BERLIN Sonnabend Z.September 1932 Nr. 416 B 200 49. Jahrgang Redaktion u. Expedition: Berlin SW 68, Lindenstr.S Tel. AI Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Dorwürts*. Bezugspreis s il r b e i d e A u s g a b e n 7Z Pf. pro Woche, 9,26 M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug Z,S7 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebühren. Anzeigenpreis: Di« Ifplt. Milli- meterzeile 80 Pf. Die Reilamezeil« kostet 2 Mark. Rabatten. Tarif. TOTOinseirallMiBeroiii'Mimi Bundesuorstand des adgb. zum Regierungs-Programm Der Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes beschäftigte sich mit den in der Rede des Reichskanzlers von Popen vom 28. August angekündigten wirtschaftspolitischen Plänen der Reichsregierung. Einmütigkeit bestand darin, daß diese Pläne die Gewerkschaften zu scharfer Ab- wehr herausfordern müssen. Entschieden bekämpfen die Gewerkschaften vor allem die mit den Plänen der Reichsregierung verbundene Absicht, den Tariflohn nach erfolgten Neueinstellungen von Arbeitskrästen für alle Be- triebsangehörigen zu senken. Durch die Lohnkürzungen der letzten Jahre ist das Einkommen der Arbeiter und Arbeiterinnen bereits weit unter den Betrag ge- funken, der zur Erhaltung der notdürftigsten Existenz unentbehrlich ist. Weitere Lohnsenkungen würden eine unerträgliche Verschärfung der sozialen Bedrängnis der arbeitenden Bevölkerung sowie eine weitere Schrumpfung der liaufkraft der breiten Konsumentenmassen und neue, gesteigerte Arbeitslosigkeit zur Folge haben. Die beabsichtigte Kürzung der Löhne steht auch ini Widerspruch zu der vom Reichskanzler in seiner Rede in Münster abgegebenen Er- klärung, daß es der Sinn des Regierungsprogramms fei, der Deflationspolitik ein Ende zu machen. Ueberdies ist der Bundesvorstand der Ansicht, daß das von der Regierung verfolgte Ziel, einen Anreiz zu Neueinstellungen von Arbeitskräften zu geben, auch erreicht werden würde, wenn es bei der im Plan der Reichsregierung vorgesehenen Zahlung der Prämie von 400 M. für jeden neueingestellten Arbeiter sein Be- wenden hätte. Zm Rahmen des Gesamtplanes der Regierung kann auf die Kürzung der Löhne verzichtet werden, ohne den von der Regierung erwarteten Effekt des Planes zu schmälern. Und aus die Kürzung der Löhne muß verzichtet werden, wenn die Reichsregierung der Mahnung des Reichspräsidenten, sie möge darauf achten,„daß die Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft gesichert und der soziale Gedanke gewahrt bleibe", gerecht werden will. Der Zweck, Arbeitslose in Arbeit zu bringen, würde wirkungs- voll gefördert werden, wenn die in Aussicht genommene Steuer- rückerstattung ausschließlich auf solche Betriebe beschränkt bliebe, die durch Neueinstellungen von Arbeitskrästen bei der Ueberwindung der Arbeitslosigkeit mitwirken. Durch eine solche Aenderung des Planes der Reichsrcgierung würden von der Summe von 1,5 Mil- liarden aus Steuermitteln, die nach dem Programm des Kabinetts in vollem Umfange bedingungslos angerechnet werden soll, erheb- liche Beträge frei werden, die zur Ingangsetzung und Förderung von öffentlichen Arbeiten, also zu echter Arbeitsbeschaffung im Sinne der bekannten Forderungen der Gewerkschaften, Verwendung finden müßten. Bismarck II. Es hat nicht sollen sein? Am Tage vor dem Gang Hitlers zu Hindenburg bereitete die NSDAP, einen Aufruf vor, der in schwülstigen Tönen Hitler verhimmelt. In diesem Aufruf hieß es: „Nach vierzehnjährigem furchtbarem und opferreichem Kampfe. der seinesgleichen in der deutschen Geschichte nicht kennt, ist die deutsche Freiheitsbewegung allen Terrormaßnahmen ihrer un- zähligen Gegner zum Trotz am Ziel angelangt. Alle diese unge- heuerlichen und schweren Blutopfer sind nicht umsonst gewesen. Sie haben am heutigen Tage mit der Berufung Adolf Hitlers, des größten deutschen Freiheitskämpfers aller Zeiten, zum Reichskanzler ihre Krönung erhalten. Adolf Hitler ist Reichskanzler! Die Wende des deutschen Schick- sals ist gekommen! Mit der Machtergreifung des Nationalsozicllis- mus ist ein neues Blatt des deutschen Geschichts- buch es aufgeschlagen. Mit goldenen Lettern wird eingetragen der Name des Führers der deutschen Freiheitsbewegung. Adolf Hitler ist vom Schicksal ausersehen, die inneren und äußeren Fessel», die uns feindliche Willkür angelegt haben, zu zerschlagen und dieses gequälte, an Leib und Seele geschundene Volk in die Freiheit zu führen. Adolf Hitler, Bismarcks würdigster Nachfolger, wird dessen Werk folgerichtig fortsetzen und vollenden zum Segen und Frommen des deutschen Volkes!" Es hat nicht sollen sein! Die goldenen Lettern sind wieder abbestellt, und Bismarcks würdigster Nachfolger muß von neuem warten. �llo Lsnossinnsn uncl Qsnosssn, alis WtgMscior der Eisernen Front beteiligen sieh heute, Sonnabend, d. 3. September, um 16 Uhr, am IU6ENDTA6 der sozialistischen Jugendvemanue im Volkspark Rehbarge(Untergrundbhf. Seestr.) Um 1934 Uhr im Stadion große Antikriegskundgebung Redner: Genosse Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. Bezirksverband Berlin der SPD. Stärkung der Bürokratie. Die neue„Berwaltungsreform" der Herren Bracht und papen. Die Einzelheiten der neuen preußischen Verwaltungsreform sollen im Laufe des heutigen Tages veröffentlicht werden. Die Obsrpräfidenten find nach dieser Reform in Zukunft nur noch kommissarische Vertreter der Regierung. Ihre Behörde fällt als Verwaltungsinstanz fort. Die Stellung der Regierungspräsidenten wird gestärkt. Zunächst werden Sondcrverwaltungen, wie beispielsweise die Landeskulturverwaltungen, als selbständige Be- Hörde aufgehoben. Ferner ist der Regierungspräsident in Zukunft nicht mehr an kollegiale Beschlüsse seiner Schul- und Domänen- abteilungen gebunden. Diese beiden Abteilungen hören als Kollegien zu bestehen auf und werden den Regierungspräsidenten unterstellt. In den Landkreisen findet eine Vereinheitlichung der Verwaltung statt. Dem L a n d r a t werden weitgehende Rechte über lokale Sonderverwoltungen wie Kreisarzt, Hochbauamt usw. eingeräumt. Die Stellung der Landräte wird auch dadurch gestärkt, daß ihre Aufgaben bei der Kommunalaufsicht über kreisangehörige Städte erweitert werden. Die Reform sieht weiter eine Aenderung des Ge- meindeverfassungsrechtes an mehreren entscheidenden Punkten vor. Sie wird serner für ganz Preußen vereinheitlicht. In Schleswig-Holstein sollen beispielsweise die Bürgermeister nicht mehr unmittelbar von den Wahlberechtigten, sondern durch die Gemeinde- Parlamente gewählt werden. Die Verwaltungsreform, die eine Stärkung der Büro- k r a t i e bringt, stützt sich formell auf die Notverordnungen der Regierung Brüning, durch die die Länder zu Ersparnissen in der Verwaltung ermächtigt sind. Diese Ersparnisse sollen in Preußen u. a. vor allem durch den Abbau von Beamten erreicht werden. Die Sondermaßnahmen für Berlin. Mit den Sondermaßnahmen für Berlin will die Notverordnung besonders die Zusammensetzung und Funktion des Bezirksausschusses umgestalten. Bisher wurden die Mit- glieder des Bezirksausschusses, der ein Verwaltungsgericht für Berlin darstellt, von der Stadtverordnetenversammlung gewählt. Dieses Recht soll dem Stadtparlament genommen und auf den Stadtgemeindeausschuß übertragen werden. Präsident des I Bezirksausschusses soll künftig der Oberpräsident sein. Beamten der Stadtverwaltung soll es verwehrt sein, Mitglieder des Bezirks- ausschusses zu werden. Stellt das Recht wieder her! Reichsbanner zum Fall Rothe. Die Bundesleitung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold nimmt zu der Verurteilung des Berliner Reichsbannermannes Rothe, der bekanntlich am Freitag in den Hungerstreik getreten ist, mit nach- stehendem Telegramm an den preußischen Reichskommissar, Reichs- kanzler von Papen, Stellung: „Der vom ersten Berliner Sondergericht unschuldig zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt« Reichsbannermann Rothe ist zum Protest gegen das Fehlurteil in den Hungerstreik getreten. Wir erwarten dringend Ihr Eingreifen. Dem Unschuldigen muß sofort sein Recht werden. Auch im Falle Ohlau fordern wir beschleunigte Wieder- Herstellung des verletzten Rechtes. Die Potempa-Mörder wurden beg.-adigt, weil sie die Notverordnung über Sondergerichte und Sonderstrasen nicht kennen konnten. Die Verurteilten von Ohlau aber wurden vor ein Sondergericht gestellt und unter der Atmo- sphär« der Terrornotverordnung verurteilt, obwohl die Ohlauer Vorgänge wochenlang vor der Einsetzung von Sondergerichten sich ereigneten und damals die harten Strafen der Notverordnung nicht galten." Stürmische Börsenhauffe. Das Publikum reißt sich um festverzinsliche. An der heutigen Börse Hot die mit Popens Münsterrede ein- geleitete Börsenwoche mit einer neuen stürmischen Hausse geschlossen. Neben den unmittelbaren privatkapitalistischen Vorteilen aus Popens Wirtschaftsprogramm sieht man gegenwärtig auf der Börse nur günstige wirtschaftliche Anzeichen. Man erwartet eine D i s- kontfenkung bis herunter auf 334 Proz., die Gefahr einer generellen Zinssenkung hält man für überstanden, und die fortdauernde Aufwärtsbewegung auf wichtigen Auslands- börsen regt die Stimmung noch weiter an. Besonders stark war die Nachfrage nach festverzinslichen Papieren, die ja im Kurse in der Tat stark unterwertet sind und bei einer Diskontsenkung erst recht große Gewinnchancen bieten. Aber auch auf dem Aktien- markt ergaben sich große Kursgewinne. Bis 1 Uhr waren gegenüber gestern JG.-Farben von 96 auf 98, Siemens von 149 auf 143, Gelsenkirchen von 39 auf 42, Stahlverein von 1934 auf 21, Salzdetfurth von 181 auf 185 gestiegen. Im Durchschnitt zeigten die Kurstafeln Steigerungen um 3 bis 5 Punkte. Bei den Pfandbriefen stieg das Kurs- Niveau um I, bei den Kommunalobligationen um 1 bis 2 Proz., bei den Stadtanleihen sogar um 2 bis 3 Proz. Das Publikum ist außerordentlich stark im Geschäft. Oie papen-partei. Reugrünbungspläne im Regierungslager. Stullgart, 3. September. In einem Artikel mit der Ueberschrift„Große Pläne."— „Eine Partei für die Regierung?" beschäftigt sich das Organ des württembergischen Zentrums, das„Deutsche Volksblatt", mit Plänen des Reichskanzlers. Es wird da u. a. ausgeführt: Man weiß, daß Bestrebungen im Gange sind, eine neue Partei zu gründen. Dieses neue Gebilde soll alle die zusammenfassen, welche sich in konservativer Gesinnung und in der An- erkennung der Grundsätze autoritärer Staatssührung, die das Kabinett von Papen verkündigt und durchzuführen sucht, einig wissen. Vor allem glaubt man die Kreise des Stahlhelm und anderer Verbände für die Neugründung gewinnen zu können. In den Kreisen der Deutschnationalen ist man geteilter Meinung, ob man diese Pläne unterstützen oder ablehnen soll. Was für einen Namen man wählen wird, wissen wir nicht. Eine ganz ausgesprochene Regierungspartei wäre sie auf jeden Fall. Im Lichte dieser Bestrebungen gewinnt natürlich der entschiedene Wille der »tsutv, Zonusden«!, den 3. und Sonntag, den 4. Sep. tember von den bekannten Stellen aus.- Alle Genossinnen und Genossen, Reichsbannerkameraden, Jugend- und Sportgenossen beteiligen sich daran l 3)m sind die g: t Der„Stahlhelm" macht seinen„Frontsoldat«»".