. Damit stellte sich Irland außerhalb des Britischen Imperiums, es anerkennt nicht mehr un- bedingt die Oberhoheit des Königs, Nun mag man die Verweige- rung des Eides als Formsache ansehen, aber De Valera zeigte, auch in anderen Fragen, daß er sich als völlig unabhängiger und nur dem irischen Parlament verantwortlicher Staatsmann fühlt, Verweigerung der Landabgaben. Die ganze Schwere der irischen Frage trat aber erst vor die britische Regierung und die britische Oeffentlichkeit, als De Valera die Zahlung der im Juni sällig gewesenen Halbjahrs- r e n t e von 30 Millionen Mark„Landabgaben" verweigerte. und zwar mit einer Begründung, die den Haß und die Jahrhunderte alte Feindschaft zwischen den beiden Völkern erneut herausbeschwor, Die radikalen Irländer stehen nicht nur auf dem Standpunkt, daß die Zahlung der Landabgabe» für die irischen Bauern eine schwere. in der Wirtschaftskrise untragbare Belastung ist und deshalb nicht weiter ermöglicht werden kann, sondern sie bestreiten grundsätzlich die Verpflichtung zur Zahlung, Sie sagen— und nicht ohne histo- rische Berechtigung—, daß die englischen Landlords den Besitz des irischen Landes zu unrecht erworben hatten, weil ihre Vor- fahren mit Gewalt und blutigen Greueltaten die irischen Bauern von ihrem Grund und Boden oertrieben haben. Infolgedessen könne kein Vertrag von den Irländcrn für die Rückgabe ihres recht- mäßigen Eigentums Zahlungen erwarten, De Valera will diese Streitfrage, die nicht nur eine juristische, sondern vor allem eine politische ist, einem Drei-Männer- Gericht vorlegen und sich dem Urteil dieses Gerichts fügen. Er hat die 30 Millionen Mark in einem besonderen Fonds zurück- gestellt, um sie im Falle einer für Irland ungünstigen Entscheidung zur Hand zu haben. Die britische Regierung will ebenfalls ein solches Gericht anerkennen, aber nur, wenn es aus Angehörigen des Imperiums zusammengesetzt ist. De Valera sieht dagegen die Unparteilichkeit erst dann gewährleistet, wenn der dritte Mann neben dem Engländer und dem Irländer ein Vertreter einer Nation außerhalb des Imperiums ist. Damit betont De Valera wiederum die erwünschte völlige Unabhängigkeit Irlands vom Bri- tischen Imperium und zeigt, daß der tiefere Grund dieses Konflikts nicht die Zahlung der 30 Millionen Mark, sondern die Selbständig- keit Irlands ist. De Valera wird bei seinem scharfen Vorgehen von der Zu- stimmung der irischen Bevölkerung unterstützt. Es tagte während dieser politischen Verhandlungen Mitte Juni in Dublin, der Hauptstadt Irlands, der E u ch a r i st i f ch e Weltkongreß, die größte katholische Versammlung, die je auf den britischen Inseln stattgefunden hat, Millionen Pilger waren in Dublin zusammen- geströmt und jubelten dem erfolgreichen Politiker De Valera zu. Unter den vielen tausend Jahnen, die die Hauptstadt schmückten, war nicht ein einziger Union Jack, nicht ein einziges Bekenntnis zum Britischen Imperium zu entdecken. Immer wieder mischte sich mit den katholischen Feierlichkeiten die national-irische Begeisterung, und die Gegnerschaft zu Großbritannien kam deutlich zum Aus- druck. Auf der anderen Seite beschrieben die englischen Zeitungen genau die begeisterten Ovationen, die den irischen Ministern dar- gebracht wurden, Sie registrierten die Hochrufe aus die irische Republik und betonten das Fehlen der britischen Fahnen, sie brachten Auszüge aus irischen Zeitungen und trugen nicht wenig dazu bei, die Stimmung gegen den irischen Freistaat zu stärken, In U l st e r, dem protestantisch-englischen Teil Irlands, wurden sogar katholische Pilger auf ihrem Wege nach Dublin mit Steinen und Flaschen beworfen, ein Mann wurde getötet und mehrere Per- sonen, auch Frauen und Kinder, verletzt. Das steigerte natürlich wieder