Morgenausgabe 4y.Iahrgang Jlf. 449 A 219 DöchiNtttch 78 Pf. ownatNch 3,58 SDl (baoon 87 Pf. monatlich für gusteb lnng ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,»7 M. einschließlich so Pf. Postzeitungs- und 75 Pf. Postbeftellge- bllhren. Auslandsabonnemcnt 8,88 M. pro Monat! für Länder mit ermäßig- tem Drucksachenport» 4,88 M. • vet Ausfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht km Anspruch der Abonnenten auf Ersaß. ErscheMungsweise und Anzeigenpreise stehe am Schluß des redaktionellen Teils. Berliner Volksblatt Kreiiag 23 September 1Q32 Groß-Äerlin 10 Pf- Auswärts 15 pf. Jentralorgan der Sozialdemokratischen Partei DentschläSM Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstr. 3 sternspr.: Dönhoff(A T) 292— 297. Telegramm-Adr.! Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Postscheckkonto: Berlin 37 536.— Bankkomo: Bankder Arbeiter, Angestellte» und Beamten, Lindenstr. S. Dt.B.«.Disc.»G«s., Depositent., Jerusalemer Str. 65/66. Kämpfe gegen Lohnabbau. Entschlossene und ersolgreiche Abwehr. Di« aus Grund der Papen-?tolverordnung vom 5. Seplember ouegebrochene Lohnabbauseuche ist jehl in Berlin nicht mehr auf die Metallindustrie beschränkt, sondern hat auch schon aus andere Industrien übergegrissen. Sie wird aber überall von der Arbeiter- schast mit Erfolg bekämpft. Die kunststeinwerke G e b r. 5 r i e s e ck e in der Ehausseestrahe hatten am Mittwoch einen Anschlag herausgebracht, in dem sie ab Donnerstag aus Grund der Botverordnung einen Abbau der I a r i s l ö h n e für die Zt. bis 40. Mochenarbeitsstunde um 20 Droz. ankündigten, mit der Be- gründuug, sie hätten gegenüber dem Durchschnitt der Monate Zuni, Ioli und August über 25 Proz. neue Arbeiter eingestellt. Die Belegschaft nahm gestern die Arbeit einfach nicht wieder auf. Ihrem Verlangen, den Anschlag wieder zurückzustehen, kam daraus die Firma schliehlich noch, so daß bereits am Donnerstag von der Bachmittagsschicht die Arbeil wieder ausge- nommen wurde. Bei der Metallsirma Walter Eallmann in der Greifs- walder Straße wurde von der Betriebsleitung an die Belegschaft das gleiche Ansinnen gerichtet: 20 Droz. Lohnabbau für zehn Arbellsslunden wegen angeblicher Einstellung von mehr als 10 Proz. neuer Arbeiter. Die Beiegschost beantwortete die Forderung am Mittwoch mit der Arbeitsniederlegung, woraus die Firma am Donnerstag ihr Lohnabbaudekret zurückzog und die Belegschaft die Arbeit wieder aufnahm. In der Metallwarenfabrik Emmrich u. Schöning in der Prinzenstraße bedurste es gar nicht der Arbeitseinstellung, um einen von der Firma auf Grund der Botverordnung verlangten, aber nicht präzisierten Lohnabbau zu verhindern. Die Belegschaft, die restlos im Deutschen Melallarbeiterverband organisiert ist, hat die Firmen- leitung nicht im Zweifel darüber gelassen, daß sie jeden versuch. die Tariflöhne auch nur für eine Arbeitsstunde zu kürzen, mit der Arbeitseinstellung quillieren würde. Durch die Vermitt- lung eines Berlreters des Metallarbeilerverbandes gelang es. die Firma zur Preisgabe ihrer Forderung zu bewegen. In der Spinn st offabrik Zehlendorf, die 545 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, wird von der Firmenleitung ein Abbau der Torislöhne für 10 Arbeitsstunden um 40 Proz. verlangt, weil sie im Durchschnitt der lehten drei Monate angeblich 23,5 Proz. neue Arbeiter eingestellt hat. Die Belegschaft ist fest entschlossen. sich dieses Lohnabbaudiktat nicht gefallen zu lasten und wird eine Sireikabstimmung durchführen. Ein Streik in der Vuchdruckerei Otto Elsner, bei dem zunächst nur das Buchdruckereihilssperfonal beteiligt ist. droht den gesamten Betrieb mit einer Belegschaft von S00 Personen zum Stillstand zu bringen. Der Streik hat seine Ursache in einem verbindlichen Schiedsspruch, der den Reichstaris- vertrag der graphischen Hilfsarbeiter wohl bestehen läßt, aber die Löhne um 4,76 bis 11,62 proz. abbaut. Dieser Schiedsspruch wurde gesällt, nachdem die Vertreter der graphischen Hilfsarbeiter unter Protest das Schiedsgericht verlassen hatten, so daß der Schlichter Dr. K i m m i ch andere Vertreter ernannte. Die Firma Elsner war ossenbar von den Unternehmern vorgeschoben, den ersten Versuch mii der Durchführung des Lohnabbaus zu machen, um die Wider- jlondskraft der hilssarbeiier zu erproben. Die Löhne sollten ab heute um zwei Mark gekürzt werden. Die Forderung des Personals an die Firma, die Ankündigung des Lohnabzuges zurückzuziehen. lehnte die Firma ab. hieraus trat das Hilfspersonal gestern nachmittag geschlossen in den Abwehr streik. Der gesamte maschinelle Beirieb der Firma liegt infolgedessen still, wegen eines Falles von Streikbruch ist die Abteilung Chemigraphie eben- salls stillgelegt. Auch die Abteiluug Buchbinderei ruhte vor- übergehend. Bei einsehenden Mahregelungen besteht die Gefahr, daß der Gesamlbelrieb zum Stillstand kommt. Die Leitung der Aktion befindet sich fest in Händen der srcigewerkschastlichen Betriebs- sunktionäre. Bisher streiken etwa 150 Arbeiter und Arbeiterinnen. Der Streit im Gußstahlwerk Witimann in Hagen-Haspe, über den wir gestern kurz berichleken, ist erfolgreich be- eodet. Die Werkleitung Hai die Ankündigung einer Lohnkürzung, die auf Grund der Botoerordnung in Verbindung mit Beuein- stellungen erfolgen sollte, zurückgezogen. Die Kündigung der 400 ausständigen Arbeiter wurde zurückgenommen, so daß die Beiegschost gestern nachmittag wieder die Arbeit ausnahm. Kerrl laust zu Papen. Man will sich wieder vertragen... Die Dortmunder„Tremonia", das Zentrumsorgan. berichtet, daß die Nationalsozialisten wieder an das Zentrum herangetreten sind, um über die Wahl eines Ministerpräsidenten in Preußen zu verhandeln. Der Plan der Nationalsozialisten �ei jetzt, Hitler zum preußi- schen Ministerpräsidenten wählen zu lassen. Weiter meldet die„Tremonia": „Inzwischen hat der preußische Londtagspräsident Kerrl, wie erst jetzt bekannt wird, im Lause Oes Dienstags den Reichskanzler von Papen aufgesucht, um nochmals mit diesem ein« Rücksprache wegen der Verhältnisse in Preußen zu führen. Wie wir zuverlässig erfahren, soll der Reichskanzler dem Präsidenten kerrl nahegelegt haben. mit der Erledigung all dieser Dinge zu warten bis nach den Reichslagswahlen. Es werde sich dann sicherlich schon e i n weg der Verständigung zwischen Reichsregierung und Botionalsozialisiischer Partei finden lassen. Der Londtagspräsident hat sich aber offenbar mit dieser mundlichen Zusicherung des Reichskanzlers von Popen nicht begnügen wollen, sondern sich eine schriftliche Bestätigung erbeten, die aber vom Reichskanzler von Papen verweigert worden ist. Wie die Dinge im Augenbttck stehen, ist zu erwarten, daß es in Bälde zu einem Ausgleich der Gegensätze zwischen Reich und der Volk-ver- tretung in Preußen kommt." Nachdem die Nazis sich zum Kotau entschlossen hatten, ist Herr Kerrl sofort zu Papen gelaufen, um politische Ge- schäfte zu machen. Man ist auf dem besten Wege, sich wieder mit den„feinen Leuten" zu vertragen, und die„feinen Leute" sind wieder gnädiger gestimmt. Die Vorgänge im Reichstag. Vor dem Untersuchungsausschuß. Der Ausschuß zur Wahrung der Rechte der Volksvertretung, der sich als Untersuchungsausschuß konstituiert hat. setzte gestern nach- mittag die Vernehmungen fort, über die wir bereits im Abendblatt berichteten. Es wurden drei amtierende Schriftführer des Reichs- l tags, drei amtliche Stenographen, der Reichstagspräsident selbst und ein Schriftleiter des„Lokal-An.zeigers" als Zeugen vernommen. Da- bei stellte sich bald heraus, daß über die sekundenschnell sich ab- wickelnden Vorgänge ein genaues Bild nicht mehr hergestellt werden kann, auch nicht mit Hilfe der Schallplatten. Ein Schrift- führer sagte aus, der Kanzler habe sich vor dem Beginn der Ab- stimmung zum Wort gemeldet, zwei bekundeten, es sei erst nachher geschehen und dies behauptet auch der Reichstagspräsident selbst. Der Direktor des Stenographischen Büros hat die Wahrnehmung ge- macht, daß Wortmeldung und Abstimmungsbeginn gleichzeitig erfolgte, die Schallplatte gibt den Riesenradau wieder, den die Flügelparteien veranstalteten, aber nichts Wesentliches zur Ermittlung der Bor- gänge, die sich zum Teil als Gesten— Handausheben, Hinlegen der Auslösungsurkunde— vollzogen. Als Ergebnis der bisherigen Beweisausnahme kann man fest- stellen: 1. Der Reichskanzler hatte sich verspätet zum Wort gemeldet. 2. Die Auflösung hat trotzdem im Augenblick der Uebergabe formale Rechtswirksamkeit. 3. Deshalb sind die inzwischen vollzogenen Abstimmungsergeb- niste zwar politisch wichtig, aber formell unwirksam. 4. Daß die Auflösung selbst dem Geist und Sinn der Verfassung nicht entspricht, hat der Ausschuß in einer Entschließung mit allen gegen zwei Stimmen festgestellt. An diesen Ergebnissen wird auch durch weitere Vernehmungen, die für Dienstag, 15 Uhr, geplant sind, nichts mehr geändert werden. Die Ladung der weiteren Zeugen, darunter des Reichskanzlers, des Reichsaußcnministers, des Reichsinnenministers und des Staats- sekretärs der Reichskanzlei, sollen nunmehr in der von der Straf- Prozeßordnung vorgeschriebenen Form erfolgen. Gesetzlich sind die so Geladenen zum Erscheinen verpflichtet und sie würden sich beim Ausbleiben zweifellos eines Verstoßes gegen Verfassung und Gesetze schuldig machen— auch wenn eine weitere Aufklärung des Tat- bestandes durch die Vernehmung nicht mehr zu erwarten ist. Politische Bedeutung hat also diese Vernehmung nicht mehr. Das sind die„Ausrechten". Das preußisch« Ministerium des Innern hat dem deutschnationalcn Rechtsanwalt Dr. Everling auf Anfrage mitgeteilt, daß einer Wiederaufnahm« der Tätigkeit des „Bundes der Aufrechten" nichts im Weg« stehe. Der„Bund der Ausrechten" ist im Juli 1322 in Preußen verboten worden, er hat die Ausgab«, die monarchisch gesinnten Kreise zu sammeln. Das sind die„Aufrechten", die es gar nicht erwarten können, bis sie wieder vor einem Kaiser katzbuckeln können. Viel Vergnügen. Landtag mit Llnterbrechungen. Oer vernebelte Kotau der Nationalsozialisten. Am Donnerstag haben die Nazis im Preußischen Land- tag ihren Kotau vor Papen-Bracht, den sie tags vorher versprochen hatten, pünktlich ausgeführt. Sie haben Pfötchen gegeben und durch Annahme eines Antrags, der die Beamten zum Gehorsam gegen die kommissarische Re- gierung verpflichtet, solange diese sich in den Grenzen der Verfassung hält, ihren gemeinsam mit den Kommunisten ge- faßten früheren Beschluß aufgehoben, der die Beamten zum Ungehorsam gegen Papen-Bracht aufforderte. Wenn die Nazis feige zu Kreuze kriechen, so geschieht das natürlich nicht, ohne daß durch fürchterlichen Theaterdonner bei ihren Anhängern der Glaube er- weckt wird, man habe einen siegreichen Heldenkampf geliefert. Dreimal mußte der Naziprüsident Kerrl die Sitzung aufheben, weil seine eigene Fraktion gegnerischen Red- nern durch systematischen Lärm das Reden unmöglich machte. Zweimal war der Deutschnationale Steuer das Opfer, das dritte Mal derStaatsparteilerNuschke. Die Parteilichkeit des Präsidenten Kerrl nahm dabei Dimen- sionen an, die jedem die Schamröte ins Gesicht treiben mußten, der von einem Parlamentspräsidenten auch nur den Schein einer unparteilichen Geschäftsführung erwartet. Keinem seiner randalierenden Parteifreunde krümmte Kerrl ein Haar. Als aber der Staatsparteiler N u s ch k e, der vor- her von dem Fraktionsführer der Nazis, Herrn Kube, als „Filslaus im Hause Masse" bezeichnet worden war, seine Entgegnung mit den Worten begann:„Ich beabsichtige nicht, auf das Niveau des Abgeordneten Kube herabzusteigen", da genügte diese Selbstverteidigung Herrn Kerrl, der das infame Schimpfwort Kubes ungeahndet gelassen hatte, um— ohne vorausgegangenen Ordnungsruf— N u s ch k e kurzerhand von der Sitzung auszuschließen. Schon vorher hatte das Verhalten Kerrls die sozialdemo- kratische Fraktion veranlaßt, Unterbrechung der Sitzung und Einberufung des Aeltestenrats zu verlangen. Mit Fug und Recht geißelte Genosse Leinert den ungeheuerlichen Skandal, daß dreimal am gleichen Tage der Präsident des Hauses von seiner eigenen Fraktion zur Aufhebung der Sitzung veranlaßt worden war. Allerdings habe der Präsident von seinen um- fangreichen Machtmitteln keinerlei Gebrauch gemacht, sondern befriedigt lächelnd zugesehen, daß seine Fraktion so etwas fertigbekomme. In der dann anschließenden Sitzung des Aeltestenrats gab der Präsident nur unverbindliche Erklärun- gen ab. Er brüstete sich einmal wieder mit seiner„Unpartei- lichkeit". Wie er sie gemeint hatte, das bewies gleich darauf der Ausschluß des Abg. Nufchke. Aber all dies lärmende Theater kann doch nicht die Tat- fache aus der Welt schaffen, daß die Nationalsozialisten am Schluß der Sitzung die bittere Pille gehorsam schluckten und ihren Unterwerfungsantrag zur Annahme brachten. Die Sozialdemokratie beteiligte sich an dieser Ab- stimmung nicht. Sie hatte den früheren Beschluß der Nazi- Kozi-Koalition, der die Beamten zur Gehorsamsverweigerung aufforderte, nicht mit gefaßt. Sie hatte nunmehr aber gar keine Ursache, den Urhebern wieder von ihrem eigenen Be- schluß herunterzuhelfen. Es wäre der Sozialdemokratie auch gleichgültig gewesen, wenn eine Beschlußunfähigkeit ent- standen wäre. Aber hier sprang noch das Zentrum für die Nazis ein, indem es Enthaltungsstimmzettel abgab, die die Beschlußfähigkeit sicherten. Der deutschnationale Antrag, der unbedingten Gehorsam der Beamten fordert, war vorher gegen die Antragsteller abgelehnt worden, die Sozialdemo- kratie hatte auch hier nicht mitgestimmt. Der Mittwoch und Donnerstag werden schwarze Tage in der Geschichte des Nationalsozialis- m u s bleiben. Der Lärm, den sie in der Sitzung verursacht haben, ist rasch veichallt. Die Tatsache ihrer U n t e r w e r sung unter Papen-Bracht bleibt als Dauerergebnis be- stehen, und viele Anzeichen sprechen dafür, daß es bei diesem ersten Schritt nicht bleiben wird. Vielleicht aber ist auch diese Unterwerfung der erste Schritt zur— Verbrüderung. Man mag gegen den Deutschnationalen Steuer, den jungen Mann Hugenbergs, allerhand einzuwenden haben. In einem hatte er doch recht: Herr Kube, der jetzt so wortgewaltig gegen Aristokratie und Reaktion schmettert, hat als Sekretär des konservativen Führers von Heydebrand der Aristokratie und der Reaktion treu gedient, er hat das altpreußische Drei- klassenwahlrecht und das Herrenhaus bis zum letzten ver- teidigt,— derWegdahinzurückistfürKubenicht schwer! Folgen deutscher Abwesenheit. Man hofft noch auf Einigung mit der deutschen Völkerbundsdelegation. Genf, 22. September.(Eigenbericht.) Das Büro der Abrüstungskonferenz hat am Donnerstag in zwei Sitzungen die praktisch« Eriedigung seines Arbeitsprogramms durchberaten. Mit der Erledigung der wefent- lichen Fragen wurden die Kommissionen betraut. Der Rest wurde vertagt bis nach der Vollversammlung des Völkerbundes. während deren Dauer das Büro feine Arbeiten aussetzt und Präsident Henderson nach England fährt. Am Vornüttag wurde B o u r q u i n- Belgien zum Bericht- crstatter über die Frage der Abrüstungskontrolle ernannt. Er soll in Zusammenarbeit mit den übrigen Delegationen seinen Bericht nach der Volloersammlung vorlegen. L i t w i n o w ver- langte, daß der russische Vorschlag aus Beteiligung der Arbeiterschaft in der Kontrollkommission in den Bericht einbezogen werde. In bezug auf die Abschaffung der Luftbombardements wies Madariaga- Spanien daraus hin, daß ohne Abschaffung der Bombenflugzeug« gar nichts erreich! werde. Auch könne ohne Teilnahme Deutschlands die Frage der Zivilluftfahrt nicht entschieden werden. Man vertagte daher die Aussprache hierüber auf Montag in der Hoffnung, bis dahin mit der am Donnerstag in Gens eingetroffenen deutschen Völker- bundsdelegation doch noch zu einer Verständigung über deren Teilnahm« an den Büroberatungen kommen zu können. Buero, der Präsident der Landkommission, wurde zum Berichterstatter über die Begrenzung der schweren Artillerie und der Tanks ernannt. Die Erörterung der Kontrolle von Waffenhandel und Waffen- Herstellung wurde einem Komitee überwiesen, in dem 1? Staaten vertreten sind. Da die großen Seemächte sich bisher über irgend- ein« Seeabrüstung noch nicht einigen konnten, soll diese Frag« vorläufig weiter offen bleiben. Die Seemächte sollen das Büro sedoch aus dem laufenden halten. Dem italienischen Juristen Pilotti wurde die Berichterstattung über dos Verbot der chemischen Kriegsführung sowie die Maßnahmen bei Verletzung dieses Verbots übertragen. Endlich wurde der Versuch Litwinows, nunmehr die politischen Fragen als Grundlage jeder Ab- rüstung z u e r st zu beraten, von Sir Zohn Simon sofort erstickt mit dem von der Mehrhett erleichtert aufgenommenen Vorschlag. während der Tagungspause gewisse Fragen erst einmal durch Ver» Handlungen zwischen den interessierten Dele- g a t i o n e n zu klären. Wiederum hat also die deutsche Regierung eine große Gelegen- heit nicht wahrnehmen können, um mit der Darlegung ihres Gleichberechtigungsanspruches vor die Weltöffentlichkeit zu treten. Man versteht die Genugtuung Paul B o n c o u r s, mit der er auf die ständig« Bereitschaft Frankreichs hinwies, zu jedem gewünschten Zeitpunkt seinen Sicherhettsatrspruch öffentlich zu diskutieren, man versteht auch, daß Herriot am Mittwochabend be- ruhigt nach Paris fuhr, nachdem er sich den Tag über nur in Genf bereitgehalten hatte, sofort in die Debatte über Deutschlands Ab- lehnungsgründ« eingreifen zu können. (Schwarzbraunes Schweigen. Abschwächungsverfuch im„Deutschen". Nationalsozialisten und Zentrum haben sich bisher zu den Enthüllungen des Genossen Otto Wels über dieschwarzbraunenKoalitionsoerhandlun» gen mit keinem Wort geäußert. Stattdeffen versucht das Organ der christlichen Gewerkschaften,„Der Deutsche", am Donnerstagabend die Richtigkeit der Enthüllungen anzu- zweifeln. Es führt zu diesem Zweck einen Verlegenheitstanz auf, der die Absicht des Ablenkungsmanövers deutlich er» kennen läßt und schließlich doch auf eine Bestätigung der Eni- hüllungen von Otto Wels hinausläuft. Tatsächlich sind diese Enthüllungen in keinem Punkt zu bestreiten._ Radikale Maulaufreißer. Es ist nichts zu dumm.. Das dümmst« Zeug wird von der kommunistischen Press« nicht verschmäht, wenn es gilt, gegen die Sozialdemokratie zu Hetzen. Die „Welt am Abend" leitet einen gewöhnlichen Reklameseldzug für Abonnenten mit der albernen Bemerkung«in, die sozialdemokratische Presse und die Sportpalastversammlung seien bemüht, Stützen der Präsidialregierung zu werden. Rur Leser, die weder einen Blick in unsere Presse werfen dürfen noch die Reden unserer Genossen gehört haben, die überhaupt bar aller politischen Bildung sind, können solchen Quatsch ernst nehmen. Wenn irgend jemand den diktatori- schen Mächten in Deutschland Vorschub leistet, dann sind es die „radikalen" Herrschaften, die gemeinsam mit Nationalsozialisten und Deutschnationalen jede demokratische Regierungsbildung unmög- lich machen. Die Kommunisten beschweren sich heuchlerisch, weil die Sozialdemokratte die Beseitigung von Braun und Severing nicht mit proletarischen Kampfmitteln, mit Generalstreik oder gewalt- samem Widerstand beantwortet hat— aber sie selbst haben mit Nazi- und Hugenberg-Leuten dies« Minister durch Mißtrauensvoten gestürzt. Erst stürzen und dann bei der Durchführung des eigenen Verlangens gen«ralstreiken, diese Albernheit war selbst den bravsten kommumsti- schen Kämpfern zu viel. Sie merken, daß die„Welt am Abend" fortwährend zum wirk- lichen, ernsten, tatsächlichen Kampf auftuft, selbst aber nie anders als mit dem Maule gekämpft hat. Gefängnis für Hochverrai. Wegen des Drucks von KpD.'Schristen verurteilt. Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte den Betriebsleiter Müller aus Berlin wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Unterstützung einer staatsfeind- lichen Verbindung zu einem Jahr acht Monaten Gefäng- nis, während der Mitangeklagte Buchdrucker Staedtler mangels ausreichenden Beweises freigesprochen wurde. Beide Angeklagte waren im Betrieb des Buchdruckereibesitzer« Rowakowitz in Neukölln tätig, der wegen Herstellung hochverrät«» rischer kommunistischer Kampfschristen bereits vor acht Tagen vom Reichsgericht zu 2',? Iahren Festung verurteilt wurde. Nach der Verhaftung von Nowakowitz war der Druck des kommunistischen Aufstandslehrbuchs„Oktober" in dem unter Leitung ds« Müller stehenden Bettiebe fortgesetzt worden. Die Nazis wollten Bracht! Oeutsthnationale Enthüllungen im Landtag. In der Donnerstagssitzung des Landtags begründete nach der Red« des Deutschnattonalen Steuer Abg. Dr. Nicolai(Natsoz.) den Rückzugsantrag seiner Fraktion. Dieser lautet: „Soweit di« Reichsoerfassung und di« Verfassung des Landes Preußen von h«r am Ruder befindlichen Regierung gemäß dem von ihr beschwrenem Eid geachtet und durchgeführt wird, ist es Pflicht der Beamten und staatlichen Angestellten Preußens, die Verfassung eben» falls zu a ästen und zu schützen." Der Redner erklärt, seine Fraktion habe seinerzeit dem kommu- nistischen Antrag zugestimmt als Wa rnungandieRegi«rung, sie soll« auf dein Weg« der Biegung der Berfassung nicht weiter- schreiten. Die Nationalsozialisten hätten keinen Rückzug gemacht, sie versuchten nur, die Fassung des Beschlusses, die zu Zweifeln hätte Anlaß geben können, durch eine Formulierung zu ersetzen, di« keinen Zweiiel mehr zulasse.(Lachen links.) Darauf werden Sie Verhandlungen zur Vornahm« von Abstimmungen unterbrochen. Auf Vorschlag d«s Geschäftsordnung««� chusses wird in« Aushebung der Immunität von Abgeordneten in fünf Fällen versagt. Aus Antrag des Bechksanwalls Frank ll- München emvkiehlt der Ausschuß die Aufhebuna der Zmmun'kät des Abg. Dr. Braun (So;.), des früheren preußiscken Ministerpräsidenten, zur Durch- sührung einer Privalklage Adolf Hitlers. Dieser Antrag wird jedoch mit 200 gegen lg? Stimmen abgelehnt. Das Haus stimmt dan» über zahlreiche Anträge zu Berg- werksfrogen ab. Angenommen werden im wesentlichen di« Anträge des Handelsausschusses. Das haus fetzt hieraus die unterbrochene Aussprache fort. Abg. Vuqdahn(Eoz.): Wer den Schmerz des Herrn Steuer, der hier vor einer Stunde zum Ausbruch kam. ganz verstehen will, muß beobachtet hab«n, welche Hoffmmgsseligteit Herr Steuer hier wegen der nationalen Mehrhett, die jetzt errungen sei, zur schau getragen hat. Herr Steuer hat sich die Erfüllung seiner Sehnsucht aber wobl ganz anders vor» gestellt, als es heute gekommen ist.(Lebhafte Zustimmung.) Unser Urantrag über den Besuch des Herrn Kerrl beim Reichs- Präsidenten soll ein für allemal klarstellen, daß der Landtagspräss- dent zu solchen politischen Verhandlungen des Auftrags des Land- tags bedarf. Herr Kerrl hat keinen Auftrag gehabt, beim Reichs- Präsidenten die nacksträglicke Billigung der Einsetzung des Reichs- kommissars in Preußen auszusvrecken, den Erlaß ein«r Notverord- nung zur Abänderung der Aeschästsordnung zu verlangen und be- stimmte Vorschläge für die Reichsreform zu unterbreiten. Die Nalionaliozialsslen beichweren licb jetzi so llark über den Reiclvckommlssar in Drenßen. Dabei bat Herr Kube am Tage der Einletzuna des Reichskommissors in Hamburg davon ge- gesprochen, daß jebk eine neue Evocbe in Breuben beginne, nachdem der Reichspräsidenl sicb enlsästoflen habe die Herren Braun und Severing„abzuservieren". Herr Kube bat auch oesoqt:„Jetzt kommen wir!" Gekommen ist aber der Besuch d«s Herrn Kerrl beim Reichspräsidenten zur Ein- legung einer Derwahruno gegen den Reichskommillar. Herr Lohfe hat di-- eidesstattliche Bersicherung abgegeben, er wisse nichts davon, daß Hitler und �ie Nationalso-ialilten die Regierung spgven gebilligt hätten. Herr Steuer hat es heute aber sehr deutlich herausoefagt, daß die einzigen, die seinerzeit gefragt worden seien, die Nationalsozialisten gewesen sind. Wenn heute �«r natmnalsoüalilt-lch« R-dner erklärt hat, von einem bestimmten.Zeitpunkt an Hab« seine Fraktion nickt mehr rnft der Regierung Papen mfammencv-beu können, lo enthält diese Bemer- kung auch das Bekenntnis, daß sie«s bis dahin getan hat. Zedenkolls lind die Nallougllozlali''ten schuld daß ln Preußen jetzt Dr. Bracht regiert Ohne Hitler kein Papen und ohne Kub« kein Bracht! Zu den Äonilitt'anträgen erklärte der Redner, die Erklärung des Abg Dr. Nicolai(Natsoz.), man habe mit dem neuen Antrag eine Formulierung geben wollen, um eine mißverständliche Fassung zu ersetzen, könne wenig überzeugen. Die Nationalsozialisten hätten eben einem mißverständlichen Antrag überhaupt nicht zustimmen dürfen. Allerdings fei das, was jetzt vom Herrsnklnb und von der Reichsreqierung aus diesem Antrag berauskonltruiert iverde. an den Haaren herbeigezogen. Bezeichnend fei die Aeußerung der„Deutschen Zeitung", der angenommene Antrag erschüttere die Staats- outorität und mühe vom Reichspräsidenten zum Anlaß genommen werden, den Landtag durch Notverordnung auszulösen. So weit sei man gegangen! Daraus erkläre sich auch jetzt die Sorge der Nationalsozialisten! Die Sozialdemokraken seien aber nur Zuschauer bei dem Spiel. das mit dieiem Antrag getrieben würde. S'e könnten den Na- tionalsozialistcn nur lagen: Sehen Sie nvr selbst zu wie Sie das von Ihnen gefürchtete Schicksal der Auflöivnq des Landtags ab- wenden können und wollen. Denn trotz aller starken Worte könnten die Nationalsozialisten nicht darüber hinwegtäuschen, daß ihre Erklärung gestern und ihr Ber- halten heute diktiert sei von der Furcht vor Neuwahlen auch in Preußen.(Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Die Sozialdemokratte fürchte Neuwahlen in Preußen nicht. Sie werde auch bei diesen Wahlen mit dem alten Kampfgeist, den sie immer auszuweisen habe, wenn es für die Freiheit der Arbeiterklasse und di« Freiheit des Bolkes gel)«, kämpfen.(Lebh. Beifall bei den Soz.) Abg. koenen(Komm.) spricht von der Zuschauerrolle der SPD.. die nichts andeces sei als die schützerrolle für die Bapen-Diktatur. Nur ein politischer Massenstreik, der das Ziel der KPD, sei, werde die Papen-Diktvtur beseitigen.(Lebhafter Beifall bei den Komm.) Abg. Borck(Dnat.) betont, daß es sich für die Deutschnattonalen darum handle, die Staatsautoritäl zu festigen, nicht darum. Demo- kratte und Parlamentarismus zu verteidigen. Auch wir sind der Meinung, daß der Landtagspräsidem im Namen des Landtags poli- ttsch« Verhandlungen nicht führen kann. Wir bedauern außerordent- lich, daß der Vorsitzende des marxistenfreien Prästdiums in diesem Hause es nicht fertiggebracht hat, einem nationalen Redner Ruhe zu verschaffen.(Zustimmung bei den Deutschnattonalen.) Wir sehen darin eine grobe Pflichtverletzung des Präsidenten und stimmen deshalb dem Mißbilligungsantrag zu. Abg. Stendel(DVp.) erklärt, daß der am 30. August ange» nmnmene Antrag darum so ungeheuerlich gewesen sei. weil hier ein Urteil gefällt wurde, obwohl eine ganz andere Justiz, nämlich der Staatsgerichtshof allein, über Verfassungsfragen zu entscheiden hat. Abg. Nuschke(Staatsp.) ist der Ansicht, daß Präsident Kerrl seine Präsidenterbefugnisse erheblich überschritten habe. Was den Veamtenbeschluß vom 30. August angehe, so handle es sich dabei um ein sehr beträchttiches Kapitel. Diese Angelegenheit sei nur durch klare Aufhebung des Beschlusses aus der Welt zuschasfen. Abg. veidt(Chr.-Soz.) stimmt dem deuffchnoti analen Antrag auf Aushebung des damaligen Landtagsbeschlusses gleichfalls zu und begrüßt, daß die Regierung den Parteien die starke Hand gezeigt habe. Abg. Biester(Dt.-Hann.) erklärt, die Nationalsozialisten seien um die Rolle, die sie jetzt spiellen, nicht zu beneiden. Abg. k.'ibe sNatsoz.) wendet sich gegen Ausführungen des Abg. Nuschke, Der Redner lehnt dann nockmals den deutschnattonalen Antrag ab und erklärt, sollte Dr. Bracht glauben, Folgerungen aus dem heuttgen Abstimmungsergebnis ziehen zu müssen, so werden wir auch dos mit Humor zu ertragen wissen. Harzburger Gnihüliungen. Als Abg, Steuer(Dnat.) das Wort nimmt, verlassen dl« Na- tionalsozialistcn wiederum den Sitzungssaal, Nach seinen ersten Worten wird ihm von der äußefften Rechten zugerufen:„Juden- junge!" lGroße Heiterkeit.) Die Einstellung des Abg. Kube zu Herrn Dr Bracht hat sich sehr beträchtlich geändert Unmittelbar nach der Wahl des neuen Landtags, als dos große Rätselraten be- gann, wen die Nattonalsozialisten als Kandidaten für die Minister- Präsidentenwahl herausstellen würden, hat mir ein iehr maßgebendes Mffqlied dieser Partei gesagt: Wir haben nicht die Absicht, einen Parleimann herauszustellen. sondern einen sehr hervorragenden Oberbürgermeister einer west- lichen Großstadt(Lebhaftes Hört! hört! bei den Deutschnatio- nalen.— Zuruf bei den Natsoz.: Der war schlecht oriegliert!) Dieser schlecht insormftrte Mann war Zl,r(zu den Natsoz.) eigener Fraktionssührer.(Heiterkeit.) Wenn die Nationalsozialisten den deutschnationalen Antrag ablehnen und von einem kaudinilchen Joch reden, so muß man doch seststellen, daß sie iett gestern im Dauerlauf durch das koudinifche Joch oes Ein- geständnisses ihrer Fehler gehen.(Heiterkeit.) Ein hierauf von den Nationalsozialisten eingebrachter Antrag auf Schluß der Aussprache wird gegen die Stimmen der National» sozialisten abgelehnt, Abg. Nuschke(Staatsp.), mit Gelächter und Rufen der National- sozialisten empfangen, bleibt trotz Einschaltung des Lautsprechers fast unverständlich, da hei den Nationalsozialisten laute Unterhaltung ein- setzt, die vom Präsidenten Kerrl nicht unterbunden werden kann. Der Präsident verläßt schließlich seinen Platz und die S'tzung ist damit abermals unterbrochen. Noch Wiedereröffnung der Sitzung verlängt Abg, Leinert lSoz.) .zur Geschäfteordnung das Wort und protestiert nachdrücklich gegen das Derhalten der Nationalsozialisten. Es sei ein Skandal, daß durch die Nationalsozialisten Redner anderer Frakttonen systematisch an der Ausübung ihres verfassungsmäßigen Rechtes, im Landtag ihre Meinung zu sagen, gehindert würden. Ein Antrag des Abgeordnet.m Leinert(Soz.) aus Unterbrechung der Sitzung, damit der Aettestenrat zu den Borgängen Stellung nehmen könne wird von allen Parteien gegen di« Nationalsozialisten angenommen. Die Sitzung wird zum vierten Male unterbrochen. Nach etwa einstündiger Unterbrechung wird di« Sitzung wieder eröffnet, Abg, Nuschke(Staat-p,). der das Wort erhält, um sein« vorhin unterbrochenen Austührungen fortzusetzen, erklärt: I ch h o b« nicht die Absicht, auf das Niveau des Herrn Kube herabzusteigen. Bei den Nationalsoziali st en entsteht bei diesen Worten wieder große Unruhe, Man hört Rufe: Das ist eine neue Provo- kation! Unerhört! Unverschämtheit! Abg. Kube(Natsoz.) droht dem Redner mit der Faust. Der Präsident schließt den Abg. Nuschke von der Sitzung aus! Der deutschnational« Antrag wird mit 208 gegen 33 Stimmen bei 4b Stimmenthaltungen abgelehnt. Die Sozial- demokraten beteiligten sich nicht an der Abstimmung. Es folgt die namentlich« Abstimmung über den national- sozialistischen Antrag. Für den Antrag stimmen die Nationalsozialisten, dagegen u. a. die Kommunisten, Deuttchnationole" und die Deutsche Volkspartei. Vom Zentrum werden Enthaltungekartcn abgegeben, wäh end sich di« Sozialdemokraten wiederum nicht an der Abstimmung beteiligen. Der nationalsoz'alistische Antrag wird mit lSS gegen 86 Stimmen bei 45 Enthaltungen angenommen. Der sozialdemokratische Mißbilligungsantrag gegen den Präsi- deuten kerrl wird dem versasiungsousschuß überwiesen. Das Haus vertagt sich auf Freitag 10 Uhr. Auf der Tages- ordnung steht u. a. die zweite und dritte Lesung des nationalsozia- listischen Antrags auf Vorverlegung der Gemeindewahlen. „Ludenjunge". Oer Oant vom Hause Harzburg. Herr Steuer, der junge Mann Hugenbergs im Landtag, ist keineswegs ein Adonis, er ist erst recht nicht, was sich die Volks- Meinung unter einer germanischen Reckengestalt vorstellt. Auf einem zu kurz geratenen schwammigen Körper, durch einen Fetthals mit diesem verbunden, thront ein Spitzschädel mit einem beweglichen Mausgesicht. Die winzigen Aeugelein wandern hin und her, die großen Lippen sind meist wie zu einem höhnischen Pfeifen gespitzt. Obendrein hat die Natur ihm noch eine mißtönende Fistelstimme eingebaut, die schon zu mancher Heiterkeit Ursach« gewesen ist. Aber natürlich— dafür kann Herr Steuer nichts. Der Landtag hat denn bisher auch stets über seine körperlichen Unzu- länglichkeiten hinweggesehen. Aber am Donnerstag, als Herr Steuer es mit den Nazis verdorben hatte, war es auch mit dieser Schonung vorbei. Wie Herr Lothar Steuer, pfiffig lächelnd das Rednerpult betrat, brandete ihm aus den Reihen der untreu gewordenen Harz- burger, Konkurrenz der Kampfruf entgegen:„I u d e n j u n g e!" Der Präsident Kerrl hörte, wie gewöhnlich, nicht, was bei seiner Fraktion vorging. Dagegen sollen einige jüdische Abgeordnete gegen die Bezeichnung de» Herrn Steuer als„Judenjunge" lebhaft pro- testiert haben. Aufbauwillige prügeln sich. Etennes gegen Hitler. In der Nacht zum Mittwoch wurde auf die Schnitterkaserne des Gutes Osterne bei Zehdenick ein politischer Ueberfall verübt. Die Arbeitsdienstfreiwilligen des Arbeitslagers Bödingen, die poli» tisch der Stennes-Richtung angehören, hatten ieit längerer Zett mit den Schnittern, die Anhänger der NSDAP, sind. Streitig- leiten. Sie bewaffneten sich nun in der Nacht mit Kartoffelhacken, Spaten, Sensen und sonstigen Feldgeräten, drangen unter Anführung ihres Aufsehers Borchardt in die Schlafsäle der Schnitter ein und überfielen sie in ihren Betten. Es kam zu einer blutigen Saalschlacht, bei der drei Personen schwer und einige andere leicht oerlegt wurden. Einberufung des Auswärtigen Ausschusse» gefordert. Die kom- munistischen Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags haben die sofortige Einberufung des Auswärligen Ausschusses be- antragt, und zwar mit folgender Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der durch die deuffche Rüstungsnote an Frankreich geschaffenen Lage; 2, Bericht über die Lausanner Konferenz. vi« Zentrumssraktion de» Donnerstag Prosejjor Dr. Lau Landtag, wählte ihrem Vorsitzenden. am Moritz abermals verurteilt. 90V M. Geldstrafe für Beleidigung des Genossen Kuttner. Nach zweitägiger Verhandlungsdauer fand am Donnerstag eine Berusungsoerhandlung vor!>er vierten Strafkammer des Land- gerichts II ihren Abschluß, die sich gegen den sattsam bekannten Moritz, den Verfasser der„Gefesselten Justiz" richtete. Gegenstand der Anklage bildete ein Artikel in der Zeitschrift„Der Deutschen- spicgel", in dem Moritz dem Abgeordneten Genossen Kuttner vorwarf, er habe in einem von Kuttner gewonnenen zivilen Unterlassungs- Prozeß einen Meineid leisten wollen. In erster Instanz war Moritz auf Grund der Notverordnung zu drei Monaten Ge- f ä n g n i s, der Herausgeber des„Deutschenfpiegels", Häuber, zu 2I1l) M. Geldstrafe verurteill worden. Die umfangreiche Beweisaufnahme ergab, daß alle Zeugen, insbesondere auch die Mitglieder des Kammergerichts- s e n a t e s, vor dem die Unterlassungstlage Kuttners gegen Moritz stattgefunden halle, die Behauptungen des Moritz in vollem Umfang widerlegten. Daraus versuchten es Moritz und feine Verteidiger mit dem nicht mehr unbekannten Kniff, daß sie die politische Tätigkeit Kullners zum Gegenstand der Bsr- Handlung machen wollten. Damit hatten sie aber kein Glück. Als Moritz im Brustton der Entrüstung hinausschmetterte, daß Kullner in satirischen Gedichten die Schlemmereien eines Teils des allen Offizierskorps im Kriege auf Kosten der Mannschaften kritisch beleuchtet hahc, konnte Genosse Kuttner einen Artikel des ehemaligen Proviantamtsinspektors Moritz dem Gericht vorlegen, der nach dem Zusammenbruch von Moritz in der sozialdemokratischen Presse veröffentticht worden war und in dem Moritz auf Grund besonderer Sachkenntnis die Bevorzugung und Schlemmereien des Osfizierskorps geißelte. Allgemeines Schmunzeln! Das Gericht lehnte schließlich die Beweisanträge der Angeklagten als nicht zur Sache gehörig ab. Trotz ssiner eklatanten Niederlage tonnte Moritz noch von Glück sagen. Der Gerichtshof verwarf zwar im ganzen die Berufung und schloß sich den Gründen des Vorderurteils in allen Punkten an, besonders betonte er in seiner Begründung, daß das, was Kuttner im Zivilprozeß gegen Moritz habe be> schwören wollen, in jedem Punkte der Wahrheit ent- sprachen hat. Aber er verschonte Moritz mit der Notverordnung, indem er für möglich erachtete, daß er an die Wahrheit seiner Beschuldigungen geglaubt habe. Deshalb sah das Gericht von einer Gefängnisstrafe ab. Immerhin hielt es angesichts der Schwere der Beleidigung und des vollkommenen Mißlingens des Wahrhells- beweises eine sehr hohe Geldstrafe für angemesien und erkannte auf Sllli Mark, indem es für jeden Tag der von der Vorinstanz erkannten Gefängnisstrafe 10 Mark einsetzte.— Von neuem ist damit die Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit dieses „Justiztritikers" ins rechte Licht gestellt. Schwierigkeiten in Schweden. Hansson wartet die Parteientscheidung ab. Stockholm, 22. September(Eigenbericht.) Die schwedische Regierungskrise zieht sich in die Länge. Der für Freitag vorgesehene Regierungswechsel ist hinaus- geschoben, da die Zusammensetzung des neuen Kabinetts auf Schwie- rigkeiten stößt. Der sozialdemokratische Abgeordnete Per Hansson hat den an ihn ergangenen Auftrag der Regierungsbildung immer noch nicht offiziell angenommen, da auch die für Donners- tag einberufene zweite Sitzung des sozialdemokratischen Parteivop- standes noch, zu keiner Entscheidung über die Gestaltung der neuen Regierung geführt hat und die Beratungen am Freitag fortgesetzt werden sollen. Die Verhandlungen Per Hanssons mit den Vertretern der frei- sinnigen Volkspartei sind bisher über den Rahmen einer rein persönlichen Fühlungnahme nickst hinausgelangt. Rumäniens Pferdekur. Ganierunq. nach Genfer Rezepten.- Gefängnis für Eteuerdrückcberger.- Gteuerquittung geht vor Lohntüte Bukarest, 22. September.