Morgenausgabe 49. Jahrgang Nr. 437 A 213 Wöchentlich 7B Ps. monatlich 3,25 M. (öaoon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,87 M. einschließlich 80 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellge» bühren. Auslandsabonnement 5,85 M. vro Monat! für Länder mit ermäßig- tew Drucksachenporto«,85 M. «ei Aussall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht lein Anspruch der Abonnenten auf Ersag. Erfcheinungsweife und Anzeigenpreise stehe am Schluß des redaktionellen Teil«. P> WW# Neriin er Volksblatt Jentrawrgan der Sozialdemokratische« Partei Deutsch Kreiiag 1.6. September 1952 Groß-Verlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. £ ' I Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Retnfpt.; Dönhoff(A T) 292—297. Telegrannn.Zldr.i Sozialdemokrat Berlin Vorwärts-Verlaa G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 27 536.— Bankkonto: Bankder Arbeiter, Angestellten und Beamten, Lindenstr. 2. Dt.B.u.Diic.-Ees., Deposttenk., Jerusalem«! Str. K5/KS. Prämien für Unternehmer. Die Aussührungsbestimmungen zur Notverordnung. Der Reichsarbeitsminister verösfentlicht nunmehr im„Deutschen Reichsanzeiger" vom 15. September die Aussührungs- b e st i m m u n g e n zur Verordnung über die Vermehrung und Er- Haltung der Arbeitsgelegenheit vom 5. September. Wie aus einer Darstellung hervorgeht, die das Wolff-Büro als Erläuterung zu diesen Aussührungsbestimmungen veröffentlicht, handelt es sich hier- bei um den e r st e n Teil. Weitere Ausführungsbestimmungen, die besonders die in Form von S t e u e r g u t s ch e i n e n an die Unter- nehmer zur Auszahlung gelangten Prämien bei Einstellung von Arbeitern oder Angestellten betreffen, sollen noch folgen. Nach dem Kommentar des Wolfs-Büros werden diese in Aussicht gestellten Ausführungsbestimmungen die vom 14. September im wesentlichen wieder aufheben. Es handelt sich dabei um folgendes: In einem außerordentlich verzwickten und krausen Verwaltungs- deutsch, das man dreimal nachlesen muß, ohne ganz sicher zu sein, es auch richtig verstanden zu haben, wird erläutert, unter welchen Voraussetzungen eine Mehreinstellung von Arbeitern oder Angestellten den Unternehmern angerechnet wird. Diese An- rechnung soll abgestellt werden auf die Vierzig st unden- woche, d. h., daß dem Unternehmer, der bisher mehr als 40 Stunden die Woche arbeiten ließ, die Mehreinstellung von Arbeitern bei gleichzeitiger Verkürzung der Arbeitszeit nur insofern angerechnet wird, als dadurch die Gesamlarbeitszeil der Belegschaft eine höhere wird. Andererseits wird den Unternehmern, die bisher 36 Stunden oder noch weniger die Woche arbeiten ließen, bei Neueinstellung von Arbeitern ein entsprechend höherer Satz, der immer wieder aus die Vierzigstundenwoche abgestellt ist, angerechnet. Damit würde die unsoziale und unmoralische Bevorzugung der Unternehmer auf- gehoben, die bisher ihre Arbeiter und Angestellten rücksichtslos ent- ließen und nunmehr für ihr unsoziales Verhalten noch belohnt wer- den, während ihre, sagen wir einmal humaner eingestellten Kontur- renten, die die Arbeitszeit verkürzten, um Entlassungen zu vermeiden, noch bestraft würden. Aber, heißt es in dem Kommentar des Wolfs- Büros: „Ein genügender Anreiz für die Arbeitgeber, auch bei u n- verändertem Arbeitsbedarf zur Vierzigstundenwoche überzugehen und die Zahl der Arbeitnehmer zu vermehren, bleibt erhalten, weil in Aussicht genommen ist, bei der Gewährung von S t e u c r g u t s ch e i n e n für die Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern von einer Verknüpfung mit der Befchäsligungszeit Abstand zu nehmen. Die 400 M. nach der Verordnung des Reichspräsidenten vom 4. September 1932 Erster Teil Kapitel I wird der Arbeitgeber also auch dann erhalten, wenn die Vermehrung seiner Beleg- schast nur auf einer Verkürzung der Beschäftigungsdauer und nicht auf einer Steigerung der Produktion beruht." Der soziale Ausgleich den der Reichsarbeitsminister durch seine Ausführungsbestimmungen vom 14. September vorzunehmen scheint, wird also wieder beseitigt, weil auch die unsozialen Unternehmer die Prämie von 400 M. bei Neueinstellung von Personal erhalten, auch wenn sie bisher 46 Stunden arbeiten ließen und jetzt zu einer kürzeren Arbeitszeit übergehen. Es kommt ihnen nur nicht zugute die Senkung des Tariflohnes von der 30. bis zur 40. Stunde. Aber diese Senkung des Tariflohnes (die Aussührungsbestimmungen sagen ausdrücklich, daß die über- tariflichen Lohnanteile nicht gesenkt werden dürfen), ist eine sehr fragwürdige Angelegenheit. Nach der bisherigen Rechtsprechung des Reichsarbeitsgerichts ist sie nicht zulässig. Die Gewerk- schasten haben außerdem erklärt, daß sie sich einer derartigen Sen- kung widersetzen würden. Es ist wahrscheinlich, daß die Unter- nehmer zum guten Teil auf diese Senkung der Tariflöhne von vorn- herein verzichten werden, um die Gefahr eines Arbeitskonflikts und eines eventuellen kostspieligen Rechtsstreites, dessen Ausgang unsicher ist, zu vermeiden. Sie haben ja aus jeden Fall die Prämie von 400 M. für jeden mehr eingestellten Arbeiter oder Angestellten. Nach den Aussührungsbestimmungen wird auch das sogenannte Krümpersystem der Verkürzung der Arbeitszeit entsprechend gleich gewertet. Im übrigen verweisen wir auf den Text der Aus- führungsbestimmungen, die wir an anderer Stelle veröffentlichen. Das Reichsarbeitsministerium kündigt schließlich noch an, daß noch besondere Bestimmungen zur Durchführung der Verordnung vom 5. September bei Akkordlöhnen und in der Seeschisfahrt vorbereitet werden. Die Veröffentlichung soll in den nächsten Tagen erfolgen. Die Ausführungsvorschriften über die Steuergutscheine erscheinen in der nächsten Woche. Polens Vorstoß gegen Danzig. Aufgabe wichtiger Eelbstänbigkeitsrechte gefordert. Danzig, 15. September. Von zuständiger Danziger Stelle wird mitgeteilt: Bekanntlich hat die Regierung der Freien Stadt Danzig vor zwei Monaten den Schutz des Völkerbundskommissars mit einem Antrag angerufen, der künstige Uebergriffe der polnischen Zoll- und Wirtschafts- gesetzgebung und Mißbräuchc der polnischen Befugnisse zur Benach- teiligung Danzigs aus dem Gebiete des Z o l l r e ch t s vorbeu- gen soll. Die polnische Regierung hat nunmehr auf diesen Antrag Danzigs mit eigenen Gegenforderungen geantwortet. Polen will insbesondere den Umfang seiner Kompetenzen künftig selbst und ausschließlich bestimmen. Es verlangt ferner die bedingungslose Anpassung der indirekten Steuern und Monopole an die polnische Gesetzgebung, ohne Danzig irgendeine Einwirkung aus diese Gesetzgebung zum Schutze der Danziger wirtschaftlichen Interessen und Bedürfnisse zu- zugestehen. Mit voller Offenheit bekennt sich schließlich die polnische Regie- rung von neuem zu dem Verlangen, an den Danziger Staats- grenzen die völlige Herrschaft über Danzig aus dem Gebiete der Sicherheits- Polizei. der Veterinärpolizei und auf allen anderen Gebieten der Innenver- waltung und der kulturellen Verwaltung, also auch durch Hand- habung der Zensur auszuüben. Polen gesteht offen zu. daß es sich nach feinem Willen nicht mehr um einen Verlrag zwischen gleichberechtigten Partnern handle, sondern ist der Weinung. daß Danzig dem polnischen Zollgebiet„als ein untergeordneter Faktor" angehöre und vertongt „Unterwerfung in kategorischer Zor m". Vor Neuwahlen in Danzig? Danzig, 15. September. Di« Nationalsoziali st en haben heute im Volkstag den von ihnen angekündigten Auslösungsantrag eingebracht. Der Antrag trägt außer den Unterschristen der 13 nationalsozialistischen Abgeordneten auch die Namen von sieben Kommuni st en, die sich dem Antrag angeschlossen hatten. Vorher gab Senatspräsident Dr. Z i e h m eine Regierungs- erklärung zu den sozialdemokratischen Anträgen auf Auf- Hebung von Notverordnungen ab, die die Versorgungsgesetze, die Sozialversicherung und die Erwerbslosenunterstützungssätze betreffen. Er betonte, daß die Anträge aus formalrechtlichen und finanziellen Gründen abgelehnt werden müßten. Zum Schluß wies er darauf hin, daß die besondere Lage des Freistaates berücksichtigt werden müsse. Innenpolitische Erschütterungen hätten auch stets außen- politische Rückwirkungen. Die Beschlüsse des Volkstages hätten oft«ine weit über die Grenze des Freistaates hinausgehend« Bedeutung. Der nationalsozialistische Abg. Greiser begründet« in längeren Ausführungen den Auflösungsantrag und griff den Kurs des bisher von den Nazis tolerierten Senats scharf an. Meißner lehrt es! Reichstagswahlen haben fristgerecht stattzufinden. Herr Dr. Meißner, Staatssekretär beim Reichsprä- sidenten und berufener Berater des Reichsoberhaupts in allen staatsrechtlichen Fragen, wird vielleicht ein wenig überrascht gewesen sein, sich in unserer gestrigen Abendaus- gäbe als Mitarbeiter des„Vorwärts" wiederzufinden. Wir bitten um Entschuldigung! Aber wir standen vor der Wahl, entweder die Ausführungen des Professors R a w i a s k y aus dem„Bayerischen Kurier" abzudrucken— und das schien bis gestern abend nicht ganz ungefährlich— oder uns der bei weitem schlagkräftigeren Darlegungen des Herrn Dr. Meißner zu bedienen. Es sind schwere Zeiten, und man hilft sich, wie man kann! Nun tritt zu den staatsrechtlichen Angelegenheiten der jüngsten Vergangenheit eine noch viel brennendere der nächsten Zukunft. Wir lesen in der Reichsverfassung Ar- tikel 25, daß im Falle einer Auflösung des Reichstags d i e Neuwahl spätestens am 60. Tage danach stattzufinden hat. Nach dem Wahlgesetz sind die Wählerlisten spätestens vier Wochen vor der Wahl auszulegen. Somit ist der 6. November der späteste Wahltermin, und die Auslegung der