BERLIN Montag 12. September 1932 B 207 49. Iahrgang Redaktion U.Expedition: verlin SW«8, Lindenftr.S Tel. A7 Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Aienbauzgolje des„Vorwärts'. Dezugspreis filrbeideAusgaben75Pf. pro Woche, Z,2S M. pro NNonat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebühren. Anzeigenpreis: Di« Isplt. Milli. meterzeile SO Pf. Die Rellamezeil, l-ft-t 2 Marl. Rabatt« n. Tarif. BeicnsiaB flau flebaiaeren Keine Auflösung uor der Aussnreche- Heute Psnen-Rede heute um 3 Uhr tritt der Reichskanzler von Papen vor den Reichstag, um seine Regierungserklärung abzugeben. Räch dieser Erklärung wird der Reichstag voraussichtlich vertagt, um am Dienstag mit der Debatte zu beginnen. Eine Auslösung des Reichstag noch heute ist nach einer Er- klärung der Regierung nicht beabsichtigt. Die politische De- hatte im Reichstag wird also stattfinden. Der Termin des Empfangs der schwarzbraunen Koalitions- führer beim Reichspräsidenten steht noch nicht sest. Der Reichspräsident ist grundsählich einverstanden, sie zwischen der Debatte und der Abstimmung zu empfangen, hat sich aber eine endgültige Entscheidung über den Zeitpunkt vorbehalten. Er wird sie von dem verlaus der Debatte abhängig machen. Mit anderen Worten: falls sich die Razis gegenüber dem Präsidialkabinett Popen ungebührlich benehmen oder falls die Reden der schwarzbraunen Parteien so scharf sein sollten, daß jede Verständigung aussichtslos erscheint, dann wird der Reichspräsident den Reichstag ohne vorherige Anhörung der schwarzbraunen Partei- sührer auflösen. Regierungserklärung. Zu unserem Leitartikel vom Sonntag morgen sendet uns die Reichspressestelle folgende Entgegnung: „Zn dem„Vorwärts" Rr. 429 vom 11. d. Mts. wird die Möglichkeit unterstellt, daß die Reichsregierung eine Absage der„Parteien des schwarzbraunen Blocks", mit der Reichsregierung zusammenzuarbeiten, dazu benuhen wolle, den Reichstag sofort auszulösen.„noch che der Reichstag Gelegenheit findet, mit Reden oder Beschlüssen aus die Erklärung der Regierung zu antworten". Diese Unterstellung muß aus das schärfste zurückgewiesen werden. Der Tatbestand ist folgender: Aus Wunsch mehrerer Mitglieder des Reichstagspräsidiums hatte der Herr Reichspräsident sich bereit erklärt, am Tage nach der Regierungserklärung Vertreter der Reichstogssraktionen. die gemeinsam eine arbeitsfähige parlamentarische Mehrheit bilden zu können glauben, zu einer Aussprache zu empfangen. Die Reichsregierung hatte diesen Wunsch bereitwilligst befürwortet. Der Zeitpunkt dieser Aussprache war von den Parteien, die beim Herrn Reichspräsidenten vorstellig geworden waren, selbst gewählt worden. Er ist der Reichsregierung vollständig gleichgültig. Ueber seine Zweckmäßigkeit sind nachher bei den oben genannten Parteien selbst Zweisel aufgetaucht, die zu mehrfachen neuen Bitten führten, die dem Herrn Reichspräsidenten zum Teil sogar durch die bereitwillige Vermittlung des Herrn Reichskanzlers vorgetragen wurden. Der Herr Reichspräsident hat sich auch sogleich mit einer Vorverlegung des Empfangs aus einen Termin, der der Regierungserklärung vorausgehen konnte, einverstanden erklärt. Die Annahme ist irrig, daß die Reichsregierung durch vorzeitige Reichslagsauflösung eine politische Aussprache im Reichstag zu verhindern wünscht. Die Reichsregierung sieht vielmehr einer solchen Debatte mit großem Interesse entgegen, weil sie sich von ihr eine sehr nühliche Ausklärung des deutschen Volkes verspricht, und weil sie keine Möglichkeit ungenuht lassen möchte, auch im Reichstag eine Mehrheit für ihr Programm zu finden." Matte Börse. Bor der Regierungsierklärung. Die Ungewißheit, was mit dem Reichstag werden wird, und auch die Flaute an den internationalen Effekten- und Warenbörsen ließen auch auf der heutigen Börse kein rechtes Geschäft aufkommen Nach wie vor ist nur die Spekulation im Markt: sie weiß freilich nicht, ob sie auf Hausse oder Baisse tippen soll. Das Publikum hält sich weiter zurück, so daß im ganzen auf ollen Mär'tcn nur ein kleines Geschäft vor sich geht. Die Tendenz ist bei Aktien und festverzinslichen Papieren etwas schwächer. Auf dem Aktienmarkt oerstimmte weiterhin die Befürchtung einer scharfen Kapitalzusommcnlcgung bei der AEG., deren Kurs nach 41 zu Beginn auf 38 und 36 Proz. zurückging. Siemens ver- loren 140 Vi auf 138, Farben gingen von 103� auf 102 A zurück. Die Uneinheitlichkeit der Tendenz zeigte sich in der Kurssteigerung bei Salzdetfurth von 174 auf 177. Montonwerte waren nach wie vor etwas freundlicher, wobei sich immer noch die von Schleichers Politik erweckten besonderen Hoffnungen auszuwirken scheinen. Festverzinsliche waren bei kleinem Geschäft einigermaßen gehalten; Goldpsandbries« waren etwas freundlicher. Tag der Klugzeugkatastrophen Zwirko zu Tode gestürzt.— Schweres Kliegerunglück in Tempelhof.— 8O5.-Ruse 3)a* abgeflürsie Slugmeug auf dem tempelhofer Süahngleife höhe beschrieb der Sportflieger eine große Schleife um den Flug- Hafen. Als Möbitz in südlicher Richtung weiterfliegen wollte, stellte sich die Maschine, die bei dem sehr stürmischen Wetter offenbar von einer Wirbelbö erfaßt worden war, steil und sauste in die Tiefe. Das Flugzeug plallte auf die Gütergleise und wurde völlig zer- trümmert. hunderte waren Augenzeugen des entsetzlichen Borfalles. Die alarmierte Feuerwehr befreite die Verunglückten, die beide das Bewußtsein verloren hatten, aus dem Gewirr der Drähte und Trümmer. Frau Möbitz starb bald nach ihrer Ausnahme im Tempelhofer St. Josefkrankenhaus. Der Mann hat gleichfalls schwere Verletzungen erlitten, er dürfte aber mit dem Leben davon- kommen. Die»fliegende" Familie verschollen. Kopenhagen, 12. September. Der Flieger Hutchinson, der mit seiner Familie den Atlantik überstiegen wollte, ist gestern um 15.10 Uhr Greenwicher Zeit auf dem Rleer notgelondet. Die ZNaschine sandte LOS.- Signale, die von der Radiostation Angmagsalik ousgefangcn wurden. Die Maschine wünschte sosorlige hilse. Der englische Fisch- dampser„Lord Talbol". der sich 25 Meilen von der angegebenen Position entfernt befand, fuhr sofort zur Hilfeleistung ab. Bis 16.23 Uhr Greenwicher Zeit wurde durch die Radiostation Angmagsalik ununterbrochen die Verbindung mit der Maschine aufrechterhalten. Roch dieser Zeit aber hat man aus Anrufe keine Antwort mehr bekommen. Um 17.30 Uhr Greenwicher Zeit war„Lord Talbol" etwa 15 Meilen von der Position des Flugzeuges entfernt. Wie die dänische Rodiostatton L y n g b y(Grönland) meldet, ist 3>er tödlich verunglückte polnifche Suropaflieger SEneirko(links) teure seines siegreichen Flugzeuges, am Sonntagvormillag noch Prag begeben, um an der dort beginnenden internationalen Flieger- Zusammenkunft teilzunehmen. An der tschechischen Grenze wurden die Flieger von einem Sturm überrascht. Etwa 16 Kilometer von Tesche» cntsernt, bereits aus tschechischem Boden, wurde das Flugzeug mit aller Wucht gegen einige Bäume geschleudert. Beide Insassen wurden aus der Stelle gelötet. Das Flugzeug wurde völlig zertrümmert. Wie aus Warschau gemeldet wird, betrauert ganz Polen den tödlich verunglückten Flieger Zwirko als Nationalhelden. Die Zeitungen verkünden in Extraausgaben den tragischen Tod des Siegers im Europarundflug. Im Rundfunk spielte man, um Zwirko zu ehren, den Chopinschen Trauermarsch. Auch außerhalb der polnischen Grenzen und auch in Deutschland wird man den auf so tragische Weise ums Leben gekommenen Flieger be- trauern, der sich allgemeine Achtung und Sympathie erworben hat. Ins Meer gestürzt? Moskau, 12. September. Ein Flugzeug der Nordaviocxpedition, das geeignete Wege für die Schiffe einer Expedition ins Karische Meer erforschte, stürzte bei Matotschkin Scharr ab. Drei Insassen wurden getötet. zwei konnten gerettet werden. Sturm über Berlin. Zahlreiche Bäume entwurzelt/ Feuerwehr ständig unterwegs Durch den heftigen Sturm, der am Sonntagabend und in der Rächt zum Montag mit unverminderter Stärke über verlin hiuwegbrauste, ist an vielen Stellen der Stadt erheblicher Schade« der„fliegenden