Abend-Ausgabe Nr. 468 B226 49. Jahrg. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher:«7 Ami Dönhoff 292 bis 297 Telegrammabresse: Sozialbemokrat Berlin BERLINER VOLKS BLATT DIENSTAG 4. Oktober 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß öeS redaktionellen Teils Aentvaiovgan de« Soziaidemotvatische« Partei Deutschlands Angriff auf die Gewerkschaften Ein Einschüchterungsversuch des Kabinetts der Barone Im heutigen„ilieichsanzeiger" wird eine weitere Äusführungsvcrordnung des Reichsarbeitsministers veröffentlicht, in der die von der Neichsregierung schon bis- her standig vertretene Auffassung Hinsicht- lich der Friedenspslicht der b;e- werkschaften nochmals ausdrücklich klargestellt wird. Nach der Verordnung gilt die Erfüllung des Arbeitsvertrages trotz der von dein Arbritgeber wegen Velegschaftsvermeh- rung vorgenommene» Lohnermätzi- gung als dem Tarifvertrag entsprechend. so das« a m p f m a s; n a h m c n einer Tarifpartei gegen die Turchführung der Verordnung als Verletzung des Tarifvertrages gelten. Ter Rcichsarbeitsminifter hat diese Klarstellung als angezeigt gehalten, um in den beteiligten ltreisen jeden'Iweiscl über die Rechtslage auszuschließen und un- nötige Streitigkeiten und Prozesse zu ver- meiden. * Di« neue Ausführungsverordnung des Reichs- arbeitsministers zur Lohnkürzungsverordnung des Kabinetts der Barone stellt einen Angriff der Reaktion im Staate auf die gewerk- schaftlichen Organisationen der Ar- beiterschaft dar. Im Interesse des Unlernhmertums, das mit der sogenannten Papen-Ankurbelung Extraprofite auf Kosten der Arbeiter zu machen gedenkt, sollen den Arbeiterorganisationen die Hände gefesselt werden, so dag sie sich nicht zur Wehr setzen können. Die Regierung der Barone droht den Gewerk- schasten mit der z i v i l r e ch t l i ch e n S ch a- den sersatzpflicht, falls sie einen der Ab- wehrstreiks unterstützen, ja, falls einer ihrer Mit- glieder sich daran beteiligt. Ruht schon diese Aus- führungsoerordnung aus einer absolut schwanken- den Rechtsgrundlage, so ist diese Ausdehnung auf ein einzelnes Mitglied rechtlich völlig unbegründet Das Kabinett der Barone möchte aus den Ge- werkschaften ein Stillhaltekonsortium für aus- beutende Unternehmer und lohnabbauende Barone machen. Es wird sich darin täuschen! An die Stelle der bisherigen Erklärungen des Reichsarbeitsministers gegen die Zuläsfigkeit der Abwehrstreiks tritt nunmehr eine neue Lerord- nung. Die Rechtmäßigkeit dieser Ver- Ordnung unterliegt ebenso wie die Richtigkeit der bisherigen Erklärungen der gerichtlichen Nachprüfung. Die Arbeiterschaft hat sich gegen den neuen Lohnabbau zur Wehr gesetzt. Die Reaktion in der Regierung und im Unternehmerlager hat er- kennen müssen, daß ihr Uebcrmut gegen die Ar- beiterschaft eine Grenze hat. Die Arbeiter sind nicht gesonnen, sich unter die Elendsgrenze tief hinunterdrücken zu lassen. Die Cinslüsterer des Kabinetts der Barone reden viel vom staatlichen Notstand, uni damit verfassungswidrige Pläne zu begründen. Der Not st and der Arbeiter- schaft ist längst unerträglich geworden. Dieser Notstand wird der Arbeiterschaft die Wege und die Kampsmittel zu ihrer Verteidigung gegen eine übermütig gewordene Reaktion lehren. In allen Betrieben herrscht tief st e Unruhe, und der neueste Gewaltstreich des Kabinetts der Barone, das angeblich die Produktion ankurbeln wollte, wird nur dazu führen, daß die Produktion durch die Unruhe in den Betrieben gestört wird. Denn die Arbeiter sind keine Maschinen, sondern denkende, fühlende und kämpfende Menschen! Wo bleibt das Vvlksbegchren? Rapens Mühlen mahlen langsam Das Volksbegehren gegen den Sozialabbau, das von unserer Partei am 12. September noch vor der Auflösung des Reichetags beim Reichs- innemninisterium eingereicht worden ist, wird von diesem immer noch„g e p r ü f t". Der P a r t e i v o r st a n d hat am Dienstag, dem 4. Oktober, den Reichsinnenmimster, Frei- Herrn v. Gayl, persönlich ersucht, die Prüfung zu beschleunigen. Freiherr v. Gayl erklärte, daß die finanzielle Auswirkung des An- träges geprüft werde, worauf ihm erwidert wurde, daß nach der Reichsversassung finanzielle Bedenken nicht in Frage kommen können. Es dürfe nicht das Gesllhl hervorgerufen wer- den, daß dein Volk sein plebiszitäres Recht ge- nominell werden solle. Der Minister sagte zu, die Prüfung zu be s ch l e u n i g e n. Die Regierung dars sich nicht wundern, wenn die Mutmaßung Platz greift, daß man nach Bor- wänden sucht, das Volksbegehren gegen den So- zialabbau verschleppen und sabotieren und schließ- lich ablehnen zu können. Trotz Reaktion! In dem Kreis Eckartsberga(Bez. Jjalle a. d.£.) ist es gelungen, innerhalb 8 Tagen 3 neue Ortsvereine mit 40 Mitgliedern neu zu gründen. Es ist erfreulich, daß sich unter den neugewonnenen Mitgliedern auch einige Klein- dauern besinden. Norü-Wecierschlesien greift an! Machtvolle Kundgebungen für den Sozialismus gegen Reaktion und Faschismus fanden in den letzten Tagen in Sagau, chalbau, Grünberg, Neu- salz, Glogau, Sprottau und Primkenau statt. Die größten am Orte befindlichen Säle waren durch- weg überfüllt und mußten polizeilich geschlossen werden. Rykow wieder in Gnade M)er Massenverhaftung von Trotzkisten Die politische Linie Stalins verändert sich so oft wie seine politischen Parolen. Noch vor einem halben Jahr tobte in Moskau ein heißer Kamps gegen die R e ch t s o p p o s i t i o n, so daß man fast die Verfolgung der T r o tz k i st e n zu ver- gessen schien. Heute hört man weder in der Sowjetpresse noch im Sowjetrundsunk auch nur ein einziges Wort gegen die Rechtsopposttion, während von allen Seiten schars gefordert wird, die letzten Ueberreste des Trotzkismus„zu ver- Nichten". Wie man jetzt aus einer sehr zuverlässigen Quelle hört, kann man zum 15. Jahrestag der russischen Revolution eine Begnadigungs- aktion der Sowjets gegenüber den r e ch t s oppositionellen verurteilten Gefangenen erwarten. Es ist sehr bezeichnend, daß in letzter Zeit der frühere Führer der Rechtsopposition, Rykow, jetzt wieder in Kremls Gnade steht. Rykow ward als Postminister kaltgestellt worden. Heute aber darf sich Rykow selbst wieder mit Parteipolitik befassen und hält sehr oft im Mos- kauer Rundfunk Ansprachen im Austrage der Parteihäuptlinge. Auch im Rundfunk sind schon verschiedentlich klein« Andeutungen über die kommende„Gnadenaktion" gegenüber politische» Gefangenen gefallen. Um so schärfer aber tobt wieder der Kampf gegen Trotz kis An- Hänger. Während einer kurzen Zeitspanne sollen allein Moskau 340 Leute unter dem Ver- dacht des Trotzkismus verhaftet worden sein, unter ihnen Angehörige der Roten Armee. Viele von diesen wurden nach Solowkij verbannt. In einer Moskauer Rundfunksendung wurde gesagt, daß der Kamps gegen die Trotzkisten u n b a r m- herzig geführt werden müsse, um zum Erfolg zu führen. HamburgsVerkehrsstreik SchieJsspruch verbindlich erklärt Aach dem ergebnislosen Ausgang der Nach- Verhandlungen hat der Reichsarbeilsminisler am Dienslagvormiltag den Schiedsspruch, der für das personal der Hamburger verkehrsgesellschaslen ge- sällt worden war, für verbindlich erklärt. Der Hamburger Verkehrsstreik dürste aus Grund dieser Entscheidung nunmehr sein Ende finden. Innere diplomatische Niederlage der Barone Der Freiherr von Lersner, der in Sachen Reichs- reform, Modell Ostelbien, die Länder im Auftrag der Reichsregierung bereist, wird heute in Sachsen vorsprechen. Bayern und Baden hat er hinter sich, aber seine Auftraggeber werden enttäuscht sein. Am Sonntag hat der b a d i s ch c Staats- Präsident eine unzweideutige Kampfansage g«gen das Kabinett der Barone geredet, und am Montag hat der bayrische Staatsrat S ch ä f f e r in einer Sitzung des Landesausschusses der Bayerischen Volkspartei erklärt: „Die Notverordnungspolitik des Reiches, die auf einem unerträglich gewordenen Miß- brauch des Art. 48 der Reichsverfassung beruht, birgt die Gefahr einer Erschütterung des Rechtslebens in sich. Die Partei begrüßt eine deutsche Außenpolitik, die mit wirklicher äußerer und innerer Stärke, aber auch niit Klugheit um die deutsche Freiheit und Gleichberechtigung ringt. Eine Außenpolitik, die Lautstürke mit inne- rer Stärke oerwechselt und die allzu sehr militärisch betont ist, wird dem deutschen Volke eine Erfolge und Fortschritte bringen. Die Partei wendet sich gegen jegliche Absicht, die Reichsreform unter Zuhilfenahme des Ar- tikels 48 durchführen zu wollen. Dem Mißbrauch mit dem Artikel 48 muß ein für allemal ein Ende bereitet werden, entweder durch ein Aus- führungsdekret zum Artikel 48, das einfacher Mehrheit bedarf oder durch eine Aenderung des Artikels 48, derart, daß dieser Verfassungs- Paragraph künftighin nur im Einvernehmen von Reichspräsident und Reichsrat gehandhabt werden darf. Staatsrat Schäffer hielt es schließlich für notwendig, schon jetzt— vor der Reichstagswahl— anzukündigen, daß er eine neuerliche Reichstagsauflösung als„offenen Verfassungsbruch" betrachten werde." Der Sendbote des Nordens nach dem Süden kehrt also nicht mir dem Oelzweige zurück, und wir zweifeln, ob Herr von Papen sich bald mit dem bayrischen Held Arm in Arm Photo- graphieren lassen kann. Kann man sich vorstellen, daß etwa Höltermann zu Hitler läuft mit der Klage, Sozialdemokraten trachteten ihm nach dem Leben? Nein, das kann man sich absolut nicht vor- stellen. In einer Organisation, deren Führer geistig intakt sind und in der saubere Zu- stände herrschen, ist so etwas völlig undenk- bar. Man kann sich darum auch gar nicht vorstellen, welchen Lärm es in der ganzen Welt geben würde, wenn etwas Derartiges passierte! Im Tschekaprozeß des Braunen Hauses wurde gestern die„Münchener Post" zu 1200 Mark Geldstrafe verurteilt, weil sie die von Rühm behauptete Beteiligung der National- sozialisten Schulz und Schwarz an Mord- Plänen, die gegen ihn gesponnen wurden, nicht beweisen konnte. Das Urteil hebt aber hervor, daß sich der Beklagte in gutem Glau- ben befunden habe. Als strafmildernd wurde angenommen, daß in maßgebenden Kreisen der NSDAP, selbst die gleiche Auffassung wie beim Beklagten bestanden habe und daß der Beklagte der Ueberzeugung gewesen sei,„einer wirklich bestehenden, i n einem Rechts- und Kultur st aat nichtzu duldenden Organisation den Todesstoß zu versetzen". Die Beteiligung oder Nichtbeteiligung der Schulz und Schwarz an den braunen Mord- Plänen war juristisch belangvoll, politisch ist sie völlig belanglos. Politisch belangvoll ist dagegen, daß 1. Mordpläne von Nationalsozialisten gegen Nationalsozialisten tatsächlich bestan- den haben(Verurteilung von Danzeisen wegen Mordanstiftung). 2. Herr Röhm dem Reichsbannerführer Major M a y r einen Besuch abgestattet, ihm das Vorhandensein der Mordpläne bestätigt und ihn gebeten hat, ihm sein Material gegen Röhms Feinde in der NSDAP, zur Verfügung zu stellen.