Morgen- Ausgabe Nr. 465 A 227 49. Jahrg. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 F«ri>Ipr«chei,<37 Ami Dönhoff 292 dt» 297 Triogr-mmobnsf«! Eozioldemotral B«rlln BERLIN ER VOLKSBLATT SONNTAG 2. Oktober 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 15 Pf- Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß des redaktionellen Teils JentvalovgÄN der Sozialdemoevatifchen Partei Deutschlands Kinder, hör! zu! Arteile der Gondergerichte Ein statistischer Ueberblick, der Schrecken erregt Als die preußische kommissarische Verwaltung eine Statistik über die Todesopfer des politischen Kampfes im Jahre 1S32 veröffentlichte, haben wir gefordert, daß eine Statistik vorgelegt werde über die Gerichtsurteile, die im Zusammenhang mit diesen politischen Morden gefällt worden sind. Eine solche Statistik würde einwandsreies Ma- tcrial liefern zum Thema: I u st i z und p o l i t i- scher Terror. Das ist eines der brennendsten Probleme in Deutschland, und es wäre von großer Bedeutung, zur Erkenntnis und Bewertung des Problems nüchterne Zahlen vorzulegen. Von privater Seite ist eine Uebersicht über alle Urteile der Sondergerichte von ihrer Einsetzung an vcr- fertigt worden, die bis zum 17. September alle Sondergerichtsurteile in politischen Fällen um- faßt. Gan.; im groben zusammengefaßt, ergibt diese Uebersicht das folgende Bild: Verfahren gegen Angeklagte von links ZZL Angeklagte 16b Zahre 11 Monate Zuchthaus 1ZZ Zahre 7 Monate Gefängnis 170 Mark Geldstrafe. Versahren gegen Angeklagte von rechts 124 Angeklagte 5 Todesurteile fin lebenslängliches Zuchthaus umgewandelt) 10 Zahre 6 Monate Zuchthaus 2Z Zohre 6 Monate Gefängnis Z00 Mark Geldstrafe. Schlußfolgerungen, die aus diesen zunächst ganz rohen Angaben gezogen werden, müssen sich zu- nächst gegen die Staatsanwaltschaften richten. Der weitaus größte Teil der Angeklagten, die vor Sondergerichte gekommen sind, ist belangt worden wegen Straftaten, die vor dem Jnkraft- treten der Notverordnung begangen worden sind. Nach welchen Grundsägcn die einzelnen Staats- anwaltschaften dabei verfahren sind, entzieht sich jeder Nachprüfung.. Es ist teilweise außerordent- lich starker Gebrauch von der Möglichkeit gemacht worden, vor Sondergerichten anzuklagen— in den letzten Landtagsdebatten ist das Nötige dazu öffentlich ausgeführt worden. Aber weiter: selbst ein Ueberblick, der das De- likt, den Tag der Tat und den Tag des Urteils wie die Höhe der Strafe, wie den Namen des Angeklagten in jedem einzelnen Falle aufführt— und ein solcher Ueberblick liegt uns vor— vermag noch nicht zu enthüllen, was sich hinter diesen Urteilen verbirgt. Es ist damit noch nichts aus- gesagt über die Bewertung des Tot- bestand es, es ist damit»och nicht die Mög- lichkeit gegeben, vergleichbare Tat- bestände in Beziehung zueinander zu setzen und deren Urteile zu prüfen. Unsere Iustizkritik hat sich bisher bemüht, Urteile über einigermaßen vergleichbare Tatbestände zusammenzustellen, um dem Leser eine Urteils- bildung zu ermöglichen. Es handelt sich dabei nicht nur um den Vergleich von Urteilen gegen Nationalsozialisten und gegen Reichsbanner- angehörige oder gegen Kommunisten. Es ist heute in Deutschland möglich, daß dasselbe Delikt, das in einer Gegend des Reiches Zuchthausstrafe nach sich zieht, in einer anderen Gegend mit nach Mo- naten bemessener Gefängnisstrafe geahndet wird� selbst innerhalb des Landes Preußen sind solche Unterschiede möglich. Das ist R e ch t s n o t! Darum muß soviel Klarheit wie möglich üher das Wirken der Justiz. und vor allem der Sondergerichte geschaiken werden! Die Toten des Reichsbanners Der amtliche Preußische Pressedienst veröffent- licht eine statistische Uebersicht über die Todesfälle bei politischen Ausschreitungen im Jahre 1332 in Preußen. Hinsichtlich der P-'rteimgehörigkeit der Todesopfer berichtet diese Statistik von zehn Angehörigen des Reichsbanners und der SPD. Die Bundespresse st elle des Reichs- banners Schwarz-Rot-Gold teilt hier- zu mit, daß nach den amtlichen Unterlagen des Bundes in der Zeit von der Aushebung des Uniform- und SA.-Verbotes— also vom 14. Juni 1932 ab— bis heute allein aus den Reihen des Reichsbonners 2 9 Todes- o p s e r zu verzeichnen sind. Sämtliche Tote sind Opfer aus Zusammenstößen mit Nationalsozia- listen. Noch der Staatszugehörigkeit entfallen von diesen Toten: 14 auf Preußen, 2 auf Freistaat Hessen, je 1 auf Freistaat Braunschweig, Sachsen, Anhalt, Mecklenburg-Schwerin. In der Zeit vom 1. Januar bis zum 14. Juni 1932 wurden ins- gesamt 5 Reichsbannerleute(davon 3 aus Preußen, einer aus Braunschweig, einer aus Olden- bürg) Opfer von Gewalttaten politischer Gegner 17 Todesopfer Die Gesamtzahl der Todesopfer ollein des Reichsbanners in Preußen in der Zeit vom 1. Januar 1932 bis heute beträgt daher 17. Die Angaben der amtlichen Sta- tiftik, die nur 19 Todesopfer des Reichsbanners zählt, entsprechen also nicht den wirklichen Tat- sachen. Die Grundlagen, die der Bundesleitung zu dieser Feststellung zur Verfügung stehen, sind die amtlichen Berichte der Gaue an die Unter- stlltzungs- und Sterbegeldkasse der Bundesleitung. Es handelt sich hier um ausführliche Berichte unter Beifügung von behördlichen und ärztlichen Altesten. In allen diesen Fällen ist von der Bundesleitung des Reichsbanners das satzungs- gemäße Sterbegeld gezahlt worden. Außer diesen Toten hat das Reichsbanner in den Wahlkämpsen dieses Jahres bisher sieben Kameraden zu beklagen, die infolge von Unglücks- fällen im Dienst ihr Leben ließen. Die Gesamt- zahl der im Dienst für Reichsbanner und Re- publik gefallenen Reichsbannerleute in der Zeit vom 1. Januar 1932 bis zum heutigen Tage be- läuft sich daher auf 32 Tote. Terroristen verhaftet Drei Nazi-Bombenverbrccher Altona. 1. Oktober. 3n der Angelegenheit der Sprengstossanschläge vom 1. August sind am Freitag in Altona drei Rationalsoziali st en von der Polizei vorläufig festgenommen worden. Eine weitere Festnahme erfolgte in Bönningstedt. Auch wurde Aklcnmaterial der Altonaer SS. beschlagnahmt. Bon den am vorigen Sonnabend in Hohen- westedt festgenommenen jungen Leuten sind drei wieder entlassen worden. Naziwaffen Schwere Anklagen des„Het Volk" A m st e r d a m, 1. Oktober. Wie das sozialdemokratische Hauptorgan„H e t Volk- im Zusammenhang mit einem neu aufgedeckten Waffenschmugget in Benlo mitzuteilen in der Lage ist. haben die deutschen Rationalsoziali st en in Holland eine große Organisation aufgezogen, die auch zur näheren Umgebung des Exkaisers Beziehungen unterhält und über bedeutende Waffen- und Munitionslager bei venlo verfügt. Die Zentrale dieser Organisation ist im Haag und steht unter Leitung des früheren deutschen Majors Diemer von Willroda in dem haager Vorort Voorburg. Das Ziel ist, alle jugendlichen Deutschen in Holland für die Ralio- nalsozialislische Partei zu mobilisieren Die Oberleitung hat der deutsche Holzhändler patzig in Amsterdam, dem ein gewisser von Goldbach als Adjutant zur Seite steht. Die technische Leitung der SA.-Truppen in Holland hat Rittmeister von E r a m o n im Haag, der mit D o o r n gute Verbindung hat. Die in Holland geformten Sturmtruppen sollen für den Fall eines Ausmarsches in Deutschland sich sofort zur Grenze begeben, wofür in Venlo. Arn- hem und Rimwegen große Waffen- und Munitionslager bestehen, so daß die jungen Mannschaften bereits völlig ausgerüstet deutschen Boden betreten können. Der verhaftete Wafsen- schmuggler S ch i m a n j k i stand mit den deutschen Ralionalsozialislen in Holland ebenfalls in enger Verbindung und war auch kürzlich wegen Unterhandlungen im Haag. Franzosen nach Mainz? Verbrecherische Parole der pariser Chauvinisten . Paris, I.�Oklober. Es war zu erwarten, daß in französischen nationalistischen Kreisen die Forderung nach der Wiederbesetzung des RHeinlan- des erhoben werden würde, wenn Deutschland auf seiner Forderung nach militärischer Gleich- berechtigung besteht. Das ist jetzt nach den letzten Erklärungen des Reichsaußenministers, die in selten scharfer Form weiter kritisiert werden, ge- schehen. Als Sprachrohr dieser Kreise dient das schwerindustrielle„Journal des Döbat s", das sich folgendermaßen ausdrückt: „Deutschland ist entschlossen, ein Militärgesetz in Kraft zu setzen, das vollkommen fertig ist. Es weiß sehr wohl, daß es mit diesem Vorgehen offen die Klauseln des Versailler Vertrages ver- letzt, aber es kehrt sich den Teufel darum. Nie- mand wird wagen, die einzige Handlung vorzu- schlagen und noch weniger auszuführen, die Deutschland auf seinem Wege aufhalten würde. Niemand in den Regierungen wird den Mut haben zu erklären, daß die einzige Antwort, die Deutschland erteilt werden muß, die Wieder- besetzung von Mainz ist." Land der Folter Rumänische peßierunZ jSreiit ein Bukarest, 1. Oktober. Die nationalzaranistische Bauernpartei, die vor zwei Monaten an die Macht kam, scheint gegen die P o l i z e i w i l l k ü r, über die nach wie vor aus allen Teilen des Landes Beschwerden ein- laufen, energisch Front machen zu wollen. Der Innenminister hat eine Sonderkom Mission ernannt, die polizeiliche Gewalttätigkeiten unter- . suchen und streng ahnden soll Man wird ge- spannt sein dürfen, schreibt der.Sozialismul". ob jetzt endlich die grauenvolle Prügel- und Folterwirtschaft«in Ende nimmt. Großvater erzählt von alten Zeiten „Daß wir heute eine Regierung der Barone haben, wißt ihr alle. Ihr alle> nennt sie eine Regierung des Herrenklubs, eine Regierung der Reaktion, eine Regie- rung gegen das Volk. Und wenn der Herr Lehrer es erlaubt, sprecht ihr sogar von Mumien, die aus den Gräbern gestiegen sind, von leicht angedoften Herrenhäuslern und vertrockneten Exzellenzen." „Euch, meine lieben Kinder, erscheint eine solche Regierung als ein ganz unzeitgemäßes Zwischenspiel, das sobald wie möglich be- endet werden muß. Euer Großvater aber hat noch die Zeit erlebt, in der in unserem lieben Deutschland überhaupt niemand sonst regieren durfte, als die Barone und die Grafen und die Fürsten dazu. Die ganze herrschende Oberschicht war so- zusagen ein einziger Herren- k l u b. Für Eindringlinge aus den breiten Massen des Volkes war kein Platz." „Mang uns mang is keener mang, Der nich mang uns mang jehört"— das war damals die Parole." „Run stellt euch vor, in diesem wohlgeord- neten Reich von Anno dazumal wäre e i n An st reichergeselle aus Oester- reich daherspaziert gekommen und hätte mitregieren wollen. Hei wie hätten die Mo- nokel geblitzt! Hei wie wären die Stahl- federn über das Papier gefahren, hei wie schnell wäre der Herr Gendarm anmarschiert und hätte den Burschen über die k. k. Grenze zurückbefördert!" „Ausländer, die sich mausig machten, wur- den in jenem wohlgeordneten Reich nicht ge- duldet." „An der Spitze jenes wohlgeordneten Reiches stand e i n K a i s e r. In der Schule sangen wir„Heil Kaiser Dir",-und wer an- ders dachte und es sich merken ließ, der kam unweigerlich ins Kittchen. Aber zu Hause sagte mein Vater, euer seliger Urgroßvater: Der Mann wird noch uns alle ins Unglück stürzen!" „Der Kaiser, müßt ihr wissen, war nämlich ein ganz guter Mann, aber er hatte eine siegreich galoppierende Zunge. Er redete und redete beinahe wie Adolf Hitler: er sagte, er wolle uns herrlichen Zeiten ent- gegenführen, aber nachher waren es keine herrlichen, sondern nur große. Und als sie ihm gar zu groß geworden waren, da reiste er nach Holland." „Und damals, meine lieben Kinder, war es zum erstenmal in Deutschland, daß das Regiment der B-a rone ein Ende nahm. Weil sie fürchteten, das Volk könnte sie zu unfreundlich behandeln, reisten sie teils ins Ausland, teils verschwanden sie auf ihre Güter, und dort stellten sie sich dann auf den Boden der Tatsachen." „Und wißt ihr, wie das gekommen ist, daß die Barone damals davonliefen? Das ist durch das Novemberverbrechen gekommen, und hätte es nicht das November- verbrechen gegeben, so säßen die 21 deutschen Potentaten noch auf ihren Dhrönchen, und die Fürsten, Grafen und Barone regierten uns nicht erst seit dem 1. Juni 1932 wieder, sondern immer noch, und Adolf Hitler säße noch in Braunau in l/tut Ueüie iu 5 WocUeu wud ü&ccu*als fytwäUU! Qeqeu Pxipeu uud Uiiitz, geyu* StowrfwMiou uud fascUistuus UüJMpft di� StodaidMnoUcaiic � BtsU VöcfoceiUUtty du WaUl ist Wubüuy. ftic de� tjJOCWCi>cfa Oberösterreich und striche dort die Häuser braun an." „Also die Novemberoerbrecher, die So» zialdemokraten, waren es, die damals die Barone wegjagten. Sie erreichten zum erstenmal, daß in Deutschland der arbeitende Mensch mit Schwielen an den Händen als ein gleichberechtigter Staatsbürger betrachtet wurde. Sie erkämpften die Verfassung des allgemeinen gleichen Wahlrechts und des parlamentarischen Systems, auf die sich heute der Herr Reichstagspräsident G ö r i ng so gerne beruft. Und nicht nur das! Alles, was die jetzt regierenden Barone dem ar- beitenden Volke genommen haben oder was sie ihm noch nehmen wollen, alles, worum heute heiß gerungen wird, ist v o n d e n S o- zialdemokraten, den Nooemberver- brechern, dem deutschen Volke erkämpft worden." „Die demokratische Republik— ist sie von den Nationalsoziali st en aufgebaut worden oder von den Sozialdemo- k r a te n? Die Arbeitslosenversicherung— hatten etwa die K o m m u n i ste n sie erobert oder waren es nicht wiederum die Sozialdemokraten? Das Tarifrecht, . der staatlich geschützte Lohn des Arbeiters— war es von der RGO. errungen oder sind es nicht die Gewerkschaften gewesen, die ge- meinsam mit der Sozialdemokratie diesen bedeutsamen sozialen Fortschritt ver- wirklichten?" „Das alles, meine lieben Kinder, ist schon ziemlich lange her. Ihr lieft damals noch in feuchten Hosen herum und wußtet nicht, was rund um euch her passierte." „So aber geht die Geschichte weiter: Als die davongejagten Barone merkten, daß es ihnen nicht ans Leben ging, kamen sie aus ihren Löchern gekrochen und mischten sich unter das Volk. Sie erzählten ihm von den herrlichen alten Zeiten, von dem wohlge- ordneten Reich Wilhelms II. und daß an allem Unheil, an dem verlorenen Krieg, an Versailles, am Dawes-Plan, am Boung-Plan, an der Weltkrise des Kapitalismus nur die Sozialdemokratie Schuld trage. Sie erfanden alle diese frechen Lügen aus Rache, weil die Sozialdemokraten sie davongejagt hatten, und bald hatten sie die Freude, zu erleben, daß Nationalsozialisten und K o m m u- n i st e n in ihren Chor miteinstimmten. Ueber den Rücken Hitlers und Thälmanns kletterten die Barone in die Regierung. Und da sitzen sie jetzt." „Also, ihr Kinder, wenn ihr über die Ba- rone schimpfen wollt, schimpft, soviel die Polizei euch erlaubt. Aber denkt auch daran, wie das alles zusammenhängt und wie das alles gekommen ist. Ihr wißt jetzt, was ihr von den kleinen Rotznasen zu halten habt, die immerzu brüllen:„Die SPD. hat schuld!" Daß die Sozialdemokratie vor vierzehn Iah- ren die Barone davonjagte, war keine Schuld, sondern ein Verdienst. Und wenn die Barone wiedergekommen sind, so hat nicht die So- zialdemokratie daran schuld, sondern die Riesenrindviehdummheit derer, die den Ba- ronen zur Macht verhalfen, indem sie die Sozialdemokratie schwächten." „Das sagt euren Eltern, bevor sie wieder wählen gehen. Und dann kommt es auch wieder mal anders!" „Noch sind nicht alle November vorbei Neunzehnhundertdreißigundzwei." Hinöenburg küu 85. Geburtstags Reichspräsident van Hindenburg begeht am 2. Oktober seinen 82. Geburtstag, hen er selbst im Familienkreise verbringen will, der aber drou- ßen durch Schulfeiern, Reichswehrparaden. Be- flaggung der Amtsgebäude usw. gefeiert wird und der ihm ohne Zweifel Taufende von Glückwünschen aus den verschiedensten Lagern ins Haus bringen wird. Wenn die deutschen Sozialdemokraten, die ihm vor einem halben Jahre zur Abivehr schwerer politischer Gefahren ihre Stimme gegeben haben, an diesen Feiern keinen inneren Anteil haben, so geschiehr das wegen vieler Ereignisse, die zwischen jener Wahl und diesem Gebiurt-tag liegen. Wir brauchen sie nicht im einzelnen aufzuzählen, brauchen nicht auf die Form hinzuweisen, in welcher der Reichspräsident sich wenige Wochen nach seiner. Wahl von Brüning trennte, wir nennen nur die rigorosen Eingriff« in Preußen, die sich auf eine seiner Verordnungen stützten, und alles, unter was er feit der Ernennung Popens feine Unterschrift gesetzt Hot: von den Ver- ordnungen zur Herabsetzung der Lebenshaltung der Armen bis zur anfechtbaren Auflösung des Reichstags. Es mag bitter fein, aber wir müssen es um id«r Wahrheit willen feststellen, daß zur politischen Gegnerschaft, die wir nie verschleiert haben und die wir dem greifen Staatsoberhaupt gegenüber stets in ritterlichen Formen ausge- tragen haben, menschliche Enttäuschungen gekom- men sind, die uns den Eintritt in den Kreis der Feiernden endgültig verwehren. ina wehrt sich in Man Mandschurische Regierungstruppen meutern Charbin, 1. Oktober. Vach einem bei der Verwaltung der ostchinesischen Eisenbahn eingegangenen Telegramm haben die wachen an der Eisenbahn in der Mandschurei gemeutert, in Mandschuli SS dort ansässige Zapaner gelötet, in Puhalu drei Japaner und in hailar neun. In Mandschuli besehten sie außerdem das japanische Konsulat. Das Schicksal des Konsuls und des übrigen Kon- sulalspersonals ist noch unbekannt. Weitere Ausdehnung Der chinesische Militäraufstand im Gebiet von Hailar und Mandschuria dehnt sich immer weiter au». Die Aufständischen, denen sich teilweise mandschurische Regierungstruppen angeschlossen haben, sind nunmehr im Besitz des ganzen Gebiets westlich von Hailar. Sie haben einen internationalen Zug bei Anganchi überfallen. Ohnmacht in Genf Eigener B er ich t Genf, 1. Oktober. Da» Neunzehner-Komitee der außerordentlichen Bölkerbunds-Boll Versammlung zur Regelung des M a n d s ch u r e i k o n f l i k t» hat am Sonn- abend eine ergebnislose Sitzung abg«> halten, die nur die völlige Entschiußlosigkeit gegenüber dem Borgehen Japans von neuem zeigte. China hatte beantragt, die Beratung des Litton-Berichts sobald als möglich anzusetzen. Das Komitee wird die Be atung des Berichts im Völkerbundsrat abwarten und dann die Vollversammlung ein.erufen. Ferner hatie China beantragt, Maßnahmen zu ergreifen, die Japan an der weiteren Ausnutzung der gewonnenen Zeit zuungunsten Chinas verhindern sollten. Hierzu begnügte sich da» Komitee, sein Bedauern darüber auszusprechen, daß Japan sich nicht an der feierlich übernommenen Verpflichtung gehalten habe, die ihm verbot, irgend etwas zur Erfchwe- rung der Lösung des Konflikts zu tun. Dies« Meinung soll China zum Trost und Japan zur Warnung mitgeteilt werden. Sie wird den japa- nischen Militärs bestimmt einen Mordsrefpekt elnflößen! Ihr Respekt vor dem Völkerbund Ist überhaupt sehr groß! Gensation im Gonbergericht Vertagimg« zwecks Obduktion vor dem Urteil Breslau, 1. Oktober. Eigener Bericht Unter der Anklage des oersuchten und vollen- deten Totschlages hatte sich am Sonnabend der Reichsbannermann Rohlke aus Strie- gau vor dem Sondergericht in Schwei d- nitz zu verantworten. Rohlke wird beschuldigt, am 18. Juli in Groß-Rosen bei Striegau im Verlauf eines Zusammenstoßes zwischen Ratio- naksozialisten und Arbeitern verschiedener polit!- scher Richtungen einen SA.- Mann er- schössen zu haben. kurz vor der verkündung des Urteils wurde, nachdem der Slaalsanwall bereits sieben Jahre Zuchthaus bean- tragt hatte, am Sonnabendabend die Verhandlung auf Verlangen der Verteidigung und auf Anraten der ärztlichen Sachverslän- digen um anderthalb Wochen vertagt. Das Gericht beschloß nochmalige Unter- suchung der Leiche des Erschossenen, um feststellen zu lassen, ob die tödliche Wunde von einem Geschoß aus der Waffe des Angeklagten herrühren kann. Ergebnis von Slresa Mebr Gegner als Freunde in Genf t Genf, 1. Oktober. Eigener Bericht In der Europa-Kommission wurden am Sonnabend die Entschließungen angenommen, die das Ergebnis von Strssa billigen und die Einsetzung eines Finanzkomiteee für die Ausarbeitung der technischen Einzelheiten zur Errichtung des Gemeinschaftsfonds für Getreide- subvcntionen und Währungsanleihen an die oft- europäischen Getreideländer fordern. Auf Antrag Griechenlands, Bulgariens und der Türkei wurde ein Zufcktz beschlossen, der die Prüfung der gleichen Behandlung für Tabak vorschlägt. Der Wert dieser angenommenen Entschließungen wird ganz beträchtlich vermindert, ja, das magere Er- gcbnis von Stresa wieder vollkommen in Frage gestellt durch die ausdrückliche Willensäußerung der Versammlung. Darin wird festgestellt: 1. Alle Rechte dritter Staaten bleiben durch die Annahme der Resolution unberührt. Das bedeutet, daß jeder Staat seinen Meistbegünstigungspartner am Ab- schluß von Preserenzoerträgen hindern kann. 2. Alle Staaten entscheiden sich endgültig erst dann, wenn praktische Vorschläge vorliegen. 3. Alle in der Aussprache geäußerten Vorbehalte werden mit der Resolution den Regierungen übermittelt. Die Aussprache selbst zeigte wesentlich mehr Gegner als Freunde der Pläne von Strssa. England distanzierte sich vom Gemeinschaftsfonds. Belgien, Holland und die skandinavischen Staaten sprachen gegen die Subventionspolitik. Sehr scharf ging L i t w i n o w gegen den Plan als Ganzes an, den er als einen Akt der Distrimi- nierung Sowjetrußlands bezeichnete. Deutschland wird sich am Gemeinschaftsfonds nicht beteiligen. Ausfchnewen! Aufheben! .„Niemand kämpft so schäbig und nieder- trächtig wie die deulschnationalen Reaktionäre, und deshalb gibt es für uns kein ? a k t i e r e n mit ihnen. Deutschland wird erst dann gesunden, wenn dieses Lager endgültig zerschlagen" ist." So„Der Freiheitskampf", Amtliche Tages- zeitung der NSDAP. Gau Sachsen am 20. September des Zahres 1 nach Harzburg. Der scharfe Wind �eitungsverbote und Verbotsgründe Die„Rote Fahne" war für vier Wochen ver- boten. Man hat sie nach drei Wochen wieder erlaubt, jedoch hat die gestern erschienene Rum- mer genügt, ein neues Verbot herbeizuführen, das diesmal bis zum 12. Oktober gelten soll. Die„Rote Fabne" hatte sich, wie es ihrer Ge- wohnheit entspricht, in ihrer neuesten Nummer nach dem Verbot gleich wieder auf die So- zialdemokratie und den„Vorwärts" ge- stürzt. Was sie nebenbei noch gegen die Regie- rung sagte, war im Verhältnis zum Ton der Nazipresse geradezu zahm. Das neue Verbot scheint uns daher unbegründet und um so bedenklicher, als es bis nahe an den Termin der neuen Wahlen reichen soll. Was die Regierung mit solchem Tun bezweckt, ist um dunkler, als die„Rote Fahne" sicher nicht geeignet ist, der KPD. neue Anhänger zu werben. Ihre Wahlaussichten sind wahrscheinlich ohne Fahne besser als mit ihr. Di« Sozialdemokratie wird durch das Dazwischenfahren mit dem Polizei- knllppel in ihrer notwendigen sachlichen Aus- einandersetzung mit dem Kommu- n i s m us erheblich gestört. Noch schärfer als in Berlin bläst der Wind in Magdeburg. Dort ist gegen das gesamte Personal der Druckerei der kommunistischen„Tribüne" rom Oberreichsonwalt in Leipzig ein Ermittlunzsoer- fahren wegen Hochverratz eingeleitet war- den. Im Zusammenhang damit nahm die Ver- liner Politische Polizei in der Druckerei der„Tri- büne" mit Berliner und Magdeburger Kriminal- Polizeibeamten eine Haussuchung vor, die zur Versiegelung und Beschlagnahme einer Rotationemaschine(!) führte. Auch einige Schriftstücke wurden beschlagnahmt. Das sind Verbotsgrünbe! Der Kommissar des Reichekommissars für Preußen, Dr. Bracht, hat vor kurzem die Bunde,- zeiwng„Das Reichsbanner" auf die Dauer von vier Wochen, und zwar bis zum 19. Oktober ein- schließlich, verboten. Auf Grund einer Berein- barung zwischen Bracht und dem Verlag des Bundesorgans ist das Verbot abgekürzt worden, so daß die Zeitung mit der am 8. Ottober fällig werdenden Nummer wieder erscheinen darf. Die Abkürzung erfolgte aber nur unter der Bedingung, daß in der ersten Nummer nach Wiedererscheinen eine vereinbarte Erklärung veröffentlicht wird. Trog der Abkürzung der Verbotsdauer bleibt die Begründung, die dem ursprünglichen Verbot beigegeben wurde und die erst jetzt bekannt wird. ein geradezu klassisches Dokument. Diese Begründung, die eine ganze Reihe von Druck- spalten umfaßt, richtet sich gegen den Aufsatz des Verteidigers im Ohlauer Reichsbannerprozeh, Dr. Braun-Magdeburg, dessen Ausführungen das Ver- bot veranlaßt haben. Der Beamte, der die Be- gründung niedergeschrieben hat, erkenntmehr- fach die formelle Sachlichkeit der Aeußerungen Brauns an, nichtsdestoweniger be- hauptet er, daß in dem fraglichen Aufsatz eine „Beschimpfung und böswillige Verächtlichmachung im Sinne des Gesetzes" zu sehen sei. Auf die in dem Artikel gestellte rethorische Frage an den Reichskommissar:„Wollten S>e der Wahr- heit dienen?", wird'Mit diesem schweren Geschütz geantwortet: „Schon die Frage für sich allein kann nur beleidigend gemeint sein und muß jedenfalls auf den Leser so wirken: denn das Bestreben, der Wahrheit zu dienen, muß für eine Behörde so selbstverständlich sein, daß sieselbstnichteinmalinderForm einer rhetorischen Frage in Zwei- fel gezogen werden kann." Am meisten gekränkt fühlte sich Herr Bracht durch die auch nur- frageweis angedeutete Mög- lichkeit, er könnte parteiisch handeln: „Der gegen einen Beamten erhobene Vor- wurf parteiischer und von pflichtwidrigen Motiven bestimmter Geschäftsführung ist so s w e r, daß er, falls seine Richtigkeit nicht durch gewichtige Tatsachen zweifelsfrei erwie- sen werden kann, ohne weiteres als eine Beschimpfung und böswillige Ver- ächtlichmachtung im sinne des Gesetzes zu werten ist. Er ist die schlimmst- und ihrem Inhalt nach schärfste denkbare und daher im höchsten Grade verletzende Form der Mißachtung gegenüber dem be- treffenden Beamten" und daher mehr als jeder andere Vorwurf geeignet, ihn al, mit einem sittlichen Makel behafteten und deswegen der Achtung der Volksgenossen unwürdig hin- zustellen." Wir wollen nicht in Vergleich ziehen, was tag- täglich in der nationalsozialistischen Presse an Vorwürfen von Parteilichkeit in ruppigster Ton- art gegen alle Regierungsstellen ausgesprochen wird, ohne daß sich ein Finger rührt.