Morgenausgabe Nr. 429 A 209 49.Iahrgang Wöchentlich 75 Pf. monatlich 3,25 M, (davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug Z,S7 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellge. bllhren. Auslandsabonnement 5,65 M. pro Monat; für Länder mit ermäßig- tem Druckfachenporto 4,65 M. Bei Ausfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. Erfchetnungsweifeund Anzeigenpreise siehe am EchluK des redaktionellen Teils. P VM-W. NerUner SolkSVIatt Gonniag 1.1. September 1932 Groß-Äerlin 15 Z)s. Auswärts 20 Z)f. W Jentrawsgan der Sozialdemokrattschen Partei DeutschllanM� Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 kiernspr.: Dönhoff(A 7) 292—297. Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 3, Dt. B. u. Disc.-Ges., Depositenk., Jerusalemer Str. 65165. Morgen Auflösung!? Der Konflikt spitzt sich zu.— Nationale Wahlparole gegen Nationalsozialisten. Morgen, 3 Uhr nachmittag, versammelt sich der Reichs- tag des 31. Juli zum zweiten- und vielleicht letzten- mal. Er wird eine Erklärung der Reichsregierung entgegen- nehmen, die aufs stärkste„national" betont sein wird. Herr von P a p e n hofft, am Montag im Besitz der f r a n z ö s i- schen Antwort auf die deutsche Rüstungsnote zu sein, die, wie man schon weiß, entschieden ablehnend lauten wird. Herr von Papen will dann an die Vaterlandsliebe der Par- teien appellieren und sie auffordern, sich im Ringen um Deutschlands Ehr und Wehr geschlossen hinter die ehrwürdige Person des Herrn Reichspräsidenten und hinter die autoritäre Reichsregierung zu stellen. Tun sie es nicht, so ist der Kon- flikt da, der Reichstag fliegt auf— und zwar sofort! Schon am Montag, nach der Reichstagssitzung, in der nur der Kanzler sprechen soll, will der Reichspräsident die Parteien des schwarzbraunen Blocks zu sich laden. Er will sie vor die Frage stellen, ob sie bereit seien, angesichts der gespannten außenpolitischen Lage alles Trennende zurückzu- stellen und mit der Regierung seines Vertrauens zusammen- zuarbeiten. Nach dem heutigen Stand der Dinge kann die Antwort nur verneinend ausfallen. Die Auflösung des Reichstags soll dann schon am Montag- abend erfolgen, noch ehe der Reichstag Gelegenheit findet, mit Reden oder Beschlüssen auf die Erklärung der Regierung zu antworten. * So sah der Kriegsplan der Herrenklubregierung gestern abend aus. Daß er noch geändert wird, ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. Alles spitzt sich auf einen Konflikt zu, wie ihn bis vor kurzem nur die wenigsten für möglich ge- halten hätten. Derselbe Reichskanzler, der vor drei Monaten den Reichstag von 1936 auflöste, weil ihm 197 National- sozialisten zu wenig waren, wird jetzt den neuen Reichstag auflösen, weil ihm 239 Nationalsozialisten zuviel sind! Er will gegen die Partei des extremsten, bis zum Irrsinn ge- steigerten Nationalismus Wahlen machen— mit einer nationalistischen Parole! Die Nationalsozialisten sollen in den Wahlkampf ge- drängt werden Seite an Seite mit der Zentrums partei, die sie eben erst als die Partei der Vaterlandslosigkeit und des Landesverrats beschimpft hatten. Das Zentrum hin- wiederum will die Verfassung, die Demokratie, das parlamentarische System verteidigen gegen den Reichspräsidenten und die von ihm ernannte Regierung Schulter an Schulter mit einer Partei, die sich bisher stets als die Tod- f e i n d i n der Verfassung, der Demokratie, des parlamenta- rischen Systems bekannt hat. Derselbe Herr G ö r i n g, der jetzt als Präsident die Rechte der gewählten Volksvertretung schützen zu wollen behauptet, hat noch im Wahlkampf die Formel geprägt, Aufgabe seiner Partei sei es, die Demo- kratie mit den Mitteln der Demokratie zu vernichten. Jetzt, da die Vernichtung der Demokratie überraschenderweise von anderen gründlichst besorgt wird und zum Schaden der eigenen Partei auszuschlagen droht, hat die Demokratie keinen eifrigeren Verteidiger als diesen Herrn Göring! *\ Wird der Reichstag morgen oder übermorgen oder in drei Tagen aufgelöst, so kann kein Mensch voraussagen, was weiter daraus wird. Zunächst wird dann die Regierung Papen im ganzen ein halbes Jahr Zeit gewonnen haben, um ohne das Vertrauen des Reichstags mit Notverordnungen und Presseordonnanzen regieren zu können. Ob der im No- vember zu wählende Reichstag überhaupt zusammentreten wird, ob er länger leben wird als sein kurzlebiger Vor- ganger, das alles kann niemand voraussehen. Auch wird man nur mit äußerster Vorsicht den Gedanken aussprechen dürfen, daß bei sehr sorgfältiger Auslegung der Ver- f a s s u n g ein solches Tun vielleicht ein wenig bedenklich sein könnte. Denn spräche man. diesen Gedanken mit allzu plumper Offenheit aus, so könnte man verboten werden und bekäme zu guter Letzt eine Postkarte aus Leipzig, daß das alles so in bester Ordnung sei. Schon hat die„Deutsche Allgemeine Zeitung" angedeutet, daß ein neuer Wahlkampf sich nicht mehr mit der bisher üblichen„Ungebundenheit" vollziehen würde. Es wird dabei, wenn wir richtig unterrichtet sind, nicht nur an ein schärferes Anziehen der Kandare für die Presse gedacht, sondern es schweben auch Pläne, den Parteien die Führung des Wahl- kampfes finanziell zu erschweren. Was man mit alle- dem erreichen will, ist noch nicht im allerentferntesten ficht- bar; denn daß es gelingen könnte, der einzigen Regierungs- partei, der deutschnationalen, auf solche Weise zu einer Mehr- heit zu verhelfen, wird niemand annehmen. -i° Der sozusagen verfassungsmäßige Ausweg aus diesem Chaos. wird gesucht in einer Verständigung des Reichspräsi- denten mit der schwarzbraunen Koalition. Für den wahrscheinlichen Fall, daß diese Verständigung nicht mög- lich ist, rüsten beide Teile. Die Reichsregierung hat dabei den Vorteil, nicht nur die bewaffnete Macht für sich zu haben, sondern auch einigermaßen einig zu sein. Der ver- hältnismäßig kleine Kreis, den sie umfaßt, wird zusammen- gehalten durch das Bewußtsein, daß es für alle ums Ganze geht. Auf der anderen Seite ist der schwarzbraune Block eine mehr als sonderbar zusammengewürfelte Gesell- schaft, ihr Zusammenhalt kann nicht stark sein. Dieser innerlich schwache schwarzbraune Block steht oben- drein noch zu den Parteien' links von ihm, vor allem zur Sozialdemokratie, im schärfsten Gegensatz. Ein ein- heitliches Vorgehen des Reichstags zum Schutze seiner Rechte ist infolgedessen nur schwer denkbar. Die Sozialdemokratie ist nicht geneigt, etwas zu tun, was dieser Regierung der Sozialreaktion das Leben auch nur um fünf Minuten ver- längern könnte; sie will aber ebensowenig sich zum Steig- bügelhalter der schwarzbraunen Koalition hergeben. Und mahnte sie nicht die eigene Klugheit zu äußerster Vorsicht, so würde das der Feind im Rücken tun. Was immer die Sozialdemokratie tun oder lassen wird, die KPD. wird sie auf alle Fälle beschuldigen, entweder der regierenden Sozial- reaktion oder dem machtlüsternen Faschismus Vorschub zu leisten. * In Wirklichkeit will die Sozialdemokratie weder das Paris, 10. September.(Eigenbericht.) Der französische Ministerrat, der am Sonnabend unter dem Dorsih des Präsidenten der Republik tagte, hat den Wort- laut der französischen Antwortnote auf das deutsche Memorandum endgültig gebilligt. Die Rote soll in einem ziemlich farblosen und kalten Ton abgefaßt sein und erklären, daß Frankreich Sonderverhandlungen mit Deutschland ab- lehnt. Die Rote ist am Sonnabend mit einem Sonderkurier nach Berlin abgegangen und wird dort durch den französischen Botschas- ter dem Reichsauhenminisler übergeben werden. Am Montagabend wird ihr Wortlaut vom Quai d'Orsay veröffentlicht. Das„Journal des Debats" will aus der Unterredung des ameri- lanischen Senators Rsed mit Herriot erfahren haben, daß Reed eine noch das andere tun. Sie kämpft gegen beide Formen der Diktatur, die deutschnationale und die nationalsoziali- stische, für die Wiederherstellung der Volks- rechte, deren Bedeutung für die Kämpfe der Arbeiterklasse heute auch dem Blindesten klar geworden sein sollte. Sie führt den Klassenkampf gegen die dümmste und Hab- gierigste Bourgeoisie der Welt, die durch Sub- ventionen und durch noch tieferes Herabdrücken der Arbeiter- löhne ihre eigene schäbige Existenz neu zu fundieren sucht. tieferes Herabdrücken der Arbeiterlöhne bis unrer die Hunger- grenze ihn eigene schäbige Existenz neu zu fundieren sucht. Jeder verständige Mensch in Deutschland, der noch an etwas anderes denkt als an Profit und Futterkrippe, jeder, in dessen Munde die Liebe zum eigenen Volk mehr ist als bloße Heuche- lei, muß heute erkennen, daß Staat und Gesellschaft blitzschnell dem Abgrund entgegenrollen und daß es keine Rettung gibt außer bei der Arbeiterklasse und beim Sozia- l i s m u s. Diese Erkenntnis in alle Hirne zu hämmern ist jetzt die wichtigste Aufgabe, wichtiger als alle taktischen Entscheidun- gen. Die Mächte der Vergangenheit sind am Werk, Deutsch- land zum Tode zu regieren. Was kommt nach ihnen? Ent- weder ein hoffnungsloses Dahinsterben oder aller eine Arbeiterbewegung, die im Zeichen der Demokratie und des Sozialismus geeint marschiert! Schwarzbraunes Karussell. Nin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln! Am Sonnabendnachmittag wurde amtlich mitgeteilt: Reichstagspräsident Göring hatte beantragt, daß eine Unter- r e d u n g zwischen dem Herrn Reichspräsidenten und den Vertre- tern der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, des Zen- trums und der Bayerischen Volkspartei stattfinden möge. Hier- mit hatte sich der Reichspräsident einverstanden erklärt und die Unter- redung aus Dienstag anberaumt. Am Sonnabend hat Herr Göring gebeten, daß die Unterredung schon am Montag stattfinden möge. Auch hierzu hat der Herr Reichspräsident sein Einverständnis erklärt. Am Sonnabendabend jedoch war alles wieder anders. Da wurde folgende Meldung verbreitet: „Wie vom Büro des Reichstagspräsidenten mitgeteilt wird, wurden die vom Reichspräsidenten zur politischen Aussprache ge- betenen drei Fraktionen noch am Sonnabend vorstellig, die für Dienstag anberaumte Besprechung er st nach der Aus- erklärte, die Vereinigten Staaten würden auf keinen Fall die Wiederaufrüstung DeutsHlands ermutigen. Reed habe gleichzeitig die Notwendigkeit der allgemeinen Abrüstung im Sinne des Vorschlags Hoover betont. Großreinemachen in Spanien. Adelstitel abgeschafft. Madrid, 10. September.(Eigenbericht.) Das spanische Parlament hat Titel und tv ü r d e n der spanischen Aristokratie annulliert. Die spanische Post- Verwaltung wird deshalb Briefe und Pakete nicht mehr bestellen, die als Ausschrist außer dem Ramen auch den Titel eine» früheren Adeligen tragen. Frankreichs Antwort unterwegs. Vor der Lleberreichung in Berlin. spräche im Reichstage. oKer vor der Abstimmung statt- finden zu lassen." Zwischendurch hörte man, daß die drei Fraktionen über- Haupt auf einen Empfang verzichten wollten. Es muß am Sonnabend im Büro des Reichspräsidenten schwierig ge- wesen sein, immer auf dem laufenden darüber zu bleiben, was jeweils der letzte und neueste Wunsch von- Herrn Göring war! Llm Schleicher. Gerüchte und ein Dementi. Die deutschnationalen Parteimitteilungen haben gestern folgendes verbreitet: Bei den Presseverösientlichungen über die Versuche zur Be- scitigung der Regierung Pape» wird mit peinlicher Häufig- k e i t der Name des Reichswehrministers von Schleicher in die Kombinationen für eine neue durch Nationalsozialisten und Zentrum gestützte Regierung einbezogen. Aus der Umgebung Hitlers ist der ausländischen' Presse ganz offen gesagt worden, daß die Tage Popens gezählt seien und daß Schleicher sich Hitler gegenüber bereiterklärt habe, mit Unter- srützung der Rationalsozialisten die Kabinettsbildung zu über- nehmen. Wir halten das olles für Zweckmeldungen, aber im In- teresse der Autorität des Kabinetts halten wir es für an der Zeit, daß von feiten Schleichers selbst endlich einmal durch ein ein- deutiges Dementi mit derartigen Versuchen, Uneinigkeit in das Kabinett hineinzutragen, aufgeräumt wird." Daraufhin wurde amtlich folgendes bekanntgegeben: „Entgegen anderslautenden Gerüchten, die zurzeit umlaufen, teilt Reichswehrminister von Schleicher mit, daß er nicht bereit ist, zu einer Verfälschung des Gedankens einer unabhängigen Präsi- dialregierung durch ein tatsächlich von den Parteien gebildetes Kabinett die Hand zu bieten. Er betont, daß er es als eine Un- treue gegenüber dem Herrn Reichspräsidenten ansehen würde, wenn er irgend etwas tun würde, was dem Bestand des jetzigen Kabinetts gefährden könne." Das Regierungslager und das schwarzbraune Lager sehen offenbar in Schleicher den ausschlaggebenden Mann im Kabinett. Erinnerung an den Herrenklub. „?iein gesellschaftlich- gemeinnützig- durchaus nicht reaktionär!" Durch die Bildung der Regierung Popen ist der„Deutsche H e r r e n k l u b" als Keimzelle dieser Regierung zu plötzlicher Be- rühmtheit gelangt. In alten Papieren blätternd bemerken wir, daß schon vor Jahren der„Vorwärts" sich einmal mit dieser seltsamen Gemeinschaft befaßt hat. Am 18. Februar 1926 erschien im„Vor- wörts" ein Artikel des Genossen Philipp Scheidemann mit .der Ueberschrift„Organisierter Putschismus". In diesem Artikel war Mitteilung gemacht von der Tätigkeit des Obersten a. D. Nicolai, der im Kriege Chef der Abteilung Illb der Obersten Heeresleitung und rechte Hand Ludendorffs gewesen war, jetzt aber — im Jahre 1926— von Scheidemann bezeichnet wurde als„das Haupt einer straff gegliederten Organisation, deren Aufgabe darin besteht, das deutsche Volk„zu befreien", d. h. die Republik„umzulegen", wie dos Kapp und Ludendorff 1929, Hitler und Ludendorff 1923 bereits versucht haben". Aber die kommende Unternehmung, so führte Scheidemonn aus, werde viel grllnd- licher vorbereitet. Nicolai habe zusammen mit Hugenberg eine Organisation gegründet, um das deutsche Volk reaktionär zu verseuchen. Als eines ihrer Glieder war von Scheidemann ge- nannt der Herrenklub des Herrn von Gleichen. Der Artikel Scheidemanns brachte uns eine Berichtigung ein, die wir durch den Rechtsanwalt H. B r u g f ch im Auftrage des Deutschen Herrenklubs am 22. Februar 1926 zugestellt erhielten und die lautete: Der Deutsche Herrenklub bezweckt rein gesellschast- l i ch e Ziele und hat weder mit Herrn Obersten Nicolai noch Herrn Geheimrat Hugenberg irgendwelche organisatorische oder sonstige"Verbindungen. Es ist völlig erfunden, daß der genannte Klub im Sinne des Artikels als eine Organisation des Putschismus tätig sein solle, geschweige unter der Leitung oder auf Grund von Einflüssen des Geheimrats Hugenberg oder des Obersten Nicolai. Der Deutsche Herrcnklub E. V. Der Vorstand. I. A.: von Radowitz. So lautete die Berichtigung. Der Uebersender. Rechtsanwalt Brugsch, fügte ihr aber noch folgendes Geleitschreiben bei: Zu Ihrer eigenen Information gestatte ich mir zu bemerken, daß der Artikelschreiber, von dem mein Klient Böswilligkeit nicht annimmt, offenbar einer völlig irreführenden Jnformalion zum Opfer gefallen ist. Die beigefügten Statuten des Klubs ergeben, daß Sinn und Zweck des Vereins lediglich rein gesell- sch astliche Fühlungnahme ist und er im übrigen gemein- n ü tz i g wirkt. Ich kann Ihnen auch mitteilen, daß die Ange- hörigen des Vereins auch politisch verschiedenen Rich- t u n g e n angehören und durchaus nicht im Sinne des Artikels Mitglieder der„reaktionären" Rechten find. In der ge- druckten Satzung lautet der Z 2 dementsprechend: Zweck des Vereins ist, auf der Grundlage gemeinsamer Wissenschaft- licher Interessen(!!), die Pflege geselliger Beziehungen zwischen führenden Persönlichkeiten der verschiedenen Berufsstände. Der Verein verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Der Deutsche Herrenklub war also von Anfang an gut„ge- tarnt". Wer ihn richtig beurteilt hat. wie es um den Wissenschaft- licheu, unpolitischen und sogar„gemeinnützigen" Charakter des Vereins bestellt ist, darüber mag sich der geneigte Leser aus Grund der jüngsten Erfahrungen ein Urteil bilden. Waffenfunde bei GA.-Leuten. 12 Gewehre, 2500 Schuß Munition. Sprottau, IN. Leptembrr. Bei den durch Beamte der Landeskriminalpolizei und Landjägerei am 9. d. M. in Mallmitz im Kreise Sprottau vorgenommenen Ermittlungen und Haus- suchungen wurden in der Wohnung des S.A.-Mannes Hans Burghardt von Dicbitsch ein Gewehr lModell 98) und in dem Hause de» NLDAP.-Mitgliedes und SA.-Mannes Aulich 12 Gewehre(Modell 98) und etwa 2500 Schuß Munition vorgefunden. Tie Waffen waren im Stroh versteckt, sie sollen von Tie- bitsch besorgt worden sein, der den Beamten Angaben über die Herkunft der Waffen verweigerte. Munition und Waffen wurden sichergestellt. Das Verfahren liegt nunmehr in der Hand der zuständigen Staatsanwalt- schuft. Der Schwindel um Coburg. Die„Aazi-Veste" mimtten der pleite. In den letzten Wahlkämpfen hat die Hitler-Partei in ganz Deutschland die Reklame besonders mit dem Hinweis auf die „N a z i o e st e" K o b u r g betrieben, wo angeblich die Hakenkreuz- mehrheit angeblich verfahrene Stadtfinanzen durch„Sparsamkeit" an Gehältern wieder bereinigt habe. Die Unverfrorenheit, mit der diese Schönfärberei immer wieder betrieben wurde, hat selbst kritische Leute schwankend gemacht. Der„B o r w ä r t s" hat wiederholt den Schwindel nachgewiesen. Jetzt kommt aus Koburg selbst ein neuer Beleg für die Verlogenheit der nationalsozia- listischen Propaganda. Im Parteiverlag der Nazis(Eher in München) ist eine B r o- schüre erschienen, deren Verfasser der nationalsozialistische Finanz- dezernent der Stadt W. Fa b e r ist. In ihr werden nach bekannter Methode die Verhältnisse in den rosigsten Farben geschildert. Unter anderem sagt dieser Nazifinanzmann auf Seit« 19 seiner Bro- schüre: „Dabei ist es der nationalsozialistischen Stadtratsmehrheit durch ihre Sparsamkeit gelungen, für das zur Zeit lausende Haushaltsjahr 193 2/3 3 ihren Haushaltsplan mit 3 965 690 Mark in Einnahme und Ausgabe unter Beseitigung der von dem schwarzroken System eingeführten sogenannten„Bürgersteuer" abzugleichen. Das ist in einer Zeit möglich gewesen, in der Tausende und Zehn- tausende von kleineren und größeren Städten vor dem Zu- sammenbruch stehen und weder die regelmäßige Auszahlung ihrer Pflichtleistungen an Gehältern, Löhnen und Unterstützungen vornehmen, geschweige denn den Zins- und Tilgungsverpflich- tungen für ihre alten und neuen Schulden nachkommen zu können.". Das schrieb der nationalsozialistische Finanzdezernent zu Pro- pagandazwecken im Monat Juli 1932! Aber schon im August steht es in Koburg so, daß der gleiche Finanzdezernent nicht mehr aus und ein weiß. Am 2. September mußte, wie unser Koburger Parteiorgan, dos„Volks- blatt"(Nr. 298, 5. Sept.) mitteilte, der Broschllrenfabrikant und zweiter Bürgermeister Faber, vom Stadtrat einen Rachlragskredit in höhe von 154 999 M. verlangen, für den er im Haushaltsplan keinerlei Deckung hat. Doch damit ist es nicht abgetan. Nach sehr vorsichtigen Berechnungen und immer unter der Voraussetzung, daß die im Haushaltsplan eingesetzten Mittel wirklich eingehen, errechnet sich bisher bis zum Schluß des Haushaltsjahres ein Fehlbetrag von 465 999 ZN. Er kann aber auch noch höher werden. Das weiß auch Faber. Er hält seine Broschüre trotzdem nicht an, sondern läßt sie weiter verkaufen, obgleich sie im wichtigsten Teil nicht stimmt! Aber noch mehr: In der Stadtratssitzung vom 2. September wurde von dem nationalsozialistischen Finanzdezernenten und Bro- schürenschreiber Faber eine Entschließung eingebracht, die in ihrem Schlußsatz lautet: „Der Stadtrat Coburg lehnt daher die Verantwortung für den in greisbore Nähe gerückten Ruin der Stadt schon heute ganz entschieden ab. Der Stadtrat Coburg ersucht aber auch die Regierung von Obersranken, das Staatsministcrium des Innern auf die drohende Gefahr des wirlschafllichen Zusammen- bruchs unseres städtischen Gemeinwesens mit seinen unüberseh- baren Folgen für die gesamte Bürgerschaft unserer Stadl aus. merksam zu machen und sich für grundlegende Hilfe tatkräftig einzusetzen." Das ist der Weisheit letzter Schluß: Die Regierung soll helfen, wo die Nazis nicht weiterkönnen! Die gleiche Regierung, die durch Zwangsetatisierung von Steuern, die d'.e Nazis abgelehnt hatten, überhaupt erst die Möglichkeit schuf, daß Coburg nicht schon zu Beginn der Naziherrschaft zusammenbrach. Jetzt haben die Nazis die Zwangs steuern freiwillig über- nommen, und trotzdem sind sie so weit, daß sie mit der„drohen- den Gefahr des wirtschaftlichen Zusammenbruchs" rechnen! Wir arbeiten nicht mit der Demagogie der Hakenkreuzler. Wir wissen, daß auch andere Gemeinden in schwerer finanzieller Be- drängnis sind— als Folge der Wirtschaftskrise und der verfehlten Reichsmaßnahmen. Aber wir dürfen vor aller Oesfentlichkeit fest- stellen, daß die Nazis in ihrer„Beste" Koburg auch nur mit dem Wasser des Defizits kochen können, daß sie aber verlogen genug sind, um die Pleitewirtschaft ihrer Kommunalhelden in Wort und Schrift zu einem„Erfolge" ihrer angeblichen„Reinigungsarbeit" umzubiegen, während sie gleichzeitig die Aufbauarbeit der anderen als„Bonzenmißwirtschaft" verlästern! Der Anstifter der Attentäter. Ein Oberregierungssekretär im Wehrkreisverwaltungsamt Königsberg. Königsberg, 10. September.