den Haß und die nationale Begeisterung der Iren ins Grenzenlose. Englands Antwort: Repressalien. Von der Welle dieses Kampfes der Ossfentlichkeit und von der konservativen Mehrheit geführt, schritt die britische Regierung zu Repressalien gegen den irischen Freistaat, In wenigen Tagen peitschte das englische Parlament ein Gesetz durch, das Irland das Recht der Vorzugszölle des Imperiums nimmt imd seine Waren mit hohem Einsuhrzoll belegt. Jetzt werden irische Lebensmittel um 20 Praz. ihres früheren Preises verteuert, während zum Beispiel dänische Lebensmittel nur mit 10 Proz. belastet sind. Das Ziel dieses britischen Zollgesetzes ist, Irland durch Drosselung seines Handels zur Nachgiebigkeit zu zwingen, gleichzeitig aber auf diesem Wege die verweigerten Gelder einzutreiben. Der irische Freistaat antwortet aber mit gleicher Münze. Die Regierung hat ein Zollgesetz gegen britische Waren eingebracht. Gleichzeitig führt Irland mit anderen Staaten Wirt- schaftsverhandlungen, um einerseits für seine Agrargüter Absatzmärkte zu finden, andererseits Industriegüter im Ausland ein- -utaufen und die britischen Güter zu boykottieren. Schon zu Beginn der Zollkämpfe hat das deutsche R u h r g e b i e t an Stelle der britischen Kohlengruben in Wales 10 000 Tonnen Kohlen geliefert, und über Liverpool werden nur noch etwa fünf Stück Rindvieh täglich nach England eingeführt statt 900 bis 1000 täglich vor Be- ginn des Wirtschaftskrieges, Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Zollkrieges ergibt sich aus einer kurzen Betrachtung der Handelsstatiftik, Der irische Freistaat war für Großbritannien und Nordirland sowohl ein bedeutender Käufer britischer Jndustriesabrikate wie ein wichtiger Lieferant landwirtschaftlicher Produkte, Der weitaus größte Teil der irischen Produkte ging nach Großbritannien und Nordirland. Andererseits stand der kleine irische Freistaat an vierter Stelle für den englischen Absatz, wenig hinter Usamerika und Deutschland, Auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet, kaufte Irland aus England für rund 240 Mark, eine ungeheure Summe, denn Australien kaust von Großbritannien etwa für 190 Mark pro Kops und Jahr, Kanada für 00 Mark und Indien für 3 Mark! Die unmittelbare und sofortige Auswirkung dieses Zollkrieges ist die Verteuerung der Lebensführung in beiden Staaten und die Steigerung der Arbeitslosigkeit im industriellen England. Dazu treten die schweren Erschütterungen des Imperiums, Deren Aus- gleich ist noch fraglicher geworden als vorher, steht doch der irische Freistaat jetzt auch schon wirtschastlich außerhalb des Britischen Imperiums. Damit ist praktisch die völlige Unabhängigkeit er- rungen, wenn auch juristisch noch eine große Anzahl zwischenstaat- licher Verträge den irischen Freistaat an Großbritannien binden. Eine Tochter erzählt Erinnerungen an Zola** Von Else Möbus Der Name Emile Zola ist nicht ollein durch die großen lite- rarischen Veröffentlichungen des Romanschriftstellers weltbekannt ge- worden. Auch sein unerschrockenes Eintreten füt den Hauptmann D r e y f u s zu einer Zeit, in der Objektivität und Freimut als vaterlandsschädigende und landesverräterische Eigenschaften galten, ist bis heute unvergessen. Der Name eines Kämpfers für Recht und Freiheit, eines Anwaltes der Unterdrückten wird mit den Werken Emile Zolas verbunden fein, solange seine Streitschriften und Reden, die in dem Sammelbande„Die Wahrheit auf dem Marsch" nieder- gelegt sind, und vor allem der Anklagebrief„Ich klage an!" ge- lesen werden, und solange sein Roman„G c r m i n a l", der unoer- gleichliche Kampfruf einer sozialen Umwälzung, die packende, aus- rüttelnde Schilderung des Lebens französischer Proletarier, in den Herzen von Arbeitern der ganzen