BERLIN Freitag 16. September i 1932 Redaktton u. Expedition- Berlin SW KS, Lindenstr.S Lei. A"! Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Borwärtz". Bezugspreis f ii r b- i d e A u s g a b e n 75 Pf. pro Woche, Z,2Z M. pro Monat(davon»7 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus> im voraus zahlbar. P o st b- z u g 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs, und 72 Pf. Postbestellgebühren. fflbwusfa Anzeigenpreis! Et« Ifplt. Btilli. meterzeile SV Pf. Die Rellamezeile kostet 2 Mark. Rabatte n. Tarif. 10 Pf. Nr. 438 B 211 49. Jahrgang m Beeint gegen den Krieol Deutsche und französische Sozialisten ilir Gleich- herechtigung und Abrüstung Gefängnis gegen Parteiredakteur Paris. 18. Teptembcr.(Eigenbericht.) Der Beschluß der sozialdemokratischen Reichstags. fraktion über das deutsche Militärmemorandum wird in Frankreich fast von der gesamten bürgerlichen Presse mit «tillschtveigen übergangen. Die einzige bürgerliche Zeitung, die den Beschluß an hervorragender Stelle ver» öffentlicht. ist die radikale„R e p u b l i q u c". Ter sozialistische„Populairc" schreibt zu der Aufnahme des Memorandums in Frankreich und in Deutschland: „Die Kundgebung der deutschen Sozialdemokraten kommt unseren Reaktionären und Nationalisten ungelegen. Wie rnerden sie noch behaupten können, daß es nur ein Deutschland gibt, daß alle Deutschen ohne Unterschied Anhänger der Wiederausrüstung sind. Auf dieses Schweigen der Presse müssen wir ant- Worten, indem wir überall die mutige Haltung unserer deutschen Kameraden zur Kenntnis bringen. Alle unsere Freunde, somohl im Parlament wie in den Bersamm- lungen und in der sozialistischen Presse, müssen die kapitalistischen Zeitungen an den Pranger stellen. Sie müssen der össentlichen Meinung in Frankreich zeigen, daß französische und deutsche Sozia- listen in der wichtigsten Frage der gegenwärtigen Stunde voll- kommen einig sind. Wie wir, so verkünden die deutschen Sozialisten die Nichterfüllung des Bersailler Pertrages durch seine Unterzeichner, wie wir. so erheben sie sich gegen die Tatsache, daß man Deutschland dauernd in unter- geordneter Stellung lassen will, aber wie wir wenden sie sich auch gegen die Lüge von der Doktrin der Sicherheit, in deren Namen die französische Regierung die Abrüstung ablehnt und die deutsche Regierung ihr Recht auf Rüstungen fordert. In vollem Einoernehmen mit uns erklären sie, daß die Wieder- aufrüstung Deutschlands nur der Anfang eines neuen Wettrüstens sein würde, und betonen, daß allein die Abrüstung die Sicherheit oller Länder garantieren und zur wahren Gleichberechtigung oller Mächte führen kann. Und wie wir, so werden die Sozialdemokraten von ihren Reakttonären und Nationalisten als Verräter behandelt. Nur ein kleiner Unterschied besteht zwischen beiden Parteien: wir stehen im Solde Deutschlands, während unsere deutschen Kameraden im Solde Frankreichs stehen! Gegenüber der entfesselten nationalistischen Meute in beiden Ländern bleiben die deutschen und französischen Sozialisten geeint gegen Wettrüsten, gegen Krieg und für Abrüstung und den Frieden." Krahn-Giettin wegen Richterbeleidigung zu neun Monaten Gefängnis verurteilt Stettin, 18. September.(Eigenbericht.) Am Tonnerstag wurde vom Stcttiner Schöffengericht unter Vorsih des Landgerichtsrats Petersen der Redak- teur de«..Stcttiner Volksboten". Genosse K a r l K r a h n. zu einer Gefängnis st rase von neun Monaten verurteilt. Diesem Urteil lagen drei Strafanträge des Oberlandesgeriästs- Präsidenten Cor mann zugrunde. In kritischen Würdigungen einiger Stettiner Urteile im„Stettiner Volksboten" wurde eine Beleidigung der Stettiner Richter erblickt. Die Anklage stützt sich vor allen Dingen auf einen Artikel des „Stettiner Volksboten", in dem das Urteil der Stettiner Strafka mmer gegen den Nazistudenten Loh mann in scharfer Weise kritisiert worden war. Lohmann war vor unge- fähr Jahresfrist wegen Verächtlichmachung der Republik und gc- meinst« Beschimpfung und Beleidigung der Genossen Grzesinsli und Hilferding zu s e ch s M o n a t e n Gefängnis verurteilt worden. Die Stcttiner Strafkammer als Berufungsinstanz hatte dieses Urteil jedoch in eine geringe Geldstrafe umgewandelt. Daraufhin hatte der„Stettiner Volksbote" seiner Empörung darüber Ausdruck verliehen, mit welchem Maßstabe die Justiz die persönliche Ehre sozialdemokratischer Minister behandelt. Der gestrigen Verhandlung gegen den Genossen Krahn wohnte der Land- gerichtspräsident bei. Der Vorsitzende legte besonderen Wert darauf, den Präsidenten jedesmal noch der Sitzungsunterbrechung von der Fortführung der Verhandlung zu benachrichtigen. Die Richter sind empfindlich gegen öffentliche Kritik, um so empfindlicher, je mehr ihre Urteile die Kritik herausfordern. Französische Senatswahlen. Wahlaufruf der(Sozialisten. Paris, 16. September.(Eigenbericht.) Die Sozialistische Partei hat für die am 16. Oktober stattfindenden Teilwahlen zum Senat einen Wahl- a u f r u f veröffentlicht, in dem die Parteioerbände aufgefordert werden, wie bei den Kämmerwahlen zum 1. Wahlgang überall eigene Kandidaten auszustellen. Im 2. und 3. Wahlgang soll die republikanische Disziplin angewandt werden, d. h. die Parteimitglieder sollen in den Wahlkreisen, in denen der sozia- listische Kandidat keine Aussicht auf Sieg hat, für den Kandidaten der anderen Linksparteien stimmen, der die beste Chance besitzt, die reaktionären Kandidaten zu schlagen. Was das Wahlprogramm selbst anbetrifft, deckt es sich gleich- falls mit dem Programm für die letzten Kammerwahlen. Die Partei fordert die konfessionslose Einheitsschule, verspricht den Schutz der kleinen Landwirte, wünscht den Frieden unter den Völkern und eine bessere Sicherung der Arbeitsrechte gegen die Uebergriffe des Kapitalismus. Auf wirtschaftlichem Gebiete verlangt sie die Nationalisierung oller öffentlichen Betriebe und die Einführung der Vierzigstundenwoche. Auf rein polstischem Gebiete Ehrabschneider vor Gericht Oer Prozeß wegen der Beleidigung des Vizepolizeipräsidenten Or. Weiß vor der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts l begann heute morgen der bereits mehrfach vertagte Prozeh gegen die verantwortlichen Schriftleiter des ,.A n g r i f s", Dr. Lippert und krause, wegen Beleidigung und Verleumdung des Polizeivizepräsidenten Dr. weiß und des Polizeipräsidenten Grzesinsli. Den Vorsih des Prozesses, der im Großen Schwurgerichtssaal des Alten kriminatgerichls stattfindet und für den sechs vcrhandlungslage vorgesehen sind, fuhrt Landgerichtsdirektor Dr. L ö s ch h o r n. während die Anklage von Oberstaatsanwalt B u ch a r d i vertreten wird. Dr. weih und Polizeipräsident a. D. Grzesinsli sind als Nebenkläger In dem Verfahren zugelassen und werden durch Rechtsanwalt Dr. Arras vertreten. Der Angeklagte Dr. Lippert äußerte sich zu den Vorwürfen und erklärte, daß er die preßgesetzliche Verantwortung für die Artikel trage, die Verfasser aber nicht nennen wolle. Der Angeklagte Redakteur Krause erklärte, daß die Redaktion in Dr. Weiß und Grzesinski die Vertreter eines von ihr bekämpften politischen Systems erblicke und auf Grund des Materials zu der Ueberzeugung gelangt wäre, daß beide ihre Pflicht nicht in der Art erfüllt hätten, wie man es von preußischen Beamten verlangen müßte, und zwar hauptsächlich in Fragen des Spielerdezernates und in Konzefsionsangelegenheiten. Für die neue kommissarische Preußen- regierung hätte wohl anscheinend die parteipolitische Tätig- tritt sie für die Einführung des Volksentscheides, für das F r a u e n w a h l r e ch t, für die Amnestie und die Ab- schaffung der Kriegsgerichte ein. Schließlich verlangt sie die Abschaffung des Senates, weil die Mitglieder dieser Versammlung nicht nach dem allgemeinen Wahlrecht gewählt werden(wahlberechtigt sind nur die Abgeordneten, die General- und Kreisräte jedes Departements und einige von den Stadtverordneten- Versammlungen eigens dazu ernannte Wahlmänner). Bis zur Durchführung dieser Maßnohme fordert die Partei, wie es in dem Wahlaufruf weiter heißt, die soforttge Beschränkung der Vollmachten des Senats, u. a. die Auferlegung der Verpflichtung, die ihm unter- breiteten Anträge und Gesetzentwürfe nicht unbegrenzte Zeit in seinem Archiv schlummern zu lassen, und die Festsetzung einer Frist, nach der Beschlüsse der Kammer ohne weiteres Gesetz werden. Um dies durchzusetzen, müsse versucht werden, mehr Sozialisten als bisher in den Senat zu wählen. Erwähnt sei, daß die sozialistische Fraktton im Senat zur Zeit 17 Mitglieder(von insgesamt 31S) zählt. ke i t der beiden Herren genügt, um diese davonzujagen. Darüber hinaus müsse aber durch Wahrheitsbeweis geklärt werden, inwieweit sie ihre Aemtcr in sachlicher Beziehung verletzt hätten. Es folgte dann die Verlesung der inkrimierten Artikel„Vize Weiß auf der Flucht nach Paris?— Schwere Verfehlungen im Amte festgestellt, der Korruptionssumpf im Polizeipräsidium", in denen hauptsächlich Dr. Weiß der Vorwurf gemacht wird, daß er in verbotenen Spiel- klubs Glllckspielen gehuldigt und gegen einige Klubs nicht vor- gegangen sei, weil er an ihnen finanziell interessiert wäre. Außer- dem wird behauptet, daß Dr. Weiß auch in Konzessionsangelegen- heiten Verwandte bevorzugt habe. Genosse Grzesinski als Zeuge. Die Beweisaufnahme begann dann mit der Ver- nchmung des früheren Polizeipräsidenten Albert Grzesinski. der, nach seiner Stellung befragt, erklärte, daß er„Polizeipräsident auf Wartcgeld" sei. Vors.: In dem ersten Artikel wird behauptet, Sie seien genau darüber unterrichtet gewesen, daß Dr. Weih in Spielklubs verbotene Spiele gespielt habe, und daß Sie auch selbst mitgespielt hätten. Zeuge Grzesinski: von Verfehlungen des Polizei- Vizepräsidenten Dr. weiß ist mir nichts bekannt. Ich hätte sie kennen müssen, wenn sich derartige Verfehlungen ereignet hätten, das ist aber nicht der Fall. Vors.: Es wird behauptet, daß Sie mit Dr. Weiß zusammen in verbotenen Klubs gespielt haben? Zeuge: Zch habe niemals Spielklubs besucht. R.-A. Dr. Neubert: Ist Ihnen bekannt, daß Dr. Weiß solche be- sucht hat? Zeuge: Nein. Der Zeuge gab dann auf weitere Fragen an, daß er lediglich Skat, Schafskopf und 6 6 gespielt habe. Man erörterte dann, ob Ecarte mit Chouette als verbotenes Spiel anzusehen sei oder nicht. Dr. Weiß: Es gibt überhaupt kein ver- botenes Glücksspiel, sondern es kann nur dazu werden, wenn es öffentlich, gewerbsmäßig oder gewohnheitsmäßig betrieben wird. Aus dem Grunde kann Minister Grzesinski gar nicht die Frage beantworten, ob Vizepolizeipräsident Dr. Weiß ein verbotenes Glücksspiel gespielt hat." Dr. Weiß weist Krause zurecht. Dr. Weiß wurde dann, nachdem die Vernehmung von Polizeipräsident Grzesinski vorläufig abgeschlossen war, selbst als Zeuge zu diesem Komplex gehört. Dr. Weiß erklärte, nach seiner Stellung befragt: Ich bin noch Polizeivicepräsident. An- geklagter Krause(dazwischenrufend): Das stimmt doch nicht! Die Blutschuld von Eckernförde Rationalsozialistische Mordhehe wird in die Tat umgesetzt— Landarbeiter- sunktionäre werden viehisch abgeschlachtet Kiel, 16. September.