BERLIN Sonnabend 20. August 1932 Redaktion u. Expedition: Berlin SN 68, Lindenstr.» tcL A7 Dönhoff 292— S9T Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgob« de»„Vorworts". Bezugspreis s ü r b e i d e A u s g- b e n 75 Pf. pro Woche, Z,Z5 M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug»,S7 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitung». und 72 Pf. Postbestellgebithren. 10 Pf. Nr. 392 B 191 49. Lahrgang Jjofwasfa «nzeigenprei«: Di» ifplt. MM. ««terzeil« 80 Pf. Dt«»»Namezeil« tost« 2 Marl. Rabatt« n. r-rtf. estensgnli'gge svMnei'- Nrieg. 20. August. Nachdem Ttaatsanwaltschastsrat Haudc zunächst die Erklärung abgegeben hatte, daß die Anklagcbehiirde nicht mehr eine fortgesetzte Handlung des Landfriedens- bruches ansehe, sondern vier verschiedene Hand» langen als erwiesen betrachte, behandelte er zunächst die Tätigkeit der einzelnen Angeklagten, um dann am Schluß seineS Plädoyers folgende Strafanträge zu stellen: Gegen den Kreisle Her deS NeichsbannerS und Gewerkschaftssekretärs Turniok wegen schweren Land- friedensbruchs, WaffenmißbrauchS und schweren Aufruhrs vier Jahre Zuchthaus, wegen der gleichen Straf- taten gegen den Ortsgrupstenleiter deS Reichs- banner» Plech sechs Jahre Zuchthaus, gegen den Angeklagten Banin fVaterf wegen der gleichen Ttraf- taten fi Jahre Zuchthau«, gegen den GewerkschaftS-' sekretär Strulik wegen einfachen LandfriedenSbruchS und schweren Aufruhrs zwei Jahre Zuchthaus, gegen den sozialdemokratischen Stadtrat Manche wegen schweren LandfriedenSbruchS in Tateinheit mit Raufhandel vier Jahre Zuchthaus? Die übrigen Anträge bewegen sich wegen einfachen oder schweren Landfriedenabruchs zwischen 4 Monaten und 2 Jahren Gefängnis. Gegen sechs von den 4? An- geklagten wurde Freijpruch beantragt. Das Gesicht des neuen Reichstags Besprechung der Krakiionssührer Landtag am 1. September. Wohl des Ministerpräsidenten nicht auf der Tagesordnung Der preußische Landtag ist nunmehr auf den 1. Septem- ber. tl Uhr, einberufen worden. <£9 werden die Anträge, die im Zufommenhang mit der De- stellung des Reichskommiffars in Preußen stehen, fowie die großen Anfragen und Anträge wegen der Gewallaien und Ausschreitungen und der Antrag aus Auflösung der SA.-Aormalionen beraten Die Wahl des Ministerpräsidenten steht nicht auf der Tagesordnung. Der 1. September als Sitzungstag ist dem Zentrum nicht sehr genehm, meil on diesem Tage in Essen der �atholikentog abgeholten wird. Es sollen Bemühungen beim Landtag« Präsidenten unternommen sein, um diesen Sißung-termin um«inen Tag zu verschieben. Die„Ausbaupiane" der Barone. Einigung mit Luther. Zu den Mitteilungen der heutigen„Boten ssahne" über angeb- Iiche Besprechungen zwischen dem Beichsarbeitsminifter und den Vertretern der Gewerkschosten. über deren klnholt die„Rote Fahne" bereits Einzelheiten mitteilt, wird von zuständiger Stelle erklärt, * daß diese Besprechungen noch gar nicht stattgefunden haben, sondern lediglich in Aufsicht genommen sind In der Oessentlichtc'I ist die Frage aufgetaucht, ob der frei- willige Arbeitsdienst auch bei der Anlage von Sport- plagen zur Verwendung kommen könne. Don Begierungsseite wird eine solche Verwendungsmöglichkeit als zulässig erklärt, sie muß ober als Ausnahme betrachtet werden. Vsiter wird erklärt, daß m>t dem Beichsbonkpräsiden- t e n Dr. L u t b e r volle Einigung erzielt worden sei. lieber den..Ausbauplan" wird Popen am Z* August aus ein/r west- sälischen Vouerntogung sprechen, da ihm der Reichstag wahr- scheinlich dach keine Gelegenheit geben wird, lange Reden zu holten. Im Reichstag« berieten am Tonnabenbvormittag unter dem Borsitz de« Präsidenten Lobe, der bis zur Neuwahl deS Präsidiums im Amte bleibt, die FsraktionS» führer über die Plätzeverteilung und die Dispositionen für die ersten Sitzungen. Wer Alterspräsident w'rd, steht noch nicht fest, lieber die Erkrankung der Abg. Klara Zetkin liegen weitere Meldungen aus Moskau nicht vor. Di« erst« Sitzung de» neugewahlten Reichstags am?0. August wird nur der Konstituierung gewidmet fein. Das Haus wird sich also nach Feststellung der Beschlußfähigkeit sofort wieder vertagen. In der zweiten Sitzung würden dann, wie üblich, das Präsidium und die Schriftführer gemahlt werden. Weitere Dispositionen tonnten noch nicht getroffen werden. Präsident Löbe hat die Fraktionen gebeten, ihm die Mit- g lieber für den neuen Aeltestenrat zu benennen, ebenso hat er gebeten, schon recht bald die Mitglieder der Fraktionen jür den ersten Ausschuß des Reichstags, nämlich den Ausschuß zur Wahrung der Recht« der Volksvertretung, und für den Auswärtigen Ausschuß de» Reichstags auszu- wählen, damit diese beiden Ausschüsse, die als Organe des Reichs- tags auch in Zeiten in Frage kommen, wo das Parlament selbst nicht versammelt ist, für den Notfall möglichst bald zur Verfügung stehen. Dann wurde die vom Büro de? Reichstags vorgeschlagen« Platzverteilung genehmigt. Im Plenarsaal sind die bisher noch bestehenden Pulte der Abgeordneten beseitigt worden. Nur die in der erste» Reihe dem Redner zunächst sitzenden Fraktion»- s U h r« r behalten noch Pulttisch«. Dadurch sind 28 Plätze gewonnen worden. Die außerdem noch fehlenden drei Plätze wurden an den Wänden de» Saale» neu geschaffen. Die ganze rechte Seit» bis i» den dritten Sektor hinein nehmen kiinstig die Nationalsozialisten einz st« haben fünf Plätze in der vordersten Reih«. Schniale Sektoren haben daneben dann die Deutschnationalen und die Bayerisch« Volkspartei, die je einen Vorderplatz bekommen. Ziemlich weit nach links ge- r ü ck t ist da» Z e n t r u m mit zwei Vorderplatzen. Dann folgen die Sozialdemokraten mit drei und auf der linken Seite die Kommunisten mit zwei Sitzen in der vordersten Reihe. Die kleinen Parteien sind diesmal in den mittelsten Sektor zwischen Bayerische Volkspartei und Deutschnotionol« gerückt. Di« Deutschiiati analen haben auch noch Plätze im mittelsten Sektor bekommen. Die S t a a t s p a r t e i hat ihre vier Plätze hinter den Sozialdemokraten. Der Saal ist nunmehr voll ausgenutzt. Die Schaffung weiterer Plätze für eine noch stärkere Abgeordnetenzahl erscheint so gut wl« unmöglich. Der Saal war ursprünglich für 397 Abgeordnet« gebaut, er faßt jetzt 698 Plätze. Reichskanzler von Pnpen Hot, wie wir hören, den Wunsch, unmittelbar nach der Wahl des Präsidiums des Reichstags mit dem neuen Aeltestenrat über die weitere parlamentarische Arbeit zu beraten. Man nimmt deshalb in parlamentarischen Kreisen an, daß nach den beiden ersten mehr formellen Sitzungen des Reichstags eine mindestens mehrtägige Pause eintritt, während der der Reich»« kanzler mit den Parteien die weitere Arbeit vorbereiten kann. Stephams Strafantrag. Der Führer des SiahIbelM'Lanöesoerbande» Groß-Verlin Major von Stephan, hat gegen den„Angriss" Strasontrag wegen verleumderischer Beleidigung, sowie Antrag aus offen t- iiche Verfolgung durch die Staatsanwaltschast gestellt. Weshalb blitzte Adolf ab? Weil Hilgenberg schon vorher da war...! Man kennt die schöne Fabel vom �asen und Swinegel, die einmal ein Wettlausen veranstalteten: Immer wenn der Hase nach rasendem Lauf am Ziel anlangte, saß der Swinegel schon schmunzelnd dort nnd lispelte:„Ick hün all hier!" Freund Lampe hatte selbswerständlich zu spät gemerkt, daß der Swinegel die Frau Swinegel an das Ziel gefegt hatte, während der Herr selbst am Start zurückblieb. An diese lustig? Kindergeschichte wird man erinnert, wenn man jetzt in dem pommerschen Naziblatt, der„Pommerschen Zeitung" liest, warum Hitler bei seinem Rennen nach der Macht bei Hindeyburg abgeblitzt ist: Es waren nämlich schon zwei Stunden vorher zwei Deutschnotionale bei Hindenbury erschienen und da— ja da war e» selbstverständlich. daß fiitler nicht zum Mussolincken ernannt wurde! Doch hören wir die Moritat genauer, wie sie in der„Pommerschen Zeitung" Montag billigeres Brot. preis für T'e-pfund-Broi von 4S Pfennig auf 42 Pfennig herabgesetzt Der Zweckverbond der Bäckermeister Groß-Berlir»» hat gestern mit Rücksicht auf die in der letzten Zeit erfolgte Mehl- Preissenkung den Beschluß gefaßt, eine Verbilligung des Brotpreises durchzuführen. Vom Montag, dem 22. August, ab wird der Preis für das 2�P»nd-Brot von 4? auf 42 Pf. und für das bisberige 63- Pf.-Brot auf 60 Pf. ermäßigt. Der Zweckverbond erklärt ober, daß bei einem in der nächsten Zeit wieder zu erwartenden. Anziehen der Mehlpreis« wieder«in höherer Brotpreis unbedingt erforderlich fein würde. unter der Ueberfchrift„Im Hintergrund Alfred Hugenberg" sicher verankert ist: Zwei Stunden, ehe der Führer am vergangenen Sonnabend sich zum Reichspräsidenten begab, waren beim Reichspräsidenten zwei Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei erschienen. Wir möchten gleich bemerken, daß wir A b l e u g n u n g s- versuchen der Deutschnationalen gegenüber gern bereit sind, damit zu begegnen, daß wir die Namen dieser beiden Zeitgenossen der Oeffentlichteit übergeben. Vorläufig geben wir nur bekannt, daß einer dieser Herren seinen Wohnsitz in Ostpreußen hat, daß e» sich bei diesem Herrn ober, wohl- gemerkt, nicht um den bekannten Herrn von Oldenburg- I a n u s ch a u handelt. Die Tatsache dieses deutschnationalen Besuches, so kurz vor dem Empfang Hitlers, berechtigt zu der Annahme, daß zwischen dem Besuch der Deutschnationalen und dem Empfang Hitlers ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Die van gewissen Herrschaften so gerne angewandte G e- heimdiplomatie wird zur gegebenen Zeit noch nachdrück- lichst beleuchtet werden müssen Das deutsche Volk jedenfalls Hot nicht die Absicht, Männer im Dunkeln zum Schoden der Nation intrigieren zu lassen, meil diesen Herrschaften da» Interesse ihrer Klasse und ihres G e l d s a ck s höher steht, als die Zukunft unseres Vaterlandes. In die Jubelstimmung der Hugenbergianer wird bald genug ein großer Wermutstropscn fallen. Anders als mit einer D r a h u» g geht es bei den Nazis nicht. Die Deutschnationalen müssen sich bescheiden mit dem„Wcrinuths- tropfen" begnügen, uns Marxisten aber blüht der Galgen und das Rad! Inzwischen aber warten wir gern auf die weitere Eni- hüllung aus dem Harzburger Frontbereich: Wer hat es gewagt, den Hase» Hitler»m den Preis seines Wettlaufs zu beschummeln? -t- Der«dl« Wettkauf zwischen Hitler und den Deutschnationalen fördert aber nicht nur in Pommern, sondern auch anderswo den schönsten Krach zutage. In Braunschweig z. B. wurde dieser Krach ausgelöst durch besonders massive Angriffe Göbbels' gegen Hugenberg. Eine Mitgliederversammlung der Deutsch- nationalen in Braunschweig hatte bereits die Attacke Goebbels als „widerlich anmutende Angriffe" zurückgewiesen. Nun- mehr hat eine Bersammlung des Kr eis verein? der Deutsch- nationalen gegen die Nazis noch schärfer vom Leder gezogen und in einer Resolution unverblümt ausgesprochen, daß„Heißsporne vom Schlage Dr. Goebbels die Ne gier ungskoalitionin Braun- schweig stören würden". Die Naziparteileitung scheint durch das Wehgeschrei der Hugen- berger jedoch wenig gerührt. Sie erklärt von oben herab: „wenn die Deutschnalionalen den Leidensweg der Deutschen Dolkspnrlci nicht im gleichen Tempo gegangen sind, so haben sie das lediglich der bisher geübten Rücksicht der Nationalsozialisten zu verdanken. Die Nationalsozialisten bedürfen nicht der Hilsc- stellung und der Ratschläge des Herrn hugenberg. Sie haben Rückgrat genug. Im übrigen: Herrgott, bewahre uns vor unseren Freunden, vor unseren Feinden werden wir uns selbst zu schützen wissen." Die„national« Front" ist wirklich stahlhart und eisensest. Ihre Mitglieder traktieren sich mit moralischen Ohrfeigen, daß es nur so kracht. Aber schließlich eint sie doch das erhebende Bewußtsein, gemeinsam die Rechte der Arbeiterschaft zu bekämp- fen. Und da läßt man sich zuweilen schon ein blaues Aug« oder einen— Wermutstropfen gefallen! Die Mordnacht von Potempa Die Mutter des Ermordeten sagt aus Reuthen. 20. August.