Morgen-Ausgabe Nr. 467 A 228 49. Jahrg. Redaktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 S-rnspr-cher,«7 Amt Dönhoff 2S2 bi» ZS? Tolegrammahitss«: Soz>alieinorr-t Berlin BERLINER VOLKSBLATT DIENSTAG 4. Oktober 193:2 In Groß- Berlin 10 Pt Auswärts...... 15 Pf- Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß des redaktionellen Teils Jentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Mordpläne im Braunen Haufe RöKin läuft hilfesuchend zum Reichsbanner! S)er Zwickel Herr Bracht und die Badehosen Herr Bracht hat einen Zwickel verordnet. Wasi st einZwickel? Wir bitten unsere männlichen Leser, sich von ihren Frauen darüber belehren zu lassen. Wenn sie ihren Frauen noch den Anlaß zu ihrer Frage ver- raten werden, wird sich bald an allen Ecken und Enden der Stadt ein unauslöschliches Gelächter erheben. Also Herr Bracht hat ver- ordnet, daß Badeanzüge künftig mit einem Zwickel zu versehen sind! Die Frauen, die w i r darüber befragten, haben uns ausein- andergesetzt, diese neueste Bracht-Berordnung sei eben von einem Manne gemacht, der etwas ganz anderes meint, als er damit ge- sagt habe. Gemeint ist kurz und gut: jede Badehose, ob männlich oder weiblich, müsse an der interessantesten Stelle noch ein Feigen- blatt aus Stoff aufgenäht bekommen. Wegen der Sittlichke it. Der Rest der Verordnung steht der Ein- sührung des Zwickels von amtswegen würdig zur Seite. Wir bitten unsere Leser, über diese Verordnung, die wir laut vorzulesen emp- fehlen, nicht zu sehr den Kopf zu schütteln. Wir leben wirklich im Jahre 1932, und sie können es noch erleben, daß sie ihre Bade- Hosen vor der Benutzung zurKonzessionierung und Abstempelung aufs Polizeiamt tragen müssen! Wird das erst eine Pracht sein, wenn diese Verordnung durchgeführt ist, wenn es keine gebräunten Körper mehr gibt, dafür aber die neue Bademode„Laßt Luft und Sonne nicht durch!" Werden die„ange- schnittenen Beine" an den Bracht-Badehosen mit dem Millimetermaß nachgemessen? Wer- den Firmen, die im Punkte Sittlichkeit be- sonders zuverlässig sind, besonders konzessiv- nierte Modelle herausbringen? Wir wollen diese Einzelheiten nicht ver- tiefen. Je länger man diese Verordnung be- trachtet, um so stärker erkennt man, daß sie eine Beleidigung der Bevölkerung, eine polizeiliche Unanständigkeit dar- stellt. Man braucht nur daran zu denken, daß die Polizei befugt sein sollte, die Innehaltung der Einzelheiten dieser Verordnung zu kontrollieren. Aber eines müssen wir noch laut und ver- nehmlich sagen: habendieLeuteSor- g e n! Bei Millionen von Arbeitslosen, ange- sichts der gewaltigen Not im Lande, ange- sichts der Verwirrung der politischen Verhält- nisse hat Herr Bracht noch Zeit, sich um den Zwickel in den Badehosen männlichen und weiblichen Geschlechts zu kümmern. Nach seiner Großtat mit der Badehosenverordnung im Sommer gelüstet es ihm nach neuem Ruhme. Wir gestehen ihm neidlos zu, daß er auf diesem Gebiete unerreicht ist. Hier zeitigt er Taten, von denen man noch lange reden wird! War das der Zweck der Einsetzung eines R e i ch s k o m m i f s a r s in Preußen, daß er Zwickel in die Badehosen verordnet? Gehören die Zwickel auch zu den Maßnahmen aus Grund des Artikels 48. die zur Wieder- Herstellung von Sicherheit und Ordnung für unumgänglich nötig erachtet worden sind? Von den Zwickeln des Herrn Bracht wer- den die Millionen von Arbeitslosen nicht satt! Herr Bracht engt sie vielmehr noch weiter ein! Denn hier ist ein drastisches Beispiel, wie die blindwütig reaktionäre Tendenz auf kul- turellem Gebiete sozialreaktionäre Folgen hervorruft. In B e r l in gibt es große st ä d t i s ch e B a d e a n st a l t e n mit Fami- lienbädern. die auch im Winter benutzt wer- den. Diese Bäder sind eine Wohltat für die Arbeiterbevölkerung. Herr Bracht will die Gäste dieser Bäder nötigen, sich neue B a d e a n z ü g e mit angeschnittenen Beinen und Zwickeln zu k a u s e n, da er die Bade- München, 3. Oktober. Eigener Bericht Bor dem Münchener Amtsgericht rollte am Montag ein politischer Beleidigungsprozeß ab, der einen tiefen Blick Himer die Kulissen des Braunen Hauses in München tun lieh und die Berfallserscheinungen in der Hitler-Partei mit greller Deutlichkeit offenbarle. Angeklagt war der verantwortliche Redakteur der„Münchener Post", Edmund G o l d s ch a g g. wegen zweier Artikel„Die T s ch e k a im Braunen Hau s", die im April dieses Jahres kurz vor der Reichspräsidentenwahl sensationelle Enthüllungen über eine Mordorganisation innerhalb der NSDAP, brachten. Eine erste Bestoti- gung der Richtigkeit dieser Enthüllungen in der „Münchener Post" brachte bereits ein G e r i ch t s- urteil vom ö. Juli, durch das ein einsluß- reicher, ständiger Gast im Braunen Haus namens D a n z e i f c n wegen zweier Bergehen der Auf» forderung zum Mord sechs Monate Gefängnis erhielt. Aber in jener Verhand- lung wurden zwei wichtige Zeugen nicht ver- nommen, nämlich der Fabrikant Bell, eine ehe- maliger Vertrauensmann des Hauptmanns R ö h m, und der Reichsbannerfllhrer Major M a y r. Biel weiter konnte nun der neue Prozeß in die Mordatmosphäre des Braunen Hauses hinein- leuchten, zu welchem Bell und Mayr als Zeugen �zugezogen waren. Die Nationalsozialisten hatten natürlich ein begründetes Interesse daran, die Oesfentlichkeit nicht gar zu tief in ihre dunklen Geheimnisse hineinschauen zu lassen. In dieser Richtung lag schon die Einleitung des Be- leidigungsprozesses gegen die„Münchener Post". Nicht etwa der SA.-Stabschef R ö h m noch fein Nachrichtenchef Graf Dumoulin-Eckart oder der Reichstogsabgeordnete Buch hatten gegen die„Münchener Post" geklagt, obwohl sie doch als die meist Kompromittierten das größte Jnter- esse daran gehabt haben müssen. Lediglich der Fememörder Schulz und der R e i ch s s ch a tz> meister der NSDAP.. Stadtrat Schwarz. hatten sich durch die Artikel der..Münchener Post" beleidigt gefühlt, obgleich sie in den Entbllllungen nur nebensächlich genannt sind. Noch deutlicher aber äußerte sich das Bestreben der Nazileitung, so viel wie möglich zu vertuschen, in der Tatsache, daß die hauptzeugen, Hauptmann Böhm Dumou- l!n-Eckar>, Gras Spreti, Kols Beiner, ein be- sonderer vertrauter im Braunen Haus, und der im Zusammenhang mit dunkelften Geschichten schon viel bekanntgewordene kauf- mann Hans Schweighardt, zum Tell unauf- sindbar waren, zum Teil der Ladung nicht Folge leisteten. Röhm, Reiner und Schweighardt wurden dafür zu je 50 M. Geldstrafe und Tragung sämt- Hose oder den modernen Badeanzug im Familienbad für unsittlich hält! Wer kein Geld hat, um sich auf Brachts Befehl den polizeilich konzessionierten Badeanzug zu kaufen, darf künftig gefälligst zu Hause bleiben! Noch viel härter trifft das die Ar- beitslosen. Die deutschnationalen Mucker, die diese Verordnung inspiriert haben, haben an die Arbeiter und die Arbeitslosen nicht gedacht: denn die interessieren sie nicht. Sie sind ihrem muckerisch-reaktionären Drange, ihrem einge- fleischten Haß gegen alles Freie und Natür- liche gefolgt— und sie haben damit zugleich eine neue Bedrückung des arbeitenden Volkes erreicht. Das bedeutet der Zwickel! Wir sind sicher: allen, die zunächst gelacht haben, wird die licher Kosten oerurteilt. Gerade diese Zeugen hät- ten bekunden müssen, was sie übrigens in zahl- reichen polizeilichen— auch jreiwilligen— Vernehmungen auch getan hatten, daß im Braunen Haus tatsächlich eine geheime Zelle bestand, und daß ernstliche Mordabs ich- t e n vorhanden waren. Aber auch ohne diese Zeugen gelang der Verteidigung der Wahrheitsbeweis. Sie erbrachte den Beweis da- für, daß Röhm, Dumoulin-Eckart und Graf Spreti selbst die Ueberzeugung und die Gewiß- h c i t erlangt hatten, daß in den Kreisen der NSDAP, im Frühjahr 1932 tatsächlich ein ernstes Mordkomplott verabredet war, und daß auf Betreiben des nationalsozialistischen Reichstagealgcordneten Major Buch der Fabrikant Danzejsen einen gewissen Horn telegra- phisch von Karlsruhe nach München gerufen hatte, um die Ausführung der Mordtaten zu über- nehmen, und zwar handelte es sich um einen Mordanschlag auf den bereits gcnann- ten Bell, auf Dumoulin-(5ckart und Hauptmann Röhm. Aufsehen erregte schon gleich bei Beginn der Zeugenvernehmung, als Bell u in feine Nichtvereidigung ersuchte. Er begrün- det« seine Bitte damit, daß er sich durch seine Aussage Gegner mache, und daß es bei den Zu- ständen im Braunen Haus möglich sei, daß für wenig Geld ein« falsche eidesstattliche Aussage erkauft und er dann in ein Meineidsverfahren verwickelt werde, wie es. ihm schon einmal passiert sei. Der Zeuge, trotz seiner Einwendung ver- eidigt, sagte dann über eine Zusammen- kunst mit Röhm aus. Röhm habe gejagt: „Wissen Sie schon das Neueste? Man will uns umbringen. Sie, Dumoulin-Eckart und mich." Er habe es anfangs nicht glauben wollen, bis Röhm Einzelheiten mitteilt« und erwähnte, daß Major Buch dahinter stecke. Bald darauf habe er den Schweighardt in einem Cafehaus getroffen. Auch von diesem fei er gefragt worden, ob er schon wisse, daß er umgebracht werden solle. Schweighardt habe weiter erklärt:„Ein Wort von mir bei der Polizeidirektion würde genügen, daß die ganze Saubande ins Zuchthaus käme." Mit der Saubande fei die Reichsleitung der NSDAP, genieint gewesen. Schweighardt habe ihn dann gefragt:„Willst im deinen Mörder kennen lernen? Er wird bald hierher kommen." Tatsächlich sei dann Dr. Horn aus Karlsruhe in das Lokal gekommen. Interessante Mitteilungen inachte der Zeuge auch über eine andere Aussprache mit Haupt- mannRöhm. Als die Sache mit den Röhm- Briefen kam, sagte Röhm zu mir:„Sie sind ein Stümper, weil Sie nicht fertigbringen, daß diese Sache unterdrückt wird." Ich bin dann nach Magdeburg ins Reichsbannerhaus zu Major Mayr gefahren, Mayr wußte ein- fach alles. Ich fragte ihn, ob er bereit sei, Röhm zu empfangen. Am 1. April 1932 kam dann Röte ins Gesicht steigen darüber, daß dies reaktionäre Regime noch das Volk schikaniert! Hoch die Badehose! Brachts neue Verordnung In der Preußischen Gesetzsammlung Nr. 56 wird aus Grund des Polizeiverwaltungs- geseges für das Land Preußen folgende Polizeivcrordnung erlassen: Der tz 1 der Badepolizeiverordnung vom 18. August 1932(Gesetzsammlung S. 280) erhält folgende Fassung: 1. Das öffentliche Nacktbaden ist unter- sagt. 2. Frauen dürfen öffentlich nur baden, fall« sie einen Badeanzug tragen, der Brust Sin nichtssagendes Arteil Blünchen, 3. Oktober. Eigener Bericht Im Tschekaprozeß des Münchener Braunen Hauses wurde der verantwortliche Redakteur der „Münchener Post" rvegen fortgesetzter übler Nach- rede zu einer Geldstrafe von 1200 Mark und zur Tragung der Kosten verurteilt. In der Urteilsbegründung wird behauptet, daß der Wahr- heitsbeweis in bezugaufdie beiden Pri- v a t k l ä g e r Schulz und Schwarz nicht erbracht wurde. Nach den Zeugenaussagen ist das Urteil voll- kommen unbegreiflich, denn es läßt den Tatbestand ganz außer acht, daß nach der sachlichen Seite des ganzen Fragenkomplexes hin die beiden Pri- vatkläger nur untergeordnete Sta- tisten sind und daß vor allem die wichtigen Zeugen des Braunen Hauses selbst, Röhm und Konsorten, sich vor der Vernehmung gedrückt hatten. Es ist deshalb anzunehmen, daß der Prozeß in zweiter Instanz neu aus- gerollt wird. Röhm nach Berlin und hatte in einer Privat- wohnung eine 3!4stündige Unterredung mit Major Mayr. Röhm berichtete mir später, daß Mayr alles wisse, und daß es stimme, daß die Schweinehunde uns erledigen wollen. Röhm nahm die Sache sehr ernst und schimpfte wütend auf Schulz und Schwarz. Auf Befragen über die Pläne zur Errichtung eines großen Geheimdienstes über ganz Deutsch- land erklärte der Zeuge: Ja, es war die Rede davon, daß mißliebige Leute beseitigt werden sollten. Daß man einen Mann um die Ecke bringt, das wird bei uns nicht so tragisch aus- gefaßt, als wenn man darüber spricht. Eine solche Einrichtung gehört mit zu unserer Organi- sation. Wir sagen, das ist S e l b st s ch u tz, Sie sagen da Mord. Aber das ist es nicht. In einen Geheimdienst gehört so etwas hinein, das ist selbstverständlich. Ich finde nichts dabei, wenn einer aus moralischen Gründen im Interesse der Partei beseitigt wird. Es handelt sich doch um den Schutz der eigenen Leute. Die Berräterei muß abgestellt werden, gleichviel mit welchen Mitteln. Nicht weniger sensationell gestaltete sich die Aus- sage des Zeugen Alajor Mayr. Meine Informationen, so erklärte der Zeuge, stammen aus vier Quellen: aus Stuttgart, von befreundeter Seite in München, aus den Angaben B e l l s und endlich durch die Angaben des Hauptmanns Röhm. In meiner Eigenschaft als Hauptschriftlciter der Reichsbanner- Bundeszeitung ist mir Ende 1931 ein Artikel aus Stuttgart zugegangen, der von einem und Leib an der Vorderseite des Oberkörpers vollständig bedeckt, unter den Armen fest anliegt sowie mit angeschnittenen Beinen und einem Zwickel versehen ist. Der R ll ck e n a u s s ch n i t t des Badeanzugs darf nicht über das untere Ende der Schulterblätter hinausgehen. 3. Männer dürfen öffentlich nur baden, falls sie wenigstens eine Badehose tragen, die mit an- geschnittenen Beinen und einem Zwickel oersehen ist. In sogenannten F a- milienbädern haben Männer eine» Bade- a n z u g zu tragen. 4. Die vorstehenden Borschriften gelten nicht für das Baden in Badeanstalten, in denen Männer und Frauen getrennt baden. 5. Die Vorschriften des Abs. 2 gelten ent- sprechend für den Strandanzug der Frauen. Diese Polizeiverordnung tritt mit dem 1. No- vember 1932 in Kraft. Mitgllek» des württembergischen Landtags stammte und sich mit der Bildung einer Zelle„G" in der Nationalsozialistischen Partei beschäftigte. Ich hatte damals Bedenken, den Artikel so zu ver- öffentfichen. Er berichtete von einer Konferenz der Funktionäre der Zelle„G" in München im Braunen Haus, an der 42 Personen teilnahmen Hitler habe eine Ansprache gehalten, er sreue sich so sagte er, den wichtigsten Teil der Bewegung begrüßen zu dürfen. Zur Verhandlung standen am ersten Tag(14. August 1931) der Bericht des Roichszellenführerz über seine Tätigkeit, Berichte der Zellengauleiter. Am zweiten Tag Vortrag über Wesen und Wirken der Zelle„®", am dritten Tag Vortrag über gegnerisches Material, vierten Tag Vortrag über Spionageabwehr. Ich habe diesen Artikel nicht für hasenrein gehalten: immerhin, die darin geschilderte Organisation machte eine Art bolschewistischen Eindruck auf mich, und ich und mein« Freunde sind der Auf- fassung, daß die Trennungslinie zwischen Ratio- nalsozialisten und Kommunisten schmal ist. Ich schrieb deshalb an Herrn Bell, den ich vom Krieg her kannte und der als Vertrauter von Hitlers Stabschef mit mir wiederholt Fühlung wegen der Röhmbriefe genommen hatte. Bei einer mündlichen Zusammenkunft bestätigte Bell im großen und ganzen alle Einzelheiten meiner Informationen über die Zelle„G". Trotzdem waren meine Zweifel noch nicht zerstreut. Darauf erklärte Bell, er werde mir den besten Zeugen bringen, den es in dieser Sache geben kann, nämlich Stabschef Röhm selbst. Ich war außerordentlich erstaunt. Die Veranlassung, diese Aussprache zwischen Rohm und mir herbeizuführen, war natürlich in erster Linie die Affäre wegen des 8 175, dann aber auch der ganze Komplex der Mordorgani- fation. Röhm kam in den nächsten Tagen in meine Privatwohnung, da ich eine Unterredung in einem Hotel abgelehnt hatte. Unsere Aussprache dauerte drei Stunden. Zunächst bewegte sie sich in allgemeinen Redens- arten. Röhm erzählte mir zuerst von seiner Zu- sammenkunft mit Schleicher. Ich er- zählte, was mir aus Stuttgart und durch Bell mitgeteilt worden war, und jetzt sagte Röhni, das sei im großen und ganzen genau wahr, was sie in den letzten Tagen im Braunen Haus in München erlebt hätten. Er äußerte sich dann mit beleidigenden Werturteilen über Schulz, Buch, Schwarz, Buhler und andere. Das kam hageldicht aus dem Munde Röhms. Er sprach aus schärfster innerer Er- regung heraus. Besonders scharf äußerte er sich gegen Schulz und Schwarz und betonte, daß nach seiner Auffassung hinter der ganzen Sache Schulz stecke. Und dann bat er mich, wenn ich irgendwelche weiteren Informationen über Schulz erhalten sollte, sie ihm zur Verfügung zu stellen. Ich war natürlich sehr erstaunt über die Tatsache. daß der oberste SA.-Führer ausgerechnet mich um Malerial gegen seine eigenen Freund« anging. Von Schulz erklärte Röhm, er steck« auch hinter anderen Schweinereien, mit denen er gerade zu tun habe. Wir haben dann vereinbart, diese Unterredung zunächst oertraulich zu halten. Röhm betonte, er habe sich an mich als früheren Kameraden gewandt. Wir vereinbarten, er sage von der Aussprache Hitler nichts und ich wollte dem Bundesvorstand des Reichsbanners keine Mitteilung machen. Nur heute, unter dem Zwang, da ich Zeuge bin, fühle ich mich berech- tigt und verpflichtet auszusagen. Die Vertreter der Nazitläger, darunter Frank II, versuchten nun mit allen Mitteln dies« schwerbelastenden Zeugenaussagen zu ent- werten und das Ganze als marxistischen Schwin- del hinzustellen. Damit hatten sie aber kein Glück, denn die Verteidiger des angeklagten Ge- nassen Goldschagg konnten an Hand eines um- fangrcichen polizeilichen Aktenma- terials feststellen, daß auch andere prominente Leute aus dem Braunen Haus, so Graf Du- moulin- Eckart und sein Adjutant Graf Spreti, in freiwilligen Bekundungen bei der Polizeidirektion ihre Angst vor Mordüber- fällen zu Protokoll gegeben haben. Ein deutscher Fall Redl Wie der„Rächer" den Schlieffenschen Plan verriet Der frühere französische Botschafter in Peters- ' bürg, Maurice Paläologue, berichtet in dem neuesten Abschnitt seiner Memoiren über einen bis heute völlig unbekannt gebliebenen S p i o- nagesall aus der Vorkriegszeit, der einen Parallelfall zu der bekannten Affäre des österreichischen Obersten Re d e l darstellt. Es handelt sich dabei um den verrat des deutschen Ausmarschplan» gegen Frankreich und Belgien durch einen hohen deutschen Generalslabsossizier. „Es war an einem Nachmittag im Jahre 1904," berichtet Paläologue,„als mich der damalige fran- zöstsche Generalstabvchef, General Pendezec, zu sich bat, um mit mir über das französisch- russische Bündnis zu sprechen, dessen Bedeutung damals durch den Krieg zwischen Japan und Rußland stark in den Hintergrund gerückt war. General Pendezec war der Ansicht, daß Frank- reich aus diesem Grunde jeden Konflikt mit Deutschland vermeiden müsse. Im Verlaufe des Gesprächs nahm er mir das Versprechen strengster Verschwiegenheit ab und breitete dann ein« große Genemlstabskarte vor mir aus, die das Gebiet von Nordostfrankreich, Belgien und das deutsche Rheinland umsaßte. „Ich werde Ihnen seht den deutschen Aufmarschplan gegen Frankre'ch erklären." bemerkte er dazu. Ich war auss äußerste überrascht und fragte: „Woher kennen Sie diesen plan?" „Das werde ich Ihnen zum Schluß verraten." entgegnete der General. Cr führte dann weiter folgendes aus: Deutsch- land werde seine Deckungsarmee gegen Rußland auf sechs Armeekorps beschränken, dagegen 36 Korps nach dem Westen werfen. 