Wählerlisten hat spätestens am 9. Oktober, das heißt von heute in drei Wochen und zwei Tagen zu erfolgen. Nach dem Reichswahlgesetz wird der Wahltag vom Reichspräsidenten bestimmt. Eine Frist, innerhalb deren die Verkündung des Wahltags zu erfolgen hat, ist nicht vor- gesehen. Aus den übrigen Rechtsbestimmungen ergibt sich. daß mit der Verkündung des Termins nicht mehr lange gewartet werden kann. Für eine baldige Verkündung sprechen aber auch p o l i- tische Erwägungen. In den Organen der Deutschnatio- nalen und des Stahlhelms, also der Gruppierungen, die der Reichsregierung besonders nahestehen, wird für eine Hin- ausschiebung der Neuwahlen auf ungewisse Zeit Stimmung gemacht. Wie die Erfüllung solcher deutsch- nationaler Parteiwünsche mit dem diesmal völlig klaren Wortlaut der Verfassung vereinbart werden kann, entzieht sich unserer Kenntnis. Oeffentlich haben die Herren in keiner Weise zu erkennen gegeben, wie der Widerspruch zu besei- tigen wäre. Wahrscheinlich verlassen sie sich darauf, daß es für vollzogene Tatsachen immer auch staatsrechtliche Gut- achten gibt, die alles in Ordnung finden. Einstweilen wird der zwingende Charakter der Vor- schriften über den Wahltermin soweit anerkannt, daß man seine Hoffnung nur auf eine physische Verhinde- rung der Wahlen durch Unruhen setzt. Solche Hoff- nungen, öffentlich geäußert, können nun wieder gar nichts zur Beruhigung beitrogen. Im Gegenteil! Man sagt sich, wenn gewisse Kreise um die Wahlen herumzukommen wünschen und wenn dieselben Kreise nur noch in der Ent- stehung von Unruhen ein Mittel erblicken, zum Ziel ihrer Wünsche zu gelangen, dann ist eine gewisse Pflicht zum Mißtrauen gegeben. Ganz besonders ist jenen extremen Gruppen, die die äußerlich wirksame K r a f t p o s e beson- ders lieben, dringend zu solchem Mißtrauen zu raten: sie mögen bei all ihrem Tun genau überlegen, wessen Geschäfte sie unter Umständen vielleicht besorgen könnten. Wer die Beruhigung der Bevölkerung wünscht. der muß wünschen, daß der Wahltermin alsbald ver- kündet wird und daß jeder Zweifel an der Absicht der Re- gierung, die Wahlen unter allen Umständen stattfinden zu lassen, weggeräumt wird. Weiter aber muß er wünschen, daß in der deutschnationalen Presse das S p i e l mit dem offenen Verfassungsbruch aufhört. Die Pressepolitik der Reichsregierung, die das entfernteste Wochenblättchen in den Kreis ihrer Fürsorge zieht, muß schließlich doch auch bis zu der Presse der einzigen Partei reichen, die man heute noch als Regierungspartei ansprechen kann. Dasselbe gilt von gewissen offiziösen Nachrichtenbüros, Dienfög Sportpalast Redner: Parteivorsitzender Otto Wels und Reichstagsabgeordneter Paul Löbe in denen man jetzt die abstraktesten staatsrechtlichen Theorien über die Verfassungswidrigkeit eines sich aus Parteien zu- sammcnsetzenden Reichstags und ähnlicher Gallimathias lesen kann. Solchen Unsinn verbreitet man doch nicht bloß. um sich zu blamieren, sondern man will durch ihn den geistigen Boden bereiten, aus dem die entsprechende T a t erwachsen soll. Wenn Programme entwickelt werden. die man nur als Programme des Verfassungs- b r u ch s bezeichnen kann und wenn deren Verbreitung von Stellen ausgeht, die unter den heutigen Verhältnissen nicht ohne Einfluß sind, so muß das innerpolitische Spannungen stärkster Art hervorrufen. Die Reichsregierung kann sie, wenn sie will, mildern, in- dem sie den Wahltermin ehestens bekannt gibt, und durch Be- weise ihren Willen, die Wahlen unter allen Umständen frist- gerecht stattfinden zu lassen. Der neue Reichstag kann dann Ende November oder Anfang Dezember zusammen- treten. Man frage Meißner! Er wird es nicht anders sagen können! Lobe beim Reichskanzler. Sie Wahrung der Rechte des Lleberwachungsausfchusses. Der Reichstagsabgsordnete Löbe hatte am Donnerstag in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Uebcrwachunzsausschusses, der sich am Mittwoch auf Beschluß einer nationalsozialistisch-kom-munistischen Mehrheit zum„U n t er s u ch u n g s a u s s ch u ß" erklärt«, eine Be- prechung mit dem Reichskanzler, dem Reichsjustizminister und dem Minister des Innern. Die Besprechung diente dem Zieh über das Erscheinen der Mitglieder der Regierung, die als Zeugen vor den Ausschuß geladen werden sollen, zu verhandeln und die v e r» sassungsrechtliche Stellung des Ausschusses zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung sowie den gesetzlichen Termin der Neuwahlen zu sichern. Endgültige Ergebnisse wurden noch nicht erzielt, die Sitzung des Ausschusses wird voraussichtlich in den ersten Tagen der nächsten Woche stattfinden. Duell übers Schnupftuch. Zentrum gegen Papen. Tagung des Zentrumsparteivorstandes. Der Reichs-Parteivorstand der Deutschen Zen- trumspartei trat am Donnerstag im Reichstag zusammen. Die Sitzung wurde eingeleitet durch den Parteioorsitzenden Prälat Dr. Ka a s, der u. a. ausführte: Bereits der letzte Wahlkampf ist gegen unseren Willen und gegen unseren Rat entfesselt worden. Die Versuche der Regierung, mit den Hauptsiegern des letzten Wahlkampfes die Voraussetzung für ein stabiles politisches Weiterarbeiten zu schaffen, sind nach kurzen Anläufen zusammengebrochen. Erst in diesem Augenblick hat die Zentrumspartei im staatspolitischen Pflichtgefühl den Versuch unternommen, aus der Volksvertretung heraus eine arbeitebereite Mehrheit zur Stützung einer autoritären.Staatssührung zu bilden. ?m Augenblick, wo im Gefolge dieser Bemühungen der aus den letzten Wahlen hervorgegangene Reichstag„drohte", arbeits- jmhig z u werden, sah das Kabinett von Papen ihn als seinen sieind an und beschloß, den im Werden-begrifsenen Sammlungsprozeß durch eine nochmalige Auflösung zu� unterbrechen. Man hatte an den Volkswillen appelliert. Niemals aber hat eine Regierung von dem ausgerufenen Volkswillen eine so vernichtende Antwort erhalten wie die in der denk- würdigen Monlagssihung. in der das„Kabinett der nationalen Konzentration" ausgerechnet 42 Stimmen auf sich..konzentrierte". Eines steht ohne weiteres fest: Mag auch formaljuristisch die Mon- tagsabstimmung über die Notverordnung und das Mißtrauensvotum nicht als rcchtswirksam angesehen werden können— als p o l i- t i s ch e s V o t u m und als politisches Verdikt gegen dieses sogenannte Kanzentrationskabinett ist es von einer Wucht, deren Eindruck sich niemand, der die Dinge sieht, wie sie sind, entziehen kann. Es folgte dann ein Bericht des geschäftsfllhrenden Parteivor- sitzende» Ivos über die politische Lage und ein Bericht des Abg. Dr. D c s s a u e r über das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung. An der Aussprache beteiligte sich u. a. auch der frühere Reichs- kanzler Dr. Brüning durch Behandlung einiger schwebender wichtiger politischer Fragen. 1)reußenlandtag am Ä't. September. Wieder eine kurze Tagung. Der preußische Landtag wird am 21. September zu einet kurzen Tagung zusammentreten und sich nach drei Togen wahrscheinlich bis nach den Reichstagswohlen ver- lagen, von der bereits vor Wochen vorgesehenen Wahl eines Ministerpräsidenlen wollen Nationalsozialisten und Zenirnm bis auf welleres absehen. Die Nationalsozialisten haben angesichls der Neu- mahlen zum Reichstage auf die Weiterführung der Soolitionsver- Handlungen mit der..schwarzen Pest", wie sie das Zentrum jähre- lang bezeichnet haben, vorläufig verzichtet. Galvanisierungsversuche. bürgerliche Vereinigung.— Papen-Kuratorium. Unter dem neuen Namen„Bürgerliche Vereinigung" hat sich am Mittwoch die bankrott« Firma..Mittelstandspartei" neu etabliert. Es fragt sich nur, ob die neue Partei zur Rettung des Mittelstandes am Ende nicht mehr Vorstandsmitglieder als Wähler haben wird. Die Gründung einer Partei schwebt zur Zeit auch wieder einem Teil der Papen-Freunde vor. Allerdings soll diese neue Firma getarnt sein und als„Papen-Kuratorium" aufge- zogen werden. Nachdem die Papen-Freunde nunmehr wochenlang gegen die Parteien zu Felde gezogen sind, steht es ihnen schlecht an, jetzt selbst einer Partei das Wort zu reden. Also verschanzt man sich hinter einem„Kuratorium". Die SA. will keine Konkurrenz. Mißtrauen gegen das„Reichskuratorium*. Dem Reichskuratorium für Iugendertüchtigung steht die Nazileitung mit größtem Mißtrauen gegenüber. Sie wittert darin die Absicht der Papen-Regierung, einen staatlich tonzessionierten Wehroerband flottzumachen, der als eine Kon- kurrenz gegen die SA. gedacht sei. Im übrigen sei es prak- tisch eine Unmöglichkeit, etwa marxistische und nationalsozialistische Organisationen zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufassen. „Ich schuhe die Verfassung!"-„Nein ich,- ich!" Stimme aus dem Hintergrunde:„Vorsicht, das Schnupftuch reißt!" „BVZ."