Abend-Ausgabe Nr. 472 B 228 49. Jahrg. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: 017 Olmt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammadresse: Sozialdemokrat Berlin WOLKSBLATT DONNERSTAG 6. Oktober 1932 In Groß- Berlin 1 9 Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Olnzeigenpreise siehe am Schluß des redaktionellen Teils Jentralovgan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands 6.10.-6.11.! Von deute in einem Afonat fällt die Entscheidung Von heute in einem Monat wird gewählt. Inzwischen wirkt sich die Wirtschaftskrise, verschärft durch die Politik der Ba- r o n e, weiter aus: wir gehen, was die Er- nährungsverhältnisse betrifft, einem neuen Kriegswinter entgegen. Infolgedessen steigt die Verwirrung, aber auch Erscheinungen der Müdigkeit machen sich bemerkbar. Gegen die Müdigkeit stellt sich die Sozialdemokratie mit neuer Aktiv!- tät. Der allgemeinen Verwirrung setzt sie chr Programm entgegen, das einzige klare, zielweisende Programm, über das die deutsche Gegenwart verfügt. Die Träume vom Dritten Reich und von Sowjetdeutsch- land sind ausgeträumt; die Jagd nach ihnen hat zu nichts anderem geführt als zur Auf- richtung einer konservativen Adels- Herrschaft, die von den politischen und sozialen Rechten der breiten Massen eines nach dem anderen zu vernichten droht. Der Kampf um diese politischen und sozi- alen Rechte kann weder von den National- sozialisten noch von den Kommunisten geführt werden. Zu lange haben beide über die Demokratie, über die sozialen Errungen- schaften der Arbeiterklasse gezetert und gehöhnt, als daß sie heute als ihre Verteidiger auftreten könnten. Nur die Sozialdemokratie kann an die Stelle des neuen Herrenregiments eine wirkliche Volksherrschafl setzen! Nur die Sozialdemokratie kann den Weg weisen, der zur Wiederherstellung der zerstörten sozialen Rechte und darüber hin- aus zur Grundlegung einer neuen, s o z i a- listischen Wirtschaftsordnung führt. Vorwärts zum Angriff gegen das neue Herrenregiment und gegen die Parteien, die ihm bewußt oder unbewußt die Steigbügel gehalten haben! Gegen alle Diktaturapostel für das Recht des Volkes! Gegen den menschenmordenden Kapitalismus, für den Sieg der Arbeit! Für Demo- kratie und Sozialismus! Severins über den 20. Juli Verbotene Briese Aber Hitler trifft das nicht Eine württembergische Landtagsabgeordnete schrieb einem Kameraden vom Reichsbanner, der wegen Landfriedensbruch in Untersuchung s- Haft war, folgenden Bries: „Werter Genosse! Die Genossinnen der SPD. Stuttgarts nehmen herzlichen Anteil an Ihrem«chickjal, denn�sie vermögen das Opfer zu würdigen, welches Sie im Ringen um die Freiheit der Arbeitertlassc zur Stunde bringen. Sie dürfen versichert sein, daß wir uns eng verbunden fühlen mit all den Kameraden, die treu für die Sache der A e r m st e n des Volkes einstehen. Ich bitte Sie, eine kleine Gabe als äußeres Zeichen unserer Verbundenheit anzunehmen, und grüße Sie herzlich. Freiheit!" Der Brief wurde durch die Strafkammer des Landgerichts Stuttgart beschlagnahmt und dem Reichsbannerkameraden nicht ausgefolgt.' Wenige Wochen zuvor hatten fünf Ratio- nalsozialisteneinenschlafendenKom- munisten meuchlings ermordet. Adolf Hitler sandte den verurteilten Mördern von P o t e m p a ins Untersuchungsgefängnis folgendes Telegramm: „Meine Ka m e r a d e n! Angesichts dieses ungeheuerlichsten Bluturtcils fühle ich mich mit euch in unbegrenzter Treue verbunden. Eure Freiheit ist von diesem Augenblick an eine Frage unserer Ehre." Das Telegramm von Adolf Hitler wurde nicht beschlagnahmt. Man sieht, die Bracht-Regierung hat in Preußen für Ordnung und Gerechtigkeit gesorgt. In einer Kreismitgliederversammlung in Lich- tenberg sprach in der bis auf den letzten Steh- platz auf der Galerie gefüllten großen Aula des &um Jlampi oeren: Stolz leuchtet das Freiheitszeichen der drei Pfeile über dem First des Hauses. Unter Ge- fahren haben die Hausbewohner es dort oben befestigt. Es soll ein Wahr- und Wahl- zeichen sein! Reformgymnasiums, mit Freiheitsrufe» begrüßt, Karl Severing über den 20. Juli. Die Wahlen vom 20. Mai 1928 hatten uns einen starken Zuwachs gebracht, und da sie von uns unter der Parole Heran an die Macht! geführt worden waren, empfahl der Parteiaus- fchuß der Reichstagsfraktion die Führung bei der Regierungsbildung zu übernehmen. So entstand das Kabinett Hermann Müller. Die Regierung des Bürgerblocks stand vor allem unter dem Zeichen außenpolitischer Unfruchtbar- keit. Der Wahlsieg vom 20. Mai brach das Eis, und Hermann Müller war es vorbehalten, in Genf eine Tonart anzuschlagen, mit der verglichen Popens Laufanner Reden reinste Limonade sind. Briand war oerstimmt, aber er muhte anerkennen, daß der republikanischen deutschen Regierung in der Reparationsfrage, aber auch in der B e- satzungsfrage Zugeständnisse gemacht wer- den mußten. Eingeleitete Verhandlungen wurden im Frühjahr 1929 fortgesetzt, es kam der P o u n g- Plan, der nicht unser Ideal war, aber einen Fortschritt gegenüber dem Dawes-Plan dar- stellte. Durch die Ereignisse, die folgten, ist aber in weitesten Kreisen völlig vergessen, daß durch die Politik des Kabinetts Hermann Müller Deutschland wieder Herr seines Bodens wurde und daß zum 1. Juli 1930 der letzte fremde Sol- dat das Rheinland verließ. Wer spricht noch da- von? Wir Sozialdemokraten sind darin sonder- bare Politiker, daß wir bei uns selber oft den kleinsten Schönheitsfehler sehen, die eigene Leistung aber meist nicht beachten. (Lebhafte Zustimmung.) Die Bekämpfung des Poung-Planes setzte ein mit dem Volksbegehren der Deutschnationalen und Rationalsozialisten Ein Feldzug der Volksver- dummung begann 107 Nationalsozialisten zogen in den Reichstag. Sie drohten, die Republik und die republikanische Freiheit in einem Meer von Blut zu vernichten, und die Drohungen waren durchaus ernst gemeint. Für uns erhob sich die Line Rede in Lichtenberg Frage: sollten wir die von uns zuvor bekämpfte Notverordnungspolitik Brünings stützen oder sollten wir die Nationalsozialisten in den Sattel heben? Wir entschieden uns für die T o l e r i e r ü n g s- Politik. Sie zwang uns dazu, sehr unpopuläre Mahnahmen zu tragen. Aber was Brüning tat, war wenigstens noch halbwegs erträglich. Durch unsere Schuld durfte die Macht nicht in andere Hände gleiten, die alles zertrümmert hätten. Das sagen wir auch den kommunistischen Kritikern, die immer von ihrem Sowjetideal sprechen, damit aber nur die Luft erschüttern. (Sehr richtig!) Was wir taten, geschah aus Liebe zur Arbeiterschaft. Nicht aus Liebe zu Brüning. Was ist aber heute noch Länderpolitik? Wie der Reichstag ist auch der Preußische Landtag so gut wie ausgeschaltet. Man regiert durch Notverord- nungen. Gerade das aber ist eine Folge der Wahlergebnisse. In den Wahlkämpfen spielte nicht die Politik der einzelnen Länderregierungen eine Rolle, sondern die Wähler, Beamte, Arbeiter, Mieter und Vermieter wollten ihrer allgemeinen Unzufriedenheit Ausdruck geben. Unter diesem Zeichen stand auch die preußische Landtagswahl. Wohl wurde über Braun und Severing als Blut- Hunde geschimpft, aber über Landespolitik wurde fast gar nicht gesprochen. Wer aber den Zusam- menhang zwischen dem 24. April, dem Tag der Landtagswahlen, und dem 20. Juli nicht sieht, der hat auf dem Monde gelebt.(Starke Zustim- mung!) Im neuen Landtag stand eine riesengroße Mehrheil gegen die Regierung. Allein die 162 Nationalsozialisten waren ebenso stark wie die bisherige Regierungskoalition. Da fragt man uns: Warum seid ihr da nicht gleich am 2Z. April nach Haufe gegangen? Das wäre sehr bequem gewesen, aber hätte uns sicher kein Lob gebracht. Einmal waren wir durch unsere Eide bis zum Ablauf der alten Legislaturperiode, bis zum 19. Mai, um Aushalten verpflichtet, dann aber trieben uns auch politische Gründe. Nach den Spielregeln der Demokratie hätte sich eine neue Regierungsmehrheit bilde» müssen, die sich nur aus Nationalsozialisten und Zen- t ru m zusammensetzen konnte. Eine nervöse De- serteurpolitik hätte den Nationalsozialisten bei ihren Verhandlungen mit dem Zentrum alle Trümpfe in die Hände gespielt. Am ZV. 3uli wurde der Rcichskommissar ein- geseht. angeblich, weil Preußen seine Pflicht nicht erfüllt hat«. Das ist nicht der wahre Grund. Vorher hat man selbst zugegeben, daß man nicht rechts der Wilhelmstraße eine andere Politik betrieben sehen wolle, als links der Wilhelmstraße. So war es und alles ander« ist eitel Schwin- d e l, ganz gleich, ob der Staatsgerichtshof das anerkennt oder nicht. Wie erfolgte die Cxeku- tion? Ich habe zehn Jahre so regiert, daß ich im politischen Freund und im politischen Gegner zuerst den Volksgenossen sah, und ich er- wartete, auch so behandelt zu werden.