— Diese ganze Begründung stellt nahezu eine Unfehlbar- keit behördlicher Organe fest und läßt für eine Kritik der Presse kaum noch Raum. Im Museum der Pressezenlur von 1932 wird diese Begründung einst als Musterexemplar be- wundert werden. GaylS Eorpsbrüder Nationalsozialistische Beschwerden. Im Preußischen Landtag haben die National- sozialisten eine Kleine Anfrage gestellt wegen der Personalpolitik der komnkissarischen Staatsregie- rung. An Stelle der entlassenen sozialdemokra- tischen Parteigänger seien jetzt besonders stark „die Korpsbrüder des Herrn Reichsinnenministers Freiherrn v. Gayl vom Korps„Saxonia" hier- bei berücksichtigt worden". - Der Austausch von sozialdemokratischen Partei- buchbeamt�n durch deutschnationale Parteibuch- beamte befremde, da es nicht der Zweck der Land- tagswahl gewesen sei,„die Parteiherrschaft der großen Sozialdemokratischen Partei durch eine Parteiherrschaft der kleinen Deutschnationalen Dolkspartei zu ersetzen". Die Regierung wird u. a. gefragt, wieviel Korpsbrüder des Reichs- innenministers Freiherrn v.Gayl in Reichsstellen und Landratsposten usw. hineinbalanciert worden seien. Die Kubisten merken auch alles. Erst ist Herr v. Papen auf ihren Schultern„in die Amtlichkeit geklettert", dann haben sie Herrn Bracht an Se- verings Stelle rufen lassen, und jetzt geht's bei den Kleinen wie bei den Großen. Sie hatten sich schon das Maul geleckt von wegen den Pfründen, nun sind sie die Endesgesertigten und stimmen ihre Klagelieder auch noch vor der Oeffentlichkeit an. Wir sprechen ihnen unser aufrichtiges Bei- leid aus. wenn sie es durchaus haben wollen. Nicht weniger als hundert punkte soll das Re- gierungsprogramm des neuen faschistischen Mini- sterpräsidenten. Ungarns. Julius G ö m b ö s. enthalten! de* Neurath berichtet hindenburg. Der Reichs- Präsident empfing am Sonnabend den Reichs- minister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, zum Vortrag über die Genfer Verhandlungen. Beachten Sie das Preisausschreiben in der heutigen Ausgabe des.jVorwärts" und machen Sie bitte Ihre Kolleginnen darauf aufmerksam. Die Bedingungen des Preisausschreibens ermöglichen allen, auch den Arbeitslosen, die Teilnahme „Der Ofen brennt nicht. Ich werde„Es reicht nicht— noch mehr Papier„Hineinstopfen was hineingeht! Noch„Es stinkt, aber es brennt nicht mal mit Papier anheizen." hinein!" und noch!" woran liegt das nur?" Bereit zum Wahlkampf! Brandenburg-Grenzmark mit den bewährten Kandidaten Der Zentraloorstand des Bezirks Verbandes Brandenburg-Grenzmark der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands nahm in einer Konferenz am Sonnabend, dem 1. Oktober 1S32 zu den politischen Tagesfrazen Stellung und beschäftigte sich auch mit dem bevorstehenden Wahlkampf. Einmütig war die Auffassung, den Treibereien gegen die Partei auf das energischste entgegenzu- treten und alles daran zu setzen, daß der Wahl- kämpf in eng st er Geschlossenheit und Kampfbereitschaft geführt wird. Theoretische Debatten über Porteitaktik der Vergangenheit und Gegenwart sind jetzt zurllckzu- stellen. In jedem Ortsverein ist alles aufzubieten, um die Genossen auf den bevorstehenden W a h l k a m p f einzustellen. In allen Mitgliederversammlungen sind die Fragen des Wahlkampfes zu behandeln und die Vorbereitungen für denselben zu treffen. Alle Kraft ist auf den Wahlkampf zu konzentrieren. Zur Frage der Kandidatenoufstellung beschloß der Zentralvorstand, keinen außeroroent- lichen Parteitag abzuhalten, sondern die bis- herigen Kandidaten der Partei für den Bezirk Potsdam I und Frankfurt a. d. Oder wieder aufzustellen, da in voller Ueber- einftimmung aller Anwesenden festgestellt werden konnte, daß keinerlei Veranlassung vorliegt, an der ßiftenaufstellung zur Zeit, etwas zu ändern. Für den Bezirk Polsdam I find die Ge- nassen tvftjell. Breiischeid, Juchacz, Eberl, Spliedk, Steiler, Solomon, kohl. Gierke. Henkel, Bauer als Kandidaten aufgefielli worden. Auf der Liste für den Bezirk Frankfurt o. d. Oder flehen die Genossen: Alels, heilmann, Reihner, Wegner. Bohnenflengel, Jentsch, Fried- richfohn, Matthen, Krüger, Bernhard. Zn der Waylarbett Im Planetarium in Düsseldorf sprach Genosse G e r la ch- Düsseldorf vor ZOW Mitgliedern der Eisernen Front über die politische Situation. Der ungebrochene Kampfeswille der Gesamtmitglied- schaft kam zum Ausdruck. Die Unterbezirk« Wuppertal und Düsseldorf haben beschlossen, die bisherigen Reichstagskandidaten wieder aufzu- stellen. Der Kreis Hofgeismar eröffnete den Wahlkampf mit acht Kleinbezirksversammlungen. in denen die Agitation für die nächsten Wochen festgelegt wurde. Mit Zuversicht und Begeisterung traten die Genossen von Kassel in den Wahltampf ein: Genosse Aufhäuser sprach in einer stark besuchten Mitgliederversammlung. Im Saargebiet hielt Genosse Braun erfolgreiche Versammlungen ab, in denen die Verbundenheit � der Saargengfsen nftt unserem Wahlkampf zum Ausdruck kam. Das Echo Kontingentspolitik und Boykott- Stimmung gegen Deutschland Aus den skandinavischen Ländern und au» Holland häufen sich die Meldungen, daß die beab- sichtigt«- Kontingentierung agrarischer Einfuhrprodukte in Deutschland den s ch l e ch- testen Eindruck hervorgerufen hat. Die deutsche Verhandlungskommission, die in den nächsten Tagen die Hauptstädte dieser Länder aufsuchen wird, muß sich auf sehr schwierige Auseinandersetzungen gefaßt machen. Auf den soliden skandinavischen Märkten hat sich Deutschlands Stellung um so mehr verschlech- tertt, als die Empörung über die deutschen Agrar- kontingente mit einer zielbewußten und groß- Zügigen handelsosfensiveGroßbritan- nienz zusammenfällt. Nachdem erst Ende ver- gangener Woche in Kopenhagen unter Beisein des Prinzen von Wales, des englischen Thron- folgers und mehrerer Flotteneinheiten sine britische Mustermesse mit außerordentlichem Aus- wand van Propaganda eröffnet wurde, ist jetzt die englische Offensive nach Stockholm verlegt worden. Am Sonnabend vormittag ist der Prinz von Wales in Stockholm eingetroffen und in Ver- bindung mit seinem Besuch wird eine s ch w«- disch-englische Woche veranstaltet, die dem Ausbau der beiderseitigen Handelsbeziehungen dienen solle. Genau so wie in Kopenhagen sind in zahlreichen Stockholmer Geschäftshäusern englisch« Waren ausgelegt, die Straßen mit den Fahnen der beiden Länder beflaggt, und die Presse liefert zu dieser bedeutenden wirtschaftlichen Veranstaltung spaltenlange Artikel. Für den Ernst der handelspolitischen Situation Deutschlands ist dabei äußerst kennzeichnend, daß in dem ausgesprochen deutschfreundlichen Schweden ein Teil der Presse eine Handels- politisch« Neuorientierung nach Eng- l a n d hin fordert. Aehnlich« bedrohliche Aeuß«- rungen mehren sich auch in Finnland, das gleichfalls die ganzen Jahre nach dem Weltkrieg durchweg deutschfreundlich«ingestellt war. Nimmt man hierzu die außerordentlich schar- f«n Kommentare der holländischen und dänischen Presse, so kann man sich jetzt bereit» vor der Ver- öffentlichung der Kontingentierungen ein Bild machen, wieviel Porzellan mit einer derartigen Handelspolitik zerschlagen lborden ist. Kindsköpfe Die notlonolfozialistisch« Landtagsjroktion, ge- zeichnet Wilhelm Kube, hat an hindenburg das folgend«, teil» komisch«, teils anmaßende Geburts- togstel«gromm gesandt:. „Dem Generalfeldmarschall de» großen Krieges herzliche Glückwünsche und die Bitte: M i t Adolf Hitler für ein starkes Preußen und Deutschland. Gott segne Sie." So ein bißchen aufdringlich« Parteipolemik ist in diesem Augenblick das Allerangebrachteste. Man könnte fortfahren: Das Zentrum telegraphierte: „Mit Brüning für«in froinmes Vaterland. Das walte Gdtt." Die Deutschnationalen:„Mit hugen- berg für>bwz Preußen von 1821." Die Kommunisten:„Mit Thälmann für Sowjetdeutschland": bann Dingeldey und so sort. allgemein anerkannt. Trotzdem wird durch die erwähnte Verordnung den kleinen und mittleren Landwirten, die bei Ausübung ihres Berufes einen Betriebsunfall erlitten haben, ihre Lebens- läge noch welter erheblich verschlechtert. Die Ver- ordnung sieht vor, daß für bestimmte näher auf- geführte Gebiete U n s a l l r e n t e n für die als Unternehmet Versicherten lyrd ihnen Gleichgestellte nicht gewährt werden, wenn die Erwerbs- fähigkeit durch den Unfall um weniger als ein Drittel gemindert wurde. Wer also bi» zu ein Drittel seiner Erwerbsfähigkeit eingebüßt hat, be- kommt in Zukunft keine Unfallrente mehr. Das Vorgehen des Reichskommissars, erneut die Kleinen zu schröpfen, muß auf das allerentschie- denste zurückgewiesen werden. Wir beantragen daher: Der Landtag wolle beschliehen, den Reichskommissar zu ersuchen, die Verordnung über Unfallrenten in der landwirtschaftlichen Unfallversicherung vom 17. September 1932 sofort wieder aufzuheben. Bracht gegen Bauern Die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei hat im Landtag folgenden Antrag eingebracht: Der Reichskommissar hat durch Verordnung vom 17. September 1932, veröffentlicht in der Preußischen Gesetzsammlung Nr. S3 vom 27. Sep- tember 1932, erneut einen unerhörten Eingriff in die Unfallversicherung vorgenommen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten für die k l e i- neren und mittleren Landwirte sind GtraHer weiß von nichw Nie mit Schleicher gesprochen? Volle zehn Tage, nachdem der„Vor- wärt«" die Sportpalastrede von Otto Wels veröffentlicht hat. meldet sich endlich Reichstags- abgeordneter Gregor Straßer zum Wort. Er übersendet uns auf Grund des Z 11 des Pressegesetzes eine Berichtigung, die den Vorschriften dieses Paragraphen zwar keineswegs entspricht, die wir aber dennoch inhaltlich unseren Lesern mitteilen wollen: Herr Straßer erklärt, daß er„den Reichswehr- minister am 9. September nicht aufgesucht und ihn auch sonst überhaupt nicht ge- sprachen habe.". Jniolgedessen sei die Behaup- tung unwahr, daß er geäußert hätte, Adolf Hitler sei nicht sähig. den Posten eine» Reichskanzlers zu bekleiden. Herr Straßer wendet sich in seiner Zuschrift sowohl gegen die Nr. 44S des„Vor- wärts" vom 21. September wie auch gegen die Nr. 4�9 vom 23. September. Er bezeichnet die Aeuherung in der letztgenannten Nummer, wo- nach„tatsächlich diese Enthüllungen in keinem Punkt zu bestreiten sind", als einen„neuen Ver- such, die vom Reichswehrminister sowohl als auch von mir als unwahr widerlegten Be- hauptungen doch wieder als Totsach« hinzu- stellen". Nun ist auch ein drittes Mal, und zwar in Nr. 4SI vom 24. September auf die Angelegen- heit hier eingegangen worden. Es wurde ein Kommentar des Sozialdemokratischen Presse- dienstes abgedruckt, in dem es hieß: „So sicher Herr Schleicher gegenwärtig Reichswehrminister ist, so sicher hat auch die Besprechung mit Straßer stattgefunden. Aller- dings nicht unter vier Augen, sondern in Gegenwart des christlichen Gewerkschafts- führers I m b u f ch, der sich in Begleitung von Straßer befand." Auf diese Notiz geht Herr Straßer merk- würdigerweise überhaupt nicht ein. Auch Herr Jmbusch hat sich bisher wohlweislich dazu nicht geäußert. Ueberhaupt ist uns nichts davon be- kannt, daß Herr Straßer seit dem 21., September ein Dementi veröffentlicht hat. Sein« jetzige Zu- schrift ist unseres Wissens das erste Lebens- .zeichen von ihm in dieser ganzen Angelegenheit. Sollte er von dem„Führer" erst dazu gezwungen worden sein? Wir werden, offen gesagt, seinem Dementi erst dann Glauben schenken können, wenn sich Herr Jmbusch ebenfalls öffentlich be- reit erklärt, auch unter Eid zu versichern, daß unsere Information unrichtig war. Denn die Ableugnungen eines Mannes, der, wie Gregor Straßer, sich zum Bruch des Ehren- Wortes als zu einem erlaubten politischen Kampfmittel bekannt hat,- können unmöglich von vornherein Anspruch auf volle Glaubwürdigkeit -erheben. AusbauwiNtge Kräfte Nationalsozialisten vor Geriebt Hannover. 1. Oktober. Die Große Strafkammer Hannover hatte sich mit einer schweren Bluttat zu beschäftigen, die an einem Setzerlehrling begangen wor- den war. Angeklagt war der National- sozial! st Franz Adler. Er hatte mit an- deren SA.-Leut«n am Abend vor dem zweiten Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl Jagden auf Republikaner veranstaltet. Als die Horde den Jungbannermann Brandes erblickte, wies der An- geklagte auf ihn und rief:„Das ist auch einer von denen." Brandes wurde umringt und nieder- geschlagen. Mit surchtbaren Wunden mußte er ins Krankenhaus übergeführt werden, wo er wochenlang schwer danieder lag. Obgleich der Mißhandelte mit oller Bestimmtheit den Ange- klagten als den Haupttäter bezeichnete, sprach das Gericht den Nationalsozialisten frei. Staatsanwalt Steygerthal nahm fein Plädoyer zum Anlaß, eine Attacke gegen das— Reichsbanner zu reiten. Immerhin beantragteer doch— eine Gesamtstrafe von 6 Wochen Ge- f ä n g n i s unter Zubilligung mildernder Um- stände. BMig davongekommen Stuttgart, 1. Oktober. Eine besonders feine Nummer aus dem Kreise der„auflauwilligen Kräfte" ist der 2 9 j ä h r i g« SS.- Mann Albert Frank aus Mvhrin- gen bei Stuttgart. In der Stacht vom 17. zum 18. Juli hatte er nach ausgiebigem Trunk den idealen Zielen seiner Partei durch Herunterreißen einer Reichefahne gehuldigt, die anläßlich eines Gauturnsestes auf dem Kirchplatz in Möhringen aufgezogen war. Als einige Zeit später der Leiter der Eisernen Front in Möhringen auf seinem Fahrrad an ihm vorbei nach Hause fuhr, sprang Frank ihm mit einem Walzenrevolver nach und drückt« viermal auf thn ab, glücklicher- weise ohne zu tresfen. Dann schrie er noch: „Paß auf, dich schlag ich noch tot!" Das Gericht verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis und 50 M. Geldstrafe, wobei es jedoch aussprach, Laß die Tat des Angeklagten hart an versuchten Totschlag grenze. Wafferhose-Katastwphe Dreißig Menschen umgekommen Bakersfield(Kalifornien), 1. Oktober. Eine furchtbare Katastrophe wurde hier durch eine Wasserhos« hervorgerufen. Nach einem starken Wolkenbruch bildete sich/ eine Wassersäule von etwa 12 Meter Höhe, die von einer Eisenbahnbrücke bei Woodford einen Eisen- bahnzug, der aus einer Lokomotive und sieben Wagen bestand, in den Abgrund schleuderte. Die Zahl der Todesopfer, darunter der Lokomotio- führer und zahlreiche unbekannte Reisende, wird aus 39 geschätzt. Uebersiedlung des Dessauer Bauhause» nach Berlin. Das endgültige Schicksal des Dessauer Bauhauses ist nunmehr entschieden. Das Institut hat gestern seine Pforten geschlossen. In einer Schlußansprache an die Studenten teilte Direktor Mies van der Rohe mit. daß es gelungen sei, die weitere Existenz des Instituts zu sichern. Es wird nach Berlin übersiedeln und als unabhängige An- ftalt weitergeführt werden. Die Verhandlungen über feine Unterbringung stehen vor dem Abschluß. Mandatsniederlegung eines Kommunisten. Die thüringische Kommunistische Partei hat ihren Landtag-abgeordneten Hermann Steudtner aus Arnstadt gezwungen, sein Mandat nieder- zulegen, obwohl er wegen politischer Vergehen im Gefängnis sitzt. m it&hujn e/r- Niedert k m ü n$ cn sie haben Das große Durcheinander Zum Wirtschaftsprogramm der Regierung Die Wirtschaftspolitik der„kapitalistischen Osfensioe" des Herrenkabinetts würde auch von denen, die grundsätzlich den eingeschlagenen Weg für falsch halten, mit geringerer Besorgnis an- gesehen werden können, wenn sie wenigstens von einem einheitlichen Willen zur Ankurbe- lung mit kapitalistischen Methoden getragen wäre, Niemand, am wenigsten Sozialdemokratie und Gewerkschaften, würde es aus Rechthaberei nicht freudig begrüßen, wenn es gelänge, auf dem Wege der kapitalistischen Offensive«ine wcsent- iiche Entlastung des Arbeitsinarktes, eine Wieder- einschaltung der zum Feiern gezwungenen Arbeitskräfte in die Wirtschaft zu erreichen. Auch ein solcher Erfolg würde niemals mehr als die Linderung einer augenblicklichen Notlage be- deuten, er würde die Bedeutung des Kampfes für dauernde Besserung, des Kampfes für die Befreiung der Wirischast von kapitalistischer Anarchie und Ungerechtigkeit, für den Umbau zu sozio- listischer Planwirtschaft nicht im gering st«n vermindern. Deshalb ist es auch vollkommen sinnlos, wenn die schwerindustrielle Presse der in den Gewerkschaften organisierten Arbeiterschaft den Vorwurf der Sabotage der An- kurbelung macht. Nicht die Arbeiterschaft, die man durch ein brutales Verfahren des Lohnraubs zu betrieblichen Abwehrkämpfen zwingt, sabotiert den Ankurbelungsplan, sondern die Regierung selbst, die nicht einmal nach einer geschlossenen Vorstellung auf die privatkapitalistische Karte setzt und das Verfahren, das den sozialistischen Kri- titern als Unsinn erscheint, nicht einmal mit Methode anwendet. Die Regierung hat viel- m«hr unter dem Druck der Jnteressentenhaufen van allen Seiten ein großes Durcheinander in der Wirtschaftspolitik entfesselt. Bei diesem Durcheinander wird, das stellen wir keineswegs mit Freude, sondern mit Schmerz und Zorn fest, die Hoffnung aus jede ernsthafte Verminderung der Arbeitslosigkeit i m Keime e r st i ck t, Die erste Notverordnung des Papen-Programms enthielt in sich den großen und u n ü b'e r- windlichen Widerspruch zwischen dem Be- streben, durch Steuergeschenke und Krediterleichte- rung prioatwirtschastlich die Produktion zu be- leben und der gleichzeitigen Erdrosselung der Waffen- kauskraft durch die Lohnsenkungsmaschine, Ob bisher die Neueinstellung von Arbeitskräften auf Grund des Prämiensystems auch nur in geringem Umfange die Zahl der gleichzeitig vorgenommenen weiteren Entlassungen überschreitet, ist schwer zu beurteilen, Eindeutig klar ist nur, daß sich die Zahl der A r b e i t s k ä m p f e, wie vorauszusehen war, außerordentlich vermehrt hat. Denn gegen diese Art der neuen Attacke auf die Lebenshaltung der Arbeiter und Angestellten mußte der schärfste Widerstand einsetzen. Bei der Abrechnung des Wochenlohns und in der Haushaltskasse der Ar- beitersrau wird die Empörung über die unerträglichen Lohn- und Gehaltssenkungen nicht dadurch vermindert, daß den Betroffenen von der„Deutschen Bergwerks-Zeitung" versichert wird, daß diese Lohn- und Gehaltssenkungen ein„so- ziales Vorzeichen" haben, Aber bei dem einen großen Widerspruch zwischen erstrebter Mehrproduktion und verringerter Kauf- kraft ist es nicht geblieben. Denn dem ersten von Herrn von P a p e n angekündigten Teil der wirischastspolitlschen Notoerordnungen ist der zweite vom Freiherr» von Braun ange- kündigte gesolgt. Nach der Erfüllung des Sehnens der industriellen Arbeitgeber, die Erfüllung des Sehnens der agrarischen Interessenten. Während man auf die privatkapitalistische Ankurbelung setzt, die mit Bertragsfreiheit und Vertragssicher- heit, mit Wiederbelebung des Kapitalmarktes not- wendig verbunden sein muß, nimmt man durch die Zinssenkungsoerordnung für den landwirt- schastlichen Realkredit aus einem wichtigen Teil- gebiet des Kapitalmarktes neue Zwangseingriffe vor, die, auch wenn man sie durch wie immer groß- zügig gewährte Staatszuschüsse sür den Gläubiger mildert, dem Wiederaufbau eines funktionierenden Kapitalmarktes im Wege stehen müssen. Während man in der Ankurbelung aus das Funktionieren des kapalifti- schen Mechanismus sich einstellt, hindert man durch einen erweiterten Vollstreckungsschug den Aus- leseprozeh in der Landwirtschaft und stellt dort die Besitzerhaltung über die Wirtschast- lichkeit, Aber diese Widersprüche auf dem Gebiet des Kapitalmarktes sind nur ein Kinderspiel gegen- über der Durchkreuzung des indu- striellen Belebungsprogramms, die in der neuen Richtung der Handelspolitik zu finden ist. Der Uebergang vom Zollschutz zur mengenmäßigen Beschränkung der Einfuhr sür eine große Reihe von Lebensmitteln durch die Festlegung von Einfuhrkontingenten wird auf manchen Gebieten eine Verteuerung bedeuten, im gleichen Augenblick, in dem auf die Löhne weiter gedrückt wird. Aber diese Preiswirkung auf dem Nahrungsmittelmarkt, deren Umfang vorläufig noch nicht abzuschätzen ist, ist nicht ein- mal das schlimmste. Das schlimmste ist, daß sich die neuen Absperrungsmaßnahmen im Entschei- denken gegen die Einsuhr aus Ländern richtet, die für Deutschland große Abnehmer von Industriewaren sind, gegen Länder, in die wir von Deutschland aus schon bisher viel mehr ausgeführt haben, als wir von ihnen bezogen haben. Deshalb ist die Gefahr von Handels- politischen Gegenmaßnahmen, die durch die Kon- ting«nte hervorgerufen werden, außerordentlich ernst. Man muß diese Gefahr einmal zahlenmäßig für eine Reihe von Ländern auf Grund der Außenhandelszahlen des Vorjahres ins Auge fassen. Der ernsteste Fall aus dem Gebiete der Handelspolitik ist das Verhältnis zu Holland. Bon der vorjährigen Gesamteinfuhr von Holland nach Deutschland bestanden 32 Proz, aus Waren lButter, Käse, Kohl, Tomaten, Obst usw.), deren Einfuhr künftig durch Kontingente eingeschränkt werden soll. Die holländische Wirtschaft wird also erheblich durch die neue Methode betroffen. Gleichzeitig ist Holland in diesem Jahre das wichtigste Industrieabsahgebict für Deutschland gewesen. Es stand in der Statistik für 193l mit einer Aussuhr von 934,6 Millionen Mark an zweiter Stelle hinler England, Für das erste Vierteljahr 4932 steht es an zweiter Stelle hinter Rußland, Trotzdem sagen wir mit Bedacht, daß es sich um den wichtigsten Markt dabei han- delt, denn schließlich ist es nach ein Unterschied, ob eine Ausfuhr wie die nach Holland regulär bezahlt wird, oder ob es sich um die Aussuhr nach Rußland handelt, die nur mit Reichsgaran- tien und mehrjährigen Krediten finanziert wer- den kann. Der Ausfuhrüberschuß im Waren- verkehr zwischen Deutschland und Holland betrug im Jahre 1931 fast 690 Millionen Mark. Aehn- lich liegen die Verhältnisse mit Dänemark, Der Geist, der die neue deutsche Handelspolitik beherrscht, wird äußerlich gekenn, zeichnet durch das Abdanken des Wirtfchastsministeriums in der Führung d«r Verhandlung, Die Rund- reisekommission, die mit den betrosfenen Ländern über die Kontingentierung vor der Beröffent- lichung beraten soll, steht unter der Führung eines Beamten des Reichsernährungs- Ministeriums. Das bedeutet, daß praktisch die Leitung der Handelspolitik bei den Vertretern der Agrarinteressenten liegt, deren Sinn für die Bedeutung des Schutzes unseres industriellen Ex- partes außerordentlich schwach entwickelt ist. Man will ankurbeln, ohne die Masienkauskraft im Innern zu erweitern, man will ankurbeln ohne Rücksicht auf die Erhaltung der industriellen Absatzmöglichkeiten auf den Exportmärkten. Das ist kein« auch nur unter kapitalistischen Gesichts- punkten zielklare methodische Wirtschastspolitik, die das Freiherrenkabinett betreibt, sondern das ist ein großes Durcheinander, das angerichtet wird, und die Leidtragenden dieses Durcheinanders sind die Arbeitslosen, deren Gesamtzahl man mif diese Weise nicht ver- ringern wird. Niemand soll außenstehenden Kräften die Sa- botage der von Herrn von Papen verheißenen Wirtschastsdelebung vorwerfen. Wir glauben, die Herren sabotieren sich selber. Fritz Naphtali. ®ec..Vorwärts" ersckcint wochcntäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit".' Bezugspreise! Wöchentlich"ä Pf., monatlich 3,2Z M.(davon S~ Pf. monatlich tut Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,37 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitung, und 72 Pf. Postbcstellaebllhren. ÄÜ-landsabonnement.>,65 M. pro Monat-, für Länder mit ermäßigtem Druäsachenporto l.67 M. Bei Auslall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersaß. I Anzeigenpreise! Die einspaltige Millimcterzeile 36 Pf., Reklamezeile 1,50 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 26 Pf.«zulässig zwei fettgedruckte Wortel, jedes weitere Wort 16 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Millimeterzeile 25 Pf. Familienanzeigcn Millimeterzcile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft, Lindcnstr. 3, mochentäglich von 61- bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeige» vor. I Verantwortlich für Politik: Richard Schwartz; Wirtschaft! S. Klingclhofcr: Gcwerlschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton! Herbert Lep-rc: Lokales und Sonstiges! Friß kiarstädt; Anzeigen! Otto Hengst: sämtlich in Berlin./ Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin CW. 66, Lindenstraße 3. I Hierzu 5 Beilage». deutsche: waren iONFEKTlSi VEREINIGT IM KAUFHAUS pmm "■■ mMe Wolltoumay-Teppiche erstklassige Qualität, 25-/350 cm 69,00 200/300 cm... 4522 Dekorationsstoff gemustert, vieleFarben, ca. 120 cm........ Meter Boucle-Teppiche re/n Haargarn, Jacquardmuster 250:350 cm 31,50 200 300 cm 18, O Ä 165 235 cm 13,90 ß 00 130/200 cm............ O— Faltenstore Gitterstoff, mit Einsatz,|)75 Blende und Franse, Mtr.\Jm�m Daunendeck« Oberseite kunsfseidener Damast, Rückseite Daunen- � � salin, gute Daunen- 2 JV ß füllung, 150 200 cm O A-m—m Deutsche Kretonnes reich« Mutter- C\ o c auswahl, 1.45, 1.05, vj_ BERLIN C2• SPANDAU ER STRASSE«KONIGSTRASSEe GEGRÜNDET 181S y° Drzugl. Qualität, In 30 Farben rein? Wolle L vorzugl. Q/S 130 cm reinwoll.Bouclä--i Kleide rst of f e| 22 Relnwa II en« Man tel stoff e hochwerliqe Qualitäten, yA5 130-140 cm Z.— Flamenga Wolle mit Kunstseide, 1 75 neue Farben, ca. 100 cm I Crepe Cr a c I e Wolle mit Kunstseide, � schwarz u. moderne Far-<95 den, ca. 100 cm breit... Hemdentrikolettes Indanthren, hervorragen- ä de Qualitäten, viele neue( j65 Muster, ca. 80 cm....... KJ— Damen-Wäsche Nachthemd farbiger Batist, moderne| 75 Garmerung, Puffärmel... Im* Schlafanzug � einfarbig od. aestreifter �85 Flanell, Jackenrorm..... U nterzi eh h ös chen m. elast.Rand,»Interlockc � cremefarbig, weich wie 5 Jo5 Wolle, Grösse 42—46.. W—■ Strickschlüpfer reine Wolle, vorzügl.• Qualität u. Silz, moderne I 95 Forben, MiHelgrösse....|_ Damen-Kleidung Damen-Hut echter Haar-Velours— kleidsame Form, moderne � 90 Färb., auch grosse Weiten Wm* f Nachmittags-Kleider aus modischen Stoffen, wie reinwollenem Crepe Moos und Frise, aus Wolle mit Kunstseide: Crepe Pi, Hammerschlag sowie Craclö, moderne Mantel aus rolnwoll. Crew!, mit grossem Lammkragen u.kunst- r\ ry, seidenem Marocain-<000 19*2 futter. Für den Herrn Oberhemd Trikolette, mit Kragen, gute Qualität, moderne 1 95 Muster.................. I w« Schlafanzug_ Flanell, gute Qualilaf y90 und Passform........... JL.mmm, Anzüge oder Mäntel '»N.J.-Standard«, die be. währte Sinheltsprelslage, reinwollene Qual., mod. Schnitt, tadellose Passform,__ vorzügl. Verarbeit., Avf AQQ erstklassige Zutaten Küchenhandtuch reinleinen, grauweiss|]40 gestreift, 45/100 cm..... Stubenhandtuch reinleinen Damast,- hochwertige Qualität,| Aß vollweiss, 50 110 cm I. Schuh und Strumpf Frottierhandtuch Damen-Schuhe Pumps oder Spange, � schwarz Samt mit Lack-<90 leder-Garnit., Gr. 36-42 Omm Damen-Strümpfe Waschkunstseide, ge- � schmeidige, elastische Qualität, mod. Farben rein« Kofchmirwolle,_ ganz vorzüglidie Qua-| 38 ntät, vierfache Sohle....| weiss Jacquard, indan- thren Kanten, schwere f]88 Qualität, 56 112 cm...\J— Linon bewährte Qualität, für Bettwäsche, 130 cm 0.50/ 80 cm.............. Mtr. In I e t t erprobte, federdichte Köper-Qualität, naphtolrot :022 Tischtuch Reinleinen, vollweiss,<45 Jacquard, 130.160cm... W—• Deckbettbezug 0�5 kräftig. Linon, 130/200 cm Lieberlaken ganz vorzüqlicher Linon, bewährte N. J.- Qualität, d mit gezogenem Hohl- A 90 saum, 150/260 cm..... Bestecke 100 q- Silberauflaga., r Esslötfol 0,85, Kaff eelöff. KJ.EL Ess- oder Dessartbestecc, Messer mit rostfreier Klinge 2,75 Teppich-Kehrmaschine ».:» Ctiol. InrLIfirtftr Wnl-» ERSTE BEILAGE VowNs SONNTAG, 2. OKT. 1932 Gonntagswetter Weitere Abkühlung wahrscheinlich Hai) den vorliegenden lveltermeldungen hol es den Anschein, dah in den nächsten 24 Stunden eine merkliche Abkühlung eintreten wird. Aus der Polargegend nähert sich nämlich unserem Gebiet ein kalter t u s l st r o m. der heute früh bereits die Grenze England-Schweden erreicht hat und ständig weiter nach Süden vorstöhl. Der Amtliche Wetterdienst gibt unter Berück- sichtigung dieser Situation für Sonntag folgende Prognose: Wechselnd bewölkt, einzelne Schauer, Abkühlung und auffrischende nach nordwestlichen Richtungen drehende Winde! An der Nordsee- küste herrscht Sturm bei Windstärke„7" und es ist damit zu rechnen, daß der Sturm noch zu- nehmen wird. Bon der Ostseeküste wird bisher Windstärke„K" gemeldet. Im übrigen Reich ist das Wetter einheitlich und die Temperaturen schwanken zwischen 12 und 14 Zrad Wärme. Toter in der Werkstatt �forrl oder Unglücksfall Die 2. Reservemordkommission wurde gestern abend nach der Seesener Strohe SS in Wilmersdorf alarmiert. Zn seiner Tischlerei und Möbelwerkstatl wurde dort der 48 Zahre alte Ingenieur Georg Rost tot ausgesunden. Alles deutete daraus hin, doh der Mann eines gewaltsamen Todes gestorben war. Die Leiche lag mit dem Rücken über einen fjolz- schemel. Die Polizeibeamten des zuständigen Reviers hatten die Vermutung, daß der Tote so hingelegt worden war. Die erst« Untersuchung durch die Reservemordkommission unter Leitung des Kriminalkommissars Quoos und eines Ge- richtsarztes ergab, daß die linke Ohrmuschel des Toten mit Blutgerinnsel angesüllt war. Di« Schädeldecke wies Anschwellungen auf. Unweit des Schemels wurde auf dem Fußboden eine große Blutlache entdeckt. Die Finger der rechten Hand waren verkrampft, der Daumen und der Mittelfinger zeigten erhebliche Ber- letzungen. Nach dem Befund muß Rost schon mehrere Stunden tot in der Werkstatt gelegen haben. Zwei Flugopfer Ein Absturz hei Oarmstadt D a r m st a d t. 1. Oktober. Ein Flugzeugunglück, das zwei Todesopfer forderte. ereignete sich in der Nähe des Darmstädter Wasserwerks. Es handelt sich um ein Sportslugzeug aus Reustadt a. d. Hardt, das zu den Iuverlässigkeilsflügen des Deutschen Lust- sahrlverbandes vom Griesheimer Zlugplah aus gestartet war. Ossenbar geriet es in dichten Rebel und stieß gegen eine hohe Pappel. Die Tragflächen brachen, und die beiden Znsassen, die Flieger Hetlinger und h a s l o ch e r, verunglückten tödlich. darzubringen. Cr schilderte in bewegten Worten die glänzenden Eigenschaften Emil Orliks, der als Lehrer wie als Mensch gleich beliebt und geschätzt bei Kollegen und Schülern gewesen sei. Stets habe er geHolsen und gefördert, soweit es in seiner Macht stand. Dazu sei seine große Kunst mit einer unermüdlichen Schaffenskrast und unbeug- samem Willen, auf seinem Gebiete Besonderes zu leisten, gekommen. Orlik sei der getreue Ekkehard für alle gewesen, die einen guten Wegweiser brauchten. Dann sprach Professor Philipp F r a n ck von der Akademie der Künste, der ebenfalls seinem verstorbenen Kollegen und Freund in tiefer Be- wegung den letzten Gruß und den letzten Dank sagte. Nur der sei wirklich tot, den man ver- gesse. Aber das Bild Orliks werde immer wieder auferstehen, wenn man sich an seine Werke und an sein großes Menschentum durch seine Werke erinnern werde. Professor F r a n ck überbrachte gleichzeitig die letzten Grüße des preußischen Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Bolksbil- dung, das in Emil Orlik einen unersetzlichen Lehrer verliere. Weitere Reden am Sarge des Toten hielten Freunde und Schüler. Als dann wieder die Orgel ertönte, senkte sich das Banner des Vereins Berliner Künstler und der Sarg glitt in die Tiefe. Trauerfeier für Orlik Im Krematorium Wilmersdorf fand gestern die Trauerfeier sür Professor Emil Orlik unter zahlreicher Beteiligung der Freunde, Kol- legen und Schüler des Toten statt. Nach ein- leitendem Gesang und Orgelspiel trat der Di- rektor der Vereinigten Staatshochschulen, Pro- fessor Bruno Paul, an den von Blumen be- deckten Sarg, um die Abschiedsgrüße des Kol- legiums und der Schüler der Staatshochschulen frSgSQUZsckk-SÜkSn des �Vorwärts'7 Der große Erfolg, den der jetzt im„Vorwärts" und in zahlreichen anderen sozialdemokratischen Zeitungen erscheinende Roman von Irmgard Keun „G i I g i, eine von uns" unter den weiblichen Angestellten gefunden hat, veranlaßt den„Vorwärts", ein besonderes Preisausschreiben für seine Leserinnen zu veranstalten. Alle weiblichen Angestellten, die den„Vorwärts" lesen, haben das Recht der Teilnahme an dem Wettbewerb, insbesondere alle Stenotypistinnen, Büroangestellten, Verkäuferinnen. Auch neu eintretende Abonnentinnen können sich an dem Preisausschreiben beteiligen. Der bisher erschienene Teil des Romans wird ihnen auf Ersuchen kostenlos nachgeliefert. Verlangt werden für den Wettbewerb kleine literarische Beiträge, Niederschriften und knappe Skizzen, deren Thema frei gewählt werden kann. Ein Lebensabriß, ein Bürotag, eine besonders typische oder bedeutsame Szene äus Leben und Beruf, und auch Erlebnisse außerhalb des Arbeitsbereichs sollen kurz geschildert werden. Glaubt jemand ein besonders abenteuerliches oder die Not der Zeit kennzeichnendes Lebensschicksal hinter sich zu haben— das gilt besonders für die zahlreichen Opfer der Wirtschaftskrise—, so ist auch dessen Beschreibung willkommen. Xtsle der ausgeselsten Preise: 1. 