-Verbot aufgehoben! Ein Rückzug des Polizeipräsidenten. Der Polizeipräsident in Brrlin hat folgendes verfugt: Das Verbot der„Berliner Vottszeitnng" wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die Berliner„Volks-Zeitung" war auf sieben Tage ver- boten worden, weil sie ohne eigene Stellungnahme einen Auszug aus einem Gutachten des Staatsrechtslehrers, Universitätsprofessor Hans Nawiawsky in München, abgedruckt hatte. In diesem Gutachten, dessen erster Teil im„Bayerischen Kurier" Nr. 258 erschienen ist, hieß es: „Die Gegenüberstellung der zwei vom Volke unmittelbar ge- wählten höchsten Organe, Reichstag und Reichspräsident, wird von der Reichsversasiung für die D e st e l l u n g d e r R e i ch s- r e g i e r u n g. der die Leitung der vollziehenden Gewalt in der Hauptsache obliegt, in der Weise nutzbar gemacht, daß der Reichs- Präsident die Reichsregierung zu ernennen und zu entlasten hat(Ar- tilel 53), der Reichstag, aber über ihren Bestand entscheidet, indem sie„zu ihrer Amtsführung" seines Vertrauens bedarf bzw. zurück- treten muß. wenn ihr durch ausdrücklichen Beschluß dieses Ver- trauen entzogen wird(Artikel 54). Aus Grund dieser verfassungsrechtlichen Ordnung wurde bereits gegenüber der Auflösung vom 4. Juni 1932 das Bedenken geltend gemacht, die..Präsidialregierung" v. Papen hätte zunächst vor den noch bestehenden Reichstag treten müssen, um sich um dessen aktives oder passives Vertrauen— letzteres durch Ablehnung eines Mihtrauensantrages— zu bewerben. Denn sonst widerspreche die Gegenzeichnung der Auflösungsordre als ein Akt der„Amtsführung" den verfassungsmäßigen Ersorderntssen. Von anderer Seite wurde ober demgegenüber betont, der Reichspräsident habe das Recht, das Volk als den gemeinsamen Austraggeber zu fragen, ob es sich nicht durch Wahl eines neuen Reichstags von vornherein zugunsten der Amtsführung des neuen Kabineits entscheiden wolle. Das Votum des Volkes stehe der Natur der Sache nach über jenem seiner Ver- tretung. Es kam zur Neuwahl. Sie ergab einen Reichstag, in dem die vom Reichspräsidenten berufene Regierung offenbar keine Mehrheit fand. Nunmehr trat der Artikel 54 in sein Recht, d. h. es war an der Volksvertretung, ob sie das Kabinett im Amte lasten oder zum Rücktritt verhalten wollte. In diese Entscheidung hatte der Reichs- Präsident nach dem klaren Sinn und Wortlaut der Verfassung keinerlei Befugnis einzugreifen. Wenn seitens des Reichs- kabinetts in diesem Stadium mit einer Auslösung des Reichstags vor oder sogar nach der bevorstehenden Abstimmung über die Ver- trauenssrage gespielt oder gedroht wurde, so war schon«ine solche Haltung mit dem Geiste der Verfassung in unzwei» deutigem Widerspruch. Daß nun aber gar dem Reichs» Präsidenten tatsächlich der Antrag auf Auflösung vor erfolgter Ab- stimmung unterbreitet wurde, kann nicht anders denn als«ine Maßnahme beurteilt werden, die«ine strikte Verletzung der Reichsverfassung bedeutet. Damit sollte nipnlich dem Reichstag«in verfassungsmäßig verbürgtes Recht genommen werden." Der Wortlaut dieser Ausführungen läßt erkennen, daß es sich um die Diskussion einer verfassunasrechtlichen Streit- frage unter staatsrechtlichem, nicht politischem Gesichtspunkt handelt, daß von Beschimpfung oder böswilliger Verächtlich- machung keine Rede ist. Das Verbot der BVZ. hat zu erregten Protesten der deutschen Presse geführt, die den zuständigen Stellen sehr deutlich nahegebracht worden sind. Die sofortige Aufhebung des Verbots war angesichts der ziemlich ein- deutigen Stellungnahme der Presse schließlich das klügste, was die zuständigen Stellen tun konnten. Dieser Fall sollte dazu führen, daß die öffentlich« Kritik gegen die Verbotspraxis in Preußen stärker als bisher sich regt, um die Pressefreiheit zu verteidigen! Reichsregierung an Henderson. Konferenzbeteiligung erst nach Anerkennung der Gleichberechtigung. Amtlich wird mitgeleili: Die Reichsregierung hat am Donnerslag in der Frage der be- vorstehenden Vürosihung der Abrüstungskonseren, ein Schreiben an den konferenzvorsihenden henderson gerichtet. das ihm Freitag in Genf überreich» werden und dann zur verösfentlichung gelangen dürste. * 3n dem Schreiben kellt die Papen-Regierung mit. daß sie sich an den Verhandlungen der Abrüstungskommlsiion erst wieder beteiligen kann und wird, wenn die deutsche Forderung aus militärische Gleichberechtigung grundsätzlich anerkannt ist. Henderson kritisiert Deutschlands Fernbleiben. London. 15. September.(Eigenbericht.) 3m interparlamentarischen Ausschuß für den Weltsrieden, dem die Führer der drei englischen Parteien angehören, sprach am Donnerslag der Präsident der Abrüstungskonferenz, henderson. henderson erklärte u. a.. man werde in Gens einem schwierigen Problem gegenüberstehen. Deutschlands Aufrüstung«» forderung werde die Konferenz an ihre Kernfrage heranbringen. Der Rückzug Deutschlands aus Genf fei der schlechteste weg. den Deutschland im Augenblick wählen könne, warum sollten nicht die alliierten Wächte erklären, daß sie die Absicht hätten, Deutschland die Gleichheit des militärischen Status zu gewähren? Die Abrüstungskonferenz dürse kein Wißerfolg werden. Aber dann müsse sie in der Tai mit einem neuen und völlig anderen Geist erfüllt werden. Hoesch Botschafter in London.- Roland Koester in Paris. Es ist damit zu rechnen, daß in der nächsten Zeit auf einer Reihe von wichtigen diplomatischen Posten Veränderungen vorge- nommen werden. Der derzeitige Lolschaster in pari» von h o e s ch wird die durch die Berufung v. Neurath, zum Außenminister frei gewordene voischaslt« London übernehmen. An seine Stelle tritt der Etat- und Personalreferent im Auswärtigen Ami Roland K o e st e r. Der plah des Votschaslers in Rom. der zur Zeit noch mit Herrn von Schubert beseht ist. soll der Gesandte in Belgrad v. Hassel! einnehmen. Al» Nachfolger v. hassells ist der Leiter der kulturobteilung im Auswärtigen Ami v. F r e y t a g vorgesehen. wie es heißt, soll der Gesandte in Riga Dr. S t r i e v e die Kultur- abteilung übernehmen. Am bemerkenswertesten ist der Wechsel in Paris. Herr v. hoesch, zweifellos einer der besähigsten unter den deutschen Di- plomolen. verläßt den pariser Posten, aus dem er lange 3ahre eisrig im Sinne der deutsch-sranzösischen Verständigung gearbeitet hat. Herr v. hoesch wird wohl selbst zu der Einsicht gelangt sein, daß ihm eine ersprießliche Forlsührung dieser Linie unier dem Schleicher-Kurs sehr schwer fallen würde. Japans Verschleppungstaktik. Sechs Wochen Frist zur Beantwortung des KommissionS« berichts beantragt. Genf, 15. September.(Eigenbericht.) Japan hat am Donnerstag eine neu« Verschleppungs» a k t i o n gegen die Untersuchung seines Einfalles in die Man- dfchurei eingeleitet. Es ließ dem Generalsekretär des Völkerbundes für den Ratspräsidenten ein Schreiben überreichen, in dem sechs W o ch e n A u f s ch u b für die Beratung des von einer Völkerbunds» kommifsion fertiggestellten Berichts gefordert lverden, damit Japan seine Kritik genügend vorbereiten und einen Spezialvertreter von Tokio nach Gens entsenden kann. China dürste dagegen mit dem Bericht zufrieden sein. Es hat inzwischen sowohl sein« rück» ständigen Völkerbundsbeiträge als auch seinen Kostenänteii an der nach der Mandschurei entsandten Kommission gezahlt(Das würde bedeuten, daß der Bericht nicht mehr auf der ordentlichen Jahres- Versammlung des Völkerbundes behandelt werden könnt«— und da» ist wohl der Zweck der Uebung. Red. d. JB.') Löhe antwortet Papen! '.i- V :' V-.'r''■. III r. Rechtsabteilung Tel. Bergmann 9406 Am 12. 9. 32 wurde bei einer Sitzung im Geschäftszimmer des Herrn Dr. Loepelmann durch den Abgeordneten Sprenger- München angeordnet, daß die drei Polizeisäulen Schupo, Kripo, Verwaltung selbständige Fachgruppen zu bilden haben, die Herrn Dr. Loepelmann direkt unterstehen. Aus Grund dieser Anordnung tritt an die Spitze der selbständigen Fachgruppe Schupo ein Ausschuh, bestehend aus 1. Hptw. Nippolt, 46. R. Kesselstraße 13b 2. Oberw. K l a w i t t e r, Sg. Nd. 3. Hptw. K e i l h a u s, Sg. So. 1./N. 4. Oberltn. O e l z e, I./No. 5. � Major Wecke, S. I. Wd. Friedenau, Veckerstraße 24. Die Geschäfts stell« befindet sich Berlin SW. 48, Hedemannstraße 10 III r. Rechtsaht. Telephon Bergmann 9406. Bürostunden 10.00 bis 16.00 Uhr. Geschäftsführer ist Herr Lange. Listen, grüne und rote Mitgliedskarten, Beiträge usw. sind so- fort an die Geschäftsstelle gegen Quittung abzuführen, und zwar von den einzelnen Jnspektions-Amtswaltern. Bis zur endgültigen Regelung gelten als Gruppen-Amtswalter: Mitte: Oberleutn. K l y ck Nord: Wchtm. Lindner O st: Hauptm. Spieker S ü d o st: Leutn. Lutze Süd: Leuln. T i e tz W e st: Hauptm. K u m m e tz. Die nächste Versammlung der Schupo wird durch den -.Angriss' bekanntgegeben. I. A. gez. Longe. Unter der Leitung Albert GrzesinskiS war die Polizei ei« überparteiliches Instrument deS Staates. Auch der kommissarische Polizeipräsident Dr. M e l ch e r sah sich veranlaßt, vor kurzem eine Verfügung heraus- zugeben, nach der den Beamten jede parteipolitische Be- tätigung während des Dienstes untersagt ist. Wir sind gespannt, ob dieser Verfügung überall und nach allen Seiten hin Geltung verschafft wird. Keine Spur von den Geldräubern! Feuerkampfzwischen Flüchtigen undVerfolgern/ZahlreicheZeugenvernehmungen Die Kriminalpolizei arbeitet mit Hochdruck, um den mehr als tollkühnen Raubüberfall auf den Geld- transport der BV G., bei dem der Oberinspektor Meyer von den Banditen erschossen wurde, zu klären. Im Laufe des Tages wurden zahlreiche Zeugen gehört, die bis in die späten Abendstunden hinein ihre Wahr- nehmungen dem Raubdezernat im Polizeipräsidium mit- teilten. Die Untersuchung ist Kriminalkommissar Dr. Kattolinsky übertragen worden, der mit einem großen Stab von Beamten alle notwendigen Ermitt- lungen aufgenommen hat. Die Frechheit der Autoräuber stellt tatsächlich beinahe alles Da- gewesene weit m den Schatten, denn dos Polizeirevier liegt nur wenige Schritte vom Rathaus entfernt, was die Banditen aber nicht hinderte, ihr Vorhaben auszuführen. Wie weiter bekannt wird, sind die Autobanditen von drei Privatautos längere Zeit verfolgt worden. Die Fahrer hatten den Ueberfall aus einiger Entfernung vom Anfang bis zum Ende beobachtet und sich sofort an die Fersen der Flüchtlinge geheftet. Unterwegs wurden Polizeibeamte von dem Ueberfall verständigt, und in jedem Wagen nahm ein Schupo- beamter Platz. Run entspann sich eine wilde Zagd durch die Straßen de? west- lichen Berlins. Die Beamten saßen mit schußbereiten Dienstpistolen neben den Autolenkern und aus den Seitenfenstern feuerten die Beamten mehr- mals auf das vor ihnen mit rasender Geschwindigkeit einhersausend« Auto. Di« Banditen erwiderten das Feuer. Dieser Feuer- kämpf blieb, aber ohne ernste Folgen, denn es gelang den Räubern, «inen so großen Vorsprung zu gewinnen, daß di« Verfolger sie bald aus den Augen verloren. Wie die Besichtigung des später bei Moorlake gefundenen Wagens ergab, wies die Rückwand mehrereKugelei n schlüge auf. Von den Insassen scheint aber niemand verletzt worden zu sein, denn es wurden keine Blutspuren entdeckt. Girokasse wurde ständig belauert. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß bereits vor Wochen die Girokasse wiederholt von jungen Leuten aufgesucht wurde, die eigentlich dort nichts zu suchen hatten. Die Burschen machten sich offenbar mit der Oertlichkeit vertraut, und es ist durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Verdächtigen zu der Banditenkolonne ge- hören und längere Zeit Beobachtungen anstellten, ehe sie zu ihrem Schlag ausholten. Nach den vorgefundenen Patronenhülsen haben die Räuber aus Pistolen verschiedener Kaliber geschossen. Zwei der Täter waren offenbar mit 9-Millimeter-Parabellumpiswlen und die beiden Komplicen mit einer 6,5- und einer 7,65-Millimeter- Mehrladepistole bewaffnet. Wie ein Ladenbesitzer, der sein Ge- schüft gegenüber der Girokosse hat, erzählt, stand die Mercedes- Limousine bereits um 8 Uhr an der Bordschwelle. Im Wagen befanden sich ober nur zwei Personen, so daß anzunehmen ist, daß die übrigen Täter auf der anderen Straßenseite bereits auf der Lauer logen. Die geraubte Geldkassette ist bisher noch nicht gefunden worden. Der Behälter ist 60 mal 30 mal 30 Zentimeter groß und mit Eisenbändern beschlagen. Der Deckel trägt die Aufschrift„Nr. 4 Bahnhof H". Das geraubte Geld war in mehreren Beuteln verteilt, die den Aufdruck„Reichsbank" trugen. Neuer Bankraub! Nur geringe Beute.— Geistesgegenwart des Kassierers. Altona, 15. September. Ein dreister Bankraub wurde heute vormittag auf die Zitiole der Commerz- und Privatbank in der Holslenstraße ausgeführt. 3n die Bank drangen drei maskierte Männer ein. die die beiden anwesenden Beamten mit Schußwaffen bedrohten. Einer der Räuber sprang über die Schollerbank in den Kassen- räum. Den Bankbeamten gelang es jedoch, die Alarmvorcichlungen in Bewegung zu sehen. Durch das Sirenengeheul, das auf der Straße hörbar wurde, wurden die Täler gestört. Einer der Räuber riß schnell einen Blechkaslen an sich, in dem sich jedoch nur fremde Geldsorten in höhe von 80 bis 100 M. befanden und flüch- tete mit seinen zwei Genossea in einem Kraftwagen. Die Täter konnten jedoch bald durch die Polizei gestellt werden. Zehn Jahre Zuchthaus! Oer Unwert nationalsozialistischer Zeugenaussagen Das Sondergericht Berlin I unter Vorsitz von Landgerichts- direktor S t e r n h e i m hat gestern den S7jährigen Arbeiter Karl B e r g e r, der wegen der Schießerei vor dem SA.-Lokal in der Butt- mannftraße unter der Anklage des versuchten Totschlags in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch vor Gericht stand, zur Mindsststrafe von zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Alle übrigen An- geklagten wurden wegen Mangel an Beweisen, ein 17jähriger wegen mangelnder Einsicht in das Ungesetzliche seines Tuns auf Grund des Jugendgesetzes und ein Angeklagter wegen erwiesener Unschuld frei- gesprochen. Di« Verhandlung gab Gelegenheit, den Wert nationalsozialisti- scher Zeugenaussagen zu prüfen. Ein Angeklagter war am Tage nach der Schießerei, als sein Vater bei einem ähnlichen Zwischenfall oerhaftet worden war, von seiner Mutter mit Alibi- Material zum Polizeipräsidium geschickt worden. Dort nahm man ihn fest und stellte ihn mehreren Nationalsozialisten gegenüber. Ein SA.-Fllhrer behauptete steif und fest, in ihm einen der Schützen zu erkennen. Er kam auf die Anklagebank, konnte aber nicht weniger als 40 Zeugen anführen, mit denen er zur Zeit der Schießerei in einem Boxklub gewesen war. Durch diese bodenlose Leichtfertigkeit— um keinen schlimmeren Ausdruck zu ge- brauchen— wurde er mit dem Verdacht eines Verbrechens belastet, das mit einer Mindeststrafe von zehn Jahren Zuchthaus belegt ist Mit genau derselben Leichtfertigkeit sind in diesem Prozeß andere Angeklagte von Nationalsozialisten beschuldigt worden. Ein schwer- kranker Mann hatte mit seiner Frau einen Spaziergang gemacht und war dabei in den Tumult geraten. Er traf einen ihm persön- lich bekannten Polizeibeamten und ging zum Revier, um die Schießerei zu melden. Gleich wollten die Nationalsozialisten in ihm einen der Leute erkennen, die geschossen hatten. Auch er wurde freigesprochen. Aehnlich war es bei zwei anderen Angeklagten. Der Staatsanwalt hatte außer gegen Berger auch noch gegen einen Siebzehnjährigen 10 Jahre Gefängnis, die Höchststrafe nach dem Jugendgesetz, beantragt. Drei junge Menschen erirunken. Beiboot im Kielwasser eines Dampfers gekentert. Swinemünde. 15. September. Eine Studentengesellfchaft des Akademischen Vereins hatte am Dienstagabend zwei junge Mädchen an Bord der dem Verein ge- hörigen Segeljacht„Salamander". Gegen 3 Uhr morgens wollte ein Student die beiden Gäste wieder an Land bringen. Dabei geriet das kleine Boot in das Kielwasser eines von See einfahrenden englischen Dampfers und kenterte; es wurde gestern kieloben treibend im Hosen ausgefunden. Die polizelliäzen Ermittlungen ergaben, daß kein Zweifel über den Tod der drei jungen Leute bestehen kann. Es handelt sich um den 24jährigen Sohn des Pro- fessors Wilde aus Magdeburg sowie um die beiden in Osternot- Hafen wohnhaften Mädchen Marie Hase und Elisabeth Weiland. Die Leichen konnten bisher noch nicht geborgen werden. Oer Schupomörder festgestelli. Der Fahrraddieb, der am Donnerstagvormittag in der Plans- felder Straße in Wilmersdorf den Schupobeamten Otto T h i ck vom 152. Polizeirevier erschoß und dann Selbstmord verübte, ist von der Polizei als ein 45 Jahre alter erwerbsloser Metallarbeiter Otto Menke aus der Urbanstraße ermittelt worden. »Graf Zeppelin� wieder glatt gelandet. Paris, 15. September. Haoas meldet aus Pernambuco, daß„Graf Zeppelin" um 19.15 Uhr dort eingetroffen ist. Jannowitzbrücke für Fußgängerverkehr freigegeben. Vom 15. September ab ist die neue Jannowitzbrücke für den Fußgängerverkehr in Betrieb genommen worden. Die bisher benutzte Notbrücke ist von diesem Zeitpunkt ab gesperrt.— Vom gleichen Zeitpunkt ab werden die neuen Fahrkartenschalter des Bahnhofs Jannowitzbrücke. die sich an dem neuen Aufgang zu den Stadtbahngleisen befinden, in Betrieb genommen und die alten Schalter geschlossen. Der alte Aufgang zum Bahnsteig wird in Zukunft nur noch als Ausgang benutzt. Ei»» Führung durch Buch(Aliche, Park, Alte-Leutc.Heim) macht Dr. Frau» Lederer am Sonntag, dem 18. September, 13 Uhr, ab Bahnhof Buch. Abfahrt Stettiner Borortbahnhof 14.42 Uhr, Gesundbrunnen 14.45 Uhr. Jfam.jedunfäauuhefc Vtafaaui,iai UuMef, die von Millionen anerkannte Josetti-Manke. Feinste Tabakmischungen und volles Format bürgen für Güte und sichern höchsten Gegenwert. Eine Ziganette tuie am» tmm r Fe alte berechtigten Ansprüche voll erfüllt, muß Zugaben in form von Wertmarken, Gutscheinen und Stickereien ausschließen. Alle Kenner schätzen die unvergleichliche Juno-Qualität. Arbeiterjugend stößt vor. Vormarsch in Berlin. Am 3. September wiesen wir im„58 d r w S r t«"«ruf den Be- ginn des Sozialistischen Wettbewerbes der Berliner Arbeiterjugend hin. Noch kein« 14 Tage sind verflossen und schon kann man an Hand der ersten vorliegenden Berichte feststellen, daß alle Erwartungen, die an diese Aktion geknüpft wurden, weit über- troffen werden. Das Ziel, das der Bezirksausschuß der Organisation bis zum 10. Oktober gestellt hatte, lautete: Berkauf von 10 000 Kampffondsmarken, Steigerung der Mitgliederzahl um 40 Prozent. Außerdem sollen ab 1. Oktober 4000 Exemplare der„Arbeiter- jugend" verkauft werden. Schon jetzt, am Anfang des Wettbewerbs, sind Über 40 000 Kampffondsmarken„gegen den Faschismus" an die Gruppen ausgegeben. Bei der Mitgliederwerbung, die doch immer eine langwierige Borbereitungsarbeit voraussetzt, zeigt stch ebenfalls, daß das gesteckte Ziel von einigen Gruppen schon erreicht ist. Nicht die ausgesetzten Preise, sondern weit stärker die Neuartigkeit der Aktion bildet die Triebkraft für diese Erfolge. Kein bürgerlicher Rekordrummel, kein Erzielen von Glanzleistungen einzelner Ge- nassen gibt den Anreiz, sondern Eingliederung in die kollektive Idee, Höchstleistungen für die Gesamtorgamsation zu«rrzielen. Die Spitzengruppen haben nach den letzten Errechnungen folgende Punkt- zahlen erreicht: Rosenthaler Vorstadt 5533 Punkte, Köpenick II 4080 Punkte, Schillerpark 3150 Punkte, Steglitz I 3000 Punkte, Neukölln III 2876 Punkte. Dieses Ergebnis wird die übrigen Gruppen in höchste Aktiv!- tat setzen und die Sozialistische Arbeiterjugend wird in diesem Wahlkampf mit erneuter Kampfkraft und verstärkter Mitgliederzahl ihre Pflicht in den Reihen der Sozialdemokratie erfüllen. Zährten ins Blaue. Um die durch den schmalen Geldbeutel gesunken« Reiselust zu heben, sind einige Reichsbahndirektionen auf den Gedanken ge- kommen, Fahrkarten ins Blaue zu organisieren. Der Fahr- gast soll wieder Freude am Reisen empfinden: die glaubt man ihm geben zu können, indem man ihm vorenthält, wohin die Reife geht. Wer das Geld dazu hat, wird solch eine Reise vielleicht als einen Spaß ansehen, den man mitmachen will. Jetzt ist die B e r- liner Verkehrs-Gesellschaft auch daran gegangen, der- artige„Fahrten ins Blaue" zu veranstalten, um so die Bekannt- schaft vieler schöner Fleckchen in der Mark zu vermitteln. Eine Probefahrt nach dem unbekannten Ziel, das sich schließ- lich als A l t« n h o f am einzigartigen Werbellinse« entpuppte, erwies sich als ungemein abwechslungsreich. Einmal bekam man bei dem Kreuz und Quer durch Berl'n allerhand Interessantes zu sehen, dann aber machte das immer dringlicher werdende Rätsel- raten den Fahrgästen vielen Spaß.