(Eigenbericht.) Die Sonnabendverhandlung begann mit?er Stellung einer Reihe von Beweisantrögen der Verteidigung. Es wurde verlangt. daß eine Anzahl Personen gehört werden sollte, die bekunden würden, daß die-SA. und SS. fortgesetzt von Kommunisten be- droht und überfallen worden seien. Durch die Beweisaufnahme soll das Vorliegen einer latenten Notwehr der SA. und SS. nachgewiesen werden. Aus der latenten Notwehr heraus sei auch der Befehl des schlesischen SA.-Führers. Zeme-Heines, ergangen, der an dem Pressetisch an der Verhandlung teilnimmt, Abwehr- bereitfchaften zu bilden, die auch bewaffnete Streifen durchführten. Der Anklagevertreter beantragte die Ablehnung der Be- w e i s a n t r ä g e, da sie zum Teil für den Sachverhalt un> wesentlich seien, zum Teil als wahr unterstellt werden könnten. Nach längeren Berawngen lehnt das Gericht einen Teil der Beweisanträge ab, während es dem Antrage auf Feststellung von fort- gesetzten Bedrohungen der Angeklagten durch Kommunisten durch Ladung einiger Zeugen stattgab. Unter diesen soll die Frau des einen Haupttäters Gräupner gehört werden. In Fortführung der Beweisaufnahme wurde zuerst die Mutter des Ermordeten, die 69 Jahre alte Witwe Pietzuch, vernommen. Diese schlief mit ihren beiden Söhnen in der Kammer, wo unter ihren Augen der Mord vollführt wurde. Unter großer Bewegung bestätigte sie im wesentlichen die drama- tischen Aussagen ihres Sohnes. Als die Täter das Haus ver- lassen hatten, habe sie auf die Uhr gesehen: es sei k u r z nach 2 U h r f r ü h gewesen. Die ubereinstimmenden Bekundungen der Zeugen, daß die Tat in den ersten Morgenstunden de? 9. August ausgeführt wurde, ist für das Strafmaß entscheidend, da am 8. August um Mitternacht die verschärsten Strasbestimmungen der Notverordnung in Kraft getreten sind. Darum bemüht sich auch die Verteidigung, die Tat auf den 8. August zwischen 23 und 24 Uhr vorzuverlegen. Der Sachverständige Medizinalral Weimann wurde über die bei der Obduktion des ermordeten Pietzuch festgestellte Todesursache vernommen. Er sagte aus, daß Pietzuch insgesamt 26 Verletzungen erlitten habe, die schwersten davon seien am Hals gewesen. Hier seien durch schwere Schläge zahlreiche Houtrisse vor- handen. Desgleichen sei die Halsschlagader durchschlagen gewesen. Eine schwere Verletzung habe der Kehlkops ausgewiesen, der vollständig eingedrückt gewesen sei. Dies könne nur aus einen schweren Stieseltritl zurückgeführt werden, den?. erholten haben müsse, als er mit dem Kops wehrlos aus der Erde lag. Die Kehlkopsverlegung sowie die Zerreißung der Halsschlag- oder, durch die Blut in Speise- und Luftröhre eingetreten wäre, habe zur Erstickung de? P. geführt: sie sei damit die Todesursoche. Der von dem Angeklagten Kottisch abgegebene Pistolenschuß habe den rechten Oberarm des Getöteten getroffen und keine tödliche Verletzung herbeigeführt. Tödlich hätten auch nicht die schweren Schläge gewirkt, die Pietzuch auf dem ganzen Körper erhalten hätte. Die Beweisausnahme wird zur Zeit noch fortgesetzt- Zwecklügen der KpO. Eingeständnis der Erfolglosigkeit. Wir haben gestern festgestellt, daß die Schwindelmeldungen der kommunistischen Presse über ein angebliches Paktieren der Sozial- demokratie und der freien Gewerkschaften mit den Nazis nur den Zweck haben, den ttefen Wunsch der kommunistischen Arbeiter nach einer echten und wirklichen Einheitsfront der ge- samten sozialistisch denkenden Arbeiterschaft zu unterdrücken und die Spaltungspolittk der KPD. zu vernebeln. Wie dumm meist diese Lügen sind, das beweist die als„Sensation" auf- qemochte Falschmeldung der„Raten Fahne", der Vertreter des ADGB. hätten am Freitag mit dem Reichsarbeitsminister wegen der Auflockerung der Tarifverträge verhandelt. In unserer Morgenausgabe vom Freitag brachten wir bereits die Mitteilung, daß der Reichsarbeitsminister die Gewerkschaften zu einer Besprechung geladen hatte, diese Besprechung aber wieder abgesagt und auf die kommende Woche verschoben habe. Man ver- mutet, daß diese Vertagung infolge der weitergehenden Wünsche der Schwerindustriellen wegen der sogenannten Auflockerung der Tarif- oerträge vertagt worden ist. Wenn die jetzige Regierung auch eine prononziert gewerkschasts- feindliche Politik verfolgt, so kann sie doch vorläufig noch nicht gut anders, als auch die Gewerkschaftsvertreter zu„hören", selbst wenn sie weit davon entfernt ist, den Forderungen der Gewerkschaften Rechnung zu tragen. Oder soll etwa Herr Schäffer die Leiter der REO. und der Gelben als Vertreter der organisierten Arbeiterschaft zu sich bitten? Was hinter den Gelben steht und wer hinter ihnen iteckt, weiß man. Wer hinter der RGO. steckt, weiß man auch. Aber was steht hinter ihr? Die„Rote Fahne" vom Sonnabend lagt selbst: In ganzen 36 Berliner Betrieben bestehen„Einheits- ausschüsse". In einigen Branchen des Gesamtverbandes gibt es wohl Mitglieder der RGO., aber keinerlei planmäßige Zusammenfassung. Im Baugewerksbund in Berlin sind„von etwa 2000 Mitgliedern nur wenige oppositionell erfaßt". Von den 2S 090 arbeitslosen Ber- liner Mitgliedern des Mctallorbeitcrverbandes sind„vielleicht 2S0", <$o ein Prozent,„erfaßt". Und„bei den' erwerbslosen Mitgliedern der anderen Gewerkschaften sieht es nicht viel anders aus". Noch dieser Selbstbezichtigung kann man über das Geschrei der kommunistischen Presse zur Tagesordnung übergehen. Die Herr- schaften möchten Dumme fangen. Die Zwecklügen sollen ihnen dazu verhelfen. Ende der Hitze? Prognose für Sonntag: Kühlerund wahrscheinlich Ziegenfälle Mit der Hitzewelle, unter deren Folgen die Verliner seit Tagen schmachten, soll es nun bald, wie der Amtliche Wetterdienst auf Grund der vorliegenden Meldungen zu erkennen glaubt, vorüber sein. Schon morgen— vielleicht auch schon in der Nacht zum Sonntag— soll eine merk- liche Abkühlung eintreten. Die Prognose für den Sonntag lautet: Wesentliche Abkühlung, vereinzelte Negcnfälle oder Gewitterschauer, nach Nordwesten drehende Winde. Berlin hatte heute früh um 8 Uhr 25 Grad Wärme und bis 12 Uhr mittags stieg das Thermometer auf 3 2 Grad. Als Maximum rechnet der Wetterdienst für heute mit 3 3 b i s 3 4 Grad. Gestern war der Höchststand 30 Grad Wärme, um 12 Uhr lag heute demnach die Temperatur bereits um 2 Grad höher. Die heißest« Stadt in Deutschland war gestern Aachen, wo 36 Grad Wärme herrschten. Westlich der Elblinie schwankten die Temperaturen zwischen 30 und 34 Grad. Ueber Skandinavien hat sich in den letzten 24 Stunden ein neues Tiefdruckgebiet gebildet. Dänemark ist bereits unter den Einfluß des Tiefs gelangt. An der Rückseite der Störung dringen kühle Luftmassen südwärts vor. Da der Druck in der heißen Zone, die sich über ganz Mitteleuropa erstreckt, zur Zeit kräftig fällt, wird der kühle Lustkörper gegen die heiße Zone vorstoßen und das ganze Reich von Nordwesten her überfluten. Die Folgen werden dann Abkühlung und Regensällc, wahrscheinlich auch Gewitter, sein. Wie sich das Wetter zum Beginn der neuen Woche weiterentwickeln wird, kann mit Bestimmtheit noch nicht vorausgesagt werden. Oer erste Tote der„Niobe". Bald ist das Wrack vollends aus dem Wasser heraus. kiel, ZV. August. Turch einen Taucher wurde heute vormittag, gegen 1V Uhr, der erste Tote aus dem Innern der„Niobe" geborgen. Auf den Vergungsschiffcn wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Ter Hafenkapitän brachte die Leiche sofort mit dem Arsenaldampfer„Hunte" nach Kiel. Tie Personalien des Toten konnten noch nicht festgestellt werden. Am Freitagabend sind die Hebeleichier„Kraft" und-„Wille" noch einmal gesenkt und ausgepumpt worden, wodurch es gelang. das Wrack der„Niobe" weitere 30 Meter an den Strand der Heikendorfer Bucht heranzubringen. Man ist zu der Ansicht gekommen, daß der Strand vor der Heikendorfer Bucht am besten geeignet sein durste, das Wrack aufzunehmen, da dort im Gegensatz zu den tieferen Lagen der Bucht der Boden schon schlickfrei ist. Der Bug des Wracks ist um einige weitere Meter aus dem Wasser herausgekommen, so daß man jetzt das ganze Vordeck übersehen kann, jedoch sind die Decksluken und die Niedergänge zu den Logis noch immer nicht frei, man konnte daher im Laufe der Nacht noch nicht an die Leichen gelangen. Ilebrigens will man auch, solange sich das Schiff noch im tiefen Wasser befindet, davon Abstand nehmen, es leer zu pumpen, da man befürchtet, die Leichen durch den starken Sog zu zerstören. Gegen 22 Uhr wurden die Arbeiten für die Nacht eingestellt. Man hofft, die Leichen im Ver- laufe des heutigen Tages bergen zu können. Am Sonnabendfrüh strömten bereits wieder Hunderte von Zu- schauern an die Kieler Landungsbrücke, um sich nach H e i k e n d o r f übersetzen zu lassen, von wo aus man den besten Ueberblick über den Stand der Bergungsarbeiten hat. Am Freitag fand bereits in einer hiesigen Oberrealschule eine würdige Totenfeier für die Gebliebenen der„Niobe" statt, die insbesondere dem ehemaligen. Schüler Helmuth Pfeffer galt, der bei dem Untergang der„Niobe" fein junges Leben lassen mußte. Korrigierter Zustizirrium. Reichsbanner verurteilt und freigesprochen. varmsiadk. 19. August.(Eigenbericht.) Der Führer des Reichsbanners Schworz-Rot-Gold, Gau Hessen, Albert Rosar, der auf nationalsozialistische Anschuldigungen hin wegen angeblicher Tätlichkeiten gegen den Darmstädter SS.- Führer Dernehl im Frühjahr dieses Jahres zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde freigesprochen. Rosar hatte im November 1930, als etwa 200 Nazis eine Versammlung sprengen wollten, in der Major Anker sprach, zur Ruhe gemahnt, aber von Dernehl einen Stoß vor die Brust erholten. Als dann auf Rosors Aufforderung die Polizei die Nazis aus dein Saale entfernte, sollte Rosar mit einem Gummiknüppel dreingeschlagen haben. Dieser falschen An- schuldigung der Provokateure hatte das Gericht erster Irstanz Glauben geschenkt, obwohl zahlreiche gegenteilige Zeugen- aussagen vorlagen. Heute hat sich nun in der Berufungsinstanz die Unschuld Rosars vollkommen erwiesen. Das Beruiungsgericht hob deshalb das erste Urteil auf und sprach Rosar glatt frei. Gparwui bei der Z�eichspost. Auch noch Einschränkung der Paketzustellung. Wie erst jetzt bekannt wird, hat das Reichspostministerium neben der Einschränkung der Briefzustellungen auch für die P a k e t z u- stellung weitgehende Sparmaßnahmen angeordnet. Wegen hes zurückgehenden Verkehrs und der ständig sinkenden Einnahmen sollen die Oberpostdirektioncn, in deren Bereich noch zwei Paketzustellungen stattfinden, umgehend prüfen, ob die zweite Zustellung aufgehoben oder zumindest erheblich einge- schränkt werden kann. Auch in Berlin fand bisher eine zweite Paketzustellung statt, die zur Ersparung von Personal- und Betriebskosten wahrscheinlich ganz aufgehoben, sicher aber erheblich eingeschränkt werden wird. ' Auf dem Rücken des Personals und der Geschäfts- weit soll also auch hier gespart werden. Die Deutsche Reichsoost tut ihr möglichstes, um den Schrumpfungsprozeß der Wirtschaft zu fördern. Bestimmt ist dos nicht die Aufgabe einer R-ick-sbehorde. Die Reichsobteilung Post und Telegraphie des Gesamt- verbände? hat alle erfolgversprechenden Schritte eingeleitet, um die beabsichtigten Entlassungen von Posthelfern abzuwehren. Schobers Tod ist für die Lausanne-Entfcheidung des National- rotes von großer Bedeutung. Wenn ihm, infolge der Liftenverbin- dung, nicht ein Großdeutfcher, sondern ein Londbündler folgt, ist die Mehrheit für diesen traurigen Stoatsvertraa gesichert.