BERLIN Mittwoch 14. September W32 Nr. 434 B 209 49. Lahrgang Redaktion u. Expedition: Kerlin SW K8, Lindenstr.S Tel. Kl Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis sarbeideAusgaben7SPf. pro Woche, Z,2Z M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 8,97 M. einschließlich K0 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. Anzeigenpreis: Die lfplt. WiM- Meterzeil« 80 Pf. Die Reklamezeil« rostet 2 Marl. Rabatte n. Tarif. Das uoib gegen Soziaipeamioni Aber Unternehmer mit KPD. Hand in Hand Deutschbewu�tes Recht! 3n ihrem hemmungslosen Kampf gegen die Sozialdemokratie wenden sich die Kommunisien auch gegen das von der Sozialdemokratie eingeleitete Volks- begehren gegen Sozialreaktion. Sie befinden sich dabei treu und bieder an der Seile des Unternehmertums. In demselben Augenblick, in dem die kommunistische Presse triumphierend erklärt:„Herr von Papen und die Unter- nehmer werden sich diesen Volksentscheid gern gefallen lassen". beginnt in der bürgerlichen Presse bereits der Aeldzug gegen die Zulässigkeit des soziaidemo- krotischen Volksbegehrenst In der„Kölnischen Zeitung" sNr. 502) wird behauptet, das Bolksbegehren der Sozialdemokratie widerspreche dem Artikel 73, Absatz 4, der Reichsoerfassung, in dem es heißt, daß über den Haushaltsplan usw. nur der Reichspräsident einen Volksentscheid veranlassen könne. Das Blatt fügt hinzu— und es scheint damit die Meinung offizieller Stellen wiederzugeben: „Es ist also nicht damit zu rechnen, daß das Begehren auf Aushebung der sozialpolitischen Ermächtigung zugelassen wird." Die K o m m u n i st e n sind also s e h r s ch n e l l Lügen gestraft worden. Das Volksbegehren der Sozialdemo- kratie ist nicht eine Maßnahme zur Rettung der Papen-Rot- Verordnung, sondern zum Schutze"der Arbeit- nehmerklasse vor Tarifbruch und Lohn- a b b a u. Daher macht das Unternehmertum mobil, um der Regierung die Ablehnung des Volksbegehrens nahezulegen. Eine solche Haltung der Reichsregierung zu dem sozial- demokratischen Volksbegehren ließe sich aber weder mit dem Wortlaut noch mit dem Sinn des Artikels 43 der Reichs- Verfassung rechtfertigen. Das sozialdemokratische Volks-� begehren bezieht sich nicht auf den„Haushaltsplan". Die „Kölnische Zeitung" glaubt, sich auf den Staatsrechtslehrer Anschütz berufen zu können. Aber sehr zu unrecht. Anschütz schreibt zwar: „Der Zweck des Absatzes 4 wird nur dann erreicht, wenn nian die Begriffe„Haushaltsplan, Abgabengesetz, Besoldungsordnung" weit auslegt und insbesondere unter„Haushaltsplan" nicht bloß dos Etatgesetz, sondern jedes Gesetz versteht, das infolge der in ihm angeordneten Einnahmen oder Ausgaben den Staatshaushalt irgendwie wesentlich beeinflußt." Selbst wenn man Anschütz darin zustimmt, daß die erwähnten Begriffe weit auszulegen seien, so wird dennoch das sozialdemokratische Volksbegehren nicht als ein Haushaltsgefetz angesehen werden können. Würde man das tun, so würde man praktisch jedes Volksbegehren unmöglich machen können. Es gibt kein Gesetz, das nicht irgendwie auf die öffentlichen Finanzen, also aus den Haus- haltsplan, einwirkt. Anschütz betont deshalb selbst zwei wichtige Einschränkungen. Und zwar müssen die in dem Volksbegchrengesetz angeordneten Einnahmen oder Ausgaben den Staatshaushalt direkt und außerdem wesentlich„de- einflussen". Beides ist aber nicht der Fall. Die sozialpolitischen Teste der Notoerordnung, die beseitigt werden sollen, treffen nicht den Staatshaushalt, sondern die selbständigen Einrichtungen der Sozi a�l Versicherung, die zum allergrößten Teil mit dem Staatshaushalt überhaupt nichts zu tun haben, und die Sozialpolitik! Der größte Teil der sozialpolitischen Bestimmungen aber hat überhaupt keine sinanziellen Auswirkungen auf den Staats- Haushalt: er betrifft nur die priuatwirtschaftlichen Beziehungen zwischen Unternehmern und Arbeitern. Er schafft nur die Grundlage für Tarifbruch und Lohnabbau. Das sozialdemokratische Volksbegehren muß also zu- gelassen werden, wenn man die Bestimmungen der Reichsverfassung als rechtsgültig und rechtsverpflichtend ansieht. Für diesen Standpunkt wird die Sozialdemokratie die Kräfte des gesamten werktätigen Volkes einzusehen wissen, selbst wenn die Kommunisten ihrer Rolle als handlanger der Schwerindustrie und der Sozialreoktion treu bleiben. Zur Völkerbundsversammlung in Genf werden Hauptdelegierte der deutschen Regierung der Außenminister Freiherr von Neurath, der Gesandte von Rosenberg und Ministerialdirektor Gauß sein. Als stellvertretende Delegierte werden genannt Freiherr Werner von Rheinbaben, Göppert und von Weizsäcker. „VerLassungsbrucK":(»rode Beschimpfung! Das Reichsgericht zum„Vorwärts"-Verbot. Besdilnfi. XII. V. 139/32. lu der Verwaltungssadie betr. das vom Polizeipräsidenten in Berlin am 30. August 1932 ausgesprochene Verbot der in Berlin erscheinenden Tageszeitung„Vorwärts" hat das Reicfasgeridit, 4. Strafsenat, in der Sitzung vom 6. September 1932, an der teilgenommen haben: der Reichsgeriditsrat Dr. Baumgarte u als Vorsitzender, die Reichsgerichtsräte H e 1 b e r und Dr. Sonntag, der Kammergerichtsrat Dr. Günther und der Oberlandsgerichtsrat Flor, auf die Beschwerde des Verlags beschlossen: Die Beschwerde wird als unbegründet verworfen. Gründe: In dem beanstandeten Artikel heißt es:„Es ist ein Programm des Verfassungsbruchs, das Herr von Papen gestern in Münster entwickelt hat." Das Verbot bemerkt hierzu:„In Nr. 406 B 198 vom Montag, dem 29. August 1932,... wird auf der ersten Seite eine Abhandlung zu dem Programm des Herrn Reichskanzlers gebracht, das hier als das Programm des Verfassungsbruches bezeichnet wird. Diese Charakterisierung, die keinerlei tatsächliche Unterlage hat. stellt eine grobe Beschimpfung und böswillige Zerächtlichmachiing des Herrn Reichskanzlers dar." Es kann hiernach nicht anerkannt werden, daß— wie die Beschwerde ausführt— die Verbotsbegründung unzulässigerweise vermieden habe, die den Verbotsgrund bildende Stelle anzugeben. Das Verbot sagt vielmehr ganz ausdrücklich, daß die ungerechtfertigte Charakterisierung des vom Reichskanzler in Münster aufgestellten Programms als eines Programms des Verfassungsbruchs als grobe Beschimpfung und böswillige Verächtlichmachung des obersten Reichsbeamten beanstandet werde. Venn es dem„Vorwärts" auch, wie in der Beschwerde ausgeführt ist, weniger auf die Kiel, 14, September.(Eigenbericht.) Bor dem Kieler Sondergericht begann am Dienstag der große Landsriedensbruchprozeß gegen die Nationalsozialisten, die am sogenannten„Deutschen Tag" am 10. Juli das. GewerkschastsHaus in Eckernsörde stürmten und völlig demolierten. Bei dieser bisher in Deutschland wohl beispiellos dastehenden ge- meinen Tat wurden die beiden sozialdemokratischen Landarbeiter Vues und Junge von den vertierten SA.- und SS.-horden erstochen. Außerdem wurde eine Anzahl Genossen schwerer und leichter ver- letzt. Die Nationalsozialisten, von denen sich zwei Haupltäter durch die Flucht der Verhandlung entzogen haben, stellen nur einen Bruchteil der Schuldigen dar. Ob sich die Mörder der beiden sozialdemokratischen Landarbeiter unter den Angeklagten be- finden, weiß man nicht. Anklage wegen Mordes oder Totschlags ist gegen keinen der Angeklagten erhoben war- den. Die Anklage lautet vielmehr nur auf schweren Landsriedens- bruch, verbotenes Wafsentragen und Beteiligung an einer Schlägerei, bei der Menschen den Tod gefunden haben. Zwei der National- sozialisten sind außerdem wegen Rädelsführerschaft angeklagt. Person des Reichskanzlers als auf die Sorge um Wahrung der Verfassung angekommen sein mag, so ändert das doch nicht« an der Tatsache, daß die beanstandete Ausdrucksweise mit dem durch gesperrten Druck hervorgehobenen Ausdruck „Verfassungsbruch" für den Reichskanzler den schweren Vorwurf enthält, er sei sich seiner eidlich gelobten Pflicht, der Reichsverfassung die Treue zu halten, nicht bewußt gewesen. Es kommt nicht darauf an, von welchen Beweggründen sich der Verfasser hat leiten sollen, vielmehr ist lediglich entscheidend, welcher Eindruck auf den unbefangenen Leser hervorgerufen wird. Der ungerechtfertigte schwere Vorwurf des Verfassungsbruchs enthält aber, wie die Verbotsverfügung zutreffend ausführt, eine Beschimpfung und böswillige Verächtlichmachung des Reichskanzlers. Das erlassene Verbot war demnach gemäß§ 6 Abs. 1 Ziff. 2 der Verordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 14. Juni 1932(RGBl. I S. 297) gerechtfertigt. Auch die Dauer des Verbots war nicht zu beanstanden. gez.; Baumgarten, Halber. Sonntag, Dr. Günther, Flor. Ausgefertigt gez.: Wedekind, Ministerialamtmann, als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle. An den„Vorwärts"- Verlag G. m. b. II.. in Berlin SW 6 8. Verfassungsbruch— keine Beleidigung! Stimme aus einem anderen Saale des Reichsgerichts „Die Aeußerung, ein Minister habe die Verfassung gebrochen, ist nicht schlechthin ehrverletzend. Sofern diese Aeußerung nur die Behauptung in sich schließt, der Minister habe verfassungswidrig gehandelt, kann sie lediglich die Auffassung des Aeu Bernden über eine auf dem Gebiete des Verfassungsrechts liegende, nicht zweifelsfreie Rechtsfrage wiedergeben."' Erster Senat des Reichsgerichts in einem Urteil vom 14. April 1931, Zusammen mit den 31 Nationalsozialisten sitzen 4 junge An- gehörige der Eisernen Front aus der Anklagebank. Unter ihnen ist der Nesse des erstochenen Landarbeiters Bues. Die vier jungen Genossen haben sich nach dem Sturm aus das Eckern- sörder Gewerkschaftshaus und nachdem sie lange durch National- sozialisten aus Lastautos hin und her gehetzt worden sind, in maß- loser und berechtigter Erbitterung gegen einige Nationalsozialisten zur Wehr gesetzt. Die Anklage wirft ihnen gemeinschaftliche Körper- Verletzung vor. Der erste Verhandlungstag, an dem nur die Angeklagten ver- nommen wurden, enthüllte schon ein entsetzliches Bild dieses Blut- sonntags, obwohl zweifellos die Angeklagten mit der vollen Wahr- heit zurückhalten. So geben alte angeklagten SA.-Leute und SS.- Leute zu, bei den Zusammenrottungen dabei gewesen zu sein. Die wenigsten aber geben eine Beteiligung an den Gewalttaten zu. Sie wollen fast alle erst dazu gekommen sein, als schon alles vorbei war. Die in Lzaft befindlichen Nationalsozialisten haben sich aber in ihren ersten polizeilichen und richterlichen Vernehmungen selbst und auch gegenseitig belastet, so daß ihnen das jetzige Leugnen nicht mehr viel nützen wird. Du geradezu viehischer weise, ist aus den alten Landarbeit« Oer Bluttag von Lemförde M Aaiionalsozialisten auf der Anklagebank wegen des Sturmes auf das GewerkschastsHaus Vues. der mii zwei tödlichen ZNessersiichen im Rücken aus dem Ge- wcrkschaftshaus herauswankke, eingeschlagen worden. Die Razis haben mit Karabinerhaken und Fäusten solange aus den Schwer- verlehlen eingeschlagen, bis er lol am Boden lag. Jede ärztliche Hilfe kam zu spät. Der junge Landarbeiter Junge erhielt einen Messer- stich ins Herz. Er verblutete seinen Kameraden unter den Händen. Gtahlhelmer als Mörder. Oer Gutsherr bewahrt das Mordmesser? Königsberg, l4. September.(Eigenbericht.) Dos Sondergerichl in Bortensiein verurteilte am Dienstag den Stahlhelmmann KIrstein wegen Körperverletzung mit Todeserfolg und wegen wasfenmitzbrauchs zu vier Jahren Gefängnis. Das Urteil entspricht dem Antrag des Staatsanwalts. Der Stahlhelmmann kirstein ist der Mörder des königs- bcrger Reichsbannermanns Alfred Link. Bei einem Reichsbannertreffen in Friedland im Oktober vorigen Jahres waren Reichsbannerleute von Ratlonalfozialisten überfallen und schwer mitzhandelt worden. Bei dieser Gelegenheit kam der Jungbannermann Link aus Königsberg ums Leben. In einem späteren Landfriedensprozeh geriet ein Ralionalsozialist in den Verdacht der Tälerschast. Um sich zu retten, gab er den Stahlhelmer Kirstein als Täter an. Zn der Verhandlung gestand dieser die Tat zu. Ts wollte jedoch in Rot- wehr gehandelt haben. Es hat sich nun herausgestellt, dah samt- liche damals angeklagten Ratlonalsozialtsten gemuht haben, wer der Mörder Links war. Der Stahlhelm- mann hotte sich seiner Tat überall gerühmt und hatte das Messer, mit dem er die Tat verüble, seinem Arbeitgeber, einem Gutsbesitzer, mit den Worten übergeben: „Herr Hauptmann, nehmen Tie man das Messer. Ich kann wohl einem Ncichsbannermann den Gnaden- stoß damit gegeben haben." Die Verhandlung vor dem Sondergericht ergab, dah R o t w e h r nicht vorlag, sondern dah Kirstein im Verein mit SA.