(Zurufe: Verkehrt, verkehrt!) Severing(sehr er- regt): Es war doch richtig! Ueber der poli- tischen Zweckmäßigkeit muß die menschliche Anständigkeit st ehe n. (Lebhaftes Bravo!) Vor allem für uns Sozial- demokraten, die wir Kulturträger waren und sind. Als man uns rief, behandelte man uns wie Re- kruten. Freilich steht dies Verhalten in der deut- schen Geschichte nicht einzig da. Auch Bismarck und Stein sind nicht in würdiger Form ent- fernt worden. Ich las jetzt wieder einmal den Wallenstein, und bei den Zeilen des Reiterliedes: „Die Falschheit herrschet, die Hinterlist bei dem feigen Menschengeschlechte" kamen mir mancherlei Gedanken. Auch aus parteigenässischen Kreisen ist uns gesagt worden, wir hätten am 20. Juli eine andere Taktik einschlagen sollen, wir hätten den Generalstreik proklamieren und die preußische Regierung hätte mit allen Machtmitteln Widerstand leisten sollen. Ein- mal wäre das eine glatte Verfälschung des Volks- willens vom 24. April gewesen, und dann: wenn man den offenen Kampf aufnimmt, dann muß man mindestens ebenso stark sein wie der Gegner. Vergessen wir nicht, daß die Landes- polizei nach gewissen Bestimmungen der Reichs- Furcht vor Zeugenbank Auch Na-i-I�aukmann drückt sich Eigener Bericht des„Vorwärts" Siel, 6. Oktober. Der Gauleiter der Hamburger Nationalsozia- listen, Kaufmann, hat den Verantwortlichen des deutschnationalen„Ostholsteinischen Tage- blattes", Heinrich Lühr, wegen Beleidigung verklagt. Da Kaufmann„M. d. R." war, erhob die Kieler Staatsanwaltschaft Osfizialklage. Der Klage zugrunde liegt ein Artikel im„Ostholstei- nischen Tageblatt" vom 28. Januar 1930. Das ist jetzt also beinahe drei Jahre her. Der Beleidigungsprozeß aber ist trotz vieler Versuche bisher noch nicht einmal in erster In- stanz verhandelt worden. Schuld daran ist einzig und allein Nazi-Kaufmann, der Mann, der beleidigt sein will. Es ist der Staats- anwaltschaft und dem Gericht bisher nicht ge- lungen, Saufmann als Zeugen vor Gericht zu bringen oder auch nur seine kommissarische Vernehmung zu erreichen Kaufmann ist zwar viele Rlale geladen worden, man hal ihn auch schon einige Male in Ordnungsstrafen genommen, aber erreicht hal man damit gar nichts. Da Kaufmann auch jetzt als Mitglied des Ueberwachungsaus- schusses des Reichstages noch durch Immunität geschützt ist, kann die Staatsanwaltschaft keine kräftigeren Mittel gegen ihn anwenden. Er soll jetzt wieder, da er in dem für den 4. Oktober angesetzten Termin nicht erschien, in eine sehr empfindliche Ordnungsstrafe genommen werden. Das Verhalten Nazi-Kaufmanns in diesem Be- leidigungsprozeß, auf dessen Hintergründe noch etwas näher einzugehen sein wird, paßt in das Gesamtbild dieses famosen und prominenten Ver- treters des Dritten Reichs. Er, dem ein Unter- suchungsausschuß seiner eigenen Partei wegen Ordensschwindel, Urkunden- sälschung und doppelten Ehrenwortbruches die Ehrenhaftigkeit für immer abge- sprachen hat, fühlt sich dadurch beleidigt, daß eine deutschnationale Zeitung folgenden Satz schreibt: „Was soll man bloß zu den hier hervor- tretenden Manipulationen nationalsozialistischer 'Abgeordneter, die doch sicher den Anspruch er- heben, ernst genommen zu werden, sagen?" Dabei beziehen sich diese Manipulationen nicht etwa auf den Ordensschwindel, sondern auf das Verhalten der Nazis im Gefchäftsord- nungs- Ausschuß des Preußischen Land- tages! Die Staatsanwaltschaft, die sich jetzt seit Jahren mit dem Verfahren abquält, will Kaufmann als letzten Zeugen in der Sache zwingen, Farbe zu bekennen. Sie muß sich ja auch besonders blamiert fühlen, weil sie die vermeintliche Ehre des Ehren-Kaufmann zur öffentlichen Sache machte. Hätte sie ihn, wie es richtig war, auf den Weg der P r i v a t k l a g e verwiesen, so wäre der Prozeß längst auf des Klägers Kosten erledigt worden. Verfassung dem Reich unterstellt werden kann. Als ich in der Reichskanzlei erklärte: ich weich« nur der Gewalt, verließ ein Beamter das Zimmer. wenige Minuten daraus war der militärische Ausnahmezustand verhängt. das Verfiigungsrecht über die preußische Polizei ging auf den Militärbefehlshaber üler. Reichs- recht bricht Landrecht. Und sollten wir nun einen aussichtslosen Putsch oersuchen? Nein! Wir waren unterlegen, und ich darf wohl tapfer sein auf meine Kosten, aber nicht auf Kosten meiner Beamten, die dann entweder tot- geschossen oder ohne einen Pfennig Anspruch auf der Straße gelegen hätten. Zudem: am 20. Juli waren Papen und Hitler, Kube und Bracht ein Herz und eine Seele. Hätte ich so, wie man es mir da vorschlägt, gehandelt, wir hätten keine Wahl mehr gehabt, der ganze Faschismus hätte die Macht ergriffen. Das Ende der deutschen Arbeiterbewegung wäre auf lang« Zeit besiegelt gewesen. Mit Ihrer Erregung, Genossen, bin Ich vollkommen einverstanden, ich würde es beklagen, wenn Sie nicht erregt wären. Aber hätten wir vielleicht die kommunistische Kinderei eines einstllndigen Demonftrakionsstreiks mitmachen sollen? Ich sage: Ganzen Widerstand oder gar keinen! Wenn wir das heiße Herz über das kühle Blut hätten siegen lassen, wir hätten Papen den größten Gefallen getan. Die Revanche für den 20. Juli wird kommen! Wir müssen sie vorbereiten durch intensivste Partei- arbeit. Lassen wir uns nicht«infangen von den Rattenfängermelodien der Kommunisten. Denken mir daran, daß die Kommunisten Seit« an Seite mit Hugenberg und Hitler den Volksentscheid gegen die Sozialdemokratie gemacht, daß sie noch nach dem 24. April gegen die geschäftsführende preußische Staatsregierung ein ausdrückliches Mißtrauensvotum einreichten. Vereinen wir klaren Kopf und glühende Begeisterung, handeln wir nach dem Schlußwort des Reiterliedes: Und setzet ihr nicht das Leben ein, Nie wird euch das Leben gen mmen fein! (Starker, anhaltender Beifall.) In der Diskussion fragt« Richter: Warum die Regierung Braun- Severing noch kurz vor dem 20. Juli die Finanzmaßnahmen, die vom Reich verlangt wurden, wie die Schlachtsteuer u. a., durchgeführt hätte? L e e tz tadelte, daß vor dem 20. Juli von Severing und Grzesinski die Zuverlässigkeit der preußischen Polizei immer als völlig unbezweifelbar hingestellt worden sei. Andere Redner rügten ein« allzu lasche Beamten- Politik, sie verlangten mehr republikanisch« Aktivi- tat. Weiter wurde gefragt, ob nicht die preu- ßische Regierung vor dem 20. Juli etioas von den geplanten Maßnahmen gewußt hätte. In seinem Schlußwort sagte Severing, daß er nicht eine Minute vor der Unterredung in der Reichskanzlei am 20. Juli morgens auch nur hätte vermuten können, was geplant sei. Am Tage zuvor habe er durch Ministerialdirektor R o b i» bei Reichskanzler von Papen anfragen lassen, welchem Zweck di« für den 20. Juli angesetzte Unterredung dienen solle? Man habe ihm gesagt: landwirtschaftlich« und finanziell« Fragen.(Zurufe: Unerhött!) Die finanziellen Maßnahmen habe die preußisch« Regierung durch- geführt, weil man ihr sonst gesagt hätte: Die Unordnung im preußischen Etat ist das beste Zeichen für die marxistische Mißwirtschaft. Außer- dem hätten ohne diese Maßnahmen die Unter- stützungen für die Wohlsahrtsempfänger in vielen preußischen Großstädten nicht ausgezahlt werden können. Er hob« immer gesagt, daß die preu- ßische Polizei«inen Putsch niederschlagen würde, ober nie behauptet, daß sie gegen di« Reichswehr eingesetzt werden könne. In der Beamtenpolitik möchten Sie Kritiker in manchem recht haben, aber er müsse auch bekennen, daß ihm aufrechte Gegner lieber seien als Konjunktur-Sozialdemo- kraten. Für uns heißt es jetzt: Vorwärts und durch bis zum Sieg! Severing erntet« zum Schluß stürmischen Bei- fall, der sich erneuerte, als der Vorsitzende die Versammlung mit dem Appell schloß, im be- ginnenden Wahlkampf die Pflicht für sie Partei zu erfüllen. Wer war der Schütze? vapen-Strefemann Schwicgervatcr-Geschichtcn Ont Kampfe um dl« Macht ist den nationalifti- schen Demagogen jedes Mittel recht. Als der Nationalliberale Stresemann di« Außen- Politik Deutschlands nicht ohne Geschick und Erfolg auf dem Weg der Verständigung vorwärtstrieb, sielen ihm die jetzigen Freunde Popens, die Deutschnationalen, mit den schamlosesten Per- dächtigungen in den Rücken. Sie schreckten nicht davor zurück, ihm verwandtschaftliche Beziehungen zu unterstellen, die ihn angeblich Ins.cheutschfeind- liche" Lager trieben, und erfanden ihm einen Schwiegervater, der an der tschecho- slowakischen Rüstungsindustrie be- teiligt fein sollte. Jetzt treibt das Kabinett der Barone eine Außenpolitik, die wesentlich ab von dem Wege läuft, auf dem Stresemann mit Hermann Müller wandelte. Aber das hilft ihm auch nicht. In der„Pommerschen Zeitung", dem offiziellen Naziblatt, wird dem jetzigen nur durch Hitlers Duldung in sein Amt gekom- m e n e n Reichskanzler vorgerechnet, er sei mit dem Saarindustriellen Boch, dem Leiter der Firma Billeroy u. Boch, durch Heirat verwandt. Sein Schwiegervater Boch habe„weitgehende Dramatisches aus dem Eisernen Front-Prozeß In der heutigen Verhandlung vor dem Sondergericht gegen die Angeklagten der Eisernen Front kam es zu äußerst dramatischen Gegenüberstellungen. Es wurde der ZZjährige Schlosser Karl Franke, der aus der Propagandafahrt im Beiwagen des Angeklagten v.oß fuhr, vernommen. Der Angeklagte Schmidt behauptet von Franke, daß dieser es gewesen sei, der bei dem Naziüberfall auf die Kameraden aus dem