BERLIN Nomierstag 15. September 1932 Redaktion u. Expedition: Scrlüt SW 68, Lindenstr.S ScL A7 Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Torwarts". Bezugspreis tiirbeideAusgabentöPf. pro Woche, 3,25 M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 69 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. ■nBHBnBBBBBHHBHI „MnWasJs Anzeigenprei«: Di« Isplt. MUN- meterzeile 30 Pst Die Retlamezeil« lostet 2 Mark. Rabatte n. Tarist 10 Pf Nr. 436 B 210 49. Jahrgang Meißner nimmt das wort Bemerkenswerte Feststellungen des Slaalssehreldrs beim Reldispräsldenien Wahre Demokratie! Von Dr. Otto Meißner, Staatssekretär beim Reichspräsidenten. „Das deutsche Volk hat sich diese Verfassung gegeben." Auf diesen Worten liegt der Hauptton: damit wird in den Eingangsworten der Verfassungsurkunde feier- lich bekundet, daß diese neue Verfassung unseres Vaterlandes Sinalsfekretär 3)r. Otlo Itleifiner des Ausdruck einer vollen und wahren Demo- k r a t i e, einer echten Volksherrschaft sein soll. Das Deutsche Reich der neuen Verfassung ist eine repräsentative demokratische Republik, und ihre politische Form ist im ivcsentiichen im Parlamentaris- m u s gefunden worden. Das überragende und wichtigste Organ, in dem sich die vom Volke ausgehende Gewalt äußert, ist der Reichstag, der die volle Gesetzgebungsgewalt und die ständige Kontrolle über die Regierung hat. Zwischen dem Präsidenten und dem Reichstag steht die R e i ch s r c g i e r u n g, die das Bindeglied ist zwischen dem Reichspräsidenten, der sie ernennt, und dem Reichstag, dem sie in allen Handlungen vcrant- wortlich und dessen Vertrauen Voraussetzung sür ihre Tätigkeit ist. Der Reichstag gliedert sich in Fraktionen, die sich nach der Zugehörigkeit der Abgeordneten zu den p o l i- tischen Parteien zusammensetzen. Die Verfassung erwähnt zwar Parteien, Parteizugehörigkeit und Fraktionen nicht; in dem von ihr aufgestellten Grundsatz der Verhältnis- mahl ist aber auch das politische P a r t e i s n st c m und das auf ihm beruhende F r a k t i o n s s i) st e m stillschweigend mit anerkannt. Partei ist, nach der Definilion des Staatsrechtslehrers Rehm, die Gesinnungs- und Kampf- gemeinschaft einer Gruppe von Menschen, die das Streben vereinigt, gemeinsame Gesinnungen und Interessen gegen anders Gesinnte, anders Interessierte durchzusetzen. D i e Parteien sind es, die in der modernen Politik, ins- besondere bei der Verhältnis- und Listenwahl, die Wahlen beherrschen: die P a r t e i l i st e wird in erster Linie vom Wähler gewählt, nicht der Kandidat: die Partei ist in erster Linie die Trägerin des Vertrauens des Wählers, erst in zweiter Linie der Kandidat. Nach den Parteien setzt sich der Reichstag in Fraktionen und auf Grund des Mehr- heitsverhältnisses der Fraktionen die Regierung zusammen. Die Republik zeigt verschiedene Formen, die wir als parlamentarische, als Präsidentschaftsrepublik und als Rc- publik mit kollegialer Spitze bezeichnen: als Beispiel der ersteren Form, bei der das überwiegende Schwergewicht beim Parlament liegt, sei Frankreich erwähnt, als Beispiel der zweiten, bei welcher der Präsident einen erheblichen Anteil der Staatsgewalt innehat, Nordamerika und als Beispiel der dritten Form, bei der die Macht des Präsidiums unter ein Kollegium geteilt ist, die Schweiz und die Hanse- städte. Während der Beratungen der Nationalversammlung und des Verfassungsausschusses war die Frage der Stel- lung des Reichspräsidenten eine stark umstrittene: drei Strömungen kamen zum Ausdruck: Die eine war bestrebt, die Stellung des Präsidenten stark zu heben, seine eigene Entschlußmöglichkeit und seine selbständige Verant- wortlichkeit zu steigern: eine zweite war geneigt, die Selbständigkeit des Präsidenten nach Möglichkeit zu be- schneiden, aus der Besorgnis heraus, daß er neben dem Parlament eine Macht erlangen könnte, die sich mit den Rechten des Reichstags und mit den Grundsätzen einer vollen Demokratie nicht vereinbaren ließe; eine dritte Strömung ging dahin, an Stelle eines Präsidenten ein direkt aus dem Reichstage hervorgegangenes Kollegium zu setzen Das Schlußergebnis war die zwischen den beiden ersteren Strömungen vermittelnde Schaffung einer selbständigen Zentralgewalt, des Reichspräsidenten, neben welche die aus dem Reichskanzler und den Reichsministcrn bestehende Rcichsregierung tritt. Die Verfassung kennt also als Träger der Volkssouveränität den Reichstag und den Reichspräsidenten, beide verbunden durch die Reichsregierung, welche vom Reichspräsidenten ernannt wird und gleichzeitig das Vertrauen des Reichstags haben muß. * Nachschrift der Redaktion: Wir entnehmen- diese außerordentlich wichtigen Darlegungen dem bei Reinmr Hobbing- Berlin erschienenen Buche:„Die R e i ch s v e r f a s s u n g, dar- gestellt von Dr. Otto Meißner, Oberregicrungsrat und Referent beim Reichspräsidenten". Dr. Otto Meißner ist noch heute Staatssekretär bein: Reichspräsidenten. ilstaubüberfall auf Geldtransport Geldtransport der BVG. vor dem Vathaus Charlottenburg überfallen Beamter erschossen Gin toller Ueberfall wurde heute früh vor dem Gharlottenburger Rathaus in der Berliner«trasic auf einen Geldtransport der BVG. verübt. Zwei Beamte der BVG. hatten auf der Girokaffe HM der Berliner Ttadtbank ZttlOt) M. abgehoben. Als die Beamten die Raffe, die sich im Gebäude des Rathaufes befindet, ver- ließen, und gerade die Straße betreten hatten, stürmten vier mit Pistolen bewaffnete Männer aus einem Privat- auto heraus auf sie zu, und eröffneten ein regelrechtes Schnellfeuer. Gincr der BVG.-Beamtcn, der Be- triebsinfpektor Meyer brach mit einem Kopfschuß blutüberströmt zusammen. Ter ihn begleitende Beamte erlitt glücklicherweise nur einen Streisichuß. Tic Räuber benutzten die Verwirrung, eine hölzerne Kassette, in der sich das Geld befand, zu ergreifen, und in dem Auto die Flucht zu ergreifen. Gs gelang ihnen, mit der Beute in Richtung Sächsische Straße— Kurfürstendamm zu ent- kommen. Bei der Flucht gaben die Täter aus dem Auto noch mehrere Schüsse ab, offenbar um etwaige Verfolger einzuschüchtern. Bctriebsinspektor Meyer, der bewußtlos ins Weftcndkrankenhaus eingeliefert I wurde, ist kurze Zeit nach seiner Aufnahme an den Folgen des schweren Kopfschusses gestorben. Alles genau vorbereitet! Alle Umstände lassen darauf schließen, daß der Ueberfall bis in alle Einzelheiten aufs genaueste vorbereitet war. Zu ihrem Ueberfall benutzten die Banditen eine dunkelblaue Mercedes-Benz- Limousine mit dem Erkennungszeichen IA 16 393. Wie schnell von der Polizei ermittelt werden konnte, gehört der Wogen der Firma Friedrich M i n o u x, die ihre Büroräume An der Stechbahn im Zentrum Berlins hat. Das Auto stand in den gestrigen späten Abendstunden einige Zeit unbewacht in der Landshuter Straße. Diese Gelegenheit benutzten die Räuber und stahlen den Wagen Es besteht kein Zweisel, daß das Auto eigens zur Ausführung des Wildweststreiches gestohlen wurde. Betriebsinspektor Meyer von der BVG. und ein zweiter BVG.- Beamter betraten gegen Uhr den Kassenraum der Girokasse, um einen Scheck über 33109 M. zu präsentieren. Die Summe sollte heute im Betriebsbahnhof in der Helmholtzstraße sür Lohn- Zahlungen verwandt werben. Meyer erhielt das Geld in 30-, 20- und 10-Mark-Scheinen. Die beiden Bemnien legten das Geld in eine lederne Aktentasche und aus Sicherheitsgründen verstauten sie die Tasche dann noch in eine hölzerne Kassette, bie sie ver- schlössen. Wenige Minuten nach%9 Uhr verließen die beiden Männer den Kassenraum. Offenbar hat sich einer der Banditen in der Girokasse ausgehalten und ist den Beamten auf dem Fuße ge- folgt. Vermutlich auf ein verabredetes Zeichen stürmten plötzlich die Burschen heran, die sämtlich P i st o l e n in den Händen hielten. Die Räuber eröffneten sofort ein Schnellseuer, so daß der Betriebs- inspektor gar nicht dazu kam, seine Waffe zu ziehen. Meyer brach schwer gelrossen zusamwen. Zwei der Banditen ergrisfen jetzt die Kassette, während die anderen beiden den Rückzug deckten. Sie flüchteten über den Fahrdamm und sprangen in das dort bereitstehende Auto. Nachdem die Täter aus dem Wagen noch etwa 3 bis 6 Schüsse abgegeben hatten, rasten sie mit Vollgas davon. Der erschossene Leiter des Betriebsbahnhoss ist 36 Jahre«lt. Er wohnte aus dem Bahnhof in der Helmholtzstraße und steht seit 1902 im Dienste der Gesellschaft. Jagd hinter den Banditen. Als Meyer durch den Kopf geschossen zusammenbrach, ließ er die Kiste fallen. Die Begleiter wurden zu Boden geschlagen. Sie sagen aus, daß sie Fußtritte in den Rücken bekamen. 2lls di« Zwang zu Neuwahlen Verschiebung verfassungsmäßig unmöglich Der Uebcrwachungsausschuß des Reichstags hat beschlossen, sich als Untersuchungsausschuß zu konstituieren und Regierungsmit- glieder als-Zeugen vorzuladen- Die Regierung ließ jetzt schon er- klären, daß sie das Recht des Ausschusses zur Ladung des Reichs- kanzlers und anderer Regierungsmitglieder bestreite. Wie immer man zu dem Beschluß des Ausschusses politisch steht, so muh doch festgestellt werden, daß rechtlich und verfassungsmäßig das Recht des Ueberwachungsausschusses nicht zu bezweifeln ist, Zeugen ohne Ansehen der Person zu laden. Die Regierung wirft mit ihrer Bestreitung einen neuen Konfliktsfall auf. Darüber hinaus weiß die Hugenberg-Presse von weiteren Konfliktsmöglichkeiten zu berichten: „Die Reichsrcgierung hat vorläufig erklären lassen, daß sie dem Ileberwachungsausschuß das Recht zur Ladung des Reichs- kanzlers und der übrigen genannten Persönlichkeiten bestreiten werde. Im übrigen würde der Reichskanzler auch schon deswegen nicht vor dem Ileberwachungsausschuß erscheinen, solange nicht der Reichstagspräsident erklärt habe, daß die Abstimmung im Reichstag zu" Unrecht erfolgt sei. Es muß in diesem Zusammen- hang daran erinnert werden, daß der Reichsinnenminister unmittelbar nach der Auslösung des Reichstags die Erklärung abgab, die Neuwahlen zum Reichstag sollten zwar staitfindcn, aber natürlich nur dann, wenn die völlige Ausrecht- erhaltung von Ruhe und Ordnung die Durchführung von Wahlen ermöglicht. Sollte das Vorgehen der kommunistisch-national- sozialistischen Oppositionsfront zu Weiterungen führen, so würde selbstverständlich auch die Frage der Neuwahl daaion berührt werden." Liier wird unterstellt, daß die Regierung bereits in Beschlüssen des Ueberwachungsausschusses eine Störung von Ruhe und Ord- nung sehen und dies zum