(Aus- sage des Major Mayr.) Dem Angeklagten G o l d s ch a g g ist zu- gebilligt worden, daß er„einer wirklich be- stehenden, in einem Rechts- und Kulturstaat nicht zu duldenden Organisation" den Todes- stoß versetzen wollte. Gemeint ist damit die Tscheka innerhalb der SA. und der NSDAP. Aber noch interessanter als ein solches Pest- geschwür selbst scheint uns der Boden zu sein, auf dem es wachsen konnte. In welchem geistigen und sittlichen Verfassungszustand müssen sich die Führer einer Bewegung be- finden, in der sich solche Dinge ereignen können! Und ist es denkbar, daß eine Be- wegung, die solche Fäulniserscheinun- gen zeigt, bestehen bleibt und fortschreitet? Gandhi droht von neuem. Mahatma Gandhi soll seinen Freunden gegenüber angedeutet haben, daß er seinen„Hungerstreik bis zum Tode" nach sechs Monaten wieder aufnehmen will, wenn bis dahin die„Schande des Nicht- berührtwerdendürfens" nicht von allen(d. h. den Parias) genommen ist, auf denen sie jetzt lastet. Bürgerflucht. Naziwähler reißen aus wie Schafleder Eigener Bericht des„Vormärts" Darmstadt, 4. Oktober. Eine katastrophale Niederlage erlebten die Nazis . bei einer BürgermeisterwaHl in Neustadt i. O. Von S82 Wahlberechtigten machten 520 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es entfielen auf den nationalsozialistischen Landtagsabgeordneten Lenz 45 Stimmen, während die Nazis bei den Landtagswahlen am 10. Juni 1032 noch 238 Stimmen erhalten hatten. Der sozial- demokratische Kandidat erhielt 78 Stim- men gegen 41 bei den Landtngswahlen. Die kommunistischen Stimmen gingen von 210 auf 163 zurück. Der größte Teil der nationalsozialistischen Stimmen ging auf eine Bürgerlist« über, die von 27 bei der Landtagswahl auf 232 Stim- men anwuchs. Scholz' Nachfolger Professor Schubotz Reichsrundfunkkommissar Die Gerüchte, daß die Abberufung von Reichsrundfunkkommisfar Scholz he- vorstehe, sind gestern von amtlicher Seite demen- tiert worden: Herr Scholz befinde sich nur auf wenige Tage in Urlaub. Amtliche Dementis haben zur Zeit allgemein nur recht kurzfristige Beden- hing: wie wir von sehr gut unterrichteter Stelle erfahren, find trotz allen Dementis die Tage von Herrn Scholz als Reichsfunkkomnnssar gezählt. Als fein Nachfolger wird Professor Schu- b o tz, der bisherige Leiter der Deutschen Welle, genannt. Was aus Herrn Erich Scholz wird, steht aller- ding- noch nicht ganz fest. Sein ehemaliges Referat für Rundfunkfragen ün Reichsinnenministe- rium ist bereits wieder besetzt: allerdings wurde Herr Scholz vorsorglich zum„Korreferenten, zur Zwick mich am Zwickel! Gerettet ist die Sittlichkeit, Hoch lebe die Moral! Bracht schließt am deutschen Badekleid Das letzte Nacktoval. Keusch angeschnitten mird das Bein, Kein Ausschnitt bleibt, der noch so klein. Denn schimmert rosig wo die Haut, So kriegt dich gleich am Wickel Der Schupo, der solch Laster schaut. Da zwick mich doch am Zwickel! Vom Nackenwirbel zum Popo Erstreckt sich ohne Blöße Dein Anzug. Unten am Trikot Gibt's noch zwei Gehrockschöße. IVir preisen der Regierung Macht. IVie hrachtnoll hat dies Bracht vollbracht! Er hat uns jeden Leberfleck bedeckt und jeden Pickel. End juckt es. flehn wir voll Respekt: <) zwick mich mal am Zwickel! Jonathan. Zeit Rundfunk kommifsar" ernannt. Im Fall einer Pensionierung hat Herr Scholz ebenfalls reichlich oorgeforgt: er hat sich die Eingliederung als Staatssekretär gesichert. Vermittlungskonferenz? Ein englischer Vorschlag London, 4 Oktober. H c u t e r meldet aus Genf: Es verlautet, daß die britische Regierung mit der franzöfi- scheu, deutschen, italienischen und amerikanischen Regierung die Möglichkeit der Abhaltung einer Konferenz in London zur Aortsehung der Besprechungen erörtert, die diesen Sommer in Sessingc bei Gens begonnen halten, wo Staatssekretär Stimson während der Abrüstungskonferenz sein Hauptquartier hatte. Man hofft, durch diese privaten Besprechungen eine Regelung zu erreichen. die Deutschland die Rückkehr zur Abrüstungskonferenz ermöglicht. Auf einer Besprechung, die heute in Paris zwischen dem auf der Durchreise nach Genf be- findlichen englischen Außenminister Sir John Simon und H e r r i o t stattfindet, soll dieser Konserenzvorschlag eingehend besprochen werden. Herriot wird dann im Kabinettsrat darüber be- richten. Auf deutscher Seite lehnt man den Ge- danken einer solchen Konferenz nicht grundsätzlich ab, doch will man Sicherungen dagegen haben, daß man nicht von vornherein einer E i n h e i t s- front der übrigen Mächte gegenüberstehen würde. Zersetzung in der Nazipariei Korruption und UnterseWeike— Der Fall Rohm— Flucht von Enttäuschten Japanischer Zynismus „Vor einem halben Jahre., Tokio. 4. Oktober. vin maßgebenden politischen Kreisen Japans wird zu den im Lytton-Bericht enthaltenen Vor- schlügen zur Bereinigung der mandschurischen Frage erklärt, diese Vorschläge wären in Japan mit ziemlicher Sicherheit als annehmbar be- trachtet worden, wenn sie vor einem halben Jahre vorgelegen hätten. Inzwischen habe sich der unabhängige Mandschureistaat konstituiert, und durch diese Tatsache sei die Annahme dieser Vorschläge zur Unmöglichkeit gemacht worden(I). Es wird in den betreffenden japanischen Kreisen angedeutet, daß der Völkerbund vielleicht am klügsten handeln würde, zwei oder drei Jahre zu warten(!) und so der neuen Staatsgründung Zeit zu lassen, den Beweis dafür zu liefern, ob sie auf eigenen Füßen stehen kann oder ob sie sich besser als autonomer Staat unter chinesischer Oberhoheit entwickeln würde. In diesem Zusammenhang wird daraus hingewiesen, daß die chinesische Zentralregierung nach japa- nischer Ausfassung nicht als sehr stabil gelten �inne. In den nationalsozialistischen O r- ganisationen machen sich tiefe U n z u f r l e- d e n h e i t und Zersetzungserscheinun- gen geltend. In der Stettiner Organi- s a t i o n hat die Frage der Sammlung zu einer Rebellion geführt. Unter dem Vorwand der Sammlung für die SA-Heime haben beauftragte und nicht beauftragte Sammler der Nationalsozialisten in Pommern außer Geld große Mengen von Lebensmitteln, Brot, Getreide, Kar- toffeln, Speck, Schmalz. Eier, Hülsenfrüchte, Fleisch und sonstige Naturalien von den Grundbesitzern erhalten. Das Sammeln wurde schließlich zur Haupttätigkeit der SA.-Leute. Em SA.-Sturm- fllhrer als der zuständige Fürsorgereferent der Nazis verwaltete die Sammlungsergebnisse. Mit den gesammelten Liebesgaben stnd schwunghafte Geschäfte getrieben worden. Kar- toffeln, die angeblich für SA.-Leute bestimmt waren, wurden an Restaurants verkauft, ge- sammelte Getreidemengen an Futtermittelhändler. Der Gauleiter von Pommern hat schließlich der Untergruppe Pommern-West die Dornahme solcher Sammlungen verboten. Die Verwaltung der ge- sammelten Liebesgaben wurde der SA. abgenom- men und der Nazi-Frauenschaft übertragen. Des- wegen gab es bei der SA. in Westpommern eine regelrechte Revolte. Man drohte mit der B e s e h u n g des G a n b ü r o s, mit der Wegnahme des Autos des Gauleiters— ein Kompressor-Wagen, der 27 000 Mark gekostet hat. Die Gauleilung ihrerseits schloß SA.-Heiipe, um die Rebellion totzutreten. Run wirst man sich gegenseitig die Beschuldigung der Korruption und der Unterschleife an den Kopf. In der hannoverschen Nazipartei hat sich eine ziemlich scharfe Opposition gebildet, die gegen Vetternwirtschaft und gegen das Trei- den gewisser Führercliquen angeht. Sie läßt in der hannoverschen SA. geheime Rundschreiben zir- kulieren, in denen die Behauptung aufgestellt wird, daß die Parteigelder zum Teil unterschlagen worden seien. Der Untersuchungsausschuß, in Nazikreisen Vertuschungsausschuß genannt, ist in Bewegung gesetzt worden. In Bremervörde hat am vergangenen Freitag in einer nationalsozialistischen Versamm- lung ein Teil der Nazis unter Führung eines ge- wissen Dr. von H e y m a n stürmisch B e r e i n i- gung des Falles Röhm gefordert. Heyman verlangte, daß„das Geschwür Röhm" entfernt werde. Die Antwort darauf war, daß Heyman und die Seinen aus dem Saal gedrängt wurden, und daß Heyinan ausgeschlofied wurde. Am Sonntag haben die Ausgeschlossenen eine eigene Versammlung veranstaltet, in der der ausge- schlossene Heyman über den Fall Röhm sprach. In dieser Versammlung behauptete übrigens ein Redner der schwarzen Front namens Grufchwitz. daß sich die Unterhaltung zwischen Hindenburg und Hitler am 13. August folgendermaßen abge- spielt habe: Hindenburg fragte:„Sagen Sie mal, wollen Sie nun eintreten oder nicht? Hitler versuchte nun eine längere Erklärung abzugeben, aber im zweiten Satz schnitt ihm Hin- denburg mit den Worten die Rede ab:„Na, denn nicht!" Hitler war so betroffen, daß er sich wortlos zur Tür wandte. Kurz bevor er sie erreichte, rief ihm Hindenburg noch zu: „Herr Hitler, das eine sage ich Ihnen aber: machen Sie keine Dummheiten, sonst können Sie was erleben!" Aon dieser Darstellung behauptete Gruschwitz, daß sie beschworen werden könne. Er habe sie von Major B u ch r u ck e r. der sie von einem Offizier aus Schleichers Umgebung bekommen habe. Aus wukden wird gemeldet, daß General wuto erklärt habe. Zapan werde feine gegenwärtige Politik in der Mandschurei weiter verfolgen, unabhängig von den Fest- stellungen des Lytton-Berichts. EHina doM auf Mllttärrevolte Ranking, 4. Oktober. Der chinesische Ministerpräsident W a n g s i n- w e i erklärte, daß der Bericht der Lytton-Kom- Mission die chinesische Meinung nicht b e- ruhigen könne. Die chinesische Regierung habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß der Völkerbund zugunsten der chinesischen Interessen einschreiten werde. Sie müsse jetzt feststellen, daß in den letzten drei Tagen sich die politische Lage im Fernen Osten zuungunsten Japans geändert habe. Die Aufstände in der Man- dschurei bewiesen, daß der Wille des chinesischen Volkes für seine Befreiung nicht gebrochen sei. Auf diese Weise, erklärte Wansingwei, könne die Frage schneller gelöst werden als durch den Völkerbund. General M a erklärt in einem Schreiben an den Präsidenten der chinesischen Republik, er fühle sich mit der chinesischen Zentralregietung verbunden und werde immer für die Befreiung der Man- dschurei kämpfen. Kupzsturz in Tokio Tokio, 4. Oktober. Die Veröffentlichung des Lytton-Berichts hat an den japanischen Börsen ein starkes Fallen der Papiere hervorgerufen. Auch der Den hat nachgegeben. Der Vorsitzende der japanischen Staatsbank erklärte jedoch, daß ernsthafte Er- fchlltterungen der japanischen Währung durch den Lytton-Bericht nicht zu erwarten seien. Das japanische Außenministerium hat beschlossen, eine Denkschrift dem Völkerbundsrat als Antwort auf den Lytton-Bericht zu übermitteln. Die Denkschrift soll im Laufe der nächsten zwei Wochen fertiggestellt und mit einem Kurier nach Gens abgeschickt werden. Der Vertreter des japa- nifchen Außenministeriums erklärte, die japanische Regierung bedauere, daß der Lytton-Ausschuß die japanischen Grundsätze in der Mandschurei- Politik nicht anerkannt habe. Japan könne selbst- rerftändlich nicht die Folgen für die Nutzlosig- keit(?) der Beschlüsse des Völkerbundsunter- suchungsausschusses tragen. De Balera setzt durch... kritischer Gouverneur muß zurücktreten London. 4. Oktober. Wie verlautet, hat der König auf Antrag des irischen Ministerpräsidenten de V a l e r a den Rücktritt des Generalgouverneurs in Dublin, McNeill, genehmigt. McNeill hat, wie erinnerlich, vor einiger Zeit gegen die„grobe UnHöflichkeit" zweier Minister des Frei- staates protestiert und mit dem Rücktritt gedroht, falls keine Entschuldigung erfolge. Generalgouverneur McNeill ist nach dem Rück- tritt von seinem Dubliner Posten unvermutet in London eingetroffen und hat sich s o f o r t i n d e n Königspalast begeben, wo er eine lange Unterredung mit dem König hatte. De Valera erklärte, er werde nach der Auf- Hebung des Dubliner Generalgouverneurpostens die Funktionen dieses Amts mit übernehmen. Wetter für Berlin: Beständiges, am Tage etwas milderes Herbstwetter, nachts"kalt bis zu Boden- frost. Schwache westliche Winde.— Für Deutsch. land: Im größten Teil des Reiches trocken und ziemlich heiter, strichweise Nachtsrost. Auch im Süden Besserung, nur im Nordosten veränderlich. Der pariser Luftkrieg Erklärungen und Gegenerklärungen Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 4. Oktober. Zu dem Skandal in der französischen Luftschiff- fahrt veröffentlicht der„Matin" neue Erklärungen des Direktors der Flug.zeugmotorenfabrik Gnome et Rhöne, W e i l l e r, und des Direktors der Aero Postale, Bouilloux-Lafont. Weiller erklärt, daß er in der Zeit, in der die angeblichen Verträge zwischen ihm und der Lufchansa abge- schlössen worden seien, gar nicht in Berlin war. Außerdem sei„Dr. Wirch", der im Namen der Lufthansa unterschrieben habe, dieser Firma vollkommen unbekannt. Er gebe weiter zu, daß er für seine persönliche Rechnung 30 000 Aktien der Flugzeumotorenfabrit erworben habe, die bei der Bank von Frankreich deponiert seien. Aber er habe niemals 4S Millionen Frank von der Deutschen Bank für eine Ueberlassung der Aktien an die Lufchansa erhalten. Es fei übrigens absurd zu behaupten, daß Aktien an eine deutsche Firma verkauft werden kömiten, denn die Stärke der Gnome et Rhone beruhe gerade auf dem Kredit, den sie beim französischen Kriegs- und Luftministerium sowie bei ausländischen Regie- rangen besitze. Eine deutsche Kontrolle würde den sofortigen Ruin seiner Gesellschaft zur Folge haben. Außerdem bestritt Weiller die Echtheit der Rohrposchriefe, die er an den Direktor der Handelsluftschiffahrt C h a u m i e geschrieben haben soll und in denen von der Belohnung für dessen Vermittlungstätigkeit die Rede ist. Bouillaux-Lafont hält dagegen in seiner Erklärung daran fest, daß die dem llntersuchungs- richter übergebenen Dokumente, über deren Her- kunft er jede Aussage oerweigert, authentisch seien. Zu dem Dementi der Lufthansa äußerte er sich:„Diese Erklärung dementiert in keiner Weise die in den Dokumenten enthaltenen Angaben. Ich habe niemals behauptet, daß diese beweisen, die Lusthansa habe die Kontrolle über die Gnome et Rhöne gegen den Austausch Ihrer eigenen Aktien erworben. Die Dokumente besagen nur, daß Weillsr Verträge mit der Lufthansa abgeschlossen hat, die ihm im Aprll 1931 45 Mil- lionen zum Erwerb von 100 000 Aktien der Gnome et Rhöne zur Verfügung gestellt hat. Die Ab- Wesenheit Weillers von Berlin am Tage der Unter- Zeichnung der Verträge beweise gar nichts, denn diese Verträge können ihm zur Unterzeichnung zugeschickt sein. Daß Dr. Wirth nicht Direktor der Lufthansa ist, weih ich, aber er kann die Firma sehr gut auf Grund eines Sonderauftrags oer- treten haben." Der sozialistische Abgeordnete R e n a u d e l, der frühere Berichterstatter des Luftbudgets in der Fi- nanzkommisswn, hat dem Kammerpräsidenten mitgeteilt, daß er die Regierung über die Lang- samkeit interpellieren werde, mit der die Untersuchung des Skandals durch die Gerichts- behörden geführt werde. Das',L c u v r e", das das Faksimile eines Vertrages zwischen Weiller und der Lufthansa veröffentlicht, oertritt weiter den Standpunkt, daß die Dokumente F ä l s ch u n- gen sind. Lebendig verbrannt Eurchtbares Attentat auf eine Frau Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 4. Oktober. 