Kamilie" Schreckensszenen in Tempelhos Bor Hunderten von Zuschauern in die Tiefe gesaust. Zum zweiten Male waren die Gleise der Ringbahn unweit des Bahnhofes Tempelhof der«chauplab eines schweren Flugzeugunglürks. Bor drei Jahren zerschellte auf dem Bahndamm ein Zeitungs- flugzeug. Ter Pilot wurde getötet, sein Begleiter lcbens- gefährlich verletzt. Gestern vormittag hat sich fast an derselbe« Stelle abermals ein Flugzeugabsturz ereignet. Ein Sportflieger stürzte mit seiner Maschine ab. Der Führer wurde schwer und seine ihn begleitende Frau tödlich verletzt. das Suchen nach dem vermißten Flugzeug der„fliegenden Familie" Hutchinson bis Montag früh 3 Uhr vollständig ergebnislos geblieben. * Der Sieger im letzten Europa-Rundslug, der polnische Pilot Zwirko, ist am Sonntag tödlich verunglückt. Zwirko hatte sich in Begleitung des Ingenieurs W i g u r a, eines der konstruk- In den Vormittagsstunden des Sonntags war der 34 Jahre alt« Großhändler Rolf Möbitz aus der Perleberger Straße, ein begeisterter Flugsportanhänger, mit seiner 2Siährigen Frau in einer eigenen Maschine zu einem Sportflug gestartet. In etwa ISO Meter Oer Frauenmord aufgeklärt Oer Mörder in Stuttgart verhastet und geständig? angerichiei worden. Menschen sind, soweit bisher zu übersehen ist, glücklicherweise in keinem Aalle verletzt worden. Bereits am Nachmittag zeigten sich die ersten Anzeichen des Sturmwetters. Die Gewässer in der Umgebung Berlins setzten Schaumkronen aus und die wenigen Wassersportler, die sich trotz des Wetters hinauswagten, waren zu zählen. In den Abend- stunden wuchs der Sturm zeitweise zum Orkan an. Starke Bäume wurden entwurzelt und meterlange Aeste weit fortgetragen. Die Berliner Feuerwehr bekam dann auch bald alle Hände voll zu tun. In den meisten Fällen hatten sich die Bäume in den Straßen quer über die Fahrdämme gelegt, so daß die Feuerwehr mit Sägen und Aexten in Aktion treten mußte. In mehreren Fällen wurden Bauzäune umgeworfen, Reklameschilder und Fahnenstangen abgerissen. Siurm über Aord- und Ostsee. Aus den verschiedenste« Teilen des Reiches kressen Meldungen über schwere Stürme ein. Die ganze R o r s e e k ü st e ist von einem heftigen Rordwefisturm heimgesucht worden, der u. a. den Dampfer„Glückauf" des Norddeutschen Lloyd auf seiner letzten Helgolandfahrt zwang, die Nacht über in Helgoland zu ver- bleiben. Aus Borkum wurde Windstärke 10 gemessen. In der Nähe von Utlandhorn geriet ein Aischkukler in Seenot. Die Vefahnng konnte gerettet werden. Aus Königsberg wird starker West- und Südweststurm an der Ostseeküste gemeldet. Auch die Stadt Königsberg selbst hatte stark darunter zu leiden. In den Parkanlagen wurden zahlreiche Bäume geknickt und entwurzelt, Firmenschilder wurden heruntergerissen, Fensterscheiben zertrümmert und Schäden an den Häusern angerichtet. Der Pregel ist gestiegen und droht über die Ufer zu treten.— In D a n z i g wurde die Zeltkuppel von einem dort gastierenden Zirkus und ein Stallzelt umgeworfen. Ltm Oüsterbergs Großvaier. Der Befreiungskämpfer Abraham Selig. Bor einigen Wochen, als Stahlhelm und Nazis sich entzweiten, platzte die Nazipresse mit der Enthüllung heraus, daß der Groß- vater des Stohlhelmvorsitzenden Oberst Düsterberg Jude gewesen sei und Abraham Selig geheißen habe. In einem Ausruf nimmt jetzt der Landesverband Mitteldeutschland des Stahlhelms seinen Dorsitzenden in Schutz. Der Aufruf leugnet nicht, daß der Großvater Düsterbergs der Jude Abraham Selig gewesen sei. Aber er erklärt: Wir wissen: Düsterbergs Großvater, um deffentwillen er heute herabgesetzt werden soll, hat sich 1813 als Soldat an die Front des deutschen Vesreiungskampses gestellt und als Arei» williger das Eiserne kreuz erworben. In den 119 Iahren, die seitdem vergangen sind, haben er und sein« Nachkommen sich in gleichem Geiste bewährt. Herr Düsterberg braucht sich seines Großvaters, des tapferen Juden Abraham Selig, ganz gewiß nicht zu schämen. Immerhin ist dieser Kriegsfreiwillige und Befreiungskämpfer Abraham Selig, dessen Enkel es in der preußischen Armee zum Obersten gebracht hat, ein nicht uninteressanter Beitrag zur nationalsozialistischen Rassentheorie und zur Behauptung von der Feigheit und Verräterei der Juden, Eigenschasten, die offenbar schon aus dem Jahre 1813 datieren! Freilich, auch der Stahlhelm, der den kriegsfrei- willigen Juden Abraham Selig von 1813 preist, unterschlägt mir Borliebe die 12 090 gefallenen Juden der Jahre 1914—1918 und gebärdet sich genau so antisemistisch wie die Nazis, wenn«s sich nicht zufällig um den Großvater seines Bundesvorsitzenden handelt! Staatspartei bleibt. So beschließt ihr Vorstand. Der Gesamtvorstand der Deutschen Staatspartei hat am Sonntag beschlossen, die Partei aufrechtzuerhalten. In einer dazu angenommenen Entschließung heißt es:„Der Vorstand be- kündet die Bereitschaft der Partei, sich an einer um- fassenden Bewegung zu beteiligen, die den f r e i h e i t- l i ch e n Kräften des deutschen Voltes die Machtstellung erringt, auf die sie Anspruch hat." Hauptsache: Oer Oollar! Herr Goering und das?fccht des Volkes Der nationalfczzialistische Präsident des Reichstags veröfsentlicht im„Völkischen Beobachter" einen Aufsag. über dem zu lesen steht: Wahrt das Recht des Voltes! Von Haupt- mann Hermann Göring, Präsident des Deutschen Reichstages. Unter diesem Titel liest man: Ciop�riglit by King Features Syndikate. Nachdruck und Uebersetzung, auch auszugsweise, verboten! Das Recht des Volkes? Keine Spur: dos amerikanische Copyright geht vor: denn das wird mit Dollars bezahlt! Feuer im Gefängnis Tegel. Sin Teil der Tischlerei in Flammen. Im Arbeilsbetriebsgebäude der Strafanstalt Tegel in der Seidelstraße brach heule vormittag Z e u e r aus, das größeren Umfang anzunehmen drohte. Durch das energische Eingreisen von drei Löschzügen der Feuerwehr konnte das Feuer in verhältnismäßig kurzer Zeit eingekreist werden. Der Brandherd lag im Zupfmaschinenraum, der sich im ersten Stockwerk des Arbeitsgebäudes innerhalb der Anstoltsmouern befindet. Aus noch ungeklärter Ursache waren dort Polstermaterialicn und Holzvorräte in Brand geraten. Die in dem Raum beschäftigten Slrasgesangenen konnten sich sämtlich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das Feuer wurde mit zwei Schlauchleitungen bekämpft. Nach einstündiger Tätigkeit der Feuerwehr war die Gefahr beseitigt. Das Gefängnis selbst war in keiner Weise von dem Feuer bedroht. Bluttat auf dem Alex. Racheakt eines abgewiesenen Liebhabers. Der nächtliche Alexanderplah, an der Ecke der G o n l a r d- st r a ß e, war der Schauplatz einer blutigen Schreckensszenc. Der 51 Jahre alte kriegsinvalide Heinrich Hagedorn geriet mit der Zt> Jahre alten Gerda Fleischhauer in eine heftige Auseinandersetzung. Der rasende Liebhaber drang aus das Mädchen mit einem Schlächlermesser ein und stach es nieder. Die Unglückliche wurde lebensgefährlich verletzt in» Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Hagedorn wurde von hinzukommenden Passanten festgehalten und der Polizei übergeben. Hagedorn war verheiratet und Vater dreier Kinder. Der Mord an der 5K Fahre alten Frau(?inina Carl. Bruscato ist durch die Festnahme des 23 Fahre alten Bürodieners Friedrich Start in Stuttgart auf» geklärt worden. ES konnte festgestellt werden, daß Stark in den letzten Tagen in den Besitz von Bargeld gelangt war, und daß er nach der Bluttat Berlin ver» lassen hatte. Alle Anzeichen ließen darauf schließen, daß der Täter sich nach Stuttgart gewandt hatte, wo er von der Kriminalpolizei im Laufe deS Sonntag vormit- tag festgenommen werden konnte. Wie man auf die Spur kam. Der Mörder hotte mehrere Anzüge, eine Reiseschreibmoschine und anderes gestohlen. Im Schranke des Untermieters ließ er ein blutbeflecktes Smokingjackell mit dem Firmenzeichen Karl Speiser zurück. Als die geraubten Sachen in den Zeitungen beschrieben wurden, meldete sich als er st er ein Pfandleiher, bei dem am 12. August ein junger Mann einen dunkelblauen Anzug und eine schwarze Hose versetzt hatte. Der Pfandleiher am