1 Barpreis 350 RM. 2 1 Modernes Original N o r a• R a d i o- Empfangsgerät, Wert 265 RM. 3. 1 M e r c e d e s- Kleinschreibmaschine, Wert 240 RM, 4. 1 L i n d c a r- Damenfahrrad, Wert 66 RM. 5. 1 Sparbuch der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.- G mit einer Einlage von 50 RM. 6. 1„Vorwerk"-Diwandecke, geliefert von der Firma Teppich-Bursch, Berlin C 2, Spandauer Straße 32, Wert 35 RM. 7. 1 Lautsprecher der Radio Löwe A.-G., Type EB 98, Wert 34 RM. 8.— 9. 2 Auswahlen kosmetischer Artikel der Parfümerie Scherk im Werte von je 5 RM. 10.— 15. 6 Gutscheine der Firma Conrad Tack& Cie. im Werte von je 5 RM. Bedingungen für die Beleiiigung: 1. Die Manuskripte sollen nur einseitig beschrieben, mindestens drei und höchstens fünf Schretbmaschinenseiten lang sein. 2. Allen Einsendungen ist die Abonnementsquittung des„Vorwärts" und ferner ein für die Rücksendung bestimmter Freiumschlag beizufügen. 3. Die Einsendungen müssen bis zum 1. Dezember 1932 beim Verlag „Vorwärts", SW 68, Lindenstr. 3, eingegangen und mit dem deutlichen Kennwort„Gilgi" versehen sein. 4 Der„Vorwärts" behält sich das Recht vor, die mit den ersten drei Preisen ausgezeichneten Arbeiten, ohne besonderes Honorar, zu veröffentlichen, ebenso andere Arbeiten zu dem üblichen Honorar. Das alleinige Nachdrucksrecht an der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit geht auf die Paramount Film A.-G. über, deren Tonfilm„Eine von uns" nach dem Roman von Irmgard Keun in den nächsten Wochen herauskommt. 5. Angestellten des Verlages und der Redaktion des„Vorwärts" ist eine Beteiligung am Wettbewerb nicht gestattet.— Der„Vorwärts" übernimmt keine Gewähr für etwa verloren gegangene Einsendungen. Da» 3>reisgerichl: Irmgard Keun, die Verfasserin des Romans„Gilgi, Eine von uns". Theodor Glocke, Verleger. E. G. Techow, Pressechef der Paramount Film A.-G. Je ein Vertreter aus Redaktion und Verlag des„V o r w ä r t s". Die Entscheidungen der Preisrichter sind endgültig und erfolgen unter Ausschluß des Rechtsweges. Das Preisgericht kann auch Arbeiten auszeichnen, die nicht allen Bedingungen des Wettbewerbs entsprechen. Der„Vorwärts" behält sich Erweiterungen der ausgesetzten Preise vor. Braune Pillen Die Nazidrogcrie in Steglitz- Zwischen dem Titania-Palast und dem Rathaus Steglitz hängt von der Fassade eines Hauses lang und groß ein« Hakenkreuz-Fahne. Zuerst meint man, es sei ein hitlerischer Schnaps-Ausschank... solcher braunen Kneipen gibt es schließlich mehrere in dem vornehmen Steglitz. Sieht man aber genauer hin, dann entdeckt man doch ein gänzlich Unerwartetes— es ist sozusagen eine... pharmazeutische Novität... eine „Braune Drogeri e", denn genau so firmiert diese Pillendreherei hitlerischer Observanz. Das Fenster füllen talentlos verstreute Auslagen und Schaufensterfchmuck im Stile der achtziger Jahre, der Inhaber hat, wie ich mir denken kann, auf all den unzähligen Berliner Messen sich noch nie einen Schaufenster-Wettbewerb angesehen, sonst könnte er seinen Laden im Schaufenster schon nicht so verHungen. Doch für die braunen Burschen genügt's.... Ein anderer hat auch gar keinen Zutritt. Auf der Scheibe der Tür nämlich klebt ein Plakat, daraus steht: Ich verzichte aus jüdische Kundschaft! Jüdische rot geschrieben— das soll wohl besonders aufreizend, vielleicht auch feiertäglich, ich weiß nicht, in jedem Falle wohl aber eben besonders aus- sehen. Als ich gerade vorüberging, stand hinter dem Plakat innen im Laden eine Frau, um deren Blutbeschafsenheit sich doch wirklich das Münchener Rasseamt bekümmern sollte... phnsiognomisch jedenfalls wirkte sie stark baltanisch, ob ihr Kops auch so verdächtig gesormt ist, weiß ich leider nicht zu sagen... ich kenne mich da nicht so aus mit ostischen,„werteschafsenden" Schädeln lireugerscher Proportionen. Man muß da sehr vorsichtig sein. ehe man urteilt... Man hat ja gesehen, wie der schwedische Zündhölzer-Ioar die Nazis selbst, die von ihm behaupteten, er sei der Typ des schassen- den und nicht rossenden Kapitals, hinterher so hereingelegt hat. Laßt sie allein mit ihren braunen Pillen... bald werden sie sie nicht mehr drehen. solange der Vorrat reicht, sollen sie sie zu dem einzig ver- nünstigen Zweck verwenden, zu dem sie da sind: zum Abführen. vielleicht kommen sie dadurch einmal zu einer besseren organischen und geistigen Konstitution, die diesen meist klobig gebauten Edelingen und oft dunkelpickiigen Reinblütern gar nichts schaden könnte... Angabe des Bk vtgewichts bleibt Wie bekannt, ist in dem B r o t g e s e tz die Be- stimmung enthalten, daß Brot, für das ausschließ- lich oder überwiegend Mahlerzeugnisse des Roggens verwendet werden, gewerbsmäßig nur in bestiminten Gewichten hergestellt werden darf und daß das Gewicht vom Hersteller aus dem Brot für den Käufer leicht erkennbar anzugeben ist. Diese Bestiminung, mit deren Ein- sühning seinerzeit das sogenannte System des festen Brotgewichts bei gleitenden Preisen ganz allgemein für das Reichsgebiet zur Pflicht gemacht wurde, ist bis zum 30. September 1932 befristet. Da ihre Beibehaltung im Interesse einer ange- messenen Brotpreisbildung und ihrer Ueberwachung zweckmäßig ist, wird jetzt ihre Geltungsdauer im Wege der Notverordnung u n- befristet verlängert. Das neue Reichskursbuch. Das von der R e i ch s p o st und der Reichsbahn gemein- sam herausgegebene Reichskursbuch mit den am 2. Oktober in Kraft tretenden Winterfahrplänen ist soeben erschienen. Zvucle- �ollplüsck-leppicke lovmavVelollr-Ieppiüe TßDDiche seifJahrzennfen eppnoöteMar. tewohpr.Markenfabnkot.ous rein. reinesHaorqarn �förjeden Raum geeignet. W�rra��rM mo�oguapo-Kurt 03.200 JA. 225 A). 165 IW 20o/T?5 230 03 260 Aj.BlÖJT.BckB'fj. 260*0. 32O05. 335 OL MM-K 51.-11 K-M MMM mm& ß7-ä»92;i|98: iBIIWi QuqliNiKwdfg« w diesen Praisei*! WSSiP" 07 "ICT- M' ßieselme9ardihe! 6?° Edeih/Il. modern gemusr. IFlügel, IQwöeoong mit Volant, Garnitur itÖ I ia K Die moderne Dekoration! 13." Voll-voi/e oderKunsrseide. inaan fnren.oaerEdeitüli. reicn gemusi moderne Form, vone Scnoioreire, 2F/ügel. IQuerpehong, Garnitur Rein ivoIlQuO 1 1 fäfSvvTfo XmniOh wrtppnti-l nnnin linnm l/�V Teppich vorrätig nurin einem IJr MasteP,a200*300,sow.vorraf, LT» Edel-VelveWÄi O° SmymaVelour-Teppidie� vorrätig nur in einem Must.. ca.250* 370. soweit Vorrat, aus Best, Kommqarnwolle, jähr, zehntelanqerproBre Marke, nur.. vorrot, infl.Oröße ca.300�0C,so*.Vorpar ILäufepca.ZSxSSO WollpluscflMoltieg reine Woiie, ah■ &Ä965«off0".2Beftyomogen m» mitfranse, W- C mir franse mdontnr. aructr, voile u.kurs/seiaeL Ci.80brr.Mr. öardinenstoffe u rfa/d HalbstoresMeferware BeH"- Brücken Bemjmrandunqen Läuferstoffe Auslcge- VOrläOen Smvma, schwere Wollpiüsch. bekannt. Marken- Jacauard-Boucie'.pein.Haarqani warß Boucle SÄl snM» S�ys&is&iss E.Sf4ö / /- br.Mtnfc. btMttv« Dr.MtrT. caJOcm.br.Mtr.l» hrr-i kbrbsesse!-öan kissenplalten Hin| nihiren aus Velour FriM, Damast sibem'a I Sit.'u.üuckeit zumAus.j,,.- fr » /- lehne m.HamwollfüUung suchen 554 35, ennückenae Heuheiren moderne Gruna- Stoffe m.Einsät ren u.Fransen. ci.2S0cm.rKkfi.Htr. kunstseideaVoll-VoileJn damnr. bedruckt. a.K u.a., .„ Wcm.br;., femer Edettüue. 'aj moa.gemust. a.iOObrr. Kr. % irvir Dekorationsstoffe *85 /. Bettdecken rweibemg. dklertüll ibHina- irbeitu. Durcmag, Jacauäro, moderne, neu- reifliche Muster, indanttm gefärbt, caftOcm.brt. Mtr. CouchüMöbelbPjugsfoffett /Möbemugsrofte Q95 /Diwane/ecken£90/ Tisch decken%5 JJsxi/ Woiimokefr. ca. BOcv. brr.ntr.Q, /GoöeJingewebe.rtiie Größe C/./ öobekngeMöe efffi gfßgju./ Daunendecken 0750/ Steppdecken. 095 ! K.S.-Damostm. dounendichr. Sarin 0/./ srM! '_ Verkauf nur Berlin C2t SpandauerSbr. 32 ff Angriff"- Krause kneift Und wird erneut verknackt Im Anschluß an die Vorwürfe gegen den Polizeivizepräsidenten Dr. Weiß waren im„A n- griff" auch Beschuldigungen gegen den volks- parteilichen Stadtrat Neuendorf vom Bezirks- amt Berlin-Mitte erhoben worden, die dahin gingen, daß Stadtrat Neuendorf sich mit der Be- sorgung von Schankkonzessionen in größerem Um- fange gegen Entglt befaßt habe. Wegen dieser Beleidigung des Stadtrats Neuen- darf war der verantwortliche Schriftleiter des „Angriff", Krause, vom Schöffengericht Berlin- Mitte zu 600 Mark Geld st rase ver- urteilt worden, hatte Berufung eingelegt und einen umfangreichen Wahrheitsbeweis für feine Behauptungen angeboten. Der als Nebenkläger zugelassene Stadtrat Neuendors hatte unter Be- weis gestellt, daß an den ganzen Vorwürfen kein wahres Wort fei. Dieser Tage stand vor der 6. Strafkammer des Landgerichts I die Berusungs- Verhandlung gegen Krause an. Die von beiden Seiten benannten Zeugen waren in großer Zahl zur Stelle. Zur allgemeinen Ueberraschung ergab sich beim Aufruf der Sache, daß weder der Angeklagt« noch sein Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Neubert, erschienen waren. Aus Antrag von Rechtsanwalt Dr. Pindar und der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin die Berufung des Angeklagten auf dessen Kosten verworfen. Vor neuer Walbverwüstung Wie die besonders im äußeren Osten erfolgreich tätige Arbeitsgemeinschaft für Forst- schütz und Naturkunde mitteilt, ist zu be- fürchten, daß der Wald zwischen Köpenick und Mahlsdorf-Süd in absehbarer Zeit der Axt zum. Opfer fällt, wenn die Oesfentlichkeit da- gegen nicht rechtzeitig Einspruch erhebt. Jeder, sei er Siedler, Eigenhausbewohner, Mieter, Wan- derer, Naturfreund, muß deshalb seinen freien Wald verteidigen helfen. Die Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz und Naturkunde veranstaltet des- halb am Sonntag, dem ö. Oktober, eine Protest- Versammlung in der Köpenicker Dammforst. Trefs- punkt: 11 Uhr in Uhlenhorst, gegenüber der Gast- Wirtschaft von Seidler, bei schlechtem Wetter im Saale. In den ersten beiden Jahrzehnten dieses Jahrhunderts ist in den Berliner Wäldern derart gewüstet worden, daß eine weitere Waldvernich- tung unerträglich ist. Im Gegenteil, alle vorhan- denen Wälder müssen pflegsam erhalten und durch Park» und Grünstreifen ausgebaut und erweitert werden. Instandsetzung der Wohnungen Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mit- teilt, werden die preußischen Ausführungsbestim- mungen zur Verordnung über die Instandsetzung der Wohnungen in Kürze veröffentlicht werden. Schon jetzt wird bekanntgegeben, daß die Eni- scheidung über die Bewilligung der Reichszuschüsse in Preußen den Gemeinden(Gemeindeoerbänden) übertragen werden wird, soweit sie bisher für die Verwendung von Hauszinssteuermitteln für den Wohnungsbau zuständig waren. Anträge auf Be- willigung solcher Zuschüsse sind nur an diese Stel- len zu richten. Kommunale Finanzfragen Die Verwaltungs-Akademie Berlin veranstaltet in der Zeit vom 10. bis 13. Oktober d. I. die„4. fachwiffenschaftliche Woche für Kommunalbeamt e". Im Mittelpunkt steht die gegenwärtige kommunale Finanzgeba- rung in all ihren Auswirkungen für die Praxis. Führende Persönlichkeiten der Kommunalverwal- tung, wie der Präsident des Deutschen und Preu- ßischen Städtetages, Dr. Dr. Mulert, Geschäfts- führender Präsident des Reichsstädtebundes Dr. Haeckel und Ministerialdirektor Dr. von Leyden werden zu Wort kommen. Auch einzelne Vorträge können belegt werden. Nähere Auskunft durch die Verwaltungsakademie Berlin, Berlin W. 8, Charlottenstr. 80/61, Fernruf: A 2, Flora 3322 und 3323. 70 Zahre alt wird heute Genosse Wilhelm Starke, Gräfestr. 81. Seit über 40 Jahren ist Genosse Starke Leser des„Vorwärts". Flugzeuge der Zukunft .Absonderlicliksiten auf der ,,Dela" Va&equnie TANK POBPOH&L SEI- MOTOREN ein und Landf lugzcirt) für Ubchenend-ind FernptügQ Auf der„Dela", der großen Luftsportschau in den Messehallen am Funkturm, ist dieses Wochen- end-Amphibium, ein See- und Landflugzeug für Wochenend- und Fernflüge, zu sehen. Ein« Kon- struktton der Zukunft allerdings, aber technisch gut durchdacht und mit allen Möglichkeiten ver- sehen, die es heute schon zu einem Verkehrsmittel geeignet machen. Heute„Dela"-rot U e b e r Oberbett Kluen 3« 1os 6* 1" 107S 295 I a k e n guter Linon, mit handgexog. Hohlsäumen. 3teicig garniert, ca. 150x250........ 30D Oberbettbezug feinf&diger Linon, z. Knöpfen,"14$ ca. 130* 200........ Sm Kissenbezüge mit Stickerei-Garnierunf. 75 W- mit handgezog. Hohlsäumen u. 445 gestickten Punkten, ca. 80X80■ Bettlaken ungebl. Nessel, ra. 140x210 kräftiger Dowlas, ca. 140>.'210 ■JOS 1" Gobelin-Gewebe, mod. Mutter,>f Ort m. Fransen. 140* 280..... Schlafdecken braun, mit Bordüre.. kamelhaarartig, mit Würfel-'TTK kante. 140*190......./ S t e_p p d e c k e n .1" mitZugfedermatratze. 33 mm Bügel, mit schöner Messing->090 ventlerg., weiß. 90*1?).. „wwe-RUPP" Wandbettstella � klappe n.mltZugfedermatratie, alibcr bronziert« 80 X f 60 cm br� 1 türlg, m. Hutboden 075 u. Sange, bügeltief, weiß lack.*-0 Couch mit Polaterrolle, �QSO moderner Bezug, 80X185.. Kinder- Holzbettstelle 590 Satin doppelseitig, diverse Farben...... rein kunscseldener Damast. Rückseite Satin. Zierttich, dlv. 4490 Fapben,mltKnopfrand,150 x 200l 8 Daunendecke IOrl,ln.l Ly.tl..F»b,mT?l rein kunstieidenar Damalt, Rückseite Oaunensatln.Nghc- 3390 dichtung, ca. 150 X 200..• klappen, mitZugfedermatratie.4n50 mit Einlegeboden, 1 Seite>8-4450 ■Uber bronziert« 80 X 180. klappbar, weiß lackiert, 70 X 140 I I (Bettvorleger gemustert, mit C 4 I Frame(l. 50X100 OHPt. »oueU. rein Heer- 493 gern, 50X100..■ I 1 Brücke)ac ginnen sich die stillen Gemüter der Teilnehmer ein wenig zu beleben und es entsteht so ein kleiner Jnteressentenkamps, der in einem Schluß- angebot von 3200 M. gipfelt. Dann offeriert der Versteigerer einen kleinen, süßen Brief mit der goldgelben 1 Sgr. Liniendurchstich aus Braun- schweig, daneben die graue 50 Pfennig Braun- schweigerin, die eine Geldbriefsendung über 3400 Mark schmückte—(„vielleicht sehen Sie nochmal im Briefumschlag nach, meine Herren", meint der Auktionator). Auch die grüne Hannoveranerin mit Zugstempel, die Rotbraune Deutsche 9 Kr. auf einer Paketadresse aufgeklebt und der große. gotische Elsterstempel fanden Interesse. Der Dauerredner wird nicht müde, seine Ob- jekte in liebenswürdigster Weise anzuempfehlen, der Kollege am Pult hat fleißig den Schlußpunkt mit dem Holzhammer zu setzen und der beiden Schreiberinnen Federn flitzen emsig übers Papier. Mutter und Tochter Gemeinsamer Tod nach Streit 3n ihrer Wohnung in der W o I f r a m st r. 11 in T e m p e l h o f wurde gestern abend die ZS- jährige Frau Elfe Krüger und ihre 17 Jahre alte Tochter Hildegard durch Gas vergiftet aufgefunden. Die Wiederbelebungsversuche der Jeuerwehr blieben ohne Erfolg. Nach den polizeilichen Ermittelungen ist ein J a m i l l e n- streit das Motiv zur Tal. Ob das junge Mädchen im Einverständnis mit der Mutter in den Tod gegangen ist. kann erst die nähere Untersuchung der Tragödie ergeben. „Das Antlitz der Weltwirtschast" lautet das Thema für einen auf fünf Abende berechneten mit Lichtbildern, Schallplatten und Filmen aus- gestatteten Bortragszyklus, den die Arbeiter- b i l du na s s ch u l e Berlin, die Gewerk- schaftsschule Berlin und der Deutsche Freidenker- verband vom Montag bis Freitag dieser Woche veranstaltet. Redner ist der Leiter der öfter- reichischen �lrbeiter-Bildungs-Akademie Wien, Leopold Stern. Er wird am Montag über Europa, die Wiege der Weltwirtschaft, sprechen, am Dienstag über Amerika, am Mittwoch über das Erwachende Asten, am Donners- tag über Afrikanische Neuwelt und Hammer und Sichel in Rußland und am Freitag über Australien. Die Vorträge finden statt im LeHrervereinsHaus, Alerander- straße 41, am Aleranderplatz, abends 20(8) Uhr. Karten für einen Einzelvortrag zu 25 Pf. und für alle fünf Vortäge zu 1 M. find auch am Saal- eingang zu haben. Gastwirte! Achtung! Der Polizeipräsident hat die Bestim- mungen über die Reinigung der Trinkgefäße und Spüloorrichtungen in Schankstätten durch Polizei- Verordnung vom 15. September 1932 neu er- lassen: sie sind durch einige dem größeren Schutz des Publikums gegen gesundheitliche Gefahren dienende Bestimmungen über die Beschaffenheit und Benutzung der Trinkgefäße und Spülvor- richtungen ergänzt worden. Danach dürfen u.a. am oberen Rand beschädigte Trink- g e f ä h e nicht verwendet und Trinkgefäße nicht zum Ausfang von Tropfbier benutzt werden. Allgemeine Wetteelgae Auch am Sonnabend bestand im größten Teil Deutschlands trockenes und ziemlich warmes Wetter. Im Südosten des Reiches, wo der Him- mel meist heiter war, stiegen die Temperaturen stellenweise bis 23 Grad Celsius. Nur im Nord- westen kam es mit kräftigen Südwestwinden zu leichten Regenfällen.— Än der Rückseite des skandinavischen Tiefdruckgebietes dringen jetzt kühle polar« Lustmassen gegen das warm« Mitteleuropa vor: ihre Front ist zur Zeit etwa bis zur beut- schen Nordseekllste gelangt. Die Luftdruckände- rungen, besonders der kräftige Drucksall vor der Kaltsront, lassen in unserem Bezirk baldige Wetterverschlechterung und Abkühlung erwarten. Wetleraussichken für Berlin: liebergang zu kühlerem, veränderlichem Wetter, mit einzelnen Regenfällen. Winddrehung auf Nordwest.— Jür Deutschland: In der nordwestlichen Hälfte Deutsch- lands Abkühlung mit Regenfällen und Schauern. Im Süden und Südwesten noch meist trocken und ziemlich warm, aber Ausfrischen der Wind« aus Südwest._ Im Planetarium am Ivo läuft außer Montag, dem 3. Oktober, und Montag, dem 10. Oktober, täglich der Film:„Der weiße Rausch". Er zeigt alle Freuden des Winters in den Alpen und des Wintersport» und ist ein heiterer Film, der sröh- liche und glückliche Menschen zeig' und wunder- bare Bilder der erhabenen Bergwelt bringt. Da« Programm wird täglich viermal, um 3, 5, 7 und 9 Uhr, vorgeführt. Sport in Kürze Trabrennen zu INariendorf. Gtarbclla-Reil»«»! 1. Harvest Frl»co: ». Brocken; S.«Iba. Toto: 20. Plast: 14, 15, 38: 10. Ferner liefen: Panlgtof, Leib. Garde. Husar, Tausend» ktlnstler, Thunichtgut, Äreuztritger. Preis von Schweinert: 1. Beatrix«,Jr �2 < 0.£~ a c?«22 JS a o'p-c J5 rä25 i* Sonntag, 2. Oktober, Autofreifahrt na* WALDESRUH bei Köpenick im neuerschlossenen Gelände Parzellen von m.iooo an Anzahlung 10 Prozent. Kleine Monatsraten. Siedlerkarte 15 Pfennig. Straßenbahn: Linie 83, Haltestelle Steinstraße. Stadtbahn: Bhf. Köpenick, Bhf. Hirschgarten. Verkauf täglich. Finanzierung von Eigenhelmen Del 20% Anzahlung. Cöpenicher Bau- u.Boden G.m.b.H. Berlin Uf.is, Kaiserallee 208 1 Posten Anrichteschränke g4— HO cm breit, roh... I Posten Küchenschränke TlO cm breit, roh 15- 20- 25 m. 35 m. LkirrtVÄÄ 100- 125- 135- 150 m. dto. westfälischer Arbeit 140 u. 160 cm breit, 6 teilig 175- 200- 225 m. Küchen Himmel Schönhauser Tor Siedlung Kindelwald bei Berlin-Hermsdorf Herrlithe Hochwald-Grundstücke Prospekte u. Auskünne tagt, v. 9-17 Uhr Glienicke, Nordbahn, HolienzollernstraBa 38. Fernruf D 7 Hermsdorl 0884. Alliance Francaise. tot, Boulevard»881181!. Paris(6). Die Schule zum praktischen Erlernen der französischen Sprache bietet Ihnen im Monat Oktober: i. Einen Kursus, der uiBhreno des Tages Statttlndet und 15 Stunden pro Woche mit nrak- tischen Uebungen der franz. Sprache umfaßt, 50 Vorträge, 10 Spaziergänge, verbunden mit Vorträgen in Paris und Umgebung Preis 180 Fr. pro Monat 2. BDendKurie, die jeden Abend mit Ausnahme von Sonnabend und Sonntag stattfinden. Der Mittwochkursus befaßt sich allgemein mit dem Studium des Handelsfrar.zösischen. Preis 100 Fr. tflr I Monat, 350 Fr. für 5 Monate.— Alle Auskünfte erteilt der Direktor Robert ouDouey, 101, Boulevard»asDaii,»ans(6). Herren- und Knaben- Behleidungshaus Seit 1886 nur BadstraBe 28 Vom 3.-8. Oktober Aasnahmepreise Herren- u.Damenstolfe Mk. 1.— bis 8.— p. Meter. Preise, die jederzahlenkan n. W. Sondheim, Heiligegeisistr. 6, an der Kaiser-Wilhelm-Straße. NORA- Superhet und Dreikreis-Empfänger Sämtliche Europasender ohne Schwankungen lautstark und reinl 1. auf ca. 60 Stationen geeichte Zeigerskala 2. vollkommene Einknopfbedienung 3. Röhren-Fadingausgleich 4. hervorragende Trennschärfe, doppelter Bandfiltersatz beim Superhet 5. höchste musikalische Qualität 6. mit und ohne eingebauten dynamischen Lautsprecher liefer aar Auch eingebaut in Musikschränken lieferbar von 180.— RM. ohne Röhren ab NORA- Lautsprecher, Einkreis- und ZweikreU« Empfänger in allen Preiilagea Eigenheime billige Bau- und Wasserparzellen an der Müßgelspree zu verkaufen. Näheres Nbho ßahnsdorier Baden A.-e.. Berlin SW 11. Dessauer Straße 2. Tel.: Kurfürst 1I8J. Süd-Osten haureifes(Brunb- ftück. nahe Vor- ortftalion, Walb unb©afier, an iertigec Strohe nur 728 TN. in Raten. Anfragen unter B. 250 an �ei�SorroöttST Parzeilen Gelegenheit, 1,50 qm bar, Slb*. 1,95 qm. Rudow, Aendastr. 66. Baugrandstiidi an Vorortstation Ostbahn, erstkl. Boden, für nur M. fOua— oder mtl. M. 10.— zu verkaufen. Anfragen um. A 249 an d Vorwärts" Inserate im (j vorwärts 'ichern Erfolg 1 vFiginsi- Seiems Fslentmelrelzen z Ruhebetten Couchs mit Setetne-Federunn Poient-Drehbelf(D.R.P.) eill 7 ein BeU sowie das neue holzbett mit Bcfcma-Fcderand sind vollkommen gei äasdrlos!- Kein Elnllegen För *"te Belastung. Ueber?"erhäl.l 2ii Jahre Garantie. Ben. Federmairaiz.-FaoriK, Kopponstr. 31 iubilämns' Verkauf 6rhälilict» in«Hon Fochgetchäftno rtUiäflÜcil MjäariöcB scsiences Deatscnes TeoBiflmans L1� etevre Berlin S. Seil 1882 nnr OMnienst�lSB Haltestelle Moritzplatz 7ahlungserleichterung-mm SpezialhataloHosieniMi ZWEITE BEILAGE Einst und jetzt 1891—1932 Seit gestern erscheint der„V o r w ü r t s" in neuem Gewände. Bald wird eine neue Gene- ration heranwachsen, die nicht mehr wissen wird, wie er früher einmal ausgesehen hat. Wie er gar damals war, als er zum erstenmal seinen weltbekannt gewordenen Kopf in die Welt hin- aussteckte, das haben heute nur noch die wenigsten in Erinnerung. Nach zwölsjähriger Unterdrückung durch das Schandgesetz Bismarcks war die deutsche Sozial- demokratie endlich im Oktober 1890 wieder auf den Boden des„gleichen Rechts" gestellt. Das will freilich nicht mehr besagen, als datz sie nun auf Grund der allgemeinen Strafgesetze noch schikanöser behandelt und noch rücksichtsloser von den Gerichten abgeurteilt wurde als vordem. Aber schon die Tatsache, daß sie jetzt wieder öffentlich als Sozialdemokraten auftreten konnten, beflügelte den Kampfeswillen der streit- baren Genossen. Bald nachdem der Schlußstrich unter die ausnahmegesetzliche Zeit gezogen war, trat wieder ein öffentlicher Parteitag auf deutschem Boden zusammen. Dieser Kon- greß in jzalle(Saale) beschloß, den Sitz der Parteileitung nach Berlin zu legen und das bis- herige Organ der Berliner Sozialdemokraten „Berliner Volisblatt" hinfort als Z e n- tralorgan der Partei zu bestimmen. Dieses neue Zentralorgan sollte den gleichen Titel „Vorwärts" tragen, den schon vor dem Erlaß des Sozialistengesetzes das von Wilhelm Liebknecht in Leipzig herausgegebene Blatt geführt hatte. Am 1. Januar 1891 erschien das„Berliner Volksblatt" zum ersten Male mit dem neuen Kops. Wir haben die erste Seite dieses ersten „Vorwärts" von 1891 oben in photographischer Treue wiedergegeben. Unsere Leser können dar- aus ersehen, wie sich das Zeitungsbild und der Lesergeschmack im Laufe der Jahre völlig um- gestaltet hat. Damals erschien noch der tägliche Roman auf der ersten Seite des Hauptblattes. Nachrichten, die heute das Wesensbild jeder Tageszeitung formen, waren damals Nebensache. Dafür aber nahm der politische Leitartikel in jeder Hinsicht die erste Stelle ein. Es ist von hohem Interesse, gelegentlich in den alten Zeitungsbänden zu blättern und in der Ver- Ar. I. «-Ärtiü Ugl!« a«»rr '» t Sonr-lajl■ K&eirr ml bn*. Clatr 10»-v •on.BtDTiiinws:: I.M Carters Caomt. nitt«T*itu»banb; fcOt t«ar!!fcta«b u-C«flm«l*'U«9ani • tku*.»' tat ubrtftl ■ SHeif pre Blor.aL«Irjftrr.je« ta ta f.F; SONNTAG, 2. OKT. 1932 8. Jahrg. brnäflt lit bu f jittSrtpaütB« etn fcrttn Ssum 40 Bfj.. f4r rnib ScrtaRoiUngt. Briotgcn%o«f|. Berliner BolKssilalt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. t Aonuerstag, de» 1. Januar 1891. �?<»>». z. Zum Ueuen Jahre 1891. Freiheit. 5reihtil! Freiheit! Ts Dunderxort, du Dunderwort! Tu Inbegriff der herrlichsten der Lieder. Die klingst du in de« Menschen Seele iräbctl Ein Wuiiderwort, ein Wunderhort, Ter all«? Schönste in sich birgt, Ter alle« Schönst« au« sich wirkt! Freiheit? sie wird nicht ohne Mühe dein; Dill»ie ein schöne« Deib errungen sein. JJimr Heuen Joste! Nur kämpfend dringst du vor Zu ihrem köstlicheu Gei.uß, Nur wenn du sagst: Ich weih, ich muh Und kann nicht ander«! Du bist nicht frei, wenn du da» Schlechte willst. Du bist nicht frei, wenn du erwählst. Da» dir bequeme Freuden schafft, Tin Sklave bist du deiner Leidenschaft. Doch führt der Weg zur Schönheit auch durch Rot� Droht er im Stampft selbst den Tod,— Doch du erkennst und weißt, du mußt. Und vorwärtt gehst du mit jauchzender Lust, Vleibst deinem Ziel vollendet treu» Dann bist du frei! Die Schönheit ist de» Werden» End-, Die Schönheit ist de« Werden» Ziel, Vollendete« Gezwungensein. Den Weg zu wandeln vollbewußt Nach diesem Ziel ist Freiheit'. Freiheit! LeopoldJacoby. Die JahreSioend« bietet, nach allgemeiner und sehr natürlicher Sille, den Anlaß zu einen, Rückblick in die Dergongenheil und zu einem Dorblick in die Zukunft— wir lasten die Ereignisse und Vorgänge de« dem Abschluß zueilenden Jahre« noch einmal vor uv« vorübergehen, und schauen dann dem kommenden Jahr froh in» Angesicht. Für uui Sozialdemokraten ist die politische Jnuenttir. Aufnahme dieimal»ine besonders ersreuliche Beschäftigung: wir haben auf ein« Reihe großer Ersolg« zurückruschaueu. Ali einer unserer Abgeordnelen om Schluß des roiigen Jahre« im Reichstag erklärte:„Dir haben da« Eozialistengeseh besiegt— die nächste Wahl wird»ine Million— anderthalb Millionen Stimmen für uns ergeben", da glaubten selbst viele Parteigenossen. die Prophezeiung sei zu kühn. Und der 20. Februar 1SS0 Hot sie im vollsten Umfange wahr gemacht. Ter 20. Februar 18S0 ist ein weltgeschichtliche« Datum— er bedeutet den endgiltigen Sieg der sozial- demokratischen Idee und Weltanschauung über die mecha- nische Gewalt— die Bankrotterklärung de« Sozialisten- gesehe«. seiner Urheber und de« System«, dem»« enl- flössen. Um die Tragweite und Bedeutung de« Tag« voll £ begreifen, müssen wir im« in« Gedöchtniß zurückrufen. ß heute vor 12 Manaten Fürst Bismarck noch.fest im Sattel saß", daß 16 Tage vor dem Wahltag die .Kaiserlichen Erlasse" oerössenUicht wurden, die aus den I�euillekott. Sri Wama. Roman von Arn« Sarborg. l. Frau Holmscn» Antlitz zog sich in die Länge..Der- stehen Sie da«. Frau Mühlberg 7� sagte sie. Auch Frau Mühlberg schien etwa« verdutzt. .Wahrhaftig, ich fem« mich ni«bt au» in oll' dieser Weitschweifigkeit." erwiderte sie;.ich denke, wir versuchen e« noch einmal." Sie nahmen da» schwierige Dokument wieder vor und versuchten e* noch einmal. Frau Holmse» hatte Kopf- schmerzen, daher»nßte Frau Mühlberg die Vorlescriu machen: wenn man es recht bedachte, war diese vielleicht auch die Rune.ikundiger» von beiden. Tenn rund und dick >i»d solide, wie sie da saß. schien sie eine Frau, die ein Stück iu der Welt herumgekommen. Zum Glück hielt Fanny sich ruhig; sie saß aus ihrem Liedliilg«platz am großen Nähtische neben Mama« Stuhl und arbeittt» an iinem Kleide für ihr» Nosalre. Frau Mühlberg begann: Die oeMu'dene Sattin de« Fun üfri« Andr. Solmlen etsten Blick einen.neuen Kurt" der Sozialreform zu ver- heißen schienen, und die ganz geeignet waren, eine nicht durchaus zielbewußt» Partei in Verwirrung zu bringen. Wir hatten olle Parteien gegen un« und mußten Front machen gegen alle und— unser Kur« blieb immer der alte— vorwärts, vorwärts zum Sieg! Der 20. Februar sprengt« die Kcalition der Renk- t, Mi«Parteien, cenaniit Kartell, zerbrach da« Sozialisten- gesetz und warf da« Postament um. aus welchem der größte der Demagogen de« Kapitalismus— Fürst Bis- marck— fein Ich ausgepflanzt und eine Fomiliendynastie. mit erblicheoi HauSuieierthilm zu begründen versuch« hatte. Am lß. März— für Gewalthaber ein ominöses Datum- wurde da« Ihtheil de« 20. Februar an dem Urheber de« Sozialistengesetzes und der MillionärzüchlungS- Politik vollstreckt: er wurde lebendig begraben. ■e.!» Nemesis hatte ihn ereilt, und waS sie noch übrig ließ an Sympathie für den Gefallenen, das zerstörte'dieler selbst in wahnsinniger Veidleudung. Nie hat falsche, mit allen Listen. Kniffen und Künsten zu ungcdeuerlichen Dimensionen aufgeblähte Größe«in jähere« und schmäh. lichere« End« genommen. Und dem Schöpfer mußte sein Werk folgen. Nach- dem das Fiasko der internationalen Ar- b e, t« r s ch u tz- K o n f« r e n z aller Welt Nar geworden n'aT'mUI,k die deutsche Sozialdemokratie noch, gemäß demBeschlußdeSJnternalioiialenArbeilerkongresst« zuParis. trotz aller Hindernisse von oben, trotz deS verzweifelten Widerstände« der Unternehmersippe den ersten Mai auch jür Deutschland zum F e st t o g d e r A r b« i t er- zu Grund« liegenden Vertrage?, dessen Abschrift mitsolgt. ebenso jjut wie die übrigen Kinder versorge»; allein da er Ii"?. Stthaa hat. dieser Pflicht nachzutomme... weiß sich die Mutter, welche hier in dürstigen Umständen lebt, feinen anderen Ailsweg� als um eine amtliche Resolution in Bettest deS jährlichen Beitrage« anzusnchen. Wenngleich er e« als zweifelhaft betrachtet, daß die Sache durchfuhrbar s-i. hat der G-fcr-iz'.e ti dennoch Frau Holrnstii nicht abschlagen wollcn, dem Herrn Amtmann diese» Ansuchen zu, Miellen, wobei noch bemerkt wird, daß haLUiMolP"1 �,0 U �«■ 3- ,n Ehrijtiauia") auf- Eladtvogtei zu»ristiantborg. den 14. Dez.!»S«. An den*»roch. Hma Amtmann in Oberlands-Amte." .Wird dem Herrn StistSauitmann in Ehristiania zur Derfuguna gestellt. Lberlands-Amt. IS. Tezbr. 