— Heute abend nach 22 Uhr spricht im Rundfunk Dr. W a f s e r b ä ck von der deutfchosterreichrschen Gefandtschaft über Johannes Schober. Hofbericht. Durch allerhöchste Kabinettsorder, gegeben München, Datum des Paffttempels, im Haufe des Ofafs, ist von jeder Standarte eine SA. neuen Typs(Sprengstoffabteilung) abgezweigt worden. Es ist dies die erste der seitens des Ehefs des Stabes "Rohm in dem Urlaubsbefehl seinerseits angekündigten organifa- torifchen Aenderungen in der Armee. Für Berlin sührt den neuen Typ der Staf III. Pg. Kroch. Der FUEHRER hat Allerhöchstselbst geruht, dem preußischen Frokttonsführer � u b e, sowie dessen Stellvertreter*L o h s e Höchstsein Bild mit Eigenhändiger Widmung„sür die großen und treuen Dienste an unserer Bewegung in ausrichtiger Anerkennung" zu überreichen. Die glücklichen Empiänger hoben den Bildern selbst- verständlich den Ehrenplatz über dem aulgenordeten Kanapee ein- geräumt, wo es hangen mag für Kind und Kindeskind. Das bei der Ueberreichung aufgeleuchtet habende Lächeln des FUEHRERS ober bleibt im Senatorenfoal des Braunen Haufes als vornehmster Schmuck unter Glas und Rahmen aufbewahrt. Diebe im Luxushoiel. Mit reicher Beute entkommen. Das Dezernat für hoteldicbstählc im Berliner Poliz-ipräfidium ist zur Zeit beschäftigt mit der Suche nach einem internationalen Dieb, der innerhalb ganz kurzer Zeit in drei Berliner Hotels, von denen da« eine ein ausgesprochenes Luxushotel ist, reiche Beute machte. - Es handelt sich anscheinend um einen Gauner, der in den Hotels als Besucher der Halle die Gelegenheiten zu günstigen Diebstählen auskundschaslet. So stahl der bisher noch llnbekannle einem italieni- sehen Kaufmann 40 00 Lire aus der Brieftasche Der Italiener hatte auf kurze Zeit sein Zimmer verlassen und es offengelassen. Als er zurückkehrte und seinen Anzug wechselte, bemerkte er, daß aus seiner Briestalchc die angegebene Summe fehlte. Ein ähnlicher Diebstahl wurde in einem anderen Hotel im Zentrum Berlins ent- deckt. Der Zimmerinlzober war zur Halle hinuntergegangen. Nach geraumer Zeit erst fiel es ihm ein, daß er vergessen hatte, fem Zimmer zu verschließen. Dort war inzwischen— vielleicht derselbe— Dieb eingedrungen und hatte die Brieflasche mitgenommen, m der sich 2 50 Mark veianden. Der dritte„Besuch" durch einen Hoteldieb erfolgte gleichfalls während der Abwesenheit eines Zimmerinhabers in einem anderen Hoiel der Innenstadt Dort erbeutete der Gauner 60 0 Mark Bargeld. Die Polizei hat bisher von dem unheimlichen Gast in den Luxushotels noch keine Spur entdecken können. Tragödien der Trunkenheit. Die Ehefrau mit dem Messer niedergestochen. In der Nacht zu heute spielte sich im Hause H a n d j- r y st r. 78» in Friedenau eine Ehetragödie ab, in deren Verlauf der 50 Jahre alte frühere Schuhmacher Jakob Etteldorf seine 44 Jahre olle Frau Margarete mit einem Messer so schwer verletzte, daß sie in lebensgefährlichem Zustande in das Sanatorium in der Handjery- straße gebracht werden mußte. Die Beamten des Ueberfallkommandos konnten den Ehemann noch in einer Nebenstrohe erreichen und fest- nehmen. Bei seinem Verhör erklärte er. nichts mehr zu wissen. Er beries sich dabei aus seine Trunkenheit. Zu Exzessen im Alkohalroulch kam es in der Nacht zleichialls >n der S l s e n st r a tz e 110 in Treptow Dort wurde die Gast- Wirtschaft von Lietz von zwei jungen Leuten ausgesucht, denen der Wirt aber den Ausschank verweigerte, weil sie schon stark ange- ttunken waren Die Heiden schlugen jetzt Krach und demolierten fast dos ganze Lokal Der Wirt griff in der Notwehr zu einer Pistole und gab einen Schreckschuß ob. Als die beiden Männer trotzdem nicht von ihm abließen, gab er einen zweiten Schuß ab, der den 19 Jahr« alten Hans Gabel in die Brust traf. Er mußte ins Kronkenhc:»? gebracht werden. �eichsflagge nicht Regierungssache! Oer Reichsregierung ganz egal. Zu den Perboten bev Nnzn-egierungen in Anhalt und Mecklenburg, die Reichsfarben auf Amtsgebäu- d e« zu hissen, weiß die Regierung Papen-Schleicher-Gahl nichts anderes zu sagen, als daß ein Flaggenrecht nicht bestehe 01 und die Landes- und Gemeinde- beantten wie in allem, so auch im Flaggen den Anordnun- gen der Landesregierung zu folgen haben. Von irgendeinem Schutz der Reichsflagge gegen solche Naziverbote ist bei der Papen-Regierung kein« Rede' Gefährliche Leckerbissen. Verdorbene Konditorwaren gefährden Menschenleben. Poris, 20. August.(Eigenbericht.) Zahlreiche Fälle von Nahrungsmitteivergistungen werden aus Wörchingen in Lothringen gemeldet. 30 Unterossiziere des dortigen Artillerieregiments mußten eiligst nach dem Hospital von Nancy abtransportieri werden. Auch zahlreiche Fomitienangehorige des Ossizierskorps sind bedenklich erkrankt. Die polizeilichen Fest- slellungen haben ergeben, daß die Erkrankungen aus den Genuß von verdorbenen Sonditorwaren zurückzuführen sind. Der schuldige Kondilor wurde verhaslel. Lektion für Melcher. Erteiit vom 4. Senat des Reichsgerichts. Wie bereits mitgeteilt, hat der 4. Strafsenat de? ReichszerichtZ das auf acht Wochen bemessene V e r b o t d e.s„W a h r e n I a c o b" auf vier Wochen abgekürzt. Das beliebte Witzblatt erscheint am 3. September wieder. Das Verbot war durch den kommissarischen Polizeipräsidenten Melcher, der jetzt wieder dem„Vorwärts" eine„Verwarnung" schickte, u. a. mit dem Hinweis auf die nach- stehend wiedergegebene Karikatur begründet worden, die nach seiner Ansicht eine gröbliche Beschimpfung des Herrn Reichskanzlers dar- stelle. Demgegenüber entschied das Reichsgericht,.chaß für den un- befangenen Leser eine Beschimpfung oder böswillige Verächtlich- machung des Reichskanzlers nicht vorliegt. Der Karikaturist des„Wahren Jacob" wollte die politisch« An- passung des Reichskanzlers an die NSDAP, treifen. Das ist durch. aus erlaubt, logt das Reichsgericht und gibt diesem Spruch folgende allgemein interessierende Begründung: ..Die Bcrbotsversiigung will sie(die Beschimpfung oder bös- willige Verächtlichmachuna) zunächst aus der unter dem Bilde stehenden letzten Zeile„die Anpassung an die geistige Armut des Volkes ist schon erfolgt" entnehmen, in der der Vorwurf der geistigen Minderwertigkeit des Reichskanzlers liege. Der Senat ist jedoch der Ansicht, daß der Eindruck des Bildes im ganzen auf den Leser zu werten ist. Dabei herrscht des dem' dargestellten Suchen des Reichskanzlers und der umstehenden Beamten in nationalsozialistischen Blättern und der Betrachtung der ausfallend angebrachten Wandinschrift„Reichs- kanzlei, Eintritt nur mit ltzenchmigung des Herrn Regierungsrates Hitler" allerdings der Eindruck vor, daß mit dem Bilde die A b- hangigkeit des Reichskanzlers und der Regie- rung von der Nationalsozialistischen Partei zum Ausdruck ge- brachr werden soll. Wenn die Verbotsvcrsügiing meint, daß das in einer beschimpfenden oder böswillig verächtlich machenden Form geschehen sei, so kann dem nicht beigepflichtet werden. Die Frage, ob der Borwurf einer Abhängigkeit von der ' genannten Partei auf ltzrund freiwilliger Bindungen wahr ist, braucht hier nicht geprüft zu werden, da das Verbot nicht auf sj 6 Abs. 1 Nr. 4 der Vo.— unwahre Behauptungen pp.— gestützt ist. Geht man aber mit dem Venasler der Zeichnung von dem von ibm angenommenen Bestehen solcher Bindungen aus, so ist das Maß hier nicht überschritten, das als erlaubt zugc- standen werden muß. damit eine solche angebliche Tatsache über- Haupt zum Gegenstand einer t-iarikatnr im Sinne einer über- treibenden Darstellung gemocht werden kann. Denn nicht die Karikatur als soiche. sondern nur die roh mißachtende oder böswillig übertreibende will die Bo. unterbinden. Auf ß 6 Abs. 1 Nr. 2 der Vo. kann das Verbot also nicht gestützt werden." Wann wird es die empfindsame Bürokrane gelüsten, sich eine neue Belehrung über die Grenzen ihrer Macht vom Reichsgericht zu holen? Krankreich gegen den Gchleicherplan. HerrivtS Kampf wider Wehrmachts-llmbau. Paris, 20. August.(Eigenbericht.) Mmisterpräsident H e r r i o t hatte am Freitagabend eine längere Unterredung mit dem Berliner Bolschaiter F r a n? o i s Poncet sowie mit den Botschaftern in London und Washington. Selbstverständlich wurde über die Lage in Deutschland und die Rüstungsjrage gesprochen. Der„Excelsior" teilt mit. die Regierung sei entschlossen, keinesfalls mit Deutschland in Sonderverhandlungen über dos Militärproblem einzutreten, diese Frage könne nur im allgemeinen Rahmen gelöst werde». Einmal sei die A b r ü st u n g s k o n f e r e n noch nicht zu Ende, dann aber gehe das Problem der Riistungsgleichheit auch die kleinen Nach barst aaten Deutschlands unmittelbar an. Das radikale Parteiorgan, die„E r e N o u v e l l e", die Hernot besonders nahesteht, richtet ebenfalls schärfstes Geschütz gegen die deutschen Militärsorderungen. Sic sagt:„Wir wissen nicht, ob die deutschen Staatsmänner ernsthast sprechen, wenn sie behaupten, daß die Aufrechterhaltung der Versoiller Militärbestimmungen weder mit der nationalen Ehre noch mit der Sicherheit Deutschlands in Einklang ständen. Der versaillcr vertrag sei kein Merk der Versklavung, sondern eine Garantie für den Frieden. Seine Militärk'auseln wollen nicht die Sicherheit Deutschlands gefährden, sondern die Sicherheit Europas garonlierxn. Das ist so wahr, daß Deutschland offensichtlich(?) viel weniger den Wunsch hat, die allgemeine Abrüstung zu fordern als selbst aufzurüsten. Die"Rüstungsgleichheit sür Deutschland würde das Reckn bedeuten, die deutsche Armee und Flotte von 1014 wieder- herzustellen und neben den 300000 oder 400000 Hitler-Leuten eine mindestens ebenso starke Armee wie die sranzösisch- zu besitzen. Deutschland will doppelt so stark sein wie Frankreich. Die Rüstungs- gleichheit wäre daher Ungleichheit für die anderen." Die ersten Rundfunkkommissare Preußen eröffnet die Serie Entsprechend den Leitsätzen über die Neuregelung des Rund- funks st'-en die Länder in den nächsten Tagen ihre Rundfunk- kommifsare ernennen. Preußen— das heißt der Regierungs- kommissar Bracht— hat bereits damit begonnen. An die Spitze seiner Kammissare soll Ministerialrat Strunden aus dem preußischen Staatsministerium ernannt werden, der hier schon seit langem die Rundsunkangelegenheiten bearbeitet. Er steht, soviel man weiß, dem Zentrum nahe. Für Berlin ist ein sonst unbekannter Oberregierungsrat von Blum ernannt. Für den süddeutschen Rundfunk in Frankfurt a. M. sollen Oberregierungsrot Dr. H a m- macher vom Regierungspräsidium in Wiesbaden, für den Kölner Sender ein Regierungsrat T h e d i e ck vom Kölner Regierungs- Präsidium alz Kommissare vorgesehen sein, sür Königsberg ein Oberregierungsrat D u n k e l b e ck. Mit Ausnahme von Ministerialrat Strunden und Ober- regierungsrat Dr. Hammacher sind die als Kommissare vorgesehenen Herren auf dem Gebiete der Rundfunkfragen anscheinend unbe- schriebene Blätter. Wehrt euch, Künstler! Bildet eine Zront gegen den nationalsozialistischen Terror? Vom Präsidium der Genossenschost Deutscher Bühnenangehöri- gen wird uns geschrieben: „Bekanntlich herrscht bei der NSDAP, ein« lebhafte Tätigkeit auch in bezug auf das Biihnenwese». Dem Antrag der Landtags- fraktion der NSDAP., keine jüdischen oder ausländischen Künstler mehr anzustellen, ist prompt die Tatsach« gefolgt, daß die weitaus meisten Bühnenleiter jüdische und a u s l ä n d i s ch e K ü n st l e r zurückweisen, wofür sie teilweise ganz offen die Konfession als Ursache angeben, teilweise diese aber durch Vorwände zu verd-cken suchen. Trotzdem wird in der nationalsozialistischen Presse für die Ausführung des obengenannten Antrags in heftiger Weife agitiert und werden die Theaterleiter moralisch terrorisiert. Gegen- über dieser lebhaften Tätigkeit muh leider eine auffallende Stille bei der linksgerichteten d«mnkr..iischei.. künstlerisch maß- gebenden Presse konstatiert werden. Wir bitten deshalb im Interesse unserer jüdischen Mitglieder, ober auch im Interesse der Bühnenkunst, die unter einer parteipoliti- schen Beurteilungsart außerordentlich leiden würde, uns im Kampf gegen die nationalsozialistischen Bestrebungen durch wiederholte scharfe Stellungnahme zu unterstützen." Es ist selbstverständlich, daß die Genossenschaft Deutscher Bühnen- angehörigen in der sozialistischen Presse einen Mitstreiter in ihrem Kampf gegen Kulturreaktion und gegen Natiovalistenterror findet. W�- bitten, uns jeden einzelnen Fall mitzuteilen Allerdings g'ouben wir, daß dieser Kampf nur erfolgreich geführt werden, kann, wenn sich alle freiheitlich gesinnten Künstler in e'ner geschlossenen Abwehr- front zusammentun. Dieser aktive Zusammenschluß, die k o r p o r a- t i v e Abwehr ist das Gebot der