� in Berlin und rühmt sich, daß„zum ersten Male" oas amtliche Regierung-- deutschland sich bei ihm sehen lasse. Das hat«r wahrscheinlich da- durch verdient, daß er seinen Duesterberg gegen Hinden- bürg hat kandidieren lassen. Einstweilen aber zeigen sich ganz andere Gestalten beim Stahl- Helm: Im Sportpalast paradierten die„Prinzen" und Fürsten und Erzellenzen— die ganze ruhmreiche Vergangenheit. Unser Bild zeigt den Exkronprinzcn, seinen Bruder Eitel Fritz, dann die Frau Oskars und Oskar selbst— ganz, ganz hinten kommt dann das Zivil. Reichskanzler von Papen ist einstweilen noch gar nicht zu sehen! Internationale Reichswehrdebatte Abrüstungsoffensive der französischen Sozialisten. Paris, 3. September. lEigenbericht.) Ministerpräsident Herriot hat am Freitag von dem polnischen Botschafter ersahren, daß die polnische Regierung die deutschen Rüstungsforderungen aus das entschiedenste ablehnt. Aus Prag soll die gleiche Mitteilung der tschechoslowakischen Regie- rung eingetroffen sein. Die englische Regierung hat, wie das „Echo de Paris" meldet, wissen lassen, daß sie„e r n st h a f t e E i n- wände" gegen ein« Erhöhung der deutschen Rüstungen habe. Herriot erklärte am Freitagabend noch voll Zuversicht:„Die Deutschen haben mir eine klein« Ferienausgabe gestellt. Aber ich werde mich bemühen, sie als braver und ruhiger Schüler zu lösen." Die Art aber, wie cherriot die Lösung zu suchen scheint, hat den sozialistischen Parteiführer veranlaßt, eine sehr energische Warnung an die französisch« Regierung zu richten. L6on Blum erklärt heute im„Populaire":„Es geht das Gerücht— und die offiziöse Zeitung der Republik, der„Temps", hat es selbst weitergegeben—, daß die französische Regierung das Rüstungssystem der deutschen Rote nicht unbedingt ablehnen wird: unter der Bedingung, daß genügend Sicherheitsgarantien geboten werden, d. h.. daß Frankreich eine genügende militärische Ileberlegenheit behält, würde die französische Regierung gegen eine Erweiterung der deutschen Rüswngen nicht unbedingt Opposition machen. Mit anderen Worten: der französische Generalstab zieht vor. Deutschland ausrüsten zu lassen anstatt selbst abzurüsten. Es ist mir unmöglich, an diese ungeheuerliche Somblnalion zu glauben. 3ch kann es nicht für wahr halten, daß das Ministerium Herriol die Sache der Ab- rüslung und des Friedens den Interessen der Internationale der Militärs und der Rüstungssabritanten opfern könnte. Die Ausrüstung Deutschlands kann und darf nicht der Preis für die Beibehaltung der Rüstungen Frankreichs sein. Wir lehnen jede Aufrüstung Deutschlands kategorisch ab. Wir erkennen allerdings an, daß alle französischen Regie- rungen bisher hartnäckig die politische und moralische Vertragsverpflichtung zur Abrüstung umgangen haben. Wir haben es auch immer gesagt, daß die französische Regierung selbst die Waffen geschmiedet hat, die heute das Kabinett der Barone gegen Frankreich richtet, d. h. die stupide These von der Sicherheit durch die Waffen. Eben- sowenig wie für Frankreich lassen wir es für Deutschalnd nicht zu. daß die Sicherheit in der Rüstung liegt. Nur die Abrüstung kann die Sicherheit allgemein garantieren." Gegenaktion Polens. Marschau, 3. September.(Eigenbericht.) Eine halbamtliche polnische Stellungnahm« erklärt, die polnische Regierung werde den deutschen Forderungen gegenüber eine e n t- schieden negative Haltung einnehmen und das gleiche sei von feiten Frankreichs zu erwarten. Polen und Frankreich seien in derartigen Fragen aus Grund des polnisch-französischen Vertrages von 1921 verpflichtet, zusammenzugehen. Die offiziöse„Gazeta Polska" prophezeit, daß General von Schleicher unter allen Umständen versuchen werde, eine Kompromißlösung der Rüstungsfrag« zu erlangen. Die rechtsstehende„Gazeta Warszawfka" meint, Deutschland werde ohne Rücksicht auf den Ausgang der Verhandlungen aufzurüsten beginnen, aber dann gezwungen sein, seine R e v i f i o n s- wünsche zurückzustellen, um nicht durch gleichzeitige Aus- rüstungs- und Revisionspolitik allzu große Unruhe in der Well hervorzurufen. Reichsregierung, den Reichstag aufzulösen, eine beson- der« Bedeutung. Die neue Partei könnte nämlich im Falle eines ihr günstigen Wahlausganges eine starke parlamentarische Stütze für das Kabinett werden. Vielleicht haben diese Pläne auch die Ratio- n a l s o z i a l i st e n mit dazu veranlaßt, die Verhandlungen mit dem Zentrum so zu führen, daß an ihrer Ernsthaftigkeit kein Zweifel mehr bestehen kann. Sonder-Iufiiz. I. Gegen Kommunisten. Das A l t o n a e r Sondergericht verurteilte mehrere Kommu- nisten wegen eines Feuerüberfalles auf ein nationalsozialistisches Berkehrslokal zu schweren Zuchthaus st rasen. Der Rädels- fllhrer erhielt 6 Jahre Zuchthaus. Fünf Angeklagte wurden zu Zuchthausstrafen zwischen 4 und VA Jahren verurteilt. Das Dortmunder Sondergericht verurteilte einen kommu- niftischen Schlosser wegen Totschlages und versuchten Totschlages zu S Jahren Zuchthaus. Der Schlosser hat in der Nacht zum 3. Juni bei einem politischen Zusammenstoß einen Nationalsozialisten er- schössen. Das Berliner Sondergericht— Kammer Tolk— verurteilte fünf Kommunisten wegen schweren Landfriedensbruchs, dar- unter den Hauptangeklagten Heinrich Stühmer zu drei Jahren Zuchthaus, drei Angeklagte zu Gefängnisstrafen von je zwei Jahren, den letzten zu einem Jahre Gefängnis. Es handelt sich um einen Krawall in der Schäferstrahe, bei dem Stühmer einen schweren Bauchschuh erhielt und auch der Angeklagte Kreisel durch einen Revolverschuh verwun- de t wurde. Obgleich Stühmer auf Grund seiner Verwundung eine Strafanzeige gegen Nationalsoziali st en erstattet hatte, hat man ihn, aber nicht die Nationalsozialisten angeklagt. Das L i e g n i tz e r Sondergericht verurteilte den Russen Wassilij Baranoff, der in der Nacht zum 7. August auf das SA.» Heim in Bunzlau mehrere Schüsse abgegeben und kurz darauf auf zwei SA.-Männer geschossen und einen in den Hals getroffen hatte, zu acht Jahren Zuchthau» und acht Jahren Ehrverlust. Das Gericht hat angenommen, daß die Zeugen den Angeklagten, der die Tat bestreitet, zuverlässig wiedererkannt haben. Das Hagener Sondergericht verurteilt« die Kommu- nisten Runte, Uber, Wilhelm Körte und Roedelbronn wegen Landfriedensbruchs, versuchten Totschlags und Vergehens gegen die Waffenbestimmungen zuje 2 Jahren Zuchthaus. Roedelbronn er- hielt außerdem wegen Bedrohung noch 6 Monate und Uber wegen Waffenmißbrauchs noch 3 Monate Zuchthau II. Gegen Nationalsozialisten. Ein„Ueberfallwagen" der SA. war am Abend des Wahltages an einer Menschenansammlung auf einem Breslauer Platz vor- beigefahren, hatte plötzlich gestoppt, der Führer des SA.-Kom- mandos war vom Wagen gesprungen und hatte mehrere Schüsse aus seiner Pistole abgegeben. Ein unbeteiligter Straßenbahn- arbeiter, der zufällig vorbeikam, wurde in die Brust ge- troffen und erheblich verletzt, so daß er noch für lange Zeit arbeitsunfähig ist. Das Breslauer Sondergericht verurteilte jetzt den schießenden Nationalsozialisten wegen Waffenmißbrauchs und unterlassener Anmeldung der Schußwaffe zu sieben Monaten Gefängnis! Das Sondergericht Waldenburg(Schlesien) verurteilte einen früheren Wachbeamten namens Kretteck aus Bad Salzbrunn wegen Vergehens gegen die 4. Notverordnung und das Gesetz über den Wasfenmißbrauch sowie wegen Aufruhrs zu 9 Monaten Gefängnis, zwei andere Angeklagte erhielten wegen Beteiligung am Aufruhr 4 bzw. 3 Monale Gefängnis. Die Angeklagten waren Teil- nehmer eines auf Schloß Fürstenstein abgehaltenen Sportlehrkursus der N a t i o n a l s oz i a l i st e n. Zehn dieser Sportschüler hatten sich am 9. August unter Leitung des SA.-Führers Kretteck nach Weißstein begeben, wo Kretteck und die beiden anderen Angeklagten, weil sie Revolver, Schlag- und Stichwaffen mit sich führten, ver- haftet wurden. Kretteck hatte übrigens damals ein Abzeichen der Eisernen Front angesteckt! In der zweiten Verhandlung verurteilte das Sondergericht sechs Kommunisten aus Weihstein wegen Öffentlicher Zusammenrottung und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu Gefängnis- strafen von 8 bzw. 7 Monaten. Die Aazimörder im Zuchthaus. Ueberführung nach Groß-Strehlih. B e u t h e n, 3. September. Die am Freitag vom preußischen Slaalsminlsterium zu lebens- längllchem Zuchthaus begnadigten fünfllatlonalsozialisten sind am Sonnabend früh um 3 Uhr in das Zuchthaus nach Groß-Strehlih übergeführt worden. Der Abtransport verlies ohne jede Störung, da der Zeitpunkt in der Oessentlichkeit nicht bekannt war. In Beuthen und ganz Oberschlesien herrscht völlige Ruhe. Ltnsicheres Gonntagswetter. Seit Donnerstag wird der größte Teil de» Reiches von einer Schlechtwettcrzone überflutet, von der bisher nur Süd- deutschland mit Bayern und die Gegend des vodensees verschont geblieben sind. Die Tagestemperaturen liegen trotz des stark bedeckten Himmels bei 2 0 Grad Wärme, es ist aber damit zu rechnen, daß am Sonntag bei frischen und böigen westlichen Winden die Temperaturen etwas sinken werden. Von Schottland bis Island und über dem Nordmeer erstrecken sich mehrere tiefe Depressionen. Ein Tiefdruck- kern, der bei Faröhr liegt, wird wahrscheinlich nach Südskandinavien wandern und unser Wetter bestimmen. Der Amtliche Wetterdienst faßt die Prognose für Sonntag folgendermaßen zusammen: meist stark bewölkt, frische und böige westliche Winde, sinkende Temperaturen, vereinzelte Regenfälle! Nächiliche Schlägereien. Hakenkreuzler überfallen Passanten. In der vergangenen Nacht haben sich wieder einmal Nazi» als Wegelagerer betätigt. In der Jslandstraße iin Norden Berlins fiel eine Horde Hakenkreuzler über einen hcjnnlosen Passanten her. Der Mann wurde von den Burschen niedergeschlagen, und erheblich verletzt. Ein Polizeibeamter, der zufällig des Weges kam, eilte dem Bedrängten zur Hilfe. Die Täter ließen nun von ihrem Opfer ab und flüchteten. Der Schupo nahm die Verfolgung der Banditen auf und nach Abgabe von mehreren Schreckschüssen konnten drei Hakenkreuzler gestellt und festgenommen werden. Die Täler wurden der Politischen Polizei übergeben.— Ein ähnlicher Ueberfall spielt« sich in der Reinickendorfer Straß« auf dem Wedding ab. Dort wurde gleichfalls ein Passant von mehreren Hakenkreuzlern angepöbelt und zu Boden geschlagen. Der Ueberfallene erlitt erhebliche Verletzungen. Zwei Angreifer wurden von einer Polfzei- streife ergriffen und ins Polizeipräsidium eingeliefert. In der Krummestraße in Charlottenburg schlugen Kommunisten auf mehrere Hakenkreuzler ein. Als die Polizei auf dem Kampf- platz erschien, hatten die Täter bereits das Weite gesucht. Waffenfund bei einem Nazi-Schüler. Lüneburg, 3. September. In der Wohnung eines 18jährigen Schülers des Lüneburger Iohanneums wurden bei einer polizeilichen Haussuchung ein Revolver mit St) Schuß Munition, eine Gaspistole, ein Gewehr- lauf und eine größere Menge Gewehrpatronen gefunden. Kind gesucht.