26 dieser Korps seien Lini entnippen, die in 4 Armeen vor- marschieren würden. 3 dieser Armeen würden gegen Mosel und Saar operieren, während die 4. Armee sich in der Gegend von Aachen zu sammeln hätte um über Lüttich, Namur, Mau- beug« gegen Paris vorzustoßen, General Pendezec fügte hinzu: Ich brauch« Ihnen wohl kaum zu erklären, daß wir einein solchen Ansturm nicht standhalten können. Wir werden glatt überrannt werden. Zum Schluß kam er dann darauf zu sprechen, wie der französisch« Generalstab in den Besitz dieser Informationen gelangt sei. „vor kurzem", so berichtete er,„wandte sich von Lüttich aus ein deutscher Ossizier, offenbar ein hoher General des deutschen Stabes, in einem Schreiben an uns. Er bot uns Dokument« von größter Bedeutung an Unser Nachrichtendienst setzte sich durch Hauptmann Lambling mit dem deutschen General in Verbindung. ver Verräter lieferte uns den gesamten Ope- ralionsplan des deutschen Generalstabs aus und machte vor allem«ingehende Angaben über die deutschen Aufmarschzonen. Seine Mitteilun- gen wurden überprüft und es kann kein Zweifel bestehen, daß sie zutressend sind. Was die Persönlichkeit des Spions be- trifft, so sind wir vollkommen im Unklaren: wir haben nicht einmal die Möglichkeit, mit ihm zu korrespondieren. Er hat bisher dreimal von Lüttich aus Hauptmann Lambling schristlich zu einer Besprechung gebeten. Das erstemal fand diese Begegnung in Paris, dann in Brüssel und schließlich ein« weitere Besprechung in Nizza statt, jedesmal in einem großen Luxushotel. Der deutsche Spion trug bei diesen Begegnungen mit Hauptmann Lambling stets einen dicken Ver- band um den Kopf, als hätte er eben eine Operation hinter sich. Das einzige, was man von seinem Gesicht erkennen konnte, war der graue Schnurrbart und die durchdringenden Augen. Gleich bei der ersten Besprechung ließ er sich von Hauptmann Lambling die Zusage geben, daß wir sein Inkognito respektieren und ihn nicht durch unsere Agenten aufspüren würden. „Ich werde das Hotel nach Verlauf einer Stund« verlassen," erklärt« er Hauptmann Lambling. „Wenn ich merke, daß Sie mich überwachen lassen, werden Sie mich niemals wiedersehen und kein« weiteren Ausschlüsse von mir erhalten." Mehrfach erklärte er dem Hauptmann:„Ich bin mir vollkommen bewußt, wie schändlich mein Verhalten ist, ober man hat mich selbst noch vi»' schändlicher behandelt, und ich will mich rächen!" Die drei Briefe, die er uns aus Lüttich geschrie- ben hat, tragen sämtlich die Unterschrist:„D e r Räche r." Trotzdem hat der Spion als Preis für sein« Berichte und al« Spesen von uns eine Summe von 66 666 Franken gefor- d e r t. Wir haben sie anstandslos bezahlt. denn seine Aufschlüsse waren für uns von dem allerhöchsten Wert." Soweit die Erklärungen, die mir Im Jahr« 1964 General Pendezec machte. Im Dezember 1929 ließ Marschall Pätain im Kriegsmiw- sterium eine Untersuchung vornehmen, um sestzu- stellen, inwieweit diese Enthüllungen zutreffen. Die Untersuchung ergab, daß die G e h e i m d o k u» mente des Nachrichtendien st es Ende August 1914 unter dem Eindruck des deutschen Sieges bei Charleroi verbrannt worden waren.(Also offenbar im Hinblick aus die be- fürchtete Eroberung von Paris durch die deutschen Truppen. Red. d.„V.") Di« Dokumente, die der „Rächer" uns ausgeliefert hat, existieren daher nicht mehr Aber man hat im Archiv der Operationcabtei- lung des Generalstabs Kartenmoterial und Hand- schriftliche Notizen entdeckt, die von dem deutschen Verräter stammten. Ich Hab« diese Kar- ten wieder erkennen können. Man hat auch den Offizier festgestellt, der da- mals im 2. Büro des Generalstabs(Abteiluno für Armeen des Auslandes) sich mit deutschen Anqe- legenheiten beschäftigte. Es ist der damalige Hauptmann Barthelemy heute Brigade- general im Ruhestande. Barthälemy hat damals die Angaben des Nachrichtendienstes überprüft. Der Bericht, der ihm dabei zugrunde lag, war der des„Rächers". An deutscher Stelle haben die Enthüllungen Paleologues sehr überraschend gewirkt. Das deutsche Auswärtige Amt hat sich zwecks Aufklärung der Vorgänge, über die Paleo- logu« berichtet, mit dem Reicheweh Ministerium in Verbindung gesetzt. Es ist daher möglich, daß der Fall des„Rächers" eines Tages doch seine volle Aufklärung finden wird. Dazu wird noch in der Bend'erstraße erklärt. daß Nachforschungen unverzüglich einge- leitet w« den sollen, und zwar gedenkt man die Erhebungen in ter Weise durchzuführen, daß zu» nächst der Kreis der Personen ennittelt werden soll, die infolge ihrer dienstlichen Funktionen von dem Schlieffenschen Plan Kenntnis haben mußten. Weiter wird sich aus der Uebe� Prüfung der Befördeningslisten ergeben, welcher General- stab-offizier infolg« seiner Zurücksetzung Grund zur Unzufriedenheit haben konnte. Man glaubt auf dies« Weise den Verdächtigen recht bald ermitteln zu können. Es fragt sich nur, ob der betreffende Offizier, von dem die Franzosen behaupten, daß er allem Anschein nach Gene» ralsrang leklcidete, noch unter den Lebenden weilt. Was wird geplant? ElN Nllih dtN! llNdttN! Schlichterkonferenz im Reichsarbeits ministerium Dl« Telegraphen-Union teilt mit: Die Schlichter der einzelnen Bezirke werden am Dienstag In einer im Reichsarbeitsministerium statlfindenden Konferenz über ihre Erfahrungen hinsichtlich der Auswirkungen der letzten Notverordnung auf die Arbeits st reitig- leiten Bericht erstatten. Das Ergebnis dieser Konferenz dürste aus die weiteren RIaßnahmen des Reichsarbeitsministeriums nicht ohne Einfluß bleiben. Polen mit �eunzehntelmehrksit vierlersewäWt „Besitzt die Gtirn..." kommunistische Lügenmethode Zum Verbot der„Roten Fahne" schreibt die kommunistische„Welt am Abend": Die große demokratische Presse, die bisher noch gelegentlich ein schüchternes Wort für die Freiheit der Presse wagte, ist inzwischen so regierungstreu geworden, daß sie zu dem neuen Verbot der„Roten Fahne" Wit keinem Worte Stellung nimmt. Lediglich der„Vor- wärts" besitzt die Stirn, kundzutun. daß es viel bessere Mittel gäbe, die Kommu- nistische Partei kleinzukriegen als Zeitungs- verböte. Die Regierung möge die Bekämpfung der KPD. nur den Sozialdemokraten überlasten, dann sei alles in guten Händen... In dieser Form spiegelt sich im Zerrspiegel der kommunistischen Preste die Tatsache wider, daß selbstverständlich unter Wahrung seiner Gegner- schast gegen die KPD. der„Vorwärts" allein sich gegen das Verbot der„Roten Fahne" ausge- sprachen hat. Drei»feile als internationales Kampfzeichen Am Sonntag tagten in Berlin unter dem Vor- sitz Bruno K a l n i n s(Lettland) die Vertreter der Internationalen Kommission zur Abwehr des Faschismus. Es nahmen daran teil für Belgien: Vanderoeken und V a n d e r s m i s f e n: für Deutschland: Hölter- mann und Ferl: für Oesterreich: Löw und E i f l e r: für die Tschechoslowakei(Aussig): U l l- mann. Vertreten war auch der JGB. durch Stolz und die Arbeitersportinternationale durch W i l- d u n g und Bühren. Die Konferenz nahm die Berichte der Länder- Vertreter über die Lage in ihren Ländern zur Kenntnis. Die Delegierten tauschten die Ersah- rungen aus, die die Abwehrorganisationen im Kampfe gegen den Faschismus gemacht hatten. Die Konferenz faßte ihre Ansicht über die Lage und die fernere Tätigkeit in einer Entschließung zusammen und beschloß, das Vreipseil-Symbol als internationales Kampsabzeichen gegen den Faschismus sowie den Freiheitsgruß allgemein einzuführen. Dr. Solf 70 Zahre alt. Der ehemalige Staats- sekretär für die Kolonien. Staatssekretär des Aus- wärtigen im Kabinett Prinz Max und spätere Botschafter in Japan, Dr. Solf, begeht am 5. Oktober seinen 76. Geburtstag Genf, 3. Oktober. Eigener Beridii Nach Abschluß der Generaldebatte über den Zahresbericht hat die Völkerbundi-Volloerfamm- lung am Montagnachmittag die Nachfolger der drei ausscheidenden nichtständigen R a t» m l t- glieder Polen, Iugoslawlcn und Peru gewählt. Von S? abgegebenen Stimmen erhielten Polen 4 8, Mexiko 46 und die Ischechoslowakei 4 6. Noch nie seit Bestehen de» Völkerbundes hatte Polen soviel Stimmen aus sich vereinig«, welcher Umstand aus die außerordentliche„Beliebtheit" der jetzigen Reichsregierung zurückgeführt werden muß. Der völkerbundsrat trat sofort nach der Wahl zu seiner neuen Tagung zusammen und hieß die Maßnahmen der neutralen Mächte zur Vermitt- lung im Streit zwischen Bolivien und Pa- raguay gut. In geheimer Sitzung wurden die beiden wichtigen Fragen der Ersahwahl für den verstorbenen hohen Sommlstar in Danzig und der Festsetzung des Zeilpunktes für die Wahl des Nachsolgers de» zurückgetretenen Generalsekretär» verschoben. Der Nachfolger des Grasen Gravina in Danzig dürste voraussichtlich ein E n g l ä n- der sein. * Die diplomatischen Niederlagen Deutsch- lands häufen sich jetzt mit einer geradezu beängstigenden Schnelligkeit. Die an Ein- stimmigkeit grenzende Mehrheit, die Polen für seine Wiederwählbarkeit erzielt hat, zeigt aufs neue die geradezu katastrophale Isolierung, in der sich Deutschland neuerdings in der Welt befindet. Dabei ist dieses Vertrauensvotum, dos Polen in Genf erzielt hat, durchaus unverdient. Noch vor eineinhalb Jahren galt Polen als der Störenfried Europas, der sich mit keinem seiner Nachbarn vertragen könne und die ihm anvertrauten nationalen Minderheiten auf das schändlichste drangsaliere. In den da- maligen Ratsverhandlungen konnte Dr. Cur- tius als deutscher Vertreter im Rat als An- kläaer auftreten, und die moralische Lage Polens war alles eher denn beneidenswert. Und heute? Man sage nicht, daß an diesem Stim- mungswechsel nur die anderen schuld seien und daß sich wieder einmal erweise, daß eben der ganze Völkerbund ein machtpoliti- sches Instrument Frankreichs geworden sei. Von den 57 Völkerbundsstaaten gehören keine zehn zu der unmittelbaren politischen Einflußsphäre Frankreichs. Es sind darin, abgesehen von den zahlreichen lateinameri- konischen Staaten, zahlreiche europäische Neutrale, die ihre Unabhängigkeit durchaus gewahrt haben. Gerade diese Neutralen haben Deutschlands Eintritt in den Völker- bund herbeigesehnt und bejubelt, und sie waren lange Zeit geneigt, Deutschlands Standpunkt in den großen politischen Fra- gen, einschließlich des Äbrüstungsproblems. weitgehend zu unterstützen. Anstatt mit ihnen zusammenzugehen, hat die Wllhelmstraße es vorgezogen,„Groß- machtpolitik" zu treiben, zunächst mit den anderen Hauptmächten und neuerdings gegen sie. Hinzu kommt noch das törichte Vorgehen auf handelspolitischem Gebiet, mit dem im Sinne der landwirtschaftlichen Autarkieanhänger unsere besten Auslands- künden vor den Kopf gestoßen werden— und das find nicht zuletzt die Neutralen. Sogar das vielgepriesene Italien Mussolinis hat jetzt Deutschland deutlich zu verstehen gegeben, daß seine freundschaftlichen Gefühle eine Grenze dort finden, wo seine eigenen Interessen auf dem Spiele stehen. Die gestrige Wahl, die in g e h e i m e r Ab- stimmung erfolgte, ist ein Signal. Wird es verstanden werden? Wir glauben es nicht! Diese Regierung, die selbstherrlich ohne parla- mentarische Kontrolle handelt, verkündet immer wieder, daß sie ihren Weg unbeirrt weitergehen werde. Sie wird darin bestärkt durch eine bürgerlich-nationalistische Presse, die nichts gelernt und nichts vergessen hat: „VielFeind.vielEH r'"— dieses blöde Schlagwort von Anno 1914 ist erst nach l�jährigen furchtbaren, aber vergeblichen Opfern in feinerSinnlosigkeitentlarot worden. Welche n e u en Katastrophen soll der deutsche Nationalismus heraufbeschwören, bis das deutsche Volk endlich einsieht, daß man Außenpolitik nicht mit, sondern nur gegen den Nationalismus machen darf? Der„verscholzte" Rundfunk Nuo6kua!c6ebatte im �.ancitsxs�usseKuQ �on�er-Iustitis „Kritik?— Nichts zu machen! Meine Waage ist im Gleichgewicht!" / Der Unterrichtsausschuh des Preu- hischen Landtags beschäftigte sich am Man- tag mit drei nationalsozialistischen Anträgen, die schon Anfang Juni eingebracht wurden und in denen oerlangt wird, die Ueberwachungsausschüsse und Knlturbeiräte bei den deutschen Sendern wegen erwiesener Unzulängtichteit und parteiischer Einstellung neu zu besetzen, den Reichsrundfun?- kommissar abzuberufen und die beim Rundfunk beschäftigten artfremden und auslän» dischen Kräfte sofort abzubauen und durch „d e u t s ch st ä m m i g e" Künstler und Geistes- arbeiter zu ersetzen. Nach einer sehr dürftigen Begründung durch den Abg. Dr. ch a u p t(Natsoz.) erhielt das Won Abg. Meier, Berlin,(Soz.), der zunächst zu den Anträgen selbst Stellung nahm, die zum größten Teil nur noch antiquarischen Wert hätten. Selbstverständlich würden die Sozialdemokraten aus grundsätzlichen Erwägungen auch gegen den Antrag stimmen, artfremd«, d. h. jüdische Kräfte, und Ausländer sofort abzubauen. Entscheidend könne immer nur die Oualilät der Darbietungen sein. Die Sozialdemokraten würden es niemals zu» lassen, die Juden als Staatsbürger zweiter Klasse abzustempeln. Außerdem werde eine Entlassung etwa beschäftigter ausländischer Künstler ganz sicher Repressalien für unser« im Ausland beschäftigten deutschen Künstler nach sich ziehen. Bei dieser Gelegenheit nahm der sozialdemo- kratische Redner den„v e r s ch o l z t e n" Rund- funk kritisch unter die Lupe. Noch als Ministe- rialrat habe Dr. Scholz unter S e o« r i n g alle Angriffe der Nationalsozialisten auf Rundfunk und Staat tatkräftig abgewehrt. Er war es, der auch noch unter Brüning dessen große Rede im Reichstag im Rundfunk wiederholen lieh, die so scharf mit den Nationalsozialisten und dem Balten Rosenberg abrechnete: derselbe Scholz wechselte nach dem Sturz Brünings von den Deutschnationalen zu den Nationalsozia- listen über und trat aus der chitler-Partei wieder aus, als diese von der Papen-Regierung !n ble Defensive gedrängt wurde. Diese politische Mandlungsfähigkeit konnte ihn nur im System der»grundsählichen Staatssührung- zum Diktator des deutschen Rundfunks machen. Seine politische«Charakterfestigkeit- sei beinahe sprichwörtlich geworden. Es sei ein grausamer aber treffender Scherz, wenn ein Spaßvogel be> b-niptet«, daß künftig die jeweilige politische Gin» fteüung des neuen Rundfunkkommissars bei den Tagesnochrichten im Rundfunk bekanntgegeben werde. Die nationalsozialistischen Anträge, so erklärte der sozialdemokratische Redner weiter, gingen von der geflissentlich verbreiteten und genährten dema- gogischen Unterstellung aus, daß vor der Neu- orientierung die Hörerschaft durch' den„roten Rundfunk" volkszerfetzend beeinflußt worden sei. An Hand von Zahlen konnte er unwidersprochen nachweisen, daß schon damals Vorträge von sozialdemokratischen Referenten in so verschwindender Anzahl gehalten wurden, daß man von Objektivität kaum reden konnte. Jehl kommt die organisierte Arbeiterschaft überhaupt nicht mehr zu Wort, und insofern seien die Forderungen der Rationalsozialisten wohl restlos erfüllt. Danach sieht das„Kulturniveau" de» neuorien- tierten Rundfunks auch ausl In dem Bestreben. auch die Aetherwellen zu nationalisieren, hätten die Programm« eine Ausgestaltung erfahren, die jeder Beschreibung spottet. Kein Wunder, daß stch jetzt auch ausgesprochen« Rechtsblätter mit Schaudern von der Kultur der Militärmärsche ab- wenden und von einer Trostlosigkeit dieses Zwischenftadiums sprechen. Auch sie müssen fest- . stellen, daß sich das D u r ch s ch n i t t s n i o e a u der Darbietungen nach Qualität. Bielseitigkeit und Publikumswirksamkeit recht bedenklich ge- senkt habe. Die Schuld daran trage die„neue Personalpolitik", die uns u. a. auch den mehr de- rüchtigten als berühmten Schriftsteller Arnolt Bronner in einer leitenden Stellung beschert hat. Die Eharakleristik des Rationalsozialisten Bronner war nicht schmeichelhaft. Nach von ihm unwidersprochenen Zeitungsmeldun- gen hat er zunächst seinen jüdischen Vater Bron- ner in Wien als Empfehlung benutzt, um seine Schriften unterzubringen. Er hat ihn später zu verleugnen oersucht, indem er mitteile» ließ, daß er in Wirklichkeit als Kind seiner inzwischen ver- storbenen Mutter von einem germanischen Vater gezeugt sei. Dieser Mann, der also seine tote Mutter beschmutzt, wurde vor einigen Wochen von der Zentrumspresse als ein Schriftsteller dar- gestellt, dessen Werke geradezu ein Katalog der Sexualpathologie sind. Einem solchen Urteil brauch« man nichts hinzuzufügen, aber man brauche sich nicht zu wundern, wenn die Hörer- schaft aus den arbeitenden Schichten Programme ablehnt, die von solchen Erneuerern geistig be- einfluht sind! Wenn es so weiter geht, werde es nicht beim bloßen Protestteren bleiben. Wenn im zweiten Vierteljahr bereits 50 000 Hörer den Rundfunk abbestellt haben, so sei das nicht allein aus die Rot zurückzuführen, es sei zum großen Teil aus Protest gegen die Einstellung des Rundfunks geschehen, der sich erst kürzlich in einem Prozeß mit anerkennenswerter Offenheit als politischer Tendenzbetrieb bezeichnet habe. Abg. Dr. Lauscher(Z.) bezeichnete zwar eben- falls die ersten Anträge der Nationalsozialisten als überholt, meinte aber, daß man sehr wohl von einem Ueberwuchern des jüdischen Einflusses beim Rundfunk sprechen könnte. Er brachte einen Abänderungsantrag'ein, in dem gefordert wird, daß die Kräfte des Rundfunks st ä r k e r als bisher in den Dienst christlicher und deutscher Kultur gestellt werden. Abg Dr. Löpelmann(Natsoz.) rückt« offen von Bronner ab, quittierte aber mit Dank die antt- semitische Annäherung des Zentrums an die Nationalsozialisten. Von den 2069 Angestellten des deutschen Rundfunks seien nur 1% Proz. Ausländer, die größtenteils in Or- chestern als Soli st en tätig sind. Er müsse vor einer restlosen Ausmerzung dieser Ausländer warnen, weil zweifellos im Ausland eine viel größere Anzahl deutscher Künstler beschäftigt sind, als ausländische Künstler sich in Deutschland in Stellung befinden. Im Reichsrat werden die hauptamtlichen Vertreter Preußens, unterstützt von Sachbearbeitern, an der Feststellung der neuen Richtlinien mitwirken. Und da» Ergebnis der Debatte? Sämtliche An. träge der Rationalsozialisten und der Antrag de» Zentrums wurden abgelehnt! Labours Varteitag Bekenntnis zum Sozialismus London, 3. Oktober. Eigener Bericht Die 3 2. Konferenz der L a b o u r- Party in Leicester, die am Montag er- öffnet wurde, wird, nachdem man über den Schrecken der Wahlniederlage vor zwölf Monaten hinweggekommen ist, das sozialistische Ge- dankengut der Partei schärfer herausarbeiten, als dies während der letzten Regierungsperiode sichtbar war. Der Grundton der Reden ist, daß keine schwachen und unentschlossenen Regierungen wie 1929/30 mehr gebildet werden dürfen. Die Vo»-der-Hand->n-den-Mund-Politik, mit der die letzte Regierung dem Sozialismus näherzu- kommen hoffte, hat sich als Mißerfolg erwiesen und die Aufgabe dieses wie des nächsten Partei- tages ist es, Stufe für Stufe eine praktische, zur Uebersetzung in die Wirklichkeit bereits sozialistische Politik zu entwerfen. Die Konferenz wurde von L a t h a n eröffnet. Er bezeichnete es als die Aufgabe des Sozialis- mus, Ordnung aus dem Chaos zu schaffen. Cr sprach sein Bedauern über den Absall der Unabhängigen Labour-Party aus, äußerte sich aber mit großer Zuversicht über die Zukunft der Partei, die sich seit einem Jahre wieder erheb- lich gekräftigt habe. Die sogenannte Na- tionalregierung wurde wegen ihrer phantasielosen und schädlichen Sparpolitik heftig angegriffen. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion darüber, was geschehen solle, wenn der König einen La- bour-Premier mit der Regierungsbildung beauf- trägt, ohne daß eine absolute Labonr-Mehrheit im Parlament vorhanden sei. Die Stelle der Unabhängigen Labour-Party als Propagandoorganisation innerhalb der Labour- Party nimmt jetzt die am Sonntag gegründet« Soziali st ische L t g-o»in. in der sich die nicht mit dem Austritt einverstandenen Mitglieder der Unabhängigen Labour-Party zusammengefunden hoben, mit der vor einem Jahr entstandenen Ge- sellschaft für sozialistische Forschung und Propa» ganda_ Scholz in Urlaub Der Herr Kommissar bleibt uns erhalten Die über den angeblich bevorstehenden Rück- tritt des Rundfunkkommissar« Scholz verbreiteten Gerüchte werden amtlich als nicht den Tatsachen entsprechend bezeichnet. Der Rundfunk- kommissar Scholz tritt nur für wenige Tage einen Erholungsurlaub an und bleibt den Hörern er- halten. Die Richtlinien für den Rundfunk find in Aus- arbeitung begriffen und werden Mitte Oktober dem Reichsratsausschuß vorgelegt werden. Don besonderen bayerischen Reservatrechten soll dabei nicht die Red« sein. Klagges-Goldaten Braunschweig. 3. Oktober. Der Stahlhelm veranstaltete heute abend einen FackelzugzuEhrenHindenburgs durch die Stadt. Nationassozialistisch« Horden, die zunächst neben dem Zug herliefen und die Stahl- helmer als„Papensoldaten usw." beschimpften, fielen schließlich über die Stahlhelmer her. Nur mit Mühe konnten diemitblankerWaffevor- gehenden Polizisten die Stahlhelm«? vor den Nazihorden schützen. Es gab eine große Zahl Verletzter und zahlreiche Festnahmen. Auch wurde von Naziselte geschossen. Zw larisstreil des Hamburger Verkehrsgewerbes sind die am Montag geMrten Nach- verhairdlungen ergebnislos geblieben. Die Entscheidung liegt nunmehr beim Reichsarbeit»- minister. Hilfe für Kinderreiche! t rfr M IN f? Eine Anfrage und eine Antwort i. Heim- w defprechung. Perdandsduchlontrolle.— Steglitz! Jugendheim Flemming- ftraße 14b. Heimbesprechung. Perbandsbuchkontrolle.— Roadit: Jugendheim Bremer Str. Wi— 70. Heimbesprechung. Verbandsbuchkontrolle.— Spandau- Wilhelmstadt: Jugendheim Eportplah Seeburger Straße. Heimabend. Verbands- buchkontrolle.— Pankow: Zugendheim Ktssingenstr. 48, Zimmer ö. Heim- belprechung. Liederabend.— Treptow: Jugendheim Ellenstr. z(am Bhf. Treptow). Heimbesprechung.— Franksurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Heimdesprechung. Neuwahl.— Landsberger Platz: Jugendheim Landsberger Straße äv. Heimdesprechung.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr 22.„Die Stellung der Frau in der Gesellschast."— Neu-Lichtenberg: Zugendheim Gunter- straße 44. Heimdesprechung.— Ostende: Jugendheim Karlshorst, Treskowallee 44 lilantschule). Heimdesprechung.— Arkonaplatz: Jugendheim Schule Elisabeth- kirchstr. 0. Heimdesprechung, Spiel- und Liederabend. Bringt die Berbandsbllcher mit.— Schöneweide: Jugendheim Hasselwerderstraße, Mädchenschule im Keller. Heimdesprechung.— Adlershos: Jugendheim Ablershof, Bismarckstr. l. Heim- besprechung.— Ingendgruppe des Gesamtperbandes, Friseurgruppe: Jugendheim SO. vi. Eugeluser 24— 2ö. Fachlicher Uebungsabend.— Iugendoorstellung der Volksbühne Sonntag, g. Oktober, vi Uhr, im Theater am Bülowplatz. Zur Auf- sührung gelangt„Der Beoisor", Lustspiel in ä Akten von Nikolaus Gogol. Preis 80 Pf. einschließlich Theaterzettel. Karten sind erhältlich: Frelgewerkschast- liche Jugend, entrale, Berlin ED. 18, Engelufer 24—25, 2 It., Zimmer 26; Soüio- listische Arbeiterjugend, Berlin EW. 68, Lindenstr, 2, vorn 1 Tr,; Iugendseire- tariat des Zentralverdandes der Angestellte», Berlin SW. 48, Hedemannstr. 12, 2 Treppen. Ziuqendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt:»esnnddeuaaen: Jugendheim Schönstedtsir. I. Arbeitsgemeinschaft:„Die„Auch-sozialisten von recht", Leiter: Bernstein.— Osten: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Lichtenberg: Wir besuchen die Versammlung des Derbebezirks. — Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. 18— 19.„Was nun?" seine Stellungnahme zu den letzten politischen Ereignissen).— Heute ab 20 Uhr Sprechchorprobe in der Turnhalle Baruther Str. 20. Neue Kurse der Gewerkschaftsschule. Am 10. Oktober beginnen neue Kurse der Berliner Dewerkschastsschule. Im Leibniz-Gnmnasium, Mariannenplatz 27—28: 10. Oktober: Arbeitsrechtliches Seminar. Lehrer: Dr. Ernst Fraenkel. 11. Oktober: Was muß der Betriebsrat und der Gewerkschaftsfunktionär vom Betrieb und von der Wirtschaft wissen? Lehrer: Kurt Peschke. 11. Oktober: Wohlfahrtsstaat oder Klassenstaat? Sozialpolitische Arbeitsgruppe für Fortgeschrittene. Lehrer: Otto Bach. 12. Oktober: Wirtschaftsfragen des Spätkapltalismus. Lehrer: Dr. Ernst Nölting. 3. November: Macht und Necht— Demokratie und Diktatur. Lehrer: Dr. Theodor Haubach. Im Sophien-Lyzeum, Weinmeisterstr. 16— 17; 11. Oktober: Die deutsche und die Weltwirtschaftspolitik in der Krise. Einführungskursus für Funktionäre und Betriebsräte. Lehrer: Willi Mäbus. 11. Oktober: Volkswirt- schaftliche Arbeitsgruppe für Fortgeschrittene. Lehrer: Dr. Gerhard Krehßig. 13. Oktober: Die deutsche und internationale Gewerkschaftsbewegung in der Krise. Lehrer: Valentin Sartig. 18. Oktober: Nationalsozialismus und Arbeiter- schast. Lehrer: Waller Ehßling. Im Vuchbindersaal, Engelufer 24— 25. Aufgang B, 3 Tr.: 10. Okto- bot; Arbeitsrechtliche Gruppe für Anfänger. Lehrer: Dr. Franz Neumann. 11. Oktober: Volkswirtschaftliche Arbeitsgruppe für Anfänger. Lehrer: Max Pottlitzer. Im Unterrichtsraum der Gewerkschaftsschule, Engel- Ufer 24—25, 2. Hof, 1 Tr.: 10. Oktober: Autarkie und was für Deutschland daraus folgt! Lehrer: Dr. Walter Pähl. 11. Oktober: Betriebswirtschaftliche Arbeits- gruppe. Die Organisation des Betriebes. Lehrer: Fritz Fricke. 12. Oktober: Einführung in das Nechtsleben. Lehrer: Rechtsanwalt Dr. Ernst. Leffmann und Sans L. Gumbert. 18. Oktober: Nationalökonomisches Seminar. Lehrer: Diplom- Volkswirt Wilhelm Hlllsner. 14. Oktober: Arbeitsrechtliche Gruppe für Fort- geschrittene. Lehrer: Regierungsrat' Joachim. Im Hygienischen Institut, Dvrotheenstr. 28e: 18. Oktober: Ratio- nalisserung und Arbeit. Lehrer: vr. tr--I. Norbert Marx. Wer sich selbst nicht für einen bestimmten Kursus entschließen kann, komme zu den Lehrberatung» st unden der Gewerkschaftsschule, die jeden Montaa und Freitag von 16— 19 Ilhr im Gewerkfchaftshaus, Enaelufer 24—25, 1. Stock, Zimmer 25, stattfinden. Hörergebiihr für 10 Abende 2 M. Arbeitslose find von dem Hörerbeitrag befreit. Deuftdies Metallarbeiter-VemaDd Verwaltangutelle Berlin Todes-Anzaigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schmied Gustav Neumann geb. 17. Januar 1875, am 1. Oktober gestorben ist. Die EinSicherung findet am Mitt- woch. dem 5. Oktober. 13 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Kies- holzstraße, statt. Am 1. Oktober starb unser Kollege der Former �ciolk Graudenz geboren am 21. Angust 1856. Die Veerdioung findet am Mitt- woch, dem 5. Ottober, 15>/, Uhr, von der Leichenhalle des Ierufaiemer Kirchhofes in Neukölln, Hermann- straße, aus statt, Am 80, September starb unser Kollege, de: Schlosser Willi Biering geboren am 27. August 1884. Die Einäscherung findet am Mitt- woch, den, 5. Okmder, 17 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Ehre ihrem Ande nken! nie Ortsparvaltuotz Unserem Abteilungsleiter � ?! Budoli Krüger <£ und seiner Gemahlin die derzlichsie» E 'i Glückwünsche zur, Silberhochzeit. iL Die Genosiinnen u. Genosstn der 95. Abteilung, en KLEINE ANZEICEN i Ii i im i ii 1 1 in it i im ii im im hihi im in iiuiii in in in ii in ii ii ii Überschriflswort 20 PI.,Iextwort 1 0 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal 71/t%, 12 mal 10%, oder 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%. 4000 Worte 20%. Annahme durch den Verlag, Lihden- straße 3(Vi 9 bis 5 Uhr), sämtliche Vorwärts-Filialen u.-Ausgabestellen sowie alle Annoncen-Expeditionen | uerttame| Tapeten Szillat. Kolonie- straße 9. WiitoMzMrttal! Verwaltungsstelle Berlin N 54 Linienstra�e 85-85 Achtung i Arbeitslose Elsen- und Revoluei drehen Donnerstag, be» 6. Oktober 1932, mittags 12 Ahr Brandien-Versammianä der arbcUslosen Elten- und Revolverdreher. Orcherinnen a. Rundtdileifcr im verbanbshaufe, Cinienfir 83-85, Sing. Slsdlfer Str.«S-S», Slhungs- faul 11. Tagesordnung: 1. Die Notverordnung und die Stellung der Gewerkschaften dazu. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch und Stempelkarte dient als Ausweis.__ Aditung. Bctrieäsrätel Die Betriedsräte-Ze lschriit lö ttt erschienen und kann aegen Vorzeigung der Legtlimattonskakte des Bslriedsrats-Od- mannes im Verdandshauie, Zimmer 5, täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr. entnommen werden. vie Orisverwaltanö. HieioungssiucKe. wasche usw. Knaben und Burschen Kleiderfabrik per- kauft an Private zu Fabrikpreisen. Roßstraße 20—80, nur«ine Treppe. Fahrgeld wird ver- gütet. mohei Schlafzimmer 250—850, Dielen. garnituren 20—75. Kamerling, Kasta- nienallee 56 fEcke Fchrdellineistraße). 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Bezugspreise: Wöchentlich 75 Pf., monailich 8.25 M. idavan 87 Pf. m.i:::Ijch für Zustellung ins Saus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitung- und 72 Pf. Postbeslcllgebühren. Auslandsabonuement 5,65 M. pro M'nai: für Länder mit ecmäzigtem Drucksachcnpvrto 4,65 M. Bei llu. all»er Liesciung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. I Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimelerzeile 80 Pf.. Retlamezeile 1,50 M.„Kleine Anzeigen" da» fettgedruckte Wort 20 Ps., jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familicnanzeigen Millimcterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft, Lindenstr. 3. wochcntäglich von 85, bis 17 Uhr. Der Verlag behält fich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Richard Schwaetz; Wirtschaft: S. Klingclhife»; S-w-rk,chaftsbewcgung: I. Steiner; Feuilleton: Herbert Lep re; Lokale» und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. I Vorlag: Vorwärts. Verlag®. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärt». Buchdruckerei und Lerlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. ERSTE BEILAGE DIENSTAG, 4. OKT. 1932 Stärkung der Selbstverwaltung Die Kommuimli-etorin in Berlin— Von Stadtrat Dr. Heuer 3m Berliner Sladtparlament steht heute das Magistratsprogramm zur Umgestaltung Berlins zur Beratung. Die umfangreiche Vorlage wird voraussichtlich einem Zlusschuh überwiesen werden, um genauer Durchprüfung unterzogen werden zu können. Bachstehend zeigt Stadtrat Dr. Heuer als Mitfchöpser des Resormwerkes die Ziele de» Magistratsentwurses aus. Die Beschlüsse des Berliner Magistrats über die Verminderung der Zahl der Bezirke von 20 auf 9 und die Aenderung der Vezirksvcr- f a s s u n g haben einen starken Widerhall in der ösfentlichen Meinung Berlins gefunden. Sinn der heutigen Ausführungen soll nicht sein, auf die vielen einzelnen umstrittenen Fragen einzugehen, die im Laufe der nächsten Wochen noch Gegen- stand der Beratungen im Berliner Rathause sein werden, sondern die Gründe klarzustellen, die für eine Neugestaltung auf dem Gebiet der Be- zirksoerroaltung sprechen. Wäre die in Aussicht genommene Reform eine Beendigung oder auch nur eine Beeinträchtigung der Selbstverwaltung, hätte sie eine B ü r o k r a- t i s i e r u n g und eine Ausschaltung der gewählten Vertreter der Bevölkerung im Auge, so würden dies« kommunalpolitischen Nachteile sicher nicht durch etwaige Vorteile in der reinen Verwaltungs- arbeit ausgeglichen werden können. Es liegt aber gerade die Zielsetzung darin, für die Arbeit der Bezirke die geeignetste Form der Selbstverwal- tung zu finden. Die beiden Grundsätze, die Wahl der leitenden Beamten durch die gewählten Ver- treter der Bevölkerung, sowie auch die unmittelbare Mitwirkung dieser gewählten Vertreter an der Führung der kommunalen Geschäfte wird jedoch durch die Neuordnung nicht mw nicht beseitigt, sondern gegenüber dem heutigen Rechtszustande g e st ä r k t. Jede kritische Beurteilung der heutigen Rechts- läge und der gemachten Resornworschläge muß ausgehen von der Tatsache, daß die Berliner Be- zirke keine selbständigen Städte sind und sein können. Die Notwendigkeit einer einheitlichen Finanz-, Steuer- und Verkehrspolitik sowie die sich daraus zwangsweise ergebende einheit- liche Führung der Kommunalpolitik in allen die ganze Stadt angehenden wichtigen Angelegen- heilen vereinigt in den städtischen Körperschaften- und der Verwaltung der Stadtgemeinde(Stadt- verordnetenversammlung, Oberbürgermeister, Ma- g istrat) den Schwerpunkt kommunalpolitischer Tätigkeit. Die Aufgabe der Bezirksräte Der Gedanke der Selbstverwaltung im Sinne der Mitwirkung von Nichtberufsbeamten war bislang im wesentlichen durch die u n b e s o l d e- ten Stadträte im Bezirksamt gewährleistet. hier sieht die Novelle eine von manchen zu Un- recht als Politisierung der Verwaltung bekämpfte stärkere.Heranziehung des sogenannten Laien- elementes vor. Zukünftig soll an Stelle des Zwei- körperschaftssystems, das der Magistratsverfassung nachgebildet ist, nämlich Bezirksamt und Bezirks- Versammlung, das Einkörperschafts- s y st e m, repräsentiert durch das Bezirksamt. treten. 24 oder 30 von der Bevölkerung des Be- zirks gewählte„B e z i r k s r ä t e" werden mit dem Bürgermeister das neue Bezirksamt bilden, das sowohl Beschluß- wie Verwaltungsorgan ist. Dieses Gremium wird also über alle die Ange- legenheiten Entscheidung zu treffen haben, die bisher der Bezirksversammlung ,zur Beschluß- fassung zustanden, aber darüber hinaus auch über alle Verwaltungsausgaben, die nicht als Gegen- stand der laufenden Verwaltung von dem Bürger- meister allein verantwortlich zu erledigen sind. Bei Uebernahme der in Süddeutschland schon be- stehenden Einkörperschastsverfassung, dort Stadt- ratsverfassung genannt, ist naturgemäß kein Plag mehr für danebenstehende unbesoldete Stadträte. Auch die besoldeten Stadträte, die genau wie heute aus 12 Jahre zu wählen sind, haben nicht mehr Sitz und Stimme im Plenum des Bezirks- amts, fondern nur in Vertretung des Bürger- Meisters in den vom Bezirksamt zu bildenden Ver- wallungsausschiissen. Diese im Verfassungsentwurf vorgesehenen Ausschüsse sollen im Interesse einer schleunigen, und reibungslosen Verwaltung für Entscheidungen durch gut unterrichtete Mit- glieder des Bezirksamts in kürzester Frist Sorge tragen. Ein selbstverständlicher Einfluß demokra- tischer Selbstverwaltung liegt ferner in dem Recht des Bezirksamts, die leitenden Beamten und An- gestellten auf Vorschlag des Bürgermeisters zu wählen. Beschlüsse der städtischen Körperschaften über eine Aenderung der Bezirksversassung können naturgemäß die geltenden gesetzlichen Bcstimmun- gen nicht abändern. Solche Beschlüsse sind aber als Aeußerung der berufenen Vertreter der Ber- liner Bevölkerung für eine gesetzliche Neurege- lung von größter Bedeutung. Warum neun Bezirke? Mir der Resorm der Bezirksversassung in sach- lichcm Zusammenhang steht die Frage der Neu- abgrenzung der Bezirke. Auch hier ist es notwendig, wieder von dem Aufgabengebiet der Bezirksverwaltung auszugehen. Je stärker die allgemeinen Verwaltungsausgaben von den Bezirken getragen werden, um so notwendiger ist eine spezialisierte großstädtische Verwaltung in diesen Bezirken. Die in diesem Frühjahr durch Beschluß der städtischen Körperschaften in Kraft getretene Rege- lung der Abgrenzung der Zuständigkeit der Zen- Iralverwaltung und der Verwaltungen der Be- zirke hat naturnotwendig zu einer Nachprüfung der Zweckmäßigkeit der räumlichen Abgrenzung dieser Bezirke Veranlassung gegeben. Da die Ver- waltung des Schulwesens, der öffentlichen Gesund- heit, des Hochbaus und des Tiefbaus, der Steuern und der Wohlfahrts- und Jugendpflege u. a. m. im einzelnen Ausgabe der Bezirksverwaltungen ist, braucht die Stadt Berlin in jedem Bezirk einen großstädtischen Berwaltungsapparat. Jede Be- zirkseinteilung, die diesen grundsätzlichen Ersor- dernissen nicht Rechnung trägt, erschwert die saubere Trennung der Arbeit und der Aufgaben zwischen der Zentrale und den Bezirken, vermehrt damit die Rei bungen innerhalb des notur- notwendig großen Verwaltungsapparates der ge- samten Stadt und schädigt damit die Interessen der Einwohner, denen dieser Apparat zu dienen hat. Nach dem Mogistralsbeschluh ist die Zusam- mensasiung dreier Innenbezirke(Mitte, Kreuzberg und Tiergarten) zu einem neuen Jnnenbezirk vorgesehen. Dieser Jnnenbezirk umsaht die C i t y, hat eine außerordentlich hohe Einwohnerzahl, ist aber andererseits auf manchen kommunalen Ar- beitsgebieten stark entlastet, da er naturgemäß keinerlei Siedlungsgeländc mehr zu erschließen har. An diesen Bezirk der alten City gliedert sich noch dem Entwurf ein zweiter, erst in neuerer Zeit ausgebauter Bezirk Schöneberg-Wilmersdors Oeffnet die Wärmchallen! Scliüt-t elie Erierenclen.