1801. In Abwesenheit de« Amtoiann«: Hj. Bye. .Wird samt den Beilaaen an den Elodtvogt von Thristianiä zu vorbereitender Bchaudlui.g geschickt. Stift von Thrisliania. 30. J-nnar 1363. Im Auftrag: Joh. Knap." c V,'®ir*!tbcn �tadtdieaer Engh zu der gewöhnlichen Behoben hatte, an dem die Arbeiter aller Länder den internationalen Proletarierbund seiern wurde am 1. Oktober dqS Sozialistengesetz sang- und klanglos— nicht begraben, da« wäre zu viel Ehr« ge- wesen, nein vers'charrl. bei Seit« geschafft, wie irgend ein Ding, da« Ekel einflößt.— Di« Sozialdemokratie hielt am 1. Oktober Rückschau und Heerschau— und am Jahrestag der Entdeckung �von Amerika— 12. Oktober— ttaten die Erwählten' der deutschen Arbeiterklasse zum Kongreß in Hall« zu- sammen, der am 18. Oktober, dem JadreStag der Völker- schlacht von Leipzig, seine Aufgabe: die Reorganisation der Partei vollendete. Die wunderbar« Einttacht, die auf dem Hallesche, Kongreß waltete, zerstört« die lhörichten Hoffnungen unserer Feinde auf selbstmörderischen Bruderzwist der deutschen Sozialdemokratie— dennoch wurde da» alberne Lügen- märchen von.Spaltungen" von der gegnerischen Preffe gedai.kenlo« weiter verbreitet. Unser« Feinde nennen da« .geistigen Kamps". E« ist zwar eine alte und gute Erfahrungtregel, daß man den Feind nicht verachten soll; e« ist aber wirklich schwer, unser« Feind« nicht zu verachten. Haben sie jemalt den Versuch gemacht, unsere Ziele vorurtheiltlo« in« Aug« zu fassen, mit unserem Programm sich bekannt zu machen? Haben sie jemals die allgemeinen Verhält- niffe und die Fragen, um welch« der politische Partei- kämpf sich dreht, zu erforschen gettachtel? Haben sie jemals Ernst. Würde. Muth in dem Kampfe mit uns ge- .Wird dem Herrn Unlervogt mit dem Bemerken zu- cefifll!. daß der Betreffend« d. Z. sich in KristianSborg aufhält. Ehristiania, S März 18Sö. Chr. Engh." .Wird dem Stiftsamt von Christiania mit ehrerbietiger Hiiiweifung aus Vorstehende« zurückgeschickt. Unlervogtnaml von Ehristiania, den 8. März 1865. P. Ramm. provisorischer Leiter." .Wird dem löblichen Oberlands-Amt« zurückgestellt. Slistsamt von Ehristiania. den 11. März 1865. Im Austrag: Iah. Knap." .Wird an den Herrn Stadtvozt in KristianSborg mit dem- Ansuchen geschicll. über den Bater de» Kinde« die üb» liche» Aufklärungen zu geben. Lderlands-Amt, den 15. März 1865. .Andrea» Helmsen ist SS Jahre all. arbeilifähig. doch augeublicklich ohne fes Ich kann nicht umhin, beizufügen, daft mir berichtet wurde, er wünsche autimvauder». Tie Beilagen folgen. Stadtvogtei zu KristianSborg. den 21. Mär�lSw. Herrn Amtmann de« OberkandeZ-Amtes." .Wird dem Herrn Stadtvogt in KristianSborg mit anderung des typographischen Bildes den Wandel der Zeit zu studieren. Aber auch sonst bietet solch«in Blättern manches, das heute von be- sonderem Belang erscheint. So konnten wir fest- stellen, daß sich im Anzeigenteil der ersten „Borwärts"-Nummern eine Reihe von Firmen finden, die dem„Vorwärts" durch mehr als vier Jahrzehnte als Inserenten die Treue gehalten haben. So fanden wir z.B. die Firma Max Busse(Uhren und Goldwaren), Brunnenstrahe, Gebr. Grumach(Trikotagen), I. B a e r (Konfektion), H a p a g-Hamburg, Kathreiner G. m. b. H., Emil L e f e v r e(Teppichhaus), Löwen-Böhmisch Brauhaus und andere. Auch das typographische Bild des Inseratenteils hat sich seitdem geändert. Das moderne Inserat zeichnet sich von dem Inserat vergan- gener Jahrzehnte durch größere Klarheit und Uebersichtlichkeit aus, es wirkt dadurch, daß das Wesentliche ins Blickfeld gerückt wird. Alte In- serate des„Vorwärts" von unseren damaligen Abonnenten, die uns bis heute treu geblieben sind, und die heutigen Inserate derselben Firmen nebeneinandergestellt, zeigen den Unterschied zwischen heute und einst. Es fehlt natürlich auch nicht an alten Lesern und Abonnenten, die— trotz aller Not der Zeit— all die Jahre hindurch an ihrer Gesinnung und an ihrer Zeitung festgehalten haben. Mag auch der eine oder der andere über die jüngsten Neuerungen den Kops schütteln, im Grunde werden sie doch alle damit einverstanden sein, wenn der„Borwärts" jung bleibt und nrt der Zeit geht! Todessturz aus der Straße Auf tragische Weise ist am Sonnabend der SO Jahre alte Arbeiter Bruno Uterhardt, dessen Wohnung noch unbekannt ist, ums Leben gekommen. Bor dem Hause Blumenstraße 74 im Osten Berlins rutschte U. auf dem Bürgersteig aus und schlug so unglücklich mit dem Kopf auf die Steinfliesen, daß er einen Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte starb bereits auf dem Transport zur nächsten Rettungsstelle.— Bei einem Umzug in der Bergstraße gerieten am Sonnabendnachmittag Möbeltransportarbeiter mit einem Fuhrunternehmer in Streit. Der Um- ziehende, ein S6 Jahre alter Wilhelm Schulz. regte sich darüber so auf, daß er einen Herz» schlag erlitt und t o t zu Boden sank. 5 m Kathreiners *" KneW-Mchkassee /rtn?« /D»»,»v mw««•**» (Mch mit Kejjtezlschmml). bester und billigster Ersatz für Bohnen-Kaffee; vortheilhaftester Zusatz zum Bohnenkaffee. Aerztlicherseits empsohlen für Kinder. Blut- arme, Bleichsüchtige und Nervenleidende. Ye»»ral-N«rtret«r: f. Bulle, Kronenstraße 12/18. smt Im Cafe de l'Europe, Spitlelmarkt, Leipzigerstraßen-Ecke, wird bis auf Weiteres U ß ß£ bem bisherigen reinen Bohnenkaffee Malzkaffee und Bohnenkaffee _ halb und halb gemischt in besonderen Tassen~WE nur von Morgens 9 bis 1 Uhr verabreicht werden. 38411 1891 Aus kleinsten Anfängen hat sich innerhalb von rund 40 Jahren ein Welt- unternehmen entwickelt. 8 Fabriken im deutscheu Heimatgebiet,14Fabriken im Auslande stellen heute lislkreiner her. Wie gut muß doch der Kathreiner sein. Der Röjtmalzkem im Kathre inermachts» Jn jedem KaÜiremerMrzidzen j /leckt ein dunkelbrauner Kein jaus glitzerndem Rößmalzzudmi: \-und der gibt den Kafleegefdunack/ 1932 Der Gehalt macht's/ EINST- 1891 Die seit 1877 bestehende, weltbekannte Uhrenfabrik Max Busse 157 Invalidenstr. 157, ÄÄ. verkauft jetzt sämmtliche ühren zu bedeutend herab- . gesetzten Preisen. Für jede Ubi wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzbeimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korailenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Specialität; Ringe« Reparaturen an Uhren und Goldsacben werden auf das Gewissenhaftest« ausgeführt. 136 L MAX BUSSE JETZT- 1932 Größtes und fachmännisch geleitetes Spezialgeschäft für Uhren aller Art, Juwelen, Gold- und Silberwaren ist die Firma BERLIN N, BRUNNENSTRASSE 175-177, an der Invalidenstraße geworden. Und wodurch? Durch reelle Geschäftsgrundsätze: saubere, neue Ware in schönen Mustern und in reichster Auswahl— gute und sachgemäße Bedienung und billigste, feste Preise ohne einkalkulierten Rabattnachlaß. Wir bieten an in niedrigster Preislage und brauchbaren Qualitäten Standuhren, gute Tisdilerarbeit, schöne Bim-Bam-Schläge......... M. 43*00 Tischuhren ebenso mit schönem Bim-Bam-Schlag................. M. 1 0.00 Wecken. Email-Gehäus. laut weck. 1*95 Taschenuhren, fladi« Form... M. 2.00 Ferner schöne med. Halsketten m. 1.00 Echt silb.ManschettenknöpfeM. 0.60 Brillantringe mit echtem Brillant in_ 14 karat.Goid.................... M. 9.00 Echt silberne Brotkörbe, moderne Muster....................Gramm 0.10 .. nur Max-Busse-Uhr I Audi in besseren und feinsten Quo!, hoben wir zu billigsten Preisen eine sehr schöne Auswohl| Man merke sich für guten Einkauf: Max Busse, dos Uhren-, Gold- und Silberwarenhaus Brunnenstraße 175 an der Invalidenstraße, neben Held Voreiliger Optimismus! Die Warenmärkte stehen nicht im Zeichen eines Konjunkturumschwunges Die Hoffnungen ans einen grundlegenden Konjunkturumschwung in der Weltwirtschost haben sich als viel zu optimistisch erwiesen. Die notleidende Menschheit wird noch monate-, wenn nicht jahrelang auf eine Besserung der Wirtschaftslage warten müssen. Es find jetzt etwa drei bis vier Vormonate her, daß sich auf den Weltmärkten für die verschieden- sten Warenarten Preis st eigerungen zeig- ten, die nach der jahre'angen Flaute einigermaßen überraschten. Da die Steigerungen von sehr niedrigen Ursprungspreisen ausgingen, die vielfach unter den Gestehungskosten lagen, waren sehr Ms verhältnismäßig starke Erhöhungen, um 50 Proz. oder mehr, zu oerzeich- nen. In Deutschland wurde diesem Vorgang er- höhte Bedeutung beigemessen, als das Kon- junktur-Jnstitut in seinem letzten Viertel- jahresbericht dazu so Stellung nahm:„Die Preis- steigerungen der letzten Zeit finden— soweit sie nicht aus stimmungsmäßigen Momenten zu er- klären sind— ihre Begründung darin, daß sich auf vielen Markten- bereits vom Angebot her eine Bereinigung angebahnt hat. Rückschlägen setzt sich daher'ein starker Widerstand entgegen." Dieser Ansicht wurde eine um so größere Be- deutung beigeniessen, als sich die Reichsregierung sie in ihrer Begründung zum Ankurbelungspro- gramm zu eigen machte: Deutschland dürfe, nicht oen Anschluß an den bevorstehenden Konjunk- lurumschwung in der Weltwirtschaft verpaffen. Inzwischen steht soviel fest: Die Verbraucher haben sich nicht zu vermehrten Kausen durch die Preissteigerungen bewegen lassen: das Verhältnis von Vorräten und Produktion zur Nachfrage ist kaum besser geworden: die Preise sind wieder er- hcblich zurückgegangen, allerdings nicht bis aus chren tiefsten Stand. Die stärksten Steigerungen, die vom Konjunk- turinstitut als besonders bemerkenswert voran- gestellt wurden, hatten die Kolonialwaren zu verzeichnen. Der New-Porker Preis für Zucker stieg in kurzer Zeit von 0,5 Dollarcent je englisches Pfund auf 1,13 Dollarcsnts: in- zwischen ist er auf 1,01 Cent zurückgegangen. Die Preiserhöhung hat einen einzigen Grund: Kuba schränkre de» Export nach den Vereinigten Staaten stark ein, was den amerikanischen Handel zu plötzlichen und stürmischen Käufen veranlaßte. Wenn aber die internationalen Ab- machungen über die Einschränkung der Zucker- Produktion nicht eingehalten werden sollten— und gerade auf Grund der Preissteigerungen zeigen die kubanischen und javanischen Produ- zenten wenig Neigung dazu—, dann bricht der Zuckermarkt bei immer noch sehr hohen Vor- räten in Kürze wieder zusammen. Der K a f f e e p r e i s ist in New Uork je Pfund um 10,2 Cents im Juli auf 16 Cents Ende Sep- tember gestiegen. Aber warum? Weil in Bra- silien Revolution herrscht und kein Sack Kaffee den Hafen von Santo? seit Monaten ver- lassen hat. Die brasilianischen Vorräte aber waren von 15,6 Millionen Sack im September 1928 auf 27.6 Mill. Sack im Juni 1932 ange- wachsen— diese gewaltigen Mengen werden, nach Beendigung der Blockade, den Markt überschwem- men. Bezeichnend ist, daß der New-Forker Preis am 29. September scharf zurückging, als lediglich gemeldet wurde, daß die Aufständischen in Brasilien„zum Nachgeben bereit" seien! Auch bei den T e x t i l r o h st o f f e n dürfte sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nicht wesentlich gebessert haben. Die Preissteige- rung für Baumwolle hatte ihren Grund in der amerikanischen kreditansweilungsaklion. die zu einer Neufinanzierung der eingesperrten Vorräte von 21 Mill. Ballen führte. Als die zweite amtliche Schätzung für die amerika- nische Baumwollernte die Ergebnisse der ersten Schätzung bestätigte— 11,3 Mill. Ballen gegen 17 Mill. Ballen im Vorjahr—, gingen die Preise scharf zurück, da die Nachrichten über einen er- heblich schlechteren Ausfall sich als Börsen- manöver herausstellten. Man glaubt nicht, daß der Verbrauch im kommenden Jahr zu einer Verminderung der Vorräte aus früheren Jahren führen wird. Auch die W o l l p r e i s e haben von der ame- rikanischen Kreditauswertung profitiert. Aber gerade hier war der Marktpreis stark unter die Gestehungskosten gesunken. Da für Australien mit einem Rekordpreis gerechnet wird, kann mit einer dauernden Besserung am Wollmarkl nicht gerechnet werden. Auch die Belebung auf den Melallmörkten hat ihren Grund lediglich in spekulativen Käufen des Hanbels. Die Steigerung der Kupfer- preise ist zum Teil durch die Einführung des englischen Kupferzolls verursacht worden. In New Jork stieg der Preis für«in Pfund Kupfer von 5V* Cents auf 7% Cents: er ist auf 614 Cents zurückgegangen. Aber die hohen Weltvorräte — im Mai 880 000 Tonnen gegen 550 000 Tonnen im Jahr« 1929— haben keine Verminderung erfahren. Auch»bei Zinn und Blei liegen die Verhältnisse sehr ungünstig, zumal Blei öon den Darniederliegen der Bauwirlschait stark betroffen ist. Lediglich bei Zink dürfte es jetzt gelungen sein, die Produktion so stark zu drosseln, daß die Vorräte langsam abgebaut werden können. Alles in ollem zeigt sich: Die Hoffnung auf einen Umschwung ist als voreiliger Opti- mismus erwiesen. Die Lage der Waren- Märkte rechtfertigt diesen Optimismus in keiner Weise. I�akmejrer krisenfest Auch 1931/1932 wieder 10 Prozent Dividende Der große südwestdeutsche Elektrizitäts- konzern vorm. W. Lahmeyer u. Co. in Frankfurt a. M. legt für sAn am 30. Juni be- cndetes Geschäftsjahr 1931/32 einen überraschend günstigen Abschluß vor. Ungeachtet der außer- ordentlichen Verschärfung der wirtschaftlichen Si- tuation wurde ew B e t r s e b s g e w i n n von 4.42 gegen 4,81 Millionen Mark erzielt, wovon allein 1.82 Millionen Mark aus Wertpapieren und Be- tetligungen flössen, ein Beweis dafür, daß auch die Lahmeyerfchen Tochtergesellschaften im Jahre 1931 noch mit anschnlichen Gewinnen gearbeitet haben. Bei sehr erheblicher U n k o st e n d r o s s e- l u n g von 2,08 aus 1,72 Millionen Mark wird ein noch erhöhter Reingewinn von 2,15 gegen 2.12 Millionen ausgewiesen, aus dem die gleiche Dividende wie im Vorjahr in Höhe von 10 Proz. verteilt wird. Nach dem Geschäftsbericht hat sich der Vor- brauch von elektrischer Energie erheblich vermin- dert und der Rückgang sei auch weiterhin noch nicht zum Stillstand gekommen, wenn auch bei einzelnen Betrieben eine gewisse Besserung zu verspüren sei. Besser beschäftigt waren dagegen die Baubetriebe. Sowohl die Jndustriestrom- abnehmer wie auch die Lichtstromoerbraucher und die landwirtschaftlichen Betrieb« waren an der Einschränkung des Stromabsatzes beteiligt. Einigen Werken war es-möglich, durch Ableitung großer Ueberfchußmsngen an befreundete Werke die Pro- duktion zu steigern. Oer fomzernlzÄnkier Zum Tode von Louis Hagen Der Kölner Bankier Louis Hagen, dessen Tod wir bereits mitgeteilt haben, gehörte zu den mar- kantssten Erscheinungen der hochkapitalistischcn Epoche Deutschlands. Den Zug zur Vertrustung der Wirtschaft und zur Bildung von Groß- konzernen erkennend, hatte Louis Hagen, der aus dem alteingesessenen Kölner Bankhause A. Levy stammte, sich bereits vor dem Kriege sehr stark bei industriellen Zusammenschlüffen engagiert. Waren es vor 1914 in erster Linie R ü st u n g s- Unternehmungen, deren Zusammenschluß er betrieb, so verlegte er sich in der Stinnes-Aera und danach im wesentlichen auf die F i n a n z i e- rung von Konzernzusammenschlüssen bei Kohle, Eisen und Elektrizität. Wenn auch Hagen kein Spieler war und für die Realitäten der Wirtschaft in den meisten Fällen das richtige Gefühl hatte, brachte es doch die Ueberfpannung seiner Machtsphäre mit sich, daß auch dieser gewiegte Bankier und Konzernführer bei wichtigen Transaktionen daneben hieb bzw.«ine sich anbahnende Fehl- entwicklung nicht rechtzeitig abbremste. Insofern ist Louis Hagen an der E n t st e h u n g u n g e- sunder Mammutkonzerne, die in der Krise eine besondere Belaswng der Gesomtwirr- schaft darstellen, nicht unschuldig- Aber seine über- mäßige Belastung mit Aufsichtsratsposten— auf diesem Gebiete schlug er mit f a st 70 Auf- sichtsrats stellen alle Rekorde— hinderten ihn, die Fehlkonstruktionen der Schwerindustrie auf seinem heimatlichen Boden rechtzeitig ab;»- ändern. Auch politisch spielte der Verstorbene wahrend der Besatzungszeit im Rheinlande eine große Rolle. Seine damalige Tätigkeit ist noch heute heftig umstritten. Der Plan einer rheinischen Goldwährung in der Inflationszeit hat ihm damals den Vorwurf separatistischer Absichten eingebracht. Daß diese Angriffe unberechtigt waren, zeigt sich aber am besten daran, daß Hagen diese Währungspläne vorher der Reichs- regierung unterbreitete und auf deren Einspruch und Bedenken hin dieses Projekt wieder fallen ließ. Dagegen ist festzustellen, daß dieser Mann. dem gewisse bedeutende Fllhrerqualüäten n.cht abzusprechen sind, durch seine enge Verbindung mit der Schwerindustrie Rheinlands und West» falens auch deren soztalreaktionäre Ten- denzen angenommen hat. neisekverküligimg? Erwerbslose haben das Nachsehen Die Regierung Pape«, die es ausgezeichnet versteht, für sich die Werbetrommel zu rühren. Hot seit Wochen mit der angekündigten Fleisch- nerbilligung für die Erwerbslosen im Volke Stimmung zu machen versucht. Der Agrarminister im Papen-Kabinett. Frecherr von Braun, hat nicht versäumt, im Anschluß an seine Rede über die neue Notoerordnung in München die bevorstehende Hilfsaktion für die Arbeitslosen als eine besonders soziale Tat der Regierung zu seiern. Jetzt hat das Reichskabinett die neuen Richtlinien für die Ver- billigungsaktion von Frischfleisch veröffentlicht. Diese Richtlinien erhärten aufs neue die Tatsache. daß in dem„Wohlfahrtsstaat" Deutschland wohl Unsummen für die Industrie und Landwirtschaft ausgeschüttet werden können, daß sich aber die Regierung sofort der Pflicht zur Sparsamkeit er- innert, wenn es sich um die Millionenarme« der Krisenopfer des Kapitalismus handelt. Nach den neuen Bestimmungen soll die Der- billigungsaktion am 17. Oktober beginnen, in den Großstädten sogar noch später. Angeblich sollen bis zu dem genannten Termin die Großstädte mit den Vorarbeiten nicht fertig werden. Dabei liegen Tausende von Facharbeitern auf der Straße! Di« Verbilligung wird beschränkt auf 2 Pfund frisches Rind- oder Schweinefleisch je Monat, die um 20 Pf. pro Pfund oerbilligt werden. Im vergan- gcnen Winter war es dank der s o z i a l d e m o- kratischen Initiative gelungen, den Ar- beitslosen ein Pfund Fleisch pro Woche um 30 Pf. zu verbilligen. Im vergangenen Jahr konnte der Erwerbslose, der sein Bezugsquantum voll ausnützte, b i s 1.40 Mark im Monat bei seinem Fleisch- konsum einsparen. Jetzt sind es nur noch ganze 40 Pfennig, die der Arbeitslose erspart. Und dies nennt sich eine Verbilligungsaktion im Zeichen rigoros abgebauter Unterstützungssätze. V er gleick bei Leineweber Münchencr Firma führt den Betrieb weiter. Das bekannte Konfektionshaus Bernward Leineweber G. m. b. H. hatte vor einiger Zeit die Zahlungen eingestellt. Jetzt ist mit den Gläubigern ein Vergleich zustande gekommen, der vorsieht, daß Forderungen bis zu 200 M. voll. die übrigen Forderungen mindestens mit 32.5 Prozent, bestenfalls mit 40 Proz. bezahlt werden. Die DD.-Bank ist mit ihren Forderungen (1,2 Millionen Mark) zurückgetreten und unter- wirft sich ebenfalls dem Bergleichsverfahren, wo- durch dieses erst ermöglicht wurde. Die Waren- gläubiger, die insgesamt 867 000 M. zu for- dern haben, haben zu 95 Proz. dem Bergleichsvor- schlag zugestimmt. Die Firma ist von der Hans Bäumler A.-G., München, erworben worden und wird von dieser fortgeführt. "Wir fühlen uns verpflichlel, immer wieder festzustellen trotzdem es Hunderttausende wissen, Unsere Läger enthalten eine unermeßliche, nie gesehene Auswahl nurhochwertlgerWaren.die jeder Geschmack, jede Figur, den zarten Backfisch wie auch die aller» stärkste Dame, berücksichtigt, Nicht zu betonen brauehenwir. daS die G a c8 i g l'schen Preise auch für die schmälste Geldtasche erschwinglich sind, denn das ist bereits mehreren Cteneratienen allgemein bekannt! Aus unserem Pelzwarenlager: Fesche Pels- lacken aus Vlsci sehe, in modernen Formen flott verarbeitet Pelzmäntel aus Vlsca- scha auf vorzüglichem Futter, elegant ausgestaltet nur Unerschöpfliche Auswahl Modell-Rleitiern, und ileManni-KGiiipiels. für a 11 e gesellschaftlichen Zwecke darunter herrliche GBSellSCltölMleiüär in modernsten Formen. Alle diese eiBzigartigCD ScbOpfnngeD der Schneiderkunst zeichnen sich aus durch ▼ orzfigltche QualtfSlen, neueste Linien, außerordentlich jaiedrige Preise! Moderner Damen- Mantel aus wundervollen Crewel- Stoffen auf feinem Marocain- Steppfutter, Kragenaus echter Perslaner-Klauelnmo- dernerKrawatte endigend. Dieser schöne Mantel kostet nur Vornehmes FraDen-Kieid aus vorzüglichem CrSpt Amazone m. eleganter Weste, Revers mit Hohlsaum, neuzeitig gerafften Aermeln, mit eingesetzten Glockenteilen im Rock, in allen Farben, bis zu den gröüten Welten Reizendes Badtlisdildeid aus reinwollenem C o t e I d mit hochge schlossenem Kragen, schönem KnoplschmucJ� Gürtel mit Schnalle, tief angesetzten Falten, in vielen Farben nur Das Haus für arosse Weiten % Das tSondcr angehet der Woche' Die grillte Mode der Selson Ist der fesche Ei" üä Mäntel eleg. gefüttert u. gesteppt in drei Serien. nur Krawatten-mantsl für Junge Dsmen, m. Pelz-Krswatte aus allen erdenklich. Fellarten 29: 39: 49: OEin ebenso kleidsamer wie wärmender Wintermantel# praemu. uiollkleid aus»orzügl. Stoff mit doppelfarbiger einseitiger Kragen- schleife, einem boleroartig. Oberteil, Rock m tief anges. Falten, Kragenausschnitt u. Aermel mit farbigem Vorstoß, i. versch. Farben u. all. Größen nur �.NaciiQiittagsKigid aus Hanfflorschlag- Stoff mit aparter Kragengarnierung, Revers mit Hammerschlagknöpfen garniert. Aermel mit ganz neuartiger Kräuselung,— Bindegürtel, in slloi Welten und vielen Farben nur ittwodi. 5. DMti; Unser berühmter Kindertag! Trauer- Kleidung aus nur wertvollen Stoffen, ausgezeichnet verarbeitet aucli für H a 1 b t r a u e r, in größter Auswahl, für jede Figur zu äufiersl niedrigen Preisen I Aus dem besonders gspflooten Lager für MordenrOdie Warme mollige Morgenröcke für extra Damen... starke VorzQglicher ausweichen, warmen svolH- pen Staffen, ganz auf reinem Steppfutter, moderne gesteppte Revers und Ärmel in msrwro braun und grau in Jugendlichen{S fjh— und auch in großen Wellen nur 12. Blldachitna norocoln-Blusen reich mit Handarbeit garniert, bis Größe 54 nur Schwer» warme Sport- u. Klaiderrb'cke für Pelzjacken# A passend ab aar Braut- und Hochzeitskleider aus feinen Stoffen, durchweg elegant verarbeitet bis zu den-- barsten Schaffungen für lade JrSBe, schon ab Riesige Auswahl In reizenden nädchen-Kieidern and Mänteln ßeinvoll striffiKlelüer in allen Farben undl Größen in modern. 1 Strickarten, nurl aelnw. Herren-Pnllover| mit langen Ärmeln, mit und ohne Reifj- verscfalag in allen Größen unr wi«"1 SfriA-Püllcver; lind WßStßO für Damen I 5:7:9: Kopfkissen.. etwas angestaubt,'n£ mit Hohlsaum B und Stickerei M nur M Unsere Spezlal- Bettlaken r&zs! mit verstärkter Mitte 150/230 nur Damen- NaGhtiieindeD m. lang. Aermeln in weiß und farbig mit Stickerei und Hohlsaum.. nur ISO Knabea- n. naddien-Ulsler außerordentlich billig Mädchen-Ulster(|i* korrekt Ter arbeitet, Größe 60 nor Zr0 + 1- „Cut»ngeio-f; gen" lind Sie* in dem gefüt-S terten Mjnteli ms Melange-I Diagonal mid| einemichöneni Lammfellkrag;"1 1 DeriportHche | Mantel aus gu- ter shetland- artiger Ware hat eine flotte Kückenpartie und ist ganz auf Futter apart verarbeitet ElnPcathtstucRt Line kapriziöse Pel» Krawatte, reiche Step» .perel, auch im Rücken, und flotte Aermel machen den vornehm Jefütterten Mantel eus Diagonal- Boudi t.eh r begehrenswert 78j5o Ith fnoMger Stoff, ein war. mes Futter, ein welcher Pelzkragen— so sind Sie gut gerüstet gegen alle/ Herbststürmeg 16.7! Sehen Sie sich die herrlich schönen, neu» modischen Mäntel an. Wie wohlig werden Sie sich fühlen, wenn der schicke Pelzbesatz(kaum einer ist ohne ihn) sich um den Hals kuschelt.— Wie hübsch werden Sie aussehen, wie jugendlich. Und wie glücklich werden Sie sein, wenn Sie sehen, für wie wenig: Geld Sie bei uns sich kaufen können, was Ihr Herz begehrt. Wirklich- Sie können nichts Besseres tun Sehr reizvoO ist die Shlras. Persianer-Kr». watte am fesch garnierten. gut gefütterten Mantel aus Dia. gonal• Boudi 3950 I Ein pompöser Opossum-Kragen schmückt den relnwoll. gefütterten veloursmantel. em* Sehr hübsche Rückenpartie J WSWWW Oranlenstr. 40 Chausseestr. 113 Am Orsnlaneleta Selm Stettlner Bsnnhe' Königstr. 33 Wilmersdorferstr. 108 Am Bbt. Alesanderplat, Am Bahnhel Charlottenbure Etwas überaus Köstliches Ist der vornehm» relnwoll. Marcngo- Mantel auf kunstseid, Marocaln, mit Perslaner.Kra. gen In der« neuen Schnitt 58.00 WMMMWWW mWmmm ;'K?NMK Mochdruck von und Bild verbot«"' Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Montag zur Verfugung Schriftliche Bestellungen können leider nicht berücksichtigt werden! ith für zarte Sachen nur Persil nehme? 1. Persil habe ich immer im Maus. 2. Persil bringt mir die größte Beleb weiß, daß es schonend wäscht. quemlichkeit durch Kaltauflösen Warum soll ich da ein anderes und Kaltwaschen. Ich spare Zeit Waschmittel kaufen? und Geld, weil ich kein heißes Diese Ausgabe erspare ich mir. Wasser brauche. 3. Persil ermöglicht mir bei aller\.Zum Waschen farbiger und Bequemlichkeit hygienisches Wa- zarter Wäschestücke nehme ich sehen, denn es besitzt ja die wert-/ gehäuften Eßlöffel Persil auf volle Desinfektionseigenschaft. 2 Liter kaltes Wasser, M/n» 5. Also ist es doch klüger, ich nutze eis sparsame Hausfrau alle Persilvorzüge ganz aus. Wirklich: 4- y-M bleibt /. '',' V!; V| 1 SONNTAG, 2. OKT. 1932 Wenn auch die Lage durch den Streik der Berliner Möbeltransportarbeiter etwas kompliziert wird, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß Tausende von Mietern gezwungen sind, ihre bisherigen überteuerten Wohnungen aufzugeben. Denn die Miet- Sätze haben in den letzten Jahren einen Prozentsatz vom Gesamteinkommen des einzelnen erreicht, der untragbar ist. Dabei ist im Grunde genommen für den Mieter fast jeder Umzug in dieser Zeit ein zweischneidiges Schwert. Allein der Transport einer bescheidenen Zwei-Zimmer-Wohnung verschlingt durchschnittlich 50 Mark. Hierbei bleibt es jedoch nicht. Da passen in der neuen Wohnung die alten Gardinenstangen nicht, der Linoleum läufer ist zerschlissen und lohnt das Mitnehmen nicht oder er ist zu kurz für die neue Küche, in die neue Korridortür muß ein neues Sicherheitsschloß, man sieht, eins kommt zum anderen. Aber— sagen sich die Tausende— lieber das letzte Geld von der Sparkasse geholt, als in der aufgegebenen teuren Wohnung die unerschwinglich gewordene Miete schuldig bleiben. So geht es denen, die noch Arbeit haben. Aber was sollen erst die bedauernswerten Erwerbslosen sagen, die jetzt glücklich seit 192') und 1930 auf dem Nachweis sitzen! Alle sind sie bis über die Ohren an die Hausbesitzer verschuldet und jeden Monatsersten beginnt ein neuer Bittgang, doch die Räumungsklage für diesen Monat noch einmal abzuwenden. Für diese unverschuldet in Not geratenen Krisenopfer muß endlich etwas Durchgreifendes in Richtung eines gesetzlichen Vollstreckungsschutzes geschehen! Vor dem Amtsgericht Man muß einmal auf ein Amtsgericht, Ab- teilung für Mietstreitigkeiten gehen.