(Eigenbericht.) Einer der Hauptanstifter der Attentate, die nach den Reichstagswahlen von Nationalsozialisten in Ostpreußen verübt wurden, ist der Lberregierungs- sekretär Tretze vom W e h r k r e i s v e rwa l- tungsamt Königsberg. Tiehe ist, seit sich der Verdacht der Mittäterschaft auf ihn lenkte, flüchtig. Tie Staatsanwaltschaft hat deshalb endlich einen Steck- brief gegen fhn ertiiissen. In der Tkazihochburg. Oer Bürgermeister in Hast genommen. halle, 9. September.(Eigenbericht.) In Bad Schmiedeberg, einer Hochburg der Nazis, ist es zu einem großen Kommunalskandal gekommen,- der mit der plötzlichen Amtsenthebung und Verhaftung des Bürger- m e i st e rs K o l l e endete. Der der äußersten Rechten angehörende Bürgermeister hatte sich vor etwa Jahresfrist 3999 M. als nachträgliche Dienstunkostenentschädigung für 1924 bis 1929 auszahlen lassen, an das Sparkassenkuratorium, dessen Vorsitzender er war, sind auf seine Veranlassung einige Jahre hindurch Beträge bis zu 159 M. pro Person gezahlt worden und schließlich hat der Sparkassendirektor mehrfach als Gratifikation Beträge von 599 M. erhalten. Auf diese Weise hat diese nationale Gesellschast die schwer unter der Wirt- schaftskrise leidende Stadtgemeinde um rund 13999 M. geschädigt. Vor kurzer Zeit gelang es Herrn Kolle noch, im Stodtparloment einen. Beschluß aus Errichtung eines Denkmals für seine eigene Person durchzusetzen. Durch seine Verhaftung wird die Einweihung wohl eine kleine Verzögerung erfahren. Die Hugenberg-Presse hat inzwischen die Schamlosigkeit be- sessen, den„nationalen" Bürgermeister Kolle der Sozialdemo- kratie anzuhängen! Ein alldeutsches Programm. Ein Programm des Verfassungsbruchs. Die alldeutschen Putschisten werden wieder lebendig. Sie sehen die Zeit für gekommen an, in der ihre Putschpläne, die im Jahre 1926 gescheitert sind, verwirklicht werden könnten. In einer Sitzung des„Alldeutschen V e r b a n d e s" hat der Justizrat El aß ein Programm entrollt, das offen vom Reichspräsidenten den Staats st reich fordert. Die „Deutsche Zeitung" Nr. 213 berichtet über das von Claß vorgetragene Programm: „Hierzu kommt noch, daß die Prüfung sowohl der Bestimmun- gen der Weimarer Verfassung, wie der Rechtsstellung jedes Staats- oberhaupteH im allgemeinen zu dem nicht mehr bestreitbaren Er- gebni« gelangt ist, daß die bis jetzt von dem Reichs- oberhaupt beanspruchte und ausgeübte Diktatur gesetzmäßig ist, unk» daß er darüber hinaus auf Grund der Pflichten, die der ü b e r g e s e tz l i ch e N o t st a n d ihm auf- erlegt, ohne Verletzung der Reichsverfassung viel weitergehende Maßnahmen treffen kann, da er durch den Staatsnotstand souverän geworden ist. Wir sind der Meinung, daß man diesen Reichstag nur dann auflösen sollte, wenn die unbedingte Notwendigkeit dazu gegeben ist— daß aber dann, wenn die Auflösung vollzogen wer- den müßte, von Neuwahlen abgesehen wird, bis die Diktatur die Rettung des Vaterlandes im weitesten Sinne durchgeführt hat. An dem Rechte des Reichspräsidenten und der von ihm beauftragten Regierung zu solchem Versahren ist auf Grund des übergesetzlichen Notstands nicht zu zweifeln. Den Gedanken, in solcher Zeit eine Nationalversammlung wählen zu lassen, verwerfen wir grundsätzlich, weil allein die souveräne Diktatur den Verfassungs- umbau wird durchführen können nebenbei auch um deswillen, weil unsere Wirtschaft Ruhe braucht, um zu gesunden, und weil sie durch die ewigen Wahlen nicht weiter gestört werden darf." Was nach dem Staatsstreich praktisch geschehen soll, dar- über unterrichten die weiteren Ausführungen von Claß: „Von dem, was heute zu tun h't, stellen wir nach wie vor den Kampf gegen den Ultramontanismus in den Vorder- grund und gegen seinen Vertreter auf deutschem Boden, das Z e n- trum. Wir wiederholen, daß eine deutsche Staatskunst in größerem Sinne erst möglich ist, wenn das Zentrum von jedem Einfluß auf die politische"Gestaltung ausgejchailet wird. Bon den Fragen der äußeren Politik stehen im Vordergrund die Abrüstung der anderen oder unsere Aufrüstung und die Entwicklung im Osten, von der das gleiche gilt Gerade hierzu sei aber noch ein besonderes Wort an unsere Freunde gerichtet— besonders an jene westlich der Elbe. Es kann gar nicht genug geschehen, um diejenigen unserer Landsleute, die dem Osten räumlich fern und deshalb in Gefahr sind, die dortige Entwicklung mit Gleichgültigkeit zu behandeln, darüber zu unterrichten, daß, wenn unser Volk überhaupt noch eine Zukunft hat, sie im Osten liegt. Das gilt im weiteren Sinne, ist aber zunächst so zu be- handeln, daß es ein Gebot der völkischen Ehre ist, die geraub- ten Gebiete zum Reich zurückzubringen, die gcfähr- beten aber mit dem Aufgebot alles dessen, was Deutschland leisten kann, zu halten und zu verteidigen. Wie unsere Freunde im Osten an Straßburg, an Eupen- Malmedy, am Saarlonde hängen, so müssen die im Westen an Danzig und Marien bürg, an den unseligen Korri- dar, an Obcrschlesien, an O st preußen denken. Die Fran- zosei, haben länger als vier Jahrzehnte an den angeblich geraubten Gebieten der Departements des„Haut Rhin", des„Bas Rhin" und der„Moselle" festgehalten, obwohl sie keinen hinreichend begrün- deten Anspruch daraus hatten. Wehe uns, wenn wir nicht alles daran setzten, um den Raub im Osten zurückzugewin- nen und zu erhalten, was noch unser geblieben ist!" Staatsstreich— Diktatur— Aufrüstung— Revanchekrieg: das ist ein ganz klares Programm! Das nennt sich ,Massenkampf"! Was man Arbeitern erzählen darf. Der„Klassenkamps", Kommunistisches Organ im Bezirk Halle- Merseburg, schreibt in seiner Nummer am 8. September wörtlich: Die SPD.-Parole„Reichstag greif an! enthüllt erneut, daß die Sozialdemokratie und der ADGB. die Stützen der Paven- Schleicher-Regierung sind. Die weis und Tornow sind enlschloijcn. mit allen Mitteln und Manövern die neueste ungeheuerliche Rot- Verordnung Popens durchzusetzen und olles zu tun, um die Ar- beiter vom Kampf gegen den furchtbaren Lohn- und Sozialabbau abzuhalten. Man srogt sich mit Entsetzen, wie es in den Hirnen der armen Menschen aussehen muß, denen gewissenlose Burschen, die sich Re- batteure schimpfen, derartiges vorzusetzen wagen. Wird der Geisteskranke hingerichtet? Die Gnadenkommission des Justizministeriums bat das Gnadengesuch des Präsidenten- Mörders G o r g u l o w geprüft und, wie der„Temps" mitteilt, abgelehnt. Der Iustizminister hat sich der Ansichl der Kam- nnssion anges-l losten und dem Präsidenten der Republik die Akten über Gorgulow übermittelt. Bevor Lebrun jeine Entschei- dung fällt, empfängt er am Montag die Berteidiger des Mörders. Abschassnng der Todesstrafe in Spanien. Das spanische Porta- ment hat ein neues Strafgesetzbuch angenommen, das die Todes- strase abschafft. Zwei französisch« Offiziere wurden von einem betrunken toben- den farbigen Unteroffizier in Südmarykto erschossen, al» sie ihn entwaffnen wollten. Situationen. „Das werden wir schon schassen, du Verräter Deutsch- lands. du Systetn-ftanaillei" Legalität und Legitimität. Das Staatsrecht und der Verfassungskonflikt. Wir wissen seit Marx und Lassalle, daß für die Beurteilung des „Geistes" einer Verfassung die tatsächlichen politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse entscheidend sind. Somit kann also die verfassungspolitische Situation eines Landes nicht im luft- leeren Raum bestimmt werden: auch das Verfassungsleben einer Nation ist der getreue Ausdruck der bestehenden Klassenspannungen. Zeigen die Klassen und sozialen Gruppen einer Nation so tief- greifende Wandlungen wie im Deutschland des letzten Jahr- zehnts, so müssen sich diese Wandlungen auch in der oerfassungs- politischen Situation des Landes auswirken. Man mutz es be- grüßen, wenn sich die beamteten Lehrer des Verfassungsrechtes diesen Wandlungen nicht in einer falschen und vornehmen Zurück- Haltung entziehen und die Verfassungstheorie in die lebendige Dyna- mit der großen politischen und sozialen Auseinandersetzungen ein- schalten. Nur eine Theorie, die sich der stets verändernden Praxis zu bemächtigen wagt, ist fruchtbar und mit lebendigem Inhalt er- füllt. Gewiß bestehen hier ungeheure Gefahren. Je erschütterter die soziale Stabilität eines Volkes ist, um so mehr gerät eine Staats- und Verfassungstheorie, die wie ein Seismograph diese Erschütte- rung festhalten möchte, in Gefahr, selbst erschüttert zu werden. Dieser Gefahr wird nicht ein jeder gewachsen sein. Es ist nur menschlich- allzumenschlich, den Mantel nach dem Winde zu hängen. Aber im Bewußtsein der Gefahr, daß die Wissenschaft auch sür niedrige Interessen des Tages mißbraucht werden kann, ist es gleich- wohl wichtig festzustellen, daß eine Staats- und Verfassungstheorie, die den Aufgaben ihrer Zeit(aber keiner hauchdünnen Ober- schicht) diente, nur die großen Traditionen ihrer Wissenschaft sinn- gemäß und würdig zu verwalten hätte. Kein Geringerer als Thomas H o b b e s hat im 17. Jahrhundert das Beispiel ge- geben, wie die wissenschaftliche Staats- und Verfassungslehre an dem lebendigen Ringen der Nation teilzunehmen habe: Thomas Sjobbes, der ehedem die Rechte des Königs mit der Feder verteidigt hatte, begrüßte die Revolution, die der bisherigen Spannung zwischen dem König und den ständischen Gewalten ein Ende zu machen schien„durch Etablierung der Republik von England, ohne König und chaus der Lords". Freilich hat die Staatsrechtslehre im Zeitalter des Spät- kapitalismus nicht mehr die ungebrochene Kraft des frühen Ratio- nalismus. Der Rationalismus des 17. Jahrhunderts war kritisch und revolutionär, die Staatsrechtslehre der Gegenwart ist kritisch und reaktionär. Carl Schmitt, den wir hier als Repräsentanten der modernen Staatstheorie betrachten wollen, unternimmt in einer soeben(im Verlag Duncker und Humblot) erschienenen Schrift unter dem Titel„Legalität und Legi- t i m i t ä t" den Versuch, die Verfassungskrise der Gegenwart in ihrem Gesamtzusammenhang zu umreißen. Wir sagen mit Absicht Verfassungskrise,.weil der tatsächliche Wandel der Reichs- Verfassung(trotz des unveränderten Wortlautes des Verfassung?- textes) heute von niemandem mehr bestritten werden kann. Die Verfassungskrise muß vor allem darin erblickt werden, daß die ordentliche Gesetzgebung durch den Reichstag in den letzten Jahren immer mehr durch die außerordentliche Gesetz- gebung ausgeschaltet worden ist. Carl Schmitt unterscheidet drei außerordentliche Gesetzgeber der Weimarer Verfassung: 1. Die qualifizierte Mehrheit, die Zweidrittelmehrheit, kann, formal konsequent zu Ende gedacht, alle materiellen Bestimmungen der Weimarer Verfassung aufheben Die Zweidrittelmehrheit stellt also gegenüber der einfachen Mehrheit des Reichstages einen außer- ordentlichen Gesetzgeber dar.„Der zweite Teil der Weimarer Ver- sassung enthäü ein in seiner gapzen cheterogenität(Ungleichartigkeit) bisher kaum bewußt gewordenes, viel weniger durchdachtes Reben- einander verschiedener Art von Legalität und ein Stück einer Gegen- Verfassung.... Für das heutige deutsche Staatsrecht, das sich mit diesem Widerspruch abfinden muß und die neutrale Mittelstroße eines wertfreien Funktionalismus beibehalten möchte, stellt sich infolgedessen dos merkwürdige Ergebnis ein, daß die grundlegenden bürgerlich-rcchtsstaatlichen Prinzipien von allgemeinzr Freiheit und Eigentum nur die Slprozentige„niedere" Legalität, die Rechte von Relegionsgesellschasten und Beamten(bei erfolgreicher Aktualisierung auch die von Gewerkschaften), dagegen die„höhere" ß7prozentige Legalität für sich haben." Dieser Widerspruch besteht in der Tat. 2. Der zweite außerordentliche Gesetzgeber ist das selbständige Volksgesetzgebungsoerfahren,' durch das ein Gesetz durch Volks- entscheid auf Volksbegehren zustande kommt. Damit tritt an Stelle des parlamentarischen Gesetzgebungsverfahrens ein Gesetzgebungs- verfahren der unmittelbaren Plebiszitären(durch Volkswahl) Demokratie. Beim verfassungsändernden Volksentscheid genügt die einfache Mehrheit der Stimmberechtigten. 3. Der dritte außerordentliche Gesetzgeber ist der Reichspräsi- dent, der sich selbst aus die Legitimität der plebiszitären Volkswahl stützt. Die Notoerordnungs„maßnahmen" des Reichs- Präsidenten haben in einer zehnjährigen Praxis g e s e tz v e r- tretenden Charakter erhalten.. Damit ist wiederum ein neuer Faktor in das parlamentarische Legalitätssystem der Weimarer Ver- sassung hineingetragen worden. Ueberblickt man die Schwierigkeiten, die in dem Vor- handensein der drei außerordentlichen Gesetzgeber neben dem parlamentarischen Legalitätssystem liegen, so wird die zusammenfassende Feststellung Carl Schmitts nicht weiter über- raschen: „Angesichts der verzweifelten Lage, in der die Weimarer Verfassung entwarfen und redigiert werden mußte, wäre es un- billig, ihren Urhebern solche Diskrepanzen zum Vorwurf zu machen. Andererseits freilich ist es auch nicht zulässig, sich den Erfahrungen zu verschließen, die ein ereignisreiches Jahrzehnt verfassungsrechtlicher Entwicklung vermittelt hat. Deshalb sollte man sich heute der Erkenntnis' jener Widersprüche nicht länger entziehen." Soweit die kritische Tendenz in Carl Schmitts Untersuchung. Welche positiven Wege möchte nun Schmitt beschritten sehen, um die Widersprüche des Weimarer„Systems" zu über- winden? Er sieht in der Legitimität der Volkswahl, des Plebiszits, die„einzige Art staatlicher Rechtfertigung, die heute allgemein als gültig anerkannt sein dürfte" Freilich könne das Volk nur Ja oder Nein sagen, es könne nicht beraten, deliberieren oder diskutieren: es könne nicht regieren und nicht ver- walten. Carl Schmitt hat eine ganz romantische Vorstellung des „Volkes", die jeder Massenerfahrung bar ist. Aber hat man einmal eine solche Auffassung vom Volt, dann muß man konsequent weitergehen und diesem Volk die nötigen plebiszitären Frage- stellungen„von oben" stellen lassen. Carl Schmitt wird in diesem Zusammenhang durchaus unmißverständlich, wenn er in bezug auf die Regierung von Papen— aber ohne sie zu nenen— schreibt: „Auch eine Regierung, die statt aus die parlamentarische Legalität oder auf die plebiszitäre Legitimität eines gewählten Präsidenten sich aus die Kräfte des Heeres oder des Beamten- tums stützen wallte, brauchte die plebiszitäre Legitimität als Sanktion/ weil es heute nun einmal keine andere Sanktion gibt. Aber sie müßte sich auch'entstlchcßen. die plebisütäre Frage von sich aus zu stellen, und das mit der ganzen Gefahr des Miß- erfolges." An dieser Stelle offenbart Carl Schmitt den aktuellen Wechselnde „herunter mit dir schwarzer Pest vom Regierungssihi Fort mit dem System! Nieder die Verfassung!" „ha! Politische Erbschleicherei! Ieht hat der falsche Diktator sich raufgeseht!" Justiz! Mn krasser Fall aus Hamburg. Hamburg, 1l). September.(Eigenbericht.) Das Hamburger Landgericht bestätigte am Sonn- abend als Berusungsinstai\z ein wegen Beleidigung auf 3 Monate lautendes Gesängnisurteil gegen den Redakteur des„ham- burger Echo" Johannes Richter. Die Beleidigung wurde in der Kritik an einem Schnellrichter erblickt, der am gleichen Tage einen Nationalsozialisten, der einen Totschläger bei sich führte, zu 30 Mark Geldstrafe, aber einen jugendlichen kommu- nistischen Arbeiter, der einen Schlagring in der Tasche hatte, zu einer Woche Gefängnis verurteilt hatte. Diese Kritik bestand in der Ueberschrift:„Bei den Nazis wird alles entschuldigt." Schon die Einleitung des Offizialverfahrens durch die ham- burger Justizbehörden hat seinerzeit großes Aufsehen erregt. Noch mehr aber das Urteil, durch das. wenn es Verallgemeinerung findet, in Zukunft jede Justizkritik unterbunden sein würde. Rechtsstehende Blätter, wie die„Kölnische Zeitung", schrieben außerordentlich scharf gegen das Urteil. Die Berufungsverhandlung am Sonnabend war beispiellos. Der Vorsitzende, ein Ferienrichter, hatte keinerlei Kenntnis des Akteninhalts. Wiederholt unterbrach er den angeklagten Redakteur mit Zweck seiner Schrift. Das autoritär gestellte Plebiszit„von oben" soll uns aus der verfassungspolitischen Krise der Gegenwart herausführen! Man kann sich vorstellen, wie der Verfassungs- entwurf einer„substanzhaften Ordnung", von der Adelsregierung der Deutschen Republik zum Plebiszit gestellt, aussehen würde. Man sieht, zu welchen Konsequenzen die autoritär gerichtete Staatslehre kommt. Es wird Ausgabe der Sozialdemokratie sein, das deutsche Volk in groß angelegter Agitalionskampagne aus die Gefahr hinzuweisen, die Ihm droht. Es soll entmündigt werden, che es noch in den Genuß seiner Mündigkeilsrechle gelangt ist. Das Volk darf nur ja sagen, wozu es ja sagen soll, bleibt der Herren- schicht überlassen. Darüber köuneu alle schönen Phrasen über Ver- anlwortuug vor Gott und Nation nicht hinwegtäuschen. J. P. M. V t „Lieber Zentrumsmann, hilf mir doch die Verfassung gegen den schützen!" polternden Bemerkungen, er wolle keine politischen Reden hören (in einem ausdrücklich politischen Prozeß). Auch die Ausführungen des Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Katz, wurden vom Vorsitzenden unterbrochen. Wieder neue Oauerverboie! Belohnung für den Nachweis illegaler Schriften. Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 14. Juni 1S32 hat der Polizeipräsident die in Berlin erscheinende periodische Druckschrift„S A Z.", Sozia- listische Arbeiter-Zeitung, das Organ der Sozialistischen Arbeiterpartei, mit sofortiger Wirkung bis- zum 31. Oktober 1932 einschließlich verboten. Wie die Justizpressestelle mitteilt, ist die Zeitung„I u st i z und Rech t", die unmittelbar nach dem Verbot der„Roten Fahne" in gleichem Druck und mit ähnlichem Inhalt erschien und scharfe An- griff« gegen die Justiz enthielt, auf Antrag der Staatsanwaltschaft I durch Beschluß des Amtsgerichts Berlin-Mitte als verbotswidriges Ersatzblatt auf Grund Z 16 der Nowerordnung vom 16. Juni 1931 am gestrigen Sonnabend beschlagnahmt worden. Der Polizeipräsident hat ferner die periodische Druckschrift „Roter Block" mit sofortiger Wirkung bis zum 8. März 19 3 3 einschließlich verboten. Der Polizeipräsident hat gleichzeitig die Druckschrift„Jugend- Internationale" mit sofortiger Wirkung bis zum 8. März 1933 einschließlich verboten. Prämien für Anzeiger. Der Polizeipräsident hat ferner eine Bekanntmachung erlassen. in der«ine Belohnung bis zur Höhe von 590 Mark demjenigen zugesichert wird, der der Polizei Hersteller und Vertreiber illegaler, innerhalb des Polizeibezirks Groß-Berlin erscheinender kommunistischer Schriften sowie Herstellungsorte und Her- stellungseinrichtungen für solche Schriften so nachweist, daß«in« strafgerichtliche Verurteilung erfolgen kann. Konflikt Washington— Tokio. Scharfer Protest gegen japanischen prefsefeidzug. Fast wie ein Trompetenstoß klingt eine Washingtoner Meldung, wonach Staatssekretär Stimson mitgeteilt hat, daß der amerikanische Botschafter in Tokio von dem japanischen Außenminister Utschida wegen der japanischen Pressekampagne gegen die Filiale der National Cith Bank in Lsaka die Einleitung einer Untersuchung und hiernach die Berösfentlichung einer Erklärung gefordert hat, durch die die National Cith Bank von jeglichem Verdacht gereinigt werde. Die Pressekampagne wirft nämlich dieser amerikanischen Bank Photospionage vor, während nach amerikanischer Erklärung lediglich zu Reklamezwccken Aufnahmen von der Entwicklung Lsakas gemacht worden seien. Die japanische Pressekampagne gefährde nicht nur das Prestige und die Geschäfte der Bank, sondern auch das Leben und Eigentum ihrer amerikanischen Angestellten. Zugleich wird aus Washington mitgeteilt, was Außenminister Utschida geantwortet hat: Die Untersuchung sei bereits im Gange und sobald dos Ergebni-s feststehe, werde er die Angelegenheit im Litiste der Ausführungen des amerikanischen Botschafters sorg- fältig prüfen. Washingtoner Blätter bezeichnen diese Affäre als symptomatisch für die bedrohlich werdende antiamerikanische Stimmung im japanischen Volke. * Natürlich ist für das herrschende amerikanische Kapital die Sicherheit seMes Aussandsgefchäsies von größter Bedeu- tung. Man will offenbar einer gefährlichen Fremdenhetze von vornherein entschieden entgegentreten. Dabei mag der unleugbar erfolgreiche chinesische V o l k s b o y k o t t gegen amerikanische Waren der Washingtoner Regierung als warnendes Beispiel vorgeschwebt haben. Japan hat durch seine gewalttätige, brutale und rechts- widrige Aktion gegen China selbst sein Recht darauf geschmälert, seine Staatshoheit auch von einem Stärkeren unangetastet zu sehen. Man muß von dieser Washingtoner Fanfare den Eindruck haben, daß sie aus der Empörung über den japanischen Landraub an China entsprungen ist, der durch die Errichtung des mandschurischen „Staates" nur notdürftig maskiert ist. Zweifellos ist auch der große Wandel der Nordamerika- nischen Politik in der Richtung auf eine Berständigung mit S o w j e t r u ß� a n d auf das japanische Vordringen in China zurückzuführen. eintenbungen für diese Rubrik sind B» t n n SS 68, Liodenitraße 3, Parteinachrichten für Groß-Berlin stet» an da»«ejirtsseftetoriat 2. Hos, Z Trevpeu«echt», zu richte» Bund der freien Schulgesellschaften Deutschlands<5. V., Bezirksverband Berlin. Sämtliche Ortsgruppenrevisoren kommeu am Freitag, dem 16. September, 26 Uhr, ,u einer wichtigen Besprechung zusammen. Die Varsihenden bzw. stasficrer laden hierzu umgehend ein. Alle Ortsgruppen müssen uertreten sein Di« Abrechnung de» Z. Quartal» muh bi» zum 1. Ottobcr erfolgen. Kau», und Schullassiererl Kalstert und rechnet deshalb schnellstens bei den Ortsgruppcn, lassierern ab! Zweite Delegiertenmarke ist fällig. Beginn aller Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Alontag, 12. September. l. Kreis. Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. 2. Kreis. Erwerbslosenverfammlung nachmittags IS Uhr in den Arminius. Hallen, Bremer Str. 73. Pünktliches Erscheinen gewünscht.— Kreisvor- standssitzung um 26 Uhr bei Lausch, Bredow. Ecke Wiclesstrahe. Thema: Auswirtungen der Notverordnung auf die Erwerbslosen und Wohlfahrts- untxrstlltzung und die Arbcitsdienstpflicht. Referent Genosse Rohde. i. Kreis. Sitzung der Obleute der Abteilungszeitungskommissionen um 19 Uhr bei Klug, Danziger Str. 71.— Sitzung des engeren Kreisvor» standes mit den Abteilungsleitern um 26 Uhr ebenda.— Abteilungs» kasstcrer! Mit dem Kreiskässierer Fahnen und Prozente abrechnen. 7. Kreis. Bezirksverordnctensraktion mit sämtlichen Bllrgerdeputicrten Rat. Haus Eharlottenburg, Sitzungszimmer I. 14. Kreis lg Uhr Besprechung der Abteilungsleiter. 17. Kreis, ssunktionärkonferenz an bekannter Stelle. 19. Kreis. Krcisdclegiertcnversammlung im bekannten Lokal.— Kreisvor» stand um 18'/- Uhr. 8. Abt. Unserem Genossen Fritz gimnicrniann, Perleberger Str. 12, zu seinem 2Zjährigen Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. 14. Abt. Funktionärsttzung an bekannter Stelle. 15. Abt. Funktionärsttzung bei Obiglo, SIralsunder Str. 11. 16. Abt. Funktionärsttzung bei Kinzel, Usedomer Str. 22. 18. Abt. Funktionärsttzung erst am Dienstag, dem 13., bei Schade, Kösliner Straße 6. Die Freiheitsopfermarken müssen abgerechnet werden. 26. Abt. so Uhr Funktionärsttzung bei Pose, Koloniestr. IS. 21. Abt. Funktionärsitzung in der Geschäftsstelle lltrcchtcr St. 21. 25. Abt. 18'/- Uhr Vorstandssttzung, 20 Uhr Funktionärsttzung an bekannter Stelle. 26. Abt. Funktionärsttzung. 27. Abt. Funktionärsttzung im Sportrcstaurant. 31. Abt. Funktionärsitzung bei Goldschmidt. 38. Abt. Unserem langjährigen Obmann der Revisoren, Genossen Karl Lendel, zum 65. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. 39. Abt. Funktionärsttzung und Abrechnung. 46. Abt. Funktionärsttzung bei Keufner, Hngelbergerstratze. 42. Abt. Funktionärsttzung bei Wiersdorf, Urbanstr. 6, Abrechnung der Frei» hcitsopfcrmarken. 43. Abt. Funktionärsttzung und Abrechnung des„Freiheitsopfer" bei Krepp, Planufer 75/76..'■. 44. Abt. Funktionärsttzung. 47. Abt. Funktionärsttzung bei Kunert, Muskauer Str. 12. 48. Abt. Funktionärsttzung. Die Freiheitsopferarken müssen abgerechnet werden. 52. Abt. Funktionärsttzung, 26 Uhr bei Walter, Kaiserin. Augusta. Allee. 53. Abt. Die Genossen und Genossinnen beteiligen stch an der Versammlung der 81. Konsumverkaufsstelle bei Hamer, Eickingenstr. 55. 76. Abt. Mitgliederversammlung bei Kulka, UHIand- Ecke Lauenburger Straße. Thema: Unsere Ausgaben im Kamps gegen die Reaktion. Referent E. Weichmann. 94. Abt. Funktionärsttzung bei Schräder, Steinmetzstr. 52. 99. Abt. Funktionärsttzung im Sitzungsraum, Hannemannftr. 46. Dienskag, 13. September. 5. Kreis. Kreisfunktionärsttzung in Ewest Gssellfchaftshaus, Große Frank- furter Str. 36. Thema: Polltische Lage. Referent Genosse Künstler. Ohne Mitgliedsbuch und Funktionäranswejs kein Zutritt.— Arbeiterwohlfahrt. Erwerbslosenzusammcnkunft im Heim Tilstter Str. 4/5. Wirtschastspoli» tische Information. Referent Genosse Raue. Unterhaltungsteil Genosse Klcwitz. 7. Kreis. Sitzung des engeren Porstandes im Iugendh'eim. 6. Abt. Funktionärsttzung bei Dobrohlaw. 7. Abt. Funktionärsitzung bei Bärwalde, Schlegelftr. 8. i. Abt. 19 Uhr Vorstandssttzung, 26 Uhr Funktionärsttzung bei Hübner. i6. Abt. Funktionärsttzung bei Stein, Holsteiner Ufer 14. 15. Abt. ZLngeren-Grnppc bei Lenz, Deniminer Str. 16. Thema: Grund- begriffe der Wirtschaft. Referent Dr. Schlesinger. 19. Abt. Funktionärsttzung bei Schrepel, Erünthaler Str. 13. 22. Abt. Funktionärsttzung an bekannter Stelle. 23. Abt. Funktionärsttzung bei Grunewald. Kameruner Str. 19. 24. Abt. Funktionärsttzung im Lokal II. 24o. Abt. Funktionärsttzung bei Köhler. 41. Abt. Funktionärsttzung bei Schult. 69. Abt. Mitgliederversammlung bei Kulka, Wilmersdorf, Lauenburger Str. 21. Thema: Das wirtschaftliche Programm der Papen-Regierung. Referent Ecnosse Klingelhäfcr. 71. Abt. Mitgliederversammlung bei Rosenau, Laubacher Ecke Varziner Straße. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. 74. Abt. Siedlung. Die nächste Funktionärsitzung findet ausnahmsweise am Dienstag, IL. September, im Waldhaus statt. 85. Abt. 13. Bezirk Zahlabend im Lokal Pommerening, Berliner Str. 166: Freiwilliger Arbeitsdienst und Arbeitsdienstpflicht. Referent Genosse Plochhalka. 94. Abt. Mitgliederversammlung bei Schröder, Steinmetzstr. 52. Thema: Wege des außerparlamcutarischen Kampfes." Referent Dr. H. Wcichmann. 98. Abt. Funktionärsttzung an bekannter Stelle. 990. Abt. Sitzung des Abteilungsoorstandes um 19 Uhr. Ab 26 Uhr Funktio. närverfammlung im Lokal Buschkrug. 136. Abt. Funktionäroersammlung. Pünktliches Erscheinen notwendig. 139. Abt. Funktionärsttzung an bekannter Stelle. Mittwoch, 14. September. 5. Kreis. Führung für Erwerbslose durch die Kunstsammlung des Krön. prinzenpalais. Treffpunkt 13 Uhr vor dem Eingang. Leitung: Lehrer Rohde. 1. Abt. Mitgliederversammlung im Hackeschen Hof, Rosenthaler Str. 40/41. Thema: Politische Lage. Referent Otto Meier, M. d. L. 3. Abt. Mitgliederversammlung im Saal I des Gewerkschaftshauses. Thema: Die politische Lage. Referent Marie Kunert, M. d. R. 5. Abt. Mitgliederversammlung im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12. Tbema: Der freiwillige Arbeitsdienst. Referent Siegfried Leo. 6. Aot. Zahlabende in den bekannten Lokalen. S. Abt. Mitgliederversammlung im Regler Eck, Quihowstr. 146. Thema: Die politische Lage. Referent Genosse Dr. Mischler. 10. Abt. Mitgliederversammlung bei Patzenhofer, Turmstr. 26. Thema: Wirt- schaftsprogramm und Reichsregierung. Referent Genosse Dressel. 11. Abt. Mitgliederversammlung bei Scholz, Levetzow- Ecke Iagowstraße. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Bührig. 13. Abt. Mitgliederversammlung in den Arminhallen, Bremer Straße. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Deutschkorn. 16. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 28. Abt. Mitgliederversammlung. Referent Franz Künstler. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Achtung! Neues Lokal! Schwedter Festsäle, Schwcdter Str. 23. Funktionäre 1 Stunde früher ebenda. 29. Abt. Mitgliederversammlung im Altersheim, Danziger Str. 64. Thema: Politische Lage. Referent Ernst Hildebrandt. 37. Abt. Mitgliederversammlung im Patzenhofer, Landsberger Allee 23— 27. Thema: Nach den Wahlen. Referent Viktor Schiff. 39. Abt. Mitgliederversammlung im Baugewerkshaus, Großbeerenstr. 96. Thema: Welche Politik müssen wir in Zukunft betreiben. Referent Genosse Markwiß. 39z. Abt. Zahlmorgen im Markgrafen-Eck, Markgrafen. Ecke Besselstraße. Früh 5 Uhr. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Hans Marx. 49. Abt. Mitgliederversammlung im Tivoli, Lichterfelder Etr. 11. Thema: Die Partei und der neue Reichstag. Referent Genosse Altmeier. 32. Abt. Mitgliederversammlung bei Koffke, Kaiserin.Augusta-Allee 81. Thema: Die politische Lage. Referent Gen. Stieqliß. 38. Abt. Mitgliederversammlung im Türkischen Zelt, Charlottenburg. Berliner Straße 132. Thema: Hindenburg und die deutsche Reichsverfassung. Referent Genosse Landa. 38. Abt. Mitgliederversammlung im Rankehaus. Rankestr. 4. Thema: Sozral- reaktion und Aufrüstung. Referent Gen. Wurm, M. d. R. 68. Abt. Mitgliederversammlung bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Tbema: Unsere Aufaaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Reese, 73. Abt. Mitgliederversammlung im Deutschen Haus. Thema: Politische Lage. Referent Dr. Kloß. 74. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Schneider, Potsdamer Str. 23. 79. Abt. Mitgliederversammlung bei Hönisch. Gotenstr. 60. Thema: Politische Tagesfragen- Referent Genosse Bernhard Krüger. 79z. Abt. Mitgliederversammlung im Ledigenheim, Eythstr. 37. Thema: Partet in Opvosition. Referent Dr. Otto Friedländer. 89. Abt. Mitgliederversammlung im Helmholtz-Gymnasium, Schöneberg, Rubens» stroße. Thema: Politische Situation. Referent Genosse Fligg. 84. Abt. Mitgliederversammlung in Lehmanns Festsälen, Lankwitz, Kaiser- Wilhelm-Straße 29/31. Thema: Die Forderungen der SPD. im Reichstag. Referent Genosse Dr. H. Weicbmann. 89. Abt. Mitgliederversammlung in ber Kottbusser Klause, Kottbusser Damm Ecke Bürknerstraße. Thema: Unsere Aufgaben un Kampf gegen die Reaktion. Referent Dr Kurt Löwenstein. 97. Abt. Mitgliederversammlung in Meisels-Festsälen. Ionasstr. 22. Thema: Die innen- und außenpolitische Situation. Referent Genosse Manchen. 98. Abt. Mitgliederversammlung in der Schule Mariendorfer Weg. Thema: Demokratie und Diktatur. Referent Genosse Emil Barth. Beginn pünktlich 19 Uhr. 199. Abt. Mitgliederversammlung in Rupperts Vereinshaus, Rudow, Neuköllner Straße 237. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Abter.' 194. Abt. Mitgliederversammlung bei Kübel, Brückenstr. 15. Thema: Papen- Hilfe für Kapitalismus und sozialistische Planwirtschaft. Referent Genossin Wachenheim. 198. Abt. Mitgliederversammlung bei Lehmgrübner, Dismarckstr. 2. Thema: Die Lehren des 20. Juli. Referent Genosse Dr. Haubacn. � 106. Abt. Mitgliederversammlung im Logenhaus Friedriainraße. Thema: Die kapitalistische Offensive. Referent Genosse Orlopp..... 197. Abt. Mitgliederversammlung im Gemeinschaftshaus. Thema: Die politische Lage. Referent R. Breuer. 198. Abt. Mitgliederversammlung im Restaurant Ruhwald. Oberspreestr. 18. Thema: Politische Lage. Referent Kurt Heinig, M. d. R. III. Abt. Mitgliederversammlung bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. Thema: Politische Lage. Referent Genosse Kuttner._____ 113. Abt. Mitgliederversammlung im Cafö..Landhaus', Muller, um 20 Uhr. 116. Abt. Mitgliederversammlung im früheren Arbeitsamt(Sitzungssaal), Lichtenberg, Schreiberhauer Straße, Zugang Marktstraße. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Kar! Schneider. 117. Abt. Mitgliederversammlung in Kerns-Festsälen, Rummelsburg, Türr- schmidtstraße 45. Thema: Die Auswirkung der Wahlen auf die Politik unserer Partei. Referent Hans Bauer. 118. Abt. Mitgliederversammlung bei Tempel, Gudrunstr. 7. Referent Genosse Zachert; und bei Hartmann, Rosenfelder Ecke Irenenstraße. Referent Genosse Zienau. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. 120. Abt. Mitgliederversammlung bei Tempel, Prinzenallee 45. Thema: Plan- oder wilde Wirtschaft. Referent Genosse Rudolf Wissell. 121. Abt. Mitgliederversammlung an bekannter Stelle. Thema: Politische Lage. Referent Genosse Faust. 122. Abt. Mitgliederversammlung bei Porath. Biesdorf, Marzahner Straße 31. Thema: Politische Laae. Referent Genosse Georg Wendt. 122g. Abt. Mitgliederversammlung bei Kindscher, Biesdors-Süd, Köpenicker Straße 165/167. Thema: Der Kampf um die Weimarer Verfassung. Referent Genosse Rosenfeld, M. d. L. 123. Abt. Mitgliederversammlung im Restaurant Schützenklause, Kaulsdorf, Hönower Straße 5. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Dr. Moses. 1242. Abt. Mitgliederversammlung bei Draber, Uhlandstr. 18. Thema: Politische Lage. Referent Genosse Heilmann. 127. Abt. Mitgliederversammlung bei Götze, Berliner Straße. Thema: Politische Lage. Referent Genosse Hä dicke. 139. Abt. Mitgliederversammlung bei Zimmermann, z. Heinersdorser Krug. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Heinz Löwi. 131. Abt. Mitgliederversammlung bei Pfeiffer, Blankenfelder Straße. Tbema: Die Kraft des Arbeiters als Verbraucher. Referent Genosse Dr. Mendelsohn. 132. Abt. Mitgliederversammlung bei Klug, Dorfstr. 2. Thema: Unsere Auf- gaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent W. Hanisch. 133. Abt. Mitgliederversammlung bei Kähne. Berliner Str. 39. Thema: Politische Lage. Referent Genosse Jockel Meier. 134. Abt. Mitgliederversammlung bei Ponnet, Schönower Ecke Parkstraßc. Thema: Unsere Aufgaben im Kampf gegen die Reaktion. Referent Genosse Lösche. 138. Abt. Mitgliederversammluna im Forsthaus Hermsdorf, Augusta-Biktoria- Straße 34. Thema: Unsere Anträge im Reichstag. Referent Fr. Zimmer- mann. 149. Abt. Mitgliederversammlung bei Woidschadz. Ernst- Ecke Konradstraße. Thema: Ankurbelung der Wirtschaft auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung. Referent Genosse R. Hugger. 141. Abt. Mitgliederversammlung bei Hoffmann, Edelweißstr. 5. Thema: Unsere Forderungen im Reichstag. Referent Genosse Dittmer. 143. Abt. Mitgliederversammlung im Lokal Marius, Fürst-Bismarck-Straße. Thema: Die Gegenwartsaufgaben der Partei. Referent Genosse Amberg. Donnerstag, 15. September. 13. Kreis. Erwerbslosenzusammenkunft um 14'/- Uhr im Jugendheim Tempel» baf, Götzstraße. Referent Genosse Marckwitz. 119. Abt. Mitgliederversammlung im Cäcilien-Lnzeum, Ratbausstr. 8. Referent I. P. Meier. Sonnabend, 17. September. 74b. Abt. Mitgliederversammlung bei Stockmann. Machnower Str. 2. Referent Genosse Erkelenz. Zchema: Hat die Weimarer Verfassung versagt? (Weitere parteinachrichten auf der 4. Seite der 1. Beilage.) Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage. Der.Vorwärts" erscheim wochsntäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. die Abendausgabe für Berlin und im Handsl mit dem Titel.Der Abend", Illustrierte Sonntagsbeilage.Palk und Zeit", Anzeigenpreise: Die einspalt. Millimeterzeile so Pf., Reklamezeile 2.— M. „Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf. lzuläfsig zwei fettgedruckte Worte) jedes weitere Wort 16 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familicnanzeigen Millimeter» zeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von SV» bis 17 Uhr. Der Verlag behält stch das Recht der Ablehnung nicht ge- nehmer Anzeigen vor! Berantworllich für Politik: Victor Schiff; Wirtschaft: S. Klingclhöfer; Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner; Feuilleton: Herbert Lep/re; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstädt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin. Verlag: Varwäris-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Lorwärts-Buchdruckerel und Verlagsanstalt Paul Singer u. Ea.. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3 Hierzu 3 Beilagen. !-.«arsW«.>" Bland8 � er W-— siii» �» r» s C n 3 � oer5erm�er'.h300i'«0 iS>\53-5°\ 89.- Ve\oürS' ,rno7 v7oiwol'C ..slVlo55-,-jQOlW TapP1*'', 296 1 350\— aS-\ 6�"" 126- A*.\ 95.—\»78.- 63«\ 134.—' 89.—\ 1 05 � �. ', Haorflor"' /ac<*httpfung;en der Schneiderkunst aeichnen sich aus durch vorzllgrllclie i�nali- täten, neuewte Linien und außerordentlich' niedrige Preise! lode Frau von Gesdiniafk teil sidi diese aparten und aomotigen Bebllde aaseken. 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Ich weiß, daß es schonend wäscht. Warum soll ich da ein anderes Waschmittel kaufen? Diese Ausgabe erspare ich mir. 2. Persil bringt mir die größte Bequemlichkeit durch Kaltauflösen und Kaltwaschen. Ich spare Zeit und Geld, weil ich kein heißes Wasser brauche. 3» Persil ermöglicht mir bei aller 4. Zum Waschen farbiger und Bequemlichkeit hygienisches Wa- zarter Wäschestücke nehme ich sehen, denn es besitzt ja die wert' 1 gehäuften Eßlöffel Persil auf volle Desinfektionseigenschaft. 2 Liter kaltes Wasser. 5. Also ist es doch klüger, ich nutze eis sparsame Hausfrau alle Persilvorzüge ganz aus. Wirklich: Sport. Rennen zu Karlshorst. Mortimer-Jagdrennen. 1. Starosto(Lt. v. Both); 2. Eilflug: 3. Dorn II. Toto: 82: 10. Platz: 24, 30, 41: 10. Ferner liefen: Geri(4.). Brabant, Carlchen, Mhron, Nebelhexe. Werra-Hürdenrennnen. 1. Feliciter(Stys); 2. Katrin: 3. Feldpost. Toto: 99:10. Platz: 20, 1k, 18:10. Ferner liefen: Berdi(4.). Pilot, Arlecchino, Faunus, Oberland, Puma, Strategie, Wunderkind. 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Doppelwette: Törin— Lcbciiskünstler 733: 10. kinseildungen für diese Rubrik find v e r l i» SW 68, Lindenstraße Z. parteinachrichtenFZMsür Groß-Berlin stets an da» Bezirtsfekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten Krauenveranstaltungen. Freitag, 1ö. September. I. fircis. Funttionärinnensttzung im Jugendheim, Lindenftr. 