Welt lebendig sein wird, Verhältnismäßig wenig aber wissen wir von Zola selbst, von seinem persönlichen Leben, seiner näheren Umgebung und seiner Familie. Seine Feinde und seine politischen Gegner haben oft ver- sucht, ihn zu verunglimpfen, indem sie sein Familienleben unter die Lupe nahmen und das, was ihnen unverständlich und geheimnisvoll erschien, als„unmoralisch" bezeichneten, Zola selbst ging schweigend über Anwürfe dieser Art hinweg. Er hatte größere Ausgaben zu erfüllen. Aber seine Tochter D e n i s e hat in diesen Tagen in einem nahezu 300 Seiten füllenden Buche„Emile Zola" eine außerordent- lich fesselnde Biographie ihres Vaters veröffentlicht, in der sie nicht nur seinen künstlerischen Werdegang und die Entstehung seiner Werke, sondern auch sein persönliches Leben gewissenhaft und frei- mütig erzählt. So fällt Licht auch in ein Kapitel, das selbst Freunde und Verehrer des Dichters manchmal verlegen und unschlüssig zu übergehen pflegten, in sein Verhältnis zu Ieanne Rozerot, der Mutter seiner beiden Kinder, Wer war sie, und welche Rolle hat sie im Leben Emile Zolas gespielt? Der Dichter war 48 Jahre alt, als er Jeanne Rozerot kennen- lernte. Er hatte sein Leben am Schreibtisch verbracht, und oft klagte er seinen Freunden gegenüber, er habe eigentlich überhaupt noch nicht gelebt. Seine Ehe war kinderlos geblieben. Zola hatte schwere Jahre des Broterwerbes hinter sich, in denen er mit Mühe für sich und seine Mutter das Notwendigste durch literarische Tätigkeit ver- diente. Dann wurde er langsam berühmt. Sein äußeres Leben war gesichert. Auch seine Ehe schien glücklich zu sein, eine Liebes- Heirat, die sich im Laufe der Jahre zu einem kameradschaftlichen Miteinander entwickelt hatte. Und doch fühlte sich Zola nicht aus- gefüllt. Er stand an einem Wendepunkte seines Lebens, an dem er müde zurück, gleichgültig vorwärts blickte. Da trat die zwanzigjährige Jeanne Rozerot in sein Leben, Ein sanftes, stilles Mädchen, dessen Lieblichkeit und Anmut den Dichter bezauberte. Sie wohnte in seiner Nähe, und bald verging kein Tag, ohne daß er sie sah. Zola verwandelte sich völlig unter dem Einfluß dieser Liebe, Er wurde fröhlich wie ein Kind, und seine Freunde erkannten ihn kaum wieder. Ein anonymer Brief klärte seine Frau über den Sachverhalt aus Frau Zola war außer sich und erbrach den Schreibtisch, in dem sie die Briefe an ihren Gatten wußte Sie bestätigten ihr, was der anonyme Briefjchretber angedeutet hatte. Es folgten schwere Monate für die drei Beteiligten, Zola achtete seine Frau und unternahm alles, um ihrem Schmerze die größte Bitterkeit zu nehmen. Aber er liebte Jeanne Rozerot, die ihm inzwischen eine Tochter Denise geboren hatte, und wollte sie nicht verlassen. Die Monate formten sich zu Jahren, aber noch immer war die äußere Lage unverändert Doch endlich fanden die drei Menschen nach schweren seelischen Erschütterungen einen Weg. Frau Zola blieb als rechtmäßig angetraute Frau mit ihrem Gatten zusammen, aber sie ließ ihm die Freiheit, täglich die junge Mutter und die beiden Kinder— zwei Jahre nach der Geburt der kleinen Denise war Zola ein Sohn geboren worden— zu sehen und sich ihnen zu widmen. Ja, sie brachte es schließlich über sich, sich selbst die beiden Kinder zuführen zu lassen, mit ihnen zu plaudern und zu spielen. Erst Zolas Tod vor dreißig Jahren(Anfang Oktober 1902) brachte das Ende. Doch selbst dann, unter dem furchtbareji Eindruck dieses Schicksalsschlages, vergaß Frau Zola die kleine Familie ihres Mannes nicht Sie war abends mit ihrem Gatten nach Hause zurück- gekehrt, und der Diener hatte das Schlafzimmer geheizt. In der Nacht erwachte Frau Zola, aber es gelang ihr nicht mehr, das Fenster zu öffnen Ohnmächtig stürzte sie unter der Einwirkung