(Eigenbericht.) Die Finanzsachverständigen des Völkerbundes, die sich zwei Wochen in Bukarest zur Ausarbeitung eines Reformprogramms für die Sanierung der vollständig zerrütteten Staatsfinanzen ausgehallen haben, sind nach Genf zurück- gekehrt. Mit ihrem Einvernehmen hat die Regierung jetzt dem Parlament die ersten Gesetzvorlagen für die Wiederherstellung ge- ordneter Finanzen zugehen lassen, die Maßnahmen von seltener Rigorosttät vorsehen. Einer der Entwürfe, der sich mit der Steuereintreibung befaßt, bestimmt, daß Steuerzahler, die sich zwei Jahre hindurch der Eintragung in die Steuerrollen entzogen haben, mit Gefängnis sowie dem Verlust ihres aktiven und passiven Wahlrechts bestraft werden. Jeder staatliche, kommunale und private Arbeitgeber wird verpflichtet, seine Angestellten und Arbeiter nur dann zu entlohnen, wenn sie die lausenden Steuerquittungen vorweisen können. Liegen dies« nicht vor, so hat der Arbettgebcr die Steuern vom Gehalt bzw. Lohn abzuhalten und an den Fiskus abzuführen. Ebenso ist jeder Mieter verpflichtet, die Mieten an den Hauseigentümer nur gegen Steuerquittung zu bezahlen. In anderen Gesetzentwürfen sind drastische Sparmaßnahmen für sämtliche Ministerien und Behörden vorgesehen. Bis zum 1. Januar 1933 dürfen Ernennungen und Beförderungen von Staatsbeamten nicht mehr vorgenommen werden. Alle Aufwandsgebühren, Ent- jchädigungen usw. für Beamte fallen fort. Innerhalb eines Jahres sollen bis 25 000 Beamte und private Angestellte des Staates zur Entlassung kommen. Die Demokratie ist schuld! Und wie stebts in Italien? Gegenüber all den Ländern Europas und Amerikas mit ihrer großen Arbeitslosigkeit wird Italien meist hingestellt als ein Ideal- land für das arbeitende Volk. Wie ist aber die Lage für den Ar- beitnehmer in Wirklichkeit? Das industriearme Italien hat— nach amtlicher Meldung— einen steigenden Stand der Bollarbeilslofen von Ende Januar bis Ende Februar 1932 von 1 051 321 auf 1 147 945. In der gleichen Zeit des vorhergehenden Jahre« zählte Italien nur 755 325 Arbeitslose. Von den 1 147 945 Arbeitslosen werden nur 303 000 unterstützt. Diese Zahlen sind von faschistischen Aemtern aufgestellt und daher sicher nicht übertrieben. Sie zeigen, daß die Diktatur kein Heilmittel gegen die kapttalistische Krise ist. es muß Die starken Männer. }/}\ \ i?\ /jä- Bracht:„Oer Fall wäre erledigt.- Sie sind zu Kreuze gekrochen. Revolverjournalistik im„Angriffs Ohnmächtige Wut über unsere Feststellungen gegen Goebbels. Erpressermethoden sollen helfen. Wir haben vor einigen Tagen wiedergegeben, wie oppo- sitionelle Nationalsozialisten einen Vergleich gezogen haben zwischen der Demagogie des Herrn Goebbels gegen die„feinen Leute" und seinem persönlichen Benehmen. Diese Veröffentlichung ist Herrn Goebbels um so mehr auf die Nerven gegangen, als die oppositionellen Stimmungen namentlich in der SA. anwachsen. Herr Goebbels hat uns eine Berichtigung ge- sandt. Wir haben die Unwahrhaftigteit wichtiger Punkte dieser Berichtigung sofort nachgewiesen, und zwar unwiderleglich! Eine Antwort oder eine Widerlegung unserer' Feststellungen war Herrn Goebbels nicht möglich. Er läßt jetzt laut ausschreien, daß er unswegenBe- l e i d i g u n g verklagt habe. Gut! Herr Goebbels ist seinerzeit mit seiner unwahren Nenommage über seinen Auf- enthalt in belgischen Gefängnissen für Herrn von Hindenburg grausam hineingefallen. Er wird diesmal noch grausamer hereinfallen! Zugleich aber muß das Blatt des Herrn Goebbels, der „Angriff", nach der Manier von Preßbanditen über uns her- fallen. Wir geben diesen Erguß ohnmächtiger Wut und innerer Gemeinheit hier wieder: „Dir nun. lieber, guter„Vorwärts", ein treugemeinter Rat: Wenn du jetzt auch nur noch einen Ton meckerst und deine schmutzigen Pfoten noch einmal in das anständige Privatleben unserer führenden Parteigenossen hineinsteckst, wenn du, oller„Vor- wärts", jetzt nicht augenblicklich wie ein geprügelter Hund in die Ecke gehst und kuschst, dann werden wir in unseren nächsten Rum- mern mit solchen Veröffentlichungen, die uns an sich äußerst widerwärtig sind, zu denen wir uns aber gezwungen sehen, wenn nun einmal das persönliche Leben von führenden Polllikern ange- tastet werden soll, fortfahren. Wir haben sie bisher aus Sauber- keitsgefühl in unseren Schubladen bewahrt und uns nur im stillen darüber belustigt; wir werden dann aber auch der Oefsentlichkeit Gelegenheit geben, sich daran zu delektieren. Wir würden beispielsweise einer staunenden Mitwelt Phoio- graphien aus dem privaten und Liebesleben bekannter s o- zialdemokratischer Polizeipräsidenten bringen. Ja, wir würden nicht einmal davor zurückschrecken, der Welt in Faksimile- bliesen zu erzählen, wie ein ehemaliger sozialdemokratischer p r e u- ßischer Innenminister auf Freiersfühen wandelt, damit es in dieser ohnehin so tristen Zell etwas zu lachen gibt. Also, Herr Severing, machen Sie sich auf die Bein« und rufen Sie Ihre wildgewordenen Schreiberseelen in der Lindenstraße zur Ordnung. Und du, oller„Vorwärts", kusch wie ein getretener Köter, sonst klopfen wir dir auf die frechen Pfoten." Das ist mit einem Wort: Revolver iounalis- m u s! Um einen Anfang zu machen, veröffentlicht der„An- griff" ein Gruppenbild mit Severing. Das völlig harmlose Bild ist im Oktober 1921 auf einem Abend der Gesellschaft der Rheinländer im Zoo aufgenommen. Das ist ein klägliches Entlastungsmanöver für Goebbels! Für die erpresserischen Drohungen der Ge- kellen, deren Methoden gerade jetzt im Prozeß des Polizei- Vizepräsidenten Weiß gegen den„Angriff" am Pranger stehen, haben wir nur kalte Verachtung. Heraus mit den Sachen aus den Schubladen, niemand hat etwas zu fürchten I Wir entlassen Herrn Goebbels nicht aus der Klemme, in der er ist! Sein Privalleben an sich ist uns gleichgültig. Nach- dem er aber die gröbste Demagogie gegen die„feinen Leute" betreibt, sich gewissermaßen als Mann der schwieligen Faust vorstellt, stellen wir den Unterschied zwischen seiner Demagogie und seiner privaten Lebensführung fest. Daß Frau Goebbels, gehüllt in eine Wolke von weißem Chiffon, die Exkronprinzeffin beknickste, stimmt nicht mit den Reden des Herrn Goebbels gegen die Reaktion und die feinen Leute überein. Es war die feudalste, reaktionärste Gesellschaft, in der sich dies ereignet hat, es war die Creme jener Gesellschaftsschicht, die hinter dem Herrenklub und Papen steht, in die Frau Goebbels Eingang gesucht hat! Diese Feststellung schlägt die Demagogie eines Goebbels tot. DieseFe st stellungist wahr, richtig, beweisbar! Bitte, Herr Goebbels, lassen Sie sich das vor Gericht bescheinigen! Stoßen Sie"doch das Urteil des Landgerichts Berlin in Sachen Albertus-Magnus-Berein um— wenn Sie können, Herr Goebbels! Rollen Sie doch diesen Prozeß noch einmal auf! Diese Feststellungen bleiben, und sie zeugen gegen Sie! Sie werden bleiben, und sie werden nicht ruhen, wenn auch Ihre journalistischen Handlanger mit den erbärmlichsten Erpressermethoden dagegen ankämpfen, die nur den beschmutzen, der sie anzuwenden befiehlt, und den, der sie ausübt. immer wieder berücksichtigt werden, wie klein im Verhältnis die ganze Industrie Italiens ist. Nicht die Diktatur, nur der Sozialismus kann die Krise über- winden! (Hin Gewinn für die NSDAP. Solche Seelen finden fich' Unter der Stichmarke:„Don der SPD. zu Adolf Hillerl* ging durch die gesamte Nazipresse Deutschlands ein Brief, unterzeichnet: Hermann Wächter, Mannheim. Iungbusthstraße 36. Der Briefschreiber schildert, wie er als Wanderer in einem hessi- schen Dorf«, auf sein« Mitgiieoschaft im Reichsbonner(angeblich seit 1924) und Partei(angeblich seit 1919) pochend, kein Unterkommen und keine Verpflegung umsonst bekommen Hab« von den.Bonzenwirten". Er habe sich dann an den Naziwirt des Ortes gewandt, und dieser habe ihn unentgeltlich behekbergt, obwohl er ihm das SPD.-Buch gezeigt Hab«.„Ich hatte bisher ein ganz falsches Bild von ver NSDAP.." schließt der von der Redaktion wahrscheinlich diktierte Brief dieses überzeugten Klasienkämpfers. Da er wenigsten« den Mut hatte, Namen und Anschrift zu veröffent- lichen, fragten wir bei unseren hessischen Genosi«, in Mannheim an, was für Federn der Vogel hatte und erhielten folgend« Antwort: „Hermann Wächter war ungefähr zwei Jahre bei uns tu ZNannheim. Zu dieser Zeil hat er weder einen Beitrag in der Partei noch im Reichebanner bezahlt. Dagegen verstand er ausge- zeichnet, von verschiedenen Genossen manche Bar- und Sachuuler- stühung zu ergattern. Wenn wir ihm auch dauernd mit Miß- trauen begegnet sind, verstand er es doch immer wieder, bei Reichs- bannerkameraden oder Parteigenossen herumzuschmarohen. End- gültig zeigten wir ihm unsere kalte Schulter erst dann, als wir er- .fuhren, daß er auch bei den Kommunisten sich verlrauen verschassen wollte. Sein Verhalten, das er bei ench an den lag legt, wundert uns daher nicht, sondern wir sind der Meinung, daß er jetzt am richtigen Platze ist. Freiheit! Z. Sommer. Mannheim." Wie wir uns schon dachten! Einer, den die Not der Zeit seine schönsten Anlagen zur Entwicklung kommen ließ, sein«„Gesinnung" bekommt der Meistbietende. Anscheinend sind im Augenblick die Nazis die besseren Zahler. Aemkerzusammenlegung in Rheinland-Westfalen. Wie der Amtliche Preußisch« Pressedienst mittellt, ist durch Erlaß des preu- ßischen Ministers des Innern vom 15. September 1932 mit Wir- kung vom 1. Oktober 1932 die Zusammenlegung einer Reihe rheini- scher und westsälijcher Aemter in den Kreisen Cochem, Düren, Prüm, Wittlich, Daun und Wittgenstein verfügt worden. Hierdurch wird die Zahl der Aemter in den betreffenden Gebieten von 38 aus 14 oermindert. rar Kinder nur Kaffee Hag Genf beschließt 40-Gtundenwoche. Wann aber kommt die praktische Verwirklichung? Genf. 22. Teptentber.(Eigenbericht.) Die außerordentliche Berwaltungsratstagung des Internationalen Arbeitsamtes hat heute nach heftigem Widerstand der Unternehmer und der englischen Regierung in der Zchlußabstimmung mit (K Stimmen der Arbeiter. Regierungsvertreter und des italienischen Unternehmers Olivetti gegen 6 Stimmen der Unternehmer und des englischen Regierungsvertreter die Entschließungen über die Ausarbeitung eines Abkommens für die Vierzig- stundenwoche und die Ratifizierung der schon be- stehenden Arbeitszeitkonventionen angenommen. Die paritätische technische Kommission zur Ausarbeitung des Abkommenentwurfes wird im Januar 1933 zusammentreten. Dazu werden auch die außerhalb der Arbeitsorganisation stehenden Länder eingeladen werden. Z. B. Sowjetrußland und die Vereinigten Staaten. Ob das Ergebnis dieser Konserenz der Weltwirtschastskonferenz vorgelegt und die Konvention auf die Tagesordnung der nächst- jährigen Arbeitskonferenz gesetzt werden soll, wird erst endgültig auf der ordentlichen Oktobertagung des Verwaltungsrats in Madrid entschieden werden. Schiffahrt und Landwirt- s ch a f t sollen aus der Kenoention herausbleiben, während die Ein- beziehung der Bergarbeiter und A n g e st e l l t e n mit starken Mehrheiten ausdrücklich beschlossen wurde, trotz der auch für diese Gruppen bestehenden Sonderabkommen über die Arbeitszeit. Endlich wurde der Generalsekretär des Völkerbundes beauftragt, die Kommission für internationale öffentliche Arbeiten einzuberufen, die von der Europakommission im Vorjahre eingesetzt worden war, um endlich zu praktischen Ergebnissen für die Eindämmung der Arbeitslosigkeit zu kommen. Der deutsche Regierungsvertreter, Staatssekretär Dr. G r i e s e r, erklärte in der Debatte, fast jedes Land leide an der gleichen Krank- heit, der Schwächung der Kaufkraft durch die Arbeitslosigkeit.(Und der Lohnabbau? Uns will scheinen, die Schwächung der Kaufkraft durch die Arbeitslosigkeit kommt von der Schwächung der Kaufkraft durch zu niedrige Löhne und Gehälter.) Die deutsche Regierung stehe aus dem Standpunkt, daß in der jetzigen Zeit der Depression die Arbeitszeitverkürzung ein geeignetes Mittel sei, um Arbeit zu ver- schaffen. Auch vom Gesichtspunkt des technischen Fortschritts aus sei man berechtigt, die Arbeitszeitverkürzung zu verlangen. Dr. Grieser betonte, daß das deutsche Arbeitsrecht mit dem Inhalt des Washingtoner Abkommens weitgehend übereinstimme, daß in Deutschland diese arbeitszeitrechtlichen Bestimmungen praktisch auch wirklich durchgeführt würden und daß im übrigen das Washingtoner Abkommen inzwischen für Deutschland praktisch bereits dadurch überholt fei, daß die durchschnittliche Arbeitszeit wesentlich weniger als acht Shmden betrage. Wir wissen wirklich nicht, warum die Unternehmer sich dem Antrag widersetzt haben. Im Januar des nächsten Jahres wird eine Kommission einen Entwurf ausarbeiten, über dessen Inhalt man nach den Erfahrungen mit dem Abkommen über die Arbeitszeit im Bergbau nicht sehr optimistisch sein darf. Wenn alles gut geht, wird dieser Entwurf im Sommer des nächsten Jahres von der Arbeitskonferenz angenommen werden. Und dann? Das Abkommen von Washington über den Achtstundentag ist bis heute heute von den wichtigsten Industrieländern nicht ratifiziert. Die Tragödie des Sonderabkommens für den Bergbau ist noch längst nicht abgeschlossen. Die Regierungen haben Zeit. Inzwischen hungern und verzweifeln die Massen. Wie lange noch? Entschlossenheit der Buchbinder. Unter keinen Umständen Lohnabbau. Die Funktionäre der Ortsverwaltung Berlin des Buch- binderverbandes nahmen am Mittwoch im Gewerkfchajts- Haus zu der Notverordnung der Baronsregierung Stellung. Nach einem instruktiven Referat des Bevollmächtigten. Genossen I m h o f, über dieses Prachtstück der Regierung des„neuen Systems" gab es eine ausgedehnte Debatte, in der von allen Rednern erklärt wurde, die Belegschaften würden sich jedem Versuch der Unternehmer, von der nowerordneten Berechtigung zum Lohnabbau Gebrauch zu machen, mit allen Kräften widersetzen. Das gelte auch besonders für die vielen kleineren Handwerksbetriebe, die jetzt sicherlich alle zu den„gefährdeten Betrieben" gehören wollen, um auch etwas von dem Notverordnungssegen abzubekommen. Die Versammlung war von einem vorzüglichen Kampfgeist beseelt, so daß man erwarten kann, daß es auch den Unternehmern des Buchbindergewerbes schlecht bekommen wird, wenn sie von dem Papenschen Lohnabbau Gebrauch machen sollten. S00 Angestellte kämpfen umihreExistenz Sollen die Hovad-Angestellten die Opfer des Hausbesther- bank-Skandals werden? Ueber den skandalösen Zusammenbruch der Berliner Bank für Handel und Grundbesitz haben wir des öfteren be- richtet. Es scheint so, als ob die Auswirkungen dieser Pleite jetzt völlig Unbeteiligte um ihre Existenz bringen sollten, ein Vor- gang, der um so peinlicher wirken muß, als er sich allem Anschein nach sehr wohl oermeiden läßt. Unter den Aktiven der Hausbesitzerbank befindet sich das Aktien- kapital des Hovad-Versicherungskonzerns. Die Hovad selbst verliert an der Hausbesitzerbank etwa 9,8 Millionen Mark. Dos Kapital der Hovad soll natürlich im Interesse der Gläubiger, denen die Dresdner Bank(mittelbar also das Reich) eine Quote von 39 Proz. garantiert hat, möglichst günstig verkauft werden. Es sind zwei ernsthafte Interessenten vorhanden, von denen die Union und Rhein-Versicherung von dem Treuhänder der Hausbesttzerbank und auch von den zuständigen Ministerien bevorzugt werden, weil sie 76999 Mark mehr zahlen will als der Deutsche Herold. Aber Union und Rhein will die Hovad im Wege der Fusion übernehmen, wodurch die 399 Hovad-Ange- stellten wohl restlos und die annähernd 1999 Agenten zum größten Teil brotlos werden würden. Diese wünschen selbstverständlich, daß die Hovad als selbständige Versicherung bestehen bleibt. was der Deutsche Herold zugesichert haben soll. E» wäre ein eklatanter Widerspruch zum Wirtschafts- Programm der Reichsregierung, das so groß« Mittel zur Vermin- derung der Arbeitslosigkeit vorsieht, wenn man jetzt wegen eines Betrages von 76 999 Mark 399 Angestellte auf die Straß« setzen ließe, die ja heute keine neue Stellung finden könnten. Ein Jahr Unterstlltzungszahlungen würden schon ein Mehrfaches dieses Differenzbetrages ausmachen. Der Aufsichtsrat von Hovad hat die Fusion abgelehnt: nun will man auf einer eigens dazu be- rufenen Generalversammlung neue Aufsichtsratsmitglieder wählen lassen, die die Fusion beschließen sollen. Ein merkwürdiges Vor- gehen! Die Angestellten haben sich außerdem bereit erklärt, von sich aus zur Verminderung des Differenzbetrages beizutragen. Die Oeffentlichkeit muß verlangen, daß die zuständigen Mi- ! nisterien die Sache von neuem prüfen und eine Entscheidung fällen, die den Interessen der Angestellten gerecht wird. Ttazis überfallen Versammlung. Eine m.ßglückte„Hib"-Attion. Die von der Belegschaft des Bezirksamts Berlin-Mitt« abgehaltene Betriebsvolloersammlung der Arbeiter und Angestellten am gestrigen Nochmittag im Rosenthaler Hof, Rosen- thaler Straße 11/12, wurde, Nachdem die Kollegen Zeitz vom Zentralverband der Angestellten und G ü r n« vom Gejomtoerband ihre Reserate ziemlich beendet hatten, planmäßig von den Nazis überfallen. Diese rückten in einer Zahl von 26 bis 39 Mann an, und als sie von dem Versammlungsleiter aus dem Saal gewiesen wurden, gingen sie bis zur Tür zurück, provozierten dort eine Schlägerei, wobei die Angreifer an die frisch« Luft gesetzt wurden. Kurze Zeit darauf erschien das Ueberfallkommando und stellte den Tatbestand fest. Nachdem das Ueberfallkommando abgerückt war, wurde die Versammlung fongeführt. Nach einigen Minuten rückten jedoch die Nazis erneut in verstärkter Zahl an und versuchten, durch den Vorderausgang und Hinterausgang, der auf- gebrochen wurde, wieder in den Saal einzudringen. Die An- greiser wurden zurückgeworfen, wobei einig« von ihnen nicht unerhebliche Verletzungen erlitten. Das Ueberfallkommando kam zum zweitenmal. In der linken Hand einen Gummiknüppel, in der rechten Hand ein« gezogene Pistole kamen die Schupoleute in den Saal hinein. Sie verlangten, daß der Versammlungsleiter zu ihnen nach vorn zur Tür kommen solle. Der Versammlungsleiter lehnt« dies ab, worauf die Leitung des Kommandos sich zum Vorstandstisch bemühen mußte. Als das Ueberfallkommando sich wieder entfernt hatte, mußt« die Versammlung geschlossen werden, da wegen der be- greiflichen Aufregung nicht weiter getagt werden konnte. Die Herren Nazis hatten wohl geglaubt, daß es ihnen gelingen würde, dies« Versammlung der Angestellten und Arbeiter zu einer Nazi-Versammlung umzugestalten. Anführer der ganzen Aktion ist ein Angestellter des Bezirksamts, ein gewisser Herr Schulze, der sich bereits vor einiger Zeiten oerschieoener Weis« provokatorisch bemerkbar gemacht hat.«o wurde unter seiner Führung der Ueberfall auf unseren izreund Z i e g l« r oerübt, der kürzlich von Nazistrolchen niedergeschlagen wurde, weil er es ablehnte, eines ihrer Flugblätter abzunehmen. Der Mißerfolg der Hibaktion(„Hinein in die Betriebe") scheint bei den Nazis dies« neue„Hiebaktion" ausgelöst zu haben. Die Arbeiterschaft wird sich gegen derartige lieberfälle zu wehren wissen, damit den„aufbauwilligen Kräften" die Lust zu Sprengungen von Arbeiterversammlungen vergeht. Verhandlungen im Ruhrbergbau. Der Schlichter hat für den rheinisch-westfälischen Kohlenbergbau Schlichlungsverhandlungen auf Sonnabend, den 24. September. in Essen anberaumt. Abbaupläne der Reeder. Hamburg. 22. September. Der Verband deutscher Reeder hat den Gewerkschaften der Seeleute seine Vorschläge übermittelt, die Heuersätze zu kürzen und den Manteltarif zu verschlechtern bezüglich der Arbeitszeit, des Ur- laubs und der freien Tage. Auch das bisherige Wochensystem soll auf einer Reihe von Schissen in bestimmten Fahrtgrenzen ge- ändert werden. Neueinstellungen in der Kommgarnspinnerei Gtöhr& Co. Im Rahmen der Wiedereinführung von Arbeitskräften in den Produktionsprozeß auf Grund der letzten Notverordnung hat sich die Kammgarnspinnerei Stöhr u. Co. A.-G entichlossen, die Belegschaft in den in ihrer Firma zusammengeschlossenen Kammgarn- fpinnereien zunächst um etwa 399 Perjonen zu erhöhen. Das macht 129 999 M. Prämie. Gegen den kommunistischen Reichstagsobgeordneken Walter Oettinghaus schwebt eine Strafanzeige wegen Untreue. Von seinem frühere» Arbeitgeber, dem Deutschen Metall- arbeiterverband, wird Oettinghaus beschuldigt, von einem Betrage von 169 999 Mark, der ihm von dem Verbände als Hypothek für das Schwelmer Gewerkschastshaus zugesandt worden war, eigenmächtig 26 999 Mark abgezweigt und für eine von ihm gegründete Schuhmachereigenossenschast verwendet zu haben. Als die Genossenschaft in Konkurs geriet, stellte sich heraus, daß 19999 Mark verloren sind. Da mit der neuen Auflösung des Reichstages die Immunität der Reichstagsabgeordneten in Fortfall gekommen ist, dürfte sich Oettinghaus demnächst vor dem Strasrichter zu verantworten haben. Die Voruntersuchung steht dicht vor dem Abschluß._ �»Freie Gewerkschafts-�uqend Berlin Heute, Freitag, 2Z. September, um lg' 2 Uhr. tagen die Gruppen: Frei- 'Mr heit: Jugendheim Waflertorstr. 