„Nach der Havel" schrie alles wie aus einem Munde, als sich der Autobus die Tauentzienftraß« aufwärts bewegte, aber sie wurden allesamt kleinlaut, als es plötz- lich rechts nach Moabit zu ging. Nun tippte man auf Tegel oder Köpenick, ganz Reiselustige sahen sich sogar schon in Rheinsberg landen. Hinter Niederschönhausen boten dann die verschiedenen Wegweiser eine Füll« in Frage kommender Ortschaften: man hatte die Wahl zwischen Biesenthal und Bernau, Wandlitz, Lanke, Finow- kanal oder Eberswalde. Schließlich wäre aber doch keines von den fünfen und als sich dann der prächtige Werbellinse« den leicht erhitzten Gemütern zeigte, da gab es welche, die mit kühnem Brust- ton riefen:„Hab ich ja gleich gejagt!" Ein prächtiger Herbsttag vermittelte eine schöne, fröhliche Zickzackfahrt, zu der man ganze drei Stunden, bei der regulären Rückfahrt dagegen bloß die Hälfte der Zeit brauchte. Der Weg führte also erst einmal durch alle Himmelsrichtungen der Stadt, von SW. nach W., über NW. nach N., dann gings in flotter Fahrt vorbei an Schildow und lNühlen- dach, dem hübschen Summtsee, Stolzenhagen und Wandlitz, über Die Kommende Stadlraiswahl. Gestern wieder stadtpariamenL- Wirtschaftspartei ohne Stadtverordnete. Die Stadtverordnetenversammlung hielt gestern nach der Sommerpause ihre erste Sitzung ab. Das Haus ist nach der Sommerpause verhältnismäßig schwach besetzt. Es wird bekannt, daß die zehn Stadt» verordnete starke Fraktion der Wirtschaftspartei ge» schlössen aus der Wirtschaftspartei ausgetreten ist. Die Leute nennen sich jetzt„Bürgerliche Vereinigung". Von der sozialdemokratischen Fraktion war ein Dringlichkeit-antrag eingebracht worden, den wir im„Vorwärts" bereits im Wortlaut veröffentlicht haben und der die Erhallung der Schulspeisung für Kinder Erwerbsloser fordert. Dem Antrag wurde von den Deutschnationalen die Dring- lichkeit versagt, er konnte also in der gestrigen Sitzung nicht ver- handelt werden und kommt nun erst auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung. Solange muffen also die in ihren Unterstützungen stark gekürzten Erwerbslosen warten, bis ihre Kinder wieder den Teller Mittagessen in den Schulen ohne Bezahlung bekommen. Eine große Anzahl Grund st ücksoerkäufe wurden von den Stadtverordneten beschlossen. Es handelt sich dabei um die Abstoßung unrentabler Hausgrundstücke und den Verkauf von Grundstücken zu Bauzwecken. Von einem„Grundstücksousverkauf" durch die Stadt zu sprechen, so wie es gewisse Blätter in sensa- tionell aufgemachten Artikeln taten, ist Unsinn. Zu einer Vorlage, die die Einführung einer Ordnung über das Rechnungsprüfungswesen der Stadt Berlin behandelt, äußerte sich in längeren Ausführungen Sladlkämmerer Bruno Asch. Er betonte, daß das kommunale Rechnungsprüfungswesen in seinem gegenwärtigen Zustand weder die Städte selbst noch die staatlichen Aufsichtsinstanzen befriedigen könne. Die Kontrolle über Einnahmen und Ausgaben, kurz über große Teile des Finanz- wesens, mußte aber bei den Kommunen bleiben, wollten sie sich nicht wichtiger Gebiete der Selbstverwaltung begeben und die Kon- trolle den staatlichen Znstanzen überlassen. Die Städte hätten sich daher mit Recht bemüht, eine Neuregelung des Rechnungsprüfung?- wesens zu schaffen, die von den Kommunen wie auch von den Aufsichtsinstanzen als ausreichend erkannt wird. Der Kämmerer bat um Annahme der Vorlage oder ihre Rückverweisung an den Ausschuß: denn eine Neuregelung müsse kommen. Verweigern sich ihr die Wahlkörperschaften, so würden die Länderregierungen ein- greifen. Die Versammlung beschloß die Rückverweisung. Für Notstandsarbeiten auf dem Gebiete der S t a d t e n t- Wässerung forderte der Magistrat in einer Vorlage 4 323 300 Mark. Noch einer sehr langen und lauten Rede des Kommunisten Kasper wurde neben der Vorlage ein Antrag angenommen, der besagt: Die Stadtverordnetenversammlung beschließt, daß für die beschäftigten Arbeiter und Angestellten kein Lohn- und Gehalts- obbau, wie sie die Papen-Notverordnung vorsieht, erfolgen darf. Nur solche Firmen erhalten städtische Auftröge, d-e die alten Löhne und Gehälter zahlen und keinen Lohn- und Gehaltsobbou vornehmen. Eine lange Debatte gab es um die Vorlage, die die Neuwahl von drei besoldeten Stadträten behandelt. Es handelt sich um die Stadträte W u tz k y iSoz.Z, Adler(Z.) und Hahn lStaatsp.). Die Kommunisten schickten gleich zwei Redner vor, ihnen folgte der Nationalsozialist Lippert. Stadtv. II r ich(Soz.) erklärte, die Deutschnationalen hätten in ihrer Press« zu beweisen versucht, daß die Stadtratswahlen nicht durchgeführt werden könnten, weil sich die politische Struktur der Bevölkerung inzwischen verändert habe. Sie müßten allerdings auch zugeben, daß Sozialdemokraten und Kommunisten in Berlin immer noch die Mehrheit haben. Die Spekulation der Reaktiv- näre ging nun dahin, daß Sozialdemokraten und Kommunisten sich über die Verteilung und Besetzung der Aemter nie würden«inigen können und daß dann die bürgerlichen Parteien die Erbschaft wür- den antreten können. Es wird also nötig sein, erklärte Urich, zu untersuchen, welche Parteien im Rothause nutzbringende Arbeit für die Bevölkerung geleistet haben. Diese llntersuchung brauche die Sozialdemokratie nicht zu scheuen. Aber die Kommunisten hätten ja jetzt bald Gelegenheit, im vorberatenden Ausschuß zu beweisen, wie sie sich zu den Wahlen durch die Mehrheit des Hauses, nämlich Sozialdemokraten und Kommunisten, stellen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten: Lärm bei den Kommunisten.) Nach weiteren Ausführungen des Stadtv. K o e n e n(Komm.) war die erste Lesung der Vorloge beendet, sie ging an den Ausschuß. Der Vorsteher schloß daraus gegen 21 Uhr die Sitzung. den Hohenzollernkanal, die Finowfurther Messingwerke mit ihrer Kupferhaus-Kolonie nach Altenhof. Eine Motorbootfahrt auf dem 805 Hektar großen See. dem zweitgrößten in der Mark, zeigt« die romantische Uferszenerie. Zurück ging es über den Samichfee, Biefenchal, Blankenburg wieder nach Berlin. Die erste„Fahrt ins Blaue" ist für Sonntag, den 25- September, vorgesehen. Abfahrt 9 Uhr morgens vom Leipziger Platz: Ende der Fahrt an derselben Stelle gegen 21 Uhr. Fahrpreis pro Person 8 Mark. Als besondere Ueberraschung winkt den Teil- nehmern«ine am Reiseziel stattfindend« Verlosung, bei der dreimal 2 Freiplätze für eine solch« Fahrt gewonnen werden können. Zum Tode Heinrich Oehmels. Zu unserer Notiz über den Tod Heinrich Dechmel» wird uns mitgeteilt, daß aller Wahrscheinlichkeit nach kein Freitod vor- liegt. Dr. Dehme! litt seit einigen Tagen an einer Darmgrippe und hat jedenfalls, um sich Schlaf und Linderung seiner Schmerzen zu verschaffen, Verona! genommen. Die Dosis war jedenfalls für sein durch Krankheit geschwächtes Herz zu stark. Beweis dafür, daß Sorgen der Stedttsndsledler. Wie die Arbeitslosen selber urteilen.- Berechtigte Wünsche. Die Obleule der zwölf Berliner Stadtrandsiedlungen waren am Donnecstagvormittag zusammengekommen, um einmal vom Standpunkt des beteiligten Siedlers au» einem kleinen kreis von Behörden- und Pressevertretern ein vild von der Sicdlungsarbeit zu geben. Die Erwerbslosensiedler haben nun seit dem Frühjahr Tag um Tag an ihren Häusern geschafft. Obwohl sie nur die lausend« Unter- stützung eines Erwerbslosen beziehen, haben sie die Arbeit eines Vollarbeiters geleistet. Die Obleute erzählten, wie sie um 4>- Uhr morgens aufstehen müssen und abends um 7 Uhr erst wieder heim- kommen. Da sie von der kargen Unterstützung die Miete für ihre Stadtwohnung und das Essen ihrer Familie bezahlen müssen, saßen zum Frühstück viele Siedler auf einem Steinhaufen und ver- zehrten ein Stück trockenes Brat mit Zwiebel. Mehr konnten sie nicht mitnehmen aus die Baustelle. Glücklicherweise griffen dann bald die freien Gewerkschaften ein und setzten durch, daß pro Siedler und Tag ein Zuschuß von einer Mark gezahlt wird. Da- von wurden 50 Pf. für Fahrgeld berechnet und 50 Pf. für Essen. Nun beträgt dieser Zuschuß— der übrigens streng genommen gar kein Zuschuß im üblichen Sinne ist— im Höchstsalle aber 100 Mark, denn man sagte sich seinerzeit, die Siedlungen müßten in 100 Tagen erstellt sein. Heute ist von diesen 100 Tagen keine Rede niehr, die Errichtung mancher Siedlungen erfordert bis zu 1.7 0Werktagen, und so forderten die 1800 Siedlet, daß man ihnen über den 100. Tag hinaus ebenfalls noch den Zuschuß von einer Mark zahlt, andern- falls könnten sie einfach nicht weiterarbeiten, drei Mark Fahrgeld in der Woche können sie nicht noch von den Unterstützungen erübrigen. Man scheint auch die Einteilung der Siedler ganz merkwürdig vorgenommen zu haben. Männer aus Hobenschönhausen hat man in Spandau angesetzt und Spandauer Siedler in Biesdorf und Rudow. So ergeben sich unnötige Fahr- und Laufzeiten. Dabei sind die Siedler so arm— sie sind allesamt langjährige Erwerbs- lose—, daß verschiedene von ihnen nicht einmal Klotzpantinen haben. Während der großen Hitze sind die Siedler einfach um- gefallen und mußten mit Sanitätsautos weggeschafft werden. Manche haben 20 bis 25 Pfund an Körpergewicht verloren. Denn nichts am Magen haben und dabei Häuser bauen, das geht schleckst. Aber, sagten die Obleute, sie wollten säbließlich die Zähne zu- sammenbeißen