von Kohlenorydgas zu Boden, das dem schlecht schließenden Ofen ent- strömt war. Es gelang, sie ins Leben zurückzurufen. Bei Zola selbst jedoch hatten die Wiederbelebungsversuche keinen Erfolg mehr. Zwei Freunde der Familie wurden von Frau Zola beauftragt, Jeanne Rozerot und ihren Kindern schonend die Todesnachricht zu überbringen. Die junge Mutter öffnete, zum Ausgehe» angekleidet, ahnungslos ihre Wohnungstür und brach bei der Todesnachricht zu- sammen, Sie glaubte, einer seiner politischen Gegner habe Zola getötet, und erfaßte nur mühsam den wahren Hergang. Aber Frau Zola tat noch mehr. Nach dem französischen Gesetz konnte Zola den Kindern durch Adoption feinen Namen geben, sobald die Aelteste 15 Jahre alt geworden war, und unter der Voraus- sctzung, daß die rechtmäßig angetraute Frau ihre Einwilligung gab. Als er starb, hatte Denise jedoch erst ein Alter von 13 Iahren er- reicht und führte den Namen ihrer Mutter. Frau Zola aber unter- nahm zwei Jahre nach dem Tode ihres Gatten die notwendigen Schritte und erreichte es, daß die beiden Kinder den Namen ihres Voters tragen durften, den sie zeitlebens aus tiefstem Herzen liebten und verehrten, den Namen Emile Zolas. Es ist kein bürgerliches Familienschicksal und keine landläufige Lösung eines Problems, das tief in Menschenleben eingriff und eine Ehe im Innersten erschütterte, ohne sie jedoch zu zerstören. Aber wer will so vermessen sein, darüber zu urteilen, die drei Menschen einer Kritik zu unterziehen oder gar mit Hohn und Verachtung über die'Handlungsweise Zolas hinwegzugehen? Zolas Tochter hat das Richtige gstrofsen, indem sie in ihrem Buche klar und eindeutig der Wahrheit die Ehre gibt und sie rückhaltlos anerkennt, ohne sie durch kleinliche Umschweife zu beschönigen. Sie hat ober auch als Frau den richtigen Ton gesunden, wenn sie mit tiefster Verehrung und kindlicher Liebe von ihrem Vater erzählt, dessen Persönlichkei! ihr zum tiefsten Erlebnis ihrer Kinderfahre geworden ist. Der Sportarzt in der Lehre Die Leibesübun� als Heilfaktor Wie mir vor einigen Tagen mitteilten, werden seit dem Jahre 1925 im Auftrage des preußischen Ministeriums für Volkswohlfahrt Lehrgänge zur Ausbildung von Sportärzten durchgeführt; eine Entscheidung über den diesjährigen Lehrgang ist infolge finanzieller Schwierigkeiten erst sehr spät getroffen worden. Wie vollzieht sich nun die sportärztliche Ausbildung? Der- Teil- nähme an dem dreimonatlichen Lehrgang liegt die medizinische Approbation sowie eine zweijährige aktive Eportbeteiligung zu- gründe. Der Kurs umfaßt die theoretische und praktische Aus, bildung; auf der einen Seite die Aufnahme des allgemeinen Ge- sundheitsbefundes einschließlich der anthrometrischen Untersuchungen (Körpermaße, Blutkreislauf usw.), auf der anderen Seite die Leistungsprüfung, das ist die fachärztliche Beurteilung des Ein- flusses der sportlichen Tätigkeit aus den Organismus des einzelnen. Dann werden dem künftigen Sportarzt sportärztliche Untersuchungs- und Beratungsstellen gezeigt, deren Aufgabe auch darin besteht, mit Krankheiten oder Krankheitsanlagen Behaftet« an die zur kli- nischen Behandlung in Frage kommenden Einrichtungen zu über- weisen. Krankenbehandlung gehört nicht zu den Aufgaben des Sportarztes, sofern nicht durch Verordnung bestimmt dosierter Leibesübungen vorbeugende Maßnahmen in Frage kommen. Zu den Hauptaufgaben des Sportarztes gehört die Trai» ningsberatung und Beaufsichtigung der Wettmannschaften, ganz besonders bei den Jugendlichen; man hat bei der Beobachtung der Entwicklung Jugendlicher manchmal das Defühl, als ob für ein auffallendes Nachlassen oder einen Stillstand in den Leistungen, trotz fortschreitenden Alters, die übermäßige Inanspruchnahme nicht ganz ohne Bedeutung