Stunde. Eine fristlose Entlassung. Aus Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Ein« der seltsamsten Rollen-Jntrigen, die je«ine deutsche Buhne beunruhigt hat, fand durch die f r i st l o s e Entlassung des Götz-Darstellers Gerhard Ritter an der Freilichtbühne auf dem Frankfurter Römerberg einen dramatffchen Abschluß. Ritter. der Zlmal als Götz aufgetreten war. hatte es übel vermerkt, daß die Intendanz st'ir- 6 Gastspiele in„seiner" Roll« den Berliner Dar- steller Heinrich George gewonnen hatte, der augenblicklich mit außergewöhnlichem Erfolg als Götz gastiert. Ritter ließ darauf durch die nationalsozialistische Stadtverordneten- fraktion im Frankfurter Rathaus einen Dringlichkeitsontrag ein- bringen, in dem die Stadtverordnetenversammlung ausgefordert wurde, dem beleidigten Mimen zu seinem Recht gegenüber der „Undankbarkeit" der Intendanz zu verhelfen. Es liegen übrigens noch ein« Reihe weiterer difziplinärer Gründe zu Ritters fristloser Entlassung vor. Orei Filme an einem Tag. Ein Pferde-Mlnt. Das Pferd ist nächst dem Hund dos dem Menschen am leich- testen verständliche Tier. Wenn nun auch Rin-tin-tin. der kürzlich in Amerika verstorbene deutsche Schäferhund, seinem Besitzer 4 Mil- lionen und 800 000 Dollar an Spielhonorar einbrachte, so ist Tom Mix' Tony bestimmt nicht weniger volkstümlich. Der im Mozortsaal gezeigte Film„B o l I b l u t" bringt kein Artistenpferd vor die Kamera, sondern zeigt Bilder aus dem Pferdeleben selbst. Dabei spielt Tommy Boy die Hauptrolle. Er wird somit zum Nachfolger eines schwarzen Mustangs, der früher in stummen amerikanischen Filmen erfolgreich herausgestellt wurde. Tommys Eintritt ins Pferdeleben kostet seiner Mutter da? Leben. Wechselvoll ist das Schicksal des Hengstes. Er durchtollt eine rührend umsorgte Jugend, dann fedoch gerät er in die Hände von Glückspielern, die ihn dopen und über unmögliche Strecken fast zu Schänden jagen. In seiner Heimat erholt er sich, gewinnt(filmisch außerordentlich aufregend herausgearbeitet)- das Derby und macht zwei Menschen glücklich. Die Menschen, soweit sie nicht auf dem Kestiitshof leben, find albern in ihrem Benehmen und ihren Dia- logen. Aber der Regisseur Charles B r o b i n kennt Pferde, und darauf kommt es an. Bei ihm werden sie stets richtig gesehen photographiert. Es fft köstlich, wenn die Pferde über die Koppel toben und mit mächtigem Ruck stehen bleiben, weil ihnen mit einmal die Welt mit Brettern vernagelt ist und sie ratlos vor einem Zaun stutzen, über den sie nicht springen können. Ober, wenn ein Pferd mit einem Wagen abtransportiert wird und alle anderen im Staub aufwirbeln- den Galopp hinterher laufen. Das ist nämlich dos schöne, die Tiere handeln in diesem Film aus sich heraus. Darum ist man auch ergriffen von dieser weichmaulig zarten Liebe zwischen Stute und Fohlen. Und dann die Reger als Pferdeknechte! Sobald ein alter Neger seinen Pflegling ansieht, steht ein Leuchten in seinem Auge, das in dem feucht schimmernden Pserdeauge seinen Neslex findet. Dos ist Berstehen aus der Grundlage eines ganz primitiven Gefühls. e. b. Mißglückter Kriminalschmöter. Bei einem Film wie dem„Teilnehmer antwortet nicht..."(Uraufführung UfA-Theater am Kurfür st en- dämm und T i t a n i a- P a l o st) wundert man sich, daß Menschen zu einem Erlebnis«in Kinobillet kaufen, anstatt sich mit einem Knminalschmöker zu einem Groschen zu begnügen. Der Film ist motte Sommcrwore. bar jeder silmkriminolistischen Romantik. Der sonstige Produktionsweg von literarischem Entwurf zum Filmbild ist kückwäns beschritten: der Film packt nicht, sondern entblättert sich im Laufe von anderthalb Stunden zum mageren literarischen Gerippe. Es handelt sich um die Ausklärung einer rätselhaften Reihe von Tresoreinbrüchen mit Hilfe von Schauspielern, die gezwungen und lustlos aneinander vorbei spielen(einzige Entschädigung Truus oan Aalten), Gebrumm von Automotoren, einem Lied„Es kann nicht mehr so weiter zehn, Kameraden. Käme- roden.." und einer Polizeischule. Spannungslos. weil die Regie von R. K a t s ch e r und M. Sorkin das Manuskript von Anfang an aufdeckt statt zu verfilmen. Selbst ein ausgezeichneter Charakter- darfteller wie Gustav G r ü n d g e n s, der sich immer mehr an nebensächlichen Aufgaben verliert, vermag den Film nicht zu retten und Dorothea Wiek, in dem Film„Mädchen in Uniform" unter einer von ihrer Aufgabe besessenen Regie einmal das erschütternde Erlebnis eines Winters, droht im Filmgetriebe dieser Art unter- zugehen. l. b. '�elix Brefsart reckivivu». „Ich bin ja so verliebt...", stellt Felix B r e s s a r t, noch einer Pause wieder im Filmbetrieb gelandet, in dem Film gleichen Namens(Uraufführung Alhambra) nüchtern, nicht mehr ganz nüchtern, total betrunken, katzenjammrig und endlich happy-endig fest. Diese Skala der Verliebtheit eines schüchternen Büroange- stellten kettet sich in kleinbürgerliches Milieu, kleinbürgerliche Stimmungsmachen und Sentimentalität, und irgendwo schlägt hier diese menschliche Sentimentalität ins Groteske um. Um die Zimmer- miete für feine Angebetete(Charlotte Ander) zu beschaffen, ver- dingt sich Bressart alz Filmtomparse. muß in Frack und Zylinder erscheinen, mutz sich erst den Zylinder„besorgen", und dieser Zylinder führt ihn und sein« Angebetete in zwerchfellerschütternde Nachtereignisse. So will es das Drehbuch(R. Lernauer und R. Oesterreicher): die Regte(R. Bernauer) aber hat Perstslage des Kleinbürgertums mit kleinbürgerlicher Regie ver- wechselt und bringt zum Teil Filmimpressionen, die verteufelt noch vor 1914 schmecken. So daß der Film eine Groteske seiner Pro- duzenten wird, und darüber kann man leider nicht lachen. 1. h. Hörspiele von vor-vorgestern. Adolf Uzarskis Hörspiele„Das Nebelhorn" und„Der Mord in der Friedrichstrahe" wurden in Köln aufgeführt und vom Deutschlandscnder übernommen. Sie sind symbolisch sür die äugen- blickliche Einstellung der deutschen Rundfunkprogromme, belanglos und wirklichkeitsfremd, dabei erfüllt vom Bemühen, den Hörern für ihr Geld wenigstens Unterhaltung zu bieten. Uzarskis„Mord in der Friedrichstrahe", nicht unwitzig in den kleinen Genrebildern rund um den Nachbarnklotsch, war in den Anfangsjohren des Rundfunks ein ganz lustiges, zeitgemäßes Hörspiel. Heute bringt kein Hörer mehr die Phantasie auf, dem Autor zu glauben, daß Schillers„Kabale und Liebe" aus dem Lautsprecher als Mordszene in der Nochbarwohnung gedeutet werden könnte. Höchstens ein würdiger Rundsunkoeteran nickt dazu mit dem Kopf:„Das war einmal denkbar! Damals, als ich noch bastelte!" Damals, als jener edle Greis noch bastelte— wartet nur, balde find wir mit dem Rundfunkprogramm wieder in jenen märchenhaften Zeiten gelandet. Und dann, erst dann, wallen wir, mangels ernsthafterer geistiger Beschäftigung, auch Uzarskis Hörspiel„Dos Nebelhorn" einer kriti- schen Betrachtung unterziehen. Auf Wiedersehen! Es kommt der Tag...?_iz. Paul Keller gestorben. Der schlesische Heimatdichter Paul Keller fft nach längerer Krankheit im Alter von 00 Jahren gestorben. Seine bekanntesten Romane sind:..Waldwinter",„Die Heimat",„Der Sohn der Hagar" und„Ferien vom Ich"..Keller, Katholik, stand vor allem der Natur nahe. In seiner phantastischen, märchenhaften Erzählungskunft ist er ganz ein Kind seiner schlesischen Heimat. Menschenkenntnis war ihm weniger gegeben, und so blieb er im guten Sinne des Wortes Zeit seines Lebens ein Bolksdichter. Kranzöftfche Schüler in der Volksbühne. Die französischen Schüler, die sich zur Zeit auf Grund des deutsch-französilchen Schüleraustau schs in Deutschland befinden, werden am 29.?lugiift einer Aufführung im Theater am Bülowplatz (Volksbühne) beiwohnen. Es hanidelt sich um Sie erste der Werbe- Vorstellungen, die die Volksbühne E. V. in der Zeit vom 29. August bis 4.«eptember veronstoltet und bei denen die Karten an jeder- mann.zum Preise von SO Pf. ausgegeben werden. Zur Auffüh- rung gelangt die Komödie„Geld ohne Arbeit" von Colon- tuoni-Stemmle in der Regie von Günther Stark. Prosessor Frida Schottmüller, der einzige weibliche Kustos an den staatlichen Museen in Bertin, feiert morgen ihren 60. Geburts- tag. Zu einer Zeit, als es noch sehr schwer war, als Kunst- Historikerin in den Mlffeumsdienst einzutreten, im Jahre 1904, er- hielt sie die Erlaubnis, am damals gerade eröffneten Kaiser- Friedrich-Museum als Volontärin zu arbeiten. Schon im nächsten Jahre wurde sie wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Gemälde- galerie und der Abteilung für Bildwerke der christlichen Epochen. End« Juli 19l9 erhielt sie den Professorentitel, und im Dezember des gleichen Jahres wurde sie zum Direktorialassistenten(heute Kustos) ernannt. Acht Monate der Jahre 1907/1908 verbrachte sie als Inhaberin eines Stipendiums vom Ministerium für Wissen- schaft, Kunst und Volksbildung am Kunsthistorischen Institut in Florenz. Auch sonst hat Pros. Schottmüller viele und lange Bildungsreisen gemacht. Prof. Schottmüller bearbeitet innerhalb ihres Wirkungskreises an unseren Museen auch das Führungswesen, das immer größere Bedeutung angesichts des Bildungshungers weiter Kreise gewinnt. Sie stellt die Programme der amtlichen Führungen zusammen und unterstützt auch Ein.zelführungen für be- stimmte Berussgruppen, zum Beispiel sür Lehrer. Berliner Zchausplelschule. Tie umcr Lcilung von Presessor Leopold — stehend« Berliner Schauspielschule, die als Nachfolge der durch Landiagsbeschluß ausgelösten Swailichen Schauspielschule von der Schul- stelle des Teuische» Bubnenveieins und der Genossenschaft Teuffcher Budnen-Angehörigen übernommen wurde, beginnt am t. Oktober das »weile Schuljahr. Tie Ausnabmeprüsuyg für den neuen Lehrgang ist aus den 26 September sestgesetzi. Anmeldungen müssen his»um 19. September an das Sekretariat der Schule, Berlin W. 62. Keichstr. 11, das auch nahe« Auskunst««rterlt, erfolgen. Die Regierung Rapen hat eine„Anpassung an. die Armut der Nation" angekündigt Die Anpassung an die geistigeJVrmut der Nation ist bereits erfolgt Hilfe für die Arbeitslosen! Die ünträge unserer Reichstagsfraktion Im folgenden geben wir den Wortlnut der sozial- demokratischen Anträge im Reichstage, die der unmittelbaren Hilfe für die Arbeitslosen gewidmet sind: 1. Entwurf eines Gefehes zur Wiedererhöhung der Sozialleistungen. 8 t. Di« Zlrbeitslolenunterstützung in der Arbeitslosenversicherung, der Krisenfürsorge und der Wohlfahrtspflege der Gemeinden, die Renten aus der Jnoalidenversicherimg, Zlngestelltenoersiche- rung, Knappschaftsversicherung und Ilnsalloersicherung, somic die Versorgung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen werden vorerst wieder auf den Stand vor der Notverordnung vom 14. Juni 1932 gebracht. 8 2- Zum Ausgleich der finanziellen Mehraufwendungen wird 1. der Reichsanteil an der Krisenfürsorge um 154 Millionen erhöht, 2. der in der Notverordnung vom 14. Juni 1932 vorgesehene Reichszuschuh an die Gemeinden von 572 Millionen auf 829 Mil- lionen erhöht, -3. den Trägern der Sozialversicherung ein Reichszuschuß von 399 Millionen überwiesen, 4. die Ausgabe des Reichs für die Kriegsversorgung um 39 Mil. lionen erhöht. 8 3. Zur Deckung der Mehrouswendungen dienen die Erträge der Notsteuern auf Grund des Gesetzes vom.... und der Staats- Monopole auf Grund des Gesetzes vom..... 2. Entwurf eines Gesetzes über eine Winterhilfe für die notleidende Nevölkerung. 8 t. Für den Winter 19-32— 19.3.3 wird für olle Empfänger von öffentlichen Unterstützungen und Renten eine zusätzlicke Winterhilfe geschaffen. 8 2. Die Winterhilfe besteht in unentgeltlicher Belieferung mit Kor- toffeln und Kohle und verbilligter Abgqbe von Fleisch. Sie darf nicht zu einer Verminderung der Geldunterstützung führen. 8 3- Die Gemeinden lGemeindeoerbändef sind verpflichtet, die Winterhilfe nach folgenden Grundsätzen durchzuführen: Für jeden Haushalt werden durchschnittlich geliefert: 4,3 Zentner Kartosseln, 29 Zentner Kohlen, 25 Pfund Fleisch(wöchentlich 1 Pfund). Diese Mengen sind bei einem Haushalt von mehr alz 3 Köpfen entsprechend höher zu bemessen. 