„Herr, was sollen wir nur machen?", so stehen die Armen oor den Schranken der Justizkanzleien und bitten die Beamten um einen Rat. Aber guter Rat ist teuer, wer seit Monaten seinen Mietzins nicht mehr bezahlt und vom Hauswirt die Räumung-s- klage erhalten hat, dem können die Beamten auch nicht helfen. Das geschriebene Recht ist auf selten des Hauswirts, so bitterlich auch die Frauen meinen. Oder die Unglücklichen stehen ausgeregt vor den Schranken:„Was, auf 50 M. Mietrückstand bin ich verklagt worden und da schickt mir der Anwalt eine Kostenrechnung über 100 M.! Was fällt denn dem eigentlich ein?" Dann halten die Justizbllrobeamten zum soundsovielten- Male an jedem Vormittag ihr Kolleg über das Zustandekommen einer Kostenrechnung und sagen: „Lieber Herr, wären Sie nur aus Zahlung der rückständigen Miete verklagt worden, wäre die Rechnung nicht so hoch. Sie sind aber aud> aus Räumung verklagt worden, und da in diesem Falle der Hauswirt gleich den Mietzins für die ganze noch laufende Vertragsdauer eingeklagt hat, war der Streitwert ein so hoher und darum die 100 M. Kosten." Das gilt es nun Vormittag für Vormittag Menschen klarzumachen, die keinen Pfennig mehr in der Tasche haben, die mit 50 M. Miete für ihre Kochstuben in Rückstand geblieben sind und jetzt 100 M. Kosten bezahlen sollen. Daß vielen die Galle überläuft und sie auch mal mit der Faust auf den Tisch schlagen, das ist nur zu verständlich. Es nutzt nur nichts. Einmal die Justizmaschine in Gang gesetzt, rollt sie mechanisch weiter. Der Richter fällt das Ur- teil, die Kanzlei packt es ein. der Gerichtsvollzieher waltet seines traurigen Amtes. Betten und Stühle, Tische und Schränke, der Kochtopf wie die Kaffeekanne wandern auf den Hof und die Menschen gehen vorläusig ins Asyl. Ja, man kann es verstehen, wenn. Hunderte Verzweifelter alljährlich sagen: dann lieber der Gashahn! Der Fall Gtadtvogtei Nun haben die Kommunisten den Stein der Weisen entdeckt. Der M i e t e r st r e i k soll das Allheilmittel sein. Irgendein„Kampsausschuß" hat sich den Erfolg gegen den Pächter des berüch- ligten Stadtvogteigefängnisses als sein Ruhmes- Matt umgehängt und-nun werden in allen Stadtteilen die Feuerchen angezündet. Das ist nebenbei gesagt, das Billigste, was es gibt. Wer Lorbeeren ernten will, der braucht nur Mieter, die ohnedies schon seit drei Monaten keine Miete mehr bezahlen, zuni Mieterstreik ausfordern: alle werden die Losung befolgen. Sie hätten es auch ohne die kommunistische Einladung getan. So war es auch mit den Bewohnern der „Wanzenburg" am Molkenmarkt. Sie beschlossen wohl, ab September in den Mieterstreik zu treten, aber praktisch.zahlten Diel« schon seit dem Frühjahr keine Miete mehr. Dieser„Streik" lzat den Sieg über die„Wanzenburg" nicht ent- schieden, sondern: da hat fast die gesamte Ber- liner Presse, soweit sie nicht dem Hausbesitz hörig ist, Krach geschlagen, da liefen die Abgeordneten nach dem Molkenmarkt und besahen sich die Sache, da lagen auf allen Fraktionstijchen im Landtag die sozialdemokratischen Anträge, da gab es eine Debatte im Plenum, da wurde die Baupolizei in Marsch gesetzt, die Preußische Bau- und Finanzdirektion schickte eine Kam- Mission und zum Schluß kam auch noch der Staatsanwalt und leitete ein Verfahren wegen Mietwucher ein. Hier wurde auf sozialdemo- Am kommenden Dienstag treten die Berliner Stadtverordneten zu einer Außerordentlichen Sitzung im Rathaus zusammen, um neben der Erledigung der laufenden Geschäfte in die erste Beratung der Magistratsvorlage über die R e u- ge staltung der Berliner verwal- t u n g einzutreten. Es ist anzunehmen, daß es zu einer großen Debatte über das Reformwerk noch nicht kommen wird: vielmehr dürste man die außerordentlich umfassende Vorlage einem Ausschuß zur genauen Durcharbeitung überweisen. In der nunmehr gedruckt erschienenen Vorlage gibt der Magistrat eingehende Erläuterun- g e n zu seinen Beschlüssen, nach denen bekanntlich Berlin zukünftig nur noch ausneunBezirken bestehen soll und deren Verwirklichung eine kratische Initiative ein Apparat in Bewegung gesetzt, der zuletzt einer Lawine glich und dem Pächter hätte kein Amts-, kein Land- und kein Kammergericht etwas genützt. Und was werden demgegenüber die„Kampf- ausfchüsse" in den einzelnen Stadtteilen erreichen? Werden sie die Hauspaschas auf die Knie zwin- gen? Kaum. Sie werden sich eines Tages schlafen legen, wie es bislang alle Kampfausschüsse getan haben und die Mieter können dann zusehen, was sie mit den Kostenrechnungen über 10g M. an- fangen. Einen Gewinn von solchen Aktionen haben nur Advokaten und Gerichtsvollzieher. Vvllstreckungöfchutz Trotzdem muß den mit Räumungsklagen be- drohten Mietern schleunigst geholfen werden. Erst in diesen Tagen ist den Landwirten wieder ein Vollstreckungsschutz zugebilligt worden, der prak- tisch einem Sonderrecht gleichkommt. Und was den Landwirten recht ist, das soll den Arbeitslosen billig sein. Die Mieter- funktionäre- der Berliner Sozial- d e m o k r a t i e haben am vergangenen Montag den Weg gewiesen, indem sie forderten: 1. Schaffung eines gesetzlichen Vollstreckung-- schutzes für hilfsbedürftige Mieter; 2. Senkung der Mieten bis mindestens auf die Vorkriegshöhe: 3. Schaffung eines sozialen Mietrechts, das allen Mietern den Bestand ihres Mietverhält- nisses sichert; 4. Förderung des Klsinwohnungsbaues zur Behebung von Wohnungselend und Wohnungs- not und 5. gesetzlicher Reparaturzwang für de» Alt- hausbesitz. Hier ist insbesondere ein Arbeitsfeld für die Berliner Stadtväter. Man sollte sich bemühen, Mittel und Wege aus dem zum Himmel schreien- den Berliner Mietelend zu finden Es geht nicht mehr an, daß Tag für Tag Familienväter mit ihrem Hausstand brutal auf die Straße gesetzt werden. Schluß mit diesem Skandal und her mit dem Rotrecht für die unglücklichen Exmittierten! völlige Neugestaltung der Bezirksverfassung brin- gen sollen. Die großen Richtlinien des Magi- stratsbeschlusses find der Oeffentlichkeit bereits durch die Pressekonferenz vor einigen Tagen be- kannt geworden Neues bringen die Darlegun- gen des Magistrats über die Bezirkseinteilung. Hier findet man in der Vorlage ür die Gestal- tung jedes einzelnen Bezirks eine ausführliche Begründung. Besonderer Widerstand gegen de» Magistratsplan komnit vor allem aus den Außenbezirken, wo nicht ohne Berechtigung auf die Eigenart dieser Stadtteile hingewiesen wird. So hat der Bezirk Spandau als erster Verwaltungsbezirk bereits durch seine Bezirksver- sammlung und durch �as Bezirksamt sich einmütig gegen die Bereinigung mit dem sehr entfernt Das neue Gesicht Berlins Kekornwerlc vor dem Stadtparlament.— Die Gründe der Neueinteilung rr {ontineiital„T Der GleHschufzreifen auf„Rutsch-Asphalt"! Infolge der ganz besonderen Zusammensefzung seines Laufflächen-Gummis besilzf der Continental-T- Reifen eine bisher unerreichte Standsicherheit auf dem gefürchteten„Rutsch-Asphalt" der Großstädte. Er ist dazu ein Reifen, der bis zum letzten Millimeter seiner Lauffläche seine Standsicherheit behält! Näheres über diesen Reifen erfahren Sie überall bei dem Fachhandel. liegenden Bezirk Charlottenburg ausgelprochen und gute Gründe für diese Gegnerschaft ange- führt Der M a g i st r a I sieht dagegen aus dem Standpunkt, doh zur Erreichung einer reibungs» lesen Verwaltung Berlins jeder Bezirk grundsätz- lich mindestens 400 000 Einwohner umfassen müsse und man deshalb an einem Zusammen- schluß auch dieser beiden Bezirke nicht vorüber- gehen könne Der Vorzug der Vereinigung Charlottenburgs mit Spandau liege auch darin, daß Siemens st adt, das jetzt von beiden Verwaltungsbezirken betreut wird, nunmehr einer einheitlichen Verwaltung»ingeordnet wird. Den Befürchtungen der Bevölkerung, daß nach Verwirklichung des Magistratsplans sich weit größere und zeitraubendere Wege zu den Vermal- tungsstellen ergeben würden tritt der Magistrat mit der Versicherung entgegen, daß sämtliche O r t s a m t» st e l l e n wie bisher auch in den neuen Verwaltungsbezirken aufrechterhalten bleiben In wenig Worten In der Nähe einer Insel vor der Küste von Alaska ist der amerikanische Fracht- d a m p f e r„Nevada" auf Grund gelaufen. Durch den außerordentlich starken Seegang brach das Schiff In drei Stücke auseinander. Der zu Hilfe eilende Dampfer„President Madison" fischte drei Ueberlebende in vollständig erschöpftem Zu- stände auf. Man befürchtet, daß der aus 33 Per- sonen bestehende Rest der Besatzung ertrunken ist. * Aus einer Wiese bei Cuxhaven hantierten zwei lLjährige Knaben mit einer puloer- gefüllten Blechbüchse. Plötzlich explodierte die Puloerladung, und die beiden Jungen wurden zu Boden geschleudert. Einem Knaben wurde die Hand abgerissen und etwa 60 Meter weit fort- geschleudert! ferner erlitt er noch weitere Ver- letzungen, während sein Spielkamerad mit dem Schrecken davonkam. * In Bremen ist es dem Fürsorgeamt und der Kriminalpolizei gelungen, einer Schwindler- bände auf die Spur zu kommen, die sich durch raffinierte Fälschungen auf unrechtmäßige Weise Unterstützungen zu verschassen wußte. Die Fälschungen waren so geschickt ausgeführt, daß die Beamten de» Fürsorgeamtes zunächst keinen Verdacht schöpfen konnten. "k In Stade sind große Unregelmäßig- leiten in der Geschäftsführung des Elektrizi- tätsoerbandes sowie des zum Zweckverband ge- hörenden Ueberlandwerks Nordhannover entdeckt worden. Allein der Direktor Dllllmann, der in- zwischen entlassen worden ist, hat dem Verband einen Schaden von rund 400 000 Mark zugefügt. * Der Betrieb der neuen Stau st uf« Frantfurt-Griesheim ist jetzt eröffnet worden. Die Staustufe ist in ihrem Ausmaß die größte und modernste in Europa. Da« Werk, das in 38 Baumonaten hergestellt wurde, hat die Stadt Frankfurt zu einem Rheinhafen gemacht, da jetzt auch die größeren Rheinschiffe bis zum Frankfurter Osthofen fahren können. Sonderverkehr zur Dela-Flugveranslallung In Dempelhos. Am Sonntag, dem 2. Oktober, wird die BVG. zum Dela-Flugtag nach dem Flug- Hasen Tempelhof folgenden Sonderoerkehr ein? richten: Von 12 bis 19 Uhr xvird die Straßen- babnlinie 35 zwischen Reinickendorf und Flug- Hasen(statt Tempelhof, Friedrich-Karl-Straße) und die Omnibuslinie A 30 zwischen Prenzlauer Promenade— Kissingenstraße und Flughafen sstatt Ringbahnhos Kaiser-Friedrich-Straße) über Her- mannplatz— Berliner Straße— Flughafenstraße verkehren. Gleichzeitig wird die Omnibuslinie 97 vom U-Bahnhof Tcmpelhof(Südring) bis zum Flughafen durchgeführt. Abendkurse für hoch- und Tiefbau. An der Höheren Technischen Lehranstalt der Stadt Berlin für Hoch- und Tiefbau(früher Städtische Bau- gewerkschule), Kursllrstenstr. 141, beginnen die Abendkurse des Winterhalbjahrs 1932/33 am Montag, dem 10. Oktober 1932, abends 6 Uhr. Es werden für mehrere Semester aussteigende Kurse getrennt für Hoch- und Tiefbau geführt. Der Unterricht findet viermal wöchentlich von 6 bis 9 Uhr abends statt. Das Schulgeld beträgt 36 M. für das Halbjahr. Ausnahmen für das Winterhalbjahr firiden am Dienstag, dem 4. Oktober, und Freitag, dem 7. Oktober 1932, abends von 5 bis 7 Uhr, im Schulgebäude, Kur- fürstenstraße 141, statt. Die Firma Laer, Badstraße, bittet uns mitzu- teilen, daß sie zu der kürzlich in Konkurs ge- ratenen Firma Baer Sohn, Chausseestraße, keinerlei Beziehungen unterhält. Bolschewistische Wandlung Der öolsckewlsmus und die europäische Arbeiterbewegung Arthur Rosenberg hat mit seinem soeben erschienene» Buch„Geschichte des Bolsche- wi-mus. Von Marx bis zur Gegen- wart."(Verlag Ernst Rowohlt, Berlin) eine seit langem bestehende Lücke in der überreichen Lilera- tur über das sowjetrussische Problem ausgefüllt. Rosenberg führt die proletarische Mytho- logie, die sich um Sowjet-Rußland gebildet hat. bzw. die in geschickter Regie gemacht wurde, aus ihren tatsachenmäßigen Unterbau zurück. So ist ein Buch entstanden, das vor allem die Wider- fprüche der bolschewistischen Politik innerhalb Sowjetrußlands und der bolschewisti- schen Politik in bezug auf die außerrussische Ar- beiterbewegung schonungslos ausdeckt. Damit hat Arthur Rosenberg der europäischen Arbeiterbewe- gung die wissenschaftlichen Voraussetzungen ge- liefert, von denen aus in Zukunft die Ausein- andersetzungen mit Sowjet-Rußland in fach- l i ch e r Wnssuvorgenommen werden können. Die russische Arbeiterbewegung ging geschichtlich einen anderen Weg als die sozialistische Bewegung Europas. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts nahm Lenin in Rußland das Marxsche Programm der 1848er Jahre zum Vorbild. Die bolschewistische Partei war als entschiedenste und theoretisch vor- geschrittenste Truppe einer demokratischen Bewegung gedacht, deren Aufgabe zunächst die Be- seitigung der absolutistischen Zarenherrschast war. Im Verlaufe der revolutionären Entwicklung ge- lang es den Bolschewiften, sich sehr bald in den Besitz der Alleinmacht zu setzen. Dennoch wurde der neue bolschewistische Staat keineswegs als .Demokratische Republik" ausgebaut: aber auch „sozialistische" Maßnahmen lagen nicht in der un- mittelbaren Absicht Lenins. Erst während der Re- oolution entdeckte Lenin das Räte-System als die moderne Form einer konsequenten demo- kratisch-sozialistischen Revolution. In der weiteren Entwicklung des bolschewistischen Staates wurde das Räte-System zu einer demokratischen Fassade für die monopolistisch ausgeübte Diktatur des bol- fchewistischen Parteiapparates. Lenin ist noch in die Oktober-Revolution mit dem festen Willen hin- eingegangen, in Rußland nur die bürgerliche Revoluiion zu vollenden, aber diese radikal und konsequent. Zunächst erwiesen sich in der Re- oolution die Massen als die Stärkeren. Die Kon- trolle der Masse über die Betriebe zeigte sich als nicht ausreichend, die Produktionsmittelbesitzer wurden fortgejagt, im revolutionären Kampf ge- tötet: die Masse versuchte, die Leitung der Betriebe in die Hand zu nehmen, wozu sie in den seltensten Fällen vorbereitet war. Die Bauernsöhne strömten von der Front zurück, enteigneten den Großgrund- besitzer, Aerkehr und Produktion stockten, dos Aus- iand intervenierte. So wurde die Periode des Kriegskommunismus zur Notwendigkeit. Der Kriegskommunismus aber war nichts anderes als der Sozialismus der Armut, des Elends. Nur die entschlossene Leidenschaft der Bolschewiften und die ungeheueren Rohstoffreserven Rußlands ver- hinderten das Scheitern der bolschewistischen Revo- lution. Beginn des„Neformlsmus" Bis zum Jahre 1921 konnten die bolschewisti- schen Führer noch an die Möglichkeiten durch- schlagender revolutionärer Erhebungen in Europa glauben. Alle Bewegungen, die das Vorwärts- treiben einer internationalen kommunistischen Re- oolution zu begünstigen schienen, wurden unter- stützt und gefördert. Freilich bedeutete der Versuch. die europäische Arbeiterbewegung im kommunisti- schen Sinne zu revolutionieren, einen Bruch mit den Traditionen des europäifchen Sozialismus. Der Versuch scheiterte. Die Opfer des mitteldeut- schen und Hamburger Aufstandes waren vergeh- lich! Der dritte Weltkongreß der dritten Inter- nationale mußte für abfehbare Zeit jeden Ge- danken an bewaffneten Aufstand als Abenteuer- tum erklären. Ungefähr gleichzeitig mit dieser Wendung der Kommunistischen Internationale begann in Sowjet-Rußland die Epoche der NEP.: 17. Kreis Mittwoch, 5. Oktober, 19� Uhr, Mitgliederversammlung in der Aula des Reform- Gymnasiums, Lichtenberg, Parkaue an der MöMendorffstraße. Referent Genosse Severing M. d. R. Adilüiig, Erwellerter Bezlrhsvorsland! Sitzung des erweiterten Deztiksvorstandes am Mittwoch, dsm 5. Oktober, pünktlich 19 Uhr In» Sitenn�ssaal des Cezirksvorslandes, Lindcn- stra�e 9, 3. Hol II Treppen. Vertretung Ist nicht zulSssIg. Der Bezirksvorstand. il-Boot nicht gesunken Von amtlicher Seit» wird aus Moskau die aus Stockholm und Kopenhagen ver- breitet« Meldung über den angeblichen Untergang des russischen U-Boote» im Finnischen Meerbusen widersprochen. Es wird mitgeteilt, daß das U-Boot nach dem Zusammenstoß mit dem dänischen Dampfer„Robert Maersk" an der Ba�bordseite starke Beschädigungen erlitten habe, daß es aber mit eigener Kraft nach Kronstadt zurück- gekehrt sei. Der dänische Dampfer sei in Lenin- grad eingelaufen. Todesopfer feien nicht zu beklagen. Warschau 1185! Von den Großstädten, bei denen die Zahl der Frauen geringer ist als die der Männer, ist Rom hervorzuheben. Hier kommen auf 1000 Männer nur 971 Frauen. In Sofia sind es nur 894, in New Park(um auch einige außereuropäische Beispiele zu bringen) entfallen 999 Frauen, in Chitago 972 und in Buenos Aires 854 Frauen auf 1000 Männer. Än der Havel ertrunken In der Nähe von Niederneuendorf wurde der 24jährige Landwirt Otto N u s ch k e tot aus der Häver geborgen. Der junge Mann wurde seit dem 23. September vermißt. Man glaubt, daß er in der Dunkelheit in die Havel gestürzt und ertrunken ist. Bei dem Verunglückten handelt es sich um den einzigen Sohn des Landtags- abgeordneten Otto Nuschke. Es blühen die Bäume Auf den Rieselfeldern um Berlin ist augenblicklich eine eigenartige Erscheinung zu be- obachten. Durch das Wetter der letzten Zeit sind zahlreiche früchtetragende Ob st bäume zum Blühen gekommen, so daß man dort— wie sonst nur in südlichen Ländern— viele Obstbäume sieht mit Blüten und Früchten. Zirkus Büsch in Paris. Das letzte noch be- stehende deutsche Zirkus-Großuntcrnehmen, der Zirkus Busch, hat mit einem Pariser Veranstalter ein mehrmonatiges Gastspiel für das nächste Frühjahr abgeschlossen. Die Frau In den Großslädlen. In fast ollen Hauptstädten Europas gibt es, wie die neusten Statistiken zeigen, weit mehr Frauen als Männer. Diese Erscheinung tritt auch bei mittleren Groß- städten auf. So verzeichnet z. B. Berlin 1177 Frquen auf 1000 Männer, Wien 1169, London 1149, Paris gar 1195, Budapest 1192 und Führungen durch Berlin und Potsdam. Im Rahmen der Volksbüdungsarbeit des Bezirksamts Mitte finden unter Führung von Dr. Marianne Hofsmann-Wychgram Besichtigungen des Schinkel- Museums und der wichtigsten Schinkel-Bauten in Berlin und Potsdam statt. Sie beginnen am Sonntag, dem 2. Oktober, mit Schloß und Park Charlottenhof und dem„Römischen Bad". Treff- puntt am Ausgang des Bahnhofs Wildpark 10.15 Uhr. Unkostenbeitrag je nach Teilnehmerzahl 1 M. bis 1,50 M. Tie..Gelellschast für Philosophischen Unterricht" wird am 17. und 18. Oktober 1932 in der Universität Berlin(Torotheenstrahe 6) in Verbindung mit dem Provinzialschulkollcgium der Provins Brandenburg und van Berlin sowie mit dem Zentralin sntut sür Erziehung und Unterricht und der Kant-Gescllschast ihren 3. Kan- areh sür philosophische Propädeutik veranstalten. Alle Anfragen sind zu richten an Studienrat Dr. Kurt Krippendorf, Berlin NW. 21, Bochumer Str. 8. dem Privateigentum wurde wiederum ein« be- schränkte Ausbaumöglichkeil eingeräumt. Mit der „reformistischen" Praxis in Sowjet-Rußland be- schloß die bolschewistische Parteiführung gleich- zeitig, daß sich nunmehr die kommunistische Inter- nationale auf wirtschaftliche Teilkämpfe im Stil der Vorkriegszeit einzustellen Hobe. Damit entfiel jedoch jeder tiefere Unterschied zwischen der sozial- demokratischen und der kommunistischen Arbeiter- bewegung. Die Spaltung der euro- päischen Arbeiterklasse verlor somit je den Boden. Nach dem Tode Lenlns Im Januar 1924 starb Lenin. Immer entschie- dener hatte er in seiner letzten Lebenszeit seine Gedanken auf Rußland tonzentriert. das au» eigener Kraft„seine n" Sozialismus aufzubauen habe. „Die internationalen Beziehungen sind für Rußland nur soweit wichtig, wie sie das Land vor einer gewaltsamen Intervention sichern können. Von einer positiven Unterstützung Ruß- lands durch die Weltrcvolution ist nicht mehr die Rede. Damit hatte die Kommuni st ijche Internationale vom Standpunkt Ruß- lands aus ihre Existenzberechtigung verloren, und man mußte sich fragen, warum Lenin und seine Nachfolger die Inter- nationale aufrechterhalten haben? Stalin hat Lenins Erbe vom„Soziallsmus in einem öande" nur konsequent ausgebaut. Daß mit dieser Auffassung der marxistisch« Sozialismus in eigentümlicher Weise umgebogen wird, mag hier undiskuliert bleiben. In Deutschland kam es unter der Devise der Einheitsfrontbewegung zu gemeinsamen Länderregierungen von Sozial- demokratie und KPD. Im Oktober 1923 sollte die KPD. zum offenen revolutionären Komps über- gehen. Aber so schnell lieh sich das Rad nicht Herumwersen. „Zwei Jahre hatte die russische Führung in Deutschland gar keine revolutionäre Möglichkeit gesehen. Dann entdeckte sie plötzlich die kom- wende deutsche Revolution, machte aber statt einer Volksbewegung ein Verschwörerstück." Seit dieser Zeit hat die Kommunistische Inter- nationale in Europa keine ernsthaste revolutionäre Aktion versucht— die Parteien der Kommunisti- schen Internationale dienten nur noch als Echo der sowjetrussischen Mythologie. Auf dem vierten Weltkongreß der Kommunisti- schen Internationale wurde eine„dritte" Periode angekündigt, die programmatisch jede Einheit»- front mit der Sozialdemokratie ablehnte und einen neuen, völlig inhaltsleeren Radikalismus von den europäischen kommunistischen Parteien forderte. Die Kommunistische Internationale führt ihr„re- volutionäres" Schattendasein, um für die inner- russische Wirklichkeit den Schein einer leben- digen weltrevolutionären Bewegung darzustellen. Rosenberg hat bis 1927 der KPD. und auch der Exekutive der Kommunistischen Internationale an- gehört: das eigene Erleben ist in mustergültiger, vorbildlicher Weise objektiviert und verschmolzen mit einer souveränen Beherrschung der einschlä- gigen Literatur. Wenn e» gelingt, die Ergebnisse von Rosenbergs Untersuchungen den Massen der europäischen Arbeiterbewegung zugänglich zu machen, dann wird sich die Möglichkeit ergeben. den Aufbau in Sowjetruhland anzuerkennen und gleichzeitig die Katastrophenpolitik der Kom- munistischen Internationale aufs schärfste zu ver- urteilen.). R 51. Die Ttaatliche Porzellan-Manu- faktur Berlin stellt vom 3. bis 15. Ok- tober 1932 in ihren Verkaufsräumen Wegely- straße 1 am Stadtbahnhof Tiergarten werk- täglich von 9—19 Uhr eine große Anzahl von weißen und bemalten Porzellanen— Tafel- und Kaffeeservice, Einzeltelle für Ser- viceergänzungen, Figuren, Vasen usw.—, die infolge der strengen Sortierung wegen kleiner Fabrikationsfehler vom Eütverkauf ausgeschieden wurden, zu stark herabge- setzten Preisen zum Verkauf. Alle Preise sind in weitgehender Anpassung an die Wirtschaftslage gesenkt worden. Den Freunden von Berliner Porzellan wird die Möglichkeit geboten, aus dem besonders reichhaltigen Angebot schöne Stücke zu äußerst günstigen Bedingungen zu erwerben. Auen dis IBnonats Raten Berlin W8 Leiozigersir. \ZZ-\Z5 DetTELEFUNKEN 343 mdt MJtßu Mit dem»Selbst-Trenner«: trennt dieser neue Radio-Apparat selbsttätig die Sendewellen. Jede Station ist»eingestellt-schon getrennt«. Lassen Sie sich denTelefünken343 zeigen und vorspielen. <-.-WWW T .■' vi-": ■ 242 .1 DIE DEUTSCHE W M WELTMÄRKE (fikn�Sick...... � Großes Preisausschreiben v.3.bis1S*Oktober Teppiche lüsch, rain« Wolle««vnrt 300 400 70.00, 35� 250 350 5 8.00, 200 300 Vorwerk-Teppiche 300 4 5 1 95.00, Vfibi« 245 360142.00, 200 315 � � Velour mlf Frame 5�� 200/300 Läuferstoffe Boude.modern gestr., reines h TO Haargarn, ca. 120 cm 3.70,| ia� ca. 90 cm 2.40, ca. 68 cm Boüal, modern gemustert, reines Haaraarn, ca. 160 cm a ao 9.90, ca. 125 cm 7.50, 3 Si ca. 90 cm 4.80, ca. 63 cm Tournay, gemuslert, zum � cq Auslegen ganzer Zimmer, ca. 68 cm breit, p. w � Möbel st of f Couchestoffe ca. 130 cm breit mod. Must. p. m 3.SO, 2.90 Couchestoffe,hochwert.QuaI. nort mit Chenille, Kunstseide 52Jl p. m 8.00, 6.75, Gardi nen_A5 Halbstores, Meterware m.Ein-| satz u. Frans, p. m 4,50,3,95 s.p.i. M Gittertülle tur Falten Store« p. Gm ...... 1.35, 1.05"i Dekorations Stoffe Kunstseide, Streifenmuster, p. m 2.75, 2.25 Kunstseide, ganz apart. Jac- quardmust., p. m 3.90,3.15, 945 sTeppdocken_ � 5q gemust., Kunstseide mit Z V/a!lfüIIung,fert.lS0-2v0* � Gemustert Kunstseide, n«nO laQualität mit garantiert weisser Daune......... Hteine Anzeigen wirkungsveii und btiltg. Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt; 5 mal S%, 8 mal 7'/;%, 12 mal 10%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, lOOOO Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.3(%9— 5 Uhr), sämtl. Vorwärts-Filialen u. Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen uemame| epotihinint ecbrauch.» Zcpplihc Biels 2x3 jetzt nur 12,—, weitere©tö- tzen 17,- bi» 24,-. Fragen Tie stet» nach gebrauchten u. fehlerhasten Tep- pichen. Kbrner, Berlin W., Pot.» damerstratz« 23d. «techherde, Kachelofen»igener Herstellung. Ueber- nehme Töpserarbei» ten. Ofenbau Prin. »enstratze bl>. Hosen tllr Fimmerer und Maurer. Wilhelm Bahr Brunnen. strak» 78_ Masjan,«g, Mahmantel, erst, klassig, IM.-. Mo. natsratc lv,—. Sc* rolina 2335. Linoleum Ezillat Kolonie- ftraüe g Tcopiibbau. Emil Lesevre. Berlin, kelt 49 stah. ren nur Oranien- strasii. 13«. stab. lunaserlelibteruna ohne Aufschlag Evc- »ialkalaloo kosten. frei.' ttSiiSl-r Kurzinarea, große Auswahl und staunend billig lie» seit Händlern im- mer wieder Haber. feld. Roch. Ecke Mllnzftraß«. Immer wieder liefern wir Winter» trikotagen, Strumpf. waren Händlern staunend tillig. La» aerbesuch lohnend. Haberfeld, Roch» Ecke Mllnzstraße. HiemiingssiuciiB. Wüsche usw. Knaben und Burschen Kleiderfabrik per. kauft an Private zu Fabrikpreisen. Roßstraße 29—30, nur eine Treppe. Fahrgeld wird ver. glltet. Lodenmäntel, Gummimäntel, Da» men- und Herren. mäntel, nur Quali- tätsware, ab Fa- drik, außergewöhn. Ilch billig, auch Gummimäntel. Re- paraturen. Schnell, Alexanderstr. 8a. mobil Küchen Gewaltige« Preisabbau! Kauft in der Epe» zialiabrik größten Stils.©ebrllder Möller. Köpenicker» straße 18V. Eingang Zeuahofstraße ISchlestschee Tor). ©rößtc» KUchen- lager Berlin». Ständig dVV Kuchen vorrätig. Monbijouplatz 10. Täglicher»Verkauf gebrauchter und sa» brikneuer Möbel in großer Auswahl. Echlaszimmer. 18V breit. Schweden. bitte, Hochglanz. poliert, fabrikneu, 463,—. Speisezim» mer, wenig ge. braucht, 180 breit, komplett 190,—, Echlaizimmer. ge- braucht, 120,—, Her. renzlmmer iVV,—. Zurückgesetzte Schlaf. »immer. Speisezim. mer spottbill'g. Ankleideschranl 43,—, Schreibtische, Bücherschränke 40,-, Ankleideschränke, KUchen, Eouche». Drehbeiteouches, Klubsessel. Piano, Vitrinen. Stand. Uhren, Teppich». Möbel, und Lom» bardspeicher Lan» bau, Monbijou» platz ID.• Patentmatratzen „Primisssma", Auf» legemalratzen, Me. tallbetten 9,—, Chaiselongues. Walter, Stargarber Straße achtzehn. Kein Laden. Küchen »üch«- Küchen Küchen- Masserer Eigene Ev-iial. lackwerkstätte» Warfchauerstr. 37M fgegenUder Hoch- bahn und Siadt- bahn)._ Einzelmöbel zur Ergänzung, Eouche», Vitrinen, Liegesessel, S-breib- tische, Büfett«. Große Auswahl! I Billigste Preise! Moritz Hirlch owitz, Südosten. Skalitzer» straße 23, Sochbahn Kottbusser Tor.' Dreißig Ankleideschränke spottbillig. Monbi- jou platz lv• Gpelse, Immer, 200 breit modern, alle» rund, 390,—. Monbijouplatz 10. Couch, Betteouch. Klubsessel, spottbillig. Monbijouplatz 10 Küchen, pottbillig, Monbi. chuplatz 10. Ankleideschränke 180 breit, 93.-. Schlafzimmer, 180 breit, 235,—. Spei. sezimmer, Eiche mit Rußbaum, komplett 283,—. Riesenau». wähl. Scharfstein. Prinzenstraße 64. Im Marstall. gebäude, Breit». straße 36, gebrauchte Möbel spottbillig� Küchen ab Werkstatt. Lind. grlln, komplett 35,— an. Skalitzerstr. 45 fGörlitzer Bahnhof). Wichtigl liir jedermann. Täg. lich werden verkauft auterhaltene Klei» oerspinde. Bertikos 14,—, Bettstellen 18,—, Flurschränke, Waschtoilettcn 10,—, Chaiselongues 14,—, Kommoden 8,—, BUcherlpinde. Schreibtische 18,—, Büfette 38,—, Tru. meau» 22,—, Stand. uhren 88,—, Klub. scssel, Ricsenaus. wähl, spottbillig, 2000 Teppiche. Speisezimmer, gut erhalten, komplett 173,—, Herrenzim» mer, fast neu, kom» plett 190.—, Schlaf. zlmmer, fabrikneu, komplett 238,—. Wohnsalon, wenig benutzt, 145.—. 100 entzückend,«llchen, gebrauchte 34,—, Stargardt» Möbel. und Lombard. svelcher, Prenzlauer Straße sechs. Ecke Linicnstraße, am Prenzlauer Tor. Fahrverbindung bis Preuzlauer Tor: Straßenbahnlinien: l. 60, 62, 71. 72, 73. 74,>74, Auto. bus: 8 12, 14, 30. Untergrundbahn Schönhauser Tor.' Kinderwagen, Korbmöbel, Riesenauswahll Klappwagen 8,85, große Korbsessel 2,65,©artenmöbel spottbillig I Star» gardts Möbel» und Lombardspeicher, Prenzlauerstraße sechs. Speisezimmer 275,— bis 930,—, Schreibschränke 53,— bis 273,—. Kamer» ling, Kastanienallee 5698.� Technische Privatschule Dr. Werner, Regie. rungs-Baumeister, Verlin, Neander- straße 8. Maschi- nenbau, Elektro- technik, Heizung, Hochbau, Ticsbau.* Rackowo kaufmännische Privatschule und Staatlich an- erkannte Höhere Handelsschule, W. u. Dr. A. Rackow, Wilhelmstraße snahe Kegelbahnen, Bcrcinszimmcr, Säle frei. FUrsten» Hof, Köpenicker- straße 137. vmziise Fuhruissen AutoumzLg», Eiltranoport« und Vereinsfahrten. Kurfürst 1403.' | woechersieh| ©cnossenl Eure Wäsche nur in die Dampiwäscherci 49 Kudasch, Köpenick, Leipziger- lGrUnaucrstraßc 43 straße), Tanentzien- lTelepb.: 8' 4 0587), straße 1, Alexan-ssie liefert chlorsreie derplatz 50.— Ok.> weiße, im Freienge» tober beginnen trocknete Wäsche. 