BERLIN Montag is. September 1932 Redaktion U.Expedition: Berlin SW 68, 2inbenftr.8 Sei A7 Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis f it r b e i d e A u s g a b- n 75 Pf. pro Woche, 3,25 M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich fiir Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. P o st b e z u g 3,97 M. einschließlich 60 Ps. Postzeitungs. und 72 Pf. Postbestellgebühren. Anzeigenpreis: Di« lfplt SKilli" Meterzeil« 30 Pf. Die ReklamozeU« lostet 2 Marl. Rabatte n. Tarif. 10 Pf. Nr. 442 B 213 49. Jahrgang Ii BroBer Wahlsieg in Sfliuienen Sozialdemohraten gewinnen isoooo Stimmen und 14 mandeie England gegen Deutschland papen-Gchleicher-politik führt zur Isolierung Stockholm, IS. September. Das vorläufige Endergebnis der Wahlen zur Zweiten Kammer ergab für die Konservativen ZKZ742 Stimmen gegen 692 434 im Jahre 1928, Baucrnbund 351 055(263 501), Liberale 40 859 (70 820), Freisinnige Volkspartei 247 092(303 995), Sozialdemokraten 1 013176(873931), Schwedische Kommunisten 130 882(151567), Internationale Kommunisten 73 508, Nationalsozialisten 14 845. Es sind somit gewählt: 58 Konservative(15 Sitze verloren) 36 Vauernbund(9 gewonnen) 4 Liberale(unverändert) 20 Freisinnige Volkspartei(8 verloren) 104 Sozialdemokraten(14 gewonnen) 6 Schwedische Kommunisten(2 verloren) 2 Internationale Kommunisten(2 gewonnen). Negierung zurückgetreten. Slockholm, 19. September. Di« Regierung Hamrin hat heute im Kronrot dem König ihr prucktrittsgesuch eing«reichk. Der König hat die Demission an- genommen. Kerrl bei Hindenburg. Einspruch gegen den„Neichskommissar". Reichspräsident von chindenburg empsing Montag vormittag im Beisein Popens den Landtagspräsidenten Kerrl, der dem Reichs- Präsidenten an chand einer gleichzeitig uberreichten Aufzeichnung die Auffassung des Preußischen Landtags über die Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen und des von diesem bisher geübten Verfahrens darlegte. Massenkundgebung in Leipzig. Otto Wels enthüllt nationalistische Pläne. Leipzig, 19. September.(Eigenberichl.) Zn Leipzig veranstaltete die Eiserne Front am Sonntag eine gewallige Kundgebung mit dem Führer der Sozioldemo- kratischen Partei Otto Wels als Redner. Wels, dem stürmische Ovationen dargebracht wurden, sprach vor etwa 15 000 Wenschen. Im Witlelpunkt seiner Ausführungen äußerte er sich über die vor- geschichte der Reichstagsauslösung und enthüllte dabei Tatsachen, die allgemeines Aufsehen erregten. Wels führte u.a. aus: Die Rationolsozialiften hätten die Absicht gehabt, mit Hilfe des Artikels 43 der Reichsverfassung einen Streich gegen Papen zu führen. In diesem Artikel der Reichsverfassung sei bestimm», daß der Reichspräsident aus Antrag des Reichstags durch Volks- abstimmung abgesetzt werden kann. Dieser Reschluß des Reichstags erfordere eine Zweidrittelmehrheit und durch ihn würde dem Reichs- Präsidenten die fernere Ausübung seines Amtes untersagt werden. Hitler habe darauf gerechnet, mit Hilfe des Zentrums, der KPD.«nd unter Umständen sogar mit Hilfe der Sozialdemokratie eine solche Wehrheit zu finden. Die Folge wäre gewesen, daß durch ein Reichs- geseh auf Grund des Artikels 51 der Reichsverfassung mit einfacher Mehrheit ein Rachsolgcr hätte bestimmt werden können. Hitler hätte dabei die Hoffnung gehabt, mit Hilfe dieser einfachen Majorität das Ziel zu erreichen, das ihm im Präsidenlenwahlkamps nicht beschieden gewesen sei. Weil von Papen in dem Weltlaus mit Hitler Sieger geblieben sei. sei der Plan Hitlers von vornherein gescheitert. Die Kundgebung wurde zu einer gewaltigen Demonstration für Demokratie und völkersrieden und gestattete sich zugleich zu einem flammenden vekenntnis der Leipziger Arbeiterschaft zu dem Partei- führer Otto Wels. Sechs Flieger tödlich abgestürzt Zlugzeug-Katastrophe in LtoUen Aus Rom wird gemeldet, daß in der Nähe von SPeeia bei einem Ucbungsftug zwei Militärflugzeuge in der Luft z u a m m e n g e ft o ß e n sind. Beide Flug- zeuge stürzten in die Tiefe. Bei dem Absturz fanden sechs Militärflieger den Tod. Der Weg der deutschen Außenpolitik geht in die Isolierung. Die englische Note gegen die deutsche Rüstungspolitik ist nur für diejenigen eine Enttäuschung, die durch öffiziöse Stimmungsmache irregeführt worden sind. Noch die Berliner Montagsblätter reproduzieren Stimmen der Londoner Sonntagspresse, ganz besonders die des großen Schaumschlägers Lloyd George, die für den deutschen Stand- punkt außerordentlich„sympathisch" sind. Aber schon ruft Otto K r i e g k bei Hugenberg:„Der Feind steht draußen!" Und:„Der englische Standpunkt ist für Deutschland sehr ernst. Sich das verheimlichen zu wollen, würde eine Gefahr für die deutsche Außenpolitik bedeuten."— Dem letzteren kann man nur zustimmen mit dem Hinzufügen, daß auch der Standpunkt Italiens von jenem Englands gar nicht weit entfernt ist. Was ist der Inhalt des Schreibens, das der britische Botschafter gestern der deutschen Regierung überreicht hat? England findet den deutschen Entschluß, sich von der Abrüstungskonferenz bis auf weiteres fernzuhalten,„unklug" und„unzeitgemäß". Es nennt ihn „eine befristete Herausforderung" und warnt vor der Auf- faffung, daß die englische Regierung„einer Mißachtung ver- träglicher Bestimmungen Unterstützung gewähren oder mora- lischen Beistand leisten" könnte. Als Ziel der Abrüstungs- konferenz wird angegeben,„bei den stark gerüsteten Staaten die größtmögliche Herabsetzung, bei den schwach ge- rüsteten Staaten jedenfalls keine Bermeh- r u n g." Diese sachlich gar nicht mißzuverstehende Stellungnahme wird in einige rein platonische Komplimente für den deut- schen Anspruch auf Gleichberechtigung eingewickelt. Offenbar soll erreicht werden, daß Deutschlands Gleichberechtigung theoretisch anerkannt wird, daß sie aber praktisch durch ein neues Versprechen Deutschlands kompensiert wird, mit seinen Rüstungen im Rahmen des Vertrages von Ver- sailles zu bleiben. Von Deutschland wird erwartet, daß es sich unter solchen Voraussetzungen an der Abrüstungskon- ferenz wieder beteiligt. In Paris hat man den englischen Schritt gegen die deutsche Rllstungspolitik mit einem Jubel aufgenommen, der verständlich ist. Denn die englische Note übersieht aus poli- tischen Gründen absichtlich, daß der französische M i l i» t a r i s m u s an den neu erwachten Ansprüchen seines deut- schen Bruders Schuld trägt. Sie findet Worte der Kritik nur für Berlin, nicht für Paris. Damit schwindet jede Hoff- nung, daß es für Deutschland möglich sein könnte, im Streit um die Rüstungen England gegen Frankreich auszuspielen. Es zeichnen sich im Gegenteil die Umrisse einer englisch- französischen Einheitsfront deutlich am poli- tischen Horizont ab. Ueber die juristische und die moralische Seite der An- gelegenheit sagt die englische Note mancherlei. Aber wich- tiger ist die m a ch t p o l i t i s ch e Seite. Deutschland ist im Begriff, sich in weltpolitische Verwicklungen zu be- geben, in denen es allein gegen einen Bund mächtiger Gegner steht. Daß Belgien. Polen, die Tschechoslowakei usw. keine deutsche Ausrüstung wünschen, versteht sich von selbst-, ein französisch-englischer Bund zur Ausrechterhaltung des be- stehenden militärischen Kräfteverhältnisses würde in Europa eine sehr zahlreiche Gefolgschaft finden. Und Amerika gegen Deutschland aufzuputschen mit dem Alarm- ruf, der deutsche Militarismus sei wieder los, ist für ge- schickte Propagandisten ein Kinderspiel— das um so mehr, als ja SA., Stahlhelm und„nationale" Presse das Material für eine neue Ententepropaganda gleich waggonweise liefern. Die Hoffnung aber, daß in Herrn Mussolini der deut- schen Elsa ein neuer Lohengrin erstehen könnte, kann nur der hegen, der das Jahr 1915 noch nicht denkend mit- erlebt hat. In der Hugenberg-Preffe ist man so pfiffig, aus dem Ganzen eine Wahlparole zu machen.„Feinde ringsum, mag es fein!" Man hofft auf neuen Zuzug für die deutsch- nationale Regierungspartei und auf einen soliden Bürger- block mit Nazis und Zentrum. Das ist, vom Standpunkt ge- risfener Wahlbetrüger aus, vielleicht gar nicht so übel er- dacht. Daß damit die außenpolitischen Probleme nicht gelöst sind, ja daß im Gegenteil ein nationalistischer Bllrgerblock nur noch tiefer in die Sackgasse hineinführen muß, versteht sich von selbst, spielt aber für die Drahtzieher der„natio- nalen" Reaktion nicht die allergeringste Rolle. peinliche lleberraschung in der Wilhelmstraße. An zuständiger Berliner Stelle verhehlt man nicht die p e i n- liche Ueberraschung, die das englische Memorandum für die Reichspolitik darstellt. Man erblickt in diesem Dokument den Bew«is dafür, daß die englische Regierung in den letzten Tagen eine erhebliche Schwenkung im Sinne des französischen Standpunktes vorgenommen habe. Ueber die Gründe dieses Frontwechsels ist man sich jedoch nicht im klaren, man glaubt auch nicht, daß das Material über deutsche Geheimrüstungen, das herriot nach seinen eigenen Angaben kürzlich der englischen Regierung unterbreitet hat, dabei eine ausschlaggebende Rolle gespielt habe. Jedenfalls scheine der Hauptbeweggrund der englischen Regierung zu sein, daß sie um jeden Preis die Genfer Abrüstungskonferenz retten wolle. Diese Schwenkung in der englischen Stellungnahme scheine sogar im eigenen Lande überraschend gewirkt zu haben, wie aus den kritischen Kommentaren der maßgebenden Londoner Blätter ver- schiedenster Parteirichtungen hervorgeht. Jedenfalls, so wird weiter versichert, werde die Reichsregierung. deren Standpunkt in dem Absagebrief an den Vorsitzenden der Ab- rüswngskonferenz, Hcnderson, festgelegt sei, ihre Haltung nicht ändern und auch der Bürositzung der Konferenz am 21. d. M. fernbleiben. Eine Beantwortung des englischen Memorandums werde nicht erfolgen. Bezüglich der Meldungen aus Paris, wonach Herriot im Auswärtigen Ausschuß erklärt habe, daß er eine Untersuchung des Völkerbundes gegen Deutschland wegen militärischer Vertragsverletzungen beantragen werde, wird an zuständiger Stelle versichert, daß man einem solchen Schritte mit Ruhe entgegensehe, der allerdings geeignet wäre, die deutsch- französischen Beziehungen erheblich zu verschärfen. (Siehe auch 2. Seite.) Bayerische Neformplane. Schäsfer gegen Notverordnung, aber für Verfaffungsreform München, 19. September.(Eigenbericht.) Die politische» Parolen, die die Führer der Bayerischen Volks- Partei in jahrzehntelanger Tradition jeden Herbst auf der Tagung des Bauernvereins in Tuntenhausen ausgeben, waren diesmal weniger auf Kampf als aus Kompromiß und Reformen abgestellt. Als Redner vereinigten sich diesmal das junge, und das alte Element, der gegenwärtige Parteiführer Staatsrat S ch ä f f e r und der alte Bauerndoktor Heim. Schäffer war es zunächst daran gelegen, die Aufregung in den eigenen Parteikreisen zu beschwichtigen, die wegen der K o a l i t i o n s v e r ha n d l u n g e n mit den Nazis cnt- standen sind. Der Sinn der ganzen Besprechungen mit den Haken- kreuzsllhrern sei gewesen, eine Parteidiktatur unmöglich zu machen und mit bestimmten Abmachungen die Kräfteverteilung so varzu- nehmen, daß es einer einzelnen Partei nicht möglich sein sollt«, die ihr als Regierungspartei anvertrauten Machtmittel des Staates durch einen Staats st reich gegen die Ver- f a s s u n g zu mißbrauchen. Dabei wären die grundsätzlichen Gegen- sätze zwischen Zentrum, Bayerischer Volkspartei und den National- sozialisten keineswegs verwischt worden. Nach wie vor seien die katholischen Parteien zwar die ehrlichsten, aber auch die gefähr- lichsten Gegner der Nationalsozialisten. Der Notverordnung vom 4. September steht Schäffec mit größte,? Skepsis gegenüber. Das Schlimmste sei, daß man für die nächsten fünf Jahre bestimmt mit Steuernachlässen rechne, diese Nachlässe in bar schon jetzt vorwegnehme, obwohl nicht die geringste Sicherheit dafür bestehe, daß das Reich nicht doch gezwungen sei, neue Steuern einzuführen oder die Wirtschast mit sonstigen Maß- nahmen weiter zu belasten. Wie gefährlich ein solcher Vorgriff sei, zeigten die Haushalte des Reiches, der Länder und Gemeinden, die alle große Fehlbeträge aufweisen. Das Gesamt- defizit der öffentlichen Etats sei jetzt schon wieder auf weit über eine Milliarde angewachsen. Schäffer setzte sich dann für �eine„vernünftige" Reform der Weimarer Verfassung, aber nur auf legalem Boden, ein. Die Möglichkeit dazu sieht er in einer Initiative des Reichs- rats, der heute der einzige aller gesetzgebenden Faktoren sei, dessen Autorität im innerpolitischen Kampf nicht gelitten habe. Die deutschen Länder könnten und müßten heute beweisen, daß sie die wirklichen Grundpfeiler des Deutschen Reiches sind. Es wäre eine große geschichtliche Tat, wenn die Länder in einträchtigem Zu- sammengehen dem deutschen Volke einen Gesetzgebungsvorschlag unterbreiteten, der den Weg einer vernünftigen Verfaisungsreform zeigt. Als Führer der Bayerischen Volkspartei habe er den heißesten Wunsch, daß Bayern den Anstoß zu dieser Länder- initiative gebe, durch die die Krise gelöst und das Reich gerettet werden könnte. Aazis ins Zuchthaus- wegen eines feigen Lleberfdls auf Neichsbannerleute. Flensburg, 19. September.