(Eigenbericht.) Im Eckernförder Sondergerichtsprozeß klärt sich mit Fort- schreiten der Beweisaufnahme die Schuld der National- s o z i a l i st e n immer mehr. So brachte die Zeugenvernehmung am dritten Verhandlungstag eine ganze Reihe von wichtigen Zeugen- aussagen, die alle die ungeheure Blutschuld der Nationalsozialisten ins hellste Licht rückten. Zu diesen Zeugenaussagen gehören vor allem die Aussagen der Polizeibeamten. So sagt der Polizeiober- Wachtmeister Nissen aus: Wir standen mit nur zwei Polizeibeamten der ungeheuren Uebermacht der Nationalsozialisten gegenüber. Ob- wohl wir mit schußbereiten Pistolen versuchten, die Menge in Schach zu halten, wurden wir doch beiseite gestoßen, als die Nationalsozia- listen von hinten ins Gewerkschaftshaus eingedrungen waren. Die SS. und SA. war nicht zu halten, sondern stürmte an uns vorbei ins chaus! Gleich nach dein Sturm kam der Landarbeiter Buhs in gebückter und wankender Haltung aus dem Haus. Tie Nationalsozialisten schlugen sofort mit ihren Schulterriemen und llarabincrhaken auf Buhs ein. Buhs stürzte nach einigen Schlägen auf das Gesicht zu Boden. Auch seht schlugen die Nationalsozialisten noch auf ihn ein. Gr hatte am ikopf eine schwere Wunde, aus der das Blut herausspriüte. Ter sozial- demokratische Landarbeitcrfunktionär Buhs ist dann bekanntlich nach wenigen Stunden gestorben. Gr hatte, als er aus dem GewerkschaftshauS kam, schon zwei schwere Stichwunden im Rücken. Der Landarbeiter Jessen war Zeuge, wie der zweite Land- orbeiterfunktionär Junge erstochen wurde. Jessen befand sich mit Junge im großen Saal des Gewerkschaftshauses. Er hatte sich dort- hin vor den eindringenden SA.- und SS.-Leuten zurückgezogen. Ein SA.- Mann griff ihn mit einem offenen Dolch- messer an. Jessen konnte diesen Angriff mit einer Schaufel abwehren. Gleich darauf kam Junge in den Saal. Er wurde das Opfer des zweiten Angriffs des SA.-Mannes. Jessen kann diesen SA.-Mann ziemlich genau beschreiben. Unter den Angeklagten befindet er sich nicht. Als dem Zeugen das Bild eines flüchtigen SA.-Mannes vorgelegt wurde, glaubte Jessen in diesem SA.-Mann den Täter zu erkennen. Noch dem Sturm auf das Gewerkschaftshaus ist es in der Nähe des Gewerkschaftshauses zu einem zweiten Zusammenstoß gekommen. Vor dem Gewerkschastshaus wurde berichtet, daß Nationalsozialisten auf dem Vogelsang einen Reichsbannermann geschlagen und dann in den Hafen geworfen hätten. Die beiden Polizeibeamten sind daraufhin sofort zum Vogelsang gegangen. Ihnen folgten etwa 30 bis 40 Personen, die sich beim Gewerkschaftshaus angesammelt hatten. Diesem Trupp entgegen kam in aufgelöster Schwärm- linie ein Trupp von 100 bis 150 Nationalsozialisten. Tie Nationalsozialisten hatten die Schulterriemen so um die Handgelenke gewickelt, daß die Karabiner- haken nach unten hingen. Zwei der SA.-Leute, die ihrem Trupp ein Stück vorausgeeilt waren, wurden von den Reichsbannerleuten und Kommunisten, die über die Zerstörung des Gewcrkschaftshausss in begreiflicher Erregung waren. niedergeschlagen. Als die Polizeibeamten nun beobachteten, wie ein SA.-Mann sich hinter einem Gebüsch hinkniete, eine Pistole zog und etwa 6 bis 7 Schuß abgab, zogen auch sie die Waffe. Einer der Beamten gab Schreckschüsse ab. Die Pistole des zweiten Beamten hatte Ladehemmung. In diesem Augenblick kam das Ueberfall- kommando und trennte die Parteien. Die Nationalsozialisten haben immer behauptet, daß einer der Beamten einen SA.-Mann ange- schössen hat. Die Untersuchung der Waffe aber hat ergeben, daß mit dieser Waffe gar nicht geschossen ist. Keine Spur der Geldräuber Zehn Kragen an das Publikum Die Kriminalpolizei ist auch weiterhin fieberhaft tätig, um den Geldräubern von Charlottenburg aus die Spur zu kommen. Der- schiedene hinweise, die auf bestimmte Personen deuteten, wurden geprüft, bisher leider erfolglos. Gerüchte wollen wissen, daß ein Privatwagen mit den Räubern im Bunde war. Er hätte bei der Verfolgung den Polizeiwagen durch absichtlich ungeschicktes Fahren behindert. Das trifft nicht zu. Dieser Wagen ist ermittelt, und sein Fahrer hat, so gut er konnte, das Letzte aus seiner schwachen Maschine herausgeholt, um das Tempo der Räuber zu halten. Er mußte so vorsichtig fahren, weil sein Wagen bei der Geschwindigkeit stark schleuderte und er in Gefahr geriet umzustürzen. Im Laufe der Nacht gingen die Kommissare in einer Besprechung noch einmal alle Punkte der Zeugenaussagen durch, die sich auf die vorbereitenden Handlungen der Räuber vor und in der Girozentrale 101 der Berliner Stadtbank abgespielt haben. Auf Plakaten, die wahrscheinlich schon heute abend zum Anschlag gelangen, werden 10 Fragen gestellt, um das Publikum zur Mitarbeit anzuregen. Großfeuer in Kladow. Brandstiftung im Gasthof„Märkischer Hof". In den heutigen srühen Morgenstunden wurde ein Teil des Gasthofes ,,M ä r k i s ch e r h o s" in der Kirchgasse in Kladow. der vielen Wassersportlern bekannt ist. durch ein Grohfeuer ein- geäschert. Das Gebäude, in dem sich die Wirtschastsräume befinden. stürzte in einem Umfange von 5 mal 20 Metern brennend zusammen. Mehrere Kellner, die in dem brennenden Haus schliefen, konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Nach den Feststellungen der Feuerwehr und der Kriminalpolizei liegt Brandstiftung vor. Durch das tatkräftige Eingreifen der Kladower Feuerwehr unter Leitung des Oberbrandmeisters Mügge :st sogar der verbrecherische Plan des Brandstifters zunichte gemacht worden. Wir erfahren darüber folgende Einzelheiten: Der Hotel- gasthof„Märkischer Hof" liegt oberhalb des Wassersportheims. Gegen 6 Uhr schlugen aus einem Raum, in dem eine m i t Ammoniak gespeiste Kühlanlage aufgestellt ist, Flam- mcn empor. In kurzer Zeit brannte ein großer Teil des Restaurants lichterloh. Die Kladower Feuerwehr, die bereits nach wenigen Minuten an der Brandstelle eintraf, mußte alles daransetzen, die Ammoniakanlage vor einer Explosion, die schwere Folgen gehabt hätte, zu schützen. Es wurden sofort sechs Schlauchleitungen m Betrieb genommen und zunächst die Ammoniakanlage völlig unter Wasser gesetzt. Die Gefahr konnte glücklicherweise beseitigt werden. Bei den Aufräumungsarbeiten stellte sich einwandfrei heraus, daß Brandstifter am Werke gewesen waren. In unmittel- barer Nähe der Ammoniakanlage war das Feuer angelegt worden. Allem Anschein nach handelt es sich um einen Racheakt. Die Kriminalpolizei verfolgt bereits eine ganz bestimmte Spur. Dr. Weiß(an den Vorsitzenden gewandt): Ich bin mir bewußt, daß ich hier unter meinem Eide aussage und muß mir deshalb die Zwischenrufe des Angeklagten oerbitten. Vors.: Die An- geklagten dürfen nur an die Zeugen Fragen stellen, aber keine Zwischenrufe machen. Im übrigen muß der Zeuge doch selbst am besten wissen, welche Stellung er bekleidet. Dr. Weiß: Mir wird hauptsächlich vorgeworfen, daß ich gegen gewisse Spielklubs nicht eingeschritten bin, weil ich geldliche Vorteile erhalten habe. Das ist wohl der schwerste Vorwurf, den man einem Beamten machen kann, nämlich Bestechung. Wit bestem wissen erkläre ich, daß dieser Vorwurf völlig unbegründet ist. Wenn von der Polizei gegen gewisse Klubs anders vorgegangen wurde, als gegen andere, so hatte die Polizei dafür Gründe polizei- sicher, rechtlicher und moralischer Art. Dr. Weiß schildert« dann im einzelnen, in welcher Art Anzeigen gegen Spiclklubs nachgegangen wird, und erklärte, daß er eine Verfügung des früheren Polizeipräsidenten Dr. Friede usberg übernommen habe, nach der bei fünf Berliner Klubs vom Dezernen- ten nur nach Rücksprache mit dem Vizepolizcipräsidentcn Kontrollen vorgenommen würden. Der Klub„Bühne und Film" ist auch nie geschlossen worden, wie behauptet wurde, sondern ich habe dem Kommissar Greiner zugestimmt, daß gegen den Klub ein Straf- verfahren auf Grund einer konkreten Anzeige eingeleitet wurde, das auch zur Verurteilung der beiden Angeklagten führte. Dr. Weiß erklärte dann, daß er den„Klub des Westens" nicht kenne, sich im Klub von der heydtstraßc vor zehn Jahren einmal die Räume angesehen Hobe und in der„Ressource von 1880" einmal mit politischen Freunden Mittag gegessen habe. Oer Rückzug des Ehrabschneiders Vors.: Und wie ist es mit den: Profit, den sie angeblich aus dem Reingewinn gezogen haben sollen? Zeuge: Das stimmt nicht? Der Angeklagte krause gab dann eine Erklärung ab, daß er geldliche vorteile nie behauptet habe, sondern die Vorteile im Mittagessen in den Räumen des Klubs sehe. Dr. Weiß erklärte aber, daß das Mittagessen dort viel teurer sei, als in den besten Restaurants, und daß er es fekbst bezahlt habe. Sein Ausichcidcn aus dem Klub„Bühne und Film" habe rein persönliche Gründe und stehe mit den dort stattgefundenen Spielen in keinerlei Zusammenhang. Amtsgericht und Tischgespräche. (Schritte ins Lächerliche. Der Reichstagspräsident G ö r i n g strengt gegen den Reichs- kanzler von Pa p e n wegen des Vorwurfs des Verfassungsbruchs Privatbeleidigungsklage an. Da wird also ein Berliner Amtsrichter als letzte Instanz zur Entscheidung über die Konfliktsfrage berufen! Auf der Gegenseite schießt man mit ähnlichem Geschütz. Die „Vossische Zeitung" behauptet, daß Göring am Montag- abend bei einem Essen init dem früheren italienischen Mini st er Federzoni und einigen Mitgliedern der italienischen Botschaft in Gegenwart von Hitler und Goeb- bels erklärt habe, er sei fest entschlossen gewesen, den Reichskanzler unter keinen Umständen zu Wort kommen zu lassen, weil er gewußt Hube, daß die Regierung den Versuch einer Abstimmung mit der Reichstagsauslösung be- antworten würde. Er habe deshalb absichtlich den Gang der Verhandlungen so gelenkt. Göring wieder erklärt dazu, daß er weder dem Sinn noch dem Wortlaut nach ähnliches gesagt habe. Der große bitterernste Konflikt besteht darin, daß eine Regie- rung im Amt bleibt und einschneidende Maßnahmen trifft, obwohl die Vertreter von über 30 Millionen Wählern sich gegen sie ent- schieden haben. So aber, wie sich Göring und die anderen verhalten, wird aus dem großen Konflikt eine Farce, ein Geraufe um die Frage: was hat Göring beim Abendessen gesagt? Was man sagen darf und was nicht. Nicht„Bruch", sondern„Verstoß" und„Verletzung". Die zuständigen Reichsstellen erklären jetzt zu dem inzwischen wieder aufgehobenen Verbot der„Berliner Volkszeitun g", daß die Reichsregierung in dem Vorwurf des„Verfasfungs b r u ch s" eine Beschimpfung und böswillige Verächtlichmachung erblicke, da- gegen nicht in solchen Ausdrücken wie„V e r st o ß gegen die Reichsverfassung" oder„Verletzung der Reichsverfassung". Da das Gutachten von Professor Nawiasky, das im„Bayerischen Kurier" erschienen und in der„Berliner Volkszeitung" auszugsweise abgedruckt war, den Ausdruck„Verfasiungsbruch" nicht enthalte, werde gegen das München« Blatt nichts veranlaßt werden und sei auch das Verbot der„BVZ." wieder aufgehoben worden. Selbstverständlich läust es in der Sache auf dasselbe hinaus, ob man der Regierung vorwirst, daß sie die Verfassung gebrochen oder daß sie sie verletzt habe. Es ist aber dennoch von Wichtigkeit, daß man als Redakteur oder als Redner künftig weiß, w i e man das Vorgehen der Regierung Papen in verschiedenen Fällen charakterisieren darf, ohne sich Unannehmlichkeiten zuzuziehen. Von Hugenberg zu Oradag. Als Nachfolger des bisherigen journalistischen Leiters des droht- losen Nachrichtendienstes, Dr. I o s e f R ä u s ch e r, der durch seine Arbeit den Nachrichtendienst erst aufgebaut und volkstümlich gemacht hat, ist jetzt der Redakteur Hans F r i tz s ch e von— h u g e n- b c r g s„Telegraphen-Union" berufen worden. Aufregung in Paris. Lleber die„Zugendertüchtigung". Die französische Presse befindet sich seit zwei Tagen in größter Aufregung über den Erlaß der Reichsregierung. durch den ein„Reichskuratorium für Jugender- t ü ch t i g u n g" mit einem General a. D. an der Spitze geschaffen worden ist. Allgemein erblickt man darin in Frankreich den ersten osfiziellen Schritt zur Schaffung einer Miliz und zur militärischen Ausbildung der Jugend unter Umgehung oder sogar Verletzung des Friedensvertrages. Die Sprache der sranzösischen Presse ist so scharf, daß nian vernmten muß, daß Frankreich die Angelegenheit in Genf aus Anlaß der bevorstehenden Tagung des Dölkerbundsrates auf- rollen wird. Uebrigens zeigt auch die Haltung der Londoner Presse, daß man in England ebenfalls über diese Pläne der Reichs- regierung sehr ungehalten ist. Im„Bürger"-Spiegel. Propagandachef Goebbels und die„feinen" Leute. Im Juni stand im„Angriff" des Dr. Goebbels (Nr. 117/1032) zu lesen: „Pg. Klute, in marxistischen Kreisen unter dem Namen „vürger" bekannt und gefürchtet, knüpfte in seiner Rede... an." Der„Vorwärts" hat sich diesen„Bürger"-Klute daraufhin ein- mal genauer angesehen und ihn entsprechend konterfeit.