-Leulen seinen feigen Ueberfall auf die allein in einer Strohe gehenden Reichsbannerteute verübt hatte. Kommunisten wegen Totschlags verurteilt. Wuppertal, 14. September. Das Wuppertaler Sondergericht oerurteilte in der vergangenen Nacht nach 14stll»diger Verhandlung zwei Kommunisten, und zwar den 2Zjährigen Pflasterer Walter Schmalenberg zu sieben Jahren sechs Monaten Zuchthaus und den Zljährigen Schlosser Wilhelm Grimm zu vier Jahren Zuchthaus. Beide hatten in der Nacht zum 19. Juni einen Nationalsozialisten durch Schüsse getötet und zwei weitere vorletzt. Das Gericht nahm Totschlag in dem einen Falle und Totschlagsversuch in den beiden anderen Fällen an und erklärte bei der Urteilsverkündung, nach der Notoerordnung vom 9. August wäre die Tat wahrscheinlich mit dem Tode zu sühnen gewesen. Bomben in Bayern. Anschlag gegen einen Rechtsanwalt. Augsburg, 14. September. Am Wittwoch früh wurde auf das Wohnhaus des Anwalts beim Weihenhorner Amtsgericht. Wax Weber, ein Bombenanschlag verübt. Die Täter legten eine 7,5-Zenlimeler-Wurfmine aus die Türschwelle und brachten sie mittelst einer 2 Bieter langen Zündschnur zur Entladung. Durch die Explosion wurden die Haustür zertrümmert und die Wände schwer beschädigt. Am Tatort fand man einen Zettel mit der Ausschrist, dah der nächste Anschlag dem Landtagsabgeordneten Bürgermeister Do. Lenz von der Bayerischen Volkspartei gelten solle. Scholz und Bronnen. Oeutschbewußte vor die Kroni' Ministerialrat Dr. Scholz hat sich als Reichsrundfunktom- missar der Presse vorgestellt. Man erfuhr aus seinem Munde, dah der Rundfunk künftig„d e u t s ch b e w u tz t" und frei von jeder Parteipolitik sein werde. Das soll wohl heihen, dah man künftig immer mehr Militärmärsche wird hören müssen— es sei denn, daß man ausschaltet!— und dah nur die Regierung, von der soeben bewiesen worden ist, dah sie mehr als SO Prozent des deutschen Volkes gegen sich hat, das Mikrophon als politisches Propagandamittel wird benutzen dürfen. Von grundsätzlicher Bedeutung war nur die Erklärung des neuen Kommissars, dah der bisherige Leiter der Aktuellen Ab- teilung Dr. Kürschner entlassen werden mußte, weil er„A u s- länder" ist. Dabei wurde zugegeben, daß er seit 1931 die preußische Staatsbürgerschaft besitzt. Es ist wohl noch nie dagewesen, daß man einen reichsdeutschen Staatsbürger, was der in B u d a p e st geboren«, aber seit seinem 13. Lebens- jähre in Deutschland lebende Dr. Kürschner nach Recht und Gesetz durch seine Naturalisierung nun einmal ist, amtlich als„Aus- länder" bezeichnet! Besonders merkwürdig mutet diese Bezeichnung bei Scholz an, der doch bis gestern noch Mitglied der Partei des„Ausländers" Hitler war! Nun ist Kürschners Nachfolger, der Schriftsteller Arnolt Bronnen, in Wien geboren und ebenfalls nach dem Kriege naturalisiert. Aber der Unterschied liegt nach Dr. Scholz darin, dah Bronnen„d e u t s ch st ä m m i g" ist und Kürschner an- scheinend nicht. Es ist wohl das erstemal, dah ein vom V e r f a s s u n g s- in i n i st e r aus einen verantwortlichen Posten gesetzter Beamter sich erlaubt, in amtlicher Eig«nschaft sich zu dem Begriff der „Deuischftömmigkeit" zu bekennen. Das ist ein ojsen- kundiges Bekenntnis zu der antisemitischen Rassen- t h e o r i e, die, nebenbei bemerkt, in schreiendem Widerspruch zu verschiedenen Artikeln der Reichsverfassung über die„Grund- rechte und Grundpflichten der Deutschen" steht. Besonders interessant ist, dah Herr Scholz über seinen Schütz- ling Bronnen wörtlich erklärte, dieser sei„mütterlicherseits d e u t j ch st ä m m i g und auch väterlicherseits"! Diese Rede- wendung des Herrn Scholz zwingt uns, auf den Fall Bronnen nochmals einzugehen. Denn in dieser auffallenden Formulierung hat sie ihre besondere Bedeutung: Herr Bronnen hieß früher Bronner. Sein Vater ist Gymnasiallehrer in Wien und, um mit Herrn Scholz zu reden, nicht„deutschstämmig": Als dies seinerzeit wegen des Bekennt- Wie Wölfel niedergelrampelt wurde Nazistrolche aus der Chausseestraße vor Gericht/ Alle Angeklagten schwer belastet vor dem Schösfcagericht verlin-BUtle findet heute die verhand- lung über den rohen Ueberfall statt, dem am IZ. Juli der Genosse Max wölsel, technischer Führer des Reichsbanners kreis Osten, auf dem Wege zur Arbeit zum Opfer fiel. Angeklagt sind vier Rationalsozialisten, von denen drei aus der Untersuchungshaft vor- geführt werden, der vierte, der nicht in Haft genommen worden war. hat es vorgezogen. Berlin mit unbekanntem Reifeziel bis auf weiteres zu verlassen. Der Hergang der rohen Tat vollzog sich so: Gegen 4,39 Uhr verließ Genosse Wölfel, ein S5 Jahre alter Mann und Familien- vater, seine Wohnung in der Boyenstraße, um sich an seine Arbeits- stätte bei Schultheiß-Patzenhofer zu begeben. Als er in die Chaussee- strahe eingebogen war, wurde er plötzlich von SA.-Leuten hinter- rücks angefallen. Zwei Burschen drehten Wölfel beide Arme über dem Rücken zusammen, dann schlug und trampelte man aus ihn ein. Bergebens oersuchte er eine Waffe zu ziehen— Wölsel besitzt einen Waffenschein—, man entrih ihm den Revolver, und als der Ueberfallene auf dem Boden lag, versetzte man ihm weitere Tritte in den Bauch. Wölfels Verletzungen waren sehr schwer. Mit einem Kiefernbruch, einer stark blutenden Wunde über dem Auge, einem Beinbruch und schweren inneren Verletzungen wurde er ins Virchow-Krankenhaus eingeliefert. Die Angeklagten, die sich wegen Körperverletzung zu verant- warten hatten, sind natürlich gleich allen SA.-Leuten unschuldig wie die Engel. Zwar ist der eine von ihnen, der Haupt- angeklagte K r e n k, schon mehrfach wegen Körperverletzung vor- bestraft, aber das tut nichts. Er erzählt, wie sie in ihrem SA.-Lokal von 3 Uhr nachmittags bis 3 Uhr morgens gekneipt hatten. Es gab Mollen über Mollen, und von etwa sechs Kum- panen wurden nicht weniger als sechs bis acht Stiefel zu zwei Litern getrunken. Dann sind sie hinausgegangen, um einen Käme- raden nach Hause zu bringen und bei ihm Kaffee zu trinken. Als die Wirtstochter sie herunter gelassen hatte, sah Trenk plötzlich, wie sich sein Freund, der Mitangeklagte L a e h n, mit einem älteren Manne herumschlug. Dieser zog eine Pistole, die er, Krenk, ihm dann aus der Hand gewunden hätte, um nicht über den Haufen geschossen zu werden. Ebenso unschuldig ist der zweite Angeklagte, der Gastwirtssohn B e st m a n n, ein ISjähriger Bursche. Er hat auch nur gesehen, wie sich der alte Herr mit seinem Freunde schlug und kam dann zu Hilfe. Der Angeklagte L a e h n, 22 Jahre alt, Schlächter von Beruf, erzählt, dah der alte ruhige Wülfel, ihn, als er„Heil Hitler!" rief, mit Nazistrolch und Arbeitermörder beschimpft habe. Darauf erst sei es zu der Schlägerei gekommen. Auf die Frage, warum denn die Angeklagten schon so lange vorher aus dem Fenster geschaut hätten, behaupten sie, dies hätten sie von 3 Uhr ab getan, weil sie um /46 Uhr eine Propagandatour vor- gehabt hätten. Es wäre allerdings nach dieser durchzechten Nacht eine würdige Propagandatour geworden. Als erste Zeugin erscheint ein junges Mädchen in brauner Hitlerjacke. Sie hat die Angeklagten heruntergelassen, machte dann die Haustür wieder zu und hörte plötzlich Krach. Als sie daraufhin die Tür wieder aufmachte, will sie mitten auf dem Fahrdamm einen nissts Bronners— alias Bronnen— zur NSDAP, öffentlich fist- gestellt wurde, besaß dieser Mann den Geschmack, seinen offiziell«» Bater zu verleugnen und seine„Reinrassigkeit" auf Kosten der Frauenehre seiner verstorbenen Mutter„beweisen" zu wollen. Als Herr Arnolt Bronnen noch Buchhändlergehilse bei Werthelm und mit Berliner Zeitungen und Verlegern literarische Beziehungen anzuknüpfen bestrebt war, dachte er keines- wegs daran, feine Abstammung zu bestreiten. Ganz im Gegenteil. Er führte sich steis«in mit der Redewendung:„Sie kenn«» doch nieinen Vater, Ferdinand Bronner, der unt«r dem Pseudonym Franz Adamus verschieden«, auch in Deutsch- land mit großem Erfolg gespielte Stücke verfaßt hat." Damals war ihm jxin Vater offenbar gut genug, um als literarisch«» Sprungbrett benutzt zu werden. Aber im Z«ich«n des Haken- kreuzes will er nichts mehr von ihm wissen und versichert, daß sein wirklicher Vater«ist echt arischer Holzfäller gewesen sei. Ein wohl noch nie dagewesener Vorgang! Und nun macht sich Herr Scholz in seinen Erklärungen vor der deutschen Press« diese schamlos« Version offiziell zu«igen, um diesen peinlichen Wider- spruch in s«iner antisemitischen Personalpolitik zu verdecken! Man muß es zweimal lesen, um diese„Deutschbewuhtheit" auch nur halbwegs zu begreifen! Schupo erschossen. Schreckensszenen in der Mansselder Straße. In der Bkansfelder Strahe In Wilmersdorf spielte sich heute vormittag eine Schreckensszene ab. Der Oberwachtmeister Otto T h i ck vom 152. Revier hatte aus seinem Patrouillengang einen jungen Blann beobachtet, der ein unbeaufsichtigt stehendes Fahrrad stahl und davonfuhr. Th. nahm die Verfolgung des Fahrraddicbe» aus und in der Wansselder Strahe gelang es dem Beamten, den Flüchtigen zu stellen. Als der Beamte auf etwa drei Schritt heran war, zog der Bursche plötzlich eine Pistole und feuerte auf den Schupo drei Schüsse ab. Eine Kugel traf in das herz und führte den sofortigen Tod des Beamten herbei. Inzwischen waren zahlreich« Passanten auf den blutigen Vorfall ausmerksam geworden. Als sich der Schütze von allen Seilen umstellt sah, sprang er in den Vorgarten des Hauses Mansfelder Strahe 5 und richtete die wosse gegen sich selb st. Er jagte sich eine Kugel in die rechte Schläfe. Sterbend wurde der Fahrraddieb ins Krankenhaus eingeliefert. Bisher konnten seine Personalien noch nicht ermittelt werden. Explosion in Köpenick. Ein Arbeiter verletzt.- Maschine auseinandergeflogen. Im Belriebsgebäude der harlstoff Metall A.-G. in der Saiier- Wilhelm-Strahe 39/42 in Köpenick ereignete sich heute vormittag eine heftige Explosion, bei der ein Arbeiter Brandwunden am Kops erlitt. Der verunglückte erhielt von Samaritern der Feuer- wehr erste Hilfe. In einem großen Raum ist eine Aluminium-Poliermaschine untergebracht, in dem unter Verwendung von Stickstoff Alu- miniumbronze bearbeitet wird. Als heute vormittag gegen 19 Uhr«in Arbeiter in die röhrenförmige Maschine eine Stickswfs- Füllung vornahm, erfolgte vermutlich infolge Ueberdruckes eine heftige Explosion. Die Maschine riß unter starker Detonation aus- „dicken Herrn" gesehen haben, der eine Pistole zog. Es war aber niemand um ihn herum. Der Verteidiger der Notionalsozialisren wird sehr aufgeregt, als der Vertreter des Nebenklägers Wölsel, Rechtsanwalt Joachim, die ganze Unglaubwürdigkeit einer solchen geradezu lachhaften Aussoge beweist. Max Wölfel erzählt wie es war. Der Zeuge Max Wölfel, der noch immer stark hinkt und die Verletzungen leider noch lange nicht ganz überwunden hat, niuß sich setzen, da er das lange Stehen nichl auehalten kann. Er erzählt sehr ruhig und klar: Ich ging zur Arbeit und hatte noch ein paar Minuten Zeit. Da sah ich mir einen Aquariumladen an; ich interessiere mich nämlich sehr für dergleichen. Plötzlich trat jemand von hinten auf mich zu und griff mir nach meinem Freiheitsabzeichen, das ich auf dem Rockaufschlag trug. Er rief:„Her mit dem D i n g I" Ich stieß ihn zurück. Plötzlich wurde ich von hinten gepackt, man drückte m'ch nieder, ich bekam einen mächtigen Schlag übers Auge, ich versuchte eine ungeladene Pistole zu ziehen, die ich in der Hintertasche der Hose halte, das glückte mir noch, sie wurde m'r aber fosort entrissen, dann schlug und trampelte man weiter aus mich ein, bis Hilfe kam. Der Verteidiger der angeklagten Nationalsozialisten hält es anscheinend für witzig, als Wölfel von der ungeladenen Pistole spricht, zu fragen: Warum haben Sie sie dann überhaupt ziehen wollen? Es ist ihm unbekannt, daß man sich auch mit ungeladenen Waffen Menschen vom Leibe hatten kann." Auf Befragen des Vorsitzenden gibt Wölsel an, daß er sechs Monate im Krankenhaus gelegen habe, dann seit drei Wochen in Prioatbehandlung sei. Diese werde wahrschein- lich noch lange dauern. Die Aerzte befürchten, daß er die Folgen des Ueberfalles nie wieder ganz überwinden werde. Die Aussage eines weiteren Zeugen, der als W ä ch t e r bei Tietz die Vorgänge beobachtete, belastet die Angeklagten schwer. Im wesentlichen stimmen seine Aussagen mit denen Wölfels überein. Im Zusammenhang damit wird Wölfel gefragt, ab er den Mann, der ihn anfiel, vorher Nazistrolch und Arbeitermörder genannt habe. Wölfel sagt:„Wie komme ich aller Mann dazu, zu einem so jungen Menschen so etwas zu sagen. Solche Begnungen hat man doch alle Tage. Das ist vollkommen ausgeschlossen." Die Verhandlung geht weiter. Oer Anirag des Skaaisanwalts. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte gegen den An- geklagten Krink wegen unbefugten Wafsenbefitzes und gemein- gefährlicher Körperverletzung 1 Jahr 4 Monate Gefängnis, gegen den Angeklagten L a e h n wegen gemeinschastlicher ge- jährlicher Körperverletzung 1 Jahr Gefängnis, gegen den Angeklagten B e st m a n n wegen des gleichen Vergehens 19 Monate Gefängnis. Mit scharfen Worten geiselte er die Unmoral der Tat. In noch stärkerem Maße tat dies der Vertreter des Nebenklägers. I einander. Der Metallstaub entzündete sich in Form«Mer Stichflamme und traf den Arbeiter am Halse. Durch den Luftdruck wur- ; den mehrere Fenster zertrümmert und die Decken beschädigt. Glück- ! licherweise entstand kein Feuer, so daß die alarmierte Köpenick« Feuerwehr, die unter Leitung des Bauratcs Anders herbeigeeilt war, bald wieder abrücken konnte. * Bei einem Kellsrbrand, der heute Nacht gegen 342 Uhr in der Gleditschstraße 41 ausgebrochen war, zog sich der 29 Jahre alt« Schuhmacher Karl Pflug eine schwere Rauchvergistung zu. Pflug wurde durch die Feuerwehr ins Auguste-Viktoria-Krankenhaus über- führt._ Präsidentenmörder hingerichtet. Gorguloffs letzte Worte. Paris, 14. September. Gorguloss, der Mörder des französischen Staatspräsidenten Doumer, wurde heute früh 5.54 Uhr hingerichtet. Um S.29 Uhr betraten der Generalstaatsanwall, der Unter- suchungsrichter, verschiedene Beisitzer, ein Gerichtsschreiber, die beiden Verteidiger und der Geistliche die Zelle des Todeskandidaten, der noch in tiefstem Schlafe lag. Gorguloff hatte jedoch sofort verstanden, daß seine letzte Stunde geschlagen hatte. Er nahm das traditionelle Glas Rum und beichtete ein letztes Mal dem russischen Popen. Als man ihn zur Guillotine begleitete, erklärte er, daß er für seine Idee, die weder royalistisch noch kommunistisch sei, sterbe. Er sterbe für das russische Volk. Widerstandslos ließ er sich dann auf das Fallbrett werfen, und wenige Sekunden später war der Gerechtigkeit Genüge getan. Bluttat bei Potsdam. Junger Arbeiter in Bornim erschossen aufgefunden. Am Bornimer Feld an der Pappclallcc in der Nähe der Hühnerfarm wurde gestern der 24 Jahre alte Arbeiter Walter Meißner aus Bornim er- schössen aufgefunden. Lb er einem Verbrechen zum Tpfer gefallen ist. läßt sich noch nicht mit Gewißheit sagen. Der junge Arbeller wurde von zwei jungen Leuten, die auf dem Nachhausewege waren, mit einer schweren Schußverletzung in der Brust ausgefunden. Die beiden jungen Leure sind mit Meißner bekannt. Sic sorgten sofort sür sein«� Uebersührung in dos städtische Krankenhaus. Hier ist Meißner kurz nach der Einlieferung g e st o r b e n. Beim Absuchen des Geländes durch Poltzeibeamtc fand man gestern keine Waffe. Die beiden jungen Leute, bis M. ausländen, können auch die Stelle nicht mehr genau angeben. Der junge Mann � hat den Schuß anscheinend in sitzender Stellung be- kommen. Es wird oermutet, daß Meißner vielleicht einem Unglücks- fall erlegen ist, als er oder andere mit einer Schußwaffe hantierte. Die Potsdamer Mordkommission ist heute früh mit den Zeugen nochmals nach Bornim gefahren, um eine genaue Untersuchung einzulellen. * In der Gitschiner Straße 84 wurde die 25 Jahre alte Arbeiterin Erna Lange vcrn d?m 2-9öbn''.n Alfred Palm nach«in« Eisersuchtsszene durch einen Schuß in den Kopf schwer verletzt. Das Maochen wurde ins Uldan-Krankenhaus gebracht. Es gelang heute früh. Palm, d« in der Westfälischen Straße 63 wohnte, zu ermitteln und festzunehmen. Schach dem Tode? Oer Kampf der Wisfenschast gegen den Scheintod Zahllos sind jene unheimlichen Geschichten, in denen ein für tot gehaltener Mensch aufgebahrt wurde und nach einiger Zeit tn der Leichenhalle oder unter ähnlich schauerlichen Umständen wieder zu sich kam Wir alle haben solche Geschichten gehört oder gelesen, und so kommt es, daß besonders in Laienkreisen mit dem Begriff des Scheintodes alle möglichen Befürchtungen verbunden sind— jeder Arzt macht in dieser Richtung seine Erfahrungen. Vieles auf diesem Gebiet ist natürlich übertrieben oder falsch dar- g e st e l l t, aber es bleibt bei dem dunklen und rätselvollen Pro- blem des Scheintodes noch genug an Tatsachen übrig, um eine Beschäftigung mit dieser Frage wichtig und lohnend erscheinen zu lassen. Gerade aus der letzten Zeit liegt hierüber eine Fülle von interessanten Untersuchungen vor, die deutlich zeigen, daß die Be- deutung des Kampfes gegen den Scheintod bisher vielfach unter- schätzt worden ist. Ehe wir aber näher auf diese Frage eingehen, muß zunächst deutlich ausgesprochen werden, daß die unter den Laien so häufige Sorge vor dem„Lebendigbegraben- werden" vollkommen überflüssig ist. Die gesetzlich vorgeschriebene Wartefrist(Aufbahrung) vor dem Begräbnis ver- hindert eine derartige Möglichkeit absolut! sie hat einfach den Sinn, in dem Zeitraum der Aufbahrung die sicheren Todeszeichen(Leichen- starre, Totenflecke usw.) eintreten zu lassen, bei denen eine Täuschung vollkommen ausgeschlossen ist. Wenn wir von einem Kampfe gegen den Scheintod sprechen, so meinen wir also nicht etwa eine Ver- stärkung dieser durchaus genügenden Sicherheitsmaßnahmen, sondern es handelt sich darum, den Uebergang des Scheintodes in den wirklichen Tod zu verhindern. In einem bekannten medizinischen Werke über die Wiederbelebung findet sich zu diesem Problem folgender Satz:„Sicherlich verfällt eine große Anzahl von Menschenleben dem Tode, weil im Glauben, der Tod sei schon eingetreten, keine Rettungsmaßregeln mehr getroffen werden." Dieser eine Satz zeigt wohl schon mit hinreichender Deutlichkeit, wie ungeheuer wichtig diese Frage ist, und welche Bedeutung wir dem Kampfe gegen die unheimliche Erscheinung des Scheintodes zumessen müssen. In ollen Fällen von echtem Scheintod bietet der Betroffene das Bild eines wirklich Toten. Nicht nur der Laie erhält diesen Eindruck, sondern auch der geschulte Arzt kann häufig den Scheintod nicht als solchen erkennen- durch keine der üblichen Mc- thoden läßt sich auch nur die geringste Herztätigkeit nachweisen, und der Atem steht vollkommen still Und doch lebt der Scheintote noch, wenn auch auf einer tieferen Stufe— ein Leben auf Widerruf sozusagen, und nur eine begrenzte Zeit hindurch. Neuere Unter- suchungen haben festgestellt, daß ein lebenswichtiger Teil des Körpers seine Funktion eingestellt haben kann, trotzdem aber noch als lebend bezeichnet werden muß. Eine besondere Rolle spielt diese Tatsache bei d»m sogenannten A t M u n g s- zentrum, von dem die Impulse für den Atmungsvorgang aus- gehen. Beim Scheintoten ist dieses Atmungszentrum außer Funktion gesetzt— seine Lebensfähigkeit bleibt aber noch lange erhalten. Der entscheidende Punkt bei dem Kampfe der Wissenschaft gegen den Scheintod besteht nun in der Aufgabe, durch geeignete Mittel(kunst- liche Atmung usw.) die Tätigkeit dieses„L e b e n s p u n k t e s", wie die Franzosen das Atmungszentrum genannt haben, wieder in Gang zu bringen und dadurch den Scheintod zu überwinden. Beim Problem des Scheintodes aber drängt sich eine prin- zipielle Frage auf: wie ist es überhaupt möglich, daß selbst der geschulte Arzt mit all seinen Hilfsmitteln nicht einmal einen Toten von einem Lebenden unterscheiden kann? Diese Frage führt uns über die rein medizinische Seite unseres Problems hinaus und zu einer der Grundfragen der Wissenschaft vom Leben überhaupt— zu dem uralten und ewig neuen Rätsel, was„Leben" cigent- l i ch sei und wodurch es sich vom„Tod" unterscheide. Nehmen wir als Beispiel folgenden interessanten Fall: vor genau 22 Jahren tötete ein Wissenschaftler bei seinen Experimenten ein Huhn und entnahm dem Herzen des Tieres einige Zellen. Er setzte sie bestimmten Bedingungen aus, die ihnen auch außerhalb des Körpers ein Weiterleben ermöglichen sollten. Der Versuch gelang, die Zellen blieben leben, vermehrten sich durch Teilung usw., kurz sie zeigten die gleichen Erscheinungen, die wir von diesen Zellen auch im lebenden Körper kennen. Das war vor 22 Jahren. Inzwischen hat man die Zellen weitergezüchtet... und sie leben heute noch genau so wie damals, während das Huhn, dem sie entnommen wurden, inzwischen schon längst auf qatürliche Weise gestorben wäre! Was für einzelne Zellen gilt, läßt sich unter Umstände» auch für ganze Organe erreichen: man kann bekanntlich Froschherzen herausschneiden und längere Zeit in Nährslüssigkeiten schlagen lassen, ja sogar bei einem Embryoherzen ist das kürzlich unter besonders günstigen Bedingungen 36 Stunden hindurch gelungen! Es gibt sozusagen eine Stufenleiter des Todes— das höher organisierte Lebewesen erliegt notwendig dem natürlichen Tode, einzelne Teile seine» Körpers dagegen nicht unbedingt, für sie ist der Tod kein zwingendes Attribut des Lebens. Und auf der unteren Stufe der Organismsn, im Reiche der Einzeller, scheint sogar der gesamte. Körper(die Zelle, in der sich alle Lebensfunktionen vereinigen) an sich unsterblich zu sein: man hat gewisse Arten von Einzellern schon Jahrzehnte hindurch gezüchtet, ohne daß sich irgendwelche Altersschädigungen bemerkbar machten. Amerikanische Forscher wollen sogar in gewissen geologischen Schichten derartige Lebewesen gefunden haben, deren Alter auf Millionen von Jahren zu veran- schlagen Ist! Diese wenigen Beispiele zeigen schon deutlich genug, wie fließend die Begriffe„lebend" und„t o t" ineinander übergehen. Jetzt verstehen wir auch, daß das Problem des Scheintodes in Wirklichkeit viel tiefer liegt, als es zunächst den Anschein hat. Dr. W. Hoffmann. Llniersuchung oder Farre? Meinungsstreit der„Nationalen". Der sogenannte Polizeiuntersuchungsausschuß des Preußischen Landtags setzt« die Zeugenvernehmung über die Vorgänge bei der Skagerakfeier fort. Aus den Aussag«» des Polizei- oberleutnants Kremer ist folgendes bemerkenswert: Reine Be- geisterung, die das Publikum trieb, kann es nicht gewesen sein. Es wurde zum Beispiel einem Polizeibeamten, der als Teil- nehmer an der Skagerakschlacht die Ordens- schnalle trug, diese abgerissen und auf die Straße geworfen. Durch Eingreiien von Kameraoen wurde das Ehren- zeichen dem rechtmäßigen Besitzer wieder zugestellt. Es ist ausge- schlössen, daß vor Betreten der Moltkebriicke durch die Wache mit dem Gummiknüppel geschlagen wurde, wie behauptet wird. Ich Oer umgekehrte Bismarck. »Seht den Nazi nur in den Sattel, reiten wird er schon nicht können." kann diese Behauptung ausstellen, da ich an der Spitze des Zuges der Wache die Brücke betrat. Auf die Frage eines Ausschußmitgliedes, weshalb am Tag« vorher wohl nicht gerufen und der Polizei Schwierigkeilen g«° macht wurden, erwidert der Zeuge: An dem Tage habe es stark geregnet. Dadurch wäre die Stimmung etwas gedrückt gewesen und die Begeisterung hätte sich etwas gelegt Diese Aussage in Verbindung mit den bereits früher gefallenen ergibt aufs neue die völlige Haltlosigkeit der Aussagen des nationalsozialistischen Zeugen, des Syndikus Jansen. Polizeioffiziere und Mannschaften haben überein st immend ausgesagt, daß die Polizei gezwungen war, von der Abwehrwafs« Gebrauch zu machen, als vom Publikum versucht wurde, die Sperrkette gewalt- sam zu durchbrechen und tätlich gegen die Polizei vorzugehen. Der Polizeimajor Schmerbeck beweist an Hand der Zeittabelle, daß die Aussagen des Zeugen Jansen unmöglich stimmen können. Im alten Landtag waren gerade die Deutschnotionaten unter Führung des früheren Polizeimajors Borck beflissen, Untersuchung«- ausschüsse in Gang zu setzen, um Vorgange in der preußischen Be- amtenschaft mit parteipolitischer Brille betrachten zu können. Jetzt ist ihnen dieser Ruhm durch den aus Veranlassung der NSDAP. eingesetzten Polizei-Untersuchungsausschuß genommen worden. Des- halb hat sich, nachdem dieser Ausschuh vier öffentliche Sitzungen ab- gehalten hat, der Abgeordnete Borck in einem Hugenberg-Blatt heftig gegen den Untersuchungsausschuß und die Methoden dieser Nachprüfungen gewandt. Er meint, das ganze sei nur eine Farce! In einer Gcschästssitzung des Ausschusses griffen die Nazis tn schärfster Form Herrn Borck und die Deutschnationalen an. Es kam zwischen ihnen zu lebhaften Auseinandersetzungen. Mit einer ofsi- ziellen Erklärung ihrer Fraktion legten die Nationalsozialisten Pro- test und Verwahrung ein gegen das Vorgehen von Borck, der angab, daß die in dem Artikel wiedergegebene Auffassung von seiner Partei gedeckt würde. Sonst wurde die Dienstagsitzung ausgefüllt mit weiteren Zeugen- Vernehmungen wegen der Vorkommnisse bei der Skagerrak-Kund- gebung. Die Vernehmungen werden in immer weiteren Sitzungen fortgesetzt, ohne daß die geringste Gewähr einer einwandfreien Ausklärung gegeben wäre. Verbote am laufenden Band. Neue Serie. Das Verbot von Nazi-RcveMlows„Reichswart" findet realen Ausgleich in der Unterdrückung weiterer KommunistenbläUer. So hat der OberpräsideM der Provinz Sachsen die Erfurter kommu- nistische Tageszeitung„Thüringer V o l k s b l a t t" auf 14 Tage verboten, weil in mehreren Artikeln sowohl die thü- rtngische Regierung wie Mitglieder der Reichsregierung„beschimpft und böswillig verächtlich gemacht" worden seien. Weiler ist„Der Syndikalist" in Berlin-Neukölln gleich auf drei Monate verboten und gegen seinen Verantwortlichen «in Strafverfahren eingeleitet worden. Verboten sind ferner „Der freie Arbeiter", die„A r b e i t e r p o l i t i t" und die Zeitschrift„Spartakus", von deren weiterem Bestehen viele erst durch die Verbotsnachricht erfahren dürften. Die in Berlin erscheinenden Zeisschristen„Der junge Bolschewik" und„Der Agitator" sind'mit sofortiger Wirkung bis zum 12. März 1 933 einschließlich(!) verboten worden. Be- gründet wird dieses Verbot mit schwerer„Beschimpfung" und„bös- willigen Verächtlichmachung" der Reichsregierung. Der Oberpräsident der Provinz Ostpreußen hat die„Preußische Zeitung"(nationalsozialistisch) in Königsberg auf die Dauer einer Woche verboten, weil in der Zeitung der Reichsregierung Ver- fafstingsbruch vorgeworfen wird. Auch die nationalsozialistische„Neue Kreiszeitung" in Bad Liebenwerda ist, allerdings nur aus fünf Tage, verboten worden. und zwar wegen eines Artikel« über das Beuthener Urteil. Im Platieiiriiim am 800 läuft„Berge in J? I 0 rn tu e n". ein Film au? den Tolemi'cn.Im(Monrgrnnde de.