8 i Die Mittel für die Durchführung der Winterhilfe stellt das Reich den Gemeinden(Gemeindeveroönden) zur Verfügung. 8 5. (1) Die Mittel für die Kartoffelbelieferung werden dem Reich von der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein aus den Erspar- nifsen erstattet, die sich aus einer einjährigen Einstellung des Brenn» rechts ergeben. (2) Die Mittel für die Brennsioffbelieserung werden durch Wiedererhebung der?lusgleichsabgaben auf Mineralöle und durch Aufrechnung der Steuerschulden des Kohlenbergbaues befchafst. (3) Die Mittel für die Fleischoerbilligung werden dem Marl- stützungsfonds entnommen. 8 5. Die erforderlichen Kohlenmengen werden aus den Halden- bestanden beschlagnahmt Die Entschädigung an die Kohlenfynditate ist nach den durchschnittlichen Exporterlösen zu bemessen. IV. Arbeiisbeschaffung. 1. Entwurf eines Gesetzes über planmäßige Arbeits- beschaffung. 8 1. Um die Arbeitslosigkeit zu vermindern und die Ueberwindung der Wirtschaftskrise zu erleichtern, wird unter Führung des Reichs eme planmäßige Arbeitsbeschaffung in Angriff genommen, für die eine Milliarde Reichsmark bereitgestellt werden. Die Arbeits- beschaffung soll insbesondere umfassen: 1) Oeffentliche Arbeiten(Z 2), 2) Kleinwahnungsbou(§ 4), 3) Hausreparaturen(§ 5), 4) Siedlung'<8 5), 5) Kollektive Selbsthilfe der Arbeitslosen(8 7), 5) Schulung jugendlicher Erwerbs- loser(§ 8). 8 2. Oeffentliche Arbeiten.. Für die Durchführung zusätzlicher öffentlicher Arbeiten stellt das Reich 499 Millionen Mark zur Verfügung. Di« öffent» lichen Arbeiten sollen sich insbesondere auf den Bau von Wasser- schutzstraßen, Kanälen und Wasserschutz-Anlagen sowie auf außer- planmäßige Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten der Reichs- bahn und Reichspost erstrecken. 8 3. Die ösfentlichen Arbeiten müssen im Tarislohn ausgeführt wer- den. Der freiwillige Arbeitsdienst darf hierbei nur insoweit ein- gesetzt werden, als es sich um gemeinnützige Arbeiten bandelt, die sonst aus jeden Fall unterbleiben müßten, und auch nicht als Not- standsarbeiten ousgesührt werden könnten. 8 4. Zur Förderung des Kleinwohnungsbaues stellt da» Reich 299 Millionen Mark bereit, Di« Mittel werden den Ländern- zur Hergäbe von zweiten Hypocheken, notsall» auch von ersten Hypotheken, sowie von Zinszuschüssen überwiesen. 8 S. vausreparaturen. Als Zuschüsse für Housrcparatnr-n stellt das Reich 159 M'l- lionen Mark zur Verfügung. Die Zuschüsie werden unter der Bs- dingung gewährt, daß der Hauseigentümer Eigenmittel in gleicher Höhe für Reparaturzwecke aufbringt. Sie sind niedrig zu ver- zinfen und innerhalb von 19 Fahren zurückzuzahlen. 8 6- Giedlung. Zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung, der!?qnd- orbeiter-Produktionsgenossenschaften und zur Versorgung Arbeitsloser mit Gartenland werden aiiS Reichsmitteln 199 Millionen Mark bereitgestellt. Die Landbeschassiing für die landwirtschastliche Siedlung und die Londarbeiter-Pröduktivgonossenschoften erfolgt auf Grund des Gesetzes über die Enteignung des Graßgrundbesitzes vom...' 8 D KoNvktibe Selbsthilfe der Arbeitslosen. (1) Die Eigentümer stilliegender Fabriken»nd Werkstätten sin» verpflichtet, ihre Betriebe sür die Zwecke der lollektioen Selbsthilfe der Arbeitslosen unentgeltlich zu überlafsen. Iu diesen Betrieben werden Arbeitslose unter Gewährung von Unterstützung nach den Sätzen der Arbeitslosenversicherung zu dem Zwecke beschästiai, Gegenstände des täglichen Bedarfs berzuftellen Die Erzeugnisse ihrer Arbeit werden an diese Beschäftigten und an die übrigen ?lrb«'tslosen und Hllfsbebürstigen uneLtgeltlich verteilt. (2) Für die Beichassung der Roh-' und Hilfsstoff« sowie zur Bestreitung der sonstigen Kosten stellt das Reich 199 Millionen Reichsmart bereit. § s. Schulung jugendlicher Erwerbsloser. Aus Reichsmitteln werden 39 Millionen an die Länder und Gemeinden überwiesen mit der Auflage, allen jugendlichen Erwerbs- losen den Erwerb, die Erhaltung und die Weiterbildung ihrer Be- rufsfähigkeiten zu ermöglichen. Zu diesem Zweck sind unter Zu- bilsenahme stillgelegter Betriebe Lehrwerkstätten einzurichten, die Schulungskurs« auszubauen und dos Berufsschulwesen zu er- weitern. 8 9. Finanzierung. (1) Die zur Finanzierung der Arbeitsbeschaffung notwendigen Mittel werden solgendermaßen ausgebracht: 1. 159 Millionen Mark aus Wechselkrediten der Banken an die Lieferfirmen für öffentliche Austräge, 2. 199 Millionen Mark aus den Reichsmitteln für Siedlungszwecke, 3. 39 Millionen Mark aus den Reichsmitleln für den freiwilligen Arbeitsdienst, 4. 299 Millionen Mark aus ersparten Unterstützunqsmitteln, 3. 599 Millionen Mark aus dem Erlös einer Prämienanleihe für Zlrbeitsbeschoffung entsprechend der Kreditermächtigung durch § 8 des Gesetzes über Schuldentilgung und Kreditermächtigungen vom 12. Mai 1932(RGBl. I S. 191). <2) Zur Verbilligung der Arbeitsbeschaffung wird Bauholz au» staatlichen Forsten unentgeltlich abgegeben. 8 ic>. Für den Fall, daß der Erlös der Prämienonleihe 399 Millionen Mark nicht erreicht, wird der Restbetrag durch eine Zwangs- anleihe aufgebracht. Zur Zeichnung der Zwangsanleibe sind alle Bermögenssteuerpslichiigen heranzuziehen: dabei wird gezeichnete Prämienanleihe angerechnet. 2. Entwurf eines Gesetzes über die Verkürzung der Arbeitszeit. 8 l. Die gesetzliche Arbeitszeit wird auf 49 Stunden wöchentlich festgesetzt. 8 2. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, entsprechend der Verkürzung der Arbeitszeit auf Grund des 8 1 neue Arbeitskräfte einzustellen. Die Einstellung darf nur unter Mitwirkung der ösfentlichen Arbeits- Vermittlungsstellen erfolgen. Offene Stellen sind sofort bei den Ar- beitsämtern anzumelden. 8 3. Die durch die Verkürzung der Arbeitszeit ersparten Unter- stützungsmittel sind für den Lohnausgleich heranzuziehen. 8 4. lleberstunden dürfen nur in den dringlichsten Ausnahmefällen auf Grund behördlicher Genehmigung zugelassen werden. Für jede Ueberstunde hat der Arbeitgeber einen voll«« Stundenlohn al» Sonderbeitrag zur Arbeitslosenversicherung abzuführen. Explosion im Stäöiischen Rentnerhetm. In dem erst kürzlich fertiggestellten Städtischen Rentner- heim in der Rücke rstraße 11/12 in Steglitz ereignete sich heute vormittag eine heftige Spiritusexplosion In ihrer Wohnung hantierte dort die 53 Jahre alte Frau Klara Blümchen an einem Spirituskocher. Offenbar wollte Frau B. Spiritus hinzu- gießen, als aus dem Kocher eine Flamin« herausschlug. E»«rsolgte eine Explosion, und die alte Frau wurde von der hervorschießenden Stichflamme getroffen. Die Verunglückte erlitt schwere Perbrennun- gen und mußte durch die Feuerwehr ins Stubenrauch-Krankenhau? übergeführt werden. I'kester der Woche Vom 21, bi» 29. August. Thealer mit festem Spielplan: Städtische Oper Chorlnttenbvrg: 22. Lohengrin. 23. Undine 24 Die führung aus dem Serail. 25. Der Troubadour.- 26. Die Banditen. 27. Riga. letto 28 Die Walküre— Theater im Admirolspalast: Ab 23. Katharina.— Theater am RoLcndorfploh: Frühlinq in Heidelberg.— Theater in der Behren. straßc: Der Tlefstapler.- Renaissance-Theoter: Ganoven-Ehre.— Caslno. Theater:)fb 2»v Annemarie, die kleine Tänzerin.— Rose-Theater: Herzdame. Gortcnbühne: Frühlingsluft.- Theater des Westen«: Ab 21. Das Dreimäderl- Haus.— Tltetroyol-Theater: Ab 26. Die Frau, die imiß. was sie will.~ Plaza: Kabale und Liebe.— Geala, Wintergarten: Internationale» Bari-te. Thealer mil wechselndem Spielplan: Di« ttomodie: Lieb«— unmob«rn. Ab 26. Europa A-K• Ikachmittagsvorslellungen: Siast.Zhroicri 2«, 15 und 1.8 Ubr: Herzdam» ibart«nbÄhi>«:«on,«ri unb Bari«t».— Pia««: Sabal» und Li«b«.— Skala: International«» Dari.t».— Winiergarten: 21, 27., 28. önternationalk» Variete. Erstaufführungen der Woche: Sonntag. Naiurth»ater Fri«dr!ch»hag»n: Di« Schlana».— Montag. A d m i r a I» p a l a lt: tlatbarina— Dien»»ag. ttl« i n«> T h« a t» r: Di« Diebin.— tzreitag. yomödi«: Europa A-S, S)r. Sririi iiauioks: Slrahliiiig«erJ'c/iciiiuiigcn In der Aussassung der Strahlung hat sich bei den Physikern in den letzten drei bi» vier Jahrzehnten eine weilgehende Wandlung vollzogen, die im Zusammenhang mit der Relativitätstheorie und der Ouontenmechanik zu einer vollständigen Umgestoliung des natnr- wissenschaftlichen Weltbildes geführt Hot, Die wichtigsten Tatsachen, die zu dieser Wandlung geführt hoben, mit Beziehung hierauf in anschaulicher Form darzustellen, dürfte wohl eine reizvoll«, wenn auch keineswegs l«ichte und einfach« Aufgabe sein, Dr. N a u j n k» hat es in einem Bündchen der bei Reclam erscheinenden„Bücher der Naturwissenschaft" versucht,(Dr, Erich Naujoks, Strahlungs- erscheinungen Korpuskulorstrahlen und Radioaktivität, Leipzig. Philipp Reclam jun, 1932, 153 Seiten mit 8 Tafeln und 14 Fi- auren im Text) Doch gewährt die Lektüre des Buches kein« rest- lose Befriedigung, Die Sprache ist nicht einfach und klar genug, um als Einführung in das schwierige Gebiet gelten zu können, selbst der mit dem Stoff Vertrautere muh manchen Satz wiederholen, ehe er den Sinn faßt, was durchaus nicht an dem Stoff, sondern an der Darstellung liegt. Dann sind«« sich auch sachliche Unklarheiten, z. B, wenn bei der Darstellung des Modells des Wosserstosfatoms gesagt ist, um den positiven Kern bewegt sich auf einer Ellipsenbohn im Abstand« 1 ein Elektron, so fragt man, was bedeutet denn der Abstand 1. die große oder die kleine Achse der Ellipse, und vor ollem, was für eine Benennung hat denn diese Einheit, doch sicher nicht die des sonst in der Physik üblichen Maßsystems, bei dem die Längeneinheit das Zentimeter ist, Unangenehm sind auch einig« Druck- oder Schreibfehler, z, B, heißt es. daß von?Iuer n, Welsbach das Prinzip der sronklionierten Kristallisation sür das Gebiet der „seltenen Edelmetalle" ausgearbeitet worden ist, während statt dessen „seltenen Erden" stehen muß, Bei einer eventuellen Neuauflage miessen solche Febler ausgemerzt und auf Klarheit des Ausdrucks mehr Gewicht gelegt werden. Recht ansprechend ist der geschichtlich« Ueberblick zu Beginn des zweiten Teils, der die Radioaktivität be- handelt. Dr. Bruno Borchardt. Rundfunk am Abend Sonnabend, den 20. August 1932 Borlin 16.05. NachmiHagskonze-rt. 18,30 Di« Erzählung der Woche(G. Ohlisdilaeeer). 18.50 Die Funkstunde teilt mit 18.55 Zehn Minuten Film(Dr. P. Fechter). 19.05 Klaviermusik. 19..30 Ohstver Wertung(Prof. Dr. J. Koch»). 19.40 Kolportag«(E. Kränzen). 20.00 Hallo. Funkaiisstellung 1932 (Funkpotpurri). Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. König» wusterhauien: 15.00 Falsche Berufsromantik(Dr. W. Hoffmann-Harnisth). 16.30 Au» Hamburg: Naihmittagskonzert. 17.30 Gesundheitsgefährliche Pflanzen (Dr. B, Springer). 17.50 Fremdenverkehr und Verkehrs- werbung(Bürgermeister Nath).>8.05 Musikalische Wochen- -■(hau. 18.30 Der ewige Harlekin(Dr. 1. Günther). 18.55 Wetterbericht.<9.00 Englisch für Anfänger(Studienrat W. Ohse. Lektor W. Mann). 19.30 Kirche und Jugenderziehung(Rektor Siebers). 22,30 Au* Köln: Nachtmusik und Tanz. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. 95 Pf. dura» alle„Vorwärts"-Boten oder die Postanstalten Sonntag, den 21. August 1932 Berlin: 5.00 Funkgymnastik. 6.20 Aus Bremen: Frühkonzerl. 7.55 Vom Start zum Europaflug. 7.15 Au» Bremen: Hafenkonzert 8.00 Mitteilungen für den Landwirt. 8.20 Der heutige Stand der deutschen Hühnerzucht(F. Pfennigstorff). Von ifi 8.55 Morgenfeier. 10.05 M ettervorhersage. Mitgliederversammlung des Reichsverbandes Deutscher Funk H.00 Von der amlnng des Reichsverbandes Deutsche handle r. 12.00 W. Gutkelcfa: Eigene Gedichte. 12,10 Mittag konzert. 14.00 Schutz der Kinder vor den Gefahren des Straflenverkehrs(Reklor W. Haner). 14.30 Märchen(Eva M. Kurie). 15.00 Volkslieder. 15.30 Einakter. 16.30 Blas- Orchester Konzert. 18.00 Die Stadt der tausend Tempel 3; (A. Schweitzer). 18.25 Klaviermusik. 19.00 Aus Leipzi Schwimm-Meisterschaften der DT. in Erfurt(Schallpla 19.25 M. Raschkf; Eigene Prosa. 19.50 Sportnachrichten. 20.00 Runter Abend. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Caruso singt(Schallplatten). 23.00 Aus MünAen: Nachtmusik. Königswusterhausen: 12.00 Lvrik(M. v. Faber du Faur). 14,30 H. Gutberief: Aus eigenen Werken. 15.00 Kindertheater(Schallplstten). 15.30 Straßen der Welt: Bergstraßen(Dr. A. Schirokauer, P. Schmidt-Born). 18.00 Der Wald rächt sich(H. Rößler). 18.30 Der Landjäger(Landjäger- hauplmann Niemann). 19.20 Aus München: Bayerischer Bauernkalender. 20.30 Ans Königsberg: Großer Zapfenstreich. 21,30 Aus Köln;..Brüderlein, fein"(Singspiel). 22.15 Weiter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im„Volksfunk", monatl. 95 Pf. durai alle„Vorwärts'-Boten oder die Postanstalten. Weiter für Berlin: Wesentlich kühler, meist bewölkt mit«in» zelnen Regensällen oder Gewittern, Winde nach Südwest drehend,— Jßr Deulschland: Von Nordwest noch Südost fortschreitende Ab- kuhlung mit Gewitterregen. Vcrantwortl. für die Redaktion: Aich,««rnstei», Virlin! Anzeigen: Ott» Berlin. Verlag: Vorwärts Berlag G, m. d. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstolt Paul Singer a Co., Berlin SW 68. Lindeastr. S, Lierzu l Beilage. 8MiU.0per öbarlotiendure EüsmarcIcsiraBe 34. Soiinabd.l20.Augutt Turnus IV Rigoletto Berger, Zador, Cavara, Destal, Baumann Anlang 20 Uhr Ende nach 22,15 Ulli aue Selilei. Stf. 5l,816,St5S.2,5,lgS|. RtlnhardMnsienlerg.: Kabale n. Liebe Anserote im Vorwärts ilchern Erfolg! 6»dr>4. Flora 3434. Baiiilien tri. Taps& Tempo, RemosComp. 4Richys, Sealtiel.M.&C.Mayo Levanda, Hunter& Bobette usw. Sonnahend o. Sonniaa le 2 Vonltlln. 4 n. 8.13 Uhr. 4 Ohr Rlelno Proiso «v.uhr CASIHO- THEATER»'(.Uh. Lothringer Strohe 37. IMIIIIMIIMMHIMIiMItMflHnilltMIMIIMMM Berlin wird wieder lachen I Ab Freitag, den 26. August Annemarie das kleine Tanzmädel Volksoperette— Musik von Gilbert Vorher ein bunter Teil. Preise 0,50 M., 0,75 M. und M. Aach Sonntag abend. Rose-Theater Mi Fmklutir Stnli 132 Tä.«llitrel 1 7 3422 8.30 Uhr Herzdame Oartenbtthne 530 Uhr Konzert n. Variete Frtmitngslatt Parteigenossen finden fteunbLSluln., reich!. Verpflegung dMahlzeiten, M.8.— p Tag. Dorren, Liege» wiese direlt a. Haute, Schwimmbad: nahe Wälb und Bahn, Gustav Zickfeld n»rried»oseo(Harz) bei Seesen. «WM« HCTRirS-f.K KEMPIHSKl" ...Nil MI MM»? dann aber kauen, es ist gesund und billiger Doms Kautabak ist der„Best e" Versuch macht klug! Wmdmuuchinen 'TO Clfl. X eerlinWS OiaMxvvt�mg- Bis zu 18 Monats Raten tflelloge Sonnabend, 20. August 1932 OtHUmri) �fuJauUfaßo Jtk Ibufdr/l Qerlmrl'Merrmmm'llloflar; Qefchichle der Woche Vergänglichkeit Tem �rirdiifdirn �rrlrfier sl ch> l l» t flBrtnj jftonfl fä, i>'N tmniatprt be4 großen'Malers lomunco JSeplPtornuIi, nach(ein« grl«ch!>chen Abstammung genannt„Cr t(M t p c p"(J,"14�—1625), lest- justtöfn: p? ist das ftrinc Bcrgnest Andels aus.fttfta. Ein fipine? f'rlpbnt? �pigtp, daß eine seltsamp Erinnerung an den Maler sich bi- heut« unter den Leuten nan stchdele erhielt Mit Sonnenatisgang machte sich der swnge harscher oan Kretas s)ottptsio>dt Kandia ans ans den Marsch. Die Gemiststeit de» nahen Ziels jahrelanger Arbeit ließ ihn nicht länger rnhen, und ein romantisches cheftlhl von der Heiligkeit des Bodens, den er be> treten sollte, bewog ihn, sich ihm?nß ju nahen. Trocken genug war seiner Jugend die bisherige Miihe erschienen, dt« ihn durch den Staub der Archine Spaniens, Italiens und Griechenlands gefuhrt hatte, ohne ihm Zeit zu lassen, sich der lebendigen Wärme der Landschaften hinzugeben� nun aber war es erreicht: die wenigen Spuren, die sich endlich gesunden hatten, wiesen nach Fodele als dem kleinen Nest, au» dem der große Mensch und Maler «inst ausgeslogen war— ein Adler, der nach kurzem Fliigelproben in Venedig bei Tizian und Tintoretto und nach langem, leiden- schastlichem Ausstreben in Spanien mit maßlos wildem Flug geradeswegs in den Himmel stürzte: Domenico Theotocopouli. Sohn des Theotocis: El lg r e c o, der Krieche. Der Maultierpsad scheitelte das Gebirge, das fast senkrecht zum Mittelländischen Meer abfiel: tausend Meter kies lag es blau zur Nechten und summte mit schwingender Stimme, mährend durch die Felsspalten zur Linken manchmal da» steinerne Schweigen des Berges Ida blickte, Nichts wandelte in diesem großen Gleichmaß als der junge gorscher und di« Sonne: al» sie ihn um Mittag ein- geholt hätte, rastete er eine kurze Weile: dann hetzte er ihr wieder nach, die so unsichtbar langsam glitt und doch so viel schneller war als er: und als sie am Abend die steile Schräge des Kaps Spatha hinunterrollte in den weichen Blausammet des Meeres, ein goldener Diskus,— sah er unter sich flache Dächer sich hinabstusen bis an den schmalen Strand wie eine verwinkelte Niesentreppe: Fodele! Es war Abend, und es schien wichtig, sich ein Quartier zu be» schaffen: das würde vielleicht nicht leicht sein für einen Fremden in diesem versteckten Dorf, dem die ganze Welt eine Fremde sein mußte. Aber er wollte nicht die treibenden Sorgen des Tages haben, nicht jetzt: so blieb er stehen und sah lange hinab, sein Blick sprang von Dach zu Dach und tauchte endlich in dos kühle Bad de» Wassers.?lls er wieder hinausfand, sah er, seltsam klar und scharf, einen Menschen sitzen am gelben Strand«: ein'Kind anscheinend, dos mit einem Stock im Sande stochert«: da schritt der gorscher, einer Laune folgend, den schmalen Steig zu Seiten des Dörfchen? hinab, fast ungesehen, und gelangt« neben das Kind, da» ihn erschreckt anstarrte und fliehen wollt«. „Bleib", bat er sreundlich.„ich will dich etwa» fragen und dir dann etwas dafür schenken, daß du mir antwortest." Das Kind lächelte und blieb: e, war ein Junge von etwa zwölf Jahren, van schmalem Leib, der wahrhastig so seltsam überhöht schien wi« die Gestalten Grecos, mit schwarzem Gelock über brauner Haut und dunklem, großem Auge. „Dies ist Fodele?" fragte der Mann. Der Junge, nickt«: „Fodele". Der Mann wollte sich neben ihn aus den Sand setzen: ober das Kind wies ihn mit einer Handbewegung etwas weiter weg, und er sah, daß er beinah»«ine Zeichnung, mit dem Stock in den Strand geritzt, zerstört hatte: Häuser und Menschen, kindlich ungeschickt und geradezu dargestellt. Der Mann lochte, wies auf das Geritz« und fragte wieder:„Soll da» Fodel« s«in?" Und das Kind nickte abermals und sagte ernst und stolz:„Fodele". Wer weiß, dachte der Forscher: wer weiß, vielleicht hat auch Theotocopouli hier am Strande gehockt und die ersten Eingebungen seiner wevdenden Kraft in den Sand geritzt— vielleicht, nein, gewiß: denn die Z«it stand stille hier, ihre Ereignisse, die Orkane waren für die große Welt, waren hier nichts al» da» Anschäumen und Absinken der Wellen an den Strand, jetzt»in Geboren» werden, nun ein Hinsterben, und immer ein« Sehnsucht, eine große, einsame Sehnsucht, dreihundert Jahre long. „Was ist dein Vater?" Der Junge wies auf eine Neihe brauner Netze, die sich von Stange zu Stange schwangen, aufnehmend d«n Nhythmu? der Wellen und ihn herantragend bis an die erst«n Häuser:„Fischer". Der Forscher nickte in tieser Zufriedenheit, als habe er die Antwort gewußt: El Grecos Dater war auch Fischer gewesen.„Und wi« heißt dein Vater?" „Theotocopoulos." Merkwürdig: der Forscher erschrak nicht einmal. Noch vor «iner halben Stunde hätte ihn die Beglückung darüber, daß es hier noch Menschen gab, die den Namen seines Abgotts trugen, fast umgeworfen. Nun war es ihm selbstverständlich.„Es gibt noch mehr Leute hier, die so heißen?"„Ach ja, eine ganze Menge." „Ich will dir etwas erzählen. Junge! Setz dich neben mich!" sagte der Mann.„Von einem deiner Vorfahren will ich Air etwa? erzählen. Der lebte vor beinahe vierhundert Jahren, hier in Fodele, wie du. Der saß des Abends ani Strand« und malte die Häuser und Menschen in den Satrd, wie du. Aber al, er größer wurde, genügte ihm das Malen im Sand nicht mehr. Er bestieg ein Schiff und fuhr davon." „Das tun hier viele", warf der Junge ein,„denn wir sind arm hier. Und die jungen Männer gehen zur See un>d kommen nie wieder. Auch mein Bruder kommt nicht wieder. Ist der, den du meinst, wiedergekommen?" „Nein.. Aber er ging nicht auf das Schiff, um Seemann zu werden. Er wollte weitermalen, weiht du? Nicht mehr nur mit dem Stock in den Sand, sondern mit bunter Farbe und aus Mauern und Leinwände. Er wollt«, daß seine Bilder nicht vom nächsten Negen verwaschen und vom nächsten Fuß zertreten wurden, sondern immer blieben, allen Menschen zur beständigen Fi-eude. Verstehst du dos?" Oh ja, schon...?lber man kann doch immer neu« Bilder malen, wenn die alten verwaschen sind, so wie ich das tue?" Dem Mann fuhr eine Vermutung durch die Seele. Hatte nicht auch der Greco so-gearbeitet, Tag um Tag. mit verwirrender Leidenschaftlichkeit, so, al? könne die nächste Melle hinmegspülen, was«r eben in den Sand geritzt? War ihm aus dem Kindheit?- erlebnis dies Wissen tun die Vergänglichkeit gekommen, da, ihn zwang, in seinen Bildern die Ewigkeit anzusingen und nichts als die Ewigkeit, in glühenden, ekstatischen Forken, in oussehnenden Linien, in übersteigert ausgereckten Körpevn? Und hatte sein» Furcht nicht recht behalten: hatte man den Greco nicht zuerst be» kämpft und dann verlacht und dann verachtet und schließlich ver» gessen, dreihundert Jahre lang— bis eine junge Generation ihn sich wieder jubelnd entdeckte, eine junge Getteration, die nun ihn, den Forscher, nach der kargen Heimat des Fischerjungen von Fodele gesandt hat? Und hat man ihn auch hier vergessen...? Und wird man ihn nicht wiederum vergessen draußen in der Welt...? Dort sinkt der letzte Abglanz der Sonne hinter da» schwarze Tuch des Horizonts, es wind wieder dunkel— was ist ewig in der Kunst? Was ist ewig im Menschen? Der Mann will?lntwort haben von diesem Jungen hier... „Aber der Mann, der so hieß wie du, ist reich und groß und berühmt geworden mit seinen Bildern", sagt er, als ob das ein Einwand wäre gegen das?lrg»nt«nt des Kiiedes.„Hast du nie von ihm gehört? Niemals? Er hieß soft wie du, Domenico Theotocopouli, er war gewiß dein Vorfahr— hast du nie von deinem Vater erzählen hören, daß«in berühmter Mann dein Ahn ist...?" „Nein", antwortet das Kind gleichgültig.„Ich sage dir ja. ez kommt keiner zurück, es kommt auch von keinem Nachricht." Der Mann blickt auf die Wellen. Do kommen sie heran- gewandert mit dem Wind, sie beginnen als winzige Erhebung irgendwo bei Athen, sie wandern und wandern über Hunderte von Meilen, und dann erreichen si« den Strand des Nestes Fodele und branden an und sinken müde zurück und sterben— wozu da? Wandern? Mas bleibt von uns nach all dem Hingetriebenwerden norm Wind des Schicksals, nach all dem Fließen und Schäumen und Branden? Nichts...? Warum...? Wozu...? „Aber von einem andern hat mir mein Vater erzählt", sagt da da» Kind.„Don dem erzählen alle Leute. Von dem erzählt sogar der Pop in der Kirche. Das ist der einzig«, von dem man wioder etwas gehört hat. Der hieß auch wie ich. Aber das ist lange her." „Erzähl mirs!" „Viel weiß ich auch nicht, keiner weiß viel, Aber wenn der Fischfang schlecht ist, und wenn es ist, al» ob wir nun alle ver- hungern müssen, dann tröstet un» der Pop mit dieser Geschichte. Neulich erst Hab« ich ihn darüber predigen hören. Da ist einmal ein Mann gewesen, sagt« er, der ging mit jungen Iahren zu Schiss, wie viele van euch. Aber er ging nicht zugrunde, er blieb auch nicht arm, er wurd« sehr reich, drüben in einem fernen Lande, dessen Namen ich vergessen habe, weit, weit im Westen, lind al» der Mann alt geworden war, dachte«r zurück an seine Heimat Fodele. Und er dachte tdoran, daß seine Eltern wohl längst tot waren, aber daß sein jüngerer Bruder vielleicht noch leben könnte und alt und arm sein könnte, arm wie alle Leute in Födel«. Und der reiche Mann schickt««In Schiff, und da» holte den armen Bruder hinüber. in da, ferne Land, so daß«r es gut hotte hi» an Heute vormittag mußte unser Lehrer. Herr Brennecke, der neben unserer Klasse noch ein Koloniolworengeschäst eröffnet hat (da das Schulgeschöst zu unsicher ist), zum Finanzamt. Dort soll er seine Steuern erklären, was heut niemand kann. Aus Wut über seine Veranlagung hat Herr Lehrer Brcnnecke un? diesen doofen Aussatz über die menschliche Dankbarkeit ausgegeben. Bis er zurück kommt, sollen wir damit fertig sein, da da» Thema be- grenzt Ist... Ms Herr Brenneckc schon halb im Finanzamt war. kam Fritz noch hinterhergelaufen und fragte ihn, ob die menschliche Donkbar- keit etwas zum Esten wäre. Doch Herr Lehrer Brennecke sagte, sie wäre etwas zum Kotzen... Und er hätte immer alle» korrekt an» gegeben(womit er nicht unsere Leistungen, sondern seine Kolonial- waren meinte), und zum Dank dafür käme ihm da» Finanzamt auf den Hals! Folglich muß die menschliche Dankbarkeit ein ernster Charakter- fehler sein... Dosselbe zu beobachten, haben wir auch sonst viele Gelegen» Heit. Unser Wohnküchenso.ziu», Herr Arbeitsloser Bummke, hat ein« erwachsene Tochter. Da» ist an sich ja kein Grund zur Dankbar» keit... Aber heut früh tobte Herr Bummke in Unterhasen bei un» an und teilt« mlt, daß sein« Tochter mit dem stellungslosen Maschi» nisten van nebenan sowie mit Herrn Btimmkes Ersparnisten weggemacht hätt». Und in der alten Kochkiste— was Herrn Bummke« städtische Sparkasse ist— hätte statt des Geldes ein Zettel gelegen: „Deine dankbore Tochter Else."