Vorwand für die Nichtausschreibung von Neuwahlen nehmen könnte Die Vorschriften des Artikels 23 der Reichsverfassung sind zwingend. Die Neuwahl hat spätestens am 60. Tage nach der Auf- lösung stattzufinden, ein Abweichen von dieser zwingenden Vor- schrift ist verfassungsmäßig unmöglich. Es ist die P f l i ch t d e r R e g i e r u n g, dafür zu sorgen, daß das Volk innerhalb der vorgeschriebenen Frist sein Wahlrecht ausüben kann. Es ist die Pflicht der Regierung, für die Wahl- freiheit und die Ordnung bei der Wohl zu sorgen, und wenn Ruhe und Ordnung gestört sind, sie wiederherzustellen. Das Recht des Volkes ist das Primäre, dem sich die Regie- rung und alle ihre Maßnahmen unterzuordnen haben! Dieser Verpflichtung gegenüber dem Recht des Volkes find alle vorhergehenden Regierungen nachgekommen! Die Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 ist unter den schwierigsten Umständen durchgeführt worden, auch die Mai wähl vom Jahre 19 2 4 fand in einer Zeit schwerer Unruhen statt— aber in jedem Falle ist die Wahl ordnungsgemäß durchgeführt worden! Der verfassungsmäßig letzte Termin für die Neuwohl ist i-sr 60. Tag nach der Auflösung des Reichstags. Stimme vom Süden. Die Bayerische Äolkspartei über das Ler'aisunqsspiel. München, 13. September. In einer längeren Darstellung legt die B a g e r l s ch e- V o l t s- Partei- Korrespondenz die Gründe des Verhaltens der Banerifchen Volkspartei in den letzten Wochen dar. In dem Artikel wird u. a. erklärt: Es sei eine Entstellung des Eedankens der Prösi- dialgewalt, wenn man ihre Ausgabe ausgerechnet darin erblicken wollte, sich um den Volkswillen überhaupt nicht zu kümmern, kein Monarch hatte eine Regierung hallen können, gegen die sich nahezu die gesamte Volksvertretung ausgesprochen hätte. Den Anhängern der präsidialen Theorie scheine selbst der alte konstilutionalismus zu demokratisch zu sein. Sie lebten in D i k t a t u r o o r st e! l u n g e n und wollten nicht einmal die Wahrheit anerkennen, daß selbst eine Diktatur, die sich halten wolle, des Rückhaltes an einer starken Volksbewegung bedürfe. Die Art und Weise, wie die Regierung Papen gegen die Volksvertretung regiere und die Methoden, mit denen sie die Parteien kleinkriegen zu können glaube. könne nicht dazu führen, Deutschland aus der Verwirrung der vor- zehrenden Partcileidcnschaften zu befreien. Diese Perspektive habe die Bayerische Volkspartei veranlaßt, unter Zurückstellung aller sonstigen Bedenken einen kühn angelegten politischen Versuch zu unterstützen, dessen Gelingen zunächst die Reichstagsauflösung verhindert und die Voraussetzungen für ein verfassungsmäßiges Wciterregieren in Deutschland wenigstens angebahnt hätte. Es handelt sich dabei um die Frage, ob der gegenwärtige Reichskanzler noch die Eignung besaß. das, was sich im Reichstag zugunsten einer Verständigung zwischen den verfassungsmäßigen Organen der Reichsgewalt, als da sind Reichstag. Reichspräsident und Reichsregierung, anbahnte, mit staatsmännischer Ueberlegenheit zu unterstützen. Die Haltung der Bayerischen Volkspartei war diktiert von der Ucberzeugung, daß die bewußte Ausschaltung aller volksbewegenden Kräsle keine Methode zum deutschen Wiederaufbau ist, weil dadurch erst recht Spannungen explosiver Natur im Volke erzeugt werken, denen keine Regierung auf die Dauer gewachsen ist. Diese Gefahr ist durch die Politik der Regierung unendlich vergrößert. Räuber mit der Kiste im Wagen saßen, beugten sich Zwei Männer schon während der Abfahrt heraus und feuerten noch auf die Bc- nmten. Der Verfolgung schloffen sich einige Privatwagen an. Ein Schupobeamter war auf das Trittbrett eines kleineren Wagens gesprungen. Der Chauffeur konnte bis zur Leibnizstraßc hinein der großen Limousine dichtauf folgen. Hinter der Kantstraße wurde das Tempo der Limousine aber immer schneller und schneller, so daß sie nicht mehr einzuholen war. Sämtliche Beamten des Raubdezernats sind sofort alarmiert morden. Die Umgegend des Rathauses, des Wllhelmplatzes usw. wurde abgestreift. Ueberall fragten die Beamten nach, ob der Wagen ichon früher in der Nähe beobachtet worden war. Die Beschreibung der Täter ist vorläufig noch sehr mangelhaft. Man weiß nur, daß es jüngere Menschen waren. Durch P o l i z e i f u n k wurden alle Landjägerposten in der Umgebung Berlins benach- richtigt..Die Reviere wurden alarmiert, um Beamte auszusenden, die die größeren Straßen bewachen sollen. Bisher ist aber noch keine Meldung eingegangen. Der große Mercedeswagen war gestern von dem Chauffeur Karl Kraft der Minoux-Werke gefahre« worden. Er hatte dem Direktor der Werke in der Landshuter Straße 22 eine kurze Be- stellung auszurichten. Bevor er das Haus betrat, hatte er den Wagen abgeschlossen. Als er nach wenigen Minuten zurückkam, mar die Limousine fort. Die Nachjragen hatten gestern leider keinen Erfolg. Niemand hat die Diebe beobachtet oder gesehen, wer mit dem Wagen davongefahren ist. Anscheinend haben die Räuber den Wagen gestern auch mit einem Nochschlüssel geöffnet. BVG. seht 1000 Mark Belohnung aus. Die BVG. hat für die Miederherbeischassung der geraubten 33 000 Mark eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Auch vom Volizeipräsidium ist noch eine Auslobung für die Aufklärung dieses Banditenstreiches zu erwarten. Das Banditenauto gefunden. Das zu der Banditentat benutzte Auto ist bereits gegen 3�11 Uhr auf der Chaussee nach Moorlake zwischen Wannsee und Glienicke führerlos gesunden worden. Wie jetzt einwandfrei feststeht, waren an dem Ueberfall fünf Männer beteiligt. Ofsenbar haben vier Banditen das Auto bereits in Berlin verlassen und der fünfte Komplice fuhr nach Moorlake hinaus, wo er den Wagen stehen ließ und von dort die Flucht ergriff. 2000 Mark Belohnung. Für die Aufklärung des Verbrechens bzw. die Festnahme der Täter sind vom Berliner Polizeipräsidenten 1000 M. Belohnung und die gleiche Summe von der BVG. ausgesetzt worden. Wie noch mikgeleill wird, hatte die geraubte Holzkassette grünen Anstrich und war mit zwei Eisenbändern beschlagen. Der Deckel trug in roter Farbe die Aufschrift: Bahnhof helmholtzstraße. Noch nichi Lteberwachungsausschuß. Haltlose Kombinationen über die Stellung der Sozialdemokratie. Der Ueberwachungsausschuß des Reichstags, der am Mittwoch beschlossen hat, die Rechte des Untersuchungsausschusses anzunehmen und eine Untersuchung der tatsächlichen Vorgänge in der Reichstags- sigung vom 12.«eptember zu veranstalten, ist bisher zu einer neuen Sitzung noch nicht einberufen worden. Die Mitteilung eines rechtsstehenden Blattes, die Parteien, die der Einsetzung des Ueberwachungsausschusses als llntcrsuchungs- ausschuß nicht zugestimmt haben, Sozialdemokraten, Zentrum und Deutschnotionale, würden sich an den weiteren Verhandlungen nicht beteiligen, auch würde der Abgeordnete L ö b e nicht den Vorsitz führen, beruht, soweit die Sozialdemokratie in Frage kommt, auf haltlosen Kombinationen. Diese hat ,wor die Untersuchung als überflüssig angesehen. Ihre künftige Stellung aber wird sie davon abhängig machen, wie sich die Reichs- rcgierung einerseits, bzw. die kommunistisch-nationalsoziolistische Mehrheit andererseits verhalten wird. Das Verbot der„BVZ." Stärkste Beunruhigung in den Kreisen der deutschen presse. Das Verbot der„Berliner V o l k s- Z e i t u n g" durch den Berliner Polizeipräsidenten hat in der Oeffentlichkeit und ins- besondere in den Kreisen der deutschen Presse die a l l e r st ä r k st e Beunruhigung hervorgerufen. Es wird betont, daß es einfach unter solchen Umständen für die Presse ganz unmöglich wird, über die Kernsragen der heutigen deutschen Politik sachlich zu berichten und zu diskutieren. Eine Stellungnahme der R e i ch s st e l l e n zu diesem Verbot liegt noch nicht vor. Man konnte bisher auch nicht in Erfahrung bringen, ob der Berliner Polizeipräsident im Einvernehmen mit der Reichsregierung gehandelt hat. An sich war er nicht verpflichtet, die Zustimmung der Reichsregierung einzuholen. Es konnte daher auch nicht in Erfahrung gebracht werden, ob etwa von Reichs wegen ein Verbot des„Bayerischen Kurier" beabsichtigt sei, aus dem bekanntlich das Rechtsgutachten des Staatsrechtslehrers Nawiatzki abgedruckt worden ist. Die Aeußerungen der zuständigen preußischen Stellen zu diesem Verbot sind im höchsten Grade unbefriedigend. Wenn man zum Beispiel hört, daß es natürlich„nicht verhin- d e r t" werden könne, daß Staatsrechtslehrer Gutachten ausarbeiten über die Verfassungsmäßigkeit von Regierungshandlungen, daß es aber auf die Form ankomme, in der dies geschehe, so ist dies eine Auffassung, die nicht nur die Pressefreiheit totschlägt, sondern sogar die Freiheit des Geistes und der Forschung voll- ständig zu unterbinden droht. OAZ. für Rechisbwck. Gestern keifte Goebbels im Ueberwachungsausschuß gegen die Deutschnationalen: „Die subventionierte Regierungspresse— das ist die Presse, die leine Leser hat und noch vor drei Monaten für den schwarz- braunen Block Propaganda gemacht hat." Heute lesen wir in der„DAZ.": „Aber alle verantwortlichen Faktoren, die sich setzt in nutzlosen Kämpfen befehden, sollten nunmehr ihre Kraft auf die Zukunft konzentrieren, die zum Dienst am Staatsganzen diejenigen wieder zusammenführen muß, die in den letzten Wochen durch persönliche und parteipolitische Fehlgriffe getrennt worden sind." SA-Tumulte in Frankfurt. Hilfsarbeiten für reaktionäre Pläne. Franksurl a. M., 13. September(Eigenbericht.) Stürmische Straßenkundgebungen einiger tausend Nationalsozialisten beunruhigten in der Nacht zum Donnerstag mehrere Stunden lang die Frankfurter Innenstadt. Ilm ihre vier Reichstagsabgeordneten— völlig unbekannte und unbedeutende Leute— bei ihrer Rückkehr aus Berlin zu begrüßtn, hatten sich auf Befehl der Naziparteileitung mehrere taufend Nationalsozialisten in Braunhemden und Zivil auf dem Hauptbahnhof und dem Bahnhofs- oorplatz eingefunden. Sie stimmten bei der Ankunft des Berliner LO-Zuges ein wildes Heil-Gebrüll an. Di» lärmenden Kundgebungen setzten sich noch etwa eine Stunde lang auf der Kaiserstraße, an der Hauptwache und auf der Zelle fort. Die Reichsbahnpolizei auf dem Hauptbahnhof verhielt sich völlig passiv, während die Schupo an vielen Stellen mit dem Gummiknüppel gegen die Nazidemonstranten vorging. Ein Führer und 10 Mann der Schupo mußten am Roßmarkt die Pistolen ziehen, um sich Geltung zu verschaffen. Mehrere Polizeibeamte wurden