4. Bericht vom Wochenotidkursus und Lichtbilderoortraa über die Bundesschule des ADEB. in Bernau. 7. Kreis, ssunktwnärinnenfitzung im Jugendheim. Wichtig« Tagesordnung. Jede Abteilung muß vertreten sein. 8. Kreis, srrauenversammlung in den Germaniasälen, Spandau, Stresowplaß, Kl. Saal, 1 Treppe. Referentin Genossin Wurm. tZ. Kreis, ssunktionärinnensißung an bekannter Stelle. * 6. Abt. ssrouenahend am Montag, 12. September, bei Dobrohlaw, Swine- Münder Straße 11. Thema: Lebensfreude durch die Kunst. Ein Vortrag mit Rezitationen. Mitwirkende Hede Geber, firiß R. Schulz(Volksbühne Berlin). 4Z. Abt. Dienstag, 13. September, treffen(ich die Genossinnen bei Wolfram, Treptow, Käpenickcr Landstraße. Gemütliches Beisammensein mit Kaffee- kochen. Treffpunkt 14 Uhr Wiener Straße Ecke der Brücke. Alle Ge» nossinnen find herzlich eingeladen. 57. Abt. Frauenabend am Montag. 12. September, 20 Uhr, bei Dohrmann, Krumme Straße Z2. Bortrag der Genossin Käthe Kern: Unsere Forderung zur Linderung der Rot. Wahl der stellvertretenden Frauenleiterin. 74. Abt. Donnerstag, 1ö. September. Frauenabend im Waldhaus, Spandauer Straße. Thema: Forderungen des Sozialismus. Referentin SSenofie Gotthelf. Züa. Abt. Montag, 12. September, in der Halle Hufeisen, volitisckier ssnformations. abend für Funktionärinnen, interessierte Genossinnen find eingeladen. 166. Abt. Funktionärinncnfißung am Dienstag, 12. September, 14 Uhr, bei der Genossin Echuch, Breiter Weg 22. 126. Abt. Frauenabend am Donnerstag, 15. September, in der Baracke, Lindauer Straße I. Thema: Die Stellung der Frau nach dem Kriege. Referent Paul Bernstein. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt. 2. Kreis Tiergarten. Donnerstag, 15. September, pünktlich 18 Uhr. findet der 2. Kurfusabend Soziale Gerichtshilfe statt bei Hübner, Wilsnacker Str. 25. 6. Kreis Kreuzberg. Donnerstag, IS. September, 26 Uhr, bei Krüger, Grimmstraße 1. Sitzung der' Helferlinnen) und Fürsorgerlinnen) der Arbeiter» Wohlfahrt. Genosse Dr. Schloß spricht über: Klassenstaat und Wohlfahrtspflege. Sozialistische Skudenkeuschafi. Donnerstag, 15. September, spricht um 2g Uhr im Bund, Albrechtftr. 11, Gth. 2 Tr., Genosse Ober-Magistrats-Rat Dr. Marguardt über:„Freiwilliger Arbeitsdienst oder Arbeitspflicht? Für Diskuffion find eingeladen der soziale Dienst und der Baugewerksbuird, die Genossen Dr. Falk, Staatssekretär Krüger, Dr. Muhle, Dr. Pähl.— Sonntag, 18. September. Befichtigung der Konsum» genossenschaft. Treffpunkt pünktlich 6 Uhr im Bund oder 16 Uhr Lichtenberg, Rittergutsstraße, am Eingang.— Montag, 16. September, Wirtschaftspolitischcr Ausspracheabend im Bund. Referent Genosse Dr. Falk. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Grojz-Berlin. Die Helservoll Versammlung von Groß-Bcrliu findet am Donaers» KAM tag, 22. September statt. Die Meldungen der Kreise für die Beschickung des Arbeitskreises für Hclfcrbildung uud für die Bearbeitung der Altersstusen find noch nicht eingegangen. M Kreuzbcrg, Abt.«üdwcst: Zur Beteiligung am Falkcntag in der Siedlung Lindenhof treffen wir uns heute 12 Uhr an der Roten Ecke. Eharlottenburg: Wir treffen uns am Montag zum Besuch des Planetariums um 16 bis 16� Uhr am Heim Rosinenstraße. 2ö Pf. mitbringen. Es wird der Film„Kameradschaf!" gespielt. Tempclhos. Abt. M-riendors: Dienstag 17 Uhr Heim Dorfstraße für Rest. und Iungfalken Singestunde.— Freitag 18 Uhr für Rote Falken Heim Dorf. straße Singestunde. Maricnfelde: Freitag, 16. September, Brettspiele 12. Kreis Steglitz: Heute alle zum Falkenfest nach der Siedlung Lindenhof. Treffpunkte: Albrecht, und Friesenstraße: 12pz Uhr an der Ecke Sedan- und Albrcchtstraße: Lichterfelde: 12 Uhr Hindcnburgdamm Ecke Klingsorstraße; Lank. witz: 12% Uhr Lankwitzer Kirche.— In dieser Woche in allen Abteilungen Falkenvollversammlungen. Besprechung der Herbstarbeit. Kreis Zlculölln: Der Falkenrat tagt morgen, Montag, um 17(4 Uhr, im Kreisheim Ganghoferstraße. Alle Obleute muffen vertreten fein.— Gruppen. führer: Die Berichtsbogen für August müssen am Montag in der Arbeitsstunde abgegeben werden.— Abt. Lichtkämpfer: Die Gruppe veranstaltet für alle Eltern und Genossen eine Ausstellung und Elternveranstaltung morgen, Man- tag, um Iglh Uhr, in unserem Kreisheim, Baracke Ganghoferstr. 8. Besucht unsere Ausstellung, wir geben euch einen Einblick in unser Zeltlagerleben. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 34. Abt. Am 8. September verstarb unsere Genossin Erna Waschinski. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, 12. September, um 13 Uhr, von der Halle des Friedhofes Baumschulenweg statt. Um rege Be. teiligung wird gebeten. (Siehe auch Hauptblatt 4. Seite.) i1i0o?iaii»e�r&eüenuaenb®ro§»3erlin Einsenbungen für diese Rubrik nur an das Jugendfekretariat Berlin SW 68. Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Alle Funktionäre kommen am Montag, 12. September, um 16>4 Uhr zur funktionärkonfercnz im Sitzungssaal des Bezirksamts Krcuzberg, Porckstr. 11. er Genosse Aufhäuser spricht. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Bolksbühnenmitglieder! Alle Mitgliedskarten bzw. Neuaufnahmen, die bis zum 6. September abgegeben stnd, können abgeholt werden. Neuaufnahmen werden noch entgegengenommen. Sonntag, 11. September. Karlshorst: Alle Mitglieder 14 Uhr Roon» Ecke Bismarckstraße. Alle er- scheinen in Falkenkluft.— Schönhauser Vorstadt: 19 Uhr Heimabend, Schön» fließer Straße. WB. Bedding: Bei schlechtem Wetter von 16—22 Uhr Heimabend, Turiner Straße. WB. Tempelhof: Treffpunkt zum Falkentreffen in Lindenhof 12(4 Ahr Bose» Ecke Manteuffelftraße. Montag, 12. September. Hansa: Bochumer Straße:„Eowjetdcutschland", I.— Moabit l: Waldenser. straße: Bunter Abend.— Moabit II: Bremer Str. 66:„Tagespolitik".— Sportpalast: Genthincr Straße:„Junge und Mädel in der SAI."— Norden: Spielen auf der Sportwiese im Humboldthain.— Falkplatz II: Kastanienallee: t eiterer Abend.— Stralancr Viertel: Goßlerstr. 64: Kampffiederabend.— »mannplatz: Gleimstr. 22: Die Mädels haben das Wort.— Friedrichshain: Diestelmeperstraßc: Lichtbilder:„Krieg dem Kriege".— Kottbusscr Tor: Urban- straße 167: Brettspiclabend.— Lniscnstadt: Wassertorstr. 4: Lichtbilder:„Heinrich Zille".— Eharlottcnburg-Süd: Sprecstr. 26:„Moderne russische Literatur".— Neukölln VII: Treffpunkt zur Funktionärsitzung 18(4 Ahr KMS.— Friedrichs- selbe: Gunterstr. 44: Schallplattenabend.— Buchholz: Turnen.— Falkplatz I: Treffpunkt 18 Uhr Rote Ecke.— Humboldthain: Treffpunkt 18(4 Ahr Rote Allee. WB. Wcdding: Tresfpunlft zur Funktionärkonferenz: Erwerbslose 18 Uhr, Rad- und Bahnsahrcr 18% Uhr Weddingplatz. WB. Reukölln:„Der Querschnitt" probt pünktlich 16(4 Uhr Ganghoferstraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14 Sebastionstr 37—38. Hot 2 Tr. Kreis Osten(Zungba): Die für den 12. festgesetzte Kreis. Jugend- Versammlung fällt aus. Späterer Termin wird bekanntgegeben.— Wcdding(Ortsverein): Sonntag, 11. September, 14 V? Uhr, Antreten sämtlicher Kameraden und Formationen im Freigarten der Hochschulbrauerei, Amrumer Straße 31. Ab 16 Uhr großes Gartenfest zugunsten erwerbsloser Kameraden. Eintritt 3V Pf., Erwerbslose 15 Pf.— Prenzlauer Berg: Alle Sportler treffen sich Montags um 20 Uhr in der Turnhalle, Dienstags, Donnerstags um 18 Uhr und Sonnabends um 16 Uhr auf dem Sportplatz. Alles muß zur Stelle sein. Montag, 12. September, 20 Uhr, in bekannter Turnhalle Generalantreten. — Iunaba: Dienstag, 13. September, Zusammenkunft an bekannter Stelle.— Friedrichshain, Iungba: Montag, 12. September, Pflichtheimabend um 20 Uhr im bekannten Jugendheim. Referat.— Vortrupp: Mittwoch, 14. September, 19� Uhr, Jugendheim Ebert�str. 12.— Zehlcndorf(Ortsverein): Montag, 12. Sevt�mber, 20 Uhr, bei Schneider, Zehlendorf, Potsdamer Straße, außer- ordentliche Mitgliederversammlung.— Schöneberg. Friedenau: Montag, 12. Sep- tember, 20 Uhr, Kameradschaftsversammlungen: Kameradschaft Friedenau bei Klabe, Handjerystr. 60—61. Referent Kamerad Landgerichtsrat Dr. Seligsohn. Kameradschaft Schöneberg bei Schmidt, Ebersstr. 18. Referent Kamerad Dr. Helmuth Klotz.— Steglitz(Ortsverein für Steglitz, Lichierfelde und Lank- witz): Montag, 12. September, 20 Uhr, Ortsvereinsversammlung bei Schulz, Birkbuschstr. 90. Referent Kamerad Holze.— Bohnsdorf. Grünau(Iungba): Unsere regelmäßigen Zusammenkünfte finden jetzt Dienstags 20 Uhr im Jugendheim Wachtelstr. 1 statt.— Pankow(Ortsverein): Montag, 12. Septem- der, 19i4 Uhr, Antreten sämtlicher Kameraden in voller Uniform in gewohnter Turnhalle(gemäß Einladung). Herbst- und Wintermoden bei Michels. Das Modebild der diesjährigen Saison ist ein vielgestaltiges und vielfarbenes; weiche, schmiegsame Wollstoffe, vielfach aus porösen Geweben, werden zu Kleidern und Mänteln verarbeitet. Der Kleiderschnitt zeigt immer noch vielfach das Bolero» jäckchen lose, oder am Kleide angearbeitet, mit glockig ausfallendem, nicht zu kurzem Rock. Eine besondere Sorgsalt und Liebe ist in diesem Jahre der Aermelverarbeitung gewidmet, selbst am einfachsten Kleide wird der Aermel irgendein Püfichen, einen Volant, Rüschen oder Ecken tragen. Die eigentliche Modefarbe scheint noch nicht fest- gesetzt zu sein, vorderhand sieht man viel Grau, Bleue, Weinrot und Grün, häufig kombiniert mit buntgestreiften Stoffen. Die Mäntel sind herrenartig mit Schalkragen oder breitem Revers, dann wieder glockig ausfallend mit Pelzgarnituren gearbeitet; auch der Mantelärmsl geht seine eigene Wege, er ist niemals ganz glatt und gleichweit. Für den Nachmittag und Abend haben sich Crepe- Marocain, Velour-Chiffons, Belvet und Lindener Samt in den Vordergrund gebracht: hier ist man sich auch schon über die neue Farbe einig und zwar ist es diesmal das sogenannte Bischofslila, abschattiert in allen rötlichen und bläulichen Farbtönen. Die vor- geführten Stoffe und gesteckten Kleider, die das Haus Michels, Leipziger Straße, in diesen Tagen in Form einer Moden- schau täglich von 11 bis 13 Uhr und von 17 bis 19 Uhr zeigt, bieten ein reichhaltiges Modekaleidoskop. Die Gartenstadt an der Dahme. In den letzten 25 Monaten haben sich in der Gartenstadt an der Dahme über 2S00 Siedlerfamilien niedergelassen, bald werden 3000 erreicht sein. Diese ständig wachsende Siedlungstätigkeit in Wildauwald ist zunächst darauf zurückzuführen, daß die Dinge so günstig, wie sie jetzt liegen, nicht so leicht noch einmal liegen werden. Sonderpreise werden angeboten, hohe Rabatte gewährt. Der große Aufschwung wird dokumentiert dadurch, daß sämtliche besiedelten Abschnitte bereits fertige Straßen, Gas, Wasser und Licht ausweisen. Ein Kurparkgelände riesigen Formats mit Bergen, Wäldern, Ge- wässern und Seen unmittelbar an den herrlichen Laubwald-, Nadel- wald- und Kulturparzellen angrenzend, ist die Zierde des ganzen. Jeder sollte einmal dieses Naturparadies aufsuchen. S ch r o b s- d o r f f stellt jedermann zu diesem Zweck seine Freifahrtautobusse zur Verfügung, die zu jeder halben und vollen Stunde ab Bahnhof Hermannftraße, U-Bahnhof Petersburger Straße und Bahnhof Grünau Sonntags verkehren. wck'mciM Leipziger Str. Königstr. Rosenthaier Str. 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Der Reichskanzler hat di« Verordnungen zur Belebung der Wirtschaft konjunkturtheoretisch damit begründet, daß mancherlei Anzeichen dafür vorhanden sind, daß die Depression in der Welt» Wirtschaft ihren Tiefstand erreicht habe, daß sich die ersten Vorboten eines Wiederaufschwungs der weltwirtschaftlichen Konjunktur zeigen und es in diesem Augenblick darauf ankomme, den Anschluß der deutschen Wirtschaft an den erwarteten Weltwirtschaft- lichen Aufschwung zu sichern und zu beschleunigen. Jeder, der kein Untergangsprophet ist und jeder, dem die Ueberwindung der Not der Millionen von Arbeitslosen und der anderen Krisenopfer als die entscheidende Aufgabe der Wirtschaftspolitik erscheint, wird mit Sehnsucht nach dem Silber st reifen am konjunktur- politischen Himmel Ausschau halten. Wir halten die bisherigen Anzeichen für eine Konjunktur- wende noch für außerordetlich dürftig, wir sehen noch nir- gends ein Ueberspringen der Aufwärtsbewegungen in die Sphäre der Produktion. Aber trotzdem können die gegenwärtigen Kurs- und Preisbewegungen Vorboten fein, nur darf man, wie wir glauben, das Tempo, in dem die Gesamtbewegung diesen Vorboten folgen kann und hoffentlich folgen wird, nicht überschätzen. Da andererseits die Not der Massenarbeitslosigkeit brennend ist, geht es nicht an, abzuwarten, und deshalb erwächst nach unserer Auf- sassung dem Staat die Aufgabe� von sich aus durch Arbeits- beschaffung neuer Kräfte in der Wirtschaft zu er- wecken, die sie aus eigenem Können nicht oder zu langsam zu entwickeln vermag. Hier liegt der grundsätzliche Widerspruch zwischen unserer so- zialistischen Auffassung von der wirtschaftlichen Funktion des Staates in der Krise und der rein k a o i ta l i st i l cb e n Lösung, die das Papen-Programm versucht. Auf Grund diele; Gegensatzes würden wir die Aussichten eines solchen Belebungsversuches auch dann gering einschätzen, wenn er, vom Ausgangspunkt der ihm zugrunde liegenden Theorie betrachtet, konsequent durch- geführt wäre. Von der Wirklichkeit der Regierungsverordnungen kann das aber keineswegs gesagt werden. Die Maßnahmen, die hier getroffen werden, sind unker dem Gesichtspunkt der Konjunkturpolitik i n j i ch widerspruchsvoll, und das, was vielleicht nützlich und belebend wirken könnte, wird auf der anderen Seite wieder zerschlagen. Wir wollen uns zum Beweis der konjunkturpolitischen Wider- sinnigkeiten der Verordnung einmal auf den Boden der Auffassung stellen, von dem sie begründet worden ist. Wir wollen also als richtig unterstellen— obwohl wir es nicht für richtig halten—, daß es konjunkturpolitisch nur auf die Anregung der privaten Unternehmer zur Erteilung von Aufträgen ankäme. Mög- lich mag es sein, daß es an einzelnen Stellen einen Erhaltungs- und Reparaturbedarf gibt, der bei erleichterter Finanzierungsmög- lichkeit herauskommen kann. Sehr groß darf man diesen Bedarf nicht einschätzen, denn an allen wesentlichen Punkten leidet die deutsche Wirtschaft nicht an Mängeln oder an einem Verfall des Produktionsapparats, sondern im Gegenteil daran, daß eine ausgezeichnete Apparatur zum großen Teil ungenutzt bleibt aus Mangel an Absatz. In der Aufschwungsperiode wachsen die Profite und mit ihnen die Kapitalbildung durch Ausdehnung des Produktionsapparats schnei- !er als die Löhne und mit ihnen der Massenverbrauch. Daraus ent- stehen die Mißverhältnisse zu einem wesentlichen Teil, die zur Krise führen. In der Depression können die Voraussetzungen für einen Wiederaufschwung nur dadurch entstehen, daß in einer b e- stimmten Phase die Senkung der Löhne und der Massenkaufkraft hinter der Senkung der Profite zurück- bleibt, und daß nach der Preissenkung sich ein Steigen der Massenkaufkraft anbahnt, das nun wiederum zur Belebung der Produktionsstätten undn dann auch zum neuen Ausbau des Pro- duktionsapparats führt. Vom Gesichtspunkt dieses normalen kapitalistischen Verlaufs der Konjunkturphasen aus gesehen, darf unter keinen Umständen nach der bereits vorangegangenen Lohnsenkung in dem Augenblick«in weiterer Druck auf Löhne und Massen- einkommen ausgeübt werden, indem man damit rechnet, daß der Tiespunkt der Depression erreicht sei und eine Neubelebung ein- treten könne. Wenn die Verordnungen der Reichsregierung mit dem Experiment der Steuergutscheine— dessen finanzpolitische Problematik wir im Augenblick außer acht lassen— und dem Experiment der Einstellungsprämien, das seinerseits allerdings zu einer ungesunden Verwirrung der Konkurrenzver- h ä l t n i s s e vom Standpunkt kapitalistischer Geschäftsführung aus führen muß, gleichzeitig eine Reihe von raffinierten Methoden zum Lohndruck durchführen, so schlagen sie die Voraussetzungen für wirtschaftliche Belebung, die sie auf der einen Seite sanft unter- stützen mögen, auf der anderen Seite mit einer Keule wieder tot. Ein witziger(übrigens von jeder antikapitalistischen Sehnsucht freier) Nationalökonom hat einmal anläßlich einer Unternehmer- Vernehmung vor der Wirtschaftsenquete den Konsum als „Dienst am Produzenten" bezeichnet. Dieses Wort kenn- zeichnet sehr hübsch den Unsinn der kapitalistischen Wirtschaft, in der die Menschen nicht mehr das Gefühl haben, für die Befriedigung des Verbrauchs zu arbeiten, sondern in der der Verbrauch nur noch als ein notwendiges Anhängsel der kapitalistischen Produktion erscheint. Aber immerhin ein notwendiges Anhängsel. Ohne diesen„Dienst am Produzenten" kann die kapitalistische Wirtschaft nicht belebt werden. Wenn man am Tiefpunkt der Krise Maßnahmen trifft. um das Arbeitereinkommen und damit den Massenverbrauch erneut zu drosseln, so schlägt man den Konsum tot, dessen Ausweitung eine unentbehrliche Voraussehung für den Aufschwung ist. Nun hat Herr von Papen von diesen Zusammenhängen wohl einmal etwas läuten hören, denn in seiner Rede von Münster hat er versucht, sein Programm gegen diesen Einwand zu verteidigen: „Der Lohn wird aber nicht in dem gleichen Maße ermäßigt werden dürfen wie die Belegschaft ansteigt, damit die in oen Betrieben gezahlte Gesamtlohnsumme nicht nur erhalten bleibt, sondern sich sogar noch erhöht." Genosse Tornow hat in der„Gewerkschastszeitung" mit Recht gesagt, daß dieses„sogar" ein köstlicher Witz sei, wenn man bedenke, daß der ganze Effekt der Aktion doch von dem Maße der Aus- dehnung der Massenkaufkraft durch Erhöhung der Gesamtlohn- summe abhäng«. Aber das Schlimmste ist, daß nicht einmal die geringste Erhöhung der Gesamtlohnsumme bei der Durchführung der Regierungsverordnungen zu erwarten ist, sondern daß sogar, auch wenn zunächst gewisse Mehreinstellungen erfolgen, mit einer Minderung der Gesamtlohnsumm�zu rechnen ist. Daß diese Aussassung nicht politischer Voreingenommenheit ent- spricht, hat auch die„Frankfurter Zeitung" festgestellt, die der privatkapitalistischen Grundeimtellung des Papen-Programms durchaus freundlich gegenübersteht. Mit solchen Methoden der Erdrosselung von Massenkaufkraft kann man auch„kapitalistisch" eine Belebung der Wirtschaft wirklich nicht fördern. Ebenso wird die Schädigung der Exportindustrien durch die verschlechterte handelspolitische Situation, die von der Ein- sührung der Kontingente bei der Lebensmitteieinsuhr ausgehen wird, wahrscheinlich mehr Arbeiter erneut arbeitslos machen, als man auf der anderen Seite durch ein Prämienfysiem auch nur vorübergehend einzuschalten die Ehance hat. Fragt man sich, wo die Quellen dieser konjunkturtheoretischen Widersprüche des Belebungsprogramms der Freiherrnregierung liegen, so gibt es nur eine klare Antwort: man ist in Wirklichkeit nicht irgendeiner richtigen oder falschen Konjunktur- t h e o r i e bei seiner Ausstellung gefolgt, sondern man ist dem Klassendiktat der Schwerin du st rie und der Großagrarier nachgelaufen. Aus den reinen Klassen- interessen dieser Schichten sind die Parolen von der Senkung der Unternehmungssteuern, von der Lohnsenkung und der Zerstöning des Tarifrechts, von der Kontingentierung der Lebensmitteleinfuhren und der Erhöhung der Schutzzölle geboren. Den Befehlen dieses Klassenegoismus ist man mit militärischer Strammhest nachgekom- men. So ist es kein Wunder, daß aus diesem Klassendiktat keine Aktion herausgekommen ist, die auch nur vom Standpunkt kapita- listischer Konjunkturtheorie aus folgerichtig wäre, keine Aktion, die