9. Erste Hilfe bei Unglücksfällen."— " ckharlattcnburg: Sugendheim Sprceftr. 39. Bücherschau.— Zlordring: Jugendheim Schule Sonnenburger Str. 29. Narl-Ettlinger-Abend.— Wcdding: Willdenowstr. ö, 2 Treppen, Zimmer 11.„Die Betriedszcllenorganisation der NSDAP."— Neulölln: Jugendheim Treptower Str. 96. Wir besuchen die Gruppe Hermannplah.— KermannplaN: Jugendheim Sanderstr. 11, Ecke Hobrechtstrahe.„Die geschichtliche Entwicklung des Lehrlingswescns."— Flug- Hase«: Schule Mariendorfer Weg 69—79.„Jack London."— geppelinplatz: Jugendheim Turiner Ecke Scestcajjc. Wir sind gleich oben(Bunter Abend).— Neinickendors-Ost: Jugendheim Lindauer Straße(Barocken).„Arbeits- beschaffung— freiwilliger Arbeitsdienst— Arbciisdicnftpflicht."— Ablcrshof: ?ugcndhcim Adlersbof, Bismarckftr. t.„Gewcrtfchastcn und liirche."— Preuz. lauer Berg: Eleimstr. 33„Das Wirken der Gewertlchafien nach dem Kriege." — Schäneherg: Wir baden ab l9 Uhr im Hallenbad Hauptftraßc.— Sonuabeub, t. Oltober, in der Heinrich-Schliemann-Schule. Berlin N., Glcimstr. 19(U»Bhf. Nordring, S-Bhf. Schönhauser Allee):„In der Wunderwclt der Licht-, Ton- und Radiowellen", 2 Stunden phnülalisch-technifche Sensationen. Saalösfnung lg Uhr. Beginn vünltlich lgZi Ubr. Unkostenbeitrag 30 Pf.— Iugenduor- ftcllnnq der Lollsbühnc am 9'. Oktober, 13 Uhr. Zur Ausführung gelangt „Rcoisor" von Gogol. Karten zum Preise von 89 Ps. sind in der Jugend- zentrale erhältlich. Iuaenvqruppe des Zentra1vefbande-< ster Anaestellten ypjf Heute, Freitag, finden folgend» Beranftaltungen statt: Südwest: � Jugendheim Porckstr. 11, 2. Hof, Quergebäude 1 Tr., Zimmer 59). Dir besuchen den Tempelhofer Flughofen.— Briu: Jugendheim Hannemann. lrraße,„Ideal-Siedlung". Tagespolitische Rundschau.— Potsdam-Rowawe,: Berufsschule Nowawes, Wichgrafstrasie. Arbeitsgemeinschaft:„Die Potsdam» Nowawefer Berkaufszentrale tagt".— Die Bcrliucr Druckerei- und Verlags- Gefellschaft m. b. H. tagt heute von 29—22 Uhr im Iugendbcim Ebertvstr. 12. — Die Photogruppe tagt von 19>.3— 22 Uhr im Jugendheim Frankfurter Allee 397. Tagesordnung: Bildkritik und Bewertung der Wettbewerbsbilder. Der.Vorwärt»" erscheint wochentägiich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgabe für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend", Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit". Anzetgenpretf«: Die einspalt. Millimeterzeile 30 Pf., Reklamezetle a.— Vi» „Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Ps.(zulässig zwei settgedruckie Wort«) jedes weiter« Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über id Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 2» Pf. Familienanzeigen Millimeter- zeile IS Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Lindenstraßc 3. wochentäglich von SVi bi» 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht ge- nehmer Anzeigen vor! Verantwortlich für Politik: Lietor Schlfi: Wirtschaft: S. Klingelhölerl Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Lcp're: Lokale« und Sonstiges: Frih Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin. Periaa: Vorwärts-Verlag GmbH. Berlin Druck: Borwärls-Buchdruckerel und Verlagsanstalt Paul Einger u Co Berlin EW. 68. Lindenstraß» t Hierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Zusendung von 5M an. Obst, Gemüse u.leichf verderbliche Artikel werden nicht zugesandt. Frisdies Flelscfa Obst u. Gemüse Geflügel Ochsen-Querrippe____ 0.48 „ Brust........... P(d. 0.58 „ Schwanzstück«. Kn. 0.78 H Oberschale okneK«. 0.88 „ Roulade........ Pfd. 0.92 Lamm-Vordorfleisch... 0.64 Lammkeule und Rück«. 0.88 Kalbskamm........ Pfd. 0 60 Kalbsbrust u.-Rücken 0.70 Kalbskeule o. Beilage. Pfd. 0.78 Kalbsroulade...... Pfd. 0.98 Schweinebauch....Pfd. 0.72 Schulter ohne Bei lag«, Pfd. 0.74 SchinkenokneBein,..Pfd. 0.78 Kotelett.. 0.34. KaBler 0.74 Wild WilO- Blatt Rück. Keule schwein«n«a 0.68 0.82 0.98 Hirsch Pfd.».«n 0 62 0 82 0.88 Reh Pfd. von an 0.88 1 28 1.38 Preiselbeeren....3 Pfd. 0.32 Kochbirnen........ Pfd. 0.10 Strudeläpfel...... 2 Pfd. 0.25 Tafeläpfel......... Pfd. 018 Birnen............. Pfd. 0.18 Pfirsiche...... Pfd. 0.14 0.25 Senfgurken...... 4 Pfd. 0.10 Schmorgurken...4 Pfd. 0.10 Rot- u. Weißkohl 3 Pfd. 0.10 Wirsingkohl...... 3 Pfd. 0.10 Mohrrüben...... 3 Pfd. 0.10 Blumenkohl Kopf von an 0.10 Pflaumen 90 blaue, 3 Pfund 400Pf. Kartoffeln 10 Pfund A*VPf. Winterkartoffeln Ztr. 3.00 Zusend, in Gr.-Beriin Ztr. 0.50 Tauben....... Stück 0.56 0.68 Wolgahühnar.eefror.O.SS 0.68 Hühner frieck... Pfd. 0.65 0.85 Brathühner.... Pfd. 0.86 0.96 Backhähnchen Pfd. 0.961.10 Gänse......... Pfd. 0.75 0.88 Rebhühner..Stück tob an 1.02 Kolonialwaren Bruchreis......... Pfd. 0.11 Tafelreis....... Pfd. 0.14 0 20 Kartoffelmehl...... Pfd. 0.20 Weizenmehl....... Pfd. 0.18 Auszugmehl... Pfd. 0.24 0.26 Haferflocken...... Pfd. 0.20 Rote Grütze Sckok.-Pud. 060 Gelbe Erbsen pol.. 0.20 0.27 Schnittnudeln..Pfd. 0.38 0.50 Spaghetti...... Pfd. 0.65 0.78 Backobst pemifcKt...0 38 0.58 Kaffee gebr... Pfd. tob an 2.00 Billige Lebensmittel Soweit Vorrat/ Konserven 'hDot Br. Bohnen I 0.50, Jge. 0.42 Gem. Gemüssatf. 0.83,V0.58 Erbsen aekr feaa 1.00. junge 0.60 Br. Spargel«xtr. 1.40 düua0.90 St Spargelttk.1.55 50/60 1.20 Erdbeeren............ 0.85 Pfirsiche kalii. kalk« Fr. 1.15 Ananas...... s Sckeik«. 1.25 Fritchgurken...... 0 70 1.09 Flatch* _ no eias 1931 Hainfld.Kapellenbg. 0.58 1931 Senheimer Lag.... 0.75 1930 Wehlen. Rosenbg. 1.15 4 preie werte Naturweia« 1929 Altenbg. Rotenbg. 1.10 1929 Maikamm. Letten 1 15 1928 Lieserer Niederbg. 1.40 1924 Chät. Reignac Bord. 1.10 Weißwein Liter 0.58 SLtr. 2.75 Wermut.. Liter 0.95 5 Ltr. 4.50 wein X Wurst Dampf- u. Fleiscnwurst 0.75 Landleber- u.Jagdwurst 0.88 Mettwurst(Br. Art) Pfd. 0.95 Feine Leberwurst..1.081.24 Zervelat u. Salami..... 1.18 Zervelatwurst in Fettdarm 1.28 Speck fett Pfd. 0.78 mager 0.98 Schinkenspeck— Pfd. 1 28 Nuflschink. ca. 2 Pfd., Pfd. 1.32 Gek. Schinken...Ii Pfd. 0.35 Käse u. Fett Camembert ToUf..Scbackt. 0.25 Harzerkäseca.i-Pfd.-Pak. 0.25 Tilsiter...... roUfett. Pfd. 0.58 Dän. Schweizer300/oPfd. 0.60 SteinbuscherToUfett, Pfd. 0.66 Holland, u. Edamer Tollf. 0 66 Briekäse roll fett____ Pfd. 0.70 Schweiz. kayr..Tollf..TOn au 0.95 Margarine........ 3 Pfd. 0.38 Kokosfett........ 3 Pfd. 0.88 Bratenschmalz..... Pfd. 0.46 Molkereibutter Pfd. 1.081.34 Markenbutter...... Pfd. 1.40 Fisdte Schellfisch g*. Fische Pf(3. 0.13 Seelachs ganze Fische Pfd. 0.15 Ostseedorsch---- 3 Pfd. 0.20 Leb. Karpfen Pfd. von an 0.78 Leb. Aale.•..Pfd. von an 0.78 Makrelen geräuchert..Pfd. 0.20 Kabeljau« ganze Fische, Pfd. I Pf. Rotbars ohne Kopf, Pfund 18 Pf. Fischfilet Pfund 24 Pf. Heringe QQ grüne, 3 Pfund Bücklinge Pfund Nr. 449» 49. Jahrgang Cl Freitag, 23. September 4932 holest Rgen»rsom lZranung. 8o?jsiaemol«'s!ie mm Rechte der seibstuerwaitung/„Gnadenlrisr* für Berlin Ilm die Rechte der gewählten Stadtvertretung zu wahren, hat die Berliner sozialdemokratische Stadl- verordnelensraktion als Protest gegen die beiden Erlasse des Herrn Bracht zur verwaltungsresorm Berlins dem Stodtverordnetenvorsteher einen Dringlichkeits- an trag übersandt, der solgenden Wortlaut hat: „Wie amtlich bekanntgegeben würbe, hat der Herr stellvertretende Neichskommissar für Preußen am 20. September 19.?2 in zwei Erlassen den städtischen Körperschaften die Auflage gemacht, die Frage der Neu- abgrenzung sowie der Aenberung in der Verfassung der Berliner Verwaltungsbezirke durch gültige Gemeinde- beschlüfse bis zum 15. Oktober, also in einer Zeit zu regeln, in der dies schon rein technisch unmöglich ist. Tiefe Tatsache läßt erkennen, daß der Herr stellver- tretende Reichskommissar die Regelung nicht auf dem durch Gesetz vorgeschriebenen Wege, sondern unter Aus- schaltung der Stadt- und B ez i rk s v e r o r d» netenverfammlungen durch Verordnung anstrebt. Die Stadtverordnetenversammlung protestiert ent- schieden gegen die Absicht der kommissarischen preußischen Staatsregicrung, Aenderungen der Berliner Bezirks- Verfassung und Bezirkseinteilung auf dem Verordnung«- Wege herbeizuführen. Die Stadtverordnetenversamm- lung will positiv an der Regelung dieser Fragen mit- arbeiten, sie beauftragt daher den Herrn Oberbürger- meister, umgehend alle geeigneten Ichritte zu tun, um eine Zurücknahme der Erlasse vom 20. September 1932 zu erreichen." * Zu dem Ultimatum des.Herrn Bracht haben mir noch folgendes zu sogen: In der Frage der Verfassungsänderung können die städtischen Körperschaften, entweder gemeinsam oder auch ge- trennt, nur Vorschläge machen. Sie dienen verfassungsmäßig dem Preußischen Landtag als Material, das er bei seiner Beratung über das Gesetz nach seinem Ermessen verwendet. Wenn das Material der Regierung eingereicht wird, so hat sie es gegebenensalls mit einem darauf fußenden Gesetzentwurs, dem Landtag zuzuleiten. Anders liegt die Sache bei der Aenderung der Bezirks- grenzen, hier entscheiden die städtischen Körperschaften allein und endgültig. Die Vorlage des Magistrats geht also zur Beschlußfassung an die Stadtverordnetenversammlung. Nachdem ein übereinstimmender Beschluß der beiden Gremien erzielt ist, muß nach Z 14 des Gesetzes Groß-Berlin die Zustimmung der beteiligten Bezirksversammlungen eingeholt werden. Wird sie erteilt, so ist die Aenderung Gesetz. Was Bracht möchte. Der Beauftragte im preußischen Innenministerium will' die Verfassungs änderung selber machen. Er will also den Landtag ausschalten. Er berust sich dabei darauf, daß er aus Grund der Ermächtigungsverordnung des Reiches Maßnahmen zum Ausgleich der haushalte der Gemeinden im Verordnungswege treffen dürfe. Wir behaupten: die kommissarische Preußenregierung hat überhaupt keine Rechte, und ein Gesetz wie diese Verfassungs- änderung geht weit über den Rahmen jener Ermächtigung hinaus. In der Frage der Bezirks e i n t e i l u n g verläßt sich Herr Dr. Bracht darauf, daß der geschilderte Gemeindebeschluß nicht zustande kommt. Dann will er wieder die besagte Ermächtigung heranholen und durch eine Notverordnung bestimmen: Der Magistrat dari die Grenzen allein festsetzen, aber unter der Bedingung seiner Genehmigung. Er schaltet sich also auch hier ein, wo er bisher ausgeschaltet war. Interessant ist, daß er die Stadtverordneten- Versammlung auch dann mit Ausschaltung bestrasen will, wenn sie selbst z u g e st i m m t hat und der Widerstand etwa nur bei einem oder mehreren Bezirken liegt. Weigert sich schließlich der Magistrat, so entscheidet der O b e r b ü r g e r m e i st e r allein, wieder unter dem Vorbehalt der Genehmigung seiner Entscheidung durch Herrn Dr. Bracht. Durch Notverordnung soll weiter die Neuwahl der Bezirks- st a d t r ä t e aufgehoben und eine Uebergangsregelung getroffen werden. Die Termine. Arn Montag, dem 26. September, wird der Magistrat end- gültig über seine Vorschläge sowohl zur Verfassungsresorm wie zur Bezirkseinteilung Beschluß fassen. Die Vorlage geht im Laufe der Woche an die Stadtverordnetenversammlung und wird unmittelbar daraus veröfsentlicht, wie uns amtlich versichert wird. Die Stadtverordnetenversammlung kann sich frühestens in einer Sitzung am Dienstag, dem 4. Oktober, mit der Vorlag« beschäftigen. Am 14. Oktober müßte nach dem Bracht-Diktat alles fix und fertig sein. Zehn ganze Tage blieben also für die Stadkverordnelen und die Bezirksverordneten, um eine so wichtige und so komplizierte Frage wie die neue Bezirkseinteilung von Berlin zu entscheiden! Kann man so etwas ernst nehmen? hat man je einer beschließenden > Körperschaft eine solche Hetzjagd zugemutet? Und dabei soll die Stadtverordnetenversammlung in derselben Zeit auch noch die doch wahrlich nicht einfachere Reform der Verfassung der Bezirke verabschieden, wenn sie irgend welchen Einfluß aus die angedrohten Beschlüsse des Kommissars nehmen will. Lohnt es sich, unter diesen Umständen überhaupt anzufangen? hat Herr Dr. Bracht sich diese Termine und ihre Konsequenzen wirklich überlegt? Wir glauben: nein. Ein Ultimatum verpufft selbstverständlich, wenn die Termine nachträglich korrigiert werden müssen. Und das m ü s s e n sie doch wohl, wenn die ganze„Gnadenfrist" für die Selbstver- waltung nicht vollends zur Farce werden soll. Aber dafür darf Herr Bracht sich rühmen— die gestrige Preise dürfte es ihm gezeigt haben—, daß es ihm gelungen ist, alles Porzellan zwischen ; der Wilhelmstraße bzw. Unter den Linden und der Königstraße, das etwa noch vorhanden gewesen sein sollte, restlos zu zerschlagen. Segen der neuen S t a a t s k u n st, der grundsätzlich neuen Art der Staatsführung! Sfiamfche �opfliStidler ' rf.s-V p /n Berlin isi der spanische Topf- und Krughandel mit Hilfe oon Lasteseln eine ständige Erscheinung geworden. Tag für Tag riehen die Händler mit Eseln durch die Straßen, um die heimischen Tonmaren zu oerkaufen. Die hübschen handgearbeiteten Tonkrüge, Wasserbehälter und Vasen sind gar nicht teuer, aber trotzdem wird nicht viel gekauft.„Kein Geld", sagen die Leute, und die jungen Spanier lächeln hilflos, denn sie verstehen fast gar kein Deutsch. Der Absatz der Tonmaren ist minimal. Der auf dem Bild will sogar seinen braven Esel verkaufen, aber auch dafür scheint sich kein Interessent zu finden. Äekennims zu Max Rothe. Berlins Jungbanner an den Kameraden im Zuchthaus. Die Führer des Berliner Jungbanners im Reichsbanner Schworz-Rot-Gold haben an ihren Kameraden Max Rothe, der jetzt im Zuchthaus Luckau die vom Sondergericht verhängte Strafe von fünf Iahren Zuchthaus angetreten hat, einen Brief gerichtet, in dem es heißt: „Mr geloben, alle Kräfte anzuspannen, und nicht eher zu ruhen, bis der Augenblick da ist, da Du und olle Kameraden, die für uns in den Gesängnisfen und Zuchthäusern leiden, wieder als freie Menschen in der Front der Freiheit neben uns stehen. Von Deiner Schuldlosigkeit überzeugt, senden wir Dir in Verbundenheit und echter Kameradschaftlichkeit die Grüße des Berliner Zungbauners. Unsere Unterschriften sollen Dir ein Pfand unserer Treue sein. Es lebe die soziale Republik! Es lebe die Freiheit!" Das Schreiben, das Max Rothe durch seinen Verteidiger zu- geleitet werden wird, trägt die Unterschriften sämtlicher Führer des Berliner Jungbanners. Kürbis-Razzia. Lleberhandnehmende tägliche Laubendiebstähle. Einen hefttgen Kampf führen zur Zeit dt« Laubenbesitzer gegen die Laubendiebe. Aus allen Gegenden Berlins laufen zahlreiche Diebstahlsanzeigen ein. Die Lauben werden ausgeplündert und die Früchte, die sich die Besitzer mit vieler Mühe gezogen haben, werden aus den Gärten gestohlen. In vielen Kolonien haben die Pächter einen Sicherheitsdienst eingerichtet. Abwechselnd kon- trollieren sie nachts das Gelände. Fast täglich werden 5 bis 6 Diebe abgefaßt und der Polizei übergeben. Oft sind die Spitzbuben durch die wütenden Laubenbesitzer arg verprügelt. In der Kolonie„Neu- köllner Wiesen" wurden gestern 3 junge Burschen abgefaßt. Als die Wächter der Kolonie auf die Jungen aufmerksam wurden, flüchteten sie. Das Ueberfallkomrnando wurde gerufen und die Kolonie systematisch abgesucht. Schließlich fand man sie auch. Jeder hatte sich ein Häuschen zum Versteck ausgesucht und von innen die Tür abgeriegelt. Sie geben zu, daß sie sich die größten Kür- bisse aussuchen wollten. Einen Handwagen hätten sie schon und in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wollten sie eine ,.K ü r b i s- R a z zi a" abhalten. Am Kietzer Platz in Marien- f e l d e wurde ein berüchtigter Laubendieb festgenommen. Er hatte ebenfalls schon allerlei Sachen zusammengepackt als man ihn er- wischte. Aehnliche Festnahmen erfolgten auch in Schöneberg, Steg- litz und Tempelhof. Todesopfer des Fabrdammes. Der Straßenverkehr hat gestern wieder mehrere Todesopfer gefordert. Auf der Charlottenburger Chaussee, unweit des Großen Sterns, wurde der 70 Jahre alle Bankbeamte Theodor Brüh- mann aus der Altonaer Straße 33 in Moabit oon einem Privat- auto überfahren. Schwer verletzt wurde der Greis ins Moabiter Krankenhaus gebracht, wo er einige Zeit nach seiner Ausnahme gestorben ist.— Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich auf dem Priesterweg in Schöneberg. Beim Spielen geriet der Schüler Georg Lemke aus der Sedanstraße 43 in Schöneberg unter die Räder eines Autos. Das Kind wurde bewußtlos ins Schöneberger Krankenhaus übergeführt: wenige Stunden später trat der Tod ein. In beiden Fällen ist die Schuldsrage noch ungeklärt. Am Rohrdamm in Siemensstadt prallte gestern ein Privatauto mit einem Rettungsauto der Feuerwehr zusammen. Der Feuerwehrwagen stürzte um und der Führer sowie sein Begleiter erlitten erhebliche Verletzungen.