Oranienplatz entsann sich, daß die Smokinghose das Firmenzeichen Speiser trug. Er konnte der Mordkommission genaue Angaben machen, denn der Verkäufer hatte seinen richtigen Namen Start angegeben. So kam die Mordkommission zu einer genauen Personalbeschreibung. Der Vergleich der Hose mit dem an der Mordstelle vorgefundenen Jackett ergab eine völlige Ueberein- stimmung. Die Kleidungsstücke waren im Jahre 1993 für einen Kaufmann A. in Stuttgart angefertigt worden. Auch die Ver- mutung, daß der Mörder die Schreibmaschine versetzen würde, bestätigte sich. Zweifellos wollte Stark bei Frau Bruscato sich nur zum Scheine einmieten, um zu stehlen. Wahrscheinlich überraschte ihn die Frau, als er im Zimmer des Doktors Wantrup das Kleiderfpind plünderte. Hier ist es denn auch zum Kampfe gekommen. Das zerwühlte Bett, das Leibchen der Frau sprechen Die französische Antwort auf das Militärmemoran- dun» ist dem Reichsaußenminister am Sonntagmittap 13 Uhr übergeben worden. Die Antwort ist sehr ausführlich gehalten, sie lehnt die Forderungen der ReichSregierung ab. Frankreich nimmt den Standpunkt ein, daß eS nach den Versailler Bestimmungen direkte Verhandlungen mit Deutschlaird über solche Fragen nicht führen kann; dergleichen gehöre vor den Völkerbund. Fm übrigen wird der deutschen Auslegung der Abrüstuugsklausel widersprochen und erklärt, daß Frankreich zum Teil bereits abgerüstet habe. Ferner befaßt sich die Note mit den öffentlichen Aeuße» rungen einiger deutscher Minister. Die Reichsregierung beabsichtigt, auf die Note in nächster Zeit zu antworte»». proiest gegen Kulit- marschieren dursten, erwarteten die gewaltige Demonstration a n den Straßen, um den Zug mit einem wahren Blumenregen zu überschütten. Beide Demonstrationen verliefen oußerordent- lich eindrucksvoll. Sie waren ein Zeichen dafür, daß die aufgeklärte Arbeiterschaft trotz aller Angrisse unerschütterlich zur roten Fahne des Sozialismus steht. Die Nazis versuchteen nun auf andere Weise Materiol gegen die Eiserne Front herbeizuschaffen. Der Landtagsabgeordnete Alpers, der sich alz Sturmführer ungeheuer wichtig vorkommt, verlangte von seinen SS.-Leuten Meldungen darüber, ob Mitglieder der Eisernen Front den Zug verlassen hätten, ob sie provozierende Rufe ausgestoßen oder gar Schulterriemen in der Hand getragen hätten. Darüber unterrichtet der folgende Schristwechjel: ss. Sturmbann 12. SS.-Standarte. 2IU32. Braunschweig, den 29. Juni 1932. Casparistr. 9. An den und Motorskurm 11/12.«S.-Standart«, Braunschweig. Es ist dem Stunnbann s o s o r t Bericht zu erstatten über folgende Vorfälle bei dem Umzug der„Eisernen Front" am Donnerstag, dem 23. Juni 1932, unter Angabe der Zeugen: 1. Verlassen des Zuges von Teilnehmern desselben. 2. Mitführen von Waffen von Teilnehmern des Zuges, von >schullerriemen in der Hand. 3. Provozierende Rufe aus dem Zuge. 4. Sonstige die Ruhe und Ordnung störende Vorkommnisse. Führer des Sturmbanns 11/12. m.d.F.b. gez. Alpers, Sturniführer. SS.-Sturm 11/12. SS.-Standarte. Br./Gr. Braunschweig. 18. Juli 1932. Bebelstroße 12. An den II. Sturmbann 12. SS.-Standarte, Braunschweig. Betr. Schreiben Nr. 581 v. 29. 6. 32. Zu den ongesragten vier Punkten betr. Ausmarsch der „Eisernen Front" vom 23. Tuni 1932 sind Zeugen im Bereich des 1. Sturmes durch die einzelnen Trupps nicht benannt, so daß anzunehmen ist, daß Angehörige der SS. keine Angaben über die angesragten Tatbestände machen können. Der Führer des 1. SS.- Sturmes 11/12. Da haben also die SS.-Leute im Räuberzivil zwischen den jubelnden Frauen gestanden, haben die brausenden Freiheitsrufe anhören müssen und haben aufgepaßt, ob nicht die stählerne Disziplin der marschierenden Front durchlöchert werden würde. Grimmig und verbittert, enttäuscht und mutlos werden sie festgestellt haben, daß diese 5909 Männer und Jünglinge begeistert und in freudiger Selbstdisziplin und Unterordnung dahin marschier- ten, ohne sich provozieren zu lassen. Darum mußten auch die Befehlsstellen der SS., die dem jugendlichen Rechtsanwalt A l p e r s unterstellt sind, berichten, daß die au-gesandtcn Spitzel und Spione der SS. keine, aber auch nicht die kleinste Disziplinwidrigkeit entdecken konnten. Aber nicht nur die Befehlsstellen der SS. mußten ihrem Führer berichten, daß solche heihersehnten Vorkommnisse ausge- blieben seien, sondern, wie wir den Nazis verraten können, auch die einzelnen Abteilungen der brounschweigischen Schuhpolizei mußten melden, daß die Ausmärsche der Eisernen Front in mustergültiger Weise stattgesunden haben. platonische Sympathie. Ziegierung und Vierzig-Stunden-Woche. Der Reichsarbeitsmini st er ist in seiner Besprechung mit den Gewerkschaften bei der Berührung der Arbeitszeit- Verkürzungsfrage von den Vertretern der freiorganisierten Arbeiterschaft u. a. auch um Auskunst über die Haltung des deutschen Regierungsvertretcrs in der kommenden Tagung des Verwaltung?- rotes des Internationalen Arbeitsamtes in Genf gebeten worden. Der Minister beantwortete diese Bitte mit dem Hinweis, daß aus der letzten Arbeitskonscrenz, die im April in Genf stattfand, der deutsche Regierungsvertreter mit den Arbeitnehmern für die Förde- rung der Arbeitszeitverkürzung eingetreten sei. Im übrigen habe das Ministerium die Absicht, im Laufe der nächsten Woche über die mit der bevorstehenden Genfer Tagung des Verwaltungsratcs zu- sammenhängenden Probleme der Arbeitszeitverkürzung mit den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu sprechen. Auf der letzten Arbeitskonferenz stellte Jouhaux, der französische Arbeitnehmervertreter, den Antrag, die Konferenz solle den Ver- waltungsrat auffordern, die Frage der Vierzig st undenwoche sobald als möglich zu behandeln. Für diesen Antrag hat auch der deutsche Regierungsvertreter gestimmt. Es dürfte aber wohl am Platze sein, an die Haltung der Reichsregierung in Deutschland zu erinnern. Nicht nur Wohltätig- keit, auch die Arbeitszeitverkürzung beginnt im eigenen Hause. Hier aber hat die Reichsregierung, die doch sonst nicht sehr ängstlich ist, bisher noch nichts getan, um dem ungeheuren Notstand det katastrophalen Arbeitslosigkeit wenigstens etwas durch Einführung der Vierzigstundenwoche einzudämmern. Die Gründe für die Passivität sind nicht schwer zu finden: wenn die Regierung auch das reaktionäre Unternehmertum gegen sich hätte, das gegen die Vierzig- stundenwoche ist, wen hätte sie dann noch für sich? Weiterer Erfolg in Niederschlesten. Breslau. 12. September.(Eigenbericht.) Zn dem Streik der niederschlejischcn INetallarbciter gegen den Lohnabbau ist ein weiterer Erfolg zu verzeichnen: fc:e Aronwerke in Schweidnitz, ein Großbetrieb, der gegenwärtig rund 600 Arbeiter beschäftigt, haben die Forderung der Streikenden bewilligt, so daß dort die Arbeit zu den bisherigen Löhnen wieder ausgenommen wird. Insgesamt arbeiten also bereits etwa 1200 von den 4000 bis 5000 niedcrschlesijchen Metallarbeitern zu den Bedingungen, die die Streikenden fordern. Ausdehnung des Epeditionsarbeitersireiks. Der Streik in den Berliner Speditionsbetrieben, der am Sonnabend durch Arbeitsniederlegung der Belegschaft der Berliner Rollgesellschast auf den Jnnenbahichösen ausgebrochen ist, hat am heutigen Montag eine weitere Ausdehnung erfahren. Heute früh haben über 299 Speditionsarbeiter der Berliner Paketfahrt A.-G. die Arbeit niedergelegt, serner sind auch die anderen großen Berliner Speditionsfirmen, wie Brasch u. Rothenstcin, Jakob u. Vallenthin, Allgemeine Transportgesellschaft. Lassen». Co. und zahlreiche mittlere und kleinere Betriebe von dem Streik betroffen worden, so daß sich bisher etwa 699 bis 799 Speditionsarbeiter, also etwa zwei Drittel der Beschäftigten, der Ausstandsbewegung angeschlossen haben Der Arbeitgebervcrband hat heute durch Anschlag in den Bettieben den Streikenden ein Ultimatum gestellt, bis früh 7 Uhr die Arbeit wieder auszunehmen, widrigenfalls die Entlassung erfolge. Trotz dieser Aufforderung haben aber zwei Drittel der Beschäftigten im Streik verharrt. Schweizer Kundgebungen gegen Lohnabbau. Basel, 12. September. In der ganzen Schweiz fanden am Sonntag Kundgebungen gegen den Lohnabbau statt, die vom Schweizerischen Gewerkschaft-- bund ausgingen. In Bafel ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Soldat beteiligte sich trotz des Verbots in Uniform an der Kund- gebung und marschierte im Zug mit. Er wurde von der Polizei herausgeholt und oerhastet. 