(„Vorwärts" Nr. 272/1032.) Bald darauf ist Bürger-Klute mit anderen seines- gleichen aus der Hitler-Partei ausgeschieden und hat ein neues Parteigeschäft aufgemacht. In diesem läßt er jetzt ein Wochenblatt erscheinen, in dem er seinen früheren Auftraggebern den„Bürger- Spiegel" vorhält. So beschäftigt er sich in der zweiten Nummer des Blattes(„Der deutsche Weg" vom 16. September) besonders mit dem Dr. Goebbels, der ihn noch vor drei Monaten als„bei den Marxisten gefürchtet" der Oeffentlichkeit in Erinnerung brachte. Der„Bürger" der hitlerei muß also wohl in einigem Ansehen bei Goebbels gestanden haben. Schon deshalb sind seine Betrachtungen über die Doppelseele Goebbels von einigem Interesse. Bürger-Klute beschäftigt sich mit dem im„Vorwärts" schon wiederholt zitierten Artikel, den Goebbels gegen„die feinen Leute" geschrieben hatte. Er macht dazu einige sehr bissige Anmerkungen: Herr Dr. Goebbels stellt sich auf die Seite des Volkes und will der Spitzenreiter im Kampfe gegen die„feinen Leute im Zylinder und Gehrock" fein... Zn her Praxis hat dieser Herr jedoch sehr großen wert daraus gelegt, im„Rationalen Klub", eben in den Kreisen dieser„seinen Leute"(Kaiserin Hermine), gesellschaftsfähig zu sein. Räch seiner Heirat hatte er das un- bezähmbare Bedürfnis, im Salon der Exzellenz Dircksen seine Frau der Kronprinzessin vorstellen zu lassen. Meisterhaft hat cs Goebbels verstanden, in all den Jahren des Kampfes den unbekannten SA.» und ZO.-Mann treppauf und treppab zum Sammeln unter das Volk zu schicken. In der gleichen Zeit, Herr Dr. Goebbels, wo die Kämpfer in der Be- wegung geopfert und nochmals geopfert haben, da haben Sie n�och vor der Hochzeit nach den Entwürfen des Professors Schultze, Naumburg, Ihre Wohnung so feudal einrichten lassen. daß viele der„seinen Leute" vor Reid erblassen würden. Wieviel hat die Einrichtung gekostet? Waren es 32 000 oder 50 000 Mark? Dieses Geld, Herr Dr. Goebbels, stammt aus Büchern, Zeitungen und Versammlungen, die von den„un- bekannten'Kämpfern" vertrieben oder besucht wurden... haben Sie, Herr Dr. Goebbels, den mit Blattgold belegten Prunk- kronleuchter ebenfalls geopfert, den Sie anläßlich eines Besuches den allen Standartenführern vorführten? Sagen Sie einmal den„unbekannten Kämpfern", ob derselbe 0000 oder 12000 Mark gekostet hat..." Man wird auf die Antwort gespannt sein, die der„Klassen- kämpfer" Goebbels auf diese Mitteilungen über seine vornehmen Allüren zu geben hat. Die Sozialdemokratie liebt es nicht, politische Auseinandersetzungen mit persönlichen Dingen zu verquicken. Aber wenn ein sogenannter Politiker wie Goebbels seine Versammlungs- reden und feine Artikel jahrelang mit den niedrigsten Ver- dächtigungen der sozialdemokratischen„Bonzen" spickt, von den „Polsterwangen" sozialdemokratischer Führer schwätzt und vor keiner noch so üblen persönlichen Schnüffelei zurückschreckt, dann darf man wirklich fragen, was denn an dem Bilde falsch sein kann, das der„Bürgcr">Spiegel dem Goebbels vorhält! Die Kurse steigen wieder. Geschäft noch nicht größer. Die heutige Börse hat gleich freundlicher begonnen und die Kurse gingen bis 941 Uhr im großen Durchschnitt nach oben. Die klarere innerpolitische Lage und die zum 19. bestimmt erwartete Diskontsenkung von S auf 4 Proz. sind stimulierende Mo» mente. Das Geschäft ist noch nicht viel größer geworden. Die Masse des Publikums ist noch draußen geblieben: immerhin liegen einige neue Publikumsaufträgc vor. I. G.-Farben waren erhöht auf 102'/» nach 1001-, Siemens auf 139 nach 135, Salzdethfurth auf 17694 nach 173, Reichsbankanteile auf 129)4 nach 129. Montanwerte sind ebenfalls höher. Gelfenkirchen stiegen von 4094 auf 42'/», Mannesmann von 54'/» auf 56'/», Stahloerein von 19'/» auf 20)4. Bei den festverzinslichen Werten scheint die Tendenz auch etwas besser zu sein. Die Chefredaklion der„vossischen Zeitung" wird von Dr. Erich Welter übernommen werden, der bisher an der„Frankfurter Zeitung" tätig war. Schulklassenschließung. Auf Anordnung des zuständigen Kreis- arztcs wurde die Klasse 7/1 der 30. Volksschule in Lerlin-Char- lottenburg. Neues Ufer 6, wegen Diphtherieerkrankungea auf zehn Tage geschlossen. Eine Komödie der Moralheuchelei Ludwig Thomas„Moral" im Komödienhaus Das Komödienhaus am Schiffbauerdamm wird wieder eröffnet Der neue Direktor ist B a r n o w s k y, der tüchtige Bühnenmann, der sich durch schwierige Zeiten 25 Jahre stets zu unserer Freude wieder heraufgearbeitet hat. Das ganze Haus ist frisch gestrichen, mit Grün, der Farbe der Hoffnung. Es ist ein etwas mattes Grün. Ludwig Thomas„Moral" wird gespielt, die Satire, die auch schon etwa ein Vierteljahrhundert alt ist, die Blasphemie aus dem Obrigkeitsstaat von Anno dazumal und feine Stützen, denen zum Schluß etwas Wunderbares passiert. Die Hauptperson wird in den Adelsstand erhoben, persönlich oder erblich, es wird nicht ganz klar. Klar wird allein, daß die ganze Hautevolee der kleinen Residenz eine höchst ergötzliche Heuchlergesellschast ist. Alle, die im Sittliche keitsverein die höchsten Volksbelange schützen, sind Stamm- und Ehrengäste jener Person, die des Erbprinzen Adjutant eine hoch- anständige nennt. Und diese Perjon kuppelt. Als das Kupplcrnest ausgehoben wird, muß sich der Erbprinz in dem Kleiderschrank der Person verstecken Und wegen dieses kronprinzlichen Mißgeschicks kommt an den Tag die herrliche Blamage des Polizeipräsidenten, des Herrn Polizeiassessors, des Herrn Rentier und Reichstags- kandidaten,(konservativ-liberale Koalition) des Herrn Oberlehrers. (Die Deutschen sind das einzige Bolk, das sich mit nur einer Frau begnügt. Zitat nach Tacitus.) Die Moral enthüllt also nicht etwa die Unmoral. Vielmehr bleibt die Unmoral das beneidenswerte Sonderrecht der begüterten Familien. Barnowsky hat das Stück schon einmal inszeniert. Der Erfolg von 1910 soll den von heute garantieren. So wird das Gesetz des Fortschritts aufgefaßt. Barnowsky hat das Stück sogar sehr bunt und lustig inszeniert. Denn solche Komödien, die nicht die Faust- Grabbe-Probleme, an die er sich so gern ehrgeizig wagt, lagen ihm stets am besten. Ohne Uebertreibung werde heute auch noch einmal zu Ludwig Thoma in die Unsterblichkeit hinüber gesagt, daß er genau wußte, was er wollte. Er kannte das Theaterhand- werk, und die Gesinnung überwucherte niemals sein Talent. Im Komödienhaus wird heute wieder dokumentarisch und auch ergötzlich klar, daß 1919 und 19Z2 gleiche Theaterdaten sind. Auch die Barnowskysche Aufführung Hot neben dem wohlkonservierten Kulturstil den noch besser konservierten Bühnenstil: die dicke Wirkung wird durch starkes Chargieren gesucht. Dafür sind charakteristisch die Darsteller, wie S a l f n e r, Norbert Schiller, Gülstorfs Steinbeck, Lingen, Hilde Hildebrandt Eine Type für sich, mehr mit Ueberlegenheit geladen als auf Uebertreibung ver- sessen, ist dann Wa l l b u r g. der Hauptheuchler Er sts�t dem Leben näher als dem Komödiantentum. Ohne sich zu übernehmen, holt er eine Menge Komik aus seinem drolligen Naturell. Karl E t l i n g e r versucht hingegen, auch in seine dankbare Charge ein Dämonentum hineinzubringen, an den der brave Satiriker Ludwig Thoma gar nicht dachte. Dieser so fröhlich wirkende Mischmasch, den der ehrgeizige Direktor noch zu seiner gleichmäßig disziplinierten Truppe gestalten möchte, gefiel sehr. Es knallte das Beisallsgetöse. _ Max Hodidorf. „Gehnsucht 202". Gloriapalast. Ein sehr geschicktes und gescheites Manuskript, das gleich drei Väter hat(Cube, Preßburger, Fartas), einfallsreiche Regie(Max N e u s e l d), prächtige Kameraarbeit, sehr sauber ge- machte, überaus geschmackvoll montierte Musik von Richard Fall, die nirgends auffällt, nirgends aus dem Rahmen fällt oder gar sentimental wird. All diese Kräfte in schönem und wie absichtslosem Gleichgewicht— das gibt einen Film, der sich sehen lassen kann, bei dem man wie nur selten guter Dinge wird Inhaltlich ist es eine nette Verwechslungsgeschichte rings um die allgemeine Pleite: Fritz Schulz und Rolf van G o t h sind die angstbebenden bankrotten Chefs, Paul K e m p ihr Angestellter, über den man Tränen lachen muß; Magda Schneider und Luise Rainer die zum anmutigen bapp/ end nötigen anmutigen Partnerinnen (Hans T h i m i g endlich in kleiner, sedoch sehr wichtigen Beamten- rolle)— alle sind sie aufs beste ausgewählt, ganz an ihrem Platz und glänzend in Form. Die musikalischen Miniaturformen(ein kleines Ouartett, kleine Chöre, reizende Soloschlager, wie„Schatz ich bin in dein Parfüm verliebt") klingen mit ihrer filmischen Lösung— oder wenn man will, die Bildszenen mit ihrer musikalischen— aufs beste zusammen das pausenlose Tempo, das schwerlose Weiterschwingcn des Ganzen ist eine seltene Freude. v-. Der Llrsprung des Konflikts. Aus dem Stenogramm der letzten Reichstagssitzung. Das nunmehr vorliegende amtliche Stenogramm der letzten Reichstagssitzung verzeichnet nach Wiedereröffnung der Sitzung an der umstrittenen Stelle folgendes: Präsident G ö r i n g: Meine Damen und Herren! Die Sitzung ist wieder eröfsnet. Nachdem sich vorhin kein Widerspruch gegen die neue Tages- ordnung geltend gemacht hat, kommen wir jetzt zur Abstimmung über die Anträge Torgler. Wir stimmen ab.(Abg. Torgler: Nament- lich, Herr Präsident!) Die Abstimmung ist namentlich.(Andauernde große Unruhe.) Ich bitte um Ruhe.— Wer positiv für die Anträge Torgler abstimmt, gibt eine Karte mit Ja ab, wer dagegen stimmt, eine Karte mit Nein. Die Abstimmung hat begonnen. (Lebhafter Beifall bei den Kommunisten.— Andauernde große Bewegung im Hause.— Reichskanzler von Papen legt aus den präsi- denkentisch ein Schriftstück nieder und verläßt mit den Mitgliedern der Reichsregierung den Saal.— Rufe von den Kommunisten: Nieder!— Glocke des Präsidenten.) Meine Damen und Herren! Wir müssen die Abstimmung durchführen. Wir waren bereits in der Abstimmung. Ich muß zuerst die Abstimmung durchführen, bevor ich andere Maßnahmen treffen kann.(Große Unruhe und Zurufe.) Meine Damen und Herren! Damit kein Irrtum obwaltet: Ihre beiden Anträge Nr. 118 und 119, Herr Torgler, waren doch zur ge- meinsamen Abstimmung gestellt?(Zustimmung.) Also wird gleichzeitig über das Mißtrauensvotum auf Nr. 44 mit abgestimmt. (Die Abgabe und Einsammlung der Stimmkarten erfolgt.) Meine Herren, ich bitte, auch während der Abstimmung die Ruhe zu bewahren, damit die Abstimmung rasch durchgeführt werden kann. Abgeordnete, die ihre Karte noch nicht abgegeben haben, bitte ich, das hier nachzuholen.