tätlich angegriffen. Einem Beamten wurde der Tschako vom Kopf geschlagen. An mehreren Stellen nahm die Polizei Ver- Haftungen vor, jedoch genügte diese Maßnahme keineswegs, um die Kundgebungen, die gegen das Demonstralionsoerbot und die Polizei- Vorschriften verstießen, zu unterbinden. Nun das Amtsgericht! Göring stellt gegen den Kanzler Strafantrag wegen des Borwurfs des Verfassungsbruches. Wie der„Völkische Beobachter" mitteilt, hat der Reichstags- Präsident Göring den Rechtsanwalt Dr. Frank II beauftragt, gegen den Reichskanzler von Papen Strafantrag zu stellen und Privatklage zu erheben wegen des in dem Briefe des Kanzlers an Göring erhobenen Vorwurfs, Göring habe sich des Verfassungsbruchs schuldig gemacht, als er dem Kanzler das Wort nicht erteilte. Wutgebrüll bei Hugenberg. Lieber die Stellung der Sozialdemokratie zur Büstungsfrage Der„Tag" markiert einen Tobsuchtsanfall. Er behandelt die Richllinien der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zur Rüstunqs- frage in einem Leitaufsatz, der nur noch aus Explosionen besteht. Wir registrieren folgende Kraftausdrücke:„Teuflisch",„hinterhältig", „Ephialtes",„Unterstreichung der französischen Lügenchese",„Herriot, der zahlende Gönner des deutschen Pazifismus",„Wahlfranzosen", „Wehrfront durchbrochen",„Hilfe für Frankreich",„die SPD. stellt sich außerhalb der Ratio n". Zlußerhalb der Vernunft zu stehen, halten wir für noch bedenklicher. Darum neiden wir dem„Tag" nicht seinen Standpunkt. „Verfassungsschützer" als Raufbolde. Görings Gesellen in der Praxis kiel, 13. September.(Eigenbericht.) In Erste überfielen Nationalsozialisten nach einem SA.-Appell mehrere Reichsbannerleute, die von dem Arbeitslager des Reichs- banners in Meggerkoog zum Einkauf in das nahe gelegene Erste gegangen waren. Die Ueberfallenen erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Es ist gelungen, einige von den rauflustigen Nazis dingfest zu machen. Sie wurden dem Gericht zugeführt. Lenkt Frankreich ein? Optimistische Schlußfolgerung der englischen presse. London, 15. September. Der Pariser Korrespondent der„Time s" zitiert eine Stelle aus der französischen Antwortnote auf die deutsche Denkschrift, in der von dem Streben nach allgemeiner und regulierter Abrüstung die Rede ist, und meint, diese Stelle scheine aus eine Kursänderung hinzudeuten. Er begründet diese Ansicht damit, daß die zitierte Stelle der Theorie von Abrüstung und Sicherheit widerspreche, die bisher die Richtschnur der offiziellen französischen Politik gewesen sei. Der Grundsatz allgemeiner und regulierter Abrüstung, fährt der Korrespondent fort, sei bei den letzten Wahlen von der großen Mehrheit der Parteien der Linken angenommen worden. Jetzt sei er auch in einer so verpflichtenden Erklärung, wie sie eine Regierungsnote an eine fremde Macht fei, schriftlich fixiert worden. Man glaube, daß Frankreich nicht bloß mit der sterilen Politik Tardieus nach Genf zurückkehren könne und daß das ganze Programm not- wendigerweise einer Revision unterzogen werden müsse. Der Korrespondent schließt: Erkundigungen in amtlichen Kreisen haben zwar keine positive Aeußerung über diese Politik auszulösen ver- mocht, aber man stellt auch nicht direkt in Abrede, daß eine Acnderung der französischen Politik in dieser Richtung bevorstehe. Der Pariser Korrespondent der„M o r n i n g Post" spricht ebenfalls von der Möglichkeit einer Modifikation der franzä- sischen Haltung in der Abrüstungsfrage. Es scheine, daß die franzö- fische Regierung allmählich den Begriff Sicherheit weniger militärisch aufzufasien geneigt sei und daß Frankreich, wenn Amerika seinerseits seinen Teil der Verantwortung für die Aufrecht- erhaltung des Weltfriedens in irgendeiner Forin anerkenne, sich ermutigt fühlen würde, einer Verminderung seiner Rüstungen zuzu- stimmen. Dies würde auf der anderen Seite Amerika vielleicht be- stimmen, in der Schuldenfrage nachzugeben. Amerika- Lialien. Das amerikanische Flugzeug über Italien. Rom, 15. September.(Eigenbericht.) Der Flug Amerika— Italien ist geglückt. Das Flugzeug „American 71 n r f e" mit Miß Tlewcomer, Dr. Albrich und Dr. Pisculli an Bord, das in New Jork zu einem Flug nach Rom gestartet war. hat eine Zwischenlandung in Spanien vornehmen müssen. Es befindet sich jetzt auf dem Flug nach Rom. Die gestrige Mondfinsternis. Die für den gestrigen Mittwochabend angekündigte Versinstc- rung des Mondes verlief programmäßig, wie das bei den auf genauen Berechnungen beruhenden Ankündigungen der Astronomen nicht anders zu erwarten ist. Da der Himmel sternklar und der Mond nicht von Wolken verdeckt war, konnte das interessante Schauspiel auch in Berlin überall, wo der Ausblick nicht durch zu enge S!raßen gehemmt war, während des ganzen mehrstündigen Verlaufs gut beobachtet werden. Goebbels Schwager bei hindenburg. Der Reichspräsident empfing heute den mecklenburg-schwerinischen Ministerpräsidenten Granzow, der oon dem mecklenburg-schwerinischen Gesandten, Dr. Tischbein, begleitet war. 3n Chile ist Oberst Merino, der soeben erst eine provisorische Regierung mit Hilfe eines Militärputsches gebildet hatte, schon wieder gestürzt worden. Chlle ist im Augenblick ohne Regie- rung. Der Sturm aufs Arbeiterheim. Nationalsozialistische Totschläger vor Gericht. kiel, 15. September.(Eigenbericht.) 3n dem Prozeß gegen die Nationalsozialisten, die den Sturm auf das Eckernförder Gewerkschafts Haus unter- nahmen und dabei zwei Landarbeiter töteten, begann die Beweisaufnahme. Acußerst belastend für die Nationalsozialisten ist das Zeugnis des Standartenführers Roos aus Schleswig, der an diesem Tage das Oberkommando über die gesamte SS. und SA. hatte. Seiner Schätzung nach seien zirka 300 SS.- und SA.-Leute am Gewerkschaftshaus gewesen, als er dort ankam. Es fei ihm nicht gelungen, so sagt er, die außerordenl- lich erregten SS.- und SA.-Leute zur Ruhe und Disziplin zu rufen. Die Menge ging entgegen seiner Ausforderung zum Sturm aus das Gewerkschaftshaus über.„Aber sonst", so fügt dieser Nazistandarlen- führer hinzu,„habe ich meine SA. immer in der chand!" Das ominöse Wort „Wat issen det? Da hat woll eener jebrochen?" „Km Gottes willen, bebaupten Sie nicht, daß einer unserer Herren was gebrochen hat. Sie riskieren Zuchthaus�" Auf die sehr präzise Frage des Staatsanwalts, daß er doch die Sperrkette habe büden lassen, antwortete der Standartenführer mit „Ja!" Auf die weiter« Frage,„aber ein Eindringen der SA. doch nicht zn verhindern?" antwortet der Zeuge ebenfalls:„Ja, um Gottes willen nicht!" Damit hatte er die Angriffs- absicht ganz deutlich zugegeben. Als ihm die Bedeutung seiner Aussage bewußt wurde, versuchte er sie ins Gegenteil um- zudrehen und sagte als Erklärung dazu:„Das war aber eine ver- zwickte Frage!" Der Borsitzende des ADGB. in Eckernförde und die Land- arbeitersekretäre T o f t e und Peters gaben eine sehr eingehende Schilderung der Vorgänge vor dem Gewerkschaftshaus. Durch viele Landarbeiter, die alle zu einer Landarbeiterkonfereirz im Gewerk- schaftshaus versammelt waren, wurden diese Aussagen ergänzt und bestätigt. Danach sind zuerst zwei Landarbeiter vor dem Gewerk- schaftshaus von einer Gruppe von 25 bis 30 uniformierten Nazis überfallen und mit Schulterriemen verprügelt worden. Bor dem Gewerkschaftshaus sitzende andere Landarbeiter befreiten ihre Ge- nassen und trieben die Nazis zurück. Diese antworteten mit einem Steinhagel auf das Gewerkschaftshaus. Zn wenigen Augenblicken hatten die Nazis mit Personenwagen und Lastwagen hunderte von SA.- und SS.-Leuten zur Verstärkung da. Das ganze Haus wurde umstellt. Nach einem Vstsf. dem sofort ein Schuß folgte, ging es von allen Seilen zum Angriff über. Dieser Uebermacht waren die beiden Polizeibeamten und die wenigen Reichs- banner- und Landarbeitergenossen, die zum Schutz im Haus waren, nicht gewachsen. "Das Mädel vom Montparnaffe" primus-palast Auf der flimmernden Leinwand gibt«s noch mehr Barone und Adlige als in der deutschen Politik, so auch in diesem Film, der sich französisch gibt und Louis B e r n e u i l zum Mitverfasser hat. Der irrlichtert natürlich wieder erotisch und es kommt beinahe zu pikanten Szenen. Der alt« Graf ist ein Ekel, der seinen Sohn verstößt, well der ein Mädel vom Montparnasse liebt. Doch der alte Graf verliebt sich, ohne daß er es weiß, in das Mädel seines Sohnes. Und da es lei dem Souper mi' dem Alten standhaft bleibt und der junge Herr Graf an seinem Berlodungstage ausreist(ihm ist die Tochter eines reichen Magarinefabrlkanten zugedacht), kann die eigentlich schon lange fällige Hochzeit endlich als Filmschluß stattfinden. Die Musik spielt in diesem Film dann eine Rolle, wenn man sie parodistisch gebraucht. Illustriert man doch durch wahre Katzen- niusik sehr amüsant unangenehme Tischreden. Diese wortlosen Reden wurden für weite Kreise erstmalig durch de» Chaplin-Film „Lichter der Großstad" bekannt. Sonst macht das gute Spiel der Darsteller das an und für sich schwache Werk für Anspruchslose erträglich. Man sieht Fritz Schulz alz jungen Grasen in der für ihn geschriebenen Paraderolle und neben ihm als Neue-'scheiminq Emmi B e s s e l. Ihre Singstimme wirkt piepsig, ihre Mimik ist nicht groß, trotzdem hat sie aber dann und wann gute Mom.nte. Alfred Abel ist als alter Graf ganz Mann von Welt und Julius Falkenstein ein urkomischer Gerichtsvollzieher, der mehr pumpt als pfändet. Hans Schwarz führte die Regie, bei der er weder sich noch seinen Kollegen ausweichen konnte. Vorweg«in toller Zeichensilm„Pin 8 und P o n g beim Wintersport". Die in ihm künstlerisch reizvll verarbeiteten Einfülle würden für 10 Durchschnittetonfilmlustspiele reichen, e. b. Neue kiinstlerläden in vcrl'n. Die Berliner Künstler, die an der Ecke Unter den Linden und Cbe.rlotienstraße den ersten Künstler- laden(m etesrciZ eröffneten, haben im e:sten Monat mit dem Aer- kauf von 37 Werken roten Ersnla gehabt und n'o"?n demnächst einen Zwesten Laden c ü'snen, eben' Ks in ehrenamtlicher Arbeit. Farb'ge?Nichn-7"ouse-� nie. Wie aus Hollywood gemeldet wird, sollen die nächsten Zehn Micky-Moule-Filme probeweise farbig hergestellt werden. Wenn diese neue Art sich als erfolgreich erweisen sollte, werden olle Zeichentrickfilme künftighin als Farbensilme her- gestellt werden. Die Zugkatastrophe in Algerien -120 Fremdenlegionäre getötet,-150 verwundet Paris, 13. September.