— Zuchthäusler gefaßt. Oer verschwundene 7jährige wieder da' Vor einigen Tagen verschwand plötzlich der 7 Jahre alte Markus Günther aus der Paul-Singer-Straßc. Der Junge hatte noch die Schule besucht, war aber nach Schluß des Unterrichts nicht wieder nach Haufe zurückgekehrt. Der Knabe wurde, wie feine Kameraden den Beamten der Kriminalpolizei erzahlten, am 29. August auf dem Schulhof von einem Manne angesprochen, zu dem der kleine Günther„Papa" sagte. Die Polizei fahndete nach dem Stiefvater des Jungen, einem Arbeiter Hörbold, den man in Verdacht hatte, das Kind entführt zu haben. Hörbold hatte im Zuchthaus in Brieg eine Zuchthaus- strafe zu o e r b ü ß e n, und es war ihm gelungen, zu entfliehen. Durch die Erzählungen der Schulkinder kam die Polizei auf die SpurHörbolds. Er wurde bei einem Freunde in der Blumen- thalstraße, wo er Unterschlupf gesund«« hatte, entdeckt und fest- genommen. Sehr bald stellte sich heraus, daß H. mit der Entführung des Kindes gar nichts zu tun hatte. Markus Günther war nach Schulschluß planlos durch die Straßen gelaufen, und dann kam er auf den Gedanken, nach Weihensee zu laufen, wo seine Pflegeeltern wohnten. Die Kriminal- beamten holten das Kind heute vormittag aus Weißensee ab. Stahlhelmer töSllch verunglückt. Glogau, 3. September. Auf dem Wege zum Stahlhelmtag in Berlin verunglückte in der vergangenen Nacht der 26 Jahre alte Georg Siegsried Freiherr von T s ch a in in e r und Q ua r i tz, ein Enkel des verstorbenen ehemaligen Statthalters von Elfaß-Lothringen, tödlich. Der Verunglückte fuhr auf der Chaussee Glogau— Beuthen mit seinem Motorrad auf ein vor ihm fahrendes Fuhrwerk auf. Hierbei erlitt er einen Schädelbruch. Ein Radfahrer fand den Ver- unglückten kurz nachher auf und sorgte für seine Ueberführung ins Glogaucr Krankenhaus: auf dem Wege dorthin erlag der Verunglückte seinen Verletzungen. Warum Walker für ein Weilchen geht. Das Verfahren gegen ihn eingestellt. New Park, 3. September. Gouverneur Roosevelt hat heute das Verfahren gegen den früheren Bürgermeister von New Park. Walker, formell eingestellt. Di« Vorbedingung für die Einstellung des Verfahrens, das wegen„Unregelmäßigkeiten in der Stadtverwaltung" gegen den New-Borker Oberbürgermeister angestrengt wurde, war fein Rück- tritt, den Walker gestern bekanntgab. Das Verfahren hat dem New-Aorker Stadtobcrhaupt nichts von seiner Popularität bei den Ncw-Aortern zu nehmen vermocht, so daß Herr Walker schon jetzt daran denkt, demnächst neu zu kandidieren. Todesstrafe droht unter japanischem Zwang die Stadt Schanghai gegen antijapanischen Terror an. Versuch einer Tonfilmoper. „Nie verkaufte Braut" im Atrium. Ein neuer Weg sollte hier gesunden werden, ein Ausweg aus der Sackgasse, in der der Tonfilm zweifellos steckt und verkommt-, Musikfilm sollte die Rettung bringen. Photographie und Schnitt, Bewegungsregie und Dialog«— alle die filmschaffenden Kräfte also— sollten(nach Max O p h u« l s, des Regisseurs, eigenen Worten) einen, rhythmischen Ablauf untergeordnet werden, der nicht als Selbstzweck gedacht war, der lediglich vielmehr die„lieber- mittlung des Musikalischen" zur Ausgabe hatte; es ging um„Auf« lösung der Musik in rhythmische Filmbewegung". Um es gleich zu sagen: der Versuch ist interessant, es ist gut und dankenswert, daß«r einmal gemacht wurde. Nur: er ist mit untauglichen Mitteln gemacht worden, er ist mißgluckt— woraus freilich sofort das Problem resultiert: ist er zwangsläufig miß- glückt, ist es prinzipiell überhaupt möglich, das vorgestellte Ziel zu erreichen oder ober ist nur dieser eine Film einmaligem und in- dividuellem Ungeschick zum Opfer gefallen? Die angekündigte„Auflösung der Musik in Filmbewegung" ist einer der vielen, immer wieder auftauchenden Versuche innerhalb der einzelnen Künste(denen heute der Film sich zugesellt), ihre Grenzen zu überschreiten, sich miteinander zu vermischen, ineinander überzugehen: hier kann aber ebensowenig(oder ebensoviel) erreicht werden wie mit literarischer Malerei etwa oder malerischer Musik seligen Angedenkens, nur daß eben diese Bemühungen für den Film, für den Tonfilm gar, gefährlicher sind als für die anderen seit Jahrhunderten in sich gefestigten Künste: da er sich ja noch nicht einmal innerhalb seiner eigene» Grenzen in festen Formen zu kristallisieren vermochte. Der Film darf sich gar keinen anderen Bewegungsgesetzen unterordnen(und die Musik hat wahrlich andere), er muß seine eigenen rhythmischen Abläufe haben — sonst gibt er sich selbst auf! Hat man seit Jahrzehnten die Musik aufs schmählichste vergewaltigt, damit sie zum Film passe— dann muß man eben auch den Film prinzipiell vergewaltigen, soll plötz- lich, umgekehrterweise, er nun zur Musik passen.... Tänzer und Tänzerinnen hören allmählich auf, gestaltete Musik durch Bewegung interpretieren zu wollen, sie tanzen ohne Musik, tanzen zu primi- tiver, ungestalteter eventuell, oder zu eigens dazu verfaßter Musik— da will der Film nun in die Bresche springen und alle die alten Fehler prompt wiederholen? Wenn es also so nicht geht— wo aber sind denn dann in aller Welt die Möglichkeiten des Musiksilms und der Tonfilmoper, wenn die Musik sich nicht dem Film, der Film nicht der Musik soll unter- ordnen dürfen? Sehr einfach: im Gleichgewicht der Kräfte. Tonsilmoper und Musikfilm, sie können und werden nur so entstehen, daß ein Musiker sie schafft, sie neu schafft: ein Musiker, der den silmeigenen Ablauf so begreift, beherrscht, berücksichtigt, beeinflußt, in die Komposition einbezieht und ergänzt, wie der Opernkomponist den dramatischen Ablauf. In der Gleichzeitigkeit des Entstehens von Bild und Musik, als Kunst an sich also, niemals aber durch nachträgliche Umdeutung, durch Transskription unter ganz anderen Voraussetzungen ent- standener Musik. Zum Film selbst. Das Wesentliche der herrlichen Oper, in der Kunstvolles und Volkstümliches so wunderbar verschmelzen— die tschechische Landschaft, das tschechische Lied(„Böhmischen Volkes Weife,. schleicht sich ins Herz dir leise, macht es so schwer"), sie sind nirgends wieder da. Alle Ruhe fehlt, alle weitgeschwungenen Bögen, ein Wirbel des Anekdotischen, Episodischen tanzt, jagt, braust vorüber, das Herz wird nicht schwer und nicht froh: es ist ein Film wie viele andere auch. Diese Bilderchen! Sie sind in alle Ewigkeit nicht die in Smetanas Musik beschlossenen. Den Musiker stört das Gezappel auf der Leinwand zu dem ruhigen Atem dieser Melodien: die anderen stört vielleicht gar die Musik? Sicher ist, die Gleichung geht so ziemlich nirgends auf. Die Novotna oersagt: Domgraf-Faßbaender ist prächtig. Vallentin, Wernicke, Paul Kemp, die Karstadt— gut, ja, wie in anderen Filmen auch. Alles in allem: ein nach einem falschen Prinzip und schlecht gedrehter Film. Man unterschätz« gefälligst nächstens nicht die Freiheit der Phantasie, die zum Erleben so großer Musik notwendig gehört.'v. Pistolen im Straßengraben. Nazis rücken mit gestohlenen polizeiwaffen heraus. Kassel, 3. September.(Eigenbericht.) Das Polizeipräsidium in Kassel erhielt am Freitag die Nachricht, daß ein T c i l der im Dezember 1939 aus der Polizeiunterkunft gestohlenen Waffen an einer bestiminten Stelle nieder- gelegt worden sei und abgeholt werden könnte. Auf diese Nach- richt begaben sich Beamte an den bezeichneten Ort unweit Kassels und fanden in einem Straßengraben versteckt 28 Mauser- pistolen-und 2999 Schuß Munition. Von den gestohlenen Waffen sind jetzt etwa die Hälfte wieder im Besitz der Polizei, während von der Munition nur etwa ein Drittel in den Händen der Polizei ist. Die Waffen hatten noch nicht lange am Fundort gelegen. Ob es sich um den Teil der gestohlenen Waffen handelt, dessen Rückgabe der wegen des Diebstahls verurteilte SS.-Führer Voigt in Aussicht gestellt hatte, um dadurch seine Freilassung zu erwirken, und ob Voigt auch noch den Verbleib der übrigen Waffen kennt, ist noch nicht bekannt. Fraglich ist auch, ob er wegen des Verrats der Waffen aus der Haft entlassen wird. Genaue Auskunft über den Das ist derjenige welcher... Polizeipräsident Melcher? Verbleib der Massen könnte der nationalsozialistische Landtags- abgeordnete und Standartenführer Verne geben, doch weilt dieser Herr immer noch außerhalb Deutschlands und ist für die Gerichte unerreichbar. Nazis untereinander. Krach mit Tränengas im„Haus der Väter". In dem nationalsozialistischen Parteilokal von Hannover, „Haus der Väter", kam es am Mittwochabend zu schweren handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen N a t i o n a l s o z i a l i st e n. Die Versammlung war von unzu- friedenen SA.-Leuten und anderen Mitgliedern der NSDAP, an- beraumt worden. Der Unmut der Versammelten richtete sich in erster Linie gegen den Reichstagsabgeordneten Ruft und den bisherigen Ortsgruppenleiter Gutterer. Der Krawall und die Schlägereien begannen, als die offenbar von der Parteileitung beauftragten SA.- und SS.-Leute eingriffen. Es wurden sogar Tränengasbomben geworfen. Die Polizei mußte ein- greifen und die feindlichen Brüder auseinander bringen. Molnar:„Olympia". Steglitzer Schauspielhaus. Hat man das Staunen über ein Plakat überwunden, das mit Unterwürfigkeit und Bombast, als handle es sich um Komödianten vor 299 Jahren, zum Abonnement einlädt, dann betritt man das Schauspielhaus Steglitz, das in einem ehemaligen Lust- haus des Feldmarschalls Wrangel angelegt ist. Der Hauptsaal, eigentlich für 599 Tänzerpaare bestimmt, ein etwas unglücklicher, schlouchartiger Raum, dient heute als Theatersaal. Alles ist jetzt wieder aufgefrischt. Und Hans Junker mann, in Groß-Berlin als Bonvivant gut bekannt, führt mit seiner Gattin, der in Fürsten- rollen hervorragenden Frau Julia Serda, und mit seiner drama- turgisch und propagandistisch wirkenden Tochter die neue Direktion. Es ist ein Familienbetrieb, und die anderen Hilfskräfte gehören auch zur engsten Haussreundschast. Die Eröfsnungsskala bringt natürlich, ja ganz natürlich ist das, M o l n a r s Generals-, Leutnants- und Durchlauchtkomödie„O l y m p i a". Ach, es ist kein deutsches Pro- bukt, monieren die Protektoren im patriotischen Stehkragen, es ist sogar das Produkt eines Fremdrassigen, aber, Gott sei Dank, die Prolektoren verzeihen, jpiell doch alles in Kavallerieuniform und höchsten Adelskreisen. Der Süßeste, der Tapferste, der Husaren- lcutnant, gibt sich einige Zeit als Betrüger aus. Nachdem der Stil dieser auch mit Ironie gespickten Komödie in Reinhardts Kurfürsten- damm-Theater vor Jahren angegeben worden war, haben die Steglitzer Lieblinge, zu denen sich außer den Direktionsstars noch die komische Frau Olga Limburg, der mit Recht belachte Herr S a u t e r- S a r t o. der elegante Liebhaber Lutz A l t s ch u l, Hans Farenburg und die oielgeknipste Filmdiva Elga Brink ge- sellen, es nicht schwer, Erfolg und ganze Blumengärten einzuernten. .Max Hochdorf. „Rigolelto" in Charlottenburg. Hans R e i n m a r ausgezeichnet in der Titelrolle Neu Erna Berg er als Gilda. Eine hohe. leichte, schlanke und bewegliche Stimm«: ohne viel ilmiang freilich, ohne Farbe, G ut, Temperament: kühler Klang Schauipielerisch ge hemmt,— L o d w i g am Pult, ordentlich, unpersönlich. In EharloUenburg nicht viel Neues. W. Leonhard Krank 50 Lahre alt. Der Dichter Leonhard Frank vollendet heute sein 59. Le- bensjahr. Man darf ihm den Ehrentitel Dichter geben, weil in ihm die Einheit von Problem, Vision, Form und Gestaltung wesentlich bleibt, obgleich er als Mensch ganz in unserer zerrissenen, elenden, unkünstlerischen Jetztzeit steht. Es ist bezeichnend für sein Verfallen- sein an das Heute, daß er als einziger Dichter von Rang sich mit dem Problem des Films als dichterischer Gestaltungsmöglichkeit ernst- hast auseinandersetzt. Seine Drehbücher— von denen eins auch im „Abend" veröffentlicht wurde— sind Dichtung, die sich jenseits der Zeit mit unserer Zeit auseinandersetzt. Ebenso bezeichnend bleibt es, wenn die Filmindustrie den Dichter Frank in seinen eigenartigsten Versuchen ablehnte. Ist Frank in dieser Hinsicht ein eigener, so geht er auch im übrigen in seinem künstlerischen Schaffen eigene Wege. Es ist wohl mehr als- äußerer Anlaß, wenn er die wichtigsten seiner Werke zugleich im Roman, im Schauspiel und im Film behandelt. Es tritt hier jenes Einen-Weg-zu-Ende-gehen-müssen, jenes Grüblerische zutage, das in seinem Wesen die treibende Kraft ist. Ob er sich nun— guter Psychologe, der er ist— in der„Ursache" mit dem Problem Lehrer und Schüler auseinandersetzt, ob er in„Karl und Anna" das Enoch-Arden-Problem anschneidet oder in den„Geschwistern" die Geschwisterliebe, immer ist es die Problematik, die ihn reizt und die seinem Werk das mitunter fast Dostojewfkysche Fluidum des hinter Menschen und Dingen auftauchenden letzten Seins gibt. An- fänglich Individualist in seiner Thematik, führte