Bei- wagen gesprungen, hinter dem Lieferwagen ge- laufen sei und geschossen habe. Franke schilderte die Vorgänge in Börnicke ähnlich wie die Angeklagten und die Zeugen. Als Boß aus sei- nem Motorrad durch die Nationalsozialisten durchgekommen war und abgestoppt hatte, hat sich Franke umgedreht und gesehen, wie die National- sozialisten über Ringe uno die anderen herfielen. Er sprang aus dem Beiwagen und lief hinter dem Lieserwagen her, um dem Kameraden zu Hilfe zu eilen. In der Hand hatte er die Luft- pumpe. Da aber die Nazis auf ihn losgingen, lief er zurück. Boß war mit dem Motorrad be- reits losgefahren: Franke eilte hinterher uno holte ihn ein als Boß stoppte. Hinter ihm knall- ten Schüsse. Vors.: Sie können auf die Frage, die ich jetzt an Sie richten werde, die Antwort verweigern. Haben Sieden Nazis was angetan? Zeuge: Nein. Vors.: Hatten Sie eine Waffe? Zeuge: Nein. Vors.: Haben Sie geschosssn? Zeuge: Nein. Vors.: Hat ein anderer ans Ihren Reihen geschossen? Zeuge: Meiner Meinung nach nicht. Vors.: Also ob- gleich ich Sie auf die Zeugnisverweigerung aus- merksam gemacht habe, bleiben Sie dabei, nicht geschossen zu haben. Zeuge: Ja. � V o r f.: Na, Angeklagter Schmidt, was sagen Sie dazu? Schmidt: Das ist c«r Schütze. Vors.: Da« genügt nicht. Schildern Sie genauer. Schmidt: Es war, wie er gesagt hat. Er lies hinter dem Lieferwagen her und schoß. Zeuge Franke: Ich bestreite das. Schmidt: Er hat mir ja noch vorher einen Revolver gezeigt und mir ge- sagt, ich habe ihn mitgenomnien für den Fall, daß wir überfallen werden sollten. Das habe ich auch einem Kameraden erzählt. Zeuge Franke: Ich weiß nicht, wo er das hergenommen hat. Ich habe ihm keine Waffe gezeigt. Es werden sämtliche Nazizeugen vorgerufen, von denen nur der Zeuge Sturmsührer Müller gesehen haben will, wie Schmidt geschossen hat. All anderen behaupten teils mit Bestimmtheit, teils vermuten sie es nur, daß Schmidt beim Vor- beifahren eine Waffe in Ler Hand gehabt habe. Schmidt dagegen behauptet, es sei ein« Luftpumpe gewesen. Die Demonstrationen am Ricbtcrtisch zeigen, daß man beim Norbeirasen des Motor- rades schwerlich zwischen einer schwarzen, kurzen Luftpumpe und einer schwarzen Stahlwaffe unter- scheiden kann. Keiner von den Nazi- zeugen erkennt Franke wieder. Die Verhandlung geht weiter. Neu« Z« u- gen sollen noch herangeholt werden, und es er- scheint zweifelhaft, ob das Urteil noch heute ge- fällt weiden kann. Die andere Leite Sparer des Konsum! Sei cisr Kindsrpsrstts vor Hitlor erkrankten 120 Kinder infolge un- ÖenUgender Verpflegung und eberanstrengung. Diese Parade kann Hitler fetzt abnehmen! familiär« Beziehungen zu französischen und bel« gischen Großindustriellen", vor allem zur Familie des französischen Rüstungeindu- st r l« l l« n Schneider-Creuzot. Aus dieser angeblichen Tatsache folgert das Naziblatt in Form von Fragen, daß diese ver« wandtschaftlichen Beziehungen Einfluß auf di« Außenpolitik de» Kabinett« Papen hätten. Stresemann war als Nationalliberaler ein natio» naler Mann, Papen ist ein nationaler Mann. Das schützt sie nicht vor den Schwiegervaterlegenden derer, die noch„nationaler" sind als sie! Geister, die er rief... und nicht wieder los werden kann Essen, 6. Oktober. In einer deutschnationalen Wahloersammlung im städtischen Saalbau kam es gestern abend zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen dem Hauptredner, dem Reichstagsvize- Präsidenten Graes, und den zahlreich erschie- nenen Nationalsoziali st en. Der Redner, der heftige Angriffe gegen die Nationalsozialisten und gegen Hitler persönlich richtete, konnte minutenlang nicht zu Worte kommen. Die Musikkapelle begann zu spielen, um die lärmenden Lersammlungsteilnehmer zu übertönen. während die Polizei einige Störer aus dem Saal entfernte, unter ihnen den Führer der Essener Nationalsozialisten, Zilkens. Die im Saal verbliebenen Nationalsozialisten stimmten darauf Kampflieder an und ver- ließen schließlich unter nationalsozialistischen Kampfrufen die Bersammlung, die nunmehr in Ruhe zu Ende geführt wurde. Vizepräsident Graes wies in seinem Schlußwort daraus hin, daß die geplante Reichsversassungsreformnur mit Artikel äS gemacht werden könne. und mahnte die Zuhörer, die Reichsregierung zu stützen. * Hugenberg hat die Geister der Gewalt hoch- gepäppelt, jetzt kann er sie nicht wieder loswerden. Sie überschwemmen und verprügeln seine Ber- sammlungen. Er selbst wird als alter Besen in di« Ecke gestellt. Auto stürzt 500 m tief Drei Personen tot, vier verletzt Venedig, 6 Oktober. In den nahen Bergen ereignete sich ein fchwe- res Autounglück, bei dem drei Personen den Tod fanden. Ein Auto, in dem sieben Personen Platz genommen hatten, stürzte in der Dunkelheit bei einer schmalen Kurve in einen SSV Meter tiefen Abgrund. Drei Insassen waren sofort tot. Die vier anderen wurden auf die Böschung geschleudert und erlitten nur leicht« Ber- letzungen. Die Leichen der drei Verunglückten konnten erst nach stundenlangen Mühen aus dem Abgrund geborgen werden. Vorsicht vor SpitzeZu? Kommunisten als Fälscher entlarvt In Düsseldorf wird seit einiger Zeit bei den Parteigenossen eine Zeitschrist in Brieskästen und Türschlitze gesteckt, die„Signal" heißt und an- geblich von„unzufriedenen und oppositionellen Reichsbannerkameraden und SPD-Mitgliedern" herausgegeben werden soll Dieser Tage wurde ein Bertreiber abgefaßt, der eine ganze Aktentasche voll dieser„Signale" bei sich hatte. Es war der kommunistische Funktionär Drinhausen, der auf die Frage, feit wann er„oppositioneller SPD.-Mann" sei, antwortete, er wisse nicht, was in den von ihm oerteilten Briefen drinstehe. Also eine ganz ordinäre Fälschung, organisiert von den Kommunisten— zu Ehren der Einheitsfront! Haltbelehle gegen 25 Nazis Zwickau, 6. Oktober. Auf Ersuchen der Staalsanwallschast hat die Polizeidirektion Zwickau überraschend in Zwickau, werdau, Glauchau, Planitz, Lberhohndors und Kirchberg bei Anhängern der NSDAP. Durchsuchungen nach Waffen oorgencmmen. Es wurden etwa 20 handseuerwofscn verschiedenen Alters gesunden. Festgenommen wurden etwa 50 Personen,- die halste wurde jedoch wieder entlassen. Gegen 2S Wann ist richterlicher Haftbefehl erlassen worden. Wieder VerkehrsungWck Lastauto gegen Privatauto. Passanten verletzt Drei Leitung warnt vor falschen Gerfichten Falsche Gerüchte haben in den letzten Tagen zu vermehrten Abhebungen von der Sparkasse der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend geführt. Die Konsumgenossenschaft hat sich da- durch oeranlaßt gesehen, einem Nachrichtenbüro die folgende Erklärung zu geben: „Die Konsumgenossenschaft Berlin und Um- gegend hat als Hauptzweck die Versorgung chrer etwa 200 000 Mitglieder mit Lebensmitteln und Bedarfsgütern. Diese Handelzabteilung arbeitet ununterbrochen ohne jegliche Störung. Daneben unterhält die Genossenschaft noch eine Spar- k a s s e. in der die ihr angeschlossenen Mitglieder ihre Spargelder angelegt haben. Infolge der Wirtschaftskrise und der verschiedenen Ausammen- brüche pon Banken und sonstigen Unternehmungen hat in den letzten Wochen ein Ansturm aus unsere Sparkasse eingesetzt, so daß wir uns veranlaßt gesehen haben, die Auszahlungs- bestimmungen zu verschärsen mit der Maßgabe. daß an jeden Sparer je Monat und Konto nur ein Teilbetrag seines Guthabens zur Auszahlung gelangt. Die Auezahlung der Sparguthaben kann n'cht aus den zur Aufrechterhaltung des Betriebes er- forderlichen Betriebsmitteln erfolgen, sondern aus den uns zu diesem Zweck zur Verfügung stehenden Krediten. Wir stehen augenblicklich mit unserer Zentrale in Hamburg wegen Aufnahme neuer Are- dit« in Verhandlungen, die in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen. Bon einer Zah- lungseinstellung kann nicht die Rede s e i n." Zm Berliner Westen, an der Ecke Z o a ch i m s- thaler Straße und Sursürstendamm. ereignete sich heute vormittag ein folgenschweres Verkehrsunglück, bei dem drei Passanten schwere Verletzungen erlitten. Gegen Uhr wurde auf der Straßen- kreuzung ein Privatauto von einem Lastauto ge- rammt. Das Prioatauto wurde durch die Wucht des Zusammenpralls beiseite geschleudert. Der Führer des Wagens verlor dabei die Gewalt über sein Fahrzeug und geriet auf den Bürgersteig. Drei Passanten wurden von dem Auto erfaßt und überfahren. Der 31jährige Kaufmann Robert Morris aus der Prager Straße 3S geriet so unglücklich unter die Räder des Wagens, daß ihm der rechte Fuß abgerissen wurde. Zwei wettere Passanten, ein 23 Jahre alter Elmar Hey- wintel aus der Prager Straße 33 und ein 71 Jahre alter Adolf B l u m b e r g aus der Helm- ftädter Straße erlitten gleichfalls schwere Ver- letzungen. Die Verunglückten fanden im Wilmersdorfer Krankenhaus in der Achenbachstraße Aufnahm«. Morris mußte sofort in den Operationssaal ge- bracht werden. Die Schuldfrage konnte die her von der Kriminalpolizei noch nicht geklärt werden. Ende des Geunderwerbsstocks Auflösung nach zehnjährigem Bestehen Der Sladkoerordaelenausschuß zur Beratung der Vorlage über die Aushebung des