BERLIN Vonnerstag A.September 1932 Redaktion u. Expedition! Lerlm SW 68, Lindenjtr. 8 Lel. XI Dönhoff 292—297 Erscheint täglich außer Sonntags Zugleich Abendausgabe des„Vorwärts". Bezugspreis f it r b e i d e A u s g a b- n 7ö Pf. pro Woche, Z,ZZ M. pro Monat(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Poftzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebühren. 10 Pf. Nr. 460 B 222 49. Jahrgang „Ibwasfa Anzeigenpreis: Die Ifplt Millt- meterzeile 30 Pf. DisRellamezetl« kostet 2 Warb Rabatte n. Tarif. ü Zuchthaus für Notwehr Llngeheuerliches Urteil gegen einen jungen Sozialdemokraten Magdeburg, 29. September.(Eigenbericht.) Tos Erweiterte Schöffengericht in Magdeburg, unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Pippig — man mutz sich den Namen merken!—, verurteilte den 21jährigcn Schlosser Willi Natje aus Magdeburg wegen Vergehens gegen die Verordnung des Neichs- Präsidenten vom 9. August 19:32 zu 1 � a h r und 1 Monat Zuchthaus. Ter Staatsanwalt hatte gar 2 Jahre Zuchthaus beantragt. Ter Angeklagte wurde aus der Anklagebank heraus sofort verhaftet. Der junge Mann, Anhänger der Eisernen Front, war am 24. August mit einem Rationalsozialisten in Streit geraten. Der Nazi hatte von ihm verlangt, er solle sein„M i st g a b e l-Ll b z e i ch e n" ablegen. Gemeint waren die drei Pfeile der Eisernen Front. Fn dem Streit, der sich daraus entspann, schlug Natje den Nazi ein oder zweimal mit der Faust auf den stopf. Dafür verhängt ein Gericht der„grundsätzlich neuen Staatsführung" 13 Monate Zuchthaus! Als das Schreckensurteil verkündet wurde und das Gericht auch die sofortige Verhaftung des Verurteilten anordnete, bemächtigte sich der Zuhörer eine vcrständ- liche Erregung. Ein Ncpitblikancr rief dem Verurteilten den FreiheitSgrutz zu. Dafür wurde er vom Vorsitzenden in einer Art ange- schnauzt, wie man es selten in einem Gerichtssaal gehört hat. Selbstverständlich wird jetzt schon alles getan, um den jungen Menschen aus der Haft zu befreien. -i- Die Notverordnung vom 3. August sagt im 8 3 u. a.: Mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren wird, soweit die Tat nicht nach anderen Vorschristen mit schwererer Strafe bedroht ist, bestraft: 1. wer aus politischen Beweggründen eine gefährliche Körperverletzung(8 223a des Strafgesetzbuches) oder eine schwer- Körperverletzung(§ 224 des Strafgesetzbuchs) begeht... Der hier angezogene§ 223a des Strafgesetzbuchs spricht von Körperverletzung„mittels einer Masse, insbesondere eines Messers oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs, oder mittels eines hinterlistigen Ueberfalls oder von mehreren ge- meinschaftlich oder mittels einer das Leben gefährdenden Behand- lung". Von alledem ist in diesem Falle nicht die Rede. Und von entstandenem Siechtum, das nach§ 224 strafverschärfend wirkt, schon gar nicht. Das Urteil des Schöffengerichts wirkt gerade deshalb jo auf- peitschend, weil es den Begriffskomplex des 8 223a in einer bisher kaum gekannten Art auf eine einfache Schlägerei anwendet, ohne gleichzeitig das Recht der Notwehr gegen einen rechtswidrigen Angriff in Betracht zu ziehen. Man vergleiche mit diesem Urteil— das in die Geschichte der neudeutschen Justiz eingehen wird— die milden Strafen, die das Berliner Gericht gegen die nationalsozialistischen Rowdys ver- hängte, die den Reichsbannersiihrcr W ö l f s l gemeinschaftlich überfallen und ihn gemeinschaftlich viehisch mißhandelt hatten! Zwei weitere Llrteile. Unerträgliche Unterschiede in der Strafzumessung. i. Königsberg, 23. September.(Eigenbericht.) Am 1. August, am Tage nach der Reichstagswahl, wurde der jüdische Kaufmann Kurt Bach in Neidenburg von Nationalsozialisten übersollen, es wurden ihm mittels Gummiknüppeln, Totschlägern, Schulterriemen und Messern zahlreiche Schlag- und Stich- wunden beigebracht. Nachdem er sich einige Zeit später wieder aus dem Wege der Besserung befand, rief man ihn,»ach: „Schade, daß sie dich nicht totgeschlagen haben!" Dieses rohe Verhalten gelegentlich der organisierten national- sozialistischen Ausschreitungen gegen die Juden in Neidenburg fand nunmehr seine gerichtliche Sühne. Die angeklagten Nationalsozia- listen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt. Prostka, der den ersten Schlag hinterrücks gegen den Verletzten führte, erhielt sechs Mo- note. Busch und Böhm, die an der Schlägerei sührend beteiligt waren, vier und drei Monate Gefängnis, Pfahl einen Monat Gefängnis. Dem Nebenkläger Bach wurde außerdem Herriot und Cetil reden Wahrend Aeurath im D-Zug saß Gens, 29. September.(Eigenbericht.) In Erwartung der großen Rede H e r r i o t s war der Saal der Völkerbundsverfammlung zum ersten Male während dieser Tagung brechend voll. Indessen brachte diese Rede nur eine große Enttäuschung. Herriot betrachtete es als seine Hauptaufgabe, den Pessimismus zu bekämpfe» und er strich alle Erfolge des Völkerbundes einschließlich Lausanne und Stresa be- sonders heraus. Mit betonter Zurückhaltung vermied er es, auf das„brennendste Problem" einzugehen, nämlich die Lage der Abrüstungskonferenz, mit der Begründung, die Würde dieser Versammlung dürfe nicht gestört werden durch Erwähnung von brennenden Dingen, deren Nennung allein schon sie verschärfen müsse.(!) Hieraus gab er dem Völkerbund ein Programm, das wiederum den Willen Frankreichs zeigen sollte, an der Versailler Ordnung Europas und der Welt nicht rütteln zu lassen, sowie unter keinen Umständen eine weitere Lösung zu dulden, als sie in den strengen Regeln des Versailler Vertrages und des von ihm abhängigen Völkerbunds vorgesehen sei. Der Völker- bund müsse die G e h e i m d i p l o m a t i e, die Allianzen und jede Art von Hegemonie beseitigen, sowie das gleiche Recht für alle Staaten errichten, ob groß oder klein. Zu diesem Programm, für das der Völkerbunospakt, und nur er allein, der Weg sei, stehe Frankreich ohne jeden Hintergedanken. Auf diese Rede wird von deutscher Seite keine Antwort erfolgen. Als zweiter Redner erklärt« Lord Cecil-England die Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland als unbedingt notwendig, doch müsse die Welt de» beiden Völkern dabei helfen. Es müsse Voraussetzung sein, daß der Wille zum Frieden vorhanden sei, sonst könne keine Maschinerie des Friedens arbeiten. In der Abrüstung gebe es jetzt kein Ausweichen mehr. Die Völker erwarten ein I a oder Nein. Wenn keine Abrüstung herauskäme, dann sei das unendlich viel schlimmer, als wenn gar nicht angefangen worden sei, dieses Problem in einer Konferenz zu behandeln. Die Nationen müßten abrüsten oder untergehen, schloß Cecil seine bemerkenswerten Ausfiihrungen und er fügte daran an ein weiteres Bekenntnis zum Bölkerbund, dessen kosten noch nicht so hoch seien wie die eines einzigen großen Kriegsschiffes. Die Pessimisten, die aus Anlaß der Wirtschaftskrise eine Einschränkung der Völkerbundsarbeit für notwendig erklärten, müßten sich aber überlegen, daß ihre eigenen Rüstungen die Völkerbundsarbcit am meisten hinderte. Wollte Neurath bleiben' Die Abreise des Reichsaußenministers von Gens trotz der noch heute morgen angekündigten Rede Herriots in der Vollversanimlung des Völkerbundes hat in Frankreich außerordentlich ver- st i m m t. Die Kommentare der Pariser Presse sind von einer seltenen Ilnhöflichkeit und Schärfe. Ein Bericht der offiziösen Havas- Agentur aus Gens geht so weit, zu behaupten, die„dringende Kabinettssitzung", wegen derer Neurath Genf verlasse» nmhte, sei ertra zu dem Zweck erfunden worden, den französischen Minister- Präsidenten zu kränken. Ein anderes Blatt dagegen nimmt Neurath gewisterniaßen persönlich in Schutz, indem es behauptet, der Außenminister habe die Absicht gehabt, aus Höflichkeit gegenüber Herriot in Genf zu bleiben, doch sei ihm auf Anfrage vo n Berlin aus die sofortige Rückkehr befohlen worden. Diese letzte Behauptung läßt sich zwar schwer nachprüfen, doch scheint es, als ob sie im wesentlichen zutreffen dürfte. Denn bei der Nachricht, daß Herriot, entgegen seinen ursprüngliche» Absichten, das Wort in der Generaldebatte am Donnerstagvormittag doch ergreifen würde, und dies der deutschen Delegation ofsiziell habe mitteilen lassen, hat WTB. aus Genf sofort gemeldet, daß unter diesen Umständen Herr von Neurath seine Abreise vielleicht doch verschieben würde. Tatsache ist ferner, daß er daraufhin ' sehr ausführlich mit d e in Reichskanzler telephoniert hat, und daß erst nach diesen Gesprächen mitgeteilt wurde, daß der Abreisebeschluß Neuraths doch endgültig sei. Diese Zu- sammenhänge lassen gewisse politische Schlußfolgerungen zu. Ucbrigens scheint die Mißstimmung sich nicht auf französische Kreise zu beschränken, sondern auch andere Delegationen empsinden diese Haltung als eine Brüskierung des Völkerbundes überhaupt. Es ist, seitdem Deutschland dem Völkerbund angehört, noch nie dagewesen, daß der deutsche Hauptdelegierte der Generaldebatte in der Jahresversammlung nicht einmal beiwohnte. Der„M a t i n" dürste mit seiner Bemerkung, daß die Regierung der Barone an- scheinend entschlossen sei, den Völkerbund nunmehr genau so zu behandeln, wie den Deutschen Reichstag, die Empfindungen der meisten Delegationen gekennzeichnet haben. Staatsrat beschließt Einspruch. Der Preußische Staatsrat hat heute mit 74 gegen v Stimmen der Kommunisten beschlossen, gegen den Beschluß des Landtages, die Ncutvahl der Gemeinde- Vertretungen bereits am li. November stattfinden zu lasten, Einspruch zu erheben. eine Buße von 233 M. zugesprochen und die Befugnis, das Urteil veröffentlichen zu lassen. Sämtliche Verurteilten, mit Ausnahme von Böhm, wurden sofort verhaftet und der Strafvollstreckung zugesllhrt. II. Beulhen. O.