ist. Das ist eine Frage, die nicht nur für die Sport- vereine, sondern angesichts der gesundheitlichen Bedeutung des Sports für das ganze Volk von großer Wichtigkeit ist. Eng ver- bunden mit dieser Frage ist die des„Rekordfimmels". Und da sind es gerade wieder die jugendlichen„Kanonen", die oft in unver- nünftiger Weise und über das gesundheitlich wünschenswerte Maß hinaus trainieren. Hat der Arzt seine Einwilligung zu scharfem Training auf Grund seiner Untersuchung gegeben, so ist damit seine ärztliche Verantwortungspflicht noch nicht beendet, er muß die von ihm Untersuchten auch von Zeit zu Zeit beim Training auf dem Sportplatz, im Bootshaus, in der Halle usw. sehen und beobachten. Dies um so mehr, alz der Sporttreibende ja naturgemäß den Arzt erst dann aufzusuchen pflegt, wenn die gefürchtete Schädigung schon eingetreten ist. Auch die Prüfung und Beobachtung der Leibesübung als Heilfaktor bei Kindern obliegt dem Sportarzt; so werden sportliche Uebungen als Kräftigungsmittel für schwächliche, unent- wickelte Kinder verordnet, dann aber auch zur Behebung von Haltungsfehlern, den sogenannten Schulschäden. Auf dem Sport- gelände in Eichkamp werden hauptsächlich während der Schulferien, aber auch zu anderen Zeiten, täglich mit etwa 40 bis 50 Kindern sportlich-therapsutische Heil- und Kräftigungsarbeiten durchgeführt. In Verbindung mit den Schulärzten und Jugendämtern schicken Berliner Schulen erholungsbedürftige Kinder dahin und man ist mit den Resultaten sehr zufrieden. Auch in der örtlichen Erholungs- fürsorge wird darauf großer Wert gelegt. Da« Betätigungsfeld des Sportarztes ist sehr reichhaltig. Da läßt ein Keglerbund sein« Wettkämpfer, die sich immerhin als 200- bis 400-Kugelwerfer zu betätigen haben, untersuchen, dort wird ein ganzer Jahrgang eines Handlungsgehilfenverbandes auf feine allgs- mein körperliche sowie sportliche Leistungsfähigkeit untersucht, um die Erholungsbedürftigen dem Erholungsheim zuzuführen. Ver- schiedene Box- und Radfahrerverbände bestehen auf sportärztliche Untersuchung ihrer jugendlichen Mannschaft und es wäre zu wünschen, daß sich diese Verantwortungsbewußtheit alle Sport- verbände zu eigen machten. Der sportärztliche Lehrgang findet von August bis Oktober auf dem Sportplatz im Tiergarten statt, er umfaßt wöchentlich zweimal 2 Stunden; der ursprünglich geplante 14tägige Kurs mit ganztägigem Unterricht mußte infolge Schwierigkeiten der Vertreterbeschaffung für die Teilnehmer ausfallen: in diesem Jahr finden derartige sportärztliche Lehrgänge auch in Wyk auf Fähr und in Wilhelms» höhe statt. So turnen Arbeitersportler Ergebnisse der Qeräiehirner beim Kreisfest in Luckenwolde Endlich, nach sechswöchentlicher Wartezeit, liegen die Ergebnisse der Gerätewettkämpfe und der Mehrkämpfe der Turner vom Kreis- fest vor. Es galt für 157 Einzelkämpfer, die Drei-, Sechs- und Neunkämpfe austrugen, und für fünf Mannschaften die Ergeb- nisse zu berechnen. Wie müssen es uns leider aus räumlichen Grün- den versagen, alle einzelnen Kämpfer zu benennen, und begnügen uns deshalb mit den ersten vier Plätzen. In der Oberstufe für Männer siegte im Neunkampf er- wartungsgemäß Mielke-FTGB. Osten mit 152,30 Punkten vor Flöhr-Eberswalde, der es auf 137,50 Punkte brachte. Mielke holte sich seinen ersten Platz allerdings nur durch seine hervorragenden Leistungen an den Geräten, während er bei den Wurf- und Sprung- Übungen sehr schlecht abschnitt. In der M i t t e l st u s c gewann Wieding-FTGB.-Lichtcnberg mit 152,88 Punkten, dem Tabbert- Volkssport Neukölln mit 147,36 Punkten.dichtauf folgte. Den Iugendkampf holte sich, wie vorauszusehen war, der talen- tierte Walinski-Volkssport Neukölln mit 154,56 Punkten vor seinem Bereinskameraden Tanz, der 146,93 Punkte erzielte. Harte Kämpfe gab«s bei den S« ch« k ä m p f« r n. In der Oberstufe wurde Baron, FTGB.