Gemeindebeschlusses wegen eines Grunderwerbs- stocks vom S. bis 20. April 1922 hat dieser Vorlage in seiner heuligen Sitzung einstimmig zugestimmt. Danach wird also der seil dem 1. April 1923 bestehende Grvnderwerbs- flock, dem alle städlischea Grundstücke augehörlen, die keinem bestimmten städli- scheu Zweck zugesührk wurden, wieder aufgelöst. Der Grunderwerbsstock und das bisherige kapilel X werden zu einem zentralen Haushalt»- kapilel XX, Z— Grundeigentum— vereinigt. Aiexanderwerk Die Arbeitsgerichfsentscbeidung DU Feststellungsklage des Alexanderwerks in Remscheid, das 700 Arbeiter entlassen hat, weil sie sich gegen«ine SSprozentige Notverordnungs- lohnkürzung wandten, wurde aus einem s o r- mellen Grunde abgewiesen. Da» Vorgehen des Alexanderwerks stehe zwar Kn Einklang mtt der Berordnung zur Erhaltung und Vermehrung der Arbeitsgelegenheit, der Lohnzahlungs- abschnitt sei jedoch nach der Dcrordnung e i n monatlicher, so daß die Bekanntmachung der Werksleitung nicht schon am 26. September, sondern erst vom 1. Oktaler ab in Kraft treten konnte. Das Alexanderwerk will gegen diese Entschei- dung beim" Landesarbeitsgericht Wuppertal Be- rufung«inlegen. GasungMck in Wilmersdott Mutter und Tochter tot aufgefunden Durch einen schadhaften Gosschlauch ist in der vergangenen Nachl in der Saiserallee IIS ein schweres Unglück verursacht worden, das z iv e i Todesopfer gefordert ha«. In dem Hause hat die 3ö Jahre alte Frau S ch e l l e r ein Milchgeschäft. An den Laden grenzt gleich eine kleine Wohnung. Als der Laden heute früh nicht geöflnet wurde und der MUchlieferant keinen Einlaß fand, schöpfte»ran Verdacht. Feuer- wehr und Polizei oerjchassten sich Zutrttt zur Wohnung und in dem völlig vergasten Echlafraum wurde Frau Scheller und ihre ISjährige Tochter Marianne leblos aufgesunden. Die Feuerwehr bemühte sich längere Zeil um die Der- gisteten, olle Rettungsversuche blieben jedoch er- solglos. Die Leichen wurden beschlagnahmt und ins Schauhaus gebracht. Wie di« sofort eingeleitete Untersuchung ein- wandfrei ergab, ist Frau Sch. mit ihrer Tochter einem Unglücksfall erlegen. Der Gasschlauch des Gaskochers war brüchig und an mehreren Stellen eingerissen. Die schadhaften Stellen genügien, um im Laufe der Nacht größere Gasmengen em- weichen zu lassen, die den Tod der Schlafenden herbeijührten. Das Für und Wider einer Viermächte-Konferenz Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 6. Ottober. Die französische Regierung hat noch keinen Be- schluß über die Haltung gefaßt, die sie gegenüber dem Vorschlag Macdonalds, zur Prüfung der deutschen Gleichberechtigungssorderung eine Kon- ferenz in London abzuhalten, einnehmen wird. In einem Ministerrat am Mittwoch hat das Ka� binett dem Ministerpräsidenten volle Frei- heit gelassen, eine den Interessen Frankreichs an- gepaßte endgültige Entscheidung zu treffen. Am Abend prüfte Herriot mit leitenden Beamten des Ouai d'Orfay die Borteile und Nachteile des eng- lischen Plans. Nach den Informationen des„Petit Parisien� scheint der Widerstand Frankreichs ge- gen die Londoner Konferenz etwas geringer geworden zu fein. Die französische Regierung werde aber verlangen, daß die Konferenz einen mehr vorbereitenden Charakter trägt und sich auf die Erörterung der juristischen und moralischen Seite der Gleichberechtigungs- forderung beschränkt. „Wenn die Regierung"', so fährt der„Petit Parisien" fort,„schließlich darin einwilligt, nach London zu gehen, so werde das vor allem ge- schehen, um dem von der englischen Regierung freundschaftlich ausgedrückten Wunsch nachzukom- men und nicht den Verdacht auskommen zu lassen, daß Frankreich in irgendeiner Weise die Ab- rüstungskonferenz sprengen wolle." Andererseits melden die Genfer Berichterstatter der Pariser Zeitungen, daß die englische Anregung in Kreisen des Volkerbundes und bei den verkrelecn der kleinen Slaaleu lebhafte Beunruhigung hervorgerufen habe. Die«inen befürchteten, daß die Abrüstungskonferenz ausgeschaltet werde, die anderen, daß die deutsche Forderung in einem ihren Interessen ungünstigen Sinne entschieden werden könne, ohne daß sie die Möglichkeit hätten. ihre Stimme dagegen zu erheben. Leon Blum wendet sich im„P o p u l a i r e" gleichfalls gegen den englischen Vorschlag, aber nicht, weil er darin ein Manöver gegen Henderson erblickt, wie IouHaux erklärt hatte. Blum schreibt. die französische Politik müsie nach Ansicht der So- zialistischen Partei auf zwei Ziele hintreiben, die jedoch schwer miteinander vereinbar seien. Sie müsie der Abrüstungskonferenz zu einem Erfolg verhelfen, der in einer allmählichen durchzuführen- den Gleichheit durch Herabsetzung der Rüstungen bestehe, aber sie müsie gleichzeitig so operieren. daß der Erfolg der Konferenz nicht als ein Erfolg des Kabinetts der Barone erscheine. Im Interesse des Friedens müsie Frankreich alles vermeiden, was das Feudalreziment in Deutschland fördere. i£e!tssnuUIs Bildung Die deutsche Welle plätschert Die Deutsche Well« hat einen gefälligen Vortraastitel gefunden:„Alt-Berliner Ge- sellschaftskultur um 18X> zurück, um dann das Mikrophon freizugeben für— Musikvorträge aus der Zeit um 1800. Auf diese Weise lieh sich das rassisch an- stößige Thema durchaus zeitgemäß, den Wünschen der Austraggeber entsprechend, behandeln. Den Erfordernissen unserer freiherrlichen Zeit gemäß beleuchtete auch, in sehr geschickter Licht- und Schattenverteilung, Alexander G r a f B r o ck- dorff„Die Geschichte der Tribute". (Deutsche Welle.) Wie in zähem Ringen ver- diente deutsche Staatsmänner die Lasten des Ver- sailler Vertrages im Laufe eines Jahrzehnts immer mehr vom deutschen Volke zu lösen ver- standen, davon wußte Gras Brockdorff nichts: er wußte selbstverständlich auch nichts davon, daß es die Saat Hermann Müllers, Strese- manne und Brünings war, von der die un- geüblen Hände Herrn von P a p e n s in Lausanne wenigstens einen Teil ernteten. Graf Brockdori' erklärte vielmehr in der rundfunküblichen Objek tivität, daß die jreiherrliche Regierung das Verdienst habe,„zum erstenmal" eine deutsche Re- gierung zu sein, die„den Kamnf gegen die Tri- bute als solche aufgenommen habe".— lr. das gegenwärtig eine Diktatur ausübe und die Rückkehr der Monarchie vorbereite Man müsie in Genf ohne die Barone oder gegen sie dazu gelangen, daß man sie durch ihre Isolierung nach- träglich zu einer Zustimmung zwingt, die für sie der erniedrigendste Mißerfolg sein würde. Der schlimmste Nachteil der Initiative Macdonalds be- stehe nach der Ansicht der Sozialisten darin, diese Chance, die sich vielleicht niemals wiederfinden werde, zu beseitigen. Außerdem sei zu befürchten, daß auf der Londoner Konferenz wieder die ge- Heime Idee der Generalstäbe auftauche, wonach Deutschland ein gewisses Recht auf Rüstungen gewährt werden solle. Die Wiederaufrüstung Deutschlands dürfe aber auf keinen Fall gewährt werden. EuZIsud sucht jetzt einen anderen Weg Das Reuter-Büro hat am Mittwochabend eine offiziöse Auslassung verbreitet, woraus her- vorgeht, daß man allem Anschein nach bei der englischen Regierung die Bemühungen um die Verständigung auf dem Weg über eine Londoner Konferenz aufgegeben hat und nun a n- dere Einigungsmöglichkeiten sucht. Frankreichs neuer Plan Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 6. Oktober. Der Genfer Korrespondent des„M a t i n" meldet. daß der A b r ü st u n g s p l a n. den Frankreich am 10. Oktober dem Büro der Konferenz unterbreiten wolle, bereits so gut ml« fertig- gestellt sei. Er sehe ein System vor. daß in sehr glücklicher weise das Problem der Abrüstung mit dem der Sicherheit verbinde. Nach einer Landover Havas-Zsieldung enthält der Plan folgende Klauseln: einen Vorschlag zu einem S o n- sultativpakt, ein Kontroll-und Sank- kiovssystem. die Znlervationalisie- rung der Lustschiffahrt, eine veschrän- kung und herabsehung gewisser Anarisss- waffen und die Zl-ifrechterhaltung der Militär- klauseln des Versailler Vertrags mit gewissen Abänderungen. Wenn es nichts weiter ist... London, 6. Oktober. Der Genfer Berichterstatter des.„Daily Herald" macht Andeutungen über den Inhalt der französischen Aktensammlung über die angeb- lichen deutschen Geheimrüstungen. U. a. werde In den Akten festgestellt, was alle Welt wisse, nämlich daß das deutsche Heer mit Pap p- t a n k s und anderen„verbotenen Waffen" übe. Hieraus werde die Folgerung gezogen, daß Deutschland auch Bestände an wirklichen Tanks usw. haben müsse(?)