wirklich geeignet sein kann, aus die Dauer die Arbeitslosigkeit welentlickp zurückzudrängen. Den Arbeitenden wird der Brotkorb höher gehängt und die Arbeitslosen werden davon nicht satt werden. Politisch und sozial aber kann diese reaktionäre Notverordnung nur der Austakt zu einer Verschärfung der inneren Kämpfe werden. Der erste, aber sicherlich nicht der letzte Akt in diesen Kämpfen ist der sozialdemokratische Antrag auf Auf- Hebung dieser Nowerordnungen. Oer Eilbersireifen verblaßt. Flaute auf den internationalen Effekten- und Rohstoffbörfen. Die auf den deutschen Wertpapierbörsen in den letzten Tagen eingetretene Ermattung hat auch weltwirtschaftliche Gründe. Mit dem Silberstreifen in der Weltwirtschast, der monatelang durch Kurs- und Preissteigerungen aus den Effekten- und Rohstosfbörsen eine Besserung der Konjunktur deutlich anzuzeigen schien, steht es gegenwärtig wieder etwas flau. Die New-Uorker Börse hatte schon vor etwa acht Tagen ihre Höchstkurse überschritten. Der Stimmungsumschlag ist in New Jork in den allerletzten Tagen noch stärker geworden. Das hängt vor allem damit zusammen, daß sich der Optimismus auf den Rohstoffmärkten vielsach als übereilt erwiesen hat. Die Baumwollpreise sind auf einen neuen Bericht des amerikanischen Ackerbauamts hin relativ stark ge- funken, die Weizenpreise gingen zurück, und der ganze Metallmarkt lag schwach. Die künstlich« Kupserhausse ist schon gestoppt, die Blei-, Zinn- und Zinkpreise sind gesunken. Nicht anders ist es beim Gummi. Diese Entwicklung war Wasser in dem Wein der Börsen- spekulation. Von New Jork hat sich der Rückschlag nach London, Paris, Amsterdam und Brüssel fortgepflanzt, und der Rückschlag aus den deutschen Wertpapierbörsen in den letzten Tagen entspricht durchaus dieser internationalen Tendenz. Proteste gegen die Autarkiepolitik. Oie Berliner Handelskammer und das Papen-Programm. Die Berliner Industrie- und Handelskammer bemerkt zum Papen-Programm, daß der Markt sür deutsche Er- Zeugnisse durch einen möglichst umfangreichen Export erweitert werden müsse. Die Bereitwilligkeit, der Landwirtschast zu helfen. müsse da eine Grenze finden, wo die Gesamtproduktion und damit die Kaufkraft der Bevölkerung gefährdet wird. Die Politik der landwirtschastlichen Kontingente gefährde die Aus- sichten des Papen-Programms. Der Senat des Staates Hamburg hat an den Reichs- kanzler, nachdem schon die hanseatischen Wirtschastskreise und die Verbände des Großhandels gegen die Kontingentspalitik scharfe Ver- wahrung eingelegt haben, ein Protesttelegramm gerichtet. Die Lage der deutschen Schiffahrt und der deutschen Hafenstädte würde durch die Kontingentierung großer und wichtiger Teile der Einfuhr in nicht mehr tragbarer Weise erschwert. Die zu er- wartenden Gegenmaßnahmen des Auslandes bedeuten Ein- schränkungen und Stillegungen in der deutschen indu- striellen Produktion und im deutschen Handelsbetrieb und damit Steigerung der Arbeitslosigkeit, Schwächung der Kaufkraft und somit auch verringerte Möglichkeiten sür den ländwirtschasklichen Absatz. Die Minderung der Deviseneingänge bei weiterem Rückgang des Außenhandels würde außerdem eine Verschlechterung der Währungsgrundlage bedeuten. Der Staat Hamburg habe die Pflicht, in letzter Stunde der Reichs- regierung seine schweren Bedenken gegen die geplanten Maßnahmen zum Ausdruck zu bringen. Auf der Kompromißsuche in Gtresa. Die Delegationen der europäischen Länder, die auf der Kon- ferenz zu Stresa über Hilfsmaßnahmen für die s ü d o st e u r o p ä- ischen Länder beraten, sind jetzt, eifrig aus der Suche nach einem Kompromiß zwischen den drei bisher gemachten Haupt- Vorschlägen. Der erste Vorschlag stammt von Deutschland und befür- wartet den Abschluß von Verträgen, die jedes slldosteuropöische Land(Verkäuferland von Agrarprodukten) mit jedem Industrie- staat Europas abschließt und in denen sich diese Staaten gegen- seitig Zollvergünstigungen gewähren(zweiseitige Vorzugs- vertrüge). Frankreich hatte vorgeschlagen, zwischen einer Viel- zahl von Staaten solche Vorzugsverträge abzuschließen: maß- gebend für diesen Vorschlag war wohl die Furcht, daß bei Einzel- abschlüssen ein Land günstigere Bedingungen erreichen könnte als ein anderes. Italien hatte schließlich die Einrichtung einer S u b- oentionskasse gefordert, in die alle Staaten, die aus Südost- europa Getreide einführten, einen gewissen Betrag zahlen sollten, nlicilfinvi* Nairkurzclcifl im Erdgeschoss (yittertüi i weiß u. ecru, haltb. Qualität für Halbstores Omtr. jetzt Schwedenstotfe Ä�danthren, mod. aparte Strei- iitsk, 125 cm br., Meter jetzt Kaffeewärmer- 65 "9 Formen u.lorben, Stüdcjetxt 65 p'o Fußkissen Hai bstores aus Gitterstoff m. Klöppeleinsatz u. Fransen, Meter jetzt Jacquard- Rips in mod. Mustern, viele Forben, ca. 120 cm br., Meter jetzt Bettvorleger Boucle, reines Haargarn, in vielen Farben Stüde jetzt Marquisette Fantasiegewebe, mod. Muster, 95 95 95 Mg. "9 «9. Künstler- Garnitur 3»eilig, zwei Schals und ein Behang neue Muster. Garnitur jetzt Bettdecken Klöppeleinsatzen u. handarbeits- motiv. zweibettig. 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Färb., Stück jetzt LEIPZIGER- ECKE MARKGRAFEMTR. um eine Aufbesserung der Weltmarktpreise und damit ein« finan- zielle Erleichterung für die Agrarländer zu gewähren. Dem italienischen Vorschlag gegenüber hatte besonders die deutsche Delegation betont, daß für Deutschland keinerlei finanzielle Leistungen in Frage kommen könnten. Anscheinend bemüht sich Frankreich unter Verzicht auf seinen eigenen Vorschlag einen Ausgleich zwischen dem deutschen und dem italienischen Stand- punkt herbeizuführen. Danach sollen nur diejenigen Staaten, die den Agrarstaaten keine Vergünstigungen einräumen, Zahlungen in die Subventionskasse leisten. Für Deutschland, das ja bereits eine Reihe von Vorzugsverträgen abgeschlossen hat. würde danach eine Zahlungsverpflichtung nicht entstehen. Es ist aber nicht an- zunehmen, daß di�. durch diesen Kompromißvorschlag in erster Linie zu Zahlungen«erpflichteten Länder, nämlich England, Holland und die Schweiz, ihre Zustimmung zu diesem Plan geben werden. Die Llfa Hai das Monopol! Tlach dem Ende der Emelka und der Sanierung von Tobis. Durch die jüngsten Ereignisse in der Filmwirtschast hat die Ufa in Deutschland fast das vollständige Monopol erlangt. Die Filmbesucher werden sich also— wenn sie nicht einfach streiken!— mit Nibelungen- und Fridericus-Filmen herrlichen Zeiten entgegenjühren lassen müssen, weil sie bald keine Auswahl haben werden. Denn die Emelka-Theater A.-G. oerschwindet jetzt endgültige der Konkurs ist mangels Masse abgelehnt worden. Die Emelka-Kinos in Nürnberg und München sind faktisch in den Besitz der Ufa übergegangen; die anderen Emelka-Kinos werden von Privatleuten fortgeführt werden. Damit ist die Ufa das einzige Unternehmen in Deutschland mit einem geschlossenen Theaterpark und hat damit die bestimmende Stellung als Abnehmer für Filme gewonnen. Diese überragende Abnehmerstelle verstärkt noch den Einfluß auf die Filmproduktion, den die Ufa ohnehin als größter Produzent hat. Ob das Produktionsunternehmen des Emclka-Kon- zerns, die Bayerische F i l m- G. m. b. ch., saniert werden kann, ist eine Frage, die zur Zeit niemand zu bejahen wagt. Die Emelka-Pleite hat wesentlich dazu beigetragen, die Sanie- rungsnotwendigkeit bei der Tobis(T o n b i l d- S y n d i k a t A.-0.) zu verstärken. Diese hat nicht nur bei der Emelka, sondern auch an ihren früheren Großaktionär, dem holländischen Küchenmeister-Konzern, viel Geld verloren. Sie muß 1,2 Millionen Mark eigener Aktien einziehen und das Restkapital im Verhältnis 2 zu 1, d. h. auf 5,4 Millionen Mark, zusammenlegen, um die nötigen Abschreibungen vornehmen zu können. Di« Tobis ist nicht nur als Filmproduzent, sondern auch als Vermieter von Film- ateliers an kleine Filmproduzenten ein Konkurrent der Ufa. Aber all« Produzenten werden sich früher oder später nach den W Ü n- s ch e n des allein maßgebenden Abnehmers, der Ufa, richten müssen. Die wenigen unabhängigen Kinos werden dos nicht ändern können. Kreugers Gchuldenbilanz. Eine Stockholmer Meldung besagt: Das Verzeichnis über die Aktiva und Passiva des Nachlasses von krcuger wurde verössentlicht. Die Schulden betragen ll70,7 Millionen Kronen, und die Aktiva betragen 38,4 Millionen Kronen. Das Ist wahrhaft im Telegrammstil die eindrucksvoll st e Kritik des Lebenswerkes Toar Kreuzers, des größten Finanz- spekulanten aller Zeilen. Dem vermögen von knapp 100 Millionen Kronen stehen zwölfsache Schulden gegenüber. .äii.if njjzsg Ltm die(Sanierung von Lunkers. :dt Der Bergleichsvorschlog der Junkers Flugzeugwerke A.- G., Dessau, wurde von der Gläubigeroersammlung mit llll Proz. der Stimmen angenommen. Die etwa S50 Gläubiger mit Forderungen bis zu SRI Mark sollen sofort, spätestens innerhalb eines Monats, voll befriedigt werden. Die übrigen Gläubiger sollen ein Jahr lang stillhalten und mindestens SV Proz. erholten. Die Opposition trat der optimistischen Schilderung der Lage des Unternehmens scharf entgegen. Es oerlautet, daß das Werk zur Zeit«inen Auftragsbestand von 3,2 Millionen Mark habe. Auch der Vergleichsvorschlag der Junkers Thermo- Technik G. m. b. S). wurde angenommen. Die Gläubiger mit Forderungen bis zu Svvv' Mark sollen innerhalb zwei Monaten voll, die übrigen zu 30 Pro Z. befriedigt werden(wer sind diese entgegenkommenden Großgläubiger?).. Professor Junkers und die Firma Junkers u. Co. sollen erst dann Zahlungen erhalten, wenn alle anderen Gläubiger abgefunden sind. Rechtferti Der Mai muß sich vor dem September verstecken Jeder, der das Mailüftchen an Wärmegraden hinter den Sep- tember reiht, wird sicherlich von den meisten als falscher Prophet niedergeschrien werden. Und doch ist dies der Fall; Jahrzehnte wissenschaftlicher Beobachtungen haben es ergeben, daß unsere Lufttemperatur durchschnittlich im September höher liegt als im Mai. Aber die Meteorologen haben noch eine weitere Ueberraschung für uns, und zwar die, daß es in Deutschland im September am wärmsten an der Nordsee, dann am Mittel- und Oberrhein ist. So hat das Preußische Meteorologische Institut in einer Statistik, die die Zeit von 30 Jahren umfaßt, errechnet, daß die Insel chelgoland im September eine Durchschnitts- temperatur von 14,2 Grad Celsius aufweist; die ostfriesischen Inseln Borkum und Norderney 14,1 bzw. 14 Grad. Das sind Temperaturen, die denen von Wiesbaden im Taunus, Badenweiler und Baden- Baden im Schwarzwald genau entsprechen; also den klimatisch be- sonders begünstigten Kurorten. Noch um ein geringes höher liegen die Durchschnittstemperaturen der Luft in Mainz, also in Rhein- Hessen und in Speyer in der Pfalz, die beide 14,7 Grad im Sep- tember als Mitteltemperatur aufweisen können. In dieser Luftwärme im Herbst auf den Nordseeinseln kommt deutlich die Einwirkung des Meeresklimas, begünstigt durch die insulare Lage, zum Ausdruck. Selbst die an der Küste gelegenen Ostseebäder sind im Herbst nicht viel kälter als die Nordsesinseln. Swinemünde hat im September immer noch eine Durchschnitts- temperatur von 13,7 und sogar Rossitten auf der Kurischen Nehrung von 13,3 Grad. Das sind wesentlich höhere Temperaturen, als z. B. die Luftkurorte in den Mittelgebirgen Nord- und Mitteldeutschlands zu dieser Zeit in der Regel aufweisen können. Kann man nun im Herbst in der See baden oder ist es schon zu kalt? Eine häufige Beobachtung, besonders im September, ergibt, daß das Wasser wärmer als die Luft ist, besonders morgens und abends. Das Meer hat während des Sommers viel Sonne geschluckt und hält diese Wärme verhältnismäßig lange fest. Sehr jzenau« Aufzeichnungen, die z. B. die Klimatologische Station in Swine- münde in den Jahren 1928 bis 1932 tägllch vorgenommen Haider- gaben, daß bei normalem Hochsommer und entsprechendem Sep- tember-Wetter, wie z. B. in den Jahren 1928 bis 1930, die Wasser- temperatur, etwa 130 Meter vom Strande am Kopfe des Brücken- stegs in 2 Meter Tiefe gemessen, zwischen T6 bis 18 Grad Celsius bis etwa 20. September aufweisen. Es ist kein seltener Fall, daß zu gleicher Zeit die Lusttemperatur 2 bis 3 Grad niedriger liegt. Die Beobachtungen, die in anderen Oftfeebädern, beispielsweise in Zoppot, Kolberg und Warnemünde gemacht worden sind, bestätigen diese Feststellungen. Wer in diesem Jahre im September an die See fahren w>ll, der kann besonders gute Aussichten mit auf den Weg nehmen. Da der 2lugust in diesem Sommer besonders warm war, hat sich auch das Meer besonders stark erwärmt. Noch am 1. September betrug die Wassertemperawr im Ostseebad Swinemünde 20,4 Grad(Lusttemperatur 19,4 Grad). Der September an der Meeresküste und auf den Inseln gilt all- gemein noch als Spätsommer, sowohl seinem Klima wie seiner Vegetation entsprechend. Zu dieser Zeit pslegt auch das Meeres- klima einen beruhigenden Einfluß auf das Nervensystem auszuüben, während beispielsweise im Frühjahr sensible Naturen einem Meeres- aufenchalt nicht gewachsen sind. � In den deutschen Bergen ist der September ebenfalls wärmer als der Mai, wärmer selbst in den srühlingswärmsten Gebieten. Vor allem zeichnet sich dieser Monat der vollen Naturreife durch weite Fernsichten aus, wie sie zu keiner anderen Jahreszeit erreicht werden. September und auch noch Oktober sind die beste Wanderzeit in den heimischen Bergen. Freie Aerztewah! für Hiifebsdürstige. In Stadtbezirken ohne Wohtfahrtsärzte. < Nach langwierigen Verhandlungen ist jehk der Vertrag zwischen der Stadt Berlin und dem Groh-Berliner Aerzte» bund über die ärztliche Versorgung der hilfsbedürftigen zustande gekommen. Der Vertrag soll mm 1. Oklcbe? 133? in Kraft treten. Bis dahin erfolgt die Behandlung der hilssbedürstigen aus Grund der bisherigen Verträge. Durch dieses Abkommen wird die ärztliche Berso/gung aller Unterstützungsempfänger in denjenigen Bezirken geregelt, die über keine se stanze st« Ilten Wohlfahrsärzte verfügen. Es handelt sich um die Bezirke Wilmersdorf, Zehlendorf, Schöneberg, Steglitz, Tempelhof, Neukölln, Treptow, Köpenick, Pankow und Reinickendorf und endlich um Teile der Bezirke Spandau und Lichtenberg. Zur ärztlichen Behandlung der Wohllahrtsempfänger werden die Aerzte zugelassen, die in den genannten Bezirken ihre Praxis ausüben und sich bis zum 18. September 1932 durch Unter- Zeichnung eines Derpslichtungsscheines zur Uebernahme der sich aus dem Vertrag ergebenden Pflichten bereit erklären. Die ärztliche Tätigkeit.stwfaßt Beratungen im Hause des Arztes .'und Besuche bei Kranken sowie die..Äusstellüng von ärztlichen. Be- icheinigungen. Der Hilfsbedürftig« bekommt vom Wohlfahrtsamt einen Krankenschein wie bei der Krankenkasse, oe« ihn zur Beanspruchung eines Arztes für einen Monat berechtigt. Die Unterstützungsempfänger haben bei den Vertrogsärzten freie Auswahl ohne Rücksicht auf die Grenzen der Berliner Verwoltungs- bezirke. Hoffentlich, trägt diese Regelung der ärztlichen Versorgung dazu bei, daß die Klagen der Hilfsbedürftigen über Art und Form der ärztlichen Behandlung aufhören. Nach der Zahl der Klagen über die Wohlfahrtsärzte zu urteilen, muß die bisherige Art der Ver- sorgung ungenügend gewesen sein. Es ist zu begrüßen, daß nun» mehr auch die Opfer dieser Wirtschaftskrise instand gesetzt werden, sich des Arztes ihres Vertrauens zu bedienen „Sondergericht und Menschenrechte". Die Deutsche Liga für Menschenrechte EB., Ortsgruppe Berlin, Westen I(Charlottenburg, Spandau), veranstaltet am Mittwoch, dem 14. September, 20.15 Uhr, im Klubhaus am Knie, Berliner Str. 27, einen Ortsgruppenabend. an dem Herr Dr. Rudolf O l d e n über das Thema„Sondergerichte und Menschenrechte" referieren wird. Gäste können eingeführt werden. Fabrikbrand in der Naunynstraße. In der Schraubenfabrik Gebrüder Herzog in der N a u n y n- straße S8 brach gestern Feuer aus, das in kurzer Zeit größere Ausdehnung gewann. Vermutlich durch Selbstentzündung gerieten Putzlappen in Brand. Die Flammen grifsen auf die Werk- bänke über, und in wenigen Minuten stand ein Teil der Werkstätten in hellen Flammen. Die Feuerwehr rückte mit mehreren Löschzllgen utiter Leitung des Baurotes Gemkow an. Vier Schlauchleitungen und eine Reihe von Sauerstoff- sowie Rauchschutzapparaten mutzten in Betrieb genommen werden. Erst nach über zweistündiger ange- strengter Löschtötigkeit war das Feuer eingedämmt. Unter' Zurück- iassung einer starken Brandwache rückten die Löschzüge in den Abendstunden wieder ab. Ein Gartenkonzert des Reichsbanners findet am heutigen Sonntag in der Hochschulbrauerei. See straße Eck« Amrumer Straße, statt. Gelamterlös zugunsten der Winterhilfe, für erwerbslose Kameraden, die. in den letzten Wohlkämpfen Tag und- Nacht Gut und Leben für die republikanische Idee ein- gesetzt haben. Eintritt 30 Pf. Eröffnung 3 Uhr nachmittags. Eine Führung durch die Jnjel Scharsenberg im Tegeler See(Schul-. farm) macht Tr. Franz L e d e r e r Sonntag 11. September. 15 Uhr, von Bahnhof Tegel! Absahri Stettiner Dorortbahnhos Z.Z7, Gesundbrunnen 2.41 Uhr; Straßenbahnen 25, 27, 28, 29. Wclleraussichlen füt Berlin: Wechselnd zeitweise stärker bewölkt, kühler, einzelne Schauer, mäßige westliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten noch wolkig und Neigung zu Gewittern und all- mählich sinkende Temperaturen im übrigen Reiche veränderlich mit örtlichen Schauern, nur noch mäßig warm. Die Gardinen. Ausstellung der Firma Tcpuich-Bllrsch, Spandaucr Str. Z2, zeigt wieder aufs neue, mit welcher Menge pon Ideen und schönen Modellen die Stoffe deutscher Fabritanten aefchaffen worden sind, alle geeignet, die Stimmung des Bewohners einer Mietwohnung so zu beeinflussen, dag die Erholungszeit und die Stunde der Ruhe im eigenen Heim wirtlich genugreich werden tan». Di- Fülle und Reichhaltigkeit der neuen Detoratianen ist so überwältigend, daß ein Besuch dieser Ausstellung, die völlig zwanglos erfolgen kann, lohnend ist, auch wenn ein Bedarf zur Zeit nicht vorliegt, als Muster für reifend« Plan«, als lockendes Ziel für eine kommende Zeit. I_-«•'/jyn j s p pülll; '-<85—, 1 0 .70 N' 7/ -"o.M. [ S p£ S�bol 1 M M E P —............. H k *°äk»V/&' Eßbaum � M f P to s ch L-~** -'«zViä- 3 �22 $°Xe!t*r'Chränl// tri Oer vorjf Zl'tohnh*, Sinti) Innntt Arnniheil oerfintti om 6. Sevtemder unsere liebe Müllen Schwtegermulier und Großmulter Lmilie Ltarcli im 63". Lebensjahre. In tiefer Trauer Kurt Starck Toni Lamprechi. �eb. Starck ncbsl Angehörigen Die Einäscherung erfolg! Dienstag den 13. September. H Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Mm Metailsriieitef-Veriiao!! Verwaitangssielle Berlin Todesanzeige Den Mitgliedern ,ur Nachricht, daß unser Kollege, der Klempner Rodert Krick neb 15. November 1872, am 9. 6cp. lember gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Einäscherung findet om Dien«. tag. dem IZ Sevtembrr. 18-/, Uhr. im Krematorium Bnumschulenweg untt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltong, Deitiiliesitallailiiiltü'tssiiaDi! FanküonSre! 2. Bezirü! Vlonlag, den 12. September, nach' mittags 4-- Ahr. In Ewest DeseN- schastshaus.«Zr. Zrantsurter Str. Z0 veiirl«z-Verzsmml!ZNS Ses 2. Bezirks Tagesordnung: Berichterstattung oom Detbandstag in Oartmund. Bertchterfialier) Kollege U r i ch. Reger Besuch wird erwartet. kankiioüSre I 10. Bezirk! W. ft.! ITUitroorf), den 14. September, nachm. 