5 Lehrgänge f. Buch- bis lv"/« Rabatt. lltungs-, Korre» Abholung täglich. Kahngeblsse. Blatinobiälle Quecksilber siinn- Metalle. Silber- schmelze©oldschmel- »erei. Christional Kövenlckerstraße 39 Haltestelle Adalbert- straße Kaufe Motorrad. Schön- hauser Allee 4va. Damen- Fristersalon, drei Bedienungen, zu verpachten oder Kadnaebisse, Edelmetallbruch, Quecksilber. Kinn Blei, Silberschmclz« öss verkaufen. Kleine Im Marstall- i Möbclpohl, r gebäude Breite� Innungsmeister, 11 Straße 36, gewcrb.!Ackerstr. 130.©roße � sicher Möbelver-iAuswahl, zurllckge- kauf täglich 2 bis 7, Speisezimmer, Schlafzimmer. Her- renzlmmer, Küchen, Schreibtische©las- Vitrinen, Stand- Uhren, Bllcher. schränke, Anrichten, Frisiertoilette. StUhic, Tische. Ein> elmöbel. iluswahl polierter Schlafzimmer fpott. billig. Portier mel» den. setzte Preise. Spottbillige Markenpianos,©e- legenheiten. Leh- u. mann Klavier- ©roße|)aufc Alexander- straße 37 Rur noch 10 Tage KurUckgcnommene Schlafzimmer 190,—, Schlafzimmer, Birke. Mahagoni, Ruß Pianos, ©elegenheitskäuse, 173,- 273.-. ge. brauchte, neue, große Auswahl. Teil» zablung. Thür, Mllnzstraße 80' Radio ohne Anzahlung, ohne Ausschlag bis 12 Monate. Fllh- rende Marken bis 30 Proz. Rabatt. Beweis: Retzan- schluß mit 4 Röhren 39.—. Borsllhrung unverbindlich wci- testet Weg lohnt. Herold, Neukölln, Kaiser-Friedrich- Straße 229. bauni. rund gebaut, nur 325,-, Speile- zimmer 175—, Her- tensimmic 165,-, Vrunnenstraße� 30 KUchen 55/—, Ankleideschränke, Nußbaum, 33.— Rachtschrani 9,—.'300,—, Alles unter Wert- Herer, Pianos 100, 130, 175,—, Bechstcinpiano gebrauchte. Prinzen preis. Kommen Sic-straße 90.' �ß/aaee' Kasten' � 3>-k° � Smtagcr, sloftciiiiGii« allcc 45, Hofge- bäude. ©ewerkichaftler ianien Möbel billig in der Mödrlfadrik Elfässerstr. 86—88- vorn 1 Trevpe, im ©ewerkslboftshaus der Metallarbeiter Teilzahlung ge- lottenburg, stallet. Man achte, scheidstraße, auf den Ramena Kantstraße. Srball- platten, nur I. Auf- »ahmen, 23 gcnti- meter, früher 2.5(1, jetzt 0,93, KUnstlcr- Aufnahmen, 3VFen- timctcr srllbcr 3,30, jetzt 1,30. Machnow, Weinmeisterstr. 14. Filialen: Friedenau, Rbeinstr. 48. Char- Wind- Ecke und Radioanlagen, alle Marken, gegen kleinste Monats- raten. Vorführung kostenlos. Ostfunk Szilast, Neander. straße 16, Etagen» aeschüft. Telephon Iannowitz 0485.' Radio. Sprechmalchinen, Netzanschlußanlage komplett mit Roh- ren. Lautsprecher, anschlußserttg. 46,—, Lautsprecher 4,75. 7,50. vierpolig l3,— 18,-, 22,-, 5;■ >.30 psteM Elektro Kaution. Anfragen unter T. 243 an „Vorwärts"» Hauptexpedition. GrundstiicKs- uatiräula Billigste Eigenheime nebst 1 Morgen Land können 100 Interessenten durch einmalige Zahlung von 300 Mark er- werben. Adressen sofort erbeten un- ter S. O. S. S. an den„Vorwärts", Lindcnstraße 8. itfimiszcnineii Nähmaschinen, große Auswahl. Mark 83,— an. in Rundschisfchen und Kcntralbobbin 93,—. Machnow Wein meisterstr. 14. Fi. liale: Friedenau. Rheinstraßc 48. | Rmirsliss' j Fahrraddecken 0,80, Schläuche 0,43, Ketten 0,70, Sättel BaumarKl Für Laubenbau Kanthol». Fuß. boden, Fenster. Tllren.©llnstigc i» bedingungen.Valcn tin, Ofenerstr. 10, nickerstraße 20» lMant«ufk«lstraße.1 Motorrad! Gebraucht, von 200 bi» 300 vom zu kau- scn gesucht. Angl» böte mit Preis. Marke u. Baujahr. unter C. 231 an die Hauptexpedition des „Vorwärts". I iinieirici!!| Berlitz-School, Leipzigerftr. 110— KursUrstendamm20a. Seit 50 Jahren die bedeutendste Sprach» schule der Welt. Lehrt Englisch und die Übrigen Welt- sprachen. Privat» Unterricht ab 2,90 Stunde. Zirkel: monatlich 4,00 Mk. Unverbindliche kostenlose Probe- stunde." _, Korre- pondenz. bzw. Sc- kretariatsarbeiten oder allgemeine Bllrvtätigkcit.— Tageskurse, Abend. kurse.— Monat. lich beginnen Ei». zelfächer: Buchsüh. rung, Mlanzarbei- ten, Wechkelverkehr, Stenographie, Ma- schinenschreiben, Schönschreiben, fremdsprachliche Stenographie, Kor- respondenz, Spra- che».— Deutsche, ausländische Sprach. lehrer.— Prospekte kostenlos. H.Zimmcr-Woh. »ungen in unserer Britzer©artensied- lung sofort und später zu ver- mieten. Auskunft und Besichtigung täglich von 2 bis 8 Uhr durch©e- mcinhardt, Run- giusstraße 30. Bau- gcnosscnschaft „Ideal",©cmei». niitziges Wohnung». unternehmen e.©. m. b. H._ Ohne Einschrcibegeld vermittelt Woh» nungsheld, Neu» Königflraße acht» unddrcißig, direkt Alerandervlatz.* gufa» Untnb 8?» Neukölln, amtsfreie raiSr Stube, Küche 20,-, (.�ClDQQt fuC CiriGll CÄmtriprt Älünliodl» Buten©iü Und fHr.' �"voam- Lichtenberg, bildschöne Zwei. »immer. Wohnung guten Sitz Und för dert die Lust zum Beruf. Chausseestraße " ihauseralle Echönhauscrallee 42, Oranienstraßc 139, Andreasstraße 54.* 91 Abitur.vbersekunda, Barten, lauoe und Bamon 4.>WWM_...... dosen 5,50 o Einzelne Der Mark, Anoden, 100 dalen 0.35. Vorder. räder 2,30. Schutz. bleche 0,80. Rahmen 14,—, Anoden 2,30. Großakku 3,50. Schönleinstraße 2, Volt, 2,85,©aran- tie-Anode 4,50, 5,95, Netzonoden 13,—, Bastlermaterial billigst, Sprech. nmschinen Kosser. Filiale: Kottbusser apparate 9,- 12,-." 13,— Mark, Schrank- apparate 28,—, 82,-,43,-M. 10 000 Werte 3,- 4,-, 6,— sowie alles Zu l Fitzner. l Kantstraße 54. behör billig Mach- now Weinmeister- straße 14, Filialen: Friedenau, Rhein straße 48: lottenburg, scheid- Ecke straße, und straße 54. n dämm 69,_ Gebrauchte Fahrräder 15,— 20,- 30,- 83— Machnow Weinmeisterstr, 14,> Char. Wind- Kant- Kant- Fabrikneue Ballonfahrräder jetzt 32,—. 83.—, 40—, Ballonfabrräder zu 33,— mit Dnnamo- lichtmaschine. Wer- ner, Adalbertstr. 9, Kottbusser Tor. Dachrinnen für Siedler spott billig, Alcxandrinen straße 107.__ Drahtzäuue, Drahtgeflechte, aller billigst, Max Tenen bäum, Breslaner Straße 83, 8! 4 Alex- ander 5661, Sdelobstbönme. Beerenobst Hecken- pflanzen, Rosen Ziersträucher, Koni seien usw. Preis- liste kostenfrei! M. Haufe.Baumfchulen, Iehlcndorf- Mitte Lichterfelderstraßc. Fernspr.: Zehlcn- dork 1090,' Tagesschule, Abend- kurse, Direktor Dan- ziaers Votberci. tungsaustalt Nürn. bergerstraße 8ö!86. Technische Privatschule Barth, Berlin, Chaussee- straße 1 fOranien- burger Tor). Ma» schinenbau, Elektro- technik, Tage»-, Abendschule. Lehr- pläne. Kochen einkochen. Backen, u-chrzcidern, Weiß. nähen. Plätten usw. lehrt gründlichst M. Strahlendorf, Haus- haltunasfchule mit Töchterheim, Ver. lin SW., Strefe- mannstr. 61. Pro- spekt frei. Londoner, geprüft, unterrichtet Schnell-Englisch. Stundcnprets vier- zig Pfennig. Unter. richtsorte: Alerxin- derplatz, Charlotten. bürg, Steglitz, Spandau, Potsdam. Postlagcrkarte 880, C. 2. Technische Privatschule Diplomingenieur Stellmacher, Fried- richstraßc 118. Ma- schinenbau, Elektro- technik, Galvano- technik, Werbctcch- nlk, Kinovorführcr. Tanzunterricht Leisten. Köpenicker- straße 137. Neue Kurse beginnen, Einzelunterricht je- derzeit. Vkl'' semedenes .ad, Loggia 45,—. Haupert, Maybach- ufer 4.__ Wohnung, Stube und Küche mit sämtlichem Zu- behör für 28,30 zum 1. November 1932 zu vermieten. Jas- drow, Wildau, Friedrich-Ebert- Straß- 77. Nenhauwohnuna, 8 geräumige Zu». mer, billig, sofort. NB. 18, Rex, Mai- glöckchcnsträßc 22. ümmer Freundl. Lccrzlmmer an Genossin oder Genossen abzugeben. Werner, Stubben- kammcrstraße 2. Zahnersatz, 14zähniges©ebiß 25,— an,©oldersatz. kröne 5,—,©old. krönen 10,— an. Brückenarbeiten bil- ligst. gahnpraxis Kuchowski, Frank. furtcr Allee 330, gegenüber Tietz, di- reit U-Bahn Me- mclcr Straße. Sprechstunden 9—1, 8-7. Dauerwellen 4,50. Charlotten- bürg,©uerickestr. 31 lKnie-Rähel, amilsmal'ii! Sieilengesuche Junge alleinstehende©c- nosstn sucht Stellung als Wirtschafterin bei alleinstehendem gutsituierten©e- nassen. Offerten er- beten unter N. 100 an Vorwärtsausgabestelle, Carmen- Sylva-Straße 57. Unserer heutigen Auslage liegt ein Prospekt der Firma Nermaun Biet-, Berlin, bei, woraus wir unser« Leser besonders hinweisen. iell%--undaudidaW» 3J0Uhr(ermäßigte Pr.) Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanzt" BANK UND SPARKASSE ALLER ARBEITNEHMER IST DIE BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, BERLIN A G QuntheiH � ßnmuH t,, lern pol v Komi KI$Uhr15 Sonnabend u.Sonntag //M auc� zu kleiner t Iii* preisen l j \ROHEir P&MILIE löeorgeDormonde* Lordßlrx TflarySrihuCo. �-yJILfredos TTCae tLgin. \ llfarldnnt t/RbberbSieka� 1 öftoh/ers'ßcademy- Qirtsf*- SSonendef�m-Rew' önende // Im-Kevu�— PÄA l v� «4 WF Von. F Theater im imlralspaiast äglich SVi Uhr Gitta Alp �• V 0 f I in 1 Iin 1 1 Eine Fraa, die weiß, 1 Katharina|| was sie will!| 40-81% Gewinne metropoi-Ttiester 1 Täglich SVi Uhr 1 JriOi Massary Ich habe mich nach mehrjähriger Au»- bildung bei San.-Rat Schanz. Dresden, Prof. Rosenstein und Prof. Katzenstein, Berlin, als Facharzt für Orthopädie und orlhopädiuchc Chirurgie nieder- selassen. Dr. med. Kurt Eichcibaum Berlin-Neukölln, Bergstr Sonnabend; 11—2. Zentrale: S 14, Märkisches Ufer 32 Wallstraße 62, 65 Depositenkasse: SW 68, Lindenstraße 3 erhalten unsere Mitglieder für die Zuchtperiode 1931/32. In der Zuchtperiode 1930/31 haben wir sogar 59— 123% Gewinn auszahlen können. Wenn Sie dies interessieren sollte, so verlangen Sie bitte unverbindlich und kostenlosfür Sie unsere ausführliche Information über eine Beteiligung an unsere Gemeinnützigen Edelpelziier-Zuchtvereinigung e. V Auch die Abschrilten der Gewinnberechnungen senden wir Ihnen. Wir züchten Edelpelztiere in Pension für unsere Mitglieder, d. h. daß unsere Mitglieder zwar unbeschränkte Eigentümer der durch sie erstandenen Silberfüchse, Nerze Marderhunde usw. bleiben, wir jedoch die Tiere für unsere Mitglieder züchten und vor allem verkaufen. Wollen Sie einen Betrag von ca.itOO Mark oder dasMehrfache gewinnbringend anlegen, ohne daß Sie irgendwelche Mühe und Arbeit damit nahen so lassen Sie sich unverbindlich und kostenlos die reichbebilderte Broschüre, Gewinnbringende Edelpelztier- zuchfvon der Gemeinnützigen Edelpelztiervereinigunge.V. Berlin Britz, kommen. VIERTE BEILAGE Eisenbahner in Front UnKsLrocIiene Kraft des Einheitsverbandes SONNTAG, 2. OKT. 1932 Rund 1000 freigewerkschastlich organisierte Berliner Eisenbahner saßen am Freitagabend im Apollo-Saal des„Deutschen chofs" in der Mit- gliederoersammlung des Einheitsverbandes der Eisenbahner Das war immerhin eine geschlossene Beranstaltung und man oergleiche hiermit, daß unlängst eine Eisenbahnerversommlung der Nazis im„Ulap" einschließlich der freigewerkschastlichen Horchposten einen Besuch von ganzen 82 Mann auswies! Nicht besser erging es der NGO,, die am Montag nach den Sophiensälen eine Eisen- bahneroersammlung einberufen hattr Hier waren zuerst ebenfalls nur 80 Personen anwesend, zu denen dann später noch 40 Personen kamen. Als der kommunistische Versammlungsleiter den Be- ginn der Versammlung immer weiter hinaus- zögerte, mußte er sich gefallen lassen, von dem überwachenden Polizeibeamten ermahnt zu wer- den, dach endlich anzufangen! Und es war weiter ein beredtes Zeichen für die ungebrochene Kraft des Einheitsverbandes der Eisenbahner, als der Bevollmächtigte, Genosse Hahnebuth, mitteilen konnte, daß nach der Abrechnung im 3. Quartal nicht mehr ein einziges Mitglied verlorengegangen ist. Es geht wie- der vorwärts! Die Versammlung selbst»ahm einen ausgezeich- neten Verlauf. In einem groß angelegten Re- serat äußerte sich Genosse Jahn vom Hauptvor- stand über die Politik des Verbandes. Er stellte besonders wirksam die Arbeitsfülle bei der Deut- schen Reichsbahn heraus: trotz dieser Arbeitsfülle erfolgen dennoch Massenentlassungen. Genosse Jahn hat sich im„Vorwärts" selbst aus- führlich zu dieser Frage geäußert, sein Referat wird außerdem gedruckt und unter den Eisen- bohnern verbreitet und schließlich hat der„Vor- wärts" eingehend über die Vorgänge bei der Reichsbahn berichtet. Interessant rckar ein p r i- vater Vorschlag Jahns: wenn man alle 400 Mark übersteigenden Gehälter der Reichs- bahnbürokratie progressiv kürzen würde, erzielte man eine Summe von 37 150 000 Mark, Davon könnte man 21 000 Arbeiter mit einem Wochenlohn von 3 5 Mark beschäfti- gen. Aber trotzdem sich jetzt das Papen-Regime auch bei der Reichsbahn auswirkt, wird der Ver- band weiter seine Pflicht tun Dem Referat folgte eine sehr angeregte, mehr- stündige Aussprache. Es war mehr als be- zeichnend, wie ein nach in Arbeit stehender Eisen- bahner aufstand und sagte: wir verdienen nur noch 30 Mark pro Woche, In jedem Monat ver- schiebt sich die Mietzahlung um 8 Tage. Nach vier Monaten sind wir bereits eine ganze Miete schuldig. Wir ersticken in Schulden. Ein anderer Redner wandte sich mahnend an die Beamten: sie leisten jetzt mitunter 0 oder gar 7 Schichten pro Woche zu je 9 bis 12 Stunden. Merken die Beamten nicht, wie sie sich selber überflüssig machen? Ei,n Arbeiter aus den Werk- stätten sagte, man müsse jetzt einen Vorstoß machen für die Un- und Angelernten, Denn die Fließarbeit habe in ungeahntem Maße die bisherigen Trennungen zwischen Gelernten und Angelernten verwischt. Und ein anderer Redner legte dar. wie man einen Bauzug angefordert habe, um zu verhindern, daß die Reichsbahn Ar- beiten an Unternehmer vergeben könne, indein sie sich darauf beruft, daß beispielsweise in einer ländlichen Gegend nicht die nötigen Arbeiter aus- zutreiben wären. Bis heute ist aus diesem Bau- zug, der Bahnunterhaltungsarbeiter an entlegene Stellen befördert, nichts geworden, Im übrigen werden die Eisenbahner vor der Reichstagswahl noch einen Sonderkampf durch- zusechten haben: am 9. und lO, Oktober sind Beamtenratswahlen bei der Reichsbahn. Jedes Verbandsmitglied, auch wenn es nicht Be- amter ist, muß hierzu seine Pflicht tun. Del ins Feuer Buchdruelrereikesiteer„berichtigen". Unter Bezugnahme auf§ 11 des Pressegesetzes erhalten wir vom Verein Berliner Buchdruckerei- besitzer zu unserem„Versteisung bei Scherl" über- schriebenen Artikel in der Freitagausgabe des „Vorwärts" folgende Berichtigung: Es ist nicht wahr, daß für die Veröffentlichung des Vereins Berliner Buchdruckerei-Besiger vom 28. 9. 1932 die Firma Scherl„vereinzelte zurück- liegende Spitzenlöhne als übliche Normalver- dienste hingestellt" und sich Lohnwochen heraus- gegriffen hat,„in denen neben Schichtzulagen auch Ueberstundengelder gezahlt wurden".— Wahr ist vielmehr, daß di» in der Veröffent- lichung des Vereins Berliner Buchdruckerei-Be- sitzer vom 28. 9. 1932 erwähnten Löhne der Hilfs- arbeiter des Scherl-Verlgges im Durchschnitt die Gesamtverdienste der in der Veröffentlichung er- wähnten Hilfsarbeitergruppen darstellen, die für BSticheriarif verlängert In einer Mitgliederversammlung der steige- werkschaftlich organisierten Berliner Böttcher kün- digte der Vorsitzende der Ortsgruppe Berlin, Ge- nosse Schultz, nach einem Vortrag über die politische und wirtschaftliche Lage auch den Unter- nehmern im Organisationsbereich des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter den schärfsten Kampf gegen jeden neuen Lohnabbau an. Der Sektionsleiter Genosse R o h d e konnte mitteilen, daß es gelungen ist, den von den Unternehmern zwecks Verschlechterung gekündigten Lohn- und Manteltarifvertrag für das Berliner Böttchergewerbe bis zum 31, Dezember 1932 u n- verändert zu verlängern. Friesen in Weißenfels Sehnhfahrihanten geben nach Zwischen den Unternehmern und Arbeitern in der Weißenselser Schuhindustrie ist angesichts der noch ungeklärten Rechtslage unter Aufrechlerhal- tung der beiderseitigen Rechtsaussassungen zum Zwecke der unverzüglichen Herbeiführung des Arbeitssriedens ein Abkommen getroffen war- den, nach dem innerhalb von vier Tagen die Ar- beit überall wieder ausgenommen werden soll. 3n den vom Arbeitskamps getroffenen Betrieben erfolgen die Einstellungen zu den vor dem 5. September gültigen Lohn- und Arbeitsbedin- gungen. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. In der Schuhindustrie war es bis jetzt nur in Weißenfels an der Saale im Zusammenhang mit den Lohnkllrzungsversuchen der Unternehmer auf Grund der Notverordnung zu einer Arbeitsnieder- legung gekommen, von der fünf Betriebe mit zu- sammen 850 Arbeitern erfaßt sind. In fast allen anderen Fällen haben die Arbeiter sehr rasch er- reicht, daß die Unternehmer von ihrem Versuch, die Löhne unter Berufung auf die Notverordnung für die 31. bis 40, Wochenarbeitsstunde zu kürzen, Abstand nahmen, so in Kornwestheim(Württem- bergj, Frankfurt a, M,, Hartha i. Sa,, Nürnberg, Berlin und anderen Orten. Auch in Weißenfels waren die Arbeiter bereit, eine Arbeitszeitverkürzung hinzu- nehmen, um möglichst viele Arbeitslose in den Betrieben unterzubringen. Statt jedoch diese Opferwilligkeit der Arbeiter anzuerkennen, waren die Unternehmer mit der Beschäftigungs- prämie noch nicht zufrieden und verlangten auch noch eine Lohnsenkung für die 31, bis 40, Wochenarbeitsstunde bis zu 50 Proz, Ber Wlderftanb wächst Hamburgs Verbebrsarbeiter im Abwehrstreik die dem Streik vorausgegangene Lohnwoche ent- sprechend dem Schiedsspruch vom 10. September 1932 errechnet und am 23, September 1932 zur Auszahlung gekommen sind, Auch wenn jetzt erklärt wird, die in der Ver- ösfentlichung des Vereins Berliner Buchdruckerei- besitzer angegebenen Löhne der Hilfsarbeiter wären Durchschnittsverdienste, bleiben wir bei unserer Behauptung. Der krasseste Fall betrifft die Löhne in der Packerei, die mit 05 bis 09 M. angegeben werden, während in der ersten Streikversammlung u, a. die schriftliche Erklärung eines Arbeiters verlesen wurde, der nur 40 M. verdiente. Der Verein Berliner Buchdruckereibcsitzer ahnt gar nicht, was er mit seiner Erklärung angerichtet hat. Die Arbeiter haben jetzt die schwer st en Familienkonflikte auszutragen, weil die Ehefrauen behaupten, ihre Männer hätten jene angeblichen Löhne verdient und jahrelang die Differenz unterschlagen. Die Buchdruckereibesitzer haben Oel ins Feuer gegossen. Hamburg. 1. Oktober. h ig f n er B e r ich I v.e Hamburger Berkehrsarbeiter find Sonnabend früh 5 Uhr in den Streik g e- treten. Der Streikbeginn erfolgte aus Grund einer Urabstimmung am Freilagabend in den Be- trieben der Hamburger Hochbahn A.-G., die mit etwa 90 Proz. der Stimmen den Schiedsspruch der Schlichlerkammer ablehnten, wonach der Lohn um 5 Proz. ab 1. Oktober und die Arbeitszeit aus 45 Stunden ob 1. November herabgesetzt werden sollen. Nochmalige Berhandlnngen am Freitagabend führten zu keinem Ergebnis, so daß der Betriebsrat und die Gewerkschaftsleitung die Durchführung des Streiks billigten. Die Berkehrsarbeiter sind entschlossen, sich mit allen Mitteln gegen eine weitere herabdrückung des Lohnes zur wehr zu sehen. Bom Reichsarbeilsministerium sind die Taris- parteien zu Montaonachmittag 2 Uhr nach Berlin zu Nachoerhandlungen über den Schiedsspruch geladen worden, der von den homburger Berkehrs- arbeitern abgelehnt und mit dem Streik beanl- woctet worden ist. Streik der Hochfeefischer Hamburg, 1. Oktober. In allen Häsen der Nord» und Ostsee haben die Besatzungen der Frschdampfer die Arbeit ein- gestellt. Der Konflikt in der Hochseesischerei Hot seine Ursache in der Weigerung der Fischdampser- reedereien, die am 30. September abgelaufenen Tarifverträge unverändert zu verlängern. An dem Streik sind etwa 3500 Seeleute be- teiligt. Auch in den Unterweser st ädten haben die Fischdampserbesatzungen der Streikparole Folge geleistet. So konnten am Sonnabend in Geestemünde zwei Fischdampser nicht auslaufen. Der Verband der deutschen Hochseefischereien hat den Schlichtungsausschuß in Bremerhaven ange- rufen, Streiks überalt Frankfurt a. M., 1. Oktober. Ein Teil der Belegschaft der„Frankfurter Zeitung" ist wegen Lohnstreitigkeiten in den Streik getreten. Die heutige Nachmittags- ausgäbe des Blattes konnte daher erst mit über einer Stunde Verspätung herausgebracht werden und war vorsorglich gleich mit der Frühausgabe für Sonntag vereinigt. kiel, 1. Oktober. Nach einem gestern abend gefaßten Streik- beschluß ist die 80 Mann starke Belegschaft der Stahlbau an st alt Gebrüder Hander- sen am Uhlenkrog heute früh in den Streik ge- treten. Die Fabrikleitung hatte von der Notver- ordnung über die Mehreinstellung Gebrauch DnKhwwIfe IfeMNClK * mm~ a» 5? � Msiaä/wÄc� ÄMgaw. 9Wssw, ......'...... 11» Qualität Heris durrhgewebte, besond. haltbare Gebrau eh s- qua Ii tat, mit Franse, ca. 200 x 300 cm.... Qualität H 0 r I S durchgewebte, besond. haltbare Gebrauchs- q u a I i t ä t, mit Franse, ca. 250 x350 cm.... Qualität H 6 r I S durchgeweble, besond haltbare Gebrauchs- q u o I i tä t. mit Fronse, ca. 300x 400 cm 1691 M 13» ouaiitätTaebris durchgewebte, seit Jahrzehnten erprobte, hochwertige Qualität, mit Franse, 200x320 cm ouaiitätTcebris durchgewebfe, seit Jahrzehnten erprobte, hochwertige Qualität, mit Fronse, 250x370 cm ouaiitätTaebris durchgewebte, seit Jahrzehnten erprobte, hoch- werlioe Qualität, mit Franse, 300x420 cm St m lif Qualität Kes Hon durchgewebtes, hoch- floriges, erstklassiges Marken- Fabrikat, mit Franse, 200 x 320 cm Qualität Keshon durchgewebtes, hoch- f I o r i g es. erstklassiges Marken> Fabrikat, mit Franse, 250x370 cm Qualität ICe S tito n durchgewebtes hoch- f I o r i g e s. erstklassiges Marken- Fabrikat, mit Fronse, 300x 420 cm 17» 2361 Tahlungssrlsictitsrung ohne Preiserhöhung | Unsere GARDINEN-AUSSTELLUNG zeigt Ihnen, wie Sie auch mit geringen Mitteln Ihr Heim schön und behaglich gestalten Können] WIR HELFEN IHNEN BEIM UMZUG | durch Kostenlose Beratung erster Fachkräfte in allen Umzugsfragen machen und eine Lohnkürzung vornehmen wollen. Obwohl diese Ma-Znahme vom Schlichter nicht beanstandet wurde, hat der Deutsche Metall- arbeiterverband den Streikbeschluß gebilligt, Der Verband bezeichnet den Streik als Solidaritäts- Handlung der Belegschaft für ihre Hamburger Kollegen, da angeblich in der Fabrik Arbeiten ausgeführt werden sollten, die tnsolge des Streiks in Hamburg nicht zur Ausführung gelangen konnten, Köln, l. Oktober. Die Arbeiterschaft der Firma Albert Kupper«- b u sch, Schloßfabrik in Velbert, hat am Freitag geschlossen die Arbeit niedergelegt, Die Firma, die mit einem englischen Unternehmen zusammenarbeitet, hatte Aufträge, die Ursprung- lich im englischen Unternehmen fertiggestellt werden sollten, nach Velbert leiten lassen, um von dem notverordneten Lohnabbau für die 31, bis 40, Wochenarbeitsstunde profitieren zu können, Die Arbeiterschaft war jedoch mit dem Vor- gehen der Firma nicht einverstanden. Das Unternehmen hat die Streikerklärung mit soforti- gen Ki«rtdiglingen beantwortet. Leipzig. 1. Oktober. Die gesainte Belegschaft der Großbuchbinderei S i e k e" in Leipzig ist wegen Lohnstreitigkeiten am Soiznabend unter Führung der Ge- werkschaften in den Streik getreten. Es handelt sich um 200 Mann, Die Firma Sieke erklärt, sie habe beabsichtigt, di« 4ö-Stunden-Woche beizubehalten und Neu- »instellungen vorzunehmen unh habe versucht, als Gegenleistung einen geringen s?) Abbau der Stundenlöhne zu erreichen. Die Ankündigung dieser Absicht allein habe genügt, die Belegschaft zur Arbeitsniederlegung zu veranlassen, Bocholt, 1. Oktober. Etwa die Hälfte der 300 Mann betragenden Belegschaft der Firma Stern u. Löwen st ein ist in den Streik getreten. Es handelt sich um die gleichen Gründe, die für den Streik bei der Firma Rote Erde, wo die Arbeit wieder aufgenommen worden ist, maßgebend waren. Es waren Lohn- türzungen erfolgt in Verbindung mit Neu- einstellungen von Arbeitern auf Grund der Not- Verordnung, Nachdem die Verhandlungen der Direktion der Isselburger Hütte mit den Arbeitern über eine Lohnherabsetzung, die aus Grund der Not- Verordnung stattfinden sollte, ergebnislos ver- laufen sind, ist die gesamte Belegschaft der Issel- burger Hütte in den Streik getreten. Es handelt sich um 300 Arbeiter. Fürth, 1, Oktober, Die Belegschaft der Bayerischen Spiegel- gkasfabriken, Bechmann Kupfer A,- G, ist heute wegen einer auf Grund der neuen Notverordnung erfolgten Lohnkürzung van 1234 Proz, in Streik getreten, Auch bei der T o f e l- S a l i n- und S p i e g e l g l a s f a b r i k A.- G. ist ein Konflikt zwischen der Belegschaft und dem Unternehmer ausgebrochen, Ehauffeewärtef protestieren Gemeinsamer Abwehrkampf Die Bezirksleitung Brandenburg-Grenzmar k des Gesamtverbandes hatte dieser Tage die Funktionäre der C ha u s s e w ä r t e r der Kreise und Provinzen ihres Agitationsbezirkes zu einer Konferenz zusammenberufen. Die Konserenz nahm 3 Referate über„Die moderne Landstraße und ihre Arbeiter", über„Der Stand der Tarisver- träge" und„Der Straßenwärter im modernen Arbeitsrecht" entgegen. Nach lebhafter Diskussion wurde eine Entschließung e i n st i m m i g ange- nommen, in der gegen die reaktionären Maß- nahmen der Reichsregierung, besonders gegen die Herabsetzung der Löhne, Lockerung der Tarisver- träge, Kürzung der Renten und Arbeitslosenoer- sicherung, Verschlechterungen der Unfallbezüge und Einschränkungen bei Kriegsverletzten,-witwen und-waisen schärfster Protest erhoben wird. In der Entschließung heißt es dann- Die Konserenz begrüßt deshalb die seitens des Bundesvorstandes des ADGB, in Verbindung mit der Reichstagssraktion der SPD. in die Wege geleiteten Maßnahmen und gelobt, mit allen Mitteln den Kamps gegen den reaktionären Kurs zu sichren. Die Konferenz richtet in diesem Stadium des Kampfes an alle dein Gesamtver- bände noch fernstehenden Kollegen Chausseewärter die dringende Mahnung, gerade jetzt den Weg zur gewerkschaftlichen Organisation zu finden, um die Kampffront gegen die Herrschaft der Herrenkaste, gegen den Wohlfahrtsstaat der Barone, für die Freiheit der Arbeiterklasse, siir den Sozialismu» zu verbreitern, Internationale Arbeitsprojekte BentsdiZand schaltet sich aus Der Aölkerbundsausfchuß für Arbeitsbeschaffung. dessen Borsitzender Reichsbahndirektor Dr, Dorpmiiller ist, hat eine Reihe von großen Arbeitsprojekten zur Durch- führung empfohlen. Die Arbeiterpresse hat von dieser Empfehlung nur deshalb wenig Notiz ge- nommen, weil der Arbeiter der ewigen Hinweise auf die Notwendigkeit, Möglichkeit und Dringlichkeit der Arbeitsbeschasfung im nationalen wle im internationalen Maßstab überdrüssig ist und endlich einmal Taten sehen möchte. Nun sind plötzlich in Rechtskreise» auch noch Beschwerden über die Empfehlung des Genfer Arbeitsbeschaffungsausschusse» laut ge- worden. Man hat aus einmal entdeckt, daß der Ausschuß keine Arbeitsbeschaffungsprojekte emp- fahlen hat, die in Deutschland durchzuführen wären. Alle möglichen Länder, so jammert man, seien in der Empfehlung de» Ausschusses berück- sichtigt worden, so zum Beispiel Rumänien, Oesterreich, Jugoslawien und vor allem auch Polen, nur Deutschland nicht. Diese Beschwerden richten sich an die falsche Adresse, Wenn keine Arbeitsbeschaffungsprojekte empfohlen werden, die Deutschland zugute kom- men könnten, so hat da» einen sehr einfachen Grund: in Deutschland hat es die Regierung bis jetzt nicht fiir nötig gehalten, Arbeitebeschaf- fungsprojekte dem Völkerbundsausschuß vorzu- schlagen. Das Reichsarbeitsministerium blieb mit Abonniert die Zeitung der Hand- undKoptarbeiter! > Ich abonniere die volle Ausgabe des< ?„V o r w ä r t s", zweimal täglich frei ins � > Haus zum Preise von 75 Pf. pro Woche> z einschl. der illustrierten Sonntagsbeilage f> t„Volk und Zeit". � ' Ich abonniere den„Sonntags-> ;'Vorwärts" mit Wochenübersicht und< � Kupfertiesdruckbeilage„Volk und Zeit",> <(Nichtzutreffende« ist zu durchstreichen,>-l > Name:___> t Wohnung:___ j |_____ Straße Nr,_| \ vorn_ Hof— Ouergeb— �eitenil/ |__Ir. link»— recht« � Ausftillen und einsenden an den Verlag des „vorwäris", Berlin SW 68. Lindensirahe 3. seinen Entwürfen allein auf weiter Flur, Im Kabinett ist man, weil früher schon da« Verkehr»- iirch da» Finanzministerium das Reichsarbeite- Ministerium nicht unterstützten, nie zu einem Resultat gekommen. Diese Entschlußlosigkeit ist kein Ruhmesblatt für Deutschland, 'l-czuenjdsici Frauenl reine Wolle, besonders kleidsame Jugendliche Form, marineblau, schv/arz u. brajn bis Größe 54......... M. 8.90 gute FlamengaqualUaf mit kunsfseidener Maroca inGarnitur, vorrciig bis Größe 54...........M. 16.75 der Uni-Modesfoff für den Herbst, reine Wolle, doppeltbr. aktuelle Farben, Mtr. Jersey der bevorzugte, aestreifte Modestoff in reiner Wolle, prachtvolle Farbstellungen, Meter.........................M. 3.95, Marengo-Diagonal schwere Montelware in modernen Dessins, ca. 140 cm breit...... Meter M. S e> d e n s t o ff e I B ä u m w o 1 1 w a r e n Flamengo hervorragende Kleiderqualitöt, ca. 100 cm breit, viele Modefarben, Meier 2.95, Marocain-Streifen die große Mode, ca. 100 cm breit, Riesenauswahl................ Meter M. Hammers ch lag erprobte Slrapazierqualitat, ca. 100 cm breit, viele Modefarben, Meter M. 4.90, 2— 3- Sportflanell für Schlafanzöge und Blusen, moderne Ausmusterung............ Meter Pf. 58, Bettbezüge Linon, bewährte Qualitäten, ca. 130x200cm groß....M. 4.90, 3.75, Paradekissen mit Stickerei-Ein- und Ansatz, vierseitig mitHohlsaum(passendes Ueberschlag- laken, ca. 150x250 cm M. 5.90)..... M. 2— 290 Sch u h w a r e n■ S t ru m pf Wa r e n| Damen- Wäsche Umschlagschuhe Wolle, mit Pilz- und Ledersohle««•••M. Herren-Socken Wolle plattiert, engl. Melangen Paar 95 kräftige Baumwolle, neue Fanlasiemusfer mit kunstseidenen Effekten.....