ihn seine am Mit- gesüh! orientierte Erkenntnis immer tiefer in das kollektivistische Denken hinein, in dem der einzelne wenig mehr, die soziale Ge- meinschaft und die Menschheit als solche alles bedeuten. Und auch hier, wo eine soziale Ordnung, die Unordnung und drohendes Chaos ist, unter Anklage steht, hat er es, wie überall in seinem Werk, an kämpferischem Mut nicht fehlen lassen. h. 1. Aerzte im Kampf! Credc-llrausführung im Nose-Theater. Carl Crede ist ein weiser, ein tapferer und vor allem ein gütiger Arzt. Da er. wie seine„Miniatur-Autobiographie", die dem 'Theaterzettel beigegeben ist, berichtet, täglich hundert bis hundert- fünfzig Patienten zählt, darf man annehmen, daß Credit auch medizinisch etwas kann. Er hat also gewiß das Recht, über die Heilkunde, deren Personen und Organisationen zu urteilen. Daß er von diesem Recht hinlänglich und mit oft drastischer Deutlichkeit Gebrauch gemacht hat, brachte ihn in mancherlei Konflikte. Wer die Heiligkeit der Gewöhnung nicht achtet, wer Schleier lüftet und zerreißt, wer den Dunstkreis des Brimboriums, den die Fachleute gern um sich verbreiten, durchbricht, macht sich bei den geruhsamen Kollegen und deren Bankkonten unbeliebt. Für die Menschheit aber, auch für sein eigentliches Arbeitsgebiet, kann solch ein Rebell frische Luft und Fortschritt bedeuten. Gewiß, was die medizinische Wissenschaft und die heutigen Aerzte, die Kliniken, die Heilstätten, was die moderne Chirurgie und Hygiene, die Behandlung und die Vorbeugung betrifft, so wird kein vernünftiger Mensch das Außerordentliche des Zustandes und der Leistung leugnen. Es ist lobejam, daß die Lebensdauer des Menschen zunimmt, daß Pest und Cholera und viele andere Seuchen endgültig besiegt scheinen. Die Tat der Krankenkassen und der Volksfürsorge gehört zum Fundament unserer Kultur. Das alles wird Crede nicht leugnen; dennoch darf auch Besonnenheit ihm zustimmen, wenn er klaffende Mängel, wenn er Verbohrtheit, Eigennutz, Heuchelei, Fanatismus, Moralfturhsit und Dogmemvahn anprangert. Und nicht minder wird man Credä zuhören, wenn er die Ausbeuterhonorare mancher Spezialisten und„Weltberühmt- hellen", die Vetternwirtschaft der Fakultäten, den Monopolmißbrauch und Preiswucher der Heilmittelindustrie gebührend stäupt. Ja, wir glauben ihm sogar, daß gute Erfindungen, die Leidenden Erleichte- rung bringen könnten, neue Präparate, neue Methoden, nicht ans Licht gelassen werden, um Bestehendes und dessen Erträgnisse zu schonen. Ohne die Ehrfurcht vor der wahren medizinischen Wissen- schast und dem wirklichen Arzt zu verlieren, glauben wir Crede, daß auch dieses Arbeitsgebiet dem Fluch des Kapitalismus, dem Trieb nach Profit unterworfen ist. So müssen wir ihm denn zustimmen, wenn er, der den Weg„vom Corpsstudenten zum Sozialisten" gegangen ist, im Namen des Volkes nach Aufklärung und Reform ruft: es läßt sich auch nichts dagegen sagen, daß er für solche Propaganda die Mittel des Theaters nutzt. Von der Bühne her strömt nun einmal die stärkste Wirkung, die geschlossenste, die einprägsamste. Es kann jedenfalls so sein und geschehen. Crede hat aus solche Weise gegen das Berbrechen des{j 218, gegen die Unsittlichkeit des Gebärzwanges, gegen den Mord an Mutter und Gesellschaft gekämpft: er unternimmt jetzt mit seinem „Schauspiel in vielen Bildern", das gestern im Rose-Theater vor- geführt wurde, einen Vorstoß gegen mancherlei Denkfaulheit und sonstige Reaktion im medizinischen Betriebe, gegen falsche Selbst- gewißheit und Tyrannei, gegen die Versippung der Bonzen, gegen den Mißbrauch der angeblich wissenschaftlichen Presse, der Lehrstühle und der sonstigen Folterwerkzeuge öffentlicher Meinung.„Aerzte im Kamps" heißt diesmal Credes dialogisierter und mit etlicher — anfangs sogar recht gestraffter— Handlung, mit viel Abwechslung, mit Musik und mit Lichtbildern ausgestatteter Vortrag. Das neue, angeblich außerordentliche Mittel gegen die Tuberkulose, das dabei eine Rolle spielt, entzieht sich der Beurteilung durch das Parkett. Das Bedeutsame an allem ist, daß wiederum hinter dem Ankläger deutlich der Freund des Volkes und der Verfechter der Volksgesund- hell spürbar ist. Rodort Breuer. Lm Parademarsch. Vier Tage Ziundfunkexerzieren. Dienstag: Im Programm der F u n k st u n d e war eine Lüche rstunde angekündigt unter dem Titel:„Entwurzelte und Erwerbslos e." Themen von so umfassender Aktualität sind in dieser literaturkritischen Abteilung naturgemäß nicht häufig. Es war zu erwarten, daß für diese Darbietung weit zahlreicher als sonst die Hörer sich einschalten wurden. Auch der Name des Refe- renken, Bruno Schöniank, übte sicher eine besondere An- Ziehungskraft aus. Würde das Material seiner Kollegen dem Dichter die Möglichkeit geben, das Weltbild der Ausgestoßenen, das Welt» bild von Millionen Deutschen, von Hunderttausenden von Rund- funkhörern zu deuten— oder wenigstens anzudeuten? Müßige Frage; Entwurzelte und Erwerbslosen haben ihr Weltbild von der Obrigkeit zu beziehen. Literaten sollen gefälligst Militärhumoresken und königstreuc Gedichte produzieren. Eine Bücherstunde, die den Titel„Entwurzelte und Erwerbslose" trägt, wird nicht geduldet. Also teilte die Funkstunde gehorsam mit:„Die Bllcherstunde fällt aus. Sie hören dafür einen Vortrag über— Kinderlähmun g." Spottet ihrer selbst und weiß nicht wie. Am gleichen Tage gab Dr. Dürre von der Deutschen Welle eine„Vorschau auf das Septemberpro- gramm" seines Senders. Sein Bericht war jahrmarktsmäßig mit den Wörtern„national" und„deutsch" dekoriert; er konnte als Musterbeispiel für jeden Konjunkturredner dienen. Was den Hörern von der Deutschen Welle für den nächsten Monat zugedacht ist, scheint aber in Wahrheit ziemlich schauerlich zu sein, selbst wenn man von Herrn Dr. Dürres Ueberschwang die Hälfte als zeitgemäße Gesinnungskonfession des Redners abzieht. Besonders gespannt darf man auf die„D a r st e l l u n g des Weltkrieges" sein, die als Zyklus von militärischen Sachverständigen geboten werden und durch eine Behandlung der zugehörigen politischen Fragen ergänzt werden soll. Außerdem erwartet uns ein Zyklus„Deutsche G e- schichte für jederman n", den durchaus sinngemäß ein Major vortragen wird. Instruktionsstunden fürs Volk. Da, wie Dr. Dürre so schön sagte, der Kreis nationaler Aufgaben das Pro- gramm nicht ganz ausfüllen kann, wird es noch einige andere Ver- anstaltungen geben. Sic werden, wie aus der Programmvorschau zu entnehmen war, sich mit den: und jenem, aber ganz gewiß nicht mit Arbeiterfragen befassen. Mittwoch: In der S cha l l pl a tt« n st u n d e gab es wieder einmal das Lied vom„F r i d e r i c u s Rex". Morgens Blasorchesterkonzert; nachmittags Blasorchesterkonzert— die natürlichsten Gelegenheiten für Militärmärsche.„S t i m m e zum T a g" fiel aus. Deutsche W e l le: Veranstaltung„A k- t u e l l e s" siel aus. Schlaf, Michel, schlaf, und träume von dem nächsten glorreichen Weltkrieg. Donnerstag: Eine Sendung aus dem Stadttheater Stettin und die Aufführung der Funk stunde„Gesellschaftsreisen mit der Arche Noah" wirkten in der Programmfinsternis dieser Tage als Lichtstrahlen, weil aus ihnen ein geistiger, ein menschlicher Gehalt den Hörer ansprach. Freitag: Mit Reichswehr, ehemaligen Offizieren, die von der Republik ihre Pensionen einstecken, und eineni leib- hastigen H o f o r g a n i st e n zog durch anderthalb Abendstunden die Parade„P o t s d a m". Damit dem Hörer nur die Wahl blieb zuzuhören oder auszuschalten, ging die Sendung gleichzeitig über Berlin und Königswusterhausen. Schlaf, Michel, schlaf.—!z. Staatlich? Kunstbibliothek. Mcisterholzschnitte von Hiroshige werden während des Monats September im Ausstellungsraum der Staatlichen Kunstbibliothek, Prin;-Albrecht-Str. 7a, gezeigt. Tic Ausstellung ist werk- täglich von 19—22 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Soziale Mchisprechung! Llnverständliches Ltrteil des Michsarbeitsgerichis. Dem Arbeitnehmer werden direkte Steuern und Sozialversichc- rungsbeiträge vom reinen Lohn abgezogen. Er kann den Unter- nehmer nicht daraufhin kontrollieren, ob dieser die ihm einbehaltcnen Beiträge punktlich oder überhaupt abführt. Manche Unternehmer sind auf die Idee gekommen, an de» Beträgen zur Sozialversicherung die sie für ihr Teil z-u zahlen haben und die sie im übrigen den Arbeitnehmern abzuziehen haben, zu„sparen", indem sie den Arbeiter unterversichern, mit einer geringeren, als der tatsächlichen Lohnsumme anmelden und ihn so in eine niedrigere Unterstützungs- stufe versetzen. Der Arbeitnehmer wird dieses üble Spiel in der Regel erst dann gewahr, wenn es zu spät ist, wenn er Unterstützung in Anspruch nehmen mutz. Die Frage ist: soll der Arbeitnehmer dasür bützen, soll er den verjicherungssieUen gegenüber das Risiko tragen, wenn der Unternehmer für ihn überhaupt keine Beiträge oder zu wenig abgeführt hat? Das Reichsarbeitsgericht bejaht diese Frage indirekt durch die folgende Entscheidung: „Meldet der Arbeitgeber den Arbeitnehmer unrichtig zur Krankenkasse an, so datz der Arbeitnehmer später eine niedrigere Arbeitslosenunterstützung erhält, so ist der Arbeitgeber dafür reget- mätzig nicht haftbar."(RAG. 248.31.) In der Begründung dieser Entscheidung sagt das Reichs- arbeitsgericht:„Es hietze den Begriff und die Wirkung des Schutz- gesetzcs ins Uferlose ausdehnen, wenn jede Norm, die gewissen Per- sonen oder Personengruppcn zum Nutzen gereicht, zu einem Schutz- g e s e tz im Sinne des§ 823 BGB. gestempelt wird. An dieser Fest- stellung des Vorderrichters ist festzuhalten. Sicherlich dienen die sogenannten Sozialversicherungsgesetze grundsätzlich dem Nutzen der versicherten Personenkreise. Aber ihre Durchführung ist öffentlich- rechtlich und im grotzen ganzen zwingend geordnet. Es geht nicht an, jede Verfehlung gegen eine der Durchführung des Gesetzes dienende öffentlich-rechtliche Einzelbestimmung als Ver- stotz gegen ein Schutzgesetz zu kennzeichnen und damit denjenigen, der die Verfehlung begangen hat, der privatrechtlichen Hastung nach Z 823 BGB auszusetzen. Diese Enwägungcn müssen auch für die Krankenversicherung maßgebend sein. Die Revision hebt zwar die obengenannten, auch vom Berusungs- richter erwähnten Unterschiede hervor: aber sie bemerkt dazu selbst, daß für die Leistungen der Krankenkasse das tatsächlich bestehende Lohnverhältnis maßgebend ist, nicht etwa die'Anmeldung des Arbeitgebers und die von letzterem entrichteten Beiträge, so daß i m Falle von Unstimmigkeiten eine anderweitige Meldung und Beitragsregelung möglich ist. Auch aus dem neuen Abs. 3, den die Notverordnung vom 26. Juli 1936 dem tz 103 2IVABG. hinzugefügt hat, und auf den die Revision im besonderen sich berust, ist nicht, wie die Revision will, zu entnehmen, daß der Anmeldung des Arbeitgebers eine andere und weiterreichende Bedeutung zukomme als bisher. Hiernach hat der Berufungsrichtcr eine hastung des Arbeitgebers kraft Gesetzes, tz 8ZZ BGB., ohne Rechtsverstoß abgelehnt." Die Höhe der Arbeitslosenunterstützung wird nur nach der Höhe der Beiträge berechnet, zum Unterschiede von der Krankenversicherung. Das Arbeitslosenversicherungsgesetz besogt:„Für die Zugehörigkeit zur Lohnklasse darf kein höherer Betrag zugrundegclegt werden, als der Grundlohn, der bei der Entrichtung der Beiträge zur Rcichsanstalt zugrundegelegt war." Der Spruchscnat für Arbeitslosenversicherung hat in seiner Eni- scheidung lila Ar. 494.31 diese Praxis der Berechnung der Höhe der Unterstützung ausdrücklich bestätigt. Dieser Teil der Begründung der Entscheidung des Reichsarbeits- gerichts entspricht mithin weder der Praxis noch dem Rechtszustand, der durch