(Eigenbericht.) Tic furchtbare Eisenbahnkatastrophe bei Tlemcen in Algerien hat nach den bisherigen Meldungen etwa 121» Tote und 130 Verlebte gefordert. Tas Unglück ereignete sich auf der Strecke Oran— Udschda. Ter Militärsonderzug mit 2 Offizieren, 73 Unter» offizicren nnd 433 Mann der Fremdenlegion war um 7.13 Uhr in Richtung Marokko aus Sidi bcl Abbes ab- gefahren. Einige Kilometer Don der Station Turenne entfernt, entgleiste der Zug infolge Unterfpiilung der Gleise durch die heftigen Regenfälle der letzten Zeit. Tie Lokomotive und 31 Wagen stürzten in eine etwa 20 Meter tiefe Schlucht, wo sie in einem schrecklichen Durcheinander zerschellten. Nur der am Schluß des Zuges laufende Gepäckwagen blieb am Rande der Schlucht hängen. Ein in der Nähe der Unglück sstellc befindlicher Araber benachrichtigte den nächsten Gendarmericposten, der die Meldung an den Bahnhof Turenne weitergab. 'Alles verfügbare Personal und ein großer Teil der Bewohner von Turenne eilte sofort an die Unglücksftelle und leistete, zusammen mit den unverletzt gebliebenen Legionären, die erste Hilfe. Inzwischen wurden von Tlemcen nnd Sidi bel Abb«S zwei Hilfszüge mit Aerzten und Sanitätspersonal abgesandt. Tie Bergungsarbeiten gestalteten sich äußerst schwierig, da die Schlucht schwer zugänglich ist und die Tunkelheit hereingebrochen war, so daß Scheinwerfer aufgestellt werden mußten. Fast das ganze Zugpersonal befindet sich unter den Toten, außerdem der Leiter des Transportes, ein Offizier der Fremdenlegion. Gegen neun Uhr abends traf ein Zug mit den ersten Verwundeten in Tlemcen ein. Bisher sind etwa 3v Tote identifiziert worden. Die Aufräumungsarbeiten, die wegen der unwirtlichen Gegend und der recht schwierigen Be- jchaffung des hilssinaterials nur sehr langsam vorwärtsschreiten, sind noch in vollem Gange. Man rechnet damit, daß eine genaue Ucbersich: über das furchtbare Unglück erst im Laufe des Donnerstag möglich ist, da der größte Teil der Toten und Verletzten noch unter den Trümmern liegt. Ein Eingeborener, der als einziger Augen- zeuge dem furchtbaren Unglück beiwohnte, sah plötzlich, wie die Lokomotive sich auf die Seite legte und in den Abgrund hinabstürzte und sämtliche 31 Wagen nach sich zog. Unter donnerartigem Getöse rollten die Wagen in die Tiese, wo sie wenige Sekunden später nur noch einen einzigen Trümmer- Hausen bildeten. aus dem das Röcheln und Stöhnen der Verletzten drang. Bis in die späten Nachtstunden des Mittwoch war es nur gelungen, eine ver- hültnismähig geringe Zahl der Toten und Verletzten zu bergen. Die Ursache des Unglücks ist nicht ganz genau festgestellt. Man nimmt zwar allgemein an, daß sie auf eine durch die ausgiebigen Rcgenfällc hervorgerufene Dammnnterspülung zurückzu- führen ist, halt aber vorläufig auch einen verbrecherischen Anschlag nicht für ausgeschlossen. Ob sich auch Deutsche unter den Opsern befinden, ist bisher nicht bekannt, es ist ober damit zu rechnen, da die Deutschen in der französischen Fremdenlegion stark vertreten sind. Oer neue Elisabeth-Bergner-Film. „Der träumende Mund" im Capitol. Wir haben nur eine Elisabeth Bcrgner in der großen Schar darstellender Künstlerinnen. An Verinnerlichung, Vertiefung, psycho- logischer Ausarbeitung kommt ihr keine gleich. Aber merkwürdig: das aus den Fugen geratene Theatcr hat in Berlin keine Verwen- dung mehr für sie. Wer diese seine Kunst liebt, wird sich daher freuen, die Bergner wenigstens in einem neuen Film zu erleben. Sie hat nicht immer Glück gehabt mit ihren Filmen. Aber einer von allen ist leuchtend im Gedächtnis: das zarte Frauchen im„Rju". Weitere Kreise zog ihre„Ariane". An beide Filme wird man er- innert durch ihre Rolle in den: neuen Film„Der träumende Mund". Das Bühnenstück„M e l o" von Henri Bernstein, das übrigens in Berlin durchfiel, mag keine besonder« Borlage sein. Was Paul Ezinner, Manufkriptverfasser und Regisseur in einem, daraus gemacht hat, mag auch nicht viel besser sein. Gewiß, es ist nur das alte Spiel von der Frau, die zwischen zwei Männern steht und keinen Ausweg mehr als den Freitod findet. Aber die Bergner hat wieder einmal Gelegenheit, ihr reiches Seelenspiel in allen seinen lltuancen vorzuführen. Sie wird uns vorgestellt als die Frau eines braven, pedantischen, maßlos in sie verliebten Primgeigers, dessen ganze Existenz sich um diese kleine Frau dreht. Sie ist lässig, träume- risch, verspielt— daher der gesuchte Titel. Sie liebt ihren Mann auf ihre Weise, aber es fehlt ihr der eigentliche Lebensinhall, da ihr ein Kind versagt ist. Da erscheint der berühmte Geigenkünsller, dem sie sofort verfällt. Ohne Besinnen betrügt sie ihren Mann, verführt den großen Künstler, dessen Herz gerade frei ist, kehrt aber zu ihrem Mann zurück. Denn sie fühll. daß er ohne sie nicht leben kann. Er erkrankt, und sie wird ihm die treueste Pflegerin. Kaum ist er halb- wcgs genesen, da kommt der andere, von Sehnsucht getrieben, zurück und verlangt ihre Liebe. Run kennt sie sich nicht mehr aus, schreibt ihrem Mann den tröstenden Abschiedsbries und geht ins Master. Was wir an der Bergner lieben— das Geheimnisvolle der Seele, das plötzlich in die Erscheinung tritt als brennende Sehnsucht oder tiefe Melancholie, als jähes Versinken oder jubelndes Glücks- gcfühl und alle die andeutenden, halbverwischten und doch so mar- kanten Züge, die das Leben des Unterbewußtseins spiegeln— das alles kommt in diesem Film heraus. Wie wundervoll ist dieser be- stelle Blick, dieser feine Mund, der bald wehmütig verschlossen ist, bald zart lächelt und nur einmal zu tollem Lachen sich öffnet. Das Verängstete, das Hilflose, das Verwunderte, nicht mehr Begreifende und sich in sich selbst Zurückziehende— wer könnte das jvie die Bergner ausdrücken! Ihre Hände sprechen ihre eigene Sprache. Anton E d t h o f e r und Rudolf F o r st e r sind die beiden Männer. zwischen denen sich ihr Schicksal erfüllt. Forster, der auch in der „Ariane" ihr Partner war, aber dort eine bessere Rolle hatte, ist diesmal dazu verurtellt, nur der Auslöser der Liebe zu sein. Er wirkt fast apathisch und erstarrt in seiner Starrolle. Um so lebendiger ist Edthostr als ewig besorgter Ehemann. Er übertreibt im Tempo der Gesten wie der Sprache und wird manchmal fast unoerständlich. Rein filmisch wird nicht allzuviel geboten: das übersteigerte Milieu im Haust des Geigers, der Konzertsaal mit der Vorführung eines Geigensolos, die Szene in der Tanzdiele, der Abschiedsbrief im Cafe. Alles Akustische ist vortrefflich, vor allem die modu- lationsreichc Stimme der Bergner wie auch das Geigenfpiel kommen sehr wirksam zur Geltung. Im Foyer wird eine Ausstellung von Bildern und Photos von der Bsrgner in ihren Film- wie Theaterrollen gezeigt. Sie selber tonnte wegen einer Operation nicht zur Premiere erscheinen. v. „So ist China." Llsa-pavillon. Unter Kanonendonner und Gronateinschlägen, während eines Gegenangriffs der Chinesen, bringt ein japanischer Dampfer Dr. Martin R i k l i nach Schanghai. Mit 20 schweren Kisten, an- gefüllt mit unersetzlichem Filmgepäck, steht er in der Nähe eines riesigen Granattrichters und bald darauf filmt Rikli aus ameri- kanischer Stellung heraus die Kämpfe um den Nordbahnhof Tscha- pei. Dann dreht er weiter auf diesem eigenartigen Kriegsschau- p'atz, S Monate hindurch, in denen jeder Tag sich überstürzende Ereignisse bringt. So schuf ein Menich, der nicht nach Effekten hascht. Zeitdokumente von größtem historischem Wert. Da wird in der internationalen Zone von Schanghai seelenruhig an einem gigantischen Wolkenkratzer gebaut, während das Chinesenviertel in Grund und Boden geschossen wird. Wir sehen die Japaner und die Chinesen bei ihren eindrucksvollen Totenfeiern, wir sind Zeugen des Bombcnattentats bei der großen japanischen Parade, wir er- blicken die endlosen Züge der mit Särgen beladenen Barken, auf denen die Chinesen ihre Toten in die Heimat befördern. Wir dürfen auch die Mitglieder der Bölkerbundskommijsion betrachten und erfahren, daß offiziell eigentlich gar kein Krieg ist. obwohl über zehntausend Menschen getötet wurden. Auf dem Bahnhof in C h a r b i n sorgen japanische Soldaten, chinesische Polizisten und russische Weißgardisten, ohne daß ihre Machtver- hältnisse geklärt sind, für Ordnung, aber des Nachts dürfen die Züge nicht fahren: denn nicht weit vom Bahnhof warten 20 000 plünderungslustige Banditen auf willkommene Beute. Fünf Eisenbahnstund«» von Schanghai aber liegt Hang- tschau, ein entzückender Erholungsort, in dem Landschaft, Archi- tektur und Gartenbaukunst um den schönsten Eindruck wetteisern. Dann sehen wir noch das Heiligtum des L i n g- P i n, ein Buddhistenkloster. Man verehrt dort die Göttin der Barmherzig- keit, was stark an den Marienkult der katholischen Kirche erinnert. Brücken, die ein reizvolles Idyll sind, Götterstatuen aus Urvor- vöterzeiten, junge Mädchen, die Sport treiben, und Panzerautos allerrnodsrnster Konstruktion— dos alles ist China. Trotz dieser vielen bunten Bilder und Stimmen lernen wir die Seele de? Volkes doch nicht kennen: denn zum Einfühlen in diese fremde Kultur gehört ein Führer, der selbst in beiden Welten zu Hause ist, und ein jähre- langes fleißiges Studium.— g. Zeiffchristenschau für Republikaner? Es gibt auf der Deutschen Welle eine regelmäßig wieder. kehrende Beronstaltung, den„Querschnitt durch Zeit- schritten". Man kann der Deutschen Welle nicht dieselbe Haltung wie der S ch l e s i s ch e n F u n k st u n d e zum Vorwurf machen, die erklärt hat, sozialistische Zeitschristen konnten nicht mehr be. s p r o ch e n w e r d e n. Die Deutsche Welle und der Referent dieser Stunde, Dr. Hans Traub, sind jawohl um Objektivität bemüht. Auch eine sozialdemokratische Zeitschrift wurde am Mitt- woch berücksichtigt. Daß Dr. Traub dabei ausgerechnet auf einen Artikel einging, der mit Zeitfragen gar nichts zu tun hatte, sondern eine Reiseschilderung aus Rußland war, hat die Mißbilligung der sozialistischen Hörer erregt? Aber Dr. Traub kann natürlich aus jeder Zeitschrift nur das herausgreifen, was ihm am wichtigsten er- scheint, und in einer sozialistischen muß ihm ein Reisebericht als das einzig wichtige erscheinen— darüber kann es für den Hörer dieser Zcitschriftenschau keinen Zweifel geben. Dr. Traub macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Ohne daß eine Notwendigkeit dazu vorlag, erklärte er, die Kämpfer von Langemark seien opferfreudig und vorbildlich für„Gott und den Kaiser" in den Tod gegangen: Dr. Traub erinnerte auch daran, daß„das Herz Preußens am Feindesland" liegt. Von der ihm sicherlich sonst ewig unbekannt gebliebenen Monatsschrift„Die Monarchie" erfuhr der Hörer, daß sie es sich angelegen sein lasse,„den monarchischen Gedanken wach und rein zu erhalten". Auch vergaß Dr. Traub nicht mitzuteilen, daß es noch eine Wochenschrift des gleichen Titels gäbe. Herr von Popen, der neben seiner Kanzler- und Reformarbeit offensichtlich nicht nur als außerordentlich produktiver Redner, sondern auch noch als fleißiger Schriftsteller gewertet werden muß, bekam den Löwenanteil dieser Zeitschristenstunde.