und immer und immer wieder zupacken, wenn doch die Häuser wenigstens fertig würden. Aber in Spondau-Nord z. B. liegen von 94 Häusern etwa 40 noch vollkommen im Dreck, teilweise ist noch nicht einmäl ausgeschachtet! Sollen die Bauten hier nun den ganzen Winter über lüegen bleiben und die Siedler erst im nächsten Sommer einziehen? In Biesdorf hatten bereits alle Siedler ihre alten Stadtwohnungen gekündigt. Hier muß man jetzt ein- ziehen, aber in Häuser ohne Außenputz und in Innenräume, die noch naß sind! Doch den Sommer über mußten die Siedler ihre Zeit vertrödeln. Anstatt Betonmischmaschinen bereitzustellen, standen jeweils 16 Siedler da und mischten mit der Hand. Bau- und Nüst- Material mußten sie von sonstwoher herantransportieren und nachher jagte man: die Siedler schaffen nichts. Dabei haben die Siedler ge- arbeitet bis sie umfielen. Inzwischen rannte sich der Siedkerausschuß die Hacken ab, um bei den Wohlfahrtsämtern für die Entkräftetften und Trmüdetften ein Paar Stiefel oder eine sonstig« Zubuße heraus- zuholen. Manchmal gelang das, manchmal nicht. Kartoffelgeld soll als Barzuschuß gegeben werden. Die dritte Sache, die den Siedlern sehr am Herzen liegt, sind jene 500 Mark, die für das tote und lebende Inventar eines jeden Siedlers ausgeworfen sind(Saatgut, Kleimneh, Obstbäume usw.). Die Siedler sagen: jetzt im Winter brauchen wir keine Kartoffeln mehr, die setzen wir erst im Frühjahr, gebt uns also das Kartoffel- geld als Varzufchuß, damit wir uns etwas zu essen kamen können, denn bei dein Volkstücheoessen schaffen wir die Knochenarbeit nicht mehr. Ein weiterer Vorschlag geht dahin, die 500 Mark der G e- n o s s e n f ch a f t zu geben, die überall gegründet werden muß. Aber noch mehr: die meisten Siedler sind Laubenkolonisten, viel Inventar bringen sie sich mit und bei einer scheimtischen Auf- leilung dieses 500-Mart-Fonds würden viele nachher manches doppelt haben. Also soll man die Genossenschaften individuell wirtschaften lassen. So wurde auf der Obleutesitzung eine Frage nach der anderen aufgerollt und durchgesprochen. Dabei saßen in dem Versammfungs- räum keine Querulanten, sondern gefegte Männer, denen schon viel Wind um die Ohren geweht hat. Heute besichtigt die sazialdemo- kratisch« Stadtverordnetensraktion die Berliner Sto dtrandfiedlungen. Hier wird sich die Möglichkeit der Aussprache mit den parteigenössi- schen Obleuten der einzelnen Siedlungen ergeben. Dehme! nicht die Absicht gehabt hat. sich den Freitod zu geben, dürste die Taffache sein, daß die Veronaltube nicht völlig geleert war. Im übrigen spricht auch die ganze Lebenseinstellung Dehmels gegen die Annohme eines Freitodes. Er war ein durchaus lebensbejahender Mensch und hat in seinen letzten Unterhaltungen nicht nur betont, daß viele dringende Arbeiten der Erledigung harren, sondern auch in hoffnungsvoller Weife von seinen Zukunft»- aufgaben gesprochen. Er Hot stets den Selbstmord enffchieden ver- urteilt und ihn nur alten, kranken und lebensunfähigen Menschen zugebilligt. Er Hot gerode in feiner aufopfernden Praxi« als Arzt, Lebens- und Eheberater besondere Erfolg« erzielt durch feine frohe und zuversichtliche Einstellung zum Leben. Heinrich Dehme! ist seinen Anverwandten und feinem ausgedehnten Freundschoftskreife und all denen, für deren Rechte und für deren Wohlergehen er in selbstloser Weife«intrat, durch ein tückisches Mißgeschick geraubt worden. * Die Beisetzung von Dr. Heinrich Dehme! findet om Sonn» abend, 135� Uhr, auf dem Spandouer Städtischen Friedhof, In den Kisseln, statt. Die Vcrftärkungsarbeiten am Hochbahnviadukt. Wegen Verstärkungsorbeiten am Hochbahnviodukt wird die Wenden st raße im Osten Berlins für die Dauer vom 22. Sep- tember bis zum 15. November in der Richtung zum Lausitzer Platz für den gesamten Durchgangsverkehr gesperrt. Die Sperrung der Görlitzer Straße, die ebenfalls wegen Biaduktorbeiten längere Zeit gesperrt war, wird am 22. September aufgehaben. Ausstellung der deutschen Qualitäl»uhr. Wie alljährlich, findet auch diese« Jahr wieder in den Kammersälcn, Teltower Straße, eine Art„Jahresschau der deutschen Uhr' statt Die Au?- stellung, die von der Zentra-Garantiegemeinschast(einem Verband von 2500 Uhrenfachgeschäften) vom 16. bi» 19. September für ihre Mitglieder veranstaltet wird, zeigt von der mächtigen Standuhr bis zur winzigen Armbanduhr jede Gattung von Zeitmessern. Paketversand nach Rußland. Um eine Erleichterung für den Paketvcrsand nach Europäisch- und Afiatisch-Rußlonb zu schaffen. bat die Derutra mit dem Kaufhaus N. Israel, Berlin C 2, folgendes Abkommen getroffen: Das Kaufhaus N. Israel hat das alleinige Recht, für ganz Deutschland den Paketversand aller Artikel des täglichen Bedarfes, ausgenommen Lebensmittel, an Privat- Personen nach Rußland vorzunehmen. Die Aushändigung der Paket« in Rußland erfolgt ohne jede weltere Nachzahlung. Verschiebung oer Premiere im kleinen Thealer. Infolge plötz- licher Erkrankung muß bi« für heul«(16. September) angekürckngte Uraufführung von„Junggesellen" im Kleinen Theater auf Dienstag, den 20. Seprember, abends 8.30 Uhr, verlegt worden. Die bereits gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Ivetterausfickten für verlin: Vorwiegend Heller und am Tage ziemlich warm, schwach-« Luftbewegung.— Für Deutschland: All- gemein im Reiche beständige» Herbstwetter, stellenweise Morgen» nebel. Der Augustiner-Keller im Hotel Exelsior, Eingang AnHolter Straße, ist die neueste Schöpfung Gcbeimrat E l s ch n e r s. Veran- laßt durch den Erfolg, den das Augustincr-Restaurant„Stadt- Schänke" schon seit seiner Eröffnung hatte, entschloß sich der Besitzer des Hotels Exelsior, die gesomien Räume des Exelsiorbades noch entsprechendem Ilm- und Ausbau für den neuen Restaurattons- betrieb zur Verfügung zu stellen. In den Räumen sind bequeme und gemütliche Plätze für nicht weniger als 1200 Personen ein- gerichtet: noch Münchener Muster ist Selbstbedienung vorgesehen. „haus Vaterland" am Potsdamer Platz beginnt am 17. d. M. wieder mit seinen Nochmittagsveranstaltungen. Beim Nachmittags- koffse aus der„Rheinterrasse" mit Kunstlerkonzert tostet die Tasse Kaffee 50 Pf., der Kuchen 35 Bf. Im„Palmensaol" spielt täglich ab 4 Uhr zu den famosen Tanztees die Tanzkapelle Sih Koy's Fellows. Nervös?- Dann Kaffee Hag Popens Prämiensystem. Das Labyrinth der Ausführungsbestimmungeu. Im„Reichs-Anzeiger" vom IS. September veröffentlicht der Reichsarbeitsminffter den ersten Teil der Ausführungs» bestimmungen zur Notverordnung vom S. September. Wir veröffentlichen hiermit den Wortlaut dieser Ausführungs- bestimmungen, die wir an anderer Stell« kommentieren: § 1. Als„Betriebsabteilungen" gelten tr i e b s.t e i l e im Sinne der Verordnung über Bctriebsstili Be- en nur selbständig, �''tliegung, und Arbeitsstreckung vom 15. Oktober 1923(Reichsgesetzbl. 1 S. 983). § 2. (1) Bei der Bemessung des Umfangs der Vermehrung der Arbeiter oder Angestellten sind hinsichtlich der Bemesiungsgrundlage wie hinsichtlich des jeweiligen Arbeitnehmerstandes auch solch« Ar- beitnehmer mitzuzählen, die auf Grund eines planmäßigen Aus- tausches(K r ü m p e r s y st e m> zeitweise die Arbeit ausseyen. (2) Nicht mitzuzählen sind: a) der Ehegatte des Arbeitgebers sowie Personen, die mit dem Arbeitgeber im ersten oder zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind. b) Hausgewerbetreibende einschließlich der Heim- arbeiter, c) Arbeitnehmer, deren Beschäftigung u n st ä n d i g im Sinne der Reichsoersicherungsoronung§ 441 ist, d) Arbeitnehmer, die ausschließlich oder überwiegsich aus P r o- vision, Bedienunosgeld oder ähnliche Bezüge an- gewiesen sind, wenn ihnen nicht«in dem Abs. 2b ent- sprechender Betrag als Mindest verdien st zu» g e s t ch e r t ist, e) Angestellte, deren Jahresarbeitsoerdienst achttausend Reich«- mark übersteigt, k) Lehrling« und Volontär«. (3) Außerdem sind von den nach dem S.September 1932 neu eingestellten Arbeitnehmern nicht mitzuzählen: a) Arbeiter oder Angestellt«, die nicht mindestens vierzig Stunden in der Woche oder, falls die Arbeiter- oder An- oestelltenschaft des Betrieb» oder der Betriebsabteilung im Durchschnitt kürzer arbeitet, nicht mindestens während dieser Durchschnittsdauer beschäftigt werden, b) Arbeitnehmer, deren Lohn oder Geholt nicht einem für gleich- artige Arbeit im Betrieb geltenden Tarifsatz entspricht oder, mangels eines solchen Tarifsatzes, nicht mindestens dent Ortslohn(Reichsversicherungsordnung§ 149) gleich- kommt: als Tarifsätze im Sinne dieser Vorschrift gelten die im Tarifvertrag vorgesehenen Sätze unter Abzug der in der Verordnung vom S. September 1932 oder in anderen gesetz- lichen Vorschriften zugelassenen Unterschreitungen. 8 3. Im Falle des Krümpersystems(§ 2 Abs. 1) ist die wöchentliche Arbeitszeit der Arbeiter oder Angestellten nach ihrer durchschnitt- lichen Arbeitszeit unter Einrechnuno d«r rechnen. Ein« durchschnittlich« Berechnung zeit findet auch dann statt, wenn in«in«m Betrieb oder in einer Betriebsabteilung di« Arbeit derart gestreckt wird, daß planmäßig aus die einzelnen Wochen ein« verschiedene Aohl von Arbeitsstunden «ntsällt. 5 4. Grundlage für die Bemessung der Erhöhung der Arbeiter- oder Zeit des Aussetzens zu be- der wöchentlichen Arbeits- August 1932 beschäftigten gestellten. Hat die Arbeiterschaft oder hat die Angestelltenschoft eines Betriebes oder einer Betriebsabteilung während der Monate Juni, Juli und August 1932 im Gesamtdurchschnitt mehr als vierzig Stunden wöchentlich gearbeitet, so ist im Falle«iner Ver- ringeruna der Arbeitszeit von einer erhöhten Bemossungs- grundloge auszugehen. Die Erhöhung berechnet sich nach dem Verhältnis der eingetretenen Verringerung der Wochenarbeits- stunden zur Zahl der jeweiligen Wochenarbeitsstunden. Dabei bleibt ein Herabgehen unter vierzig Wochenarbeitsswnden außer Betracht. 