— Die Stadt muß schnell handeln mit dem Einbruch des herbstes und der zunehmenden Verschlechterung der Ivetleroerhältnlsse beginnt sür olle Ivohnungs- und Obdachlosen eine bittere Zeit. Die im warmen Sommer mögliche Zuflucht in park» und schützenden Wäldern wird jetzt durch Nebel und kalten, pseisenden Wind unterbunden. Besonders in der Großstadt wird dos Umherirren in nassen, unfreundlichen Straßen zur Oual. Ein schlimmer Krisen- winter steht vor den Toren. Schafft deshalb mehr und bessere Gelegenheit, ollen frierenden und Heimlosen Menschen eine Stätte zu bieten, an der sie wenigstens am Tage eine warme Stube finden. Di« Stadt Berlin wird in diesem Jahre durch die einzelnen Bezirksämter wieder dieselben Einrichtungen treffen wie im vergangenen Winter. Besonders für Rentner und alte Leute sollen solche Räume geschaffen werden, wo sie ungestört warm und geborgen wenigstens ein paar Stunden des Tages verbringen können. Im letzten Jahre gab es in Groh-Berlin etwa 00 Wärmehallen, darunter in den Arbeitervierteln besonders große, wie in der Ackerstraße, wo 1200 Menschen Unterkunft fanden. Noch im Laufe dieses Monats, vor Beginn der ausgesprochen kalten Jahreszeit, müssen die einzelnen Stabtbe- zirke mit den Vorbereitungen zur Oefsnung fertig sein und eine genaue Liste der einzelnen Wärme- hallen und-stuben herausgeben. Es ist zu wünschen, daß in Erwartung der besonderen Wohnungsnot dieses Winters noch neu«, zusätzliche Hilfsmaßnahmen ergrifsen werden, um all« Frie- renden von der Straße wegzuholen. Dieser Ausgabe dienen in besonderem Maße noch die Sellsthilseeinrichtungen für Erwerbslose. Nach dem Frankfurter Muster sollen neben der Schassung von Gemeinschaftsküchen in den ein- .zelnen Wohnviertel auch noch Tagesheim« geschaf- sen werden, wie seit dem vorigen Winter ein solches schon in der Frankfurter Allee besteht. Gerade hier kann durch nachbarlich-freundschaftliche Hilfe eine menschliche Verbundenheit zwischen ollen Not- leidenden erreicht werden, die es ermöglicht, neben der warmen Stube auch Weiterbildung und Unter- Haltung.zu bieten. Für jugendliche Erwerbslose können dadurch Zusammenkünfte in sveundlicher Umgebung geschossen werden, wo die jungen Menschen sich in geistiger und sportlicher Hinsicht weiterbilden können. Deshalb sei hier nochmals auf die.Notgemein- schaft Berlin zur Errichtung von Küchen und Heimen für Erwerbslose" ausmerksom gemacht und an olle die Bitte gerichtet, nicht nur mit Geld, sondern auch mit Rat und Tat dieser Organisation zu Helsen. Die Geschäftsstellen befinden sich: Berlin W. 8, Wilhelmstr. 46, Tel. Jäger 1042: Berlin O. 34, Thaerstr. 31, Tel. Alexander 1826. Zahlungen werden auf das Postscheckkonto Berlin 152 242, Notgemeinschast Berlin zur Er- richtuug von Küchen und Heimen für Erwerbs- los« e. V., Berlin W. 8, Taubenstr. 46, erbeten. an, dessen bauliche Entwicklung ebenfalls im wesentlichen abgeschlossen ist. Im übrigen liegen sieben, an Einwohnerzahl und Fläche annähernd gleich große Bezirke um den Kern herum, die, von der Innenstadt ausgehend, im Anschluß an die wichtigsten Verkehrslinien und Ausfallstraßen die Außengebiete der Stadt weiter zu erschließen haben, hier ist darauf geachtet, daß jedem dieser Großstadtbezirke für eine weiter bauliche Entwick- lung der Stadt nach allen Seiten Siedlungsgeländc zur Verfügung steht, so daß wenigstens verwal- tungsorganisatorisch die Voraussetzung einer an vielen Stellen erwünschten Auflockerung der Jnnengebiete gegeben ist. Eine Ausnahmestellung nimmt der neu vorgesehene Bezirk Köpenick-Trep- low(ohne den srühercn Ortsteil Treptow) ein. hier handelt es sich um einen ausgesprochenen Rand- und Siedlungsbezirk, der sich in starker Entwicklung befindet. Ersparnis durch Dereinsachung Nicht überschätzt werden soll die Frage der un- mittelbaren Ersparnis durch die Verein- fachung der Verwaltung, wenn sie auch auf die heute nicht gleichgültige Summe von 2 Millionen Mark jährlich geschätzt werden dars. Vielmehr dürste entscheidend sein— wie auch bei der Frage Autoraserei! ZsuUer mit zwei Kindern überfahren vor dem Hause Ehausseestraßx 77. unweit d«s Wedidngplatzes, ereignete sich gestern abend ein schwerer Verkehrsunsall. bei dem drei Personen Übersahren wurden. Um 18.40 Uhr wollte dle 34 Jahre alte Frau Anna W i l k e aus der Neuen Hochstraße 35 mit ihren beiden kleinen Kindern, der fünfjährigen Anneliese und der dreijährigen hamielore den Fahrdamm überschreiten. In diesem Augenblick kam in übermäßig schneller Fahrt ein Privat- a u t o heran. Frau W. versuchte noch die beiden Kinder zurückzureißen, es war aber bereits zu spät. Alle drei wurden von dem Auto ersaßt und ein Stück mitgerissen. Die Verunglückten wurden zur Rettungsstelle 16 gebracht, wo ihnen erste Hilfe zuteil wurde. Die fünfjährige Annetiefe mußt« mit schweren inneren und Kopsverletzungen ins Krankenhaus nach der Reinickendorfer Straße gebracht werden. Der herrenfahrer ist von der Polizei sestgenommen worden. Er soll das Unglück durch Trunkenheit verschuldet haben. Ein zweites schweres Autounglück ereignete sich am Kilometerstein 15,5 auf dem Adlergestell in Grünau. Dort prallte der 32jährige Dr. Hans L. mit seinem Auto gegen einen Chausseebaum. Der Wagen wurde zertrümmert. L. und seine Frau wurde mit schweren Verletzungen ins Köpenicker Krankenhaus übergeführt. der Verfassung—, die Angleichung der rechtlichen Regelung an die tatsächlich vorgegangene kom- munalwirtschastliche Entwicklung. Welches Schick- sal die Beschlüsse des Magistrats— an deren Borbereitung bekanntlich in der Zentraloerwaltung seit Monaten und nicht erst seit den Erlassen des Reichskommisscrrs für Preußen gearbeitet worden ist— haben werden, ist heute noch in keiner Rich- tung zu übersehen. Wünschenswert ist nur, daß eine Lösung gefunden werden möge, die dem Charakter der Stadt Berlin und ihren Aufgaben entspricht und die zur Stärkung der S e l b st- Verwaltung beiträgt. Gerade die heutige Zeit har die Ausgabe, in praktischer Arbeit den Nach- weis zu führen, daß die Einwohnerschaft der Reichshauptstadt auch unter schwierigsten Verhält- nissen in der Lage ist, durch Selbstverwaltung dos Schicksal dieser Stadt zu meistern. � fCN fA A morgens das erste M» fziihjUispäi'fuäJunff infolge ihrer einzigartigen Tabakmischung ,,—(y i.'• /-.V-'> >>■-'Ii abends das letzte die dankbare Aufgabe, dem Raucher zu allen Tageszeiten GenuQ und Anregung zu spenden. Jeder Kenner uiird verstehen, dafl die hohe Qualität der den Verzicht auf Zugaben wie Ufert marken. Gutscheine und Stickereien bedingt. Die gute Juno zu Jeder Stunde in Raucher Munde! Nicht vergessen! Zehn Millionen Tote! Die Sozialistische Arbeiterjugend Prenzlauer Berg veranstaltete im„Elysium" eine Werbekund- gebung, die schon vor Beginn überfüllt war und großen, verdienten Beifall fand. Güte Chor- gesängc und der Russenfilm„Der Weg ins Leben" wurden geboten. Das beste war aber doch das Auftreten der„Roten Rott e", einer Spieltruppe der SAI., die sich wirklich sehen lassen kann, weil sie über starke propagandistische Wir- kungsmöglichkeiten verfügt. Die jungen Menschen brachten einige Anti- kriegsszenen, die das Publikum so packten, daß es am Schlüsse einige Sekunden ergriffen schwieg, ehe der Beifall einsetzte. Die„Rote Rotte" ver- las einen Teil der deutschen Note an Frankreich. die die Gleichheit für die Aufrüstung proklamiert, und die Antwort der sozialdemokratischen Reichs- togsfraktion, die die Gleichheit in der Abrüstung verlangt. Sie zeigte: Zehn Millionen Tote im Weltkrieg, das ist die kapitalistische „Zivilisation"! Zehn Millionen Tote! Aneinandergereiht ergeben sie eine Strecke von 16 000 Kilometern: das bedeutet, man könnte die deutschen Grenzen ringsherum Virch Leichen ersetzen! Zehn Millionen Tote! Güter- wagen mit ihren blutigen Köpfen gefüllt ergäbe einen Güterzug von Berlin bis München! Zehn Millionen Tote! Für wen! Für den Kapitalismus! Gibt es eine furchtbarere Anklage gegen dieses System? Tod durch Giftsolz? Gefährliches„Gesundheitssalz" Gegen einen Händler aus dem Norden Berlins, der eine Art Gesundheilssalz verkauft, ist gestern bei der Neuköllner Kriminalpolizei Anzeige er- stattet worden. 3n der Anzeige wird behauptet, datz ein Neuköllner Einwohner namens Rau, aus der Sanderstrahe, der da, Solz mehrmals in kleinen Dosen zu sich genommen hatte, an den Folgen dieser Salzkur in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend im Hedwigskrankenhaus g e- starben ist. Drei weitere Erkrankte sollen' nach dem Genuß des Salzes gleichfalls unter Pergiftungs- erfcheinungen im hedwigstrankenhaus Auf» nähme gesunden haben. Schließlich sollen sich bei einer Frau Lange aus der Sanderstraße in Neu- kölln nach dem Einnehmen des Salzes so erheb- lich« Neroenstörungen eingestellt haben, daß die Kranke in eine Heilanstalt übergeführt werden mußte. Wie uns mitgeteilt wird, soll das Salz. das zu 2 M. pro Tüte verkauft wird, vor allem zu viel Jod enthalten. Bon der Kriminalinfpek- tion Neukölln ist eine Untersuchung eingeleitet und die Staatsanwaltschaft gleichzeitig in Kenntnis gesetzt worden. Die polizeiliche Untersuchung dürste schon in den nächsten Tagen ergeben, ob an den schweren Beschuldigungen etwas Wahres ist. Weichenwärter verstümmelt Unglück am Bahnhof Gesundbrunnen 3n unmittelbarer Nähe des Bahnhofs G e- sundbrunnen ereignete sich gestern ein enlsehlicher Unglücksfall, kurz nach S Uhr kon- lrollierle der 35 Jahre alle hilfsweichenwärler Robert k a ß n e r aus der Schulstrahe 66 die Gleisanlogen unter der Brücke an der Hochstrahe. Auf noch ungeklärte weise wurde Kahner von einem Zuge überfahren und völlig verstüm- m e l l. Die Leiche des Berunglücklen wurde von der Feurwehr geborgen und nach der Halle des Virchow-Krankenhauses gebracht. Im Sturm ertrunken Tragödie auf märkischem Lee Ein furchtbares Unglück ereignete sich in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag auf dem Köriser See bei klein-köris, östlich von TeupiH, dem zwei Menschenleben zum Opfer sielen. Als heldenmütige Retter bemühten sich auf dem sturmgepeitschlen nächtlichen See mit Ein- sehung des eigenen Lebens etwa 15 Genossen des Arbeiter-Anglervereins am köriser See. Nachts gegen �3 Uhr wurde der Siedler Skubella in der bekannten Arbeiter-Anglerkolonie durch Hilferufe aus dem Schlaf geweckt: er eilte, notdürftig bekleidet, aus seinem Häuschen und fand vor der Siedlung stehend vollkommen durch- näßt den Kaufmann Schinke aus Köris. Skubella brachte den Mann ins Bett und hörte nun fol- gendes: Schinke, ein Oberlehrer Müller aus Teupitz und der Puppensobrikant Mania aus Berlin waren zu einer Bootstaufe nach Dolgenbrodt gefahren. Auf der Rückkehr über P r i r o s wurden sie vom Sturm überrascht. Dabei müssen sie irgendwo aufgefahren sein und das Boot muß ein Leck erhalten haben. Kurz vor Köris sockte es plötzlich ab. Hilferufe sind jeden- falls vom Sturm übertobt worden. Cr — Schinke— sei der einzige, der sich retten konnte. Sofort alarmierte Skubella die Bewohner der Anglersiedlung, und 12 bis 15 Genossen machten sich sofort mit ihren Booten auf die Suche nach den anderen Verunglückten. Ein Rad- fahrer holte«inen Arzt. Leider muß hier fest- gestellt werden, daß der Telephondien st in Köris-Teupitz nicht funktionierte. Die Rettungsaktion wurde ununterbrochen fort- gesetzt, bis die Angler P a s ch e h r und S k u- b e l l a endlich den vermißten Ouerlehrer Müller im Schilf unweit der Kahnanlage des Arberter- Anglerbundes fanden. Die Uhr des Toten war auf 2 Uhr 5 Minuten stehengeblieben. Neben dem Toten schwamm eine schwarzweihrote Fahne. Der Tote selbst hatte seine Hände fest um ein Sitz- brett geklammert. Der Kaufmann Mania war jedoch trotz aller Bemühungen nicht zu finden, ebensowenig das Motorboot, das den Namen „Erla" führt. Es ist unbegreiflich, daß an einem so über- laufenen Ausflugsort wie Klein-Köris, wo sich Siedlung an Siedlung reiht, gar keine Möglichkeit besteht, nachts zu telephonieren. Gibt es denn bei der Reichspost keine Bestimmung, die dafür sorgt, daß bei Alarmierung in höchster Not und zur Herbeirufung der Polizei auch auf dem Lande das Telephon nachts zu benutzen ist? Es war einmal ein Gras... Die tieirats-Lanierungsversuche des Herrn von Schmettow Die Strafkammer beim Landgericht III ver- urteilte den 67jährigen Rittergutsbesitzer Bernhard Graf von Schmettow wegen vollendeten und versuchten Betruges in mehreren Fällen zu ändert- halb Jahren Gefängnis und Verlust der bürger- lichen Ehrenrechte für die Dauer von drei Jahren. ★ Rittergutsbesitzer Bernhard Graf von Schmettow, einst königlich preußischer Leut- nant, dann Landwirt, vor dem Kriege von Graf Bethmarm Hollweg in einer wichtigen Mission an der Ostgrenze tätig, während des Krieges im höchsten Auftrage mit Verhandlungen in Schweden betraut, übergab nach dem Tode seines Baters aus erbschaftssteuerlichen Gründen als Majorats- Herr das Familiengut Pommerzig an seinen Sohn. Der Vater behielt da- Anrecht auf die Jagd, auf ein Haus und auf ein gräfliches Einkommen. Er verkehrte in Berlin„in ersten Kreisen", führte auch nach der Revolution ein gräfliches Dasein, bis eines Tages das alte Familiengut, seit vierhundert Jahren den Reichs- grasen von Schmettow gehörig, samt allen Familienreliquien von einer Bank ersteigert wurde. Es gab nur eine Möglichkeit, es für die Familie zu retten: durch eine reiche Heirat. Der Sohn, der auf dem besten Wege war, eine reiche Amerikanerin zu ehelichen, ließ das„Glück" aus der Hand und heiratete eine Deutsche, die nichts besaß. So blieb nur ein Au-weg: der alte Graf Bernhard von Schmettow mußte sich selbst der Familie zum Opfer bringen und durch eine Heirat das nachholen, was der Sohn versäumt hotte. Bernhard Graf von Schmettow war bereits zum zweiten Male verheiratet. Von der ersten Frau hatte er sich getrennt, als deren Gelder knapp wurden. Von der zweiten Frau ließ er sich jetzt scheiden, um durch eine reiche Heirat das Erbgut zurückkaufen zu könne». Er nahm die Ehebruchsschuld auf sich, lebte mit der geschiedenen Frau in derselben Pension und sah sich nach einer neuen reichen Frau um. Eine, mit der die Partie fast perfekt war. starb ihm vor der Nase weg, eine andere war ihm zu häßlich, die Ehe- Vermittlungsbüros forderten Anzahlungen, die Durchführung einer Heirat kostete Geld. Was tat nun Bernhard Graf von Schmettow? Durch Inserate in der„Deutschen Tageszeitung" suchte er einen Administrator für ein Rittergut. Von den Interessenten verlangte er Sicherheit?- leistungen. Er erzählte ihnen, oder vielmehr sein Mitangeklagter Herr Kurts tat da- für ihn als Vermittler, daß es sich um ein Gut handle, da» durch eine reiche Heirat erst zurückgekauft werden müsse. Die Verlobung sei so gut wie beschlossene Sache, die Braut, Tochter eines vielfachen Wiener Millionärs, erwarte nur sehnsüchtig den Augen- blick, vom Grafen in die Arme geschlossen zu werden, die Durchführung der Heirat koste ober Geld, es müßten vor allem Reisen gemacht werden. Der erste Interessent, Herr Sch., gab mehrere tausend Mark hin. Der zweite, ein Herr L., noch mehr, er begleitete den Grafen nach Baden-Baden, wo diesen durch eine Berliner Heiratsvermittlerin verschiedene Heiratskandidatinnen, darunter eine vielfache Millionärin, vorgestellt werden sollten, die Sache kostete viel Geld, es wurde nichts daraus. Vor Gericht machte der Graf den Eindruck eines Menschen, der gar keine Vorstellung davon hat, wie gemein er gehandelt hatte.