— Iz. Die Ortsgruppe Berlin des Schuhverbandes ausgelöst. Der Hauptvorstand des Schutzverbandes Deutscher Schrift- steller in seiner Eigenschaft als Reichsleitung des über das ganze deutsche Sprachgebiet gehenden Verbandes hat gestern die Auflösung der Ortsgruppe Berlin beschlossen. Der Grund der Auflösung sind die zahlreichen Versuche des gegenwärtigen Borstandes dieser söge- nannten alten Ortsgruppe Berlin— daneben besteht die gleich starke Ortsgruppe Berlin-Brandenburg—, seine Stellung an der Spitze einer Ortsgruppe und den Apparat des Verbandes zu einseitigen politischen Zwecken zu mißbrauchen. Durch die Auflösung werden Mitgliederrechte nicht verkürzt, insbesondere nicht der Anspruch auf den Rechtsschutz. Der EDS. enchält sich jeder Ein- Wirkung auf die Gesinnungssreiheit seiner Mitglieder, der Haupt- vorstand erachtete es aber als Pflicht, dem SDS. das Ansehen einer überparteilichen Bcrufsvertretung zu bewahren. 1934 wieder Passionsspiele in Oberammergau. Der Gemeinde. rat von Oberammergau hat beschlossen, aus Anlaß des 300jährigen Jubiläum der Passionsspiele im Jahre 1934 die Passionsspiele wieder aufzuführen, und zwar in Verbindung mit einem Vorspiel. Gerhart Hauptmann hat sein Erscheinen zur Festvorstelluna des Deut- schen Theaters„Rost Bernd" ani Sonnabend zugesagt. Eugen Klopfer wird das Gedicht„Tie Hauptmann-Wclt" von Max Herrmann als Prolog sprechen. Alle Galgeulieder von C h r i st i a n M o r g e n st e r n erscheinen in diesem Herbst als Volksausgabe in einem Band im Verlag Bruno Cassirer, Berlin. Sigrid Onbgin beginnt ihre diesjährige Tätigkeit an der S t ä d t i> schen Oper am 25. Scplenrbei als ,.C a r m c n". Tas Berliner Theater wird Freilag. den 23. September, wieder erössnct. Es gelangt zur Aufnhrung„Der lebende Leichnam" mit Alexander M o i s s i in der Hauptrolle. Um die Arbeiiszeii im Bergbau. Vom internationalen Bergarbeitcrkongreß. London, 15, September. In der Mittwochsitzung des Kongresses der Internationalen Bergarbeiterföderation in London betonte der Sekretär des britischen Verbandes, Ebby Edwards, daß man von der I n k r a s t- setzung der Arbeits st undenkonvcntion von Genf weiter denn je entfernt sei. Die britischen Bergarbeiter seien bereit, ihre Regierung bei den Bemühungen um Revision der internatio- »alen Arbeitsbedingungen zu unterstützen. Sie seien aber nicht berechtigt, ihre eigenen Bemühungen ausnützen zu lassen, um die Verringerung der Arbeitszeit hinauszuzögern. Der Vorsitzende des deutschen Bergbauindustricarbeitervcrbandes, Friedrich H u s e m a n n, sprach zunächst von den Bemühungen der deutschen Arbeiterschaft, die deutsche Regierung zur Ratifi- zierung der Konvention zu bewegen, und erklärte dann, die inter- nationale Krise werde nicht überwunden werden, solange nicht etwas geschehe, um die Not des deutschen Volkes zu lindern. Die Zahl der in den Bergwerken in Deutschland Beschäftigten sei von 121200l) tm Jahre 1921 auf 430000 gefallen. Die deutschen Bergarbeiter glaubten nicht, daß eine Erholung durch Dumping oder Schutzmaßnahmen eintreten würde. Die Krise der Bergwerksindustrie könne am besten durch die Verstaatlichung der Industrie, durch internationale Abmachungen und durch die Einführung der 40-Stunden-Wochc gelöst werden. Die Arbeilslosenzahl in Ztalien ist im August um 15 000 auf 945 972 gestiegen. Unterstiitzungsbcrechtigt sind nur 279 000, etwa 29 Proz. Faialisrnus? Ein merkwürdiges Abstimmungsergebnis. ZNancheflcr, 15. September. Eine Abstimmung unter den B a u in w o l l k ä m in er» ergab bei 20 000 Stimmenthaltungen 37 759 Stimmen für Arbeitsniederlegung, falls die vorgeschlagene Lohnkürzung durchgeführt würde 3631 Stimmen waren gegen die Arbeitsniederlegung. Sollten diese Stimmcnthaltungcn nicht aus ganz besondere Um- stände zurückzuführen sein, dann zeugen sie von einer geradezu erschreckende» Gleichgültigkeit. Verantwortlich sitr die Redaktion: Victor Schiff. Berlin; Anzeigcn: Otto Sengst, Lcrii». Bertra: Vorwärts Verlag G. m. d. H. Bertin. Dcült: Vorwärts Blich. druckerei und Lerlagsanftalt Paul Einger � Co.. Berlin E® 66 Lindenstr. 3 Hierin 1 Beilage. � 6efchifi$-Jbtjeiger � ARBEITER! Deckt euren Bedarf In Eisenwaren, Werkzeugen, Haus- U.Küchengeräten bei ERNST WIESE, Berlin O 34, Frankfurier Allee 16 BAVHVIYC KÜ�EBLIN oi*ibh BERLIN S 1 4/ WALLSTRASSE 63 FERNSPRECHER: F 7. 6771 Närkisdier Heisdittonsuin Hermann Pohle Palisadensfr. 29 Strausberger Str. 34 Großgarage Hordbahnhol j. Maximilian Janischewski Ed Es D I B BkB SJ Sfc Q Eberswaldcr Str. 14— IS/ 1 Minute vom O Kbi 0% ab■ SB I�Ib WVf Oderberger Strafe 19\ Nordbahnhof Garagen:: Tankstellen:: Werkstatt Tag und Nacht geöffnet— Telephon: O. 4. Humboldt 2887 GERMANIA-PRACHTSKLE CARL RICHTER Berlin na, Ghausseestr.iio-- uieidendacnm 6103 u. eosa Säle für Festlichkeiten, Kongresse usw. bis 1200 Personen fassend zu den günstigsten Bedingungen tR.126 Gute Küche;; Gepflegte Biere» Solide Preise Eauklempnerei riedrich Hädieke Be- und Entwässerung /• Sanitäre Anlagen SW 68, Lindenstraße 2 fflaiernotte Berlin C. m.b.H. 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Wenn aber Kinder eine Maschine bauen wollen, wird es ihnen von anderen verwehrt:„... sonst wird mein Vater auch entlassen". Beim Kasperlctheaterspiel hieß es:„Kasperle, Kasperle, du mußt sparen. Wir bekommen nur 11 Mark für Miete und Kohlen." Mit Vorliebe wird Stempelamt gespielt.„Vater, liegst du noch im Bett? Du mußt doch stempeln gehen." Kinderzeichnungen zeigen den Vater am Kochherd, bei der„großen Wäsche", zeigen, wie„Vater Muttern wegläuft". Und dann gibt es die ganz unverhüllten sexuellen Dar- stellungen aus dem zu engen Zusammenleben mit zu vielen Er- wachsenen. Das ist unsere Zeit im Spiegel der proletarischen Kindcrseele. Beobachtungen auf der Straße und in Kinderhorten haben es gelehrt. „Sachschäden sind reparabel, menschliche nicht." Ständig werden Kinder von Arbeitslose» und Wohlsahrts- empfängern abgewiesen, die aus sozialen, hygienischen und päd- agogischen Gründen dringend einer Betreuung bedürfen, für die aber kein Platz zu schassen ist. Von der Not getrieben, treten die Kinder dem Hort oft in der Haltung heftig Fordernder gegenüber. Aber das Liebesbedürfnis bleibt groß. Die Aufenthaltsdauer für die im Hort aufgenommenen Kinder beträgt 1 bis g Jahre. Auch nach dieser Zeit ergab sich bei vielen noch eine Unterlänge von 12 bis 14 Zentimeter und ein Untergewicht bis zu 11 Kilogramm. Noch aber finden wir im allgemeinen keine solchen Hungertypen wie im Kriege: die eingetretenen Gesundheitsstörungen wurden schon seit l'A Jahren erwartet. Wird jetzt ärztliche Behandlung not- wendig, ist vielen Eltern der Krankenschein zu teuer. Für den Zustand dieser Kinder müssen allein die sozialen Schäden als Ursache angeklagt werden. Alle hinraffenden Krankheiten konnte man aus- schließen, auch die Tuberkulose. 30 Proz. der Hortkinder sind trog jahrelanger Pflege als dauernd gesährdet zu betrachten.„Sach- schäden sind reparabel, menschliche nicht", warnen die Aerzte. Schlimmste Schrumpfung der Mittel und rapides Anwachsen der Aufgaben stehen in der Arbeit der Jugendwohliahrt einander gegen- über. Wenn die ärztlichen Untersuchungen schon bei den Hort- lindern ein so niederdrückendes Ergebnis zeigen, so kann man sich vorstellen, wieviel schlimmer es noch bei den übrigen aussieht. „... und die Kinder liegen mit offenen Augen und die Angst wäch st." Kleinere Kinder haben niemals einen erwerbstätigen Vater kennengelernt. Das Vorbild des arbeitenden Vaters fehlt.„Unser Papa macht nix. Der sitzt da und raucht." Die Kinder sehen ihren Vater vielfach nur innerlich müde, gedrückt, gereizt. Männer ver- schenken in Anwandlung von Verzweiflung ihren ganzen Hausrat. Mit der steigenden Arbeitslosigkeit mehren sich die Kindermißhand- lungen, eine entsetzliche Auswirkung ohnmächtigen Zornes gegen das Leben! Dabei ist erstaunlich und ergreifend, wie gerecht viele Kinder die Väter und deren Situation beurteilen; so sagt ein Kind von seinem Vater, der sich, betrunken, zu Mißhandlungen hinreißen ließ:„Die Väter trinken nicht zum Vergnügen, sondern aus Not. Mein Vater hat keine Arbeit, er gehörte aber zuerst zu den besten Arbeitern. Jetzt nicht mehr." Und ist die seelische Mißhandlung, welche die Kinder unausgesetzt«rlcidcn, weniger furchtbar? Die Familienverhältnisse wurden durch das Elend immer mehr zerrüttet. Die älteren Geschwister fühlen sich durch die jüngeren in ihrer Existenz geschmälert. Aber immer mehr Kinder werden in dieser Volksschicht geboren. Man ist stumpf geworden. Mag eins mehr mithungern. Keine Kinder haben ist auch eine Geldfrage. Die Sorgen der Eltern wurden in vollem Umfange auch zu Sorgen der Kinder, eine Erscheinung, die in bürgerlichen Kreisen nur selten auf- tritt. Ein Junge:„Denken Sie, nur Erwachsene haben Sorgen? Nein, wo heutzutage die große Armut ist und jeder mit sich selbst zu tun hat, müssen die Kinder auch zugreifen. Es ist bestimmt keine Freude, wenn die Kinder aus der Schule kommen und Zeitungen austragen müssen und sehnsüchtig zusehen, wie die anderen Fußball spielen. Liegen dann die Kinder abends im Bett und Vater und Mutter sprechen von dem Geld, so führt dieses Gespräch oft zu Zank und Streit— und die Kinder liegen mit offenen Augen und die Angst wächst, daß die beiden sich noch das Schlagen kriegen. Ist das Freude? Manche Familien werden aus ihren Wohnungen gewiesen, weil das Geld nur zum Essen reicht. Das sind die Freuden der Kinder!" und„wenn der Vater am Freitag das»Geld holt, hat der Junge Furcht, daß er nicht mehr soviel Geld gricht wie sorigten Freitag." „...manches Mal wollen sie nicht aus- tragen..." Oft ist das Kind der einzig Verdienende in der Familie: denn Kinder sind ja so billige Arbeitskräfte, daß man sie noch brauchen kann. Das Austragen