— Schließlich wurde noch in der Wisbyer Straße der 9 Jahre alte Karlheinz R o s ch aus der Wisbyer Straße von einer Straßenbahn überfahren. Auf der nächsten Rettungsstelle erhiell der Junge erste Hilfe. Hindenburg Protektor der„Dela". Reichspräsident von Hindenburg hat die Schutzherr- schaft über die„Deutsche Luftsport, Ausstellung Berlin 1932(Dela)" übernommen. Die Aufbauarbeiten der Ausstellung sind in vollem Gange. Die Ausstellung verspricht in allen ihren Teilen überaus sehenswert zu werden, insbesondere wird die Abteilung„Zukunft der Lustfahrt" Darstellungen von Flugzeugen bringen, wie sie etwa in den nächsten zehn Jahren zur Entwicklung gelangen werden. Diese Darstellungen der Zukunft zeigen umwälzende Neuerungen in der Flugtechnik und werden einen Hauptanziehungspunkt der Ausstellung bilden. Schon heute sind zahlreiche Sonderzüge aus dem Reiche und auch aus dem europäischen Auslande gemeldet, so daß mit einem regen Besuch gerechnet werden kann. Wi)ßa rrhifSfqf greift stets zur Juno. die mit ihrem köstlichen Aroma immer wieder jeden Kenner entzückt. JUnO TABAK. Juno-Mischung und Juno-Format finden bei allen Rauchern die verdiente Anerkennung. Daß eine so hochwertige Cigarette Zugaben wie UlertmarKen. Gutscheine und Stickereien ausschliefen muf. wird Jeder verstehen. UJer Gutes zu würdigen weil}. raucht Juno! Massenvergifiung durch Fleisch! Zahlreiche Erkrankungen in Eharlottenburg. Nach dem Genuß von Fleisch- und Wurstwaren, die ans einer Charlottenburger Fleischerei stammen, sind in den letzten Tagen zahlreiche Personen in Charlottenburg unter schweren Bergistungserscheinungen er» krantt. Da die Fälle zum Teil sehr bösartig verlaufen. ist vom Kreisarzt die Uebersührung mehrerer Cr?rankter in Krankenhäuser veranlaßt worden. Von den Behörden sind sofort alle Maßnahmen getroffen worden, um die Ursache der Vergiftungen zu ergründen. Di« Infektionsquelle, deren Adresse von der Polizei bisher nicht ge- nannt wird, ist zunächst geschlossen und Fleisch sowie Wurstbestände zur bakteriologischen Untersuchung beschlagnahmt worden. Darüber hinaus sind alle Maßnahmen getroffen worden, um etwaigen neuen Erkrankungen Einhalt zu gebieten. Die Dergiftungserscheinungen äußerten sich in Uebelsein und starkem Erbrechen sowie darauf folgender großer Mattigkeit. Die Untersuchung, die mit größter Beschleunigung durchgeführt wird, ist noch nicht abgeschlossen. Soweit sich bisher übersehen läßt, dürften die Erkrankungen, die sich auf einen begrenzten Bezirk Charlotten- burgz erstrecken, kein Menschenleben fordern. Drei Toie am Bahnübergang. Schnellzug schleift Autoinsassen zu Tode. Ein furchtbares Unglück ereignete sich an einem Lahnübergang in der Nähe von Toulouse, wo ein jungverheirateler Unter- nehmer, seine Frau und sein Sind getötet wurden. Der Unternehmer, der mit Frau und Sind auf einem Lastauto Platz genommen hatte, wollte die Gleise überqueren, als ein 5 chtie l l- Zug heronbrauste und den wagen mehrere hundert Meter weit mit- schleifte. Als es dem Lokomotivführer gelang, den Zug zum Stehen zu bringen, waren von dem Srastwagen nur noch Bruchteile übriggeblieben. zwischen denen die vollkommen zerstückelten Leichen der drei Opfer lagen. Die Leute haben Gorgen! ISOOV Dollar für einen Pudel. Für Hunde sind schon wahrhaft phantastische Preise gezahlt worden, doch berichtet man jetzt aus New Bork über ein Preis» -angebot, das alle früheren in den Schatten stellt. Dem Besitzer des berühmten Pudels mit dem Namen„Ladys Man", des Hundes, der im Jahre 1931 und 1932 die größten Hunderennen gewonnen hatte, bot man 75 000 Dollar, nach deutschem Gelde 310 000 M., an. Herr W. R. Coe, der Besitzer des Hundes, wies aber das Angebot zurück. Was auf einer Bauernhochzeit verzehrt wird. Aus Oberhessen erfahren wir folgendes über eine Bauern» Hochzeit, die nach altem Brauche gefeiert wurde. Das Fest dauerte zwei volle Tage, und nicht weniger als 2 3 0 Gäste waren geladen. Eine komplette Kapelle musizierte. Ein mehrere Zentner schweres Rind und zwei ausgewachsene Schweine hotten ihr Leben lassen müssen, und ä00 große Küchenplatten mar- schietten auf. Der Inhalt von 15 Faß Bier und 200 Liter Wein passierten die durstigen Kehlen. Bon der Unzahl der ver- pafften Zigarren und der Menge von Brot, Butter und Ge- räuchertem, die verkonsumiert wurde, sei gar nicht erst gesprochen. Ja. ja, es steht traurig aus um unsere arme notleidende Land» Wirtschaft! Schulfrei an Hindenburgs Geburtstag. Der mit der Wahrnehmung der Geschäfts des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung beauftragte Staatssekretär Dr. L a m m e r» hat an die Provinzialschulkollegien und Regierungen einen Erlaß herausgegeben, wonach zur Feier des 85. Geburtstages Hindenburgs am 1. Oktober oder soweit dieser Tag in die Ferien fällt, am legten Schultage der Unterricht ausfällt. Segelflugzeug-Schau! Die Ortsgruppe Weißensee des„Sturm- voge!" Flugverband der Werktätigen e. V. zeigt am Sonntag, dem 25. September, im Elektrizitätswerk am See, Eingang Userprome- nade, in der Zeit von 12 bis 19 Uhr, nochmals ihre selbstgebauten drei Maschinen. Die eine Maschin« gelangt vom 1. bis 23. Oktober auf der„D e l a" zur Ausstellung. Die Bestchtigung ist kostenlos. In der Sportpalast-Kundgebung am Dienstag, dem 20. September, ist ein Damenportemonnaie gefunden worden. Abzuholen im BezirkSselrctariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 5. Technil. Verlehr und Vprnch«. Unter diesem Thema findet am Dienstag, V. September, 20 Uhr, im Haus der Technik, Berlin N. 24, Friedrichstr. 110/112, ein Film- und Boriragsadend siati. Den Vortrag hält Herr Postrat Behrendt. Außerdem werden ein Tonfilm„Die bayerische Fugspißbahn", ein Film ,.Äöln und der Rhein" und einige Trilkfilme vorgeführt. Der Eintritt ist frei. Zeder- mann ist herzlich eingeladen. HeimDau-Miaier in Erregung. Verlust über'/- Million Mark!- Empländliche Haftsummen Die Bewohner der.�eimbau'-Deamten-Siedlungs-Gesellschast nahmen gestern abend in einer überfüllten, außerordentlichen Generalversammlung zu dem K o n k u r» ihm Genossenschaft Stellung. Die Versammlung nahm teilweise einen stürmischen Ber- lauf. Di« Mitglieder, mefft Postbeamte des unteren und mittleren Dienstes, machten aus ihrem Unmut keinen Hehl, da sie unter Umständen mit empfindlichen Hafffummen für den vorläufigen Ber- Alst von 574 000 M. aufkommen müsten. Um eine Forderung von 350 000 M. wird noch ein Prozeß geführt. In der von fast 500 stimmberechtigten Bewohnern besuchten Versammlung wurde noch einmal ausführlich Bericht erstattet, wie es zum Zusammenbruch der Genofsenschast kam. Dem alten Vorstand wurde der Borwurf einer leichtfertigen Geschäftsführung gemacht. So sollen seinerzeit, obwohl man für die 633 Mitglieder bereits 310 Wohnungen erstellt hatte, noch 343 Wohnungen im Bau gewesen sein, woraus man folgert, daß dieses Bautempo der Krisen- läge keineswegs angepaßt war. Infolgedessen konnten bereits Anfang 1931 die laufenden Verbindlichkeiten nicht erfüllt werden und die Mieten mußten an die Baukredit-A.-E. verpfändet werden. Aufsehenerregend wirkte aber die Mitteilung eines Vor- ftandsmitgliedes, wonach in einem Fall die Magdeburger Bau- und Krsdit-A.-G. von der„Heiuckxm" 130 000 M. zu fordern hatte. Der alte Vorstand der.�Heirrtbcu" stellte der Magdeburger Gesellschaft jedoch ein Anerkenntnis über 350000 M. aus! Um diese 350 000 M. geht jetzt der Prozeß. Sonst ist durch den Konkurs jetzt der Betrieb sehr gehemmt. Da die R e i ch s p o st ein Eingreifen abgelehnt hat, bestände die Möglichkeit, an den Berwaltungsrat der Post heranzutreten, aber durch das Konkursverfahren hat der Dorftand dazu kein Recht mehr. Uebrigens dürfte dieses Konkursverfahren mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen: vorher brauchen auch Hafffummen nicht gezahlt zu werden. Gegen den alten Vorstand will man mit Regreß- klagen vorgehen. Aufräumen beim Beamten-Wirtschasts-Derein. Inzwischen gehen die Aurräumungsarbeüen beim Beamten- Wirtschafts-Verein weiter. Ob hier strafbare Handlungen von Vorstandsmitgliedern vorliegen, ist zur Zeit noch fraglich. Man wird näheres darüber wissen, wenn die Untersuchung durch die Treuhänder und die Handelskammer abgeschlosien ist Dieses Unter- fuchungsergebnis wird auch die Staatsanwalffchast abwarten. Sonst wird unter möglichster Schonung der Betriebsmittel und Haltung eines nur geringen Warenlagers der Betrieb weitergeführt. Dann hat man unterdessen die Papiersoldaten des Beamten-Wirffchaits-Dereins gestrichen. Den Büchern nach konnte der Beomten-Wirffchasts-Verein mit 118 613 Genosien aufwarten. Run wollte der Verein von sich aus 30 000 Genosten streichen, die Treuhänder haben aber durchgesetzt, daß 50 000 Papiersoldaten gestrichen werden. Denn jedes Mitglied mußle eigentlich nach der Inflation einen Geschäftsanteil von 30 Goldmark einzahlen. Dos haben die 50 000 Ausgeschlossenen aber unterlassen, wie überhaupt in der vollen vorgeschriebenen Höhe nur 28 000 Mitglieder ihren Anteil eingezahlt haben. Der bisher gemachte Vergleichsvorschlag wird dagegen al» völlig abwegig bezeichnet. Nach dem Vorschlag sollen, wie wir bereits mitteilten, im Laufe des ersten Jahres die Worengläubiger mit 30 Proz. und im Laufe des zweiten Jahres die Gepag(das fft die Zentrale der christlichen Konsumverein«) befriedigt werden. Und erst ab 31. März 1934 soll für die Sparer eine Quote von 4 Proz. zur Auszahlung kommen: bis dahin sollen sie zinslos stillhalten! Wie gestern allerdings auf einer Presssbesprechung der Gläubiger mitgeteilt wurde, hat auch das Gericht diesen unmöglichen Vergleichs- Vorschlag abgelehnt. Man will weiter versuchen, den Konkurs unter allen Umständen zu vermeiden. Umrersieiigts Nazi-Zeugen. Beobachter der RSntgenstraße-Schießerei sagen aus/ Die neugierige Nazi-Madame In den Wirrwarr der sich widersprechenden Aussagen im Kommunistenprozeß vor dem Sondergericht bracht« gestern der letzte Zeug« wenigstens einige Klarheit. Die Darstellung dieses Zeugen, eines neutralen, vollkommen uninteressierten älteren Kaufmanns, ergab ein mehr oder weniger vollständiges Bild von den Vorgängen am 29. August in der Röntgenstraße vom Augen- blick an, als die ersten Schüsse krachten bis zur Ankunft der Polizei. Der erst« Schuß überraschte den Zeugen, als er sich auf dem Heimweg befand. Er hatte schon vorher verdächtiges Verhalten verschiedener Leute bemerkt. Nun beobachtet« er ganz genau, wie «in Teil der Schüsse von der Seit« her kam, auf der sich die Kom- munisten aufhielten, und der ander« Teil von der Straßenseite, auf der sich das SA.°Lokal befindet. Vor und während der Schießerei hat er Nationalsozialisten das Lokal verlassen sehen. Die Behoup- tungen der SA.-Zeugen, daß von ihrer Seite nicht geschossen war- den sei, sind nun endgültig widerlegt. Wer von links und wer von rechts geschossen hat, von wem die tödlichen Schüsie kamen, wird das Gericht zu entscheiden haben— wenn sich das überhaupt noch feststellen läßt. Auch der Zeuge von Unruh bestätigte, daß in der R i ch- tung von dem Nazilokal wenigstens fünf bis sechs Schüsse abgefeuert wurden. Kein völlige Klarheit ergaben die Aussagen zweier Zeuginnen, die aus ihren Wohnungen beobachtet haben, wie ein Mann mit einem Revolver in der Hand in die Röntgenstraße einbog und mehrer« Schüsse abfeuerte. Daß aber die Kommunisten 'ich in Abwehr zu befinden glaubten, erhellte aus der unzwei- deutigen Aussage, die eine dieser völlig neutralen Zeuginnen machte: der Trupp hatte sich mit Steinen bewaffnet und erst auf den Zuruf eines ihrer Genosien:„Es sind ja bloß Schreckschüsse, kommt nur vor", die Steine wieder fallen gelassen. Eine ähnliche Aussage hatte ja auch bereits am ersten Verhondlungstag einer der Kommunisten gemacht. Im Gegensatz zu den Aussagen dieser Zeugen standen die zweier nationalsozialistischer Zeugen. Ein« Frau G« r i ck«, gebürtig« Polin, die anscheinend unbedingt dabei gewesen sein wollt«, war dem Kommunistentrupp aus ihrem Laden heraus in der Galoani- straße gefolgt und ließ sich von ihrer Neugierde nicht durch den Umstand abbringen, daß einer der Kommunisten beim Laufen mit beiden Händen etwas Schweres in der Tasche festhielt und daß eine Teures Federvieh. Die Taubenzüchter schreiben an die Kelchsregieruns Es wäre ein Wunder, wenn es den Tauben in diesen Zeiten besser gehen sollte als allen anderen Geschöpfen. Im Gegenteil, d i e hohen Futterkosten drücken sehr auf dieTauben- z u ch t. Schweren Herzens haben viele Männer ihre Zucht ausgeben müssen, nachdem für sie selbst das tägliche Brot reichlich knapp geworden war. Denn man muß bedenken, daß''ein Zuchtpaar etwa 50 Kilo Körnerstitter im Jahr benötigt und selbst Schlachltauben, deren Jungen nur bis zum Flüggewerden Futter beanspruchen, brauchen noch 40 Kilo im Jahr. Aber der Zentner Taubenmischfutter kostet seine 13 bis 15 Mark und diese Zahl nun multipliziert mit der Zahl der gehaltenen Taubenpaare ergibt einen recht betröchl- lichen Tribut, den Tausende von Züchtern ihrer Liebhaberei zollen. Nun haben die Taubenzüchter dieser Tage an das Reichs- Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft geschrieben. Den Hühnerzüchtern war nämlich vor einiger Zeit verbilligtes Futter zur Verfügung gestellt worden und so dachten die Taubenzüchter, was den Hühnerhaitern recht ist, soll uns billig sein. Darüber könnte man bald ins klare koinmen, wenn es zuverlässige Angaben über den Stand der Taubenhaltung in Deutschland gäbe. Aber leider werden Tauben in Deutschland nicht gezahlt, so daß man nur aus Schätzungen angewiesen ist. Eine Umfrage bei den Geflügelzüchter- Vereinen hat ergeben, daß sich dir Zahl der Hühner zu der der Taub«n jeweils wie 2: 1 verhält, so daß bei 8-) Millionen Hühnern, die Deutschland hat, etwa 42 Millionen Tauben vorhanden sein müßten. Eine andere Schätzungsmechode kommt aus 45 Millionen Tauben. Nun muß man aber die eigenartige Toffache festhalten, daß gerade die agrarischen Gegenden weit weniger Tauben halten als die indu st riell durch- setzten Landstriche. Dazu kommen ganze Schwärme halb- wilder Feldslüchter, die natürlich auch nicht bei der Abwägung wirt- schasllicher Interessen angesetzt werden können, so daß Sachkenner den Taubenbestand Deutschlands auf etwa 25 Millionen Stück schätzen. Nach Ermittlung dieser Zahl kommt man dann auf nicht weniger als 300 000 Tonnen Körnerfutter, die die Tauben alljährlich verbrauchen. Dann weisen die Taubenzüchter darauf hin, daß das Durch- schnutsgewicht einer Taube 350 Gramm beträgt. Nun bringt ein Zuchtpaar im Durchschnitt pro Jahr 10 Junge, so daß der Jahres- fleischertrog der deutschen Taubenzucht sich auf 875000 Zentner beziffert! Kranke und Genesende sind die Hauptoerzehrer unserer Tauben, verschiedene Kranke dürfen überhaupt nur Taubenfleisch essen und da stellt sich plötzlich heraus, daß 1931 noch für 200 000 M- Schlachttauben aus dem Ausland eingeführt wurden. Weiter wird noch auf die Dunglieferung hingewiesen, der dem wertvollen Guano gleichwertig ist. Ein Paar liefert etwa 10 Kilo Dung, der nicht weniger als 1,50 M. pro Zentner kostet, während doch ein Zentner anderer Dung bereits für 25 Pf. zu haben ist In dieser Weis« haben die Taubenzüchter Argument um Argument herbeigetrogen und«e ist'.uteressant, wie selbst eme Liebhaberei schließlich noch «inen beachtlichen Wirtschaftszweig abgibt. der Frauen, wie die Zeugin behauptete, aus ihrem Busen einen Revolver hervorzog und ihn einem der Kommunisten gab. Sie will auch während der ganzen Schießerei inmitten des Kommunisten- trupps geblieben sein und ganz genau gesehen haben, wer der An- f ü h r« r und wer die Schützen waren. So will sie vier, wenn nicht fünf von den Angeklagten mit absoluter Sicherheit wieder- erkennen. Was es aber mit dieser„absoluten Sicherheit" auf sich hatte, sollte«in ebenso dramatischer wie komischer Zwischenfall zeigen. Verärgert durch das Befragen der Verteidiger erklärt« die Zeugin: Nun erkenn« ich aber noch weiter« zwei Angeklagte wieder. Ich habe sie am 30. September an der Litfaßsäule neben der Röntgenstraße oerhasten lassen. Und siche da: Die beiden, die sie hatte verhaften lassen, waren zwei ganz and er« junge Leute. Der«ine gehörte einem katholischen Jugendverband an, der andere einem Rodsahrerverein. Die Zeugin hatte aber damals Stock und Stein geschworen, daß diese beiden sich gleichfalls am 29. August unter dem Kommunistentrupp befunden hätten und nun behauptete st« gar, die von ihr damals zur Anzeige Gebrachten wären die beiden Angeklagten T o b e h n und Krüger gewesen, die in Wirklichkeit erst am 2. September verhastet wurden. Ein Seitenstück zu der Zeugin bildete der wegen Raubes vor- bestrafte SA.-Mann H. Auch er kam mit dem Märchen von den zwei Frauen, die den Schützen die Revolver übergeben hätten, von Männern, die in Kniestellung geschossen hätten und behauptete vom Angeklagten K o l m, daß dieser sich bis zur Anckunft des Polizei- autos als Rädelsführer beim Kommunistentrupp betätigt hätte, während der Angeklagte in Wirtlichkeit erwiesenermaßen dem Polizeiauto entgegengesahren war und die Schießerei gemeldet hatte. Das Gericht dürfte schwerlich den Aussagen dieser beiden schlimmsten Belastungszeugen auch nur den geringsten Beweiswert beimessen. Die beiden Zeugen blieben wegen Verdachtes der Teilnahme an dem Landesfrisdensbruch unvereidigt! Die Verhandlung geht heut« weiter. Meister der Kälscherkunst. Ehepaar wegen Münzverbrechens verurteili. Die drille Große Stroskammer beim tandgerichl III verurteilt« den Kunstmaler und Graphiker Waller Pähl wegen Llünz- verbrechen? zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrenrechtsverlust. Seine Jrau Olga Pähl wurde zu neun Zsionalen Gefängnis verurteilt, erhielt ober Bewährungsfrist. Das Ehepaar Pähl hatte in den letzten acht Jahren gefälschte 10-, 20- und 50-Mark-Banknoten in den Verkehr gebracht, im ganzen etwa 50 000 M. Aehnlich wie bei dem Münzfälscher Salaban arbeitete das Ehepaar allein, ohne die Hilf« eines Dritten in Anspruch zu nehmen. Im Frühjahr dieses Jahres schöpfte die Kriminalpolizei Verdachi und beobachtete Pähl, bis sie schließlich zur Verhaftung der Eheleute schreiten konnte. Neue Sparkossennebenstelle in Berlin-Weißensee. Die Sparkasse der Stadt Berlin errichtete in Berlin-Weißensee, Berliner Allee 220, eine neue Nebenstelle, die von dem Kausmaim Fritz Kreitling ver- waltet wird. Die Nebenstelle nimmt Einzahlungen von 1 Mark an auf sämtliche Sparbücher der Sparkasse der Stadt Berlin entgegen und fettigt neue Sparbücher aus. Ein Schirm ist im Sportpalost bei der Kundgebung am 20. September gefunden worden. Nochzuiragen im Bezirkssekretariat. Lindenstratze 3. zweiter Hof, zwei Treppen Zimmer 5. Ew Freiluslkonzert. Am Sonntag, 25. dieses Monats, nach- mittags 334 Uhr, singt der Männergesangverein Eoncordia 1908. Mahlsdors-Züd, auf dem Bülowplotz. SUNLICHT SEIFE... DOPPELSTÜCK JETZT 27 PF BLOCKSTÜCK JETZT 23PF. /yj£U/ 10 PFQ PACKUNG Die Geschichte eines Hauses Ufaisenhaus, Kommunalschule, Hospital und letzt Iferwailungsgebaude Mehr als 80 Jahre hat das Hospital in der Palisaden- straße armen alten Leuten, die nicht mehr In der Lage waren durch eigener Hände Arbeit oder durch Unterstützung Familienangehöriger einen bescheidenen, sorgenfreien Lebensabend zu verbringen, als eine Zufluchtsstätte gedient. Inmitten des grauen Häuser- meeres des Berliner Ostens waren die mehr als 000 alten Frauen. die das Hospital beherbergt«, schon seit langem von einem G r o h- stadttrubel umbraust, der ihren Anspruch auf Ruhe und Geborgenssin nicht erfiillen konnte. Die durch die schwere Finanz- krise gebotene rationelle Ausnutzung der vorhandenen städtischen Heime hat den Overbürgermeister veranlaßt, die Verlegung der Hospitalitinnen aus dem Friedrich-Wilhelm-Hofpital nach Buch anzuordnen. Damit ist nicht nur erreicht worden, daß die alten hilfsbedürftigen und vielfach kranken Frauen einen freieren und gesunderen Aufenthaltsort erhalten haben, sondern, daß auch die zersplitterte Verwaltung des mehr als 300000 Einwohner zählenden Bezirks Friedrichshain an einer zentralen Ttelle zusammen- gefaßt werden kann. Rur geringe Mittel oermochte der Kämmerer zum Umbau des für Derwaltungszwecke nicht gedachten Gebäudes zur Verfügung zu stellen. Der Umbau ist nunmehr vollendet. Das Bezirksamt hat am Sonnabend vor den Vertretern der Bürgerschaft, den Bezirks- verordneten und den Bezirksvarstehern, durch eine kleine schlichte Feier dos neue Verwaltungsgebäude eingeweiht. Bürgermeister M i e l i tz wies in seiner Ansprache aus die Geschichte des Hauses hin. Vor nahezu 100 Jahren, im Jahre 1837, erwarb die Stadt das Grundstück in der Frankfurter Straße 12— 23. Bereits im Kaufjahr mutzten die auf dem Grundstück vorhandenen Wohn- und Wirtschaftsgebäude zur Aufnahme von Waisenkindern dienen, die ihre Eltern durch die seinerzeit in Berlin herrschende Cholera verloren hatten. Teile der großen Grundstücksfläche wurden an das Kuratorium der Weidingerschen Stiftung zur Erbauung eines Hospitals, zur Errichtung des Nikolaus-Bürger-Hospitals und einer Kommunalschule abgegeben. Im Jahre 1843 beschlossen die städtischen Körperschaften aus dem noch freien Teil des Grundstücks an der Palisadenstraße ein städtisches Hospital zu errichten, da das Neue Hospital an der Waisenbrücke sich als zu klein erwies. Im Jahre 1840 wurde mit dem Bau begonnen. Am 3. August 184!) konnte dann das Hospital, das nach damaligen Begriffen als eine der großartigsten Bauanlagen Berlins bezeichnet wurde, feierlich seiner Bestimmung übergeben werden. 258 535 Reichs- taler, 14 Silbergroschen und 5 Pfennige hat der Bau an Kosten oerursacht. Das Bezirksamt Friedrichshain har das Hospital im Jahre 1024 zur Verwaltung überwiesen erhalte«. Seinem eigentlichen Zweck diente es nicht mehr in vollem Motze. Ein hoher Prozentsatz der dem Hospital zugewiesenen Frauen war krank und häufig bettlägerig. Es diente in den letzten Jahren mehr als Kranken- a n st a l t. Die Verlegung der vielen zerstreuten Dienststellen, die sich bisher in Noträumen und an entfernten Stellen des Bezirks befunden haben, sind nun endlich zusammengefaßt. Damit ist auch für die Bevölkerung ein« wesentliche Erleichterung geschaffen, die nicht mehr weite Wege zu machen braucht, wenn sie, wie es häufig vorkommt, mit verschiedenen Dienststellen zu tun hat. Das Haupt- büro, die Finanzverwalwng, die Bezirtskasse. das Wahlamt, das Wohnungsamt, die Hoch- und Tiefbauverwaltung, die Baupolizei für den Bezirk, das Steueramt und zwei Steuerkasien finden hier an zentraler Stell« ihren Arbeitsbereich. 