3n Ronen wurde in der vergangenen Rächt eine grausige Tat ausgeführt. Eine Automobi- listiu wurde vor ihrem Hause von einem sich versleckt gehaltenen Manne mit Benzin begossen und durch Wersen eines Zündholzes in Brand gesteckt. Zm Augenblick standen d'e Frau und der Srastivagen in Flammen. Die Frau konnte sich nicht schnell genug aus ihrem Sitz frei- machen und erlitt schwere Brandwunden. Sie ist nach kurzer Zeit im Krankenhaus gestorben. Bor ihrem Tode beschuldigte sie«inen Bekannten, der längere Zeit mit ihr und ihrem Mann zusammengewohnt hat. den Ueberfall ausgeführt zu haben. Der Beschuld'gte wurde verhastet, er bestreitet sehr energisch die Tat. muhte aber zugebm. daß er kurz vorher eine Flasche Benzin gekauft hatte. Nazwande überfällt Familie Empörung in Mahlow Wie erst jetzt bekannt wird, haben National- sozialisten in Mahlow in der Nacht voni Sonn- abend zum Sonntag ans die Teilnehmer einer Familienseier einen hinterhältigen Ueber- fall verübt. Mit Messern und Schlnginstrumen- ten drangen die Hakenkreuzler auf die Ahnungs- losen«in. Drei Personen erlitten Stichverletzun- gen, mehrere andere wurden durch Hiebe über den Kopf oerletzt. Wie uns aus Mahlow berichtet wird, handelt es sich zweifellos um einen genau vorbereiteten Ueberfall. In der Llankenfelder Straße in Moh- low hatten sich in einem Siedlungshaus etwa 10 Personen, darunter mehrere Berliner, zu einer Feier zusammengefunden. Als die Gesellschaft spät abends aufbrach, um nach dem Bahnhof zu gehen, tauchten plötzlich vor dem Grundstück zahl- reiche Nazis auf. Ohne jeden Anlaß fielen die Burschen über die Leute, unter denen sich einige ältere Männer befanden, her. In der Dunkel- heit stachen und schlugen die entmenschten Burschen auf die völlig Ueberraschten ein. Nach der Heldentat flüchtete die Nazibande und entkam. Lehrerin ermordet Lchulrektor als Täter Reval, 3. Oktober. In der Nähe der estländischen Stadt Wesen- berg wurde die Lehrerin der dortigen Gemeinde- schule, P a st f e r, in ihrer Amtswohnung vollständig zerfleischt ausgefunden. Der Mörder hat seinem Opfer erst die Gurgel durchschnitten und dann die Leiche wüst zugerichtet. Unter dringen- dem Tatverdacht wurde bald darauf der R e k t o r der Schule verhaftet, der mit der Ermordeten ein Liebesverhältnis unterhalten hotte. Der Mörder, der die Tat ableugnet, konnte durch Blutspuren überführt werden. Straßenbahn gegen Autobus Verkehrsunglück in der Rotsdamerstrage Bor dem Hause Polsdamer Straße 33 stießen heule mitlag eine Slrahenbohn der Linie Ko und ein Autobus der Linie 5 zusammen. Zahlreiche Scheiben gingen in Trümmer. Acht Fahrgäste erlitlen erhebliche Verletzungen, vier Verimo'ückte mußten in» Krankenhaus gebracht werden. Stahlhelm im Feuer RosenberZ, Ducsterberg, Starhemberg Während ein Geburtstagsbesuch der Stahlhelm» sührer bei Hindenburg das alte Kriegsbeil von der letzten Wahl her begraben hat, wird der Stahl- Helm von den Nationalsozialisten noch kräftiger ins Kreuzfeuer genommen. Der„Westdeutsche Be- obachter" macht die genaue Ahnentafel des zwei- ten Bundesführers Duesterberg auf, um zu bc- weisen, daß dieser„Judenstämmling" genau wie die jüdischen Finanzgröben, wie die jüdischen Kommunisten ä la cheinz Neumann und die jüdi- schen Sozialdemokraten Marx, Hilserding und Konsorten an der planmäßigen Zersetzung des deutschen Volkes arbeiten. Dieser Feststellung Stahlhelm— Marxisten, Duesterberg— chilserding wird mit saftigen persönlichen Anwürfen gewürzt. Es heißt in dem nationalsozialistischen Blatt: „lherr Duesterberg hat seine jüdischerer- k u n f t bis heute zu verschweigen gewußt. trotzdem ihm als Führer des Stahlhelms dessen wenigstens nach außen hin proklamiertes ari- sches Prinzip bekannt sein mußte. Das ist in unseren Augen eine Feigheit und Un- e h r e n h a f t i g k e i t. die mit dem Ehren- kodex des deutschen Osfizierkorps schlechterdings unvereinbar ist." Man sieht, die rarzburger Kampfgenossen üben eine rauhe aber herzliche Sprache, die auch im „Völkischen Beobachter" ihr Echo findet.„Opfer einer volksfremden Führerclique" nennt Herr Rosenberg sie mitleidig, fährt dann aber drohend fort: „Männer vom Stahlhelm! Wißt ihr, daß unter den Herren, die ihr in Berlin grüßen mußtet, daß zwischen den Vertretern der Reat- tion auch der Mann stand, der seine Hei- mat Oesterreich an Frankreich ver- kaufte, der sogar entschied, daß der Anschluß Oesterreichs, euer Wunsch, wie unser Wille, daß die Heimkehr unseres Bruderlandes zur großen Mutter Deutschland für alle Zeiten schier un- möglich sein soll, wißt ihr. daß dieser Mann, Für st Starhemberg, Führer der Heim- wehr, mitten zwischen euren Führern stand?! Männer vom Stahlhelm, um eurer Ehre willen... und so weiter in schöner Entrüstung und warum? Fürst Starhemberg hat nach seiner Rückkehr nach Wien Bericht erstattet, und zwar in einer Form, die„wohl das Haarsträubendste darstellt, das man je von den sogenannten nationalen Kreisen er- lebt hat". Er sagte u. a.: „Ferner konnte ich feststellen, daß in Deutsch- land eine tiefe Abneigung der wirk- lich nationalen Kreise gegen den Nationalsozialismus vorhanden ist und wiederum hol sich mir offenbart, daß die Nationalsozialistische Partei in Oesterreich wei- ter keinen Zweck habe, als einem Tschechen- stämmling(!) politische Karriere zu ermöglichen. Die wirklichen nationalen Kreise Berlins lachen über das nationale Gepcm- per, das hier in Oesterreich bei uns aufge- führt wird und sind der Auffassung, daß die vom Heimatschutz betriebene Politik die einzig richtige sei." Das ist nach dem„Völkischen Beobachter" das „Tollste und Infamste", was Fürst Starhemberg sich erdreistete und« schlägt mit Keulen auf ihn ein. So endet ein herzliches Verhältnis. Wir hatten uns immer eingebildet, dieser Hahnenschwänzler sei der beste Patriot und nun stellt sich heraus: Duesterberg— Starhemberg— Hilferding, es ist alles eine judäokratische Brüderschaft, einer so schlimm wie der andere. Es bleiben nur noch die rasse- reinen Rosenberg und Goebbels, bis auch Uber sie «in reinerer, echterer Arier kommen wird. Alter Molnar, aiter Theaterstil Das„Märchen vom Wolf" im Kunstler-Theater Die Weltwirtschaft Vortragszyklus in der Arbeiterbildungsschule Der große Saal des Lehrervereinshauses konnte die Mengen kaum fassen, die auf die Einladung der Arbeiterbildungsschule des Deutschen Frei- denker-Verbandes und der Gewerkschaftsschule ge> kommen waren, den Genossen Luitpold S t e r n- W i e n über Fragen der Weltwirtschaft sprechen zu hören. Da es ganz unmöglich ist, dieses Thema in fünf Abenden zu erschöpfen, hat sich Luitpold Stern auf die Darstellung der Grund- züge, des„Antlitzes der Weltwirtschaft" wohlweis- lich beschränkt. Erst recht konnte der Redner an dem Einführungsabend nur in großen, markanten Strichen eine Skizze von der Entwicklung der Menschheit von ihren Uranfängen bis in unsere Tage zeichnen. Alle Ausführungen standen unter dem Motto und sollte der Erkenntnis dienen, daß es nicht allein notwendig ist, Weltgeschichte zu studieren, daß es notwendiger ist, W e l t g e s ch j ch t e z u machen. Die Menschheit existiert aus dem Pla- neten Erde vielleicht seit 250 000 Iahren. Von Weltgeschichte aber kann man bestenfalls seit 10 000 Jahren sprechen Wer erst um 1SOO n. Chr. ist die Erde von den Menschen entdeckt worden. Diese Entdeckung war jedoch nur eine halbe Eni- deckung: Die Menschheit ist noch nicht entdeckt wor- den, noch nicht das Bewußtsein, daß die Erde für die Menschen da ist. Um das Jahr 1750 be- ginnt die grundlegende Veränderung der Welt aber nur zugunsten des ökonomischen Men- schen. Die Veränderung der Welt zugunsten det- arbeitenden Menschen ist die Ausgabe des Sozialismus, des 20. Jahrhunderts. Eindringlich und in stets treffenden, manchmal überraschenden Formulierungen zeigte der Red- ner, daß alle Entwicklung der Weltgeschichte be- Eugen Robert, der für die Plauderkomödie jahrelang viel Sinn und sichere Regiecrnfälle hatte, zog ins krisenerfchlltterte Künstlertheater, in ein Haus mit niederdrückenden Schicksalen und kracht studiert Wunderbar— diese antiken Plastiken. Man kann daran so schön feststellen, was bedeckt werden muß! schornsteinhohen Hypotheken. Da er auch die „Tribüne" leitet, ist er also doppelter Direktor, doppelt der Sorge ausgesetzt, ein aufzustachelndes, billige Preise und blendende Vorstellungen erwar- tendes Publikum zu amüsieren. Molnar war sein Erfolg in der„Tribüne", Molnar soll es wieder im.Lünsllertheater" werden. Das Molnar- kontingent soll die deutsche Produktion ausstechen und durch überragende Qualität den Bruch des heute beliebten Fremdenboykotts rechtfertigen. Dieser Molnar ist märchenhast und realistisch zugleich, aber nicht so dauerhaft, daß seine Pointen, die schon etwa zwanzig Jahre alt sind, die heutige Theaterschläfrigkeit wirklich beseitigen. Nein, der zugespitzte Text wurde schon ganz stumpf. Eifersucht des Budapester Advokaten Kelemen ist das Thema. Der Gefolterte mordet nicht wie Ochello, und er wird kuriert. Alle Akti- vität wird von Frau Vera, der ungarischen Desdemona, bestritten. Als sie noch zwischen ihrem Gatten und Georg S z a b o schwankte und schließlich dem Szabo den Laufpaß gab, schrieb ihr der Entlassene:„Du wirst mich trotzdem wiedersehen, und ich werde dich dann wiederholen, und ich werde entweder ein großer Feldherr oder ein großer Staatsmann oder ein großer KünsUer sein." Und nun. nach sieben Iahren Ehe, träumt Vera. Sie reagiert ab. Im Traum, im zweiten Akt, erlebt sie, daß Szabo kommt, um sie zu holen. Erste Traumvision: Szabo kehrt als herrlicher Soldat wieder, um Vera gewaltig zu erobern. Zweite Vision: als Staatsmann kehrt er wieder, um sie völlig zu umgarnen. Dritte Vision: um ihr den Verstand zu rauben, als genialer Helden- bariton. Vierte Vision: als bildschöner Lakai, um das Sinnenweibchen sogar für ein dreckiges Zi- geunerabenteuer zu kirren. Der Traum ist schön, leider zu lang, leider zu logisch und zu gut erdacht, um die Phantasie ganz zu verzaubern. Diese Ernüchterung tritt bei Vera und Kelemen und Szabo ein. Denn Szabo wurde weder der Held, noch der Prolet, er wurde nur dick und plump und ein ungeschickter Gerichtsassessor. Kelemen-Oihello bessert sich. Vera wird artige Hausfrau und Mutter sein. Elegische Aussprache beendet das Märchen vom Wolf, der die eifer- süchtig gehüteten Gattinnen ewig bedroht. Die Ausführung geht auf Kabinettstückchen aus. Doch gerade diese überbetonten Feinheiten, die der Regisseur Robert austüftelt, versagen und ver- stimmen. Die Feinheiten sind zu deutlich. Ob Herr E d t h o f e r als Eifersüchtiger ein Kabinett- stück der Zerrissenheit gibt, ob Frau Christians parodiert und paradiert in hundert herzlosen Herzenstönen, ob die Herren Morgan und Pröckl ein altösterreichisches Offizierspaar ganz echt und im Grunde doch wieder ganz falsch auf- takeln, ob Herr D u m ck e als Wirklichkeits- und Märchenerscheinung Blödheit und Dämonie mischt, ob Adele S a n d r o ck die Aristokratie tragierend lächerlich macht, ob Frau Mangel ihre Sorgen- und Kuppelmüttertöne krächzt, es ist alles, bis in die Bühnendekoration hinein, auf Bluff inszeniert. Es ist sterbende, vielleicht schon abgestorben« Kunst, die kein« Kasse mehr macht. Merkt es doch, ihr Direktoren, damit wir nicht mehr aneinander vorbeimaulen müssen, damit wir wieder einträchtig und einttäglich zusammenmarschieren können. �tax Hodidorf. dingt ist und zusammenhängt mit dem Wirtschaft- lichen Dosein. Daß auch alle Kultur, die Religion und die Kunst im Zeichen der ökonomischen Lage und der ökonomischen Machtverhältnisse stehen, das zeigt die Entwicklung der abendländischen Christlichkeit vom Katholizismus zum Protestan- tismus; das suchte, der Redner an gut gewählten Beispielen mit Schallplattenmusik in der Entwick- lung der abendländischen Musik klarzumachen. Drei Tage Tunk Wie ledern das Rundfuntprogramm geworden ist, merkt