8 S. (1) Hat die Arbeiterfchast oder hat die Angestelltenschast eines Betriebes oder einer Betriebsabteilung während der Monate Juni, Juli und August 1932 im Gesamtdurchschnitt nicht mehr als sechs- unddreißig Stunden wöchentlich gearbeitet, so ist der Arbeitgeber berechtigt, bei der Bemessung de» Umfanges der Vermehrung der Arbeiter oder Angestellten die Zahl der tatsächlich neu«ingestellten Arbeiter oder Angestellten um ein Drittel erhöht an» zurechnen. (2) Er darf die Zahl der neu eingestellten Arbeiter oder An- gestellten um zwei Drittel erhöht anrechnen, wenn die Arbeiter- oder Angestelltenschast während der Monate Juni, Juli und August 1932 im Gesamtdurchschnitt nicht mehr als dreißig Stunden wöchentlich, er darf die Zahl doppelt anrechnen, wenn sie nicht mehr als vierundzwonzig Stunden wöchentlich gearbeitet hat. 8 6- (1) U e b« r st e i g t der Lohn- oder Gehaltssatz eines Arbeit- nehmers den zuständigen tarifvertraglichen Satz, so ist die zulässige Unterschreitung von demjenigen Teilbetrag zu rechnen, der dem tarisvertraglichen Satz enfforicht. (2) Sachbezüge, Aufwandsentschädigunaen. Familienzuschläge und ähnliche Vergütungen sind nicht als Lohn- oder Gehaltssätze anzurechnen. § Als„Wochenarbeitsstunden" gelten auch die an Sonn- und Feiertagen geleisteten Arbeitsstunden. 8 8- Für den Wert von Sachbezügen sind, soweit nicht«in Tarif- oertrag etwas anderes vorschrecht, die Festsetzungen der Versiche- rungsbehörden nach der Reichsversicherungsordnung Z 160 Abs. 2 maßgebend. § s. Di« Verordnung tritt am IS. September 1932 in Kraft. Internationale Arbeit. Dorstandssihvng des Internationalen Geverkschafisbvndes Der Vorstand des Internationalen Gewerkschastsbunde» trat gestern in Berlin zur Erledigung einer umfangreichen Tagesord- nung zusammen. Er genehmigte zunächst den vom Sekretariat unterbreiteten Bericht über die im Juli d. I. in U c c l« bei Brüssel abgehaltene internationale Zusammenkunft jüngerer Gewerkschafts- Mitglieder. Es wurde beschlossen, diese internationalen Schulungs- kurf« jüngerer Gewerkschafter, die bisher einen ganz ausgezeichneten Verlauf nahmen und glänzende Erfolg« erzielten, weiterzuführen und die Schulungswoche 1933 in Wien abzuhalten. Weiter ist in Aussicht genommen, für später«in derartiges internationales Treffen der jüngeren Gewerkschafter in Spanien vorzubereiten. Das Sekretariat wird den an diesen Zusammenkünften teilnehmenden Schülern ermöglichen, die ongeknüpsten Beziehungen durch Brief- Wechsel austechtzuerhallen und zu befestigen sowie chre S r a ch- kenntniss« zu erweitern. Weiter genehmigte der Vorstand den Bericht de« Vier- länder-Komitees(Deuffchland, Frankreich, Belgien, Luxem- bürg) und stimmte dem von diesem gefaßten Beschluß über di« Möglichkeit einer Fortführung der Propaganda im luxemburgisch-lothringischen Industriegebiet zu Gegen End« des Jahres wird das Vierländer-Komitee wieder zu- sammentreten, um weiter« Entscheidungen in dieser Angelegenheit zu tresfen. Der Vorstand nahm sodann einen Bericht des Jugend- und Bildungskomitees entgegen und befaßt« sich mit der Frage der Vereinheitlichung der gewerkschaftlichen Organisationen in der Tschechoslowakei. Ueber Japan konnte der Generalsekretär erfreulicherweise berichten, daß die Schaffung«iner« i n h e i t- lichen Landeszentral« derjenigen Gewerkschaften unmittel- bar bevorsteht, die gegen di« imperialistische und faschistische Politik in Japan kämpfen. Mit einer Sympathieäußerung wurden di« Bestrebungen der freigewerkschastlich orientierten japanischen Ge- nassen begrüßt und ihnen in solidarischer Verbundenheit Unter- st ü tz u n g. zugesagt. Den 2000 streikenden Textilarbeitern in H i r a t s u k a, die für die Sicherung und Erweiterung de» Koa- litions- und Vereinigungsrechts kämpfen und«inen Lohnabbau der Unternehmer abzuwehren im Begriff sind, wurde zur Stärkung des Solidarität»gesühlz«in Unterstützungsbetrog bewilligt. Der Vorstand des JGB. wird heut« feine Beratungen fort- setzen, di« di« sozialpolitischen R i ch t l i n i« n de» 2GB. und die Tagung der nächsten Internationalen Arb«it»konf«- r e n z in Genf zum Gegenstand haben werden. Gefinuungslumperei. als Handlanger des Unternehmers. Em treffe�»«» Beispiel der Gesinnungslumperei hat in diesen Tagen di« Betriebsgruppe der RGO. bei der Firma Boll« geliefert. Es hotte eine Betriebsversammlung stattgesunden, die sich mit dem Lahndiktat der Firma befaßt hotte und die in einer seltenen Einmütigkeit verlaufen war. Zwei Tage nach dieser Ver- sannnlung brachte die RGO.-Betriebsgrupp« bei Bolle ein Flug- blatt heraus, das neben den verlogensten Bel>oupwngen über den Verlaus dieser Betriebsversammlung und über die Ausführungen der Gewerkschaftsvertreter die Mitteilung enchislt, das freigewerk- schastliche Betriebsratsmitglied Döring habe in der Betriebsvers amm- lung zum Kampfe ausgerufen, der unter Umständen auch gegen den Willen der Gewerkschaften geführt werden müsie. Diese an sich schon goizz schief« Darstellung der Ausführungen des Betriebsratsmitgliedes hatte zur Folge, daß die Direktion der Meierei Boll« Döring sosort nach Erscheinen des Flugblattes„zur Disposition" stellte, ihm das Betreten des Betriebes verbot und beim Arbeitsgericht den Antrag auf Amts- entheb ung dieses Betriebsratsmitgliedes stellte. Diese Denun- ziatton ist umso charakteristischer, als es sich nicht etwa um einen „reformistischen" Betriebsrat handelt, sondern um einen Mann, der politisch den Denunzianten sehr nahe steht. Solche Subjekte nehmen dann für sich das Recht in Anspruch, bewährte Führer der Sozial- demotrotie und der freien Gewerkschaften als Verräter beschimpfen zu können. Nicht minder bezeichnend ist es, daß die Meierei Bolle zu chrer Scharfmacherei sich der RGO. als Kronzeugen bedient. Erfolgreicher Meiallarbeiterstreik. Vergebliche Hilfe von Nazistreikbrechern. Leipzig, 15. September.(Eigenbericht.) Wegen Lohnraub waren Sie Metallarbeiter der Firma Krause in Leipzig in Streik getreten. Der Unternehmer hotte sofort nach Ausbruch des Streiks Hitlers rauh« Kämpfer als Streik- brecher herangezogen. Da di« Nozi-Streikrecher wohl viel Lohn verlangten, ober nicht viel leisteten, sah sich die Firma Kraus« ge» zwungen, in Verhandlung mit den streikenden Metallarbeitern ein- zutreten. Di« Verhandlung endete mit einem vollen Erfolg des Metollarbeiter-Verbawdes. Die Arbeiter erholten wieder ihren vollen Lohn. Auch wurden im Akkorbwesen bessere B«- dingungen hergestellt. Die Nazi-Streikbrecher müssen aus dem Betrieb schleunigst verschwinden. Die Arbeiter waren nicht gewillt, mit diesem Gesindel zusammen zu arbeiten. Erfolg des holländischen Schiffahrtsstreiks. Amsterdam, 15. September.(Eigenbericht) Der niederländische Seeleutestreik wurde am Mittwoch in den späten Abendstunden durch Zustimmung aller beteiligten Personal- verbände aus der Grundlage beendet, daß die am 16 August d I. gültigen Lohn- und Arbeitsbedingungen für den größten Teil der niederländischen Reedereien bi» zum 31. März 1933 beibehalten werden sollen. Die Reedereien verpflichteten sich, von allen Der- geltungsmaßregeln abzusehen und alle Entlassenen wieder e i n z u st« l l e n. jSd�reie Gewerkfchafts-Lugend Verlin Heute, 19Vi Uhr- Freiheit Jugendheim Wdilertorftr. 9. Da» Wirt. ichajtsprogromm des ADGB.— Chail»tt— �.....*----- �..... strafe W. Umbau der Birtschast.— 9!»rd'„„. Eonnendurger Str. 2". Lieder und Brettspiele.— Prenzlauer Berg: Lugend- r..:___, v. f.:... r».. ox< c.„ r„ rf: �„-Li u e,«« X � v o n f rt Tt9 e X ugendheim bn Schul« zlauer Berg: Jugend« heim Gloimstr. S-i. Geselliger Adend.— Reukölla: Jugendheim Treptower Straße Schuldlos geschieden.— Hcrmannplatz: Jugendheim Sanderstr. 11, Ecke Hobrechtstraße. Funktionäre berichten über die Broschüre: Blick in das neue Preußen.— Wißt ihr das'� Weddivg: Willdenowstr. 5, 2 Treppen, Zimmer 11. Die Schutzvolize,.— Zeopelinplatz: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Wir drehen aus.— Wir lnrpsen an.(Etwas über unsere Gas- und Wasserver- sorgung.) Reinickendorf-Ost: Jugendheim Lindauer Straße lBaracken). Dialettabend. Adlershof: Jugendheim Adlershof. Bismorckftr. 1. Gutheit bringt Reue».— Flughafen: Schule Mariendorfer Weg 69—70. Das Jugend- Programm des ADGB.— Gchäneberg: Wir baden ab 19 Uhr im Hallenbad Hauptstraße. Iuaendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Sildwest: Jugendheim Dorckstr. u s2. Hof, LueracbSud«, 1 Tieppe, Aimmer M). Vortrag mit Schalliilatten: Vom Walzer zum Lazz. Re. fereirt: Herta Polemann.— Die Berliner Druckerei- und verlogigesellichast m.'"■''----"""""""-----«t.—» im Biese 7 und Stadion öpandau-Hakcnfelde.— Photogrunnc: Bon WS bis 22 Uhr im Jugendheim Franllurtcr Alle« 307. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschäfrs stelle: Berlin E. 14. Sehastianstr. 87—38, Hot 2 Tr- ««ddi»- s0rt»»erein). Der»adedetried im Hallenbad»erichtstroß» deglnnt am Freitag, dem 1».«Serteniber, 1«�. Uhr.—«asserlport. «Mtiluna, Fug Tegel. Sonntag. 18. Seat, mder, intern, ZkW'7l..Sie-atto am See. Pavillon. Tegel. Beginn der Ausfahrt sämtlicher Boot« um 13 Uhr-h Tegeler Gemeindehafen. Pslichtveranstaltung. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Sau Verlin. Geschäftsstelle: P. Schneider. Verlin NO. 55. huselaudstr. 3t. B-ll-chor Tempelhos. Maricndors. Die U-hung,stund»n de, Chor» finden WS von jegt ad wieder jeden Freitag im Restaurant Pinger, Tempelhof, Dorsstraße SO, statt._ Sozialistischer Esp«r,-t».V»»d. Reu« Anfangerlurs« zur Crlernung der Hits''---------------------- Ig-lchritten«. 