de» Sprnchsenat einwandfrei geklärt ist. Uebrig bleibt, daß nach Ansicht des Reichsarbeitsgerichtes dieSozialversiche- rungsgcsetze keine Schutzgesetze im Sinne des Bürger- lichen Gesetzbuches sind. Der Unternehmer ist nach dieser Entscheidung für den Schaden nicht hastbar, den er durch sein Verhalten dem Arbeitnehmer bereitet hat. Wenigstens nicht regelmäßig. Mit dieser Entscheidung kann die Arbeitnehmerschast sich unmög- lich abfinden. Protest christlicher Gewerkschaften. Gegen„Wirtschasteidelebung" auf Kosten der Arbeiter. Köln, 3. September. Die christlichen Gewerkschaften haben an die Reichsregierung wegen der geplanten Maßnahmen zur Wirtschaftsbelebung folgendes Telegramm gesandt:„Namens der christlich-nationalcn Arbeiterschaft des Kölner Bezirks erheben wir Protest gegen den Teil der geplanten Maßnahmen zur Wirlschoitsbelebung, der eine Unterschreitung des verfassungsmäßig verbürgten Tariflohnes bezweckt. Diese Maß- nahmen erfüllen nicht ihren eigentlichen Zweck, dagegen belasten sie die Arbeiter in den Betrieben einseitig, liefern sie der Verelendung aus und fördern die politische Radikalisierung." „Gieg bei Koschwih!" Mit dieser Ueberschrift brachte der„Angriff" am 1. September einen Bericht über die Neuwahl des Arbeiterrates in der Wurst- fa bri k Bruno Ko schwitz u. Co., Oranienburger Str. 4— 5. Nachdem festgestellt worden ist, daß von 5 7 abgegebenen Stimmen 40 aus die N a t i o n a l s o z i a l i st e n und 17 Stimmen auf die freien Gewerkschaften entfallen sind, heißt es: „Dieses Wahlergebnis ist geeignet, all den marxistischen Hetzern ihr Lügenmaul zu stopfen, die dauernd behaupten, wir seien Streik- brecher, Kapitalistenknechte usw. Die Arbeiterschast der Firma K o j ch w i tz hatte Gelegenheit, die mustergültige Haltung der ?tationalsozialisten bei dem Berliner Wurstarbeiterstrcik kcnncnzu- lernen, das hat genügt, um sie fast restlos für uns zu gewinnen." Die Nazis sollten mit diesem Sieg, den sie ihrer Rolle als Streikbrecher verdanken, nicht prahlen. Zu Beginn des Streiks in den Berliner Wurstfabriken waren die Nazis„revolutionär" und erklärten: Wenn Streikbrecher in de» Betrieb wollen, dtehauen wir aufs Mau l." Sie müßten sich selbcrauf i h r„L ü g e n m a u l" hauen, denn er dauerte noch keine Woche bis die ganze Razizelle ihren streikenden Kollegen in den Rücken siel und als Streikbrecher in den Betrieb marschierte. Noch heute liegen 23 freigcwerkjchaftlich organisierte Kollegen, die bei der Firma Bruno Ko schwitz gearbeitet hatten und in den Streik eingetreten waren, auf der Straße. Die während des Streiks neu eingestellten Streikbrecher haben den Nazis zu ihrem„S i e g" ver- halfen. Streikbrecher sind selbstverständlich auch Lohndrücker, denn sonst hätten diese„nützlichen Elemente" für die Unternehmer keinen Wert. Der Zellenobmann und Spitzenkandidat der Nazis, Hermann Baumgarten, arbeitet seit dem Streik zu einem Stundenlohn von 96 Pf., nach Gnippe B, trotzdem ihm laut Tarisvcrtrag ein Stunden- lohn von 1,08 M. nach Gruppe A zusteht. Der„Sieg" ist also ganz auf der Seite der Finna Bruno K o schwitz u. C., der die Nazis als Streikbrecher dazu vcrholfen haben. Daß diese Leute mit ihrer Schande noch obendrein p r a h- l e n, charakterisiert sie hinreichend. Oer Weberstreik in Lancashire. Das Arbeitsministerium will vermitteln. 'Nachdem ein Bermittlungsbersuch, der von drei Unterhausab- geordneten am Freitag eingeleitet wurde, gescheitert ist, hat jetzt das'A r b e i t s m i n i st« r i u m unverbindliche Schritte zur Bei- legung des Streiks ergrissen. Vertreter der Unternehmer und der Arbeitnehmer wurden nach London gerufen. Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandcs will das Wochenende nicht gestört wissen und währenddessen aus keinerlei Vermittlungsvcrhandlungen eingehen. Die Zahl der Streikenden nimmt inzwischen zu und wird auf 150 000 geschätzt. Der Vollzugsausschuß der Spinnergewerkschast, dem über 200 01X1'Arbeiter angeschlossen sind, eröffnete am Freitag die an- gekündigte Streikabstimmung durch Berteilen der Stimmzettel. Die Arbeiter sollen sich entscheiden, ob sie sür den Streik stimmen oder mit einer Kürzung der Stücklöhne um 25 Proz. ein- verstanden sind. Die Gehaltsverhondlnngcn im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau am Freitag wurden auf den 14. September vertagt. Die Unter- nehmer wollen eine gestaffelte Gehaltskürzung. Wetter für Berlin: Wechselnd bewölkt und kühler mit Regen- iöllen. Frische und böige westliche Winde.— Für Deutschland: Im Norde,, veränderlich und sehr windig, Abkühlung, Strichregen. Im äußersten Süden Eintrübung ohne stärkere Niederschläge. Rimclfimk am Abend Sonnabend, den 3. Scpiember 1931 Berlin: 16.05 Populäres Ordiesterkon/ert. 17.00 Zehn Minuten Film(II lliering). 18.00\ om..Stahlhelm-Wehrsport- Abend(Achtung!) 18.15 Cellomusik. 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.35 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme /um lag. 19.10 Ein Weg aus der Ibeaterkri-ed(l-rh. 11. von Wolzogen.) 19.35 Frzählung der Woche<11. Wilde). 20.00 Aus Köln; Eine fröhliche Rheinfahrt. 22.00 Wetter-, 1 ages- und Sportna di richten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Aegyptische Papvri erzählen(Prof. Viereck). 1630 Aus Hamburg: Xadimittags- konzert. 17.30 Gewerbekrankheit und ihre v erhiitung(Dr. Baader). 17.50 Das schöne Mecklenburg(Dr. E. Meyer). 18.03 Musikalische Wochenschau(A. Schlee). 18.30 Der ewige Harlekin(Dr. J. Günther). 18.53 W etterbericht. 19.00 Englisch für Anfänger(Stud. W. Ohse, Lektor W. Mann). 19.25 Das deutsche Dorf im Mittelalter(G. Kränke). 19.45 Abglanz des Lebens(Stille Stunde). 20.10 Aus Leipzig:„Podium der Heiterkeit""(von Mozart). 21.30 und 22.55 Wetter-. Tagesund Sport nadiridi teil. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. % Pf. durch alle„V orwärts"- Boten oder die Postanstalten. Sonntag, den 4. September 1932. Berlin: 6.00 Gymnastik. 6.20 Aus Bremen; Frühkonzert. 8.00 Mitteilungen für den Landwirt. 8.20 Neue Gesichtspunkte der Bodenpflege(Prof. Dr. K. Opitz). 9.30 Hörbericht vom Festgottesdienst des Deutschen Katholikentages in Essen. 11.00 Wettervorhersage. 11.03 Märchen(Edith Larsson). 11.30 Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12.00 Aus Leipzig: Mittagskonzert. 14.00 Die Kinderlüge(Oberstud. Dir. Dr. Elsa Matz. M. d. R). 14.30 Chorgesänge. 15.00 S. v. Vegesack. Eigene Dichtungen. 15.30 Konzert. 15.50 O. Buchmann: Eigene Prosa. 16.03 Orchesterkonzert. 16.50 Aus Rom: Aon den Radweltmeisterschaften(R. Frh. v. Reznicek). 17.15 Orchesterkonzert. 18.20 J. Ringelnatz: Eigene Dichtungen. 18.30 Kammermusik. 19.20 Sportnachrichten. 19.30 Reichsfrontsoldatenappell(Achtung!) 20.00„Das Sonntagskind"(Operette von Millöcker). 21.00 und 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 14.30 Was ist Geheim- Wissenschaft?(Margit Naval). 13.03 Der Bademeister(Gespräch mit A. Schulz). 14.55 A. Silbergleit: Eigene Verse. 18.20 Lieder. 18.33 A. Semerau; Eigene Arbeiten. 16.20 Tndianerschicksal in Oslasien(K. Figdor). 20.00 Aus Breslau: Zum 70."Geburtstag von Gerhart Hauptmann. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Stuttgart; Unterhaltungskonzert. 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.43 Aus Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im„Volksfunk 96 Pf, durdi alle monatl. Aorw ärts'-Boten oder die Postanstalten. Thealer der Woche Vom 4. bis 12. September Volksbühne: Theater am BLlompIah: 4. Lehte Werbevorstellung: Geld ohne Arbeit. 5. bis 11. geschlossen. Ab 12. Der Revisor. Staals-Theater: Staatsoper lluter den Linden: 4. Sizilianische Vesper. 5. Rigoletto. S". Walkitre. 7. Wiener Blut. Othello. 9. Bohektie. IN. Rigoletto� � Städtische Oper Charlottcnburg: o. Friedemann Bach. 6., 11. Siegfried. 7., 12. Boheme. 8. Undine. 9. Petruschka— Gianni Schicchi. IN. Die Banditen: Theater mit festem Spielplan: Schiller-Theater: Die versunkene Glocke.— Deutsches Theater: Wunder� um Perdun.— Kammerspiele: Ab 9. bis 12. Schicksal nach Wunsch.— Die Komödie: Europa A..G.— Metropol'Theater: Eine Frau, die weiß, was sie will!— Theater des Westens: Das Dreimäderlhaus.— Theater im Admiralspalast: Katharina.— Komische Oper: Ab 9. Man braucht kein Geld.— Theater iu der garten: Internationales Varietö.— Reichshallcn-Thcater: Stettiner Sänger. Nachmitkagsvorstellungen: Rose. Theater: 10., 17 Uhr: Aschenbrödel. 11., 15 und 18 Uhr: Aerzte im Kampf.— Casino- Theater: 4., 11. Annemarie.— Plaza: Der liebe Augustin.— Scala: Internationales Baristö.— Wintergarten: 4., 10., 11. Internationales Variete. Erstaufführungen der Woche: Dienstag. Städtische Oper: Siegfried.— Schauspielhaus; Was ihr wollt.— Mittwoch. Zentral. Theater: Mein Leopold.—» Donnerstag. Staatsoper: Othello.— Lessing.Theater:~ lion.— Freitag. Sommerspiele: Schicksal nach Wunsch.— So Oper: Man braucht kein Geld. Pngma. mische Verantwortl. siir die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Otto Hengst, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerel und Lerlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68. Lindenstr. 3. Kierzu 1 Beilage. € Theater, Lichtspiele usw. Sonnabend, den 3. September staatsoper unter den Linden 20 Uhr Wiener Blut Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Jeppe vom Berge plAza Nähe SdilB. Bkf. 5 a. 816, Stgs. Z.S.S15 ü. El Weitlnel 4031 Der liebe Augustin Rose- Theater Srtli franiturter Sinti 132 Iii. Weidiul E 1 3427 8.30 Uhr Aerzte im Kampf Städi.Oper Charlottenbure Frauenhofer 0231 Sonnabend, 3. Sept. Turnus II Tosca Anfang 20 Uhr Nemeth, Fidesser, Reinmar, Kandl, Steier, Heyer Dirig.; Weiner Ladwig Deotsdies Theater Weidendamm 520!. 8 Uhr Wunder am Verdnn Dram.DIchtungvon Hans Chlumberg Regie; Karl Heinz Martin. Kassenpreise von 0,50 M. bis 11.50 M. Inserate im A vorwärts sichern Erfolg! uoiKsbütme Theater am BUioiupi. 29. Aug. bis 4. September 8>/. Uhr Werbevorstellungen ..Geld ohne Arbeit" KomSilie von Colantuoni. Alle Plätze einsdil. Garderobe u. Zettel (Auslosung der Karten) 0,50 M. Vorverkauf Tietz, KdW. Abends: Theaterk Schiller Grolmanbtr. 70/71 SteiupL(C 1) 0715 Täglich 8 Uhr „Die versunkene fllocke" Kassenstunden tägl. 10-20 Uhr W » Uhr 15. Flora 3434. Bainnen en. Das berühmte oayelma-Ballett Paul eeetters, 3 Swifts Sonnabemt u. Sonntau le 2 Vorstellu 4u. 8.13 Uhr. 4 Uhr kleine Preise »'/. uhr CASINO- THEATER"w Lothringer Strafe 37. ■ iiiimmiiiiiniiiiiiiiiiiimimiiiiiii Stoffe für Leib- und Bettwäsche, Sommerstoffe aiier Art � Verkaufszeit 8—5 Uhr, Sonnabends 8—2 Uhr Kleider- auHerardentlldi nillloen Preisen I und teidenstofFe aller Art Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G.°eÄ"*<,,eriho',A,,,er9estc" 265 • Stadtbahn. Femspr.: Adlershof 237. 238. 248 Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) Merkur A. 6. 1247. 