man erst dann richttg, wenn eine der für die vor-frecherrlichen Programme charakte- ristischen Darbietungen sich in unsere christlich- nationale Rundfunkgegenwart verirrt. Solch ein Gruß aus der Vergangenheit war das„B e r- l in er O kto b e rf e st", das am Sonnabend pi« Berliner Funkstunde sandte. So sah einmal, in noch nicht ferner Zeit, die Durchschnitts- Unterhaltung aus. so funkgemäß, so belebt heiter. Alfred Braun und Paul G r a e tz, Berliner mit dem Munde und Berliner mit dem Herzen, kennen ihr Publikum. Sie zwinkern ihre Pointen nur so mit dem Mundwinkel, mixen Scherz, Ironie und tiefere Bedeutung zu einer Weiße mit Schuß, man prostet sich zu, man versteht sich. Die Hörerschar wird zur großen Familie, die alle Alters- und Bildungsstufen umfaßt. Dichtungen, die aufhorchen ließen, las Clara Schünemann-Kruyskamp, ebenfalls im Programm der Funkstunde. Einem zarten, aber nicht besonders persönlichkeitsstarken lyrischen Prosabild im Andersenschen Sttl folgten einige Verse von reifer, einmaliger Kunst, rührend in ihrer unaufdringlichen Klarheit. Am Sonntag feierte der Rundfunk Hinden- burgs Geburtstag mit vielen Darbietungen. Be- merkenswert war die Wachsplattenüberttagung einer Feier in Amerika, um deretwillen gegen S Uhr abends das Konzertprogramm unterbrochen wurde. Am Montag gab es im Programm der Funk- stunde ein« Belehrung über den Theoretiker des Dritten Reiches: Moeller van den Bruck. Hans Georg Badenstein und Lude Moeller van den Bruck unterhielten sich über sein« Theorien. Dagegen wäre nichts zu sagen gewesen, wenn die Aussprache zwischen zwei gegensätzlich dazu «ingestellten Persönlichkeiten stattgefunden und so den Stoff in vielfacher Beleuchtung dem Hörer zu eigener Entscheidung vorgelegt hätte. Hier aber wurde der Mann, der unablässig das Dritte Reich mit preußischer Führung predigte, seinen Wohnsitz aber entweder in Frankreich oder in Italien beibehielt, entsprechend den nationalsozia- listischen Wünschen bedingungslos verherrlicht. Verhältnismäßig gut sst noch immer der Durch- schnitt der literarischen Veranstaltungen. Mit Dietzenschmidts Skizze„Liese, das Pferd" war— anläßlich des Tierschutztages— keine un- geschickt« Wahl getroffen, wenn auch eine Kürzung im Mittelteil der Vorlesung gedient hätte. Be- merkenswert war auch Klara Schünemann- Kruyskainps Vorlesung aus eigenen Werken am Sonnabend im Programm der Funkstunde Einem zarten, aber nickt besonders Persönlichkeits starken lyrischen Vrolabild folgten Verse von reifer, einmaliger Kunst, rühvsnd in ihrer unauf- dringlichen Klarheit.— Iz. 3b b(n SamBi»spielen findet die Erstaufsiihrung von Richard Billinger» Schauspiel„Das Verlöbnis" bereits Freitag statt. Deutschlands ältester Kunstschatz Die Menschen von Stätten Funde von Kunstwerken aus der älteren Stein- zeit waren bisher auf deutschem Boden noch nicht gemacht worden. Daher verdienen besondere Beachtung die Entdeckungen, die jetzt in einer Höhle der Schwäbischen Alb gelungen sind und über die Prof. E. Hennig in der Frankfurter Wochenschrift über die Fortschritte in Wissen- schaft und Technik„Die Umschau" berichtet. Das Höhlenreichs Gebirge der Schwäbischen Alb hatte sich schon ftüher für die ältere Steinzeft als ergiebig erwiesen. Aber durch die Nachforschungen sst auch viel verdorben worden, denn das Sam- meln von Fundstücken gast damals als Haupt- aufgäbe, und durch das Aufwühlen des Bodens wurden wichtige Beobachtungen für immer un- möglich gemacht, die nur an Ort und Stell« ge- wonnen werden können. Es gibt aber neben den vielen Dutzenden bekannter Höhlen auch noch unentdeckte, die unsichtbar sind und noch einen ganz jungfräulichen Boden bieten. In einer solchen Höhle sst der älteste Kunstschatz Deutschlands aufgefunden worden, und zwar auf merk- würdige Weise. In der südlichen Mb zwischen Ulm und Heidenheim bei dem Orte Stetten liegt der sogenannte„Bogelherd", eine Land- schaft, deren Felsen viele Höhlen bergen. Nun hatte ein Dachs einige Steinwerkzeuge hier ans Tageslicht befördert. Ein Naturfreund machte eine zuständig« Stelle darauf aufmerksam, und so wurde nachgeforscht, woher diese merkwürdigen Steinwerkzeuge stammten. Man stieß dabei auf eine bisher noch nicht erforschte Höhle, die unter Lettung von Dr. Riek erschlossen und durchforscht wurde. Nachdem der Höhleneingang freigelegt worden war. grub man in der Höhle nach und legte verschiedene Kutturschichten bloß. Die große Zahl der Steinwerkzeuge stammt aus Zahl der gefundenen Steinwerkzeuge stammt aus der Moustier-. Aurignac- und Magdalenium- stufe der älteren Steinzeit sowie aus der jüngeren Steinzeft, und man erhätt dadurch eine Beftätt- gung unseres Wissens von der zeftlichen W- folge der einzelnen Steinzeitkulturen. Der große Reichtum an Resten von Beutetieren des Eiszeitmenschen, unter denen sich Mammut, Ras- Horn, Pferd. Wildrinder, Hirsche, Löwen und an- der« Raubtier befanden, gestattet Rückschlüsse aus die klimatischen Bechällmss«, die in den einzelnen Perioden geherrscht haben, und eröffnet aus Aus- blicke auf den stammesgsschichllichen Wandel der Tierweft in dieser europäischen Frühzeit. Von besonderem Wert war der Fürst) zweier alt- st einzeitlicher Menschenschädel, von denen einer sicherlich dem Aurignac angehört und somft der erste dieser ältesten Rasse des domo sapiens auf deutschem Bo- den ist. Neben diesen Schädeln wurden ferner zehn Elfenbeinskulpturen gefunden, die außerordentlich naturgetreue Darstellungen von Tieren jener Zeft, so von Panthern, Wild- pferden, Mammut usw. darbieten. Die erstaun- liche Lebendigkeit dieser Kunstwerke rückt sie in die Reche der besten Arbeften des vorgefchichllichen Menschen und zeigt, daß diese sonst gewiß recht primftioen Höhlenbewohner der letzten Eiszeit ein hervorragendes Formengedächtnis, eine vorzüg- liche Technik der Elfenbeinschnitzerei und einen vortrefflichen Kunstgeschmack besaßen. Diese Kunstsachen stammen aus der Aurignac-Kultur. Die nächst ältere Kulturstufe, das Moustier, ist die Zeit des Neandsrtal-Menschen, der einen Typ darstellt, der noch nicht dem heut lebenden Ge- schlecht des bomc, sapiens angehört. Ein unge- heurer Forsschritt sst innerhalb dieser beiden Pe- rioden gemacht. worden, denn mft dem Aurignac- Menschen erscheint sofort eine hohe Kullurblüt«. Die Chronologie der einzelnen vorgefchichllichen Epochen steht ja noch keineswegs fest und müßte nach Ansicht von Prof. Hennig einer Revision unterzogen werden. Die älter Steinzeit war etwa um 10 000 v. Chr. abgeschlossen. Die Menschen von Stetten, die diese ältesten aus deutschem Boden gefundenen Kunstwerke geschaffen haben. dürften etwa 25 000 Jahre vor unserer Zeft- rechnung gelebt haben. »» Kabarett für alle Oktober-Prograrn rn tt Willi' Schaesfers kommt mft seinem zweiten Programm heraus und hält bereits selbst Gericht über sich. Er will kein Literaturbrettl, sondern wirklich ein Kabarett für alle auf brefter, volkstümlicher Basis. Fügen wir hinzu, er will auch nicht die politische Satire und sucht nicht die Aktualität. In dieser Beschränkung aber serviert er eine ausgezeichnete bunte Schüssel aus Wtem und Neuem. Er hat seine Kanonen und seine unentdeckten Kräfte. Nicht umsonst ist er seit Jahren der Pflegevater des jungen Nachwuchses gewesen. Jetzt kann er, was er im Studio begann, im eigenen Kabarett wirksamer fortsetzen. Es gibt ein überreichliches Programm Auge wie Ohr kommen zu ihrem Recht, die einzelnen Nummern sind irgendwie eingerahmt und durch die verbindende Musik einer vorzüglichen Kapelle zusammengehalten. Schaesfers selbst konse- riert, sachlich, etwas nüchtern; bemüht, jeden ins rechte Licht zu rücken. Ein paar frische, junge Tänzerinnen— die lu st igen Zwillinge" — tanzen sich selbst und ihre Jugend. Später gibt es ein ganzes Tanzbouquet vom Spitzentanz bis zum inodernen Ausdruckstanz: den stärksten Eindruck macht Lydia W i e s e r mft ihren stark stilisierten, geschmackvoll farbigen und besonders auch die Kunst der Hände stark betonenden Tänzen. Dazwischen spiett Rudolf Klau« virtuos und mitreißend sein Schifferllavier. In einem Berliner Chanson und in einem Sketsch„D l e feine Familie" tritt vielseftig verwendbar die junge Ellen Schwanneke hervor. Der Ensemblenummern gibts eine ganze Reche. In einer Gerhart-Hauptmann-Feier wird dem Dichter der Tribut des Kabaretts dargebracht. Hugo Fischer-Köppe(o selig, o selig, Ganove zu sein!) trägt bravourös die alle Ulknummer„Die versunkene Glocke" von Otto Reuüer vor. In großer Aufmachung wftd der Seemanns-Choral wieder aufgemacht, ein Hamburger Song von der Reeperbahn und dem in Wirklichkeft gar nicht so abenteuerlichen Leben der Seeleute. Zum Schluß: Claire Waldoff. Unverändert, unoergleichllch, ureigenstes Berliner Gewächs. Auch die knifflichsten Dinge weiß sie mit soviel Charme zu singen und zu sagen, daß das Publikum aus der quietschvergnügten Stim- mung gar nicht herauskommt. Ach, und die Stimme und der Dialekt! Das ist wirklich Kabarett für alle. D, Zndustrieverlag bestreikt „Deutsche Bergwerkszeitung" fällt aus Düsseldorf, 4. Oktober. Infolge des Streiks des technischen Personals der Jnduftrieverlag und Druckerei A.G. in Düffel- dorf ist die in diesem Verlag gedruckte„Deutsche Bergwerkszeitung" am Dienstag früh nicht er- schienen. Nachdem der„Mittag" am Montag, wenn auch mit Verspätung, noch erschienen ist, ist das Erscheinen am Dienstag fraglich. Koalitionsfreiheit Die Rechtsstellung der Gewerkschaften Eine Abhandlung von Dr. Franz Neumann mit dem Titel„Koalitionsfreiheit und Re i ch s ve r f a s f u n g", die Stellung der Ge- werkschaften im Verfassungssystem" beschäftigt sich mit der Rechtsstellung, die die Gewerkschaften durch die Grundrechte der Weimarer Verfassung erlangt haben. Neumann entwickelt die These, dast die Gesellschaft mit durch die Gewerkschaften organisiert werde. Diese Organisierung erfolgt in dreierlei Weise: durch die genossenschaftliche, marktmäßigc und standesmäßige Ausammen- fassung. Der Art.' 165 der Reichsverfassung, in dem die Anerkennung der wirtschaftlichen Ver- bände festgelegt ist, wird nach zwei Richtungen hin gedeutet. Er schützt die Existenz sowohl des gesamten Koalitionswesens als auch jeder ein- zelnen wirtschaftlichen Vereinigung von Arbeit- nehmern oder Arbeitgebern: aber er bestimmt nichts darüber, welche Organisation im einzelnen staatlich anerkannt wird. Nicht nur die bestehen- den, sondern auch jeder zukünftigen Wirtschaft- lichen Vereinigung, die als Koalition anzusehen ist, kommt der Schutz und die Existenzgarantie des Art. 163 zugute. Die Frage nach der Rechtsnalur der Koalitionen beantwortet Neumann dahin,!daß sie als vor- n e h m l i ch p r i o a t r e ch t l i ch e, der Staats- kontrolle nicht unterworfene Verbände anzusehen seien. Die Anerkennung der Gewerkschaften durch den Staat schließt gleichzeitig die Anerkennung derjenigen Jnstttutionen in sich, deren Bestehen Voraussetzung für eine freie Entfaltung der Gewerkschaften ist: Vereinsfreiheit, koa- litions mäßig« Versa m ml ungsfrci- h e i t und Tarifvertrag. Außerdem unter- nimmt Neumann den in der heutigen Zeit besonders wertvollen Versuch, die politischen Ver- eine gegenüber den Gewerkschaften abzugrenzen. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft teilt jetzt mit, daß in Aussicht genommen ist, die billigeren Fahrkarten für Kleingärtner auch während der kommenden Wintermonate auszugeben. Buchbinöes-Ausspermng Leipzig, 4. Oktober. Der Verein Leipziger Buchbindereibesitzer bc- schloß, um dem Streik bei der Großbuchbinderei S i e k e u. C o. zu begegnen, den er als Tarif- bruch betrachtet, die Aussperrung zu verhängen. Um die Wirkung ihrer Aussperrung-- drohung zu verstärken, beantragten die Herren bei ihrem Kreis III, die A u s s p e r- rung über die G r o ß b u ch b i n d e r e i e n ganz Deutschlands zu verhängen. Solche Umwege zur Ankurbelung der Wirt- schaft, über eine totale Unterdrückung der Ar- beiterschast hinweg, sind wenig erfolgversprechend. Rundfunk am Abend Dienstag, den 4. Oktober Berlin: 16.05„Abschied vom Ju�end- problem"(Dr. H. Dähnhardt). 16.3-5 Unterhaltungsmusik. 17.40 Dr. Leberall erzählt. 18.00 Bücherstande. 18.30 Lieder. 18.30 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 W. Omankowski: Eigene Dichtungen. 19.33 Geburtenrückgang(Dr. B. Frh. v. Ungern- Sternberg). 20.00 Zum Welttierschutztag. 20.50 Tages- und Sportnachrichten. 21.00 Ans München:„Tagesbefehle"(Hörbilder). 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Hörbericht vom Boxkampf 5. Hower gegen R. Bianchi in der Neuen Welt(Wachspl.). Königs ww Sierhausen: 16.30 Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Gott und Gottlosigkeit im Gesicht der Zeit(Dr. G. Schultze-Pfaelzer). 