25. Abt.: Die sür heute angesetzte Funktionärsitzung findet erst am Dienstag, dem 13. September, am gleichen Ort statt. 51. Abt.: Heute abend Funktionärsitzung bei Jamin, Sophie- Charlotte-Straße 88. Der Großhandelsindex ist in der Woche zum 7. September weiter leicht von 95,2 auf 95,6 Proz. ge st i c g e n. Agrarstofse er- höhten sich um 9,2 aus 89,9, Kolonialwaren um 9,6 auf 84,9, Roh- stofse und Halbwaren um 9,8 auf 89,2 Proz. Nur inimstrielle Fertigwaren gingen um 9,1 auf 115,3 Proz. zurück. Wetter sür Berlin: Weiterhin kühl, teils heiter, teils wolkig, abflauende westliche Winde.— Für Deutschland: Im Westen erneut allmähliche Wetterverschlechterung. Im Süden heiter, nachts recht kühl. Im übrigen Reiche fortschreitende Wettcrberuhigung. Rundfunk am Abend Monlag, den II. September 1931 Berlin: 16.05 Wissenswertes beim Grundstüdeskau! und Hausbau(G. Volkmann). 16.30 Kammerorchesterkonzert. 17.30 Der Zehnkämpfer Wolrad Eberle erzählt. 17.50 Deutsche Sprache und Literatur in Südafrika(Dr. M. R. Breyne). 18.10 Sozialpolitische Umschau(Dr. W. Pohl). 18.30 Unter- haltungs- und Tanzmusik. 19.10 Die Funkstunde teilt mit. 19.15 Stimme zum Tag. 19.25 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.30 Hindenburg-Spende 1932(Min.-Rat Dr. Karstedt). 19.55 Inhaltsangabe und Personen Verzeichnis. 20.00 Aus der Staatsoper:„Cavaileria rusticana"(Melodrama von Mascagni), „Bajazzo"(Drama von Leoncavallo). 21.05 und 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Abendunterhaltung. 24.00 Eichendorff-Stunde. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 17.30 Die Bedeutung des Indizienbeweises(Oberstaatsanwalt Köhler). 18.00 Musizieren mit unsichtbaren Partnern (Dr. H. Just). 18.30 Spanisch für Anfänger(Gertrud van Eyseren. Dr. F. Armesto). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.45 Funktechnik(Obering. Nairz). 20.00 Aus Hamburg: Volksmusik. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Hamburg:„Das Brüden geht um" (Plattdeutscher Abend). 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Aus Leipzig; Unterhaltungskonzert. Sonst: Berliner Programm. Volks 96 Pf. Istandiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. ?f. durdi alle ,>\orwärts"-Boten oder die Postanstalten. Sktantmortl. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin: Anzeigen: Ott» Hengst, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag®. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer(n Co., Berlin SW K8, Llndenstr. 3, Hierzu 1 Beilage. Theater Montag, den 12. September staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Cavaileria rusticana Bajazzi Beschränkter Kartenverkauf Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Geschlossene Vorstellung Was ihr wollt o Uhr 15. Flora 3454. Hauöien en. Das berühmte DAYELHA- BALLETT 3 Swifts, Rudi Grasl und weitere Künstler-Truppen, von Internalionalem Rai. VOLKSBUHNE Theater am Bdlewpiatz 01, Norden 2944. Eröffnung Montag, 12. Sept., 8 Uhr Der Revisor von Gogol- Regie; Heinz Hilpert CnrlBois/ Kardiow/ Uaadt/ Vertioeven «v.uhr CASKIO- THEATER»'(. uh. Lothringer Strafe 37. lUIIIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIiniMUimiHlltllllllllllllllllllll Gutschein für die Leser 1—4 Personen Fauteuil nur 0,75 M., Sessel 1,25 M. Gültig auch Sonntag nachm. 4 Uhr. Jinnemarie Volksoperette.— Musik von Gilben I>asu ein bunter Teil. SfädLOper Cbarlottenbure Frauen hofer 0231 Volksvorstellung beschränkt. Kirtnnrk. Montag, 12. Sept. Die Boheme Beginn 20 Uhr Nettesheim, Eisinger, Pataky, Guttmann, Baumann, Heyer Dirigent: Breisach Lessing-Ttieaier Tägl 8V. Uhr Grete Mosheim Oskar Homolka in Pygmalion Rose-Theater Inle FtnUartif Slnli 132 Til. Wiiduil E 7 3422 8,30 Uhr Aerzte im Kampf r> Theater Im», lAdmlralspaiastl I Täglich 854 Uhr 1 Gitta A l p a r I in I [ Katharina| Theatem.Westens Ibis 25. Septemb. I täglich 89- Uhr 1 Stgs. 4 u. 89. U. 1 Richard Tauber in| Dreimäderl- I haus MAMd Reianffint Berli ins BETRIEB.-1% kempihski�.5 metropoi-itieater I Täglich 89. Uhr 1 Jrchi Massary Eine Frau, die weiß, was sie will! WM; Theater Weidendamm 5201. 8 Uhr Wunder nm Verdnn Dram.Dichtungvon Hans Chlumberg Regie: Karl Heinz Martin. Kassenpreise von 0,50 M. bis 11.50 M. lallte 5 Torstellungen Kammersplele Weidendamm 5201. Beginn SV. Uhr „Schicksal nach Wunsch" Komidiev. Christa Winsloe Regie: Rudolf Beer Melier, Ullridi, Rieminn. Abel, Mosheim. Brausewetter Ho., Betten ssä: derb., Polster. Ch&laeL, an jeden, Tef italoK(rat- Eisemnö bailab rfk Sohl( EM en' b Schiller Grolmanetr. 70/71 SteinpL(C 1) 6715 Täglich 8 Uhr „Die vcTSunkene Glocke" Kassenstunden tägl. 10—20 Uhr Inserate im A Vorwärts sichern Erfolg! Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) Merkur A. 6. 1 247. Dir. Melzel Tägl. 8.15 Uhr, Sonntags 3J0Uhr(ermäßigte Pr.) ErOfrnungiaprog-riiinm mit der Burleske Freibad Krumme Lanke Neue Kräfte. Preise 0.50 bis 225 M. Vorverkauf II— 2, 5— 9 Uhr. T-pete» Sailiat, Kolonie» ftrake 9. |HaulgesiicAe| llabnaebiste. Blatinabfälle. Quecksilber. 8inn- Metalle, Cilber- tchmelae. Doldschmel» zerei. Cbriftionat. Kövenickerstrake ZZ, Haltestelle Adalbert- ftrake. H Billige Verkaufstage: mittuioch. Donnerstag, Freitag. Sonnabend, GeiegenheitsKSute, tauierstotte. fiardinen, oehorationen. 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September 1932 Die verpfuschte deutsche Revolution VeitValentins Geschichte von 48-49— ein aktuelles Buch<-* Von Hermann Wendel Der zweite Band von Veit Valentins„Geschichte der Deutschen Revolution von 1848— 184 3"(Verlag Ullstein, Berlin), der das groß angelegte Werk würdig abschließt, läßt wie der erste, eher noch mehr als der erste, den Anhänger des historischen Materialismus hier und da den Kopf schütteln. Nicht daß sich kleine Fehler eingeschlichen haben: der Kroatenbanus I e l a t s ch i t s ch(S. 73) hatte mit den Slowenen nichts zu tun, sondern mit den Slawoniern, der tschechische Schriststeller H a w- l i t s ch e k(S. 188) war doch etwas mehr als nur ein„Natur- bursche und Schimpfgenie" und„hemdärmeliger Fanatiker", nicht Heinrich Heine(S. 133), sondern Georg W e c r t h verewigte den Fürsten L i ch n o w s k y als Schnapphahnski, und daß„Revolution und Konterrevolution in Deutschland"(S. 631) nicht, wie das Titel- blatt ansagt, von Karl Marx, sondern von Friedrich Engels stammt, wissen wir aus beider Briefwechsel. Aber sind solche Schnitzer bei dem stattlichen Umfang des Buches: 773 Seiten Lexikonformat, so gut wie unvermeidlich, so fordert die Geistes- Haltung Valentins dort, wo er der Märzbewegung den Charakter einer„bürgerlichen Revolution" abspricht, sachlichen Widerspruch heraus. Obwohl er zugeben muß, daß„der Altlibera- lismus von 1348/43" auch nur „der Ausdruck eines klasseninleresses und eines klafsenwillens" war, und daß im Vordergrund das städtische Bürgertum stand, meint er,„die Agrarrevolten, die Handwerker- und Arbeiterasso- ziationen, das Streben nach neuen Formen und Bedingungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland" hätten geradezu das Schicksal des Ganzen entschieden. Aber Mn solches zu er- weisen, gleitet er auf dem Boden fester Begriffsbestimmungen aus, indem er„bürgerlich" und„unbürgerlich" einander gegenüberstellt. Er verwendet also Ausdrücke aus der Sphäre, wo der Pfahlbürger mit dem Kunstzigeuner hadert, während in Oekonomie und Politik die Gegensätze heißen: bürgerlich und proletarisch. Eine Ueberbetonung dieses Widerstreits: proletarisch gegen bürgerlich vermeidet Balentin mit Bedacht, denn er weiß nur zu genau, daß in dem Deutschland, in dem die Landwirtschast ihren Vorrang noch unbestritten behauptete, das Kleinbürgertum nicht nur