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Sterbekasse für das Deutsche Reich .VVr (Lichterfelder Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin N 24, Oranienburger Straße 67 (Heliose Sonnabend, 3. September 1932 SprÄbsmZ $uUauU)cße Ja Ibantdl Vom freiwilligen Arbeitsdienst Arbeitslager der SAJ. in Sehmiedeberg Den Arbeitszwang lehnt die sozialistische Arbeiterschast ein- mutig ab. Er ist freier Menschen unwürdig. Man kann ihn da- her auch Erwerbslosen, die ganz unverschuldet zu ihrem Schicksal kommen, nicht zumuten. Etwas anderes ist es mit dem sreiwilligen Arbeits- dienst, der sich mit der langen Dauer der Arbeitslosigkeit immer mchr eingebürgert hat. Daß auch diese Einrichtung ernste Ge- fahren in gewerkschaftlicher und lohnpolitischer Hinsicht mit sich bringen kann, ist zweifellos. Aber durch geeignete Auswahl der Arbeitsobjekte und die entsprechende Organisation des freiwilligen Arbeitsdienstes lassen sich die Gefahren vermeiden. Es ist daher unerläßlich, daß die sozialistische Arbeiterschaft nicht abseits steht, sondern sich mit einschaltet, damit die Gesahrenpunkte vermieden und dafür um so stärker die positiven Werte des Arbeitsdienstes herausgestellt werden. Diese positiven Seiten sind, wie ich mich kürzlich bei einem Besuch in einem Arbeitslager der sozialistischen Jugend überzeugen konnte, in starkem Maße vorhanden. Es handelt sich um ein Lager, das seit Mitte Mai betrieben wird und im September sein Ende erreicht. Dieses Lager ist wohl das größte, das voll unserer Seite durchgeführt wird. Es nehmen daran, die Leiter mitgerechnet, 210 Personen teil. Der Platz für den Arbeitsdienst ist günstig gewählt. Er befindet sich inmitten des Ricsengebirges, die Teilnehmer arbeiten angesichts der Schnee- koppe, die als höchstes Glied einer mächtigen Bergesrunde un- mittelbar vor ihnen ihr Haupt erhebt. Das Lager wurde vor einiger Zeit betannt durch einen Ucberfall, den nationalsozialistische Elemente unter- nahmen. Obwohl die Nazis die Hauptanhänger des Arbeitsdienstes— freilich in ihrer Weife— sind, haben sie von Anfang an die Teilnehmer belästigt und provoziert. Nur der Disziplin der Jugendlichen und dem Eingreisen der Schmiedeberger Arbeiter ist es zu danken, daß den Nazis ihr feiger Ueberfall auf friedlich« Arbeitswillige mißlang und folgenschwer« Zusammenstöße vermieden wurden. Abgesehen von diesem Zwischenfall konnte aber das Lager seine Arbeit un- gestört und mit gutem Erfolg durchführen. Die Aufgabe dieses Arbeitsdienstes war,«in größeres Terrain, das die Kinderfreunde für ihre diesjährigen Zeltlager erwählt hatten, gebrauchsfertig zu machen. Zu diesem Zweck mußt« eine Zugangsstraße geschajsen werden, die das Lager mit der von Schmiedeberg kommenden Hauptstraße verbindet. Bei Bc- ginn des Kinderfreundelagers war der in den Lagerplatz ein- mündende Teil der Straße fertig. Der noch fehlende Verbindung?- teil nach dem Ort wird bis zum Ende des Arbeitsdienstes ebensalls fertiggestellt sein. Auf dem Lagerplatz selbst hat man einige ge- räumige Holzbaracken mit zweckmäßigen Keller-, Küchen- und Lagereinrichtungen gebaut. Eine technische Musterleistung aber, die besonder« Bewunderung erregt, war die kunstgerechte Anlage einer Hochgebirgsquell- Wasserleitung. Sie hat freilich viel Arbeit und Vorbereitung gekostet. Dafür kann- ten die Arbeitswilligen auf ihr Werk aber auch mit Recht stolz sein, das die Baupolizei kurz vorher unbeanstandet abgenommen hatte. Ebenso war die Straße kunstgerecht angelegt und mit Kies beschottert. Der Kies wurde in nächster Nähe gewonnen und für den Straßenbau unmittelbar verwendet. Diese Leistungen über- raschen in hohem Maße und zeigen, wie ernst die Teilnehmer ihre Arbeit auffassen. Die Jugendlichen stehen im Alter von 17 bis 26 Jahren. Das Durchschnittsalter beträgt IS— 20 Jahre. Fast alle Berufe sind vertreten, darunter 70 ungelernte Arbeiter, außerdem 17 Männer, 20 Tischler, 22 Schlosser, 9 Zimmerer und 16 Angestellte. Das Leben im Lager und bei der Arbeit regelt sich nach den Grundsätzen der Selbstverwaltung im Sinne einer frei- willigen Disziplin, auf deren Einhaltung natürlich unbedingt ge- sehen wird. Ernsthafte Klagen sind bisher so gut wie nicht ge- kommen. Trotz der hohen Teilnehmerzahl und der langen Dauer des Dienstes ist nur ein einziger Teilnehmer ausgeschieden, der sich in das Gemeinschaftsleben nicht einsägen konnte. Außer dem H a u p t l e i t e r, der im Alter von 33 Jahren steht, werden alle verantwortlichen Funktionen von den Jugend- lichen selbst ausgeführt. Sie sind in Rotten von je 10 Mann eingeteilt. Jede Rotte hat einen Führer, der für die Einhaltung der Ordnung und die Durchführung des Dienstes verantwortlich ist. Die Rottenführer bilden das Bindeglied zwischen der Leitung und den Teilnehmern. Der technische Leiter ist ein stellungsloser 23jähriger Tiesbautechniker. Etwa im gleichen Alter sind auch die Leiter des Verpflegungswejens sowie der inneren Verwaltung. Selbstverständlich werden neben den eigentlichen Hauptarbeiten auch alle inneren Dienste von den Jugendlichen erledigt. Das gilt nicht nur für den infolge der Naziangriffe leider notwendigen Wacht- dienst, sondern auch für die Küchen- und sonstigen Verwaltungs- arbeiten. Vier Mann sind ständig in der Küche beschäftigt. Eine ganze Rotte von 10 Mann, die zeitweise wechseln, besorgt den Hausdienst. Daneben gibt es einig« Schuhmacher, Schneider und Tischler, selbstverständlich auch einen Friseur, die für den eigenen Bedarf des Lagers und oer Teilnehiner ständig arbeiten und immer reichlich beschäftigt sind. Die Zeit für die körperliche Arbeit beträgt täglich sechs Stunden. In Zwei Arbeitsgruppen, die sich schichtweise ab- wechseln, zieht man mit dem Gesang froher Lieder hinaus zur Ar- beit. Der Aufenthalt in der frischen Luft, die einfach« und doch reichliche Kost, die geregelte Arbeit, die nicht als Zwang, sondern als verantwortliche Aufgabe empfunden wird, geben allen Teil- nehmern Freude und Befriedigung. Kräfte werden angespornt, die Jugendlichen sind froh, sich endlich wieder einmal als Mensch unter Menschen zu fühlen, nicht überslüssig zu sein. Das Schlimmste, was die Arbeitslosigkeit gerade im Jugcndlchen mit seinem starken Drang zur Aktivität hervorruft, ist die innere Leere, das schreckliche Gefühl, kein irgendwie nützliches Glied der Gesellschaft zu fein. Wae. den Eefolg dieses Arbeitsdienstes aber vor allem entscheidet, ist die Gemeinschaft der Gesinnung. Alle Teilnehmer geboren zur Arbeiterjugend. Kein Wunder, daß sie sich kameradschaftlich verbunden fühlen und ernste Mißhellig- leiten gar nicht erst auskommen lassen. Was dieser Geist der Solidarität unter Gleichgestellten vermag, das hat sich bei diesem Versuch geradezu glänzend gezeigt. Die Teilnehmer wußten, daß sie für das Ferienlager der Kinderfreunde arbeiteten. Das hat sie besonders in den letzten Wochen vor der Eröffnung des Kinderfreunde-Zeltlagers zu Höchstleistungen angespornt. Trotz der eigentlichen Arbeitszeit von sechs Stunden pro Tag wurde beinahe ununterbrochen gearbeitet. Die Facharbeiter waren bis 14 Stunden tätig, um den Arbeiter- kindern die Freude des fertiggestellten Zeltlagers zu bereiten. Selbst die freien Sonntage wurden geopfert. Die Teilnehmer empfanden, daß sie nicht für irgendeinen Unternehmer, auch nicht für Lohn arbeiteten, sondern für die gute Sache der Arbeiter- k i n d e r, mit denen sie sich im Geiste verbunden fühlten. Dieses Bewußtsein trieb sie zu Höchstleistungen an, wie sie eben nur aus einer Gesinnungsgemeinschaft heraus zu oerstehen sind. Das Hauptproblem des Arbeitsdienstes liegt, wie sich hier gezeigt hat, übrigens weniger in der körperlichen Arbeit, sondern vielmehr in der sinnvollen Ausfüllung der Freizeit. Das Lager über die Arbeitszeit hinaus zusammenzuhalten und zu einer Gemeinschaft zu verschmelzen, darin besteht die große Auf- gäbe, die vorwiegend auf pädagogisch-psychologijchem Gebiet liegt. Für die Teilnehmer findet neben der Arbeit ein regelmäßiger Unterricht statt, an dem sie sich ebenso wie am Arbeitsdienst beteiligen müssen. Der Unterricht erfolgt auf den Gebieten Wirt- s ch a s t und Arbeit, Staatsbürger- und Berufs- künde, serner in den Elementarfächern sowie in Stilistik und Rethorik. Das gemeinsame Wandern wird ebenso wie die Geselligkeit in Form von regelmäßigen Gemeinschaftsabenden ge- pflegt. Selbstverständlich haben sich auch Musik- und Ge- sangsgruppen gebildet. Der Unterricht bereitet der Leitung angesichts der verschiedenen geistigen Herkunst und Vorschulung der Teilnehmer die meisten Sorgen. Allmählich sind auf Grund der Erfahrungen verschiedene Unterrichtsgruppen von mehr und weniger Fortgeschrittenen ge- bildet worden, um den Lehrplan entsprechend zu differenzieren. Angesichts dieser ganz verschiedenartigen geistigen Struktur der Teilnehmer und bei der starken Ermüdung, die durch die körpcr- liche Arbeit hervorgerufen wird, muß der Unterricht in pädagogisch- elastischen Formen erfolgen. Dazu bedarf es aber wieder besonde- rcr Kräfte, die sich auf die geistigen und seelischen Aufgaben im Rahmen des Arbeitsdienstes ergeben, einstellen können. Ohne eine sorgfältige Auswahl und Schulung dieser Kräfte wird man wohl in Zukunft nicht auskommen. Die Verpflegung fand bei den Teilnehmern stets volle Anerkennung. Die Unterkünfte sind sehr primitiv. Bettstellen fehlen meist ganz, die Jugendlichen schlafen auf Matratzen aus dem Fuß- boden. Die Entschädigung, die von den Arbeitsämtern pro Tag und Teilnehmer gezahlt werden, reichen gerade für die Verpflegung und Verwaltung des Lagers sowie«in kleines Taschengeld für die Teilnehmer aus. Für die übrigen Bedürfnisse, insbesondere auch für die Schaffung von Rohmaterialien für die Arbeit, stehen Mittel so gut wie nicht zur Verfügung, so daß es auch hier manche ungelöste Frage gibt. Bemerkenswert ist, daß die Teil- nehmer ihr sehr geringes Taschengeld sparen können. Eine nicht geringe Anzahl der Jugendlichen macht davon Gebrauch. Dieser Arbeitsdienst gehört zu den ersten, trotz aller Schwierig- keiten gelungenen Versuchen. Am besten gibt darüber die Meinung und Stimmung der Teilnehmer Auskunft. Sie sehen alle mit großer Sorge dem Tag entgegen, an dem der Arbeitsdienst auf- hört. Denn dann werden sie wieder hineingestellt in den schreck- lichen Zustand der Erwerbslosigkeit, in die absolute Leere. Das ist das, was sie als das schlimmste Schicksal empfinden. Der Arbeitsdienst hat ihrem Leben immerhin für einige Zeit Sinn und Befriedigung gewährt.— Darin liegt die große Bedeutung, die man ihm trotz mancher Mängel nicht absprechen darf. Rkimrtt Weimann. ** Packt ans, Kameraden!" „Der freiwillige Arbeitsdienst ist weder Arbeitszwang noch modernes Sklaventum, nicht Soldatenfpielcrei und nicht die Schaffung einer Prätorianergarde der wirtschaftlichen und sozialen Reaktion, weder amtliche Förderung des Lohndruckes, noch öffentliche Orgoni- sation von Streikbrechern, noch schutzlose Ausbeutung der Arbeits- kraft." Mit diesen Worten wurde der freiwillige Arbeitsdienst von einem Referenten des Reichsarbeitsministeriums charakterisiert. Das sind gute Worte, die wir festhalten wollen. Inzwischen hat der frei- willige Arbeitsdienst(FD.) längst sein vorbereitendes Stadium ver- lassen: bis Anfang August waren schon fast hundert- tausend Menschen in dieser neuen Arbeitsordnung ersaht. Noch vor Eintritt des Winters soll, wie der Reichskommissar sür den FD. soeben mitteilt, die Zahl der im FD. Beschäftigten aus 200 000 gesteigert werden. Der FD. ist angesichts der Millionenzahl jugend- licher Erwerbsloser eine der zentralsten Ausgaben unserer deutschen Wirts chaits- und Gefellschaftskrise, und es wäre mehr als frevelhaft, wollte man dieses reiche und weite sozial- und nationalpädagogische Feld kämpf los der Reaktion überlassen. Die Arbeiterorgani- sationen haben jetzt eine Zentralstelle geschaffen, die unter dem Titel„S o z i a l er Dien st" alle bereits begonnenen Arbeiten auf dem Gebiete des FD. innerhalb der Arbeiterbewegung zusammenfaßt: ADGB.» Reichsbanner, Arbeiterjugend,«portorgani- sationen, Rcichsausschust für sozialistische Bildungs- arbeit haben sich dieser Zentralstelle eingesügt. Der FD. wird heute in allen Gebieten des Reiches praktisch er- probt. Es ist für den Deutschen nur selbstverständlich, wenn er gleichzeitig die praktischen Erfahrungen in Büchern festhält, also darüber reflektiert. Peter Martin Lampel ist einer derjenigen, der schnell