-S., 29. September. Das Beuthener Sondergericht verhandelte heute gegen sechs Arbeiter, die am 5. August(also vor dem Erlaß der Notver- ordnung über die Sondergerichte. D. Red.) einen Polizei- b c a m t e n, der sie wegen nächtlicher Ruhestörung verwarnt hatte, überiallen, entwaffnet und mit seinen eigenen Massen schwer mißhandelt hatten. Das Gericht verurteilte wegen versuchten Totschlags einen Angeklagten zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehroerlust, einen Angeklagten zu elf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, einen zu ochtIahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrverlust und zwei weitere An- geklagte wegen gefährlicher Körperverletzung zu z w e i bzw. drei Jahren Gefängnis. Em Angeklagter wurde freigesprochen. Der Staatsanwalt hotte insgesamt 63 Jahre Zuchthaus beantragt. Drahtseilbahn abgestürzt. Förderseil gerissen, keine Person verleht. Tambach-Dietharz(Thüringen), 2g. September.) An der Drahtseilbahn der hartsteinwerke Tambach-Dietharz, die den Speicher am Bahnhos mit dem Steinbruch verbindet und etwa 7.5 Kilometer lang ist, riß aus noch nicht geklärter Ursache unweit der Verladestelle das Förderseil. Alle 108 beladenen Förderkörbe. jeder etwa 12 Zentner schwer, stürzten aus einer höhe von 43 Meter in die Tiefe. Gtücklicher- weife find dabei Menschen nicht zu Schaden gekommen. Ein an der Strecke aus einem Mast arbeitender Ausseher konnte sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten. Mehrere aus das Feld nieder stürzende Körbe gefährdeten dort beschäftigte Erntearbeiter. Ein: Landstraßenüberbrückung wurde von einem der Körbe durchschlagen. Ein wagen stürzte vor den Augen zweier Touristen nieder: die mit dem Schrecken davonkamen. Der Betrieb ist für einige Tage stillgelegt. Vom christlichen Gtaai. Ossenberg gegen Papen. Wir lesen im„Völkische» Beobachter":„Daß Herr von Pape» sein Amt als„von Gott gegeben" betrachtet, mag ebner orientalischen Auffassung entsprechen, die deutsche Nation erblickt chn als zu Unrecht auf dem Stuhl des Reichskanzlers fitzen." Severin als Zeuge. Er hat„als Privatmann" telephoniert. Der Polizei-Untcrsuchungsausschuß des Preußischen Landtags vernahm am Donnerstag zunächst den Generalleutnant a. D. Severin als Zeugen. In den gestrigen Verhandlungen hatte ein Hausinspektor des Reichstags ausgesagt, daß in den ersten Nacht- stunden am Tage der Reichstagsauflösung ein General Severin öei ihm angerufen und sich danach erkundigt habe, ob im Reichstag alles ruhig sei. Da die Haussuchung erst einige Zeit nach diesem Anruf stattfand, hat der Beamte dem Zeugen am Telephon erklärt, daß alles ruhig wäre und daß sich außer der üblichen Wache niemand im Reichstag befinde. Die Zeugenladung des Generals Severin war nun ersolgt, um zu ermitteln, ob etwa dieser Zeuge nähere Auskünste über die Haussuchung zu geben vermöchte, ob er irgend etwas davon gewußt oder gehört hatte. Auf die entsprechenden Vorhaltungen durch den Ausschußvor- sitzenden bestätigt Severin, daß er in der Tat am Tage der Reichstagsauflösung, und zwar gegen 1l1 oder gegen 11 Uhr abends im Reichstag angerufen und sich bei dem Hausinspektor erkundigt habe, ob alles ruhig und in Ordnung sei. Ich war, so sagt der Zeuge, an jenem Tage am Reichstag vorbeigekommen und hatte ein b e- rechtigtes Interesse daran, auch rein als Privatmann, mich danach zu erkundigen, ob nun nach der Auflösung im Reichstag alles ruhig verlaufen sei, denn ich war noch 1928 Kommandant in Berlin. Der Zeuge erklärt, daß der Hausinspektor ihm gesagt habe, es sei im Reichstag alles ruhig. Bors. Schwenk: War vielleicht die Veranlassung zu Ihrem Anruf ein Gerücht, daß eine Sprengung des Reichstagsgebäudes be- absichtigt sei? Zeuge Severin: Nein, das habe ich erst später aus den Zei- hingen erfahren. Ohne weitere Befragung wird der Zeuge Severin dann entlassen. Der Ausschuß setzt nunmehr die Zeugenvernehmungen zu den Zwischenfällen in der Bendlcr- und Tiergartenstraße am Tage der Skagerrak-Kundgebung fort. Abg. M e i st e r m a n n(Z.) ersucht dann, dem Reichskommissar den Abdruck der gestrigen Ausführungen des Berichterstatters schleunigst zuzustellen, damit der Reichskommissar sich äußern könne. Vors. Schwenk widerspricht dem. Wenn der Reichs- kommissar um den Bericht ersuche, stehe er ihm zur Verfügung. Der Ausschuß habe aber keine Veranlassung, dem Rcichskommissar irgendwie nachzulaufen. Abg. Henze(Natsoz.) schließt sich dieser Auffassung an. Abg. Dr. H a m b u r g e r(Soz.) dagegen ersucht, eine guie Sache nicht durch Formalien zu verschlechtern, und beantragt, den Bericht dem Reichskommissar unverzüglich zuzusenden. Vors. Schwenk: Hier handelt es sich nicht um Bürokratismus. Der Reichskommissar ist es, der die Arbeit des Ausschusses sabotiert hat. Er hält es auch nicht für nötig, sich hier vertreten zu lassen. Gegenüber einer solchen Nichtachtung würde das Hinübersenden des Berichts geradezu eine Würdelosigkeit sein. Abg. D a l u e g e(Natsoz.) tritt dem Lorsitzenden bei und weist darauf hin, daß ja ein Vertreter des Reichskommissars am Pressetisch sitze. Der Reichskommissar sei sehr genau über das unterrichtet, was im Ausschuß vorgehe. Berichterstatter Möller(Soz.) mein, es wäre doch sehr gut, wenn man die Zleußerung des Reichskommissars heute nachmittag noch bekäme. Diese Aeußerung würde den Kommissar nur noch mehr ins Unrecht fegen. Gegen die Stimmen von Zentrum und Sozialdemokraten wird jedoch die U e b e r f e n d u n g des Berichts abgelehnt. Noch Verfassungsbruch! Was Herr Graes Herrn von papen zutraute. Herr Graes, der deutschnationale Vizepräsident des letzten Reichstages, hat durch ein Dementi in der„TU." den Sinn seiner Breslaucr Bersammlungsrede abzuschwächen versucht. Er will nur von einer Daueranwendung des Art. 48, nicht von Verfassungsbruch geredet haben. Demgegenüber erklärt der Berichterstatter der Ullstein-Blätter, der in dieser Versammlung zugegen war: Nach meinen Notizen hat Graes wörtlich erklärt:„Wir sind der Meinung, daß man ohne einen Verfassungsbruch niemals wird Schluß machen können mit dem Weimarer System. Herr von Papen wird das schon besorgen: wir dürfen da vertrauen haben. Brüning hat ihm ja das Rüstzeug der Notverordnungen in die Hand gegeben." Diese während der Versammlung gemachten Notizen st im- men übrigens auch übercin mit dem Bericht des Breslauer Zcntrumsblattes. Als Graes diese Worte gesprochen hatte, ging eine sichtbare Bewegung durch die Versammlung. Ein offenbar deutsch- nationaler Versammlungsteilnehmer bemerkte sportan:„Donner- wetter, das ist aber deutlich." In der Tat: die Worte des Herrn Graes sind so deutlich, daß keine nachträgliche Auslegungskunst daran etwas ändert. Gegner der Regierung Papen, die die Befürchtung eines künftigen Verfassungsbruches ausgesprochen haben, sind bisher schonungslos mit Verbot und Strafe belegt worden. Wie steht es nun, wenn Freunde der Regierung Papen ihr das Vertrauen aussprechen, daß sie den Verfassungsbruch„schon besorgen" werde? Ist die Unterstellung der Bereitschaft zum Verfassungsbruch in den Augen der Regierung Papen denn keine Beleidigung mehr, wenn diese Unterstellung nicht von ablehnender Besorgnis, sondern von beifälliger Hoffnung begleitet wird?— Darauf hat die Regierung Papen jetzt zu antworten! Llm die Berliner Bezirke. Fristverlängerung bis 15. November. Der Minister des Innern hat die dem Oberpräsidenten in Chor- lottenburg gesetzte Frist zur Berichterstattung über die Neu- begrenzung der Verwaltungsbezirke der Stadt Berlin und die Aenderung der Bezirksverfassung bis zum lb. Novem- der verlängert. Widersprüche und Schwierigkeiten. Die n e u c B e z i r k s v e r s a s s u n g des Magistrats findet in der Einstellung der Rathausparteien zu den territorialen Aenderun- gen bei der Bezirkszusammenlegung eine geteilte Aufnahme. Schon an den Bezirksbürgermeisterkonferenzen standen die Auf- fassungen 59: 30, in der S t a d t o e r o r d n e t e n v e r s a m m- l u n g wird das gleiche Verhältnis bestehen, van den Bezirks- Versammlungen gar nicht zu reden, die sich wahrscheinlich hundertprozentig gegen ihre eigene Auslösung wenden werden. Obgleich die Frist für die Reformvorschläge bis zum 15. November verlängert worden ist, ist kaum damit zu rechnen, daß die beteiligten Bezirksversammlungen einen zustimmenden Beschluß fassen v/erden. Dann tritt, wie in den Ultimativerlassen der Regierung angekündigt ist, die Beauftragung dep M a g i st r a t s mit der Durchführung der neuen Bezirksverfassung ein. Das bedeutet aber, daß die jetzt vom Der Lleberfall auf der Landstraße Aazis und �eichsbannerleute vor dem Gondergericht Vor der 2. Kammer des Berliner Sondergerichts unter Vorsitz des Landgerichtsdireklors Mensel haben sich süns Teilnehmer e'ner Propagandasahrt der Eisernen Front zu verantworten. Die Reichsbannerleule Schmidt, 16 Jahre alt, und T e i ch in a n n, 24 Jahre alt, wegen versuchten Totschlags, die Mitglieder des Arbeileradfahrerbundes Solidarität, voh und Bachmann, wegen Anstiftung zum versuchten Totschlag und der ISjährige Buchdrucker- lehrling Ga l l e, weil er bewaffnet war. Außer diesen süns sind noch zwei Nationalsozialisten angeklagt, der 24jöhrige Landarbeiter Becker wegen gefährlicher Körperverletzung und sowohl er wie der ISjährige Bäckergeselle Schröder wegen desselben Vergehens wie Galle. Da es sich um einen Fall vor dem 19. Juli handelt, unterliegt die Sache nicht den Strasbestimmungcn der letzten Notverordnung. Sämtliche Angeklagten befinden sich a u f f r e i e m F u ß. Die Anklage wird vom Staatsanwaltschaftsrat Dr. Mittelbach ver- treten, die Mitglieder der Eisernen Front werden von den Rechts- anwälten Dr. Joachim und Dr. Kantorowicz verteidigt, die Nationalsozialisten vom Rechteonwalt Dr. Triebe!. Der Anklage liegt ein Zusammenstoß zwischen Tellnehmern einer Propa- gandafahrt der Eisernen Front und Nationalsozialisten zugrunde, wobei drei Nationalsozialisten Schußwunden erlitten und vier Teil- nehmer der Propagandafahrt mehr oder minder schwere Ver- letzungen davontrugen. Die Anklage behauptet, daß der Usbersall von den Mitgliedern der Eisernen Front ausgegangen sei, während die Angeklagten das Gegenteil aussogen. Die klarste Darstellung von den Vorgängen gibt der Angeklagte Voh. Von Der Motor- staffel des Arbeiterradfahrerbundes Solidarität wurden Motorrad- fahrer angefordert zur Teilnahme an einer Propagandasahrt der Eisernen Front. Es sollte Werbemateriol verteilt werden. Voß und Jmm hatten die Leitung der Motorstaffel. Es starteten etwa 19 bis 29 Motorräder, größtenteils mit Beiwagen. Man hatte das Dorf Börnicke passiert, es war gegen 6.39 Uhr, als Jmm an Voß hermffuhr und ihm mitteilte, daß der Kamerad Ungermann eine Panne erlitten habe und weggeschleppt werden müsse. Da Voß ein Schlepptau bei sich hatte, fuhr er mit seinen Beglettern und Jmm zu Ungermann zurück. Dieser stand mit seinem Motorwagen etwa 8 Meter entserat von einem Lieferwagen. auf dem«in SS.