- Ferner werde Klage darüber geführt, daß die deutschen Polizei- k r ä s t e in weitem Ausmaß auf militärischer Grundlage organisiert seien und zusammen mit der Reichswehr„Stoßtruppen" bilden. Ihr Vorhandensein beweise eine Angrifssabsicht Deutsch- lands. Der Stahlhelm und ähnliche Organi- Beldbung der Wirtschaft Arbeitsnachweis für Barone „Bei uns herrscht kein Stellenmangel!" fationen würden eine Reserve von KM VOO„ziemlich gut ausgebildeten" Leuten stellen, von denen man glaube daß sie moderne militärische Aus- rüstung hätten. Weiter werde in den franzö- sischen Akten erklärt, daß Deutschland genügend leichte Waffen— Maschinengewehre und leichte Artillerie(Waffen, die unter dem Versailler Ver- trag erlaubt seien)— für ein Heer von 800 Ovo Mann habe. Die Z i o i l flugzeuge könnten sofort in B o mb e n flugzeuge verwandelt werden. Der Genfer Berichterstatter schreibt hierzu, daß Herriot seine Absicht die Aktensammlung dem Völkerbund vorzulegen, sich klugerweise noch ein- mal überlegt habe, denn sie seien kein« Schrift- stücke, die im Ernst al« Grundlage für eine Völkerbundsuntersuchung hätten dienen können. Kurswechsel der Nazis Kulturbolschewismus und Inserate Es gibt in Oesterreich eine alte bekannte Redensart, die jegliche Frage nach dem Schul- digen prompt damit beantwortet, daß sie die Juden und Radfahrer gleichermaßen für jede» Mißgeschick verantwortlich macht.„Warum die Radfahrer?' fragte einmal ein Uneingeweihter. Worauf ihm folgende Antwort zuteil wurde: „Warum die Juden...?"— Hitler kommt nicht umsonst aus Oesterreich, und diese apodiktische Er- kiärung, daß Juden und Radfahrer an allem schuld seien, inspirierte chn bestimmt zu seinem Lebens- werk, dem Nationalsozialismus, jedenfalls aber baute er seine These vom Antisemitismus darauf auf. Daß die Juden natürlich auch an der Ver- rottung unserer deutschen Kunst schuld sind, steht für die Verkünder des Dritten Reiches außer Frage. Und daß man mit diesem Kultur- bolschewismus endgültig aufräumen müsie, war den„Errettern der deutschen Kunst" im vorn- herein klar. Sie haben auch die jetzt alle» getan, unsere Kunst von den fremdrasiigen Einflüssen zu säubern und waren ganz mächtig überall hinterher, wo es galt, diesen Kulturbolschewiken ein» auszuwischen. Es war geradezu ein Vergnügen, in ihren„stram- men" Parteiblättern die Kunstkritiken zu lesen, sei es, daß sie sich aus das Theater, den Film, die Musik oder bildenden Künste bezogen. ,Lon- sequent" und„angriffs"lustig, wie sie schon mal sind, haben sie allem, was auch nur nach Juden- tum roch, mit ihren scharfgespitzten Federn„den Garaus gemacht". Die Kunstkritiker der Nazi- blätter hatten es verflucht leicht. Sie brauchten sich erst gar nicht mit den Qualitäten eines Kunst- wertes auseinanderzusetzen, sondern hatten ledig- lich die eine Ausgabe, der Rasienzugehörigkeit der Künstler nachzuschnüsfeln und dann die Künsller in arische und n i ch t a r i s ch e säuberlich zu Scheiden. Damit war das kritische Amt so eines Nazikunstreferenten vollauf erfüllt. Das hat sich nun grundlegend geändert. Seit jüngster Zeit ist es gar nicht mehr so leicht, in einem Naziblatt über Kunst und Künstler zu referieren. Was muß das für eine Verwirrung in den armen Gehirnen der Herren Kunstrefe- renten angerichtei haben, als man ihnen eines Tages Kurswechsel diktierte. Dieser Kurs- wcchsel sollte darin bestehen, von nun an die Kunstkritik zu objektivieren und von den weit- f�aharett der Komiker Es ist allerhand, was das Kabarett der Komiker in seinem neuen Nach nrittags Programm einem anscheinend verwöhnten, übrigens vor- wiegend weiblichen Publikum bietet. Eine ebenso reichhaltige wie erlesene Speisekarte der Klein- kunstbühnenkost. Zum Teil sogar recht gepfeffert: kesse Chansons von Lotte Werkmeister und Willy Rosen. Als Hauptnummer ein recht amüsanter Sketch des Ungarn Ladislaus F o d o r„Die kleine Kacharina", in dem ein pedantisch-keufcher Lyzeallehrer(Paul M o r» g a n) seine ungeahnte Liebe zu einer durchge- fallenen Primanerin(Vera Nargo) plötzlich und stürmisch entdeckt. Dazu noch etliche erst- klassige Varietenummern, und die wasserkantig sprudelnde Conförenciere Maria Ney. 2� Stunden Lachen bei Kaffee und Kuchen. Wer sich's heute leisten kann, kommt bestimmt auf seine Kosten. Leb. anschaulichen Begrifsen der Partei unabhängig zu machen. Mit anderen Worten, es kam also nun- mehr nicht darauf an, ob Richard Tauber, die Bergner oder Bruno Walter Juden sind, sondern ob sie gut singen, spielen oder dirigieren können. Seitdem vermißt man in den Kunstreferaten der Naziblätter das Attribut„Jude". Und nicht nur das, man kann jetzt geradezu begeisterte Kritiken über diese„K u l t u r b v l s ch e w i k e n" lesen, wie man sie höchstens in den„jüdischen Boule- vardblättern" lesen konnte. Nein, Nazis, diese In- konsequenz hätten wir euch nie zugemutet, wie konnte euch nur eine solche Entgleisung passieren! Wie...?--- Ach soool Das muß man natürlich wissen! Dann kann man e, verstehen! Selbstverständlich ist für jede Zeitung das Inf«- ratengefchäft unerläßlich. Alle jüdischen Groß- filmverleihs geben jetzt bei euch Inserate aus. Läßt sich denken, daß ihr dies« lockenden Angebote nicht abgelehnt habt! Von euren Parteigeldern allein könnt chr ja doch nicht auf die Dauer eure „Angriffe".„Nationalpost" und„Völkischen Be- obachtungen" erhalten. Nein, Geld stinkt nicht! Auch wenn es vom jüdischen Großkapital kommt, von dem ihr behauptet, daß es unter dem Schutze der SPD groß geworden ist.„Bekämpft" es nur ruhig weiter auf der ersten Seite eurer Blätter und druckt ohne Parteigewissenskonflikte auf der letzten seine teuer bezahlten Inserate. Seien Sie außer Sorge, werte Herren des Dritten Reiche«: das ist lediglich Kulturpolitik— Kulturfafchismus! L. Staroperette als Volkstheater „Paganini" im Theater des Westens Es ist der Versuch, im Westen— für die Bühnen des Ostens eine langjährige Praxis— ein Volkstheater zu schaffen. Der Versuch der neuen Rotter-Direktlon, die für Neuausstattung de« Haufes und Einbau einer Drehbühne sorgte, für zwei bis drei Vorstellungen täglich, für niedrige Kassen- und niedrige Büfettpreise, leider aber nicht, zumindest nicht in genügendem Maße für künstlerische Ausführungsqualitäten. Zwei schone Stimmen: Vera Schwarz als Fürstin, Eduard L i ch t e n st e i n als Paganini waren wertvoll«, waren aber auch alle Aktiva des Abends, denen erhebliche Passiven entgegen- standen: die Bilanz lautet nicht sehr günstig. Außer der N i k o l a j« w a, die ihr eigentliche» Licht hier wirtlich nicht leuchten lassen tonnte (singen kann sie ja bekanntlich nicht, lauter mittel. mäßige Akteure; bemerkenswerte Nichtregie; ein sträfliches Sich-auf-die-Stars-verlasien— so erreicht man nur, daß die ganze Geschichte wenn möglich noch alberner wirkt, als sie von Natur aus ist. So zerstört man die Wirkung der be- kannten und beliebten Leharschen Melodien, um deretwillen man das falsche Pathos, die lächer- liche Dramatik, das ganze nachgemachte bom- bastische Operngetue allenfalls in Kauf nähme. „Volkstheater" ist eine schöne Sache, hat aber mit Staroperette nichts zu tun, die in den„besseren" Operettentheatern allmählich abgewirtschaftet hat, die nun auf keinen Fall dem„Volk" als künst- lerische Neuheit präsentiert werden darf. w. SU Sörperbeschasseuhelk der deutschen Schüler. lieber die Ergebnisse der Reihenuntersuchungen in den Berliner Schulen im Jahr« 1920 berichtet das Statistische Iahrvuch der Stadt Berlin. Es wurden in den Volksschulen 68 489 Schüler und 67S7Z Schülerinnen, in den höheren Schulen 17 264 Schüler und 14 208 Schülerinnen ersaßt. In den Volksschulen war die Körperbeschafsenheit bei 29 Proz. der Schüler gut, bei S6 Proz. mittel, bei 15 Proz. schlecht. Unter den Schülerinnen bei 37 Proz gut. bei ö0 Proz. mittel, bei 13 Proz. schlecht. In den höheren Schulen war die Körper- beschafsenhett bei 42 Proz. der Schüler gut, bei 50 Proz. mtttel, bei 8 Proz. schlecht: bei den Schülerinnen 50 Proz. gut, 43 Proz. mittel. 7 Proz schlecht. Dl« Ura-l-«ri!ffn«t ihr Winterprogr-mm Freitag, 8s4 llhr, im Langenbeck-Birchaw.Hau-, Luisenstr. ZS— 51, mit einem Lichtbildervortrag von Dr. Tharlotte W e i b l e r üb» ihre letzte Forschungsreis« durch die Sahara. Slisabeth Beigner wird endlich wieder i» einem Ber- Uner Theater austreten, und zwar in„Gabriel Schilling« Flucht� von Hauptmann im Staatlichen Schau- s p i e l h a u». Dr. itnrt Wegener zum Prasessor ernannt. Der öster. reichische Bunde-prSsident hat den Professor Dr. tturt Wegener.Berlin, einen Bruder des verstorbenen Grönland. forscher«, zum außerordentlichen Professor filr Meteorologie und Geophyssl an der Universität Graz ernannt. Au-stellung. Vom S. bis M. Oktober findet in der »losterstratze Li, vorn l Treppe, die Auestellung de«„Bunde» revolutionärer bildender ft il n ftl e r", die ursprünglich auf der„Kroßen Berliner Kunstausstellung" gezeigt werden sollte. Eintritt täglich von 10 bi» 5 llhr frei. Die BoUrbühne spielt nach dem„Revisor-' Hauptmanns „Die Ratten", Pagnol„Fanny" und Hay„Das neue Para- die«". Die nächsten Borstellungen in der S t a a t« o p e r bringen„Rigoletto",„Othello",„Der Maskenball" und „Wiener Blut". Anfang Oktober beginnen die Borstellun- gen im Schiller.THeater: die ersten Aufführunoen sind hier „Der 18. Oktober" und„Robert und Bertram". Die erste Kadarettveranstaltung findet am 1». Oktober statt, das erste Konzert am 80. Oktober und die erste Tanzmatinee am 6. November. Mitgliederanmeldungen werden noch ent. g-gengenommen. Slevagt-Auostellung in der Nationalgalerie. Die Ratio. »algalerie wird im nächsten Jahre eine Slevogt-Auestellung zur Erinnerung an den eben verstorbenen Meister veranstalten. Sie soll sehr sorgfältig vorbereitet werden, um ein zutressende« Bild vom Schaffen Slevogt» zu geben. Neu« Leiter der pvlitifcheu Polizei. Wie der Polizeipräsident mitteilt, wird der in das Polizei- Präsidium Berlin versetzte Regierungsdirektor K r e t s ch m a r die Leitung der Abteilung I(Poli- tische Polizei) übernehmen. K. war früher Ober- regierungsrat im Polizeipräsidium in Bochum und bis zu seiner jetzt erfolgten Ernennung zum Regierungsdirektor und Leiter der Berliner Poli» tischen Polizei kommissarischer Polizeipräsident in Erfurt. keine Schupotonzerte mehr. Die bisher jeden Montag und Donnerstag von 12 bis 1 Uhr mittags abgehaltenen Platzkonzerte der Berliner Schutzpolizei auf dem Gendarmenmarkt werden, einer amtlichen Mitteilung zufolge, bis auf wei- teres eingestellt. Warum eigentlich? Die Kon- zerte erfreuten sich großer Beliebtheit. Wetter für Verlin: Heiter, schwach dunstig, nach kalter Nacht tagsüber wärmer, schwacher, wechselnder Wind um Süd.