(Eigenbericht.) Der national sozial! st ifcheU eberfall auf eine Anzahl Reichsbannerleute, bie von dem Arbeitslager des Reichsbanners Meggerkoog zu Einkaufszwccken in das nahegelegene Erste gingen, hat vor dem Sonder- gericht in Flensburg feine Sühne gefunden. Acht Na- tionalsozialiften, die sich bei dem Ucberfall besonders hervorgetan hatten und von denen der Aorsittende des Gerichts sagte, daß ihr Verhalten ein besonders rohesgewesen sei, wurden zu Zuchthaus st rasen von 1 Jahr bis zu 1 Jahr 6 Ntonatcn verurteilt. Cin„Nationalverein." Die„Gründer" fuchen Beschäftigung. Nach der„Deutschen Präsidialpartei", über deren Gründungz- ausruf der„Vorwärts" berichtete, wird jetzt mit einem„Deut- schen Nationalverein" aufgewartet, der am Sonntag von einer Gruppe politisch Heimatloser aus der Taufe gehoben wurde. Zweck des Vereins soll nach den ersten Mitteilungen der Zu- sammenschluß derjenigen Deutschen sein, die in der„freien und ver- omwortlichen Persönlichkeit" die Grundlage von Staat und Wirt- schaft schen. Das heißt also eine Neuausnahme liberalistischer Zielsetzungen! Der Name„Nationaloerein" erinnert bedenklich an seinen Bor- gänger, der in den fünfziger und sechziger Iahren des vorigen Jahr- Hunderts die spätere Nationalliberckle Partei vorbereitete. Arbeiter nahm er nicht auf. lind als sich die interessierten Leipziger Ar- beiter meldeten, erklärte der„Nationaloerein" großzügig alle Ar- beiter zu seinen—„Ehrenmitgliedern"! Ein solcher Verein hat uns gerade noch gefehlt! Lldet in Sicherheit? Zur Zeit jedenfalls schon gelandet. Die Gerüchte über ein Unglück, das dem deutschen Flieger lldet in Grönland betrossen haben soll, scheinen sich glücklicherweise nicht zu bestätigen, lldet ist über Grönland mit seinem Flugzeug gesichtet worden: er konnte jedoch nicht landen, da heftige Stürme ihn daran Hinderlen. Die Verwaltung von Grönland teilt mit, daß sie telegraphisch bei dem Landvogt von Nordgrönland angefragt habe. Dieser habe telegraphiert, daß ihm nicht das Gering st e davon be- k a n n t sei, daß Udet verschwunden sein soll oder daß Udet überhaupt an den Nachforschungen an der Oslküste teilge- nommcn habe. Landsknechte amHalleschenTor Ehepaar überfallen.- SA.-Banditen flüchten über Dächer- Einen gemeinen Ueberfall verübte in der Nacht zum Sonntag eine Gruppe SA.-Leute auf ein Ehepaar aus der Hollmannftrahe, das am H a l l e s ch e n Tor an der Haltestelle stand und aus eine Straßenbahn wartete. Die uniformierten Hitlergardisten pöbelten die Frau ohne jeden Grund in gemeinster Weise an, und als sich der Mann die Anpöbeleien verbat, fielen die Burschen über ihn her. Auf die Hilferufe der Frau ließen die Banditen von ihrem Opfer ab und flüchteten in die SA.-Kaserne nach der Wilhelmstr. 1l>7. Polizeibeamte nahmen kurze Zeit darauf eine Durchsuchung der SA.-Kaserne vor. Offenbar hatten die Nazistrolche damit gerechnet, denn mehrere Zeugen beobachteten unabhängig voneinander, wie mehrere Personen über die Dächer flüchteten. Die Verfolgung ver- lief ergebnislos, da die Täter einen zu großen Vorsprung hatten. Auf dem zuständigen KM. Polizeirevier erschien später eigenartiger- weise ein SA.-Mann, der den Hakenkreuzler Eggert als Haupt- tätcr an dem Ueberfall bezeichnete. Die Politische Polizei hat die weiteren Ermittkungen aufgenommen. Llnler Gasmaske erstickt. Mörderisches Kriegsandenken. Auf tragische weise ist am Sonnlagabend der 18 Zahre alle Kurt Ott mann aus der Düppelstraße S in Steglitz ums Leben gekommen. Der junge wann hantierte in der Wohnung seiner Eltern mit einer Gasschuhmaske, die noch aus dem Krieg stammte. Kurt O. zog sich die Gasmaske über das Gesicht. Da die Saucrstosfpatronc in der Gasmaske fehlte und es dem jungen Mann nicht gelang, den Verschluß wieder rechtzeitig zu öffnen, fand er den E r st i ck u n g s t o d. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Der britischeBot schafter überreichte am Tonn- tag dem Reichsaußenminister ein Memorandum über die Frage der deutschen Gleichberechtigung, das u. a. besagt: Die Regierung Seiner Majestät sieht sich genötigt, zunächst ihr Bedauern darüber zu äußern, daß eine politische Streitsrage van solchem Ausmaß in diesem Augenblick auftaucht, wo es doch so nötig wäre, die Aufmerksamkeit und Tatkraft nicht von den gegen- wärtigen, so dringend erforderlichen Bemühungen um den Wieder- aufbau der Produktion und des Handels der Wcli abzulenken. Zugegeben, daß sich diese Frage der Gleichberechtigung ohnehin vor dem Abschluß der Arbeiten der Abrüstungskonferenz gestellt hätte, so ist es doch sehr nachteilig, daß sie im jetzigen Stadium gewaltsam in den Vordergrund gerückt wird. Deutschland hat an einer allgemeinen Wirtschaftsdepression und weit verbreiteter Arbeitslosigkeit gelitten und leidet noch daran: andere Signaturmächte des Vertrages von Versailles haben dies anerkannt: sie haben sich infolgedessen bereit gezeigt, ihre finan- zielten Forderungen an Deutschland herabzusetzen und wirk- lich grundlegend zu revidieren. In diesem Augenblick eine scharfe Kontroverse auf politischem Gebiet zu beginnen, muß angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands als unklug und im Hinblick auf die Deutschland von seinen Gläubigern erst kürzlich gemachten Zu- gestöndnisse als besonders unzeitgemäß erscheinen. Die Regierung Seiner Majestät hofft zuversichtlich, daß jetzt nichts mehr geduldet wird, was den Prozeß des wirt- schaftlichen Wiederaufbaues verzögern würde, der so dringend nötig ist und den mit allen Kräften zu fördern die Aufgabe der bevorstehenden Weltwirtschaftskonferenz fein wird. Da aber Deutschlands Forderung auf Gleichberechtigung nach- drücklich angemeldet worden ist und deni glatten, harmonischen Ar- beiten der Konferenz ein Hindernis in den Weg zu legen droht, hält die Regierung Seiner Majestät es für angezeigt, sich zu der Frage zu äußern und einige Anregungen dafür zu geben, wie diese Forderung behandelt werden könnte. Zunächst muß Klarheit darüber herrschen, um was es bei dieser Forderung geht und wie die gegenwärtige Vertragslage ist. Seiner Majestät Regierung kann nicht einer Wißachtung vertraglicher Verpflichtungen Unterstützung gewähren oder moralischen Beistand leisten. Obgleich die Regierung Seiner Majestät die deutsche Denkschrift nicht dahin versteht, als sei darin die entgegengesetzte Ansicht ausge- sprachen, daß die These, Deutschland könne aus irgendeinem künf- tigen Abrüstungsabkommen oder der Tatsache, daß überhaupt kein Abkommen zustandekommt, einen Rechtsanspruch auf Ab- schaffung des Teiles V des Vertrages von Versailles ableiten, sich nicht als rechtlich zulässige Auslegung des verfailler Vertrages und des damit verbundenen Schriftwechsels vertreten läßt. Aus der Präambel zu Teil V des Vertrages von Versailles geht hervor, daß die alliierten Mächte, als sie die Beschränkung der deutschen Rüstungen forderten, den Zweck oder Grund im Auge hatten, der darin angegeben ist. Dieser Zweck oder Gnind war„die Emleitung einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung oller Nationen zu ermöglichen". Es ist aber ganz etwas anderes, ob der Zweck oder das Ziel einer Nertragsabmochung angegeben oder ob die erfolgreiche Erreichung dieses Zieles zu einer Bedingung sür die Vertragsabrede gemacht wird. Noch weniger ist es möglich. im Weg« einer juristischen Auslegung des Vertrages zu dem Schluß zu gelangen, die Art, in der das Ziel— nämlich die allgemeine Rüstungsbeschränkung— erreicht werden soll, müsse genau dieselbe sein, wie die Art, in der Deutschlands Rüstungen durch Teil V beschränkt worden sind: denn die einzige Angabe des Ver- träges darüber, in welcher Weise die allgemeine Abrüstung herbei- gesührt werden soll, findet sich in den sehr allgemein gehaltenen Worten von Artikel 8 der Völkerbundssotzung. Die wahre Lage aus Grund des Vertrages von Versailles ist die, daß der Teil X Notlandung im Riesengebirge. Unfall des Postflugzeuges nach Saloniki. Das Pastslugzeug D 1472 seine Junkers W 33) der Strecke Berlin— Saloniki, das heute früh in Berlin um 4 Uhr gestartet war. muhte kurz nach 6 Uhr morgens auf seinem Fluge nach Wien wegen außerordentlich starken Nebels im Riesen- gebirge eine Notlandung vornehmen, und zwar zwischen koppenplan und Spindlcrpaß nahe der tschechischen Grenze, aber noch auf deutschem Gebiet. Bei der auf schlechtem Gelände erfolgenden Landung wurde das Fahrgestell und der Motorvorbau der Maschine beschädigt, ein Mit- glied der Besatzung erlitt einen Oberschenkel- und Knöchel- b r u ch, während der Pilot und der Funkcrmaschini st unverletzt blieben. Die mitgeführte Post wurde mit der Bahn nach Wien weitergeleitct und wird von dort im Flugzeug nach Sa- loniki befördert. Tödlicher Absturz eines Kunststiegers. Braunschweig, 19. September. Während eines nationalsozialistischen Flugtages ereignete sich ein tödlicher Absturz. Der Braunjchweiger Kunstslieger und Luft- photograph Alb recht stieß in der Lust mit einem anderen Flug- zeug zusammen. Seine Maschine geriet ins Trudeln. Albrecht stürzte aus etwa SO Meter Höhe aus dem Flugzeug. Er war o f o r t tot. Die Maschine siel dicht neben dem verunglückten Flieger zu Boden und ging vollständig in Trümmer. Dos andere Flugzeug konnte nach dem Zusammenstoß seinen Flug fortsetzen. Llnglück auf der Zugspihbahn. Sieben Schwerverletzte nach Zusammenstoß M ü n ch c n- G a r m i sch, 19. September. Bei der Station Kreuzrck der Bayerischen Zugspiß- bahn sind am Sonnabendabend ein talwärts und ein bergwärtS fahrender Zug zusammengestoßen. Eine ganze Anzahl von Personen sind bei dem Unfall ver- letzt worden. In das Krankenhaus Garmisch wurden folgende sieben Verletzte eingeliefert: vom Bahnpersonal: Wagenführer Franz Haebbel aus Grainau mit f der Note noch bindend ist und seine bindende Kraft nur durch Per- einbarung verlieren kann. Soviel sei gesagt, um die Grundsrageu zu kmren. Die Regie- rung Seiner Majestät ist aber nicht der Aufsassung. daß die von Deutschland aufgestellt« These eine spitzfindige juristische Deduktion aus dem Wortlaut de- Verfailler Vertrages ist. Es ist wohl eher das Verlangen, einen Ausgleich(„säjustment) herbeizuführen, das sich auf die Tatsache slügt, daß die im Ber- trage emhaltene Beschränkung der deutschen Rüstungen als Vor- l ä u f e r einer allgemeinen Rüstungsbeschränkung der anderen ge- dacht war und als solcher� verkündet wurde. Seiner Majestät Re- aierung leugnet diese Tatsacke nicht und sucht das Ge- wicht dieser Behauptung nicht abzuschwächen. Die Regierung des Vereinigten Königreichs hegt die Hoff- n u n g. daß in Genf trotz der aufgetretenen Schwierigkeiten eine wellumsassende Vereinbarung zustande zu bringen, doch eine Ab- rüstung in wirklich