('aar Pf. Damen-Strümpfe könstl. Waschseide, feinmaschig, I.Wahl moderne Herbstfarben oder plattiert, solide, haltbare Qualität....... Paar Pf. Träger-Hemden j r mit schönem Stickereimotiv und Klöppel- XS ansatz.Stück Pf. Nacht-Hemden qj- spitzer oder viereckiger Ausschnitt, mit schöner Stickereigarnitur............. Pf»* Flanell-Pyjama-.95 zum Durch knöpfen. In verschiedenen 1 Streifendessins..................... M. I D'Hemdhosen qq echt ägyptisch Mako, feingestrickt, mit fr Q Bein und Bandträger oder Achsel....Pf. Strick-Schlüpfer-.90 reine Wolle, warm und doch elegant, I—• m. Bein, Gr. 46-48 M. 2.45, Gr. 42 44 M. Damenmantel Wintermantel aus guter Qualität, englische Art, viele Farbstellungen, ;anz auf Kunstseide, guterfschwererBouci6, ganz auf Kunstseide, l/j ge- tanz auf Kunstseide, steppt mit großem Pelzschal- is Größe 54........ M. 19.75 kragen, bis Größe 54 M, 29.75 Mlengenabgab« vorbehalten!• Vor kauf sowolf Vorrat I Handarbeltsund- Te nerlffa• Schau Im swelten Stock, aeöffnot täglich ab 10 Uhr Hans und das Mädchen vom Lande (Gemeine Betrügereien eines Ehepaares Ein Mädchen vom Lande kommt nach Berlin. Bekannte nehmen sie freundschaftlich bei sich ausi sie findet Beschäftigung als Hausangestellte, als sie stellungslos wird, kehrt sie zu ihren Bekann» ten zurück. Sie lernt einen Chauffeur kennen, „Kavalier vom Scheitel bis zur Sohle": er führt sie au», fährt sie in dem Auto seines Arbeitgeber» spazieren. Als sie wieder Stellung findet und ihm ein Geschenk machen will, schlägt er«» aus, sie soll« ihre paar Pfennige zusammenhalten. Und eines Tages ist er verschwunden. Das junge Mädchen ist untröstlich. Aber Plötz- lich kommt«in Lebenszeichen von ihm. Die Bekannte bringt ihr einen zärtlichen Brief von L>ans:„Mein liebes Mäuschen, verzeih mir, daß ich nichts von mir hören ließ, ich habe Dich nach wie vor von Herzen gern, bin aber schrecklich be- fchäftigt, ich habe mich selbständig gemacht, eine Menge Reparaturen, ich befinde mich in Geld- Verlegenheit, kannst Du mir nicht m i t 3 S M a r k aushelfen, das Geld hol« ich bei Deiner Be- kannten ab." Natürlich rückte die verliebte Käte unweigerlich auch die 3S M. heraus. Die Be- kannte übermittelte ihr am nächsten Tage einen freundlichen Gruß von Hans und einen Glas- kuchenteller im Werte von einer Mark. Und wieder eines Tages kam ein trauriger Brief von Hans— immer durch die Aermittlung der Bekannten. Bei einem Autounglück hat er sich einen Fuß verstaucht, er braucht notwendig 3 Mark, sein Bruder wird sie bei der Bekann- ten abholen. Und dann kommt die Nachricht, Hans befindet sich im Hindenburg-Krankenhau», bittet um Kätes Besuch. Käte hat aber keinen Ausgangstag, an ihrer Statt schickt sie den Mann ihrer Bekonnten zu Hans. Der Mann bringt ihr am nächsten Tag einen Brief, einen noch zärt- licheren als sonst: Hans wird nach Warmbrunn verschickt und braucht 84 Mark, kriegt auch dieses Geld. Käte wartet auf ein Lebenszeichen von ihm. es kommt nicht. Jetzt schöpft sie Ber- dacht. Endlich! Auch das nur ein Traum. Die zärtlichen Liebesbriefe waren von den Eheleuten fabriziert. Bor Gericht bestritten sie das mit Entrüstung. Nicht sie, der Hans habe das Weld bekommen. Der Schriftsachverständige blieb aber hart. Der Ehemann bekam 5 Monate, die Ehefrau 2 Monate Gefängnis. Käte ist aber um einige hundert Mark ärmer, dafür um eine Erfahrung reicher... Regelung der Bürgerfteuer Konsum zeigt Moden Nene Verordnung Die neue Regelung der Bürgersteuer auf Grund der Notverordnung wird jetzt veröffentlicht. Danach sind für die Steuerpflicht die Verhält- nisse des Steuerzahler» vom IL. Oktober 1332 maßgebend. Der Kreis der Steuerpflichtigen wird «ingeschränkt. So darf Bllrgersteuer u. a. nicht erhoben werden von Personen, die vom Wahl- recht ausgeschlossen find, von Arbeitslosen und Rentenempfängern. Der Landessatz der Bllrgersteuer muß für Per- sonen mit einem Jahreseinkommen von nicht mehr al» 4503 M. mindesten» 6 M. betragen. Eine «eitere Staffelung ist wie folgt vorgesehen: Ein- kommen bis KÖM M. 3 M., bis 8333 M. 12 M., bis 12 333 M. 18 M.. bis IS 333 M. 24 M. Bei einem jährlichen Einkommen von mehr als 533 333 Mark muß mindestens 2333 M. Bllrgersteuer ge- zahlt werden. Ein Gemeindebeschluh, der einen höheren Satz als 233 Proz. des Londesgesetzes festsetzt, muß von der Landesregierung bestätigt werden. Im Ton und kindorlelcht die Bedienung, die Vor- zöge unseres Lautsprecher- Net?- Empfängers« Dreistufige, trennscharfe Empfangsanlage fQr Wechselstrom, mit eingebautem, volltönenden Lautsprecher und Sperrkreis zur Ausschaltung von Störsendern. Beleuchtete, mit Stationsnamen und Wellenlängen versehene Skala. Preis einschließlich sämtlicher Röhren, also anschlußfertlg Rmk. 125.—. Ein Ideales Empfangsgerät, för jedermann erschwinglich! Verlangen Sie unverbindliche Vorführung bei Ihrem Händlerl Fordern Sie unseren Sonder-Prospekt No. 1.? Type EB205V einschl. Rohren BERLIN- STEGLITZ Im herbstlaubgeschmllckten Erfrischungsraum des K 0 nfu m- W a r e n h a u s« s am Oranien- platz ist es gerappelt voll. Alles harrt voll Interesse der modischen Borführungen. Als Mannequins debütieren die Verkäuferinnen des Hauses, vom Einkäuser der Konfektionsabteilung in die hohe Schule des eleganten Gleitschrittes eingeweihr, und wirklich, sie machen ihre Sache „wie die Alten" sehr hübsch, sehr geschickt, sehr nett. Den Zuschnitt des Hauses entsprechend, werden natürlich nur Artikel angefertigt und gc- .zeigt, deren Anschasfung dem Käuferpublikum möglich und deren Anblick somit kein Porte- monnaie- und Herzweh verursacht. Zuerst gibt es hübsch« und vor allem molligwarme Morgen- rocke zu sehen: sie sind aus Flauschstoff oder gesteppter Kunstseide gearbeitet. Wer schön sein kann, ohne zu frieren, für den gibt es auch die kleidsamen gestickten Kimonos. In der Kleider- mode heißt die Devise: praktisch, und diesen Zweck erfüllen vor allein sehr gut die hübschen, zweiiarbigen Pullover, deren untere Partie mög- lichst die Rocksarbe trägt, so daß das Ganze wie ein Kleid wirkt. Schwarz mit Weiß, mit Grün oder Blau herscht vor. Daneben sieht man aber fluch Braun, Dunkelblau mit den dazu passenden Ergänzungsfarben. Kleider au» weichem Woll- stoff, hauptsächlich Afghalaine und Flamenga, tragen am Halsaueschnitt und am Aermel sportliche Herrenfasson mit breiten Revers oder Weiß, zu Schultertllchern- U-Boot-Kragen oder Westen verarbeitet. Der Mantel bevorzugt die sportliche Her«nfa<:on mit breiten Revers oder Schalkragen, aus bräunlichen oder grauem Woll- stoff gearbeitet, er wirkt sehr flott— auch ohne Pelzkragen! Dazu ein schief aufgesetztes Woll- mützchen oder«inen schnittigen Zweispitz au-s Filz und fertig ist die Laub». Aber auch der Shawl spielt in dieser Saison wieder eine große Rolle: er ist aus Wolle oder Seide, in bunten, lebendigen Farbmustern gehalten. Crepe Marocoin, hübsch« Kunstseiden und Crepe de Chine liesern da» Material für das Abend- k l e i d, das gearbeitet« Aermelchen, eingesetzte Kürtelteile in der Farbe der Halsgarnierung und andere phantasievoll« Schneiderkünste zeigt. 65 Jahre Stiller Die Rechsorschungen haben ergeben, ba» der vtlader ; den gewaltigen Umfang de« April-Umzug«» rationen, Teppiche, Möbelbezugsstoffe usw. Di« Sardinen. ausstclluna der Firma Teppich.Bursch haben schon seit einigen Wochen den Weg gewiesen, dies« Frage besten» zu losen. Die Firma Teppich.Bursch, Berlin T. 2, Span» Bauet Str. 32, da» aröhte Spezialhau», bringt zum Um. zug Sonderangebote in allen Abteilungen. Diese Anllln» diaung ist von besonderem Wert und verdient die Be» achtung aller, die wünschen, daß ihr neue» Heim da» schönste wird, was ste sich nur deuten können. Waren Sie schon in„Waldesruh-? Semeint Ist die Landhansfledlung anschließend an MahI»dorf,Tüd und Köpenick, die im vergangenen Jahre erschlossen wurde. Niemand hätte geglaubt, daß bei der seßigen schweren Wirtschastslaac dir Bautätiakeit so schnell einsetzen wird. bin Pause eine» einzigen Jahre« ist ein« neue Garten» sladt entstanden, e» sind viele Landhäuser gebaut worden. Die Schuhwarensabrik Stiller feiert in diesen Tagen ihr ööjähriges Geschäftsjubiläum. Aus diesem Anlaß veranstaltet die Firma Stiller einen großen Jubiläumsverkauf. tni UntUfVBBMHBpBBHPH Jahre 1932 erreicht, das bedeutet, daß viele tausend Wob uungsinhaber ihre Wohnung wechseln. Die Folge davon ist die Frage, wo ist die beste Sintaufsmöglichkeit für die Ausschmückung de« neuen Heime», wo finde ich die schönsten und zugleich preiswertesten Sardinen, Deko. Ausflug nach dieser schönen Siedlung. Sie fahren«nt weder mit der Stadtbahn bis Hirschgarten und gehen tn etwa lä Minuten durch schönen Hochwald nach„Waldes. ruh" oder Sie fahren mit der Straßenbahn»3 direkt bis ..Waldesruh". Die sehr rührige lköpenicker Bau. und Boden G. in. b. H., Berlin, Kaiserallee 20«, hat im Monat September eine Autosonderfahrt nach„Waldesruh"«in» gerichtet, die am Sonntag, dem 2. Oktober, stattfindet. Da« weltbekannte deutsch« Teppichhaus«mil ttstuee, (5i. m. b. H., Berlin, nur Oranicnstr. Il>3, Nähe Moritz. platz, kann am 2. Oktober auf ein bojähriges Bestehen zurückblicken. Anläßlich dieses Jubiläums sind sämtliche vreise der reichsortierten Riesenläger: Teppiche, Läuser. stosse. Brücken, Sardinen, Store», Bettdecken, Möbelstoffe, Tisch.. Diwan-, Stepp-, Schlaf, und Reisedecken usw. ohne Ausnahme bedeutend herabgesetzt. Also am Montag, dem 3. Oktober, beginnt der groß» gubiläumsverkeuk. Auf Wunsch Fahlungserleichteruna ohne jeglichen Preis- auffchlag. Jubiläumskatalog kostenlos. „Rekord der Billigkeit" kann man die Preise bezeich. neu, die das bekannte Teppichhau» Fischer u. Wolfs, G. m. d. K. Berlin ff., Spandauer Str. 10, zum Ol- toberumzua für ihre siimmungschaffendcn Gardinen, Tcp. piche, Möbelstoffe und Decken sestaesetzt hat. Wer diese Seleaenheit nutzt, den wird jede Anschaffung durch hohe Oualität und niedrigen Preis erfreuen. Man komme und staune. Und wer sich etwas eingehender für die auffallend billigen Preise dort interessiert, der kann In einem leichten Wettbewerb— ohne Kaufverpflichtung— sogar noch ein schönes Stück gewinnen. Daher muß jeder mit Recht behaupten:„Gin Sprung z» Fischer u. Wolfs lohnt sich."—(33 Preise winken!) Einjendungen für diej« Rubrik sind Berlin SW 6b. Lindenilratze 3, parteinachrichten Groß-Verlin Net»»n da, Bezirtsjetretarta. 2. Hof. 2 Treppen recht», zu richten Achiung, Gtadtverordneienfraffion! Die nächste Fraklionssitzung am Dlenslag beginnt bereit» um IS� Uhr. Vereinigung sozialdemokratischer Juristen. Vortragsabend am Montag, dem 3. Oktober 19.3t, pünktlich 8 Uhr, im Saal 1 des Pschorr. Sauses, Tauentzienftr. 13. Thema: Legalität und Legi. timität. Referent: Rechtsanwalt(Ken. Dr. Otto Kirchheimer. Es wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. Pcginn alter Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 3. Km«. Dienstag. 4. Oktober, Kreisverlrctervcrsammlung in der Koch. schnldrauerei, See- Ecke Amrnmer Straße. Referent: Arthur Criapi>', MSR. 4. Km». Montag, 3. Oktober, Kreisvertretertag Im Äartensaal des Saal» baues Friedrichshain, Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Engerer Kreis. vorstand und Abteilungsleiter werden gebeten, eine Stunde früher zu erscheinen.— Mittwoch, S. Oktober, Versammlung aller Mitglieder der Agilationsgrnppen»n Altersheim, Danziger Straße K2. 3. Kreis. Heute vormittag ll Uhr beteiligen sich alle'üarteimltglieder an der Wcrbcfeier der SAI. im Rose. Theater in der Großen Frankfurter Straße 132. Musik, Rezitationen u, a. � Montag, 3. Oktober, Kreis, Vorstands-»nd AdieiIu»gsleiIer»Sitznng bei Ewest, Große Frankfurter Straße 30.— Dienstag, 4, Oktober, Erwerbslose», usamm-ttlunst im Heim Tilstter Straße 4>. Innenpolitische Information. Referent: Gen, Reese. Unierhaltungsteil: Gen. Klewitz.„Lieder zur Arbeit." 3. Kreis. Mittwoch. 5. Oktober, 20 Uhr, Persammiung der SPD.-Eltern. b-iröte bei Schlatz, Spanbau. Neumeisterstr. ö.„Die Aufgaben der Eltern- beträte.- Referent: Gustav Hädicke. 9. Kreis. Dienstag, 4. Oktober, Kreisdelcgiertenversammlung im Viktoria- garten, Wilhelmsaue U4. Vortrag des Gen. Dr. Seuer. Mitgliedsbuch und Mandatskarte tegiiimiere». 10.»reis. Montag, 3, Oktober, 19 Uhr, Porstandssitzung im Lindenpark, Berliner Straße.— 20 Uhr Delegiertenkonferenz im Lindenpark. 12. Kreis. Montag, 3. Oktober, 20 Uhr, Beginn des Kursus„Sozialismus, wie ihn Karl Marx begründet und wie ihn Hitler sich denkt!" im Lese- saal der Eladtdllchcrei, Grunewaldstr, 2, Dozentin Käthe Kern, 13.«reis. Montag, 3. Oktober. 20 Uhr, Fraktionssitzung. 14, Kei». Montag, 3, Oltober, in den Passagesäle», Bergs, r, 149,«rcisver. tretcroeriämmlung. Porlrag des Genossen Franz«ünstlrr, MdR. Bor. schlage für die Aufstellung der Kandidaten. Der engere Borstand und die Adteilunasieiter treffen sich HO, Uhr zu einer Bardesprechung in de» Passage-Sälen. 15. Krei». Montag, 3. Oltober,«reisvertretertag bei Lehmgrübncr, Adlers, Hof, Bismarckstr, 2,„Aufgaben der Partei," Referent Karl Litte, MdR. - Kriisoorsland eine Stunde früher. 16.»«eis. Montag. 3. Okloder. im Sladlthcater Köpenick, Fricdrichstr. 6, Kreisvertreterverfammluna,„Wirtschaftliche und volitische Situation." Re, scrent: O. Schweitzer. � vtellungnadme zum Bezirksparteitag und Kandi- datenausstellung. Verschiedenes. Kreisvorstandssttznng ein« Stunde vor- her(IS1-, Uhr) im Perelp», immer des Stadltheaters. . Km». Montag, 3 Okloter,«reisvorstandssttzung. Dienstag, 4. Oktober, Kreis«, rtretcrversammlung ,n der Aula, Marktstraße. Referent Ernst Heil- man», MdR.„Unsere Aufgabe im neuen Reichstag." Stellungnahme zum Bezirksparteitag. Mandat und Mitgliedsbuch legitzmjcrt.. 19. Krci». Montag. 3. Oktober, im bekannten Lokal Kreisdetegierlen-Ber- lammlung. Stellungnahm« zum Bezirksparteitag. Kreisogrstand mit den Abteilungsleitern eine Einnde vorher im gleichen Lokal, 1». Kreis, iä Uhr im Jugendheim Görlchstr. 14. Zusammenkunft erwerbs. loser Parteimitglieder.„Arbeitslsse und Erwerbslosensstrsorg»." Refe. rent Richard Ksgse. ZNontag. 3. Oktober: J.»eei« Außerordentlich« Bezirksverordnelen, Fraktionssitzung mit samt. lichen Büigerdepulierien im Sitzunasziinmer I, Rglhaus Edarlottenburg. 13. Abt. Die Zufammenkunft jüngerer Parteimitglieder muß ausfallen. ..>"■->—.-i—i. ki. Unfallrent« beziehen ,7. Ab». ____ Alle Psrl-imilglieder. die Invalid,».__________________ und erwerbsunfähig sind, melden sich beim Genasten Paul Krause, Koch. hannftr.!2. 3 arevve». vormittags. H9. Abt. 20 Uhr br Gütlich znsammenknnji jüngerer Parteimitglieder. Fort, setzi ng der Ardeneg-m-tvich's! I. P. Mauer„Da» Kommunistische Moni. fest". 194. Abt. Die Delegierten für die Delcaiertenkonferenz in Adlershof tressen sich 19 Ubr an der Knadenschul« Rudower Straße. 123. Abt. Borstgndssttzung hei Gallas. Dienstag, 4. Oktober: tz. Abt. 20 Uhr Funktlonärkonferenz bei Rickert, Steinmetzstr. Z6a. Wichtige lagesordnuiuz. Alle Fuutttoiiüie uUUicii anwesend sein. 94. Abt. Fuiiktioniirsttzng bei Schröder, Sternnietzftr, 32. Vlittwoch, 5. Oktober: 24. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in der Baracke 7, Dan- ziger Str. 62.„Gewerkschaften in der Krifc." 27. Abt. Wir beteiligen uns an dem Portrag von Luitpold Stern in, Lehrer. vrreinshaus. Treffpunkt Vi7 Uhr, Gleimstraße Ecke Schönhauser Allee. Bis zum«. November fallen wegen der Wahl alle Zusammenkünfte aus. 29. Abt. Diskufstonsabend bei Barteidt, Wörther Str. 19. Leiter I. P. Mauer. Achtung,»reisdetegiertc. Ausweise zum Bertretertag am Saaleingang. 36. Abt. Funktionärsttzung, Tilstter Str. 27. öl. Abt. 210. Ubr Jusammenkunst jüngerer Parteimitglieder bei Kiabe, Hand» iernstr. 60 m.„Soz. Aktion." Referent Hans Cohn. ö2. Abt. 20 Uhr Funktianärsitzung bei Schellhasc. Ahornstraße. 99. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parieimitglieder bei Düben, F»4da. Ecke Wcserstraße.„Da» Kommunistische Manifest," Rcseeent Dr, Heinz Paechter, 96. und 97. Abt. Die Beranstaltung ber jüligerc» Parteimitglieder fällt au«, Wir beteiligen uns am Kursus des Genossen Stern im Lchrervereinshan», 99, Abt. 20 Uhr gusaininenkunft jüngerer Parteimitalieder in, Keller, Hanne. mannstr. 40. Fortsetzung der Diskusston über die parteipolitische Lage. 193. und 409... Abt. 1.7 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder auf dem Eiche-Eportplatz. Aussprache der Arbeitslose» verbunden mit Kaff«, kochen. t24i>. Abt. 20 Uhr bei Drader. Uhlandstroßc. Funktionärsttzung. 139. Abt. Bei Ballentin, Residenz- Ecke Raschdorfstraße, Sitzung der Klei». gärtner. Jede Kolonie muß vertrete» sei». Donnerstag, 6. Oktober: 86. Abt. 20 Uhr Lieder, und Sprechchorabend der Maricndorfer Pianiere bei Mali. Ehansteestraßc. Instrumente mitbringen. 131. Abt. Beiirtc Piskureck-Stobbe 20 Uhr Zahlabcnd bei Laudan, Treskow. Ecke Uhlandstaüc,„Papcnprogramm oder soz. Aktionsprogramm." frrent Artur Börner Re- Freitag, 7. Oktober: Funktionäre bei Marx ff Frauenveranstaltungen. 198». Abt. Sitzung aller Funktionäre bei Marx sfrüher Klose), Mahlsdorser straßc I. 1. Kreis. Mittwoch, 5. Oktober. 19', j Uhr, Diskussionsabend für Funltionärin- ncn und Sclserinnen bei Klement, Sophienstr. 6.„Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?" Reicrenl wird am Dienstag betanntgcgcben, 6. Kreis, Montag, 3, Oktober, vünltlich 1914 Ubr, Beginn des Frauen. fchulungskursus im Seim Tilstter Str. 4/S.„Bas ist Marxismus?" Refe- rentin Hertha Gottdclf, Fortsetzung Donnerstag, 6, Ocktoder:„Hitlers Sozialisinus." Refercnlin Kälbe Kern. 6. Kreis. Mittwoch. 5. Oktober, tur die Funktionärinnen Besichtigung de» Schlachtboi-!-- Treffpunti>2'- Uhr vor dem Gesundhcilshaus, Am Urban. — Freiing. 7. Ottober, 19' 1 Uhr. Funktionärinnensitzung bfi Krepp, Plan- Ufer 75/76. 11, Kreis. Montag. 3. Oktober, 20 Uhr, Abteilungsleiterin»«» bei Will, Martin- Luther-Etraße 69. 12. Kreis, Donncrstaa, 6, Oktober, 15 Uhr, Besichtigung des Frauengefäng- niste» Barnimstraßc, Treffpuntt 14'/- Uhr vor dem Gefängnis. Fahr- Verbindung bis Aleranderplatz, Dir Teilnchmcrliste ist bereits gefchlosten. 19. Krci», Montag, 3, Ottooer. 18 Ubr, wichtige Besprechung der Kreis- sunttionäxinnrn im„Türkischen Zelt, 29. Kmv Dienslag. 4. Oktober, 19'- Uhr Funttionärinnensttzung an b«. kanntet Steg«.„Die Programme der anderen Parielen," 3. Abt. Montag, 3. Oltober, 20 Ubr, im Saal 5 de« Gewerkschsststzaufes. Bortragcnder Franz Sosemann, > Uhr. im„Kegler-Eck", Quitzvw. Eck« Perlcbergcr Straße, Fortsetzung de» Bortrage».Sozialiftifcheg Aktion»- Programm", Referentin Paula Surgaß. Zt. Abt. Mittwoch. 5. Oktober, bei Kroll, lltrechter Str. 21:„Was ist Sozialismus?" Rcierentin Hertha töotthelf. 22. Abt. Donnerstag. 6. Oktober, im„Ratskeller", Limburger Straße:„Die diskutiere ich mit meinem Gegner?" Referentin Lola Mauer. 34. Abt. Wir beteiligen uns all« am Montag. 3. Oltober, IV i Uhr. an dem Kursus im Heim Tilstter Str. 4 5. Referentin Hertha Gotthelf. 39. Abt. Montag. 3, Oktober. Badetreffen in der Schwimmhalle der Bolls. badeqnstalt Gartenftraße 5, 17 Uhr pünktlich. Saite willkommen. 74. Abt. Donnerstag, 6. Oktpbzr, 2g Uhr, im„Waldhaus". Spandauer Straße! Fsrau und Politik," Referentin Martha Lehmann, 85. Abt, Molltag, 3, Oktober, 20 Ubr, bei Pommerening. Berliner Straße 100: „Wert der valitisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse," Referentin Marto Lehmann. 199 Abt. Der Frouenabcnd l'inbet erst am 10. Ottober statt. 123. Abt. Donnerstag. 6. Ottober. 20 Ubr. bei Hübner. Wilhelm. Ecke Bahnhof» ftraße. Heiterer Abend. Vortragender Genosse Fubrmann. 123». Abt. Dienstag, 6. Oktober, 20 Uhr, an bekannter Stelle:„Ernstes und Heiteres." Bortragende Martha John. ■Äd WM Schwari Velour-Spange, mit Lack und Reptilverziarung, Lack u. schwarz oder braun echt Boxcalf, Rahmenarbelt Vcrund Beoin SO »ooenlckei 71 Kaufe dittfe mif'GaranHe im SCHUHIIOF Llnkstraste 11» Wilmersdorier Str. 117• Turmstraste 45 Miillerstrane 143a» Spandau, BreitestraRe 33 Jetit auch am Aiexandarplatz, Königstr. 29 134. Abt. Mittwoch, 5. Oktober, 20 Ubr. bei Sonnet. Parkstra�e, Heiterer Abend. Vortroasnder Tbeo Maret. 136. Abt. Donnerstag, 6. Oktober, Lindauer Straße. 139a Abt. Donnerstag, 20 Ubr. Diskutierabend in der Baracke .............. 6. Oktober, 20 Uhr, im Jugendheim, Hermsdorfer Straße Ecke Echoilenkrug:„Was ist Marxismus?" Referent Georg Stiegliß. Bezirksausschuß für Arbeiterrvohlfahrt. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 4. Oktober, 20 Uhr. im Altersheim Danziger Straße 02 Versammlung aller partcigenössischen Bezirks- und Wohlfahrtsvorsteher sowie der amtliche» und ehrenamtlichen Helsersinnen) aus der kommunalen Woblkahrt. Die Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Zutritt nur gegen Mitgliedsbuch der Partei. 7. Kreis Eharlottenburg. Dienstag, 4. Oktober, Besichtigung des Saufes „Kinderschuß", Zeblcndorf, Wilhelmstraße 14, nur für die Helfer der Arbeiter- wohlfahrr. Äahrgclcgenheit:„�".Omnibus. Tresfpunkt morgens 9 Uhr Ecke Ber- liner und Leibnizstraße. 10. kreis Zchlcndors. krcisausschuß-, Helfer, und Helferinnensißung am Dienstag, 4. Oktober, 20 Uhr. bei Radig. Potsdamer Straße 3. Arbeilsgemeinschast der Kinderfreunde Groß-Berlin. Mitte: Unsere Kreishelfersißung findet morgen, Montag, 20 Uhr, i im Jugendheim, Elisabethkirchstraße, statt. Erscheinen aller Helfer : ist Pflicht. Alle Kalken, die irgendeiii Instrument haben, kommen : am Montag ins Jugendheim, Elisabethkirchstraße 19, zum Ueben. i Beginn 17-/- Uhr. } Uedding: Am Sonntag, 22. Oktober, läuft der Film„Emil und -MM die Detektive" an gewohnter Stelle, karten find bei den Heiser» zu hoben. Quartalsabrechnung am Donnerstag. 6. Oktober, ab 17 Uhr, beim Kreislcitcr.— Abt. Schillcrpark: Unsere Gruvpcnabende sind wie folgt: Montag gemeinsam in der Turnhalle Llltticher Straße 4: Dienstag Rote Kalten: Mitt- woch Iungfalken: Donnerstag Restfalken im Jugendheim Turiner Ecke Seestraßc, vllnktlich 17-/- Uhr. Die Musikgrupve Übt Mittwoch im Seim Willdenowstraße d. Krcuzberg: Morgen, Montag. Kreishelfersißung im Jugendheim Borckstr. 11, pünktlich 20 Uhr. Eharlottenburg: Mittwoch. 5. Oktober, 17 Uhr, Kalkcn-Bollveriammlung. Donnerstag, 19 Uhr, Sclferkursus, beides im Jugendheim Rosinenstraßc. 12. Kreis Stegliß: Abt. Albrcchtstraße: Im Jugendheim Albrechtstraße 47 am Dienstag. 17 Uhr. Gesellschaflsspiclc.— Abt. K-iesenstraße: Schule, Kriescn- straße. Mittwoch. 17 Uhr. Wandzeitung. Basteln.— Abt. Lichter selbe: Rote Kolken, zum Välkerkundemuseum am Donnerstag Treffpunkt 10 Uhr Botanischer Garten lKahrgeld 20 Pf.). Kreitag muß der Kerien wegen ausfallen. Am 8. und 9. Oktober je ein« Tagcsfahrt lKahrgeld 30 Pf.).— Abt. Lankwiß: Schule. Schulstraße, Dienstag, 17 Uhr: Wir basteln Kasperlepuppen.. Mittwoch Rot- Kalten zum Pergamonmuseum Treffpunkt 9-/- Uhr Lankwißcr Kirche. Abt. Mariendors: Dienstaq. 4. Oktober: Wir basteln. Neukölln: Abt. Lichtlämpfer: Heute um 7 Uhr Treffen zur Kahrt am Ring- bahnhof. Abt. Weißeusec: Dienstag. 4. Oktober, 19-/» Uhr, Elternversammlung im Jugendheim Eosclerstraßc 2. Um bestimmtes Erscheinen wird gebeten. Lichtenberg: Gruppe Reu-Lichtenberg: Unsere Gruppenabende finden icßt IN der Schule Pfarrstraßc von 17-- bis 19V- Uhr statt.— Gruppe Ausbau sRord): Kahrt der Nest- und Iungfalken am Kreitag/Sonnabend, 7./8. Oktober,»ach Brieselang: Treffpunkt am Krcitag. 12-/- Uhr. am Bahnhof Krankfurtcr Allee: Rllckkehr am Sonnabend, 18-:- Uhr...- Reinickendorf: Moittag, 3. Oktober, 20 Uhr. Kreisheltersißung im Jugend- heim Wittenau. Alle Zcltlageraufnahme» mitbringen! Jede» Donncrstag Spiel und Svort in der Turnhalle Wittenau. Rosenthalcr Straße, von 17 bis 19 Uhr. - Abt. Wittenau: Voranzeige! Donncrstag, 13. Oktober, Kalkenparlament. Wählt die Delegierten! iW Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Z erlm Einsendungen sllr diese Rubrik nur an das Iugendlekretariot Berlin EW 68, Lindenstraße 2, vorn l Treppe rechts. Achtung, Abteilungsleiter! Verrechnung der Marken für den Sozialistischen Wettbewerb. Schlußtag Mittwoch, ö. Oktober. Sondcrveranstaltung der Volksbühne für die arbeitende Jugend von 14 bis 18 Jahren Sonntag, 9. Oktober, lö Uhr. Gespielt wird„Der Revisor", Lust- spiel in ö Akten, karten zu 80 Pf. pro Stuck sind im Sekretariat erhältlich. Heute Werbe-«onntug? Moabit!: Treffpunkt zur Werbung!0V Uhr Wald- Ecke Turmstraße.— Moabit II: Trefspunkt zur Werbung 14-4 Uhr Kleiner Tiergarten.— Hansa: Trcfspunkt z»r-Werbung 9>„ Uhr Kleiner Tiergarten.— Humboldthain: Werbung. Trefspunkt 10 Uhr Rote Allee.— Norden: Funktionärsitzung Put- busser Str. 23.— Nordost 1: 18 Uhr Heimabend Danziger Str. 62. B. 3.— Nordost II: 18 Uhr Heimabend Schönlanker Straße.— Britz: 19 Uhr Bunter Abend.— Neukölln IX: 10 Uhr Bahnhof Herinannstraße.— Köpenick l: Grünauer Str. ö. Werbefcier.— Köpenick II: 8z4. Uhr Bahnhof Köpenick.— Falkplag I: Tresfpunkt 9-- Uhr Rote Ecke. Werbeveranstaltung.— Südwesten: 9' j Uhr Trefspunkt im Heim.— Steglitz I: Trefipunkt zur Werbung 9 Uhr Rathaus.— Nicdcrschönhauscn: Werbetag.— Tegel: Schöneberger Straße 3. 18 Uhr Heimabend.— Kottbusscr Tor: 10 Uhr Kottbusser Tor HZb Uhr ebendort.— Schönhauser Vorstadt: 19 Uhr Heimabend Schonfließcr Straße 7. 9!V Uhr Sozialisten-Ecke.— Zchlcndors-Dahlem: Treffpunkt 9zg Uhr zur Werbung U-Bahnhof Onkel Toms Hütte. 17 Uhr ebendort zum Werbe- bezirksheimabend.— Neukölln IV: 15 Uhr Bahnhof Hermannstraßc. Werbung. — Pankow 11 und UI: Der angesetzte Heimabend muß ausfallen, da kein Heim zur Verfllgung steht. Wcrbebezirk Osten: 18 Uhr Heimabend Litauer Str. 18. Sozialistengesetz aufgehoben. Geschichtliche Folge in Satire. Wcrbebezirk Westen: 9-, Uhr Generalprobe sllr die Werbeveranstaltung bei Schellbach. Eharlottenburg, Königin-Elisabeth-Str. 6. Achtung, rechnet die Karten ab! Wcrbebezirk Tempclhos: Spielgemeinschaft 3 Pfeile. Probe 18 Uhr im Heim Götzstraße. Ohne Musikgruppe. Werbebezirk Neukölln: Der Querschnitt trifft sich 9?� Uhr Hermannplatz. Wcrbebezirk Teltowkanal: 18 Uhr Heimabend in Steglitz, Albrechtstr. 47. Werbebezirk Schönebcrg: EinfllHrungsabcnd 19—22 Uhr Hauptstr. 15. Funk- tionärsitzung. Treffpunkt 6 Ubr Ebers- Ecke Tempelhofer Straße. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Werbefcier im Elßstum, vormittags 11 Uhr, Prenzlauer Allee 56. Rote Jugend marschiert. Aus dem Pro- ?ramm: Film: Der Weg ins Leben. Spieltruppe. Ansprache. Un- ostenbeitrag 35 Pf Wcrbebezirk Osten: Werbefeier im Rose-Theater, 11 Uhr, Große i. Frankfurter Str. 132. Her zu uns! Aus dem Programm: Musik(Prole- tarisches Orchester der EAZ.). Spieltruvpe: Der Querschnitt. Rezi- tationcn. Ansprache. Unkostenbeitrag 35 Pf. Abieilungsmiigliederversammlungen morgen, 19i� Uhr: Sportpalast: Genthiner Str. 17.— Arnswalder Platz II: Schönlanker Straße 11, B 3.— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20.— Humannplatz: Gleimstr. 33— 35.— Nordosten II: Danziger Str. 62, B. 3.— Friedrichsfeldc: Gunterstr. 44.— Karlshorst: Treskorvallee 44. ★ Hansa: Bochumer Str. 8d. Umbau der Wirtschaft, 1. Teil.— Moabit I: Waldenserstr. 20. Bunter Abend.— Moabit II: Bremer Str. 70. Bunter Abend. — Friedrichshain: Diestelmeyerstr. 5—6. Der Faschismus in Italien.— Stra- lauer Viertel: Goßlerstr. 61. Bunter Abend.— Kottbusser Tor: Urbanstr. 167. 19 Uhr Werbeabend.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4. Schallplattenabend.— Baumschulenweg: Ernststr. 16. Liederabend.— Johannisthal: Heimabend fällt aus.— Pankow(R.-F.): Kissingenstr. 48. Todesstrafe. Werbebezirk Tiergarten: IÜngerenarbeitsgemeinschaft: Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, 1. Teil. Referent: Arthur Ncichardt. Heim Wal. dcnserstr. 20 09�.. Ubr). Alle Aelteren gehen zur Gruppe Hansa. Werbebezirk Neukölln: Der Querschnitt probt 191-, Uhr Gangboferstraße. Werbebezirk Müggelsee: 20 Uhr Ueben des Tambourkorps im Heim Grünauer Str. 5. sS�Freie Gewerkschafts-�ugend Berlin Sonntag sind folgende Veranstaltungen um 19 Übe: Südostkrcis: Im Jugendheim W. 35, Gentbiner Str. 17 lFabrikgedäudc), Martha John bringt Zeitsatire-— Noedkrcis: Im Jugendheim Willdcnowstr- 5, F. 13. Wir eröfiiien unsere diesjährige Srnnlagsheiin-Saiso»,— Rordestkrcis: Im Jugendheim Gleimstr, 35(18 llbc). Kapelle Nord eröffnet die Wintersaison.— Morgen, Montag, löz� Uhr: Westlrcis: Im Jugendheim Bremer Str, 69—70 Kreissttzung. §Zugendaruppe des �entralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, stnd folgende Veranstaltungen: Wcdding: Jugend» heim Turincr Ecke Seestraßc, Ansspracheabcnd,— Nordost ll: Jugend- heim Schönlontcr Str, ll, Traven-Adend, Vortragende: Friede! Hall,— Wcißensee: Jugendheim Pistoriusstr. 24, Aussprache über unsere kommende Winterarbeit.— Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Sanderstraßc. Ein Außen- nionienr berichtet.