— Für Deutschland: lieber ganz Deutschland ruhiges, teilweise»ebeli- ges, tagsüber heiteres, wärmeres Herstwettcr. Nachts strichweise Bodenfrost. Hierzu t Beilage. maierhotte Berlin C.m.b.H. VORMALS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET ISN NQ18, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 5628—30 ALLE MALERARBEITEN MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Rind- n. Sdiwcinesdiläditerel Willy Gericke Petf ersSvurtger Sfraiie 31. Julius Etil Aufzüge Reparaturen Neulieterungen 1254 �Bln�-Wilmersdorl. Tabinger Str. 2/ Tel.: Pfalzburg 1433� Zigarren- Zigaretten Tabake Hugo Schröder Berlin S 42, Brandenhurgstr. 82 Paul Mielner Eisenutarenhandiung KöpenicK.schioßstr.ia Tel.: F. 4 SBrnmclnummer 2503. /Ailondic- Bedriebe inh.; Paul schönherr Ecke Badstraße am Bhf. Gesundbrunnen Prachtsäle für Vereine und Gewerkschaften Bierschwemme— Groß-Betrieb— Restaurationsräume mit großem Mittagstisch und 5 S p e II m a n n- Ke g e I b a h n e n. 5 HAUS DER QUTBN OPALITAtHj] grilnUra&e 23i2il Jlöpenick um Schlofiplaf* Wäsche nach Gewicht Leihwäsche Dampfwäscherei Merkur, Berlin Olli Frankfurter Allee 307 Fernspr.: Andreas 2820 1260 Inh. Aug. Bachmann Mitgl. d. SPD, Bequem, praktisch, sauber, billig I sind tür Jlnssen-Verpflegung unsere t i s ch f e r ti ge n.■jiefiratenen PiscStiii�ls und ZLsvl«!«!!» welche in jeder, gewünscllten Ka.nüß-in Thermoskisten in die Aus' Größe und zu jeder Tageszeit BaftSÜU# gäbesteile geliefert werden Langjähriger Lieferant Berliner Anstalten, Kantinen, Krankenhäuser BIcaLUNER BRATFISCHVERSORGUNG HUGO KU N BERGER, Berlin N 20. Wriezener Strafte 28 Tel. I> 4, Humboldt 4574 Greif Camemberf die fährende Marke Erhältlich in allen Lebensmittel*' und Feinkostgescbäften Kauft Porzellan im Konsum-Warenhaus Fensler- und GeDäudeReinigungs Gesellschaft m.b.H. Genossen. Dntersiii.zt Eure eigenen Beir.ebe' Deckt Euren Bedarf a ürnen u.Qrabdenkmäle-n nur in d toinmotlhltta ßemeinnlltzige G. m. b. H, Baumschulenweg, IclllllIclLlI IIIC, Kiefcelzstr., gegenüber dem Krematorium. Tel.: F3, Oberspree 1685. Lieferung nach allen Friedhöfen in Groß-Berlin. Bitte auf die Firma aditen. Sonntass qeöffnet Inf rf aiiefi. Gerichtstr. 46, gegenüber Kremat. JoUt duLII. Seesir. 59, gegsnüb. Urnenfriedhof Berlin S036,SchlesischeStr.42 Fernruf; F8, Oberbaum 3553-54 Billigste und zuverlässigste Ausführung aller Reinigungsarbeiten ✓ Bohner- una Oelmaschinen/ Staubsauger/ Vertreterbesuch jederzeit unverbindlich ins rtslsält Hasenheide 13— IS Tel. Baerwald 6565 SSäleuVereinszimmer zu kulanten Bedingungen Restaurant A.Pnhst Stargarder Str., Ecke Lychener Str. Verkehrslokal der Partei and Reichsbanners »BIT 26 J A M R e IM Qerichtstraße S7 TACO- Krafilahrzeuowerkstmien ti.m.D. H. CharIouDg.,Schloßstr. 69, Wilh. 9223/24 Reparaturen sämtlicher Systeme Filiale TACO-AUTO-OIENST Carl Tauffcnbacfa Bln. NW 6, Luisenstr. 31a, Weidm 3933 Bereifung/ Autozubehör Gro�-Dampf-Vnlkanisieranstalt Verla ng-e In IfldirzKcslse „GarBoizunißrTsl das Beste!" „M. S. tacSellos!" Leske£> Slupscki Schönhauser Allee 70c, Ecke Stargarder Straße Herren- und Knabenbekleidung fertig und nach Maß/ Ulster und Palelots/ Lodenmäntel und Joppen/ Berufskleidung für jedes Gewerk Vorzefgrer erhalten 5 Prozent Rabatt Grofj- Destillation August Schulz_ Dresdener Strabe 135 2 K oft busser Tor ••••66666666»666e6»66 « ßoiiser Gustav Schmalfuß Fleischermeister Lindenhalle: Stand 3-5 Prima Fleisch- und Wurstwaren en gros zu den billigsten Tagespreisen en detail Meabiter Halle Stand 259/263 Stand 259 263 Franz Vogelgesang jetzt zum Elsbeintwlrtf Lichtenberg, Möllendorffstr 119 Georg Rinneberg Berlin-Steglitz Fernspr. G 9 Albrecht 3805 Beymestr. 3 Dieselmotoren-Treiböl— Dieselmotoren- Zyiinderöl Braunkohlenteeröl/ Paraffinöl /Gasöl /Waschpetroleum Heizöl/ Braunkohlenteer-Benzin/ Bram kohlenteer- Pech/Rohes u gebleichtes Montanwachs Marke.,Riebeck" Paraffin— Kiebeck-Kerzen Tapeten Linoleum Tapetenfiaus Hussaek NO, Wörther Straße 30 Resiaurant Walther'sLiiciiUiis Belle-Alliance-Platz 16 G.lljftrßer'�jJier Hiltagsiisdi Bestöep.ieg:e Eiere zu soliden Preisen Saure Gurken in bester Qualität liefert Paul Graßnick, Lichtenberg oto j Kamin Oelesenhelten [ Metallbox für j Rollfilme 6X9 nur 4.50 Westentaschen Kodak, 4X6'/2 neu, nur13,90 Voigtländ. Pollfilm Voiptar 6,3 nur 28.50 (neu) Agfa Billy 6X9 gebr.nur22.50 Roll. Mm..Extra" 4X6 8 Aufn. 0.50 0.60 0.80 ! Filmpack 6 Auf. nahmen 6X9 9X12 1.00 1.45 Messingstativ 4—5 teilig nur 3.20 4.20 ; Metallkassette 9X12 nurO 45 Selbstauslöser für Moment nur.. 0.95 Büttenrand- schneide- masch. n- 1.25 Voiledertasche für Preisbox nur. 1.90 Verlangen Sie LlsteV kostenlos Ohus seit 1900 65, Chausseestr. 69 Rittergutstraße 129 a Teleohon: E ö 2653 Kartoffel-Kontor B. m.b.H., NW 40. Heidestr.30.— Hansa 4848. liefert Speisekartoffeln für Groß-Verbraucher, Kantinen u. Behörden Hem rwirtng Kartoffeigroßhandlung Heidestraße 30 Tel.: C. 5, Hansa 3829 u. 7770 (228 (KartonpaiKung) für Wäsüie, Kiidie «nd Haushalt 'Franz Schönherz RIn-NV-nlcnlln KaU""-Friedricli-Slr. 241 L»"l--'lT|CUKOXin Nähe Hermannplatz Bandagen— Gummistriimpfe Spezialist für Senkfußeiniagen Lieferant für Krankenkassen und Behörden W. Citendorf Cbst, Scwniisc era gros !Dirc&senstrafie b8— AS 'Weidendamm& S 0032 Gebr. Löffler Berlin 017, Ostbahnhot[224 KartofffelgroßbandSung kaufen und verkaufen alle Sorten Speisekarioffein waggonweise Carl Pief stii Inhaber: Gnslav Sauer Haus- u. Küchengeräte— Werkzeuge SW68, Lindenstraße 107:: Tel.: Dönhoff 3070 3t. Silwme g.m.b.m. ÜßrotiSLe- 3iau/ fiscu.ßnn Charlotlenburg 'C. Kartseil, Wäsche-Verleih� Tel.: Moritzpl. F. 1, 0918. S 42, Fürstenstr 20 Wäsche aHer Art 209 — Gute Beschaffenheit, kulante Bedingungen! mIBBSBI Ernst Hartmann Tischlermeister Tischlerei für Innenausbau Geschäftseinrichtungen jed. Art Cjiegrilndet 1869 Berlin XO%I8 Palisadenstr. 77 Fernruf E 3 Königstadt 9413 j-U&scfr saugeseilschalt.Lapis', Beriin N 31 Fußboden- und WandbekBeidung Altdeutsche und Veltencr Ofen. Nuederlage Swinemünder Straße 67 Tel.: D 4 Humboldt 3810 Frisier-Salon für Damen und Herren Gute Bedienung Soiide Preise Stadtbad Krenzberg, Baervraldstr. 64-65 Autobereifung» Wilhelm Grabs Vertrieb In- und ausländischer Reifen Aulorcilen- und Schlauch-Reparalur- Werkslälle/ Autozubehör Berlin SW48, Friedrichstr. 249 Nahe Belle- Alliance-Platz— Tel. F 5 Bergmann 4736 Werkstötten Piato :: Möbel-Bay:: Innenarchitektur Berlin S SS. Kottbnsser Damm 79 Fernsprecher Amt F 2, Neukölln 2793 Dewägiictie una lesisienenöe GMier Sias-, Roll-, SGhieüe-, zieh- und Fullgiller Em. hotziir. GiueriaDriK und Schlosserei Berlin- SdiKneDerg. Bahnstr. 