seinen Rucksack gepackt hat und die Beobachtungen, die er in deutschen Arbeitslagern machen konnte, in einem umfangreichen Buch nieder- gelegt hat. Dieser Band von mehr als 300 Seiten heißt:„Packt a n, K a m e r a d e n!" und ist im Berlage von Ernst Rowohlt soeben erschienen. Wer über den FD. in seiner Praxis etwas erfahren will, der darf an diesem Band kaum vorbeigehen. „Der freiwillige Arbeitsdienst ist der organisierte Wille der aus- gesperrten Jungmannschast zum Staat" so könnte man mit Lampels eigenen Worten wohl das Wesentliche seiner Aufzeichnungen um- reißen, Aufzeichnungen, die nicht theoretisch erklügelt sind, sondern frisch und unbekümmert unter dem Eindruck des unmittelbar Ge- sehenen und Erlebten heruntcrgeschrieben wurden. Das wichtigste an diesem Buch sind die mitgeteilten Gespräche: der Ar- beitersekretär, der Landrat, der Regierungspräsident, der Arbeits- freiwillige, der Organisator des Arbeitsdienstes, der Siedler, der Bauer, sie alle kommen zu Wort, unverfälscht sprechen sie zur Sache. Vielleicht könnte man Lampel den Vorwurf machen, daß er den FD. zu isoliert sieht, daß er die neue Arbeitsorganisation der Jugend nicht genügend in die gesamte Wirtschastsverfassung Deutschlands einbaut. Die sozialen und wirtschaftlichen Probleme Deutschlands sind nicht ausschließlich Generationsprobleme. Läßt man die Fülle der Gespräche, die Lampel mitteilt, auf sich wirken, so sind es besonders zwei Gefahren, die nicht entschieden genug beobachtet werden können. Einmal ist es die Gefahr der bürokratischen Widerstände gegen den FD., die sich jetzt, also schon in den Zlnfängen, bemerkbar machen: zum zweiten ist es die Schwierigkeit der Führerauslsse. „Furchtbar ist es. was man jetzt schon erkennt: wie bürokratisch sie sich einen Apparat zurechtziehen wollen— mit was sür Nichtbegreifen um den Geist des Ganzen man täppisch hier in Dinge langt, die Fingerspitzengefühl und viel Herzenstakt erfordern. Ein grober, un- bedachter Fehler in der Organisation und ihre Grundlagen explo- Vieren. Starrheit und ein rechthaberischer Befehlsstandpunkt von oben verstören alles, nicht mir die Mühe, die wir aufgewendet haben, und den Gemeinschoftswillen, den wir ihnen vorleben, sondern auch die Grundlagen selber: die Bereitschaft der Arbeitswilligen." Die Verantwortungen und Zuständigkeiten müssen mehr ausgelockert wer- den. Der Regierungspräsident in Osnabrück, Dr. Sonnenschein (ist er es noch?) macht in diesem Zusammenhang einige sehr wichtige Bemerkungen:„Phantastisch, was für Kleinigkeiten heut zentral van Ministerien verwaltet werden. Dabei wird die Verantwortung aber nicht dem örtlich zuständigen Führer, der die unmittelbare Berührung mit der Sache hat, sondern der entscheidenden Zentralstelle, die weit- ab sitzt, aufgebürdet... Ich muß sagen: Gebt eine kleine Zu- ständigkeit jedem Kreis, eine der Mittelleitung und darüber die Zentrale des Reichs." Hier wird über den FD. hinaus ein prin- zipielles Problem der modernen Staatsverwaltung berührt, das mit der Verschiebung der Verantwortung von einer Stelle zur anderen zur Krise der Verantwortung schlechthin geführt hat. Schon Max Weber hat uns auf diese Gefahren des modernen Massenstaates hin- gewiesen— lange vor der Verfassungsrede des Freiherrn von Gayl! Nun zum Führerproblem. Lampel schildert ein Arbeitslager, in dem ein ehemaliger Stabsofsizier„der Führer" war. Ein schroffer und sinn- entleerter Militarismus stößt bei der Jugend auf eindeutige A b- lehnung. Vor mir liegt ein Bericht über ein Arbeitslager in Nazi-Dessau, der in diesen Tagen im„Angriff" erschienen ist. Ich notiere aus dem Vokabular dieses Berichtes nur die Worte: Posten, Wachtstube, Leutnant, Major, Hacken zusammennehmen, Zapfen- streich..., um seinen Geist zu verdeutlichen. Der Verfasser dieses Berichtes versichert dann auch ganz treuherzig,„es ist beinahe wie beim verhaßten Kommiß!" Aber gerade davon sollen die Arbeitslager des FD. bewahrt bleiben, womit jedoch keineswegs der Zuchtlosigkcit das Wort geredet werden soll. Ich stimme Peter Martin Lampel völlig zu, wenn er zusammenfassend schreibt:„Nicht um das Kommen eines Arbeitsdienstes, sondern um seinen Inhalt ist es notwendig, sich abzuschinden. Um den Geist, der in diesen Arbeitslagern wohnen wird. Faßt man das, was aus dieser Be- wegung sich herauszuschälen im Begriff steht, brutal und kommissig an, explodiert das Ganze. Also nicht um die Dienstpflicht geht der Kampf, sondern um ihre Führer. Man lasse ungestört die Führerschaft von unten heranwachsen, einen Stamm von jungen Kameraden... Dazu... ist Voraussetzung:„der soldatische Geist". Solcher Geist hat mit dem Begriff des Militarismus, den auch wir bekämpfen, nicht das geringste gemeinsam. Der soldatische Geist als Grundform jeder männlichen Gemeinschaft, hier aufgefaßt für unseren anderen neuen, absouten Einsatz: nicht mit der Waffe und blindem Gehorsam, sondern zu einer Arbeit, die kontrollierbaren Sinn hat." Ehemalige Offiziere haben nicht ohne weiteres das Privileg, Führer von Arbeitslagern zu werden, sondern nur solche Leute dürfen Führer sein, die sich in der P r a x i s der Lager bewährt haben und hier als Führer gewählt worden sind. Leider enthält Lampels Buch einen empfindlichen Mangel. Ter Freizeitbeschäftigung der Arbeitsfreiwilligen hat Lampel nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Oder liegt dieser Mangel daran, daß die Erfüllung der Freizeit mit geistigem Inhalt, wenigstens bei den Lagern, die Lampel besucht hat, noch wenig fort- geschritten ist? Die republikanischen Studenten haben unlängst ein Sckirrftchen herausgegeben, aus dem hervorgeht, wie die geistige Gestaltung der Freizeit in ihrem Arbeitslager vorbildlich be- wältigt wurde. Mit einer der wichtigsten Erfahrungen, die Lampel gemacht hat, möchte ich schließen: In fast allen Arbeitslagern, die parteipolitisch ganz verschieden beschickt waren, van der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken, hat sich nach ganz kurzer Zeit eine gemein- s a m e L a g e r f r o n t herausgebildet. Es zeigt sich also, daß in dem Werksinn der Arbeitslager die politischen Gegensätzlichkeiten aus- gehoben werden können. In diesem Umstand liegt ein Faktor von nicht abzuschätzender nationalpädagogischer Bedeutung, der es uns gerade heute, trotz der Reaktion, zur unabdingbaren Pflicht macht, die Arbeitslager mit Sozialisten und Republikanern zu durch- setzen. Deshalb wird mit die wichtigste Ausgabe des neuen orgom- sierten„Sozialen Dienstes" eine systematisch ausgebaute Führer- schulung fein. J. P. Mayer, Sport am Sonntag Ad-eäss-T-u�ScM Der morgige Sonntag sieht im zweiten Bezirk(Norden) ein großes Futzballprogramm vor. Den Hauptanteil hat hieran der Exerzierplatz in der Schönhauser Allee, auf dem neben dem Bundes- Heuling Fortuna 32 gegen Borwärts-Wedding um 13,15 Uhr auch noch Nord gegen Weißensce um 17 Uhr antreten. In beiden Spielen wird es harte Kämpfe um die Punkte geben. Alemannia erhält auf dem Platz in der Christiania- straße den Besuch von Eintracht-Reinickendorf. Die Reinickendorfer, die im letzten Jahr die Berliner Meisterschaft erringen konnten, werden sich sehr strecken müssen, um gegen die Alemannen zu bestehen. Adler 08 fährt nach Borsigwalde, um dort gegen den AGB. 3 2 die Punkte zu holen. Einen vollkommen ausgeglichenen Kampf werden sich in der Kissingenstraße in Pankow die dortige Freie Sportoereinigung und Saxonia liefern. Hansa 31 wird der Provinz einen Besuch abstatten. Die Zehdenicker, die in den Serienspielen gute Kämpfe lieferten, werden den Hanseaten zeigen, daß sie auch noch spielen können. Im vierten Bezirk(Süden) hat die F r e i e S p o r t o e r e i n i- gung Teltow die Luckenwalder Hertha zum Gegner. Für die Teltower gilt es, die Spitze der Tabelle zu verteidigen. In der Cicerostraße in Wilmersdorf stehen sich die F u ß b a l l a b t e i- lung Wilmersdorf und Minerva 28-Neurölln gegen- über. Die Neuköllner haben in der letzten Zeit eine große Form- Verbesserung gezeigt, so daß ein interessanter. Kampf zu erwarten ist. Schöneberg fährt nach Luckenwalde zur ersten Abteilung, während Friedenau die Trebbiner Vorwärts zu Gast hat.— In der Hauffstraße in Lichtenberg spielen Freie Sportvereinigung Osten, die erst vor kurzer Zeit zum Bund gestoßen, und Kickers 31. Eintracht- Spandau und Potsdam spielen in Spandau. Seeburger Straße. Weitere Spiele: Brieselang gegen Staaken. Butab gegen Nowawes. Werder gegen Spandau 25. Luckenwalde II gegen Voltssport-Neukölln. Rot-Weiß gegen Woltersdorf. Mahlsdorf gegen Vorwärts-Wedding 1 b. Fichte gegen Vorwärts 31. Jüterbog gegen Ruhlsdorf. Treuenbrietzen gegen Brück. Kloster Zinna gegen Luckenwalde III. Hansa Schüler gegen Fortuna 32. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 16,30 Uhr. Vorher spielen die unteren Mannschaften. Vormittags auf allen Plätzen Jugend- und Schülermannschaften. Ac&eUec-Hai*ä&cM Aufstieg zur ersten Klasse In der Rubensstrahe in Schöneberg werden sich morgen die vier Bezirkemeister des ersten Kreises um den Aufftieg zur ersten Klasse streiten. Bekanntlich steigen nur zwei Mannschaften in die höhere Klasse auf. Da es aber vier Anwärter sind, geht der Kanipf erst richtig los. Wie man aber derart wichtige Spiele an einem Tage austragen lassen kann, wird ewiges Geheimnis der Kreishandboll- Leitung sein und bleiben. Vormittags 9 Uhr treten als erste Mann- fchaften die Meister des ersten Bezirks Stralau und des vierten Bezirks FTGB.-Süden 2 an: um 10.15 Uhr spielen dann vom zweiten Bezirk Moabit und vom dritten Bezirk Brandenburg a. d. Havel. Ueber die Siegesaussichten kann man nichts sagen. augenblicklichen Verfassung der einzelnen Nach einer kurzen Mittagspause gegen Brand en bürg und Süden der Hängt doch alles von Spieler ab. spielen dann Stralau gegen Moabit. Borher werden um 14 Uhr Hennigsdorf und Eiche-Köpenick auf den Plan treten. Das Spielprogramm wird schon wieder reichhaltiger. Jetzt, kurz vor der neuen Serie, rüsten die Mannschaften und überprüfen ihre Spielstärke. Eintracht-Mahlsdorf hat sich Volkssport Wedding 2, ihren steten Bezwinger, verpflichtet. Beginn 17 Uhr.— Auf dem Vereinsplatz in Köpenick, Wcndenschloßstraße, treffen uin 17.10 Uhr Eiche-Bohnsdorf und FTGB.-Südoft zusammen.— Um 15 Uhr trifft der TSV. Kaulsdorf auf seinem Platz, Dürerstraßc, mit der Berliner Schwinnn-Union aufeinander.— VfL. Ostring und FT. Erkner sind um 17 Uhr Gegner im Lichtenberger Stadion.— In Fredersdorf wird sich der ATV. Werlsee über die Freie Turnerschast stets zu behaupten wissen. Beginn 15 Uhr.— Der FSV. Strausberg wird um 16 Uhr auf dem Platz Marienberge von der FTGB.- Osten 2 besucht. Strausbergs Können beim Blitzturnier bietet die Gemähr des Sieges.— Bei der FT. Wildau wird der VfK. Proles nicht viel zu bestellen haben. Beginn 16 Uhr.— Aus dem Reich ist die FT. Heidenau mit drei Mannschaften Gast bei der FTGB.- Nordring auf dem Platz an der Schönhauser Allee. Die unteren Mannschaften beginnen um 13.40 Uhr und das Hauptspiel steigt um 16 Uhr.— FT. Finowfurth— ASB. Rotweiß um 16 Uhr. Sport- Club 30— FT. Friedrichsthal um 11 Uhr, Einsame Pappel. FSV. Pankow— FTGB.-Mitte um 11 Uhr, Platz Kissingenstraße. FSV. Tegel— FT. Bötzow um 11 Uhr. FTGB.-Nordost— FTuSpV. Nowawes um 12 Uhr, Platz Einsame Pappel. FT. Bornstedt 2— ATV. Potsdam 15 Uhr, Luftschiffhafen. FTGB.-Lankwitz— FSV. Fichte um 10 Uhr in Lankwitz. Eisenbahner Tempelhof— FTGB.-Lichten- rade um 15 Uhr. ATV. Sputendorf— FTuSpV. Nowawes 2 um 15 Uhr in Sputendorf. FTGB.-Friedenau— FTGB.-Karlshorst um 10 Uhr Platz Offenbachstraße.— Frauen: Eintracht-Mahlsdorf— FSV. Fichte um 14 Uhr. FT. Wildau— FTGB.