-Mann saß. Man war gerade dabei. Ungennanns Wagen anzukoppeln, als von der Richlung aus Grünfeld ein Lastwagen und ein Beiwagen, beseht mit uniformierten Nazis, heran- sauste. Kaum hatten sie Schmidt an der Uniform als Reichsbanner- mann erkannt, als der Ruf ertönte: Anhalten, anhalten, los! Die Nazis sprangen vom Wagen, mit Spaten be- waffnet. Voß sprang auf fernen Motorwagen und gab Gas Die Nazis warfen nach ihm mit Bierseideln, Schmidt wurde beinahe vom Wagen heruntergerissen. Bei der Motorstaffel angelangt, teilte er mit, daß die Nazis Kameraden überfallen hätten: sämtliche Motor- räder starteten, um Ungermann und Jmm aus der Bedrängnis zu helfen. Die Nazis hatten sich zu einem Haufen auf der Chau'see zusammengeballt, fünf Motorräder konnten durch den Hausen hin- durch, der sechste erlitt neben dem Naziwagen«ine Panne, die Nazis sprangen auf den Fahrer Ringel mit erhobenen Spaten zu, sein ZNilsahrer Weber erhielt einen Schlag und siel aus dem Beiwagen heraus. Im selben Augenblick ertönte ein Schuß. Schmidt rief: sie schießen, Voh sprang auf sein Motorrad und fuhr davon. Als er unterwegs seine Luftpumpe verlor und einen Augen- blick hallmachte und sich umdrehte, sah er, wie Bachmannn den verlegten Weber in seinen Beiwagen aufnahm und wie in der Witte der Wegkreuzung ein Nazi stand und schoß. Er feuerte etwa sechsmal seine Waffe ab. Voß fuhr weiter zur Post und rief in Hennigsdorf das Ueberfallkommando an. Vors.: Es wird von Ihnen behauptet, daß Sie das Kommando erteilt hätten, die Chaussee abzusperren. Angekl.: Bei uns in Solidarität werden überhaupt keine Befehle erteilt. Es werden einfach Zeichen gegeben zum Halten. Vors.: Haben Sie selbst eine Waffe gehabt. Angekl.: Nein. Vors.: Hat jemand aus Ihren Reihen geschossen? Angekl.: Nein. Vors.: Wie erklären Sie es aber dann, daß drei Nationalsozialisten angeschossen worden sind. Angekl.: Ich kann es mir nur so erklären, daß die Nationalsozialisten, die hinter uns her rannten, von ihren eigenen Leuten angeschossen worden sind. Die übrigen Angeklagten bestätigen die Darstellung des Ange- klagten Voß. Zum Teil ergänzen sie sie durch bedeutsame Einzel- heiten. So behauptet z. B. Schmidt, daß zwei Nazis auf ihn losgegangen seien, der eine hatte einen Revolver in der Hand, der andere einen Spaten. Der eine rief ihm zu: Du Hund, du hast geschossen. In Wirklichkeit hatte auch er keinen Revolver. Als Voß davongefahren war, lief er mit den anderen Kameraden zuerst zum Bahnhof und dann in den Wald. Hier hielt man sich ver- borgen, bis die Landjäger kamen. Vors.: Nationalsozialistische Zeugen behaupten, daß Sie geschossen hätten. Angekl.: Ich habe nicht geschossen. Ich habe nur kurze Zctt die Luftpumpe in der Hand gehabt, die ich vom Beiwagenmitfahrer bekommen halte. Rechtsanwalt Dr. Triebe! stellt einen Anttag bei der Polizei. Aus- kunft darüber anzufordern, daß der Radsahrerverein Solidarität eine politische Organisation sei, daß der größte Teil der Mitglieder Sozialdemokraten sind und daß sich der Berein aktiv an der Eisernen Front beteiligt. Die Angeklagten bestreiten, daß Soli- darilät eine politische Organisation ist. Das Gericht unterstellt als wahr, daß die Teilnehmer der Motorradstaffel sich in diesem Falle in den Dienst der Eisernen Front gestellt haben. Verboten! Eine deu schnationale Versammlung in Fiankiun a.d.O wurde wegen beabsichtigter nationalsozialistischer Störung verboten. Natürlich die Bersammluna, n�cht die Störenfriede' Magistrat als Entwurf vorgelegte Bezirksverfassung endgültig und ohne Abänderung dem Staatsmini st erium zur Bestätigung vorgelegt wird. In der neuen Bezirksverfassung sollen die heutigen Bezirks- Versammlungen oerschwinden. An ihre Stelle treten die kleineren Gremien der B e z i r k s r ä t e, die das Bezirksamt verkörpern, an dessen Spitze der Bürgermeister steht. Ueber den Aufgabenkreis und die Zuständigkeit dieser örtlichen Verwaltung soll eine spätere Orts- satzung die Grenzen ziehen. Keine Mehrheit für Benizelos. Aber auch keine für die Monarchisten.- Das Endergebnis der Griechenwahlen. Athen, 29. September.(Eigenbericht.) Das Schlußergebnis der griechischen Neuwahlen liegt nunmehr vor. Die venizeliften erhielten danach 192 Mandate und die Royali st en 96. Die übrigen Mandate verleilen sich mit 9 aus die S o m m u n i st e n. 11 aus die Agrarier und 26 auf die antivenizelistische republikanische Gruppe: 6 sind parteilos. Die absolute Mehrheit, die Benizelos im alten Parlament besaß, ist dahin. Immerhin bietet das Ergebnis insofern eine Ueber- raschung, als die Royali st en die erwartete absolute Mehrheit nicht erlangt haben. Ein kapp.„Minister" gestorben. Am Mittwochabend verstarb »ach schwerer Krankheit der deutschnationale Arzt und Volkswirt vr. med. Georg Wichelm Schiele. Der Verstorbene, der ein Alter von fast 64 Jahren erreicht hat, gehörte der Puffch-„Regierung" Kopps als Finanzminister an. Neue Todesopfer der Not. Greises Ehepaar durch Gas vergiftet. Die furchtbare wirtschaftliche Not fordert täglich neue Opfer. heute früh wurde der 77 Jahre alte Naturheilknndige August I ä h a k e und seine um zwei Jahre jüngere Frau A u g u st e in der Tilsiter Straße 38 durch Gas vergiftet aufgefunden. Die Bemühungen der Fenerwehrfamariter waren ohne Erfolg. Die alten Leute bewohnten im Hause Tilsiter Straße 38 eine kleine Wohnung und lebten sehr zurückgezogen. Heute früh gegen 8 Uhr bemerkte die Portierfrau auf dem Treppenflur starken Gasgeruch, der aus der Wohnung des greisen Paares drang. Man oerschaffte sich gewattsam Einlaß und fand das Ehepaar in dem mit Gas erfüllten Schlafzimmer leblos auf. Die Lebensmüden hatten in der Küche am Gaskocher einen mehrere Meter langen Gummischlauch angebracht und das Ende des Schlauchs an einem Bettpfosten des Schlafzimmers befestigt. Der Tod muß schon nach kurzer Zeit«ingetreten sein. Wirtschaftliche Not ist auch hier wieder das Motto zu dem gemeinsamen Verzweislungsschritt der alten Leute.— In seiner Wohnung in der Grünauer Straße in Köpenick wurde heute früh der 37 Jahre alte Gastwirt Erich E. von Angehörigen erhängt aufgefunden. Wirtschaftliche Sorgen und ein Nervenzusammenbruch sind die Gründe zur Tat. Gelbstmord eines Schupobeamten. In der Polizeiunterkunft in der Ehausseestroße verübte heute vormittag der 21 Jahre alte Schnpowachtmeister Otto G e r i g k von der Inspektion Nord Selbstmord durch Erschießen. Der junge Beamte hatte zu Kameraden in letzter Zeit wiederholt Selbstmordgedanken geäußert. Als sich G. heute vormittag allein in seinem Zimmer befand, krachte plötzlich ein Schuß. Als Kameraden hinzueilten, lag Gerigk mit einem Herzschuß tot am Boden. Dienst- liche Verfehlungen lagen gegen den jungen Schupo nicht vor: es wird vermutet, daß er aus verschmähter Liebe seinem Leben frei- willig ein Ziel gesetzt hat. Oer Pakt der Konservativen. Schlechte presse für Gnowden und Samuel. London, 29. September. Die Abschiedsworte der konservativen Presse an Sie scheidenden Minister sind nicht gerade freundlich.„M o r n i n g P o st" vergleicht SnvivLen mit einer tugendhaften alten Jungfer und fügt hinzu, die Regierung werde ohne oiese Deserteure ihren Weg fort- setzen müssen. Die Zeiten würden noch schlechter werden als bisher. „Times" erörtert die Ereignisse mit Gelassenheit und führt aus, die Mitarbeit der zurückgetretenen Mitglieder der Regierung sei ungemein wünschenswert gewesen, aber sie sei keinesfalls unerläßlich. „Daily Expreß" schreibt, als Vorkämpferin des Frei- Handelsgedankens innerhalb des britischen Reichs könne die nationale Regierung durch das Verschwinden der anoers Gesinnten nur gestärkt werden. Der liberale„News Chroi�icl«" erklärt seine volle Uebereinstimmung mit dem Schritt Sir Herbert Samuels und seiner Kollegen. Das Arbeiterblatt„Daily Herald" bemerkt: Snowden ist in höherem Maße verantwortlich für das Entstehen der jetzigen kon- servativen Mehrheit als irgendein anderer Parteimann einschließlich Macdonalds. Somit trägt er auch den vollen Anteil an der Verantwortung für die Fehler, über die er sich jetzt in seinem Brief empört. Der gestrige Bruch zeigt, daß diejenigen, die in der Panik des vorigen Jahres nicht den Kopf verloren und erkannten, daß die Nation in eine Falle gelockt worden sei, im Recht waren. Sozialdemokratie im Angriff. Der Auftakt zum Wahlkampf. Die Lorbereitungen für den neuen Wahlkampf werden im ganzen Lande kräftig fortgesetzl. In einer großen Äundgebung der Eisernen Front in Leipzig sprach Genosse Schumacher und feuerte die zahlreichen Zuhörer zu kräftigem Angriff auf Papen und Hitlerianer an. In großen öffentlichen Versammlungen in Freiburg i. Br., in Heidelberg und Reutlingen eröffnete Genosse Stampfer, Berlin, den Wahlkampf mit politischen Darlegungen, die den stürmischen Bei'all seiner Zuhörer fanden. Mit einem packenden Appell, den Genosse Dr. Moses im Schützenhause zu Frankfurt a. d. O. erließ, eröffnete die Eiserne Front dieses Ortes den Wahlkampf. Zu einer großen Kundgebung für jung und alt wuchs der Bezirkstag der Arbeiterjugend für Südhannovsr in H o n n ö v e r s ch- Münden aus, in der Genosse L ö b e vor 2S00 Zuhörern unter freiem Himmel sprach. Ueberaus erfolgreich verlief die Wahlkundgebung in Stutt- gart, in der Genosse Grumbach, Paris, über die deutsch- französischen Beziehungen, Genosse R o ß m a n n über den Umfall der Nationalsozialisten in der deutschen Außenpolitik sprachen. Im überfüllten Saal des Gcwerkschaftshauses in Wupper- t a l(Elberfeld-Barmen) wurde die erste große Versammlung mit einem Referat des Genossen E b e r t abgehalten. Der Vortrag fand solchen Beifall, daß er in der großen Stadthalle wiederholt werden soll. Einen glänzenden Verlauf nahm die Versammlung in R ü st r i n g c n, in der Genosse H ü n l i ch referierte, der gemeinsam mit Tempel wieder als Reichstagskandidat aufgestellt wurde. In der L ü n e b u r g c r Heide bei S o l t a u fand am Sonn- tag ein Republikanertreffen statt, in dem Genosse Höltcrmann unter brausendem Beifall vor 3200 Mitgliedern der Eisernen Front sprach. .In D a r m st a d t wurde der Wahlkampf mst einer großen Kundgebung in der Festkalle eröffnet, in der Genosse G r z.e s i n s k i sprach. Obwohl Hessen nun in den sechsten Wahlkampf dieses Jahres geht, war die Kundgebung riesenhaft besucht und oerlies in bester Kampfstimmung. Dasselbe gilt für Erfurt, wo Genosse Dietrich in einer gemeinsamen Kundgebung von Partei und Gewerkschaften gegen die Notoerordnungen der Regierung Papen sprach. Die Bezirkskonferenz für O b e r s ch l e s i e n in Hindenburg stellte«instimmig Genossen Stelling wieder als Kandidaten auf und wählte Genoffen I a n o t t a zum Bezirksoorfigenden wieder. In L ö b a u