— Die Abstimmung ist geschlossen. (Das Ergebnis wird ermittelt.) Meine Damen und Herren! Ich verkünde dos Ergebnis der namentlichen Abstimmung. Es wurde abgestimmt über die verbun- denen beiden Anträge, die Notverordnungen aufzuheben, sowie dem Gesamtkabinett von Papen das Mißtrauen auszusprechen. Der stenographische Bericht verzeichnet dann die Mitteilung des Abstimmungsergebnisses sowie alle übrigen bekannten Ausführungen des Präsidenten bis zu dessen Schließung der Sitzung. Aus einer Anlage ist in der üblichen Form die Stimmabgabe der einzelnen Abgeordneten zu entnehmen. Vorstoß gegen Bracht! Sozialdemokratischer Antraq in Essen. Essen, 16. September. Die für Freitag einberufene Essener Stadtverordnetenver- sammlung wird sich mit dem folgenden sozialdemokratischen Antrag zu befassen haben: „Durch die Beteiligung an dem Kabinett Papen hat sich der Oberbürgermeister in schroffen Gegensatz zur Mehrheit der Essener Bevölkerung gestellt, so daß bei einer evtl. Rückkehr von seinem Urlaub nach Essen von einem Vertrauens- Verhältnis zwischen Bürgerschaft und ihrer Vertretung, der Stadt- verordnetenversammlung, nicht mehr gesprochen werden kann. Die Stadtverordnetenversammlung billigt nicht den Beschluß des Ver- sassungsausschusses auf Beurlaubung des Oberbürgermeisters Bracht bis zum 31. Dezember 1932. Sie hebt diesen Beschluß auf. Die Stadtverordnetenversammlung ersucht ferner den Oberbürgermeister Bracht, mit sofortiger Wirkung auf seinen Posten als Oberbürger- mcifter zu verzichten. Die Neuwahl eines Oberbürgermeisters ist mit Beschleunigung durchzuführen." Aazi-Hellseher vor dem Arbeitsgericht. Verwandte Seelen streiten sich. Der Hellseher H a n u s s e n hatte für ein von ihm heraus- gegebenes Wochenblatt„B. W." einen Artikel geschrieben, worin er astrologische Berechnungen über die Zukunft Hitlers an- stellte und dem Naziführer einen großen Erfolg prophezeite. Der Chefredakteur Lenz, der wohl etwas mehr Sinn für Vernunft hatte als sein Meister, hielt es für angebracht, die von Hanussen verfaßten Seltsamkeiten etwas zu mildern. Er strich des- halb einige„Perlen" aus dem Artikel und gab ihn in Druck. Hanussen, empört über die Verstümmelung seines vermeintlich von „höheren Mächten" beeinflußten Werkes, stellte Lenz zur Rede. Dieser bestand aus den von ihm vorgenommenen Aenderungen und erklärte:„Ihre idiotischen Anordnungen befolge ich n i ch l, machen Sie Ihren Kram allein." Als Hanussen noch weiter auf Lenz einredete, drohte ihm dieser mit Ohrfeigen, ging hinaus und kam nicht wieder. Obgleich Lenz selber seine Stellung fristlos ausgegeben hatte, klagte er beim Arbeitsgericht auf Schadenersatz mit der Begründung, der Streit wegen des Artikels sei nur der Tropfen, der das Faß zum Ueberlaufen gebracht habe. Er habe die Rcdok- tian nicht weiterführen können, weil Hanussen, obgleich er ein ge- borener Jude sei, übertrieben nazisreundlich eingestellt sei. Damit solle jedoch nicht gesagt sein, daß er, Lenz, gegen die NSDAP, an sich etwas einzuwenden habe. Das Gericht wies die Klage ob mit der Begründung, die nazifreundliche Einstellung Hanussens sei ja dem Kläger schon bei seinem Eintritt in die Stellung bekannt gewesen, er könne also daraus keinen Grund zur fristlosen Aufgabe der Arbeit herleiten. Wenn der Kläger daran Anstoß nehm«, daß Hanussen als geborener Jude die Nazis umwerbe, so müsse darauf hingewiesen werden, daß ja der Kläger gegen die nationalsozialistische Partei nichts cinzu- wenden habe, obgleich auch er, der Kläger, ein geborener Jude sei, der Levi hieß und erst nach der Taufe den Namen Lenz ange- nommen habe. E n Jubiläum der S�raßenbe'euchtung. Als in der Nacht zum 16. September 1882 die Berliner vom Potsdamer Platz durch die Leipziger Straße nach Hause wanderten, waren sie erstaunt über die„strahlende" Beleuchtung, Es war auch wirklich«ine ungeheure Lichtfülle— wenigstens für damalige Verhältnisse—, die jede dieser Lampen ausstrahlte. 899 Kerzen gab eine Ziemens-Disferential-Bogenlampe her und ersetzte dadurch zwei bis drei cer alten Gaslampen. Heute können wir dieses technisdie Jubiläum, die„Grundsteinlegung zur Lichtstadt Berlin", begehen. Tas Museum siir Naturkunde ist aus Mangel an Mitteln gezwungen, bis auf weiteres die ösfentlickten und unentgeltlichen Mittwachabendvorträgc sowie die wechselnden Ausstellungen eingehen zu lassen. Aus dem gleichen Grunde kenn da-. Mnicum anw nicht mehr an den Abendsninden und Sonntags bis in die illachmittagsstunden geöffnet werden. Tas Museum wird während des Winterhalbjahres täglich mit Ausnahme von Dienstag und Freitag von 19— 14 Uhr geöffnet sein, Helene Simon 70 Lahre. Dr. Helene Simon hat keine wissenschaftliche Vorbildung, ihr Doktor ist ehrenhalber, verdient durch wissenschaftliche Erforschung der sozialen Not und der Mittel, ihr abzuhelfen. Die Bedeutung, die sie für uns hat, beruht in ihrem leidenschaftlichen Kampf für die soziale Reform. Die moderne Wohlfahrtspflege ist ohne die Vor- arbeit von Helene Simon undenkbar. Sie hat schon 1993 in ihrer Schrift„Robert Owen, Sein Leben und seine Bedeutung" ein Bild vom Wesen der modernen Wohl- fahrtspflege entworfen. 1912 hat sie das Buch der Webb,„Ver- h ü t u n g d e r A r in u t", übersetzt, das zum erstenmal den Mängeln der alten Armenpflege die Aufgaben der modernen Wohlfahrtspflege gegenüberstellte. Die Arbeiten der Webb hat Helene Simon in Deutschland fortgeführt. 1995 hat sie einen leidenschaftlichen Kampf um die Einführung des Schulfrühstücks geführt, das für die Leistungsfähigkeit der Volksschule unentbehrlich geworden ist. Ihre Arbeit im Arbeitsausschuß für soziale Fürsorge für Kriegerwitwen und-waisen, den 1917 der„Deutsd)e Verein für öffentliche und private Fürsorge" gründete, hat der Für- sorge für die Kriegsopfer, namentlich der für die Witwen und Waisen des Weltkrieges in Deutschland den entscheidenden Antrieb gegeben. Was Helene Simon in der Borkriegszeit durchdacht und geplant hatte, konnte sie nun durchführen, eine Fürsorge, die vor Armut bewahrt und der jungen Generation Erziehung zu Beruf und Leben gibt. Viele Schriften aus dieser Zeit zeugen von chrer Arbeit. Sie gehört nock) heute dem amtlichen Reichsausschuß für Kriegs- beschädigten- und Kriegerhinterbliebenenfürsorgc an. In der letzten Zeit hat Helene Simon, allen Widerständen zum Trotz, allerdings bisher vergebens, versucht, einen Schutz der Kinder, die in der Landwirtschaft arbeiten, herbeizuführen. Dagegen ist es ihr gelungen, Hilfsmaßnahmen für Kinder wandernder Landarbeiter einzuführen. Helene Simon ist Parteigenossin und eifrige Mitarbeiterin der Arbeiterwohlfahrt. Hier ist sie allen eine wertvolle Lehrmeisterin, nicht nur durch Wissen und Erfahrung, sondern vor allem durch die Leidenschaft, mit der sie sich für eine bessere Welt einsetzt. Wir wünschen Helene Simon, daß ihr noch viele Jahre Arbeit zum Wohle der Arbeiterklasse vergönnt seien. „Höchste Eisenbahn" Das neue Reportoire des Tingel-Tangel. Es ist gewiß kein neuer Gedanke, die Zeitereignisse unter dem Sammelbegriss der Eisenbahn mit ollem, was dazu gehört, zu betrachten. Auf eine ähnlidze Idee sind schon die alten Prediger verfallen, die ja ihrem Publikum auch immer etwas Neues bieten mußten. Wenn ich mich recht besinn«, habe ich auch einmal eine Predigt gelesen, über das Leben des Christen in Gestalt einer Reise in der Pastkutsdie. Aber Friedrich Holländer, der Brettl- universalist, hat in seinen pointierten Texten und seiner packenden Musik, nicht minder wie in seiner Regie so viele Einfälle und er- freulicherweise auch so viel Ausfälle, daß sein Publikum— er hat wirklich ein ihm zugeschworenes Stammpublikum— bei dieser Eisenbahnreise nicht aus dem Atem kommt und sich prachtvoll amüsiert. Man sitzt in einer Wartehalle, wird von Eisenbahnpersonal ge- führt und bedient und schaut gespannt aus die Eisenbahnvorgänge der kleinen Bühne, aus der Pid E l k i n s das Unmöglichste an Ausstattung möglich macht. Schon packt uns Holländer(selber am Flügel) mit den Rhythmen des fahrenden Zuges. Zwei blinde Passagiere stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Gliedern her, und nun gehts los mit einer Bahnhofsszene in Rom. dem 16 andere folgen. Das Ganze wird zusammengehalten durch Holländers Musik, aus deren Geist alles geboren ist. Natürlich sind nicht alle Nummern gleich gut. Der zweite Teil ist etwas schwächer als der erste und an den Schluß des Ganzen sollte die Schlußnurmner des ersten Teils„H ö ch st e Eisenbahn" treten. Denn die ist wirklich packend, eine Fanfare, die ins Publikum schmettert, aktivistischer Geist des Ausbegehrens und des kraftvollen Zupackens. Wie immer pflegt Holländer alle Tonarten des Lustigen, des Ironischen, des Satirischen. Im Ganzen ist er diesmal etwas zurückhaltender, sozu- sagen publikumsmäßiger, wenn auch die politischen und sozialen Pointen keinesweg fehlen. Außer bewährten alten, ist auch eine Menge neuer Kräfte am Werk. Heinrich G r e t l e r bewährt sich in mancherlei Rollen. Sein bestes gibt er im Wartesaal und als Schwyzer Dütsch sprechender Fremdenführer in der Schluß- nummer. Mit urkräftigem Temperament setzt sich Kate Kühl in Szene, die symbolisch gemeinte Notbremse(die meisten Szenen sind natürlich symbolisd) auszulegen) und die bis zur Tollheit ge- steigerte Auskunst sind außerordentlich schlagkräftig. Hubert von Mayerinck, vielseitig und wendig, hat ein paar Spezial- nummern: �Reiselektüre und Reisebekanntschaft(mit Marianne Stanior), ganz exzentrisch ist die Nummer„W arm und K a l t". Die gelungensten Ensemblenummern sind„Der Song derTräger" das sächsisch-englische„D i e F r e m d e n k o m m e n" und vor allein das„Balett der Verbot e". In dem letzteren feiert die Illklust wahre Triumphe. Die alberne Sucht der Deutschen alles zu verbieten, wird hier aufs köstlichste parodiert, in einer Art, die selbst schon wieder verbotsfähig ist. Hollaenders starke Begabung, sich seder Situation musikolisd> anzupassen, macht sid) immer wieder geltend. Neben den kraftvollen Rhythmen gelingen ihm auch reine musikalische Köstlichkeiten wie der Foxtrott„Reizend". Im einzelnen wären noch viele Leistungen zu würdigen.„Im engen Seitengang" wimmelt es von versänglichen politischen Anspielungen, die immer rechtzeitig ab- gebrochen werden.„Die Hochzeitsreise" und die„Strohwitwen" mit Hedi S ch o o p an der Spitze des Balletts sind voll bester Laune. Und so kann man denn diese Eisenbohnfahrt getrost jedermann empfehlen. D. „Darf ich heiraten?" Lehrspiel auf der Deutschen Welle. Die Deutsche Welle bradste ein Lehrspiel„H e r r D o k t o r, darf id) heiraten?" von Dr. med. Dr. phil. R a t h m a n n zur Aufführung. Diesem Lehrspiel liegt eine unzweifelhaft gute und nützliche Absidst zugrunde. Gerade heute, wo die Aufzucht von Kindern von Familie und Allgemeinheit besondere Opfer fordert, ist es von größter Wichtigkeit, daß in all« Kreise des Volkes Aus- klärung darüber getragen wird, wie man kranken Nachwuchs ver- hindert, gesunden gewährleistet. In diesem Sinne zu wirken, dürfte dem Lehrspiel allerdings nur i» recht geringem Maße gelungen sein, da es sein widstiges Thema viel zu sehr mit unwesentlichem Beiwerk überdeckte. Das Wirken der Eheberatungsstellen, ihre Bedeutung gerade für cugenische Fragen kam dabei zu kurz. Selbst die Be- deutung der energischen Problem« für die einzelne Familie traten wenig deutlich hervor. Die Schilderung, daß zwei erblich schwer belastete Eltern nur geistig minderwertige Kinder hervorbringen können, wird ein anscheinend crbgesundes Brautpaar kaum veran- lassen, für sich selber die Aufsudzung einer Eheberatungsstelle für notwendig zu halten. Umgekehrt wird die flüchtige Andeutung, daß in der Eheberatungsstelle aud) von einer Ehe abgeraten werden kann, manche geradezu von ihrem Besuch abschrecken— naturgemäß gerade viele von jenen, denen er besonders anzuempfehlen wäre. Hier hätte viel mehr von der Feinarbeit der Eheberatungsstellen gezeigt werden müssen. Bor allem hätte den Hörern deutlich ge- macht werden müssen, daß die Arbeit, die die Eheberatungsstellen für gesunden Volksnachwuchs leisten, auch darin besteht, daß sie Familien, in denen kranke Nadzkommen mit Sicherheit zu erwarten sind, über Geburtenverhütung ausklären— und zwar nicht erst, wie das Lehrbeispiel glauben machen könnte, wenn bereits sechs verblödete Kinder und vier Fehlgeburten zu verzeichnen sind. Der Stosf dieses Lehrspiels hätte zweifellos spannender und mißverständlicher in einfadzen Dialogen in einer Eheberatungsstelle vor den Hörern ausgebreitet werden können.