41/: Adr. im Verbandshau,e des Hauptvorstandes. Verlin SA! 6b. Alte Jatobstratze 14S 15Ö, Gr. Saal BezikksversatnmliiiiS des 10. Bezirks Tagesordnung) Berichterstattung vom Berdanhstag in Dortmund. Reger Besuch wird erwartet. Ohne Mitgliedsbuch l«>n gutritt. »dUunS> Drabtarbeiler I vonnerstag, den IS. September, 20 Ahr, im Lokal von wallschlöger, Adaldertstrasze 21 BrandlenversammillvS der Brakiarveiier Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Zahlreicher Besuch wird erwartet AltFtrnoch. den 14. September, vorm. II1? Ahr. im Sitzungssaal des Verbandshauses, Linienstr. S2-SS IVaiilkOroer-Verssminiiiiig der enverbslosen«iSölieder des Wablkörpers 2 und-t Tagesordnung Berichterstattung von der Generalversammlung oom 8 Auguit 1932.) Z.itr,tk baben nur diejtnigen Mitglieder, die im Lervandsbuch die Berufsbezeichnung habSn. für welche die Versammlung ein- beruien lll. Wahlkörper 2: Eisenkonstruk- tions-, Auto-, Maschinen-, Bau-, Schwarz- blech- und Karosserie- Schlosser. Wahl- körper 3 Ei'en-, Metall-, Revolver-, Karussell-, Bohrwerks- und Schrauben- dreher, Rundschleifer. Einrichter. Auto- maten-Tinrichter. Rohrleger und Rohr- leger-Helfer. Ohne Mitgliedsbuch und Arbeitslosen- karte kein Zutritt Die Orfarerwalhmg. Theater, Lichtspiele usw. Theater Sonntag, den 11. Septembei staatsoper unter den Linnen 20 Uhr Wiener Blut Siaauicnes Schauspielhaus 2« Uhr Was ihr wollt $(adl.0per Charlonenbure Frauephofer 0231 Sonntag, 11. Sept. Turnus III 1. Wiederholungder N eueinstud) croo g Siegfried Beginn 19 Uhr Bindernagel. Piator, Hofmann Kandl. OomberT.Amerling, Berger Dir. Fritz Stledry VOLKSBÜHNE Theateraim Bülowitiatz D 1. Norden 2 944 Eröf inung Montag 1 2. Sept.. 8 Uhr l�er Revisor von Gogol- Reqle: Heinz Hilpert CartBois/ Karötow/ Haadt/ Vcrhoevnn HeDtsdiei lüeatei Weidendamm 5201. 8 Uhr Wnnder nm Verdnn Dram. Dichtung von Hans Chlumberg Bsgis: Barl Hsinz Martin. Kassenpreise von 0,50 M. bis 1140 M Tägl, 5 u. 81 2 Uhr. Barbarossa 9256. 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Weisel Tägl 8.15 Uhr, Sonntags 3J0Uhr(ermäßigte Pr.) ErOffn un gHpro-cram m mit der Burleske Freibad Krumme Lacke Neue Kräfte. Preise 0.60 bis 1.25 M. Vorverkauf II— 2, 5—9 Uhr. Kirchensteuer Sämtlldie RücksiSndr an Kirdien- . sleuern werden fetzt eingezogen. Es empfiehlt sich Sur Bermeldung von Weiterunaen, die Beträge umgehend an die Finanzkasse zu zahlen. Der Präsident des Landestlnanzamts Berlin rolmznstr. 70/71 Steiopl(C 1) 6715 Täglich 8 Uhr „Die rersiinkene (Nock«" Kassenstunden tägl. 10—20 Uhr Mehrüclit 4-5 mal hellere Tisch- heieuchtung, oder»/, Eieomersparn. Patzt aus iede Siuhlampe Weise ähnliches, seh- lerhasteo zurllck 0.90, 1.35, 1.80. Eichldar im Echausenfter. N. Zsrhlir,, �iexänderpiäir 49 vr. Ernst Ganneii Augenarzt Schöneberg, Kolonnenstra�e 1 Ihren UrläBb im schönen Thüringer Walde im herrlichen Erzgebirge in stimmungsvoller Heidelandschaft im märkischen Seengebiet in den Heinsen derADEFE Misenieine DeutsffleGesellsdiaft lör Ferien- und Erholungsnetme m.ö.H. 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Tante Hetty ist nicht für die neue Zeit, nur was ihr dran gefällt, pflückt sie sich raus: zum Beispiel, Gerdachen ist sechsundzwanzig und Jrenchen dreißig Jahre, und das wäre früher alt gewesen fürch Mädchen, ist's jetzt aber nicht mehr. Den ganzen Abend sitzt Gilgi zu Hause bei den lieben Verwandten. Jrenchen und Gerdachen führen ihre Karnevalkostüme vor. Gerdachen hüpft als Rosenelfe durchs Zim- mer— sie hat etwas dicke Beine, ist aber dafür oben herum dünn— und Jrenchen zappelt in einem neckischen Pierrotgewand keß und selbstbewundernd auf der grünen Plüschsofalehne. Beide Mädels sind zwar nicht so schön, wie Tante Hetty sie findet, aber auch nicht ganz so häßlich und verblüht, wie Frau Krön bei sich feststellt. Es wäre Zeit, schlafen zu gehen, aber man will Herrn Krons Nachhausekommen noch abwarten. Tante Hetty liegt auf dem Sofa. Sie ist ermattet von der Reise, ihre Füße sind geschwollen—„strengt ja doch an, sone Fahrt". Frau Krön ist ebenfalls müde. Gerdachen und Jrenchen hampeln etwas lustlos in ihren Karnevalskostümen herum. Gilgi hat sich am Morgen eine Reisebeschrei- bung aus der Leihbibliothek geholt— sie möchte gern lesen, aber das würde unhöflich gefunden werden. Man ist sich gegenseitig ein bißchen lästig, jeder täte gern etwas an- deres als das, was er gerade tut. Aber man läßt sich nichts anmerken, gibt sich allgemein den Anschein, als wüßte man ungeheuer viel miteinander anzufangen. » Die halbe Nacht kommt Gilgi nicht zum Schlafen. In den beiden Kusinen löst nächt- liches Jm-Bett-Liegen das bei Mädchen übliche Mitteilsamsbedllrfnis aus. Gilgi liegt auf der Chaiselongue. Rechts von ihr steht ein Bett— links von ihr ein Bett. Rechts liegt Gerdachen— links Jrenchen. Die bei- „i/iiir? imrheinnndrr kommen die dicke 'HUlller und die kleine ißehrend" Phot. Farttmouni den albernen Kühe schwatzen über sie hinweg — von Tanzen unö Männern und Biertelverlobungen Jedesinal, wenn Ireitchen einen gewissen Artur erwähnt, quiekt Gerda- chen wie ein Frosch, der gerade überfahren wird. Cilgi wird verworren ausgeklärt: also Artur ist— und Artur war— und Artur wird—„nein. nein, nein, Reni. nicht jagen!" Gilgi wälzt sich von einer Seite auf die andere. Hält sich die Nase zu: Gerdachen hat sich vorm Zubettgehen ausgiebig mit einer Sommersprossensalbe eingeschmiert, die verpestet jetzt das ganze Zimmer mit ihrem Gestank. Todmüde wankt Gilgi morgens aus ihrem provisorischen Bett. Frau Krön hat an die Tür geklopft. Der Wecker mußte abgestellt werden, weil Gerdachen und Jrenchen ja nicht geweckt werden dürfen. Die sollen schön ausschlafen. Gilgi macht ihre Turnübungen. Hin und wieder wirft sie haßerfüllte Blicke auf die beiden Schläferinnen: man sieht zumpliges, strohgelbes Haar, pappige Ge- sichter, ein bißchen fettglänzig um die Nasen herum. Faules Pack! Aufreizend zum Klassenhaß. Leute, die nicht arbeiten und so idiotisch, albern, verschlafen durch die Tage trotten, kann Gilgi nicht leiden. Wohl und glücklich fühlt sie sich, wie sie. im Büro ankommt. Sie ist nicht mit der Straßenbahn gefahren, sondern die knappe Stunde zu Fuß gegangen. Ihre Kleider riechen nach frischer Luft, und ihr sonst blaß- braunes Gesicht ist leicht gerötet. Sie ist die erste. Zehn Minuten zu früh ist sie gekommen. Oh. sie ist öfters zu früh da und nie eine Minute zu spät. Beinahe liebevoll holt sie ihren Stenogrammblock aus der Schublade. Streift die Wachstuch- hülle von der Maschine, bürstet die Typen sauber und spannt ein neues Farbband ein. Neues Farbband ist jedesmal eine kleine Freude. Kurz nacheinander kommen die dicke Müller und die kleine Behrend.„Mojn"— „Mojn." Sie sitzen neben Gilgi. Beide sind nette Mädels, bißchen frech und leichtsinnig, aber nicht bösartig. Die dicke Müller baut Berge von Butter- broten, eine Thermosflasche mit Kaffee und eine Tasse ohne Henkel vor sich auf. Die kleine Behrend erzählt von gestern abend: „und da sagt mir der doch...", sie flüstert mit der Müller, das stört Gilgi nicht weiter: die beiden sind dick befreundet, und die Behrend hat immerhin Erlebnisse zu be- richten, die für Nur-Kolleginnen nicht ganz gegeignet sind. Manchmal hat man düs Ge- fühl, daß die Behrend nur abends was er- lebt, um es am nächsten Morgen der Müller erzählen zu können. Die ist zu dick und zu bequem, um selbst Abenteuer zu haben, ihr genügt's, davon zu hören— die Behrend erlebt eben für sie mit Dolles Ding. Nied- lich mit ihrem krausen, schwarzen Haar und den runden, braunen Augen— ein Gesicht wie'n Eichhörnchen. Und immer in Betrieb, immer was los mit ihr, immer den neuesten Schlager im Kopf und im Blut. Jetzt sitzt sie auf dem Bürotisch, baumelt mit den hübschen, frechen Beinen:.. und wenn die Kapelle dann spielt— so ganz süß und schmalzig— und ich bin mit einem, der mir gefällt, also ich weiß nicht, wie's ein Mädel macht, daß dann nachher nichts passiert.. Fragend sieht sie auf Gilgi.„Du kannst eben nicht nein sagen", stellt die dicke Müller be- friedigt fest. Die Kleine zieht betrübt eine Schnute, dann lacht sie:„Nein, kann ich auch nicht." Sie wirbelt in die Buchhaltung hin- über und klaut ein paar Tintenstifte,... es geht alles vorühüber...„denkt mal, wenn man nu' fünfzig ist, und keiner will einem mehr en Kuß geben!" Sie zupft an ihrer Bluse— die hat ihr einer geschenkt. Warum soll ihr nicht mal einer'ne Bluse schenken? Schlecht ist ein Mädchen darum noch lange nicht. Sie kann sich nichts kaufen, muß ihr ganzes Gehalt der Mutter geben. Gilgi be- wundert die Bluse. Sie ist sehr elegant— mit Handhohlsaum— und paßt so gar nicht zum fadenscheinigen Röckchen und den armen, ausgetretenen Schuhen. Gilgi hat die nuttige kleine Behrend tausendmal lieber als ihre braven Kusinen. Die ist so flink und fleißig wie eine Ameise und immer vergnügt und gefällig. Nach Büroschluß geht Gilgi zu Olga. „Gottes willen, Olga, bist du krank?" Olga liegt im Bett, hat ein nasses Taschen- tuch auf der Stirn und macht melancholische Augen.„Ich bin nicht krank, war nur auf einem Maskenball, jetzt ist mir übel." (Fortsetzung folgt.) Xeopold Qheri £agua mori, der ftoie See Bevor der Apuree sich durch die Hügelkette des Camapuam Bahn bricht, windet er sich durch den dichtesten Urwald mit großen Krümmungen wie eine verwundete Schlange. Baumstämme, die sich im Flußbett festgerammt haben und stellenweise ganze Barren bilden, die für eine Bootsfahrt auf dem Fluß ein großes Hindernis bilden, stauen das Wasser. Und kommen dann zur Regenzeit die wolkenbruchartigen Niederschläge dazu, jo treten die gelbbraunen Wasser des Flusses häufig aus ihren Ufern und bilden zahlreiche Curichi (Lagunen), kleinere und größere Seen und Tümpel, durch enge Kanäle, die sich das Wasser im schlammigen Boden selbst gegraben hat, vom Fluß aus ständig gespeist und die daher auch zur trockenen Jahreszeit nie gänzlich versiechen. Es war an einem entsetzlich heißen Tage. Ich kam in meiner Canoa ein gutes Stück den Fluß hinabgefahren, der hier einen überaus düstern Eindruck machte. Zahlreiche Lagunen bildeten ein wahres Dorado für Wasserwild und natürlich auch für Alligatoren, ohne die man sich hier kein größeres Wasser denken darf. Dichte Schilf- und Bambuswälder umsäumten diese Tümpel und Sümpfe. Ganze Netze von Lianen hingen von den Aesten dieser Riesen der Wildnis wie grüne Teppiche herab und hüllten die Ufer in düsteres Dämmerdunkel. Zahlreiche Kanäle leiteten das Wasser des Flusses in Lagunen, die im Dunkel der Wälder in weltferner Einsamkeit schliefen und träumten. In einen der größten Kanäle lenkte ich mein Canoa. Geräuschlos glitt mein Boot dahin. Grünes Laubdach wölbte sich dicht über meinen Kopf. Schilf und undurchdringliche» Dickicht von Bambus umsäumten beide Seiten des Kanals, daß ich kaum imstande war, meinen Kahn durch diese Wildnis hindurchzuzwängen. Dabei floß mir das Blut von Gesicht und Händen aus den Stichwunden der Sacudos(einer Moskitoart), die in dichten Schwärmen über mich hersielen.— Endlich lichtete sich das grüne Laubdach über mir. Noch zwei, drei Stöße mit der Ruderstange in den schlammigen Untergrund und ich war aus dem engen Kanal glücklich in eine große, unbe- weglich stille Wasserfläche von tintenschwarzer Farbe gelangt. Kein Laut ringsum Bis fast an den Rand des Horizonts, wo Himmel und Erde sich umschlungen halten, dehnte sich diese schwarze Wasserfläche aus. Unbeschreiblich einsam fühlte ich mich in dieser Wildnis, unter deren dichtem Blätterdach ewiges Schweigen lautlos zu wandeln schien Die Riesen vcn Bäumen standen da, ihre knorrigen Aeste in die schwarzen Wasser des Sees tauchend. Ur- waldriesen. Kraftgestalten, festgewurzelt seit Aeonen. Ungebeugt trotz all der Stürme, die sie jäh zu stürzen wähnten. Und von ihren Arme>i unischlungen ruhte der See, die schwarze Lagune, sommermüde, traumverloren. Einen wunderschönen Gegensatz zum Tinten- schwarz der Lagune bildeten die zahlreichen grünen Inseln, die das Düster des Gewässers anmutig unterbrachen. Aber keine Eilande, mit Bäumen und Sträuchern bewachsen. Es wäre» die großen Blätter der Nymphäen(Victom regia), die zu Tausenden aus dem See herum- schwammen und gruppenweis Inseln bildeten. Zwischen diesen riesengroßen Blättern tauchten schneeweiße, rosig angehauchte Blütenköpfe aus und(achten wie Kinder mit rosigen Wangen die Sonne an. Es waren die Blüten der königlichen Seerose, dieser Riesenblume der brasilianischen Gewässer mit milchweißen, wie Marmor glänzen- den Blumenkronen, die im Innern rosenrot an- gehaucht und mit violetten Tupfen geziert sind. Aber der See war nicht tot, wie man aus den ersten Blick glauben konnte. Betrachtete man die Riesenblätter der Seerosen genauer, so bemerkte. man die mächtigen Stelzoögel, Reiher, Jabirn und Marabus, unbeweglich, wie aus Holz ge- schnitzt, den Kops zwischen den Schultern ver- steckt und— schlafend. Ich war der erste Weiße, der die User dieses Sees betreten hatte Lagua mort, toter See, hatte ich ihn getauft und dieser Name blieb ihm. „Wie ist dieser See entstanden?" sragte ich und Raginou, mein indianischer Scout gab Ant- wort: Einst bedeckte diesen Platz Wald, mächtiger Urwald und nur in einer Lichtung standen Hütten Zuckerhutförmige Hütten aus Zweigen und Baumrinden. In diesem Dorf wohnte ei» wilder Stamm, gefürchtet von allen Nachbar- stämmen der Wildnis. Denn es waren Kanni- balen. Ihr Dorf war zum Schutze gegen feind- liche Uebersälle mit Palisaden umgeben, auf deren Spitzen gebleichte Menschenschädel steckten. Der Stamm hatte förmlich Menschenjagden ab- gehalten und dabei die Dörfer der friedliebenden. harmlosen Nachbarstämme überfallen. Die Ge- töteten wurden an Ort und Stelle aufgefressen, die Gefangenen aber ins heimatliche Dorf ge- schleppt, um gemästet zu werden, und dann bei festlichen Gelegenheiten verspeist zu werden. Dies erregte den Zorn Pacacamacs, des großen Geistes und Herrn der Erde. Er sandte seinen Sohn Pimahualta zu diesem Volk, ihm mit seinem Zorn zu drohen, wenn sie nicht von solchem Kannibalismus abließen. Und Pima- hualta erfüllte den Auftrag seines Baters, des großen Geistes: er stieg von der Anden schnee- gekrönten Gipfel herab und kam in das Dorf der Menschenfresser. Dort stellte sich der göttliche Bote in den Schatten eines mächtigen Drachen- baumes, nahm von seinem Hals die Pfeife aus rotem Ton, stopfte sie, zündete sie an, blies den Rauch gegen den Himmel und die Erde und nach den vier Windrichtungen und sprach zum ver- sammelten Stamm: Pacacamac, mein Vater und Herr der Erde, dem alle guten und bösen Geister dienen müssen. hat satt eures Blutvergießens und eures Menschenschlachtens. Hat mein Vater euch nicht zahllose Fische in den Strömen und Seen ge- geben und Wild in den Wäldern? Braucht ihr da das Fleisch eurer Brüder, den Hunger zu stillen? Und hat euch mein Vater nicht gelehrt, die Ananas zu pflanzen und den Mais, aus dessen Körnern ihr das Pucumic bereitet, den Trank, der euch berauscht, der euch erquickt, wenn ihr müde heimkehrt von der Jagd? Ihr arme» Kinder:. Hört auf die warnende Stimme Pima- hualtas, der euch liebt als seine Brüder, als die Kinder seines Vaters Pacacamac! Laßt ab von eurem Blutvergießen und den Menschenjagden auf eure Brüder, die mein Vater als seine Kinder ebenso liebt wie euch. Folgt ihr aber nicht den Worten meines Vaters, der seine Stimme mir gegeben, zu euch zu sprechen, so wird Pacacamac, der Herr der Erde, sein An- gesicht von euch abwenden und ihr sollt verflucht sein und untergehen. So hatte Pimahuacta, der Sohn des großen Geistes, zum Stamm gesprochen. Und die Aeltesten und Krieger hatten seine Worte gehört, denn sie hatten ihr Ohr geöffnet leiner Stimme. Und sie saßen stumm im Kreise um Pimahualta und schwiegen beschämt. Da trat aus der Hütte, die abseits vom Dorfe am Rande des Urwaldes stand, ein alter Mann. Sein Haupt schmückte eine Krone bunter Feder» von Papageien: sein Körper war nackt wie der aller Bewohner der Wildnis und mit seltsamen Figuren bemalt. Sein Hals war mit Schnüren behangen daran die Eckzähne des Jaguars, des Kaimans und des Brüllaffen hingen. In der rechten Hand trug er eine Lanze, die verziert war mit den Federn der Nachtschwalbe, des Earacarai und des Caoha, jener Geierarten, die ihrer klagenden Stimme wegen als Boten der Verstorbenen hoch oerehrt werden. Dieser Mann, der schon drei Menschenalter gesehen, war Taba- manunu, der Zauberer des Stammes. Da richtete sich das Auge Pimahualtas aus den Zauberer, und er rief ihn an:„Was suchst du hier unter meinen Brüdern, du Sohn des Nani- gogigo!(Der böse Geist der Nacht, der den Menschen Schaden bringt.) Weiche von hinnen, denn meine Brüder wollen nicht mehr deine Stimme hören!" Da ergrimmte Tabamanunu in Zorn, und er schrie den Gottesbotcn an:„Wer bist du, du grünes Holz, daß du so zu mir zu reden wagst?" Und er schleuderte eine Lanze auf Pimahualta. Und das Wurfgeschoß, dem der böse Geist Rani- gogigo Zauberkräfte verliehen, durchbohrte den Gottesboten und heftete seinen entseelten Leib an den Stamm des Drachenbaumes, unter dem Pimahualta gestanden hatte. Da ging durch die Lüfte ein grausiges Rollen, wie das Grollen fernen Donners. Und urplötzlich fegte ein Windstoß daher, und ein zweiter, und rüttelt an dem Drachenbaum, daß er zusammen- bricht den toten Leib des Pimahualta unter sich begrabend. Und Windstoß folgte auf Windstoß, und im Walde krachte es von brechenden Bäumen, die der Sturm wie dürre Aeste nieder- schmetterte. Finstere Nacht senkte sich herab. Noch ein Windstoß, der die Hütten des Dorfes wie Alls firbeher und Angestellte haben das Recht auf Befreiung von der Mitgliedschaft bei einer Pllichtkrankenkasse(§51 7RVO.) durch Ubertritt xur Kranken- u. Sterbekasse für das Deutsche Reich (Lichterfelder Ersatzkasse tür sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin N 24, Oranienburger Straße 67 Spreu vom Erdboden wegfegte, dann ein Rauschen, daß das Sausen des Windes und das Krachen stürzender Bäume im Walde über- tönte— und eine Sturzflut ergoß sich vom Himmel hernieder, daß in wenigen Minuten der Wald einem See glich. Die Menschen im Dors schrien auf vor Angst und Verzweiflung. Tabamanunu brüllte Beschwörungsformeln und flehte zu Nanigogigo, daß er Sturm und Wetter Halt gebiete— ober der Sturm raste weiter, Wassersträme stürzten vom Himmel nieder ohne Unterlaß.