„Sie meinen wohl, wenn Sie Graf sind, ist Ihnen alles erlaubt?" sagte der Vbrjitzende zum Grafen Bernhard von Schmettow. Dä- Urteil war die Quittung auf die wenig ritterliche Handlungsweise dieses Ritter- gutsbesitzers., Herbst bringt Teuerungswelle Die preise ziehen wieder kleiüig an „In der Preisentwicklung ist neuerdings an die Stelle des Preisrückganges eine gewisse Stabilität getreten— die sinkende Tendenz ist nicht nur zum Stillstand gekommen, sondern es macht sich bereits ein Anziehen der Preise bermerkbar." Mit diesen Worten leiten die„Berliner Wirtschaftsbe- richte" eine Betrachtung über die Kleinhandels- preise der Reichshauptstadt ein. Es ist dabei mehr als auffallend, wie bereits wieder hinter den meisten Lebensmitteln und Bedarfsartikeln die Pluszeichen stehen: also steigende Preise auf der ganzen Linie. Die günstige Entwicklung, die sich seit 1930 auf dem Gebiet der Kleinhandels- preise durchgesetzt hatte, ist drauf und dran, ins Gegenteil umzuschlagen. Das Statistische Amt der Stadt Berlin, dem die Unterlagen im einzelnen entstammen, vergleicht den Preisstand vom 7. September 1932 mit dem Preisstand vom Frllhsommer dieses Jahres. Die schärfste Preissteigerung weisen hierbei die F e t t- preise auf. Schweineliesen waren gegenüber dem 2. Quartal 1932 um nicht weniger als 38 Proz. teurer, Rückenfett um 31 Proz.! Auch Rindertalg war um 13 Proz. im Preise gestiegen und Inlandsschmalz um 7, Auslandsschmalz um 9 Proz. Hier hat sich in außerordentlichem Maße die unverantwortliche Unruhe am Fettmarkt aus- gewirkt: als die Butterinteressenten insolgd des Kaufkraftmordes nicht mehr die gewohnten Um- sätze erzielten, begannen sie gegen Schmalz und Margarine loszupauken. Das eine wurde durch Zölle bedroht, die andere durch eine Sondersteuer. Und wie immer bei solchen Drohungen, beginnen die Preise den Tatsachen vorauszueilen. Die Steigerung der F l e i s ch p r e i s e steht übrigens denen der Fettpreise nicht nach. Schweine- bauch stieg um 27, Schweinekamm um 22, Kotelett um 18 und Speck um 13 Proz. Hier hat sich der Rückgang an Schweineablieferungen seitens der Landwirtschaft voll ausgewirkt. Nächst dem Schweinefleisch ist das Rindfleisch am meisten ge< stiegen, Querrippe um 11, Brust und Keule um je 9 Proz. Von den übrigen Fleischsorten läßt noch Hammeldllnnung aufmerken, deren Preis um 8 Proz. stieg: allerdings dürfte hier«ine saison- mäßige Steigerung im Zusammenhang mit dem Verzehr grüner Bohnen vorliegen. Nun werden mit der vorgeschrittenen Jahreszeit die Verhältnisse für die Hausfrauen infofern schwieriger, als die sogenannte„Gemüse- schwemme" langsam ihrem Ende entgegengeht. Bald wird es nur noch Rüben und Kohl geben. Hinzu kommt der erhöhte Feuerungsbedarf der kalten Jahreszeit und der Mehrbedarf an Licht. Da ist es besonders betrüblich, überall die Plus- zeichen zu sehen: Schollen 13, Limburger Käse 2, Eier 6, Kakao 6, Koks 7 und selbst noch Petroleum ist um 1,4 Proz. im Preis gestiegen. JDie Armen trifft es wieder einmal am schwersten. Ende der„Gemtlfeschwemme" So verdienstvoll solche Aufstellungen nun sind, so besagen sie doch nichts über das Verhältnis der Kleinhandels- zu den Großhandelspreisen. Und hier muß immer wieder auf den Berliner B r o t p r e i s hingewiesen werden, der um ganze 7 Proz. gesenkt wurde, während Weizen und Roggen bzw. Weizen- und Roggenmehl geradezu einen Preis st urz durchgemacht haben, ohne daß sich dieser entsprechend im Berliner Brotpreis ausgewirkt hätte. Das Ende des Diebes Vor der Verhandlung gestorben vor dem Schöffengericht Berlin? RI i t t e sollte sich heute der wissenschaftliche hilss- orbeiter der preußischen Staatsbibliothek. Dr. Schade, verantworten. Die Verhandlung konnte aber nicht stattfinden, da es sich herausstellte, daß der Angeklagte bereits vor einer Woche ver- starben ist. Schade hatte im Laufe von vier Iahren nach und nach aus der Bibliothek etwa 1200 Bücher im Werte von 40 000 bis 50 000 M. entwendet und sie für etwa 1200 M. an verschiedene Anti- quariate oerkauft. So gehört« z. B. in Berlin zu seinen ständigen Abnehmern die Firma Rothacker, in die eine vollständige Reihe Abhandlungen der wisienschaftlichen Akademie gewandert ist, die Firma Gsellius u. a. m. In L e i p z i g war es Carlsohn, in Stuttgart Müller u. Graf. An- fongs entnahm Dr. Schade, der in der Doubletten- obteilung beschäftigt war, die Bücher ziemlich wahllos. Die entstandenen Lücken in den Regalen füllte er durch Zusammenrücken der Bücher aus. Fast täglich nahm er kleine Päckchen mit Büchern aus der Bibliothek mit und brachte sie in die Antiquariate. Ueber den Ursprung der Bücher er- zählte er, daß sie Reste aus der Bibliothek seines Vaters, eines Königsberger Professors, seien. In der letzten Zeit nahm er direkt Bestellungen ent- gegen und holte sich die Werke aus dem Magazin der Staatsbibliothek. An auswärtige Antiquariate versandte er Listen. Als man heute zur Wrhand- lung kam, erfuhr man, daß Dr. Schade bereits vor einer Woche am Zungenkrebs gestorben sei. Er war in seiner Gegend als Sonderling bekannt. Einen Teil der Bücher hat die Staatsbibliothek zurückbekommen, ein großer Teil ist natürlich un- auffindbar. Hitler-Zugend enttäuscht Beichsjugendtag mit gedämpftem Trommelschlag In Potsdam gaben sich am Sonnabend und Sonntag die„Hitlerjungen" und Hitleriken ein Stelldichein. Der Reichsjugendtag der Nazis sollte den„Aufbruch" einer verhetzten nationalistischen Jugend bringen. Aber es fehlte die Stimmung. Diese Jugend ist enttäuscht. War es die Er- kenntnis, daß die schönen braunen Hosen und Jacken nicht ihnen und nicht der großartigen Partei, sondern noch den auf Geld wartenden Lieferanten gehören, oder waren es die vielen von den amtlichen Gebäuden aus Anlaß des Hinden- burg-Tages wehenden schwarzrotgoldenen Fah- nen, die unsere braven Hillerknaben so mißmutig stimmten? Es ging sehr mit gedämpftem Trommelschlag. Ausläichijchen Journalisten gegen- über versuchte man diese Tatsache damit zu entschuldigen, daß die Mannen zum groß- ten Teil schlechte Quartiere gehabt hätten. Das feudale Potsdam scheint also seine Liebe auch mehr den Freunden vom Stahlhelm zugeneigt zu haben. Das zeigte auch die starke Uninteressiercheit der Bevölkerung. Hitler hatte am Sonnabend eine gänzlich unpolitische und farblose Ansprache mit dem üblichen Phrasenschwall gehalten. Der in- zwischen etwas stiller gewordene Herr wirkte recht matt, seine Red« währte ganz« vierzehn Minuten. heule Rlonkgolsiereaufstieg aus der Dela. Im Rahmen der Sonderveranstaltungen der Deutschen Luftsportausstellung am Funkturm wird am heutigen Dienstagnachmittag gegen 4 Uhr der bekannte Fallschirmpilot Conrad einen Ausstieg mit einer Montgotsiere und anschließenden Fall- schirmabsprung zeigen. Alle Belucher der Aus- ftellung haben freien Zutritt zu dieser im Terassen- garten des großen Freigeländes vorgesehenen Veranstaltung. Die interessante Füllung des Ballons mit Heißluft beginnt gegen 15.30 Uhr und ist in etwa einer halben Stunde beendet. Der Ballon steigt dann sofort etwa 300 bis 400 Meter hoch, und in dieser Höhe löst sich der Fallschirm- pilot vom Ballon. Zur Erinnerung der Einführung unseres Kalenders spricht am kommenden Mittwoch um 15.40 Uhr Dr. Bruno Borchardt vor dem Berliner Sender. Die Staatliche Porzellan-Manu- faktur Berlin stellt vom 3. bis 15. Ok- tober 1932 in ihren Verkaufsräumen Wegely- straße 1 am Stadtbahnhof Tiergarten werk- täglich von 9— 19 Uhr eine große Anzahl von weißen und bemalten Porzellanen— Tafel- und Kaffeeseroice, Einzeltelle für Serviceergänzungen, Figuren, Basen usw.—, die infolge der strengen Sortierung wegen kleiner Fabrikationsfehler vom Gutoerk'auf ausgeschieden wurden, zu stark herabge- fegten Preisen zum Verkauf. Alle Preise sind in wellgehender Anpassung an die Wirtschaftslage gesenkt worden Den Freunden von Berliner Porzellan wird die Möglichkeit geboten, aus dem besonders reichhaltigen Angebot schön« Stücke zu äußerst günstigen Bedingungen zu erwerben. ■ MQmüse wecdm sckfmckkaftec ducch MAG Würze SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS*Auch beim Nachfüllen erhalfen Sie Gutscheine' In wenig Worten In einer Apotheke in der Weißenburgsr Straße 53 wurde von unerkannt entkommenen Tätern ein Einbruch verübt. Di« Einbrecher, die es zunächst auf den Geldschrank abgesehen hatten, diesen aber leer fanden, nahmen etwa acht Gramm Morphium, einen Teil Parsümerien und einen kleinen Posten Briefmarken mit. In der Grünstraße in Köpenick geriet gestern abend der 65 Jahr« alte Zimmermann Karl H ö h n o w aus der Elisabethstraße 4 in Köpenick unter die Räder des Anhängers eines Lastzuges. chöhnow erlitt lebensgefährliche Verlegungen. Be- reits auf dem Transport ins Köpenicker Kronken- Haus trat der Tod ein. * Das griechische Erdbebengebiet wurde wieder von fünf aufeinanderfolgenden Erdstößen heimgesucht, von denen zwei von außerordentlicher Stärke waren. Drei chäuser stürzten«in, über sechzig weitere haben schweren Schaden erlitten. Menschenopfer sind nicht.zu verzeichnen, da sich niemand von den Einwohnern wegen der stets drohenden Einsturzgefahr in den Häusern aufhält. ★ Aus Paris wird gemeldet, daß in der Nähe des Mont Saint Michel ein mit fünf Ausslüglern besetztes Boot gesunken ist. Ein zur Rettung herbeieilendes Fischerboot konnte keine Hilf« mehr bringen. Sämtliche fünf Ausflügler ertranken. ie Wie das japanische Oberkommando mitteilt, ist ein japanisches Bombenflugzeug, das am 2. Oktober von Mukden nach Charbin flog, in- folge Motorschadens bei Loschago im südlichen Teil der chinesischen Ostbahn mit drei Insassen abgestürzt. Die Insassen wurden getötet. ie Das Verschwinden eines 6 Monate alten Kindes beschäftigt die Berliner Kriminal- polizei. Eine 33 Jahre alte Paula R.. aus der Puttkamerstraße hatte gestern gegen 19.30 Uhr ihr 8 Monate altes Kind in einem blaulackierten Kinderwagen wenige Minuten vor dem Hause Besselstr. 6 stehen lassen, um eine Besorgung zu machen. Als die Frau nach kurzer Zeit zurück- kehrte, war der Wagen mit dem Kinde ver- schwunden. Die Mutter vermutete, daß die Kleine, ein auffallend hübsches Kind, geraubt worden sei. In Wirklichkeit war das Kind mittlerweile schon zu einer Polizeistatioo gebracht worden, wo die Mutter es in Empfang nehmen konnte. Räuberverhör am Tatort Oer U eberfall auf den Geldbriefträger In den gestrigen Nachmittagsstunden wurden die Perhöre mit dem festgenommenen Räuber aus der Friedrich-Wilhclm-Str. 82 in Tempelhof, dem 26 Jahre alten Georg Schade, sortgesetzt. In frecher Weise versuchte der Bursche, sich zu verteidigen und erklärte, daß es ihm in der Haupt- fache daran gelegen hätte, Geld zu machen. Schade ist schon erheblich vorbestraft. Es stellte sich heraus, daß er im Jahre 1923 zusammen mit zwei Komplicen den Wächter eines Bauplatzes in der Swinemünder Straße im Norden Berlins überfallen hatte. Die drei Räuber hatten damals den Mann niedergeschlagen, gefesselt und in eine Baubude geschleppt Gestern mittag begab sich Kriminalkommissar Nebe mit dem Räuber an den Tatort. Hier schilderte der Räuber den Ueberfall auf den Geldbriefträger Schröder in ollen Einzelheiten. Die Tat an sich stellte sich als eine lang vorbereitete heraus. Der Bursche wird dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. /, Wifhaben ein großes Ziel! Kulturarbeit der Krüppel // »Uns gehört die Welt, wir sollen, wir wollen und schaffen das Leben um!" singt eine Gruppe schicksalsverbundener Menschenkinder. Und man merkt am Leuchten ihrer Augen, an der Kraft inneren Gefühls, sie werden es schaffen. In der Anstaltskapelle des H u f e l a n d- Hospitals, Prenzlauer Allee, hat die Kultur- gemeinschaft des Reichsbundes der Körperbehinderten zu einem bunten Nachmittag eingeladen. Außer den Bundesmit- gliedern hatten sich auch die Anstaltsinsasse» zahlreich eingefunden, alles Menschen, deren Leben so viel Schatten und so wenig Licht ausweist. Und so spenden die einen, denen selbst kaum die Freudensonne scheint, von ihrem wenigen Schwer- errungenen noch den anderen, denen es ganz und gar an.Kraft gebricht... Die Gesangsgruppe bringt hübsche alte Volkslieder zu Gehör, schlesische und frankische Weisen, dann folgt ein Flötensolo Bach- und Mozartschcr Kompositionen, schließlich singt ein Mitglied mit wirklich schön gebildeter Stimme Schubert-Lieder. Bei Hans Reimanns sächsischen Miniaturen zeigt es sich, daß alle, die da im Saal sind, das Lachen noch nicht verlernt haben. Die Fröhlichkeit erreicht ihren Höhepunkt beim lustigen Spiel vom toten Mann, der sich schließlich als quicklebendig und mordsvergnügt entpuppt. Für zwei Stunden haben da Menschen vergessen, daß ihr Körper ihnen den Dienst versagt und damit den Lebenskampf zu einer fast über- menschlichen Leistung physischen und psychischen Krastauswandes macht. Aus diesem Vergessen ober wächst ihnen neue Kraft... Diese im Vorjahre gegründete Kulturgemeinschaft der Körperbe- hinderten hat also eine große, unendlich wichtige Aufgabe zu erfüllen, hat ein großes Ziel. Erziehung der Erzieher Probleme bei den Lcbulreformern Der Kongreß für Kleinkind- Erziehung des Bundes entschiedener Schul- reformer im Schöneberger Rachaus bringt in seinen Vorträgen«ine Fülle von Anregungen und Tatsachenmaterial. Besonders beachtet wurden die Vorträge der Jndividual-Psychologen, der von Alfred Adler(Wien) begründeten Rich- hing, die in der Erziehung und der Bekämpfung seelischer Störungen vor allem die Beziehungen zur Gesellschaft betont und durch Ermutigung und Uebung die Heranbildung zur Betätigung für die Gemeinschaft in den Vordergrund stellt. Dr. Alexander Neuer- Berlin sprach über Individualpsychologie und Er- Ziehung. Aufgabe ist die Erziehung zur Freiheit. Nicht durch Zwang und Drill, sondern durch Uebung sTraining), beruhend auf der echten Autorität eines Erziehers, der das Vertrauen des Kindes verdient. Mißbrauch der Auwrität zerstört das Vertrauen und schafft«ine asoziale und antisoziale Jugend. Darum muß der Erzieher erzogen, die falsche Autorität abgebaut, durch schenkende Liebe ersetzt werden. Erziehe den Menschen zur freien Selbstverantwortung gegenüber den Pflich- ten, die sich aus der Gemeinschaft ergeben!"— Die„Erziehung der Erzieher behan- delte Dr. Fritz K ü n k e l- Berlin. Voraussetzung der Erziehung ist 1. Kenntnis des Kindes und der Ausgabe: 2. Selb st erkennt- n i s des Erziehers(Bermeidung der Fehler- quellen, falsche Autorität und falsche Zärtlichkeit): 3. Kenntnis der Wechselwirkung zwischen Kind und Erzieher. Die Erziehungsfehler fchädi- gen stets, werden aber oft erst viel später erkannt. Darum ist die S e l b st e r z i �h u n g de« Er- Tötendes Motorrad Z wei T odcsopicr eines V erkehr sungliick s Neustreliß. 3. Oktober Eigener Bericht Ein Motorradunglück, das zwe, Todesopfer forderte, ereignete sich am Mon- tagnachmittag in der Nähe der Mecklenburg- Strelitzer Ortschaft Lübbersdorf. Zwei Landwirte aus Wittenborn fuhren mit einem Motorrad gegen einen Chausseebaum. Der Landwirt Peters wurde durch einen Genickbruch auf der Stelle getötet. Der Landwirt S a l o w erlitt einen Schädelbruch und starb ebenfalls kurz darauf. Wie man vermutet, ist das Unglück darauf zurück- zuführen, daß der Führer des Motorrades a n- getrunken war. 17. Kreis Mittwoch, 5. Oktober, 19, Uhr, Mitgliederversammlung in der Aula des Reform- Gymnasiums, Lichtenberg, Parkaue an der Möllandorffstraße. Referent Genosse Severing M. d. R. Schupos speisen Kinder Weder Polizei-Hilfswerk In den letzten Iahren haben die Polizeibeamten aller Zweige und Dienstgrade in vorbildlicher und uneigennütziger Weise in fast allen Standorten Speisungen von Kindern, von alleinstehenden alten Leuten und ähnlichen bedürftigen Personen vorgenommen und sich damit den Dank weiter Kreise der Bevölkerung erworben. Der kommissarische Minister des Innern spricht in einem Runderlaß an die staatlichen Polizei- Verwalter und die Polizeischulen die Bitte aus, daß sie in diesem Jahre, wo die Not weiter steigen wird, ähnliche Speisungen, soweit es noch nicht geschehen sein sollte, auch für den kommen- den Winter anregen und in weitherziger Weise alle technischen Einrichtungen für ihre Durch- sührung zur Verfügung stellen. Dabei wird ge- beten, nach Möglichkeit die Durchführung der Speisungen in die Hände der Beamten selbst zu legen. Derartige Maßnahmen, die ohne Ansehen Gejunöer Schlaf durch Zinsser-Sast ziehers besonders wichtig. Ost gilt als Wirkung der Vererbung oder der sozialen Umstände, was nur auf Erziehungsfehlern beruht. Nicht sklavische Befolgung von Vorschriften, sondern lebendige, feinempfindliche Durchdringung schafft den rechten Erzieher und das erzogene Kind. Es gilt, die Selbsttätigkeit des Kindes zu erhalten. Die Anpassung an die Aufgaben des Erziehers vollzieht sich mit Krisen und Minderwertigkeits- gefühlen. Ziel ist Produktivität: Die Fähig- keit, unvorbereitet zu treffen, was der Augenblick erfordert. Sie wird gewonnen in Wechselwirkung mit dem Zögling. Vorbereitet wird das durch Gruppenarbeit der Erzieher: Einord- nung unter Aufrechterhaltung der Eigenart und Verantwortlichkeit. Dann kann man der äußeren Sicherungen, die angeblich den objektiven Werten, in Wahrheit dem eigenen Selbstgefühl dienen, entraten. Erziehung verlangt Optimismus, den Glauben an die gesund schaffenden Kräfte im Kind. Otto Müller- Main- Berlin zeigte in seinem Vortag: Das Kind als Erzieher die Wechselwirkung von Kind und Umwelt. Aus- gäbe des Kindes ist 1. die Welt und 2. die Be- Ziehungen der Menschen zueinander fauch die menschlichen Ideologien) zu begreifen. Erst wenn der Gegensatz zwischen den Klassen beseitigt ist, wird auch der Gegensatz zwischen den Aelteren und den Kindern wegfallen. Wir müsien die sozialen Voraussetzungen schaffen, da- mit die neue, wechselartige Erziehung wirksam werden kann.— In der lebhaften Aussprache betonte namentlich Frau Dr. Lubinski die Trag- weite der sozialen Beziehungen: sie lehnt den Optimismus Künkels ab. Die Kleinkinder haben solidarisches Interesse mit dem Proletariat. irgendwelcher Richtung sich nur an Hilfsbedürftige wenden, sollen ein neuer Beweis dafür fein, daß die Polizei sich gerade in dieser Notzeit besonders mit dem Volke verbunden fühlt. Die T l c r k i n d c r f ch a u, die für die Dauer der billigen Woche verlängert wird, kann auch während dieser Zeit vom'Zoo aus von Er- wachfenen und Kindern unentgeltlich besucht werden. Verlegung eines konsulals. Nach Mitteilung des Generalkonsulats von Brasilien wird das Generalkonsulat am 1. Oktober 1932 von Kur- fürstendamm 169 nach Potsdamer Platz 1, Kölumbus-Haus, verlegt. Fernsprecher v I Kur- fürst 2138, Sprechstunden: 9 bis 13 Uhr. Nach Bkkdrouch von 0 Flaschen Zinsser-Knoblauchsaft(ann ich Ihnen mitteilen, dag mir derselbe sehr ßui bekommen ist. Ich habe jetzt nicht mehr Uber Nopsschmelzen und schlech. ten Stuhlgang ju flogen und fühle mich kdrperlich viel wohler. Ich kann jetzt des Nachts wieder gut schlafen, was ich alles dem guten Anablauch. saft verdanke. Ich werde denselben immer weiter empfehlen. Frau Schrb. der, Hof, Wilhelmstraße. fKWSZ 65 000 Anerkennungen übet Zinsser» Hausmittel l notariell beglaubigt). Zillfsek-MWliWs! ist appetitanregend, reinigt das Blut und den Darm, schafft gesunde Säfte und leistet gute Dienste bei Arterien, Verkalkung, Magen, und Darmstbrun, gen. Hämarrhoiden, bei Rheumatis. mus und Sicht, bei Leber, und Gallen. leiden, bei Asthma und allen Stoff- Wechselstörungen. Geruchlos und ohne Geschmack sind klnoblauch-Tabletten und Knoblauch. öl.Kapseln. Schachtel je 8 M. In den meisten Apotheken zu haben, Knob- lauchsaft auch in den Drogerien, sonst direkt. Sr. Zinffer & CCo.,®, m. b. 5). Leipzig 75. Unser Engeo». Auslieferungslager, Berlin(£ 25, Prenzlauer Str. 30, Tel. Kupfergraben 2JT4, weist auf Wunsch Verkaufsstellen gern nach. Meller für verlin: Veränderlich und sehr kühl, eiihzelroi Schauer.