— lz. Der Verdi-Zyklus der Städtischen Oper wird durch eine Neuinszenie- rung des„M asken balle s" lZ9. September) erweitert. Musikalische Leitung: Fritz Busch-Dresden, a. G.; Inszenierung: Carl Ebert. Der neue Elisabeth-Bergncr-Film wird Sonnabend um 11.30 Ubr im Capital als Nachtvorstellung gegeben, bestimmt für alle, die beruflich ver- hindert sind, eine frühere Vorstellung zu besuchen. Tie Ausführung der„Junggesellen", die für heute im Kleinen Theater angesetzt war, ist aus Dienstag verschoben. Das Spiel mii der Kohle. Oie Aergarbeiter-Znternationale will Ordnung. London, 16. September. In der gestrigen Sitzung des Kongresses der internationalen Bergarbeiteroereinigung wandte sich der Vertreter der f r a n z ö- sischen Bergarbeiter Vigne gegen die von dem deutschen Vertreter Husemann und dem englischen Delegierten Ebby Edwards vorgebrachte Kritik der von Frankreich und Belgien in den letzten Monaten unternommenen Schritte gegen die Einfuhr ausländischer Kohle. Die französischen Bergarbeiter, so sagte er, seien gegen Wirt- schastsnationalismus. Er müsse indes in allen Ländern unterdrückt werden. Die Situation in Frankreich sei nicht viel besser als in Deutschland. Die Anzahl der im Bergbau Beschäftigten habe sich von 316 666 auf 256 666 verringert, und 66 666 Bergleute seien arbeitslos. Diejenigen, die Arbeit hätten, seien nur vier Tage in der Woche beschäftigt. Trotz dieser Arbeits- losigkeit führe Frankreich 23 666 bis 36 666 Tonnen pro Jahr ein. wir leiden, sagte Vigne, unter der englischen, deutschen und polnischen Sohle, die in Frankreich billiger verkauft wird als im Ursprungsland. Am Schlüsse der Sitzung wurde gegen zehn Stimmen(!) eine Entschließung angenommen, in der die Notwendigkeit internationaler Uebereinkommen zur Vermeidung erneuter Verarmung der Bergarbeiter betont und zum Ausdruck gebracht wird, daß internationale Regelung von Produktion und Absatz der Kohle am besten erreicht werden könne, wenn die Bergwerke unter staatlicher Kontrolle stehen. Die Entschließung unterstreicht ferner die Forderung des Kon- gresses nach Ratifizierung der Genfer Konvention über die Arbeitsstunden im Bergbau. Sie billigt die Bewegung zugunsten der Vierzigstundenwoche und kündigt die Absicht der Organisation eines besonderen Propaganda- tages am 1. Oktober in allen Ländern an. Sie fordert ferner das internationale Arbcitsbüro auf, eine neue Konferenz der in der Genfer Konvention genannten Regierungen einzuberufen. Konflikt im Braunkohlenbergbau. Llnternehmer wollen kein Kurzarbeitsabkommen. Die Unternehmer im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau kündigten die Gehaltsstaffel der Angestellten, um die Gehälter herunterzudrücken. Die Verhandlungen sind wiederum gescheitert, da die Unternehmer die von den Angestelltenverbänden als dringend notwendig bezeichnete kollektive Regelung der Bezahlung bei Kurz- arbeit ablehnten. In einer Erklärung der Angestclltenverbände wird festgestellt, daß die Stellungnahme des Arbeitgeberverbandcs für die Angestelltcnvcrbände jede Möglichkeit ausschließt, auf die Forderungen derselben einzugehen, da die Angestellten den ver- langten Gehaltsabbau auch unter Berücksichtigung der Lage im Braunkohlenbergbau unbegründet und ungerecht- fertigt halten. Der Reichslarifvertrog in der Privoloersicherung wurde bis zum 31. März 1333 verlängert. Wetter für Verlin: Keine wesentliche Aenderung des am Tage heiteren und warmen Wetters.— Für Deutschland: Im Nordosten Deutschlands veränderlich und windig, zeitweise etwas Regen, mild, im übrigen Reiche weiterhin beständig und am Tage warm. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Rrasdlmik am Abend Freitag, den 16. September 1931 Berlin: 16.05 Lehrstätten des deutschen Sports(H. De- vantier). 16.30 Nachmittagskonzert. 17.30 Erfahrung aus der Jugendbewegung für die Gegenwart(P. Suhrkamp). 17.30 Das neue Buch. 18.00 Die deutschen Mitarbeiter George Washingtons(A. Erkelenz). 18,25 A. Zeitler: Eigene Prosa. 18.35 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Programm der Aktuellen Abteilung 19.30 Balettsuiten. 20.00 Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht (K. G. Seil). 20.13 Ballettsuiten. 21.00 Tages- und Sport- nadirichten. 21.10„Der zerbrochene Krug"(Lustspiel\on Kleist). 22.30 Wetter-, Tages- und Sportnadirichten. Aus Magdeburg: Orchesterkonzert. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Nene M ege der Völkerkunde(Dr. L. F. Chauß). 18.00 Insekten als Musikanten(Prof. Dr. Ramme). 18.30 Konjunkturwende und Wirtschaftspolitik(Minister a. D. Hamm). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 19.20 Die Kleinkinderfürsorge(Dr. Scheumann, Dr. Meyer- Housselle). 19.40 Zeitdienst. 20.13 Ans Hamburg:„Seefahrt ist Not"— Alarm ins deutsche Land(Achtung!). 21.15 Aus Königsberg: Opernquerschnitt:„Undine" von E. T. A. Hoffmann. 22.13 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europa-Programm im..Volksfunk", monatl. 96 Pf. durdi alle„\orwärts"-Bofen oder die Postanstalten. Verantwortlich für die Redattion: Victor Schiff. Berlin; Anzeigen: Otto Hengst, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag E. m.b.H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Lindenftr. 3 Hierzu 1 Beilage. Hast» % Theater Freitag, den 16. September Staatsoper unter den Unden 20 Uhr Ein Maskenball Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Eg m ont VOLKSBÜHNE Theater am BUlowotatz D I, Norden 2944. Allabendlich 8% Uhr Der Revisor von Gogol• Regle: Heinz Hilpert CortBols/ Kartfiow/ RaaiK/ Vcrhoeven TSgi. s u. 8>/: unr JACK SHEA Wilson, Keppel osw. PI/Aza nibe Sdiln. 8M. 5 n. 8", Stgs. 2,5, B16 3. E 7 Weida. MI Frao im Hermelin Stadl. Oper Cbarlotienburz Fraunhofer 0231 Turnus IV Freitag, 16 Sept Simone Boccanegra Beginn 20 Uhr Nemeth, Reinmar, Pataky, Hofmann, Destal Dirigent: Stiedry Schiller Grolmansir. 70/71 StcinpL(G 1) 6715 Letzte Vorstellung 8 Uhr: „Die versunkene Glocke" Kassenstunden tägl. 10—20 Uhr Ilck? I MB Rose- Theater Orale Frankfirtir StratE 132 Tel, Waidm! E 7 3422 8.30 Uhr Aerzte im Kampf Äf. 8 Uhr 15. Flora 3434, Raadien gri. Das berühmte DAYELMA- BALLETT 3 Swifts, Rudi Gras! und weitere Künstler-Truppen von internationalem Ruf. ES�HAfl SchlafHm, Stahl matr», erb., Polater, ChaiseL, an Joden, Teila, ialoff frei- EisenmobeLfabrtk Sah](Thümi EISU Stahl- Kindt KataJ DßülSÜlßS IHM Weidendamm 5201. 8 Uhr Letzte Vorstellung Wunder um Verdon Dram.Dichtungvon Hans Chlumberg Regit: Karl Heinz Martin. Kassenpreise von 0,50 M. bis 1 1.50 M Kammerspiele Weidendamm 5201. Beginn 8'/, Uhr „Schicksal nach Wunsch" Komödie v.CbriitaWiiisloe Regie; Riidolf Beer Mclzcr. üllridi, Riematin, Abel. Brausewclter jeder Art liefert preiswert Paul Goiletz vormals Robert Meyer Mariannenstr. S F8, Oberbaum 1303 I Stoffe für Leib- und Bettwäsche, Sommerstoffe aller Art Verkaufszeit 8—5 Uhr. 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Gustav Dies»! W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Drei von der Kavallerie mit Paul Hörbiger. Fritz Kampers, Paul Heidemann W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr A lexanderstraße 39-40 (Passugse) Schuß im.Horfirensrrauon mit Karl Ludnijc Di« hl. Ery Bo» Den ganzen Tag geöffnet. S. ab 3 ü Alhambra MüUerstr. 136, Ecke Seestraßc. Die verkaufte Braut mit IVo- votna.- Goldfieber m. T. Mix Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7, 9 Uhr German ia-Palast Wilmersdorfer Str. 53/54. W'olkenstürmer mit Wallace Beery, Clark Gable W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. g Uhr Kant-Lichtspiele KantslraOe 54. Drei ,on der Kavallerie mit P. Hörbiger. Fritz Kamper» \V. 5. 7, 9 Uhr. S. 3, 5. 7, 9 Uhr Zentrum Bio-Lichtspiele Hackescher Markt 2-3 Tageskino ab 12 Uhr. Sonnt, ab 2 übr Jugendvorstellung llutter mit Jlarsh.— Dick und Dof. glückliche Kindertage.— Beiprogramm Steg l i t z C Friedrichstadt Franziskaner Georgenstraße(Ecke Friedrichstraße) S. 12. 3. 6. 9 Uhr Das �lillionentestament mit Charl. Ander. Joh. Riemann 10.30. 1.30. 4.30. 7.30. 10-30 Uhr 3Iensch ohne\amen mit Werner Kraus Aieucste Ton-Bild-Reportase Die Kamera und« h W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Die neuen Herren m. Prejjean. —.�lusik aus der Luft(Prof, Thererain) j Moabit» Arfnchnf Wochcnt. ab 6 Uhr ri riUollUi Sonntags ab 5 Uhr Perlebergcr Str. 29. 2 Großtonfilme: .lohann Strauß, d. Walzerkönig mit Kee Parry, Bohnen.— Kitty schwindelt sich ins Glück W Charlottenburg Schlüter-Theater �JUbr Schlüterstr. 17 Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Jlensch ohne Namen mit Werner Krauß..tlariu Barel. Thiele. — Gr. Beiprogramm J Tri lim WochenL 7. 9*4 ü. Hirium stg. 6, 7. 914 u. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Urauff.: Ich will nicht wissen. wer du bist mit Haid. Fröhlich Musik; R. Stolz— G. Tonfilmbpr. >»ahlendorf-Mitte"b TN/; Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorsteil. Potsdamer Str. 56 Ja. treu ist die 6ioldatenliebe mit Fr. Schulz, ü. Grabley, Ida Wüst.— Beiprogramm Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. EckeGutsmuthsstr. Urauff.: Ich will nicht wissen wer du bist mit Haid, Fröhlich Musik; R. Stolz— G. Tonfilmbpr. W__ Friedenau � Kronen-Lichtspiele Bheinstraße 65 Leg. 5, 7. 9 Uhr Sonnt, ab 3 Uhr Quick mit Lilian Harvey. Hans Alber».— Gutes Tonbeiprogr. Alhambra Twfim Hauptstraße 30 Großtonfilm: Moderne Hitgift mit H. Eggerth, E. Slezak.— Ton- beiprograrnrn.— Bühne Titania Schöneberg Hauptstr. 49. W. 5, 7, 9 Uhr S. ab 3 Uhr Großtonfilm: Quick mit Lilian Harvey, Hans Albcrs.— Tonbeiprogramm.— Tonwoche Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1. W. ab 5.30, S. ab 3.30 2 Großtonfilme: Die verkaufte Braut m. Domgraf-Faßbacndcr. Die Wasserteufel von Hicflau ��.�jrempelhof��p Kur � Sbd. Stg. 5, 7, 9 nurtUTSL Stg. 3 Uhr: Jgd.-Vorsl. Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Die verkaufte Braut mit Jar- mila Novotna.— Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt Tivoli Täglich 5, 7, 9, Stgs. 3 Uhr: Jugendvorstell Berliner Straße 97. Großtonfilm: Quick mit Lilian Harvey, Hans Albers.— Tonbeiprogramm Mn 1 3 Merlendorfer W. 7, 9, LfiUmljl Tonlicbtspiele S. 5. 7, 9 Chausseesir 305 Tonlustspicl: Drei von der Kavallerie mit P- Hörbiger. Fritz Hampers.—• Tonbeiprogramm Neukölln t?' ypo 1 qi nr Wochentags ab 61� Gzceisior Sonntags ab 4 Uhr Kaiser-Friedrich-Straße 191 Die elf Schillschen Offiziere mit Frledr. Kayßler.— Tonbeiprogramm.— Jugendl. Zutritt Kukuk Wochentags ab 6V2 Sonntags ab 4 Uhr Koltbusser Damm 92 Quick mit Lilian Harvey, Hans Alber». Paul Hörbiger.— Tonbeiprogramm Mercedes-Palast sTg.�b 3 h: Hermannstr. 212. Wolkenstürmcr. In jd. Vorst. Verlosung eines Freiflugsch. d. Lufthansa Bühne; Gaslsp. 2 De Jlayo»— Bpi. Primus-Palast sü6� u. Am Hermannplatz, Urbansir. 72/76. Moderne �Iltglft m. Alexander. Slezak.— Strafsache van Geldern Stern, Hermannstraße 49 Wochentags ab 6]. j Sonntags ab 4 Uhr Quick mit Lilian Harvey, Hans Albers, Paul Hörbiger.— Ton boiprogramm i sauen j Theater am Moritzplatz W. 6, 8.45 Uhr. S. ab 4.30 Uhr Kreuzer Emden.— Hallo. Hallo, hier.prirht Berlin Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beginn 4% Uhr Ich bin|a so verliebt m. Bres- sart.— Der Sänger v. Sevilla mit R. Xovarro Filmeck W. ab 614 U. Stg. ab 3 U. Am Görlitzer Bahnhol Der kolossale Flieger-Tonfilm in deutscher Sprache Wolkenstürmcr Bühne: Karl Karburg mit seinem Orchester Luisen- Theater g: Reichenberger Str. 34. Leo Pary, Michael Bohnen In dem musikalischen Tonfilm Johann Strauß Ferner: Alkoholschm-jggler-Tonfilm Straßen der Weltstadt Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Hans Albers, Lilian Harvey in dem Groß-Tonfilm Quick dazu Sensationelles Variete und großes Orchester W Treptow � Treptow-Sternwarte Sonnabend. 8 Uhr, Sonnt. 4, 6. 8 Uhr Die letzten Segelschiffe Ein packendes Filmwerk.— Beiprogr. • 0,tew■ Germania-Palast sv abVu. Frankfurter Allee 314 Großtonfilm Quick Hans Albers, Lilian Harvey, Paul Hörbiger Auf der Bühne: 3 große Variete-Attraktionen Dr. Knauer dirigiert das hervorragende Orchester f Utt 1/1 qP Woch. 5 Uhr Liuna-raiasi Sonnt.abSUhr Gr Frankfurter Sir. 121. 