ziffernmäßig das eben erst auskommende Proletariat überwog: er weiß sicher auch, daß die Arbeiter, durchweg im Dunkel tappend über ihre Lage und ihr Ziel, vielfach wie aus der Berliner Versammlung vom 26. März 1848, die Einreihung unter die Proletarier entrüstet als Ehrenkränkung ablehnten: er hebt ja selbst gelegentlich hervor, daß „die Sozialrevolutionäre eine ganz kleine Minderheit, die Kommu- nisten eine noch kleinere" bildeten. Wenn er gleichwohl mit einer Wendung gegen die„marxistische Orthodoxie" hilflos mit der Stange im Nebel herumfahrende Kleinbürger wie S t r u v e, H e ck c r und F r ö b e l in den Topf: Sozialismus und Kommunis- mus wirft, so weckt das doppeltes Bedenken in einer Zeit, da wieder politische Kurpfuscher auf ihre Salhenschachteln und Tinkturflaschen die Etikette: sozialistisch kleben. Der sranzösische Historiker Andre L i ch t e n b e r g e r, der die Große Revolution gründlich und mit negativem Erfolg nach sozialistischen Spuren durchforscht hat, be- merkt einmal sehr richtig:„Ein Hungernder, der ein Brot stiehlt, ist so wenig ein Sozialist wie ein Hund, der einen Knochen stiehlt". Ebenso ist nicht der ein Sozialist, der rauhbautzig gegen Erschei- nungen oder Auswüchse des Kapitalismus raunzt, sondern nur, wer im Sinne der Entwicklung, das ist: mit dem Ziel der Ver- gesellschaftung der Produktionsmittel an der Ucberwindung der kapitalistischen durch die sozialistische Ordnung arbeitet. Solche Sozialisten aber waren 1848/43 sehr, sehr dünn gesät. Einwände dieser Art haben nichts zu schaffen mit dem impo- tenten Gezeter derer, die das Buch Valentins ergrimmt, weil es mit einer durchschlagenden wissenschaftlichen Leistung das Jahr- zehnte geübte Monopol der Gegenrevolution auf literarische Be- sudlung der Revolution durchbricht. Unerträglicher noch als sich selber zur Lächerlichkeit verdammende Herunterreißerei wirkt die Hochnäsigkeit, mit der aus dem Ungeist der Prosessorenzunst heraus ein Hochschullehrer wie Fritz Härtung in der„Historischen Virteljahresschrist" Valentin„wohlwollend" auf die Schulter klopft: ganz brave Arbeit, 2— 3,„starker Anlauf zu der dringend notwendigen gründlichen Geschichte der deutschen Revolution"— wie riecht diese säuerliche Anerkennung nach dem Unmut, daß hier ein Berufener das Jahr 48/43 nicht schwarzweißrot, sondern schwarz- rotgold behandelt hat. Die Neider und Verkleinerer spüren ja selbst, daß es sich bei dem Werk um einen gewaltigen Wurf handelt, um dos Epos eines großen Möllens und verfehlens, um eine Darstellung, die, in die Tiefe gehend, den Zusammenhang der Handlungen ebenso ins Licht rückt wie das Profil der Handeln- den. Wieder finden sich viele Kabinettsstückchcn liebevoll eindring- licher Personenmalerei wie das Porträt des Generals W r a n g e l, des Degens der preußischen Gegenrevolution, der„alles andere als ein bedeutender Feldherr oder auch nur begabter Truppensührer" war: Ein Kavallerist von der Art. die am liebsten das Pferd ins Bett nimmt, in seinen jungen Jahren ein verwegener Dresch- slegel, verdankte W r a n g e l seine Erfolge angeborener Gerissen- heit: er war aber noch schlauer als gerissen, noch verschlagener als schlau: jeder ernsteren militärischen Bildung, jedem politischen und geistigen Interesse blieb er völlig fremd: groß war seine schauspielerische Begabung, kraft deren er sich nun schnell den Berliner Dialekt aneignete, den er früher nie gesprochen hatte: so kopierte denn dieser pommersche Filou den Mecklenburger Blücher und übersetzte jene legendäre Figur der Freiheits- kriege durch seine clownhafte Person in das revolutionäre Berlin von 1848. Vor allem aber ist das Werk für uns Zeitgenossen einer anderen verfahrenen oder besser festgefahrenen Revolution von gerade- zu erschreckender Aktualität. Auf weiten Strecken gleicht Valentins Schilderung dem Spiegel, aus dem uns die Ver- säummsse der deutschen Demokratie seit November 1318 ansehen. Oft läuft es uns beim Lesen kalt über den Rücken: dkostra causa axiitur! Um unsere ureigenste Sache geht es hier! Eine Erkennt- nis wie diese:„Die Macht ist vor allem untreu. Sie will täglich neu gewonnen und betätigt werden. Nur der Gebrauch erhält sie blank und geschliffen. Sie dient nur dem, der sie mit der festen Hand ergreist. wehe dem. der sie besitzt und nicht gebraucht! Sie wendet sich gegen ihn"— ist diese Erkenntnis für unsere Groß- väter mit den Heckerhllten oder für unsere Generation zu Papier gebracht? Als die deutsche Nationalversammlung in Frankfurt zusammen- trat, sollte in der Paulskirche das alte Deutschland begroben werden,„ein Klassenstaat mit unzähligen ständischen, gesellschaft- lichen, geistigen Vorurteilen, voller Hochmut und Mißtrauen, voller Unterdrückung und Ausbeutung, eine malerifch-barocke Welt des Sondertums, der Kleinmeisterei, der persönlichen, patriarchalischen Verbundenheit, der ehrpusseligen und biederen Brutalität". Aber denen, die zu dieser Aufgabe von der Geschichte ausgerufen waren, stand„eine dreifache Dynamik" entgegen: die des dynastischen Partikularismus, die der außenpolitischen Kräfteverteilung und die des fozialrevolutionären und kommunistischen Gedankens. Wird diese, wie oben dargetan, von Valentin überschätzt, so waren die beiden anderen um so lebendiger und leibhaftiger. Namentlich erwies sich die ererbte Kleinstaaterei als der Fluch dieser und nicht nur dieser Revolution:„Es gab nicht eine deutsche Revolutions- bewegung, nein, es gab Lübecker, Anhaltiner, mecklenburgische und noch viele, viele andere Revolutionen und Revolutiönchen", die der schlimmste Feind der Revolution waren. Zwar krachte es in der morschen Kleinstaaterei:„mit einem kräftigen Stoß wäre sie zu zerschlagen gewesen. Es war aber niemand da. der diesen Stoß wagle. Der deutsche Partikularismus rettete sich". Ein einziger deutscher Fürst dankte im Revolutionsiahr freiwillig ab und vereinigte sein Land mit dem eines größeren Nachbarn und Vettern: Fürst Hein- r i ch 72. von Reuh-Lobenstein-Ebersdorf. Durch den Tod des letzten Herzogs der Anhalt-Köthener Linie hätte 1848 auch ein Zusammen- schluß Dessaus, Röthens und Bernburgs zu einem„anhaltinischen Reiche" nahegelegen, aber er scheiterte an dem„bernburgischcn Patriotismus". Denn nicht nur die Fürsten, sondern auch die Untertanen klebten, wie die Fliegen am Leim, an ihrer Sonderstaatlichkeit: selbst die wütigen Revoluzzer vom Schlage Struves sahen das Deutsch- land der Zukunft als eine Föderation von nicht weniger als 23 Republiken vor sich, und vor dem Einheitsstaat schraken sonst ganz vernünftige Politiker wie vor Mord und Totschlag zurück. Auch herrschte noch bei den Besten ein durch nichts begründeter Optimismus,„das zugleich selbstbewußte und kindliche Vertrauen. daß alles doch noch gut werden müsse", kennzeichnend die deutsche Verballhornung der wuchtigen französischen Revolutions- losung: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die auf die Darlehnsschuldscheine der Gesellschaft deutscher Republikaner in Biel gedruckt war: Freiheit, Bildung, Wohlstand! Die Annahme Valentins, daß die deutsche Revolution so„ge- mütlich" verlausen sei, weil dem Deutschen der Terxorgedanke fern- liege, wird durch das terroristische Wüten der Braunhemden anno 1932 widerlegt. Jenes Geschlecht hatte vielmehr Angst vor der eigenen Courage, gewiß auch aus vorläufig kaum begründeter Furcht vor der nachrückenden Arbeiterklasse. Wenn es in Deutsch- land auch nicht so trostlos aussah wie in Oesterreich, wo acht Wahl- bezirke die Beteiligung an der Reichstagswahl mit der Begründung ablehnten, sie seien mit den bestehenden Gesetzen zufrieden, und seien neue nötig, solle sie der Kaiser allein geben, so blieb doch der reaktionäre Appell an„die Urtriebe des deutschen M i tt e l st ä n d l e r s", die Hetze gegen alles„Rote", die Frage? Was habt i h r gemein mit solchem Auswurf der Menschheit, mit solchen Anarchisten und Verbrechern? nicht ohne Wirkung. Als die Gegenrevolution im Sattel saß, war„die große deutsche Gut- mütigkeit" im Grunde herzensfroh, sich„nach soviel