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten Regenfälle, im Nordosten veränder- lich, in West- und Mitteldeutschland allmählich« Besserung, aber Bodenfrostgefahr. „Auf Skiern durch da« Laub Salzburg." Der bekannte Alpinist Max Hilber, der alljährlich die staatlichen Skikurse in H o f g a st e i>, leitet, spricht Uber diese» Thema mit zahlreiche» Lichtbildern i» der Treptow. Sternwarte am Mittwoch, dem 5., und Donners- tag, dem 8. Oktober, abends 8 Uhr. Villige herbst-Zerlenwoche im Zoo. In der Woche vom Montag, 3. Oktober, bis zum Sonntag, 9. Oktober, kostet den ganzen Tag über der Eintritt in den Zoo für Erwachsene 75 Pf., für Kinder bis zu 10 Jahren 25 Pf., in das Aquarium 59 Pf. bzw. 25 Pf. Ü ErweiferlerBezirksvorstand! Sitzung des erweiterten Bezivksvorstandcs am Mittwoch, dem 5. Oktober, pünktlich 19 Uhr im Sitzungssaal des Bezirksvorstandes, Linden- strafe 3, 2, Hof II Treppen. Vertretung ist nicht zulässig. Der Besirksvorstand. Glauben Sie an wunder? Es ist Mode ge- worden, nur noch an das Schlimmste zu glauben. Und wenn man einem Menschen von 1932 erzählt, daß morgen die Welt untergehen wird, so erscheint ihm das beinahe schon glaubwürdiger, als daß morgen die Sonne wieder aufgehen wird. Und doch gibt es noch Wunder! Echte, richtige, große, tatsächliche Wunder! Man muß nur die Augen ausmachen, um sie zu sehen. Zum Beispiel das Dreigrofchen-Wunder, das jetzt in Berlin auf- tauchen �wird! Es ist gerade unterwegs— und wenn Sie efn klein wenig aufpassen, kann es Ihnen nicht entgehen. Es ist ein doppelle» Wunder, daß dieses Dreigrofchen-Wunder schon für anderthalb Groschen zu sehen— da» heißt, eigentlich nicht nur zu sehen, sondern auch... mehr verraten wird im Augenblick nicht! Handarbeiten bei Grünfeld. Handarbeit ist große Mode und dabei eine recht vernünftige. Man kann da mit wenig Mitteln, Fleiß und gutem Willen eine Menge hübscher, heimverschönernder Dinge herstellen. Das zeigt die Firma Erünfeld, Leipziger Straße, in einer reich beschickten Aus- stellung. Die moderne Handarbeit birgt absolut keine neuartigen Komplikationen, im Gegenteil, sie zreift zurück auf die schöne, leichte Handfertigkeit rüherer Tage, auf den Kreuz- und Spann» stich, die Handweberei und Hand- k l ö p p e l e i, den F l a ch st i ch und den Stil- stich. Was gibt es da für prächtige Decken und Kaffeewärmer, Kissen, Läufer und Wandbehänge in buntem Kreuzstich, oder einfachen Häkelstäbchcn, in Handgewebtem und zarter Lochstickerei zu sehen! Wunderhübsch präsentieren sich die großen, bunten Soiakissen mit flachgelegten Häkelstabchen oder die Häkelkissen mit farbiger Unterlage. Die zarten Filetdecken undJBtores, die lustige Lochstickerei und die feinen Stickereien auf Batist und hauch- dünner Kunstseide sind Proben großer Geschick- lichkeit und Akkuratesse. Damit sich auch der Nach- wuchs schon beizeiten für Handarbeiten zu interessieren beginnt, gibt es für diesen allerlei lustige Wickelvüppchen, für die Vorgeschritteneren dann das Strickspiel„Rundherum" und den „Strickpeter". Wer wird hundert Jahre alt? Nur drei»vn einer Millivn Menschen käitnen damit rechnen, das hundertste Lebensjahr zu beenden. Mutz man aber gerade hundert Jahre all werden? Ist es nicht genug, wenn man die Spanne 3eii, die einem beschieden ist. gesund bleibt? Sin uraltes, bewährtes Mittel dazu ist der Nnoblauch, den die meisten als echten bulgarischen Zinsser, Knoblauch. last nehmen oder geruch. und geschmacklos als Zinsser- Knoblauch. Tabletten oder Zinsser-Knoblauchöl-Kapfeln. Näheres darüber sagt eine Anzeige von Dr. Zinsser u.(So., Leipzig, in der heutigen Ausgabe. Jedes Jahr um diese Zeit bringt die Engelhardt- Brauerei auf Anregungen aus de» Kreisen des Berliner Publikums hin ein Epezialbier zum Ausstoß, das ein Uebergangsbier zu den in der kälteren Jahreszeit üb. lichen Starkbieren ist. Durch ständige Bervollkommnung ihrer Erzeugnisse hat die Engelhardt-Brauerei hiermit ein Quaulätsbier geschaffen, das wegen feiner hervor- ragenden Güte und Bekömmlichteit schon im Vorjahr bei allen Engelhardt- Ireunden Anklang fand.„Engelhardt. Meisterbrau" gelangt in allen Engelhardt-Gastwirtschaften zum Ausschank. Herbsf rnodelle Qualitätsschuhe zu Preisen für jedermann: Für die Dame: feine Trotteur- und Nachmittagsschuhe, die einen Stil in der Linie zeigen, wie keine anderen. RM. Für den Herrn: gediegene Rahmenware, Goodyear Welt. Ausstattung mit dem Wunder moderner Schuhfabrikation, dem auswechselbaren Mirakel- absatz,derden PreisdesSchuhesüber seine Lebensdauerum RM. 3.- verbilligt. 5.65 6.85 7.45 BwichKgan Sie untere neuen Schaute ntter-Auutellungen USW. Leipziger Straße 123 a, Hardenberg- itraße 29 a-e, Potsdamer Straße 29, Alexanderplatz(Berolina-Haus) direkt USW. SCHUHE Börse und Streikwelle Rfickschlag auf dem Aktienmarkt Di« Bör>fe eröffnete am Wochenanfang ausge- sprachen schwach. Di« anlegenden Moment«, die Pretsbesserung verschieden«? Rohstoffe, Belebung des Absatzes in der Textil- und Papierindustrie, sowie günstige Aussichten für den Eisenexport oerpufften vollständig, da die wachsende Streik- well« im Lande die Mnanzwelt schwer beun- ruhigt. Aus dem Aktienmarkt lagen die Favoriten Kaliwerk« Salzdetfurth auf 167 gegen 17014 ge- drückt, I. G. Farben sanken bis auf 95% gegen 9714, Siemens, der in den letzten Tagen schon stark verloren hatte, mußt« eine neue Kursein- büße von 115% auf 11414 erleiden. Gut gehalten waren dagegen Reichsbahnvorzugsaktien mit 84%. Auch der Renten markt hatte heute sein freundlich«? Aussehen verloren. Goldpfandbriefe konnten ihre Kurse einigermaßen halten, dagegen bröckelten Konrmunalschuldoerschreibungen ab. Auch Jndustrieobligationen waren ungleich. Nach- frage bestand nur nach verschiedenen Obligationen, bei denen Auslosungen erwartet wurden. Böswillige Schuldner Oesterreich verlangt Offenbarungseid der Creditanstalt-Schuldner Der Zusammenbruch der Oesterreichischen Creditanstalt leitete die mitteleuropäische Banken» und Kreditkrise ein. Nur dadurch, daß der österreichische Staat die Bürgschaft für die Berpslichtungen der Creditanstalt übernahm, war es möglich, das österreichische Bankwesen und die österreichische Wirtschaft vor der völligen Aus- lösung zu bewahren. Inzwischen scheinen ober Schuldner der Credit- anstalt im In- und Auslande auf die Idee ge- kommen zu sein, sie brauchten ihre Berpflichtun- aen gegenüber der Creditanstalt nicht zu er- füllen, da der österreichische Staat ja doch für alles aufkomme. Um nun wirksamer gegen bös- willige Schuldner vorgehen und gegen die, die an dem Zusammenbruch der Creditanstalt schuldig sind, leichter Schadenersatzansprüche durchdrücken zu können, hat d«r österreichische Staat verordnet, daß die Schuldner der Credit- anstalt den Offenbarungseid abzulegen haben dann, wenn die Bermutung besteht, daß die Schuldner sich absichtlich ihren Verpflichtungen ent- ziehen wollen. Das Handelsgeschäft mit Belgien Die deutsche Rundreise-Kommission, die mit einer Anzahl europäischer Regierungen über die ge- plante deutsche Einfuhrkontingentierung verhandelt, hat die erste Etappe Brüssel glücklich hinter sich. Diese Etappe war mit Vorbedacht als erste gewählt worden— der„Erfolg" konnte nicht aus- bleiben und ist nicht ausgeblieben. Es war von vornherein nicht anzunehmen, daß die Belgier dem deutschen Verlangen ernschaften Widerstand entgegensetzen würden. Einmal be- läuft sich die belgische Ausfuhr nach Deutschland in den Waren, die jetzt für das letzte Vierteljahr 1932 der Kontingentierung unterworfen werden, auf einen Betrag von etwa 4 Millionen Franken oder noch nicht 2 Millionen Mark. Zum anderen laufen feit Monaten Verhandlungen, in denen die Belgier eine Herabsetzung der deutschen Kohlen- ausfuhr nach Belgien durchzusetzen suchten. Die Belgier wünschten, daß die deutsche Kohlen- ausfuhr auf 43 Proz. des Durchschnitts des ersten Halbjahres 1931 festgesetzt werde. Die deutsche In- dustri« und die deutsche Regierung wollten dem nur zustimmen, wenn Belgien gewisse Erleichte- rungen für die deutsche Fertigwarenausfuhr vor- nehme und so hatte man sich dahin geeinigt, daß Belgien zusätzlich für 21 Millionen Franken deutsche Industriewaren bestellen sollte. Es war aber der belgischen Regierung nur gelungen, für 16 Millionen Franken Bestellungen unterzu- bringen. So hat man sich denn dahin geeinigt, daß die deutsche Kohleneinfuhr noch Belgien sbe- sonders für Housbrondkohle) ein wenig erhöht wurde und daß das ganze Kohlenabkommen am 1. Oktober in Kraft trat. Just am 1. Oktober wurden die Verhandlungen in Brüssel über die Kontingentierung der Agrareinfuhr nach Deutsch- land geführt. War das ein Zufall? Dann jeden- falls ein recht merkwürdiger. Deutschland hat das Recht zugebilligt erholten, folgende Beschränkungen der belgischen Einsuhr vorzunehmen: die Einfuhr von Kohl, Blumen, Tomaten darf um 40 Proz., die Einfuhr von Weintrauben und Kartoffeln um 65 Proz., die Einfuhr von Speck um 60 Proz. und die von Butter und weißem Käse um 50 Proz. gegenüber der Einfuhr im letzten Vierteljahr des Jahres Auslandsaufträge Die Vereinigte Oberfchlesische Hüttenwerk« A.-G. in Gleiwitz, die in den Frühjahrsmonoten ihre Belegschaft bis auf einen aeringen Stamm abgebaut hatte, hat jetzt von Rußland einen großen Auftrag auf Lieferung von 12 000 Eisenbahnachsen erhalten. Diese russi» sche Bestellung ermöglicht es, 100 bis 120 Mann neu«inzustellen und für mehrer« Monat« zu beschäftigen. Zugleich meldet„Reuter" aus Schanghai, daß die chinesische Regierung einen bedeuten- den Austrag auf den Bau eines großen Stahl- Werkes an ein deutsches Montanunternehmen vergeben Hab«. Soweit wir unterrichtet sind, kommt hierfür nur die G u t e- H of f n u n g s- Hütt« A.- G. in Oberhausen in Frage, die auch schon am Bau von Stahlwerken in Südafrika be- teiligt gewesen ist Willkür der Monopole Der deutsche Erdöl- und Treibstoffmarkt hat in den letzten Iahren ein wechselvolles Schicksal ge- habt. Das Preisdiktat der internationalen Oel- mächte wurde infolge seiner Ueberspannung immer wieder durchbrochen. Auf Konoentions- Perioden mit stärkster Ueberhöhung der Bezugspreise folgten Kampfzeiten mit Preisunterbietungen. Die letzte konven- tionslose Periode ist erst vor Monatsfrist obge- schlössen worden. Das neue Bettiebsstoffkartell ist wesentlich fester gezimmert als die früheren: es ist bloß ein geschlossenes Preiskartell, son- dern ausgebaut zu einem Ouotentartell, das den ganzen deutschen Markt mit festen Absah- kontingenlen unter die internattonalen Erdölttusts und die deutschen Erzeugergruppen aufteilt. Noch steht Sowjetrußland abseits, aber es heißt, daß der Beittitt zur Preiskonvention unmittelbar bevor- stehen soll. Das neue Kartell hat sich die Gesundung(!) des deutschen Benzinmarktes zur Aufgabe gesetzt. Wenn Trusts und Karlelle von Gesundung sprechen, so meinen sie Erhöhung der Preise und der Profite und das Kartell ließ auch bald oerkünden, daß „mäßige Preisheraufsetzungen' unvermeidbar wären". Zeitungsmeldungen, wonach eine Er- höhung der Zapfstellenpreise um 6 Pfennig(!) je Liter Benzin vom Kartell geplant sei, Nachrichten, die mit Recht die stärkste Entrüstung hervorriefen, wurden jedoch dementiert. Das Kartell hat seine besondere Preistaktik, es setzt nämlich nicht auf einmal die Preise herauf, son- dern weniger auffällig, in Etappen, und das Ganze segelt unter der harmlosen Ueber- schrift: regionale Preisangleichung. Zunächst wurden die Preise in Sachsen, in Süd- und Südwestdeutschland um 1 bis 3 Pf. erhöht. Als nächste Station erfolgte am 1. Oktober eine allgemeine Preiserhöhung um 2 Pf. je Liter an- läßlich der Erhöhung der Spiritusbeimischung. Die wirkliche Mehrbelastung beträgt aber nur etwa 1 Pf. je Liter, so daß die Hälfte der Preiserhöhung— bei 2 Milliarden Liter Jahresverbrauch immerhin die runde Summe von 20 Millionen Mark— den Konzernen verbleibt. Es sollen unmittelbar darauf noch spezielle Preiserhöhungen in Berlin und Hamburg folgen und nach dem Bericht der Russen eine nochmalige Preisheraufsetzung. Es scheint uns Pflicht des Reichswirt- schaftsmini st eriums, unverzüglich gegen diese Preiswillkür einzuschreiten. Die Welt- Marktpreise für Benzin haben sich kaum erhöht, die Frachten sind sogar weiter gefallen. Für die Uebersetzung und große Ueberkapitalisierung in der deutschen Erdöl- und Treibstoffwirtschaft kann man alle anderen, aber nicht die Verbraucherschaft verantwortlich machen. Die Preiserhöhungen dazu in diesem Ausmaß sind nicht zu rechtferti- g« n und müssen in einem Zeitpunkt so schwer daniederliegender Wirtschaft schwer belasten. Mit willkürlichen Preiserhöhungen bewirkt man nichl die erforderliche Stärkung, sondern xine weitere Drosselung des Verbrauchs Schon jehl, noch vor Eintritt des winters, sind etwa 150 000 Kraftsahrzeuge abgemeldet. Eine neue Erhöhung der Betriebskosten muß die Kraftverkehrswirtschaft noch stärker zurückwerfen. Gehört diese Preiswillkür der Mono- pole etwa auch zum privatwirtschaftlichen An- kurbelungsplan? Es ist höchste Zeit, daß das Reichswirtschaftsministerium einschreitet. Aber die Vorgänge beweisen aufs neue, wie berechtigt die sozialdemokratische und gewerkschaftliche Forderung auf Schaffung eines staatlichen Erd- ölmonopols ist. Ein zweifelhafter Erfolg 1931 beschränkt werden, wichtig aber ist, daß das Meistbegünstigungsprinzip gewahrt bleibt. Das bedeutet. daß Belgien größere Mengen einführen kann, wenn es Deutschland nicht gelingt, in den Verhandlungen mil den anderen Ländern die gleichen kontingentiernngssähe durchzudrücken. Soviel aber ist sicher, daß die anderen Länder nicht so leicht, jedenfalls nicht ohne bedeutende Gegenleistungen zu einer ähnlichen Beschränkung ihrer Ausfuhr nach Deutschland sich bereit er- klären werden. Denn bei den anderen Ländern ist der Anteil der Kontingentswaren am Gesamt- Handel wesentlich größer. Bei Holland macht er ein Drittel, bei D ä n e m a r k fast zwei Drittel, bei Italien fast ein Drittel der Ge- samtausfuhr nach Deutschland aus. Die Ver- Handlungen mit Holland haben am Montag be- gönnen. Man wird also sehr bald wissen, wie sich Deutschlands bester Kunde den Kontingents- forderungen gegenüber verhalten wird. Oevisenkrieg mit Italien Mit Italien ist inzwischen ein kleiner Handelskrieg ausgebrochen. Deutschland hatte zum 30. S«p- tember das Devisenabkommen gekündigt, indem beide Länder eine Regelung der Zahlungen, die nach dem Handelsverkehr notwendig waren, ge- troffen haben. Italien hat auf diese Kündigung mit einer faktischen Deoisensperr« gegen Deutschland geantwortet, das die deutsche Ausfuhr nach Italien vorläufig unmöglich macht. Wieder einmal find die deutschen Regie- rungskreise, die bei jeder Gelegenheit die Freund- schaft mit Italien geflissentlich in den Vordergrund rücken, sehr überrascht über diesen„unerwarteten ichweren Angriff". Nur in der Wilhelmstraße dürfte ober ein Zweifel darüber bestehen, daß dieses rigorose Vorgehen Italiens mit den deut- fchen Kontingentterungsforderungen zusammen- hängt. * Die Einigung zwischen Deutschland und Belgien in der Kontingentierung von Einfuhrwaren wurde zuerst von dem offiziellen Verkündungsorgan des Reichswirtschaftsministeriums,.Industrie und Handel", bekanntgegeben. Diese Korrespondenz hatte völlig ordnungsgemäß darauf hingewiesen, daß das Prinzip der Meiftbegünsti- g u n g aufrechterhalten worden ist, so daß sich die an Belgien gewährten Kontingente automatisch erhöhen, wenn Deutschland anderen Ländern bei den gleichen Produkten höhere Zugeständnisse macht. Wer verrät die deutsche Wirtschaft? In den agrarischen Hochburgen, in denen man mit wachsendem Mißvergnügen die scharfen Pxo- teste aus dem Lager der Konsumenten, des Han- dels und der Industrie verfolgt hat, hat dies« Mitteilung des halbamtlichen Organs einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Die„Deutsche Tageszeitung" spricht in diesem Zusammen- hang und unter Hinweis auf die scharf ableh- nenden Aeußerungen der nicht agrarischen Presse zur Kontingentierung von Verrat. Das Agrarierblatt fügt auch gleich hinzu, wie man sich in seinen Kreisen den Ablauf der Dinge vor- gestellt hat. Es erklärt zu der Auslandsreffe der deutschen handelspolitischen Delegation, daß diese Abordnung eine außerordentlich schwere Ausgabe zu lösen habe, „eine Aufgabe, die so wenig Aussicht aus eine befriedigende Lösung bietet, daß es von vorn- herein wesentlich zweckmäßiger erscheinen müßte, man hätte aus die Entsendung einer derartigen Abordnung überhaupt ver- z i ch t e t und die als notwendig erkannten konttngentierungsmaßnahmen ohne vorherige Verhandlungen autonom in Kraft ge- s-hl". Drastffcher kann das Sprachorgan des Groß- grundbefitzes nicht beweisen, daß es ihm bei der Durchsetzung der eigenen egoistischen Ziele völlig gleichgültig ist, was bei einer derartigen Trampel- Politik aus der deutschen Gesamtwirffchaft würde. Die„Deutsche Tageszeitung" schreit Verrat! Wir kragen: Wer oerrät mft seinem hemmungslosen Berufsegoismus die deutsche Wirffchaft? Stark beansprucht Oer Ausweis der Reichsbank zum September-Ultimo Der Ausweis der Reichsbank vom 30. September weist eine ziemlich starke Beanspruchung der Zenttalnotenbank aus. Insgesamt gab die Reichsbank auf Wechsel und Schecks sowie auf Lombards 479,7 Millionen neue Kredit«. Die gesamte Kapitalanlage der Bank erhöhte sich damit auf 3634,2 Millionen. Die Bestände an Handelswechseln betrugen hiervon 2991,4 Mil- lionen. Die Beanspruchung war also zu diesem Quartals- ultimo erheblich höher als Ende Juni, wo sich die Kapitalsanlagen der Reichsbank nur um 391 Mil- lionen erhöhten. Diesmal dürfte ober die Diskontsenkung wesentlich mitgesprochen haben, denn zahlreiches Wechselmaterial, das in Erwartung der angekündigten Diskontsenkung bei den Banken eingelagert wurde, ist jetzt in der Ultimowoche zum Vorschein gekommen. Im übrigen zeigt die Zunahme der fremden Gelder(Giroguthaben) bei der Reichsbank um 92,7 Millionen, daß vielfach die Wechselein- reichung nicht zur Deckung eines zusätzlichen Geld- bedarf? der Wirtschast, sondern zur Besse- rung der Bankbilanzen zum Monats- ende diente. Auch in der Entwicklung des Umlaufs an Zahlungsmitteln zeigt sich deutlich, daß ein zusätzlicher Geldbedarf der Wirtschaft in- folge einer Belebung der Produttion noch nicht b e st e h t. Der Zahlungsmittelumlauf liegt viel- mehr noch um mehr als 180 Millionen unter dem Stande des Juli-Ultimo. Die Devisenbilanz bietet auch in der Be- richtswoche ein erfreuliches Bild, denn trotz der zahlreichen Devisenanforderungen zur Zahlung ausländischer Zinskoupons weist die D e ck u n g s- r« s e r v e durch Erhöhung der Goldbestände um 14,7 Millionen bei einem Devisenabgang von 13,3 Millionen eine Steigerung um 1,4 Mil- lionen Mark auf. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungssähige Devisen betrug 24,7 gegen 26,5 Proz. in der Vorwoche. Schlechtes Hotelgeschäft Die folgen von Verkebrsrückgang und Einkommensveriall. Im Geschäftsjahr 1931/32(1. April bis 31. März) haben auch die Berliner Luxus- Hotels die Folgen der Wirtschaftskrise empfind- lich zu spüren bekommen. Die Hotelbetriebs- Aktieogesellschaft, die noch für das vorangegangene Wirtschaftsjahr aus einem Rein- gewinn von 1,8 Millionen Mark eine Dividende von 8 Proz. zahlen tonnte, hat im Berichtsjahr einen kleinen Betriebsverlust von 33 000 Mark erlitten, der durch den Gewinnvortrag gedeckt fft. Die Hotekbetriebs-A.-G. besitzt die Hotels Bristol, Kaiserhöf, Baltic und faktisch auch das Zentralhotel: 1'° betreibt außerdem den Winter- garten und die Kranzler-Betriebe. Di« politffche Unruh« des Jahres 1931/32, die Banken- und Kreditkrffe haben den Fremdenverkehr stark beeinträchtigt. Dazu kam die Schrumpfung der Einkommen, die erheblich auf den Umsatz drückte. Gleichwohl lag der Besuch in den Hotels der Betrieds-A.-G. über dem deutschen und auch über dem Berliner Durchschnitt. In der Bilanz erscheinen bei einem Kapital von 21,7 Millionen Mark und Reserven von 4,5 Millionen Mark die Hotelgrundstücke und die Beteiligungen mit einem Gesamtwert von 24,2 Millionen Mark. Im übrigen zeigt die Bilanz gegenüber dem Vorjahre eine erhebliche Anspannung, da die flüssigen Mittel stark vermindert sind. Die Bankguthaben sind von 4,2 Millionen Mark auf 18 000 M. zurück- gegangen, dafür sind die Forderungen von Tochtergesellschaften von 0,9 auf 3,4 Millionen Mark gestiegen. Neu erscheinen B a n k s ch u l- den in Höhe von 0,4 Millionen Mark. Diese Verschlechterung der finanziellen Situa- tion dürfte wohl mit der Eröffnung des Restaurants Kranzler Unter den Linden und der Konditoreien Kranzler und Bristol am Kur- fürftendamm zusammenhängen. In den ersten sllnf Monaten des laufenden Jahres ist der Umi'ag weiter zurückgegangen. 7l)0(KH)USA. Eisenbahner erwerbslos Der Personalbestand der amerikanischen Eisen- bahnen ist, laut einem Bericht der Interstate Lommerce Kommission, in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres weiter um 112 000 auf 1 022 000 Mann verringert worden gegen 1 310 000 vor Jahresfrist. Vor zwei Jahren betrug die Gesamtbelegschaft noch 1 532 000 und vor drei Jahren 1 745 000 Per- fönen. williardendefizit in den USA. Das erste Quartal des lausenden Rechnungsjahres in den Vereinigten Staaten schloß bei 883 Mil- lionen Dollar Ausgaben und nur 431 Millionen Dollar Einnahmen, mit einem Fehlbetrag von 402,3 Millionen Dollar, also etwa 1.6? Milliarden Mark ob. Selbstvertrauen und Hoffnung— unser Kapital. Nur starke Nerven sdiQken es Darum: Kaffee Hag« DIENSTAG, 4. OKT. 1932 ZWEITE BEILAGE mss&f*' OLM VOH UMS 31] „So— und wenn wir nur einen Funken Phantasie haben, dann bringen wir's fertig, uns einzubilden, daß dieses olle Rattertaxi ein toller Rolls Royce ist— oder— Erz- snobs sind wir, Martin.. „Bildhübsch bist du, Gilgichen!" „Hört man immer wieder gern, sowas, Martin— bitte, sog's nochmal. Wie? Sag's noch dreimal— kann man gar nicht genug hören.— Martin, der Pelz! Also ich komm' mir vor— ganz große Klasse, Martin! Laß— nicht die Haare durcheinander brin- �en— ich bin jetzt zu vornehm für solche Fuhrmannsliebkosungen. Halt!!! Wir sind da— geh rauf, Martin— hol' Olga... Wart einen Augenblick, Martin— wie macht sich das: linker Fuß auf der Erde, rechter Fuß auf dem Trittbrett— Frau Generaldirektor X. mit ihrem schnittigen, rassi- gen, elegant karossiertcn II'IOll-I'�-Vier- siger-Cabriolet! Elegante Welt— letzte doppelt, Gilgichen?"„(Zui sait?" Sie lacht. „Vor ein paar Tagen war Pit bei mir", erzählt Olga,„er hat nach dir gefragt, Gilgi und.. Pit! Gilgi fährt sich über die Stirn Pit!„Was macht er, wie geht's ihm?" Ihre Fragen überstürzen sich. Wenn sprachen— werd' warten, und wenn's drauf ankommt, bin ich da. Weißt du noch — und genügt, daß du's weißt? Dank' dir schön, Olga. „Wohin fahren wir eigentlich? So, ins Saooy..." „Ja, erst Chablis— alten Pommery später..." „Ach, Martin, ich glaub', die meisten feinen Leute haben die Kellnerpsychose. Die bestellen nur so vornehme Sachen und tun, als wenn's ihnen selbstverständlich wäre— nur um dem Kellner zu imponieren. Auch ein Ehrgeiz!" Man ißt, man trinkt, man lacht? Man ist einverstanden miteinander und fühlt sich wohl.—„Ich kann heut' nichts vertragen", klagt Gilgi nach dem zweiten Glas Sekt. Ist wie knockout geboxt von schwerer bleierner Müdigkeit. Lacht gleich darauf wieder, ist ausgelassen und um eine ganz, ganz kleine Nuance zu laut.„Prost Kinder!" ruft sie, ein böses Spottflackern im Ton. Galgen- Humor.„Prost Kinder— sind wir nun drei oder vier hier am Tisch?"„Siehst du schon Sm SuToy er mich gesucht hat, dann braucht er mich— Gilgi spürt plötzlich sinnlose Sehnsucht nach Pit, seiner harten Einsamkeit, der Unver- schwommenheit seines Wesens. Sie springt auf—„ich muß mal eben hin zu ihm— sei mir nicht böse. Martin— spielt er noch Phof. Paramount Jlr heiler leben in ffiilhao Wie es im ffiaskenland ausfieht Qilyi im J*elz Phot Paramount Seite... Entschuldige, Martin, aber das reizt mich, ordinär zu werden! Ich werd' jetzt im erstklassigen, schnittigen, elegant karossierten Dreimeterbogen bis zur Wand drüben spucken. Ach, Martin— du— nein, das geht nicht— am hellichten Tage auf offener Straße— Martin, laß mich los— wenn das aus„Sitten und Gebräuchen der Südseeinsulaner" ist— hier kommst du mit der Sitten- und Gebrauchspolizei der Zentrumsinsulaner" in Konflikt... Nicht, Martin— mein Stempelgeld deckt sonst glücklich allein die Kosten für Lippen- schminke--- los, mach', daß du rauf- kommst. Martin!" Die kleine Dame Gilgi steht allein neben dem Auto, zieht die Oberlippe hilflos schief über den hübschen blanken Zähnen. Wird plötzlich blaß unter der Schminke, fällt mit der Schulter gegen die Scheibe— wird bald alles ernst, ist bald alles zu Ende... Hat gleich wieder ihr tapfres Kleinmädchengesicht. Durchhalten wird man— so oder so— Courage hat man. und kleinkriegen läßt man sich nicht, und so Gott will— werden's wenigstens keine Zwillinge. „Ah, Olga, meine liebe Olga! Sieht sie nicht wunderschön aus, Martin! Ich find' es unnatürlich, daß du nicht in sie verliebt bist---" „Gilgichen, deine Männer sind mir sakro- santes Gut."„Männer! Wer spricht hier von Polyandrie!"„Ja, wir sind alle hoff- nungslos monogam."„Natürlich, wir sind dekadent vor lauter Moral..." Hat was für sich, mit Gequatsche Gefühl zudecken. Liebe Olga. Gilgi hält Olgas Hand, ihre Knie sind eingeschlossen von Martins Knien. Sprechen drei Menschen zu- sammen, sprechen Knie zusammen und zwei Hände.— Man muß sie lieb haben, Olga, dieses leichtsinnige Mädchen.— Gilgi lacht, rafft mit einer hübschen, leichten Bewegung den Pelz über der Schulter zusammen— am schmalen blassen Ringsinger glimmt der dunkle Amethyst— hält mit der Linken Olgas Hand umklammert, gräbt ihr die Nägel in die weiche Handfläche. Keine Angst, meine Kleine— sagen Olgas Finger— keine äinflst— wird nichts gefragt, nichts ge- Es ist ein elender Zug. der aus Santander durch unzählige Tunnel nach Bilbao fährt, aber der Eindruck dieser Reise ist dennoch sehr stark. trotzdem man schon lange«vor Bilbao das Kan- tabrischc Gebirge mit oll seiner Schönheit vergißt. Unvermutet wird das Augen durch das vom Spanienreisenden beinahe vergessene Bild der Fabrikschornsteine getroffen, und. ehe man's be- greift, ist man schon mitten unter Werkstätten. Fabriken, Hochösen. Man möchte fast fragen, ob man wirklich noch diesseits der Grenze sei, ob man sich noch aus spanischem Gebiete befinde: so verschieden ist dieses industrielle Spanien von allem bisher in Spanien Gesehenen. Selbst Katalonien ist ja ganz anders, denn dort ist vorwiegend Textilindustrie, die sich nach außen hin nicht be- merkbar macht. In Bilbao dagegen ist man mitten unter Erzgruben und Schwerindustrie. Hochösen, Walzwerken. Eisenwerken. Schmalspurige Eisen- bahnen durchziehen das Gcbirgsmassiv. und Erze werden auf ihnen in die Wäscherei gebracht. Auch in der Hauptstadt dieses Bezirks, in Bilbao selbst, fühlt man sehr stark, daß man sich in einer Industriestadt befindet, die nicht mehr einen rein spanischen, sondern einen internatio- nalen Charakter trägt. In den großen und sehr eleganten Cafes hört man viel französisch, englisch und deutsch sprechen: die Gruben sind zu einem großen Teile i» Händen ausländischer Gesell- schasten. die hier große Büros unterholten. Groß und belebt ist das Arbeiterviertel von Bilbao, trotzdem ein bedeutender Teil der Ar- beiterschaft außerhalb der Stadt in vielen kleinen Bororten, die zugleich Fabrikorte sind, wohnt. Die Zahl der Arbeiter ist sehr beträchtlich: man sagte mir. daß allein die Grubenarbeiter und die Metallarbeiter mehr als 100 000 Mann ausmachen. Natürlich ist gegenwärtig die Lage der Arbeiter schlecht. Die Arbeitslosigkeit wächst durch die allgemeine Weltwirlschostskrise. die in Spanien noch durch eine gewisse Sabotage der Unternehmer gegen die Republik verschärft ist. dauernd an. Eine genaue Statistik existert hier iiatürlich eben- sowenig wie in den anderen spanischen Provinzen. Immerhin konnte man mir annähernd die Zahl nennen, nämlich 12 bis 15 Tausend Arbeitslose, was bedeutend mehr ist als der sonstige Durch- schnitt in diesem wenig industriellen Lande. Man könnte vielleicht vermuten, daß eine solche Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Not die Arbeiterschaft dieser Provinz radikal stimmen, und es ist eine um so erfreulichere Ueberraschung, daß diese Befürchtung durchaus nicht zutrifft. In der Tat, die UGT., die sozialistischen Gewerk- schasten, sind hier die stärkste Arbeitergruppierung. Sie zählen über 50 000 zahlende Mitglieder. Noch ihnen kommen die nationalen Gewerkschaften, eine Spezialität des Baskenlandes, die mehr den nationalen baskischen Bestrebungen als den Ar- beiterinteressen zugetan sind, dann erst die Anarchosyndikalisten und schließlich die Kommu- nisten, die wenig zahlreich sind. Diese Entwick- lung läßt sich gerode aus dem industriellen Charakter des Landes ziemlich leicht erklären. Im Boskenland entstanden die ersten s o z i a l i- jl ij ch e n Arbeiterorganisationen Spaniens, und der soziale Kamps nahm hier seinen Ausgong Do aber in jenen Zeiten für den Klassenkamps nur eine einzige Parole galt, so ist es klar, daß die Arbeiterschaft dieser Provinz sozialistisch war. Später habe» die vielen gc- wonnenen Arbeit-kämpsc und die immer straffer werdende Organisation die Arbeiter fester zu- sammengeschlossen Sie sind deshalb neuen Kampfrufen weniger zugänglich als etwa die völlig unorganisierten Volksmassen m Andalusien. Immerhin zeigen die letzten Ereignisse gerade im Grubenbezirk von Bilbao, wo im Zusammenhange mit der Begnadigung des ausständischen Generals S a n j u r j o Kundgebungen stattfanden, die einen blutigen Ausgang nahmen, daß die radikalen Ele- mente, wenn auch nicht zahlreich, so doch sehr aktiv sind. Die sozialistischen Gewerkschaften fiihren in dem industriellen Gebiet einen sehr bewußten und sehr harten Kamps, um die Lage der Arbeiterschaft zu bessern Gegenwärtig geht es ihnen darum, eine Arbeitslosenversicherung ins Leben zu rufen. Bis jetzt wird den Arbeitslosen und ihren Familien nur auf dem Wege der Wohltätigkeit geholfen: die Stodtgemcinden speisen sie unent- geltlich. Künstig soll aber zum Zwecke der Ar- beitslosenoersicherung 1 Proz. vom Lohne der Ar- bester abgezogen werden, und die gleiche Summe wie die Arbeitnehmer sollen auch die Arbeitgeber leisten. Die so erhaltenen Mittel werden freilich bei weitem nicht genügen, um halbwegs auskömm- liche Unterstützungsgelder zu zahlen. Immerhin Wespenurahnen gab es schon in jenen Erd.zeit- altern, da über Mitteldeutschland ein blaues, warmes Korallenmcer rauschte, dessen stehenge- blieben« Risse heute noch, gleichsam zur Erinne- rung an jene Periode, den Namen Kreide tragen. Auch das spätere urwKtliche Paradies der deutschen Palmen, Lotos- und Kampferbäume, das Tertiär, entbehrt ihrer nicht, denn zwischen Blät- lern und Farnabdrücken tragen die Braunkohlen zuweilen auch Spuren von Flügeln und Chitin- körpern, die beweisen, daß die uralten Wespen- großmütter ih'cn heute lebenden Enkeln sast aufs Haar ähnlich gesehen haben. Die früheste historische Wespe dagegen ist um sehr vieles jünger: sie zählt nur etwa dreitausend Jahre Und da sie unter nicht ganz alltäglichen Umständen gefunden wurde, lohnt es sich vielleicht, sich ihrer zu erinnern. Ihre Heimat ist das Land der Mumien, Aegypten, und die Ursache ihrer Entdeckung ist die berüchtigte, seit Jahrhunderten geübte Gewohnheit der Araber, die verschlostenen Gräber auszubrechen uird zu plündern. Dieser Gräberraub scheint in Aegypten allerdings, wie so vieles, bereits antike Mode gewesen zu sein denn um sie vor Leichcndieben zu retten, brachte man mährend der 20 Dynastie bereits— also etwa 1000 n. Chr— mehr als 100 königliche Mumien samt Schätzen und kostbar«» Särgen st» in der Lintgasse, Olga? Ich nehm' ein Taxi, Martin— in fünf Minuten bin ich da, in spätestens einer halben Stunde wieder zurück." Martin macht Einwände, Olga macht Einwände: jetzt— so plötzlich— doch lange genug ohne ihn gegangen'— Zeit bis morgen— warum denn nur— warum... „Herrgott im Himmel, macht mich doch nicht oerrückt. Muß denn auch im- mer alles erklärt wer- den!!! Ich will jetzt gehn — jetzt will ich— ver- steht mich doch— nein, allein will ich.." Schon sitzt sie draußen im Auto. Märchen von Tahitiii. „Tag, mein Junge", sagt Gilgi und tippt Pit auf die Schulter— genau wie damals... Pit sieht auf. Sein Gesicht ist noch schmaler, noch blutloser geworden, die Augen noch mehr ein- gesunken— anders— nicht weicher— nein weiter im Blick. „Setz dich nur, Gilgi, ich komme gleich zu dir." Nach kurzem, harten Druck läßt er ihre Hand fahren.. Märchen von Tahiti... Gilgi läßt den Pelz halb über die Schulter gleiten. Sehr fein sieht sie aus, sehr schön und elegant.(Fortsetzung folgt.> wäre damit der erste Ansang einer Arbeitslosen- Versicherung gemacht. Es ist kaum zu giauben, daß im gleichen Baskenland, in dem ein so sachlicher und zielbc- wußter Kampf geführt wird, auch für einen provinziellen und kleinbürgerlichen Patriotismus Platz ist Und doch ist das Baskenland sehr national und eine Hochburgdcsspanischen Katholizismus. Die Basken, die außer- ordentlich stolz darauf sind,„reines" arisches Blut in den Adern zu haben, und die sich als die älteste Notion Europas betrachten, wollen unbe- dingt ihre alten politischen Freiheiten zurückge- Winnen und erstreben eine Art Selbstverwaltung, wie sie kürzlich den Kataloniern zuteil geworden ist. Jedoch, wenn es in Katalonien eine irsäcrda, d. h. eine Linkspartei, gibt, die die autonomistischcn Bestrebungen mit gewissen sozialen Idealen zu ver- binden sucht, so sind es im Baskenlande hauptsäch- lich die Rcchtsleute, die sich von Spanien in ihrer inneren Verwaltung isolieren wollen. Zunächst existierte ein Projekt, wonach die drei baskischen Provinzen mit der Provinz Navorra ein gemein- sames Statut bekommen sollten. Doch bei der Zu- sammenkunft der Bürgermeister aus diesen Gc- bieten erwies es sich, daß die Navarrcn gar nicht willens sind, zusammen mit den Basken vorzu- gehen, vielleicht, weil sie befürchten, daß die viel mächtigeren und reicheren Basken sie leicht unter- drücken könnten, vielleicht aber auch, weil die Navarren nochrück st ändiger und katholischer sind als die Basken. einen völlig verborgenen Schacht bei Theben, so gut hinler Steinen vergraben, daß seine Kenntnis mit den Menschen jener Zeit ausstarb und im Sande der Wüste oersank. Erst die Araber spür- ten die verborgenen Felsengänge, 12 Meter unter der Erde, wieder aus, und da sie töricht genug waren, dort gestohlene kostbare Papyri zum Kauf anzubieten, so wurden sie durch Strafen und Drohungen endlich dahin gebracht, die Lage des Schachtes zu verraten. Unerhörte Kulturschätze an Schmuck, edlen Me- tolle», Massen und Dokumenten lohnten die zu- greisendc Gerechtigkeit Eine der verschollenen Königsmumien, die einstmals als Amenophis I. um 1557 v. Chr. ein Herrscher von unumschränkter Gewalt und göttlichen Ehren gewesen war, trug noch so reichen Blumenschmuck, daß man die Blüten erkennen und bestimmen konnte. lind mitten in ihnen saß, den Rüssel noch saugend vor- gestreckt, eine Wespe, die wohl einst, ganz in Duft und Farvenglut versunken, das Schließen des schweren Holzdeckels versäumt hatte und mit eingesargt worden war. um erst 3000 Jahr« später das Liebt der Sonne wieder zu erblicken. Das trockene, oft mehr als hundert Jahre völlig regen- loie Klima hatte ihren zarten Leib ebenso gut be- wahrt wie den ihres einstigen Herrschers. k. k&MCf- ffliftoriSche Wejpe Theodor manch: „Verzeihung, is hier noch ein Platz frei?" fragte der Fremde höflich. „De- fehns doch selber, is ja fa Mensch weiter da", lautete die nicht gerade freundliche Antwort. chalt a Preiß, dachte chuber und rümpfte die Nase. Der andere fetzte sich. „Komisch", meinte er,„ihr Bayern nennt das Keller. Bei uns in Berlin sagt man zu so was einfach Bierjarten. Is doch jar keen Keller." „Freilt, aber is des vielleicht o Garten?" brummte chuber.„Zwegn die paar Bäum?" „Allerdings— immerhin, gewiß...", es trat eine Pause ein. Kein Mensch ließ sich blicken, kein dienstbarer Geist. „Nette Wirtschaft", nörgelte der Berliner, „keene Bedienung", er klopfte mit seinem Spazier- stock auf den Tisch. „Frollein", rief er laut, chuber gab es einen Stich. Der Fremde wagte es... Pikiert kam die Kellnerin.