400 Beamte und Angestellte werden im neuen Gebäude beschäftigt sein. Dem Baumeister des neuen Hauses. Oberbaurat Dr. M e u r e r, der mit den be- fcheidenen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen, ein außer- ordentlich ansehnliches Werk geschaffen hat, sprach Bürgermeister Mielig unter lebhaftem Beifall der Anwesenden den Dank des Bezirksamts aus. „Lachen verboien!" Man schreibt dem„Vorwärts": Die vor einigen Jahren propagiert« Parole:„Lächle Berliner!" scheint heute nicht mehr aktuell Zu sein. Sogar die Polizei be- ginnt einzusehen, daß wir bei den ernsten Zeiten wirklich nichts zu lachen haben Den Beweis hierfür lieferte ein recht forscher Polizei- oberwachtmeister am Montagnachmittag gegen 5.15 Uhr am U-Bahnhof Gesundbrunnen In Erwartung einer Straßenbahn konnte ich dort folgendes beobachten: In der Reihe der Zeüungshändler stand ein Verkäufer des „Alarm" mit Reichsbannerzeitungen und dem„Abend". Vier junge Leute standen bei ihm und tauschten Sonntagserlebniss« aus, wobei auch gelocht wurde. Plötzlich schritt mit wuchtigen Schritten der in der Näh« stehende Polizeibeamte auf die Gruppe zu und polierte im unrühmlichen Kasernenhofton etwa folgendermaßen los:„Wie oft soll ich euch denn noch sagen, daß ihr hier nicht stehen sollt? Nun aber los» oerschwinden! Na, wird's bald?" Und dann zu dem Zeitungshändler:„Wenn Sie noch mal lochen, wenn ich komme, dann sollen Sie mal sehen, was passiert!" Auf die energische Ein- wendung des Zeitungshändlers, daß man nicht über den Beamten gelacht habe und im übrigen doch wohl bei einer Unterhaltung lachen dürfe, folgte«in geradezu klassischer Ausspruch des„Herrn" Ober- wachtmeffters:„Wenn ich sage, Sie haben nicht.zu lachen, dann haben Sie eben nicht zu lachen, verstanden!?"— Ja, da war eben nichts zu machen! Kopfschüttelnd und entrüstet hatte ich mir diesen Erguß des strammen Beamten angehört und wagt« dann, neben ihm stehend, sein Verhallen zu kritisieren. Die Antwort:„Wollen Sie mir vielleicht Vorschriften machen? Was ich tue, geht Sie gar I nichts an?" leuchtete mir als ehemaligem Beamten auch ein; denn ' ich weiß ja auch, daß zum Borschriftenmachen die Vorgesetzten des Beamten da sind. Wir republikanischen Bürger sind ja nur zum Steuerzahlen und— Maulhalten da, Herr— Oberwachtmeister! Die Aeltesten der Alten im Flugzeug. Es war ein« nette Idee der Deutschen Lust-Honfa, nun, nachdem erst vor kurzem 200 Berliner Jungen geflogen sind, die Äl-te» in einem Flugzeug zu einem Rundflug einzuladen. Vier alt- eingesessene Berliner, darunter zwei Geburtstagskinder, das eine 30, das andere 80 Jahre all, konnten kürzlich auf dem Flug- Hafen in Tempelhof mit der Flugmaschine v 2082„Hessen", geführt von dem Piloten Wenig, einen Flug über Berlin machen. Herr- lichstes Wetter begünstigte den Flug, der den vier alten Leutchen größte Freude bereitete. Mulige Tal eines Srastwageafuhrcrs. Der Kraft Wagenführer Rolf König aus der Cuorystraße 20 hat ein oiereinhalbjährige» Kind an der Wiener Brücke aus dem Landwehrkaual vom Tode des Ertrinkens gerettet. Der Polizeipräsident bringt diese von Mut und Entschlossenheit zeugende Tot mit dem Zlusdruck seiner Anerkennung zur öffentlichen Kenntnis. Schulkloffeufchließung. Die 30. Madchenvolksschule in Char- lottenburg ist auf Ersuchen des zuständigen Kreisarztes wegen Diphtherieerkrankungen bis zu den Herbstferien ge- schlössen worden. welterausfichten für Berlin: Bewöl kung szunahme, später auch Neigung zu einzelnen Regenfällen; Tagestemperaturen ansteigend'. südöstliche bis südliche Winde.— Für Deutschland; Im Südwesten wolkig und ziemlich warm, in der übrigen westlichen Reichshälfte vielfach Regenfälle; weiter östlich Bewölkungszunahme ohne nennenswerte Temperaturänderung. Sport. hoppegarlener Stufenpreis. Preis von Biesdors. 1. Filmenau(Knobloch); L. Garde. Z Mari«. Toto: 15: 1V. Play: 13, 03: 1». Ferner liefen: Vergißmeinnicht(4-1, TarquiniuS SuperbuS. Orenburg. Preis von Pogelsdorf. l. Arjaman(Rastenberger): 2. Ormelia: 3. Naseweiß: 4. Metullus. Toto: 47:10. Platz: 15, 14, 16, 19:10. ternei liefen: Tristan, Emschi, Herrgesell, Bahland, Lordmajor, Paros, oldraute, Maienblüte, Federbriede. Kielemal-Rennen. 1. Majordomus(O. Schmidt): 2. Lgathon: 8. Ma- saniello. Toto: 29: 10. Drei liefen. Hoppegartener Ztutenpreis. 1. Arabeske(Printen): 2. Marie Louise: 3. Oslerinädel. Toto: 23:10. Platz: 11. 11, 11:10. Ferner liefen: Terra(4.), Abneigung, Rogau, Maienlag, Alemannia, Faienza. Preis von Kaulsdorf. 1. Hassan(Kreuz); 2. Gregorovius: 3. Perse- Polls. Toto: 41: 10. Play: 15, 15, 14: 10. Ferner liefen: Gbandi(4.), Geh voran, Alfio, Podesta, Wintersonne, Tasmania. Preis von Mahlsbors: l. Novalis(Narr): 2. Hella Z: 3. HoneZko: 4. Meisterstück. Toto: 104:10. Platz: 33, 18. 38, 18: 10. Ferner liefen: Chikago, Hanstein, Henvill, Luxus, A. D. R., Tarnfchilb, Falena. Elvi. Preis von Seeberg. 1. Anita(Haynes); 2. Lysander; Z. Maust. Toto: 01: 10. Platz: 17 19, 17: 10. Ferner liefen: Sonnenstrabl(4.), Süß- krrsche, Senator, Oberstolz, Creolin, Tramonto, Sanda, Huri. Toppelwett«: Arabeske— Novalis 209: 10. fiinfentuntgat für diese Rubrik find W, r l i n SW es. Lindenstraße Z, parieinachrichten für Groß-Berlin stet» an da» Bezirktfekretaria. 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten Beginn aller Veranstaltungen 19% Uhr. sofern keine besondere Zeitangabe! Areitag. 23. September. 2. SUei». Die Belvrechung wegen der Hilfsmaßnahmen für rrwerbalase Suarnd, welche-iir heute angesetzt war, fällt au- und findet erst ,n der nächsten Woche statt. B-nachrichitgung erfolgt noch. It. jirei». Achtung! Heute Kreisvorswndsfltzung um AV» Uhr M Will, Martln-Luther-Str. 59. 14. Srei». Heut», Freitag, nicht Funltianär., sondern F u n l t i o n S. rinnen sißung an bekannter Stelle. 1». 3 reis. Sämtliche Abteilungen des is. ttrelse» haben am Mittwoch. 25. September. Mitgli-deiverlammlungen anzusetzen, in denen Anträge und Vorschläge für den Bezirksparteitag zu stellen sind.— strelsdelegiertenner. iammlung am 3. Lltober in dem bekannten Lakai. 11. Abt. Der Zahlabend findet heute nicht statt. 105. Abt. Funktionärsttzung bei Schenk, Hackenbergstraße. Beginn Ist Uhr. Sonnabend. 24. September. M. Abt. Fannlien-ttäffeekochen und Judilaikeier um 17 Uhr im Sommerbad der Freien Schwimmer an der Grenzalleed rücke. Auskunft erteilen die Be. '.irkstührer. Der Vorstand trifft sich dort um 10 Uhr zu einer wichtigen 131, Abt��un�ionärsttzung um 20 Uhr im Lokal Bolfsfchlucht, Treskowstraße. 4- 3. Abt. Di« Bezirk-führer werden gebeten, in der am Dienstag, 27. Septem. der, stattfindenden Funktionärsttzung genaue Angaben über die arbeit». lolen Daoteigenossen abzugeben. S7. Abt. Sonntag, 25. September, pünktlich 10 Uhr, gemeinsame Sitzung de» Ilbteilungsoorstande», der Funklionäre und der neugewählten Delegrerten im Jugendheim Rostnenstr. 4. Zrauenveranstafkungen. 14.»tri». Heut«. Freitag, Funktionärinnensitzung an bekannter Stell». Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groh-Verlin. n Zriedrich-haia- Sonntag, 25. Septemder, find all- BF. 12 Uhr K. Sportplatz im JrictuiSstiain. Alle anderen 18 Uhr ebenda. JE Schiiaevergt Sonntaa. 25 September, veranstaltet der»reis || Schöneberg mit der SA?, und der Frri-n Schulgemeinde eine g«. '■ meinlam» FUmmatinee mit luftigem Programm,»arte« find an _ her»a((c erbältli». Die Veranstaltung finde» in der Alhambra. ach�nebcrg, H-Uptstr. 30, statt. Besinn 11'., Uhr. Eintritt: Er. tnachfem« 50 Pf.,»inder 30 Pf. Alle Kreise ftnd herzlichst eingeladen. illSozialMcheArbetterjllgendGroß-Verlln Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekretariat Berlin SÄ 68. Lindenstratze 2. vorn 1 Treppe retbts. Abteilungsleiter' Rechnet, soweit noch nicht geschehen, die Korten vom Augendtaa ab. schickt das Oktoberprogramm ein. Wanderauskunft heute von 17—1� Uhr Heim ßtndenftr. 4, vorn 1 Trepp«'- Tsnosien, welche ein Instrument spielen oder erlernen wollen, können sich dem Orchester der(5 AI. anschließen. Bratsche, Cello oder Kontraboß stehen ;iir Verfugung. Meldungen bei Horrp Dommnick, N. Ahlbecker Str. 17. Sozialistischer Wettbewerb. Alles für die ArbeikerNasie! Alles für den Sozialismus! «taub der Abteilungen: Zkotenihalcr Barstadt: 0800 Punkte, Sieglitz II: tzKSO Steglitz Ii 5M0,»apeaick H: 5456,»fufolla IN: 4772, Sch:llerp»r»:«<60. Balkan: 8150, Sew«rkfchast»h-u»: mn, Gesundbrunnen I; 3.500. Arnim- platz: 818». Serbebezirl Zempelhaf: tiunstadcnd morgen, Sonnabend, 20 Uhr, — im istealgnmnastum, Tempelho«, Aaiserm.Auzusta.Str.?0. 5» spielt =S da»„Proletarische Orchester der S-AI. Sroß-Berliv". heute. Freitag. 20 Uhr. Arkaaaolatz: Elilabethfirchftr. 10:.sturzreferate— Semettschast-H»«»: stovenicke- Str. 92; ,.?i- Zuzend in Sowietrußlanb".— Zentru«: Datsen. »„.—___ s S.__ rV r. tf et f fvrtt om 18! sNlaße 21- ffraaekastenadend.— MoobU n: Bremer Str..0: Sraguanen, abeS— Sr-rtvalaft, Genthiner Str. 17: 10.Mnut«rr.Re«era--.—»esuob. brunnen ll:«dlomestr. 8, 8. Hak. Aufgang NU„Sin«ozialisstscher Mensch".- Arnswalder Pia» I: Sonnenburger Str. 20:„Die g->st:g?n Führer der Nation - Ariums, atz: Sonnenburger Sir 20..Daae»p°link"- Balkan: Mandel. straße 2: lO.Minulen-Z'es'ra».- Falkplatz ll: Sonnenburger E,r 20--.Balker. dund und Ztbrüstung"- H»ße»s»ä»h»«s«»> Fre.cnwalder S:r 6:..Mehr. und Arb«it.d>«nstpfficht".- Nardosten!: Danztger Str.«2: Zahrt.n-rlebnrste. - Beißens«! Caseler Str. 2; Glaßorenner. Abend—«ndrea.pla, I: Lrammy. straß, 1:„Die Sugeird im«ampf um den Soiralr»mu»".— Baltenplatz- Tilsiter Str. 4—5:„Jugend und Kirche".— Fraakfurter viertel: Frankfurter Alle« 807: Schallplattenabend.— Petersburger viertel: Cbertnstr. 12:„Sexuelle Fragen".— Stralauer viertel: Saßlerftr. 61:„Aufgaben und Fiele der SAI." — Zriedrichshaiu: Diestelmenerstr. 5—6:„Der Fafchtsmu» in Italien und fein Sieg".— Dorschauel Viertel: Lrtauer Str. 16:..TageepoNtib'.— Warickaucr Viertel RZ.: Lrtauer Str. 16: Leseabend— Beichenberg er viertel: Manteuffel. straß« 7:„Segenüberstellung der russttchen und deutschen Arbeiterschaft".— Zuiseustadt: Wassertorstr. 4: lO-Mnuten-Referate.— Friedenau: Offenbacher Straße 5»:„Tagespalitik".— Schänebera I: Kauptttr. 15: Heimabend.— Schäueberg II: Hauptftr. 15:„Die Stützen der Tesellfchaft..."— Tharlotie». bürg: Rostnenstr. 4:„Bursche und Mädel in unserer Bewegung".— Dhar. lotteuburg-Süd: Poftalozziftr. 40: Ausspracheabend.— Stchkamp: Schule Lärchenweg: Liederabend.- Siemcasstadt: Schul« Jungferndeideweg:„Tage». Politik".— Spandau, Junger«: Lindenufer l: Liederabend.— Lichterfeld«: Albrechtstr. 14a; Echallplattenadcnd.— Warieudorf: Dorfstr. 7;„Bolschewismus oder Faschismus?"— Britz: Hannemannftr. 41: Aibeit»gemeinschast.— Neukälln I: Sand». Ecke Hobrechtstraßc:„Tagespolitik".— Reukölln III: Stcinmetzstr. 94: Jack. London. Abend.— Reulälln IT; Kann». Ecke Böhmische Strane:„Der Weg ins Leben".— Reuköllu 5'l: Treptower Str. 0.5:„Tages- Politik".— Reuköllu VII: ARS.: Bunter Abend.— Reuköllu VUI: Rütli. schule: Heiterer Abend.— Reuköllu IN: Schule Mariendorfer Weg:„Ist Sozialismus in einem Lande möglich?"— Reuköllu XI: Flugbafcnstr. 68: Heimabend.— Baumschulenweg: Ernststr. 16:„Die Machtmittel de» Bürger. tum» im Kampf gegen die Arbeiterklasse".— Treptow: Elsenstr. 8:„Die polt» tische Lage".— Schöneweid« II: Berliner Str. 31: Schallplattenabend.— Adtersbos: Bismarckstr. 1: Funktionärsttzung.— Friedrichshaqcn: Kahnfahrt.— Falkenberg: Gemeinlchaftshaus:„Eindrücke au» England".— Köpenick l: Grünauer Str. 5: Borbereitungen zur Werbung.— Köpenick II: Dahlwitzer Straße 15: Die Mädel gestalten den Abend au».— Friedrichsfeld«: Gunter. strafte 44:„Italien: Warum Mussolini?"— Karls Horst: Treskawalle- 44: „Politische Freiheit der Jugend".— Kaulsdorf Adolfstr. 25: Kampflieder. abend.— Lichtend« rg-Mitte: Scharnweberstr. 22: Jüngeren abend.— Reu. Lichtenberg: Gunterstr. 44: Eebuctstagsfeier.— Lichtenberg-Nord: Gunter. straß« 44: Bunter Abend.— Lichtenberg.Rardwest: Dossestr. 22:„Die Arbeit der Kammune".— Madlsbarf:„Bub und Mädel", l.— Hermsdorf: Roon. strafte:„Wir und die KPD."— Reinickeadarf-Ost: Lindauer Str. l:„Arbeit«. dienst".— Reinickeudorf.Best: Seidelstr. l:„Aufbau und Aufgaben de» Staates".— Wittenau: Hauptftr. 8—12:„Tagespolitik�.— Tegel, Freie Scholle: Schollenkrug, Hermsborfer Strafte:„Partei und Reichsbanner". Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold". Geichäst« st eil«: Berlin E. 14. Eebastianstr 87—88 Hol 2 Tr. Steglitz(Jungba): Jugendtrupp« 1—5: Freitag, 23. September, Versammlung im Jugendheim Lichterfelde, Albrechtstr. 14«.— Treptow(Ortsoerein): Freitag, 28. September, 20 Uhr, aufterordentliche Generalversammlung, Lokal Rennhahn, am Bahnhof Treptow. Referent Kam. Rechtsanwalt Joachim. Thema:..Sondergerichte.— Pankow(Ortsverein): Freitag, 28. September, Antreten 15), Uhr Nordbahnhof zur Einäscherung des Kam. Spteckermann im Krematorium Gerichtstrafte. Nachzügler 16.40 Uhr Berichtstraße. In Uniform, schwarzer Binder. Fahnen mitbringen.- Rah«»- dors(Kameradschaft): Sonntag, 2.5. September, Antreten der Radfahrer zur Ausfahrt. Näheres durch die Gruppenführer.— Friedrichshaiu, Kameradschaft Büsching: Freitag, 28. September, 20 Uhr, Kameradschaftzversammlung bei Beisschmidt, Friebenstr. 06.— Lichtenberg, Kameradschaft Borhagen: Freitag. 28. Septembei, 20 Uhr, Generalversammlung im bekannten Lokal. Neuwahl be» gesamten Kameradschaftsvorstandes. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau Verlin. Grichöflsstelle: P. Schneider. Berlin JtO. 55. huselandflr. 31. Rännerchor Prenzlauer Berg: Die Einäscherung unseres Parteigenossen und Sangesbruders Hugo Tieberk« findet am Sonnabend, 18� Uhr, im Krematorium Gerichtstraftc statt. Vollzählige» Erscheinen Pflichs. Arbeiter-Samariter-Vund e. B., Kolonne Verlin. G-sch-fi-ftell«: RS. 48. Iostqstr. 4. Telephon: E 8 Königstadt 5440. Achtung, Iuaendlich«! Arn Sonnabend. 24. September. Fahrt nach Erkner. Trefipuntt um l.0 Uhr Bahnhof Friedrichstrofte. Arbeiter Rodio-vond Deutschland» E. v. Untergruppe Friedrichsham: Montag, 26. September, 20 Uhr, bei Wertalla, Hohenlohestr. 8, Gruppen- abend.— Untergruppe Lichtenberg: Freitag, 80. Sepieurber. 20 Uhr, Bibliothek, Weichselitr 28,..Wo.» baue ich für einen Apparat�"— Untergruppe Reu- tolln: Frettag, 80. September, 20 Uhr, bei Klamt, Bertiner Str. 100. Portrag über Spulen.— Unter grupp« Prenzlauer verg: Dienstag, 27. September, 20 Uhr, bei Klus, Berlin RO. aä, Danziger Str. 71, Gruppenabend.— llutergruppe K reu, berg-Tempelhof: Freitag, 80. September, 20 Uhr, bei Thiele. Fürbringeritr. 0, Gruppenabend.— Untergruppe Spanbau: Anschrift: v«kar Linge. Stondau, Eschenwez lll.— Untergruppe Tempelhof. Lindeohof: 25. Ser '.i-mber, 20 Uhr. Epthstr. 48, Flur rechter Eingang, Bastelabend. EIperanto-Griellschalt Eharlottendura. Montag, 26. September. 20 Uhr. Konditorei Wolter, Eharlottenhurg, Bismarckstr. 114(Knie). Klubzimmer: Uebungen für Anfänger und Fortgeschrittene. Konversation. Gäste will- kommen. Deutscher Arberter-Abttiueuteu-Bund Bezirkrgruppe Prenzlauer verg. Zreuag, 28, September, 20 Uhr, in den Schönhauser Fritsälen. Schönhauser Allee 101. gusammenkunft.?ag«>vrdnuna: Geburtenregelung und Ehebera- lung". Referent Dr, Fr. Rosenthal. Zither. Elllb 1887 Reulällu. sDtrtaen«: Adolf Wollenlchläger.l Jeden Frei. Ig, Uebung-Itunde im R-stau-ant Meißner, Karier.Zriedrich. Ecke Anzengruber- draße. Bea:nn 20>r Uhr. Zitherspieler und Gäste herzli» willkommen. Klub tur moderne Phitosophr». Sitzung Montag« 2l Uhr Egf« Wittel». dach, Baperrscher Platz 2. Wontag. 26. Sep:-md«i:„ Eh-fred-kteur Heinrich Zimmermann: ,Lptimr»rnü» al» Weltanschauung". Gäste willkommen. Iudiuidualpsycholagisch« Gruppe. Otto Kau» spricht am Montag. 26. Ssp. tember, um 20 Uhr, im Klubhaus am Knie, Berliner Str. 27, über„Der Geniebegriff". 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Der Reichsverband hält es im Gegenteil in U e b e r e i n- stimmung mit der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber-Verbände sür seine Pflicht, im Sinne einer ausbauenden Kritik sich dafür einzusetzen, daß entsprechende Mängel der erlassenen Verordnungen abgestellt und durch Regelungen ersetzt werden, die den angestrebten Erfolg nach jeder Richtung hin zu sichern geeignet sind. Er behält sich vor, hierüber mit der Re- giening in weitere Verhandlungen einzutreten, betont aber aus- drücklich, daß er selbst jede Art von Nörgelei und alle un- berechtigten Sonderwünsche einzelner Gruppen entschieden ablehnt. Es kann sich bei dem vorliegenden Programm selbstverständlich nicht um ein endgültiges„W irtf'chostsprogrom m" im eigentlichen Sinn« handeln, sondern nur um ein„Notpragramm". Als besonders vordringlich sind in Ergänzung desselben folgende beiden Ausgaben anzusehen: a) Die beschleunigte Durchführung der von der Wirtschast seit langem geforderten II m s ch u l d u u g s- attion für di e Gemeinden, im Zusamnienhang damit die Schaisung einer kommunalen flinanzordnung und eines end- gültigen Finanzausgleiches, bl Die rechtzeitige Schassung eines ausreichenden Marktes für die Steuergutscheine, damit nach jeder Richtung hin eine Verwendung der Steuergut- scheine in dem durch den Plan bezweckten wirtschastssördernden Sinne gesichert wird. Wenn der Reichsverband auch alle parteipolitischen Versuche entschieden ablehnt, das vorliegende Programm etwa mit irgend- einem„Programm des Unternehmertums" zu identifizieren, so ist er auf der anderen Seite der einmütigen Auffassung, daß von der Wirtschast und der Industrie selb st alles getan werden muß, um die angestrebte Wirkung in einem möglichst großen Grade zu erreichen. Er betrachtet es als eine Pflicht der Industrie und jedes einzelnen Unternehmens, alle in dem Programmwerk liegenden Möglichkeiten loyal zu nutzen, um möglichst viele Arbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen. Er richtet dementsprechend an seine Mitglieder den dringenden Appell, durch weitgehende Initiative sich mit allen Kräften für eine Belebung der Wirtschaft einzusetzen und sorgsam alles zu vermeiden, was die psychologischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen, von denen der ganze Effekt des Programms in weitgehendem Maße abhängt, stören könnte. Er erwartet selbstverständlich von seinen Mitgliedern. daß jeder Mißbrauch mit den neuen Bestimmungen ausgeschaltet bleibt. Auf der anderen Seite ist es allerdings eine unerläßliche Vor- ausfetzung für den Erfolg, daß die Regierung sich nicht selbst durch einen Bruch in ihrem Programm um die psychologischen und wirtschaftlichen Wirkungen bringt. Die Regie- rung muß unbedingt jede Maßnahme vermeiden, die zu einer neuen Beunruhigung in der Wirtschaft führen würde. Die Industrie muß van der Regierung verlangen, daß insbesondere auch in der Frage der Zinskonversion und auf dem Gebiete der Kontingentierung solche Maßnahmen unterbleiben, die eine neue empfindliche Erschütterung auf dem Geld- und Kapitalmarkt oder eine unerträgliche Bedrohung der deutschen Ausfuhr mit sich bringen würden." Im Hinblick darauf wurde folgendes Telegramm an den Reichskanzler von