- Jilmes sieben die gewaltigen Berg« der'Alpen und der Kampf um Tirol. Im astronomischen Vorprogramm wird das Thema„S t c r n c n s ch i ck s a l" behandelt. Entwurf zu einem sozialen Museum. Oie Eammlunq Würh von KrüppekvarsteUungen Ein Arzt, der dem Gegenstand seiner speziellen Betreuung menschlicher Gebrechen in der bildenden Kunst nachspürt und ihre Nachbildungen seit dem Altertum sammelt, zur eigenen und der Allgemeinheit Belehrung: welch besonderer und erschütternder Fall von Sammelleidenschaft! Hane W ü r tz, Direktor des Oskar- Helene-Heims in Dahlem, hat ein solches Mussum menschlichen Elends in erstaunlichem Umsang zusammengebracht: 2000 Kunst- werke, meist Graphiken, auch Zeichnungen, OelbUder, Kleinskulp- turen und Reproduktionen nach Darstellungen menschlicher Krüppel. Das Oskar-Helene-Heim will den Krüppel zum normalen Wuchs zurückführen und ihn der Arbeit wiedergeben. Die Sammlung von vicltauscnd Darstellungen Mißgestalteter stellt eine einzige Recht- fertigung dieser schönen humanen Ausgabe dar und zugleich ihr höllisches Gegenstück aus der Vergangenheit. Man kann hier sehr vieles lernen: wie seit Urzeiten die bedeutendsten Künstler sich zu den unheimlichen Mißbildungen hingezogen fühlten und niemals aufgehört haben, das Teuflische in der Schöpfung dem Ebenbild der Gottesschönheit entgegen- zustellen. Wie man sich in der Gesellschaft zu den Mißgebildeten gestellt hat: mit Abneigung, Hohn und dem Bewußtsein der Ueber- legenheit(Gipfel: der Hofnarr der Fürsten): mit Demut und Liebe, in den Wunderheilungen und der christlichen Charitas: mit grau- samer Neugier, da wo sich Verkrüppelte dem Pöbel zur Schau stellen muhten: und schließlich mit dem Pathos sozialer Anklage, die seit Callot und Goya bis zur Gegenwart von Dix, Groß und Zille Krieg, Kapitalismus und andere Greuel der Gesellschaft als Schuldträger für diese menschlichen Leiden angeprangert hat. Man lernt in dieser unerschöpflichen Schau aber auch tiesere und seinste Unterscheidungen machen in der psychologischen Beur- teilung menschlicher Fähigkeiten: wie aus leichteren oder schweren Abweichungen von der Norm geniales Schaffen, Geschlchtswende, Erfindungen und auch Greuel jeder Art ihren heimlichsten Ursprung fanden. Wie au» Minderwertigkeitsgefühlen körperlicher oder seelischer Herkunft der Ehrgeiz, es zu etwas Besonderem zu bringen, entstanden ist, zeigt die Geschichte auf jeder Seite, von Alexander dem Großen bis zu Richard III.. Napoleon und Wilhelm II. Dieser wahrhast geistreiche und bedeutende Beitrag zur Mensch- heitsgeschichte ist tn seiner gegenwärtigen Gestalt nicht auszuschöpfen. Die Sammlung von Direktor Würg kann in ihrer provisorischen Aufstellung in 16 Räumen des Ostar-Helene-Heims niemals der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Sie muh, um ihre Werte zu entfalten, von Stadt oder Staat übernommen, museumstechnisch aufgestellt und der Allgemeinheit zum Studium geöffnet werden. Ee dürfte nicht schwer sein, die nötigen Räume und die Museum«- organisation zu finden. p. k.«cd. MtionalkonzentrierteZwangserziehung „Auf vielfachen Wunsch", wie der Rundfunk den Hörern mit- teilen mußte, ging Herrn von Popens auf Wachsplatten tonser- vierte Rede zum zweitenmal über olle deutschen Sender. Die günstigste Abhörzeit für den werktätigen Hörer war damit in ganz Deutschland auf Leerlaus geschaltet. Daß die bisher für die„Stunde der Regierung" vorgesehene Rundsunkzsit zwischen� 7 und 8 Uhr abends von Herrn von Popen zwischen 7M> und 8 st- Uhr ge- legt wird, hat zur Folge, daß von den programmäßigen Abend- dorbietungen rücksichlslo« ein Stück herausgeschnitten wird, so am Montag die erste Hälfte von„Eaoalleria rusticana". Was den Erwachsenen genommen wird, wird den Kindern ge- geben: Rundfunkunterhaltung. Der Schulfunk der Deut- ichen Welle trägt nach besten Kräilen dafür Sorge. Er über- nahm aus H a m b u r g(dieser Sender verdient überhaupt desondere Beachtung) eine Beranstaltung, so recht sür das Herz und Gemüt der deutschen Schuljugend zusammengestellt:„Deutsche Märsche". Der Schulfunk ist bekanntlich eine Einrichtung, die be- sonders den Lehrplan entlegener ländlicher Schulen bereichern soll. „Deutsche Geschichte, dargestellt in 9 Militärmärschen, ist das nicht ein Thema, über das man nachdenken kann?" hieß es in den ver- bindenden Worten. Die Sendung tat es auf ihre Weise. Den Pariser Einzugsmarsch erklärte sie äks„ein helles Bild deutscher Vergangenheit", ein Parademarsch klang dem Redner„stark wie Orgel". Ist es ein Wunder, daß viele Lehrer in der Provinz uns voller Empörung über diese Sendung schrieben? Ein kleiner Lichtschein war im Programm der Berliner Funkstunde zu entdecken. Es gab eine B ü ch e r st u n d e„Vom Krieg zum Frieden": Referent Dr. G. Hermann. Ihr Titel war eindringlicher als ihr Inhalt; doch die Ausführungen be- wiesen bei aller literaturkritischen Einstellung dem Stoff jedes Buches völlige Objektivität. Der Hörer empfing keine Empfehlungen für die Lektüre eines bestimmten Werkes; er bekam aber über alle bespräche- nen Bücher einen ausreichenden Ueberblick, um sich das für ihn geeignete selber aussuchen zu können.—!*• Helene Ackermann:„Aeue Krauen". Kleines Theater. Eine Wiener Schriftstellerin hat von der gefälligen, wenn heute auch schon überlebten Plauderkunst ihrer Landsleute gelernt. Sie benutzt diese Fähigkeit, um Probleme der Liebe und Ehe zu erörtern. An einem Pfarrer, dessen Lebenszweck die Hebung gefallener Mädchen ist, zeigt sie die Schwierigkeit des Unterfangens. Der geist- liche und gütige Herr wird innerlich zerrissen von der legitimen Gattin, die ihn in die Tiefen des sehr Alltäglichen, des mangelnden Wirtschaftsgeldes und des Kindergeplärrs hinabzieht. Die Bakterio- login Fräulein Dr. Lustig will Ihn dafür in ihrem Schlafzimmer trösten, was aber nur vorübergehend gelingt. Denn er empfiehlt das Heiligste für die Gattin des Seifensabrikanten Johann Lux, ohne allerdings viel mehr als oberflächliche Sympathie bei dieser dem kompromittierenden Ehebruch abgeneigten Dame zu gewinnen. Schließlich kehren alle beteiligten Paare zu ihrer durch Zank und Versöhnung ausgefüllten Legitimität zurück. Das ist alles zu wahr, um schön, zu schön, um wahr zu sein. Festgestellt werde aber die Schlagfertigkeit eines brauchbaren Theatsrdialogs. Die Damen West, Krahn und K o l m a n, die Herren S t o e g e r und Ludwig zwingen die dankbaren Rollen. Man entdeckt wieder, daß viele Talente ln Berlin nicht ausgenutzt werden können, weil die Zufallsdirektorcn nicht stabil sind und auf jede Ordnung ihres Geschäfts und ihrer Kunst längst verzichteten, dl. 14. erste populäre philharmonische Konzert Wieder steht Professor Prüver' am Pult, wieder musiziert das Philharmonische O r ch« st e r. Als würdiger Auftakt des beginnenden Musikwintcrs klingen Bach, Brahms, Beet- Hoven feierlich durch den Raum: der aber ist lialb leer, während in früheren Jahren jedes einzelne dieser populären und überaus preiswerten Konzerte bis auf den legten Platz besetzt gewesen war. Ein guter Dirigent, eins der besten Orchester der Welt, die be- währt«sten Werke, die man sich denken kann— finden sie bei Preisen von 5 0 P s. bis 1,26 M. wirklich nur mehr ein so schwaches Echo? Steht die Musik so tief im Kur» oder ist auch der Preis noch zu hoch, zu unerschwinglich für die, die ihr treu ge- blieben sind und Sehnsucht haben nach ihrem lebendigen Erklingen? Schwer zu entscheiden-, es ist auch noch sehr früh im Jahr. Es wäre aber traurig, wenn!o hochwertiges Angebot ohne Nachfrage, wenn solche Musik ohn« Gemeinde bleiben mühte; wenn die steigende Flut der Not die letzten Brücken abzureißen vermöchte, die uns verbinden mit dem Reich der Phantasie. A. W. Scharfer Kurs in Litauen. Arbeiterfeindliche Diktatur. Von allen osteuropäischen Ländern ist Litauen vielleicht am wenigsten von der Wirtschaftskrise betroffen. Der ausgesprochene landwirtschaftliche Charakter, das Fehlen großer Städte und die schwache Entwicklung der Industrie haben das bewirkt. Aber das flache Land, dessen Lebenshaltung außerordentlich niedrig bleibt, klagt, wie anderswo, über den Rückgang der Getreidepreise, die Ab- saßstockung und die Ausfuhrschwierigkeitcn. Das industrielle Prole- tariat hat seit dem vergangenen Jahre Lohnsenkungen durch- gemacht, die durch den beträchtlichen Rückgang der Lebenshaltungs- kosten nicht ausgeglichen wurden. Die Zahl der Arbeitslosen ist noch verhältnismäßig klein, aber man erwartet eine erhebliche Vergrößerung nach der Erntearbeit. Es besteht weder Arbeitslosenversicherung noch auch nur Arbeits- losenunterstühung. Die Gemeinden beschränken sich darauf, einige öffentliche Ar- bellen durchzuführen— Straßenpflasterungen usw.—, die völlig ungenügend sind. Den öffentlich Angestellten wurde das Gehalt um 20 Prozent gekürzt. Seit dem 17. Dezember 1926 herrscht die nationalistische Dik- tatur, unter Woldemaras brutal und blutig, jetzt unter S m e t o n a und T u b e l i s reaktionär und arbeiterfeindlich. In Opposition stehen die Sozialdemokraten, die liberale Volkspartei und die Christ- lich-Demokraten, eine ultraklcrikale Partei, deren Führer vor kurzem in verschiedenen Prozessen stark kompromittiert wurden. Der Pro- zcß gegen den früheren Finanzministrr Petrulis hat ans Licht ge- bracht, mit welchen Methoden die christlich-demokratischen Minister ihre Bankkon ti erhöht haben. Die sozialistische Partei arbeitet in Litauen unter außer- ordentlich schwierigen Verhältnissen. Die Zeitung„Socialdemo- kratas" ist einer strengen und zugleich stupiden Zensur unterwarfen, die geringste Kritik an der Regierung wird mit schweren Geldbußen bestraft. Die Parteigenossen laufen täglich Gefahr, deportiert zu werden. Die Sozialisten, die in öffentlichen Institutionen arbeiten, sind nie- mols sicher, was der morgige Tag bringen wird. Die Regierung hat es nicht gewagt, gegen den Parteitag vom November 1931 vorzugehen. Die Ankunft C r i s p i e n s sowie einiger lettischen und estnischen Genossen und die Anwesenheit der Delegierten des interbaltischen Kongresses für den Mutterschutz in Kaunas haben die Regierung gezwungen, diese erste große sozio- listische Kundgebung seit den blutigen Tagen der Regierung Wolde- maras zu dulden. Seither aber haben Reden des Staats- und des Minister- Präsidenten die Rückkehr zur Methode der„st a r k e n ch a n d" gekennzeichnet. Vor ganz kurzer Zeit hat sich Premier- minister T u b e l i s für den Kampf„gegen die M a r x i st c n" ausgesprochen. Es besteht ein fast lückenloses Versammlungsverbot. Die Polizei muß 48 Stunden vor der kleinsten Kundgebung oder Versammlung benachrichtigt werden und erteilt keine Genehmigung. Daher die Unmöglichkeit, Arbeitssitzungen, Versammlungen oder Konferenzen abzuhalten. Sogar Ausflüge der Sport- oder anderen Vereine werden nicht geduldet! Unter der gleichen Verfolgung steht die Gewerkschafts- b e w eg u n g. Im vergangenen Winter wurde in Kaunas eine Zcntralgcwerkschaft