fand eine Reserentenschulung statt, die gegen 80 Teilnehmer aus Stadt und Land vereinigte. Genossin Tony Sender und Genosse D e n n e ck e- Berlin hielten instruktive Vor- träge, die lebhaften Anklang fanden. In einer Erwerbslosenversammlung in Düssel- darf setzte Genosse Sauerbrey- Solingen den Arbeitslosen unter starker Zustimmung auseinander, wie wenig praktische Arbeit jür die Beschäftigungslosen die Kommunisten bisher geleistet haben, wie sie Durchsetzung von Verbesserungen fast immer der Sozial- kemokratie überließen. Don Einmütigkeit und Kampfesfreude getragen, tagte in M ü n. che n der Bezirkstag für Oberbayern-Schwaben, der nach den Vor- trägen von Hans Vogel und H o e g n e r die bisherigen Kandi- baten wieder aufstellte mit Ausnahme des Genossen Simon-Schwa- den, der wegen seines Alters freiwillig zurücktrat. Nach einmütigen Dankesbezeugungen für feine langjährige Tätigkeit wurde Genosse F e I de r- Augsburg an seiner Stelle aufgestellt. Vor dem Parterausschuß in Hannover rechnete Genosse Bartsch mit zwingenden Argumenten mit der Regierung Papen ab Er wurde einstimmig wreder als Kandidat des Kreises aufgestellt. Schärfsten Kampf gegen Lohnabbau kündigte Genosse N ö r p e l in einer großen Gewertschastskonferenz für N i e d e r s a ch s e n an. die dem Referenten in jeder Beziehung zustimmte. In Köln wurde die Wahlbewegung durch eine große Der- sammlung mit L ü d e m a n n als Redner erfolgreich fortgeführt. Naturwissenschast und Leben Berichte vom Aaturforschertag Schrecken über Griechenland. Neue Erdstöße zerstören Dörfer. Tie Erdstöße auf der Halbinsel Chalkidike dauern fort. Ein neuer starker Erdstoß zerstörte Egribuntzak und die Bäder von Apolloniados. Alle Häuser stürzten ein. Mehrere Verwundete sind beim Abtransport gestorben. Alle Einwohner über- nachten unter freiem Himmel aus Furcht vor der Rück- kehr in ihre Häuser. Auch die Beamten der Post und der Polizei arbeiten im Freien. Geistiger Wehrsport. Nationale Ertüchtigung für Rundfunkhörer. Die Deutsche Welle hat ihr Programm um einen Vor- tragslzip bereichert, den man zeitgemäß und durchaus sinnvoll ..geistigen Wehrsport" nennen könnte. Auch er dient der sogenannten Ertüchügunz des Volkes durch Geländeübungen mit feld.narfch- mäßigem Gepäck, Orientierungsübungen, romantisches Lagerleben. Nicht süß, aber ruhmvoll und männlich ist es. mst O b e r st l e u t- nant Müller-Loebnitz die Daten des Weltkrieges gründlich zu repetieren. Sein erster Vortrag umfaßte nur die Monate August- September 1914, und selbst da war die Zeit so knapp, daß der Herr Oberstleutnant die Tatsache, daß die deutschen Truppen im August in neutrales belgisches Gebiet einmarschierten, zu erwähnen vergaß. Immerhin wird auch bei Fortlassung ähnlicher nicht sehr wichtiger Kleinigkeiten der Gepäck- marsch durch die vier Krieg-jahre von den Rundsunkhörern Aus- dauer und Zähigkeit fordern. Die Kraftkost der Milstärmarschs, der deutschen Rundsunkhörer täglich Brot, wird sie stählen: die Deutsche Welle aber wird mit sinnigen Betrachtungen ihre Herzen zu erheben trachten. Wo, in dieser panoplikumsfeindlichen Zelt, erblicken wir noch den Glanz der Unisormen. Die Ufa-Filme sind doch immer nur Schwarz-Wsiß- Kunst. Prächtig und farbenfroh jedoch entsallete Dr. M. Lezius am Sonnabend in seinem Anschauungsunterricht„Uniform und Ueberlieferung" die heldsschen Bekleidungsstücke der preußischen Militärgenerationen vor unserem geistigen Auge, das nicht nur ihr stolzes Aeußeres, sondern sogar die Mützensutter schauen durste. Zu dem Oberstleutnant gesellte sich gleich noch ein aktiver Major aus dem Reichswehrmini st eri um, der das sp ort- liche Geländespiel theoretisch sundierte. Herr Major Rhode hiell Jirstruktionsstunde ab:„Geschichte für jeden Deutschen." Als erstes Thema gab es eine Belehrung über„D i e n a t ü r l i ch e n Machtmittel unseres Vaterlande s". Natürlich wird Major Rhode, ebenso wie Oberstleutnant Müller-Loebnitz, von nun »« die Hörer der Deutschen Welle regelmäßig betreuen.— 1z. Bildung und Natmw'ssenfchasten. Zweifellos einer der wichtigsten und gleichzeitig einer der besten Vorträge des ganzen Kongresses war der Vortrag von Prof. Litt (Leipzig) über dieses Thema. Die grundsätzliche Beurteilung der Naturwissenschaften, die man heute hören kann, schwankt zwischen den beiden Extremen einer bedingungslosen Verehrung der„allmächtigen" und„allwissenden" Raturwissenichait und ihrer schroffen Ablehnung, weil sie uns in ihrer praktischen Konsequenz die Technik, und damit alles Unheil gebracht habe, das seit der Renaissance über die Menschheit ge- kommen ist. Beide Meinungen sind falsch— weder ist die Natur- Wissenschaft allmächtig, noch kann man etwa eine Pistole dafür verantwortlich machen, daß mit ihr ein Mord verübt wurde. Wie steht es nun mit der„naturwissenschaitlichen Welt- anschauung", jener heute so viel verbreiteten Meinung also, man könne mit den Denkmitteln der Naturwissenschaft und mit ihren Methoden alles in der Welt„erklären"? Hierbei käme als logische Konsequenz die Feststellung heraus, daß der letzte Urgrund der Welt ein paar mathematische Formeln darstellen würden— eine Lösung, die zweifellos wesentliche Teile unseres Erlebens der Welt aus- schlösse.— Wir müssen uns, meint Prof. Litt mit Recht, endlich der für den Menschen so ungemein schmeichelhaften Illusion ent- schlagen, die Naturwissenschaften könnten die„objektive Wahrheit" feststellen, sie sahen die Dinge,„wie sie wirklich sind". Das ist ein Irrtum: niemals untersucht ein Naturwissenschaftler das„Wirkliche", sondern stets nur ein bestimmtes Objekt, das mit ihm selbst in einem komplizierten, gar nicht ganz auflösbaren Zusammen« hang steht. Andererseits sind all jene Bußpredigten sehr vom Uebel, die dem Menschen das Forschen und Experimentieren mit der Natur als „sündhaft" und dem wahren menschlichen Wesen widersprechend ver- bieten wollen. In Wirklichkeit ist die spezifisch noturwissenichaftliche Form, die Dinge der Welt zu erfassen und in bestimmten Begriffen ordnend darzulegen, eine der wunderbarsten Eigenschaften des Men- schengeistes— und der Berfuch wäre sinnlos, sie ihm wieder nehmen zu wollen. So gehört auch die Vermittlung dieser besonderen Denk- sorm und ihrer Resuliote zu den Ausgaben jeder wirklichen Men- schenbildung im besten Sinne. Erbanlagen und Schicksal. Seit langem tobt in der Wissenschast der Streit zwischen „M i l i e u t h e o r i e" und„B e r e r b u n g s t h e o r i«", wenn man auch sagen kann, daß in letzter Zeit die Frage wohl nahezu cnd- gültig zugunsten der zweiten Annahme entschieden wurde. Sind wir in unserem Lebensschicksal von äußeren Umständen(also Bildung, Erziehung, kurz dem Milieu) abhängig, oder entscheidet das„Gesetz, nach dem wir angetreten", d. h. die körperlichen und geistigen Erb- anlagen? In seinem Vortrag Willingsbildung und Per- s ö n l i ch k e i t" betonte Prof. Lange(Breslau), daß wir durch die Ergebnisse der Zwillingsforschung in die Lage gesetzt sind, diese Frage besonders gut und genau zu prüfen. Wenn zwei Kinder nur einer befruchteten Eizelle abstammen(sogenannte eineiige Zwillinge), dann müssen sie notwendigerweise auch genau die gleichen Erbanlagen haben, und man braucht dann nur ihr ferneres Lebens- schickfal zu prüfen, um über die praktischen Auswirkungen dieser Tatsache Aufklärung zu bekommen. Es genügt aber meistens nicht, einzelne Zwillingsfälle zu beobachten, sondern man muß stets die Zwillinge größerer Bezirke prüfen. Das ist in letzter Zeit durch eine ganze Reihe von Forschern in den verschiedensten Teilen der Erde auch geschehen— und dabei stellte sich immer wieder heraus, daß in den wesentlichen Grundzügen(nicht in den Einzel- heilen!) sich das gleiche Erbgut bei den Zwillingen immer wieder durchsetzt und zu einer oft überraschend starken Aehnlichkeit ihrer Schicksale führt. An den entscheidenden Lebenspunkten werden stets die Erb- anlagen und nicht das Milieu die Oberhand behalten. Die prak- tische Folgerung aus diesen neuen Forschungsergebnissen mündet daher notwendig ein in die Forderungen der E u g e n! k, die Forde- rung nach der Schaffung einer erbgesunden Nachkommenschaft unse- res Volkes. Krebs-Oiagnofe durch Sexualhormon. Der bekannte Berliner Horiiionforscher Professor Z o n d c k sprach über das Thema„Biologie und Chemie der Sexualhormone". Das praktisch wichtigste von allen Isar- monen ist das von Zondek und Aschheim entdeckte„P r o l a n", das sich in der sogenannten Hirnanhangdrüse findet. Dieses Prolan wird auch von der normalen Frau ganz regelmäßig ausgeschieden — beim Bestehen einer Schwangerschaft steigt aber mit einem Ruck die Menge des vom Körper gelieferten Hormons auf über das Tausendfache des normalen Betrages an! Diese Tatsache hat nun die in letzter Zeit immer mehr angewandte sogenannte „Schwangerschastsreaktion" ermöglicht, mit deren Hilfe das Bestehen einer Schwangerschaft nach der bisherigen Methode nach füns Tagen festgestellt werden konnte. Wie Professor Zondek mitteilte, sind jetzt die Methoden so verbessert worden, daß eine Schwangerschaft bereits am zweiten oder spätestens dritten Tage ihres Bestehens einwand- frei diagnostiziert werden kann! Die neuesten Untersuchungen Professor Zondek- und seiner Mit- arbeiter haben nun ergeben, daß auch beim Vorhandensein einer krankhaften Geschwul st im Körper der Frau eine ver- stärkte Ausscheidung von Prolan stattfindet bis auf das Zwanzig- bis Dreißigfache. Nun gibt es bekanntlich gutherzige und bösartige (Krebs)Geschwülste. Es ist nun festgestellt worden, daß bei der- artigen Geschwülsten in den weiblichen Genitalzonen, wenn sie harmlos sind, nur in rund 20 Proz. der Fälle verstärkte Prolan- Abscheidung erfolgt, beim Krebs aber in über 80 Proz. der Fälle. Es besteht also im einzelnen noch nicht geklärter Zusammen- hang zwischen Krebs und dem Sexualhormon Prolan— die weitere Erforschung dieser Zusammenhänge ist eine der wichtigsten Auf- gaben der nächsten Zeit. Dr. H. Woltereck. „Ein Maskenball." Städtische Oper. Karl E b e r t, der Intendant, verdankt seine großen Erfolge — auch der gestrige Abend war ein ganz großer Erfolg— seiner handfesten Art, Theater zu machen. Seinem starken Instinkt, der sich keiner abstrakten Theorie, keinem ausgeklügelten Stilbegriff ausliefert oder unterordnet. Er nimmt das Gute, wo er es findet und wie er es braucht. Spielt traditionelle Oper, macht Illusions- theater mit allen Schikanen, um dann wieder dem