3 von der Kavallerie mii Hörbiger.— Moderne Mitgift mit Gg. Alexander.— Ton woche Schwarzer Adler ah«1� W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Ja. treu Ist die Soldatenliebe mit Schulz. Ida Wüst.— Bühne: Gg. Schmidt, L. Werkmeister Viktoria-Theater Frankfurter Allee 48 Tonlustspicl: 2 glückliche Tage mit Hörbiger.— Gr. Beiprogr. — Kabarett-Tonfilm Nordosten B ** Prenzlauer „Liystam ahcc 56 W. 5.15, 6.30, 9.15. S. 3. 4.20, 6.50, 9.15 Wolkenstürmcr(deutschsprachig). — Bühne: Erich Dücker, Musik. Clown Flo ra-Lichtspiele Taglich 5. 7 9 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr Wolkenstürmer-— 10 Minuten Tennisunterricht.— Beiprogramm Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10/11 Wochent. 6.45 Uhr» Sonnt. 4.45 Uhr 3 von der Kavallerie mit Hörbiger.— Tonbpr.— Bühnensch, M Weu-ilchtenberg � Kosmos-Lichtspiele Lückslr. 70. Jugendl. Zutritt W. 5. Slg. 3, lelzte 9. Stg. 3: Jugd.-V. nie elf Sehillsehen Offiziere. Bühne: Rosl-Mandolin.-Chor Licblbg. M frledrlchsfelde"b Kino Busch s�Äb�b' Alt-Friedrichsfelde 3. Tonwoche Jonny stiehlt Europa mit Harry Piel. Dary Holm, Abel.— Beiprogramm.— Jugendliche Zutritt Palast-Theater Breite Straße 21a. W. 7, 9 Uhr. Sonnt, ab 5 Uhr Die. verkaufte Braut mit Jar- mila Xovotna, Domgraf-Faß- baender u a. in. ■ Tege'■ Filmpalast Tegel Bahnhofslr. 2. W. 6, Stg. 4% Uhr Sonnlag 2 Uhr: Jugend-Vorstellung Quick mit Lil. Harvey, Alber». — Wer zahlt heute noch? Kn cmrto �lm W. 6, S1!- Uhr ixOSTtlOS Bühne S. 41 i. 6%. 8?4 Hauptstraße 6. 2 Tonfilme: Schuß im Morgengrauen.— Der falsche Tenor mit Franz Baumann Union- Theater sv"tu! evi, 1% Hauptstr. 3. Stg. 2 Uhr: Jug.-Vorst. Die andere Seite mit Conrad Veidt, Theodor Loos.— Gutes Beiprogramm Fllmnnlnot Beg W. 6. 8.30 Uhr rilmpalast stgs 4�. 6�. 84! u Berliner Str 59 Leberfall auf die Mexikopost, — Dos MillionenteBtament mit Johannes Biemann (Beilage Freitag, 16. September 1932 ZkrNimS Stnlaiil&tße-ctu[ofaräril Um die Strafrechtsreform Nazis in der IKV, Hochzüchtung ais Rechtsproblem Die diesjährige Tagung der deutschen Landesgruppe der Inter- nationalen Kriminalistischen Vereinigung— dieser Versammlung von Theoretikern und Praktikern, die seit Jahrzehnten mohgebend ist sür den Fortschritt im Strafrecht— stand unter einem Doppelzeichcn: dem der internationalen Zusammen- arbeit und dem der S t r a f r e ch t s-„A u t a r k i e"! Zum ersten Male erklangen auf einer Tagung der deutschen Landesgruppe der IKV. die völkischen Schlagworte vom „deutschen" Strasrecht im Gegensatz zum„internationalen". Die jahrelangen Bemühungen, besonders der neutralen Staaten, die Strafrechtler der ehemals feindlichen Länder wieder unter ein Dach zu bringen, blieben bis zum Mai d. I. ersolglos. Die Strafrechtler der Entente hatten sich in einer selbständigen internationalen „Assoziation sür S t r a f r e ch t" zusaiümengefunden, die neu- tralen Staaten blieben beiden Vereinigungen fern. Im Mai d. I. ist es nun dank der Initiative des Völkerbundsrats endlich gelungen, sämtliche internationalen Organisationen, die sich so oder so mit der Bekämpfung von Verbrechen befassen, in eine gemeinsame Dachorganisation, im „Znlcrnationalen Büro sür Strafrechl-vercinheitlichung" zusammenzubringen. Die Vertreter dieser Organisationen sollen in Zukunft gemeinsame Konserenzen abhalten, im übrigen bewahrt jeo Vereinigung ihre volle Selbständigkeit. Die Tagung in Frank- furt a. M., der zum ersten Male ein sranzösischer sowie ein belgischer Strafrechts-Professor beiwohnten, erklärte sich für den Beitritt zu der neuen Dachorganisation. Die Dänen und Norweger haben unterdes ihren Wiedereintritt in die JKB. bereits kundgetan, die Strafrechtler anderer Länder dürf- ten voraussichtlich balo folgen. In Frankfurt hatte eben Prof. D e l a q u i s sein Referat über internationale Zusammenarbeit beendet, als der Wiener Prof. Graf v. G l e i s p a ch zur Ueberraschung der Tagungsteilnehmer den Versuch unternahm, ein nationalsozialistisches Strafrechts-Programm zu entwickeln, das den bisherigen kriminalpolitischen Anschauungen der IKV. ins Gesicht schlug. Er erklärte als Zweck des Strafrechts die Hochzüchtung der deutschen Volks- gcmeinfchast und foraerte die Entfernung fremder Rechtsgedanken aus dem deutschen Strafrecht. Er sprach sich gegen die llbcrstarke Berück- sichtigung der Persönlichkeit des Täters aus und für die absolute Betonung der Interessen der Gesellschaft: er identifizierte sich, wenn auch in verkappter Form, mit jenen Leuten, die nach den Tooes- urteilen in Bcuthen in zynischer Weise den strasrechtlichen Grund- sag aufgestellt haben, es komme mehr daraus an, wer der Täter sei und aus welchen Beiveggründen er handelte, als darauf, was er getan! Gleispach verlangte schließlich für den besonderen Teil oes Strafgesetzbuches Festlegung neuer strafrechtlicher Tot- bestände, wie die Ehre und Würde des deutschen Volkes, die Fruchtbarkeit der deutschen Rasse(!), das„oeutsche Volkstum" schlechthin. Zur Rechtfertigung dieser Forderungen bc- rief er sich auf die„neuen Geistesströmungen auf dem Gebiete der Kultur, der Wirtschast und des Rechts". Der aggressive Vortrag Gleispachs war gewissermaßen die Ant- wort auf das vorangegangene Reserat des Berliner Professors Kohlrausch zum Thema: Soll die Strafrcchtsrcsorm sortgesührt werden? Pros. Kohlrausch sprach sich gegen«ine Novellen- gesetzgebung aus: er erklärte, daß die kriminalpolitischcn An- fchauungen, die in den Entwürfen niedergelegt seien, auch heute noch in keiner Weise ihre Richtigkeit eingebüßt hätten, er polemi- stert« gegen die Nationalsozialisten, die nicht nur der heutigen Zeit, sondern auch dem heutigen Staat überhaupt oen Beruf zur Gesetz- gebung absprechen, sich auf die sogenannte„tiefere Rechtsüber- zeugung" beriefen, in Wirklichkeit ober bis heute noch über kein eigenes Strafrechtsprogramm verfügten. Der Umstand, daß beide Redner trotz des Abgrundes, der zwischen ihren kriminalpolitischen Auffassungen klaffte, sich auf eine gemeinsame These geeinigt hatten, die die Forderung der Fortführung der Strafrechtsreform enthielt, rief Prof. Dr. Ra d b r u ch- Heidelberg auf den Plan. Er habe er- wartet, daß die Versammlung schärfsten Prolest gegen die Notverordnung erheben würde, die eine Abartung der Gerichtsver- s a s s u n g und des Strafrechts darstelle. Das sei nicht geschehen, statt dessen habe Gleispach ein faschistisches Strasreckstsprogramm entwickelt. Er, Radbruch, sei nach Frankfurt gekommen in der Absicht, sür die Fortführung der Strafrechtsresorm zu stimmen: Gleispachs Vortrag zwänge ihn aber, entgegen seiner ursprünglichen Absicht zu handeln; man könne nicht wissen, ob nicht am Ende ein faschistisches Strafrecht herauskäme. Was Prof. Gleispach in verkappter Form vorgebracht hatte, wurde durch den Mund des jungen GLttinger Privatdozen- ten Dr. Schärfste in in seiner ganzen Nacktheit enthüllt. Dieser zog gegen die„sozialistischen" Gedanken ins Feld, die seit der Revolution in das Strafrecht und in den Strasvollzug eingedrungen seien: er forderte die Wiedereinführung des Vergeltungs- und Ab- schreckungsprinzips. Vieljagend war die Abstimmung über die von Gleispach vor- gelegten Thesen. Die Versammlung erklärte sich zwar einstimmig für die Festhaltung an den bisherigen kriminalpolitischen Zielen der IKV., nahm aber mit einer Mehrheit von zwei Stim- men(!) bei einigen Stimmenthaltungen den Zusatz an, der eine gewisse Beeinflussung der Strafrechtsreform durch die neuen Geistes- ftrömungen anerkennt. Für die Fortführung der Strafrechtsreform sprach sich zwar eine große Mehrheit aus, jedoch waren die Stimm- enthaltunge» in diesem Falle besonders zahlreich. Das Abstim- mungsergebnis fiel gegen«ine Nooellcngesetzgebung aus, einstimmig wurde nach wie vor die Rechtsangleichung zwischen dem deutschen und österreichischen Strafrecht gefordert. Der weltanschauliche Riß, der durch die Versammlung ging, zeigte sich auch bei der Behandlung des Hauptthemas der Tagung: Schwangerschaslsunterbrechung und Unfruchtbarmachung. Während Frau Dr. B endcr- Breslau aus Gründen sozialer In- dikation die völlig« Freigabe der Schwangerschaftsunterbrechung in den ersten drei Monaten forderte, lehnten besonders Prof. Kirsch- stein-Bremen und der Gynäkologe Prof. August M a i c r- Tübingen die Schwangerschaslsunterbrechung aus sozialen Gründen(soziale Jndiktion) rundweg ab. Der erstere berief sich auf die Erfahrungen in Rußland, wo die Schwangerschaftsunterbrechung aus bloßen sozialen Motiven gleichfalls nicht mehr gestattet sei, und bezeichnete eine Freigabe der Schwangerschaftsunterbrechung aus sozialen Gründen als eine Umkehrung des Naturgemäßen; der andere, Prof. Dr. Maier, glaubte sich als Bußprediger ausspielen zu dürfen, er fordert« Zucht und Selbstbeherrschung. Ein erschütterndes Bild von den Folgen des Verbotes der Ab- trcibung aus sozialen Gründen entrollte der Berliner Prof. Lieb- mann, der an Hand statistischen Materials aus eigener Praxis nachwies, daß 77 Proz. der Frauen, bei denen er es ablehnen mußte, die Unterbrechung vorzunehmen, sich diese trotzdem ander- wärts haben vornehmen lassen. In erster Linie waren es auch Aerzte, die die Unfruchtbar- m a ch u n g aus sozialen Motiven ablehnten. Besonders galt das für den Mllnchener Pros. Dr. med. Rüdin, der auf Grund eines umfangreichen psychiatrischen Materials sich für die Un- fruchtbarmachung und Schwangerschaftsunterbrechung aus e u g c- Nischen Gründen aussprach. Den Rednern, die im Interesse der Vermehrung des deutschen Volkes die Schwangerschaftsunterbrechung und die Sterilisiernng aus sozialen Gründen ganz ablehnten, traten mit großer Entschiedenheit Frau Henriette Fürth und Stadt- medizinalrat Dr. Hägen, beide aus Frankfurt a. M.„ entgegen Prof. R a d b r u ch brach mit großer Wärme eine Lanze für die Aenderung des Z 218. Er sei nicht für die Abtreibung, sondern gegen die Abtreibungsstrafe, weil es eine Zufalls- und Klassenstrafe sei. Die russischen Erfahrungen wie auch die größere Betonung des sozialen Gesichtspunktes gegenüber dem individualistischen habe ihn jedoch veranlaßt, von seiner früheren Forderung der v ö l l i- gen Freigabe der Abtreibung in den ersten drei Monaten abzu- gehen. Einig waren die Aerzte in der Forderung, daß die bestehende Rechtsunsicherheit besonders auf dem Gebiete der Unfruchtbar- machung aufhören müsse; es gehe nicht an, daß in Offenburg das verboten sei, was in Zwickau als erlaubt gelte. Dieser Forderung trug Pros. Dr. Dohna in seinem juristischen Referat zu dem Pro- Klein Schwangerschaftsunterbrechung und llnfruchtbarmachung Rech- nung. Der Inhalt seines Vortrages sand in dxn von ihm, Prof. Dr. Radbruch und Justizrat Dr. Löwenstein beantragten und von der Tagung angenommenen Thesen ihren Niederschlag. Die These von der Unterbrechung der Schwangerschaft aus sozialen Gründen wurde mit einem Stimmenverhältnis von 3: 2 angenommen. hier zeigte sich der in der deutschen Landesgrupps der IKV. bestehende Riß: zwei auseinanderstrcbcnde Teile werden hier künstlich zusammengehalten: Der eine Teil steht zu den besten Traditionen der IKV. und ihres Begründers Prof. Liszt: der andere entwickelt sich immer mehr nach rechts. L. R. Mofsängertum unserer Zeit Von Anneliese Heivig Als das Radio erfunden war und sich zu verbreiten begann, hörte man oft zur Begründung dessen, wie herrlich weit wir es ge- bracht haben, den Ausspruch:„Jetzt wird gute, hochwertige Musik, von erste» Künstlern vorgetragen, bis ins ärmste Haus dringen; die Zeit des unvollkommenen Kunstgenusses wird vorbei sein. Diese Prophezeiung scheint in vieler Hinsicht erfüllt. Es gibt billige Radioapparate: ein tüchtiger Arbeiter kann sich selbst einen her- stellen: die Gebühren erläßt man den Erwerbslosen weitgehend; selbst bis in die ärmsten Häuser