18.00 Musikalische Hör- Übungen(W. Diekermauu). 18.30 Stand der Devisenpolitik in Deutschland und im Ausland(Reg.-Rat Dr. Hartenstein). 19.00 Aus Friedrich Nietzsche„Wille zur Macht"(Prof. Dr. A. Dietrich). 19.30 Zeitdienst. 22.40 Orchesterkouzert. Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Hierzu 1 Beilage. Dies ist gerade im Hinblick auf die schrankenlos gewordene Anwendung des Art. 48 gegenüber den Betätigungen politisch mißliebiger Organi- sationen von weittragender Bedeutung. Das Buch, das nicht nur deutsche und ausländische juristische, sondern auch die entsprechende Literatur der Wirtschaftswissenschaften verarbeitet, wird für die juristischen Kämpfe, die die Gewerkschaften in der Gegenwart auszukämpfen haben, eine gute Waffe darstellen. Franz Neumann: Koalitionsfreiheit und Reichs- Verfassung, die Stellung der Gewerkschaften im Verfassnngssystem, Berlin 1932. Ein Musternazi. Der Oberstadtsekretär Herm von der städtischen Zahlstelle in Köln, der wegen Unterschlagung von mehreren tausend Mark ver- haftet wurde, ist Schriftführer und Vorstands- Mitglied der nationalsozialistischen Be- amtengruppe der Stadt Köln. Billige Fahrt für Kleingärtner Fahrpreisermäßigung auch im Winter Der Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes hatte sich in einer Eingabe an die Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft mit dem Ersuchen gewandt, die für die Zeit vom 1. März bis 31. Oktober gewährte Fahrpreisermäßigung für Kleingärtner auch in diesem Jahr für die Wintermonate zu ge- währen. Sowohl die Zahl der erwerbslosen Kleingärtner, sowie durch die inzwischen erfolgten Lohnkürzungen ist die materielle Lage der Klein- gärtner wesentlich schlechter geworden als im vergangenen Winter. Zur Vorbereitung der Frühjahrsarbeit und allgemeinen Instandsetzung ist aber auch der Besuch des Kleingartens im Winter notwendig und auch zur Bekämpfung der immer zahlreicher werdenden Siedlungseinbrüche trägt der unperiodische Besuch des Kleingartens an Wochentagen bei. örückensprengimg an der Saale Im Zusammenhang mit dem Bau der riesigen Bleilochtalsperre bei Saalburg wurde auch in Gott- liebsthal bei Lobenstein eine neue hohe Saalebrücke erbaut. Nach deren Fertigstellung wurde die alte, nunmehr überflüssig gewordene Brücke durch Magdeburger Pioniere gesprengt. Unser Bild zeigt die gesprengte Saalebrücke in Gottliebsthal bei Lobenstein. Dahinter die neue hohe Brücke. Ter„Vorwärts" erscheint im voraus zahlbar. Postbezug Z..._ höherer Gewalt besteht kein Anspruch Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte Uber 1ö Luchstaben"zählen sür zwei Worte. von S'z bis 17 Uhr.-------------*■~"•°---°- «evere; Lokales Bezugspreise: W°chentlil67ä�f.. monatlich 3,25 M., davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haust SM M.- pro Monat: für Länder mit tttnäßigtenl Druckiachenporto 4,B,") M. Lei Ausfall der Lieserung wegen ,................, Millimeter, eil- 30 Pf.. Reklamezeilc 1,50 M.„8 leine Anzeigen» das fetlgedrulkt? Wort 20 Pf.. ledes weitere _____—___ ,,_____________ M__„_________ Arbeitsinarkt Millimeterzeile 25 Pf. Aainilicnanzeigen Millimcterzcile 10 Pk. Anzeigenannahme im H a u p t g e f ch ä i t, Lindenstr. 3, wochentaalnh Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. Verantwortlich für Politik: Richard Schwarz: Wirtschaft:®. Klingelhöscr; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Herbert und Sonstiges: Frist Karstädt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin./ Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Perlagsanftalt Paul Singer u. Co., Berlin EW. 08, Lindenstr. 8. itäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit». I !,97 M. einschließlich 00 Pf. Postzcituiig» und 72 Pf. Poftisostellgebahren. AuslalrdckähHinenlent 5,0 pruch der Abonnenten auf Ersaß./ Anzeigenpreise: Tie einspaltige Millimcterzci PRO G R AH M für die Zeit vom 4. Okt. bis 6. Okt. F E PROGRAMM für die Zeit vom 4. Okt. bis 6. Okt. Primus-Palast Polsdanier Straße 19. Tannenbergr m. Haus Jitüwe, K. Haack, Viktor de Kowa Für Jugendliche freigegeben! W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Potsdamer Straße 38 F>le Tänzerin von Sanssouci mit O- Ciebülir. Lil Dagover Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7, 9 Uhr 0deon,PotsdamerStr.75 Ich will nicht wissen, wer du bist mit Liane Haid, Gust. Fröhlich. Mzökc Szakall W. 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Teilnehmer antwortet nicht mit D. Wieck, Gründ�ens, Dießl, v. Aalten, v. Halmay W. 5. 7. 9 Uhr A lexanderstraße 39-40 (Pussugre) Teilnehmer antwortet nicht mit I>. Wieck, Gründfi:ens, Dießl, v. Aalten, v. Halmay Den ganzen Tag geöffnet Alhambra Müllerslr. 136, Ecke Seestraße. Doppelprogramm: Ich bin Ja so verliebt mit F. Bressart, Ch. Anders— Ferner; Vollblut W. 5. 7. 9 Uhr Germania-Palast Charl., Wilmersdorfer Str. 53/54 Das schöne Abenteuer mit Käthe v. Vagy, W. Albach- Hetty, Sandrock, Wallburg: W. 5. 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Kantslraße 54. Ich will nicht wissen, wer du bist mit Liane Haid. Gust. Fröhlich. Szöke Szakall W. 5. 7. 9 Uhr Bio-Lichtspiele Hackescher Markt 2-3 Tageskino ab 12 Uhr Sonntags ab 2 Uhr Jugendvorstellung W'olkenstürmey(Fliegertonfilm). — Das itlädcl von Montpar- nasse mit Schulz 1 FrledrUhstadt j A Inrtin Tonf'ln>- Siiaain Tageskino Friedrichstraße 112a (am Oranienburger Tor) Um 9, 13, 3. 6. 9 Uhr beginnend: mit Mich. Bohnen, Lee Parry Johann Strauß Um 10.30, 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr beginnend: Der Boii mit Will Hogers Neueste Wochenschau Franziskaner �Srichsu'. Um 9, 12, 3. 6. 9 Uhr beginnend: Kameradschaft mit Fritz Kampers, Alexander Granach u. a. Um 10.30, 1.30. 4.30, 7.30. 10.30 Uhr beginnend: Entfesseltes Afrika Neueste Wochenschau Die Kamera Unter den Linden 14 W. 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Der Tugrcndkönig:, Regie: Des- champs.— Chaplins Traum.— Beiprogramm. A Wochent. ab 6 Uhr cLTlUS HOT Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. Unheimliche Geschichten— Der angenehme Patient mit Hans Hoser— Tonwoche Schlüter-Theater Schlülerstr. 17 Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Strafsache van Geldern mit Kampers.— Der wundervolle Foxfilm: Hutter. > WilmersdorT-� Wochent. 7, 9*4 ü. Stg. 6. 7. 9U U. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Urauff.; Kiki(Regie: Karl Laraac) mit Anny Ondra, H. Tbimig-— Tonfilmbeiprogramm W_ ZehlendorT�Mitte W 7ä%tS Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr lätzll stg. 3 Uhr Jugendvorstell Potsdamer Str 56 Gitta entdeckt ihr Herz mit G. Alpar— Tonbeipr.— Jgdl. Zutritt W St egilt» W Titania-Palast Steglitz. Schloßstr 5. EckeGulsmuthsstr Urauff.: Tannenberg:(Regie: Heinz Paul).— Jugendliche haben Zutritt. — Tonfilmbeipro Kramm Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65 Beginn: 7, 9 Uhr. Sbd., Stg. 5, 7. 9 Uhr Das Mädel vom Montparnasse mit Schulz.— Beipr.— Woche c Schönefcerg Alhambra tw»™ Hauptstr. 30. Jugcndl. keinen Zutritt Das schöne Abenteuer mit K. von Vag:y.— Bühne: Revue „Venus im Tanz Titania Schöneberg Hauptstr. 49 W. 5, letzte 9 Uhr S. ab 3 Uhr Großlonfilm; Sehnsucht 202 mit Fr. Schulz..llag:da Schneider Tonbciprog:rnmni U Südwesten M Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W ab 5.30. S. ab 3.30 2 Großtonfilme: Ich will nicht| wissen, wer du bist mit L. Haid — Autobanditen Neukölln Excelsior löÄSfiSf Kaiser-Friedrich-Straße 191 Das große Tonfilmereignis: �lütter — Tonbeiprog:r.— Jugendl. Zutritt Kukuk Wochentags ab 6� Sonntags ab 4 Uhr Koltbusser Damm 92 Ich will nicht wissen, wer du bist mit L. Haid, G. Fröhlich Mercedes-Palast sis�b'a u: Herrn annstr. 212. 2 Großionfilme: Sehnsucht 202 mit Schulz, yi. Schneider— Die Zwei v- Südexpreß m. E. Busch Primus-Palast* Am Herraannplatz, ürbanslr 72/76. Die Herrin von Atlantis mit Drix Helm— Das Hädel vom Jlontparnasse mit Schulz Stern, Hermannstraße 49 Wochentags ab 6lis Sonntags ab 4 Uhr Ich will nicht wissen, wer du bist mit L. Haid, G. Fröhlich— Tonbciprogramm Südosten C Temoclhof Ktirfür** w-7- 9' sbd- Stg. 5, 7, 9 nurrursi Stg. 3 Uhr. Jgd.-Vorst. Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße Das llädel vom>Iontparnasse mit Fr. Schulz, Emmi Hessel— Tonbeiprofframm Atrium Tivoli Täglich: 5, 7. 9 Uhr Sonnt.: 3, 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 97. Tonoperette: Ich will nicht wissen. w er du bist m. Liane Haid, G. Fröhlich— Tonbeiprog:r. W Mariendorr� W R/T*/•Marlendorfer W 7, 9. IrlCL'L/X Tonlichtspiele S. 5. 7. 9 Chausseesir 305 Tonoperette: Das schöne Abenteuer mit Käthe v. Xagy, Otto Wallburg.— Tonbeiprogramiu Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68. Beg. 5, 6.15, 9 U. Teilnehmer antwortet nicht m. Gründgens— Die 5 verfluchten Gentlemen Filmeck W. ab k>4 U. stg. ab 3 U. Am Görlitzer Bahnhof Die Herrin von Atlantis mit Brigitte Helm Die zwei vom Südexpreß mit Trude Berliner Luisen- Theater st/lbl u! Reichenberger Str 34 �loderne 3Iitg:ift mit Jl. Eg:serth. Brausewetter Der große Kriminal tonfilra: Die Pranke mit Charlotte Susa Stella-Palast Köpenicker Straße 12—14 Liane Haid, Gustav Fröhlich in der Tonfilm-Operette: Ich will nicht wissen, wer du bist Dazu Große Bühnenschau (20 Damen auf der Bühne) W Treptow W Treptow-Sternwa rte Dienstag 8 Uhr: Waldmenschen (Expeditionsfilm)— Filmbeipr.— Sbd. u. Sonnlag; Das blaue Licht « ostcn• Germania-Palast � abVu Frankfurter Allee 314 Nur drei Tage! Ein Wunder der Filmtechnik: Der sensationellste Fliegertonfilm aller Zeilen in deutscher Sprache: Wolkenstürmer Große Bühnenschau Dr. Knau er dirigiert sein Orchester Luna-Palast sonSi.�smu- Gr Frankfurter Str. 121 Das schöne Abenteuer mit K. v. Nag:y— Tonw.— Bühnen- schau— Beiprogramm Schwarzer Adler Aneel» W 5. 7. 9 Uhr S 3. 5, 7. 9 Uhr Das schöne Abenteuer mit K. v.\ag:y. Albach Betty— Wer zahlt heute noch mit JL Ehrlich Bühne; Sealtiel vom Wintergarten Viktoria- Theater sÄ s u5 Frankfurter Allee 48 Wegen Riesenerfolges verlängert: Tonfilmoperelle: Das schöne Abenteuer mit Käthe v. Xag:y. — Tonbciprog:ramm J Nordosten � „Elysium" iJÄ" W. 5.15, 6.30, 9.15. S.\ 4.15, 5.30. 9.15 Nur 3 Tage: Quick mit II. Albers, L. Harvey— Beiprogramm— Bühnen sc hau Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10/11 Wochent. 5 Uhr. Sonnt. 3 U.: Jgd.-V, Großtonfilm: Moderne Mitgift mit �!. Effg:erth. Leo Slezak— Ton- bei propra mm ��JMeu-Uchtenberg�J Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. W. 5, Stg. 3, letzte 9 Uhr Schuß im JIorg:eng:rauen mit Carl Ludwig: Bichl, Theodor Loos— Tonbeipi'og:ramni Friedrichsfelde Kino Busch t ubl Alt-Friedrichsfeldc 3. Der Kongreß tanzt mit Lilian Harvey. W. Fritsch. Wallburg: Tonbciprogr.— Ufa-Ton woche Palast-Theater Breite Str. 21a. W. 7. u. S1!-, S. 4% u. 9 Drei von der Kavallerie mit KamperM— L'nheimlichc Geschichten mit Wegener Filmpalast Tegel si«. Bahnhofslr. 2. Stg. 2 Uhr: Jug.-V. Das Haus an der Grenze— Schlehmil mit C'urt Bois. von .Schlettow— Beiprogramm W. 6, 8% Uhr HOSmOS Bühne S. 4�4. ßVo. 8% Hauptstr. 6. Lustige Tage im Kosmos! Ich bin ja so verliebt mit Bressart.— Dick und Dof hinter Schloß und Kieg:el Flora-Lichtspiele� wJiT Tägl. 5, 7, 9 Uhr. Sonntag ab 3 Uhr Teilnehmer antwortet nicht m Gründg:ens— Wer xibt, der hat — Beiprogramm Union- Theater sa%.«u,|% Hauptstr. 3. Stg. 2 Uhr: Jug Vorst. Es g:eht um alles mit Verebes. — Es wird geheiratet.— Woche Leg w 6. 