von Milch, Schrippen, Zeitungen spielt in den Mitteilungen der Kinder über ihr Leben eine große Rolle. „Manches Mal wollen sie nicht austragen, aber dann sagen sie sich, dann haben wir ja diese Woche wieder weniger zu essen." Der Wunsch, den Eltern helfen zu können, taucht häufig auf. Die Familie äst noch nicht so zerfallen, wie man befürchten müßte. Die Kinder möchten sich selbst ihre Kleidung beschassen, der Mutter„Bettwäsche und einen Wintermantel", jüngeren Geschwistern und Vettern„einen Rodelschlitten und eine Eisenbahn" und dem Voter einen Anzug und sogar„einen Laden mit Schaufenster, aber ja keinen im Keller" kaufen können. Bon der Kauskrost einer bestimmten Summe haben die Kinder ineist eine genaue Vorstellung Rückständige Miete be- drückt sie am meisten; sie wollen ihren Eltern Geld geben...... daß wir nicht exmeticrt werden". Kinder in den ersten Schuljahren haben schon 3 und 4 Exmissionen mitgemacht. „... unser Haust st grau, zerfallen und alt." Sie fürchten die Ausweisung, aber sie hassen das Haus, in dem sie weiter leben solle». Keines dieser Kinder vcrniag nüt den Begriffen Heim und Heimat etwas anzufangen. Sie nennen Haus und Wohnung„grau, zerfallem und alt", die Höfe„grauenhaft" und„entsetzlich". Sie erzählen von den Dächern, die den Regen durchlassen und lange, lange nicht repariert werden: von den dunklen und defekten Treppen, über die man nur mit Vorsicht gehen kann; von Wanzen und Schwaben; von morschen Wohnkellern. Sie äußern ihren Abscheu davor, daß 4 und S Mieterparteien gemeinsam ein Klosett aus dem Treppenflur benützen müssen: und sehnsüchtig vergleicht man sein Haus mit dem Neubau. Nahezu entsetzt sprechen die Kinder von der Menschenmenge in chren Mietkasernen: sie fühlen sich— durchgehend— vom Klatsch verfolgt, von Hausverwaltern bedrängt, die es nicht gestatten, daß die Kinder aus den Häsen spielen. Dabei hat man sich schon sehr erfinderisch Spiele auf engstem Raum ausgedacht, wie das berühmte„Köppcn", den Kopf- ball soft ein Papierknäuel) als Ersatz für den Fußball. Aber„der Portir kommt und jagt uns weg". Eine Schulklasse stirbt auf der Straße. Die Straße wird für die Kinder zum einzigen großen Magneten. Sie nimmt sie auf. Aber auch sie hat keinen Raum für sie. An Regenabenden sieht man Kinder auf den Stufen, die zu einem Laden führen, mit einem Mühlcspiel oder ihren Flieger- und Auto- bilderserien sitzen. Hauptsache: Spiel und Bilder sind im Trockenen; I die Beine können den Regen abbekommen. Am Tage sollen die Kinder zusehen, wie sie sich mit Wagen, Rädern, Autos, Possanten, I Straßenhändlern abfinden. Es herrscht Mangel an Grünflächen. Die wenigen vorhandenen sind überfüllt. Nicht nur von Kindern, auch von Erwachsenen: Erwerbslosen, Alten. Die Kinder sollen auch hier nicht„toben". Wie im Hause heißt es:„Geht auf die Straße." Die Straße fordert in jedem Jahr das Leben von etwa SO Kindern, das bedeutet: eine gutbesetzte Schulklasse. Gewiß, es gibt bei den Kindern eine Art Verbitterung und Trotz gegenüber den Autos(so sehr sie das Autobild lieben). Aber meist führt die Kinder ihre Unkenntnis von der Verkehrsregelung in ihr Verderben. Dabei ist ihr Interesse, wurde es überhaupt erst einmal geweckt, an allem Technischen, an der Abwicklung des Verkehrs so groß. Erfahrungen der Jugendverkehrswacht beweisen es, Am ruhigeren Sonntag, an dem die Straße den Kindern ungleich mehr bedeuten könnte als in der Woche, schämen sich gar nicht so wenig Kinder, ihre armselige „Freiheit" auf der Straße zu genießen, weil sie so schlecht gekleidet sind. Die Jungen wollen nicht sehen lassen, daß sie Wäschestücke von Mutter und Schwester tragen; und die Badehose allein ist Sonntags nicht erlaubt... Sie fühlen sich„verstoß"» und haben zu garnichg mehr lust zu machen". Aber in fast allen lebt noch eine glühende Sehnsucht: das Fahrrad. Ein Fahrrad und hinaus! Zum Fußballspiel, zum Schwimmen(Junge wie Mädchen) vor allem! Aber sie bleiben zur Straße verdammt. Und im Winter? Lesehalle und Schule werden die einzige Zuflucht. Davon soll in unserem nächsten Bericht die Rede sein. J. K. Wettbsmö für Ormuermig öer Erpehung Sechster Kongreß in LZt);a Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß alle neuzeitliche Pöda- gogik, über Pestalozzi hinweg, aus den Rousjcauschcn Lehrsatz zurück- geht, die von Nalur guten Anlagen des Kindes einfach sich selbst entwickeln zu lassen, und daß die verschiedenen Methoden, ob sie sich Monleisori, Dalton und sonstwie nennen, nur Varianten dieses einen Gedankens sind. Der sechste Kongreß des Weltbundes für Erneuerung der Erziehung stand gleichfalls im Zeichen Rousseaus, es galt nur, seine Erziehungsprinzipien mit dem Wandel der so- zialen Verhältnisse in Einklang zu bringen. Ohne einen irgendwie einheitlichen Grundton wäre es auch vällig unmöglich gewesen, einen Weg durch die Wirrnis der Lorträge, Referate und Lchrkursc zu finden. Die Konzentration war ohnehin durch die Anwesenheit von fast 1700 Delegierten stark behindert. * Der Vorzug der Tagung bestand in dem sie beseelende» Geist der freundschaftlichen Sympathie und Brüderlichkeit, der seinen Ausdruck fand in den Ansprachen der Präsidenten und des Vor- sitzenden des Weltbundes und gefördert wurde durch die verbind- lichen Worte des französischen Unterrichtsministers. Dazu kam frei- lich das vereinigende Moment der Weltkrise, ihr überall fühlbarer Einfluß auf die Gestaltung des Unterrichtswesens und� der allen Völkern gemeinsame Wunsch, die kulturelle Aufgabe der Schule nicht verkümmern zu lassen. Den verschiedenen Kommissionen und Kursen lag es ob, Wege zur gemeinsamen Lösung dieser Aufgabe zu finden. Dr. W a l l o n(von der Sorbonne, Paris), eine der leitenden Größen der Sektion für Allgemein- und Berufs- b i l d u n g, zeigte die Widersprüche auf, die sich aus unserer be- stehenden Gesellschaftsordnung für die Vereinigung der rein menschlichen mit der praktischen Seite der Er- t e h u n g ergeben. Einheitliche Entwicklung der Individualität und Spezialisierung durch die Technik— Allgemeinbildung und Spezialisierung durch den Beruf—, das sind Gegensätze, die nur zu überbrücken sind, wenn es dem Erzieher gelingt, durch die An- passung der Schule an das soziale Leben die in dem Kinde schlum- mernden Kräfte zur Entwicklung und über sein Milieu hinaus in Beziehung zu der menschlichen Gemeinschaft zu bringen. Von er- sreulich hoher Warte sprach Professor L o n g e v i n zu dem Thema der Allgemeinbildung. Er verglich die Erziehung ver- gangener Zeiten, die lediglich auf oberflächliches Wissen, auf einen rein äußerlichen Essekt gerichtet war, mit der heutigen ernsthaft wissenschaftlichen, dem Menschentum dienenden, die uns die Mög- lichkeit gibt, an eine bessere Zukunft zu glauben. Das Problem der Familie behandelte Dr. Marie Baum, Karlsruhe. Sie ging aus die mannigfachen Funktionen der Familie ein, zunächst auf di» heute völlig verlagerte wirtschaftliche, dann auf die pflegerische (die durch Heime, Beratungsstellen usw. ergänzt wird), endlich auf die durch Mangel an Wohnraum verkümmerte soziale und bevölke- rungspolitische, und kam zu dem Schluß, daß es einen vollgültigen Ersatz für die Familie als Organ des Ausatmens in die große Volksgemeinschaft nicht gibt. Frau Martha Nemes, Budapest, konnte über bemerkenswerte Erfolge berichten, die sie in zwanzig- jähriger Ersahrung in ihrer Familienschule erzielt hat, die Erforder- nisse des täglichen Lebens als wichtigste Unterrichtssächer für acht- bis zehnjährige Kinder vorsieht. Die aus der Erwerbslosigkeit erwachsende ungewollte Frei- zeit ist zu einem Erziehungsproblem geworden, das allerernstesie Beachtung verdient. Ueber ihre Gestaltung gab es eine sehr leb- hoste Aussprache, an der sich besonders Dr. Raupach beteiligte. Er trat für Arbeitsdienst und Arbeitslager ein, unter der Bedin- gung, daß der Arbeitsdienst nicht von oben her zu organisieren, sondern von unten aus den Kräften der Gemeinschaft auszubauen. und daß die Praxis der Arbeitslager, deren Zusammensetzung einen glücklichen Ausgleich der Klassen, der Bewertung der Leistung be- dingt, tunlichst auf den Arbeitsdienst zu übertragen sei. Einen breiten Raum nahm begreiflicherweise die Erörterung der Frage der Lehrerbildung ein, sür die der Amerikaner Professor Dr. Harold R u g g(der Vorstand der Sektion) seit Jahren tätig ist. Bemerkenswerte Vorschläge sür eine Reform der Lebrer- j ou»bildung machte der Direktor de? Lehrerseminars in Kreuzlingen i Dr. Willi S ch o h a u s, der eine radikale Umstellung des Arbeits- betriebes, Begabungsgruppcn, Internate und Selbstregicrung, Unterbrechung der Seminarstudien durch praktische Hilfsarbeit an Volksschulen, ein- bis zweijährige Betätigung in anderen Berufen (als Landwirt, Handwerker usw.), Studienreisen ins Ausland, die Schaffung eines internationalen Lehrcraustauiches forderte. Neuartig und interessant waren die von Professor Mathilde V a e r t i n g aufgestellten machtsoziologischen Entwicklungsgesetze in bezug auf das Verhältnis des Lehrenden zum Schüler. Sie sieht die Grundbedingungen für die Eignung zum Erzieher in der Bereitschaft zur Anerkennung des Begriffes der Gleich- berechtigung, in der Befreiung des Willens von Herrschaft und Bs- herrschtsein, um aus diese Weise den veralteten Korpsgeist in den Geist der Gemeinschaft zu verwandeln. Für die Zusammenarbeit in übernationalem Geiste hatte Dr. George H. Green ein ausgezeichnetes Programm aufgestellt, das u. a. vorsieht: gerechten objektiven Geschichts- und Eeographieunterricht, zur Lösung des Problems der Minderheiten das Zweisprachensystem, Zusammenarbeit der jungen Lehrer mit Berufskollegen in den anderen Ländern. Professor Becker sprach in einer öffentlichen Abendversamm- lung außerordentlich eindringlich für die Erhaltung jeder nationalen Kultur, die unbedingte Boraussetzung ist sür die internationale Zusammenarbeit. 