-Osten Sieger mit 214 Punkten. Er war es auch, der die höchste zu erreichende Punktzahl am Gerät mit 40 Punkten bekam. Enttäuscht ist man in dieser Gruppe über das schlechte Abschneiden des Eberwalders Kähne, der mit 194 Punkten nur den vierten Platz belogen konnte. Eising-FTGB.» Lichtenberg hätte bestimmt besser abgeschnitten, wenn er. was man auch von allen Lichtenbergern sagen muh, das Pferdturnen mehr üben würde. Bei den Mittelstufenturnern konnte Giese-Volkssport Neukölln mit 212 Punkten den ersten Platz besetzen. Mit 12 Punkten Abstand folgt ihm Brigelmann-FTGB.-Mitte. Bei den Jugend- lichen dominierte der Bezirk Osten der FTGB. mit Echinkiwitz 170 und Burghardt 167 Punkten. Eine große Beteiligung wiesen die Kämpfe der Alters- turner auf. Am Dreikampf der Männer von 30 bis 40 Iahren beteiligten sich nicht weniger als 22 Turner und über 40 Jahre 23. In der ersten Altersstufe siegte Schachschabel von Britz 88 mit 221,25 Punkten.. Bei den Vierzigjährigen blieb Urbanke-Zinna an der ersten Stelle mit 264 Punkten. Der Dreikampf der älteren Frauen hatte 29 Teilnehmerinnen, van denen sich Thiele-Falkensee als beste mit 190 Punkten placierte. Das Geräteturnen der Frauen gehörte beim Siebenkampf den Lichtenberger Turnerinnen, die auch die ersten drei Plätze belegten. Den Sieg holte sich Heberlein mit 135,48 Punkten. Den Vierkampf gewann Klucker-Spandau mit 142 Punkten. Große» Interesse erweckte der Mannschafts-Mehr- kämpf der Zlltersturner, den die Lichtenberger Mannschaft mit nur einem sehr knappen Dorsprung vor Eberswalde mit 07,25 gegen 97,04 Punkten gewinnen konnte. Srqebnige: Mii»»er-S!«unla«pf, Oberstufe: 1. Mielke ETSB.-Sstenf 132,30 2. Flöhr 137,50 P.; 3.«tümelMeter-Lauf vorne enden. Im Weit- sprung hat er in Reddig und Schwedler starke Konkurrenz. Ueber die 800 Meter ist Reddig Favorit. Er hat aber in Peters, H. Lunau und Degner-Bohnsdorf beachtenswerte Gegner. Bei den Jüngsten dürfte E. Huck im Hochsprung auch diesmal den Sieger stellen. Im Speerwerfen werden Richter und Bugge die ernsten Rivalen für den Sieg sein. Den Abschluß bildet ein Handballspiel zwischen den 1. Mannschaften von Eiche-Köpcnick und Eiche-Bohn-dorf. Das letzt« Spiel sah die Bohnsdorfer mit 6: 3 Toren im Vorteil.* Die Spiele am kommenden Sonntag Aus dem Spielplatz im Friedrichshain veranstaltet die FTGB.-Osten einen Werbetag, dem drei Brandenburger Mannschaften als Gegner verpflichtet wurden. Am Bormittag spielten die Schüler-Mannschaften von Osten und FTGB.-Stralau sowie Osten 3 und ITGB.-Westen. Ab 14 Uhr ist Hochbetrieb. Das Schlußspiel der Männer beginnt um 17 Uhr.— Auf dem Platz in der Kynaststraß», am Bahnhof Stralau-Rummelsburg. führt« die FTGB.-Lichtenberg ein Blitzturnier durch. Di« Teilnahm» der Verein« tkintracht-Mahlsdorf, FTGB.-Baumschulenweg, FSU.» Teltow. FTGB.-Lankwitz läßt äußerst gleichwertige Spiele erwarten. Beginn um 14 Uhr.— Ob Eiche-Bohnsdors«inen«eiteren Sieg gegen Eiche-Köpenick herausholen wird, wagen wir zu bezweifeln. Anfang 17 Uhr. Wettere Spiele: ATV.-Merlsee gegen ASB.-Gtrausberg um 15 Uhr. FTGB.-Lichtenberg 2 gegen FT.-Kalkberge um 11 Uhr, Platz Kynaststraß«. Ciche-Müncheberg gegen FTGB.-Oberspre« 2 um 16 Uhr in Müncheberg. MTV.-Bernau gegen Freiheit-Finow- furth um 16.30 Uhr. FT.-Friedrichschal gegen FT.-Finow um 16 Uhr in Friedrichschal. FTGB.-Hevmsdorf gegen ATV.-Altruppin um 14 Uhr. Sportclub 80 gegen FT.-Bötzow um 10 Uhr. Platz Einsam« Pappel. FT.-Potsdam gegen ATV.-Schenkendorf um 14 Uhr, Platz Luftschiffhafen. Frauen: TSB.-Kaulsdorf gegen ITGB.-Baumschulcnweg um 15 Uhr, Platz Dürer-Straße. Ein- tracht Mahlehorf gegen FTuSpB.-Nowawes um 15 Uhr in Mahls- dorf. FTGB.