gegründet. Als die Regierung diese Bewegung wachsen sah, ließ sie Anfang Juni die beiden leitenden Genostem I. M a r k e l i s, Mitglied des Parteivorftandcs, und P. P l a t- s ch i a k i s, unter dem Vorwand verhaften, daß ihre Anwesenheit in Kaunas„für die öffentliche Ordnung gefährlich" sei. Der Erst- genannte wurde in den Bezirk Zorasai verschickt, der zweite in den Bezirk Birzai. Der Innenminister, ein Offizier, wacht darauf, daß keine Gewerkschaftsversammlung er- l a u b t wird! Die Kraft der Diktatur liegt in der Unterstützung durch das Offizierkorps. Das Gebäude der Diktatur zeigt aber dennoch Risse. Die steigende Berschärsung der Wirtschaftskrise, das Anwachsen der Arbeitslosigkeit, die Feindschaft eines großen Teils der Intellektuellen, die Opposition der Geistlichkeit, die Rückwirkungen der Memelpolitik, die die Regierung vor den chaager Gerichtshof brachte, das alles stört die Ruhe der Herrschen- den. Die Sozialisten erwarten ihre Zeit. Sind die Angestellten schuld? Nein, die Notverordnungen des neuen Systems. Aus den Kreisen der Arbeitsamtsangestclltcn wird uns geschrieben: Die Arbeitslosen, erregt über die ungeheuren Kürzungen ihrer Unterstützungen, pendeln zur Zeit zwischen Wohlfahrts- und Arbeitsamt hin und her, um sich zu beschweren. Alle nur möglichen und unmöglichen Instanzen werden ausgesucht, wenn der Einspruch gegen die Herabsetzung des Unterstützungssatzes noch nicht erledigt ist. Die Arbeits- und Wohlfahrtsomtsangestcllten sollen der Prellbock sein für jeden, der„in der Fahrt" ist. Die Arbeitsämter haben nur noch das Recht, die Unter- ftützungshöhe für die ersten sechs Wochen festzuisetzen. Von der siebenten Untcrstützungswoche in der Arbeitslosenversicherung an und in der Krisensürsorge bestimmt das Wohlfahrtsamt die Höhe der Unterstützung und nur in den Fällen, in denen das Wohl- iahrtsamt einen höheren Satz vorschlägt als der Richtsatz in. der Albcitslosenvcrsichening ist, kann und mutz das Arbeitsamt seinen niederen eigenen Satz an den Arbeitslosen zahlen. Praktisch ist also jede Bemängelung der Höhe der Unter- st ü tz u n g von der 7. Woche an und in der Krisensürsorge beim Arbeitsamt selbst zwecklos, denn entweder bekommt der Arbeitslose nur seinen Unterstützungshöchstrichtsatz oder die Unterstützung, die das Wohlfahrtsamt vorgeschlagen hat. In beiden Fällen ist d i e zuständige Beschwcrdein stanz die Wohlfahrt. Jn> ersteren Falle muß sie dem Arbeitslosen einen Zuschuß zahlen, wenn nach ihrer eigenen Meinung der Unterstützungssatz der Arbeitslosen- Versicherung zu gering ist, oder sie muß ihr eigenes Gutachten berichtigen, damit das Arbeitsamt einen höheren Satz zahlen kann. Wenn den Arbeitslosen nirgends die richtige'Auskunft gegeben wird, wer für ihre Beschwerde zuständig ist. so liegt das an einer höheren Anwestung. Die.Zänkereien mit den Angestellten der beiden Aemter ist ganz und gar unangebracht. Daß die Prüfung der Hilfs- bedürftigkeit und der sich daraus ergebenden Einsprüche nicht glatt erledigen läßt, das hat jeder Fachmann und sogar der deutsche Städtetag vorausgesagt. Schuld daran sind weder die Wohlfahrts- oder die Arbeitsämter, noch weniger ihre Angestellten, sondern einzig und allein die Stellen, die diese Notverordnungen ausgetüstel haben, ohne sich über ihre praktische Durchführbarkeit Kopfschmerzen zu machen. Die Arbeitslosen dürfen ihren Unmut nicht an den Angestellten auslassen, sie müssen zur gegebenen Zeit mit dem System ab- rechne», das die Verschlechterung samt all dem Wirrwarr an- gerichtet hat. Zum Oruckerstreik bei H. S. Hermann. Der„Berliner Börsen-Eonrier" teilt seinen Lesern mit:„Znsolge eines Streiks in unserer Druckerei kann unsere Zeitung zu unserem Bedauern nicht erscheinen." wie im„vorwärts" berichtet, handelt es sich um einen A b- wehr streik gegen die Kürzung der übertaristichen Löhne. „Die Totenkammer der Spinne." Betriebsrat gegen Herabwürdigung. Der Betriebsrat der Spinnstoffabrik in Zehlendorf be- faßte sich mit einem gegen ihn gerichteten Zeitungsbericht, der den Zweck verfolgte, die freigewerkschaftlichen Mitglieder des Betriebs- rats, die nicht den Parolen der RGO. folgen, herunterzureißen. Für die Mitglieder der„roten Einheitsliste" erklärte Walter, daß die führenden Genossen der KPD. im Betriebe diesen Bericht in großem Umfange ablehnen und oerurteilen. Fest- gestellt wurde, daß dieser in der„Roten Fahne" veröffentlichte Be- richt Verdrehungen und bewußte Unwahrheiten ent- hält, nur um den Betriebsrat in der Oeffentlichkeit verächtlich zu machen. Einstimmig wurde beschlossen, das Blatt zu einer Be- richtigung zu veranlassen, sobald es wieder erscheint. Nachtarbeit für Frauen besteht nicht in der Spinnstoss- fabrik, sondern in der Armit-Textilveredelungs-Gesellschaft. Sie ist mit dem dortigen, in seiner Mehrheit aus kommunistischen Mit- gliedern besetzten Betriebsrat vereinbart worden, und zwar u m Ueber stunden zu vermeiden und über 400 Neu» e i n st e l l u n g e n zu ermöglichen. Ein Abbau von Säurezulagen, Kleider- und Milchlieserung ist nicht geplant. Es stimmt auch nicht, daß der Barsitzende des Betriebsrats der Betriebsleitung Hilfe leiste gegen Förster. Ein Antrag der Firma, dessen Entlassung zuzustimmen, wurde einstimmig abgelehnt. Falsch ist auch die Behauptung, die Sonntagsarbeitszeitregelung sei durch einen Streik abgeschlagen worden, vielmehr wurde diese Angelegenheit durch Eingreifen des Fabrikarbeiter- Verbandes geregelt. Die Bergarbeiter-Lnternaiionale. Der Londoner Kongreß Der Präsident des 13. Kongresses, D e j a r d i n(Belgien), machte in feiner Eröffnungsansprache die fehlende internationale Reglung der.Kohlenindustrie unier dem kapitalistischen Wirlschasts- system für die katastrophale Wirtschaftslage des Kohlenbergbaus in den meisten Ländern verantwortlich. Die Weltkrise sei seit dem letzten Kongreß außerordentlich verschärst. Sie sei in der Kohlen- industrie ärger als in irgendeinem anderen Wirtschaftsgebiete. Dejardin wandt« sich dann gegen die kommunistische Propaganda, die die Arbeiter nur zersplittere. Das Ziel der 3. Internationale sei nicht die Verbesserung der Lage der Berg- arbeiter und die Unterstützung ihrer gesetzlichen Forderungen, son- dern revolutionäre Propaganda. Die Gefahr sei in Deutschland deutlich zutage getreten, wo sich der Kommunismus gegen die Sozialdemokratie gewandt habe. Mit Bezug auf die Ansammlung riesiger Kohlenvorräte in den verschiedenen Ländern betonte De- jardin, daß eine in.ernotionale Regelung der kohlenvorräte dringend notwendig sei. Der Vertreter des Internationalen Arbeitsamts in Genf, S t a a l, teilte mit, daß von sieben Ländern, die in der inter- nationalen Arbeitsstundenkonoention genannt sind, Spanien das einzige Land ist, das bisher ratifiziert hat. Ein« Sitzung des Berwaltungskörpers des IAA. werde die Möglichkeit einer be- sonderen technischen Konferenz über die Arbeitsstundenfrage er- wägen. Die Ratifizierung sei nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit zur Schaf- fung eines Arbeitsstundcnstandards für alle Bergwerke Europas und ein erster Schritt auf dem Wege aus der gegenwärtigen kritischen Lage. Neue Arbeiierentlassungen. 500 Mann auf Zeche„Friedrich der Große". Dortmund, 14. September. Die Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerks„Friedrich der Große" in Herne hat Belriebseinschrönkungen auf ihrer Zeche „Friedrich der Große" in Herne angekündigt. Zur Entlassung sollen 500 Arbeiter kommen. Als Grund dieser Maßnahme wird Arbeits- Mangel worden. angegeben. Die Abkürzung der Sperrfrist ist beantragt gehäkelte Fini Eine handlasche in Reukölln verloren. Heute vormittag verlor eine alte Funktionärin der Partei oni dem Wege vom Bahnhof Neukölln zum Buschkrug zwischen 9.15 Uhr bis 9.30 Uhr ihre Handtasche mit sämtlichen Wohnungsschlüsseln. Der ...der wird gebeten, sich bei dem Genossen? r e s s c l, Betriebs- sekretariat im Bezirksvorstand, Lindenstraße 3(Tel.: Dönhoff 5086), zu melden. 34. Abt.: Unser Genosse Hermann Lucht ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Donnerstag um 1714 Uhr im Krematorium Baumschulenweg statt. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. 139. Abt.: Tegelorl. Heute abend Zahlabend im Restaurant „Zum Schwan",.scharfenberger Straße 30. Die politische Lage. Referent: Martin Stein. Wetter für Berlin: Meist bewölkt mit langsamem Temperatur- anstieg, keine nennenswerten Niederschläge, leichte westliche Winde. — Für Deutschland: Im Süden zeitweise aufheiternd und am Tage warm, im übrigen Reiche größtenteils bewölkt mit Erwär.rmng und namentlich im Nordosten einzelne Rezenfälle. e Buch „Wausfrau— dein Wochenende" Das neue Kosmos-Hausbuch„Hausfrau— dein Wochenende" von Elisabeth N e f f(Frankh'sche Verlagshand- lung, Stuttgart 1932) greift das Problem der Freizeit der Frau auf und gibt eine Fülle praktischer Winke zu seiner Lösung. An sich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, daß die Haussrau wie die Hausangestellte sich ihres Rechtes aus Erholung und Freizeit be- wüßt wäre und versuchte, es von sich aus zu verwirklichen. In Wirklichkeit aber ist der Sonntag für die meisten Frauen— nicht nur für die doppelt belasteten, noch außerhäuslich Berufstätigen, sondern auch für die Nur-Hausfrauen— ein Arbeitstag. Die Ver- jafserin versucht, hier eine Bresche zu schlagen, indem sie zunächst den Hausfrauen selbst ihr Recht zu klarem Bewußtsein bringt. Sie gibt praktische Winke, wie man die Hausarbeit einteilen kann, um sich auch unter schwierigen Verhältnissen etwas Freiheit zu gönnen. Ein ausführlicher Sonnabend-Sonntag-Speisezettel schließt sich an die theoretischen Erörterungen, aus dem besonders die einfachen, billigen Eintopfgerichte hervorzuheben sind. Ueber Frischhaltung von Lebensmittel auch ohne kostspieligen Eisschrank. über die Küche des Kleingärtners und des Laubenkolonisten wird knapp Wissenswertes zum Wochenende dargeboten, und endlich er- fährt der Wanderlustige eine Menge von teilweise recht guten, preiswerten Rezepten zum Abkochen auf Wanderungen und zur vorherigen Zubereitung daheim. Alles in allem ein recht cmpfeh- lenswertcs kleines Buch, das viele Anregungen gibt. Elke. Rundfunk am Abend Mitlwoch, den 14. September 1932 Berlin: 16.03 Aus Staaken: 200 Jungens fliegen in Sportflugzeugen. 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzerl. 17.30 Autolatein(Dipl.-Ing. R. Schur). 17.50 Kitsch und Kunst (G, Stolze). 18.10 Eine Viertelstunde Technik(Ing. J. Boehmer). 18.25 Von der Pyramide zum Hochhaus(Dr. T. Raschkow). 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.35 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Orchesterkonzert 20.30 Funkkalender. 21.30 Karl Erb singt. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königswusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30 reter Rosegger und die Steiermark(O. Petri). 18.00 Wertung musikalischer Kunstwerke(Dr. H. Hofer. Dr. Vetter). 18.30 Querschnitt durch Zeitschriften(Dr. Ii. Traub). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Englisch(Marga v. Kuhlwein, Lektor W. Mann). 19.30 Beamtengehälter im In- und Ausland(Dir. Lenzl. 20.00 Aus Wien: Lanner— Strauß— Ziehrer. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im„Voiksfunk", monatl. % Pf. durch alle.A orwärts"-Boten oder die Postanstalten. PerantwortUch für die Rkdattion: Victor Schiff, Berlin; Anzeigen: Ott» Hengst, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag CS. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Hierzu 1 Beilage. Deutsciier meiaiiarDeiier-uerDaiidi Adilnnitl Fnnklionarel 7 Uhr, in den Freitag, den 16. September, abends Germania'Prachtsälen. Chausseestraße 110 DNV. Versammlung aller FnnKtionare des der Ortsverwallund Berlin Tagesordnung: Die Notverordnung und die Stellung. nähme der Berliner Metallardeiter dazu. Mitgliedsbuch und Funltionärausweis ist vorzulegen. vi« OrUverwaltniig Sfftals Tlicoler Mittwoch, den 14. September Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Othello staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Was ihr wollt mm TSgi.5u.8v-urir JACK SHEA Wilson, Keppel usw. plAza So.8f,Stp.2.5,«l»li. Xnr noch| 2 T a g e S Slam, oper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Mittwoch, 14. Sept. Turnus IV Die Banditen Beginn 20 Uhr Pfahl. Eisinger, Sydow, Burgwinkel, Qründgens, Kandl, Egenlauf, Gonszar Dirigent; Breisach Rose- Theater Srolt Fraakfnrtr Sinti 132 Iii. Wiidiul E 7 3427 8,30 Uhr Aerzte im Kampf w i r k* a m sind die KLEINEN TV ANZEIGEN in der Gesamtauflage ill) det„VorwärU' und trotzdem y/intQj. -Garten- d Uhr ts. Flora 3434. Randien cri. Das berühmte DAYELMA- BALLETT 3 Swifts, Rudi Gras) und weitere Künstler-Truppen von internaiionalem Ruf. VOLKSBUHNE Theater am BOlowpiatz D l. Norden 2944. Allabendlich Uhr Der Revisor von Gogol- Regie; Heinz Hilpert CurtBols/ KarOiow/ Hoaft/ Verhoeven haÖMd Reiaifdut Berlins! BETRIEB /« K KEMPIHSKIÜ Grolmanstr. 