bedeutsamem Ausmaße erreicht werden möge. wobei jede Nation sich zu einer genau innezuhaltenden Einschrän- kung ihrer Kriegswafsen sowohl der Art wie der Menge nach ver- pflichten würde. Ein solches Ergebnis kann nur dann erzielt wer- den, wenn auf die Bedürfnisse wie auf die Gefühle aller 64 beteiligten Staaten die gebührende Rück- ficht genommen wird. Das anzustrebende Ziel ist bei den stark gerüsteten Mächten die größtmöglichste Herabsetzung und bei den schwach gerüsteten Staaten jedenfalls keine materielle Ver- mehrung. Es wäre wirklich ein tragischer Widersinn, wenn das Ergebnis der ersten Abrüskungskonserenz bei irgendeinem Staat eine Vermehrung der Rüstungen und eine tatsächliche Wiederausrüstung wäre. Die Regierung des Vereinigten Königreichs steht deshalb den Zweck der Konferenz darin, ein Ädrüftung-abkommen auszuarbeiten, das auf dem Grundsatz beruht, daß jeder Staat im Einvernehmen mit den anderen eine Beschränkung auf sich nimmt, die er sich selbst auferlegt und als einen Teil der gegenseitigen Verpflichtungen der Signatarstaaten freiwillig übernimmt. Die Folg« des Abkommens wird mithin sein, daß keinerlei Unterschied der Rechts- läge mehr besteht: Die Rüstungen eines jeden Staates werden durch den gleichen Prozeß kontrolliert, und die durch bestehende Perträge— wie die verschiedenen Friedensoer- träge oder die Flottenverträg« von Washington und London— breite vorgeschriebenen Beschränkungen werden, soweit sie nicht im gegenseitigen Einvernehmen abgeändert stnd, in dem freiwilligen, umfassenden Pakt, der in Genf ausgehandelt werdeii soll, wieder in Erscheinung treten. Diese letztgenannte Urkunde wird dann die für alle bindende, wirksame Berpklichtung darstellen. In dieser Auffassung von der Arbeit und dem Zweck der Abrüstungskonferen', sieht die Regierung des Vereinigten Königreichs die Antwort auf die Gleichbercchtigungsfrage, die in der Mitteilung der deutschen Regierung vom 29. August aufgeworfen worden ist. Die Frage der Gleichberechtigung, die mit der Frage der Ziffern nicht zu verwechseln ist. birgt in sich Erwägungen des N a t i o n a l st o l z e s und der natio- nalen Würde, die tief ans Herz eines Volkes greifen und einem Groll Nahrung geben, der sonst verschwinden und sreundlicheren Gefühlen Platz machen würde. Im Intereste der allgemeinen Be- sriedung ist deshalb sehr zu wünschen, daß alle solche Fragen durch freundschaftliche Verhandlungen und vereinbarte Aus- gleichsmaßnahmen erledigt werden, ohne daß dabei ver- tragliche Verpflichtungen mißachtet oder die Gesamtziffer der be- wasfneten Macht erhöht würde. Aber dieses wünschenswerte Ziel läßt sich nicht durch eine befristete Herausforderung und auch nicht dadurch erreichen, daß man sich von Beratungen zurückzieht, die gerade wieder ausgenommen werden sollen. Es läßt sich nur erreichen durch geduldig« Erörterung im Weg« einer Konferenz zwischen den beteiligten Staaten. Die Note versichert sodann, daß England bereits„sehr weit- gehende Herabsetzungen aus allen Gebieten des Rüstungswesens vorgenommen" habe und weiter« Herabsetzungen vorzunehmen ge- denke. sclstveren inneren Verletzungen, Wagenführer Michael Weidcnschläger aus Grainau mit schweren Schnitt- wunden im Gesicht,, Wagenführer Ludwig Schoen aus Grainau mit einer Brustquetschung und Schaffner Josef Brandho.fer aus Grainau mit Schnittwunden im Gesicht; von den Reisenden wurden drei mit schweren Verlegungen ins.Krankenhaus gebracht, nämlich: Frau Johanna T a h l e r aus Rappenau bei Weimar mit schweren Quetschungen, Frau Meta Toten- d o r f aus Erfurt mit Knöchelverletzungen und Gehirn- erfchütterung und Frau Lotte K o n r a d aus Breslau mit Brustquetschnngcn und Nervenzusammenbruch. Lebens» gefahr besteht bei allen diesen Personen nicht. Im Krankenhaus Garmisch wurden etwa 15 Reisende wegen leichterer Verletzungen behandelt und dann entlassen. Bon der Gendarmeriestation ist die Staatsanwaltschaft in München verständigt worden, die gegen 22 Uhr nach Garmisch ge- koipinen ist. lieber die Ursache des Unglücks ist Näheres noch nicht bekannt. Das Bahnperfonai wurde im Laufe der Nacht vernommen. Von der Bayerischen Zugspigbahngesellschast wird auf Anfrage mitgeteilt, daß sich der Zusammenstoß durch U eberfahren der Kreuzung bei der Station Kreuzeck ereignete. Der talabwärts nach Garmijch fahrende Zug hatte nicht angehalten, und unmittelbar hinter der Station stießen beide Züge zusammen. Der Führer hatte bereits 50 Meter vorher stark abgebre:nst, so daß der Zusammenstoß gemildert wurde. Der Sachschaden ist nicht bedeutend: es wurden nur die beiden Plattformen der Züge stark beschädigt, und die Fensterscheiben zersplitterten. Sonntag früh wurde bereits wieder der erste Zug auf der Zugspijzbahn abgefertigt. Die Aufräumungs- arbeiten sind beendet, die beschädigten Züge wurden nach der Werk- stätte in Grainau abgeschleppt. Durch Blitzschlag eingeäschert. Brandenburger Stärkefabrik- Raub der Flammen. Die Fabrik der westdeutschen Dextrin- und Stärke- gesell schaft, die zu dem Dorfe Brielow bei Brandenburg gehört, brannte gestern nachmittag v ö l l i g n i e d e r. Ein B l I tz hatte in das Fabrikgebäude eingeschlagen und gezündet. Die Feuerwehren waren gegenüber dem verheerenden Element mach'ios und konnten nichts retten. Gechart-Haupimann-Feier. „Nose Scrni»* im Deutschen Theater. Als Präludium las Eugen Klopfer mit schlichter Ehrfurcht ein Gedicht von Max Herr mann(neben Franz Jung, dem wüsten, der behagliche Rebell aus Reiße in Schlesien): es hieß„Die Hauptmonn-Welt" und gab Einblick in die Schöpfung, die Ger- hart Hauptmann, ein Wort Albrecht Dürers erfüllend, aus der Vielfältigkeit unseres irdischen Seins herausgerissen hat. Dann wurde„Rose Bern d". das ehern gefügte, durch die Zwangs- läufigkeit des Geschehens überwältigende Schauspiel von des Weibes Leid und Einsamkeit vorgeführt: ein Stück grausamer Natur, ge- sehen durch versöhnende Menschlichkeit. Dem anwesenden Dichter, der demnächst das siebente Jahrzehnt vollendet, wurde die Genugtuung, daß der inzwischen zehnmal verpönte Naturalismus alle Schablonen des spanisch oder germanisch gestiefelten Geistes, alles Rätselpathos und alle Akrobatik deutungsreicher Mystik überdauert. Die Rose Bernd wird noch leben, wird Menschen erschüttern und entsühnen, wenn ganze Bibliotheken ichsüchtiger Abstraktion vergessen sind. Werk und Aufführung, die Karl Heinz Martin, von dem Maler Ernst Schütte unterstützt, auf pralle, saftige, trittfeste Erde stellte, auf Heimatboden, mitten hinein in den Alllag, zeigten am scheinbar Bedeutungslosen, an einem Bauernmädel und dessen all- täglichem Schicksal: Art und Sinn der Welt. Rose Bernd, die ihr ganzes junges Leben lang geschuftet hat, Kartoffeln gebuddelt, den Vater verpflegt und die kleine Schwester gewartet, Rosla, Rosine, hinter der die Männer her sind, deren gesundes Blut trächtig fein möchte gleich dem Acker, die schweifend dem angestaunten Herrn sich öffnet, dann mutterklug den Weg sucht, ihr schlimm empfangenes Käglein ins achtbare Bett zu bringen, unterwegs aber vom wissenden Wüstling gehegt und genotzüchligt wird, Rose Bernd, die an solcher Verwirrung zerfällt, die aus Scham zur Meineidigen, aus Hilsslosigkeit zur Kindesmördcrin wird, in Todesnot zur Anklägerin wider Gott und Gerechtigkeit, bekam durch Paula Wessely, eine Wienerin, die zum ersten- mal in Berlin auftrat, leuchtende Gestalt. Vor Jahren, ach so vielen Jahren, wurde Rose Bernd von Else Lehmann, später von Lucie Höflich gespielt: das waren Hand- feste Frauensleute, deren Fleisch blühte, deren Schluchzen aus tönendem Brustraum kam, deren Zusammenbruch wie ein Erdrutsch geschah, deren Seele sich in den großen Linien des Freskos aus- drückte. Paula Wessely, nach äußerer und innerer Figur mehr ein demütiges, hündchentreues Heilbronner Kätchen, mehr Ottegebe, dos Kind, das den mieselsüchtigen Ritter gesund streichelt, läßt die überall zupackende Rose, die einen Weizensack mühelos auf den Dachboden trägt, zunächst nicht recht glaubhast erscheinen. Doch gewinnt sie schon hier unsere erstaunende Ausmerksamkeit durch die Unberührtheit ihrer Natur. Mehr pslanzenhast als fleischlich scheint sie nicht aus der Bühne, sondern draußen auf dem Felde, zwischen Gras und Blumen, zu stehen. Dann aber bekommt sie den Wuchs reifen Kornes und schließlich den Trotz und den Widerstand stürm- gepeitschten Knieholzes. Noch unter der Axt stöhnt sie, wie nur Bäume stöhnen. Neben diesem wundersamen Erdgeschöpf konnten sich nur Eugen K l ö p f e r, der den Maschinisten Streckmann, den brutalen, aber doch empfindsamen Kraftmenschen klar geädert hinstellte, Gertrud E y s o l d t als die gelähmte Frau des leichtblütigen Guts- besitzers und Leutnants Flamm, die kindsberaubte Priesterin der Mutterschaft, und vielleicht noch Eduard o. W i n t e r st e i n als Roses frommer, aber lebensblinder Vater würdig behaupten. Albert Hörrmanns Flamm war in jeder Beziehung zu sauber gebügelt, zu sehr Oberfläche, zu wenig der Mensch mit seinem Widerspruch, den Hauptmann gesehen hat. Auch Matthias W i e m a n n, der christ- gläubige Buchbinder, Roses getreuer Bräutigam, der, ohne sich be- trogen zu fühlen, Vater des Herrschoftskindes sein will, konnte nicht überzeugen. Stellenweis« verwechselte er Ergriffenheit mit Veitstanz Indessen, über allem, auch über dem Unzulänglichen, strahlte warm und innig Hauptmanns große Kunst, die dos Volk, den Weber und den Bauern, dorthin stellt, wo ehedem Ritter und Bürger standen. Kodm Breuer. Heldengeist und Frömmigkeit. Zwei Tage Berliner Iunkstunde. Sonnabend! In der„I u g e n d st u n d e" der Berliner F u n k st u n d e erzählt„Ein oller S e e b ä r". Auf den draht- losen Wellen schaukelt in der letzten Zeit ein bißchen viel heitere Heldenmarine? Ja, die Aufrüstungsbegeisterung soll schließlich nicht nur für das Landheer und seine Waffen geweckt werden, und die Soldatenspiele unserer Jugend brauchen doch auch einige Ab- wechslung. So ein paar amüsante Sekadetten- Geschichten und eine als spannendes Abenteuer ausgemachte Seeschlacht geben da manche gute Anregung und erregen rechtzeitig den Wunsch, diese reizvolle Wirklichkeit kennen zu lernen. Sonntag: Er war von Kopf bis Fuß auf Heiligkeit eingestellt. Eine Stunde Morgenfeier, 40 Minuten Bach- Kantate, eine Stunde Gu st av-Adolf- Kundgebung(für alle deutschen Sender, so daß ein Entfliehen nur durch Ausschalten des Apparates möglich war), 40 Minuten geistliche Volks- musik. Als Teilnehmer an der Guftav-Adols-Feier wurden be- sonders hervorgehoben die Abordnungen der S t a h l h e l m l e u t e und der N a t i o n a l s o z i a l i st e n, außerdem die Studenten in Wichs: die 5zörer, die dieser. Sendung lauschten, durften sich ge- hobenen Herzens zu diesem Publikum zählen. Die restliche Pro- granimzeit der Berliner Funkstunde wurde in der Haupt- suche mit Sportreportagen und Bildung ausgefüllt.„D e r zerbrochene Krug" von K l e i st, der erst am Freitag- abend über die Sendebühne ging, wurde am Sonntagabend durch- aus unverftändlicherweife wiederholt. Auch«ine die akustischen Wirkungen besser erfassende Regie als die Gert F r i ck e s hätte dieses Werk, das— mit Ausnahme der Krug-Beschreibung der Frau Marthe— in jedem Augenblick das Bühnenbild gebieterisch fordert, nicht zum Sendespiel ummodeln können. Es war überslüssig, für diese Veranstaltung, die man sich vielleicht in den Anfangsjahren des Rundfunks als einmaligen Versuch hätte gesallen lassen, ein Heer von ausgezeichneten Schauspielern auszubieten. Zu unserer Kritik über die Hamburger Morgen- s e n d u n g vom vorletzten Sonntag schreibt uns der Hamburger Sprecher, daß er in seinem Bericht gesagt habe:„Wir erkannten die portugiesische Flagge", so daß also diese, und nicht die Schweine und der Dreck bereits das gekaperte Schiff identifiziert hatte. Wir geben dieser Zuschrist Raum, obgleich sie an unserer Gesamtcinstellung zu dieser Sendung nichts Wesentliches ändert.