— Nordwest: Wir besuche» die Versammlung des Werbe- bczirks. Dienstag, 4, Oltobcr, 19-/- Uhr, in den„Kammcrsälen", Teltower Straße l—4, Vollversammlung der Betriebsräte. Angestellten-, Arbeiter. rüle und Belriebsobniänncr des Gclamt-Bcrbandcs. Tagesordnung: Mitteilungen, Referat des Kollegen Echner:„Sozialistischer— nicht tapita- liftilchcr Ausweg," Aussprache. SPD.-Betriebssraktion beim Bahnhof 2 der BVG. Montag, 20 Ubr, im Lokal Reichel i-Schaukel-Wilheliiri, Müllerstr. 88, Frattionsversamm- lung. Thema:„Die Arbeiterschaft vor neuen Kämpfen," Reierent Bruno Lösch-,_._.. SPD.-Bcrrieb-sraktion bei der U-Bahn. Verkehr. Dienstag und Donnerstag, 19 Uhr, im Roten Saal der„K.inimcrsäle", �Teltow«! Straße 1—4, Fraklionsversainmlunge». Reierent Genosse Dresses. SPD.-Betricbssraktion beim Aschingcr. Konzern. Dienstag, 19 Uhr. im Sißnngsiaai des Rahrungsmittelarbeiter-Verbandes. Reue Schön- hauser Straße 4-5, Fraktionsbcsprcchung,. SPD.-Angestellten-Zraktion bei der AEG, Treptow. Mittwoch, u, Ot, tober, 4.45 Uhr, bei Wolsram, Am Treptower Pari, Versammlung aller SPD.-Genossen mit Sinnpathisicrcnden. Tbcma:„Warum Lolksbegehren? Referent Genosse Marlwitz. SVD.-Bctriebsfraktion beim Arbeitsamt Sud-Ost und Sud. Mitt- woch, 5, Oktober, 19-- Ubr, im„Idcal-Kastno", Weichselstraße 8, wichtige Frattionsoersammlung, Referent Genosse Hlllßner, SPD.-Betriedsirattion beim Bezirksamt Rclnickendors. Donncrstag, 6. Oktober, 17-: Uhr, im Lokal Otto Marks. Reinickendorf-West, Berliner Straße 70, Fraktionsversammlung. Thema:„Sozialismus in der Gegen- wart." Referent Walter Raue.„ �.... SPD.'AfU'Arbeiter Staaken. Donnerstag. 6. Oktober, 20 Uhr. im Lokal Wittschuß. Petersburger Straße 5, Zusammenkunft aller Partei- genossen. ErscOeiner aller Pflicht. Mitgliedsbuch.legitimiert. SPD.-Fraktionssttznng der erwerbslosen graphischen Hilfsarbeiter am Montaa. 3. Oktober 1932. im„Vegetarischen. Restaurant". Skalitzer Str. 6. .Die Lage im Gewerbe." Referent Gustav Grohmann. Um zahl- reichen Besuch wird gebeten. Der Fraktionsvorstand. Berliner Gcwerksrhnftsschule. Achtung, Betriebsräte! Der 2. Sonderinformationsabend für Betriebsräte ist am Dienstag, dem 4. Oktober. 19 Uhr, genau wie vergangenes Mal im Sitzungszimmer des Buch. Knaelufer 24—25, Ausgang E, 3 Treppen. Thema:„Die No� i-ptember 1932." Referent: Genosse Dr. Bruno Broccker. Verordnung vom 4. Vortrage, Vereine und Versammlungen # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Gelchätlsstelle: Berlin S, 14, Eebastionstr 37—38. Hot 2 Ti Mitte iOrtsverein), Der Ortsverein beteiligt sich jeden Dienstag von 20- bis 22 Uhr an den Badcabenden der Freien Schwimmer, Badeanstalt Gartcnstraßr,— Tiergarten fOrtsverein). Montag, 3, Oktober, 29 Uhr, außerordentliche Gcncralveriammlunq im Restaurant Schultheiß.Patzen- hofer, Turmsir, 25. Buchtontrolle,— Zricdrichshai» sBortrupp). Mittwoch, 5. Oltobcr, 19--- Uhr, Suqcndheini Eb-rtpstr. 12.— Treptow sKameradschaftl. Iungba, Montag, 3, Oltobcr, 20 Uhr, Vollversammlung an bekannter Stelle, Erscheine» Pflicht sUniform).— Bohnsdorf-Grünau sIungba). Dienstag, 4, Oktober, 20 Uhr, Zusammentunft im Jugendheim Wachtelstr, 1.— Panlow lOrtsvcrcin), Montag, 3, Oktober, 19>� Uhr, Antreten aller Kameraden in ge- wohnter Turnballe.— Wassersportabteilung, Zug Tegel. Dienstag, 4, Oktober, 20 Uhr, Mitgliederversammlung im Bootshaus, Wichtige Tagesordnung, Er- lcheiucn Pslicht,— Wilmersdorf sOrtsverein). Montag, 3. Oktober, 20 Uhr, Turnadcnd in der Turnhalle Gleselerstraße, Rcichsbund der Kriegsbefchädigt-n. Kriegsteilnehmer und Kriegerhinter- bliebenen, Abtcilnnq Kreuzbcrg, Bezirk Süden. Mittwoch, den 5. Oktober, 20 Uhr, im„Märkischen Hof", Admiralstr. 18r, Mitgliederversammlung, Re- feral des Reichstagsabgeordncten Dr. Moses:„Der Staat ist doch keine Wohl- iahrtsanstolt", kam, Schwarz spricht über die Hauszinssteuerswndung. Er- scheinen der Mitglieder ist Pfsicht. Gäste willkommen, Vortrag des HernrMMW Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Pappelallee 15, Port in E. Witthaucr: Der Mensch und die Technik. Gäste willkommen, Berdand ehem. Polizeideamten glicdervcrsammlung am Montag, dem 3 Fidicinstr. 2— 3. e», e B. sBcpp), Sitz Berlin. Mit- 'ktober, 20 Uhr, in der Bockbrauerei, LHEHM Alle Arbeiter und Angestellte haben das Recht auf Befreiung von der Mitgliedschaft bei einer Ptlichtkrankenkasse(|517RVO.) durch übertritt zur Kranken- u. Sterbekasse für das Deutsche (Lichterfelder Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin H 24, Oranienburger Straße 67 FÜNFTE BEILAGE t£cf i QXM.WHUMS SONNTAG, 2. OKT. 1932 ün der Sparkasse 80] Es passiert ein Wunder: Martin arbeitet drei Tage hintereinander— Tag und Nacht. Gilgi geht auf Fußspitzen durch die Woh- nung. Stellt ihm lautlos das selbstgekochte Mittagessen auf den Schreibtisch— verschwindet wieder. Nachher sind ein paar Sätze auf den beschriebenen Bogen nicht mehr zu lesen, weil Spinatflecke drauf sind — wird man morgen Blumenkohl kochen. Gilgi ist auf sich selbst angewiesen. Ihr fällt ein. daß sie nichts Rechtes mehr anzu- ziehen hat. Lieber aufhängen als schlampig herumlaufen. Frühjahrs- und Sommer- garderobe muß in Ordnung gebracht wer- den. Gut, daß man Zeit dazu hat. Am Nachmittag geht sie zur Sparkasse, läßt sich von ihren zwölfhundert Mark fünfhundert auszahlen. Erstens muß man Stoff kaufen, Schuhe, einen Hut— Handschuhe— Gott, hat man auf einmal viel nötig. Badesalz, bißchen Parfüm, Puder... „erst Puder und Par- füm— dann Essen", sagt Olga immer. Liegt eine tiefe Weisheit drin. Na, und im übrigen wird man zum Haus- halt beisteuern, braucht Martin gar nicht zu merken. Mal sehen, ob man nicht heimlich, still und leise doch noch so' bißchen Ord- nung in die Geschichte bekommt. Am Abend tobt Gilgi an der Nähmaschine— die halbe Nacht: muß schnell fertig gearbeitet werden so'n Kleid, sonst verliert man die Lust dran. Und am nächsten Morgen wird zum Arbeitsnachweis gegangen. Etwas über dreizehn Mark wird man die Woche kriegen. Kann man doch mitnehmen, das Geld!„Mußt du doch einsehn, Martin— über fünfzig Mark im Monat für nichts und 'wieder nichts! Ist doch kein Dreck!" „Na, ja, wenn das so eine Art Rente ist. Martin hat mal eine Offizierswitwe ge- kannt, die hat auch... Zweckloses Unter- fangen, ihm Sinn und Bedeutung sozialer Einrichtungen klarzumachen, das versteht er doch nicht— versucht man's also erst gar nicht. „Gilgi, ich Hab' mir von einem Freund zweitausend Mark schicken lassen, sollen wir fortfahren?" Gilgi erschrickt.„Nein." „Warum denn nicht?" „Kann das nicht, Martin— versteh' mich doch— gibt doch für jeden was, das er nicht kann. Ich kann nicht auf's Geratewohl mit geliehenem Geld ins Blaue hineinfahren. Ich bin kein Spießer und bin auch nicht feige, aber was ich tu', muß ich übersehn und auf eigenes Risiko tun können. Ich kann nicht so mit Haut und Haaren auf jemanden angewiesen sein und wenn's der mir liebste Mensch auf der Welt ist— dann vielleicht erst recht nicht. Schick deinem Freund das Geld zurück— oder laß uns Schulden damit bezahlen— mir zuliebe, Martin.. Tausend Einwände von Martin, tausend Einwände von Gilgi— und es gibt noch einen tausendundersten Einwand— gibt ihn vielleicht— man kann noch nicht drüber sprechen. Großer Gott— teuer bezahltes Glück! Keine Möglichkeit festzuhalten, keine.. „Martin, fei gut, sei vernünftig. Kann doch keiner raus aus seiner Haut. Sieh mal, ich hätte dich weniger lieb, wenn ich so hilf- los bei dir im Schlepptau hinge. Ist doch ein Grund, das— oder nicht? Willst du, daß ich dich weniger lieb haben soll?" Nein, das will er nicht, muß sie wohl lieber haben, die Kleine, als er weiß, daß ihn beim bloßen Gedanken an diese Möglichkeit richtig friert. „Ich will deine Wunderlichkeiten ja in Gottes Namen respektieren, Gilgi— auch ohne sie zu verstehen. Aber wenn deine Un- abhängigkeitspsychose nun mal unheilbar ist, dann— geh' doch einfach mal zu deiner Mutter— zu der, die soviel Geld hat— sie hat sich ihr Lebelang nicht um dich geküm- mert— soll dir doch ruhig mal ein paar tausend Mark— mein Gott, ist doch's Selbstverständlichste von der Welt: wer Geld übrig hat, gibt's anderen, die ihm nah stehn — die gar nichts haben. Hab' ich auch immer QeSpräche tttil ilileiii llliln Ton Jnroslar 9fafek Phof. Paramount so gehalten. Für sich allein macht Geldhaben doch gar keinen Spaß und..." „Nein, nein, nein, Martin, das will ich nicht— da hingehn", fährt Gilgi auf,„das will ich nicht, kann ich nicht, mag ich nicht" — ärgert sich selbst über den exaltierten Ton in ihrer Stimme, fällt Martin um den Hals —„laß uns doch hierbleiben, laß uns doch jetzt um Gottes willen hierbleiben. Und ich mag das nicht, ich kann niemandem um Geld bitten— niemanden..." „Aber mein Gilgichen— ist mir ja noch tausendmal lieber, wenn du nicht hingehst. Was hast du denn nur? Ist doch kein Grund da, um so aufgeregt zu sein. Ich dachte ja nur, wenn dich so'n bißchen Abhängigkeit von mir so stört..." Fast klingt ein wenig Bitterkeit in den Worten. Furchtbar dum- mer Mann! Einer w>e alle. Logisch mit dem Verstand, zuweilen— unlogisch mit dem Gefühl, immer.„Ihr bekommt gleich wahre Platzangst, wenn man sich euch mit Haut und Haaren ausliefert— Schreckgespenst: freiheitraubende Verpflichtung— na, schön, ist ja zu verstehn. Aber dann soll man plötzlich wieder ganz und gar auf euch angewiesen sein, und will man das nicht, paßt's euch erst recht nicht..."„Mein Gilgichen, stehn dir gar nicht, solche Plural- reden: Wir Frauen! Ihr Männer! Komm, sei nett und lieb. Freut's dich, wenn ich sage: bleiben wir hier in Gottes Namen?" „Ja, Martin, ja— und, nicht wahr, jetzt bezahlen wir Schulden?" „Ja", sagt Martin. Klingt ziemlich lau, das Ja und könnt' gerade so gut Nein heißen. Quatsch— Schulden bezahlen! Kann man immer noch früh genug. Ist doch Herr- lich, zweitausend Mark in der Tasche zu haben, man hat früher gar nicht gewußt, wie herrlich das ist. Und Martin geht gleich nachmittags zu Olga. Will einen schönen Pelzmantel für Gilgi kaufen— da muß Olga mithelfen aus- suchen— und Stoff zu einem veilchenblauen Bier Monate schon sitze ich in llntersuchnngs- Haft und noch unmer habe ich nicht gestanden, was ich mit meinem kleinen Neffen, dem vier- jährigen Mila Klogner, gemacht habe. Ich fürchte mich, daß ich ihn, wenn ich ein- gestehen würde, wo ich ihn gelassen habe und man ihn finden würde, nie mehr vom Hals be- kommen würde. Ich weiß, daß fein erstes Wort fein würde:„Warum?" dieses unglückselige „Warum?" Bor mehr als vier Monaten versprachen die Eltern dem kleinen Mila, daß sein Onkel, also ich, mit ihm spazieren gehn werde. Ob ich wollte oder nicht, mußte ich mit ihm gehen und vorher de» Eltern oersprechen, daß ich ihn wieder in Ordnung heimbringen werde. Gleich wie wir aus dem Hause gingen, sagte ich ihm: „Nimm mich bei der Hand, damit dir nichts zu- stößt!"„Warum soll mir nichts.zustoßen?" Mit dieser Frage überraschte mich das kluge Kind. „Weißt du, Mila, man könnte dich überfahren." „Warum könnte man gerade mich überfahren? Warum nicht dich?"„Weil du noch klein bist." „Warum bin ich klein?"„Weil du erst vier Jahre alt bist."„Und warum bin ich erst vier Jahre alt?" „Weil du noch nicht fünf bist."„Und wenn ich fünf Jahre alt bin?"„Dann wärst du um ein Jahr älter."„Was ist das, älter?"„Siehst du, das Fräulein dort, die ist älter."„Warum sagst du, Onkel, das Fräulein dort?"„Weil sie, mein Lieb- ling, nicht hier ist, sondern gegenüber."„Wieso gegenüber?"„Schweig schon, Mila."„Warum soll ich schweigen?" Ich gab ihm ein Kopfstück. Der Junge sing an zu heulen und ich sagte ihm: „Heul' nicht mehr." Er wischte mit dem Aermel über die Augen und fragte mich unschuldig: „Warum soll ich nicht heulen?"„Weil du ein Mann bist."„Und warum bin ich ein Mann?" „Weil du kein Mädel bist."„Warum bin ich kein Mädel?"„Weil du Hosen anhast, das andere wirst du erfahren, bis du älter bist."„Du hast auch Hosen, Onkel?"„Das siehst du doch."„Warum bist du nich, Onkel, ein Junge wie ich?"„Weil ich schon erwachsen bin."„Werde ich auch erwachsen sein?"„Auch, freilich und jetzt halte den Mund!" „Warum soll ich den Mund halten?"„Weil ich dich sonst in den Fluß werfe."„Das wäre fein, Onkel." Jetzt war die Reihe an mir, ihn zu fragen:„Wieso wäre das rein, Mila?"„Weil ich Dampsschiss spielen würde."„Und wie würdest du Dampfschiff spielen?"„Ich würde mich aufblasen, Onkel, die Leute würden auf mich draussteigen und ich würde läuten. Ich würde Dampsschiss„Bremen" spielen und Feuer spucken." Plötzlich wendete er seine Aufmerksamkeit einem Manne zu, der die Straßen sprengte.„Warum bespritzt der Mann die Straße?"„Weil er den Staub wegmacht." „Warum bespritzt er nicht auch uns?"„Weil er das nicht darf."„Warum darf er nicht?"„Weil er uns die Kleider verderben würde."„Warum würde er uns die Kleider verderben?"„Mit dem Wasser, Junge."„Und wieso mit Wasser?"„Weil er mit Wasser spritzt und nicht mit Bier."„Und warum spritzt er nicht mit Bier?"„Weil er sich betrinken würde."„Warum würde er sich betrinken, Onkel, du betrinkst dich doch auch, sagt die Mama. Warum bist du ein Schwein, Onkel?"„Das verstehst du nicht, jetzt aber sei ruhig, sonst gibt's Hiebe." „Und warum gibt's Hiebe, Onkel?"„Weil du mich beschimpfst."„Warum soll ich dich nicht be- Kleid, dazu einen Schmuck aus dunklen Amethysten in altsilberner Fassung. Hat er neulich bei einem Antiquitätenhändler am Dom gesehen: Ring, Armband, Kette. Muß doch hübsch sein— so ein federleichtes, blasses Mädchen mit dem schweren Schmuck. Olga ist Feuer und Flamme. Es ist eine Leiden- schaft von ihr, einzukaufen, ganz gleich, ob für sich oder für andere. „Ach Martin!" Gilgi verzieht das Gesicht zum Weinen, als Martin glückstrahlend am Abend seine Schätze vor ihr ausbreitet. Wenn ich jetzt heule... nein, nein, nein— er hat sich so gefreut, und ich freu' mich ja auch, ich freu' mich so sehr— heute noch, morgen noch... ja, ja, ich freu' mich. So gut ist er zu mir, lieb und gut. Gleich am nächsten Tag wird das Veilchen- kleid genäht. Gelingt herrlich.„Hab' noch nie so ein schönes Kleid gehabt, Martin!" schimpfen, zu Hause beschimpfen sie dich doch olle." „Das ist aber nicht schön von ihnen."„Von dir ist das auch nicht schön, Onkel." Ich gab ihm ein neues Kopfstück. Er zuckte nicht und sagte nur:„Gelt, ich darf nicht weinen, du weinst auch nicht, wenn dich die Tante verhaut. Warum haut sie dich?" Ich gab ihm einen Rippen- stoß. Er schwieg und dann fing er wieder an, als wäre nichts geschehen:„Warum haben die Häuser die Türen vorne und nicht hinten?"„Weil man sonst nicht hineingehen könnte."„lind warum geht man überhaupi hinein?"„Weil man dort wohnt."„Warum wohnt man dort?"„Weil man muß."„lind warum muß man?"„Weil man nicht aus der Gasse schlafen will."„Warum will man nicht aus der Gasse schlasen?"„Weil ein ordent- licher Mensch nicht aus der Gasse schläft." Cr schwieg eine Weile, dann sagte er:„Aber du wohnst doch auch nicht, Onkel." Dann fokgte eine Reihe weiterer Fragen:„Warum nennt man den Baum Baum, warum hat der Baum Zweige oben, warum kann man aus einem Baum keine Seifen- blasen machen, warum zerplatzt die Seifenblase, warum sehe ich wie eine Seifenblase aus, wenn ich zerspringe"(woraus die Bitte folgte, ich möge hinter der nächsten Straßenecke zerplatzen). Als er einen Hund sah, fragte er, warum das keine Katze sei(Kopsstück). Große Pause, während der in seinem Kopf neue Fragen entstanden: „Warum kann man aus einem Schutzengel keine Krapfen machen? Warum schwitze ich? Warum streckst du, Onkel, wenn es heiß ist, nicht die Zunge heraüs, wie ein Hund? Warum bist du kein Hund, sondern ein Elefant? Warum hast du eine Schnauze, wie die Mama sagt?" Wir gingen am Bahnhof vorbei. Verzweifelt fragte ich ihn:„Willst du nicht nach Ungarn fahren?"„Warum nach Ungarn, Onkel?"„Weil ich dir eine Karte lause und wir sahren zusammen, weißt du, mit der Eisenbahn". Er klatschte in die Hände:„Ich werde schnaufen, ja, Onkel?"„Schnauf nur. Junge."„Ich werde Dampf ausblasen." „Mach, was du willst, Mila." Und ich kaufte zwei Fahrkarten nach Pusta Madarad, der letzten Sta- tion in der ungarischen Steppe. Das kluge Kind fragte wieder und wieder:„Wann sind wir schon dort, Onkel?" Endlich waren wir am Ziel. Wir gingen von der Haltestelle Puszta Madarad über zweieinhalb Tage zu Fuß weiter, und dann sagte ich zu Mila, daß er aus mich warten solle.„Warum soll ich warten, Onkel?"„Weil du ein so gescheiter Junge bist" Und rasch entfernte ich mich. Nur von weitem hörte ich seine unschuldige Stimme: „Warum läufst du, Onkel?" Eine Weile nachher: „Warum beißen mich die Ameisen, Onkel?" Dies ist meine Beichte. sAutorisierte Uebersetzunq aus dem Tschechischen von V. R. Schwarz.) Dem Geheimnis der allen ilastenischen Geigen glauben zwei Baseler Geigenbauer auf die Spur gekommen zu sein. Sic haben nämlich entdeckt, daß die Geigen der italienischen Meister nicht nur lackiert, sondern auch mit Metall imprägniert waren. Mit der Lösung, die sie im Anschluß an diese Entdeckung herstellten, behandelten sie nun gewöhnliche Geigen und verbesserten ihre Klang- fülle außerordentlich. Auch bei Klavieren und Flügeln erzielten sie ähnliche Resultate. Der staunt:„Wie du sowas kannst, Gilgichen! Ein Traum von Poiret, ein— was weiß ich..." Und Gilgi hat rote Backen vor Stolz und Freude. Und ist so niedlich— sie findet keinen anderen Aus- druck— rührend niedlich, die Art, wie so ein Mann Frauenkleider betrachtet—, mit einem Auge den Inhalt, mit dem andern das Kleid— so mit halbem Verständnis. Und furchtbar stolz ist er auf dies halbe Ver- ftändnis— und hält fast ehrfurchtsvoll so ein Stückchen Seide in der Hand, ängstlich, als könnts zwischen seinen Fingern zu brennen anfangen. „So, Gilgichen, und nun werden wir heute abend ausgehn— in größerem Stil— und lauter Sachen effen und trinken, die zu dem Kleid paffen." Und Olga muß mitkommen, die hat mit so heiligem Eifer den Stoff aus- gesucht.(Fortsetzung folgt.) «ÜB*»»-.. W* Rabatt -aofc HuBb S..........»- '»"cm br k ©BIEL bisS.Oktbr. Jlluatrl»rt»r Katalog Y gratla ..................................—y-i— � Hackescher Markt 4 Nahe Bahnhof Börse �»»tosä.'--4-— ...... z.H.una.�Hter� Auf................................. FABRIK Rigaer Straße 71 U-Bahn: Samariterstraß« Sin ffilinder fcltaii I die Welt«m».% Ein junger Amerikaner von einigen zwanzig Iahern namens Carl Musselman, blind geboren und in ernetn Vlindeninstitut aufgewachsen, ist plötzlich zu einer Berühmtheit der Neuen Welt geworden, und die Zeitungen drucken eifrig jedes Wort, das über feine Lippen kommt, interviewen ihn beinahe tag- lich, berichten über das kleinste Erlebnis in feinem bisher so völlig unbeachteten Leben. Mit Rech!, denn Earl Musselman steht mitten in einem Er- lebnis, das einzigartig genannt werden kann und das die ganze Menschheit auf das höchste inter- essieren muß: Er ist der erste Blindgeborene, der in reifem Mannesalter sein Augenlicht wieder- gewonnen hat. Durch eine glückliche Verkettung von Umständen ist es den Aerzten in diesem einen, einzigen Falle gelungen, mittels einer neuartigen Operation die Sehkraft toter Augen herzustellen: langsam und zunächst nur unvollkommen gelangte Earl Muffel- man in den Besitz eines Sinnes, der ihm bisher von Geburt an versagt geblieben war. Ein Blinder schaut die Welt— und findet sich in ihr nicht zurecht! Ihm fehlt zunächst gänzlich jene Bielfalt gewohnter Assoziationen, die es uns Sehenden überhaupt erst ermöglichen, die Netz- hauteindrücke zu sinnvollen Wahrnehmungen zusammenzuschließen. Jede Minute seines neuen Daseins bedeutet für ihn eine bestürzende Fülle von optischen Sensationen, mit denen sein unge- übte» Gehirn nichts anzufangen weiß, denen er hilf- und ratlos gegenübersteht. Als Blinder hatte er ungeleitet feinen Weg durch den dichtesten Straßenverkehr gefunden: als Sehender ist er nicht imstande, ohne Führer auch nur eine Kreuzung zu übersetzen. Zum Glück fehlt es dem jungen Manne nicht an Führern und Ratgebern, die ihm die schwierige Aufgabe der Anpassung an die neuen Lebens- umstände nach Kräften erleichtern. Das außer- ordentliche wissenschaftliche und menschliche Inter- esse des Falles hat bewirkt, daß einige Gelehrte sich dazu bereit erklärt haben, dem sehenden Blinden für die erste Uebergangszeit ihre ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Unter ihrer Anleitung lernt er zunächst, die primitivsten Gesichtsausdrücke voneinander zu unterscheiden, wobei sich anfangs ganz unvorher- gesehene Schwierigkeiten ergeben hatten. Männer von Frauen zu unterscheiden, war ihm zuerst nur aus Grund der Krawatte möglich, und wo er eine solche nicht sah. riet er aus jeden Fall auf wetb> (iches Geschlecht. Wer von uns dächte daran, das Erkennen eine? Rüdes, einer Photographie, einer Zeichnung unge- beure Anforderungen an die Abstraktionsfähigkeit de? Beschaver? stell«! Bon früher Jugend auf haben wir gelernt, gewisse Kombinationen von Strichen, Lichtern und Schatten mit einem Sinn auszustatten, der uns bald als selbstverständlich erscheint. Nicht so dem Blinden. Man zeigte ihm die Photographie eines Gesichts und fragte ihn, was dies sei; lange und angestrengt suchte er die Bedeutung dieses Bildes zu erfassen, mutzte es dann aufgeben. Gewohnt, sich alle körperlichen Eindrücke durch Betasten zu oergegenwärtigen, war der sehende Blinde zunächst lange Zeit der zweidimensionalen, unkörperiichen Darstellung gegenüber völlig hilflos. Besonders befremdete ihn der Anblick eines Gesichts, einmal en ksce, ein anderes Mal im Profil dargestellt: er konnte es nicht fassen, daß dies beide Male dasselbe Antlitz sein solle, daß eine bloße Veränderung des Blick- Punktes zwei so verschiedene Umrißlinien her- vorrufe. Von seinem Mentor begleitet, ging Earl Musselman staunend durch die Straßen, als er plötzlich hell zu lachen begann. In heiterer Ver- wunderung deutete er nach einem sonderbaren Wesen, das sich da einherbewegte. Es hatte vier Beine— also war es ein Tier und kein Mensch. chinter sich schleppte es eine komische, kastenartige Borrichtung aus Rädern. Ein 5zund war es nicht — dafür war es zu groß. Was war es also? Sein Begleiter ließ ihn raten, ober er strengte sein Gehirn vergebens an. „Es ist ein Pferd", erklärte man ihm. „Das— ein Pferd? Und ich hatte mir Pferde immer elegant, anmutig und schnell vorgestellt! Nie hätte ich dieses komische Wesen, das bei jedem Schritt den Kopf zurückwirft, für ein Pferd ge- halten." So ist jeder Tag, jede Stunde für den sehend gewordenen Blinden erfüllt mit neuen Ueber- raschungen und Sensationen: zugleich ober er- fahren auch die Sehenden zum erstenmal, wie selt- sam diese uns so vertraute Welt denjenigen an- mutet, der sie zum erstenmal mit wachenden Augen anblickt. Lesen ist ein Problem für sich. Vor seiner chei- lung hotte Musselman mittels der Blindenschrift fließend zu lesen vermocht, doch um so größer war iiir ihn die Schwierigkeit, sich an Druckhuchstaben zu gewöhnen. Denn in seinem Geist assoziierte sich das„Duchstobenbewußtsein" nur mit Tast- eindrücken, aber nicht mit Gesichtswahrnehmungen. chier umzulernen', bereitet ihm auch setzt, noch mehreren Monaten, große Anstrengung, ihm, dem erwachsenen und im übrigen vorzüglich aus- gebildeten Manne. Gleich einem ABC-Schüler mutz er ganz von vorn anfangen, die Bedeutung der einzelnen Lettern für sich und im Zusammen- hang zu erlernen. Bis vor kurzem noch mutzte er jeden Buchstaben im Geiste erst in das Punkt- system der Blindenschrist übersetzen, sich dann den Tasteindruck vergegenwärtigen, um zuletzt zu der Bedeutung des Schriftzeichens zu gelangen: jetzt beginnt er allmählich, auf direktem Wege zu lesen und Buchstaben zu Worten zusammenzusetzen. Die Dichtung hat das Problem des sehend gewordenen Blinden oft und in vielerlei Spiel- arten behandelt: wieder einmal hat die Wirk-, lichkeit die kühnste Phantasie überboten, denn kein Schriftsteller hat jemals die wahren Schwierig- leiten eines solchen Eintritts in unsere Welt der Sehenden erahnt. Dem Wunder, das die Aerzte an Earl Mussel- man vollbracht haben, verdanken wir die Er- kenntnis eines weit gewaltigeren Wunders: Jetzt werden wir erst dessen inne, wie vielfältig und kompliziert die psychologischen Voraussetzungen des Sehens sind und welche immense geistige Leistung jeder Mensch, jedes Kind, ja selbst jedes Tier unausgesetzt vollbringt, indem in seinem Gehiri? Gesichtseindrücke zu sinnvollen Weltbildern zusammengeschlossen werden. Man wird Mr. Sparling, dem Lehrer des ge- heilten Blinden, aufs Wort glauben, wenn er versichert:„Ihm auch nur einen Teil feines Weges Gesellschaft leisten, bedeutet etwas wie eine tief- gehende Neuerziehung unserer selbst, geradezu eine Einführung in die Theorie der Erkenntnis. Man kann nicht lange in feiner Nähe sein, ohne über Probleme nachzudenken, über die bisher nur Philosophen in ihren dicken, ungelesenen Büchern gegrübelt haben." Qibi es unzerbrechliches Qlas? Die Sprichwortmacher werden sich bald nach einem anderen Vergleichsobjekt für die Zerbrech- lichkeit allen irdischen Glücks umsehen müssen. Der Technik gelingt es mehr und mehr, dem Glas diese seine kennzeichnend« Eigenart abzu- gewöhnen. Als vor Iahren der Fahrzeugbau, insbesondere der aufstrebende Automobilbau, nach einem schwerzerbrechlichen Material für die Schei- den des Wagens suchte, versuchte man es zunächst mit der Erhöhung der Glasstärke. Eine dickere Glasscheibe bat natürlich eine größere Festigkeit als eine dünne Wenn sie ober bricht oder zer- springt, dann entstehen viele messerscharfe Splitter, die das Leben der Fahrzeuginsasien stark gefährden. Do? Ziel der Glastechnik mußte also darauf gerichtet sein, die Fahrzeugscheibe io auszubilden, daß sie bei einer Zerstörung nicht splittert. Man erreichte dies in dem modernen Verbund» sicher he itsglas. Hierbei ist die Glasscheibe aus drei Schichten aufgebaut: zwei dünneren Einzelscheiben und einem zwischen sie gelegten Zelluloidblott. Nach diesem Verfahren werden gegenwärtig etwa 90 Prozent der Welterzeugung an Sicherheitsglas hergestellt. Das so aufgebaute Glas splittert nicht, weil die Zwischenschicht all« beim Bruch entstehenden Stücke festhält. An sei- ner Vervollkommnung wird immer noch eifrig gearbeitet. Inzwischen ist jedoch die Glastechnik noch anderer Richtung an einem neuartigen Sicher- heitsolas gelangt. Dieses Glas besteht nicht mehr aus mehreren Schichten, sondern aus einer ein- zigen Glasscheibe, die einer besonderen Temperaturbehandlung unterworfen worden ist und dabei große Härte und starke innere Span- nungen erhalten hat. Eine so erzeugte Scheibe verhält sich bei einer gewaltsamen Zerstörung ganz eigenartig: sie zerfällt zufolge ihrer großen Spannungen vollständig in unzählige kleine Teilchen, die keine nennenswerten Verletzungen hervorrufen können. Man hat diesen Zerfalls- Vorgang treffend als„Z e r k r ii m e l u n g" bezeichnet. Mit der Gewißheit, daß feine Scheiben beim Bruch keine Verletzungen hervorrufen können, ist aber dem Autofahrer noch nicht genügend ge- dient. Cr fordert vor allem eine erhöhte Wider- standsfähigkeit gegen die üblichen Beanspruchun- gen durch Schlag, Druck, Erschütterungen usw Es ist nun sehr bemerkenswert, daß mit der Härte dem Glas zugleich eine bisher unerreichte Festigkeit des Stahls und seine doppelte Elasti- zität gegeben sind. Auf eine Scheibe von 1,2 Meter Länge und 1 Meter Breite, die nur an zwei Rändern aufgelegt ist, können sich zwei Männer stellen, ohne daß sie zu Bruch geht. Wenngleich auch mit dem neuen Erzeugnis noch nicht das absolut unzerbrechliche Glas gefunden ist, so sind wir doch diesem Ziel bedeutend näher gekommen.?.?. Die Schnelligkeit des Blutlaufs. Die StrS- mungsgeschwindigkeit des Blutes im menschlichen Körper haben Wollheim und Lange an der Medi- zinischen Klinik der Eharite in Berlin untersucht. Dabei wutde dos Fluoreszenz-Versahren angewandt, durch das es möglich ist, das Erscheinen des in den.Blutkreislauf eingebrachten Flu- orefzins an den zarten Lippenschleimhäuten zu beobachten. Es zeigte sich, daß die gesamte Kreis- lauszeit unter gewöhnlichen Verhältnissen 19 bi? 25 Sekunden beträgt, während angestrengte Ar- best und Fieber die Kreislaufsgeschwindig'keit um das Dreifache zu erhöhen vermögen. Als mistlere Durchflußzeiten für die Lunge ergaben sich 5.3 Sekunden, für die Nieren 3,7 Sekunden, für da? Eingeweidegebiet 5,2 Sekunden. Wcclienprogramm des Berliner Rundfunks Sonntiig. 2. Oktober. 6.1Ä: Ovinn-iMik. ♦»..10; Au*. Konissbrrs; Miljtarkonzerf. S: für den land- ujit 10 Au*» Zo�en- Erntedankfest-Gottesdienst. II; Für die Kinder. 11.30; Aus Leipzic Bach-Kantate 12.05: Aus Hannover; Miftagskonrert. 14: Elternstunde 14.30: Volkslieder und Lautenmusik. 15: Wunderrenncr unter den Naturvölkern und ihr Geheimnis. 15.30; Orchesterkonzert. 16.30: Hindenburs:- Tasr. 17: Fortsetzung des Orchesterkonzerts. Als Einlagen: 1. von der Trabrennbahn Puhleben. 2. Jubiläums-Pugby-Blitzturnier im SCC.-Stadion Pichkamr 18.15: Stunde fröhlicher Dichtung. 10; Feierstunde zum 05 Geburtstag des Reichspräsidenten von Hindenbiirg. 20: Orchesterkonzert. 20.45: Aus Philadelphia. Hindenburg-Feier. Anschließend Fortsetzung des Orche