70/71 Steinpl.(0 1) 6715 Täglich 8 Uhr „Die versunkene Olocke" Kassenstunden lägl. 10—20 Uhr T h e a t e t I!MM Theater Weidendamm 5201. 8 Uhr Ulitt 3 Vorstellungen Wunder um Verdnn Dram.Dichtung von Hans Chlumberg Regie; Herl Heinz Martin. Kassenpreise von 0,50 M. bis 11.50 M Kammerspfele Weidendamm 5201. Beginn 8Vi Uhr „Schicksal nach Wunsch" Komödie v. Christa Winsloe Regie: Rudolf Beet Hilter. UJIridi. Keman Ubel, Bttowwefto sv.uhr CflSlflO- THEATER"/-vi» Lothringer Strafe 37. Sonntag nachm. 4 Uhr Nor noch wenige Aafführnngen jf nnemorie Volksoperette.— Musik von Gilben Dann buntes Septeniher-Progr. Outschein für die Leser l— t Personen Faut. 0.75 M., Sessel 1 35 M., Park. 0.50 M. Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (DönhoTfplatz) Merkur A. 6. 1247. Dir. Meisei Tägl. 8.15 Uhr, Sonntags 3�0 Uhr(ermäßigte Pr.) frUfniunsNprogrramm mit der Burleske Freibad Krumme Lanke Neue Kräfte. Preise 0.50 bis 2.25 M. Vorverkauf 11—2, 5—9 Uhr. Donnerstag, 15. September nadim. 5 Uhr föellage Mittwoch, 14. September 1932 SpfjUntiQ SfinJnnignßeJu l&tvafü Untergang am Ueberfiuß Farmer führen Krieg Von M. Fromme Es herrscht offener Kriegszustand in den Vereinigten Staaten des mittleren amerikanischen Westens. Systematisch, geschult an der Taktik des Krieges, versuchen die Farmer den Städten die Lebens- mittelzufuhren abzuschneiden, um höhere Preise für ihre Produkte zu erzielen. Streikbrechergarden sind von der Regierung gebildet, deren Einsag bereits zu blutigen Zusammenstößen mit den Farmern geführt hat. Die Hauptstadt des Staates Iowa, dem Herd der Be- wegung, wird von den Farmern geradezu blockiert. Unter den Farmern nördlich der Grenze, im kanadischen Westen, gärt es ebenfalls bereits in bedrohlicher Weise. In einem Ausruf der „tlnited Farmers of Canada", der größten und politisch einsluß- reichen Farmerorganisation, heißt es:„... Wir verstehen vollkommen, daß es für Leute, die um die nackte Existenz ihrer Frauen und Kinder kämpfen, schwer ist, im Angesicht der„red eoats" (Rotröcke= Berittene Polizei) und geladener Gewehre einen kühlen Kops zu bewahren...", und bereits sind von den Farmern Ver- steigerungen unmöglich gemacht. In sich über das ganze ungeheure Gebiet verteilenden Massenversammlungen der Farmer wurden Abschaffung der Spekulation in Farm ererzeug- nissen und Einführung hundertprozentiger Kon- trolle der Vermarktung durch die Farmer, sowie Einrich- tung eines Ausgleichsbüros zur Regulierung der Preise für Getreide und Gebrauchsgegenstände gefordert. Darüber hinaus ist das Direktorium der„United Farmers" beauftragt, wirksame Maßnahmen zum Zwecke politischer Unabhängigkeit der drei westlichen Provinzen Manitoba, Saska- tchewan und Alberta von dem Dominion, sowie der Bildung eines kooperativen Staatenverbandes(eines„west- lichen Dominions unter britischer Flagge") und direkter Handels- beziehungen mit dem englischen Mutterlande aus der Basis eines Frei- und Austauschhandels in die Wege zu leiten. Ferner verlangt inan Einstellung und Unterlassung sämtlicher Versteigerungen für Steuereintreibung, Hypotheken- und Bankschulden. Dürften diese Fordeningen auch kaum eine absolute Verwirklichung erfahren, so kann doch nichts besser die verzweifelte Erbitterung der Farmer be- leuchten, als diese radikale Bewegung. Während sonst die Erntezeit die Hoch-Zeit des gesamten Kon- tinents, eine Periode des erhöhten Güterbedarfes und gewaltig ge- stiegencn Geldumlaufes bildete, während man sonst geradezu von einem Taumel des Geschäftemachens sprechen konnte und Hunderte von Millionen Dollars von den Banken und Getreidegesellschaften in die Hände der Farmer flössen— bringt dieses Jahr nun schon die dritte Fehlernte nacheinander hinsichtlich der Preislage. Dieser bereits drei Erntefahre dauernde Preistiefstand wirkt sich katastro- phal aus, da er dem Farmer nicht mehr die Unkosten einbringt! Wo der Farmer in früheren Iahren in der nach einer günstigen Ernte unweigerlich gekauften neuen„ear" entlangsauste, leistet er heute aus der„read" mit einem Gespann Notstandsarbeit und ist froh, damit einige Dollars oder Lebensmittel zu verdienen! Der Rückschlag, welcher der sich geradezu überspringenden Entwicklung noch bis zum Zusammenbruch im November 1929 gefolgt ist, ist gewaltig. In den„Towns" des gesamten amerikanischen Westens bietet sich immer wieder dasselbe Bild, ist eine für diese Gebiete ganz allgemeine Entwicklung festzustellen: Das Geschäft ist absolut tot! Manche„Towns" erscheinen geradezu ausgestorben. Wo sich früher zwei Banken befanden, ist mindestens eine geschlossen. Das Hotel, früher überfüllt, ist verödet. Vielleicht ist es dem Besitzer noch gelungen, die Halle als Betfaal an eine der zahlreichen Sekten zu vermieten. Wo srülfer zwei, gar drei Unternehmen derselben Art ihre Existenz fanden, Geld verdienten, schlägt sich heute eines mühselig durch. In den Schaufenstern, innen, allenthalben prangt ein grelles Plakat: „Bitte, frage nicht nach Kredit!" — paradox anmutend in diesem Lande, das zu neunzig Prozent auf Kredit aufgebaut ist, wo man selbst seinen Tabak ein Jahr lang kaust«:„Auf Kredit bis nach der Ernte!"... Es ist ein Massen- bankerott. Tausende Farmen sind verlassen. Wenn nicht noch .. zigtausende mehr verlassen sind, was die logische Folg« der völlig zusammengebrochenen Zahtungssähigkeit der Farmer sein mühte, so nur deswegen, weil sonst die Banken, Kreditorganisationen usw. Landverwalter in einem Ausmaße würden, das über ihre Kräfte ginge. Indirekt, gemessen an der Versckfuldung, gehört das Ein- kommen der Farmen für Jahre hinaus den Banken, Maschinen-, Autosabriken und Kreditinstituten. Der ganze Haß der Farmer richtet sich gegen den industriellen Osten, gegen die Banken, durch die man sich ausgebeutet fühlt. Daneben gilt die Erbitterung der landwirtfchaftlid)en Maschinen- industrie, der man die übertriebene Maschinisierung der Landwirt- schalt zuschreibt. Wo man noch in den Hochpreisjahren bis 1929 aus den Traktor und„Combine" schwor, da erkennt man heute in ihnen so recht die Gasolin fressenden Plcilegeier des kleineren und mittleren Farmers. Auf die etwa 399 999 Farmer im kanadischen Westen verteilen sich heute bereits bald 99 999 Traktoren und etwa 19 999„Combines"(kombinierte Schneide- und Dreschmaschinen), während mindestens 69 Prozent als mittlere und kleine Farmer anzusprechen sind, für die das Pferd in Verbindung mit dem„Farmhelp" auch heute noch die billigste Arbeitskraft darstellen. Gewaltige, sich niemals verzinsende Beträge in Gestalt von untragbaren Abzahlungsverpslichtungen sind von den Farmern mit den Maschinen übernommen. Arbeitet doch ein Traktor zum Preise' von etwa 1299 bis 1499 Dollar auf einer mittleren bis größeren Farm im ganzen Erntejahre nur zwei bis höchstens drei Monate! Rechnet man dazu die Betriebskosten, die Reparaturen usw. und stellt demgegenüber die Unkosten für eine menschliche Hilfskraft(die dann mit Pferden arbeitet, die nichts kosten, da sie auf der Prärie weiden) auf die Gesamtdauer von drei Monaten mit heute höchstens 129 Dollar ein, so dürste sich die Unmöglichkeit der gesunden Kapitalverzinsung klar erkennen lassen. Zum anderen, und dieses psychologische Moment ist einer der stärksten'Aktivposten für die'Arbeit am laufenden Band, waren die Farmer von einer geradezu krankbasten Sucht besessen, die durch eine raffinierte Re- klame kunstvoll gesteigert wird, unbedingt stets das neueste Modell «l haben. Die also meistens erst teilweise bezahlte Malkine wurde Axruckgegeben, von der Firma als Anzahlung verrechnet, die Ba- lance auf die neue Maschine aufgeschlagen— nach zwei oder drei Jahren wiederholt sich der Vorgang— ein circulus vitiosus... Wenn der kanadische Weizenpool in seinem Jahresbericht vor zwei Jahren bereits feststellen konnte, daß infolge der steigenden Verwendung von Maschinen und der dadurch hervorgerufenen Um- wälzung heute in zwei bis drei Monaten dieselben Mengen Weizen angeliefert würden, wie frülzer in sechs bis acht Monaten, so ergibt sich daraus auch die Einwirkung der Maschinenverwendung für die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die eigentliche Erntezeit, früher zwei bis drei Monate dauernd, ist heute auf etwa vier bis sechs Wochen zusammengedrängt. Wurden früher, noch bis 1927/28, zur Ernte- zeit... zigtausende Erntearbeiter vom Osten nach dem Westen ge- schasst, die wochenlang von Farm zu Farm zogen, so finden heute selbst die im Westen ansässigen Kräfte nicht genügend Beschäftigung. Katastrophal ist der dadurch und in Verbindung mit der Ar- beitslosigkeit verursachte L 0 h n d r u ck, der die Lohne der Farm- arbeitcr innerhalb der letzten drei Jahre um Z9bis7S Prozent gedrückt hat und sich heute Leute selbst lediglich für Verpflegung und Unterkunft anbieten läßt. Da am schlimmsten die reinen Getreide-, besonders Weizen- farmer durch diese Entwicklung betroffen sind, weite Präriegebiete für andere Betriebsarten aber vollständig ausschalten, so gehte heute (so wie früher die Ansiedlencharen in die Präriegebiete strömten, deren unabsehbare Weiten verlockend erschienen) der Zug in die Bufchgebiete, nach dem Norden. Gleich wie nomadisierende Stämme ihre Kund- schafter aussandicn, um gute Weideplätze ausfindig zu machen, so senden heute in geschlossenen Blocks siedelnde Sekten und Bruder- schaften oder Gruppen zusammenarbeitender Farmer einzelne, ver- trauenswürdige und erfahrene Männer nach dem Norden, um ge- eignetes Neufiedlungsland zu suchen. Es ist ein Zug nach dem Norden, der aus dem Zwang der Entwicklung der letzten Jahre entstanden ist, der von der Regierung selbst unterstützt wird. Diese schafft garxze Familiengruppen aus ihre Kosten nordwärts, bezahl! die Transportkosten und weist ihnen geeignetes Land an. In der Art der ersten Pioniere geht oft der Umzug vor sich. Man kann wieder die alten schwerfälligen Planwagen beobachten, mit vier bis sechs Pferden bespannt. Alte Leute mit von der Last der Jahre und der Arbeit gebeugten Rücken und ledernen, harten Gesichtern. Mütter mit Säuglingen an der Brust. Junge Männer, die hier und dort durch Gelegenheitsarbeit etwas Geld zu verdienen versuchen. Auf dem Landwege legen sie so Hunderte von Meilen zurück, selbst aus dem Süden des amerikanischen Westens kommen sie herauf, dein Norden gleich dem gelobten Lande entgegensehend, wo sie endlich das zu finden hoffen, was ihnen in jahrelangen Kämpfen auf der Prärie nicht beschert wurde. Durch umfangreiche betriebswirtschaftliche Erziehungs- arbeit versuchen die Regierung, die Eisenbahnen und landwirt- schaftlichen Organisationen die Farmer zu unterstützen. Darüber hinaus aber sieht man die einzige Moglidfteit rationellen Wirt- schaftens, besonders für den Weizenbauern, in einer k o l l e k t i- vistifchen Planwirtschaft und genossenschaftlichen Vermarktung. Es ergibt sich daraus nun der paradoxe Um- stand, daß von den Produzenten des größten Getreideaussuhrlandes der Welt eine Entwicklung gefördert wird(der vorläufig lahmgelegte Weizenpool stellt das darin bisher größte Experiment dar), die, wenn auch vorläufig lediglich als Preis- und Profitsckiutz gedacht, doch unbedingt nach Ansicht amerikanischer Volkswirtschastler zu einem Konsumentenpool in den Bedarfsländcrn und in weiterer Auswirkung zu einer Ausschaltung des gesamten p r i- vaten Zwisdienhandels und damit auch völligen Umwäl- zung auf den Weltmärkten und in den Handelsbeziehungen führen muß. Es ist danach nicht mehr zu übersehen, daß selbst in der Hochburg des Privatkapitalismus die Erkenntnis um sich greift, daß die rein individuelle Wirtschaftsweife abgewirtschaftet hat und eine wirkliche weltweite Besserung aus die Dauer doch nur eine i n t e r- nationale Plan Wirtschaft bringen kann, die in letzter Auswirkung aber zwangsläufig, mag man sich heute auch noch mit Gewalt vor der Wahrheit verschließen, eine sozialistische sein wird und muß! Berichte aus England Stillschtveigen um Indien Von Wilhelm Tietgens Besonders auffällig während der Britischen Reichskonserenz in Ottawa war das einmütige Stillschweigen um Indien. Man konnte aus den Verhandlungen den Eindruck gewinnen, als ob Indien für dos britische Imperium ohne große Bedeutung oder als ob alles in schönster Ordnung