4- Lag es in der Natur der Sektionen, zu spezialisieren, so dienten die Abendvorträge vorwiegend einer zusammenfassen- den Behandlung des Gegenstandes, und hier schieden sich deut- lich zwei Gruppen: die einen auf rein gefühlsmäßiger Grundlage, die anderen wissenschaftlich ausgebaut mit wesentlich mehr Substanz. Unter letzteren fanden sich Höhepunkte der Tagung. Professor P i a g e t führt das augenblickliche Wcltchaos weniger auf politische und wirtschaftliche als auf psychologische und mora- lische Uursachcn zurück, die die crsteren bedingen. Der Weg vom Egozentrismus zur Menschheitsgemeinschaft ist noch nicht klar er- kannt. Die Erziehung der Jugend wird und muß ihn weisen. Prosessor Claparcde erinnerte die Pädagogen in beherzigcns- werten Worten an ihre Pflicht, die Jugend zu erziehen zu dem Glauben an den guten Willen anderer, unbeschadet von der Ver- schiedenheit von Anschauungen und Handlungen. Dr. van der Leeuw stellte die Erzieher vor drei Aufgaben: 1. das Leben aus dem Kinde hervorzurufen, nicht Kenntnisse hineinzuführen; 2. die Wertefindung des Kindes zu wecken, den Glauben an ein Leben. das zugleich allgemein und einzig ist, 3. Verständnis für die orga- nifche Einheit herbeizuführen. Professor D e s s a u e r faßte seine Gedanken über die Anpassung der Erziehung an unsere wechselnde Gesellschaftsordnung in zwei Richtlinien zusammen: 1. soll der Mensch beweglicher, wendiger gemacht werden, 2. muß die Erhaltung des menschlichen Schwer- Punktes erstrebt, Ethos, Pflichtgefühl, das Gefühl der Weltverant- wortung erzieherisch tiefer gelegt werden. Professor Dr. R u g g ermahnte die Pädagogen der ganzen Welt, sich zusammenzuschließen zur Ausstellung und Durchführung eines einheitlichen sozialen Programms, das dem Kopf- und Hand- arbeiter überall in gleicher Weife gerecht wird. Dr. Elisabeth Rotten, voller Tiefe des Wissens und der Gedanken, ließ das Bild Goethes, des deutschen Europäers, in seiner Mannigfaltigkeit, insbesondere als Erzieher, wie er sich in der päda- gogischen Provinz seiner Wahlverwandtschaften und in Gesprächen mit Eckermann offenbart, vor den Hörern erstehen. Dr. Maria M o n t e s s o r i, die— wie man sagt— neuerdings mit dem Faschismus paktiert, trat einigermaßen theatralisch in die Erscheinung: sie leitete in Person einen neben der Weltbund- konferenz laufenden Montessori-Kongreß, der viel Anklang sand, obwohl er Neues nicht zutage förderte, ebensowenig wie ihre gc- schickte, mehr wort- als inhaltreiche Rede. Sehr lehrreiches Studienmaterial lieferten— wie schon in früheren Jahren— die verschiedenen Ausstellungen von Schüler- arbeiten. Bon deutscher Seite interessierten vorwiegend die sehr guten pbotograpdiseben Wiedergaben van Schulbauten, darunter die Versuchsschulen und die Berthold-Otto-Schule in Magdeburg. I.uise Muller. Ein Kapitel Sportphotographie Knipse nicht drauf los, das kostet Geld und bringt keine Bilderl Auch bei den Sportlern hat sich in den legten Jahren der Photoamateur seinen Platz gesichert, bisher erfolgte die Aus- wcrtung der erhaltenen guten Photos nicht systematisch nach prak- tischen Gesichtspunkten. Abgesehen von den persönlichen Photos, auf die nicht nur„die holde Weiblichkeit" besonderen Wert legt, wandert eine Unzahl sportlich und technisch einwandfreier Photos in irgendwelche Alben oder Andenkenkästchen, um gelegentlich guten Bekannten gezeigt zu werden. Auf dem Berliner RAST veranstaltete der A r b e i t e r- L i ch t- b i l d- B u n d eine Sportphotoausstellung, zu der sonderbarerweise von den Sportorganisationen keine Photos zu bekommen waren. Anscheinend wollte man keine guten Photos dazu hergeben oder die vorhandenen waren vielleicht zu schlecht, jedenfalls waren keine Photos zu erhalten. Und das in einer Zeit, wo das Bild die gleiche Rolle spielt wie das geschriebene Wort, wo jeder Verein durch Wand- Zeitungen werben kann, wo die illustrierte Presse geradezu aus g u l e Sportphotos wartet. Wenn es überhaupt Photos von einer Veranstaltung gibt, so ist bestimmt mehr vom Gras und von den Wolken zu sehen als von den Sportlern und Besuchern. Man ver- gleiche einmal Photos von unseren Veranstaltungen mit solchen bürgerlicher Vereinigungen, trotz gleicher Leistung eine weit bessere bildliche Berichterstattung. Aber auch im kleinen ist das so; das Photo versagl im Arbeitersport als werbendes Mittel. Woran das liegt? Einmal an dem unzureichenden bildlichen und technischen Können der Arbeiter-Amateure, zum anderen, daß die Arbeitersportler Propaganda mit veralteten Mitteln treiben. Es ist keine Geldfrage, sondern nur eine Frage der Anpassung an den Stil der Werbung von heute. Gewiß ist die persönliche Werbung das beste Mittel, aber damit gesteht man ei», daß die anderen Mittel versagen. Hier könnten die berufenen Vertreter des Arbeitersports durch wiederholte Anregungen, interne Wettbewerbe und Einrich- tung von Photokursen sehr viel erreichen, wenn auch dies alles etwas abseits von ihren eigentlichen Ausgaben liegt. Aber vernachlässigt darf dieses Gebiet auf keinen Fall werden. Aber man soll nicht alles Heil von oben her erwarten. Auch der einzelne muß sich fragen, wie diene ich dem Ganzen, wie bringe ich die Bewegung vorwärts, wo kann ich helfend eingreifen. Zuerst ist eine gute photographisch-technische Ausbildung notwendig, die Handwerkcrschule Berlin-Ost veranstaltet gute, billige Kurse, die zahlreichen Photogruppen des ALB. vermitteln eingehen- des technisches Können, jeder hat also die Möglichkeit technischer Schulung. Erst nach dem Beherrschen der photographischen Technik kann sich der persönliche Geschmack, die persönliche Bildauffassung entwickeln, womit erst wirklich„werbende" Photos geschaffen wer- den, an denen jetzt noch ein so großer Mangel ist. Nun zur technischen Ausrüstung des Photoamateurs. Die Zeit der 9X12-Zentimeter-Kamera oder noch größerer Formate ist vorbei, mit ihnen kommt man nicht nahe genug an die Objekte heran wegen des geringen Tiefeschärfebereichs: eine Abblendung ist wegen der großen Geschwindigkeiten der sportlichen Betätigungen nicht möglich. Alles Gestellte wirkt, wenn es nicht sehr gut gestellt ist, meist unnatürlich. Schließlich kostet die 9X12-Platte oder der Packfilm weit mehr als kleinere Formate. Für den Sportphoto- graphen zu empfehlen sind die Formate von 2,4X3,6(Contar, Leica) bis hinauf zu 6,5X9 Zentimeter(Makina, Icarette usw.), die alle eine gute Tiefenschärfe haben. Für den, der peinlich sauber und genau arbeitet, sind die Kleinstformate zu empfehlen, Anfänger aber werden kaum damit zurecht kommen, zumal Entwicklung des Films, Herstellen der Vergrößerungen usw. ein gewisses technisches Können voraussetzt. Kontaktabzüge sind bei so kleinen Formaten wertlos, erst ein 4,SX6-Abzug zeigt etwas, während das 6,5X9- Format durchaus für den Abzug ausreichend ist. Die kleinen Formate haben weiter den Vorteil der besseren Einstellmöglichkeit, das Warten bis zum letzten, photographisch besten entscheidenden Augenblick und, wie schon gesagt, der Billigkeit. Die hohe Lichtstärke ist ein weiterer Vorzug der Kleinapparate. Der Sportphotoamateur muß jedoch, wenn er einen bestimmten Moment knipsen will, den Bruchteil einer Sekunde zuvor den Verschluß auslösen. Wenn z. B. ein Amateur erst dann knipst, wenn seiner Meinung nach der Sportler gerade über der Sprunglatte schwebt, so zeigt sich nachher aus der Platte, daß er bereits die Latte übersprungen hatte. So schnell ist die Sprungbewegung, daß vom'Sehen des betreffenden Moments bis zum Abdrücken des Verschlusses doch schon eine gewisse Zeit, wenn auch nur V-«, bis Vm Sekunde vergangen ist. Ein anderer Trick des Sportphotographen ist bei schnellen Quer- bewegungen, wie Autorennen oder Ivü-Meter-Laus, das„Mitziehen" der Kamera. Beim Abdrücken wird die Kamera in der Laus- bzw. in die Fahrtrichtung mitbewegt: zwar wird dadurch der Hintergrund völlig unscharf, aber das ist ja Nebensache, dafür ist der Läufer bzw. das mit einer unheimlichen Geschwindigkeit dahinrasende Auto scharf. Bei Turn- und Sportübungen erreicht man gute Bildwirkungen. wenn man nahe vom Boden aus photographiert, also das„Motiv" gegen den Himmel photographiert. Wird mit der Gelbscheibe ge- arbeitet, so werden im Photo die weißen Trikots viel heller als der Himmel, die Bildwirkung ist dadurch eine gute. Diese Reihe der kleinen„Tricks" könnte beliebig fortgesetzt wer- den, aber besser ist es, wenn jeder selbst solche Feinheiten aus- probiert, es gibt ihrer so viele, bei jedem Sport gibt es Bclonder-s zu berücksichtigen. Und wenn jemand eine gewiss? Fertigkeit im Sportphoto erreicht hat. dann bitte nicht zum Privatphotographieren knipsen, sondern sür die Bewegung. Eine 8poi-tnenermig Der leuchtende Bali Auf dem Sportplatz in der Nicbuhrstraße in Charlottenburg war gestern Abend etwas Geheimnisvolles zu beobachten: Durch die Lust flog fortgesetzt eine leuchtende Kugel, die von irgendwen hin- und hergeworfen wurde. Beim Näherkommen fand man dann des Rätsels Lösung. Zwei Handballmannschaften der Arbeitersporller trugen einen regelrechten Wettkampf mit einem leuchtenden Ball aus. „Volkssport Wedding", der langjährige Berliner Meister und die FTGB.-Süden standen sich in einem Spiel gegenüber. Wenn es auch den einzelnen Spielern noch schwer fiel, sich mit der leuchtenden Kugel abzufinden, so zeigte es sich doch, daß nach mehr» maligem Spielen gute Leistungen herausgeholt werden können. Nur das Fangen des Balles machte einige Sorgen, sonst klappte alles vorzüglich. Wenigstens im Sturm und in der Läuferreihe. Bei der Verteidigung und bei den Torwarten lagen die Dinge allerdings bedeutend schwieriger. Hauptsächlich die Letzteren hatten einen sehr schweren Stand. War es ihnen doch erst möglich den Ball zu berechnen, wenn er nur mehr 3 bis 4 Meter vor dem Tor war. Dann war es aber bereits zu spät zur Abwehr. Im allgemeinen kann inan sagen, daß der Ball sich bei gelegent- lichen Handballspielen verwenden läßt, nicht aber bei Punkt- oder Meisterschaftsspielen. Der Versuch des Erfinders kann also als geglückt angesehen werden. Bei den weiteren Spielen müßte nur noch dasür gesorgt werden, daß der Platz noch etwas besser beleuchtet wird, damit die Zuschauer die Spieler und die Spieler sich selbst deutlicher erkennen können. Dann wäre noch zu empfehlen, statt des einen lieber zwei Schiedsrichter aufzustellen. Für einen allein ist es schwer, die Körperbälle genau zu kontrollieren. Der leuchtende Ball soll das Spielen auch bei Dunkelheit ermöglichen. Endkampf im Handball Leipzig-Paunsdorf— Wien-Stadlau Nachdem am 11. September der mitteldeutsche Meister Leipzig- Paunsdorf durch«inen 6:5- Sieg über den süddeutschen Meister Pfeddersheim(Pfalz) den deutschen Meistertitel im Arbeiter- Handball errang, steht noch das Endspiel um die Bundes- Meisterschaft des Arbeiter-Turn- und Sportbundes aus. Die zwei österreichischen Kreise d«s ATSB. haben in der Mannschaft Wien-Stadlau ihren österreichischen