8.30 Uhr 1 1 Impa last �s tu. u. Berliner Str 59 Ein Lied, ein Kuß, ein?Iädel mit Fröhlich, 11. Eggcrth— Beiprogramm— Woche BEI LAG E VomAs DIENSTAG, 4. OKT. 1932 I>r. J. IT.Tiennbach, Koxteuliagen; Um die Nexnalref orm IDr. 3. j) Leunbach, der Führer der Sexualreformbewegung in Dänemark hat seine medizinische Tätigkeit hauptsächlich der Propaganda für Geburtenregelung ge- widmet. Seine Stellung als Mitbegründer und Präsident der Weltliga sür Sexual- resorm, deren 3. Kongreß soeben in der Tschechoslowakei stattgefunden hat, gibt seiner Arbeit internationale Bedeutung, Vor acht Jahren cröfsnetc ich unter bescheidensten Formen eine Beratungsstelle sür Geburtenregelung, Das erregte damals ungeheures Aufsehen in Kopenhagen und wurde im höchsten Maße sür anstößig und unmoralisch gehalten, Heute, nach acht Jahren, wird von den meisten zugegeben, daß eine derartige Sexualberatung selbstverständlich und erstrebenswert ist. Während meiner achtjährigen Tätigkeit als Sexualberater habe ich etwa 5000 Frauen in der Anwendung von Verhütungs- Mitteln unterrichtet und bin von etwa 10 000 wegen befürchteter Gravidität konsultiert worden, deren Vorhandensein ich dann in den meisten Fällen auch feststellen mußte. Die Frauen waren von dem einzigen Wunsche beseelt: von dieser Gravidität befreit zu werden! Ich will hier ganz kurz von den Ersahrungen berichten, die ich während meiner Arbeit gemacht habe: Wer suctit tüe Sexualberatung? Es ist oftmals hervorgehoben worden, zumeist gegnerijcherseits, daß Armut und Not nicht die Triebfedern seien, die das Publikum zur Anwen- dung empfängnisverhütender Mittel treiben. Man begegnet dem Hinweis, daß Not und Armut srüher noch größer waren und somit nicht die Ursache der heutigen Geburtenregelungsbewegung find. Dies bestätigen meine Erfahrungen insofern, als meine Klientel nicht den niedrigsten Schichten, sondern hauptsächlich dem Mittelstande, den In- tellektuellen und den besser gestellten Arbeitern entstammt: und dieses ist der Fall, obwohl ich nicht nur bezahlende Patienten, sondern auch eine gratis Konsultation für Unbemittelte habe. Meine Konsultation wird ferner sehr wenig von Frauen aus der wirklichen Oberklasse gesucht, die wahr- scheinlich schon von ihrem Hausarzt oder auf andere Weise die nötige Belehrung erhalten haben. Nach meiner Auffassung ist der Wille zur Selbstbestimmung über die Fortpflanzung ein -Kulturfortschritt. Die große Mehrzahl der Ar- bciterfraucn lassen sich immer noch von Hemmun- ...gen beherrschen, die sich vor ,dem Aufsuchen einer Sexualberatungsstelle geltend machen, Nur in zwei Beziehungen scheint die Bewegung sür freiwillige Mutterschaft bis in die untersten Schichten der Bevölkerung durchgedrungen zu sein, und zwar in dem Wunsche, die Kinder- zahl zu begrenzen und in der Kenntnis, daß eine Schwangerschaft sich künstlich unter- brechen läßt und somit nicht zur Geburt eines Kindes zu führen braucht, Trog der Aufklärung die wir durch Vorträge, Broschüren, Zeitungs- artikel usw. verbreitet haben, stellen sich deshalb in meiner Konsultation immer noch bedeutend mehr Frauen ein, die bereits schwanger sind, als Frauen, die sich in der Anwendung empfängnisverhütender Mittel unterrichten lassen wollen: in den letzten Jahren ungefähr dreimal so viel schwangere als »ichtschwangere Frauen. Dieses ist, wie gesagt, nicht der Fall, weil kein Wunsch vorhanden ist, eine Schwangerschaft zu verhüten, denn fast alle, verheiratete und un- verheiratete, benutzen den coitus interriiptu.s und können nie begreifen, daß die Schwangerschaft trotz aller Vorsicht eingetreten ist. Auch in dieser Hinsicht unterscheiden sich Frauen der ver- schiedenen Bevölkerungsklassen stark voneinander, Verhärmte und ausgehungerte Arbeiterfrauen mit vielen Kindern sind so gewöhnt zu leiden und zu entsagen, daß man sie verhältnismäßig leicht zur Ruhe bringt. Es ist eben nichts zu machen, nun ja, man muß sich mit seinem Schicksal abfinden: ihr Dasein ist ohnehin so grau und trübe, daß es sich kaum verschlimmern kann, Ganz anders reagieren die selbsterwerbenden Frauen der mittleren Bevölkerungsschichten, so- wohl die verheirateten wie die unverheirateten, Sie fühlen sich in ihrer Existenz, ihrem Lebensstandard und ihrer Selbständigkeit bedroht. Sie wissen, daß es möglich ist, die Frucht zu entfernen und wollen von der ungewünschten Schwangerschaft befreit werden. Kann ihnen der Arzt nicht helfen, so müssen sie sich eben nach einem anderen Aus- weg umsehen, Sie wollen das Kind nicht zur Welt bringen— und tun es auch nicht, Eine Besserung dieser Verhältnisse würde Zweifellos eintreten, falls man der Schwanger- schaftsverhütung offizielle Anerkennung zuteil werden ließe, und diese Anerkennung durch die Errichtung offizieller Sexualberatungsstellen unter- streichen würde, Der Protest gegen das Gebären ungewünschter Kinder hat sich in Dänemark noch nicht so durch- gesetzt wie z. B, in Deutschland, wo man mit annähernder Sicherheit feststellen kann, daß die Zahl der künstlichen Aborte ebenso groß ist wie die Geburtenziffer, Ganz so grell sind die Verhältnisse in Dänemark kaum: doch ist dort andererseits mit einer ständige» Zunahme' der Abortc in den nächsten Jahren zu rechnen, aus welchem Grunde eine Regelung der Verhältnisse vonnöten ist. Die antikonzeptionelle Technik Auf dem internationalen Kongreß für Geburten- rcgelung, der im September 1930 in Zürich statt- fand, kamen die dort versammelten Aerzte, die die Geburtenregelung zu ihrer Spezialität gemacht haben, zu folgendem Ergebnis: ein ganz ideales Verhütungsmittel, das einfach und billig, von jeder Frau leicht benutztbar, unbedingt zuverlässig und ohne ästhetische Mängel ist, gibt es noch nicht. Aber eine Kombination mechanischer und chemischer Mittel, von der Frau angewandt, gewähren eine nahezu vollständige Sicherheit und ist nicht schwieriger, als daß jede Frau die Benutzung dieser Mittel erlernen kann. Es gibt nur sehr wenige Frauen, die mechanische Mittel nicht benützen können. In derartigen Fällen empfehle ich dem Mann den Gebrauch eines Kondoms. Die oerbrciteste und einfachste aller Verhütungs- Methoden ist der coitns interniptus. Leider ist die auch die u n z u v e r l ä s s i g st e aller Methoden, Dr. Abraham Stone, New Park, hat mittels Mikroskopie nachgewiesen, daß lebende Sperma- tozoen lange vor der eigentlichen Ejakulation aus der Urethra heraustreten. Bei 20 Proz. der unter- suchten Männer wurden Spermatozoen im Sekret der Urethra nachgewiesen. Wäre es möglich, eine Anzahl von Männern unmittelbar nach dem Unter- brechen des Coitus zu untersuchen, so wären wahr- schcinlich Spermatozoen bei nahezu 100 Proz, nach- weisbar. Es ist infolgedessen von größter Wichtig- keit, die Bevölkerung, und übrigens auch die Aerzte, darüber zu belehren, daß der coitus interniptus eine unzuverlässige Methode ist. Jede andere Methode wird sich aber erst dann überall durchsetzen können, wenn in Stadt und Land spezielle Sexualberatungsstellen errichtet werden, und wenn alle Aerzte und medizinischen Studenten sich mit der antikonzeptionellen Technik vertraut machen, um schädliche und unzuverlässige Methoden durch unschädliche und sichere zu ersetzen. Eine natürliche Ergänzung dieser Maßnahmen innerhalb der Geburtenregelung bildet dann die stark erweiterte Verwendung der sterilisierenden Operationen bei denjenigen Individuen, die aus eugenischen oder anderen Gründen überhaupt keine Kinder in die Welt setzen sollten. Auch hier ist eine radikale Gesetzesänderung erforderlich, am besten in dem Sinne, daß die Gesetzgebung sich überhaupt nicht in diese Frage einmischt, Ueber die Scliwanger8cliatt8unterbrecbung sind sich alle insofern einig, daß sie ein absolutes U e b e l ist und bleibt, das nach Möglichkeit zu ver- hüten und zu vermeiden ist und nur dort in An- wendung zu bringen, wo es sich um die Ver- meidung eines noch größeren Uebels handelt, Der ordentliche Professor für Obstetrik der Universität Kopenhagen äußerte gelegentlich, es sei die Aufgabe des Geburtsarztes, die Interessen des Kindes, auch des ungeborenen, wahrzunehmen, worin ich ihm vollständig beipflichte. Die Frage ist nur: was sind die Interessen des u n g e b o r e n e n Kindes? Ist es das Jntcr- esse der Leibesfrucht, gegen den Wunsch der Eltern in eine Welt mit Armut, Not, Erwerbslosigkeit und Wohnungsnot hineingeboren zu werden, auch wenn Stellung, Ehre und soziale Position der Mutter auf dem Spiel stehen, auch wenn es die größte Aussicht hat, Epilepsie, Geistesschwäche oder andere Defekte zu erben? Diese Frage beantworte ich ohne Bedenken mit einem entschiedenen Nein! Ich habe selbst einmal daran gezweifelt, ob die Abschaffung der Strafbestimmungen angängig sei, aber nachdem ich in Rußland mit eigenen Augen die günstigen Auswirkungen der Legalisierung gesehen habe, besteht für mich kein Zweifel darüber, daß hier der einzige richtige Weg ist. Bis vor wenigen Jahren war ich selbst von jedem ganz natürlichen, instinktiven Unwillen gegen die Tötung der Leibesfrucht erfüllt, den jeder Mensch, und insbesondere jeder Arzt hegen muß, Ich oerstehe deshalb sehr wohl die sich auftürmen- den Schwierigkeiten,— und daß es viel einfacher ist, Probleme des Kindes Wenn man vom Hohenneuffen, der mächtigsten Ruine der Schwäbischen Alb, hinabwandert ins Tal, dann kommt man an einem Heim für erholungsbedürftige Erwachsene und Kinder vor- bei, das sich„H a u s A i ch e l e" nennt. Man geht achtlos daran vorbei, als an einem der vielen Erholungsheime, die es in Deutschland gibt. Dann aber erfährt man von Erfolgen, die hier in dieser Stille und Unbeachtetheit erzielt wurden. Nicht nur Eltern und Erzieher, sondern auch Jugend- ämter überweisen ihre schwer erziehbaren Kinder für längere oder kürzere Zeit hierher. Was ist das Geheimnis dieser Heilerfolge? Julie Aichele gibt über ihre Arbeit in einer Broschüre Rechen- schaft, die sie im Selbstverlag erscheinen ließ: „Probleme des Kindes",(Eine psychologische Studie. Neuffen.) Für den Psychologen und Er- zieher wie für den Arzt ist die geistige Grundlage dieser Arbeit interessant, die zum erstenmal in Deutschland ein Erziehungswerk auf der Jungschen Tiefenpsychologie ausbaut,(Carl Jung ist Nervenarzt in der Schweiz und hat eine Reihe bedeutsamer psychologischer Bücher veröffentlicht.) Für die Praxis des täglichen Lebens aber, vor allem für Frauen und Mütter, sind die W i r k u n- gen dieser Erziehungsarbeit ausschlaggebend, die Art, wie hier eine mütterliche Frau von großer Begabung und reicher Erfahrung es versteht, ver- krampste, gehemmte und scheinbar„anormale" in gesunde, frohe Kinder zu verwandeln. Für Julie Aichele ist Erziehung nicht Dressur, sondern freie, harmlose Krästeentsaltung, Die Kinder aber, die zu ihr gebracht werden, sind nicht frei, nicht harmonisch, sondern einseitig beeinflußt, gehemmt, zurückgeblieben. Der Strom der Ent- wicklung weist Stauungen aus. Hier ein Beispiel aus der Praxis: Ein sechsjähriger Junge wird in das Heim gebracht. Seine Geschwister behandeln ihn schlecht wegen seiner Unfähigkeit und Unselb- ständigkeit. Er ist nicht fähig, sich allein die Nase zu putzen, sich anzukleiden. Also anscheinend ein Fall starker geistiger Zurückgebliebenheit, ein un- soziales, freudloses, geistesschwaches Kind, Im Heim aber findet die Erzieherin bald heraus, daß dieses Urteil auf einem Irrtum beruht. Das Kind ist gar nicht unbegabt, sondern nur gehemmt. Es ist außerordentlich interessant, dem ruhigen Ent- Wicklungsprozeß zu folgen, wie er sich nun lang- sam anbahnt. Ganz allmählich schält sich in Gc- sprächen mit dem Kind der Kern seines Wesens heraus: Eine tiefe Abneigung, selbständig zu werden. Es will im Stadium eines Zweijährigen beharren. Auf der anderen Seite aber ist der Junge herrisch, anmaßend, befehlend. Nachfor- schlingen bei der Mutter bringen endlich die Er- klärung: Um das zweite Lebensjahr lag ein Ereignis, das von dem Kinde nicht bewältigt den ganzen' Fragenkomplex von sich zu schieben. Es ist eben viel leichter für den Arzt, hinter dem Strafgesetzbuch Deckung zu suchen und jedes Er- suchen um Schwangerschaftsunterbrechung abzu- lehnen. Aber das Leben ist so einfach nicht! Wir befinden uns auf diesem Gebiete in einem Notstande, aus dem ein Ausweg gefunden werden muß: so wahr es die Ausgabe der Aerzte ist. über den gesundheitlichen Zustand der Bevölkerung zu wachen, darf kein Arzt ein so überaus ernstes Problem von sich schieben, worden war. Von da an war er„auf einmal" so geworden. In diesem Alter bekam er ein Schwesterchen, und die Mutter wandte sich natur- gemäß mehr dem Neugeborenen zu. Der Junge war völlig verwirrt über dieses Ereignis, das er nicht begriff, er fühlte sich vereinsamt, und da er sich nicht aussprechen konnte, brach er in Tränen aus. Als die Mutter das sah, kam sie zu ihm und beschäftigte sich mit ihm. So wiederholte er den Tränenausbruch bei jeder Gelegenheit, Dazu phantasierte er sich als Alleinbesitzer der Mutter, der„allein mit der Mutter auf der Welt" sei. Wie löste nun die Erzieherin das Problem und wie beseitigte sie die gefährliche Spaltung dieses kind- lichen Innenlebens? Sie wartete ruhig jede Ge- legenheit ab, mit dem Kinde zu sprechen, erzählte ihm, wie er selbst einmal so klein gewesen sei und wie die Mutter alle Kinder gleichmäßig liebe, Sie plauderte mit ihm über das Werden und Ver- gehen der Natur, regte ihn an kleinen, leichtsaß- lichen Beispielen zum Nachdenken an, entwickelte langsam seine Selbständigkeit und half ihm, den Schritt von der Mutter weg zu sich selbst nicht nur in der Phantasie, sondern auch im täglichen Leben zu gehen. Der Kleine fühlte sich nicht mehr isoliert, die Stauung löste sich, er fügte sich in die Gemeinschaft und wurde ein gesundes, regsames, fröhliches Kind. Julie Aichele gibt ferner charakteristische Bei- spiele, wie Eltern sehr oft ihre eigenen Wünsche in die Kinder hineinprojizieren. So wollte ein