— Splitterfreies Glas wird Gesetz. 34 000 Menschen wurden im letzten Jahre in Amerika durch Automobilunfölle getötet. Hiervon sind nicht weniger als 45 Proz. dadurch ums Leben gekommen, daß sie sich beim' Unfall schwere Verletzungen durch splitterndes Glas zuzogen. Als erster Staat hat Michigan ein Gesetz erlassen, wonach splitterfreies Glas sür Automobile obligatorisch wird, und zwar inüssen die öffentlichen Verkehrsmitlel bis 1033. die übrigen Kraftfahrzeuge bis spätestens 1. Januar 1934 mit splitterfreiem Glas ausgestattet sein. 3)er&emd der Jemen£ewteu Sin tBlick in Goebbels Siebensimmerwohnung Diese Photographie ist entnommen dem Buche„Hitler, wie ihn keiner kennt". Verfasser des Buches ist Heinrich Hosfmann, der sich bezeichnet als „Photoberichterstatter der Reichsleitung der NSDAP.� In dem Buche Hofsmanns tragt dieses Photo die Unterschrist:„Im Hauie des Berliner Gauleiters erholt sich Hitler von den Anstrengungen der Berliner Verhandlungen." Die Berliner SA.-Leute, die seit einigen Wochen chren Ehef so furchtbar gegen die„seinen Leute" toben hören, können hier einen Blick tun in das Milieu, in dem sich ihr Führer selber bewegt. Der große Flügel(Marke Bechstein?) bildet das Hauptinventarstück des vollkommen stilecht und stilrein gehaltenen Musiksalons, an dessen Wänden Gemälde alter Meister hängen. Durch die geöftnete Flügel- tür blickt man in einen zweiten großen Raum, dessen Wände mit Gobelins bekleidet sind, da Anstrich oder Tapeten für Herrn Goebbels offenbar nicht genügen. Die von Professor Schulze-Naumburg per- sönlich eingerichteten Räume(die Siebenzimmerwohnung befindet sich am Reichskanzlerplatz in Berlin-Westend), sowie die Toiletten der Damen atmen Vornehmheit, Reichtum und Luxus. Von diesem sichern Port aus läßt es sich wunderbar auf die„feinen Leute" und die„Marxisten" schimpfen! Borussizismus im Gchiller-Theater Walter Erich Schäfer:„Der-15. Oktober." Der berühmte Historiker Hans Delbrück, ein königstreuer Preußenpatriot, war auch ein ehrlicher Mann. Er wandte sich des- halb gegen eine bestimmte Art der Geschichtsschreibung, die er die borussizistische nannte. Darin bestände sie, daß die Erforscher der Wahrheit im Bemühen um gute Wirkung und Gesinnung die vorsichtige Kritik am historischen Dokument vergäßen. Delbrück bringt ein Beispiel, das insbesondere die borussizistische Ausdeutung der Freiheitskriege von 1313 beleuchtet. In einem Memoir, versaßt von Herrn v. Wrangel, Flügeladjutanten Friedrich Wilhelms III., wurde erzählt, der Prcußenkönig habe schon 1812 den Vernichtung?- kämpf gegen Napoleon beschlossen, mit genialer Hellsichtigkeit den Aufbau des preußischen Volksstaates und Volksheeres ausgedacht und so vor dem Weltgericht der Weltgeschichte das Recht erworben, als unbestrittener Erlöser Preußens und Deutschlands aus dem Fron- zosenjoch gelten zu dllrsen. In Wirklichkeit aber, so stellt Delbrücks Ehrlichkeit und Gelehrsamkeit fest, war alles, was dieses königliche Verdienst bestätigt, eine Fälschung, In das Original der Wrangelschen Aufzeichnung schmuggelte nachträglich ein Unbekannter mit greisenhafter Handschrift den Hymnus auf den König. Di« meiste» Geschichtsforscher hätten den Betrug weder gesehen noch sehen wollen. Grotesk nennt Delbrück diese Borussizisten auf den Universitätskathedern. Ein solcher Borussizist unter den Bühncnschriftstellern ist der junge Dramatiker Walter Erich Schäfer. Seine Liebe zum deutschen Volk verführt ihn— das Volk zu betrügen. Die Sachsen, die Bayern, die Hessen, die Westfalen und Württemberger, die von Napoleon zu den Preußen überliefen, waren ja weltenweit davon entfernt, klar und sehnsüchtig an deutsche Einigungspolitik zu denken. Das leugnen nicht einmal die Wahrheitsfreunde von der Hitlerfchen Raffe. Höchstens, weil diese Heeresmajscn wüteten, da sie von ihren Führern verlassen und verkauft waren, weil sie sich ängstigten, von den verbündeten Russen, Oesterreichern und Preußen noch mehr niederkartätscht zu werden, als sie es schon waren, boten sie in den Oktobertagen der Leipziger Völkerschlacht den Verbündeten ihre Füsilierknochen an. Vor allem: kaum ein Spur von dem deut- schen Einigungsideal, kaum eine Spur von ernsthaftem Verständnis für die Klugheit und den Patriotismus solcher Männer wie Frei- Herr vom Stein, Scharnhorst und Gneisenau, die auch der deutsche Sozialist August Bebel als die Meister deutschen Ausbaues pries. Der Dramatiker Schäfer will aber um jeden Preis wahr haben, daß im Oktober 1813 Napoleons deutsche Hilfsvölker schon längst fanatische Preußenpatrioten sind. Da sie es sind, zieht sich die Tra- gödie um den württembergischcn Obersten Bauer zusammen. Er hat als französischer Ossizier den preußischen Jägerleutnant Fa- bricius zum Tode verurteilt, denn, verkleidet als Fuhrmann, war der Preuße zu dem Bauerschen Regiment gekommen, um die Na- poleonssöldner den Kaiseradlern abspenstig zu machen. Fabricius wird ertappt. Oberst Bauer dekretiert: Erschießung des Preußen. Dann aber empfiehlt er den Landsmann der Gnade des franzöfi- schen Generals. Der General lehnt ab. Der Oberst meutert. Der General fordert den Degen des Obersten. Das ganze Regiment meutert mit dem Obersten und für ihn. Der französische General befiehlt dem Obersten, die Aufrührer zu bändigen. Der General beschwört den Obersten, den der Napoleonfahne geleisteten Cid nicht zu brechen und sich an der Spitze des Regiments gegen die Preußen zu rehabilitieren. Doch der Oberst zerbricht den ihm wiedergereichten Degen. Das Bauersche Regiment stürmt zu den Preußen. Jetzt ist der Oberst glücklich, die Pistole gegen die Stirn zu entladen. Er weiß: das Regiment wird Rache nehmen gegen Frankreich, das ihn, den Obersten, in den gräßlichsten Gewissenskonflikt trieb. Zentrum des Trauerspiels ist die große Szene des Kriegs- gerichts. Und hier entlarvt sich sofort die Knabenhaftigkeit des Dichters. Die Franzosen sind nur charakterisiert als lächerliche Puppen, die Deutschen aber als prachtvolle Kernpatrioten, Frech und dumm wie Bohnenstroh sind die Franzosen, schon durch die militärische Maskengarderobe als Gigerln kostümiert, die Deutschen dagegen bis zum letzten Füsilier und Zoll Elitesoldaten. Bösewichter ohne Herz nur bei.den Franzosen, bei den Deutschen dagegen ech- teste? Heldentum, Gutgläubig opfert der Dichter feinen Verstand der Schwarz- weiß-Tendenz auf, und sein Publikum folgt ihm begeistert. Der borussizistische Geschmack, von dem musterhaften Patrioten Hans Delbrück als grotesk und gemeingefährlich entlarvt, hat sich eben augenblicklich der Gelehrten und der Dichter bemächtigt. Wir sind also glänzend rückwärts gekommen. Der Regisseur Dietrich K e n t e r hat gedämpft, gegliedert, ästhetischen Takt, vorzüglichen Theatersinn bewiesen. Er hat nur nicht die gröbsten Dummheiten des Textes ausgemerzt(ein Füsilier verspricht 1813 z. B., vom Galgen eine Ansichtskarte zu schicken, das ist edelster Balhornstil 1932). Den tragischen Obersten spielt Heinrich H e i l i n g e r, ein außerordentlich interessanter Schau- spieler. Er ist vom imponierenden Schlag der schweren Helden- väter. Die dunkle Stimme beseelt jedes Wort, auch das banalste. Der Ausdruck des Auges, die Mimik des ganzen Gesichts, die was- sioen Bewegungen sind nicht so leicht zu vergessen. Aber auch die anderen Künstler— es gibt nur Männerrollen in dem Kriegsstück — beweisen den sicheren Theaterblick des Regisseurs. Es sind das vor allem die Herren Firner, Grellmann, Kronburger, Heuser. Strömer und v. Alten. dlax Hockclori. „Maskenball" und„Siegfried" neu besetzt. „Maskenball" in der Lindenoper, präzise zehn Tage vor der Premiere der Neueinstudierung des gleichen Werks in Charlotten- bürg— trotzdem? oder vielleicht gerade deshalb? wer kann es wissen?— ein Beitrag jedenfalls zu dem mit Recht so beliebten Kapitel: Berliner Musikpolitik. Patzak ist uns als Oratorien- und Liedersänger längst rühmlichst bekannt, er enttäuscht auch auf der Bühne nicht und erfreut(als Ricardo) durch Stimmaterial und -kultur, durch sein Aussehen und seine Spielintelligenz. O l c z e w s k a mimt die U l r i c a als leise lächerliche, sehr mondäne Hexe, singt freilich grandios— zu grandios, viel zu pompös und viel zu wenig charakteristisch. Theodor H o r a n d(für den erkrankten Schlusnus eingesprungen) ist ein sehr passabler Rene, Lotte Schöne ein graziöser, eleganter Page. In der Charlottenburger„Siegfried"-Jnszenierung singt Wilhelm Rode jetzt den Wanderer: prachtvoll im Schauspielerischen, in der Geste, der Bewegung, der geistigen Gestaltung: stimmlich allerdings ohne die alte Kraft, die frühere Fülle, den einstigen Glanz. Paul Hartmann ist ein sehr glaubhafter Siegfried: eckig, unge- lenk, überaus kraftvoll aber in Statur, Stimme und Gehaben, w. Schaffet bei den Christen. Oer Reichsarbeitsminister über das sozialpolitische Verdienst der Gewerkschaften. Düsseldorf, 19. September. Am Sonntagabend wurde der Kongreß der Christlichen Ge- werkschaften in der Städtischen Tonhalle feierlich eröffnet. Der Ver- bandsvorsitzende O t t e führte u.a. aus: „In zunehmendem Maße dränge sich in Deutschland eine Geistesrichtung vor, die die Sozialpolitik höchstens als ein soziales Uebel betrachtet, das nur solange gelitten werde, wie es unumgänglich notwendig sei. Heute seien wir so weit, daß von gewissen Kreisen der Klassenkampf von oben gepredigt und daß in Tageszeitungen die Revolution von oben propagiert werde. Der Schutz der wirtschaftlich Schwachen werde als Marxismus bezeichnet und abgetan. Die wirtschaftlich Stärkeren verlangten die Hilfe des Staates, sie wendeten sich aber dagegen, daß der Staat die wirtschaftlich Schwachen aus reichend unterstütze. Die letzten Regierungsmaßnahmen können als gerechtes und auf die Dauer erfolgversprechendes Mittel nicht ange sehen werden." Hierauf hielt der Reichsarbeitsminister S ch ä f f e r eine längere Ansprache zur Verteidigung der Notverordnung vom Ii. Juni Er gab zu, daß die Bildung von Gewerkschaften im Namen„der persönlichen Freiheit" unterdrückt wurde, die Vereinigungen von Arbeitern zur Erringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen als eine Verschwörung gegen die bestehende Wirtschaftsordnung galten. Bei der Schöpfung des sozialen Rechts aber fei der Anstoß oft von unten, von den Gewerschaften der Arbeiter und Angestellten gekommen. In der Volkswirtschaft seien die Gewcrk- schaften nicht mehr zu entbehren. Reichsarbeitsminister S ch ä f f e r erklärte, der Staat(d. h. die Papen-Regierung) werde auch künftig das freie Spiel der Kräfte auf dem Markte.für Lohn- und Arbeits- bedingungen zunächst den auf dem Boden' der Selbsthilfe aufgebauten Organisationen überlassen. Er werde aber dann eingreifen, wenn es für das allgemeine Interesse unerläßlich sei. „Der neue Arbeitsplan kann 1% Millionen Arbeitslosen das Tor der Betriebsstälte öffnen. Damit wird zugleich 2 Millionen Frauen und Kindern geholfen." Durch den Hinweis, daß für den den Unternehmern zugesicherten Anspruch besondere Lohnkürzung für die 31. bis 40. Wochenstunde — in der Regel— eine echte Vermehrung der Belegschaft verlangt werde und dieser Anspruch— im allgemeinen— nicht durch bloße Verkürzung der Arbeitszeit erkauft werden könne, glaubt der Reichs- arbeitsminister S ch ä f f e r die Bedenken behoben, die von den christlichen Gewerkschaften bei der Vorbereitung der Ausführungs- beftimmungen geltend gemacht worden feien. Die Regierung werde die Möglichkeit des Mißbrauchs auf das geringste Maß beschränken. Widerspruch und Zischen. Die Ausführungen des Reichsarbeitsminifters wurden wieder- holt von Zurufen und Zischen unterbrochen. Zum Schluß feiner Rede wurde die Unruhe so stark, daß Dr. Schösfer sich kaum vernehmlich machen konnte. Als er das Rednerpult ver- ließ, wurden einige beifällige Asußerungen und lebhaftes Zischen durch den stürmischen Ruf nach dem srüheren Reichs- arbeitsminister Stegerwald übertönt. 