prunkvoll Aeußerlichen das abstrakt Andeutende, seelisch Hintergründige in starkem Kontrast entgegenzusetzen. Er erschöpft alle Möglichkeiten der äußeren Regie, tut aber andererseits alles, was ein Regisseur nur tun kann, um die innere nicht zu vernachlässigen. um das Dramatische deutlich, das Psychologische transparent werden zu lassen. Kein Zweifel, er ist einer der besten deutschen Opern- regisseure. Caspar Nehers Bühnenbilder zum„Maskenball" wieder- holen Eberts kontrastsummierende Art, Opern zu inszenieren. Sie sind in zwei Sphären ausgespalten: Anfang und Schluß zaubern naturalistisch prunkvoll lastendes Barak herauf(das letzte Bild ist ein Meisterstück raffinierter Jllusionstechnik). Die Bildfolge in der Mitte dagegen arbeitet mit ganz anderen Mitteln: die dramatische Spannung drängt zu illusionsfeindlicher Expression, drängt vom Naturalistischen zum symbolisch Abstrakten. Auch hier keine einheit- liche Linie, auch hier Prinzip der Koordination. Auch hier aber Mannigfaltigkeit und Reichtum. In einen so vielfältigen und kostbaren Rahmen gestellt, hatten es die Sänger freilich schwer, sich zu behaupten. Im Rollencharakter behauptete sich auch nur Hans R e i m a n n, der nicht nur prächtig sang, der dies auch wirklich war: der adelige Freund, der irrtum- verblendete finstere Rächer. Die anderen alle waren, mit Verlaub zu sagen, kostümierte Kehlköpse. Gut kostümierte und köstliche Kehl- köpfe, aber doch nicht mehr. Maria Nemeth unausgeglichen, schrill im Ton, unoornehm, cheaterhaft im schlechten Sinn: die Onegin ohne jede Beziehung zur Zigeunerin Mrica, pastos, zt> unbeweglich, nicht sehr sicher, unglaubwürdig, P a t a k y endlich alles nur kein Gouverneur— mit herrlichem Schmelz aber, mit wunderbar weichem strömendem Tenor Ganz reizend endlich, mit klarer, silbriger Stimme und schöner Höhe Erna B e r g e r als Page Oskar. Musikalisch war alles aufs beste studiert, fast überstudiert. Aus- gezeichnet die Chöre(Hermann L ü d d e ck e), unübertrefflich die Ensembles. Fritz Busch, der hier sein erstes repräsentatives Gastspiel in der Städtischen Oper absolvierte, hinterließ freilich einen zwiespältigen Eindruck. Die dynamischen Schattierungen waren von bezaubernder Subtilität, das Orchester spielte mit seltener Akkuratesse, Wärme, Verve— und doch war es keine zehn Takte lang italienische Musik, war es kein Verdi. Die Tempotontraste, A und O dieser Kunst, gingen im rauschenden Fluß sinfonischen Musizierens unter: Temperament impulsives Feuer, dramatische Schlagkraft— das verschwand alles in einer merkwürdig deutschen Dickflüsstgkeit: so macht man Meistersinger, so dirigiert man nicht den Maskenball. Alles in allem: Ebert hat seine Macbech-Leistung erreicht, überboten vielleicht— Busch blieb hinter jenem Abend, blieb hinter Stiedry recht zurück. Der echte Beifall war groß, das ein wenig beschämende Auf- gebot an Claque wäre keineswegs nötig gewesen. Arnold Walter. ?n der Volksbühne findet Sonntag eine Nachmittazsvor- u n g von„R e v i s o r" mit der Premierenbejetzung zu kleinen Preisen statt. Beginn 3H Uhr. Kleines Kunst-Allerlei. Martel Gchwichtenberg,A ohlhoff und Hosemann, Lionardo und persische Aanfunsi. Bei Flechcheim stellt Martel Schwichtenberg ihr« neuen Arbeiten aus. Die Künstlerin, wohlbekannt in den Kreisen der Arbeiterbank und Gewerkschaften, wo man viele Bilder von ihr finden kann, zeigt die Ausbeute ihrer legten Reifen: Landschaften aus Rordafrika, dem Teffin und Dänemark und eine Reihe von Bildnissen, die eine geistreiche und charaktervolle Deutung der Persönlichkeit mit ihrer eigentümlich starkfarbigen und aus reiner Fläche entwickelten Malerei oerbinden. Sie ist unstreitig voran- gekommen, die Flachmalerei hat sie so nachdrücklich mit räum- bildenden Funktionen ihrer hellen und fröhlichen Farben durchsetzt, daß die Gefahr einer bloß dekorativen Wirkung nun wohl für immer gebannt ist. Auch von Wilhelm K o h I h o f f ist zu sagen, daß er sein schönes und umfassendes Talent gebändigt hat und zu immer größerer Formklarheit strebt(bei Gurlitt ausgestellt). Ucber die Landschaften, die häufig noch etwas vollgestopft mit Dingen wirken, möchte ich die figürlichen Gemälde und Aquarelle stellen. Kohlhoff war stets einer der fesselndsten Interpreten weib- licher Reize: was er diesmal an Bildern aus dem Theater- und Artistenmilieu, an Akten und Bildnissen gibt, gehört zu dem Reifsten, das er geschaffen hat, und zu dem Besten, was heute überhaupt bei uns gemalt wird. Etwas mager ist die Ausbeute an Bildern Th. H o s e in a n n s, die H. Helbing(Lützowufer 3) ausstellt, aus einer Prioatsammlung. Leider: der liebenswürdige Schilderer Altberliner Sitten ist hier etwas zu ausführlich, vom Genre her genommen, das seine schwache Seite war. Hosemanns beschränktes Talent kann es nicht oertragen, auf dem Gebiet der Oelmalerei auch nur mit Knaus in Bcrgleich gesetzt zu werden. Man sollte mindestens zum Ausgleich etwas von seinen heiteren Lithos hinzugeben. Die Staatlichen Museen sorgen unter der glücklichen Leitung Waetzoldts dafür, daß sie nicht im überreichen Besitz er- starren. Es herrscht überall ein modernes Leben: zu gleicher Zeit sieht man im Ostasiatischen ein Stück wiederauferstandener„Kunst- kammer" und im Kaiser-Friedrich-Museum die herrliche Auswahl europäischer Landschaftskunst(worüber berichtet wurde): und nun kommen zwei hochinteressante Ausstellungen hinzu. Im großen Vortragssaal hinter dem Pergamon-Allar ist die monumentale Kopie von Lionardos Mailänder Abendmahl auf- gestellt, die Puhl und Wagner-Heinersdorff nach der sehr treuen Kopie Robert Richters meisterlich in Glasmosaik ausgeführt haben. Das dem Untergang geweihte Original ist hier in voll- kommener Treue und in unvergänglichem Material für alle Zukunft so festgehalten worden, wie wir es heute noch erblicken. Die Islamische Abteilung des Kaifer-Friedrich-Museums zeigt in zwei Sälen die außerordentlichen Photos, die der amerikanische Gelehrte A. U. Pope von persischen Bauten, vornehmlich des 14. bis 13. Jahrhunderts, gemacht hat. Man sieht hier mit höchster Ueberraschung, in einer vollendeten Form von Phototechnik, eine Baukunst, deren Größe, Einfachheit, tektonische und ornamentale Schönheit überwältigt. p. f. sch. Ein well-Zugendlager. Ein große- internationale- Tressen der Jugendoerbände aus allen Teilen der Welt soll im Jahre 1933 in England abgehalten werden. Man will ihre Trupps in einem riesigen Lager vereinigen, und Verhandlungen darüber sind bereits mit Deutschland. Oesterreich, Holland, Belgien. Frankreich, den skandinavischen Ländern und Kanada eingeleitet. Das gemeinschaft- liche Kampieren soll drei Wochen dauern und man hofft dadurch viel zur besseren Verständigung der jungen Generation beizutrageu. Krumpersyflem bei der Post. Infolge Verkehrsrückgongcs ini Bezirk der Obcrpostdirektion Berlin jollten Hunderte von Po st Helferinnen gekiin- d i g t werden und zur Entlassung kommen. In einer Verhandlung mit dem Zcntralvcrband der Ange st eilten erklärte sich die OPD. bereit, von Entlassungen abzusehen, wenn durch Ab- kommen vereinbart wird, daß die einzelne Posthelfcrin in den Monaten November 193Z bis Februar 1933 alle sieben Wochen einen unbezahlten Urlaub von einer Woche antritt. In der vom ZdA. einberufenen Versammlung erklärten sich siimtliche Posthelferinnen e i n st i m m i g dafür, um Massen- kündigungen und Entlassungen zu vermeiden.(Was sagt dazu der Reichsarbcitsminister, der so leichtsertig die Arbeilerschast des Egois- mus gegenüber den Arbeitslosen beschuldigt?) Der Zentralverband der Angestellten hat nun durch Abkommen vereinbart, daß die P o st- Helferinnen im A n g e st e l l t c n o e r h ä l t n i s in den Mo- naten November und Dezember 1932 und Januar 1933 innerhalb eines Zeitraumes von 7 Wochen auf 7 Tage von Amts wegen be- urlaubt werden. Es gelang also die Durchführung dieser Maßnahme um einen Monat zu verkürze». Den Posthelferinnen iin Angestellten- Verhältnis bleibt durch diese Vereinbarung die Arbeitsstelle erhalten. Die Beurlaubung von Amts wegen soll nicht als Unter- brechung des Dien st Verhältnisses gelten, so daß also alle tariflichen Rechte unverändert aufrechterhalten bleiben. Rundfcmk am Abend Donnerstag, den 19. September Berlin: 16.05 Nützliche Raubtiere— schädliches Nutzwild(Dr. A. Berper). 16.30 Klaviermusik. 16.35 Deutsches � alksliederspiel. 17.30 Die Flottenmanöver(Korvettenkapitän a. D. Busch). 17.50 Die Wirksamkeit des Buchtitels(\V. Türk). 18.10 Zur Psychologie des Telephonierens(Dr. R. Kraul! 18.35 Chorgesänge. 18.55 Die 1 unkslunde teilt mit. 19.00 Stimme zum lag. 19.10 Bunte Stunde. 20.00 Aus Magdeburg; Geistliche Abendmusik. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Ist das Gruseln erlernbar?(H. Winge). 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 23.00 Orchesterkonzert. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 17.30 Geist als Sprache(L. Weismantel). 18.00 Musikalischer Zeitspiegel. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.20 Wegweiser durch die Zeit(Dr. R. Pediel). 19.35 Vorschau auf das Oktober- programm(Dr. K. Dürre). 20.00 Aus Danzig: Kundgebung des Deutschen Heimatbundes Danzig. 21.00 Tages- und Sport- »achrichten 21.10 Aus Breslau: Konzert. 22.10 Weiter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Aus Köln; Nachtmusik. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im..Volksfunk", monatl. 96 Pf. durdh alle„Vorwärts'"-Boten oder die Postanstalten. Die Kanzlei des Dvstschecfamles Berlin ist aus den Räumen DorotHeenitr. 22 in dos Erdgeschoß des Postscheckamtsgebäudes am Rcichslagsufer 12/14 verlegt worden. Wetter für Berlin; Im Lause des Tages Bewolkungszuitohme, weitere Erwärmung, ziemlich jrische, südöstliche Winde.— Jüt Deutschland; Im Osten noch Fortdauer des heiteren, am Tage ziemlich warmen Wetters, im mittleren Deutschland Bewölkungs- zunähme, im Westen und Süden vieljach Regen. „Barnmts" ccfdicint modimtafllid) zweimal Sonntoga und MoiUags einmal, Abendausgabc für Berlin und im Handel mit dem �itel„�.er Abend, Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit''. Bezugspreise; Wöchentlich 7Ü Pf., rnrnailich 3,23 M.(baoon 87 Bf. monatlich für Zustellung ins Saust im ooraus zablbar. Postbezug?.«> einschließlich so Pf. Postzcitung. unb 72 Pf. Ponbettellgcbuhren. Auslanbs. abonnemcnt 3,83 M. pro Monat; für Länbrr mit ermäßigtem Drucksachrnpoito 4.83 M. Sei Ausfall bei Lieferung wegen höherer Gewalt besteht Irin Anfpruch ber Abonnenten auf Ckrfatz. Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Pf., Reklame. zeile 2,— M.„Zileine Anzeigen" bcis fettgebruckte Wort-0 Pt.(vilaffig fettgebruekte Worie), jebes weiter» Wort Itt Pf. Worte über lo Buchstaben zahten für zwei Worte. Rabatt faul Tarif. Arbeitsmarkt Millimeterzeile llo Pt- Tamitienanzeiqen Millimeterzeile 18 Pf. Anzeigenannahme im s au PI» g e s ch ä f t Lindenstraße 3. wochentäglich von bis Ii vlfsr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor? Verantwortlick) für Politik: Victor Schiff: Wirtschaft: G. �lingelhöfer: Gewerkschaftsbewegung: Steiner; Feuilleton: Herbert Lep'�re; Lokales unb Sonstiges; Tiriß Aarftädt; Anzeigen; Otto Hengst; sämtlich in Berlin. Verlag: Porwärts.Perlag G. IN. b. H., Perlin. Druck: Vorwarts.Puchbruckeret unb Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW. 68. Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilage. � täzfdmfis-Jbtsäger ARBEITER! 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Aber vorgestern sah ich ein Mädchen in der Straßenbahn, da wurde mir so zuniute, wie jetzt auch ost des Nachts. Schließlich bin ich ausgestiegen und w-c ein Irrer durch die Straßen gelausen. Als ich meinem Vater etwas andeuten wollte, rief er sofort:„Schäm dich was! Setz dich auf deinen Hosenboden und arbeite! Dann werden dir die Mucken schon vergehen!" Den Lehrern kann man sich auch nicht anvertrauen. Das sind ja alles alte Knacker. Vielleicht bin ich zu empsindsam oder etwas schwermütig, wenigstens kann ich überall nur noch Unzulänglichkeit und Verlogen- beit sehen. Die Bücher trösten mich auch nicht mehr, die Wirklichkeit sieht ganz anders aus, als die Dichter sie schildern. Vereinsamt wie ich so bin, finde ich mich immer wieder Ausschau haltend nach einem Freunde und Führer. Aber wo den finden? Mein einziger Freund ist in einem Jugendwanderbund und also Sonntags immer auf Fahrt. Natürlich ist mir auch das von meinen Eltern verboten worden. Weil Mädchen dabei sind. Wie soll man noch an den lieben Gott der Religionsstunde und an irgendeine Gerechtigkeit glauben, wenn man diese schamlosen Genießer mit ihren aufgetakelten Weibern im Auto vorüberflitzen sieht, diese kapitalistischen Ausbeuter, die genießerisch zu leben oer- stehen auf Kosten der ausgeplünderten Massen...?" Eindringlicher als die scharfsinnigste psychologische Beschreibung schildern dies« Zeilen die besonderen Nöte des kritischsten Lebens- alters: der Reifezeit. In jedem Tatz teilt sich die Qual des geistigen und körperlichen Erpxichens niit. Da ist der reine Idealismus, die Empfindsamkeit und der Hang zur Schwermut, das Gefühl der inneren Verlassenheit und der Schrei nach dem Kameraden und Führer. Und da ist auch die Verständnislosigkeit der Eltern und der Lehrer. „Die Zwischenhändler des Lebens." Die Uebraltcrung der Lehrerschaft ist ein allgemeiner Mißstand an nahezu sämtlichen Schulen. Der Altersdurchjchnitt der amtierenden Lehrer liegt zwischen 4Z und 50 Iahren. Die jungen Lehrkräfte, die der eigenen Jugend noch nahe genug sind, um die Nöte der Halb- wüchsigen lindern zu können, finden entweder keine Anstellung oder werden sogar abgebaut. Natürlich gibt es an jeder Schule auch Lehrer, die wahrhaft Freunde der Jugend sind. Aber auch sie können das System nicht ändern. Dieses System hält starr am Obrigkcits- und Unfehlbarkciis- Prinzip sest. Der Lehrer hat rechl und der Schüler unrecht. Der Lehrer verjügt, ivas man zu glauben und zu denken hat, mag der Schüler sich seiner ganzen Artung nach gegen die aufgezwungenen Dogmen innerlich auch noch so sehr auflehnen. Eine freimütige Aus- spräche oder gar Kritik von seiten des Schülers wird nur selten gewährt. Der 1919 durch den Erlaß von Konrad Hönisch unter- nommene Versuch, die Schüler durch Selbstverwaltung und Selbst- Verantwortung zu erziehe», ist bald ani Widerstande der Direktion und der Lehrerschaft gescheitert An kaum einer Schule besieht heute noch ein Schüierausschuß. Oder doch nur formal. So sind unsere höheren Schulen, im engeren Ausmaß aber auch die konfessioneUci, Volksschulen, ihrer Form nach artige Geschöpfe des kapitalistischen und militaristischen Zeitalters und ihrem Wesen nach späte Kinder des Liberalismus geblieben. Alles ist wie es war: die körperlichen und geistigen Exerzierübungen, mit denen man später— an der Front des Lebenskampfes— wenig anfangen kann,— die Leistungssteigerung durch Zeugniise und Prüfungen (jede Klasse arbeitet gleichsam im Akkord),— die Ueberstopsung an Bildungsgut zwecks besserer Absatzaussichten, lind liberalislisch ist das zähe Festhalten am klassischen Bildungsideal des„harmonischen Dollmenschen".(Erlaß des Kultusministers Becker 1924.) In einem Zeitalter, in dem die Technik und ganz neuartig« Massenbewegungen regieren, rüstet man die Schüler nach wie vor mit den Lebens- begriffen der Griechen und etwa der Hohenstaufen aus! Sa gleichen unsere Schulen entlegenen Inseln im Ozean der Zeit. Und die Lehrer sind, wie der bekannte Pädagoge Eduard Spranger einmal sagte, zu„Zwischenhändlern des Lebens" gc- worden. Wann wird man die Klassenanordnung nach dem Lebens- alter der Schüler, die noch aus den Fürstenschulen des 18. Jahr- Hunderts stammt, endlich durch Fachklassen ersetzen, wie sie in den sicider nur gar zu vereinzelten) Ausbauschulcn und Landschul- gemeinden eingeführt worden sind? Wann wird man statt der „Pildungsichule" von vorgestern endlich die„Lebensschule" von heute gründen, wie sie Paul Oestreich seit Iahren sordert? Und wann schließlich wird den begabten Minderbemittelten der Zugang zur höheren Bildung wirklich geöffnet werden? In einem ihrer letzten Aufsätze stellt Gertrud Bäumer sest, daß davon bislang kaum die Rede sein konme. Einzig die weltliche Volksschule Hot jenes kameradschaftliche Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler verwirklicht, nach dem der Jugendliche im Entwicklungsalter verlangt. Der strenge Drill mit Prügelstrafen und anderen Machtmitteln ist verpönt, die Lehrer leiten die Schüler durch verständige Aussprache. Hier ist tatsächlich jenes oberste Gesetz aller Pädagogik praktisch geworden: daß man nämlich den Schüler nicht als dummen Jungen, vielmehr als heran- reifende selbständige Individualität behandeln soll. Im allgemeinen aber nimmt man den Jugendlichen nicht ernst genug. Die Lehrer lassen ihre Ueberlegenheit fühlen und scheuchen ren Halbwüchsige», der sich jo gern aussprechen möchte, in seine Ratlosigkeit zurück. „Wir sind auch ohne das glücklich geworden." Bleiben die Eltern. Sie sagen zu neunzig Prozent, wie die Eltern im Briefe unseres Freundes:.Dazu bist du noch zu jung, das aebi dich noch nichts an." Aus Bequemlichkeit sagen sie das, aus falscher Scham oder aus irriger Untcrschätzung de? geistigen und körperlichen Retsezustandes des Iugendlickzen. Vielfach werden die Eltern auch durch Erinnerungen an ihre eigene Jugendzeit gehemmt. sie bedenken nicht, daß der Großftodtjugendliche unserer Zeit in ganz anders geartete Lebensformen und-bedingungen hineinwächst. „Wir sind auch ohne das glücklich geworden!" Dies ihre ständige Entschuldigung bei jedem Verbot,— etwa des Sportklubs, des Wanderbundes oder politischen Vereins, die dem heutigen Großstadt- jungen und-mädchen nicht nur die ersehnte Kameradschaft, sondern auch oft die einzigen Freuden, wenn nicht gar die Rettung aus der Trostlosigkeit der häuslichen Misere bieten. „Ihm und mich fielen die Tränen in den Augen." Die Väter sind so mürbe von der Arbeit, daß sie sich am Abend nur„ihren lieben Frieden" aber keine„Schererei" mit den Kindern wünschen. Oder aber: der Vater ist arbeitslos und daher verdrossen. lind da er nicht mehr der Ernährer der Familie ist, vielmehr oft die Hausarbeiten besorgt, so mangelt es ihm an dem rechten Ansehen. Der überbürdeten Mutter jedoch fehlt es einfach an Zeit und Nerven, um sich den Kindern nach Wunsch widmen zu können. So ist der proletarische Jugendliche noch um vieles vereinsamter und gefährdeter als sein bürgerlicher Altersgenosse, der wenigstens rein existentiell behütet und gepflegt wird. Während der junge Proletarier in menschenunwürdigen Wohnungen auiwachjen muß, die ihm weder Raum noch Ruhe zur Arbeit, ja, oft nicht einmal zum Schlafen ermöglichen. Wie oft müssen Bruder und Schwester, beide im Pubertätsaltcr, das Bett miteinander teilen! Düstere Eindrücke prägen sich, ost für Lebenszeit, in das empfindsame Herz und Hirn eines in solchen Verhältnissen heran- reifenden Jugendlichen ein. Der Vater rettet sich aus der Misere in das Trinken, die Mutter rackert sich krank, Vater und Mutter streiten und schlagen sich sogar, Scheidungen und illegale Nebenverhältnisse zerstören grausam alle Illusionen der Fünfzehn- und Sechzehnjährigen. Hier die erschütternde Schilderung eines Sechzehn- jährigen, der den von der Mutter getrennt lebenden Vater auf der Straße trifft:„Ihm und mich fielen die Tränen in den Augen, wechselten noch ein paar Worte und ginge» dann auseinander." Rechnet man noch die Mittellosigkeit hinzu, die jede weitere Ausbildung unmöglich macht und die den empfindsamen Jugend- iichen oft sür Lebnsdauer zu einem scheuen, iinterwürjigen Menschen stempelt, und bedenkt man den trostlosen Ausblick in die Zukunft, o wird man sich einigermaßen ausmalen können, wie qualvoll solche Reisejahre sind,— so wird man ferner auch die sich mehrenden Selbstmorde, die gefährliche Gleichgültigkeit oder aber auch den wilden asozialen Haß verstehen müssen, der in den'Augen von vielen dieser Halbwüchsigen flackert. Das vorläufige Ende ist dann das Jugendgericht und die Für? mrge. Nach der Freilassung gehl es im alten Trott weiter, im zähen Kampf um die Freiheil, die noch leidenschaftlicher gel.ot wird als Mädel unb Zigarette. Dankbarkeit aber und Liebebedürftigkeit dieser nach bürgerlichen Begriifcn„verkommenen Jugend" sind enorm. Wieviel im Kern gutes Menschentum wird hier preisgegeben! G.B. Älice Gckeri- Nothol;: Twei an der Straßenecke „Na, bis morgen!" sagt er. Um die Zwei an der Straßenecke brüllen Aulohupe» und selbst- tätige Schlagzeilen. Ferner: ,.t>0 Rollen Zwirn for zwec Fennige! Trctense Ihr Lebcnsjlück nicht mit Plattfüßen!!"