Bauer seinen Jungen zwingen, Lehrer zu werden, weil— er selbst diesen Wunsch seiner Kindheit nicht verwirklichen durfte. In einem anderen Falle wurde ein Mädchen in eine männliche Rolle hineingetrieben, aus der sie nur mit ärztlicher Hilfe wieder herausfand. Der psychologische Grund war in Kindheits- und Jugenderlebnissen zu finden: Die Eltern hatten sich an ihrer Stelle einen Sohn gewünscht, und das Mädchen bekam dauernd den Wunsch ihrer Eltern zu hören:„Ach, wärst du doch ein Junge! Wir hätten so gern einen Sohn gehabt!" Nur wenige Andeutungen konnten auf diese Erziehungsarbeit hinweisen, aber sie genügen, um die Bedeutung klar werden zu lassen, die jedes, auch das scheinbar geringfügig st e Ereig- nis, im Leben des Kindes und bereits des Klein- kindes ausüben kann. In unserer Zeit der Wirt- schaftsnot und Arbeitslosigkeit, in der nicht nur materielle Sorgen der Eltern, sondern auch die seelischen Einwirkungen der Mißstimmung, der Bitterkeit und des Aergsrs auf den Kindern lasten, erwächst hier der Mutter, und ganz besonders der Frau des Arbeitslosen eine wertvolle, wenn auch schwere Aufgabe. Dr. Haacke. Völkerbund und Fra u en fre Hielt Auf der Tagesordnung der Lzerbsttagung des Völkerbundes steht ein Problem, das uns seit Jahren und Jahrzehnten beschäftigt: die Staats- angehöri gleit der verheirateten Frau, Endlich soll eine internationale Regelung die schweren Ungerechtigkeiten beseitigen, wie sie bis heute in mehreren Staaten Europas und der anderen Erdteile herrschen. Leider gehört auch Deutschland immer noch zu diesen Ländern. Die deutsche Frau, die einen Aus- länder heiratet, geht ihrer Staatsangehörigkeit verlustig, Sic hat also fortan keinen Anspruch mehr.auf den diplomatischen Schutz ihrer Heimat, denn sie gilt nun selbst als Ausländerin, Sie geht, auch wenn sie ihren Wohnsitz in Deutschland behält, des Wahlrechts verlustig, denn nur deutsche Staatsbürger haben das Recht, zu wählen. Dieser Verlust ist vor allem für die verantwortungs- bewußte Frau schwer zu tragen, die das Wahlrecht nicht als lästige Pflicht, sondern als Mittel, an der Zukunftsgestaltung ihres Volkes mitzuarbeiten, be- trachtet. Besonders bitter aber wird ihr die Heimatlosigkeit bewußt, weil umgekehrt die' Aus- länderin, die einen Deutschen heiratet, als Deutsche gilt und damit auch das Wahlrecht in Deutschland ausüben darf. Das Gesetz bestimmt hier ganz automatisch, ohne Rücksicht darauf, daß die be- treffende Ausländerin sich innerlich vielleicht viel stärker an ihre alte Heimat gebunden fühlt und auch mit den politischen Verhältnissen in Deutsch- land viel zu wenig vertraut ist, um selbständig ein Urteil zu fällen und das Wahlrecht ausüben zu können. Damit aber ist der Verlust an Rechten, den die Frau, die einen Ausländer heiratet, er- leiden muß, noch nicht erschöpft, Sie muß auf ihre Beamtenpension verzichten, selbst wenn sie jahrelang im deutschen Staatsdienste tätig war. Hat sie Examina in Deutschland abgelegt, so be- rcchtigcn diese fortan nicht mehr zu einer An- stellung in Deutschland, denn sie ist durch die Heirat nicht mehr deutsche Staatsangehörige, Bricht ein Krieg aus— und dieser Fall ist für viele von uns noch in deutlicher Erinnerung—, so untersteht die betreffende Frau den Bestimmun- gen, die für Ausländer getroffen werden. Ihr Vermögen kann beschlagnahmt, sie selbst kann interniert werden. Für Schäden, die durch Be- satzung oder Beschlagnahme verursacht werden, erhält sie keine Vergütung, Aber auch im Frieden untersteht sie im eigenen Lande, mit dem sie sich nach wie vor verbunden fühlt, den Vorschriften, die für Ausländer gelten, Sic hat beispielsweise auch keinen Anspruch auf Fürsorge, auf Schwan- geren- oder Wöchnerinnenhilfe, Dagegen haben sich eine ganze Reihe von Län- der» einer modernen Auffassung angeschlossen. In Rußland wurde das alte Gesetz beseitigt, so daß heute die Russin, die einen Ausländer heiratet, nach wie vor Russin bleibt und ihre Rechte behält, wenn sie nicht freiwillig daraus verzichtet. Auch die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich seit Jahren eine neuzeitliche Ausfassung des Pro- blems zu eigen gemacht. Im Cable Act von 1932 wurde bestimmt, daß die Amerikaneri», die einen Ausländer heiratet, nach wie vor Bürgerin ihres Landes bleiben kann. Wohnt sie als Ehefrau un- unterbrochen zwei Jahre lang im Lande ihres Mannes, außerhalb Amerikas oder fünf Jahre sonst irgendwo im Auslande, so wird zwar an- genommen, daß sie aus ihre amerikanische Staats- angehörigkeit verzichtet. Aber die betreffende Frau kann in diesem Falle Einspruch erheben und an ihrer amerikanischen Staatsangehörigkeit fest- halten. Andererseits wird die Ausländerin, die einen Amerikaner heiratet, nicht automatisch Amerikanerin, Das mußten auch die etwa 2000 Mädchen erfahren, die im besetzten Rheinland Amerikaner heirateten. Sic gingen der deutschen Staatsangehörigkeit verlustig und wurden staaten- los. Immerhin haben die Vereinigten Staaten die Möglichkeit offen gelassen, unter leichten Bedin- gungen und mit wenigen Scherereien die ameri- konische Staatsangehörigkeit zu erwerben: ein Bei- spiel für die Verflochtenheit internationaler Fragen, von denen die Frauen abhängig sind. In Belgien herrscht die moderne Aufsassung, daß die Frau ihre Nationalität selbst zu bestimmen hat, Sie hat das Recht, innerhalb von 0 Monaten nach der Eheschließung mit einem Ausländer ihre bel- gische Nationalität wieder zu erwerben, kann also Belgierin bleiben. In den nordischen Staaten gilt meistens der Wohnsitz des Ehepaares als ent- scheidend für die Lösung der Frage, In Frankreich wurde 1927 ein entsprechendes Gesetz an- genommen: Die Französin, die einen Ausländer heiratet, bleibt Angehörige ihres Landes, falls sie nicht selbst die Staatsangehörigkeit ihres Mannes zu erwerben wünscht. Leider aber machen die veralteten Gesetze anderer Länder, wie u, a, Deutschland, diese Bestimmung illusorisch, wenn z, B. eine Französin einen Deutschen heiratet. In diesem Falle muß die Französin, ob sie will oder nicht, Deutsche werden und geht so ihrer sranzösi- schen Nationalität verlustig, trotz der Bestimmun- gen ihrer Heimat. Auch dieser Fall beweist, wie alles nach einer vernünftigen internationalen Regelung drängt, und wie notwendig es ist, daß der Völkerbund das Problem endgültig zu lösen versucht. Flugzeuge einst und jetzt Technisches von der Flugsport-Au sstellung ist diejcnigc Slunft,. sich nach Art bccei Sögtl van einem Ort jum andern zu bewegen. ES ist dies ordentlich denen befederten gewiinschet." Aitf der großen Luftsport aus st ellung am Funkturm findet man in einem alten deutschen Lexikon aus dem Jahre 173S diese Definition des Begriffes Fliegen. Die Sehnsucht der Menschen. ez den Wgeln gleich.zutun, ist uralt, vielleicht so alt wie das Menschtum überhaupt. Da, wo An- fang und Zukunft der Fliegerei zusammentreffen, zeigt sich der utopische Beginn des Strebens der Menschen, sich in die Lüste zu erheben, zu fliegen. Wer weiß, ob Ikarus der erste Mensch war, der sich von der Erde löste, die Sage hat ihn geboren, die Sage läßt auch Wieland den Schmied sich Flügel aus Eisen schmieden. Aber das ist gewiß, daß das fliegende Auto und das Wochenendflug- zeug, die beide in Lebensgröße auf der Ausstellung zu sehen sind, in Bälde zu Häupten der Menschen fliegend zu sehen sein werden. Was Orville Wright im Jahre 19l>9 dazu be- nutzte, um sich in die Luft zu erheben, hat nicht ini entserntesten Aehnlichkeit mit den Flugzeugen, wie wir sie heute kennen. Damals ein Gewirr von Streben und Berspannungsdrähten, die im Hin- blick auf ihre Notwendigkeit nach und nach im Flugzeugbau ebenso oerschwanden, wie die Ber- strebungen, Hallepfeiler und Tragekabel, ohne die man früher keine Brücke bauen konnte. Einen Flugzeugkörper kannte Wright noch nicht. Zwei Sitze waren frei und offen an der unteren«Trag- fläche des drachenähnlichen Apparats angebracht, einige Bedienungsknüppel dienten zur Betätigung der Steuerungsorgane, ein Jnstrumentenbrett gab es nicht, und von einem mehr als dürftigen Motor wurden mittels Fahrradkellen zwei riesige Pro- peller angetrieben. Das war der Apparat, mit dein man damals flog. Heute kennt und benutzt man berells das Auto- g i r o. Das Prinzip„Schwerer als die Lust" hat hierin seine letzte Offenbarung gefunden: mit dem Autogiro kann man in der Luft fast stillstehen. Genau gesagt, kann die Geschwindigkeit dieses Flugzeuges bis auf weniger als 23 Kilometer pro Stunde herabgesetzt werden. So langsam fährt fast kein Auto in der Stadt. Die Borteile des Autogiros liegen auf der Hand. Es braucht keinen Flugplatz, es kann auf einer ebenen Fläche, etwa so groß(oder noch kleiner) als ein Fußballfeld es ist, starten und landen, weil der Auslauf sehr ge- ring ist. Drei große Windmühlenflügel auf dem Dach der Führerkabine ermöglichen dies Wunder. Diese horizontal laufende Luftschraube wird vom Motor angetrieben, sie saugt den Apparat nach oben, wie eine Schiffsschraube das Schiff vorwärts treibt. Der eigentliche Fortbewegungspropeller sorgt beim Start mit langsamem Lauf für eine Vorwärtsbewegung. Beabsichtigt der Pilot zu landen oder will er sonst in der Lust ganz langsam fliegen, so drosselt er den Motor und die Flügel sorgen dafür, daß der Apparat nicht absackt. So wie sie ihn zuerst hochsaugten, so halten sie ihn jetzt in der Luft. Der durch das gelinde Fallen des Apparats bedingte Luftzug treibt die Flügel an— sie arbeiten also ohne Motorkraft— und so üben sie die hallende und damit geschwindigkeits- verlangsamende Wirkung aus. Wird mit dieser Konstruktion nicht das Ideal des Fliegens mit Apparaten„Schwerer als die Luft" erreicht? Die Focke-Wulf-Werke wollen jetzt so weit gehen, daß sie die Windmühlenflügel sogar auch zum Vorwärtsantrieb verwenden, es würde dann nicht nur der Zugpropeller, sondern sogar die schon jetzt stark verkleinerten Tragflächen fort- fallen. Wir Zellgenosscn dürsten dann in der Luft einen freifliegenden Flugzeugrumpf bewundern, der fast senkrecht starten und landen kann. Vergangenheit und Zukunft des Segel- fluges! Lilienthals aller Apparat, den er bis zu seinem Absturz 1896 benutzte, schmückt die Aus- stellung. Er ist— mit unseren Augen betrachtet — ein armseliges Weidenrohrgerippe mit lackierter Leinewand bespannt, in das er sich hineinhängte. In seiner Wirkung fast nicht mehr als«in Fall- schirm. Daneben unsere modernen Hochleistungs- segler. An ihnen ist finnenfällig demonstriert. welche Arbeit in ihnen steckt: ein Apparat hat den in freiwilliger Arbeitsgemeinschaft wirkenden Segelflugbegeisterten 2000 Stunden Arbeit verursacht, an einem anderen wurden gar 3000 Stun- den gebaut. An Materialkosten oerschlang der eine 800 Mark, der andere gerade 1000 Mark. Lilien- thal, am Anfang der Entwicklung stchend, hat sicher längere Zeit an seinem Segelflieger gebaut: er wird auch mehr als 1000 Mark hineingesteckt haben. Aber er war eben der Pionier der Idee. Oder wenn sich Flugbegeisterte daran machen, einen Motor für ein Kleinflugzeug selbst zu bauen. Ein Meister, zwei Gesellen und zwei Lehrlinge haben an Material 930 Mark verbraucht und sie gaben noch an Löhnen 800 Mark aus. Aber dann knallte eines Tages der Selbstgebaute los und die Freude über das gelungene Werk ließ sie Mühe und Ausgaben vergessen. Ließ sie alles vergessen, wie die Jungflieger in der Werkstall alles vergessen, wenn sie an ihren Segelflugmaschinen bauen. Vor den Augen der Ausstellungsbesucher entstehen die Teile der Flug- zeuge in Lebensgröße— wer Interesse an der Fliegerei hat, gehe hin und sehe sich alles an. Es lohnt Zeitaufwand und Eintrittsgeld! zugkelch ging Zehlendorf noch einmal in Führung. Die zweite Spielzeit gehörte dann im Torschichen vollkommen den Ruhlsdorfern. Noch fünfmal mutzte der Torwart der Zehlendorfer den Ball zur Mitte geben, dem der eigene Sturm nur einen Treffer entgegensetzen konnte. Mit 7: 4 blieb Ruhlsdorf Sieger. Auf die Beine gefallen Ritter v.Halt bleibtVorsitzender der DSB Es ist so gekommen, wie es vorausgesagt wurde: die Hauptversammlung der bürgerlichen Deutschen Sportbehörde hat einmütig, wie es in den offiziellen Pressevcrlautbarungen heißt, den bisherigen Vorsitzenden Herrn Ritter o. Halt wiedergewählt. Herr Ritter v. Halt ist der Mann, der fiir die Blamage der deutschen Olympiaexpedition die Verantwortung trägt— materiell wie ideell. Unter seiner Vorstandschaft ist die Fiktion von der Unschlagbarkeit der deutschen Leichtathleten jahrelang aufrechterhalten und genährt worden. Man kannte keine besseren Sportler als die beut- schen, man ließ die anderen nicht gellen, bis die Katastrophe eintrat, weil sie eintreten mußte. Unter Herrn v. Halt sind