'Per schlesische Metallarbeiterstreik. 1 �nehmer lehnen Tarif mit alten Löhnen ob. Breslau, 19. September.(Eigetiberichl.) ver Streit der niederschlejischen Metallarbeiter geht weiter. Die Mitgliederversammlung des Verbandes der M e l a l l i n d u- sl r i e l l e n Aiederfchlesiens hat den Vorschlag, den zum 31. Juli gekündigten Tarifvertrag bis zum 15. Oktober in Kraft zu sehen, abgelehnt. Diejenigen Firmen, die nach kurzem Streik den Lohn in alter höhe anerkannten, sind aus dem Arbeit- gcberverband ausgeschieden. Bestreikt werden weiter sechs Betriebe mit rund 1200 Arbeitnehmern. Zwölf Firmen mit rund 1400 Arbeitnehmern zahlen den srüheren Lohnsah weiter. Bei mehreren anderen Unternehmungen lausen in den nächsten Tagen die Sündigungs- fristen ab. Eine Weilerarbeil in diesen Betrieben wird nur erfolgen, wenn sich die Arbeitgeber für die Forlzahlung der bisherigen Löhne entscheiden sollten. Kreigewerkschastlicher Erfolg. Schlappe der RGO. Die Betriebsratswahlen bei der Firma Stöhr& Co., einem der größten Textilbetriebe in Leipzig, am 16. und 17. September, er- gaben von 1350 abgebenen Stimmen 985 sür die freigewerkschaftliche Liste(neun Sitze im Betriebsrat) und 339 Stimmen für die RGO.(drei Sitze). Die KPD.-RGO. hat in ihrer Presse und in Flugblättern den Textilarbeiterverband wie auch die freigewerkschastlichen Betriebs- räte in der bei ihr üblichen schamlosen Weise beschimpft und glaubte dadurch mindestens zehn Sitze im neuen Betriebsrat zu be- kommen. Um so größer ist die wohlverdiente Niederlage. „Aufgelöster" Zemeni. Mit dieser Ueberschrift berichteten wir am 11. September über die Tatsache, daß der Arbeitgeberoerband der Rheinisch-Westfälischen Zement- und Kalkwerke E. V., Sitz Bochum, sich a u f g e l ö st und den Tarifvertrag zum 1. Oktober gekündigt hat. Dazu bemerkten wir, daß die Auflösung erfolgt sei, um sich vor Kollektivverhand- lungen und neuen tariflichen Vereinbarungen zu drücken. Der aufgelöste Arbeitgeberoerband ersucht uns jetzt um Berichtigung. Seine Auflösung sei lediglich aus finan- stellen Gründen erfolgt. Durch zahlreiche Stillegungen, Betriebs- einfchränkungen usw. sei die Zahl der beschäftigten Arbeiter so weit gesunken, daß die Aufbringung der auf den Lohnsummen beruhen- den Beiträge des Verbandes dessen Existenzmöglichkeit nicht mehr gestattet. Mit Tarifvertragspolitik habe die Auflösung nichts zu tun. Die Differenzen im Reflaurolionsbetrieb im Zenlralflughafen find, wie uns vom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten mitgeteilt wird, beseitigt. Die Firma hat sich verpflichtet, das Personal in Zukunft von dem öffentlichen Arbeits- Nachweis zu bestehen. Im übrigen scheint der Pächter des Nestau- rationsbetriebes nicht von einer gewerkschaftsseindlichen Absicht ge- leitet gewesen zu sein, wie wir bei Lerössentlichung unserer Notiz seinerzeit annahmen. 11. kreis. Die für heute abend angesagte Sitzung der Frauen- leiterinnen muß wegen einer zentralen Kreissrauenleiterinnensitzung ausfallen. Wetter für Berlin: Veränderlich und kühl, einzeln« Schauer, ziemlich frische nordwestliche Winde.— Für Deutschland: U eberall kühler, namentlich im Süden und Osten Regenfälle, im Küsten- gebiet stark windig. Rundfunk der Woche Spiel hinter den Kulissen Das zweifellos interessanteste— man kann auch gut deutsch sagen: lehrreichste— Spiel des deutschen Rundsunks ist zur Zeit jenes, das hinter den Kulissen vor sich geht. Den Lesern, die empört bei uns anfragen, wie viele neue Posten sür National- sozialisten vom Gelde der Rundfunkhörer geschaffen werden, können wir leider nur die Antwort geben, daß wir das selber nicht wissen. Wahrscheinlich wird auch darüber vorläufig die Oeffentlichkeit nichts erfahren: ihr wird höchstens die Einrichtung und Umbesetzung lcitender Stellungen bekannt. Es ist kaum zu bezweifeln, daß mit den neuen Herren auch zahlreiche neue Untergebene ihren Einzug in den Rundfunkbctrieb halten. Die Unklarheit, die in dieser Richtung für die Rundsunkhörer besteht, wird aber in wesentlichen Strecken ausgehellt durch den Austritt des R e i ch s r u n d f u n k k o m m i s s a r s Erich Scholz aus der Nationalsozialistischen Partei, die unmittelbar nach der Reichstagsauslösung erfolgte. Wer die artistische Fähigkeit des Herrn Scholz kennt, sich politisch zu häuten, mag zwar weder an der Tatsache seines Ausscheidens aus der Nazipartei noch an dem Zeitpunkt, zu dem er geschah, etwas Ueber- raschendes finden. Gewiß, es ist richtig: der Rcichsrundfunkkom- missar der nationalkonzentrierten Regierung wußte auf politische Konstellationen iminer prompt und zweckmäßig zu reagieren. Doch diesmal liegt der Fall besonders, eben weil er nicht irgendeinen „gesinnungstüchtigen" Beamten, sondern den Vertreter der F r e i h e r r e n r e g i e r u n g, den Verwalter des größten deut- schen Kulturinstituts, des weltumspannenden Rundfunks betrifft. Ministerialrat Scholz wurde Nationalsozialist und Reichsrundfunk- kommissar sozusagen in einem Atem. Das war Est de Juli. Damals stützte sich die Regierung in beinahe jedem Satz ihrer zahl- reichen schriftlichen und mündlichen Kundgebungen auf die„auf- bauwilligen Kräfte", die ihr in den Regierungssattel geholfen hatten. Das hübsche Familienbild, Freiherren und rauhe Kämpfer des Dritten Reiches Arm in Arm, zeigte sich von dieser Zeit an auch im Rundsunk. Die Regierung redete in die Mikrophone Ratio- nalismus und Militarismus, unter den Klängen von Militärmusik und heldischen Reportagen feierte man diese„nationale" Eroberung des Rundfunks in schönster Brüderlichkeit. Was Herr Scholz im Rundfunk vollbrachte, welche Männer er ausrangierte, konnte man lange vor vollbrachter Tot im„Angriff" lesen. Deshalb, ist der Epilog nicht ganz uninteressant, der dieser Epoche des Pg. Scholz einen Tag nach dem Austritt des Reichs- rundfunkkommissars aus der Nationalsozialistischen Partei im„An- grisf" gewidmet wurde. Ueberschriebcn ist der Artikel„W i r werden uns jetzt unser Recht zu erkämpfen wisse n". Man darf über das Wörtchen„jetzt" nicht hinwegsehen, wenn man den Sinn dieser Ueberschrift erfassen will. Der hundert- prozentig nationalsozialistische Rundfunk, der infolge der politischen Wetterstörungen noch nicht voll zustandegckommen ist, wird hier gefordert: man liest in dem Artikel übrigens einen Satz, der beinahe auf überraschende politische Selbsterkenntnis schließen lassen könnte: „Wir aber haben keine Zeit zu verlieren." Und dann folgen Mit- tcilungen, die sür die Rundfunkereignisse der letzten beiden Monate als Randbemerkungen ihren Wert haben.„Wenn die verantwort- lichen Instanzen des Rundsunks den Forderungen der Nationalsozia- listen entgegenhalten, es wäre ein unmögliches Verlangen, einen nationalsozialistischen Rundfunk auszubauen, so bestätigen sie damit, daß sie nicht in der Lage sind, dem vom Volke geforderten deutschen Rundfunk die organisatorische, kulturelle und politische Grundlage zu schaffen." Die Auslieferung des Rundfunks an die Nationalsozialisten war, wie man weiß, eine der Vor- bedingungen sür die Tolerierung der Papen-Regierung durch die Nazis. In diesem Artikel erfährt man nun, wie„bescheiden" die Forderungen der„aufbauwilligen Kräfte" gewesen waren. Nahezu alle Wünsche wurden ihnen ja erfüllt. Es ist ungerecht, wenn der Angriff über die beinahe acht Wochen, in denen Herr Scholz als aufrechter Pg. seines Amtes als Reichsrundfunkkommissar gewaltet hat. jetzt mit dieser unfreundlichen Bemerkung quittiert: „Jedenfalls illustriert die Art und Weife, wie jetzt am Rundfunk gearbeitet wird, die Auffassung vom„jüdischen Dreh", und dabei sind doch diejenigen, die die Zügel in der Hand haben, alles andere als Juden." Nationalsozialisten haben in diesen Wochen nach Herzenslust jeglichen Kohl vor dem Mikrophon verzapfen können, und Zugang wie Abgang im Ründfunkbetrieb vollzog sich im Schatten des Hakenkreuzes. Praktische Bedeutung haben auch die zur Zeit etwas veränderten Konstellationen für die Rundfunkhörer nicht. Für sie ist es gleich- wertig. ob die chauvinistischen Veranstaltungen im Zeichen des Hugenbergs, des Stahlhelms oder des Hakenkreuzes stehen. Die Nazikulturgewächse werden ohnedies noch weiter erfreulich in den Rundfunkprogrammen gedeihen. Schließlich veröffentlichte ja Herr Scholz ausdrücklich, er habe seinen Austritt„in völligem Einver- nehmen" mit seiner bisher letzten Partei erklärt: man tut ihm also nicht unrecht, wenn man ihm— vorläufig wenigstens— als Pg. t. W.(im Wartestande) bezeichnet. Selbstverständlich wird Herr Scholz als treuer Beamter auch nicht zögern, deutlicher von den Nationalsozialisten abzurücken, wenn die politischen Umstände es gegeben erscheinen lassen. Diese Anpassungsfähigkeit machte ihn wohl auch für den Posten des Reichsrundfunkkommissars geeignet. Er fühlt sich— und es kann seiner geistigen Einstellung nach gar nicht anders sein— ausschließlich denen verantwortlich, die ihm sein Amt gaben, und nicht dem Volk, das aus seinen Groschen sein beträchtliches Gehalt auf- bringen muß. Wäre er anders, so hätte sehr wahrscheinlich nicht Herr Scholz, sondern ein entsprechend anpassungsfähiger Herr Schmidt oder Herr Schwarz den begehrenswerten Posten erhalten. Der deutsche Rundfunk, wie er heute aussieht, ist also, obgleich ein Mann wie Erich Scholz ihn formte und vorläufig noch�formt, im eigentlichen Sinne gar nicht sein Werk, sondern das der Frei- herrenregierung. Weil seine Eigenschaften ihren Wünschen entsprachen, deshalb wurde Ministerialrat Erich Scholz Reichsrund- funkkommissar. Als Diener der Freiherrenregierung Hot er den Rundfunk aus die Gleise des Nationalismus und Militarismus gestellt. So betrachtet, hat er auch durchaus die geeignetsten Hilfskräfte herangezogen. Der zur Zeit sehr rechts stehende Dr. Kurt S t a p e l s e l d, den Herr Scholz zum Kommissar für Kulturfragen ernannte, hat in seinen persönlichen partei- politischen Umschaltungen nahezu die gleiche Wendigkeit wie Herr Scholz gezeigt. Walter Beumelberg, der als politischer Kommissar den Nachrichtendienst kontrolliert. meist als nationalsozialistischer Parteiorganisator und dann als ver- trauter Mitarbeiter des Großindustriellen und Naziprotektors zzntz Thyssen eine etwas einheitlichere politische Linie� auf. Dr. K r u k e n b e r g. der persönliche Referent von Herrn Scholz, kommt ebenfalls aus der Schwerindustrie: vor dieser Tätigkeit war er u. a. im Reichswehrministerium beschäftigt. Es wäre naiv, nach der„kulturellen" Eignung dieser Männer für die ihnen jetzt an- vertrauten Posten zu fragen. Der deutsche Rundfunk ist heute kein Kulturinstitut, sondern Regierungsinstrument der nationalkon- zentrierten Regierung. Wer sich im Rundfunkbetrieb darauf nicht einstellen will, wird gegangen. Die Programme aller Sender müssen mindestens vier Wochen vor ihrer Sendung dem gesinnungs- tüchtigen Dr. Stapelfeld zur Kontrolle vorgelegt werden. Die fort- laufende„Reinigung" des Rundfunks von politisch nicht genehmen Persönlichkeiten sorgt dafür, daß allen Intendanten und den Leitern ihrer Programmabteilungen deutlich wird, was dem Geist dieses nationalkonzentrierten Rundfunks gemäß ist. Kürzlich ist erst Dr. Franz Josef Engel, der regsame und tüchtige Leiter der literarischen Abteilung des Breslauer Senders, entlassen worden. Noch manche werden den gleichen Weg in die Brotlosig- keit gehen müssen. Andere haben sich„angepaßt" oder sie werden es tun. Der Rundfunk der Freiherrenregierung hat ein Ziel: den Geist de- Militarismus und der Reaktion in jede Wohnung, in die ent- legensten Hütten, in alle Landschulen zu tragen. Die neuen Reichs- togswahlen stehen vor der Tür: auch über die Entwicklung des deutschen Rundfunks, des heute bedeutendsten Bildungsmittels von Volksgeist und Volkskultur, werden sie entscheiden. Eine autoritativ regierende Freiherrenregierung hat den Rundfunk in Besitz ge- nommen: das Volk der Deutschen Republik muß ihn sich zurück- erobern!