— „Na, bis morgen!" sagt sie. Er drückt ihr die Hand. Zwei Finger tippen andeutungsweise an den alten Hut. Aber sein Blick ist auf Reisen. Sein Blick hat bei dem Herrenmodegeschäst schräg über die Straßenecke Station gemacht. Da sind nochmal Hüte! Wohlhabende Melonen. Feierliche Zylinder. Leichtsinnige Mützen. Ein grauer, weicher Hut lächelt ihm seit drei Wochen zu... Tragense grau, det hebt Ihnen! „Sonen Hut...!" denkt er. Er hat keinen Hut auf dem Kopf, sondern eine Butterglockc. Der Reklamehut von drüben grinst... Sie steht unbeweglich wie eine Litfaßsäule. Aber ihr Gesicht enthält kein Vergnügungsprogramm:„Du... wart noch'» Mo- ment! Ich muß dir was sagen!" „Was denn noch?" Er haßt Erzählungen an der Straßenecke. Aber er bleibt stehen. Die Straßenecke läßt ihn nicht... Er steht mit bösem Gesicht. Liebe an der Straßenecke! Das macht keinen Mann höflicher!— Ja, wenn man heiraten könnte! Sei» Auge läuft an den erleuchteten Fenstern der Straße entlang. Da sitzen die Leute in tapezierten Käfigen und machen Ehe. Die Frau rechnet den Seiscnverbrauch und die Zärtlichkeiten nach. Er sagt:„Diese Lichrrechnung!! Wann brennt ihr bloß das ganze Licht?"-- Aber sie sitzen in einem Zimmer. Sic stehen nicht an der Slraßenecke... Es beginnt zu regnen. Selbstverständlich beginnt es zu regnen. Er zittert vor schlechter Laune: „Wie lange willst du hier noch stehen?" Sie blickt schläfrig auf dos erleuchtete„II" der Untergrund und jagt ohne ihn anzusehen:„Immer und ewig!" Jetzt endlich blickt er auf. Ist sie krank? Plötzlich witzig ge- worden? Vielleicht verrückt?— Immer und ewig an der Straßen- ecke stehen? Das ist etwas für Bedllrsnishäuschen oder Denkmäler. Meint sie, seine Beine seien aus Eisen?-- | Sie meint gar nichts. Sic denkt unaufhörlich dasselbe:„Ich ! kann es ihm hier nicht sagen. Wo soll ich eigentlich das Kind zur Welt bringen? Im Automaten-Case? Ini Menschengewühl? Viel- leicht an der Straßenecke??— Das Brüllen der Autos und der Straßenhändler ipird seinen ersten Schrei übertönen--" Sic denkt das alles nicht in geordneten Sätzen. Sie denkt in armseligen Wortfetzen. Denkscherben, die unangenehm klirrend an der Straßenecke niederfallen. „Na, bis morgen!" sagt sie hilflos und steht weiter. „Bis morgen!" sogt er automatisch. Der graue Schaufenster- Hut tanzt jetzt Jndianertanz. Er lacht sich schief. Das graue Biest ruft:„Was macht mehr Spaß und kostet weniger? Ein moderner Hut oder eine ewige Braut?" Er ruft über die Straßenecke her- über:„Der Herr trögt diese Saison einen grauen, weichen Hut!" „Na, bis morgen!" anlwartct daraushin der glückliche Inhaber der Braut und des Hutungetüms und steht weiter. Dummer Kerl! Seht sie euch genau an, die Zwei an der Straßenecke! Sie haben keinen Namen, kein Gesicht, keine Adresse. Es sind zwei Standardschatten. Ein weiblicher Schatten mit einem billigen, roten Jumper von Tictz, und ein männlicher Schatten mit einer lächerlichen Butterglockc auf dem Kopf. Zwei an der Straßenecke? Sagt lieber: Millionen mal zwei an der Straßenecke! Denn die Straßenecke ist eine Art traute- Heim der Neuzeit. Ein Zimmer ohne vier Wände! Letzte Crsin- dung! Eine Sterbehalle der Gefühle, wo der ausdringliche Wind hineinpfeift und das von dem kalten, weißen Licht der Straßen- laternen erhellt wird. In dieses Zimmer können die Liebenden nicht hineinslüchten; sie flüchten hinaus. Kein Tisch zum Essen. Kein Bett zum Lieben. Die Düste der Gastwirtschaft an der Ecke ersetzen das Abend- brot, das alberne Filmplakat von nebenan ersetzt die Gefühle... Zwei an der Straßenecke... Sie stehen da wie unlustige Denkmäler der Liebe. Stand- bildcr, die fürs Leben gern sitzen möchten... Verkehrshindernisse, die die ungastliche Zeit täglich neu an den Ecken der Großstadt auspflanzt... «ot.*: Die Schraube i. „Wir müssen die Dividende von 20 auf 15 Prozent herabsetzen!" sagt der Generaldirekior. Die Aklionäre sitzen gebückt. „Es iei denn, daß wir eine Lohnsenkung durchdrücken können. Wenn die Beziehungen, die einige der Herren höheren Orts haben, ausgenützt werden könnten..." Die Aktionäre heben die gebeugten Rücken und tuscheln. Der Generaldirektor steht straff. Ein Engel fliegt durchSitzungszimmer... „Sie Hain uns, kruzitürkn, die Löhne gekürzt!" jagt der Arbeiter Paul Bruckner in Ober-Podgoria bei Weiden unweit der ungarischen Grenze.„Und mir ham eh nix zu fressn." „Mir wer» halt", sagt seine blasse, häßliche Frau,„mir wer» halt gar kan Fleisch mehr kaafn..." Die drei kleinen Bruckners hüsteln. 3. „Des hat eh kaan Sinn mehr mit der Küh!" brummelt der Bauer in Niederösterreich.„Das Füttern lohnt do nöt mehr. Die Leit ham kan Göld nöt, und dö ungarischen Küh jan a so büllig. Auihängn mueß ma si, bal ma nöt bald an Schutzzoll kriagn...!" „Wir müssen den Betrieb einschränken!" sagt der General- direktor.„Die Schutzzollpolitik zugunsten der Landwirtschaft erhöht die Lebenskosten der Käufer. Für unsere Produkte hat nie- >nand Geld." Die Aktionäre sitzen gebückt. „Wenn wir die Halste der Belegschaft entlassen, kommen wir mit einer Senkung der Dividende um die Hälfte eventuell durch," Die Aktionäre seufzen. 5. „Etzt was machst fürn wehleidiges Gsicht, ho?" zetert Frau Bruckner in Ober-Podgoria bei Weiden unweit der ungarischen Grenze. „Soll i no lach» vülleichl? Entlassen bün i..." „Entlassn...? Entlassn... Und dees sagst so hi... Wo mir eh ka Fleisch nöt gschnieckt ham bei eim halbn Jahr..." Der Arbeitslose Paul Bruckner tritt ans Fenster und bli�t nach Osten.„In Ungarn drübn wars leichter mitn Fleisch. Arg vui bulliger wars do..." Die drei kleinen Bruckners husten heftig. 6. „Was wollen? denn?" fragt einer den Bauern aus Nieder- österreich.„Mir ham doch an Schutzzoll!" „Wenn aber de Leit kaan Arbeit nöt ham und kaan Fleisch nöt taain könn? I kann nöt mehr mit der Küh. I häng mi auf. Da hälft nixen..." sagt der Bauer. 7. „Da die Schmuggler auf dreimaligem Anruf nicht stehen blieben", schreibt das„Wiener Journal",„gab ein Zollbeamter einen Schuß ab. Einer der Schmuggler, Paul Bruckner aus Ober-Podgoria vci Weiden unweit der ungarischen Grenze, wurde tödlich getroffen. Die Lunge war durchbohrt. Bruckner, der arbeilslos war, hinterläßt eine Witwe und drei unmündige Kinder. Die geschmuggelte Kuh konnte sichergestellt werden." 8. Fabriken stehn still. Bauern hängen sich auf. Arbeiter verbluten aus zerschossenen Lungen. Kinder verhungern. Die Schraube droht sich... Wintcrarbeit der Naturfreunde Im Winter wird verwertet, was im Sommer erworben wurde Der Arbeitersport stellt sich jetzt in allen seinen Sparten wieder auf die Winteraröeit um. Auch bei den Wanderern ist das der Fall. Obwohl der Wandcrbetrieb in den nächsten Monaten, ja selbst im strengen Winter nicht aushört, wird besonders die innere Organi- sationsarbeit im Winterhalbjahr lebendiger. Wie schon aus dem letztjährigen Bericht der Reichsleitung hervorging, steht dabei der Gau Brandenburg mit an der Spitze, trotzdem andere Gaue, vor allem die süddeutschen, weit mehr Mitglieder haben, cheroorragend war immer die Tätigkeit der Ortsgruppe Berlin mit ihren zahlreichen Spezial- und Bezirksgruppen. Was im Frühjahr und Sommer an Eindrücken und Erkenntnissen erwandert wurde, das soll im Winter in der internen Gruppenarbeit erweitert und ver- tieft werden. Schon in allernächster Zeit werden zwei große A u s st e l l u n- gen der Berliner Naturfreunde stattfinden. Die Naturkundler be- wiesen schon im letzten Jahr, daß sie vielerlei Material zur Ge- winnung von Naturerkenntnissen und sozialen Eindrücken erarbeiten konnten. Die Ausstellung im Oktober wird gutes Material aus den Rlldersdorfer Kalkbergen und aus der herbstlichen Natur zeigen. Neben vorzüglichen Photos werden vorwiegend gute Zusammen- stellungen aus der lebendigen Natur selbst und wertvolle Fundstücke zur Ausstellung kommen. Die ebenfalls bereits durch Ausstellungen gut eingeführten Photoabteilungen folgen mit ihrer Jahres- ausstellung. Was in der eigentlichen Wanderzeit durch Naturkundler und die Führersektion auf Wanderungen und bei Führungen begonnen war, soll jetzt auch im engeren Rahmen Berlins fortgeführt werden. Mu- feumsführungen, Streifzüge durch das alte und neue Berlin gehören in erster Linie dazu. Diese Führungen haben die Aufgabe, soziale Eindrücke aus dem Leben Berlins zu vermitteln von einer Seite, von der aus sie sonst nicht in die Erscheinung treten. Als Ergänzung dazu kommen dann die zentralen Veranstaltungen der Ortsgruppe Berlin, der zwanzig Bezirks- und der sechs Spezial- und Jugend- gruppen. Besonders zu beachten dürfte in diesem Zusammenhange sein, daß Anfang November auch der erste internationale Naturfreundefilm zur Aufführung kommt. Die Schweizer Naturfreunde buchen das Verdienst für sich, diesen aus dem reichen Erlebnis ihres Manderns mit Hochtouristik und Wintersport zu- sammengestellt zu haben. Im Wintersport entschied man sich für die Wiederaus- nähme und Fortführung der bis dahin gepflegten engen Zusammen- arbeit mit dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Enge Gememschafts- arbeit und nicht Zersplitterung steht dabei im Mittelpunkl bei der Kursusarbeit der beiden im Wintersport führenden Arbeiterorgani- sationen. Wintersportfahrten mit nahen und ferneren Zielen, vor allem zu Weihnachten und Neujahr, ergänzen dabei die theoretische und prak- tische Vorarbeit. Im Rahmen der Tätigkeit des Gaues Brandenburg sind ferner noch zwei bemerkenswerte Veranstaltungen zu ver- zeichnen. Am 13. und 1ö. Oktober trisft sich wieder die Jugend der Berliner und der westlichen Ortsgruppen bis zur Elbe in Groß- Behnitz hinter Wustermark. Sportlicher Wettstreit und Laienspiel sollen dort besonders zur Geltung kommen. Schließlich ist wichtig ein vierzehntägiger Jugendführer- k u r s u s im Naturfreundehaus Uedersee, bei dem alle aus dem Vereinslebcn und aus der gesellschaftlichen Situation für die Jugend erwachsenden Aufgaben besprochen werden. Abgesehen von diesem Kursus sind bei allen Veranstaltungen die Freunde des Manderns aus anderen Organisationen willkommen. Arbeiter- W asserbsU Die neue Serie beginnt im Lunabad Nach längerer Pause nehmen die Wasserballspieler des Berlin-Brandenburger Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund ihren Spielbetrieb wieder auf. Am Sonnabend findet das erste Spiel der neu ausgeschriebenen Serie im Wellenbad des Lunaparkes statt. Die Freien Schwimmer Charlottenburg und die Gruppe Lichtenberg der Freien Schwimmer Groß-Berlin find die Gegner des Spieles, das um 21 Uhr beginnt. Am Sonntag um 20 Uhr spielt Freiheit gegen den.-�.