wäre. Alle Welt weiß aber, daß das nicht der Fall ist. Indien wird von den imperialistischen Engländern der„Dia- mand in der Krone der Kolonien" genannt. Das ist durchaus keine Uebertreibung, denn in der Tat basiert der größte Teil des briti- schen Reichtums auf dem Handel mit dieser Kolonie. Schon im Altertum und im Mittelalter waren die„Schätze des Wunderlandes Indien" das Ziel zahlreicher Kriege und Unternehmungen. Mit der Gründung der London-Ostindischen Kompagnie im Jahre 1699 und ihrer Erweiterung in den nächsten Jahrzehnten ging das Handelsmonopol mit Indien auf England über. Seitdem hat es seine gesamte auswärtige Politik hauptsächlich auf den Ausbau und die Sicherung dieser wertvollsten Kolonie gerichtet. Es wird vielfach angenommen, der Wert dieser Kolonie liege für Großbritannien in Steuern und Abgaben, die von der über 399 Millionen zählenden Bevölkerung aufzubringen wären. Das ist aber nicht der Fall. Die 13 nordamerikanischen Kolonien haben wegen direkter Besteuerung einen Krieg gegen das Mutterland ge- führt und sich 1776 selbständig gemacht. Seitdem ist es ein Grund- satz britischer Kolonialpoliftk, keinerlei Abgaben aus den Kolonien nach England einzuführen. Wohl aber müssen die Kalo- nien die Mittel für ihre eigene Verwaltung ausbringen. Damit tragen sie auch die große Zahl der Verwaltungsbeamten, Lehrer, Soldaten, Polizisten und andere Staatsbeamte, die meist britischer Abstammung sind. Allein schon diese Möglichkeit der Engländer aller Gesellschaftsschiäiten, überall im Imperium, besonders aber im volkreichen Indien gutbesoldete Stellungen zu finden, ist eine wichtige Entlastung des englischen Arbeitsmarktes und trägt viel zum Reichtum des Mutterlandes bei. Die eigentliche Quelle dieses Reichtums ist jedoch der Handel. Der Außenhandel Indiens ist mit rund 9 Milliarden Mark Iahreswert der zweitgrößte im britischen Imperium. Er ist größer als der Außenhandel Kanadas und Australiens zusammengenommen. Indien steht in der Einfuhr von Großbritannien mit etwa 2 Milliarden Mark jährlich an erster Stelle. Es kauft von Groß- britannien für etwa 399 Millionen Mark mehr als Ufamerika und für etwa 359 Millionen Mark mehr als Deutschland, das der nächstbeste Kunde Großbritanniens ist. Von der gesamten Einfuhr nach Indien liefert Großbritannien 43 Prozent, Japan 19 Prozent, Deutschland, Ufamerika und Niederländisch-Indien je 6 Prozent. Die Ausfuhr aus Indien— vor allem Rohbaumwolle, Baum- Wollgarne, Jute, Iutewaren, Getreide, Seide und Tee— geht allerdings nur zum kleineren Teil nach Großbritannien(22 Pro- zent). Ufamerika erhält 12 Prozent, Japan 19 Prozent und Deutsch- land 8 Prozent. Aber auch dieser Handel wird zum großen Teil von englischen Firmen kontrolliert Bei dieser großen Bedeutung des indischen 5)andels ist das eigentümliche Stillschweigen um Indien besonders auffällig. Der Grund hierfür liegt in der Stellung Indiens innerhalb des briti- fchen Imperiums sowie in seinen höchst verwickelten innerpoli- tischen Verhältnissen. Indien ist ein Kaiserreich mit dem englischen König als Kaiser. Die streng monarchistische Verfassung gibt die Regierungsgewalt fast ausschließlich dem Kaiser, der durch einen von ihm ernannten Gcneralgouverneur vertreten ist. Die Engländer stehen auf dem in Kolonialfragen beliebten Standpunkt, daß die indischen Eingc- borenen noch nicht reif und gebildet genug seien, um sich selber zu regieren und chre Angelegenheiten selbst zu verzvaUen. Infolge» dessen liege es nur im Interesse der Inder, wenn Großbritannien auch weiterhin eine Herrschaft über Indien führe. Noch 1997 be- schloß das britische Parlament, Indien keine Vertretung aus der Reichskonferenz zuzugestehen. Aber die Anteilnahme Indiens am Weltkrieg(über 1 Million Soldaten Indiens gingen für Groß- britannien an die Fronten!) machte diesen Ausschluß ungerecht. Indien ist nun ein ordentliches Mitglied der Reichskonferenz und war in Ottawa durch Angehörige der indischen Regierung zum erstenmal vertreten. Während des Krieges wurde Indien audz das Recht der Selbstverwaltung versprochen. Dessen ungeachtet hat das indische Parlament auch nach der 1919 als„Versuch für 19 Jahre" vorgesehenen Neuregelung der Verwaltung wenig Einfluß. Für das Unterhaus sind von den rund 259 Millionen Einwohnern Britisch-Jndicns nur etwas über 1 Million Einwohner wahlbs- rechtigt. für das Oberhaus gar nur 32 999. Daß bei diesem„Wahl- recht" von einer Vertretung der Inder im Parlament und in der Regierung keine Rede sein kann, ist klar. Zudem ist nach Ablauf der zehnjährigen Versuchszeit die versprochene Erweiterung der indischen Selbstverwaltung ausgeblieben. Die Inder kämpfen nicht nur für politische, sondern auch für wirtschaftliche Selbständigkeit. Ihr Ziel ist völlige Unabhängigkeit Indiens. Sie propagieren schärfsten Boykott britischer Waren und versuchen, die britisckic Verwaltung lahmzulegen und die ganze Be- völkerung aufzurütteln. Zwar find die Inder religiös zersplittert, heftige Kämpfe zwischen Mohammedanern und Hindus schwächen die Front gegen Großbritannien. Zudem sind noch Millionen des Lesens und Schreibens unkundig und zählen daher kaum als Kämpfer für eine eigene Selbstverwaltung. Größer aber als diese Schwierigkeiten ist der Glaube an den Sieg Indiens. Japan gab den Asiaten ein Vorbild, zudem ist die Furcht vor der Ueber- legenheit des Weißen geschwunden. Außerdem stimmen in Indien und in Großbritannien wie in der ganzen Welt unzählige Weiße, auch politisch und wirtschaftlich einflußreiche Weiße, den indischen Führern zu und anerkennen das Recht Indiens auf Selbständigkeit. Die vielen Versuche Ghandis und der anderen indifäzen Führer, im Einvernehmen mit den Vertretern Großbritanniens eine sreiheit- liche Verfassung für Indien zu schaffen, scheiterten. Auch die hoff- nungsvoll begonnene Konserenz am„Runden Tisch" verlief ergeb- nislos. Die nationale Regierung Großbritanniens zeigte sich un- fähig, das während des Weltkrieges gegebene Versprechen auf Selbstverwaltung einzulösen. Ja, sie ergriff nach Be- endigung der Konferenz gegen die Unruhen und Kämpfe der Inder schroffere Methoden, zumeist mit der Begründung, daß es sich um kommunistische Aufwühlung handele. Dabei wird jedoch die bolsche- wistische Propaganda bei weitem überschätzt. Vielmehr wirkt sich in Indien die englische Kolonialpolitik aus, die die Völker zu einem großen Teil europäisiert hat, ohne sie als gleichberechtigt anzuerkennen. Jetzt soll dieser Widerspruch mit Gewaltpolitik getilgt werden. Seit Ende Dezember 1931 bis Anfang Juni dieses Jahres sind insgesamt 49 999 Personen ins Gefängnis gebracht worden, darunter Ghandi und fast alle führenden Inder! Deshalb waren in Ottawa für Indien keine Zlnhönger der indischen Selbstverwaltung, sondern nur Vertreter der von Eng- ländern geführten Regierung anwesend, und demzufolge wurde Indiens Situation kaum diskutiert. Die Stimmen, die Indiens Interesse hätten vertreten können, waren zum Schweigen gebracht. So ist die Stille um Indien ein Erfolg der Gewalt und kein Zeichen der liebereinftimmnng. Aber die Unruhen, der Warenboykott und die Auflehnung gegen die britische Berwaitung dauern an; Großbritanniens reichste und sicherste Kolonie ist am heftigsten erschüttert und umkämpft. Sportliches- Allzusporiliches Was die letzte Zeit brachte Der Kult, der mit den zurückgekehrten Olympialeuten getrieben wurde, scheint nun endlich vorbei zu fein. Am Montag hat der Magistrat der chauptstadt Berlin die„vlqmpioniten" empfangen, wobei man sogar bis aus die Placierten aus der Wintersportolympiade zurückgriff. Im bürgerlichen Sport sind Siegerehrungen immer sehr feierlich: das war schon beim alten Turnvater Jahn so. wenn der seinen Leuten die Eichenkränze um- hing, und das war auch so, als später blinkende Medaillen aus die Brust der Helden geheftet wurden. Bei unserer Stadtobrigkeit bat man die Geehrten, sich ins Goldene Buch der Stadt einzuschreiben, man hielt sie feiernde Ansprachen, überreichte ihnen schöne Pla- ketten, und dann kam Oberbürgermeister Dr. Sahm auch auf die nächsten olympischen Sp-iele zu sprechen, die 1936 in Berlin stattfinden sollen. Dazu müsse das Stadion im Grunewald vergrößert werden, denn für so ein hochrepräsentables Fest genüge es nicht mehr. Vier Jahre sind gewiß eine lrngc Zeit, und viel Wasser wird noch bis dahin die Spree hinunterlaufen. Berlin wird noch Sorgen besonderer Art haben, so z. B. mit seinen Erwerbslosen und den Wohlfahrtsunterstützten und mit seiner Finanzgebarung überhaupt. Und so haben denn die maßgebenden Herren aus dem bürgerlichen Sportlager eben schon früh genug angefangen, den Magistrat und seinen sportfreudigen Oberbürgermeister(früher nannte man mehr unfreundlich denn freundlich Herrn Büß so!) von der Notwendigkeit großer Ausgaben für ihren Sport zu überzeugen. Es wird nicht beim Umbau des Stadions bleiben, man wird auch andere Zuschüsse herauszuschlagen verstehen— genau so wie man die Finanzierung der deutschen Expedition nach Los Angeles fertigbrachte, ohne daß bis heute die Oeffentlichkeit erfahren hätte, wie hoch der vom not- leidenden Reich zugeschossene Betrag gewesen ist. Der bürgerliche Rekordsport(der allerdings in Los Angeles so elend abschnitt!) ist zwar nach der Meinung gewisser Leute eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes, sonst aber hat dieses Volk bat Mul tu Hollen! * Sport— Sache des Volkes! Eine Illustration dazu: Als der deutsche Zehnkämpfer E b e r l e wieder in der Heimat war, siab ihm zu Ehren der Berliner Sportklub ein Abendsportsest. Der Besuch war so niederschmetternd gering, daß Eberls sich tatsächlich vor leeren Tribünen zeigte. Das deutsche Bolk war eben durch die einheimischen Sportmanager so hoch in seinen Siegesansprüchen gestellt worden, daß eine Befriedigung bei der Konkurrenz in Los Angeles einfach unmöglich war. Wae die anderen Sportler da drüben leisteten, das zeigten die Hockeyspicle, die Indiens Hockeyspieler gegen Deutsche austrugen. In Berlin verlor eine hiesige Auswahlmannschaft mit 4:1 Toren, die deutsche National- Mannschaft, also des Beste vom Besten, mußte sich in München 6:9 geschlagen bekennen! Der Stahlhelm hätte bei seinem Aufmarsch im Grüne- waldstadion 100 000 Menschen da gehabt, so berichtete Hugenbergs ..Lokak-Anzeiger". Achtzigtaussnd Zuschauer und 20 000 in der Arena Aufmarschierte seien es gewesen. Das alles hätte für den „Wehrsportgedanken" demonstriert. Achtzigtausend Zu- schauer sind noch nie im Stadion gewesen, weil es nur äOOOO Sitz- und Stehplätze hat, und zwanzigtausend Mitwirkende hat noch niemand auf da» grüne Oval im Innern gebracht, weil dazu die Fläche einfach zu klein ist. Man soll also den„Wehrsportgedanken" nicht übertreiben! -s Frankreich ist da» Land der Steher! Da» hat sich setzt wieder erwiesen, als die Radweltmeisterschaften ausgefahren wurden. Clfmal konnte Frankreich den Sieger in den Steherkonkurrenzen stellen, Deutschland liekerte seit 1836 fünfmal den Weltmeister, nämlich: Robl, Sawall und Möller. Für Belgien holte Linart den Titel nicht weniger als viermal, fünfmal war überhaupt ein Belgier Weltmeister. » Um wirksame Maßnahmen gegen die einfach überhandnehmen- den Autodieb st ähle zu finden, haben jetzt Vertreter des Reichsausschusses für Kraftverkehrswirtschaft sogar im preußiscken Innenministerium vorgesprochen. Es ist schließlich keine Kleinigkeit, wenn täglich allein in Berlin bis zu zehn Autos aus eine gesetzlich und moralisch nicht zu billigende Art den Besitzer wechseln. Ganze Kolonnen haben sich gebildet, die eine strenge Arbeitsteilung nach neuzeitlichen Gesichtspunkten vornehmen: Die eine Gruppe klaut die Autos, die andere schlachtet sie aus oder, was einträglicher ist, baut sie um, ändert die Nummernschilder, gibt ihnen einen anders- farbigen Anstrich oder wechselt sogar die Karosserien aus. Das gehört zwar nicht zur Kraftvertehrswirtschast, aber es wird doch cle facto gemacht, und so kann man es den Autobesitzern nicht verdenken, wenn sie alle Hebel in Bewegung setzen, damit ihnen | ihr Eigentum erhalten bleibt. Schließlich haben selbst die Oloch- nichtbestohlenen auch«inen Schaden bei der ganzen Geschichte, denn die Versicherungsgesellschaften haben soviel an Entschädigungen zu zahlen, daß sie schon eine Erhöhung der Prämien erwägen.