Tollheit, Ge- wühl, Geschrei" wieder an den Familienofen setzen zu können: ein paar schlichte Bürger Berlins antworteten auf die Frage, wie ihnen der Belagerungszustand behage, es sei ein Zustand wie jener unter Friedrich Wilhelm III., und sie seien damit zufrieden. Hosfentlich dauere er recht lange! Berlin und Preußen waren eben der wunde Fleck der deutschen Revolution. Trotz der Niederlage der Königsmacht in der Barrikadenschlacht des 18. März war es noch verdammt lebendig: das„historisch gewordene Preußen des Land- adels, der Geheimräte, der Ritter vom Schwarzen und Roten Adler- orden, dies von den Hohenzollern aus dem Nichts zusammen- gesparte, zusammenkommandierte, zusammencroberte Preußen". In diesem vorwiegend agrarischen Lande gab neben der Bürokratie und dem Militär, das schon im Mai 1848 in Mainz, also unter den Augen der Frankfurter Nationalversammlung, Proben seiner bürger- feindlichen Schneidigkeit ablegte, das Junkertum den Ton an, ein Fossil aus verklungenen Zeiten:„Daß Menschen zur Miete wohnten, daß sie keine„selbstgelegten" Eier, keine sclbstgewachsenen Aepfel, keine selbstgeschossenen Hasen aßen, erschien ihm verächtlich". Aber bei aller Komik hatte dieser altpreußische Adel eins: einen „wachen Instinkt für das politische Kommando", und da er mit Friedrich Wilhelms II'. Generaladjutanten Leopold v. Gcrlach fand, daß Preußen schon durch die Stein-Harden- bergsche Agrargesetzgebung„kommunistisch revolutioniert" worden sei, wandte er sich erst recht gegen die deutsche Freiheit-- und eben- so gegen die Einheitsidee des Jahres 48.„Zwischen Hingabe an die deutsche Sache", hieß es in einer Adresse aus Halle,„und dem Landesverrat an Preußen liegt nur eine schmale Grenzlinie". Da die Gegenrevolution, ausgehend vom Rittergut und vom Gardercgiment täglich Zuzug aus Bourgeoisie und Mittelstand erhielt, kam sie, nicht zuletzt durch die Uneinigkeit der revolutionären Kräfte, obenauf. Einmal in Berlin so weit, marschierte Preußen, seine Armeekorps im Frühjahr 1843 gegen die Reichsoerfassungsbcwegung in Baden und in der Pfalz entsendend, gegen dse deutsche Revolution über- Haupt, und da es als antirevolutionäre europäische Großmacht ernst genommen werden wollte, mußte nach Nieder- werfung der Unruhen Blut fließen: daher die Standrechteleien in Rastatt und Mannheim, die für lange den preußischen Adler in Süddeutschland verhaßt gemacht haben. Aber nie wären die gegenrevolutionären Mächte ohne die Rückendeckung durchs Ausland so rasch ans Ziel gelangt. Die . Gesinnung Frankreichs, namentlich nach der Pariser Juni- schlacht, drückte sich in dem Satz des„Journal des Dcbats" aus: „Wir haben an unserer Grenze lieber die preußische Pickelhaube als die rote Mütze." Obwohl es ihr an komischen Einzelzügen nicht mangelt, war die deutsche Revolution von 1848/43 alles andere als eine Posse in Krähwinkel: sie hat zuviel wenschenglück und zuviel Blut gekostet, als daß sie auf die Lachmuskeln wirken könnte. Valentin schätzt die Zahl der während der Bewegung gewaltsam ums Leben Ge- kommenen auf fünftausend, den Verlust an Volksvermögen auf zwölf Millionen Gulden: dazu ließ der Fehlschlag der Erhebung und die Roheit ihrer Unterdrückung die Ziffern der überseeischen Auswanderung anschwellen: in dem Jahrfünft nach der Revolution kehrte fast jeder vierzigste Deutsche dem Vaterland für immer den Rücken. Schlimmer noch war die geistige Wirkung. Da es der Gegenrevolution gelang, dem deutschen Volk die Ueberzeugung von seinem Mangel an politischer Begabung aufzudrängen, leidet Deutschland seit 1848 unter einem politischen Minder- wertigkeitskomplcx, der noch keineswegs abreagiert ist. Wir brauchen uns nur im Jahr 1332 hellen Auges umzuschauen und wir erkennen, wie recht Valentin mit seiner betrüblichen Feststellung hat:„Verkniffene Revolutionen bekommen schlecht: die Revolution von 1848/43 hat sich nicht voll durchsetzen können, und das geht dem deutschen Volke bis heute nach." J. P. Mayer: Sozialism us als Gegenwartsaufgabe Die deutsche Sozialdemokratie ist entschlossen, die Anträge der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zur Grundlage einer mäch- tigen Volksbewegung für den sozialistischen Ausbau zu machen. Es gilt, die antikapitalistische Massenstimmung, die die Mehrheit des deutschen Volkes zutiesst ersüllt, in einen positiven sozio- l i st i s ch e n Gestaltungswillen umzusormen. Die Basis dieser so- zialistischen Aktion kann nur der niarxistische Sozialismus sein, der jeden Scheinsozialismus enthüllen und niederkämpfen muß. Freilich dars man sich diese Ausgabe keineswegs als leicht vorstellen. Es handelt sich hier nicht um eine einmalige agitatorische Aktion, vielmehr muß ein umsassender Erziehungsprozeß eingeleitet werden, der den Inhalt der sozialdemokratischen Anträge in die großen Traditionen unserer Bewegung organisch einordnet. Die Anträge über den Umbau der Wirtschaft können nicht mit den Sozialisierungsideen von 1318 verglichen werden: es hieße von vornherein die Wirksamkeit unserer Anträge ausheben, wollte man in ihnen gleichsam nur die neu aufgeputzten alten Sozialisierungs- pläne sehen. Unsere Anträge gehen von einer grundsätzlichen Neu- orientierung unserer Bewegung aus bzw. sie müssen erst i n d a s Licht einer solchen grundsätzlichen Neuorientie- rung gerückt werden. Eine bestimmte historische Epoche der sozialdemokratischen Politik hat ihr Ende gefunden. Es ist die deutliche Absicht der neuen Anträge— gleichgültig, ob sie in diesem Reichstag zur Abstimmung gelangen oder nicht— den Massen des deutschen Volkes klarzumachen, daß es nur einen sozialistischen Aus- weg aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise gibt. Selbst eine neue weltwirtschaftliche Konjunkturperiode, die sich in Deutschland infolge der kauskrastmordenden Politik der Popen-Regierung ohnehin in wesentlich geringerem Grade auswirken könnte als in anderen hoch- industrialisierten Ländern, würde von einer Arbeitslosigkeit begleitet sein müssen, die wesentlich größer wäre als die nach der letzten Konjunkturperiode im Jahre 1927. Die Produktivkräfte der Wirt- schaft sind im organisierten Kapitalismus in einem derartigen Aus- maß entwickelt worden, daß der Bedarf in wesentlich kürzerer Frist befriedigt werden könnte. Es gibt auf die Dauer keine kapital! st ischen Mittel, der Krise Herr zu werden. Die sozialistische Bewegung tritt somit in das Stadium der Verwirklichung. Der Sozialismus wird zur brennenden Frage der Gegenwart, einer gegenwärtigen Ordnung des deutschen Lebens. Gewiß wäre es falsch, zu glauben, daß die Epoche, die jetzt einsetzt, gleichsam von heute auf morgen das kapitalistische Chaos in eine sozialistische Ordnung überführen könnte. Selbstver- ständlich handelt es sich auch hier um einen geschichtlichen Entwicklungsprozeß, dessen Dauer kürzer oder länger sein kann, je nach der Stärke des Widerhalls, den die Aktion der Sozial- demokratie in der nächsten Zukunst beim deutschen Volk findet. Wir sagen mit Absicht: im deutschen Volk. Denn es handelt sich ja gerade darum, die Ideen des marxistischen Sozialismus in jene gesellschaftlichen Gruppen und Schichten zu tragen, die heute nur ein falsches und bewußt entstelltes Bild unserer sozialistischen Ausfassung kennen. Es gilt, dem Handwerker, dem Angestellten. dem Bauern, dem Kleinhändler, dem Angehörigen geistiger Berufe konkret, d. h. anschaulich klarzumachen, was unser Sozialismus will und wie wir den Weg seiner Verwirklichung sehen. Der marxistische Sozialismus ist keineswegs allein an das Industrie- Proletariat gebunden, wenn er auch historisch in einer bestimmten geschichtlichen Lag« des Jndustrieproletariats entstanden ist. Gerade weil der Marxismus mit seiner Deutung der kapitalistischen Eni- wicklung recht behalten hat, wird er heute seine Kraft beweisen: Unter seiner Fahne müssen sich die antikopitalistisch gestimmten Massen des deutschen Volkes sammeln. Die Vereinsmehrkämpfe Berliner Arbeitersportlcr im Tiergarten und in Köpenick Im Rahmen der Bundes mehrkämpfe führte der I.