13:: G 1. Stephan 9399 E Wiesen-Butter— i esner T. Co., N 58, Wörther Str. 3 1 D 4 Hamboldl 1055 fieringsröiiclierei en gros•— en detail Berlin 017, Langestraße 51 Großgarage Nordbahnhof J. Maximilian Janischewski Ebcrswalder Str. 14—15 f 1 Minute vom ------------- y Odcrbcrger Strafe 19 X Nordbahnhof Garagen;: Tankstellen Werkstatt Tag and Nadit geöffnet- Telephon: O. 4, Humboldt 2887 BERLIN N. 53, waschen blütenweiß Dampfwaschwerke gReibedanz& Co., G.m.b.H., Tempelhof 0 5 SMring 6526— Bachtrot 0698 „Vorw9rts"-Leser kauft in den Geschäften, die im„Vorwärts" inserieren. Dort werdet Ihr gern gesehen! VsmUs --@- Wim Wunkh: �ligCild IVtl BiftWipf Aus der Qeiehichie der Jugend internationale Wenn in diesen Tagen die Sozialistische Ar- beiterjugend erneut ihren Willen kundtut, an dem Aufbau einer neuen Welt mitzuarbeiten, so ist das mehr als eine alltägliche Festveranstaltung: es ist eine starke Verheißung für die Zukunft, die ent- weder dieser Jugend gehören oder ein sinnloses Tal der Tränen voll Grauen und Schrecken sein wird. Auf ein Vierteljahrhundert ihrer Organisation kann die sozialistische Jugend in diesen Tagen zu- rückblicken. Die damals jung waren, haben manche ihrer Forderungen sich verwirklichen sehen. Die heute jung sind, denen muß es gelingen auch noch das Unerfüllte zu Wirklichkeit zu machen;— und es wird ihnen gelingen, wenn ihr Kampf ziel- bewußt, ihre Einigkeit unerschüttert und ihr Eifer ungeschwächt ist. Als vor 25 Jahren, im August 1907, der erste Kongreß der sozialistischen Jugendverbände in Stuttgart tagte, hatte die arbeitende Jugend noch ihren Kampf an zwei Fronten zu führen: sie hatte es nicht nur mit den Behörden und Unternehmern zu tun, die nichts von Jugendschutz und Jugend- recht wissen wollten, sie mußte auch noch um das Verständnis der erwachsenen Genossen ringen, die den besonderen Nöten der jugendlichen Arbeiter manchmal recht verständnislos gegenüberstanden, So hat sich die sozialistische Jugend in ihren An- sängen als selbständige Bewegung, den Gewerk- schaften und der Partei der„Alten" gegenüber, entwickelt. Daß sie sich von vornherein ganz scharf von der schwärmerischen bürgerlichen„Jugend- bewegung" abtrennte, geht aus ihrer Struktur und ihrem Ziele von selbst hervor. Die Anfänge der sozialistischen Jugendbewe- gung liegen in Deutschland in den Jahren vor dem Stuttgarter Kongreß, Im Juni 1994 hatte man an einem Baum im Grunewald die Leiche eines Berliner Lehrlings gefunden, dessen Körper erschreckend deutlich die Spuren der von seinem Lehrherrn beliebten Erziehungsmittel aufwies, die den unglücklichen Knaben in den Tod getrieben hatten. Damals nahm Eduard Bern st ein diesen schauerlichen Fund zum Anlaß, das Lehr- l i n g s e l e n d in breiter Oeffentlichkeit zum Gegenstand seiner Anklage zu machen. Gleichzeitig mit dem„Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins" traten ähnliche Verbände in anderen Orten ins Leben, und so hatte mit dem Äb wehrkampf gegen wirtschaftliche Ausbeutung und rohe Mißhandlung die Bewegung begonnen, die zum internationalen Zusammenschluß der Ar- beiterjugend im Geiste des Sozialismus führte, Wenn wir die Dokumente aus jenen ersten Tagen der Arbeiterjugendbewegung betrachten, die Berliner Zeitschrift„Die arbeitende Jugend", die 1995 herauskam, oder die Forde- rungen, die man in Stuttgart, formulierte, dann wird uns die ganze Not der werktätigen Jugend von damals faßbar. Keine Koalitionsfreiheit (Jugendliche durften keinem Verein angehören, in dem zu politischen oder religiösen Fragen Stellung genommen wurde), keine Regelung der Arbeits- zeit, des Urlaubs und des Lohns, keine Sonn- tagsruhe, kein Verbot der Nachtarbeit, völlige Ber- sklaoung des Lehrlings an den Meister, dem das „väterliche Züchtigungsrecht" zustand! Wahrlich, die Leiche jenes gefolterten Lehrlings im Grüne- wald war ein Symbol für die sozialen Zustände im kaiserlichen Deutschland, das uns reaktionäre Demagogen heute als ein Paradies des Wohlstands und der Ordnung schildern wollen. Es soll hier nur den wichtigsten Etappen der Bewegung gefolgt werden: Den Jugendausschüssen der arbeitenden Jugend Deutschlands war es bis zum Kriegsschluß lediglich gelungen, in allen größeren Städten Jugendschutzkommissio- n e n einzusetzen, die wenigstens gegen die ärgsten Uebelstände vorgingen. Erst der November 1918 brachte auch der Arbeiterjugendbewegung den großen Aufschwung. Im Frühjahr 1919 stellt die Zentralstelle für die arbeitende Jugend Deutsch- lands ihre Forderungen an die Nationaloersamm- lung: Reichsjugendgesetz, Jugendämter und Jugend- gerichte. Berufsschulen, volle Vereins- und Ber- sammlungsfreiheit, Sechsstundentag für Jugend- liche, Verbot der Lehrlingszüchtigung und der Nachtarbeit. Ein Teil dieser Forderungen wird in den Artikeln 122 und 124 der R e i ch-- Verfassung verankert, die den Schutz der Jugend gegen Ausbeutung und die Koalitionsfrei- heit garantieren. Auch Jugendämter und Berufs- schulen gehören zu den Errungenschaften der Republik. Aber der Kamps geht weiter! Im August 1929 wird der Reichsjugendtag der Arbeiterjugend in Weimar unter dem Zeichen der Festigung der Organisation und neuer Erfüllung mit Kultur- willen begangen(Damals wird das Lied des Hamburgers Hermann Claudius„Wann wir schreiten" zum Lied der deutschen Arbeiterjugend,> Immer wieder erhebt sich die Forderung nach Ergänzung des Jugendwohlsahrtsgesetzes, nach einem Reichsjugendgesetz, das auch das Arbeitsrecht der Jugend sozial regeln müßte. Der ADGB. nimmt sich dieser Wünsche bei seinen Konferenzen in Kassel und in Leipzig 1921 und 1922 an, und im Jahre 1922 findet eine gemein- same Konferenz der Arbeiterjugend-Jnternationale mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund in Salzburg statt. Der inzwischen gegründete „Reichsausschuß der Arbeiterjugendorganisation" (Rajo) nimmt Fühlung mit dem nichtsozialistischen Ausschuß der deutschen Jugendverbände, aus der sich eine mit allen bürgerlichen Stimmen abgelehnte Resolution der sozialdemokratischen Reichstags- fraklion vom 18. Mai 1922 ergibt: unverfälschter Achtstundentag, gesetzliche Ferien und verbesserte Berufsausbildung für die Jugend, Ein Jahr später konstituiert sich bei dem Ham- Als im Juli d. I. die verfassungsmäßige preußi- sche Regierung gewaltsam an der Weiterführung ihrer Geschäfte gehindert wurde, begannen sich die Dunkelmänner im Lande wieder zu regen. Be- amte, die sich in der Rolle eines Funktionärs des Volkswillens nicht recht wohl fühlten, entdeckten plötzlich ihr„nationales" Herz, vergaßen alle Ver- dienste der Weimarer Verfassung um Recht und Freiheit des Beamtentums und schlössen sich den Beamtengruppen und SA,-Horden des Hitlerismus a», Studienräte und Lehrer erschienen im Braunhemd zu Vereinsversammlungen der Lehrerver- bände, riefen den Faschistengruß und unterstützten die politische Verhetzung der Jugend durch skrupellose Nazipropaganda in den Schulen, Mit an erster Stelle in dem Kampf um die deutsche Lehrerschaft steht der„N a t i o n a l s o z i a l i st i- sche Lehrerbun d", der in letzter Zeit eine ebenso eifrige Werbe- wie Spitzelarbeit entfaltet. Lehrer, die sich in ihrem Kollegium irgendwann einmal abfällig über Hitler geäußert haben, er- halten von den Bezirksleitern dieses Spitzel- b u n d e s folgende Warnung:„Sie haben sich am.... abfällig über unseren Führer Adolf Hitler geäußert. Der Nationalsozialistische Lehrer- bund hat dies zu seinen Akten genommen," Wie in jedem Beruf gibt es auch unter der Lehrerschaft jene verachtungswllrdigen Subjekte. Die große Lustfahrtausstellung lenkt wieder einmal alle Aufmerksamkeit aus die Entwicklung des Flugwesens. Vorläufig bleibt allerdings das Fliegen noch denen überlassen, die über das nötige Geld verfügen— sofern nicht leidenschaftliche Mit- arbeit im„Sturmvogel", dem Flugverband der Werktätigen, zu höheren Regionen führt. Aber dennoch wird in steigendem Maße das Flugzeug unser aller— Wanderführer! Nun darf man freilich„Wanderführer" nicht so wörtlich nehmen, denn natürlich wird kein Flugzeug einer Wandergruppe vorausfliegen und ihr den Weg zeigen Das Wort ist aber trotzdem richtig. Zum genußreichen Wandern, vor allem in fremden Gebieten, braucht man eine gute Wanderkarte, und die liefert heute das Flugzeug schneller und besser, als sie je früher hergestellt werden konnte, Jeder, der draußen wandert, hat die Arbeit des Reichsamtes für Landesaufnahme, das uns die Karten des Reichsgebietes liefert, schätzen gelernt. Die Karten aller Maßstäbe sind klar und peinlich genau ausgeführt, sie erwecken das Gefühl unbedingter Zuverlässigkeit und sind jedem Wanderer der beste Führer. Dennoch versagt heute dieses Kartenwerk in vielen Gebieten. Eine kritische Untersuchung des amtlichen Kartenmate- rials, vom Verband der deutschen Hochschulen der Geographie vorgenommen, hat ergeben, daß bei- spielsweise 76 Proz, der Karten 1:190 909, der gebräuchlichsten Wanderkarten, veraltet sind. Die Herausgabe dieser Karten liegt 39 bis 59 Jahre und mehr zurück, die Vermessung ist also noch früher geschehen. Seit jener Zeit hat sich aber die Kulturlandschaft in Deutschland so gründlich ver- ändert, daß man sich mit diesen Karten nicht mehr genau zurechtfinden kann. Neue Wege sind cntstandeü, Eisenbahnen, Kanäle, Flußregulierun- gen verändern das Bild, die großen Städte sind weit über ihr früheres Weichbild hinausgewachsen, Flecken, Dörfer, Wald und Feld sind nicht mehr die gleichen wie damals. Desgleichen haben sich die Industriegebiete gründlich verändert. Nun sind die Karten durch Berichtigungen und Nachträge einigermaßen der neue» Kulturland- schast angepaßt worden, aber von den Berichts- gungen liegt auch schon die Hälfte Jahrzehnte zurück, und die Nachträge bringen nur Weniges. burger Internationalen Sozialistischen Jugend- kongreß die weltumspannende Sozialistische Jugendinternationale, Das weitgreifende Hamburger Programm ist bis heute die Grundlage für die Arbeiten und Kämpfe der sozialistischen Jugend aller Länder geblieben, die 1927 28 Nationen umfaßte. Die Sozialistische Arbeiterjugend in Deutschland, deren Organ die schon vor dem Krieg gegründete„Arbeiterjugend" ist, führte im Geiste dieser Grundsätze den Kampf um die kulturelle und soziale Befreiung der pro- letarischen Jugend weiter, einen Kampf, dessen dringlichste Ziele heute die Abwehr gegen militari- stische Verseuchung