Meister er- mittelt. Das Schlußspiel um die Bundesmeisterschaft wird am 2 5. September in Wien ausgetragen. Bisheriger Bundes- meister war Wien-Ottakring, der vor zwei Iahren gegen den deut- fchen Meister Hannooer-Hainholz mit 6: 5 gewann. In den dies- jährigen Spielen um die Wiener Bezirksmeisterichast war Ottakring nicht mehr in der Lage, die Führung zu behalten. Sein stärkster Gegner Stadlau brachte es über den Bezirk hinaus zur Kreis- und österreichischen Meisterschaft und ist dem deutschen Meister Leipzig- Paunsdorf ein völlig ebenbürtiger Gegner. �iegreidie Box-Jubiiare Münchencr Amateure in Berlin geschlagen Vor zahlreichen Zuschauern führte am Mittwoch abend die Boxabteilung des Polizei-Sportvereins im Saalbau Friedrichshain einen Kampfabend durch, in dessen Mittelpunkt drei Turniere für Leicht-, Mittel- und Schwergewichte standen. Diese brachten die Endsiege von Donner und Hornemann- Berlin sowie P i e t s ch- Leipzig. Im Leichtgewicht gab es zunächst Vorrundensiege von Meister Donner-Polizei über Beyer-Landsberg und Bichler-München über Kappich-Spandau durch Punktwertung. Im Finale lieferten sich die Sieger einen schönen Kampf, in dem Donner aber immer Vor- teile hatte, vor allem in der dritten Runde..Sein Punktsieg wurde um so beifälliger aufgenommen, als es sich um seinen 169. Sieg handelte. Auch der Mittelgewichtler Hornemann konnte seinen 199. Kampf siegreich beenden. Nach seinem Vorrundenerfolg über Gottwald-Ost traf der Polizist auf Lang-München, der vorder Schellen-Hermes nach Punkten abgefertigt hatte. Hornemann war schlagstärker und trieb den Münchener fast ständig vor sich her. In der Defensive war Lang zwar nicht müßig, er reichte an den Berliner aber nicht heran und mußte ihm einen verdienten Punkt- sieg überlassen. Sieger des Schwergewichtsturniers endlich wurde der Leipziger Pietsch, der in der Vorrunde den Polizisten Surma mehrfach schwer zu Boden schlug und haushoch nach Punkten gewann. Im Finale lieferte ihm zwar Kaminski-Neukölln, Punkt- sieger über Hetschel-Heros, einen beherzten Kampf, Pietsch gewann ober doch sicher noch Punkten. Zur Nachahmung empfohlen Stettins Magistrat hilft Scliwimmvercinen Es gibt wohl in ganz Deutschland keinen Sportverein, der nicht bei der herrschenden schlechten Wirtschaftslage um seine Existenz zu kämpfen hat. Um so erfreulicher ist es daber, wenn auch einmal eine Behörde Interesse für die Notlage der Sport- vereine bekundet. Der Magistrat der Stadt Stettin hat in seiner letzten Sitzung den nachahmenswerien Beschluß gefaßt, auf Antrag der Inleressengemeinschaft der Stettiner Schwimmer (Schwimmveoeine, Turner, Arbeitersportler usw.) eine Beihilfe von 2ö00 M. für die Berbilligung der Schwimmhallenmieten zu ge- währen. Diese Beihilfe, durch die sich die Gebühren für die Schwimmhallen um etwa 39 Pro.;, ermäßigen, wird diesmal durch die„Oeffentlichen Werkbetriebe der Stadt Stettin G. m. b. H." zur Verfügung gestellt. Hi&MCc Spod ii&eeM Europäische Sechskagesahrer nach USA. Die Engagementsoer- Handlungen zwischen Oskar Egg, dem europäischen Vertrauensmann des amerikanischen Sechstagerennoeranstalters Chapman, und den für die„Six days" in Chikago und New Pork in Frage kommenden Fahrern find in vollem Gange. Fest verpflichtet sind bereits Weltmeister Binda, seine Landsleute Linari und Severgnini sowie der Holländer Jan van Kempen. Weiterhin verhandelt Egg noch mit den Deutschen Frankenstein, Wissel, Bulla und Stöpel, den Italienern Pugliesi und Minardi sowie mit den Belgiern A. Buyssc und Billiet. Letztere dürften aber wohl eher im Berliner Sechstage- rennen starten. Unionsfahrer im Sportpalast. Für die zweite Veranstaltung der neuen Saison im Berliner Sportpalast, die am Freitag. 16. Sep- tember, 29 Uhr, vor sich geht, zeichnet die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Radfahrer-Union verantwortlich. lieber 69 Fahrer, darunter auch verschiedene aus dem Reiche, werden an den Start gehen. Den Höhepunkt des Programms bildet ein Zweistundcn- Mannschaftsrennen. Boxmeister ungefragt. Das Interesse der europäischen Berufs- derer für den Titel eines Europameisters der Weltergewichtsklasse scheint äußerst gering zu sein. Nur ein einziger Kandidat, und zwar der Italiener Vittorio Venturi, hat sich auf den neu ausgeschriebenen Wettbewerb ftistgemäß bei der Internationalen Box-Union gemeldet. Der JBU. blieb nichts anderes übrig, als die Weltergewichts- Europameisterschaft nochmals neu auszuschreiben mit der Hoffnung, daß sich diesmal mehr Bewerber melden. Angriff auf Schiedsrichter mit Gefängnis bestraft. Vor einem Mannheimer Gericht stand in diesen Tagen ein Fußballspieler aus Heidelberg, der sich wegen eines tätlichen Angriffes aus einen Schiedsrichter zu verantworten hatte. Dem Unparteiischen wurde bei dieser Gelegenheit eine schwere Ohrenverletzung zugefügt. Wegen Körperverletzung erhielt der Spieler eine Gefängnisstrafe von vier Wochen zudiktiert. Die Strafanzeige des Schiedsrichters crsolgte trotz Widerspruchs des Verbandes. Die Strafe selbst dürfte für den Betreffenden eine heilsame Lehre und sür andere Rohlinge eine Warnung sein. Bei den Einzelmeisterschasten im Gewichtheben, die der Bezirk West der Wiener Arbeiterheber kürzlich durchführte, stellte der bekannte Rekordheber Hall a- Wien im Mittelgewicht einen neuen internationalen Rekord aus. Halla riß beidarmig 119 Kilo- gramm, er verbesserte damit die alte Höchstleistung um 5 Kilogramm. Buude�siceuc{/eeeiue ieUeu taii: Die Gruppen Äöpcuick, vbersprec und Mitte der Freien Schwimmer Grob- Berlin baden gemeinschaftlich mit dem Schwimmperein Müggelsee im lammen den Winter im Stadtbad Friedrichshain. Bielen Wünschen der Ellern unserer Äinder. und Iugendmitglieder Rechnung tragend, wird in der Zeit»an W bis Ar« Uhr gebadet, erstmalig Dienstag, 20. Eevtember. Unterricht kastenlos. Eintrittspreise für Erwachsene 80 Pi., Jugendliche 20 Pf., Rinder und Er- werbslale 10 Pf. Der Reulöllner Zuhballllub Minerva 28 teilt mit, daß sein« Sitzungen Fieitag ab'2(m Uhr stattfinden. Borher tagen die Jugend» und Schülermann. schalten Zur Beruallständigung der Mannschaften können sich Partei, und Ge. wcrkschaftsmitglicdcr auf den Sitzungen bei Schröder, Steinmetzstr. 52, Ecke Schillerpromenade. melden. Reisbanner Schwarz-Rot-Gald, Wasserspartabteilung. Sonntag, 18. September, Fahrtenspcrre in allen Bootshäusern. Alle Mitglieder nehmen an der Regatta in Tegel teil. ASB. Schöneberg.Fricdeuau 07. Heute letztes Training, Dominicusplatz. Montag, 20 Uhr, Hallenbcginn für Männer und Jugend, Bclzigcr Straße. Donnerstag, 20 Uhr, Alterssportler. Freitag. 20 Uhr, gemeinsame Gymnastik für Männer und Frauen, Turnhalle Rätherstraßc. Der Ruderverciu Eollcaia weist darauf hin. daß jetzt die Ausbildung neuer Mitglieder beginnt. Der Berein übt während des Winters in der Ruderanlage Nächste Siynng Freitag, 10. September. 20 Uhr. Wasscrsportoereiu graternitas. Sitzung Freitag, 10. September, im Sewerk- fchaftshaus(Konferen,,immcrl. 20 Uhr. Sonnabend, 17. September, Bereins. fahrt nach„Icrnsdorfer Lank«- lMännerabteilungl. Arbeiter- Schützenbund, Abt. Weddiug. Donnerstag. IS. September, 20 Uhr, Abteilungsmitgliederversammlung. Turnhalle Müller- Ecke Triftstraßc. Sportoerein Moabit. Beginn des Männerrurnens Freitag. 10. September. l0Z» Uhr, Waldenserstraßc. Frauenturnen(über 25 Jahre) Dienstag, 20 Uhr, Turnhalle Ouitzowstr. 115. Teauis-Rot Sroß-Berlin. Hockey» btcilung. Freitag. 10. September, 20 Uhr. Hockcyabteilung,.greisgeschäftsftellc, Elfasser Str. 80—88. Mitgliedsbücher mit. dringen. kundfunk am Abend Donnerstag, den 15. September 1931 Berlin: 16.05 Mit Renntier und Schlitten durch die norwegische Lyjpmark(Dr. E. Pietsch). 16.30 Lieder. 16.45 Tänze. 17.30 Scnatzsuche. im Meer(Kapitänleutnant a. D. F. W. Kaiser). 17.50 Studentenfürsorge(Marie Ehrecke). 18.10 Gqldfunde und Weltkonjunktur(Dr. G. Schacher). 18.30 Dein W ald(P. Eipper). 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme /um lag. 19.10 Chorgesänge. 19.30 Spiel mit Worten und Noten. 20.30 Sinfoniekonzert. 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 24.00 Figaros Hochzeit(von Mozart). Königs Wusterhausen; 16.00 Pädagogischer Funk. 17.30 Sprame und Volkstum(Dr. G. Schmidt-Rohr). 18.00 Zeitgenössische Klaviermusik(F. Thöne). 18.30 Spanisch (Gertrud van Eyseren. Dr. F. Armesto). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.25 Wegweiser durch die Zeil (Dr. R. Pechel). 19.40 Zeitdiensf. 20.00„Herr Doktor, darf ich heiraten?"(Lchrspiel). 22.20 Aus Hamburg: Unterhaltungskonzert. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im„Volksfuuk", monatl. 96 Pf. durch alle„\ orwärts"-Boten oder die Postanstalten. 18. kreis weihensec. Berichtigung! Die für heute. Donners- tag. angekündigte Sreisfunktionärkonferenz findet erst morgen. Freitag, 20 Uhr, bei Gallas statt. Wetter für Berlin. Vorwiegend heiter, am Tage ziemlich warm, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland. Allgemein im Reiche beständiges Herbstwetter, örtlich Morgennebel. I(&a(§ Ifec Theater Donnerstag, den 15. September staatsooer unter den linden 20 Uhr Wiener Blut staamenes Schauspielhaus 20 Uhr Was ihr wollt Töfll- 5 u.»y, Uhr JACKSHEA WILSON, KEPPEL BETTY/ TOGARE LA1-F0UN/ GENIA NIKOLAJEWA TRIO OARESCO Inserate im ü? vorwärts sichern Erfolg! kMM! | i I. IP�. Stp. 2,5, 8" Ü. Hente 1 letzter Tag! Oer liebe Aipstin Rose■ 1 heater toSi Fraattortei Sinkt 131 ■M. Wtldiui f 1 342 8JO Uhr Aerzte im Kampf 8 Uhr 1$. Flora 3434 eaufflon eri. 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Dirigent: Lad wie. 5 c h i 1 1 er ciroimaaMir. 70/11 SteinpL(C I) 6715 Täglich 8 Uhr „Die tersonkene Glocke" Kassenstunden tägl. 10— 2U Uhr WM ineater Weidendamm 520:. 8 Uhr Voildzte Vorstflluiig Wunder um ' Verdnn Dram.Dichtung von Hans Chlumberg Reoie: Karl Heinz Mailia. Kassenpreise von O.SO M. bis 11.50 M Kaaimersplele Weidendamm 5201 Beginn SVa Uhr „Schicksal nach Wunsch" Komöiliev. Christa Winsloe Regie: Riidoif Beer Kelur. Ullrith, Rienim Abel. Brausewetter Ellü tahl- Bettan isä Kinderb., Polster, Cbaisel.. an jeden. TeUai Katalog frei BlaenmSbelfabrik Suhl(Thaa> Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) Merkur A. 6. 1 247. Dir. Meisel Täcl 8.15 Uhr, Sonntags 3�0 Uhr(ermäßigte Pr.) E r ö ffii au g:* p r o gr r a m m mit der Burleske Freibad Krumme Lanke Neue Krähe Preise 0 60 bis 1.25 M. Vorverkauf 11—2, 5—9 Uhr