„Könnas Sies net derwarten?" fragte sie spitz.„Was wollen; denn? A Maß? chell oder Dunkel?" „Ach so, na, sagen wir mal: en Helles." chuber oerzog verächtlich sein breites Gesicht. Halt a Preiß... „Donnerwetter, Donnerwetter", sagte der Berliner, nachdem er den ersten Schluck getan hatte. „Gel, da schauns, so was gibts net bei eahna da oben in Berlin." „Na, das will ich ja nu nich jerade behaupten. Wir haben ooch sehr gutes Bier. Aber immer- hin..." Er tat wieder einen tiefen Zug. Dann leckte er sich den Schaum von seinen Lippen und rief:„Frollein, bringen Sie mir noch so'n Topp— und die Speisekarte." Hubers finstere Zuge ver- klärten sich. Herrschaft noch amal, hatte der Preiß an Zug! A sympathischer Bursch, a sympathischer! Respekt! Jetzt studierte der Berliner die Speisekarte: Gratbraten, Schloßbraten, Brustbraten? Er schüttelte den Kops. Und was war nur das: Gselchtes mit Kraut? „Ach, Verzeihung, Herr Nachbar, könnten Sie mir nicht sagen,— Gselchtes mit Kraut?" „Ja freili", entrüstete sich Huber.„Jetzt kennt der a Gselcht- net! A Gselchts is halt a Gselchts und a Kraut is halt a Kraut." Er sah die ver- ständnislose Miene des anderen.„Holt a Grächerts mit Sauerkraut." Dem Fremden ging eine Laterne auf. „Ach so", lachte er.„Schweinernes mit Sauer- kohl! Ja, Mensch, warum sagen Se denn das nicht gleich?" Er bestellte sich eine Portion. „Und mir bringas a Gseltchs", schrie Huber der Kellnerin nach. Leider aber gab es nur noch eine Portion. Huber war enttäuscht. Der Berliner bemerkte es. Höflich stellte er Huber seine Portion zur Verfügung. Huber wehrte ab. „Aber machen S« doch keene Sachen, Herr Nachbar, Sie waren so liebenswürdig— Sie jestatten doch— na also! Und mir bringen Se en Beefsteak, Frollein, ober durch und durch, ver- standezvous? Mit viel Zwiebeln! Und dann noch so'n Topp. Aber nu mal dunkle- zur Abwechslung. was?" er sah Huber fragend an. „So is recht", meinte dieser.„Wissens, dös Helle is halt nur o gschlamperts Zeug, a Gschlamperts. Früher hats des überHaupts net gebn. Is halt a so a neumodische Sach. Und Wissens, des taugt alle- nix!— Ja mein, die alten Zeiten!" Er seufzte auf. „Kommen nich wieder, werter Herr. Uad darum muß man sich eben mit den gegebenen Verhält- nisien abfinden.— Na. das alle? soll uns aber nicht abholten, vertrauensvoll in die Zukunft und so weiter— nich wahr— prost." Tatsächlich. das Dunkle war nicht übel. Zwar etwas süßer. aber da lag Kraft und Saft drin. Und darum trank er noch so en Topp. Schmunzelnd sah ihm der andere zu. „So, dat wäre nu jeschasst", meinte er dann, „und nu heeßt es berappen."„Wie moanos?" „Berappen— Zaftoer rausholen—." „Zasta?" „Na ja, Meyschenskind, verstehen Se denn kein Deutsch— pinke-pinke!" „Wie hooßt des?" „Na. zum Donnerwetter nochmal— pinke- pinke, zahlen, zahlen, zahlen!" „Ja, Herrschast!" Hub.er schlug mit der Faust auf den Tisch, daß es krachte.„Sagt der„pinke- pinke" und moant an Diridari! Daß is net lach!" Und Hubsr lachte und lachte und konnte sich gar nicht beruhigen. „Ruhee— Ruhee—" tönte es jetzt von den Nebentischen. „Ausgerechnet der Herr Huber muoß an solchon Spektakel machen!" „Dös muaß i a", gab Huber zurück,„sagt der Preiß da: pinke-pinke—* „Halts Maul, damischer Kerl, damischer—" „Und moant an sDira) Diridari!" „Wie", fragte der Berliner verwundert. „Diri—" „Dan", ergänzte Huber. „So, so, Dari", meint« der andere. Dann zahlte er.„Sie jesjatten doch, Herr Nachbar, die Kleinig- keit", und er zahlte Hubers Zeche mit. A sympathi- scher Bursch. a sympathischer, dachte Huber auf dem Nachhauseweg.„Aber— pinke-pinke— saudumm", flüsterte er immer wieder vor sich hin. „Een Spießer, aber«en janz annehmbarer Kerl", meinte der andere für sich:„Wenn diese Leute nur nich son« Ausdrücke hätten. Diridari— einfach köstlich— direkt zum Piepen." Pros. S. Freundlich- Potsdam sprach auf dem Naturforschertage über die neuesten Ansichten über den Weltbau. Als zu Anfang dieses Jahr- Hunderts die Feststellung gelang, daß wir nicht in einem unbegrenzten, strukturlosen Meere von Sternen eingebettet sind, sondern einem an- scheinend klar zu begrenzenden Stcrnsystem von ausgesprochener Struktur angehören, regte sich sofort der Wunsch, wenigstens diesen Teil der Welt zu einem einheitlichen in seinem Zustand beharrenden Gebäude auszubauen. Diese Erkenntnisse lassen das Problem, den Auf- bau unserer- Welt zu verstehen, nicht nur sehr viel komplizierter erscheinen, sondern sie haben uns insbesondere auch überzeugt, daß wir kein einheitliches, einfaches Bild unserer Welt werden gestalten können. Auch der Kosmos ist ein lebendes, d. h. in irgendeiner. Entwicklung?- phase begriffenes Wesen, das wir in einer Entwicklungsphase erleben. Wir müsien uns endgültig mit dem Gedanken vertraut machen, daß die Welt, in der wir leben, kein einheitlicher, in einem Gleichgewichtszustand beharrender Kos- mos ist.„Die locker geordnete Struktur eines den Milchstraßen übergeordneten Systems läßt kein so einfaches Bild zu. Und dieser Eindruck des Zeitbedingten in der Struktur der Welt findet noch eine weitere Vertiefung, wenn wir die Be- wegungsvorgänge in dem gesamten der Forschung zugänglichen Teil des Weltraumes, einer Kugel von fast 100 Millionen Lichtjahren Durchmesser, ins Auge fassen. Die diesen Raum bevölkernden Spiralnebel offenbaren in einem so ausgesprochenen Maße eine Tendenz des Ent- weichen? aus diesem Raumteil, daß man vielfach geglaubt hat. die Vorstellung einer Expansion des ganzen Weltraumes entwickeln zu müssen. Alle die sich hier offenbarenden Probleme harren noch der Lösung. kiaseudungen für diese Rubrik find verlin ZW 68, Lindenstraße 3, parteinachnchien��MürGroß-Berlin stets an da» Bezirkssekretaria. 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten Beginn allev Veranstaltungen Uhr. sofern keine besondere Zeitangabel 128./129, 9. Abt. Unseren Genossen Alfred und Ida Hornig zur Silberhochzeit die herz- lichsten Glückwünsche. Mittwoch, 5. Oktober. 25. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Jugendheim Echönlankcr Str. 11. Baracke 6. Thema:„Was nun?" 3t. Abt. 20 Uhr bei Weiß, Bornholmer Str. l. Zusammenkunft jüngerer Partei. Mitglieder.„Sazialisierunasiragen". Referent Karl Döbler. 32. Abt. Funktionärsibung be, Wilkow. Rrautstr. 54». 33. Abt. jionsummitglrederversammlung bei Wertalla. Hohenlohestr. 3. 52. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Wolter, Kaiserin. Augusta-Allec 32. Fortführung des Kursus„Umbau der Wirtschaft". 55. Abt. 10. Gruppe: Zahlabend bei Rohrich. Schloßftr. 43. Diskussionsabend. 57. Abt. 20 Uhr bei Arndt, Kantftr. 31, wichtige Sißuira des Vorstandes, der Gruppenleiter, der Gruppenkassierer und sämtlicher Bezirkskassiere� 83. Abt. Funktionärsißung bei Quandt, Moltkestr. 31. S9a. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder fällt am Mittwoch aus 115. Abt. Die zum Mittwoch angesetzte Funktionärschung findet erf~ tag bei Stöber statt. Abtetlungsvorstand ebenda um 19 Uhr. ßung findet erst am Donners- Donnerstag, 6. Oktober. 3. Zkrei«. 16 Uhr an bekannter Stelle Zusammenkunft erwerbsloser Partei. glieder.„Innenpolitische Information. Referent Hans Marc. 5.»reis. Sitzung der Delegierten zum Bezirksparteitag und des Vorstandes bei Reifch, Cadiner Str. 10. 6.«reis. 19 Uhr engerer Kreisoorstand mit den Abteilungsleitern und Be. zirkstagsdclegierien bei Krepp, Planufer 73— 76. 18.»reis. 13 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder auf dem Rennbahngelände, Rennbahnstraße, neues Epartheim. Referent Dr. Dziobeck. 1. Abt. Funktionärfitzung bei Klement, Sophienstr. 6, um 21 Uhr. Borher streisvorstandssitzung. 12. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Partejmitglieter fällt aus. Wir be. teiligen uns dafür an dem Vortragsabend des Genossen Stern-Wien im Lehrervereinshaus am Alsxandcrplatz(20 Uhr).„Das Antlitz der Welt» Wirtschaft." Vortrag über„Afrikanische Nouwclt" und„Hammer und Sichel in Rußland". Karten zu 23 Pf. sind bei der Genossin Ientsch, Wald. straße 13, bei Ebner, zu haben. 33. Abt. Die Funktionärversammlung findet erst am 10. Oktober statt. 38. Abt. FunÜionärsitzung an bekannter Stelle. 99». Abt. Funktionärversammlung im Buschkrug. 114. Abt. 20 Uhr Vorstands- und Funktionärfitzung an bekannter Stelle. 117. Abt. 20 Uhr Funktionärfitzung bei Klose. Freitag, 7. Oktober.. 5. Abt. Funktionärkonserenz bei Lukaschewski, Eeorgenkirchstr. 38. 38. Abt. 20 Uhr Funktionärfitzung bei Bartusch. Frauenveranstaltungen: 1. Kreis. Mittwoch, 3. Oktober, ISz� Uhr, bei Klcmcnt, Sophienstr. 6, Dis- kussionsabend für Funktionärinnen und Helferinnen.„Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?" Referent Hans H. Marx. Interessierte Genossinnen sind eingeladen. 74z. und 74k. Abt. Donnerstag, 6. Oktober, 20 Uhr, bei Schnorre. Winfried» Ecke Berliner Straße, Arbeitsgemeinschaft über„Das Kommunistische Manifest". Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groß-Berlin. [ Kreuzberg: Mittwoch, 5. Oktober, beginnt der Bastelkrcis um ; 17 Uhr im Heim Wassertorstr. 4. f Tempelhas: Wir tagen jetzt im Heim Götzstraße. Rote Falken Mitt- z woch von 17— 19 Uhr, Nestsallen von 16—17 Uhr. Treptow, Laura de Basis: Wir tagen während des Winters wie folgt: Dienstags von 17—19 Uhr Jugendheim Elscnftr. 3, Rotfalken wmOSSWM fallen Zimmer 2, Jung» und Restfalken Zimmer 1. Donnerstags 17—19 Uhr Schule Bildenbruchstraßc. Reukölln, Abt. Aufbau: Die Roten Falken treffen sich heute um 19 Uhr vor der Rütli-Schule.— Abt. Lichtkämpfer: Iungfalken heute, Dienstag, IIZH Uhr, Heim Bergstraße.— Gruppe Quelle: Wir sind während der Ferien im Heim Steinmetzrstr. 114(an der Bergstraße). Alle Jung» und Rotfalken sind da. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 4. Abt. Unser Genosse Ernst Schneider, Urbanstr. 174, ist am 27. Ecp. tembcr verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits statt- gefunden. 24. Abt. Unser Genosse S a 1 1 i Wisch, Winsftr. 5, ist verstorben. Ehre seinem Andenkenl Beerdigung Mittwoch, 3. vitober, 14 Uhr, auf dem jüdischen Friedhof Weißensee, neu« Halle. Rege Beteiligung wird erwartet. 4«. Ab». Unser lieber treuer Genosse Franz Schümm», Mitglied seit 1903, ist verstorben. Ehre feinem Andenken! Die Beisetzung hat bereits statt» gefunden. 91. Abt. Unser lieber Genosse Gustav Neumann, der langjährige Wsiscstr. 62,� ist verstorben.� Ehre seinem Andenken! Die Ein- Bezirksvorsteher, ,.erung erfolgt am Mittwoch, 3. Oktober, 13 Uhr. Reg, Beteiligung erwünscht. 114. Abt. Die Genossin Alma Schacher, Simon. Doch. str. 40, ist ver» starben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Mittwoch, 3. Oktober, 12>4 Uhr, in Baumschulemveg. Um rege Beteiligung wird gebeten. A SozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin ] Einsendungen für diese Rubrik nur an da» Iugendsskretarial ! Berlin SB 68. Lindenstraß» 2. vorn I Treppe rechts. Sozialistischer Weitbewerb. Alles für die Arbeiterklasse! Alles für den Sozialiswus! Stand der Abteilungen: Rosenthaler Vorstadt 12 420 Punkte, Steglitz II 11 130, Köpenick II 101780. öchillsrpark 9660. Gewcrkschaftshavs 7080, Reutollu in 6562, Steglitz l 6300, Hohenschönhausen 5360, Arnimplatz 5072, Arkonaplatz 3000, Gesundbrunnen I 3000. Karten zum 9. Oktober, 13 Uhr, für das Lustspiel„Der Revisor" zu 80 Pf. sind im Iugendsekretariat erhältlich. Abieilungsmitgliederversammlungen heule, Dienstag. 20 Uhr. Arkonaplatz: Elisabethkirch str. 19.— Scwerkschastshaus: Köpenicker Str. 92. — Roscnthaler Vorstadt: Tieckstr. 18.— Gesundbrunnen I: Gotenburger Str. 8. — Gesundbrunnen II: Koloniestr. 22 sneuez Leim!)— Humboldthaiu: Lortzing- Ecke Graunstraße.— Rarden: Putbusser Str. 23.— Schillcrpark: Schule Schöningstr. 17.— Wcdding: Willdenowstr. 5.— Bedding-Rard: Turiner Ecke Scestraßc.— Weddina RF.: Turiner Ecke Seestraße, 19>S Uhr.— Araswalder Platz I: Schönlanker Str. II, B. 6.— Helmholtzplatz: Kaftanienallsc 81.— Hohen- Öffenbacher Str. 5a.'— Etzarlottenburg: Rosinenstr. 4.— Eharlottenbnrg Nord: Kaiserin. Augusta-Allee 97b.— Treptow: Elsenstr. 3.— Köpenick U: Dahlwitzer Straße 13.— Lichtcnberg-Rordweft: Dossestr. 22.— Sermsdors: Roonstraße.— Reinickendorf-Ost: Lindauer Straße, Baracke.— Wittenau: Hauptstr. 13.— Pankow II: Gürschstr. 14.— Arnimplatz: Sonnenburger Str. 20:„Nie wieder Krieg!"— Köpenicker Viertel: Manteuffelstr. 7:„Freiwilliger Arbeitsdienst".— Steglitz I: Albrschtftr. 47:„Sexuelle Fragen".— Zehlcadorf-Dahlem: 191� Uhr Zinnowwaldfchule: Lolkstanzabend.— Lichtenrade: Doriftr. 36: Schallplätten. abend.— Rcn-Lichtenberg: Heimabend fällt aus.— Britz: Idealhalke. Hanne. mannstraße:„Das Märchen vom freien Arbeiter".— Renkölln IN: Steinmetz. straße 94: Heimabend.— Reulölln VII: KMS.:„Kameradschaft— Freund- fchast".— Renkölln vill: Rütlischule: Abend mit den Roten Falken.— Reulölln IT: Kanner Ecke Böhmische Straße:„Entwicklung de» Sozialismus", l.— Reukölln X: Ganghoferftraße(Baracke): Kä— Ri— tra.— Bahnsdorf: Bachtel- straße 1: Funktionärnerfammlung.— Falkenberg: Gemsinschaftöhaus: Funk- tionärfltzung.— Köpenick I: Grünauer Str. 3: Bunter Abend.— Rieberfchön- Haufen: Lindenstr. 47: Werbeabend. Berbebezirk Prenzlauer Berg, Pisniergrnppe: 10 Uhr Schönlanker Str. 11, Baracke 6. Cuvrnstr. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". GefchSIts stelle: Berlin s.>4 Sebastianltr 37—38 Hot 2 Tr Kreuzberg: Dienstag, 4. Oktober. 20 Uhr. Mitgliederversammlungen: Zug I bei Seehak. Willibald. Alexis-Str. 3: Zug IX bei Eichholz. :. 23. Mittwoch, 3. Oktober, 20 Uhr. Mitgliederversammlung: Zug III: Zelt ll, Kreuzbergstr. 1.— Pankaw(Ortsverein): Mittwoch, 3. Oktober, Bollver. sammluna im Restaurant Schloß Schönhausen, Niederschönhaufen, Lindenstr. 11, Ecke Aaiserin»Augufto.Straße. Erscheinen sämtlicher Kameraben Pflicht. Uni. form. Buchkontrolle.— Mitte: 20 Uhr Kameradschaftsversammlungen. Dienstag. 4. Oktober. 1. Kameradschaft bei Elemens, Sophienstr. 6: 3. Kameradschaft bei Micheek. Köpenicker Str. 33»! 6. Kameradschaft bei Feldmann. Ehausseestraße.— Mittwoch. 3. Oktober, 4. Kameradschaft Stralauer Str. 10.— Prenzlauer Berg, Kameradschaft Königstor: Unser Kamerad Wisch ist verstorben. Beerdigung Mittwoch, 3, Oktober, 14 Uhr, Jüdischer Friedhof, Weißensee, neue Kalle. Be- teiligung Pflicht. blicbcnen, Hohenlohestr, Verband Eherechtsrcform E. S' itz Berlin. Oeffentliche Versammlung am den Einsiedler-Bierhallen. Reue Prome. Dannerstag, 6. Oktober, 20 Uhr. in nade 9—10, am Stadtbahnhof Börse. Vortrog des Rechtsanwalts und Rotor« Dr. Conrad Mendelfohn:„Reue Fälle aus der Praxis des Eheschsidungs. anwalts".— Der Vorstand: Paul Jung. Sprachilub„The Englifh Speakers. Heute. 21 Uhr, im Rordweft.Kasino, RW. 87, Alt-Moabit 55(nahe Kotzkowfknbrllcke), englische Vorträge und Dis- knssion. Gäste willkommen. Sozialistifcher Efperanto-Bund. Die„C«ntro".Gruppe kommt jetzt Dienstags zusammen.— Gruppe„Eentra": Dienstag, 4. Oktober, 19u Uhr, im Mctalst arbeitervcrbandshous, Linienstr, 83—83 sEingang Elfässer Straße). Tema: „Legado".— Gruppe Reinickendorf: Donnerstag, 6. Oktober, 20 Uhr im Jugendheim Lindauer Straße.— Kindergrnppc„Libercro": Gruppenabend fällt aus. Wir gehen Baden in der Schwimmhall» Oderberger Straße. Treffen 4 Uhr vor dem Eingang. Longiellow English Debaling Club. Bßlowstr. 104. Heule abend PA Uhr: General discussion;„Questions of the dey". Gäste willkommen. Dienstag, den 4. Okiober staatsoper unter den Linden 20 Uhr Wiener Blut staatliches Schauspielhaus 20 Uhr minnavonBarnhsim Ri*®"'-■ksamsmddl» Dcsunucr» Kleinen Anzeigei in der Gesaait» Auflage|*|||jn.| des Vorwärts und trotzdem•■'»»»»Ji" Stadl. Oper CharlonenburE Fraunhofer 0231 Dienstag, 4. Oktober 16 Uhr geschlossene Nach- mittags-Vorstellg. fürwohlfahrts- erwerbslose Die Boheme Abends 20 Uhr Turnus III: Die Boheme Lemnitz a. G, Pa- taky, Frind. Heyer, Husch, ßaumänru Dirigent: BreisacH Tftgl. 3 u.»Vt Uhr 3ANDREU. RIVELS BARNABAS VON 6ECZY (OTTO WALLBUR6 PLAZA «ah, Sdil«. Bbf. ie. 3'°. 51,!. tt.»« ll. E 7 Wrktisel»11 Oer BettBlslndeirt THEATER des WESTENS Kantstraße 9 am Bhf. Zoo. Stainpl. 0831, 5121 Morgen, Mittwoch, 8V< Wiedereröffnung ab Donnerstag täglich 41/> und B1/« (Sonntags 3 Vorstellungen 21/4, 5 u. 8I/4) AM WM. ÄMS WMill In der P AG ANINI mit Genia Nikolajewa, Grete Sedlitz, Franz Heigl und der übrigen gesamten(hramicranbesetzung I. Vorstellung 30 Wp.— 1.50 Mark II. a. III. Vorstellung 50 Mg.— 2.50 w Vorverkauf ununterbrochen »rT i um is. fiora 3434 Händig» hl Vier Bronnetts, George Dormonde, Lord Ain. Mary Erik& Co., 7 Alfredos I. abends schon von 7() Pf. 1. nachm. von 5U Pf. an VOLKSBÜHNE Theater am BDIewpiata 9 I. Norden 2944. Allibegdllch SVi M" Letzte 4 Auffllhniiiffen Der Revisor 0:°«°. Regio: Heinz Hilpert lessing-Tiiealer ragi pi, Uhr GreteMosheira Oskar Homolka in Pygmalion p— Theater am— i SchiHbauerdamm D 2 Weidend. 9953 Täglich 8Va Uhr „Kolonne ImmergrSn" B«ri. Ro». v. Hins Bftiintrt mit Harald Paulses WWW ResfaMt Berlind »V.Uhr CIISIIIO- THEATER"'.Uh' Lothringer Strafe 37. iiiiiiiHiiiiMiiiiiiiiiiMMiiiiMiiiiiiiiNmtfMimmnitfmfii Audt Sonntag- nadbm. 4 Uhr: Hnmorl Stimmung! Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg als Tante Julchen. Gutschein für die Leser 1— t Personen FauL 0.75 M., Sessel 1.23 M., Park. 0.50 M. Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) ' Dir. Meysel. Dir. Meriet. Tägl 8.13 Uhr, Sonntags 3.30 Uhr(ermäBigte Pr.) 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Wndisel E 1 3422 8.13 Uhr Der Hauptmann von Köpenick f BERLINER THEaA k 7 Oonii. 625 Letzte Woche| 8Vs Uhr MOISSI I Der lebende 1 I Leichnam| l so M 1 TheateriWestens C I Steinpl. 0931 I Morgen Kittwoth. S. OH..»>- I Niederer ötloosg I 1 Onntt, rm Imär 1 Vita Sihwatz 1 1 Ed. Liditenstein M. I I preise 0,50—2,30 I Bafonitrk. umirtertirJ meines TU. 8<. I Merkur 1624| Ilster den Ucdeb 44 I letteez; Etzn fetter. I Heute Premiere| General Percn LS rindet ein Rhlimdi 1 KenEilii«H Sitibid 1 Regie; Eajra Mb«. 1 i Rniar. I.-S. n. mi Schiller ürolmanstr. 70171 äteinpL(0 1) 8715 Hur nsd: 9.VintellungiD Täglich 8Vi Uhr Oer IS. Oktober leeetz.. l.ftUIVsBbr Eienulig« teMnni Die venimkeiii Eiodu Thea t b r