—'z- Rundfunk am Abend Montag, den 19. September Berlin: 16.«ö Von Hammerfest nach Haparanda (R. Jacobs). 16.30 Cellomusik. 17.10 Lieder. 17.30 Der wahre Radikalismus(Dr. W. v. Hollander). 17.50 Ion der bildenden Kunst(Dr. F. A. Dargel). 18.00 Alte Zeitungsenten(Graf Klinckowstroem). 18.20 Sport(J. Biewer). 18.30 Triebstoffe des Lebens(Dr. G. A enzmer). 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.13 Unterhaltungsmusik. 20.00 Aus Breslau: Schlesiens Berge und Wälder.(Ein Hörwerk.) 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Englische Orchestermusik, 22.10 Ansprache des Reichsinnenministers t rh. v. Gayl im Gustav-Adolf-Verein, Leipzig(Wachspl.). Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 24.00 Franz-Schubert-Konzert. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 17.30 Der Mensch und die Kräfte der Heimat(Dr. Th. Scheffer). 18.00 Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30 Spanisch für Anfänger. 18.33 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.25 Funktechnik(Ob.-Ing. Nairz). 19.40 Zeitdienst. 20.00 Aus Frankfurt a. M.: Bayern-Abend. 22.20 AVetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.40 Aus Leipzig; Unterhaltungskonzert. Sonst: Berliner Programm. Verantwortlich für die Redaltion: Victor Schill, Berlin; Anzeigen: Otto Hengst, Berlin. Verlra: Vorwärts Verlag G.m.b.H.. Berlin. Dculi: Vorwärts Buch. druclerei und Berlagsanftalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68. Lindealtr. Z. Hierzu t Beilage. »taats S& Thcafcr Montag, den 19. September Staatsoper unter den Linden 20 Uhr R i g o i e 1 1 o Beschränkter Kartenverkauf staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Was ihr wollt 8 unr tä. Flora 3434. Raudien etl. Das berühmte DAYELMA- BALLETT 3 Swifts, Rudi Gräsl und weitere Künstler-Truppen von internationalem Rui. »■/.Uhr OflSIISO- THEATER«'5 vi« Lothringer Sirafje 37. miiiiiiiiiiimiiiiimiHiiMiniiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiniiii Sonntag nachm. 4 Uhr Nur noch wenige Aufföhrangen Jinnemawie Volksoperelte- Musik von Gilben Dazu buntes Septcmber-Progr. Gutschein für die Leser l— 1 Personen Faut 0.75 M., Sessel 1.35 M., Park. 0.50 M. §tädt. Oper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Montag. 19. Sept. Volksvorstellung Kartenverk. 4. Rang Die Banditen Beginn 20 Uhr Pfahl, Eisinger, Höpfner, Burgwinkel, Gründgens, Kandl, Egenlauf, Qonszar Dirigent: Müller fnfecate im vorwärts lichern Erfolg! Theater am Bdiewpiatz D 1, Norden 2944. Allabendlich 8*4 Uhr Der Revisor von Gogol- Regie; Heinz Hilpert CurtBots/ Karöiow/ Hasffl' Verhoeven Oeutsdies Theater Weidend. 5201. 8 Uhr Rose Bernd von Gerhart Hauptmann Regie; Karl Heinz Martin Kammerspieie 8V. Uhr Schicksal nachWunsch Komödie v. Christa Winsloe Regie: Rudolf Beer Meizer, Ullrich, Riemann, Abel, Brausewetter Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) Merkur A. 6. 1247. Dir. Mcisel Tägl 8.15 Uhr, Sonntags 3.30 Uhr(ermäßigte Pr.) EröfTnungfApro�ramni mit der Burleske Freibad Krumme Lanke Neue Kräfte. Preise 0.50 bis 2.25 M. Vorverkauf 11—2, 5—9 Uhr. im �Betten isä Kinderb., Polster, Chaisel., an Jeden, Teilt Katalog frei. EiBenmöbelfabrik Suhl(Tb&ätf HAÖMp Rdamsnt Berlins BETRIEB-N KEMPIHSKltlJ Schwerhörig- — aber doch gut hören Möditen Sic das wieder? Wollen Sie Ihrem Beruf ungehemmt nachgehen, an allen Freuden von Wort, Ton und Musik wieder teilnehmen? Sicherlich! „OriginaU Akustik" mit seinem neuen Tonfilter-Mikrofon und dem Goldknopfhörer, kleiner als ein Pfennig, bringt Ihnen das große Geschenk wieder hören zu können. Fordern Sie Prospekt D 16. Deutsdie Akustik Gesellsdiaft in. b. K. Aelteste u. führende Spezialfabrik Gegr. 1905 Verkauf u. Vorführung: Berlin-wiHnersdarT. Motzstr. 43 Berlin. 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Professor Barnikol studierte das Leben des religiösen Sozialisten August Becker. Dieser Mann gehörte ursprünglich zu dem Kreise der hessischen Revolutionäre um Weidig und Büchner. Er wurde 1835 verhaftet, saß vier Jahre im Gefängnis und ging dann 1839 nach Genf. Seine revolutionäre Leidenschaft hatte er verloren; er wirkte jetzt unter den deutschen Handwerksburschen in der Schweiz im Sinne eines gemäßigten Sozialismus. Nun fand Barnikol einen Brief Beckers vom Jahre 1847. Darin schildert Becker seine Geld- Verlegenheit und erzählt, er habe, um etwas zu verdienen, den Bor- schlag eines gewissen Kuhlmann angenommen und eine„lange Abhandlung über die politischen und sozialen Verhältnisse der Schweiz" geschrieben. Diese Abhandlung werde in Mainz in einem Sammelwerk herausgegeben. Barnikol suchte nach dem Sammelwerk und nach der Abhandlung Beckers und konnte sie lange nicht finden. Endlich entdeckte er das Manuskript Beckers in Wien im Staatsarchiv unter den— Spitzelberichten, die für den Fürsten Metternich bestimmt waren! Zwar war August Becker ein durchaus ehrenhafter Mann, aber der Vermittler Kuhlmann war eine dunkle Persönlichkeit. Er gab sich als Sozialist und Kommunist aus und stand zugleich im Dienste der kaiserlich-österreichischen Spitzelzentrale in Mainz. Becker ließ sich im guten Glauben von Kuhlmann verleiten, die Abhandlung für das angebliche Sammelwerk zu schreiben. Das Manuskript wanderte fast unverändert, nur mit einigen Zusätzen Kuhlmanns versehen, nach Wien zum Fürsten Metternich. Das Buch Professors Barnikols führt den Titel:„G e- schichte des religiösen und atheistischen Früh- sozialismus nach der Darstellung August Beckers vom Jahre 1847".(Kiel 1932, Verlag Walter G. Mühlau.) Es handelt sich um ein ziemlich ausführliches Manuskript Beckers. Es umfaßt über 89 große Druckseiten. Die Arbeit Beckers ist frisch und anschaulich geschrieben und bringt eine Fülle von Einzelheiten. Becker schildert die Entwicklung des Sozialismus und Kommunismus in der Schweiz, besonders in Genf und Lausanne, ungefähr von 1839 bis 1845. Ein Schlußteil, der die Jahre 1845 bis 1847 hätte umfassen müssen, wurde entweder nicht geschrieben oder ist verloren gegangen. Die Arbeiterbewegung in der Schweiz war in jenen Jahren deshalb so wichtig, weil sich dort auch die r a d i k a l st e n und a k t i v st e n Köpfe aus Deutschland, Frankreich und so weiter in der Emigration zusammenfanden. Die Organisationen der deutschen Handwerksburschen in Genf und Lausanne, die von 1839 bis 1845 entstanden, gehören zu den ältesten Verbänden der ganzen deutschen Arbeiterbewegung. Als den„ersten Apostel des modernen Kommunismus" nennt August Becker den Italiener Buonarotti, den Verfasser des berühmten Buches über Babeuf. Dann kamen C a b e t und die anderen Kommunisten Frankreichs, und dann trat der geniale deutsche Kommunist Wilhelm Weitling aus. Becker unter- scheidet die radikalen Kommunisten von den mehr gemäßigten Sozialisten: Die Kommunisten streben die vollkommene kompromiß- lose Gleichheit unter den Menschen an, während die Sozialisten zwar ebenfalls die bestehenden Eigentumsverhältnisse verändern wollen, ober sich doch mit gewissen natürlichen Ungleichheiten der Menschen abfinden. Unter den deutschen Handwerkern in Genf und Lausanne gab es damals ausgesprochene Kommunisten, eifrige Sozialisten und andere, die an der Grenze beider Ausfassungen standen. Sie diskutierten untereinander, stritten sich, aber sühlten sich doch, im großen gesehen, als eine Einheit. Die Spaltung der deutschen Handwerkervereine in der Schweiz, wie Becker sie aus- führlich schildert, ging nicht zwischen Sozialisten und Kommunisten, sondern die S o z i a l i st e n und Kommunisten standen zu- sammen auf der einen Seite und die Anhänger des„jungen Deutschland" auf der anderen. Die„jungen Deutschen" von 1849 waren die r e v o l u t i o< nären Demokraten. Sie wollten durch einen Aufstand die deutsche Monarchie beseitigen und eine freie Republik schassen. Wenn man sie nach sozialen Dingen fragte, meinten sie, das sei eine spätere Sorge; erst müsse einmal in Deutschland die Freiheit erkämpft sein. Die deutschen Sozialisten und Kommunisten dagegen waren damals im Grunde unpolitische Menschen. Der aktuelle Kamps gegen die deutschen Regierungen war ihnen gar nicht so wichtig. Sie beschästigten sich mit Bildungsarbeit und mit Kom- binationen über die künftige Reform des Eigentums. Selbst von dem stürmischen und radikalen Weitling sagt Becker(Seite 68): „Er war ohne Vorliebe für die politischen Parteien. Er erwartete von keiner eine soziale Reform, am allerwenigsten von der demo- kratisch-republikanischcn. Aus seiner„Jungen Generation" geht her- vor, daß er in dieser Hinsicht weit mehr von dem Zufall, welcher einmal einen genialen König aus den Thron setzen könnte, erwartete. „W ir bedürfen einer totalen Revolution", pflegte er zu sagen,„aber eine friedliche ist der gewaltsamen vorzuzieh en." Daß aber die Kommunisten diese Revolution machen sollten, daran dachte er nicht." August Becker endlich gehörte zu der ganz gemäßigten und gar nicht revolutionären Richtung der sogenannten„deutschen Sozialisten", die K a r l M a r x mit so bitterem Spott behandelt hat. Becker greift das„junge Deutschland" und seine Schweizer Anhänger überaus heftig an. Er entwirst von den Führern der jungdeutschen Emigrantenbewegung in der Schweiz ein sehr unerfreuliches Bild. Wie weit seine einzelnen Anklagen zutreffen, läßt sich heute schwer feststellen: es ist auch geschichtlich gar nicht so wichtig. Wenn man sich die Spaltung der deutschen Handwerkervereine überlegt, kann man die jungdeulschen Demokraten durchaus nicht als bürgerliche Reaktionäre verwerfen. Unter den damaligen Umständen war auch für das Proletariat als Klasse der aktive revolutionäre Kampf gegen die deutschen Regierungen wichtiger als eine unpolitische Utopie, die über das Eigentum spekulierte. Es ist begreiflich, daß die „atheistischen Jung-Hegelianer" von August Becker und seinen Leuten als die schlimmsten Feinde angesehen werden. Er verweist sie in das Lager des„jungen Deutschland". Karl Marx kommt nur einmal, aber an einer sehr merkwürdigen Stelle vor(Seite 23). Becker betont,„daß der Schneider Weitling und andere Handwerker und nicht die Herren Stein, Heß, Marx, Engels und Feuerbach die eigentlichen Begründer, wenigstens Veranlasser des deutschen Kommunismus seien". Die große historische Tat von Marx und Engels wird, wenn man dieses neue Dokument liest, besonders klar. Sie haben den Sozialismus.und Kommunismus in die Politik hineingesetzt. Erst Marx hat den deutschen Kom- munismus zu dem radikalsten Flügel der revolutionären Demokratie gemacht. Vor ihm haben die deutschen Sozialisten und Kommunisten die Bedeutung des politischen Befreiungskampfes für das Prole- tariat nicht verstanden. Für seine Entdeckung verdient Professor Barnikol den Dank aller Freunde der Geschichte des Sozialismus. In der Einzel- crklärung des neuen Dokuments ist freilich noch manches zu leisten. Arthur Rosenberg. K. R. Neubert: Heimkehrers Ansprache Nach langen Jahren war der Totgeglaubte in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Im Kriege in Gefangenschast geroten, verbrachte er die Nachkriegsjahre in der Fremdenlegion, in Gefängnissen und aus der Flucht. In zerschlissener Kleidung, hager, braungebrannt, mit Narben bedeckt und mit halbzersetzten Papieren in einer alten Bries- tasche war er heimgekehrt. Das Dorf war in Aufruhr. Bald kam die Kunde von der seltsamen Rückkehr in die nächste Stadt. Und dann schrieben alle Zeitungen darüber. Man baute ihm Ehrenpforten, brachte ihm Ständchen, feierte ihn als Kriegshelden und Märtyrer, sein Bild kam in Zeitschriften, und die Gemeindevertretung seines Heimatdorfes hatte einstimmig beschlossen, ihn demnächst zum Ehrenbürger zu ernennen. Außer- CK>0S<0'0<>S<>O<>»<>!