— Folglich muß di« menschliche Dankbarkeit ein ernster Charakter» fehler sein-.- Dasselbe beweift auch Herr gewesener Buchhalter Grimme, der vorgestern aus der Hinterwahnung exmittiert wurde, obgleich seine Frau in nächster Zeit Zwillinge kriegt und das Wetter für einen Umzug ins Freie sehr ungünstig war. Herr Grimme hotte dem Vermögen seines Chefs jahrelang treue Dienste gel«stet, und wie er obgebout wurde, erhielt er statt einer Geldsumm« bloß den Dank der Firma, weswegen er jetzt exmittiert wurde... Folglich muß die menschliche Dankbarkeit ein ernster Charakter- fehler sein.. � Do? geht auch in der Politik nicht anders, obgleich wir Schüler nicht mehr davon verstehen al? Oherreaierungsräte. So sagte Vater gestern, die Reichsregterunq hätte nun den Dank davon, daß sie bei Hitler aus Dank für ihr vieles Entgegenkommen gerechnet hätte. Obgleich er ein Führer iftl(Und als Oeldruck über unserer Klasse hängt.) Und Vater sagte, indem er Mutter? Broten als Pferde- fleisch beschimpfte, Dankbarkeit in der Politik wäre beinah so lustig wie der Dank des Vaterlandes. Folglich muß die menschliche Dankbarkeit eine lustige Sache sein' Da» sieht man nochmals in der Politik, die ja auch bester in die Schule paßt als Fräulein Bummk« mit ihrem Maschinisten... sein Ende. Seht, jagte der Pfarrer, die» war ein guter Mensch. Und wir ducsen nicht p->rzagen, so lange wir noch di« Hoffnung haben, daß es gute Menschen gibt. Vielleicht haben mir all«»inen Bruder jenseits des Meeres, der uns holt, wenn die Not am größten geworden ist. Und wenn wir keinen Bruder haben jenslft» de» Meeres, so haben wir doch einen im Himmel, meinte der Pop. Aber das nersteh« ich nicht, dos kann ich nicht glauben. Nur daß vielleichi mein Bruder, von dem mir nicht» mehr hörten, seit er wegsuhr, einmal miederkommt und un» all« in ein reiches Land holt, das glaube ich manchmal. Dorum sitze ich oft abends am Strande und male im Sand und warte aus ihn. Mehr weiß ich nickst von meinem reichen Vorsahren. Aber es ist schön, daß er ein guter Mensch war, nnd darum vergessen wir ihn nicht, wenn es auch lange her ist." Der Mann ist auigestaitden. Der Mann hat die Hand de» Kindes gepackt und preßt sie, daß da» Kind erschrickt.„Siehst du. Junge", sagt er sehr laut, und setne Stimme schwankt«in wenig. „siehst du, min ist es dach derselbe, von dem ich dir erzählte! In den Büchern, die über ihn geschrieben wurden, steht dieser Satz: Im Abend seine? Leben» erinnerte sich Dvmenicn Theotocopouli seiner armen Familie und nahm seinen Bruder Manussos zu sich nach Toledo. Nun weißt du es, nun behalte e? wohl: Domenico hieß der reiche und gute Mann, und einer der größten Maler mar er. Sein Bruder hrß Manustos, und die Stadt, in die er den Vrtider holte, hieß? nledo. lind daß Domenico der große Maler, der Greco war, das habt ihr langst nergesten in Fodele wie die W--lt draußen hlsher, oder ihr habt es nie gemuW. Aber daß er eine Guttat voll- brachte an seinem armen Bruder, da» habt ihr nicht vergessen, dreihundert Jahre lang nicht. Das hat euch getröstet, wenn ihr schlechten Fischsang und Hunger hattet.., Da» also mar ewig, wenn auch nur in Fodele. Das hat Segen gestisiet, unaufhörlich. Es war eine kleine Guttat an einem einzigen Menschen, und st« war doch schon»ine Guttat für etu ganzes kleines Dorf. Und wenn einer eine Guttat täte an allen seinen armen Brüdern, das wäre Segen für d)» ganze Welt. So ist das also. Ich glaube, es ist gut so. Ich glaube, nun habe ich deinen Vorsohren noch lieber. Nun ist er noch graßer, Tue es ihm darin nach, mein Junge, und mache es noch bester als er, tue noch mehr als er... Host du da» verstanden?" „Nicht ganz..." Es ist dunkel geworden. Dunkel und sehr still. Man hört nur da? Verseuszen der Mellen, deren weite Wanderung hier zu Ende ist. Aber in'den Häusern von Fodele glühen warm« Lichter aus. Ein« Treppe aus gut leuchtenden, friedlichen Fenstern geht geradeswegs in den Himmel, ganz oben weiß man nicht mehr, ob man die höchsten Fenster siebt oder die tiefsten Sterne. „Du verstehst es nicht ganz, nein?lber es ist so, ganz gewiß... Komm, wir wölken in» Dorf gehen und Nachtquartier suchen, kleiner Greco.. Vater erzählte neulich, die amerikanischen Kriegspeteranen hätten nunmehr den„Dank de» Vaterlandes" einkassiert. Nach Vater» Er- Zählungen muh da? ganz furchtbar gewesen sein... Folglich besteht der Dank des Baterlandes vorwiegend aus: Tränengas, Tanks und Flammenwerfern sowie au» Versprechungen. Wir haben in diesem Aussatz« die menschliche Dankbarkeit») an Fräulein Else Bummke. b) am Vaterlande bewiesen und schließen mit der Feststellung, daß dieselbe a)«in« üble Angewohnheit, h) eine direkt« Folg« der menschlichen Gedächtnisschwäche ist... Nachschrift: Dieser Aussatz wurde wegen unsittlicher Beispiele und Mangel an nationalem Gcsühl mit einer S belohnt, und ich selber bin zum Dank für meinen eifrigen Fleiß und meine schönen Beispiele au» der deutschen Schule geflogen. Obgleich ich alles so beschrieben Hobe. wie Vater es sagte und ich es zu Hause sehe und ich schließlich doch nichts dafür kann, daß Fräulein Else Bummke so eine donkbar« Tochter ist... Tier- Sprüche Ilnhörbar trabt der Stunden Schlag. Die große Sternenbahn. Mit lautem Schrei und Gtck und Gack Erwacht de» Müller» Hahn. Zwischen Hunden und Katzen War stet» Beißen und Kratzen. Ein Ninderschenkel ist einem Hund Mehr wert, als Gold wohl tausend Pfund Wer nüchtern bleibt, Die Kuh heimtreibt, Der Schwanz von einer Rotze Ist zu wenig für die kleinste Katze. Manch Hund wohlerzogen heißt, Der, wenn man wegsieht, die Leute beißt. Wo tch weiß des Hundes Zahn, Will acht auf meine Hand ich hon. Ginge ein Hund tags tausend Stund Zur Kirche, er bliebe doch ein Hund. Der Bock hat Hörner. Schrei nicht laut. K Die Ziege lebt mit ihm gar traut. Gesammelt und bearbeitet von Walter Meckauer. u)ie menicMiehe äfrankbarkeü Sin Schut aufiate,/ Ton Skalpell Sport an lAz&eüec-'fußfaM Der kommende Sonntag bringt im Arbeiter-Fuhballager nur Gesellschaftsspiele. Es treffen sich: Hansa 31 und Fortuna in der Christianiastraße. Weißensee und Zesidenick mit Mei Männer- und einer Schülermannfchaft auf der Rennbahn in Weißensee. Kalk- berge spielt gegen Kaulsdors. Friedersdorf gegen Hoppegartcn. Alt- Stahnsdorf gegen Hoppegarten 2. Baumschulenweg gegen Wcrlsce. Storkow gegen Herzfelde. Potsdam gegen Rowowes. Eintracht- Spandau gegen Butab. Werder gegen Spandau 25. Staaken gegen Elstal. Wilmersdorf gegen Vorwärts-Wedding auf dem Fehrbelliner Platz. Friedenau gegen Schöneberg. Hertha gegen Trebbin. Fichte gegen Bolkssport-Neukolln. Luckenwalde V gegen Luckenwalde II. Rot-Weiß gegen Vorwärts 31. Luckenwalde l 2 gegen Treuenbrietzen. Luckenwalde III gegen Ruhlsdorf. Iugendmannfchaften: Borsigwalde gegen Eintracht- Reinickendorf. Fortuna gegen Drewitz. Normannia gegen Nowawes. Wilmersdorf gegen Teltow. Minerva gegen Schöneberg. Staaken gegen Lichtenberg I.— Schulermannfchaften: Elstal gegen Eladow. Hansa 31 gegen Spandau 25. Fortuna gegen Nowawes. Fortuna 2 gegen Adler 2. Köllnische Heide gegen Saxonia. Pankow gegen Werlsee. Wilmersdorf gegen Lichtenberg I. Schöneberg gegen Saxonia 2. Normannia gegen Adler 08. Beginn der Spiele 17 Uhr. Borher spielten die unteren Mann- schaften. Die Schuler- und Jugendmannschaften besinnen vormittags 10 Uhr. Aebeiiec-J�Miis Den Entscheidungen entgegen Langsam geht es in den Serienkämpfsn der Berliner Arbeiter- Termisfportler den Entscheidungen entgegen. In einzelnen Gruppen kommen überlegene Entscheidungen. In anderen wieder ganz knappe Entscheidungen. In sämtlichen Gruppen liegen bis jetzt nur noch Mannschaften von Tennis-Rot Groß-Berlin an der Spitze. Männer-. �-Gruppe. �.-Spandau I trifft um 14 Uhr un Frisdrichshain auf TR.-Friedrichshain I. Wenn Friedrichshain auch mit Ersatz antritt, so wird es sich doch klar durchsetzen können. Manner-E-Gruppe. TR.-Gesundbrunnen II gegen TR.-Lich- tenberg II, 9 Uhr, Humboldthain. Gesundbrunnen wird durch einen weiteren Sieg sich klar die Gruppenmeisterschaft erkämpfen. Zwischen TR.-Fürstenwalde und TR.-Westen sind noch zwei Spiele nachzu- holen. Männer-O-Gruppe. TR.-Prenzlauer Berg lll gegen TR.-Friodrichshoin III. 9 Uhr, Plätze an der Rudolf-Mosse--Straße. Sollte Friedrichshain hoch siegen, dann ist dieser Mannschaft die Gruppenmeisterschaft sicher. Ucberraschungen sind jedoch nicht aus- geschlossen. Frauen-L-Gruppe. TR.-Westen gegen TR.- Friedrichshain wird neu angesetzt. FTGB. II gegen TR.-Neukölln II. 9 Uhr, Rehberge. Die Neuköllner Frauen werden einen überlegenen Sieg landen. Tennis-Rot auch in Pankow Auf den neuen Plätzen in der Schönhol. z er Heide, dem Bezirksamt Pankow gehörig, hat Tennis-Rot Groß-Berlirr eme�neue t Sonntag Tennisabteilung Pankow gegründet. Freunde des Arbeiter- tennis in Pankow oder im äußeren Norden Berlins haben dadurch die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten diesen schönen und gesunden Sport auszuüben. Die Aufnahmebedingungen sind für den Monat August besonders günstig, da die in diesem Monat Eintretenden von der Zahlung eine? Eintrittsgeldes befreit sind. Interessenten wenden sich an Erich K ä p p n e r, Berlin N. 20, Pankstraße 31. Volks-Renntag in Grunewald. Zum erstenmal im Berliner Rennbetrieb wird am kommenden Sonntag aus der G r u n« w a l d r e n n ba h n des Berliner Renn- Vereins ein Volksrenntag abgehalten. Die Eintrittspreise sind so niedrig, wie sie noch niemals auf Berliner Plätzen zu verzeichnen waren, nämlich 2,50 M. für den 1. Plag. 1,50 M. für den Sattel- platz, 1 M. für den 2. Platz usw. Trotz Verbilligung der Eintritts- preis« um volle 50 Proz. ist der Sport nicht etwa geringer als an sonstigen Tagen, sondern bringt im Gegenteil ein äußerst- hochwerti- ges Programm mit guten Pferden und starken Feldern. Eine für die Veranstaltung besonders passende Note erhält der Tag durch ein Verlosungsrenncn zugunsten der Jackeyunterstlitzungskasse. Der Preis des Loses beträgt 1 M. und gibt dem Inhaber die Aussicht, entweder das siegende Pferd oder den Betrag von 1000 M. zu ge- gewinnen. Die Rennen beginnen um 3 Uhr und werden gegen Olb Uhr nachmittags beendet sein. Programm kostet 20 Ps. Line«Hängepartie" Europaflug 1932 Das Ergebnis der technischen Prüfungen Wie zu erwarten war, brachte die am Freitag als letzte abgelegte Brennstosfverbrauchsprüsung leine wesentlichen Aenderungen an der Punkttabelle der bisherigen Prüfungen mehr. Lediglich die deutschen Teilnehmer Junck, Morzik, Euno, Stein, Lusser, Oster- kamp, von Massenbach, Papana und Marienseld sowie der Deutsch- böhme Mores konnten ihre Position etwas oerbessern, da sie es in der Brennstoffverbrauck>sprüsung bis auf Litfser, Paparni und Marcs durchweg auf die Höchstzahl von 30 Punkten brachten. Lusser und Mores erzielten mit noch zwei weiteren Deutschen, Seidemann und von Eramon, je 29 Punkte, während es Papana mit seinen Lands- leuten Wolf Hirth und Pafewaldt sowie dem Deutschböhmen Kieps und de»' Schweizer Fretz auf je 27 Punkte brachten. Die Höchst-- punkt.