Papen abgesandt: „In ernstester Sorge um die Erfolge des wirtschaftlichen Resormversuches der Reichsregierung bitten Präsidium und Vor-' stand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie einstimmig, von den beabsichtigten Kontingentierungs mahnahmen Ab- stand zu nehmen. Dieser einstimmige Beschluß ent- stand durchaus nicht aus irgendwelcher Opposition gegen die Land- Wirtschaft oder gegen das auch von der Industrie dringlichst erstrebte Ziel der Wiederherstellung ihrer Rentabilität, für die wir mit der Landwirtschaft bis zum äußersten eingetreten sind und noch ein- treten. Auch haben nicht einseitige Interessen der Ausfuhrindustrie die Entschließung des Reichsverbandes beeinflußt. Die einmütige Stellungnahme von Präsidium und Vorstand beruht vielmehr aus der Erkenntnis, daß eine Kontingentierung den Erfolg, den die Landwirtschaft von ihr erhofft, nicht haben kann, der Industrie aber die Möglichkeit einer Wiederbelebung nimmt und die von der Reichsregierung erstrebten Ansätze zur Behebung der Arbeitslosigkeit gleich im ersten Stadium vernichte t." Die Stellungnahme der ausschlaggebenden deutschen Unter- nehmerorganifation für das Papen-Programm ist so p o s i t i o zustimmend, wie man es nur erwarten konnte. Herr von Papen hat sein Programm die letzte Chance des Privatwirtschaft- lichen Systems in Deutschland genannt. Das gibt der Zustimmung des Reichsverbandes mit ihrer Verfemung aller Nörgeleien und Sonderwünsche einzelner Gruppen eine besondere Bedeutung. Wir halten weder von dem Programm sehr viel, noch imponiert uns das Wort von der letzten Chance. Das privatwirtschaftliche System hat sich schon überlebt. Der Reichsverband hat aber klar die Mitverantwortung für das Programm über- n o m m e n, und daran werden wir zur gegebenen Zeit e r- inner». Begrüßenwert ist die Stellungnahme zu den Fragen der Kontingentierung und der Zinssenkung. Doch wird der Reichsoerband noch zu sagen haben, was für ihn eine empfindliche Er- schütterung des Geld- und Kapitalmarktes" und„eine unerträgliche Bedrohung der deutschen Aussuhr" sind. Gefährdete Absahdomänen. Oer Selbstmord der Kontinqentelpolitik. In seinem neuesten Wochenbericht legt das Konjunktur- forschungsinftitut in einer eindrucksvollen Ausstellung dar. wie katastrophal sich Deutschlands Export im l. Halbjahr 1!W2 noch den Ländern entwickelt hat. die als b e st e A b s a tz d o m ä n e n der deutschen Exportindustrie anzusprechen waren. Bei verschiedenen Ländern, wie Kroßbritannien, wirkt selbst- verständlich die Währungsabwertung und die Zollpolitik drosselnd auf den deutschen Jndustrieexport, ober bei Ländern wie Holland, Dänemark und Schweden zeigt sich in dem scharfen Fallen des deutschen Aussuhrüberschusses, daß die deutsche Agrarzollpolitik zu schwerwiegenden Repressalien in diesen Abnehmerländern ge- führt hat. Im Handelsverkehr mit Holland erzielte Deutschland l!Wl einen Exportüberschuß von S7I Millionen Mark, im ersten Halbjahr lS?2 aber nur noch 18l Millionen Mark, bei Dänemark waren es rund 187 bzw. 88 Millionen Mark und bei Schweden 267 bz«. 68 Millionen Mark. Da der Europoexport seinen Anteil an Deutsch- lands Gesamtausfuhr vom Januar bis Juni 1932 im Vergleich mit der entsprechenden Zeit des Vorjahres halten konnte, zeigt sich ganz deutlich, daß die Länder, die durch die deutsche Agrarzollpolitik v e r» ärgert sind, in zunehmendem Umfang ihren Industriebedarf bei der Konkurrenz Deutschlands eindecken. Den Exportüberschuß nach Holland, Dänemark und ganz Skandinavien würde aber der Todes st oß versetzt werden. wenn die von der Grünen Front propagierten Einsuhr- tontingente für agrarische Produkte Tatsache würden. Die dieser Tage in Kopenhagen veranstaltete britische Mustermesse, die durch einen Besuch englischer Flotteneinheitcn und zahlreicher prominenter Engländer ein besonderes Gepräge erhält, zeigt deut- lich, wie intensiv England bemüht ist, Deutschlands erschüttert« Exportstellung in Dänemark zu fernen Gunsten auszunutzen. Zinsabbau bei den Banken. Einlaqezins bei den Sparkasten 3', proz. Im Anschluß an die am Mittwoch erfolgte Senkung des Diskontsatzes der Reichsbank beschloß der Zentrale Kredit- a u s s ch u tz, in dem die Banken- und Sparkassenorganisationen vereinigt sind, die Soll- und Habenzinsen gleichfalls um je l P r o z. h e r a b z u s e tz e n. Ausgenommen von dieser allgemeinen einprozentigen Senkung sind die Zinssätze sür normale Spar- einlagen, die von 4 auf 31'- Pro.;., also nur um ein halbes Prozent, herabgesetzt werden. Die neuen Sätze treten mit dem 23. September in Kraft. Günstige Entwicklung bei den Sparkassen. Im Monat August hoben sich bei den preußischen Sporkassen Einzahlungen und Abhebungen zum erstenmal seit der Banken- krise des vergangenen Jahres nahezu ausgeglichen. Die Einzahlungen sind mit 232,2 Millionen Mark gegenüber dem Juli fast unverändert, dagegen sind die Abhebungen mit 238,4 Mit- lionen Mark ganz erheblich zurückgegangen. Einem Auszahlungsüberschuß von 55,2 Millionen Mark im Juli stand somit im vergangenen Monat nur ein Ueberschuh der Abhebungen gegenüber den Einzahlungen von 6,2 Millionen Mark gegenüber. Berücksichtigt man noch Zinsgutschriften in Höhe von 11,6 Millionen Mark, so ergibt sich bei den preußischen Sparkassen im August ein Einlagenüberschuß von nind 6,4 Millionen Mark. Die günstig« Ent- wicklung ist um so bemerkenswerter, als der August immer noch zu den Reisemonaten zu rechnen ist, die erfahrungsgemäß zu stärkeren Abhebungen von Sparguthaben führen. Wenn Vögler richtig Bilanz macht.. Vor der Sanierung im Stahlverein.- Llnsere Voraussagen und die Wirklichkeit. Die finanzielle Bereinigung der Vereinigten Stahlwerke A.-G. von ihren Verlusten läßt sich nicht mehr länger hinausschieben. Seit das Reich die Mehrheit in der Gelsenkirchner Bergwerks-A.-G. und damit auch beim Ruhr-Montantrust erworben hat, haben sich auch die Beauftragten des Reiches mit der Frage beschäftigen müssen. Hauptbeauftragter ist der Geschäftsinhaber van Flotow des Bankhauses Hardy u. Co. Von diesem scheint jetzt ein V o r be r i ch t über die Lage des Stahkvereins und dessen erforderliche Sanierung vorzuliegen, aus dem das„Berliner Tageblatt" scheinbar einige Zlngaben zu machen vermag. Der„Vorwärts" ist an den Prüstingsergebnisf'en des Herrn von Flotow in besonderer Weise interessiert. Wir haben a m 5. November vorigen Jahres einen Artikel veröffentlicht: „Wenn Vögler richtig Bilanz macht... Der größere Teil des Stahl- Vereinskapitals wäre als verloren anzusehen", der in ausführlicher Begründung nachwies, daß eine unverantwortlich zu nennende Investitions- und Aufsaugepolitik zusammen mit den außerordentlich verlustreichen Schwedenerzverträgen zu unheimlichen Verlusten ge- führt haben. Wir schloffen damals mit der Feststellung:„Für eine Sanierungsbilanz waren also von den 886 Millionen Aktienkapital und Reserven des Stahlvereins rund 666 Millionen durch den Betriebsverlust und die verfehlten kaufmännischen Dispositionen der letzten fünf Jahre als verloren anzusehen... Vorsichtig gerechnet wäre von den 886 Millionen Kapital und Reserven des Stahlvereiiis nur ein knappes Viertel noch als intakt anzusehen. Diese unsere Feststellungen wurden von der bürgerlichen Presse damals fast als wirtschaftlicher Landesverrat de- nun ziert. Die„Kölnische Zeitung" war die Wortführerin des Streites und kennzeichnete unser Verhalten in zwei Artikeln als „unoerantwortli ch". Demgegenüber ist heute zu sagen— vorausgesetzt, daß die Informationen des„Berliner Tageblattes" zutreffen, woran nach der Sachlage kaum zu zweifeln ist—, daß wir damals nichts als die Wahrheit festgestellt und die Lage absolut richtig beurteilt haben. Obwohl durch die Abwertung der schwedischen Währung die Verluste aus den Schwedenverträgen erheblich zurückgegangen sind, soll der Vorbericht des Reichsbeauftragten von der Notwendigkeit sprechen, das Aktienkapital der Vereinigten Stahlwerk«, das heute 776 Millionen Mark beträgt, im Verhältnis 16:3, also auf rund 233 Millionen Mark, zusammenzulegen. Das entspricht einem Verlust am Aktienkapital allein von 642 Millionen Mark. Da auch der iveitaus größte Teil der Reserven bei einer Sanierung verloren gegeben werden und wieder aufgefüllt werden muß, wird der Gesamtverlust sich noch erheblich höher stellen. Der Bericht scheint dabei noch von der Voraussetzung ausgegangen zu sein, daß die Hauptbetriebe des Stohlvereins schon bei einer Z6prozentigen Ausnutzung der Leistungsfähigkeit rentabel arbeiten können. Diese Voraussetzung ist unwahrscheinlich günstig, so daß die Vermutung gerechtfertigt ist, daß das Zu- fammenlegungsverhältnis von 16: 3 noch als zu günstig anzusprechen und die Verluste noch höher anzusetzen sind. Wenn der„Vorwärts" sich einen Vorwurf zu machen hat, so nur den, daß er Ende vorigen Jahres die finanzielle Lage des Stahlvereins noch als zu günstig ansah. Von der bürgerlichen Hon- delspresse, deren Ahnungslosigkeit nicht zugegeben werden kann, muß man sagen, daß sie damals geradezu leichtfertig gehandelt hat, als sie sich schützend vor die Mißwirtschaft der Vereinigten Stahlwerke stellte und unsere Kritik als unverantwortlich bezeichnete. Der Fall lehrt aber noch ein anderes. Die sozialdemokratisch« Reichstagsfraktion hat die Verstaatlichung der Schwer- industri« verlangt und als Grundlage für die Entschädigung die bei der Einbringung der Anträge geltende Aursbewertung der schwer- industriellen Aktien vorgeschlagen. Darüber erhob sich eine große Empörung in den interessierten Kreisen. Man sprach von bolsche- wistischer Enteignung und von einem' sozialistischen Raubzug. Die beim Stahlverein vorliegenden Verluste beweisen die Richtig- keit der von der Sozialdemokratie vorgeschla- genen Entschädigungsgrundlagen. KOLONIAUVARfN BUTTER, FETTE, EIER DIVERSE KÄSE DELIK., RAUCHERW. Bruchreis............... Pfd. 0.11 Burma-Reis.......... 2 Pfd. 0.25 Kartoffelmehl......... Pfd. 0.18 Wiener Auszugsmehl Pfd. 0.24 Hartgrieli..............Pfd. 0.24 Hartgr. Makkaroni...Pfd. 0.35 Linsen Oder Bohnen an 2 Pfd. 0.25 Tafelöl............... an Llr. 0.65 Kaffee gebr........ an Pfd. 2.00 Gutsbufter............. ptd. 1.08 Molkereibutter........ Pfd. 1.22 Tafelbutterl........... Pfd. 1.34 Markenbutter......... Pfd. 1.40 Margarine u.Kokoifeft,an3Pfd. 0,88 Roh- u.BratenschmalzPfd. 0.46 Griebenschmalz...... Pfd. 0.52 Fr. polnische Eier io Stüdr 0.66 Fr. rum.Eier lOStütk........ 0.71 Weißkäse............. Pfd. 0.34 Camembert vallfett, 2 Sdraditl. 0.35 Tilsiter ohne Rinde 20°/« Pfd. 0.40 Limburger yollfett o.te, 207« 0.42 Kräuterkäse......... Stüdt 0.10 Edamer u Holländer, vollf. Pfd. 0.66 Steinbuscher.yollf...... Pfd. 0.66 Dän. Edelpilz vollfett Pfd. 0.68 ßayr. Schweiz., vollf. an Pfd. 0.95 Oiv. Fisdimarlnad. 2 Port. Pcfcg. 0.25 Port. Oelsard.% CL, 3 Ds. 0.E8 Fettheringe in Tom. 3 Ds. 0.95 ital. oder Heringssalat....Pfd. 0.58 Mayonnaise od. Remoul...Pfd. 0.58 Fettbücklinge.......... Pfd. 0.20 Seelachs geräudsert....Pfd. 0,34 Räucherflundern....... Bd. 0.25 Räucheraal v,o.'/.Stck. v-Pfd. 0.78 WURSTWAREN WURSTWAREN FRISCHE FISCHE DIVERSESOBST Dampfwurst........... Pfd. 0.75 Landleberwurst....... Pfd. 0.88 Cervelat u. Salami...Pfd. 0.88 Jagdwurst............. Pfd. 0.88 Feine Leberwurst..... Pfd. 1.08 Geräudi. Schweinebadcen Pfd. 0.78 Hambg. Gek. Mettwurst Pfd. 1.28 Bauchspeck i.m..... fett Pfd. 0.88 Schinkenspeck....... Pfd. 1.28 Nußschinken.......... Pfd. 1.32 Kabeliau, Rotbars o. K. an Pfd. 0.18 Seelachs............ an Pfd. 0.15 Fischfilet............ an Pfd. 0.24 Grüne Herinqe..an 3 Pfd. 0.28 Leb. Aale u. Hechte an Pfd. 0.78 Eß- und Kochäpfel...Pfd. 0.18 Wein................... Pfd. 0.28 Graubirnen......... 2 Pfd. 0.25 Preißelbeeren...... 3 Pfd. 0.32 Bananen............. 2 Ptd. 0.65 FRISCH-FLEISCH Suppenfleisch...... an Pfd. 0.48 Gehacktes............. pfd. 0.48 Schmorfleischo.K.gesp.Pfd. 0.78 Roastbeef mit Filet....Pfd. 0.60 Keßler................. ptd. 0.74 Sdiweinekamm u. KotelettPfd. 0.84 Kalbsschnitzel......... Pfd. 1.48 Hammel, Vorderfleisdt Ptd. 0.64 Hammelkeule......... Pfd. 0.74 DIVERSES GEMUSE Kot-, Weiß-, Wirsingkohl 3 Pfd. 0,10 Möhren..............3 Pfd. 0.10 Schmor- u Senfgurken 4Pfd. 0.10 Rosenkohl........... 2 Pfd. 0.35 Spinat............... 3 Pfd. 0.20 WEINE, SPIRITUOS» Frankenweilei..10 Ltr. e.00, Ltr. 0.65 Guntersblumer. 10 Ltr. 9.00, Ltr. 0.95 Lieserer Berg. ,.10 Ltr. 8.50, Ltr. 1.00 Rüdesheimer..10 Ltr. 11. 50, Ltr. 1.20 Dürkheim. 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Gilgi wacht am nächsten Morgen mit dem Gefühl auf, daß ungeheuer Einschneidendes und Wichtiges passiert ist. Neben ihr liegt Martin. Jeden Morgen, wenn sie aufwacht, wird Martin neben ihr liegen. Der ruhige Schlaf nebeneinander, nicht mehr von Angst und Aufregung durchsetzt, wird das fadendünne Zufallsband zwischen ihnen stärker und fester werden lassen. Sie knipst das Licht an, sieht auf den Wecker: nein, vor einer halben Stunde braucht sie nicht aufzustehen.--- Hübsch ist das, so still nebeneinander zu liegen. Man denkt und spricht sich nicht auseinander, man atmet sich zusammen. Man ist sehr vereint, sehr zueinander gehörig in dieser unwachen, leise durchatmeten Stille. Sein Gesicht ist dicht neben ihrer Schulter, das Kinn ist schon wieder ganz rauh. Sie legt ihm die Hand auf die Brust und beobachtet lief zufrieden, wie sie sich leise hebt und senkt. Vorsichtig tastet sie über seinen Schenkel: da ist die Narbe von dem Krokodil, das ihn gebissen hat. Es hat fast etwas Erhebendes, neben einem Mann zu liegen, der in Columbien von einem Krokodil gebissen wurde. Wenn es ihn ganz aufgefressen hätte? Entsetzlich. Man muß dem Krokodil noch dankbar sein für seine Genügsamkeit. Ach wie gut, daß er lebt. Und mir gehört. Ein richtiger leben- diger Mensch gehört mir. Tuck— tuck— tuck, an Schläfen und Hals kann man den Pulsschlag fühlen— mir gehört ein leben- diger Mensch. Ich werde ihn behalten, ich will, daß ich ihn behalte... Bummm— bummm— bumm— was ist das?„Martin!"— sie rüttelt an seiner Schulter—„Martin! Es hat geklopft, Martin!"—„Herein!" ruft Martin, wie einer, für den Klopfen unter allen Umstän- den ein Problem ist, das man mit„Herein" » restlos löst Die Tür öffnet sich: ein be- häbiges weibliches Wesen erscheint mit einem Tablett:„Isch hau als immer de Kaffe..." Das Wesen bemerkt Gilgi. Beide betrachten sich mit leichtem Staunen. Marlin entschließt sich zum Halbwachwerden:„Lassen Sie das Tablett nicht fallen, Frau Boß— und— wenn Sie so gut sein wollen— noch eine Tasse für die Dame!" „Morgen, mein Gilgichen. Was denn? Wer die Frau ist? Die kommt ein übern andern Tag zum Reinemachen und läßt sich dann aus dunklen Gründen nicht davon ab- bringen, mich zu nachtschlafender Zell mit dem Kaffee zu wecken. Wie? Daß sie dich gesehen hat? Warum soll die gute Frau dich denn nicht sehen? Solange du nicht bei ihrem Mann im Bett—" Frau Boß steht in der Küche, dreht ein zartes, zerbrechliches Täßchen in den braven, rauhroten Fingern und überlegt, wozu sie sich entschließen soll: empört zu sein oder tolerant:„Js alles menschlich", sagt sie laut in ihre Ueberlegungen hinein. Sie spricht mit Leidenschaft„sch" aus— inan hat da den Mund so schön voll—„is alles menschlich". Diesmal bekennt sie sich nicht nur zum phonetischen Reiz, sondern auch zum Inhalt des Satzes. Man muß nicht so sein, is alles menschlich. So kann es vorkomme», daß die ethische Entschlußkraft durch Vorliebe für Zischlaute beeinflußt wird. „Sie sind so verändert, Krön", sagt die kleine Behrend auf dem Büro. Merkt die das auch schon? Gilgi läßt die Taften fliegen. Es ist wohl nichts Neues, daß eine vor lauter Liebe ganz anders wird. Schlimm ist nur, daß man zur einen Hälfte verändert ist, zur anderen nicht, und jetzt besteht man aus zwei Hälften, die ganz und gar nicht zu- sammen passen, immer im Streit miteinander liegen, und keine will um Haaresbreite nach- geben. Alles ist gut, dachte man, als man zu Martin zog. Nichts ist gut. Vielleicht will man zuviel. Man will sein ganzes bisheriges Leben behalten, mit seiner Freude am Weilerkommen, seiner gut geölten Arbeits- Methode, mit seiner harten Zeiteinteilung, seinem prachtvoll funktionierenden System. Und man will noch ein anderes Leben dazu, ein Leben mit Martin, ein weiches, zer- flossenes, bedenkenloses Leben. Und das erste Leben will man nicht, das zweite kann man nicht aufgeben. Tick— tick— tick— und jetzt muß man schon wieder radieren, das wird dann so ein ekelhafter Fleck auf dem Durchschlag. Ja, und da dachte man, was für ein wunderbares, tüchtiges Mädchen man wäre, und jetzt findet man sich keine drei Groschen wert. Und wer weiß, ob's dem Marlin nicht morgen oder übermorgen ein- fällt, daß ein Mädel wie die Olga viel besser zu ihm paßt. Und man bekommt die Ge- danken gar nicht mehr richtig zusammen für die Arbeit. Muß denken, was tut er jetzt, was wird er gleich tun, vor neun Uhr abends „Sie, Herr! Sie sind ein Gauner— ein Betrüger!" Diese höfliche Anrede galt dem all- mächtigen Chef der Weltfirma S. Kuhnert u. Co. Jeder Situation im Leben gewachsen, stand er dieser völlig hilflos gegenüber. Dieser fremde Eindringling hatte ihn einfach überrumpelt und überhäufte ihn nun mit den ausgesuchtesten Be- lcidigungen:„Was fällt Ihnen denn ein, Sie ganz gemeines Aas, Leute wie mich zu nasführen?! Gibt Ihnen Ihre kapitalistische Stellung in dieser Welt das Recht, Ihrer Frau falschen Schmuck um den Hals zu hängen?! Das ist eine Niedertracht sondergleichen! Das ist offensichtlicher Betrug! Nicht ich— sondern S i e gehören ins Gefängnis! Das ist Vorspiegelung falscher Tatsachen— nämlich jener Tatsache, daß Sie keineswegs über diesen Reichtum verfügen, den Sie der Welt vortäuschen. Diese falschen Perlen"— damit warf er respekt- los ein Päckchen auf den Schreibtisch, ein unan- sehnliches Päckchen, nach dem Herr Kuhnert instinktiv schnell griff, um es zu öffnen, Tatsächlich, es war das Perlenhalsband feiner Frau, das er ihr zum letzten Geburtstag geschenkt hotte. Ueberall, wo sie es trug, hatte es solches Aufsehen erregt, bis es vor zwei Tagen vom fleischigen Halse der Frau Generaldirektor ver- schwunden war. Diebstahl oder Verlust— darüber war man sich bisher noch nicht klar. Jetzt... Der Fremde schimpfte empört weiter: „Diese falschen Perlen sind für mich der unleug- bare Beweis, daß alles, wie Sie sind und haben, bloßer Schein ist. Mit diesem Scheine eröffnen Sie sich Beziehungen und Kredite. Totsache aber ist, daß Sie— bankrott sind!" Herr Kuhnert kauerte wie ein Häufchen Elend in seinem dickgepolsterten Generaldirektorensessel. Glasig starrten seine Augen nach dem Manne, der mit geradezu unheimlich nachtwandlerischer Sicher- heit Dinge ihm ins Gesicht geschleudert hatte, die im Grunde nur leider allzu wahr waren. Freilich, was das Halsband betraf, so hielt es selbst seine Frau für echt, und was seinen Bankrott anging, so konnte er ihm gerade noch so lange entgehen, als man ihm im guten Glauben an fein sicheres Unternehmen noch Kredite gewährte. Was aber wollte der Fremde von ihm— dieser Dieb, der überdies noch die Dreistigkeit hatte, sich über die Wertlosigkeit der Beute zu beschweren. „Ach so," folgte Kuhnert einem plötzlichen Ein- fall,„Sie drohen mir mit Enthüllungen, Sie wollen sich schadlos halten, indem Sie mich jetzt erpressen... es liegt Ihnen dabei gar nichts daran, als Dieb von der Polizei gefaßt zu werden." � „Nicht im geringsten," war die prompte Ant- wort,„und im übrigen werden Sie sich hüten, mich des Diebstahls zu bezichtigen." Kuhnert konnte diesen Faustschlag nicht parieren. Er fühlte sich vollständig in der Hand dieses einen Menschen, dem es sichtlich Spaß bereitete, den Schicksalslenker zu spielen. Plötzl-ch standen vor Kuhnerts Augen deutlich sichtbar der Skandal und dessen Folgen. Spott, Hohn, Rück- zug aller ihm wichtigen Persönlichkeiten, Miß- trauen der Geschäftsfreunde gegen feine Kredit- Würdigkeit— und erst seine Frau! Wenn sie ei fährt, daß dieses Halsband, ja nahezu ihr ganzer Schmuck, den er ihr in den letzten Jahren geschenkt hatte, talmi ist! Talmi seine Existenz, aller Glanz und Bombast, mit dem er sie und sein Leben umgab! Wenn dieser Schwindel auffliegt...! Unausdenkbar!! Noch dazu jetzt, wo die Verhand- lungen mit der Internationalen Kreditbank knapp vor dem Abschluß stehen! Also hieß es jetzt, diplo- matifch sein, den Mann mundtot zu machen— ganz einfach— Opfer zu bringen. „Sie wünschen Geld?"