— Die Menschen wollten sich flüchten,— wohin sie auch zu fliehen suchten— überall Wasser— Wasser— Wasser. Sieben Tage und sieben Nächte wütete so der Sturm, strömte ohne Unterbrechung der Regen nieder— endlich wich die Finsternis, und ein sonnenheller Tag brach wieder an. Welch' ein Anblick! Alles Wasser, Wasser, Wasser, wohin das Auge auch schauen mochte— der Platz, wo früher das Jndianerdorf gestanden— ein See, eine Lagune mit trübem,- stinkendem Wasser, darüber die Malaria ihre Miasmen brütet— Sumpf und trübes, faules Sumpfwasser! Das Dorf der Kannibalen und seine Bewohner liegen unten am Grund der Lagune. Ihre Ge- beine faulen im Schlamm des Sumpfes. Nur einer findet selbst die Ruhe dieses nassen Grabes nicht. Es ist Tabamanunu, der Zauberer, der Mörder des Gottgesandten. Denn er muß in Sturmnächten aus der Tiefe der Lagune herauf- steigen und jagt dann heulend und stöhnend durch die Wälder und rüttelt, wie von Nanigogigo, dem bösen Geist besessen, an den Bäumen, daß diese ächzen und stöhnen und krachend stürzen. Und die Menschen flüchten dann in ihre Hütten und verbergen sich: denn sie fürchten, wenn Tabamanunu sie sieht, daß sie dann sterben müssen. Nur er, der Zauberer und Gottes- Mörder, darf nicht sterben. Ihn hat ein ewiger Fluch getroffene er muß auf Sturmesflügcln durch die Wälder reiten und durch düstere. schauerliche Schluchten rasen, fort und fort, ohne Ende, ohne Erlösung— bis das letzte Ende kommt, der Tag, wo die große Schildkröte wieder hinabsteigt in die Tiefe des Lzeans." Silvio de mayo: ÄKS Indiskretionen aus dem£eben des gilrnftars Das Double lebt im Schatten des Wesens, dessen zweites Ich zu sein es vertraglich ver- pflichtet ist. Trotzdem viele angebetete Größen der Lein- wand ihren weltumspannenden Ruhm nicht zuletzt ihrem Double verdanken, fristet dieses ein unbe- achtetes, schlecht bezahltes Dasein und darf zwar für den beliebten Sensationsdarsteller die schwie- rigsten Sprünge, Kletterübungen und Wasser- kunststücke bei den Aufnahmen ausführen, wofür dieser hochdotiert, populär und in die erfreuliche Lage versetzt wird, wenigstens in der Wirklich- k e i t große Sprünge machen zu können, was, wiederum häusig die weitere Folge nach sich zieht, daß der gefeierte Arrivierte launenhaft, exzentrisch, großsprecherisch, den Produzenten, Regisseuren und Kollegen zum Greuel und dem schlecht informierten Publikum— zur nachahmenswerten Jdealgestalt wird! Des Doubles Charakter aber bleibt unverändert: Es darf natürlich keine Lippe, sondern höchstens sein minimal versichertes Leben riskieren. Wir haben Filmgötter, die olle»— bloß keine gesanglichen Qualitäten besitzen. Für diese Be- »achteiligten erklimmt meistens sin auf dem Pro- grommzettel nicht mal für erwähnenswert gchal- tener Tenor oder Bariton die Stufen der Ton- leiter, und auch für Diven, deren süße, wohl- geformte Mündchen schöner sind als die Sprache, die aus ihnen ertönt, hat eine unbekannte kleine Schauspielerin ihr mikrophonfähiges Rezitations- talent zu opfern. Und wir jubeln oft vor Be- geisterung über den Tanz eines von Gott und der Welt verhätschelten Lieblings, ohne zu ahnen, daß dieser eigentlich nur in einer Großaufnahme etwas mit dem Oberkörper wippt, während die phantastische, von uns so lebhaft applaudierte Beinarbeit von einem armen namenlosen Chorgirl geleistet wird. Diese„Borspiegelung falscher Tatsachen" unbemerkt an uns vorüber- ziehen zu lassen, bewirkt die shoffentlich!) geschickte Bilderzusammenstellung und Montage des Spiel- leiters oder Operateurs. Denn das oder vielmchr d i e Doubles sind es, die einem Individuum zum Nimbus des uni- versalen, in allen Sätteln gerechten Uebermenschen — wenigstens in den Augen des andächtig gläu- belnden Publikums— verhelfen. Blendende Stimme, herrliche Beine, wundervolles Sprach- organ, eine— in den so beliebten Bade- und Entkleidungsszenen— berückend schöne Figur, Tollkübnheit, sportliche Spitzenleistungen, sie wer- den von vielen bescheiden im Hintergrund Wirkenden einer oder einem einzigen gerade im Zenite der össentlichen Gunst Stehenden an- gedichtet! Aber damit nicht genug: Am Double werden die Beleuchtungseffekte, der Faltenwurf und Sitz des Kleides sowie die photographisch günstigste Pose ausprobiert, und der Star mit der gigan- tischen Gage kommt— ohne etwas von seiner kostbaren Zeit verloren zu haben— bei der Ausnahme quasi immer in ein sorgfältig vorbereitetes Bett. Am Double wurden die Haartrachten, die einer ganzen Modencpoche ihr Gepräge gaben (wie„Asta-Nielsen-Pagenkopf",„Greta-Garbo- Locken"), ehe sie die betresfenden Prominenten trugen und ihnen ihren großen Namen verliehen, erfunden und geschaffen! Ein Glück, daß die mon- dänen Domen, die diese Frisuren nachahmen, nicht wissen, daß sie sich durch ihre Kopiersucht im Grunde genommen nur zu Doubleseines Double gemacht hoben-- Auch außerhalb des Ateliers— wie auf Reisen und Autogrammtagen— soll es zuweilen vor- kommen, daß das Double für sein Original eine Rolle spielt. Da hat das Duplikat die Aufgabe, bei einem allzu stürmischen Empfange sich die Kleider vom Leibe reißen zu tasten, während die richtige Diva heimlich vorher den Eisenbahnzug oder die Luruslimousine oerläßt und später strahlend, unzerknautscht, ohne schmerzhaste blaue Flecke, aus sicherer Entfernung von der Bühne herab der zahlreichen Berehrerschast huldvoll zu- lächelt. Das Double ist ein mehr oder weniger willkom- menes Ersatzmittel, wenn sich der Star eines zu- dringlichen Anbeters etwa mit den Worten ent- ledigr:„Nein, ich sage es Ihnen zum letzten Male: Ich komme nicht zum Tee zu Ihnen!! Aber ich will Ihnen, damit Sie wenigstens mein gutes Herz fühlen, mein Double schicken!" Aber es ist absolut nicht unmöglich, daß eines Tages die ganze große Tragik auch über einen Angehörigen dieses ausgefallenen Berufes herein- bricht! Vielleicht dadurch, daß sich solch ein arm- seliges Surrogat tatsächlich einbildet, es sei die oder der, die es ständig zu ersetzen oder zu vervollkommnen habe: dann kommt solch ein be- dauernswertes Häuflein Unglück in die N e r v e n- h e i l a n st a l t oder, falls es sich nur bewußt bereichern wollte, wegen Hochstapelei vor die Strafkammer. Es könnte aber— wie vor kurzem!— ein Mordanschlag auf eine Filmgröße geplant und vielleicht verübt werden! In diesem Falle wäre es gar nicht ausgeschlossen, daß die Kugel ver- sehentlich auf das ja täuschend ähnlich aussehende Double gerichtet wird. Man könnte das sogar für wahrscheinlich halten: Denn- es gibt Sonnen- kinder, die scheinbor in allem auf das Glück abonniert sind, s i e nennt man— Prominente, und Menjchen, die mindestens das gleiche Maß Arbeit zu verrichten gezwungen und dennoch dazu verurteilt sind, nur die Schatten- feiten, Bürden und Nachteile aus sich zu nehmen, und die ohne pekuniären und sichtbaren Erfolg ewig vor der Türe des Ruhmes stehen bleiben müssen, das sind— die Doubles. Für sie ist es sicherlich nur ein schwacher Trost, daß auch außerhalb des Wunderlandes„Film" in dieser Hinsicht die Erdbevölkerung zum aller- größten Teile aus Doubles besteht! Wodienprogrsnim des Berliner Rundfunks. Sonntag, II. September. 6: Gymnastik. 6.20; Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.85: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. II: Füür die Kinder. 11.30: Bach-Kantate. Aus Leipzig. 12: Aus Koblenz:s Militärkönzert. 12.30; Aus Frankfurt a. M.: Große deutsche Kundgebung für das abgetrennte Saar- und Pfalzgebiet am..Deutschen Eck". 13.40; Aus Koblenz: Fortsetzung des Militärkonzerts. 14: Elternstunde. 14.30: Heiteres. 15.30: Aus dem Deutschen Stadion: Fest der deutschen Schule. 16.30; Aus Königsberg: Nachmittagskonzert. 17; Aus dem Dante-Stadion, München: Hockey-Länderkampf Deutschland-Indien. 17.50: Aus Königsberg: Fortsetzung des NachmittagskortzertcS. 18:„Die Glücksritter". Eine Eichendorff-Stunde. 19: Klaviermusik. 19.30: Heitere Theatererlebnisse. 19.50: Sportnachrichten. 20: Der Franziskanermönch Pater BartI Viertl aus Reutte in Tirol mit seiner Bauernkapelle. 20.30: Populäres Orchesterkonzert. 22; Wetter-, Tages— und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Montag, 12. September. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Breslau: Frühkonzert. 13; Aus Hannöver: Schloßkonzert. 12.30; Wettermeldtingen für den Landwirt.. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Vorurteile in der Ernährung. 15.40: Wie übersetzt man Tonfilme. 16.05; Wissenswertes beim Grundstückskauf und Hausbau. 16.30; Kammerörchesterkonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Deutsche Sprache und Literatur in Südafrika. 18.10: Sozialpolitische Umschau. 18.30; Unterhaltungs- und Tanzmusik. 19.10: Die Funkstunde teilt mit.. 19.15; Stimme zum Tag. 19.25; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.30; Hindenburg-Spende 1932. 20: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Cavalleria rusticana". Oper von Mascagni. 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Abend- Unterhaltung. Dienstag, 13. September. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Hamburg; Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzerl. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Schicksale berühmter Bilder. 15.40: Kleine Liedstunde. 16.05: Die Entwicklung defs arabischen Orients. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.30; Doktor Ueberall erzählt. 17.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18: Bücherstande. 18.30: Klaviermusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Rettüngswesen, Krankentransport und Planwirtschaft. 19.38: Wie es wirtschaftlich in Amerika aussieht. 20; Unterhaltungsabend. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 14. September. 6: Gymnastik. 6.20; Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle funk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Reisen und Wandern. Freiwillige Feuerwehren. 16.05: Aus dem Flughafen Staaken: 200 niegen in Sportflugzeugen. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert, Jugendstunde. 17.50; Kitsch und Kunst. 18.10; Eine Viertelstunde 18.25; Von der Pyramide zum Hochhaus. 18.50: Mitteilungen des amtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag Urchesterkonzert. 20.30: Funkkalender. 21.30: Karl Erb singt. 22: Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Schul- für den 16.40: Jungens 17.30: Technik. Arbeits- 19.10; Wetter-, Donnerstag, 15. September. 6: Gymnastik. 6.20: Aus Leipzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Gefiederte Raubritter. 15.40: Das Dörf in der Größstadt. 16.05: Mit Renntier und Schlitten durch die norwegische Lappniark. 16.30; Lieder. 16.45; Tänze für Violine und Klavier. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Studentenfürsorge. 18.10: öoldfundc und Weltkonjunktur. 18.30;„Dein Wald" von Paul Eipper. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme Zum Tag. 19.10; Chorgesänge. 19.30: Spiel mit Worten und Noten. 20.30: Sinfonie- konzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitag, 16. September. 6: Gymnastik. 6.20: Frühkonzert. 10.10: Wochenmarkt-Allerlei. 11.30; Solistenkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Rechtsfragen des• Großstadtverkehrs. 15.40: Bedeutung der Stenographie für den einzelnen und für die Gesamtheit. 16.05: Lehrstätten des deutschen Sports. 16.30; Nachmittagskonzert. 17.30: Erfahrung aus der Jugendbewegung für die Gegenwart. 17.50: Das neue Buch. 18: Die deutschen Mitarbeiter George Washingtons. 18.25: Andreas Zeitlcr liest eigene Prosa. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Programm der Aktuellen Abteilung, 1930: BalJet-Suitcn. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht, 20.15: Fortsetzung der Ballet-Suiten. 21.10:„Der zerbrochene Krug." Lustspiel von Heinrich von Kleist. 22.30; Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Danach: Aus Magdeburg: Orchesterkonzert. Sonnabend, 17. September. 6; Gymnastik. 6.20; Aus Königsberg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde. 15.40: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.05: Örchesterkonzert. 18: Deutsches Sprachgut. 18.30: Für den Siedler und Kleingärtner. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Franz-Schubert- Konzert. 19.40; Leben und Treiben der Cowboys. 20; 70 Jahre Verein Berliner Presse. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachfichten. Danach; Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 11. September. 6: Aus Berlin: Gymnastik. 6.20: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Ueber- tragung aus Berlin. II; Dichtcrstünde. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12: Aus Koblenz: Militärkonzert. 12.30: Große deutsche Kundgebung für das abgetrennte Saar- und Pfalzgebiet am..Deutschen Eck". 13.40: Aus Koblenz: Fortsetzung des Militärkonzerts. 14: Elternstunde. 14.30: Kärntner Volkskunst. 15.05: Straßen der Welt; Landstraßen. 15.30: Aus Berlin: Fest der deutschen Schule. 16.30; Was will das Theaterpublikum für sein Geld? 17: Aus dem Dartte-Stadion, München: Hockey-Linderkampf Deutschland-Indien. 17.15; Aus Königsberg: Nachmittagskonzert. 18: Aus Berlin:„Die Glücksritter." Eine Eichendörff-Stunde. 19; Deutsche Charaktere; Friedrich Ludwig Jahn. 19.25: Deutsche Instrumentalmusik um 1700 auf alten Instrumenten. 19.50: Sportnachrichten. Aus Berlin. Deuttchlandsender: 20: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Wiener Blut". Operette von Jöhann Strauß. 23: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 12. September. 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Bedeutung des Indizienbeweises. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Spanisch für Anfänger. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 1930: Die Hindenburg-Spende 19.32. 19.45: Viertelstunde Funktechnik. Dcutschlandsender; 20; Aus Hamburg: Volksmusik. 21.10: Aus Habmurg; Heiterer plattdeutscher Abend. 22.15: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.30: Aus Leipzig: Unterhaltungsmusik. Dienstag, 13. September. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Das Gesicht der modernen Zeitung. 18: Musikalische Hörübungen. 18.30; Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Antlitz und Seele. 19�0; Denkwürdige Reden. Deutscblandsender: 20: Aus Leipzijg: Abendkonzert. 21.10: Aus Leipzig:„Aufruhr im Sudan" von Otto Rombach und Hermann Schreiber. 22.45; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.40: Aus Hamburg: Alte Tanzmusik. Mittwoch, 14. September. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30: Peter Rosegger und die Steiermark. 18: Wertung musikalischer Kunstwerke. 18.30; Querschnitt durch Zeitschriften. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30:. Stunde des Beamten. Deutschlandsendtr: 20: Aus Wien: Konzert. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 15. September. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Sprache und Volkstum. 18: Entwicklungslinien der zeitgenössischen Klaviermusik. 18.30: Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.25: Für und Wider. Wegweiser durch die Zeit. 19.40; Zeitdienst. 20: Herr Doktor, darf ich heiraten? Ein Lehrspiel. Deutschlandsender: 20.30: Uebertragung aus Berlin. 22.30: Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert. Freitag, 16. September. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30: Antlitz und Seele. 18: Insekten als Musikanten. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Wissenschaftlicher Vortrag für Aerztc. 19.20; Stunde der Arbeit 19.40; Zeitdienst. Deutschlandsender: 20; Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus Hamburg: „Seefahrt ist not". Alarm ins deutsche Land. 21.15: Aus Königsberg: Opernquerschnitt„Undine" von E. T. A. Hoffmann. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 17. September. 16; Eibe und Wacholder, eine kulturhistorische Plauderei. 16.30; Aus Hamburg; Nachmittagskonzert 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit 17.50; Diamantenbörsc und Wasserbörse. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Der ewige Harlekin. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Englisch für Anfänger. 19.25: Deutschlands schöpferischer Anteil an der Gestaltung der Stile. 19.45: Stille Stunde. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Wir zeigen cq.200 verschiedene FensterferHg aufgemacht ELLUNG5-und VERKAUFSRÄUMEN. Die neuzeitliche Gardine besteht nicht nur aus schönen, dichtgewebfen- gemusterten und einfarbigen Stoffen, sondern die Moderichtunq verlangt gleichfalls lichtdurchlässige, transparent wirkende, gewebte und bedruckte Stoffe/ DiesdmeQardine! i)k moderne Dekoration! Voiil u.Kmstsvfyin-Jieytc ge/ertausJaoguardjernijstJgg�ji " � flldrS Ä iinfartsmpKh. �fT/J r.'&tf j wert£dfl füllen, nüe SeMbr.l S» '--f ty« 2FlügAmrb(hang,6miht§#» ßardkensfoffe Kunshenltu.Yotl-Viiiie.inaan-ipK a$ ihm tedq/Uf, c.a. 115 u.■ sSl ÜOm br, ferner f üclüüs, Edelfüll, modern gern usf. 2 Flügel, 1 Querbehang mit Volant, Qarnltvr ousVolli'oile. WM, danmen iedc,tdilfOI/,reicfi aemust. ml torm,nlleSchqll ? Flüg. 1 Querbehang, Semii Diwdndecken 7� dobitingewehe, voht&öBtT,' PekoMflonsstoffe Jacquard, moderne, liehe Muster, indanthrsn�n gefärbt ca. 120 cm. brt. Mträ» entßuüßndeNeuneiten, moderne Qrund- Stoffe w.Sinsdt- e&JLC itn u Fransen fSX> W5<00 ca.2S0cm Be ff decken- und Wleftisdtdeefan kMeüeuheitin, auß erge= wohnlich preiswert! Tischdecken nss/Diwdnpückwänöe 025/ De unen decken 0750/ Steppdecken Qus Gobe/ingbweße uMQ Z. U. IKS-Dsmäst jnCSou/,ff".]/ pcioeise�. Hofng:*m-sarin f] -- f..,,„ 160_! u.Perser Qem..ce.7S* iso cm. � aichtemSarm /Ffaitivoiifijiiuna oaiteGroßd�' Inalkn "MkiSanm* fflWtfiVM Rvvw/tSß/im* I V I 4 Tduferstolfe, Jacquard Bofide« ss�Ttis„«„»a d�Lss rewes Haargarn, moderne Muster, in vielen Farben brt Mtrst. brt. Mrr.eß, brt Htr.*rt wm Werlnau: 'uslegewart Boucle reines Haargam.modejffJ'f' i farbig, ca.JOcm brt. MhmfOj nur Berlin C 2, Spanclauen Sfr.32 Gewerkschastsagiiaiwn. Der Bundesvorstand des ADGB. rust zu neuer Werbung auf. Der zweite Verhandlungstag der Bundesausjchuß- Sitzung des ADGB. war ausgefüllt mit der Behandlung der Frage der gewerkschaftlichen Agitation. An erster Stelle referierte Hermann Schlimme(Bundesvorstand) über Werbetätigkeit der Gewerkschaften. Eine Ausstellung von Werbemoterial der Gewerk- schaften aus alter und neuerer Zeit, die dem Bundesausschuß vor- geführt wurde, zeige die Art und Weise und denWandelinder Werbearbeit. Millionen Mark müssen die Gewerkschaften jähr- lich aufwenden allein für die Gewinnung neuer Mitglieder. Die Gewerkschaften müssen daher fortgesetzt prüfen, ob durch gemeinsame Agitation eine rationellere Werbung neuer Mitglieder möglich ist. Zum Wort und zur Schrift als Mittel der Agitation ist in neuerer Zeit das Lichtbild, der Film, die Ausstellung hinzugetreten. Die altbewährten Methoden der Werbung müssen geprüft und neue Formen gesucht werden. Die Agitotionsarbeit der Gewerkschaften ist gleichbedeutend mit wirtschaftlicher Aufklärung. Sie gewinnt in Zeiten der Wirtschaftskrise erhöhte Bedeutung. Politische Verhetzung durch die zahlreichen Feinde der Ge- werkschaften zerstörte vielfach das Vertrauen der Außen- stehenden zu den Gewerkschaften. Ein Vergleich mit dem Konjunktur- verlauf zeigt jedoch, daß trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Mitgliederrückgang sich nicht annähernd in gleichem Umfange auswirkte. Die Arbeiter wissen, daß sie jede Schwächung ihrer Organisationen mit Lohndruck und verschlechterten Lebensbedingungen bezahlen müssen. Noch stehen mindestens 14 Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen'in Beschäftigung, von denen der größer« Teil noch für die Gewerk- schaften gewonnen werden soll. Trotz der handgreiflichen materiellen. Ideellen und kulturellen Erfolgeder Gewerkschaften für alle Arbeiter und Arbeite- rinnen ist die Gewinnung dieser Unorganisierten längst nicht erreicht. Erschwert wird die Agitation, seitdem die Arbeitskämpfe in die Tarifämter und staatlichen Schlichtungsstellen oerlegt wurden und so vielfach das Gefühl entstand, als sei die gewerkschaftlich« Rücken- deckung nichtmehrerforderlich. Die für die Gewerkschaften wirkungsvollste Aufklärungs- und Agitationsarbeit wird im offenen Kampf zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern geleistet, weil dabei jeder Beteiligte die Macht der Organisation unmittelbar verspürt. Unlauter« Propaganda-Methoden können die Gewerkschaften angestchts ihrer Bedeutung für die Arbeiterklasse in Wirtschaft und Staat nicht an- wenden. Ihre ganze sozialistisch« und wirtschaftspolitische Arbeit er- fordert, daß die Gewerkschasten bei ihrer Werbetätigkeit sich mehr an das Interesse des einzelnen an seinen Verband als an das Gefühl der großen Masse wenden. Das berufliche Zusammengehörigkeitsgefühl hat stch noch stets als eines der wichtigsten Bindemittel erwiesen. Die Hauptwerbearbeit wird deshalb auch in Zukunft bei den Einzel- verbänden verbleiben müssen. Doch müssen die Einzelerfahrungen ausgetauscht und in einer zentralen Stelle im Interesse aller Verbände ausgewertet werden. Der gewerkschaftlich« Der- tr�uensmann muß gemeinsam mit der gesetzlichen Betriebsvertretung die Agitation im Betriebe übernehmen. Eine besondere Aufgabe fällt dabei der Werbung unter den Zugendlichen. Lehrlingen und Arauen zu. Jährlich verlassen jetzt noch etwa 600000 Jugendliche die Lehre. In jedem Verbandsvorstand, in den Bezirksverwaltungen, in jeder Ortsverwaltung, für jeden größeren Betrieb oder jede größere Ab- teilung sollte eine Agitationskommission eingesetzt werden. Die Ortsausschüsse des A D G B. sollten die Erfahrungen der örtlichen Agitationskommission sammeln und zur Ausstellung ge- meinsamer Werbepläne verwenden. Hierbei können Jugendlich« und Frauen, namentlich die jüngeren, den Jugend- und Lehrlings- abteilungen entwgchsenen Gewerkschaftskollegon, als Propagandisten wertvolle Hilfe leisten, ähnlich wie in der politischen Agitation, ins- besondere bei Vorbereitung und Durchführung der Haus- agitation. Einspannen geeigneter jugendlicher Kräfte in die Werbearbeit bedeutet gleichzeitig Einführung in die praktische Gewerkschaftsarbeit. Direkt« mündliche persönliche Aufklärung hat sich noch stets als das wirksamste Werbemittel für die Gewerkschaften erwiesen. Die Gewinnung der zahlreichen unorganisierten Arbeits- losen durch die Gewerkschaften und ihre Betreuung durch bereits organisierte Arbeitslose ist unter der Führung und Aufsicht der Ortsausschüsse gemeinsam mit den Verwaltungsausschllssen der Arbeitsämter in die Wege zu leiten. Jede Art von schriftlicher Propaganda soll volkstümlich und wirkungsvoll sein. Das stärkste Propagandamittel ist die G e- w e r k s ch a s t s p r e s s e. Sie hat die Aufgabe, die Arbeitermassen aufzuklären, zu bilden und zur Solidarität zu erziehen. Die Ge- werkschaften werden die organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen in allen Orten von Zeit zu Zeit für eine großzügige, von zentraler Stelle aus geleitete Werbeaktion einsetzen. Dann wird es möglich sein, das große Heer der Indifferenten zu dezimieren.