2. Anfängerkursu». Reinickendors: Iuaendhesm Lindauer Strab° av, gg. September jeden Donnerstag, 20 Uhr. 1. Aursu» fitr Fort» 2. Anfängerlursu». Neuliilln: RUtltschuI«, Rittlistraße. Ab 28. Sep- —- �....------ I�n—»-nsängerlurlu». Sarä«)" Ab 29. September jeden Donnerstag, 20 Norden:'Echule Danzig'er Str. 22. Ab 30. ivsptembe'r jeden Freitag: geschrittene. 2. Anfängerlursu». Reukälln: Rittfisch i-mder jeden Mittmoih. t. Aursu» slir Fortaeschrttten«. 2. _-„,._..———(Septem! ___________________....______... jrtle 4. fttei» Prenzlauer Vera. Achtung, Crmerbzlvse! der, beginnt in der Lesehalle der Voll»bitl:othel, ängerlursu». Derselbe ist nur für Parteigenossen Neuer Tursu» sitr tzinder. Lehrbuch. Jugendliche 3 lich Lehrbuch. Für den pro Mono! IS Pf.— SPD.. Am Frettag. dem 80. September, M WWW... Dunkerstr. 64, ein neuer Anfängerlursu». Derselbe ist nur für Parteiaenosten eingerichtet und ist kostenlo». Wir erwarten»ahlreich« Beteiligung. Anmeldungen am ersten Aursu»ab»nd. oder vorher Helm Genossen Adolf Eproeck, R. 68, Cho- rinee Str. 43. Sozialistischer Esperanto. Bund, Gruppe Berlin. Geschistsstelle: Berlin N. 68. Choriner Str. 46. .gurzschriitpereia zu Choelotteobura t. B.. Einhe>4»kui»schrift. Reuer An- sängerlebraang beginnt Freitag, 16.«eptemder, Uhr.>n der Siemen«- Oberrealschule. Schloßstr. 27 sam U-Bahnhoi Sophie-Chorlotte.Plog). Zither-Club 1897, ReniSlln. Dirigent: Adolf Wollenschlaaer. Jeden Freriog Uedungiswnde im Restaurant Meihner. Kaiser-Friedrich-und Anzengruhirstrahen- Ecke. Beginn 20� Uhr. Zitherspielcr und Gäste herzlich willkommen. Deutscher Arbeiter-Adstiaenica-Bund. Sonntag, IS. September, 10 Uhr, Be- sichtigung der Betriehe de,»onlum», Berlin. Lichtenberg. Rittergutstrahe. Treis. Institut». Dortheenftr. 28-. Sealnn 10 Uhr. Ardeiter-Radio-Bund Deutschland» e. Hrtsqrupp- Geah-Berli». Uatee- verschobenen Apparotetypen.— Untergruppe Reukälla: Tagung»Io?,l.«samt, Neukölln. Berliner Str. 100. Freitag, 23. September, 20 Uhr. Wo, brachte unsere Ausstellung?(Genosse Simpel.) Bauweise de« Smpfgnger».(,pid.T. 0,15 Lebende Karpfen Pfd. v 0,78 Kabeljanfllef........... pm. 0,26 Leb. Rale mu�utark. pm v 1,10 Preise ohne Flasche Weine' 31eiOberh.Malkainin./. n. 0,95 ZSetOb.-RosanlierB'iiFi.l.ZS 29-rZell.schw.Herrg., Fi. 1.80 3flerfllenr.Ryberbii.,(tFi.1I80 ■• Vi Fl 1,45 Welnbr.-yefscbn.-'/iFLZ.as Rheinpl3i!.Welssweia Ltr. 0,68 Roter Jubanniabeerw. Ltr. 0,68 Roler larraooaa..... Ltr. 1,10 Ins-Samos!'J aa-Oeasart*.. ltr. 1 ,20 Dlscb.Welnbr.„spai.-. Ltr. 4,20 Jani.-Rüni-yerschn.w(!,ur 3,75 Konserven ifjDoee Koisererbsen........ 1.15 Junge Erbsen fein.. 0,88 Junge Erbsen mitteNala 0,71 Gemüse-Erbsen..... 0,56 Leipziger Allerlei.. 0,73 Berliner Allerlei..�, 0,67 Karotten In Streifen.. 0,28 Erdbeeren>/, Voss 0,85 [Orig. Thermosflaschen Q Zg | mit AJaminiambecber nnd OberteU, ca. Liter Inhalt...... Stüct Wpf � Wv WM Kose und Fette lllerfelnste dsutache» Morkenbutter... Pfd. 1,40 Allerfeinste deutsche Molkereibutter. Pfd. 1,34 Bratenschmalz Pfd. 0,46 GriebenschmalzPfd, 0,52 Holländer 40»i-.. Pfd. 0,66 Edamer 40«/,..... Pfd. 0,66 Tilsiter TolUett... Pfd. 0,66 Steinbusch. Tollt,Pfd. 0,66 AIIg.Stongen2a°/»Pid.0,42 Romadour 20"/i,.8tiick 0,18 Harzer........... Pfd. 0.25 Bemiscbte MarmeladeS-Pfd.-tlmirO.ÖO Erdb.-Konfit.2-PM.-Bm. 0,98 Räucherwaren Stückenlachs Pfd-vcn 1,40 Seelachs........ Pfd. 0,32 Aale gerSacbert,1/« Pfd. 0,39 Rotbars.......... Pfd. 0,42 Matieshering.eogi.�SlO,25 Salzheringeiostdck 0,38 Sardinen.... 3 Dosen 0,88 Heringssalat oder MejrsBnalae.... Pfd. 0.58 Kolonlaiwaren Bruchreis........ Pfd. 0,11 Tafelreis........ Pfd. 0,14 Blue- Rose-Reis Pfd. 0,24 BruchmakkaronI Pfd. 0,35 Eierbandnudeln Pfd. 0,34 HartweizengriessPfd 0,24 Viktoria-Erbsen Pfd. 0,16 Kakao ttariieauit..Pfd. 0,58 I Kaffee gabracirt, PM. a 1,90 Suppenhühner f] Lk fiiscll........ Pfd. von BnthQliner fl RR Pfd. TOB" 9"" Enten gefroren....... Pfd. von 0,65 Unaarische« ng Sloplenten� 0,78 073 Qflnse frisch........ Pfd. von Frische Enten R RR Pfd. ron w A W RemiQliner fl§R Stück TOB WfhiU Hinchbinterfl R? Pfd. TOB HlrsthtücKen Hlrschkeule fl Qfl Pfd. TOB WjWw BücHllnje deutsche.... 2 Pfd. von fönfendungen für diese Rubrik stud v e r l i u SB 68. Liudeustratze 3. parieinachrichtenFMßfür Groß-Berlin stet» n hos Sejtrlsictretariof 2. Löf, 2 Zccbpcd rechts, ju richte» Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 14. Ar«,». Kauf«, Sretto«, fttelsntttgliebetnetfommlung Bei ÄlieBts. Hofen. beti«, g-ojtc©aol. Referat des Genossen Löwenfieitt über hie poiitifche Sage. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Pgcteimitgliedsduches. 22. Abt. Am Gcnntog treffen sich olle jungen Genossen der Abteilung zur Sohrt noch Bernau um 1 Uhr im Suuenwinkel iBahnhcf Gefunddrunnen). dt. Die �ufammenfunft der IIingerengruppe füllt aus. Wir besuchen die Areismiigliederverfammlung. 112. Abt. Sannabend, 17. September. Mitgliedeioerfammlung im Paradies» garten(Sarge), Rahnsdorf. Referent: Genasse Rabinfan. Araueuveranslaltungen. 44., 45. vud 47. Abt. Wegen der Kundgebung fällt die Versammlung am 20. September im Reichenberger Hof aus. Neuer Termin wird noch be- kanntgegeben. Arbeiisgemeinjchast der Sindersreunde Groß-Verlin. Kreis Zrepiam. Gruppe Thomas Wllnzer. Rate Fallen. Sonn. ! abend, l?>t� Uhr, am Bahnhof. Fahrt nach dem Peegfee. Unlosten :«I Pf.— Gruppe Sohannisthal. Sonnabend, iszh Uhr, Falleneck zur : Fahrt nach dem Peetzfee. llnfoften 70 Pf. Alle Eltern werden - gebeten, ihre Rinder wieder pünktlich am Montag und Freitag i am 18 Uhr zum Heim Ins Raihaus zu schicken. ' Kreis Neukölln. Helfer, Falken und EiternI Die Gruppe Licht» fampfer veranstaltet in unserem ssreisheim, Ganahoferstraße, bis Montag eine Zeltlagerausstellunz.(Am Freitag geöffnet bis 21 Uhr.) Achtung, Gruppen- fuhrer! Bis Montag meldet die Beteiiigunaszahl am Sternwartebefuch am 2ä. September. Die Berichtsbogen für August haben folgende Gruppen noch picht dem Kreis abgegeben, Gruppe Aufbau, Avanii. Bauvolt, Kurt Eisner, Fritz Reuter. Letzter Termin Montag, i«. September. Mit heute, Freitag, fchlketzen alle Gruppen die Abend« auf den Sportplätzen ab. Wedding. Sonntag Helferfahrt. Abfahrt 7 Uhr Amtsgericht Wedding (Brunnenplatz). Rur d!« gemeldeten Genossen können teilnehmen. * Der neue Kinderlondkolender für 19ZZ ist eiBgcirofse«. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 48. Abt. Unser Genosse Adolf Berger. Wassertorstr. 87, ist am Dienstag, dem lZ. September, perstarben. Ehre feinem Andenken. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 18. September, 18 Uhr, auf dem Simeon-Friedhof, Tempel. Hafer Weg. statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. SoziaiiMcheArbetterjugendGroß-Verlin Einfendungen für diese Rubrik nur an das Jugendfekreiarial Berlin SW 08. Ltndsnstrahe 2, vorn 1 Trepp- rechts. Der Stand des Wettbewerbs am lS. September. 12 Uhr: Rofenthaler Vorstadt: 5583 Punkte.— Köpenick II: 4080 Punkte.— Schiller. '-----|- i|-----|'>.— Neukölln Ul: 2878 PunS«.— Punkte. 2200 Punkte. Balkan: 2000 Punkte. park: 8150 Punfie.— Steglitz X: 8000 Punktes— Neukölln Iii: 2878 Punkt Sieglitz U: 2000 Punkte.— Zrhlendorf: 2250~ unkte.— Lübars: 2240 Punkte. efunden Slif- ifa. cker — Kaulsdarf W W Auf dem Lugendtag In HoheBneuendorf sind folgende Sachen worden: Eine große Sturmfohne mit drei Pfeilen und einer halben ftange. Eine schwarze Fahnenhülle und ein Fußball. Die Sachen sind ab Montag im Sekretariat abzuholen. Pom Lngendtog in den Rehbergen sind Bilder eingetroffen! Sie können im Sekretariat eingesehen und bestellt werden. Stück 25 Pf. Dienstag. 20. September, fallen alle Gruppenveranftaltungen aus! Wir beteiligen uns geschlossen on der Kundgebung der Partei im Sportpalast. Zentroier Wonderousfchuß! Wanderausfunfi jeden Freitag van 18 bis 19 Uhr im Heim LIndcnfir. 4. Jreifag, 16. September: Rofenthaler Borstadt: Tieckstr. 18. B-rufseriebnisse.— ArfoBapIatz: bethfirchstr. 19. Politisch.satirtlcher Abend.— Gewertschostsbous: Kö! Straße 92. Tagespolitik.— Zentrum: Watfenssraßc. Zeifungsichau.— Kousu: Bochumer Str. 8b. Chriitiiche Lehren.— Moabit l! Waldenscrfir. 20. Wa» ist Sozialismus?— Moabit II: Bremer Str. 89—70. Lnternatianaler Faichismus. — Sportpalast: Ganthiner Sir. 10. Bürgerlicher Sport und Arbeiieriport.— Gefunddrunnen II: Koloniefir. 8. Religion und Sozialismus.— Aroimplotz: Sonnenburger Str. 20. Lustiger Abend.— Bolfon: Mandelstr. 2. Aftuelle Probleme der Gewerfschaiten.— Falkplatz: Kastanienalle« 81. Der sozialistische Aufbau in der Sowjetunion.— Hohenichönhausen: Die katholische Kirche.— Nordost I: Danziger Str. 02. Tagespolitik.— Andreasplatz: Brommpstr. 1. Soziales Wandern. Baltenplatz: Tilsiter Strahe. Jugend und Arbeitsdienst. — Franksurtcs Viertel: Frankfurter Allee 807. Die Kirche als politische Macht. — Petersburger Viertel: Ebsrtpstr. 12. Liadaradeud.— Stralau» Viertel: Goßlerstrahe. Alt. Berliner Humor.— Friedrichshoin: Diestelmenerftr. 5—8. Aroeitsgemainichost.— Warschauer Viertel: Litauer Str. 18. Bunter Abend.— Warichauer Viertellc will! lessing-Theaier Tägl. 8'/. Uhr Grete Mosheim Oskar Homolka In Pygmalion Zimmer I Bett v. RM. 5«a 2 Bsiten v.RM.10.-aa Hotel- FrührtUck kompl. RM. 1.50 Berlin Ä Hotel EXCELSIOR. Eigent. Curt EUdinor Im cslö und Halle spielt täglich Beorgiteiteimann mit seinem bsrlmmUn Orchester, Im Hause: Augustiner- Keller Müachsn- Berlin (1200 Pers. Sitrfl.) BelSelbstbedienung Vk Lt 0.48 Vi U 045 QroOer küchenbetri.b Kleine Preise. Snserate im A Vorwärts Schern Lr/olgi