-Westen gegen FTGB.-Süden um 10 Uhr, Platz Friedenau, Ofsenbacher Straße. Sonnabendspieie Ein Probespiel der Städtemannschaft steigt ab 18.30 Uhr auf dem Platz an der Schönhauser Allee unter der Bezeichnung A. B. Die Berliner Städtemannschaft bereitet sich damit auf dos Städte- spiel gegen Dresden am 18. September in Dresden vor. Um 19 Uhr stellen sich in Hennigsdorf die Freie Turnerschoft�und die FTGB.- Süden dem Schiedsrichter. Obwohl Süden einige ispieler zum Spiel der Städtemannschaft schicken muß, so dürfte es doch noch gewinnen. FSV.-Reinickendorf-West gegen Kleingärtner Charlottenburg, Platz Scharweber Straße, um 19 Uhr. FTGB.-Karlshorst gegen FT.-Wilmersdorf um 19 Uhr, Treskow-Allec. Der Bezirk Lichtenberg der FTGB. sucht zum Blitzturnier am kommenden Sonntag noch eine Mannschaft, da die Baumschulen- weaer plötzlich abgesagt haben. Anruf]£ 5 Lichtenberg 1895. Sonnabend von 18 bis 20 Uhr. Um die Städtemannschaft im Ringen In der Zwischenrunde zur Ermittlung einer Berliner Städte- Mannschaft im Ringen standen sich gestern in der Trainingshalle des Sportklubs„A l t- W e d d i n g" die kampfstärksten Gegner im Halbschwer-, Bantam- und Federgewicht gegenüber. Ueberau- kraft- voll kämpften die Halbschweren Lorbeer-Späria, Bröckor-Wedding und Rosentreter-Tegel um die Startberechtigung im Schlußkampf aller Klassen. Den ersten Kampf gewann der Weddinger gegen den Tegler in der letzten Minute; Lorbeer überraschte den Sieger der ersten Begegnung, schon nach 30 Sekunden mußte B. seine Schulter- Niederlage durch einen Schleuder hinnehmen. Die folgenden Treffen zwischen Lorbeer gegen Rosentreter und Bröcker gegen Rosentreter endeten mit einem Unentschieden. Als Endrundengegner haben sich Lorbeer und B rö ck e r herausgeschält. Die wechselvolle erste Begegnung der Federgewichte Hartmann-Tegel gegen Rösickc- Sparta blieb gut offen, in der Wiederholung siegte der gewantere Tegler über seinen ausgezeichneten Gegner R. in der 5. Minute. Für den Schlußkampf im Bantamgewicht haben sich Lorenz-Wedding und Hüffner-Sparta qualifiziert. Päbser Sonnenheidc Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin E. V. bittet uns mitzuteilen: Der Geländebetrieb auf unserer Pätzer Sonnen- Heide geht ungehindert in vollem Umfange weiter, da die der Ein- richtung des Geländes alle gesetzlichen und sonstigen polizeilichen Vorschriften weitgchend erfüllt worden sind und kein„öffentlicher" Badebetrieb vorliegt. Alle Freikörperkulturanhänger im Arbeiter- sportlager usw. haben also nach wie vor Gelegenheit, die letzten schönen Sommertage auf der Pätzer Sonnenheide verbringen zu können. Vom August an finden jeden Sonnabend 20.30 Uhr Licht- bilderoorträge zur Ausgestaltung des Wochenendes auf der Pätzer Sonnenheide statt. Am 20. August Wilhelm-Busch-Zlbend. ßuudedceue l/ecciue teäcu mi: Der?ZB. Lichtcnbrrq hat laut Vcrsammlungsbeschluß vom 18. August seinen Namen in„FSV. st i ck e r s 31" geändert. 1. Vors. Albert Schirmer, Berlin-Lichtenberg, stubornstr. 13. Sämtliche Anschriften gehen an vorstehende Adresse. Sitzung jeden Donnerstag, 20.30 Uhr, bei Schade, Lichtenberg, Normannenstr. 32. Zur Vervollständigung der Mannschaften werden noch Spieler gesucht. Radfahrer„Solidarität". Ortsgruppe Berlin, Geschäftsstelle, Planufer 60. Touren für Sonnabend und Sonntag. 20. u. 21. August. 21. August Gau- Wanderfahrt nach Buckow(Mörlische Schweiz). Die Abteilungen starten wie Mariannenplatz: 20. August, 18 Uhr: 21. August, 5 Uhr. beide . atz. Prenzlauer Berg: 20. August, 16 Uhr, Bahnhof Prenzlauer BZedding: 21. August,« Uhr, Schreiber, Trifrstr. 63. Friedrichshain: ..... Lugend 20.-------------' bachstr. 36. Mariannenplatz. Allee. Bedding: Nadfahrer 21. August, Jugend 20. August! Startzeit nicht angegeben. Lichten- berg: 21. August, 4 Uhr, Oderstr. 