bislang noch alle Kri- tiker, soweit sie für die DSB. organisatorisch er- reichbar waren, mundtot gemacht worden, der letzte war der 400>Metxr-Läusermeister Metzncr, der einsehen mußte, daß gegen die Herren Sport- führer von der DSB. nicht anzukommen ist. Selbstverständlich ist auf dieser Versammlung kein Wort über Los Angeles gesprochen worden. Der neue alte Vorsitzende verbreitete sich nur über die„Breitenarbeit" in der deutschen Leichtathletik, die man wieder einmal, wie schon so oft, pflegen will. Aus dieser Breitenarbeit erhofft man phönixgleich die Spitzenkönner heraussteigen zu sehen. Damit war Los Angeles abgetan— nein, nicht ganz. Der Herr v. Halt stellte noch fest, daß die Führung drüben in Amerika nicht ver- sagt hat, und daß die Aktiven, die sich eine Kritik erlauben, sehr undankbar sind! Also die Führer haben nicht versagt? Schön! Aber siegreiche Heere(um ein Bild aus der Vor- stellungswelt der Herren Sportführer zu ge> brauchen) sind gewohnt, von ihren Führern in die Heimat geleitet zu werden. Wenn die deutsche Olympialeitung nicht versagt hat, bille, weshalb ließ man die Expedition allein nach Deutschland zurückkehren? Warum blieben die Herren Le- wald und Diem und Rllter o. Hall und Reichs- trainer Waitzer in Amerika, weshalb blieben diese siegreichen Feldherren nicht bei der Truppe? Sang» und klanglos kam die Expedition wieder: wir hätten den Lärm um die Führer vernehmen mögen, wenn Los Angeles etwas eingebracht hätte. Das Brandenburger Tor wäre sicher zu eng gewesen, so hätten sie sich gespreizt! War es nicht Herr v. Halt, der sich in Los Angeles dazu hergab, in Gemeinschaft mit den Franzosen Nurmi als Amateur zu erledigen? Denselben Nurmi, dem die von Herrn o. Halt vertretene Deutsche Sportbehörde so hohe Spesen zahlte, daß sie sich nicht einen Augenblick darüber im unklaren sein konnte, in Nurmi einen sehr fragwürdigen Amateur vor sich zu haben. Doch Herr Ritter v. Halt bleibt, bleiben werden auch die anderen, weil der bürgerliche Sport re- präsentiert wird von Leuten, denen Repräscn- tation alles, Breitenarbeit im Sport aber nichts ist. Die nächste Olympiade findet 1936 in Berlin statt— Heil und Sieg! Zehlendorfs Spieltag Schwimmer gegen Rasenhopser Die Zehlendorfer Freien Schwim- m e r veranstalteten zu der Feier chres ein- jährigen Bestehens ein W e r b e f p i e l f e st für Hockey und Handball. Daß sie damit das Richtige getroffen hatten, bewies die starke Beteiligung der Bruderoereine. Hand in Hand arbeiten, das ist das.Ziel der Zehlendorfer Arbeitersportler. Zum H o ck e y s p i e l hatten die Freien Schwinimer den ASV.-Schöneberg zu Gast. Wenn die Schwimmer aus dem Rasen auch nicht so be- weglich sind wie im Wasser, so boten sie den Schönebergern doch harten Widerstand. Nur vor dem Tor der Schöneberger waren sie vollkommen machtlos, so daß sie ohne jeden Erfolg blieben. Die Schöneberger dagegen nutzten jede Tormög- lichkeit aus und stellten dadurch das Ergebnis auf 9:0. Sehr lebhaft wurde das anschließende Frauen- Handballspiel durchgeführt, das von dem ASV.-Neukölln gegen eine Kombination der Zehlendorfer Schwimmerinnen und Turne- rinnen mit 3:0 gewonnen wurde. Lichtenrades erste Mannschaft war für die zweite der Zehlen- dorfer zu spielstark. Daher kam auch das hohe Ergebnis von 10:2 für Lichtenrade zustande. Einen interessanten Verlauf nahm das Spiel der ersten Mannschaften von Zehlendorf und Ruhlsdorf. Die Ruhlsdorfer entpuppten sich als eine äußerst spiel- freudige Mannschaft, die auch bei einem ungünsti- gen Resullat nicht den Mut sinken läßt. Gleich nach dem Anwurf gingen die Zehlen- dorfer zum Angriff vor, der auch bereits in der zweiten Minute den ersten Treffer einbrachte. Das schien heiter werden zu wollen, zumal sich die Ruhlsdorfer gar nicht finden konnten. Erst nachdem sie den Ausgleich in der zehnten Minute hergestellt hatten, klappte es besser. Bei voll- kommen verteiltem Spiel kamen die Zehlendorfer zum zweiten Tor, das aber von den Gästen bald aufgeholt werden konnte. Mit dem Halbzeitpfiff Sportfest in Britz Abschied von der Aschenbahn Das letzte diesjährige Treffen auf Aschenbahn und Rasen führte die Freie Turnerschaft Britz 88 und A S K ö.- B r i tz auf dem Sport- Sportplatz am Treseburger Ufer zusammen. Die unfreundliche Witterung mahnte zur flotten Abwicklung, so daß von Anfang bis zum Schluß ein lebhaftes Tempo bei den leichtathlitischen Wettkämpfen wie auch bei den Stafetten und Spielen zu beobachten war. Bei der allgemeinen Gymnastik wurden erst alle tüchtig durchgearbeitet, dann ging es zu den Dreikämpfen. Männer und Frauen stellten sich den Kampfrichtern beim Weit- sprung, Kugelstoßen, Laufen und Ballweitwerfen. Bei allen Geräten hiellen sich in bezug auf die Leistungen die Wettkämpfer beider Vereine die Waage. Bald gelang den Britzern ein Bor- sprung, bald folgte ASKö. dichtauf, um noch eine Bestleistung herauszuholen. Im Männerdreikampf mußte allerdings ASKö. den 88ern die ersten drei Plätze überlassen. Interessant waren die Sta- fetten, wo besonders die ASKö.-Arbeitersportler im guten Stil erst beim vorletzten Wechsel knapp überholt wurden. Das Faustballspiel war auf beiden Seiten ausgeglichen und endete mit einem Sieg ASKö. über„88". Den Abschluß bildete ein sehr flottes, durchaus faires Handballspiel Moabll-Britz 88. Die Moabiter, besser in Technik und Zusammenspiel, hatten den Erfolg mit 10: 2 auf ihrer Seite (Halbzeit 7: 1). Dreikämpfe. Alterssportler: l. Äaschenz.ASKa 1U P.; 2. Siitmet.83 139 P.— Frauen, 1. Gruppe: 1. Grade- AÖJto 165 P.: 2. fiilbncc.88 160 P.— Frauen, 2. Gruppe: 1. Franle.88 257 P.: 2. Sitftcm-88 212 P.— Manner: 1. Gilnlher.88 l7M P.: 2. aedWSS 162 P.— Stafetten. Alterssportler: 1.„88'' 59,5; 2.„ASKö" 60,3.— Frauen: 1.„88" 63,6; 2. und 3.„ASKö" 69,7 und 74,6. — Faustball, Männer: 70:75 fiir„ASKö" gegen„88". erfolgreich waren, auf ihre Plätze verweisen konnte. In der Jugendklasse, deren Rennen über 3 Kilometer führte und ebenfalls als Zeitfahren gewertet wurde, ging Willi Münch als sicherer Sieger hervor. Die Streckenbesetzung, sowie der Dienst des Arbeiter-Samariter-Bundes waren gut organisiert. Sieger: R. Reinstol, 2:38:30: 2. A. Ludtke 2:39:42; 3. i». Sachtleben 2:49:58; l. K. Selbig 2:41:30; 5. s. Herzog 2:43:57— Jugendklasse. Sieger: W. Münch 7:28; 2. F. Ludwig 7:40; 3. F. Lehmann 8; 4. F. Rassel 8:2; 5. E. Neubert 8:25. Kehraus hei ,,Soli Die letzten Straßenrennen << Bei nicht gerade gutem Rennwetter wurde das letzte diesjährige Straßenrennen der Rennfahrer vom Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund„Solida- rität" ausgetragen. Die Strecke führte von Blum- berg über Werneuchen, Tiefensee, Leuenberg, Steinbock, Brunow, Leuenberg und zurück. Es war ein Zeitfahren und ging um die Berliner Straßenmeisterschaft. Me gemeldeten Fahrer hatten sich kurz vor 7 Uhr dem Starter gestellt und somit konnte pünkllich der erste Fahrer auf die Reise geschickt werden, dem mit 3 Minuten Wstand der nächste folgte. Trotz des scharfen Windes, der allen Fahrern sehr zu schaffen machte, fuhr jeder für sich ein scharfes Rennen, was schon daraus her- vorgeht, daß fast keine Fahrer überholt wurden: jeder fuhr auf Tempo, da er ja nicht wußte, wie seine Gegner liegen. Als Sieger ging Robert R e i n h o l z hervor, was eine große Uebcr- raschung war, da er Fahrer wie Sachtleben, Herzog und Gorzitze, die in der ganzen Saison Notizen Reue Abteilung für Kinderturnen. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin eröffnet heute Diens- tag in der Turnhalle Bergmannstr. 63/68 eine Kinderabteilung, die an jedem Dienstag und Frei- tag von 18 bis 20 Uhr dort übt. Die Lettung der Abende liegt in Händen ausgebildeter Letter, die m> Sinne des Arbeitcr-Turn- und Sport- bundes die Hebungen der Kinder führen. Wettere Auskunft wird in der Turnhalle erteilt. Der Besuch der Eltern ist erwünscht. Trollmann boxt gegen de Boer. Der Berliner Spichern-Ring wartet Freitag, 7. Oktober, 20.30 Uhr, intt internationalen Berussboxkämpfen auf. Für den Hauptkampf wurden der populäre Troll- mann und Hollands Halbschwergewichtsmeister de Boer verpflichtet, der seinerzett mtt Adolf Heuser über die Runden kam und nur nach Puntten verlor. In einem weiteren internationalen Treffen stehen sich der deutsche Federgewichts- meister Harry Stein und der Belgier van Mensel gegenüber, auch der Berliner Witt wird im Ring erscheinen. Lernt ZiU'Zitju. Die bundestreue Sportliche Bereinigung„Lichtenberg-Friedrichsfeld« 04" beginnt heute Dienstag in der Turnhalle Bürger- hsimftr. 4 in Lichtenberg mit einem Kursus im Jiu-Jitsu. Jugendliche und Männer werden hier von geeigneten Trainern in der Kunst der Selbst- Verteidigung ausgebildet. Meldungen werden auch noch Freitag, 7. Oktober, entgegengenommen. Schriftliche Anfragen an Paul Binder, Berlin O. 112, Mainzer Str. 18. Gleichzeitig ladet die Sportliche Vereinigung alle Schüler, Jugendlichen und Männer zu dem Freitag, 7. Ottober, be- ginnenden Kursus im griechisch-römischen Ring- kämpf ein. Schwarzes Brett Bezirlsiariell Kreuzberg. Donnerstag, 0. Oktober, 20 Uhr. Delegiertensttznng im Jugendheim liarckstr. 11. Borstand 19�'Uhr. ALB. Schöneberg-Friedenan 07. Heute Mitgliederner- sammluna im PieeadMn. Ebersstraße, 19z.', Uhr. Freie Ruderer und»anusahrer, 1. Kreis. Zum Dauer. vabdeln für Faltboot, Klasse XI, noch umgehend Mel- düngen an Münchenhager, Baumschulenweg, Nene Krug- aller 228, abzugeben. Vollssvort Nolllölln, Britz, SpprtabteUung. Ueben nun. mehr jeden Dienstag um 20 Uhr in der Hertzberghallc lnur noch Männer und männliche Jugend). Training der Sportlerinnen ab 6. Oltober jeden Donnerstag um 20 Uhr in der unteren Lesstnghalle.— Tennisaitellung. Hallen training ab 6. Oktober jeden Donnerstag bis 22 Uhr in der Halte Mariendorfer Weg, alte Halle. Anfänger sinden sachgemäße Ausbildung. Interessenten melden sich in der Geschäftsstelle, Stuttgarter Str. 18. 1' 2 8612. Freie Sportpereinigung Pankow. Mittwoch, 5. Oktober, Lichtbildervortrag der HoNenabteilung im Jugendheim ilifstngenstraße um 20 Uhr. Infolge der Schulferien fällt der Hallendetrieb für alle Abteilungen aus. Erster Turn. abend am 14. Oktober für Männer- und Jugendabteilung, ASV. Schöneberg-Friedenau 07, Schwimmer. Bade» adende im Äinterholbjahr: Montags von 191,-20 Uhr, Freitags von 20�—22 Uhr im Stadtbad Schöneberg, Hauptstraße. Gäste herzlich willkommen. FSB. Borwärts 31 sucht laufend Spiele für 1. und 2. Elf aus Gegners und eigenem Platz. Schriftliche An. geböte an O. Loose, Köllnische Allee 88, oder Anruf: 1' 2 1636. Freitags ab 20 Uhr. Theater, Lichtspiele usw. s Sfaals Thealer Dienstag, den 4. Oktober staaisoper unterden Linden 20 Uhr Wiener Mut Staailiches schauspteihaus 20 Uhr mauon Barniteim VOLKSBÜHNE Theater am BQlewpiaix D 1, Nordes 2044. lilledeodlieb Hhi vdr Letzte 4 Aufltthrancen Der Revisor Regle: Heinz Hilpert BETRIEB KftIPIHSIflii.j 8 Ulli 15. rioia 3434. Suudien er). Vier Bronnetts, George Dormonde, Lord Ain, Mary Erik& Co., 7 Alfredos u. s. w. kartnii• abends schon von 70 Pf. nailcll. nachm. von 5a Pf. an »v.uhr CflSillO- THEATER«v. u». Loihrmger Mrafcc 37. iiiiiitiiiiiiiiliniiiiMiiiiiiiiiuiiiiiiiiiniiitiniiiiiiiiiiiiiuiiMiiiniNI Aach Sonntage nadim. 4 Uhr: Hnmorl Stimmangl Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg als Tante julchen. autschein fflr die Leser l— 4 Personen Faut 0.75 M.. Sessel 1 25 M.. Park. 0.50 M. rrcttlner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) ' Dir..Meysel. Dir.«eriel. Täel 8.15 Uhr. Sonntags 330 Uhr(ermäßigte Pr. Das neue Programm mit der Posse ppUndi abends wird getanzt" SsuisdiesMef Weidend. 5201. 8 Uhr Rose Bernd von lmliskl Hauptnann mii Paula Wessely Karamerspieie 8'/« Uhr Schicksal nach Wunsch Kcoiödia f. Christa Winslet Regia: Rndtlf Bor Melzer, Ullrich. Riemann, Abel, Brausewetter fj Mlttwocli. den 5. OktoOer nadim. 3 Uhr 5 chill er Itirolmansir. 70/71 äteinpl(C 1) 8715 Rur 9 Vcntellaüjm Täglich 8'/« Uhr Der IS Oktober Somig.. I-OH.,!1! ödr: Eiiraalig« Hüffäbnug: Die vmuiikene Glodie ttiTESinüi Blumen iiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Paul Golletz MaHannenstr. 3 F8, Oberbaum 1303 Slädi.Oper Charlotrenöurc Fraunhofer 0231 Dienstag,!. Oktober 16 Uhr geschlossene Nach- mitiags-Vorstellg. für wohlfahrts- crwerbslose Die Boheme Abends 20 Uhr Turnus Hl: Die Boheme Lemnitz a. O, Pa- taky, Frind. Heyer, Hüsch. Baumann. Dirigent- Breisach /berliner thealN 1 i 7 Düiib. 62i 1 Letzte Woche 1 8-/4 Uhr MOISSi Der lebende] Leichnam IsOPf,— 4.'M J Rose- ineater iroS« frmthrtir Stnli 132 itl. Wddtsil l 1 342! 8.15 Uhr Der Bauptinann von Köpenick Sfirfccote im 3 Vorwärts ichern(Erfolgt WkHWtH ■Sklld» leipiiqer S1t.\Z2-U2i