�0<>V<>0 S)cr vorausgeahnle„Führer" Du bist ein Schreier- bist ein frecher Prahler- (?'in Drescher mehr aus abgedroschnen Halmen- t�in Räuchlein mehr in der Empörung Qualmen. Ein Vielversprecher und ein Wenigzahler! (Gottsried Keller.) dem trug ihm der Vorstand des Kleinkaliberschlltzenvereins die lebenslängliche Mitgliedschaft an. Von Beiträgen sollte er bis an sein Lebensende befreit sein. Ueberall, wohin er kam, drückte man ihm heftig die Hand, klopfte ihm auf die Schulter, lud ihn zu einem Bier ein und sagte wohlwollend:„Nun erzählen Sie mal..." Aber dann enttäuschte der Heimkehrer Kersten die Leute. Er sprach nicht viel. Er blieb ernst und verschlossen. Die Leute meinten: „Er muß sich erst einleben. Er hat zuviel Schlimmes erlebt. Später wird er von selbst anfangen zu reden..." Und geduldeten sich. Manchmal nur erzählte er, Bruchstücke, wie ein Scheinwerfer über nachtdunkles Gelände zuckt. Grauen leuchtete aus und versank wieder im Dunkel. „Erzählen Sie weiter!" baten die Zuhörer in atemloser Spannung. Aber es konnte dann geschehen, daß Kersten einfach ausstand und ohne Gruß das Gasthaus verließ. Eines Tages wurde er zum Gemeindevorsteher gerufen. „Kersten", sagte der,„wir haben darüber nachgedacht, was wir jetzt mit Ihnen anfangen. Sie wissen ja, es sieht schlimm aus bei uns. Die Arbeitslosigkeit! Die Steuern! Aber wir betrachten es als unsere Ehrenpflicht, einen Mann, der so viel sür das Vaterland ge- duldet hat. nicht mit einer Stempelkarte zu empfangen. Es gibt ein paar Möglichkeiten für Sie. Herr v. Kanz aus Rittergut Blessen würde Sie eventuell als zweiten Verwalter einstellen. Sie könnten vielleicht auch in der Zuckerfabrik Beschäftigung finden, obwohl dort erst wieder Entlassungen vorgenommen wurden. Aber bei Ihnen würde man eine Ausnahme machen. Vorläufig werden Sie sich wohl noch ein Weilchen ausruhen wollen, nicht wahr, lieber Kersten?" Der Heimkehrer versuchte zu lächeln. Der Gemeindevorsteher ging zu einem Schränkchen und holte eine Kognakslasche hervor. „Trinken Sie mal, Kersten!" Der rundliche, joviale Mann brachte nach diesem Kognak das Gespräch auf andere Dinge.„Es fällt allgemein auf, lieber Freund, daß Sie so wenig von Ihren Erlebnissen berichten. Glauben Sie nicht, daß die Leute darauf warten?" Der Heimkehrer nickte bedächtig mit dem Kopf.„Kann schon sein, aber..." „Natürlich, Sie müssen erst mal olles hinter sich haben. Fertig damit sein. Im Kriege haben viele Verwundete Schauermärchen erzählt, wenn sie auf Urlaub kamen. Die Hälfte war erlogen. Aber Sie, Kersten, schweigen uns zuviel!" „Es geht mir so vieles durch den Kopf. Die Vergangenheit. Und dann— hauptsächlich— die Verhältnisse in der Heimat." „Die Leute erwarten etwas von Ihnen! Sie sind ein Held Halionalilät Volkstum und«prache sind das Jugendland- Darin die Völker wachsen und gedeihen- Das Mutterhaus, nach dem sie sehnend schreien, Wenn sie verschlagen sind«ruf fremden Strand. Doch manchmal werden sie zum Gängelband- Sogar zur ttette um den Hals der Freien; Dann treiben Längsterwachf'ne Spielereien- Genarrt von der Tyrannen schlauer Hand. Hier trenne sich der lang vereinte Strom! Versiegend schwinde der im alten Staube- Der andre breche sich ein neueS Bette! Denn einen Pontifex nur faßt der Dom, Das ist die Freiheit, der polit'sche Glaube, Ter löst und bindet jede Seelenkette! (Goltjried Keller.) in ihren Augen, Kersten. Sie müssen reden. Sie haben die Ver- pslichtung dazu. Kommen Sie Sonntag zum Stiftungsfest des Schützenvereins. Herr v. Kanz hat mich ersucht, Sie zu bitten, aus diesem Fest ein Ansprache zu halten. Es soll eine Fahne der Jugend- gruppe eingeweiht werden. Wer ist berufener, die Ansprache zu holten, als Sie, der Mann, der für das Vaterland sein Leben ge- wagt hat?" Der Gemeindevorsteher schenkte noch einmal die Kognak- gläser voll. „Werden Sie reden, Kersten?" fragte er interessiert.„Sie werden schon wissen, was zu sagen ist. Vaterland! Erbfeind! Deutschland, Deutschland über alles! Rütteln Sie die Jungens auf. Es sollen rechte Kerle werden! Prost!"— Der Heimkehrer Kersten hatte zugesagt, beim Stiftungsfest eine Ansprache zu halten... » Das ganze Dorf war auf den Beinen. Das Fest hatte schon vormittags begonnen. Auf der Wiese neben dem Gasthaus befand sich ein kleiner Rummelplatz mit Luftschaukel, Würfelbude und Rari- tätenkabinett. Vom Schützenplatz knallten die Gewehre. Und die Kapelle schmetterte Märsche. Gegen Abend fand der Einmarsch statt. Der Saal füllte sich schnell. Nachher sollte getanzt werden. Jetzt stand noch die Fahnen- weihe und die Ansprache des Heimkehrers Kersten bevor. Major a. Dr. Bloch, der vor dem Dorf ein Villa bewohnte, nahm das Wort, um den Festredner Kersten anzukllnden Lebhafter Beifall empfing ihn, als er das Podium betrat. „Liebe Volksgenossen!" begann der Heimkehrer mit fester Stimme.„Ich bin gebeten worden, heute zu Ihnen zu reden, als Vertreter der alten Kriegsgeneration. Es werden unter Ihnen viele sein, die sich gewundert haben, daß ich bisher so wenig von meinen Erlebnissen berichtet habe. Sie erwarten nun, daß ein Mann, der ohne zu zaudern für das Vaterland in den Krieg gezogen ist und—" „Bravo!" rief jemand am Vorstandstisch. „— und die schlimmsten Entbehrungen, Gefahren, Leiden er- tragen hat in dem Gedanken an die Heimat..." „Bravo!" klatschte eine Dame am Tisch der Honoratioren, und der ganze Saal folgte ihrem Beispiel. Der Heimkehrer lächelte einen Augenblick lang. Dann wurde sein Gesicht hart. Er machte eine Bewegung mit dem Arm, um den Beifall abzukürzen. „Sie müssen mich ausreden lassen", sing er wieder an.„Sie er- warten nun, daß ich dieser Jugend, die da unten versammelt ist, mit einer patriotischen Rede das Herz erbeben mache für den glor- reichen Krieg." Wieder schwoll der Beifall an, nur am Vorstandstisch machte sich Bestürzung breit. Man sah sich verlegen an. Der Major trommelte nervös mit den Fingern auf der Tischdecke. „Sie verstehen mich noch nicht!" sagte Kersten, als sich der Bei- fall gelegt hatte.„Aber wenn Sie mich weiter reden lassen, will ich dieser Jugend erzählen, wie der glorreiche Krieg aussieht. Ich will ihnen die Augen öffnen für die unerhörten Schrecken und Bestialitäten..." Der Major war leichenblaß aufgesprungen und zum Podium gestürzt. „Aber Herr Kersten!" flüsterte er.„Halten Sie sich doch an den Entwurf, den ich Ihnen vorhin übergab. Sie bringen ja Konfusion in den Saal." Im Saal begann man langsam zu verstehen. Man wollte es noch nicht glauben. „Weiterreden!" wurde aus einer Ecke gerufen. Unter lebhaster Bewegung des ganzen Saales setzte Kersten seine Rede fort. „Machen Sie mich mundtot, wenn ich Ihnen nun einige Wahr- Helten sagen will, gut, ich kann es nicht ändern. Aber wenn ich hier reden soll, so kann ich Ihnen nur erklären..." „Hören Sie auf!" knurrte jetzt zornrot der Major hinter ihm. „... daß ein Krieg heute nur von Gewissenlosen für ihre Zwecke einkalkuliert werden kann, und daß immer nur eine kleine Schicht davon profitiert, während das Volk..." Der ganze Vorstandstisch war aufgesprungen. Man stürmte zum Podium. Pfiffe ertönten im Saal. Man hörte Rufe wie„Un- erhört!" und„Richtig so!". Zwischen einzelnen Leuten am Saal- ausgang drohte eine Schlägerei auszubrechen. Den Heimkehrer Kersten aber hatten vier, fünf Herren gepackt und in einen Hinterraum geschleppt. Jemand schlug mit der Faust in sein Gesicht. „Sie sind ja gar kein Frontsoldat!" tobte der Major.„Sie sind ein Verbrecher! Ein Landesverräter! Sie gehören an die Wand gestellt!" Der Heimkehrer sagte kein Wort. Aus einer Wunde floß Blut über seine Wangen. Seine Lippen zuckten verächtlich... Jetzt hatten sie im Dorf plötzlich alle eine Erklärung für Kerstens Schweigen in den Wochen nach seiner Rückkehr.„Er war ja gar nicht so lange in Gefangenschaft, wer weiß, was er getrieben hat. Er ist ein Betrüger." Kersten bekam auch nicht die Verwalterstelle bei Herrn von Kanz. Auch die Zuckerfabrik stellte ihn nicht ein. Und der Schützen- verein schloß ihn mit 24 Stimmen gegen vier wieder aus. Das einzige, was sie ihm lassen mußten, war die Stempel- karte.., ArbdteivRasensport Fußball/ Handball/ Hockey Die Fußballer scheinen mit den Wettermachcrn auf sehr schlechtem Fuße zu stehen. Schon am letzten Sonntag wurden viele Spiele ein Opfer des Regens, so auch gestern. Das Gewitter, das kurz vor Beginn der Spiele herunterkam, machte den größten Teil der Plätze spielunfähig. Nur die Plätze, bei denen der Boden das Wasser sofort aussaugt, waren noch einigermaßen zu gebrauchen. Daß es dabei wieder einige nicht erwartete Resultate gab, ist oer- ständlich. So konnte Fortuna gegen Saxonia, wenn auch nicht un- erwartet, so doch hoch gewinnen. Ein knappes Ergebnis wurde vorausgesagt, aber mit 6: 1 blieb Fortuna Sieger. Adler<1? hatte gegen Baumschulenwcg schwer zu kämpfen, um mit 2:0 zu gewinnen. Bei der Pause stand das Spiel noch 0: ll. Erst dann vermochten die Pankower, dank besserer Stürmerleistungcn, den Ball zweimal in das Baumschulenwcgcr Tor zu schießen. Nor- mannia, eine der spielstärksten Mannschaften des ersten Bezirks, mußte sich von Eintracht- Spandau mit 3: 1 geschlagen be- kennen. Minerva 28 erlitt von Vorwärts 31 eine unerwartete 1: 2-Niederlage. Einen unerfreulichen Kampf lieferten sich Weißen- see und Vorwärts-Wedding. Die Weißensser lagen schon mit 2: 1 in Führung, als es den Weddingern gelang, den Gleichstand zu er- ringen. Nach der Pause wurde das Spiel sehr hart. Vorwärts konnte noch zweimal erfolgreich sein, während Weißensee leer aus- ging. Lichtenberg I hatte sich großes vorgenommen: Mit 9: 1 wurde der Bundesneuling Osten geschlagen, chansa 31 und Alemannia 22 trennten sich auf dem Kartellfest des Bezirks Wedding mit dem knappen Sieg der chonseaten von 3: 2. chansa 2 gegen Alemannia 2 5:9. Vorwärts-Wedding 2 gegen Weißensee 1: 4. Vorwärts 3 gegen Saxonia 2 1: 12. Fortuna 2 gegen Buch 1 3:0. Adler 2 gegen Baumschulenweg 2 1:1. Städlespiel Hannover-Lübeck 4:2(1:2). Bei gleichwertigem Spiel führte Lübeck bis kurz vor Schluß mit 2: 1. Durch eine Um- stellung der hannoverschen Mannschaft gelang es. innerhalb der letzten Minuten drei Tore zu schießen und damit den Sieg sicher- zustellen. 5Fv.„Kickers 31" sucht zum Sonntag, 25. September, für seine erste Mannschaft spielstarken Gegner auf eigenem Platz. Angebote an A. Schirmer, Lichtenberg, Kubornstr. 13, oder telephonisch Donnerstag ab 29 Uhr unter S 5 Lichtenberg 3111. BSV. Fortuna sucht Spiele für die 2. und 3. Männermonn- schast. Aufnahmen für alle Mannschaften, Männer. Jugend und Schüler, sowie Handballmannschaft in jeder«itzung Freitags bei Bogdanowitz, Eberswalder Str. 35 spart) 5,80 Meter.— Weitsprung aus dem Stand: 1. Drcßler(Lehrcrsportocr. einiaung) 2,1« Meter; 2. Zamertat(Volkssport) 1.85 Meter.- Miinncr: 200.Meter.Lauf: 1. Fischer(Volkssport) 24,1; 2..striiger(AEB.) 24,5.— Weit. sprung: l. N. Sonneinann(Volkssport)«,30 Meter; 2, Stürmer(ASV.) 5,99 Meter.— Speerwerfen: 1. E. Sonnemann(Volkssport) 42,«9 Meter; 2. Krüger(ASV.) 39,40 Meter.— Kugelstoßen; 1. E. Sonnemann(Volks. sport) 10.03 Meter: 2. R. Sonnemann«Volkssport) 9,17 Meter.— Stabhoch. sprung: 1. Tabbert(Volkssport) 3,10 Meter.— Schwedenstaffel, Jugend: 1. Volkssport 2:27,8; 2. ASV. 2:27,8.— 4 mal 100 Meter, Männer: 1. Volks. lport 47,3; 2. ASV. 47,5.