-Baunifchulenweg um 14 Uhr. FTGB.-Nordring— FT. Hennigsdorf um 12.50 Uhr Platz Einsame Pappel. Butab— FSL.Reinickendorf-West um 11 Uhr Platz Friedrichsfelde, Treskowallee. Volkssport Neukölln— FTGB- Nordost um 15.10 Uhr Volkspark Neukölln. Eisenbahner Tempel- Hof— Volkssport Wedding um 10 Uhr. AGB. Schöneberg— FTGB. Südost Platz Rubensstraße um 10 Uhr. Frohe Stunde— Berliner Schwimm-Union um 14 Uhr. Segelregatten der Freien Segler Am Sonntag beginnen im Kreis Berlin die Herbstwettfahrten des Freien-Segler-Verbandes, mit welchen die Weit- fahrttätigkeit für diese Saison offiziell ihr Ende erreicht. Di« Re- gattafreudigkeit, die in diesem Jahre bei den Freien Seglern durch die große Zahl der Versinswettfahrten besonders zum Ausdruck kam, hat auch jetzt wieder ein gutes Meldeergebnis gezeitigt. Für die Wettfahrt der Gruppe Ost auf dem Langen- und Seddin- f e e haben 16 2 Boote gemeldet, die in 18 Klassen stgxten werden. Am stärksten ist die 15-Ouadratmeter-Wanderjolle mit 30 Booten vertreten, unter denen sich wieder einige Neubauten befinden, während von der lö-Oadratmeter-Rennjolle, die bis zum vorigen Jahre die Spitze hielt, nur 16 Meldungen abgegeben wurden. Für die Wettfahrt der Gruppe W e st auf der Unter- Havel sind 80 Meldungen abgegeben worden. Auch hier sind die 15-Ouadratmeter-WanderjoIlen mit 14 Meldungen am stärksten vertreten. Außerdem von den 20-Ouadratmeter-Rennjollen 8, IS-Ouadratmcter-Rennjollen 5, 20-Quadratmeter-Jollenkreuzern 5, 15-Quadratmeter-Jollenkreuzern 3 Boote und so weiter. 25 Aus- gleichsjollen werden in 4 Klassen an der Wettfahrt teilnehmen. Hier hat diesmal der Segleroerein Stößensee 23 Boote gemeldet und steht damit weit vorn. Aber auch der Segelclub Weinmeisterhorn mit 14, Wassersportoerein Nordstern mit 11 und die Tourensegler Tegel mit 9 Meldungen haben verhältnismäßig gute Meldeergebnisse auszuweisen. Bei der Gruppe Ost beginnt der Start um 11 Uhr vor dem Bootsplatz der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau in Schmöckwitz, im Westen dagegen bereits um 10 Uhr vor dem Bootsplatz des Segel-Club Weinmeisterhorn. �.rdeiter-keßatta auf der Unterhavel Der 1. Kreis der Freien Ruderer und Kanu» f a h r e r im Arbeiter-Turn- und Sportbund veranstaltet am Sonntag, dem 4. September um 12,30 Uhr auf der Havel vor dem Vom Sporttest Moabit Jakobs-Zehlendorf beim Kugelsiotzen Bootshause des Rudervereins„Collegia" in Gatow seine diesjährige Kreisregatta unter Beteiligung zahlreicher auswärtiger Ver- eine. 23 Verein« mit 400 Teilnehmern, darunter 100 Frauen, haben ihre Meldungen abgegeben. �Itersrlegen. I. Kreis. ATSB. Die Sonntagsfahrt am 4. September sieht vor: Treff: 7 Uhr am.Schlefifchen Bahnhof, Abfahrt mit S.-Zug nach Potsdam 7.15 Uhr. Weiterfahrt ab Potsdam 8.16 Uhr, Abmarsch Wildpark 8.45 Uhr in geschlossenem Zug.(Rote und die Vereinsfahnen sind mitzubringen, desgleichen die Faustbälle und Badezeug.) Mittag- essen 1,10 M. und Kasfeekochen 40 und 80 Pf. im Lokal Linde- mann. Abends 30-Jahr-Feier beim Bruderoerein in Caputh, Lokal Reinhold Schinidt, Nähe der Fähr«. Abfahrt mit Dampfer von hier 19.43 Uhr. Geschlossener Zug durch Potsdam ist uns nicht erlaubt worden. Teilnehmerkarten zu 80 Pf. sind noch beim Kassierer am Bahnhof zu haben. Fußbollkampf Hamburg-Berlin. Zum 35. Male werden sich morgen aus dem H e r t h a- B.-S.-C.-P l a tz am Bahnhof Gesund- brunnen die Städtemannschaften der bürgerlichen Fußballer gegen- überstehen. Beide Städte haben ihre stärksten Spieler aufgestellt. Für Berlin werden die fünf Stürmer des Altmeisters Hertha kämpfen. Daß die Mannschaft Herthas augenblicklich zu den stärksten gerechnet werden kann, haben die letzten Spiele bewiesen. Aus diesem Grunde hat man auch noch mehrere Spieler des Vereins aufgestellt. Die Hamburger, die in der letzten Zeit sehr abgefallen sind, sollten nur wenig Aussicht haben, diesen Kampf zu gewinnen. tt Fchiuriell in der«Neuen Wcii Sdiönrath besser als Wallner Durch ein krasses Fehlurteil kam am Freitagabend im Ring der„Neuen Welt" in der Hosenheide der frühere deutsche Schwergewichtsmeister Hans Schönrath- Krefeld um die Früchte seiner Arbeit. In sechs von den zehn Runden war er dem Düsse!- dorfer Wallncr überlegen, und da zwei Runden glcichauf endeten, hätte Schönrath der Sieg nach Punkten zuerkannt werden müssen. Die Richter gaben das Treffen jedoch unentschieden. Schönrath ging sofort scharf los, ließ seinen Gegner gar nicht zur Entfaltung kommen und landete in den ersten sechs Runden zahlreiche Punkte. In der 7. und 8. Runde kam Wallner etwas auf, doch die beiden letzten Runden waren ausgeglichen. Das gefällte Urteil löste beim Publikum lebhaften Protest aus. Vorher hatten sich die Halbschwer- gewichtler S a b o t t k e- Berlin und Eichas- Breslau einen Kampf geliefert, der mehr als mäßig war. Resultat: Unentschieden. Auch das interessante Gefecht zwischen E y b e l- Hannover und K l o ck- haus- Krefeld endete remis. Einen famosen Eindruck hinterließen die beiden Berliner Federgewichtler Stege mann und Riethdorf. In den ersten Runden mußte Stegemann mehrere empfindliche Körpertresfer hinnehmen, bald aber änderte sich das Bild. Durch wirksame rechte und linke Konterschläge sammelte Stegemann viel Punkte und siegte schließlich noch sicher. Zum Schluß gab es noch ein unentschiedenes Treffen zwischen Volkmar- Berlin und Praiß-Köln. Die Zechstageftikrt der Motorräder Am vorletzten Fahrtage konnten die Sechstagefahrer die Schön- heiten des Gardafees und seiner Umgebung in Augenschein nehnien, soweit sie bei dem verlangten scharfen Tempo dazu Zeit hatten. � Ueber 371,5 Kilometer führte der Weg mit Kletterpartien über Mendola-Paß, Campo di Carlomogno, Madonna d i C a m p i g l i o nach Riva am Gardasee und von dort aus wieder zurück üb«r Andalo, den Mendelpaß und Bozen nach Meran zurück. Die unerträgliche Hitze und der Staub machten den Fahrern wieder viel zu schaffen. Trotzdem waren die Ausfälle diesmal ver- hältnismäßig gering. Lediglich der Schweizer W e i d e r(Matchleß), der von einem rücksichtslos überholenden«nglifchen Konkurrenten zu Fall gebracht wurde und dabei seine Maschine schwer beschädigte, und der Deutsche F. Voigt(Ardie), der hinter Riva stürzte, stellten die Weiterfahrt ein. Der Kampf um die Internationale Trophäe ist jetzt nur noch«in Duell zwischen den Mannschaften von England und Italien, nachdem nun auch die tschechische Mannschaft Straf- punkte erhalten hat. Der Beiwagenfahrer Kaiser(Iowa) erhielt wegen Zeitüberschreitung 26 Punkte. Ziegler-Schweiz(Sunbeam) inußte 11, Mandelli-Italien(Ancora) 12, Pirovano-Italien(Bianchi) 8 und der Italiener Clement!(Bianchi) 32 Strafpunkte hinnehmen. Letzterer hält mit insgesamt 205 Punkten den„Rekord". Eine famose Leistung zeigte der Wiener Otto Steinfellner(Puch). Er war von Meran wegen eines Reifenschadens 20 Minuten nach seiner Sollzeit weggefahren, erreichte aber trotzdem das Ziel in der vor- geschriebenen Zeit. BiAud&duue VeceitoC Uiltu wb: Z!atursrcu»de>B>ldung»k»ns«re»l. Alle Trotz. Berliner Abteilungen senden ibre Vertreter tu der Sigung Montag. 5. September. 20 Uhr, in der Geschäft-. stelle, Lohanniostr. 14—15, Naturkundler.Zimmer. Bezirtslartcll Friedrich-Hain. Montag, ö. September, 20 Uhr, Kartellsitzung bei Gaul, Borhagcncr Str. 114. Kartellbeiirl 15 Treptow. Montag, 3. September, 20 Uhr, bei O. Pamp, Nieder. schöncwcide, Hasselwerderstr. 12, Kartellsttzung. Wichtige Tagesordnung. Arbeiter-Schiitzenbund, vrtegruppe Verlin. Sonntag, 4. September, 10 Uhr, Kleintalibcrschictzen in Friedrichsfelde, llpstallwcg. Freie Turnerschast Grotz-Berlin, Beärt Lichtenberg. Die Altersabteilung filber ZO Jahres turnt jede» Freitag 20 Uhr in der unteren Turnhalle der Schule Soltcillratzr. In der oberen Halle turnen Dienstags und Freitags 20 Uhr Jugend-«unter 18 Jahre) und Männcrableilung<18 bis 30 Jahre), äb 18 Uhr turnen die Schülerabteilungen bis zu 14 Jahren. In der Turnhalle de« Iahn.Nealgnmnastums, Schreiberhäuer Stratz«, turnen Dienstags und Freitags 18 Uhr die Schülerinnen von 9 bis 14 Jahren und 20 Uhr die Iungmädchen- abtcilung von 14 bis 23 Iahren. Mittwoch 18 Uhr turnt di» Kleinlinder. abteilung von 5 bis Z Iahren und von 20 Uhr die Frauenabteilung über 23 Jahre. FFB. Kickers 31. Außerordentliche Sitzung Donnerstag, 8. September, 20zh Uhr, bei Schade, Lichtenberg, Rormannenstr. 82. Zur Bervollstiindigung der Mannschaften werden noch Spieler gesucht. Volkssport Neukölln. 4. September. 8. Fraucnabtcilung. Fahrt nach Krumme Lanke. Abfahrt 8 Uhr Rathaus Neukölln oder 8zh Uhr Tletsdreieck. Rätsel- Ecke des„Abend" niiiiiininiiimiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiumiiiiiiiiiiiiiuiiiiiHmniuiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiniiiiiiriiiiiiitiiMiitiiiitiiiiiiHtiHn Kreuz und quer 20. Art Erbschaft; 21. Getränk: 22 27. irischer See: 28. französischer Schriftsteller. Waagerecht: 2. Aner° kennung: 5. Einspruch: 7. Fluß im Harz: 9. lateinisch„Duig": 10. Nebenfluß der Donau: 11. Abschiedsgruß: 13. Wild: 15.Frucht: 18 nordifcheGöltin; 19. Stadtteil von Wuppertal: 24. rumänische Münze: 25. Ge- wässer: 26. Wurswaffe: 27. ja- panische Münze: 29. Fluß in der Schweiz: 30. Soldat: 31. Gemeinschaft. Senkrecht: 1. italienischer Komponist: 2. Anteilschein: 3. Gutschein: 4. deutscher Di- alektdichter: 6. Kohlenprodukt: 8. Männernanie: 11. Sing- vogel: 12. Deutscher Staats- mann: 14. Landschajtsarti 16. Nebenfluß der Ems: 17. Zahl; Haustier: 23. deutscher Dichter: 17. b. Silbenrätsel Aus den Silben a ba be bo bob che chen ci dam di din e e e eb ei en en fre ga gat ger i i il kon la land le lek ling Iis loo mann nie me mer mün na nau ne ne no o o pard pe ra rad ri far schwind sis ster sucht ta tc te ter tief tra um va wa zim sind 24 Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, beide von oben nach unten gelesen, eine Sentenz ergeben. Die�Wörter bedeuten: 1. Männl. Vorname: 2. Oper von Strauß: 3. Stadt in Thüringen: 4. deutscher Romantiker: 5. Insektenlarve: 6. franz. Dramatiker: 7. Handwerker: 8.«chlachtort: 9. Stadt in Holland: 10. Metall: 11 Kriegsschiff; 12. Alpental: 13. Raubtier: 14. Wand- bekleidung: 15. seiner Gips: 16. Rachegöttin: 17. tödliche Krankheit: 18. Naturerscheinung: 19. Nebenfluß der Donau: 20. indischer Krösus: 21. Baum: 22. deutsche Stadt: 23. Oper von dÄlbert: 24. Musikinstrument.« Diamanträtsel Iii Die Buchstaben: a a a b d deeeeeeeffghik lllmmnnopprrrr rrsttuu u sind in die nebenstehende Figur so einzu- tragen, daß die waagerechten Reihen ergeben: 1. Konsonant: 2. Haustier: 3. Obstart: 4. weiblicher Vorname: 5. Erdöl: 6. männlicher Vorname: 7. Obstart: 8. Waldtier: 9. Kon- � sonant.— Die mittelste senkrechte Reihe muß den Namen eines Nahrungsmittels er- geben. H. S. Zahlenrätsel 12 3 45— 46245— 789 2 4— 7 10 5— 462— 11 6 4 12. Schlüsselworte zu diesem Wahlspruch: 7 8 9 2 4 Symbol «tnes Vereins: 7 10 2 7 Zahl: 15 6 Schweizer Kanton: 3 8 7 4 12 Schulgerät: 11 4 2 3 2 4 5 Gewicht. f Auslösungen der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Laube: Adele: 6, Stockholm: 9 Kasat: 11. Forst: 15. Hasli: 16. Kolli: 19. Kelch: 22. Manko: 23. Venezuela: 24. Geist: 25. Trost.— Senkrecht: 2. Bock: 4. Dorf, 5. Takt: 7. Kai: 8. Kate: 10. Achse: 12. Skink: 13. Rif: 14. Oka: 17. Alka: 18. Pose: 20. Hans: 21. Fez: 22. Meer. Zahlenrätsel: Kalligraphie, Arrak, Lilli, Lilie, Igel, Galle, Rapier, Alpaka, Papier, Halle, Iller, Erpel. Kapselrätsel: Mit hehrem Mute nur läßt sich das Leben meistern. Schieberätsel: Bremerhaven. Buchstabenrätsel: Delphi, erk, Urban, Salat, Drüse, Massiv, Onkel, kerbe.— Die Kunst dem Volte! In die Ferne: Zug— Vögel— Zugvögel.