�hl 30 erreichten noch Poß-Deutschland und als einziger Aus- länder der Franzose Lebeau. Die deutschen Teilnehmer konnten sich somit bis aus Raab, der nur 21 Punkte erhielt, sehr gut aus der Affäre ziehen. Von den ausländischen Bewerbern waren noch am besten der Deutschböhme Kalla und der Schweizer Straumann, die es jeder auf 28 Punkte brachten, während alle übrigen 26 Punkte und weniger erhielten. 5tatteltlug von Staaken nach Tempelhof Heute nachmittag ab 16.45 Uhr starten di« Europasliegcr auf dem Flughasen Staaken, um nach Tempelhos zu fliegen. Hierfür ist das Feld in 7 Staffeln eingeteilt. I. Staffel(italienische Breda-Flugzeuge): dl 1 bis dl 8. Start 16.45 Uhr. 2. Staffel lsranzöjische Flugzeuge): Kl bis K7. Start 16.50 Uhr. 3. S t a f- fel(polnische Flugzeuge): Ol bis 0 4 und 0 6. Start 17 Uhr. 4. Staffel(tschechische Flugzeuge): T 1 bis T 4. Start 17.05 Uhr. 5. Staffel(verschiedene): 3 8, C 7, S 1, C8. Start 17.10 Uhr. 6. Staffel(Kleinm-Flugzeuge): AI, 3 6, 3 7, 3 9, L 2, C 4, S 2. Start 17.15 Uhr. 7. Staffel(deutsche Hcinkel-Flugzeuge): .5 6,.5 8,.5 9, 3 1, L 6, E 2. Start 17.20 Uhr. Die Staffeln werden den südwestlichen Teil von Berlin überfliegen und geschlossen über Tempelhof erscheinen. Der Start zum großen Streckenflug erfolgt am Sonntag, dem 21. d. M., aus dem Flughasen Tempelhos in drei Gruppen, beginnend um 7 Uhr, die letzte Maschine wird 7.40 Uhr gestartet sein. Der Reichsverkehrsmlnistcr wird den Flugzeugen persönlich den Start sreigeben. Gymnastik für Frauen und TNädchen. Der bundestreu« Sport- klub B r i t a n n i a 32 beginnt jetzt mit einem Gymnastitkursus für Frauen und Mädchen. Die Schäden, die dem Körper in den dunklen Fabrik- und Büroräumen zugefügt werden, sollen durch fleißige Atmungs- und Gymnastikübungen ausgemerzt werden. Anfragen sind zu richten an Leo Kunz, Berlin SO., Waldemarftr. 28. Auch in die Boxsparte werden noch Männer, Jugendlich« und Schuler auf- genommen. Die Trainingsstunden sind jeden Dienstag und Freitag in der Turnhalle Kopenicker Str. 2. Der Berufsboxer Urban hat die Ausbildung in dieser Sparte übernommen. Berlmer Arbeiterschwimmer in Wien In letzter Stunde ist an die beiden Charlottenburger Schwimmer Ernst und Franz G r ü h n und den Lichtenberger Turmspringer K ü h n eine Einladung des Arbeiter-Schwimmvereins Wien zu seiiiem am Sonntag im Wiener Stadion stattsindenden internationalen Schwimmfest ergangen. Zu diesen dreien gesellt sich der Neuköllner Rückenschwimmer F r o h n, der zur Zeit seinen Urlaub in Wien verbringt. Die Deutschen, die an Stelle der Tschechen, die vor wenigen Tagen ihre Meldungen zurückgezogen haben, an den Start gehen, werden einen guten Ersatz abgeben. Ganz zuerst der Charlottenburger Krauler Ernst Grühn, der seine Form erst letzthin bei dem Kreisfest in Luckenwalde beweisen konnte, als er seinen Rekorden über 100 und 200 Meter nun noch den über 400 Meter anreihen konnte. Er trifft über.100 Meter mit dem Wiener 5iawlik zusammen, der ein so guter Konkurrent ist. daß leicht eine Heruntcrschroubung der Bestzeit geschehen kann. Im 200-Meter-Brustschwimmcn kommt Franz Grühn mit der Wieiier Elite zusammen. Obgleich es für nicht vielmehr als den dritten Platz reichen wird, ist doch mit einer ansprechenden Zeit zu rechnen. Das größte Rennen wird vermutlich die Lagenstafett« über 3X100 Meter sein, in der die Berliner F. Grühn, A Frohn, Ernst Grühn aus die Wiener Bayer, Kulla und Hawlik stoßen. Der Ausgong wird ein äußerst knapper werden. Gegen die große Klaffe der Wiener Springer wird Kühn einen schweren Stand haben. Sein hervorragendes Können hat er am Ansang des Jahres beim Städte- kämpf Berlin-Wien im Lunapark bewiesen, als er besser sprang als die Wiener. Ob es ihm aber gelingt, das in deren Heimat zu wieder- holen, ist fraglich. Eine besondere Ehre wird dem Neuköllner Frohn zuteil, der neben seinem Start in der Lagenstasette und im 100-Metcr-RUckenschwimmen, noch das abschließende Wasser- b allspiel zwischen dem ASV. Wien und dem-Budapester Schwimmverein als Schiedsrichter zu leiten hat. Bei der Vorrangstellung, die Wien im internationalen Wofferballspiel ein- nimmt, dürfte es für einen Sieg langen.> pistulla stellt seinen Titel zur Verfügung. Nachdem der deutsch« Halbschwergewichtsmeister Ernst Pistulla in letzter Zeit, wiederholt oersucht hatte, durch öfteres'Arbeiten im Ring seine frühere Kämpf- kraft wiederzuerlangen, ist er nun doch zu der Erkenntnis gekom- men, daß er vorläufig zu einem Titelkampf kaum in der Lage sein wird. Pistulla hat sich daher schweren Herzens dazu entschlossen, seinen Titel kampflos zur Verfügung zu stellen. Am dem Radsportlager Paul Krewer in Köln siegreich Zu den Abendradrennen aus der Bahn in Köln-Riehl, in deren Mittelpunkt der„Europakamps der Steher" stand, hotten sich bei schönem Wetter etwa 8000 Zuschauer eingefunden, die spannende Kämpfe zu sehen bekamen. Der beste Mann in dem Funserfelde war der Kölner Paul Krewer. der schließlich auch im Gesamt- ergebnis den ersten Plag besetzte vor dem Franzosen A. Wambst und dem für Lacquehay eingesprungenen deutschen Meister Er'ch Möller. bleue Weltmeisterschafis-Kandida-en Aus Grund seiner in der letzten Zeit gezeigten großen Form soll nun neben Meister Hans Dasch-Berlin und Richter-Köln auch noch der Breslauer Frach als dritter deutscher Bewerber an der Weltmeisterschast der Amateurslicger in Rom teilnehmen. Der Sportausschuh des BDR. hat gegen die Teilnahme Frachs nichts einzuwenden, allerdings muß ober der Breslauer selbst iür die Reisekosten auskommen.— Dänemark hol jetzt für die Weltmeister- schalt der Berufsslieger neben dem Titelverteidiger Willy Falck- Hansen auch nach Helge Härder, den vorjährigen Weltmeister der Amateure, sowie sür das Amateurstroßcnrennen Tzenry Hanien (Titelverteidiger), Leo Nielsen, Sörensen und G. Andersen gemeldet Die vier Amateure haben von Los Angeles direkt die Rmst nach Rom angetreten. Der italienische Verband hat sür das straßen- rennen solgende Fahrer ausgewählt: Berussfahrcr: Learco Guerra (Titelverteidiger). Maro, Alfredo Biuda und Bertoni: Amateure: Martano, Macchi, Arcangeli und Sella. Bemerkenswert hierbei ist. daß di« Italiener ihre siegreichen Olympiaradfahrer für die Welt- meisterschait nicht berücksichtigt hoben. Was das Wncnenende bringt Als einzige deutsche Radrennbahn wartet Braunschweig am kommenden Sonntag mit einer Veranstaltung aui In den Dauerrennen gehen Hille, Schindler, Wißbröcker, Jürgens und der Franzose Maronnier an den Ablauf. Der in großer Form be- iindliche Kölner �aul Krewer gibt am Sonntag ein Gastspiel aui der Bahn von Deurne bei Antwerpen, wo er mit Linart, Lacguebay und dem jungen talentierten Belgier van Haffel zusvmmentriist. Die Elite der europäischen Berufsslieger ist auf der Pariser Busialobahn versammelt, wo unter Beteiligung von Mathias Eiige> Micharo. Falck-Hansen, Gerardin, Scherens. Fa'.icheur, Honeman. Martinetti, Cozens usw. der Große Preis des französischen Radsportverbandez ausgetragen wird. Von den Ereignisse» aui der Landstraße interessiert in erster Linie Deuffchlands bedeutendste Ferniahrt, das Rennen„R und um Berlin", das 175 Bundesfohrer aus den verschiedensten Teilen des Reiches im Kampf über 240 Kilometer.sehen wird. Die Strecke führt von der Heerstraße über Nauen, Kremmen, Oranien- bürg, Bernau, Alt-Landsberg, Erkner. Konigswusterhausen, Zossen und Trebbin zum Ziel aus dem Wannlce-Stadion. �iVettspiele der Erwerbslosen Sest dem Frühjahr werden unter der Leitung der Freien Turnerschast Groß-Berlin Sportspiele und-training aller Art sür Erwerbslvse durchgeführt. Die Beteiligung ist kastenlos. Jetzt hoben sich die Mannschaften soweit herangebildet, daß gegenseitig Weit- spiele ausgetragen werden. Dieser Tage ging bei herrlichem Wetter der Spielertäg auf dem Ex er, zu dem sich die Erwerbslosen vom Exer die Erwerbsloien vom Friedrichshain geladen hatten, vor sich. Himderte von Zuschauern umsäumten dos Spiel- feld, als sich die Handballspieler beider Bezirke zum Spiels stellten. Die zahlreichen Zuschauer bekamen ein wirklich gutes Spiel zu sehen. Die Mannschaft des F r i e d r i ch s h a i n war der des Exer überlegen und siegte mit 11:6 Toren. Nun ging es zum Faustballturnier..Hier waren es sieben Mannschaften, die sich zusammenfanden. Auch hier waren die Genoffen vom Friedrichshain die besseren. Ret»»»»«-. 1. Friebrichzhain I.. 12 SewinnPUntte 0 Berlustpuntte 2. Zrikdrichshain Ii.- ln„ 2„ 3. Cr» n..... fi„ 6„ 4. Cr» I.-... e„ K„ z. Cr» v..».. 6„ 6" 6. Cr» H..... 2„ 10 T. Ex» III..... 0" 12 Am Donnerstag, dem 1. September, findet eine Wiederholung dieser Veranstaltung statt, und zwar in der Zeit von 10 bis 14 Uhr. Jeder Verein kann mit seinen Erwerbslosen an den Spielen teü- nehmen Meldungen und Auskunjt: Ewald Grail, Berlin N. 31, Bernauer Straße 74. Sommerseft der Arbeitcrathlctcn. In den Gesamträumen de, Saalbaus Friedrichs ha in ueranstaltct am conntag der vierte Kreis des Arbeiterathletenbundes(Berlin und Brandenburg) ein großes Sominerfest. verbunden mit Doppelkonzert. Freitanz und einer Bühnenschau der Arb«itcrartisten. Anfang 16 Uhr. Eintritt einschließlich Steuer und Tanz im Vorverkauf 30 Bf. Bei ungünstiger Witterung findet die Veranstaltung im großen Saale statt. BuucUsiuu� VuciM ieäa* wi: Arbeiter-Sckützenbund, Ortsgruppe Berlin. Sonntag, 21. August, 10 Uhr, Älctnfalihcrfdjic�pn w Friebrichstelde. Upstallweg. Der Nudcrbezirt der FTlSB.. der im Frühjahr das vereinseigene Bootshaus in Köpenick, Grünauer Str. 53(an der Dahme gelegen), bezagen hat, nimmt setzt wieder Mitglieder in allen Abteilungen aus: Männer. Frauen, Jugend« liche. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Für Bootsbesitzer stehen bei niedrigen Beiträgen ante Stände zur Verfügung. Weitere Auskunft erteilt gern Oskar Roack. LerliN'Neukölln, Nogatstr. l5. „Naturfreunde", Prenzlauer Berg. Fahrt am Sonntag nach Mühlenbeck. Abfahrt Bahnhof Gesundbrunnen 7.43 Uhr nach Neinickendorf-Rosenthal. Hier umsteigen und Sonntagsrückfahrkarte lösen nach Mühlenbcck. Fahrgeld 1,10 M. Radfahrer: 5� Uhr Etysium, Danziacr Strafte. Tour,ften»erein„Die Naturfreunde". Dienstag. 23. August. Abt. Mitte: Iohannisftr. l-'i: Spielen am Teufelssee. Treffpunkt ab 15 Uhr.— Wedding: Willdenowstr. 5(Zimmer 4): Lustige Singestunde.— Humboldthain: Willdenow- strafte 5(Zimmer 13):„Sacco und Vanzetti"(Gedenkabend).— Gesund« brunnen. Stammabteilung: Pank« Ecke Mesenstrafte: Bunte Bilderreihen im Epi. Kindergruppe: Pan?� Ecke Wiesenstraße: Bunte Stunden.— Norden: Sonnenburger Str. 20:„Geopolitik"(Referat).— Friedrichshain: Frankfurter Allee 307: Bunter Abend.— Osten: Ebertnstr. 12: Heiterer Abend.(Änstru« mente mitbringen.)— Friedenau: Offenbacber Str. 3».— Oberschöneweide: Laufencr Str. 2.— Mittwoch, 24. August. Osten. Iuqendgruppe: Frankfurter Allee 307.— Donnerstag. 25. August. Photo. Arbeitsgemeinschaft Nowack: Iohannisstr. 15.— Naturkundliche Abteilung: �ohannisstr 15:„Wasserinsek. ten.— Roseüthaler Borstadt: Aeinm-isterstr. 15— l7: Tagesfragen.— Hum- boldthain: Pank- Ecke Wiesenstraße: Singekreis.— Prenzlauer Berg: Danziger Strafte 52(Baracke N):„Das proletarische Liebesideal".— Südwest: Borck- strafte 11: Heimabend.— Arbeitsgemeinschaft Lindenhof: Spielen auf Wiese hinter Bauteil Ml.— Lichtenrade: Lentz,.<1aiser-Wilhelm.Str. 73: Z-Minuten- Referate.— Reukölln: Bergstr. 29(Raum I):„Huhu, die Räuber!"— Lichten- berg: Gunterftr. 44. Ulis Arbeiter und Angestellte haben das Recht auf Befreiung von der Mitgliedschaft bei einer Pflichtkrankenkasse(#517RVO.) durch Übertritt zur KrankenjhSterbeka� (Lichtörfelder Ersatzkasse tür sämtliche Berufszweige V. a. Q.) Auskunft und-Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die HauptwemaMuesi Berlin N 24, Oranienburger Straße 67