— 4 mal 100 Meter, Frauen: 1. ASV. 57,7; 2. Volkssport 58._ Regaiia unier Schwarzroigold Reichsbannerwassersport auf dem Tegeler See Vier Vereine, die ihren Sport unter schwarzrotgoldenen Flaggen betreiben, nämlich die Wassersportabteilung des Reichs- banncrs, der Damen-Wassersportklub Schwarzrotgold, der Frauen- Wassersportverein Republik und der Wassersportverein Havel ver- anstalteten gestern auf dem Tegeler See eine Ruder- und Kanuregatta, die anfänglich unter dem Gewitterregen zu leiden hatte, so daß ihr der große, sonst gewohnte Publikumserfolg versagt blieb. Die Ruderwetttämpfe der Frauen hatte man den Anfängerinnen vorbehalten, um den noch nicht rudernden Landbewohnern zu zeigen, wie weit es Anfängerinnen in einem Sommer bringen können. Sa erkämpften sich denn auch die Frauen im Achter in schöner Ruder- manier einen Sieg, der sicher nicht der einzige bleiben wird. Die Rennruderinnen vom Fraucn-Wassersportverein Republik sind offen- bar noch zu jung im Sport, als daß man schon Regattaleistungen von ihnen verlangen konnte. Aber sie hielten tapfer durch und das allein ist schon lobenswert. Sehr saubere Ruderarbeit zeigten die Männer im Riemenvierer und auch die Kajakrennen verliefen in- folge der guten Schlagtechnik der Fahrer sehr spannend. Daß aber die Hingabe an Sport und Sieg soweit getrieben wird, daß man mit dem Boot sogar kentert, war— wie im Doppelkajakrennen geschehen— nicht nötig. Einen ganz großen Kampf gab es im Rennen um die A b t e i l u n g s m« i st e r s ch a f t der Wassersport- abteilnngen des Reichsbanners im Doppelkajakrennen der Männer. hier konnte sich die Mannschaft Simonson-Lehrmann in glänzender Arbeit vom dritten Platz auf den ersten vorarbeiten. Ein Rennen für Paddelboote mit Seitenbordmotoren brachte Ab- wechslung in die Veranstaltung, doch ließ die Berschiedenartigkeit der Boote und der Motoren eine Bewertung nicht zu. Aber es war mal etwas anderes und dafür war das Publikum sicher ebenso dankbar wie für die gute und ausführliche Ansage des Sprechexs am Mikrophon.>1. J. Kindertreffen in Britz Arbeitcrsporller machen Kinder froh Ein Kindertreffen, wie man es sich besser nicht wünschen kann, erlebte gestern die Bewohnerschaft der Einfa-Siedelung in Britz. Am frühen Sonnabendnachmittag landeten in Doppel- Lastzügen die Knaben- und Mädchen-Abteilungen der Arbeitersport- Vereine aus Sperenberg, Zossen, Trebbin, Jänickendorf und Lucken- walde. Schon der Empfang an der huseisenhalle: die Kinder- freunde der Britzer, die Abteilungen des ASKö.-Britz und der Freien Turnerschaft Britz 88 hatten Aufstellung genommen und begrüßten die Eintreffenden aus das herzlichst«. Schnell ging es in die Quartiere, und die ersten freundschaftlichen Beziehungen waren hergestellt. Der Elternabend„Macht Kinder froh!" in der mit Bundes- und Vereinsfahnen festlich geschmückten Schulaula bracht« m pausenloser Folge ein Programm, das mit Recht eine„Bühnenschau der Kinder" genannt werden konnte. Alle Abteilungen, besonders die auswärtigen Gäste, brachten Ausführungen,«die bei überfüllten! Saal(die letzten Gäste lauschten bai offenen Türen auf dem Treppenflur) ein begeistertes Publikum fanden, hier waren nicht nur die Kinder, hier waren alle, alle wirklich restlos froh! Der Sonntag war auf das Gesellig« eingestellt. In fünf Last- zögen fuhren fast dreihundert Kinder mit ihren Helfern und Leitern nach einer Rundfahrt durch Berlin in den Zoo. Das war ein Fragen, ein Wundern, ein Staunen, daß die armen Führer nicht zur Ruhe kamen. Immer wieder etwas Neues, etwas anderes gab es zu sehen. Tiere, die man sonst nur aus dem Lesebuch konnte, konte man aus wenigen Metern Entfernung beäugen- fchcinigen. Nachmittags dann Platzkonzert der„Freien Sport- und Musikvereinigung" in der Parchimer Allee mit anschließendem Festzug durch die Siedelung. Da waren im wahrsten Sinn« des Wortes alle auf den Beinen. Kinderherzen jubelten, sangen und schwelgten in Glücksseligkeit, als es durch Straßen und Gärten ging. Im Hufeisen kurzes Verharren und nach einigen Worten Ansprach� gemeinsanier Gesang:„Wann wir schreiten!" Auf dem Hof der weltlichen Schule hatten inzwischen fleißige Hände eine Riesenkafsee- und Kuchentofel aufgebaut. Und Berge von Kuchen verschwanden bei fröhlichem Geplapper. Di« Musik«schmetterie ihre Weisen über den Schulhof, alle waren geschäftig, um auch den legten kleinen oder großen„Unentwegten" zufriedenzustellen. Die knappe restliche Zeit verbrachten alle Kinder in Gemein- schaft mit ihren Gastgebern, bis allzu schnell die Zeit des Aufbruchs kam. Dankes-, Abschiedsworte und Lieder beendeten die Britzer Kinder-Festtage, die unauslöschliche Eindrücke hinterlassen werden Der Bewohnerschaft der Einfa- und der Jdeal-Siedelung gebührt neben„ASKö.-Britz" aufrichtiger Dank für die in so überaus reichem Maße bewiesen« Kastsreundschaft. So macht man Kinder wirklich froh! bin Geräteweiikampf unter Arbeiterturnern in Brandenburg Handball-Rückspiele der FTGB.-Osten nutzten Brandenburgs Arbeiterturner aus, um gleichzeitig die Oberstufen-Riege von Osten zu einem Gesellschaftskampf im Turnen einzuladen. Vor über 699 Zuschauern wickelte sich ein spannender Wettstreit ab. Mit 485: 467 Punkten wurde die FTGB.-Osten Sieger. Geturnt wurde an den drei Geräten Reck, Barren und Pferd. Am Barren als erstes Gerät holte Berlin gleich ein großes Plus heraus, waren in der Mannschaft doch die als gute Turner be- kannten Genossen Mielke und Baron vertreten, hartnäckig und mit Erfolg kämpfte Brandenburg an den nächsten Geräten. An Berlin kamen sie aber nicht ganz heran, wie die Resultate der einzelnen Geräte beweisen. Die Zuschauer gingen befriedigt nach Hause, hatten sie doch einen Turnwettstreit gesehen, der für den Arbeiter- sport alle Ehre einlegte. Der beste Einzelturner war Mielke- Berlin mit III Punkten. Ihm folgten S ch u b e r t- Brandenburg und Baron- Berlin mit je 99 Punkten. Die Ergebnisse der ein- zelnen Geräte sind: Brandenburq. Varren: 155 Punkte. Pferd: 154 Punkte. Reck: 158 Punkte. Gesam:: 4«7 Punkte— FTGV. Osten: Barren: 1«8 Punkte. Plerd: loi Punkte. Reck: 160 Punkte. Gesamt: 485 Punkte. Bei den Handballspielen wurden folgende Resultate er- reicht: Männer Osten 2— Brandenburg 2 2:5, Männer Osten 1 gegen Brandenburg 14:2, Frauen Osten— Brandenburg 9: 9. 8cb warzer Tag am Toto Zu Tausenden strömten sie am Sonntag zur Rennbahn.� Per Straßenbahn, per Untergnmd oder zu Fuß. Versorgte Gesichter, verarbeitete Hände, abgetragene Kleider. Das sind keine Müßig- gänger und Pferdeliebhaber, das sind arme Teufel, die mit der Wut des Verzweifelten ihre letzten Groschen opfern, vielleicht, viel- leicht...! Am 2,59-Mark-Toto, den Kassen mit den Mindestsätzen, geht es heiß her. An den Schaltern stehen sie Schlange, wispern und tuscheln aufgeregt untereinander; eine Hand reicht eine Mark, die andere einen Fünfziger, schließlich ist das Geld beisammen Nr. 9, peng springt das Geld in die Kasse, rrrr macht die Maschine und speit den gedruckten Bon aus. Weiter, der Nächste! Wo die Jockeys vor den Rennen ihre Pferde rundführen, stehen sie und halten scharfe Musterung. Nicht gerade mit Kennerblicken, aber dafür mit einer suggestiven, fast hypnotischen Gewalt in ihren Augen, als wollten sie die Pferde zum Sieg zwingen. Ausfallend viel Frauen und Mädchen sieht man. Bleistift und Sportzeitung in der Hand, sich an den Tafeln die Namen der Reiter notieren: beim Läuten stieben sie wie eine aufgeregte Geflügelschar nach allen Seiten, dem dritten Platz zu. Wer nach dem Gewinn fiebert und nach dem Verlust zittert, der setzt nur auf Numero Sicher, freut sich der kleinsten Quote. Er setzt auf Favoriten, die ihm Rennbahnroutiniers und Sportzeitungen nennen, oder auf Reiter, die vielversprechende Erfolge hinter sich haben. Aber es kommt immer anders. Wenn der Boden infolge starken Regens ein zu tiefes Geläuf zeigt, dann können die, die sonst mit ihren schnittigen Gäulen wie die Pfeile über den harten Boden flitzen, nichts werden. Und so kam das Pferd Nr. 9, uraltes, edelstes Gestüt mit einem Reiter von Klasse, nicht mal als Zweiter oder Dritter. Futsch war das Geld. Und wieder drängeln sich andere am Toto der Kleinstsätze, und wieder werden die Prominenten getippt, und wieder sind sie es nicht, die gewinnen. Das geht so durch alle kleineren Anfangs- rennen, bis dann die kleinen Leute finanziell erledigt sind. Und jetzt geht's den Großspielern an den Kragen. Das hauptrennen kommt dran, der Preis geht in die Zehntausende, die Prominenz der Ställe schickt ihre Besten. Wer viel gewinnen will, muß ent- sprechend riskieren, und es gibt ja immer noch welche, die das können. Einer aus der Elite ist Erster geworden, und als die großen Spieler, hastiger atmend wie zuvor, die Kleinen mit ehrfurchts- vollem Staunen, den Namen des Gewinners lesen, da steht plötzlich drunter: Protest!!! Disqualifiziert wurde er und auf den letzten Platz gestellt. Und wieder wurde ein leichter Außenseiter Sieger: 19 333:19 lautete die Gewinnquote. Da gingen aber etliche Zehn- tausende in die Binsen. Man hat zwar im Augenblick mehr Straff- heit in den Knochen wie die anderen, aber was nachher kommt, das weiß auch hier keiner... Zchweratkletüc-Meisierschaften Bei den deutschen Kraftsportmeisterschaften, die die bürgerlichen Schwerathleten in Dortmund austrugen, gab es gleich am Anfang bei den Gewichthebern in der halbschwer- gewichtsklasse«inen neuen Weltrekord, und zwar verbesserte Vogt- Ochtendung die bisherige Weltbestleistung im beidarmigen Drücken von 222 aus 225 Pfund. Im Schwergewicht war der Titel- Verteidiger und Olympiadritte S t r a ß b e r g e r- München eine Klasse für sich. Der Mittelgewichts-Olympiasieger Jsmayr-Mün- chen holte sich zwar erwartungsgemäß den Titel, mit einer Leistung von 675 Pfund blieb er aber erheblich hinter seinem Weltrekord von 797,6 Pfund und seinem olympischen Rekord von 699 Pfund zurück. Der Amsterdamer Olympiasieger h e l b i g- Plauen ver- teidigte im Leichtgewicht seinen Titel mit Erfolg, in der Feder- gewichtsklasse erwies sich M ü h l b e r g e r- Frankfurt als der Beste. Am Sonntag wurde vom frühen Morgen an gerungen. Im Leicht- gewicht setzte sich Meister Sperling- Dortmund auch diesmal durch. Die anderen Olympiateilnehmer blieben sämtlich auf der Strecke. Gehring-Ludwigshasen fand im Schwergewicht in Müller- Köln einen Bezwinger. Bleibt noch zu erwähnen der zweite Platz des Titelverteidigers im Halbschwergewicht, Bräun-Kreuznach, der hinter heitmann-hörde endete. Neben Müller und Sperling gelang es übrigens nur noch dem Weltergewichtler M ä s ch e l- Hörde, auch diesmal den Meistertitel an sich zu bringen. HeZsterschsften Reichskartell Republik Die in der vergangenen Woche ausgetragencn Gaumeister- s ch a f t e n des Schützenbundes Reichskartell Republik hatten folgende Ergebnisse: Genauigteitsschießen(einzeln) 1. Oest- reich-Landsberg a. d. W. 122(126) Ringe, 2. Linde-Landsbcrg 129 (124). Schnellfeuer(einzeln) 1. Spliesgardt-Landsberg 91(99), 2. Alban-Berlin 89(89). Pistolenschießen 1. Spließgardt-Landsberg 19/95(19/98), 2. Zepmeisel-Neukölln 19/57(19/74) Tr.-R. Genauig- keitsschießen(Mannschaften) 1. Landsberg a. d. W. 338(349). 2. Bcrlin-Treptow 325(321). Schnellfeuerschießen(Mannschaften) 1. Landsberg a. d. W. 259(248), 2. Berlin-Treptow 216(248). Die in Klammern angeführten Ziffern geben die Resultate des Vorjahres wieder. Pistulla boxle. in Hamburg. Mit einer Matinee eröffnete der Hamburger„Punching" am Sonntag seine neue Wintersaison. Den Hauptkampf bestritten Ernst P i st u l l a und Stich- Hagen, und zwar wurde mit 12-Unzen-handschuhen geboxt, außerdem ging jede der sechs Runden nur über zwei Minuten. Der einstige halbschwer- gcwichts-Europameistcr, der sich nach seiner Genesung bisher nur in Schaukämpsen gezeigt hatte, kämpfte naturgemäß noch sehr vor- sichtig, und so reichte es gegen Stich nur zu einem Unentschieden. Die Freie Arbeiter- Schachvercinigung Groß- Berlin wird Dienstag, 29. September, eine neue Abteilung gründen, und zwar im Spiellokal von Rickert, Berlin-Westen, Stcinmetzstraße 36a. Schachspieler und solche, die es werden wollen, sind herzlich will- kommen.— Die Abteilung Charlottenburg spielt jetzt jeden Dienstag bei Reimer, Griinstr. 9/19, die Abteilung Pankow jeden Freitag bei Weiß, Bornholmer Straße Ecke Schönhauser Allee. Die Rad- Mannschaft fährt am 24. September nach Brandenburg. FTSN., Bezirk«Süden. 1. Frnuennbteilung. Heute. Montag, 2« Uhr, Werbe. turnen in der Halle Kaiser. Friedrich.ätr. 4.— Jungmädchenabteilung: Don- uerstaa 22. September, 2« Uhr, Werbeturnen iu der Halle Bockhstr. IS— 2V. «SB. Schöneberg.Friedena««7. Heute abend: Männer, und Iuaendturnen (Pelziger Straße). Morgen, Bien-tag: Iungmädchen(Kolonnenstraße). Don» nerztag: Frauen über 25 Jahre. Beginn 20 Uhr.