„Nein," lächelte der Fremde. Kuhnert, freudig überrascht, fragte mit verdoppelter Freundlichkeit:„Vielleicht eine Stelle in meinem Betrieb?" Der Fremde schlug eine helle Lache an. Also das auch nicht. Ja, was tonnte denn der Mann seh' ich ihn nicht— noch viele Stunden sind's bis neun. Aber ich muß heute mal wieder zur Mittelstraße und was für mich arbeiten. Und wenn's dann soweit ist, geh' ich doch nicht.— Und heute morgen hat er mir so flüchtig Adieu gesagt und gestern abend... Meier u. Schröder sollen den Vertreter vor- beischicken— als ob das so wichtig wäre— und bitten wir Sie höflichst... Herr Reuter ist blaß und sorgenvoll, hat gar kein Interesse mehr für hübsche Mädels. „Das hätten Sie auf Postkarten schreiben sollen, Fräulein— kostet dann nur halbes Porto— wir müssen sparen." Sparen! Die dicke Müller mit ihrem sorg- fältig gepflegten Spürsinn erzählt von drei Wechseln, die zu Protest gegangen sind.„Und Großmann ist bankrott, da verlieren wir auch wieder Geld, und eine Pleite zieht die andere mit sich." Sie greift schwermütig nach ihrem Butterbrot, und man hat das Gefühl, sie ißt's nicht, sondern beerdigt es in ihrem Mund, immerhin mit gewissem Genuß. „Haben Sie schon gehört, Fräulein Krön, daß Höhne gekündigt ist?" fragt die stille Mendt in der Mittagspause. Höhne ist erster Buchhalter.„Ja, weil er doch so hohes Äe- halt hat, und Kaiser kriegt nur 180 und kann Höhnes Arbeit gut mitmachen." noch wollen...?— Lange Pause. Dann nahm der Unbekannte unaufgefordert in einem Sessel Platz, schlug lässig die Beine übereinander und steckte sich eine Zigarre in den Mund, das vollendete Bild eines Mannes, der gewohnt ist, mit Leuten wie Kuhnert zu konferieren:„Herr Kuhnert, ich verlange nichts von Ihnen, im Gegen- teil, ich gebe Ihnen sogar noch etwas— nämlich einen wohlgemeinten Rat." Kuhnert dachte angesichts dieser Wendung un- willkürlich an einen spannenden Kriminalroman, der an Unwahrschcinlichkeit diese Situation bei weitem nicht übcrtrefsen konnte. „Ihr Rat," sragtc er freundlich sein Gegen- über. „Sagen Sic Konkurs an," war der gute Rat des Fremden,„läutern Sie ihr schwer belastetes Großkapitalistengewissen, lassen Sie von dem Schwindel ab, mit dem sich die Welt gegenseitig betrügt und ruiniert, und stürzen Sie sich nicht in neue Betrügereien, die Ihnen ja doch nur den Schlaf rauben und Sie dahin bringen, wohin Sie ja eigentlich schon längst gehörten, nämlich ins—" Kuhnert ließ ihn nicht ausreden. Er fürchtete sich vor diesem Wort, das ihm schon längst zur qualvollen Vision geworden war. Fassungslos, erregt schrie er sein tiesstes Gcschästsgeheimnis aus sich heraus:„Die Internationale Kreditbank ermöglicht es mir, wieder hochaktiv arbeiten zu können!" Der Fremde schüttelte ganz entschieden ver- neinend den Kopf. Dann begann er in völlig ver- ändertem Tone:„Ich muß Sie endlich über den „Er hat doch drei Kinder, der Höhne?" „Tut ja dem Chef selber leid— aber was will er machen!" Und alle sind furchtbar rück- sichtsvoll zu Herrn Höhne. Wenn sie mit ihm sprechen, dann mit buttersanfter gesenkter Stimme wie zu einem Kranken, der nicht wissen soll, daß er unheilbar ist, der aber durch die aufdringlich zarte Behutsamkeit, mit der man ihn anfaßt, unfehlbar drauf kommen muß. Gilgi hat Herrn Höhne nie ausstehen können, weil er so'n blödsinniger Schlagwortemann ist: früher war's besser— unterm Kaiser— die neuen Zeiten— Fluch der Technik. Jetzt tut er ihr leid. Wird da aus dem Betrieb rausgewirbelt, wer weiß, wo er wieder Beschäftigung findet. Als Gilgi nachmittags aus dem Büro kommt, wird sie von der Täschler in Empfang genommen. Die hat mir gerade noch gefehlt. Schon einmal hat sie vorm Büro gewartet, herausspioniert hat sie, wo Gilgi arbeitet. Die ist der reinste Detektiv, wie aus einem Wallace-Roman entsprungen. Den Kopf mit einem abenteuerlichen Hut beladen, tippelt sie neben Gilgi her.„Habenfe wat erreicht?" „Nein." „Habense noch kein Ield?" „Nein." (Fortsetzung folgt.) wahren Sachverhalt aufklären: Ich bin kein Dieb, ich arbeite im Erkundigungsdienst der Internatia- nalen Kreditbank. Meine Ausgabe war es, ein Bild über Ihre Kreditwürdigkeit zu gewinnen. Ich habe das Halsband Ihrer Frau nicht gestohlen, sondern sie hat es tatsächlich verloren— vor meinen Augen— und da kam mir die Idee, das sensationelle Schmuckstück auf seine Echtheit prüfen zu lassen und daraus meine Schlüsse. zu ziehen. Sie sehen, dies ist mir glänzend gelungen. Meine Ausgabe ist erfüllt." Damit erhob er sich rasch und ging zur Tür. Geistesgegenwärtig sprang Kuhnert aus und hielt ihn an der Tür fest:„Werden Sie mein Teil- haber!"— Wieder eine Pause eisigen Schweigens. In diesen Sekunden entschied sich das Schicksal der Firma Kuhnert.--- Vierzehn Tage später wurde der Kredit der Internationalen Kreditbank flüssig— in der nächsten Aussichtsratssitzung thronte an der Seite Kuhnerts der Fremde, der niemand anderes war als--- Hier bricht der Schriftsteller A. G. Lehmann, der diese Geschichte für ein Kriminalmagazin schrieb, ab. Die Pointe fehlt ihm, die Pointe, wer der Fremde in Wirklichkeit sei— vielleicht dach ein Dieb— ein Betrüger, der sich auf diese Weise ein Dircktorenpöstchen geschaffen hat.— Oder hat er sich bloß korrumpieren lassen? Da fällt es dem Schriftsteller erleuchtend ein, und er schreibt: ... als einer von den vielen Zeitgenossen, die um den Betrug der Großen wissen und gerne mittun, wenn sie sich für sich selbst Vorteil davon versprechen. Hülhun Qurdus: 3)ie ffiriefe des leisieti SEaren Die Leningrader und Moskauer Schlösser des letzten russischen Zaren könnten anregend wirken aus jeden Schriftsteller, der von schauerlichen Detektivgeschichten lebt. Unterirdische Gänge, in den Wänden geheimnisvolle Tresors, Tische und Schränke mit Geheimfächern. Die Zaren von Rußland scheinen vieles zum Verstecken gehabt zu haben! Seit fünfzehn Iahren herrschen die Sowjets in Rußland. Seit fünfzehn Jahren sind die Schlösser zu Arbeiterwohnungen und Kinder- asylen geworden und nur historisch wertvolle Teile der Gebäude hat man zu Museen gemacht. Seit fünfzehn Jahren also wird in den Geheimfächern nichts mehr versteckt, sondern nur nach wertvollem historischen Material gesucht und trotzdem ist noch nicht alles gesunde»! Die besondere Kommission, die zur Untersuchung der Schlösser ernannt worden ist, findet in versteckten Wandfächern und in den riesigen Archiven immer wieder Unbekann- tes und z. T. für die russische Geschichte sensationelles Material. Es gibt in Moskau ein„Rotes Archiv", das die Veröffent- lichung dieser gefundenen Dokumente übernommen hat. Jetzt erst ist es Historikern möglich, die Ge- schichte Rußlands unter der Herrschaft des Zaren- tum- so zu schildern, wie sie wirklich war. In den Dokumenten, die die Monarchen versteckten (und man kann es verstehen, daß es in ihrem Interesse war, vieles zu verstecken!), sieht man den Zarismus in all seiner Brutalität, sieht man die Organisation, die von der Dynastie zur Unter- drllckung des Volke- geschaffen wurde. Man sieht die Arbeit der„O ch r a n a", der Geheimpolizei des Zaren, die unter seiner persönlichen Leitung, natürlich hinter den Kulissen, stand. Durch die Dokumentensunde der letzten Jahre hat der Zaris- mus wahrhaftig vor der Weltgeschichte nichts ge- wonnen. Das monarchistische System zeigte sich im grellsten Licht: seine Freunde werden über viele Dokumentenfunde nicht wenig entsetzt ge- wejen sein. Soeben kommt wieder die Meldung von neuen Dokumcntenfunden aus dem Privatarchiv de- Zaren. Es handelt sich um Prioatbriefe des Zaren Nikolai H. an seine Mutter Feodrowna, die bekanntlich dänische Prinzessin war. In diesen Privatbriefen ist der Zar so ossen und spricht so ungeschminkt, wie er es nie sonst in Briefen an seine Freunde tat. Der Zar vertrug sich sehr gut mit seiner Mutter und sie war in politischen An- gelegenheiten für ihn oft sehr ausschlaggebend. Er schrieb ihr über alles und nahm kein Blatt vor den Mund, denn wer dachte wohl damals im Haufe der Romanows, daß diese Briefe später von einem„Roten Archiv" dem ganzen russischen Volke unterbreitet werden würden! Die Freunde des russischen Zaren versuchten oft seine politischen Fehler mit seiner persönlichen Schwach- heit und Energielosigkeit zu entschuldigen. Es scheint aber, als ob der letzte Zar seine politischen Fehler ganz im Gegenteil in einem Uebermah an Energie beging oder richtiger: in einem Ueber- maß an Herrschsllchtigkeit. In einem Brief schreibt der Zar an seine Mutter voller Haß über die Duma(das russische Parlament) und erzählt, wie er in wenigen Minuten einen Minister abgesetzt habe, weil dieser im Parlament eine Rede ge- halten habe, die an einer Stelle und nur an einer Stelle dem Zaren nicht ganz gefallen habe. In beinahe jedem Brief bricht der Haß des Zaren gegen das Parlament aus. In einem Schreiben droht er, die Linksparteien zu züchtigen, weil sie bei dem Hoch auf das Herrscherhaus nicht mit einstimmten! Nur eine Macht gab es, vor der der Zar sich beugte: die Kirche. Er fürchtete sie und folgte jedem ihrer Befehle. Selbst als der Zar seinen Bruder verheiraten wollte, berief er erst den Kirchenrat zu sich, um zu hören, ob die Geistlichkeit mit der gewählten Braut ein- verstanden sei. Das„Jawort" der Kirche teilte er sofort seiner Mutter mit. Beschämend ist ein Brief des Zaren an feine Mutter, in dem der Sriedr. XicMneker:*DilS*Pa*l6ilhälsbflil(l Monarch sich über Leo Tolstoi lustig zu machen oersuchte, selbst nach Tolstois Tode schreibt er: „Wie Du hörtest, ist Tolstoi gestorben und man schreibt und spricht über seinen Tod viel, viel zu viel! Zum lZlück hat man Tolstoi ganz schnell begraben, so daß wenig Leute zum Begräbnis kamen und alles ruhig blieb � Einen besonders interessanten Brief widmet er der revolutionären Bewegung und den Sozialismus, Cr schreibt an seine Mutter, die damals in Däne- mark war, über den Sozialistenkongreß in Kopen- Hagen:„Es ist sehr schade, daß man diesen Kongreß der Sozialiften in Kopenhagen zugelassen hat In einer Republik wäre das noch zu oer- stehen, unbegreiflich aber im König- reichDänemark! Sehr eigentümlich, sehr.. Die Volksbewegung ging aber in der ganzen Welt weiter und schon im nächsten Brief mußte der Zar seiner Mutter über eine neue Revolution, über die Revolution in Portugal schreiben. Er schrieb:„Was für eine Schweinerei hat sich doch in Portugal ereignet. Ich bin ganz empört, genau so wie Du über die Revolutionen. Ich will die neue Republik nicht anerkennen. Und dabei geht es in der ganzen Welt weiter. Wie weit die Arbeiterbewegung in der ganzen Welt gekommen ist, zeigen auch die Zusammenstöße in Berlin... Es riecht überall nach Revolution... überall ist der böse Geist der Revolution lebendig geworden. Die Sozialisten arbeiten." In diesen Briefen spürt man die Angst vor dem Kommenden. Man spürt aber auch, wie der Zar fühlte, daß etwas nahen müsse. In einem anderen Brief wirft er sogar vor seiner Mutter die Frage auf, ob die Sozialisten nicht die Zukunft vor sich hätten... Die Volks- bewegung riß den Zaren, trotzdem er sie erkannte, zu noch größeren politischen Fehlern und Terror- okten gegen das Volk hin. Er wollte diesen „Geist der Revolution" fernhalten und ließ in Moskau und Petersburg schon einige Wochen nach diesen Briefen an seine Mutter Arbeiter- demonstrationen niederkartätschen Hunderte Menschen starben auf den Straßen unter Kosakenkugeln, wurden niedergetrampelt von den Pferdehufen. Idealisten starben am Galgen oder in der sibirischen Einöde. Der Zar wollte ja den Geist der Revolution töten, aber die Kugeln und Peitchen seiner Soldaten machten ihn nur lebendig! Im letzten Brief an seine Mutter, schon während des Kriege-, verherrlicht er noch einmal die Politik der eisernen Faust gegen dos Volk: ein Jahr später freilich wehte schon die rote Fahne über den Schlössern des Riesenreiches. 350 fteispflansen bedrohen die Stau! Wohl jeder hat es schon einmal erlebt, daß er plötzlich einen Hautausschlag bemerkte, dessen Ur- sprung er sich nicht erklären konnte und der sich dann als die höchst unerwünschte Gabe einer Pflanze erwies. Die Zahl solcher.Reiz- pflanzen", wie sie die Wissenschaft nennt, ist größer als wir meinen, denn man hat bisher mindestens ZSl> festgestellt, wenn sie auch glück- licherweis« nicht olle schwere Erscheinungen her- vorrufen. Die genauer« Erforschung der chemi- schen Reizkörper in diesen Pflanzen, die die Haut- reizungen hervorrufen, steckt bisher noch sehr in den Anfängen. Einige nähere Mitteilungen über die Reizpslanzen macht Prof. Ponton in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Früher glaubte man, daß die bloße Annäherung an einen Suma ch- Strauch oder-Baum bereits die ge> fürchtete Hautkrankheit hervorrufen könne. Aber seit 1312 ist durch mühsame Versuche nachgewie- fen, daß nur die direkte Einwirkung des Harz- sastes. wt««r nach einer Verletzung aus der Pflanze fließt, hautrei.zend wirkt. Ganz anders liegen die Derhältmsse bei den japanischen Primeln. Hier ist d�e gan v Pflanze mit verschieden großen Drüsen bedeckt, aus denen beim Platzen eine dickflüssige, gelblich- grüne Flüssigkeit austritt, die den Reiz auslösen- den Stoff enthält. Dieser Stoff ist chemisch den- mert und als„Primin" bezeichnet worden. In diesen beiden Beispielen haben wir die beiden .Hauptformen vor uns, durch die Pflanzen-Gift- ftoffe auf die menschliche Haut gebracht werden Dabei ist natürlich der Inhalt der leicht verletzten Drüsen viel gefährlicher als der aus dem Pslonzenharz. Die Hautreizung durch Pflanzen beruht fast ausschließlich auf chemischen Verbin- düngen, wobei es sich meist um ungesättigte.Harz- säuren handelt. Die Wirkungskrast dieser Stoffe ist sehr ver- schieden, auch bei derselben Pflanze, und wird durch äußere Einflüsse bestimmt. Der Gehalt an wirksamer Substanz wechselt nicht nur nach dem Standort der Pflanze, sondern auch nach der Zeit des Einfammelnis. So war z. B. die Wirksamkeit von Digitaiisblättern. die am Rachmittag ge- pflückt wurden, wesentlich höher als die von solchen, die am stühen Morgen gesammelt waren. Abgeschnittene Blätter, die in Gläsern mit Waiser aufgestellt werden, sind nach wenigen Stunden mir noch hall» so wirksam, als wenn sie im Dunkeln stehen. Die llnempfindlichmachung gegen solche Giftstoffe ist zwar durch verschiedene Ver- fahren versucht worden, aber wird nur selten ganz erreicht. Um so wichtiger ist es. überemp- findliche Personen, die auf solche.Hautreizungen besonders stark reagieren, vor Beginn einer beruf- lichen Tätigkeit festzustellen Ein Gärtnerlehrling z. B., bei dem sich eine Ueberempfindlichkeit gegen Primeln erst später herausstellt, muß seinen Be- ruf aufgeben., Wie die Eskimos Zefte feiern Die Eskimos sind bekanntlich trotz ihres schweren und eintönigen Lebens ein heitere» Völkchen, das die Feste feiert wie sie fallen. Innige Beziehungen bestehen zwischen den ein- zelnen Siedlungen, und die Gastfreundschaft ist so groß, daß man dem fremden Besucher die Wahl überläßt, welche Hütt« er sich zu seinem Aufent- halt auswählen will, und er richtet sich dann dort ein, wie wenn er bei sich zu Hause wäre. Ihr wichtigstes Fest ist das P o t l a ch. Dieses wird von dem Missionar Pater O'Connor geschildert, der lange in Alaska gelebt hat:„Die Hauptfeier des Potlach findet in den Kazim statt, der großen unterirdischen Festhalle. Man versammell sich hier gegen sieben Uhr abends und trennt sich spät noch Mitternacht. Ich war eingeladen worden, aber hatte niemandem gesagt, daß ich teil- nehmen würde. Von Neugier getrieben, ging ich gegen neun Uhr hin. Man steigt von oben in den unterirdischen Saal, dessen Eingang durch ein Bärenfell verschlossen ist. Den ganzen Tag über brennt hier ein großes Feuer, und die Wände sind von Rauch geschwärzt. 233 Personen tafelten hier und tranken, und als ich eintraf, befand man sich gerode in der Mitte eines Tanzes. Diese Es- kimotänze sind sehr würdig und gelassen und werden von anmutigen Gebärden begleitet. Di« Frauen wiegen sich nach dem Takt und beschreiben mit den Armen interessante Figuren, deren Be- deutung aber nur den Eingeweihten bekannt ist. Diese Tänze erben sich seit Generationen in den Familien fort, die Väter lehren sie den Söhnen. die Mütter den Töchtern. Der Tanz wird mit riesigen, fächersörmigen Trommeln begleitet, und das Ganze wird von dem Dorfhäuptling dirigiert. der bei den Trommeln steht und mit einem langen. mit weißen Federn geschmückten Stab den Takt angibt." JU&CHsinütet Preise nur FraiUg und Sonnabend. 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Rübchen 3Pfd. 0,20 Frische Fische i i ßOfSCh ünganz.,in.Eopf,3Ffd. 0,28 LCbSüdS flO'B...... Pfd. von 0,78 Schellfisch 0,15 Isi. Matjesheringe... st 0,1 5 Kabeljau mvnn 8,18 Engl. Matjesberingesst 0,25 Rotba r$i-«««, ohn-Kopt Pfd. v. 0,18 Salzheringe......«smck 0,38 KabeSIaufilet........... pm. 0,24 Dillgurken........... 2 s«-k 0,1 5 Grüne Heringe...... 3�0,28 Delikatessgurken 2 st 0,25 Seelachs im ganzen, ohne Kopf....... ,..Pfd,von OJg 3 Lebende K"III y 1 3 j Karpfen pfa.von v9iü Kolonialwaren Tafelreis........ Pfd. 0,14 Bassin- Re is...... Pfd. 0,1 6 Ital. Reis......... Pfd. 0,22 Bruchmakkaroni Pfd. 0,35 cierfadennudelnFtd. 0,44 HarrweizengriessffdO� Linsen neue Ernte, Pfd. 0,15 Viktoria-Erbsen Pfd. 0,16 Auszugmehl Pfd. von 0,24 KrUael- Schoko'adenpulv.Ptt.O.SS Konserven Kaisererbsen........ 1,15 Junge Erbsen fein.. 0,88 Junge Erbsen....... 0,61 Gemüse-Erbsen..... 0,56 Gem. Gemüse Eittalleir0,88 Leipziger Allerlei.. 0,73 Junge Karotten..... 0,58 Jg. Brech-«• fchnittboiunn 0,42 Apfelmus............ 0,46 Erdbeeren........... 0,85 Haushaltmischung aus giiroc-aErtnen, Es 0,38 Preise atme F laset.) Weine Spelial-li)felwsiR...Ltr.0,4Q Cider sasser A;,felw, Ltr. 0,85 Roter ioltsimisbeerw. ur. 0,68 RiielnplllLWelssveiii t-tr. 0,68 RoLTarraii.!«iirgiJtaOu»i..ur.1,10 vriz. Insel$nnios...La. 1,45 OentscIi.Welnbrand..Ltr. 4,20 SlsrEdenkobener..VjFl 0,68 29er Senheimer Lei'i, 51.1.10 Cinzann-Yermoiitli fi.2,oo Oppermann-Caliinet Traubenschaumvifein. V'vR. w. 8t Zta5 GARDINEN-AUSSTELLUNGEN ariitlnal. Bescnders In Hl»- blich auf de» letzt beyinnan- den WQhnuürsvtcC.-.sel bep- fehlen wir, diese vielseitige» finsstellungen zum preiswerten Einkauf zu besichtigen Freitag, den 23 September Staatsoper unter den Linden 20 Uhr B o h ö m e Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Die Räuber Chtrlottenbun Fraunhofer 0231 Freitag. 23. Sept Turnus I Fidelio Beginn 20 Uhr Helm, Frind, Fidesser. Rode. Hofmann, HOsch, Steier. Dirigent: Breisach. 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