— Ueber die planmäßige Ausgestaltung der gewerkschaftlichen Agilalion referierte Genosse Dr. H. S o e l b a ch, Leiter der Bernauer Bundes- schule. In dieser Zeit der tiefgreifenden Wirtschaftskrise erhält die gewerkschaftliche Werbearbeit eine erhöhte Bedeutung. Sie ist nicht nur eine Frage nach dem Stande der Mitglieder. Sie wird zu einer Schicksalsfrage der Arbeiterbewegung. Alle Gebiets gewerkschaftlicher Betätigung müssen deshalb mehr als bisher die Forderungen der Agitation beachten. Da» gilt vor allem für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit, die, wie jedes Gebiet der sozialen Praxis, in den großen Rhythmus der Entwicklung hineingestellt ist. Wöhrend es in der Vorkriegszeit ihre Aufgabe war, den Gedanken der Solidarität lebendig zu machen, den O p f e r f i n n zu pflegen, an den Idealismus zu appellieren, um die Massen zu aktivieren, war in der Nachkriegszeit öie Bildungsarbeit als Folge der neuen Machtstellung der Gewerk- schaften auf sachliche Schulung eingestellt. E» galt, in die Gebiete der Wirtschaft, der Sozialpolitik und des Rechts Anzuführen. Durch die Wandlungen, die sich in der Stellung der Gewerkschasten durch die Krise vollziehen, sind auch der Bildungsarbeit wiederum neue Ausgaben gestellt, den Menschen tiefer zu erfassen, chn für den Kampf um die Ziele der Organisationen ein- zusetzen. Die gewerkschaftliche Bildungsarbeit muß durch die sachliche Schulung den Funktionären Hilfsmittel für ihr« neut agitaw- rijch« Tätigkeit liesern. Was von der Bildungsarbeit gilt, ist auch für die Ausgestaltung der Presse und für das Verfammlungsleben hotwendig. Auf allen Gebieten muh eine stärkere Werbearbeit einsehen. Diese Arbeit darf sich nicht nur aus die bisherigen Erfahrungen stützen, sie muß die Erkenntnisse der Werbewisjenschasten verwerten. Neben der bisherigen Praxis muß eine laufende Forschungs- arbeit einhergehen. Die Agitation ist nicht nur eine individuelle Angelegenheit. Sie ist Gegenstand einer umfassenden plan- mäßigen Organisation. Die Agitation ist nicht mir eine Aufgabe der einzelnen Verbände. Sie muß von der gesamten Be- wegung getragen werden. Die Angriffe auf die Gewerkschaften wer- den- zentral geführt. Der Gegen st oh muh deshalb nicht nur von den einzelnen Gruppen, sondern von zentraler Stelle der Gewerkschaftsbewegung erfolgen. Die Diskussion, die sich an die beiden Referate anschloß, brachte in sehr anregender Weise die besonderen Werbeprobleme der einzelnen Verbände der verschiedenen Größe, Struktur.und Berufs- art zum Ausdruck. Verbände, deren Mitglieder sich weit über das platte Land verbreiten, müssen immer wieder zur Agitation von Wund zu Wund zurückkehren und ihre Methoden streng an desondere Verhältnisse anpassen. Zustimmung erfährt der Gedanke, daß in der Agitation die großen Gesichtspunkte der Bewegung und ihrer Ziele stark in den Vordergrund gerückt werden. Anregungen von zentraler Stelle für die Ausgestaltung des schriftlichen Werbe- Materials wurden begrüßt. Es wurde die Frage geprüft, ob und inwieweit gegenwärtig die Unter st ützungseinrichtungen ihre alt« Anziehungs- kraft noch bewähren, ob Flugblätter und Plakate eine große werbende Wirkung für die Gewerkschaften haben, sei«in« Frage, über die gestritten werden könne. Wichtig sei S ch n e l l i g- k e i t in der Ausnutzung wichtiger Vorgänge für die Agitation und in der Abwehr gegen Angriffe auf die Gewerkschaften. Die Gewerkschaslspresse müsse ihren Charakter dem agitatorischen Bedürfnis der Verbände anpassen: viele Gewerkschaftsblätter haben bereits gezeigt, daß sich die Schriftleitungen dieser Ausgabe bewußt sind. Die engen Beziehungen zwischen Bildungsarbeit und Werbearbeit werden mehrfach betont. Die Gewerkschaften können die Werbung mit Schlagworten, die die politische Agitation beherrscht, nicht als das entscheidende Vorbild für sich anerkennen. Sachliche Gründe müssen in der gewerkschaftlichen Agitation ihre Geltung behalten und für solch« Art der Werbung müsse Bildungs- arbeit die Vorbereitung sein. Die Teilnehmer an den Bildungseinrichtungen müssen ständig zur Werbearbeit wie zu jeder praktischen Gewerkschaststätigkeit herangezogen werden. Sie müssen im Ueberblick über die grundsätz- lichen Probleme der Gewerkschaftsbewegung ebenso sicher sein wie in der Bewältigung der täglichen Kleinarbeit, um werbend auf- treten zu können. Auch die Familienmitglieder der Ge- werkschaftsgenossen und unorganisierten Verufsangehörigen müssen von der Agitation erreicht werden. Darum hat die Hausagitation große Bedeutung. An Kräften fehle es nicht, denn viele jüngere Gewerkschaftsmitglieder warten darauf, daß sie Gelegenheit be- kommen, sich tätig für die Bewegung einzusetzen. Für die Zu- fammenarbeit der Verbände mit Unterstützung einer zentralen Stelle wurden zahlreiche Gründe angeführt. In vielen Beziehungen könne eine solche Zusammenarbeit von Vorteil sein. Die Bewegung brauche praktisch wirkende Kräfte, die Erfolge erreichen. Aber sie bedarf auch der Dolmetscher, die den Mitgliedern und d'en Fernstehenden das Erreichte darzustellen verstehen. Anziehend wirke— namentlich aus junge Menschen— die Masse, die von einem Denken und Wollen beseelt ist. Die Gewerkschaftsbewegung ist diese Masse: sie muß auch als solche erscheinen.— Das räumliche Auseinanderziehen der Arbeiter im Betrieb« und manche andere Erscheinung neuartiger Werkogitotion habe neue Schwierigkeiten für die Werbung erzeugt, die es zu er- kennen und zu überwinden gilt. Diese einzelnen Erscheinungen erfordern ebenso wie die Gesamtfituation der Bewegung ein« Ueber- Prüfung und Entwicklung der Werbemethoden. In den einzelnen Verbandszentralen müssen vor allem auch die Erfolge der Werbung gut beobachtet werden. Die Debatte über die Werbearbeit der Gewerkschaften wird von dem Bundesausschuß nicht als beendet angesehen. Sie wird vertagt. Die Zusammenarbeit der Verbände auf dem Gebiete der Agitation und die weitere Behandlung des Themas in künftigen Bundesausschuß-Sitzungen wird durch das Büro des ADGB. vorbereitet werden. Noffchrei selbständiger Friseure. Die Kehrseite der Tariflosigteit. In einer Zuschrift an uns klagen die selbständigen Friseure im Osten, Stralau und Umgebung über die immer mehr um sich greisende Schmutzkonkurrenz in ihrem Berufe. In einer Versammlung stellten sie fest, daß in diesem Stadtviertel unter den Geschäftsinhabern ein Drittel Berufsfremde sind, die durch übelstes Preisgebaren die Kundschaft der Friseur- meister an sich heranzulocken suchen. In diesen Friseurgeschäften wird das Personal ohne Lohn beschäftigt und dafür a u f Prozente von der Einnahme angewiesen. Die Mißstände seien nicht nur auf die Krise zurückzuführen, sondern auch auf den tariflosen Zu st and und die Nichtverbindlichteit des früheren Tarifs Durch einen Hinweis in der Presse, daß bei ordentlicher Bezahlung der Gehilfinnen und Gehilfen und reeller Geschäfts- führung eine so tolle Preisdrückerei unmöglich fei, versprechen sich die Meister eine gewisse Besserung -i° Wie wir von der Fachgruppe Friseure im Gesamtverband, der zuständigen freigewerkschaftlichen Gehilfenorgani- s a t i o n dazll erfahren, herrschen gegenwärtig im Friseurgewerb« geradezu unerträgliche Zustände. Als über 3000 Ge- hilfinnen und Gehilfen beim Arbeitsnachweis in der Besselstraße arbeitslos gemeldet waren— nach Schluß der Saison in den Bade- und Luftkurorten werden es in diesem Winter eher mehr ol» weniger sein—, hielten die Innungen eine Erneuerung de» Tarifvertrags für überflüssig, da aus der Grundlag« derart niedriger Löhne, zu denen die Stellungslosen sich anboten, ja doch kein für die Organisation annehmbarer Tarifvertrag zu- stände komme. Seit Jahresfrist besteht kein Tarifvertrag mehr. Ein ganzer Teck der Meister sucht die Arbeitslosigkeit auszu- nützen, indem Lohn überhaupt nicht mehr gezahlt wird, Isviieiem:«lutss tonlsctef. saubere Arbeit, schneiitte Fertisstellung! Einige Preise: S p a zi al- A u s f ü h r u n fl. 2. 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Gelände Auskunfti Büro Reglerungs-Baurat Hofer als Bevollmächtigter des Reichs- und Preußischen Fiskus, Berlin W, Potsdamer Straße 123.— Telephon: B2, LUtzow 9026 S v_ Z_/ die Gehilfen vielmehr mit einem Prozentsatz von etwa einem Drittel an den Bedienungseinnahmen„beteiligt" werden. Das gestattet den Herren ohne jegliches Risiko sogar mehr Arbeits- kräfte einzustellen als sie unbedingt gebrauchen. Allein den„Ein- gestellten" hilft das nicht. An der durch die starke Uebersetzung des Berufes erwachsenen Schundkonkurrenz beteiligt sich heute sogar schon eine Gräfin mit einem Baron durch einen Schönheitssalon, in dem Gehilfinnen mit einem Nettolohn von 18 M. die Woche beschäftigt werden. Datz in ausgesprochenen Arbeitervierteln, deren Be- vöikerung größtenteils arbeitslos ist, die Preise»n Friseurgewerbe niedriger sind als am Kurfürstendamm, ist selbstverständlich. Dar- über hinaus macht sich jedoch eine unglaubliche Schmutzkonkurrenz geltend, die sowohl die Existenz der Selbständigen als auch die der Gehilfenschaft untergräbt. Die Meister sehen teilweise ein, daß sie sich mit der 5)erunterdrllckung der Gehilfenlöhne ins eigene Fleisch schnitten, die Bahn damit frei wurde zur stärksten Preisunterbietung. Ein allgemein verbindlicher Tarifvertrag könnte tatsächlich eine gewisse Abhilfe schaffen. Auf gründlicher Umkehr aber sind vierzehn Friseurinnun- gen in Berlin um mindestens ein Dutzend zu viel und die nicht weniger zahlreichen Gehilfenvercine müßten in der Gehilfen- organisation ihre Kräfte zusammenfassen. Die jetzigen Zustände im Frijeurgewcrbc bedeuten auch eine öffentliche Gefahr, die wohl dann erst erkannt wird, wenn die Ucbertragung von Krankheiten durch die ganz„billigen" und weniger sauberen Läden sich in vollem Umfange bemerkbar macht. Vereinigte Stahlwerke kurbeln an. Betriebswiederaufnahme im Giegerland geplant. Die Bereinigten Stahlwerke haben den Arbeiterabbau so gründ- lich betrieben, daß sie jetzt bei der 400-M a r k- P r ö m i e pro Kopf stillgelegte Betrieb wieder in Gang setzen wollen. Am 1. Oktober soll im Zentralaufbereitungswerk der A l t e n h ü t t e wie auf der Grube Pstersbach die Arbeit wieder aufgenommen werden. Bis dahin sollen die auf der Halde lagernden Erzvorräte aus- gearbeitet werden. Für die Bereinigten dürfte,, sich die Stillegungen jetzt als loh- nend erweisen. Aufgelöster Zement. Für Tarifvertrag keinen Boden mehr. Der Arbeitgeberoerband der Rheinisch-Westfälischen Zementwerke zu Bochum hat den T a r i f v e r t r a g z u m 1. O k t o b e r gekündigt und zugleich seine Auflösung beschlossen, um sich vor Kollektivverhandlungen und neuen tariflichen Bereinbarun- gen zu drücken. Er will es den einzelnen Werken überlassen, mit „ihren Aroeitern" zu verhandeln. Konßikt im Saarbergbau Die Lohnverhanow.ngen sind gesct eitert Der Vertreter der französischen Bergwerksdirektion erklärte, die' Direktion habe im ersten Halbjahr an jeder Tonne Kohle S,27 Frank verlöre>. Weitere Entlassungen erfolgten nicht, wenn die Verhält- 1 nisse sich nicht verschlechtern. Der Lohnabbau für Schichtlöhner' soll anstatt einen Frank nur einen halben Frank und der' Abbau für die gelernten Handwerker nicht 1,S0, sondern einen i Frank betragen. Falls die Organisationen diese Lohnänderungen; nicht annehmen, würde die Direktion diese am 15. September in! allen Gruben anschlagen lassen. Alle Organisationsvertreter erklärten, daß sie dieser neuen Lohnregelung unter keinen Umständen zu- stimmen würden. Für die 49-Stunden-Woche. Entschließung des englischen Gewerkschafiskongrefses. Auf öer Tagung des Gewerkschaftskongresses in Newcastle erklärte der Sekretär des Kongresses, C i t r i n e, daß selbst eine Arbeitcrregierung mit einer Frcihandelspolitik nicht in der Laoe sein würde, die Verminderung der Löhne und die Zunahme der Arbeitslosigkeit auszuhalten. Der Kongreß sah davon ab, zu der Zollpolitik in einer Entschließung Stelluno zu nehmen, und beauf- tragte den Generalrat, bis zur nächsten Jahrestaoung die Wirkung der Zollgesetzgebung auf die Industrie zu untersuchen. Der Gewerkschaftskongreß nahm weiterhin u. o. eine von dem früheren Arbeitsmini st er Miß Bondsield unter- breitete Entschließung an, die sich für Einführung der 40-Stunden-Woche ausspricht. Der Kongreß wurde am Freitag beendet. Verhantkungen im englischen Textilkampf Die doji Arbeitsminister angeregte Konferenz zwischen den Gewerkschaftsvertretern der Streikenden und den Unternehmern wird am Dienstag beginnen. Die Spinnereibesitzer beschlossen, die für Ende nächster Woche angekündigte Lohnkürzung um 25 V'oz einen Monat aufzuschieben und inzwischen zu verhandeln. Amerika wil! bauen. Um neue Arbeitsplätze zu schaffen— und wohl auch um die Agitation für die Präsidentenncuwohl zu beleben Hot Präsident H o o v e r mehreren Regierungsstellen den Auftrag erteilt, die Ausführung des Bundesprogromms zum Wiederaufbau zu be- schleunigen und für diesen Zweck einen Betrag von etwa 20 0 Millionen Dollar angewiesen. Diese Summe stammt aus den im Gesetz für 1052 vorgesehenen 750 Millionen Dollar-Krediten für Hills- und Aufbauarbeit. Die Zahl der Arbeitslosen in der Tschechoslowakei betrug Ende August 460 400 gegen 453 204 zu Ende Juli. Bei der Kattowiher A.-G. streikten die Arbeiter wegen un- pünktlicher Lohnzahlung. Die Ilnternehmer weigern sich, die Streik- tage oder wenigstens eine Entschädigung zu zahlen. slEZI die Ieitunq Die SPD.-Fraktion der arbeitslosen Buchdrucker ladet alle Partei- 1= und Eiserne-Front Mitglieder zu einer Versammlung am Freitag, dem M ltt. September, IS1,-.- Ühr, in die„Biirgerbräu-Quelle", Sepdel- Ecke D Neue Griinstratze, ein. In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage ist es Pflicht eines jeden, pünktlich zu erscheinen. Fret- Gewerkschafts-�uoenS Berlin �eute Ingendtr.'sfen Brandenburg. Treffen zur Fahrt um 7'.;. Uhr in der Bernd i.'rgcr Ecke Käthener Straße.— Morgen: Wir spielen ab l8 Uhr: Cüdostkreis: Schöneberg, Dominicusplatz.— Agitatiousleiter- sitzung um 19'-j Uhr im Saal 11 Gewerkschaftshaus, Engelufer 24— 25. .�upensipruvpe Ce« /enrrclpgr&oROeo iver ZlncesieMen Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Bunter Abend.— Nordost II: Jugendheim Schönlanker Sir 11. Lachen erhält gesund(Heiterer Abend>.— Weißensoe: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Ardeitsgemeinschait:„Jungen und Mädel in der Gemeinschaft"(1. Abend).— Urban: Jugendheim Hobrccht- Ecke Sanderstraße. Arbeitsgemeinschaft:„Wirtschaftsumbau, die Forderung der freien Gewerkschaften". nnd Äoöfarftdfer! Ich abonniere die volle Ausgabe des B o r w ä r I s". zweimai iägüch frei ms Haus zun, Preise von 3.25 Mk pro Mona!ot— Oueraev- Senenfl— Ir. liiiis—-eckus Bei Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„vor war!s" Lcrlin Siv 66. Linden�ra,,? 3. Hu aussteUung be» Wsrtheim Die neue Hulmode wird auch i» diesem Jahr von W e r t h e i m i» sehr interessanten Ausstellungen gezeigt, und es scheint, daß diese Hutmode bemerkenswerte Wandlungen niil sich bringt, ooweii der Hut die Erscheinung beeinflußt, wird die Silbouette in dieser Herbst- und Wintersaison vielfach nicht unerheblich von derjenigen des vorigen Herbstes und des Frühjahrs abweichen, denn die Hüle werden in dieser Saison meisi gerade getragen, nicht niehr so betont aus einem Ohr oder Auge, sondern geradliniger und ruhe- voller. Die neue Idee, die Hüte gerade auszusetzen, wird zu reiz- »oller Wirkung gebracht durch die bevorzugte Verwendung von Eonotier- und Motclotformen, neben denen allerdings die kleid- samen Kappen an Beliebtheit nichts eingebüßt haben. Als Material wird in der neuen Saison hauptsächlich Velourssolcil, Haorvelours und Haarfilz oerwendet. Als Garnierung sieht man viel Metall und Applikationen aus dem eigenen Material des Hutes, die sehr vor- nehm und anziehend wirken, vereinzelt auch Fcderphantasicn. Schön sind die Farben, in denen neben dem auch jetzt wieder vorHerr- scheiden Schwarz die neuen Hüte getragen werden: Ein herbst- lickes Braun, eine satte Kvrinthsarbe, die Farbnuancen des Herbst- laubs, Rotbuche und Kastanie, ein neues Grün und neue graue Töne. Die sportliche Rote ist amüsant vertreten durch sehr kleid- same gewirkte Boubouleturbane in famosen Farbzusammen- stellungen. Der beste Dienst am Ziuadcn ist und bleibt, ihm Gelegenheit zum vorteil. haften Kauf hochwertiger Qualitätswaren zu bieten! Die Ctag. Leipziger Slraßc 90, das führende SpezialHaus iiir Tcppiche, Gardinen und Dekoratians. stoffe, wird dieser Forderung in graüziigitjster Weise gerecht, indem sie ihre aus» gedehnten Parterrcränme i» den Dienst eines gewaltigen Ginheitspreis-Berlaufs stellt. Deispietlos niedrige Prcisstaffeln erregen Aussehem der Anblick der dafür gebotenen wertvollen Arlitei löst helle Freude und Kambegeisterung aus. Denn diese seltene Gelegenheit ermöglicht es jedem, mit bescheidenen Mitteln Waren von erlesener Schönheit zu tauscn. Kein Wunder also, dah es im Srd- geschoh der Otag i» dielen, auch für Sie bcdcntnngsvallen Tagen denkbar lebhaft zugeht, kauflustiges Publikum sich dazu drängt, den»ffcnstchtlichen großen Portcil zu wahre». I iüi*pamaryiM afa(urfewn'/ial gtäfle Ueuawchaffilngm, nzache�i.-'Wi/i machs en ss yhn&K(eich/-: U4M>esi£-ACUipaltl in, gjüen,, ntad&zsien£a/Ldm&n,- Spcwvyf-af- ß�rTepfüchm Jl. V(/L(loLg&H iaf m a££&n Pietälagm die(UkitUät h&Mnrt/ui-- Boucie-Löyfer »ein Haargarn, moderne Streifen, ca. 90 cm breit Mtr. 2.23, ca. 65 cm breck, Meter............... M. Boucle- VoHagen In modernen Mustern, ca. 100x50 cm groß, schöne Dessins........ M. 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