(Berlin-Bandenburger) Kreis des Arbeiter-Turn- und Sport- bundes gestern mehrere Veranstaltungen durch. Aus dem Sportplatz Tiergarten starteten 7 Vereine vom zweiten und 4 Vereine vom vierten Bezirk; etwa 300 Sportler und Sportlerinnen waren von 40 bis 6 Uhr beschäftigt. Das kühle, windige und regne- rische Wetter beeinträchtigte die Leistungen sehr stark. Für den Zuschauer sind Mehrkämpfe nicht so interessant, weil der Einblick in die Entscheidungen fehlt und die Endresultate immer erst nach der Punktberechnung bekannt werden. Von den besten Einzelresultaten sind aus dem 2. Bezirk zu nennen: 200 Mctcr: Hennig(ÜRoobit) 23,7 Sekunden.— Weitsprung: Blosche(SB.- Weddings 6,22 Meter.— 4 xlOO-ällctet. Stafette: P.. Wedding und ASV. Wed- ding 46,3 Sekunden. Bei der Jugend lief Zorn(Not-Wcig) die im Meter in 12,4 Sekunden. Mcissel(Schönow! Übersprang 1,55 Meter. Die beste Meter- zeit der Sportlerinnen lies Weiß lRot-Weiß) mit 13,4 Sekunden. Brandstätter (Moabit! und Leutlosf(ASB. Reukölln) benötigten 12,5 Sekunden bet den Alterssportlern. Vom 4. Bezirk seien folgende Bestleistungen genannt: Höhne(ASB. Neukölln) 2M Meter in 24,5 Sekunden und Weitsprung 6,12 Meter. Schulze(Volkssport Neukölln) Hochsprung 1,60 Meter und Diskuswerfen 32,28 Meter. 4 lM.Meter.Stafette: Volkssport Neukölln 47,5 Sekunden. Von den Jugendlichen erzielten Bieber. Fichte mit 12,4 Sekunden, Scharf(Volks- sport Neukölln! mit 1,45 Meter achtbore Leistungen. In der Olympischen Iugendslafette lief Volkssport Neukölln die Bestzeit mit 4:03,2 Minuten. ASB. Wedding zeigte sich als beste Mannschaft in der kleinen Olympischen Stafette der Sportlerinnen. Rot.Weiß holte(ut) iiir den zweiten und ASB. Neukölln für den vierten Bezirk die 3::1M0. Meter. Stafette. Die besten Altersmann- fchaften waren Volkssport Wedding und ASB. Neukölln. Die besten Mannschastsresultate des 2. Bezirks sind: Männer: Volkssport Wedding 1744,75 Punkte: Jugend: Schönow 617,68 Punkt«: Frauen: Rot-Weist 703,7g Punkte: Alterssportler: Tegel 583,25 Punkte. Born 4. Bezirk blieb Volkssport Neukölln bei den Männern und Frauen mit 1686,64 bzw. 6810,44 Punkten siegreich, während Fichte die Jugendklasse mit 507,80 Punkten und ASB. Neukölln 503,86 die Altersklasse für sich buchen. Gesamlwerkung im 2. Bezirk: 1. Volkssport Wedding 3577,64 P.; 2. Schönow 3459,54 P.; 3. Tegel 3397,20 P.; 4. Reinickendorf 3253,36 P.; 5. iDloobit 3180,53 P.: 6. Rot-Weiß 2945,51 P.; 7. Schönow II 2940,08 P.: 8. ASB. Wedding 2919,91 P.: 9. Rot- Weiß II 2695,10 P.: 10. Moabit II 2503,79 P.: 11. ASB. Wedding II 2344,27 P.: 12. Volkssport Wedding II 2140,09 P. Gesamtweriung im 4. Bezirk: 1. Bolk-sport Neukölln 3510,48 P.; 2. ASV. Neukölln 3420,04 P.; 3. Fichte 3284,25 P.: 4. Volkssport Neukölln II 3060,11 P.: 5. Schöneberg 2737,08 P.: 6. Schöneberg II 2100,45 P.; 7. AoB. Neukölln II 1241,69 P. 1. Bezirk in Köpenick In Köpenick war das gleiche Wetter; 47 Mannschaften in allen Klassen mit über 250 Teilnehmern rangen um die Sieg«. Wenn trotz des Wetters mit teilweise sehr guten Leistungen aufgewartet werden konnte, so ist das ganz besonders zu beachten. Bestleistungen. Männer: 2M Meter: Lemgau(AST.) 23.9 Sek.: Lehmann(Köpenick) 24 Sek.— Hochsprung: Görsch(AST.) 1,74; schlag und Lengert(Köpenick! 1,59 Meter.— Weitsprung: W. Lehmann(Köpenick) 6.50: Görsch(AST.) 0,11 Meter.— Diskuswersen: Vegener(Ostring) 33,60; Lemgau(AST.) 31,39 Meter.— Speerwerfen: Görsch(AST.) 47,23 Meter: Lemgau(AST! 42,94 Meter.— 4xim Meter: AST. 46,8 Sek.; Ostring 47,2 Sek.— 3X10M Meter: Ostring 8:45,6 Min.: AST. 8:52,1 Min.— Frauen: 100 Meter: Ludwig(Köpenick) 13,8 Sek.; Schulz(AST.) 14 Sek.— Weitsprung: Heidt (AST.) 4,74 Meter: Ludwig(Köpenick, 4,72 Meter.— Kugelstoßen: Kölling (Köpenick) 9.53 Meter: Seehofer(Ostring! 9,12 Meter.— Kleine Olympische: AST. 55,6 Sek.; Köpenick 56,5 Sek.— Jugend: 100 Meter: Echillbach(Ostring) und Geiseler(ALT.) je 12 Sek.— Hochsprung: Kunim(Kaulsdors) 1,62: Dahn(AST.) 1,57 Meter.— Diskuswersen: Dahn(AST.) 36 Meter; Klenski (Fürstenwalde) 34,96 Meter.— Große Olympische: AST. 4:13,1 Min.; Kauls- dorf 4:23,5 Min. Einzel-Mehrkampswertung: Männer: Görsch(AST.) 358,25 Punkte; W. Lehmann(Köpenick) 337,80 P.- Frauen: Schulz(AST.) 240.46 P.; Heidt(AST.) 235,18 P.— Jugend: Kumm(Kaulsdorf) 21928 P.; Dahn(ASC.1 218,50 P.— A e l t e r e Sportler: Zarin(AST.) 199,57 P.; Schnell(AST.) 199,18 P. Mannschaftswertung: Männer: 1. AST. 1752,65 Punkte; 2. Köpenick 1740,32 P.— F r o u e n: 1. AST. 797,46 P.: 2. Köpenick 768,87 P.— Jugend: 1. AST. 657,08 P.; 2. Kaulsdors 597,08 P.— A eitere Sportler: 1. AST. 622,20 P.; 2. Wildau 588,26 P. Gesamtwertung: 1. AST. 3829,39 P.; 2. Köpenick 3540,01 P.; 3. Wildau 3470,63 P.; 4. Filrstenwalde 3309,96 P.; 5. Ostring 8210,01 P. Ae&eiiee-TufifaM Eintracht schlägt Hansa 3: Z Der zweite Bezirk scheint sich vorgenommen zu haben, jeden Sonntag mit einer neuen Ueberraschung aufzuwarten. Wurde am vergangenen Sonntag Fortuna von Vorwärts-Wedding geschlagen, so holte sich gestern der zweite Spitzenkandidat Hansa 31 von E i n tr a ch t- Reinickendorf mit 3:2 eine verdiente Niederlage. Verdient deshalb, weil Hansas Hintermannschaft wohl das schlechteste Spiel der Saison gezeigt hat, und der Sturm die unmöglichsten Sachen versiebte. Eintrachts junge Mannschaft zeigte dagegen nach langer Zeit wieder einmal etwas Zusammenhängendes.— Fortuna bestätigte wieder ihren guten Ruf. Die Pankower Sportvereinigung hatte sich wohl vorgenommen, den Forwnaleuten� eine Niederlage zu bereiten, aber mit dem Wollen allein ist es nicht getan. Wenn die Verteidigung im Sturm spielt, so daß es dem gegnerischen Sturm ein leichtes ist durchzubrechen, dann nutzt der beste Wille nichts. Fortunas Hintermannschaft arbeitete sehr sicher, somit dem Pankower Sturm die Gelegenheit bietend, Erfolge zu erringen.— Adler 08 zeigte sich Alemania mit 6: 1 überlegen. Nord hatte gegen Zehdenick keine Gelegenheit, sein ganzes Können zu zeigen. Mit 11: 3 blieben die Nordler sichere Sieger.— In dem Sportverein B l a u- G e l b � ist auf dem Exerzierplatz der Arbeiterfußballbewegung ein neuer Kämpfer erstanden. Die Blau- Gelben blieben gestern in ihrem ersten Spiel gegen Fortunas spiel- starke Elf mit tz: 2 siegreich. Weitere Resultate: Barwarts-Weddinß 2 pcpen Frohe Stunde 10:5. Bar- wärt? 3 gegen Frohe Stunde 2 1:1. Kickers 31 gegen Tharlottenburg 5: 0. 5: 3. Weißensee gegen Borsigwalde 3: 0. Weißen. 2 1:3.— Schlllermannschaslen: Borwärts-Wedding pärt» gegen Zehdenick 5: 3. Hansa 31 gegen Pankow see 2 zegen Borsigwalde 2 gegen eraronia 3: 0. Vorwäi__ J 3; 0. Lichtenberg I gegen Saxonia 1: 6. Leipzig«Paunsdorf Handballmeister Pteddersheim(Pialz) 6: 5(3: Z) geschlagen Die Massen waren von überall herbeigeströmt, um der deutschen Bundes Meisterschaft im Arbeiterhandball in Arankenthal sPfalz) beizuwohnen. Enttäuscht wurden sie nicht, denn beide Mannschaften zeigten ein großartiges und fast gleichwertiges Spiel, daß bereits durch den knappen Sieg zum Ausdruck kommt. Leipzig hatte gegenüber Pfeddersheim eines ständig voraus, das war eine kleine Ueberlegenheit in der Schnelligkeit. Das war auch in der zweiten Halbzeit mit ausschlaggebend dafür, daß der Sieg an diese Mannschaft siel. 3n diesem Zeitabschnitt reichte Pfeddersheim nicht an seine Leistungen in der.ersten Halbzeit heran. k'TQB. in Weifjensec Abschluss der Sommersaison Zum Abschluß der Sommersaison hatte die Freie Turner- schaft Groß-Berlin ihre Mitglieder gestern nach Weißen- s e e gerufen. Daß die Kämpfe unter dem Wetter sehr litten, ist verständlich Trotzdem kamen bei den Läufen sehr gute Zeiten heraus. So konnte der erst ISjährtge Hanisch vom Bezirk Südost-Treptow die 100 Meter in der schnellen Zeit von 11,0 Se- künden bewältigen. Im Kugelstoßen sicherte sich Rollte- Süden mit 10,90 Meter den ersten Platz. Das größte Interesse fanden die Dreikämpfe. Hier holte sich der Bezirk Lichtenberg allein neun Siege, darunter auch die große olympische Stafette. In der großen Bezirksstaffel liefen die Lichtenberger beim viertletzten Wechsel aus und davon und ge- wannen mit 10 Meter Vorsprung. Auf den Handballseldern wurden rund 30 Spiele ausgetragen; die Ergebnisse: Sllben Iugenb gegen Stralau 6: 4. Friedenau Männer gegen Nordost 6: II. Nordost Frauen gegen Baumschulenweg 9: 1. Nordring 2 gegen Hohen- schönhausen 4: 4. Wittenau Schüler gegen Mitte 10: 0. Südost Frauen gegen Nordring 0: 1. Hermobors Männer gegen Lichtenrade 9: 5. Welten Frauen gegen Oberspree 0: 0. Norden 12 gegen Westen 2 0:0. Norden l 1 lüden 2 4: 10. Westbn 1 gegen Nordost 3 6:4. 