hat sich das Radio einen Weg ge- bahnt; und das ohrenbetäubende Geklimper klavierübender„höherer Töchter" erklingt immer seltener. In dieser Zeit der technischen Hochkonjunktur nun, da greift eine Sache immer mehr um sich, die ans Mittelalter gemahnt: das hofsängertum. Menschen, die aus bitterster Not keinen Aus- weg mehr wissen, gehen mit Mandolincn, Gitarren, Harfen, Lauten, Drehorgeln, ja auch ohne Instrumente von Hof zu Hof und singen wie die Bänkelsänger früherer Jahrhunderte. Die alten Bänkel- sängcr hatten einen Sinn; sie wurden mit Freuden empfangen: brachten sie doch Sensation, Erlebnis, Neuigkeiten in den kleinsten, entlegensten Dorfwinkel. Sie boten Genuß; man zahlte ihnen gern seinen Groschen. Sie erfüllten all das, was heute Zeitungen, Kino, Radio, Bibliotheken zusammengenommen tun, im guten wie im schlechten Sinne. Vor 40, 50 Jahren, ja noch vor 20 Iahren war der„Orgel- mann" ein Erlebnis, eine Abwechslung, zum mindesten für die Kinder, wenn er auch längst nicht mehr die Bedeutung hatte wie die Moritatensänger der alten Zeit. Aber er war auch schon ein rechtes Bild der Not und des Elends: meist ein alter, schwacher Mann, einarmig oft oder blind, ein Opfer des siebziger Krieges, für das der durch Frankreichs Tributzahlung reich gewordene Staat nicht oder nicht auskömmlich sorgte, oder ein Opfer eines Betriebs- Unfalls, für den der kapitalistische Unternehmer die Verantwortung ablehnte. Wie ist es mit den Hofsängern der Jetztzeit? Es sind vielfach junge Menschen beiderlei Geschlechts, die arbeiten können und arbeiten möchten, die ohne Freude, die in letzter Verzweiflung diesem seltsamen Erwerb nachgehen, weil alles andere vergebens war. Wie seltsam mutet es an, das hofsängertum des 20. Jahr- Hunderts! Wie ein Hohn auf die Zeit des Radios, der Technik, der Maschine, des Kinos, der Zeitungen. Ich wohne im dritten Stockwerk eines Miethauses im Berliner Norden: mein Fenster mündet auf einen von vier großen Häusern begrenzten Hof. Die Bewohner sind nüchterne, praktische, auf die Gegenwart eingestellte Großstadtmenschen, vielfach erwerbslos, kurz: ein Milieu, in das verlogene Romantik und Sentimentalität nicht zu passen scheint. Da ertönt Musik aus dem Hof; und wieder, wie so oft, erklingt das Lied von der„Rasenbank am Elterngrab". Der Sänger, ein junger Mensch, trägt das Lied mit sehr ernstem Gesicht langsam und rührselig vor. Kaum aber hat er den hos ver- lassen, so erscheint ein junges Mädchen. Sie spielt mit guter Technik auf ihrer Gitarre: ihre Stimme ist schreiend und häßlich. Sie ver- sucht sich an leichteren Volksliedern. Zwei junge Männer, die als nächste kommen, singen zweistimmig ein Lied, das an Centimen- talität auch die„Rasenbank am Elterngrab" noch in den Schatten stellt: Eine Mutter weint am Grabe ihre? Kindes:„Die kühle E— erde, sie hat kein herz, sie fühlet ni— icht der Mutter Schmerz." hier, im Norden Berlins, spielen sie schmalzige, sentimentale Lieder von Dorf, Heimat, Elternliebe, Rückkehr ins Vaterhaus, ver- logenes, kitschiges Zeug durchweg. Im vornehmen Westen freilich sind Kriegslieder einträglicher. Da gibt die„Gnädige" gern einen Sechser, wenn die„Wacht am Rhein" erklingt, um die„vater- ländische Gesinnung, die im Volk leider so selten geworden ist", zu unterstützen. Auf einen jungen Menschen kann ich mich besinnen, der in der Stadtbahn sang, ein frischer, intelligent aussehender Junge. Er mochte ein tüchtiger Metallarbeiter gewesen sein und war wohl sicher politisch organisiert. Als er die Gitarre ergriff, stand auf seinem Gesicht zu lesen:„Denkt ja nicht, daß ich den Kram ernst nehme; wenn die Not nicht wäre..." Er bemühte sich auch gar nicht, etwas Neues, Unbekanntes, etwas Rührendes vorzutragen. Cr sang schnell und ausdruckslos„Der Mai ist gekommen", ohne Vortrag, ohne innere Anteilnahme. Ich glaube, er wollte alle mitfühlen lassen, wie sinnlos eine Gesellschaftsordnung ist, die einem jungen, gesunden, kräftigen Menschen keine andere Erwerbsmöglichkeit gibt. Er sagte:„Da der Staat keine Arbeit sür uns hat, sehen wir uns leider gezwungen, auf diese Weise unser Brot zu erwerben." Als der Zug hielt, brach er seinen Gesang mitten im Vers ab und ging in das nächste Abteil. Vielleicht hätte er lieber gesungen:„Wacht auf. Verdammte dieser Erde, die stets man noch zum hungern zwingt." So aber sang er tonlos und gleichgültig„Der Mai ist gekommen" und brach mitten im Vers ab... Wer wohl die Anklage gefühlt hat, die darin lag? Die gleiche Anklage, die ungewollt und unbewußt von jedem jungen Menschen ausgeht, der arbeiten möchte und nicht arbeiten darf...? Wohin treibt Deutschland? Leopold D i n g r ä v e, ein Mitglied des„T a t"- Kreises, stellt sich diese Frage in einer unlängst erschienenen Schrift(Verlag Eugen Diederichs, Jena). Wer von uns hätte sich diese Frage noch nicht gestellt? Deutschlands soziales Gesicht hat sich allen sichtbar seit dem\4. September 1930 völlig verändert. Angestellte, Hand- werker, Bauern, Mittelständler sind in einem Maße in Bewegung geraten, daß eine völlige soziale und ökonomische Neuordnung Deutschlands zu einer Frage der nächsten Zukunft wird. Dingräve oersucht in einem knappen Rückblick auf die deutsche Nachkriegs- geschichte die Linien der kommenden Entwicklung abzugrenzen. Viele und entscheidende Zusammenhänge sind richtig gesehen. Man wird gut tun, sich mit der Schrift Dingräves ernst auseinander- zusetzen, wenn man auch die Vorstellung der„Dritten Front" und die Möglichkeit für eine kleine Gruppe, den Einsatz künftiger Ge- staltung deutscher Geschichte zu formen, nicht teilt. Dingräves Arbeit ist vor den letzten Reichstagswahlen erschienen: man muß das ausdrücklich betonen, um die Feststellung, daß die seitherige innenpolitische Entwicklung im wesentlichen richtig vorausgesehen wurde, entsprechend zu würdigen. Die kapitalistische R e st g r u p p e von Großgrundbesitz und Großindustrie hat sich auf dem Rücken der nationalsozialistischen Bewegung(wie es ja auch Herr Goebbels „treuherzig" bestätigt) der Staatsführung bemächtigt: sie benutzt die Gegensätze zwischen Zentrum, Nationalsozialisten und Sozial- demokratie zur vorläufigen Aufrechterhaltung ihrer Macht. Auffallend ist die Beurteilung, die Dingräve der Reichs- wehr zuteil werden läßt. Es scheint, als ob neuerdings die Tuch- fühlung des„Tat"-Kreises mit Reichswehrkreisen besonders eng ist: inzwischen hat der„Tat"-Kreis ja auch mit der„Täglichen Rund- schau" eine Tageszeitung zu seiner Plattform gemacht, und da be- kanntlich Tageszeitungen Geld kosten, ist die Frage nach dem Woher der Mittel nicht uninteressant. Die Reichswehr wird ausdrücklich nicht zur kapitalistischen Restgruppe gerechnet. Die Reichswehr, so wird ausdrücklich gesagt,„baute an einem geistig und praktisch geordneten Bezirk, während die übrigen Bezirke des nationalen Lebens ohne Ausbau blieben... Nicht nur von dem Offizier in leitender Stellung, auch von dem durchschnittlichen Reichswehr- ofsizier wird eine.so exakte Bemühung um die verschiedensten Ge- biete, auch die nichtmilitärischen, eine solche Totalität(!) der Bil- dung verlangt, daß diese Schicht von Menschen nicht für Zwecke, die ihnen wesensfremd sind,„benutzbar" erscheint". Dingräve macht sich ausdrücklich zum Interpreten sozialer Neigungen der Reichs- wehr. Da kaum anzunehmen ist, daß die Sympathie nur einseitig ist, wird man politisch folgern dürfen, daß sich die geistige Leitung der Reichswehr einen Anschluß an eine etwaige soziale Umgruppie- rung offen halten möchte.„ Dingräve sieht die kommende Entwicklung in Richtung auf eine antikapitalistische Volksgemeinschaft. Sehr gut. Nur wird ent- scheidend sein, wem es gelingt, die aniikapitalistsschen Massen- stimmungen auf sich zu vereinigen. Daß wir hier anderer Meinung sind als Dingräve, ist nur selbstverständlich. Je fruchtbarer und tief- greifender die Erneuerung des marxistischen Sozialismus vorge- trieben wird, um so eindeutiger gehört die Zukunft der deusschen Sozialdemokratie. J. P. M. Arbeiter~Rasenspiele Vorschau auf den Sonntag D«r kommende Sonntag zeigt im zweiten und vierten Bezirk wieder Fußballhochbetrieb. Wird es auch wieder Heber- raschungen geben? Die Paarung der Mannschaften läßt die Möglich- keit sehr leicht zu. So stehen sich auf dein Exerzierplatz in ber Schönhauser Allee die beiden Exerrivalen gegenüber. Fortuna hat durch seinen überzeugenden Sieg gegen Pankow die Scharte vom Sonntag vorher wieder gut gemacht. Saxonia konnte gegen die starken Lichtenberger ebenso glatt siegen. Wer wird nun am Sonntag von beiden Mannschaften den Sieger stellen? Fortuna sowie Saxonia verfügen über eine starke Hintermannschaft, dagegen ist der Sturm der Fortunaleute durchschlagskräftiger, was auch den Ausschlag geben sollte. Die Sportoereinigung Pankow hat in Eintracht- Reinickendorf einen nicht leicht zu nehmenden Gegner. Die Reinicken- dorfer haben erst vor acht Tagen gezeigt, daß mit ihrem Kommen jetzt sehr gerechnet werden muß. Auf dem Platz in der Kissingen- straße sollte es daher zu einem scharfen Kampf kommen. Weißen- s e e wird gegen Vorwärts- Wedding trotz des Vorteils des eigenen Platzes auf der Weißenfeer Rennbahn die Punkte verlieren. Die Weddinger gelten durch den Sieg über Fortuna zu den spiel- stärksten Mannschaften des Bezirks. Nord wird in B o r s i g- waldc bei der dortigen Sportvereinigung keinen großen Wider- stand finden. Im vierten Bezirk treffen sich in Wilmersdorf, Fehr- belliner Platz, Friedenau und Wilmersdorf. Die Wilmersdorfer haben bei Beginn der Serie sehr gut vorgelegt, um dann aber immer mehr zu verlieren. Gegen den Tabellenletzten sollte es aber doch zu einem Siege reichen. Volkssport Neukölln erwartet im Neu- köllner Stadion, Platz ß, seinen Ortsrioalen Rot-Weiß. Lucken- waldc I hat gegen Vorwärts-Trebbin noch lange nicht gewonnen. Gerade auf eigenem Platz laufen die Tvebbiner immer zu großer Form auf. Luckenwalde V und Woltersdorf werden sich in der Hetzheide einen harten Kampf liefern. Weitere Smelc: Baumschulenwcg erhält auf dem Platz im Pläntcrwald den Besuch des Tabellenersten im zweiten Bezirk, Adler 08. Die Baumschulen- weger haben in den bisherigen Scrienspiclen großes Können gezeigt. Die Pantomer muffen daher alles aus sich herausgeben, wenn sie gewinnen wollen. Ost spielt in Lichtenberg, Haussstraße, gegen Lichtenberg I. Griln-Weiß gegen Schönebcrg in Friedrichsseide, Treskowallee. Werlsee gegen Storkow in Werlsee. Werder gegen Staaken. Elstal gegen Spandau 25. Kirchmöser gegen Fohrdc. Süd gegen Ketzin. Brandenburg gegen Freiheit-Rathenow. Perleberg gegen Wittstock. Fichte gegen Luckenwalde II. Luckenwalde in gegen Istterbog. Kloster Zinna gegen Dahme. Luckenwalde I 2 gegen Buhlsdors.— Jugend- mannschastcn: Borsigwalde gegen Minerva. Normannia gegen Wilmersdorf. Fortuna gegen Lichtenberg l. Nowawes gegen Drewitz.— Schülermannschalten- Mahlsdorf gegen Herzfelde. Werlsee gegen Wilmersdorf. Pankow gegen Elstal. Normannia gegen Nowawes. Borwärts-Wedding gegen Adler 08. Vorwärts 31 gegen Cladow. Weißensee gegen Hansa 31. Fortuna gegen Saxonia. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 10 Uhr. Vorher spielen die unteren Mannschaften. Jugend- und Schulermannschaftcn 10 und 11 Uhr. Der Fußballklub Bcrolina sucht zum 18. und 23. September Gegner für die erste Männermannschaft. Angebote an Albert Bengsch, Berlin-Nieder- schönewcide, Berliner Str. 19. Telephon: Oberspree 3917. Ucitod&cM Man merkt es, daß die Mannschaften in acht Togen zu den neuen«erienspielen starten. Ueberall haben sich die Mannschaften gute Gegner verpflichtet, um die Spieler nochmals zu prüfen und Mängel abzustellen. Aus dem überaus reichen Spielprogramm lassen wir die wichtigsten folgen. Auf dem Vereinsplatz in Köpenick wird Eiche 2 einen Bezwinger in Eiche-Bohnsdorf finden. Beginn 17 Uhr. Ein zugkräftiges Spiel wird die 3ö-Jahrfcier von Eintracht-Mahlsdorf abschließen. Ein- tracht erwartet die gefürchtete FTGB.