18. Weitzcnsee: 20. August, 16 Uhr, Pistoriu«- slatz. Schöncderg: 29. August, 17 Uhr: 21. August. 6 Uhr. beide Ebersstr. 18. Neukölln: 29. August, 17 Uhr: 21- August, 3.30 Uhr, beide Hohenzollernplatz. Wilmersdorf: 20. August, ZO Uhr, Hilbegardstr. 17. staulsdorf: 21. August, 6 Uhr, Altkaulsdorf. Eck« Dorfstratze. Treptow-Vaumschulenweg: 21. August. 6 Uhr, Vaumschulenstr-«4- Für all« anderen Touren Startverbot. Säste gern gesohen. Allen Fahrwarten zur stenutnisnahme, die Abfahrt der Ortsgruppe findet nicht am 16. Oktober, svnbern cm ansa Der Berliace Fußballklub„t Gegner für die 3. Männcrmannm ----------->aÄ Berlin. au November statt 31" sucht zum kämmenden n»WWWMtM ab 20 Uhr, unter P 6 Wedbing 2463. Saim Str. 65. Sitzung leben ersten Mittwoch im Monot bei Soltholb Schulz staunklub„Sturmvog eigenem Platz. Vorsttzenber Gerh. Sonntag Dilangebote heute, Liersch.«v. 36, Berlin.Ncukölln, Reuterstr. 47. Boatshaus in' Neu« Mühl« bei Königs. Wusteri Hausen, stiichenmeisleralle« 16. Einig, Bootsstände find noch zu vermieten. Mit. glieder werden aufgenommen. Rundfunk am Abend Freitag, den 19. August 1932 Berlin: 16.05 Europaflug u. Lufttoumtik(G- ▼. Hoepp* ner). 16.30 Btasordiesterkoruert 17.00 Tierleben am Meercs- strand(Dr. F. Oeflner). 17.20 Da« neu« Buch. 17.30 Blas- orcheslerkoBrerl. 18.30 Mit dem Mikrophon durch die Mark: Nauen. 18,30 Wegweiser ins Wochenende. 18.55 Die Funk- shmde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Deutsches Spradi?ewjssen(Landssirichtsdirektor M. W achler). 19.35 Wjrtschaftsnindschau(C. Sennewald). 20.00 Unterhaltung». konzert. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. K 9 nigs Wusterhausen: 16.00 Pädagogiscfaer Funk (W.\\auer). 16.30 Aus Leipzig; Nachmittagfkonzert. 17.30 Schwierigkeiten der englischen Aussprache mit praktischen Lautdemonstrationen(Prof. W. Doegen). 18.00 Das Cembalo, seine Ausdrueksmöglichkeiten und Grenzen(Charlotte Kaufmann). 18.30 Goldwährung und internationale Wahrung (Dr. W. Lautenbach). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Die neunte Funkausstellung(Oberingeniemr Nairz). 19.15 Wissenschaft. licher Vortrag für Aerzte. 19.35 Mascbinenproblem im Bankgewerbe(A. Wendt, K. Imanz). 20.00 Aus Hamburg: Rudolf- Philipp-Stunde. 20.45 Tages- und Sportnachrichten. 21.00 Aus Köln; Lustige Hörspiele. 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle„Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten. Theater, Lichtfpiele ufw. §fäd!.Oper Charlattenburg BismarckitraQe 34 Freitag, 19. August Turnus IV Undine Nettesheim, Schirach, Cavara, Hüsch, Kandl, Gombert Anfang 19,30 Uhr Ende nach 22�0 Uhr plAza like ScHlil. 8ht. I BtialianlMaKMiero.: Kabalen. Liebe WM uutria. Flora 3434. Bsadieii tri. Remos Comp., Vier Richys, Mavo'i/ Sealtiel, Lovanda, Taps& Tempo usw. soonaoend u. Soaniag Ie2 Vorstelig- 4«. B.l S Ohr. 4 Uhr kleine Preise jßerllniS BETRIEB K KEMPIHSKI«J sv.uhr GASiSfO- THEATER Lothringer Sirahe 37. iiiliMliiniiMIMniiiMMiiiiiriiiiiiiMMiHIMliMMimiiiMiiiiiiimiiiin Berlin wird wieder lachen! Ab Freitag, den 26. August Annemarie das kleine Tanzmädel Volksopereite-— Musik von Gilbert Vorher ein bunter Teil. Preise 0.50 M., 0,76 M. und 1,— M. Aueh Sonntag abend. WerKstöflenPlaio :: Möbel-Bau:: Innenarchitektur Berlin$ SV. Kottbosser Damm 79 Fernsprecher Amt F 2, Neukölln 2793 Rose- Töeaier toli fmkljrter Slrali 132 12. Wiidul E 7 3422 8.30 Uhr nerzdamc CarteabUbne 5.30 Uhr Kon2ertu.Varietä Framingsloll Die große Funkillustrierte für das schaffende Volk VOLKSFUNK Reich illustrierter Textteil, mit großem Europaprogramm Erscheint wöchentlich, 48 Seiten stark, in Kupfertiefdruck VOLKSFUNK Einzelnummer 25 Pfennig monatlieh 90 Pfennig