„Maß- nahmen" sind dazu da, daß sie„erwogen" werden: es ist also zu hoffen, daß das Innenministerium Mittel und Wegs zur Bekömp- fung des Diebesunwesens sindet, und die Autobesitzer werden sich in Zukunft in allen Fällen daran erinnern müssen, daß ihre Autotüren Schlösser haben! *, Weil wir gerade beim Autoverkehr sind: Der Berliner Rutsch asph alt ist nun wirklich gerichtssähig geworden. Ein Rechtsanwalt klagt gegen die Stadt Berlin auf Schadenersatz, weil sein Auto auf nassem Asphalt Schaden erlitt. So ein Prozeß ist keine Kleinigkeit, wer den längsten Atem hat. gewinnt ihn schließ- sich. Jedenfalls hat schon eine ganze Anzahl Termine stattgefunden, wobei immer für jedes Gutachten ein Gegengutachten angefertigt wurde. Der Vertreter der Stadt meinte, bei der stadtbekannten Gefährlichkeit des Asphalts müßten eben die Automobilisten so lang- sam fahren, daß nichts passieren könne.'Richtig! Man schlage wieder Cisenreifen auf die Räder und spanne Ochsen vor die Wagen! Und doch hat sich der Stadtvertreter nur ein bißchen UN- geschickt ausgedrückt. Er meinte offenbar: Der olle jute Berliner Asphalt liegt zum sehr großen Teil schon ein Menschenalter auf den Straßen, jedenfalls ist er älter als der neuzeitlich gesteigerte Automobilverkehr. Folglich konnte man bei seiner Verlegung die Wirkung nassen Asphalts auf schnellfahrende Autos nicht berück- sichtigen. Und da die Stadt jetzt nicht alle Straßen auf einmal vom Rutschasphalt befreien kann, weil sie kein Geld dazu hat. so müssen eben die Autofahrer vorsichtig sein— siehe oben! Aber Neupflasterungen werden nur mit Rauhasphalt vorgenommen. So sagt« wenigsten» Stadtbaurat Hahn, als er kürzlich einmal die Pressevertreter durch Berlin» Straßen führte! M. J. Futjböücr mit Sorgen Wie es in bürgerlichen Vereinen hergeht Im bürgerlichen Fußballager hat man Sorgen: d- h., wer keine hat, macht sich welche. Und bei diesen' selbstgemachten Sorgen erfährt die Oeffentlichkeit so manches, was den Selbstversorgern nicht gerade sehr angenehm ist. Die Hauptrolle spielen dabei die Spieler der ersten Mannschaften in den sogenannten„Oberliga"» Vereinen. Nicht nur, daß man selbst versucht, für seinen Verein neue Spieler zu„ziehen" oder zu kaufen, nein, man sucht auch Mittel und Wege zu finden, wie man Spielern, die Mitglied eine» Vereins geworden find, die Spielerlaubnis entziehen lassen kann. Ist da ein Verein im Berliner Norden, der in seiner Mannschaft drei Reichswehrsoldaten als Spieler hatte. Diese Reichs- wehrsoldaten sollen sogar sehr talentiert gewesen sein, wie sich bei dem ersten Freundschaftsspiel, das sie mitmachten, herausstellte. Das ließ nun einigen Herren aus einen»„befreundeten" Verein keine Ruhe. Tag und Nacht wurde überlegt, wie man die Reichswehrleute unschädlich machen könne. Da kam ein Vorstandsmitglied auf die Idee, beim zuständigen Reichswehrbataillon zu melden, die Spieler bekämen über die Spesenfätze des Deutschen Fuhballbundcs hinaus bezahlt. Flugs wurde den Spielern vom Bataillon verboten weiter für den Verein zu spielen. Gründe für das Verbot wurden nicht angegeben. Das ließ nun natürlich den Leuten aus dem betroffenen Verein keine Ruh«. Sie bekamen Wind von dem Briefwechsel ihrer lieben Freunds mit der Reichswehr. Der Vorstand des Verbandes Brandenburg-ischer Ballspiewereine wurde beauftragt, eine VerHand- lung mit den beiden Vereinen zustande zu bringen, um die Angelegen- hat zu klären. Der Verein im Norden verwahrte sich nämlich streng dagegen, mehr als die zulässigen Sätze zu zahlen. Doch die Ver- Handlung wurde von den gegnerischen Vereinsvorstandsmitgliedern hinausgezogen: auch eine zweite Verhandlung tonnte nicht statt- finden, da beide Vereine neues Material vorbringen wollten. Jetzt veröffentlicht aber der angeklagte Verein einen Protest, in dem er sich gegen den Vorwurf der Denunziation verwahrt. Die doch einmal kommende Verhandlung wird hoffentlich Licht in diese dunkle Affäre bringen. Welche Forderungen manche»pieler an Vereine stellen, in denen sie spielen solle», zeigt folgeicher Vorfall. Einer der besten Verteidiger Berlins, der ehemalige Wacker-04-Mann Kraus«, tauschte seinen alten Verein mit Tennis-Borussia ein. Vorher trat er aber noch in Verhandlungen mit Hertha-BSC. Hier stellte er die Forderung von 1500 M., wenn er bei Hertha spielen soll«. Selbstverständlich war diese Forderung selbst den» Hertha-Vorstand zuviel, und die Verhandlungen scheiterten. So blieb dem Krause nicht» welter übrig, als in Tennis-Borussia zu bleiben. Wieviel Krause hier erhalten hat. ist bisher noch nicht in die Oeffentlichkeit gedrungen. Aber nicht nur in Berlin kommen solche Fälle vor. Im Elsaß bemühte sich der Berufsspielerverein Mülhausen um Spieler aus Frankfurt am Main. So fanden Verhandlungen mit dem internationalen Torwart Kretz, sowie feinen Vereinstameraden Engelhardt und Engel wegen der Ueberfiedlung nach Mul» Haufen statt. Der Deutsche Fußballbund hat sich nun mit dem französischen Verband in Verbindung gesetzt, der den Frankfurtern denn auch keine Spielerlaubnis gab. Die Frankfurter müssen jetzt also wieder die Rückreise antreten, ohne die Auslagen erstattet zu bekommen. ItZerner Sport. Neues aus aller Welt. Die sächsische Arbeiter-Tennismeisterschaft im Mannjchastskampf(je 4 Spieler und 4 Spielerinnen) komint am 17. und 18. September in Dresden zum Austrog. Es spielen der Westsachsenmeister Tennis-Rot Chemnitz, der Nordwestsachsenmeister Vorwärts-Süd Leipzig und der Ostiachsenmeister Fr. Tvgg. Dresden. Di« westdeutschen Einzeltenni» Meisterschaften finden am 17. und 18, September In Barmen statt. 55 Meldungen au, den Vereinen Rhelnland-Westfalens liegen vor. Die Läufiger Mei st crschastsn im Geräteturnen werden am 17. September in Sprembcro als Ricgenwettkämpfe ausgetragen. Bedeutsame Städtehandballspiele gelangen am 18. September zur Durchführung. Wir nennen: Dresden— Berlin, Donzig— Stettin und Leipzig gegen Landesmannschast Thüringen. Der österreichische Arbeitersußballverband beabsichtigt in Verblndung mit einer Einladung nach Palästina im Januar mit einer Auswahlmannschast zwei Werbespiele in Aegypten, eins in Griechenland und drei in Palästina austragen zu lassen. Die mit großem Erfolg begonnene Matadoren-Trabrenn- Veranstaltung wird am Donnerstag, 15. September, in Mariendorf fortgesetzt. Im Mittelpunkt des umfangreichen und durchweg mit starben Feldern besetzten Programms steht der Matadorenausgleich über 2000 Meter, der durch seine auserlesen« Besetzung mit einer Reihe erstklassiger Pferde' großes Interesse erregt. Die beste Jnländerklasse trifft sich im Preis von Wien über 2400 Meter. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr. Internationale Höchstleistungen im Schwimmsport Der Wassersport- Fachausschuß der Sozialistischen Arbeiter- sporsinternationale hat die neu« H ö ch st l e i st u n g s l i st e zu- sammengestellt. Sie enthält folgende Zeiten und Sieger: Männer- brustschwiminen: 100 Meter Bayer(Oesterreich) 1 Min. 17V Sek.: 200 Meter Hölzl(Oe.) 2 Min. 53.4 Sek.: 400 Meter Hölzl(Oe.) 6 Mm. 17 Sek. Rückenschwimmen: 100 Meter Hofbäck(Oe.) 1 Ptin. 17 Sek.; 200 Meter Scheerbarch(Deutschland) 2 Min. 55,8 Sek. Kraul- schwimmen: 100 Meter Grühn(D.) 1 Min. 04,8 Sek.: 200 Meter Grllhn(D.) 2 Min. 32 Sek.; 400 Meter Grühn(D.) 5 Mi». 23,3 Sek. Stafetten: 4 mal 100 Meter Brust ASA.-Wien 5 Min. 26.7 Sek.: 3 mal 100 Meier Lagenstafette ATD.-Wien 3 Min. 30,3 Sek.: 4 mal 100 Meter Kraul ASB.-Wien 4 Min. 35,3 Set. Frauen: Brustschwimmen: 100 Meter Schweiger(Oe.) 1 Mln. 35,6 Sek.: 200 Meter Stall(D.) 3 Min. 27,6 Sek. Rückenschwimmen: 100 Meter Heyer(D.) 1 Min. 30 Sek. Kraulschwimmen: 100 Meter Frohn(D.) 1 Min. 21,6 Sek.: 200 Meter Frohn 3 Min. 11 Sek. Stafetten: 4 mal 100 Meter Brust ASV.-WIen 6 Min. 41,7 Sek.; 3 mal 100 Meter Lagenstafette Berlin 4 Min. 38,8 Sek.: 4 mal 100 Meter Kraul Berlin 5 Min. 53,4 Sek. ButodtsUeut Üeteiut ieihu wi: •Scjttf-fmien StiBiifeabMf. Sitzung Donnerstag, 13. September, 30 Ub». im Baltphau». Sch-rnwcberstr. 115. BSP. Freibeit 07. Donnerstag, 15. September, 19 Ul)t, Beginn der Bade- ''..... 3, Zio........."~......- abendc Öder'aerger Straße. Uebungsabende Montaga Uhr und Donner«, Touren für Sonntag, 18. September� Abt. ttreuz- tag» 19—30� Uhr. Soliicütnt,«roilsabrcr Start Ü" iderlee, Start 9 Uhr Reichenberger Str. 91.— Abt. Zriedriihehain: . Start 7 Uhr Landsberger Platz.— Abt. Tharlottenburg: galtsee. Uhr Srün- Ecke Kirchstraßr.— Abt. Mitte: Stostcr Chorin, Start sitzung. traintn, derg: Urdersee, Störttzlee, Start a L.. WH. I 7V4 Uhr angelufer 95. Frsl»«portpereinigung Pant-w. Donnerstag, 15. September, Funttionar. a. Sportllouse, JicMftrcjjc. Ab Donnetstag, 15, September, lein Platz, lng mehr an den ZSochentagan, dafür regelmäßig llretlags HaOentratering, Arbriier-Schwimmverein SriUtberg. Sadeabent» Baerwaltstraß« Freitag» von 19— ZOv, Uhr. erstmalig Frciiag, 16. September. Freie Wasierfahror ÄöpeniJ 1991. Sonnabend, 17. September, gemeinsame L-g-rsadrt nach dem Sprce.Sck. Donnerstag, 13. September, M Uhr, Vorstand»- sttzung im Lootshausc. September, 30 Uhr:«bruppe 1. Epielabend. Fließ- Ftcic Faltbootsahrer Berlin. Donnerstag, 16. Scp! Norden: Jugendheim Brunnenplatz. Ecke Schönftedtstr. f-hrer müssen anwesend sei»— Gruppe Nordosten: Jugendheim Christtmrger Straße 7. Erna Salbe spricht über Nußland.— Gruppe Südosten: Sngendbelin Große Franlfurter Str. 15. Die spanische Nepolutivn. Stobberow-Fahrei anwesend sein. Freitag, lO. September, 20U Uhr. Badeabend. Stadtbad Lichten derg.— Besichtigung des öegelsliegerlagers Tiebdi» de-„Sturmvogel" Montag 19. September. Treffpunkt aller Radfahrer 11 Uhr Dreibund, Ecke Belle. Allianee.Straße. Rätsel- Ecke des„Abend" uiiuiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniuiininiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiimimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiHi Kreuzworträtsel Waagerecht: 1 Kampf« platz: 5. Religion: 8. Eisenbahnwagenart: 9. Gewächs: 10. weiblicher Vorname: 12. Aus- spräche; 13. Stadt in Westfalen: 14. Breitspiel. Senkrecht: 2. Blume: 3. Nebenfluß der Donau; 4. euro- päisches Gebirge: 5. weiblicher Vorname: 6. Körperorgan: 7. dsuische Hafenstadt: 11. weib- sicher Vorname: 12. Neige. — kr.— Silbenrätsel a a a ah ar cu da dar e e e gi hi i ta la Ii li mac mond mot mut na nald nen ner neu ni niz no on ri rot se so ser sten ta te te te ter ti va vel vet wer za zur. Ans obigen Silben sind 18 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, deren dritte Buchstaben ln umgekehrter Richtung gelesen,«inen Ausspruch von Wilhelm v. Humboldt ergeben. Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. Schädliches Insekt: 2. blauer Farbton: 3. männl. Gestalt des alten Teslamentsi 4. Gemüse: 5. Blutgefäß: 6. Mondphase: 7. Kurort an der Riviera: 5. Stoffart: 9. Nebenfluß der Elbe: 10. Frauenpame: 11. Schweizer Dichter: 12. Wetnsorte: 13. Staat in Südamerika: 14. mathemat. Bezeichnung: 15. russische Umsturz- partei: 16. engl. Staatsmann, 17. Werbung für eine Partei, Sache usw.: 18. Teil des Gesichts. kk. Magische Figur Die Buchstaben sind so in die Felder der Figur einzuord en oaß die Reihen, waagerecht und senkrecht gelesen, die gleichen Wörter folgender Bedeutung ergeben: 1 Edelstein: 2. Staat in Mütelameiika: 3. Südfrucht: 4. Stadt in Rutzland. kk. Silbenkreuz. 1+2 Blutgefäß: 3+ 4 Fisch: 5+ 6 Schiffszubehör: 7+ 8 Mittelpunkt des Bauches: 2+ 8 Naturerscheinung: 7+ 3 Nebenfluß des Rheins: 5+ 1+ 4 bekannter Sozial- demokrat: 7+ 5 Sinnesorgan: 3+ 8 Maschinenteil: 7+ 6 Besestigungsmittel: 3+ 6 Philosoph. lio. Zahlenrätsel 123— 456— 73865963— 5 10 9'~47 10— 8 6 10 9 6— 11 6 3 7 4 6— 11 12 9— 11 6,13 12 11. Schlüssel- worte zu diesem Ausspruch von Lassalle. 9 2 3 10 S 6=: Schneiderhandwertzeug: 6 3 1 12 3 9= Stadt in Thüringen: 4 5 6 13 6 3— Hausangestellter: 11 7 13 11 6 10= Fluh in Indien. t Enttäuscht Ein Jäger schoß, da riß sein Blei Dem Flügeltier den Kops entzwei. Er fand am Lagerfeuer Nur noch des Vogels Eier.* Groß und größer Mit„D" ein Haus, das viele Menschen faßt, In„R", der Stadt, bin ich stets gern zu Gast.* Auflösungen der letzten Rätselecke Sternrätsel: 1—2 Einem: 2—3 Monti: 4—3 Gummi: 4—5 Geier: 6—5 Anker: 7—6 Norina: 8—7 Turin: 9—8 Ernst: 9—10 Essen: 1-— 10 Eisen.— Buchstaben im Kreis 1—10: Emigranten. Abzählrätsel(durch 6 abzuzählen): Einst wird die Sonne müde sein,/ Für immer, immer schlafen ein./ Drum freue dich, Erde, jeden Tag,/ Den dir die Sonne scheinen mag./ Und nimm du Mensch auf leben Schritt/ Das Leuchten deiner Sonne mit. Verwandlung: Lid— Lied. Verwondlungsrätfel: Baum, Raum, Rahm, Rahe, Rabe. Rabe. Rose. Rost. Most. Mast. Silbenrätsel: 1 Daudet: 2. Eros: 3. Rienzi: 4. Zeder: 5. Euterpe: 6. Zpswich: 7. Garibaldi: 8. Eos: 9. Donner: 10. Ranküne: 11. Ofanto: 12. hagenow: 13. Taler: 14. Randu.— Der Feige droht nur, wo er sicher ist. Dreierlei: Hand.