-Nordring um 17 Uhr. FTGB.-Oberspr«e wird gegen die Berliner Schwimmunion einen Klassenunterschied herausholen. Beginn 17 Uhr. Hartnäckig wird das Spiel FT.-Wildau— FTGB.-Stralau in Wildau verlausen, doch gilt Stralau als erfahrener. In Strausberg wird die Fr. Sportog. sicher gegen SC.-Rehselde gewinnen. Beginn 15 Uhr. Auf dem Platz Graf-Rödern-Corso erwartet die FSV.-Tegel den Volkssport Neukölln um 11 Uhr. Trotz guter Leistungen der Tegeler gilt Neu- kölln als sicherer Gewinner. Ebenfalls um 11 Uhr erwartet der ASV.-Rotweiß die FT.-Ertner auf dem Platz Schönhauser Allee. Das Spiel gilt als offen. Um 9 Uhr tritt die FSV.-Fichte beim Sportclich 30 auf dem Platz Schönhauser Allee an und hat dabei die besseren Aussichten. Der FSV.-Reinickendorf- West erwartet in der Scharnweberstraße die FTGB.-Nordost und wird großen Wider- stand leisten. Nordost wird erst nach Kampf gewinnen. Beginn 14 Uhr. FT.-Bornstedt läßt sich von Nowawes um 16 Uhr be- suchen, wird aber gegen die erstklassige Mannschaft nicht ankommen. Die Kleingärtner Charlottenburg haben sich für 16 Uhr die FSV.- Geist (Süden) Graumenn lSchönebergl Höhne Hoppe (Nordost) Pankow nach dem Volkspark Iungfernheide eingeladen. Zehlen- dorf— FTGB.-Lankwitz um 16.30 Uhr in Zehlendorf. FTGB.- Lichtenrode— Kleingärtner Charlottenburg 2 um 10 Uhr. Berlin 12— FTGB.-Westen um 16.15 Uhr im Lichterfelder Stadion. Frauen: Eintracht-Mahlsdorf— Südost um 15 Uhr. Friedrichsthal— FTGB.- Nordring um 15 Uhr. FSV.-Reinickendorf-West— Volkssport Neukölln um 10 Uhr. Hennigsdorf— Kleingärtner Charlottenburg um 16 Uhr. Volkssport Wedding— Frohe Stunde um 13 Uhr. FTGB.- Lankwitz— Eisenbahner Tempelhof um 14.30 Uhr. Der Bezirk Lichtenberg der FTGB. spielt morgen, Sonnabend, um 17 Uhr auf dem Sportplatz in der Kynaststraße in Lichtenberg, Bahnhof Stralau-Rummelsburg gegen den Aufstiegs- kandidaten Süden 2. Die Siädtemannschaft in Dresden Die Berliner Hondball-Städtemannschaft fährt am Sonntag nach Dresden, um gegen die dortige Städtevertretung zu spielen. Nach mehrfachen Auswahlspielen ist die Leitung zu folgender Auf- stellung der Mannschaft gekommen: _ ftolBc (Süden) Drägestein (Bolkpsport Wedbinp) Neumann Polczewoki (Wedding)(Nordring) Hoffmann Blosche Sprengel isämtlich Volkssport Wedding) Wie man aus der Aufftellung ersieht, setzt sich die Mannschaft in der Hauptsache aus Spielern des mehrmaligen ostdeutschen Meisters Volkssport Wedding zusammen. Die Weddinger sind auch augenblicklich die spielstarkste Vertretung Berlins. Die Hauptstärke der Mannschaft liegt in dem sehr gut eingespielten Sturm, der wiederum seine Hauptkraft in der Mitte hat. Der Mittelstürmer, trotz seines Alters sehr flink und schußfreudig, wird der Dresdener Hintermannschaft des öfteren gefährlich werden. Hat er doch seine mit ihm eingespielten Nebenleute bei sich. Wäre es aber nicht besser gewesen, man hätte auch noch den linken Verteidiger von Süden genommen, um so eine in sich abgeschlossene und eingespielte Hinter- Mannschaft zu bekommen? Trotzdem sollte es aber doch zu einem Erfolg für die Berliner reichen. Adeüet-titdiety . Das Jubiläumsturnier An dem anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens der Hockey- gruppe im 1. Kreis des Arbeiter-Turn- und Sportbundes statt- findenden Jubiläums-Hockeyturnier beteiligen sich die Vereine Rot-Weiß, Tennis-Rot, Freie Turnerschaft Groß-Berlin, Freier Hockeyklub Spandau, Sportverein Moabit, Athletik-Sport- Club, Männerturnverein Bernau, Freie Sportoereinigung Pankow, Volkssport Neukälln-Britz und der Arbeiter-Sportverein Schöneberg. In der ersten Runde am kommenden Sonntag spielen in Spandau, Wilhelmstraße, der dortige Freie Hockeyklub gegen Volks- fport Neukölln-Britz um 16 Uhr. Das Spiel wird in Spandau größtes Interesse auslösen und der Ausgang völlig offen fein. In Schöneberg, Rubensstraße, werden der Arbeitersportverein Schöne- berg und der Sportverein Moabit spielen, wo die Gäste aus Moabit nur einen knappen Sieg landen dürften. Beginn 16 Uhr. In Pankow, Kiffingenstraße, spielen die Freie Sportvereinigung und die Freie Turnerschast Groß-Berlin-Tempelhof um 10.30 Uhr. Auch hier werden die Gäste den voraussichtlichen Sieger stellen. Rot- Weiß besucht den Turnverein Bernau und wird trotz eines sicheren Sieges den Bernauern ein schönes und hochwertiges Spiel vorführen. Beginn um 16 Uhr am Wasserturm. Außerdem tragen die Vereine Tennis-Rot und der Athletik-Sport-Club auf dem Platz Ost in der Laskerstraße ein Werbespiel aus. Beginn 10.30 Uhr. Mahlsdorf jubiliert Eine vielversprechende Veranstaltung der Arbeitersportler findet am Sonntag, dem 18. September, auf dem Vereinssportplatz der Mahlsdorfer Eintracht statt. Die H e r b st p r ü f u n g, das„Ab- sporteln", oereinigt diesmal die Lichtenberger und alle Vereine der Ostbahnort«: auch andere Vereine des 1. Bezirks werden erwartet. Mit diesem Sportfest wird die Werbewoche eröffnet, die der Z5-Iohrfeier des rührigen Arbeiter-Turn- und Sportvereins Eintracht-Mahlsdorf folgt. Der Verein mit seinen vier Hano- ballmannschaften, 3 Fußballmannschaften und 2 Schülerabteilungen glaubt sein Jubiläum nicht besser begehen zu können als durch Dar- bietungen der mannigfachsten Art in der Werbewoche, die am Sonn- abend, 24. September, auf dem Vereinsplatz ihren Abschluß findet Der anschließende Festabend bringt ein reichhaltiges turnerisches und sportliches Programm. Rezitationen und Gesangsvorträge des ört- lichen Arbeitergesangvereins werden das Abendprogramm verooll- ständigen. Seelig besiegt Eggert Die internationale Veranstaltung, mit der die Berliner Box-Arena am Donnerstag im Ring der„Neuen Welt" auf- wartete, hatte sich eines recht guten Besuches zu erfreuen. Ein sehr schnelles Ende nahmen die beiden einleitenden Oualifikotionskämpfe, in denen List-Zwickau über Hopp-Berlin und Felten-Dresden über den körperlich weit unterlegenen Bauer-Partenkirchen jedesmal schon in der ersten Runde durch ko. siegreich waren. Auch im ersten inter- nationalen Kampf zwischen Hans Schiller- Hannover und dem Argentinier Carlos Z a v a l a sah es nach einem ko. aus. Schiller deckte seinen Gegner mit einem wahren Trommelfeuer zu, ober Zavala bewies eine geradezu unglaubliche Zähigkeit. Er steckte nicht nur alles mit stoischer Ruhe ein, sondern raffte sich im weiteren Verlauf des Kampfes fogor zu lebhaften Gegenangriffen auf. Schillers Punktsieg stand aber nie in Frage. Im Hauptkampf des Abends versuchte sich Mittelgewichtsmeister Erich S e e l i g- Berlin erstmalig im Halbschwergewicht, und zwar gegen den 10 Pfund schwereren Spandauer Eggert. Beide lieferten sich einen wild- bewegten, sehr spannenden Kampf, in dem Seelig seinem ziemlich systemlos boxenden Gegner in technischer und taktischer Beziehung klar überlegen war. Der Meister beherrschte fast jederzeit die Situation und siegte verdient nach Punkten. Als cm glatter Ver- sager erwies sich zum Schluß der Südamerikaner Onafrio R u s f o, der von dem Hannoveraner T r o l l m a n n bereits in der zweiten Runde ko. geschlagen wurde. ver haaderlcampt der Steher Der Länderkampf der besten Dauerfahrer von Frankreich und Deutschland hatte der Pariser Buffalo-Bahn am Donnerstag abend ein ausverkauftes Haus gebracht. Auf dem Programm standen drei Verfolgungsrennen über je 10 Kilometer und ein Lauf über 80 Kilometer für alle Fahrer. Die deutschen Interessen vertraten Sawall. Möller und Krewer, für Frankreich fuhren Weltmeister Paillard, Grassin und Marechal, der für Lacquehay als Ersatz ein- gesetzt worden war. Die Franzosen hinterließen einen wesentlich besseren Eindruck als kürzlich auf der Olympiabahn und gewannen im Gesamtergebnis mit 3:3 Punkten. duMUdcmc\Judu£ UÜe� wi: Freie Turnerschaft Graß-Berlin. Alle Frauen- und Iungmädchcnabteilungcn liolcn noch heute Werbcblätter und Eintrittskarten von der Eclchästsstelle ad. Die Programme vom Bereinsfest in Hohenschönhausen sind sofort bei Möller abzurechnen.— Bezirk Sermedors: Heute, 20 Uhr, Werbeturnen der Frauen und Zungmädchen Turnhalle Freiherr-vom-Stein-Etraßc.— Bezirk Nordost: Morgen, Sonnabend, 19x<, Uhr, Bezirkzvcrsammlung bei Wenskc, Carmen- Eylva- Ecke Hoscmannstraße.— Bezirk Lankwitz: Heute, Freitag, Monatsver» sammluna bei Ninalski, Ziethen- Ecke Derfflingcrstraße.— Bezirk Baumschulen- weg: Mitgliederversammlung bei Scharnhorst Sonnabend. 17. September.— Iugcndgruppen: Mittwoch, 21. September, 19� Uhr, beteiligen sich alle Jugend- lichen an dem Lichtbilder- und Vortragsabend des Ardeiter-Samariter-Bundes, Jostnstr. 1. BSV. Freiheit. Sonntag, 18. September, 1Z Uhr, Halbjahresgencralver- sammlung bei Kalitzki, Gaudpstr. 20. Touristenvercin„Die Naturfreund«-. Freitag, 18. September. Photo- Arbeitsgemeinschaft Franke: Iohannisftr. 15, Dunkelkammer.— Photo-Arbeit»- acmeinschast Neukölln: Bergftr. 29.— Photo-Arbcitsgemeinschaft Osten: Frank- surter Allee 307: Entwicklerarten.— Faltbvotabteilung: Iohannisstr. 15: Es herbstet.— Südost: Manteufselftr. 7: Satirischer Abend.— Charlottenburg: öpreestr. 30: Klöhn-Abend Grupvenarbeit.— Treptow: Elsenstr. 3, am Bhf.: Heiterer Schallplattenabend.— Britz, Großsiedlung: Halle im Hufeisen, Fritz- Reuter-Allee.— Montag, 1». September. Malgemeinschast: Mantcuffelstr. 7.— Photo-Stammabteilung: Iohannisstr. 15. BsK. Prolcs. Beteiligung an der 35-Iahr.Fcicr in Mahlsdorf Sonntag. Treffpunkt 12x4 Uhr Bahnhof Mahlsdorf.— Bltersturner Gruppen Ost: Heute, Freitag, nach dem Turnen, Abteilungsversammlung bei Ballschmidt, Frieden- stiaßc 00. Männer: Sonntag 10—11 Uhr Handballspiel in Karlshorst. Treff- punkt 9 Uhr U-Bahnhof Friedrichsfelde.— Gruppe Wedding: Jugend beteiligt sich am Kartellsportfest in de» Rehbergen am Sonntag. Hockeygruppe 1. Kreis. Iubiläumsturnier. 1. Runde: FHC. Spandau gegen Vfpt. Neukölln-Britz, 10 Uhr, Schiedsrichter: Tennis-Rot. ASB. Schönebcrg gegen SV. Moabit, 10 Uhr, Schiedrichter: Tcmpelhof. FSpB. Pankow gegen FTGB.-Tcmpelhof, WA Uhr, Schiedsrichter: Neukölln. MTB. Bernau gegen ASB. Rot-Weiß, 10 Uhr, Schiedsrichter: Pankow. AHE. und Tennis-Äot bleiben spielfrei. Die Jubiläumsfeier mit gleichzeitigem Iubiläums-Bertreter- tag in den Unions-Festfälen, Greifswalder Str. 221, beginnt um 20 Uhr. Zu dem Vertretertag um 21 Uhr müssen sämtliche Bereine durch ihren Vertreter sowie den Mannschastsfllhrer vertreten sein. Weitere Karten sind bei Com- pagnini anzufordern. Die Spiclergcbniffe der 1. Runde sind ab 7 Uhr an die Krcis-Pressestclle telephonisch Weidendamm(0 2) 4720 zu melden mit kurzem Spielbericht durch die Schiedsrichter. Sülze....... 0.38 «m.-i.öMiii.-t.o.es Fieiscnmiirsi, 0.72 SfKknffl»0.75 I. sgeck..... 0.78 Dampiuiürst 0.75 Hsiism. Leim. 0.82 jaonieurst, 0.84 Knobiauciiia., 0.98 sciiinhefiDOin. 0.98 inetiuiursi.,...» 0.95 schin!ienspecK»i.28 it. Leaerum 0.98 leeuiursi, i.i 2 m ceruei.s9Mi.20 Foin.Fettiiaimi.28 miiMnnen.1.22 UNSERE PREISE verbilligen den Haushalt! Verkaoi soweit Vorrat— Mengenabgabe vorbehalten- Leicht verderbliclu Waren vom Versand aasgescblossen! CamemDert v-»»-«.. suici- 0.20 Karzer..... i.pw.-Pai(et 0.25 Romadour 20-/0.. ,2 stück 0.3s HutiHase........ piundO.35 an.StangsnHase 20«/.. Pia. 0.42 oessertKasa 20 /o..•/•scht.o.as sieiRDuacner vouieit.. piä. 0.66 IllSlter vollfett..... Pfd. 0.66 Brie-Hase vomett....?» 0.70 Bayer, scfttualzer..>d 0.9s Rai-.AaiB-Wrzingaatilll pid. 0.10 mötiran........ spid. 0.10 scnmarfluriien... 4» 0.10 Braaar Zaitaria.... pti 0.10 GeiDe 011.1)1. Kanalliin 10 pm. 0.2s OauerziuieDeln..... pw- o.es lomaien........ zpidO.io Blaue Piiaumen....spid.o.as PIlrStCflB...... Pld.ab0.26 EOBptel........ Pld abO.15 Seelacht o.k. i.a. Rotöars....... Hahiiau o.k. 1 0... 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