1: 7. Süden 5 gegen Südost 2 8:9. Friedenau 2 Wittenau liegen Südens 2: 2. Südenjschüler gegen gegen Karlshorst gegen Rordring 3 en Westen 2 6: 10. osentbal 1: 5. Adlers. bof gegen Mtt«»: 5. Mitte 2 gegen Stralau 2 6:2. Südost Mädchen gegen Süden 0: 4. Süden 1 gegen Oberspree 10: 3. Stralau 1 gegen Rosenthal 11: 1.— Fußballspiel: Buch gegen Börnicke 6: 1. In den Vormittagsstunden ereignete sich noch ein ausregender Zwischenfall. Ein Nationalsozialist wollte es sich nicht nehmen lassen, in vollem Kriegsschmuck zu erscheinen. Als ihn einige Sportler aufforderten, den Platz zu oerlassen, zog er plötzlich einen Revolver und bedeutete, ihn nicht anzurühren. Ein Sportler sprang von hinten zu und schlug ihm die Waffe aus der Hand. Der Nazi wurde dann der Polizei übergeben. Die reimi»-Vereimmej5terschsften Anläßlich des Vereinssportfestes wurden auch die Vereins- Meisterschaften im Tennis ausgetragen. Während es im Männer- doppel den Favoriten Günther- Kucharski leicht gelang, gegen Schmidt-Rogan die Meisterschaft mit 6:1, 6:2 zu gewinnen, sand das Paar Wünsch-Weißukat bei Ziemer-Hohmann im Frauendoppel großen Widerstand. Erst im Dreisatzkampf wurden die letzteren mit 4:6. 6:5, 1:6 niedergerungen. Die gemischten und Doppelspiele sowie die Männer- und Fraueneinzelspiele werden am Sonntag, 25. September, im Neuköllner Volkspork ausgetragen. Den Hockeyländerkamps Indien— Deutschland, der zwischen den Nationalmannschaften gestern in München ausgetragen wurde, ge- wann Indien mit 6: 0 Toren. Letzte Regatten bei den treten Seglern Auf dem Langen- und Seddinsee fuhren die Freien Segler gestern ihre letzte Gruppenwettsahrt. Das Wetter war günstig. Eine stramme Briese aus WSW. von 4 bis 5 Metern, die aber nicht so starke Böen aufwies wie am letzten Sonntag, sorgte für statten Verlauf. Um 11 Uhr starteten 131 Boote in 18 Klassen in der Richtung aus die Rohrwallinseln. Bei dem frischen Winde ging es nicht ohne zahlreiche Zurückrufe ab. Zu einem guten Start gehört aber auch die nötige Ruhe, die diesmal bei den 15-Quadratmeter-Wanderjollen am größten war und die einen schönen, geschlossenen Start lieferten, so daß die Starter alle Mühe hatten, das große Rudel von 24 Booten zu notieren. Hinter der Boje an der Rohrwallinsel zogen sich die einzelnen Klassen bald auseinander. Auf dem Seddinsee gab es zunächst die üblich« Vorwindstrecke, bei der von vielen Booten mit Unterstützung des Ballon ein höllisches Tempo erzielt wurde. An der Tonne in Gosen stand eine ziemliche Welle und der erste Teil der Kreuzstrecke bis zum Seddinwall machte besonders den kleineren Fahrzeugen viel Mühe und brachte manchem nasse Hosen. Durch ungeschicktes Manövrieren einer 10-Lluadratmeter-Rennjolle kam hier Windspiel II aus derselben Klasse zum Kentern. Der stramme Wind verursachte auch einige Havarien, mehrere Boote gaben aus und 124 Fahrzeuge wurden am Ziel gezeitet, ein glänzendes und bei solchem Winde selten erreichtes Resultat. Resultate: 35 Quadratmeter nak. Kreuzer: Ammersee 1:52:06.— 30.Qua. dratmeter-Rennjachten, A: Windhund 1:41:44.— v, Klasse: Hüsing 1:51:41.— Rat. Sollen, A: Jenny 2:04:07.— B. Klaffe: Espera 2:03:16.— 20.Ouadratmeter. Rennjollen, A; Gazelle 1:39:06.— B.Klasse: Loki 1:33:57.— 20.Quadratmeter. Wanderjollen: Teuiel 1:51:26.— lö-Quadratmeter-Rennjollen, A: Lucifer II 1:30:53.— B.fllasse: Triumph 1:59:30.— lö-Quadratmiter-Wanderjollen, A: Aman 1:54:29.— B-Klasse: Wanderbursch 1:56:55.— lO-Quadratmeter-Renn- sollen, A; Ischi Tapa 1:09:32.— B.Klasse: Seebär 1:16:25.— lO-Quadratmeter- Wanderjollen. A: Seeteufel II 1:12:24.— B.Klasse: Sausewind 1:24:36.— A-Ouadratmeter-Kielboote, A: Alraune 1:57:40.— B.Klasse: Traum II 2:02:19. — Tourenkreuzer: Leichtsinn 2:01:15.— Ausgleichsklassc: Sugendbott ST. 1919 2:14:23.— Ausgleichsjollen 13. Klasse: Traute 1:50:38.— 14. Klasse: Quo- Vadis 1:09:49.— 15. Klasse: Mitriß 1:18:54.- 16. Klasse: Frechdachs 1:23:22.— 17. Klasse: Good Wind 1:20:31.— 18. Klasse: Fiduz 1:22:54. Die Gruppe West Die Wettfahrt für die Gruppe West auf der Havel unweit Spandau sah ein gerammtes Boot, zwei Mastbrüche und einige kleinere Havarien— sonst ging bei dem dicken Wind alles gut. Bon 78 gemeldeten Booten stellten sich 63 Boote dem Starter. Mit dem Wetter fand sich„P i n g u i n" in der Ausgleichsklasse gut ab. Einen immer größeren Vorsprung erreichend, kam er 6 Minuten 55 Sekunden vor.„Friede! II" ein, gleichzeitig schnellstes Boot der großen Bahn werdend in der Zeit von 1: 45,15 Stunden. Bei den A)-Quadratmeter-Jollenkreuzern lag„O h i o" vom Start an als sicherer Sieger vorn,„Libelle I!" kam diesmal aus den zweiten Platz.„Carmen II" holte sich in der Tourenkreuzerklasse den Preis.„M a r i a n n«", der drei Planten eingedrückt wurden, mußte ausgeben. Sieger der 26-Quadratmeter-Rennjollen �.-Klasse wurde wieder„Rowdy II", Frohsinn" in der L-Klasse. Bei den 15-Ouadratmeter-Wanderjollen, der stärksten Klasse, konnte„G r e i f" kein Gegner gefährlich werden; er passierte als Erster die Ziellinie. „Sch Munzel" konnte nach hartem Luvkampf mit„Fridolin II" den zweiten Platz belegen. Weitere Ergebnisse: Ausgleichsklasse: K 14 Pinguin(SVSt.) 1:45:15.— LO-Quabratmeter- Sollcnkreuzer:(5 21 Ohio(TSV.) 1:53:18.— Tourenkreuzer: A 129 Tarmen II (TSV.) 2:25:15.— U-Quadratmeter-Rennjollen. A. Klasse: Z 120 Rowdy n (TSB.) 1:49:21. B-Klass«: Z 123 Frohsinn(STWH.) 1:51:26.— IS-Quabrat- meter-Wanderjollen, A-Klasse: II 110 Greif(SVSt.) 1:55:04.— 15»Quadrat- meter-Sollenkreuzer: O 16 Packmnt lFSS) 2:08:01.— 15. Quadratmeter. Renn- jollen. A-Klasse: 1132 Satan(WSVSt.) 1:57:06.— Flossenkieler: F 07 Pipifax tSTWH.) 2:15:22).— Ausaleichsjollenkreuzer: A 40 Lotten-(SBSt.) 2:22:09.— lO-Quadratmeter- Wanderjollen: B 75 Pilot(STWb.) 1:32:18.— lO-Quadrat. merer-Rennjollen: C 104 Oho(FSS.) 1:27:20.— Ausgleichsjollen, 12. Klasse: III 335 Frohsinn(SBSt.) 1:55:57;— 13. Klasse: m 399 Ohio(WSP.) 2:05:45.— 14. Klasse: II 166 Möwe(WST) 2:12:35.— 15. Klasse: I 255 Feierstund 1:44:05. Lrsfe Hallenradrennen Buysse-Billiet siegen im Sportpalast Die Berliner Winter-Radrennsaison wurde gestern früher als in den voraufgegangenen Jahren im Berliner Sportpalast ein- geleitet. Im Mittelpunkt der Eröffnungsveranstaltung, der ein guter äußerer Erfolg beschieden war, stand ein 1l)0-Kilomet«r- Mannschaftsrennen, das von 11 Paaren bestritten wurde. Zunächst waren Funda-Maidorn den anderen glatt überlegen, sie holten einen Vorsprung von zwei Runden heraus. Nach und nach sonderten sich die Belgier A. Buysse-Billiet von den übrigen ab, holten erst eine, dann auch die zweite Bahnlänge auf, und im letzten Teil des Rennens gelang es ihnen sogar, die beiden Deutschen abzuschütteln und das Rennen sicher nach Hause zu fahren. Zehn Mannschaften beendeten das Rennen: van Kempen-oan Bug- genhout gaben bei der Hälfte wegen Unpäßlichkeit des„Fliegenden Holländers" aus. van Kempen hatte schon vorher, im Omnium, einen schwachen Eindruck gemacht, er war gesundheitlich nicht auf der Höhe. Das Omnium-Match ergab totes Rennen zwischen Deutschland und dem Ausland. FTGB. Abrechnung aller Kassierer heute, Montag, 19th Uhr, Berein». geschastsftelle. Freie Schwimmer Tharlottenburg. Dienstag, 13. September, 20 Uhr, bei Germar, Kaiser-Friedrich-Str. 18. Bekanntgabe über das Dinterbaden. Kartelldezirk Reukölln. Die kür Mittwoch angesetzte Platzoerteilung findet Dienstag, 13. September, 20 Uhr, Volkssportheim, Sonnenplatz, statt. �-....Tt.vA■.. �■-..v. � � V � ERÖFFNUNG: MONTAG, DEN 12. SEPTEMBER MAX GIESEN TURMSTR. 42