-Klasse-Neuling Freie Schwimmer Potsdam Charlottenburg und Freiheit werden in diesen Spielen wahrscheinlich den ersten Punktgewinn verzeichnen können. Das Ziel der neuen Serie ist diesmal lediglich der Kreis- Meistertitel, da die Bundesmeisterschaft nur in Abständen von zwei Jahren ausgetragen wird und bekanntlich in diesem Jahre am 21. August vom Freien Wassersportverein channooer-Linden ge- wonnen wurde. Bei den kommenden Spielen des 1. Kreises ist eine wichtige Aendcrung vorgenommen worden. Bisher spielten in der.�-Klasse stets zehn Mannschaften, die ihre Kräfte in dem Spiel- system„Jeder gegen Jeden" maßen. Jetzt wurde die.�.-Klasse auf 14 Mannschaften erweitert, um-zunächst mehr Spielern als bisher auch im Winter die Möglichkeit zu geben, am geordneten Spiel- betrieb teilzunehmen. Durch eine Teilung der.�.-Klasse in zwei Gruppen zu je sieben Teilnehmern ist es trotzdem möglich geworden, die Zahl der erforderlichen Spiele herabzumindern, eine Tatsache, die sich für die meist arbeitslosen Spieler durch Verringerung der Unkosten recht vorteilhaft bemerkbar machen wird. Die Teilnehmer wurden noch den Leistungsergebnissen der letzten Spielsaison fest- gesetzt und die Verteilung auf die Gruppen ausgelost. Die erste Gruppe hat danach folgendes Aussehen: Kellas I. Weißensee. Möwe, Neukölln, Potsdam, Charlottenburg II, Freiheit. In der zweiten Gruppe spielen: Charlottenburg I, Union, Lichten- berg, Spandau, Berlin 12, Hellas II, Luckenwalde. Die Spiele trägt jede Gruppe für sich nach dem bisherigen System aus und die Sieger der Gruppen tragen dann im Sommer 1333 das Eni- scheidungsspiel um die Kreismeisterschast aus. Favoriten sind der augenblickliche Titelverteidiger Hellas und sein Vorgänger Char- lottenburg. Mannschaften wie Weißensee und Möwe können jedoch leicht Ueberraschungen bringen. Von den letzten Ereignissen bei den Wasserballspielen ist noch nachzutragen, daß das Entscheidungsspiel um die Berliner Jugcndmeisterschast gleichfalls, wie auch in der.�.-Klasse, von Hellas gegen Charlottenburg gewonnen wurde. In einem technisch hochstehenden Kampf siegte Hellas mit 8: 4 Toren. Serienkämpfe der Arbeiterkegier Die Klub-Serienkämpfe des Gaues Berlin-Branden- bürg des Deutschen Arbeiter-Kegler-Bundes nahmen mit zwei weiteren Kämpfen ihren Fortgang. Dieser Tage trafen sich die Vereine der Gruppe L,„Frei weg" 1323 und Kegelriege der„Freien Schwimmer"-Spandau zum Kamps um die ersten Punkte.„Frei weg", durch die Not der Zeit sehr geschwächt, konnte nur mit fünf Mann antreten und mußte sich auf der Heimatbahn der„Freien Schwimmer" mit einer Niederlage von 189 Holz abfinden. Die „Freien Schwimmer" brachten es auf 3373 Holz, während„Frei weg" nur 3406 Holz erzielte. Bester Einzelkcgler war Erich Ritz- mann-„Freie Schwimmer" mit 723 Holz. Der Rückkampf der beiden Vereine findet am 16. Februar 1933 auf der Heimatbahn von „Frei weg" statt. Etwas schärfer ging es in der Gruppe A. zu, wo sich die Vereine„Frei Holz"-Spandau und„Knorke"-Berlin im Kampst um die ersten Punkte gegenüberstanden.„Frei Holz" war ganz auf der Höhe und hat nach der letzten Niederlage durch die „Freien Schwimmer" gezeigt, daß er nicht so leicht aus der Gruppe A zu verdrängen ist. Er schlug„Knorke" mit 127 Holz. Ergebnis:„Frei Holz": Schick 731, Thiele 727, Mosni 718, Schön- seid 714, Schilling 703 Holz.„Knorke": Holzhütter 724, Breitkreuz 704, Kayser 634, Schmidt 688, Kielblock 676 Holz. Bester Einzel- kegler des Abends war Willi Schick(„Frei Holz") mit 731 Holz. Für den Rückkampf wurde der 22. Februar 1933 im Keglerheim „Lichtburg", am Bahnhof Gesundbrunnen, festgesetzt. tterbstfest der FTGB.-Frauen Mit einem erfolgreich verlaufenen Sportfest schlössen die Frauenabteilungen der Freien Turnerschaft Groß-Berlin ihre Werbewochc ab. Nach fröhlicher Wanderung trafen sich zur Mittagszeit an die 300 Teilnehmerinnen aus dem Städtischen Sportplatz an der Obcrspree, um hier noch einmal gemeinsam, begünstigt von schönstem Herbstwetter, im Freien aus grünem Rasen Gymnastik, Spiel aller Art und Tänze als Leibes- Übung zu pflegen. Die Schlußfeier in Wöllsteins Lustgarten brachte diesmal unter heiterer Gymnastik auch sehr gute sportliche Dar- bietungen. Erst wenn die Frauen unter sich sind, zeigt es sich, daß sie allein sehr Gutes auf die Bühne stellen können. So manches junge Talent ist an solchen Tagen zum Nutzen der Allgemeinheit entdeckt worden. Vorzügliche Rezitationen, ernste, bewußte Kunst im Sport zeigten deutlich, daß die sozialistische Frau versteht ihr Leben kulturell zu gestalten. Man kann den FTGB.-Frauen die Anerkennung nicht oersagen. tthiuet Spad i/au ü&eccM Familienbadeabend im Ktadtbad Wedding. Um dem Wunsche eines großen Teiles der Bevölkerung nachzukommen, hat das Bezirksamt Wedding in seinein StaLtbad Gerichtstr. 63/68 versuchsweise für den kommenden Winter ab sofort in einer der beiden Schwimmhallen an jedem Montag von 17.43 bis 20.30 Uhr einen öffentlichen Bade- abend(Familienbad) eingeführt. Mit dieser Neuerung will das Stadtbao Wedding den vielen Privatpersonen, die keine,» Verein angehören und das Bedürfnis zu schwimmen haben, die Möglichkeit bieten, auch nach Arbeits- und Geschäftsschluß in den Abendstunde» zu baden. Eintrittspreis für Erwachsene 30 Pf.. Kinder 13 Pf. Motorradrennen in Ruhleben. Eine ausgezeichnete Besetzung haben die Wagen- und Motorradbahnrennen gesunden, die der Gau Berlin-Brandenburg des ADAC, ain Sonntag. 2. Oktober. 13.30 Uhr, auf der Trabrennbahn in Ruhleben veranftallet. Im Hauptrennen für Solomaschinen bis 300 Kubikzentimeter, das in drei Läufen aus- gefahren wird, gehen u. a. Biirder-Saam-Berlin, Giggenbach-Mühl- darf, Hocker-Nürnberg. Brand-München. Köhler-Leipzig. Ryll-Berlin und Bertram-Berlin an den Start. Für die Rennen der Seiten- wagenmaschinen hat Europameister Möritz-München gemeldet, seine Hauptzegner sind Thevis-B-erlin. Köhler-Leipzig und Schulz-Bsrlin. Freie Turnerfchafk Groß-Berlin. Bezirk Lichtenberg. Freitag. 30.«eptember, 20 Uhr, findet in der Turnhalle des Jahn-Real- gymnasiums ein Werbeturnen der Jungmädchen- und Frauen- abteilung statt. Gezeigt wird ein Ausschnitt aus dem Turnen und der Gymnastik. Eintritt srei. 5chüler- und siursisten-Bozkämpse. Die Vereinigung Lichten- bergcr �Faustkämpfer, Mitglied des Arbeiterothletenbuades, veran- staltet Freitag, 30. September, 20 Uhr, in der Turnhalle Bromberger -ttraße 14 einen Werbeboxabend. Di« Kursusteilnehmer und Schüler bestreiten an diesem Abend die Abschlußprüfung: man wird Ge- legenheit haben, befähigte Kämpfer im Ring zu sehen. An diesem Abend werden Neuaufnahmen von Schüler- und Kursustcilnehmern zu besonders günstigen Bedingung«, gemacht. Schmeling kehrt heim. Nach seinem Siege über Mickey Walker wird Exwellmeister Max Schmeling so bald als möglich in die Hei- mat zurückkehren. Am Donnerstag begibt er sich an Bord des Lloyd- dampfcrs„Bremen", der in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend New-Pork verläßt und am 7. Okiober in Bremerhaven eintrifft. Buud&stceuc iciZe� wi: I«"»«;->».---t-wb«. JSHpt# "S-.Politivlcchnit.— FllltbootableUui-.g. betet hing Zur Prüfung der Wassetsportler.- Sudost: Manteuffelstr. 7: garten. lesen.- Charlottenburg: Suteestt. 30: Unterhaltunqsadend(3QbrtenccIcbniiTc). Treptow: Elfenftr. 3, am Bahnhof: Mitgliederoersammluna.— Iris, löronsied. '31 Huteisen, Friz, Reuter.-Zllec: Diolussionoabend.— Rlontao 3. Oltober. Malqemeins-iiast: Manteuffelstr. 7.- Moto-SIammabteilun?: Zohannisstr. Ia: Eln«Ibilderabgabe. Solidarität, Krastfahrer. Touren fite Sonntag,?. Oktober.-Abt..strelubera: Tietensee— Blumenthal,«tart 9 Uhr Reichenberaer Str. 9,.— Abt. fftiebtübs. Hain: ournnucc See, Start 7 Uhr Landsberger'Platz.— Abt. Pankow: Freien. walbe, Start 7 Uhr Kaiser-Friedrich. Eike Trelleborgstratze.— Abt. Tempelhof. ?�tieub°ri: Beelitz-BIankensee-Trebbin, Start � Uhr Kurfürsten. Ecke vchutzenstrane.— Abt. Mitte: Klotz, Schönebeck, Start S Uhr Engeliiser 25. fitzun im�ookihaMe RÖ,":nil1 lfl24' ä"itag, 30. September, 20 Uhr, Monats. 20 Sitzung Sonnabend. Pf». Proles, Ostgri'ppe. Sonnabend, l. Okiober, IS'. Uhr. bei Neumann. Kubnwt Str._ la. Grupoeiioiertelfahrcsoersammlung. Die Interessenten am b? ü n Altersabteilung Proles.Ost habe» am Freitag, 30. September, willkommen«allichmldt. Friedenstr. 9«,-Besprechung. Käste Touristea-erein„Die Naturfreunde- und«leichaesiunte! Sonntaa" Okto. "fc1' dem„Balbur" nach Malz. Abfahrt 10 Uhr Spandau', Linden- 5°tten in der Keschäftsstelle der Naturfreunde. > ohannissrr. lo, Televhpn Norden O 1-t177. Von MalH Wanderungen nackt Oranienburg, Lehnitz oder Borgsdorf. Rückfahrt erfolgt mit der Eisenbahn. •-?>' vstgruppe. Sonnabend, Oktober, ,!:ia Uhr, Kruppenoer. "■»»,.««»>.»,» sÄpsa&issÄ JBstnj-fm-mss »fOnnimenfcm und Tanz mit Familienangehörigen. nnim-ieiieno taa 9«®;'.™ Köpenick.' Grünauer Str. S3>i. Donners. 27, �'»-7. September, 20 Uhr, Sitzung im Bootshaus. Sonntag, 2. Oktober Ab- rudern. Kemeinsame Fahrt na» Kosen. -a,?? oÄ,? 31- Oahresoerlammlung Donnerstag, 6. Oktober. 20 Uhr. bei Setein! � t3, Normannenstr. 32. Interessenten finden Aufnahme im Bczirkskartel Friedrichshain. Montag, 3, Oktober, 20 Uhr. Kartellmitolieber. oerfammtuna rn Ewests Festsälen, Klotze Frankfurter Str. 30. Organisations- auswers mitbringen. Freie Tueuertchalt Seotz. Beelin. Zs-uubezirk. Iedsn Freitag Badeanstalt Baerwaldltratze, 19 Uhr. Badebetrieb. Touristenoerein„Die Naturfreunde�, Ortsaeuppe Berlin. Sitzuna des engeren Bilbungsauslchusses Freitag. 30. September. 20 Uhr. in der Geschäft«. stelle.— Baturtrennb-. Jugend: S-nntag. 9. Oktober. 15 Uhr, I. Iug-ndvor. stellung kn der Bolksbühne:„Der Revisor", starten zu 80 Pf. noch im Jugend» sekretariat, Kewerkfchaftshaus. und SAI., Lindenstr. 2. Hansa 31 sucht Spiel für die zweite Mannschaft auf Segners Platz. 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Uhr 2EHH P Dar lebende I Leichnam �BO Pf.— 4 M Statu. Oper Charloitenbur- Fraunhofer 0231 Donnerstag, 29.Sept. Turnus I Ole Banditen 20 Uhr Pfahl, Gura, Höpfner, Gründgens. BurgwcnKel, Kandi, Egenlauf, Gonsrar Dirigent: Breisach. pi/ Aza 5».(�.5tzt,Z.i.«'°>I. Xur noch Ü T a s e! Frau im Hemaliii MeMet Weidend. 5201. 8 Uhr Rose Bernd von Geriurt Hauptmann mit Paula Wessiiv Kammerspieie SV« Uhr Schicksal nachWunsch RonMic t. Christa Winslog Regia: Rudolf Beer Melzcr, Ullrich, Riemann, Abel, Brauseweitcr W Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffptetz) Dir. Meisel. Ost..Ileisel. Tägl 8.15 Uhr, Sonntags 3.30 Uhr(ermäßigte Pr.) Letzte Wochel Freibad Krnnime Lanke und das Septemberprogramm-