der Jugend und ihre Entrech- tung durch die Arbeitzdienstpflicht sind. Ge- die je nach der politischen Konjunktur ihre Ueber- zeugung wie ein Hemd wechseln, um Anwärter eines einträglichen Pöstchens zu werden. Mit diesen Konjunkturrittern rechnet auch der Nazilehrerbund. Er weiß, daß eine Schule, deren Lehrer Nazis sind, ein wirksames 3>ropagaiic{«iiif{rimi(>ii( für den Zaiclrisnim ist. Die deutschen Erzieher, so liest man jetzt in der Nazipresse, seien die Baumeister der deutsche» Zukunft. Es ist gar nicht lange her, da dachte und schrieb man bei den Nazis anders über die Lehrer, Die„Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung" zitiert in einer der letzten Nummern einen Artikel aus dem„Völkischen Beobachter", der seinerzeit folgende Beschimpungen derLehrer- s ch a f t veröffentlichte: „Was die Juden und Steißtrommler gemeinsam haben, ist die maßlose Eitel- k e i t. So sonderbar es klingen mag, dieses Laster hat sie schon im Mutterleibe auf ihre Bahn ge- drängt. Denn das halbe Wissen, der leere Schein, überhaupt der Mangel an Gründlichkeit, lauter Merkmale ihres Wirkens, sind so recht nach dem saulen Herzen des Hoch- muts. Dummheit und Stolz sitzen auf Die Gründe für diese Verschlechterung unseres einst guten Kartenmaterials sind vor allem ber Mangel an öffentlichen Mitteln und die Schwer- fälligkeit ber Kartenvermesfung. Oft, vor allem im Bereich großer Städte und der Industrie- gebiete, wandelt sich die Kulturlandschaft schneller, als die Kartenaufnahme trotz des großen Stabes ihrer Landmesser, Hilfsarbeiter, Kartographen usw. nachkommen kann. Und um durch Vermeh- rung der Kräfte immer neue und richtige Karten liefern zu können, fehlen die Mittel, denn der Kartenvertrieb kann schon jetzt bei weitem nicht die Kosten der Landesaufnahme decken. Hier setzt die Methode der Luftkarto- g r a p h i e als rettender Ausweg ein. Vom Flug- zeug aus kann mit Hilfe der modernsten Jnstru- mente in wenigen Flügen ein Gebiet' aufgenom- men werden, für das ein Heer von Landmessern Wochen und Monate brauchen würbe. Auch die „Entzerrung" der Luftkarten, die wegen der Run- dung der Erdoberfläche und aus perspektivischen Gründen ursprünglich entstellt sind, geht auf auto- matischem Wege schneller als die Zeichnung der Karten nach den Feldskizzen und Angaben des Landmessers im früheren Verfahren. Infolgedessen ist die Luftkartographie um vieles leistungsfähiger und billiger. Schließlich ist die Verbindung von Luft karte und Luftbild des gleichen Gebietes für Wissenschaft und Schule eine wertvolle Be- reicherung, Es handelt sich aber bei der Luftkartographie nicht nur um die Neuanfertigung bisher ver- alteter Karten. Dies trifft zwar für Deutschland und andere Staaten zu, in denen schon seit langem eine Landesaufnahme tätig ist. Viele Gebiete der Erde, in Asien, Afrika, Amerika und selbst noch in Europa sind aber bisher überhaupt noch nicht oder nur sehr ungenau vermessen und aufgenom- men worden. Hier wird die Luftkartographie noch mit manchen Ueberraschungen aus den unbekann- ten Gebieten aufzuwarten haben. So wird das Flugzeug Wanderführer und Entdecker, je nachdem, wo man es einsetzt. Was es auf diesen Gebieten leisten kann, davon geben die Karten und Luftbilder des Bildamtes der Lufthansa und andere Aufnahmen schon jetzt einen lebendigen Eindruck, Wilhelm Tietgens. DONNERSTAG, 6. OKT. 1932 schlossener, fester als je steht die SAJ. in diesen Kämpfen Schulter an Schulter mit der SPD,, den freien Gewerkschaften, dem Reichsbanner und den sozialdemokratischen Sportverbänden, Jene jungen Menschen aber, die sich heute von den leeren Versprechungen und substanzlosen Phrasen reaktionärer Proselytenmacher einfangen lassen, denen ist offenbar nicht gegenwärtig, wer der Jugend die Möglichkeit eröffnete, sich von den würgendsten Fesseln politischer und sozialer Unter- drückung zu befreien, auf wessen Wirken und Tun Einrichtungen wie öffentliche Sportplätze, Jugend- Herbergen, weltliche Schulen, Jugendämter, Jugendgerichte zurückzuführen sind. Eine sozialistische Jugend, die sich darüber klar ist, aus welchem Weg allein der Aufstieg der arbeitenden Menschheit sich vollziehen kann, die durch ihr Zielbewuhtsein, ihr Zielwissen, und nicht zuletzt durch die in langen Kämpfen gesammelten Erfahrungen hoch über allen gedankenlosen Schreiern steht, muß sich auf die Dauer jeder mehr oder weniger verkappten Reaktion als überlegen erweisen. einem Holz, heißt es. Wer ganz dumm oder dumpf auf die Welt kommt, trägt die Züge des Juden, Wer noch eine Spur Grütze mitbringt, wird S ch u l m e i st e r, um so mehr Schlauheit (das Gegenteil von Klugheit) entwickelt sich aber dort wie hier." �Jm Oktober v. I. berichtete die„Sächsische Schulzeitung", wie die Nazilehrer von ihren eigenen Führern gemaßregelt wurden. Der Nazi- abgeordnete Mutschmann hatte den Lehrer- stand durch die Aeuherung:„L e h r e r s e i n i st organisierter Müßiggang" beleidigt. Darauf beschwerten sich 17 Nazilehrer bei Hitler, Sie erhielten von ihm zwar keine direkte Antwort, dagegen eine Vorladung vor den Schlichtungsausschuß der Gauleitung in Plauen, Hier hielt der Reichsleiter des National- sozialistischen Lehrerbundes, Lehrer S ch e m m, MdR,, eine Donnerrede über die Lehrer, die es wagten, zu rebellieren. Die Rollen waren ver- tauscht; aus den Klägern wurden Ange- klagte, Herr Mutschmann rief schließlich: „Raus mit dem Zeug!" und gab den anwesenden SA.-Leuten den sofort befolgten Befehl: „Schmei�l die äiande raus!" Ein äußerst lehrreicher Anschauungsunterricht siir die Rolle, die dem Lehrer im Dritten Reich zugedacht ist, und die der Naziabgeordnete und frühere Lehrer K ö b e r l e einmal ungemein deutlich so umschrieben hat:„DerBeamtehat sich auf seinen Biera.... zu setzen und das Maul zu halte n." Das Organ des Oldenburgischen Landeslehrer- Vereins wies kürzlich die Angriffe auf die nationale Ehre der Lehrerschaft zurück, die in einer Rede des nationalsozialistischen Ministers Spangemacher- Oldenburg enthalten waren. Dieser Minister von Hitlers Gnaden erklärte vor Nazi- lehrern folgendes:„Wir wissen, daß der Krieg von 1879 durch den deutschen Voltsschullehrer ge- wonnen wurde. Wir erkennen aber auch, daft der'Keltkrieg ron eben diesem £ehrer verloren wurde." So beschimpften und beschimpen die Nazis die deutsche Lehrerschaft, Und es sind Beleidigungen, wie sie nie zuvor und von keiner Partei einem Berufsstand zugefügt wurden, Sie enthüllen die wahren, jetzt aus taktischen Gründen verschleierten Anschauungen der Nazis über die Rolle der Lehrerschaft im Dritten Reich.„Deutscher Lehrer, erwache!" rufen sie. Und auch wir geben diesen Ruf weiter mit der Mahnung:„Deutscher Lehrer, reihe dich ein in die Kampffront des Millionenheeres werktätiger Volks- genossen, die nur ein Ziel kennen: „Freiheit!" o. f. Alte Schulen In Linköping in Oestergotland besteht heute noch eine Schule, die bereits in einem Dokument aus dem Jahre 1227 Erwähnung findet. Sie ist demnach über 799 Jahre alt, das Schulgebäude ist noch erhalten, Aus dem frühen Mittelalter stammen auch die Schulen von Vestcraas, Skara, Upsala, Vexiö und Strengnäs, in denen gleichfalls heute noch Leben pulsiert, Demgegenüber ist die Schule zu Tarnä in Schwedisch-Lappland nach jung, sie ist im vorigen Jahr 399 Jahre alt geworden. Der große dema- kratrsche Schwedenkönig Gustav Adolf hat sie in seinem letzten Lebensjahr 1631 gegründet, um den umherirrenden Nomaden des Nordens, denen er die Bürgerrechte zuerkannte, einen Stützpunkt in der weiten Einöde zu geben. Die Stiftung, mit der die Schule damals bedacht worden war, besteht noch. Ing, S. M. 3)en Hamnehrern ins Stammbuch ilugsteug als Wanderführer Deutschland— Tschechoslowakei Das zweite Europa-Meisterschaftsspiel Knapp vierzehn Tage sind vorüber, als das erste Fußballspiel um die Europameisterschaft im Arbeitersport gestartet wurde. Oesterreich und Deutschland waren die Gegner. Mit dem knappsten aller Siege(1: 0) konnten die Oesterreicher in Dresden Sieger bleiben. Noch find die gewaltigen Eindrücke, die man von diesem Spiel hatte, nicht verblaßt, da ist auch schon das zweite In greifbare Nähe gerückt. Am kommenden Sonn- tag werden sich in Aussig in Böhmen die bei- den Mannschaften von Deutschland und der Tschechoslowakei gegenüberstehen. Welche Aussichten haben die Mannschaften, in der Haupt- fache die Deutschen, in diesem Tressen? Im ersten Spiel schon hatten wir gehofft, das; die Mannschaft Deutschlands mit einem Siege abschneiden würde. Wie waren wir aber alle enttäuscht, als die Oesterreicher die Oberhand behielten. Auf jeden Fall hat die Bundes- fußballeitung zum Sonntag eine Mannschaft her- ausgebracht die, wenn wir offen sein sollen, das Spiel auch noch nicht gewonnen hat. Gewiß, die Tschechen sind nicht so spielstark wie die Oester- reicher, ihre Leistungen aber zu unterschätzen, wäre leichtfertiges Beginnen. Deshalb erscheint es unbegreiflich, daß man wieder auf den Halbrechten Spieler Thomas-Taura zurückgegriffen hat, eben- so auf Wekel als Mittelläufer. Es gibt doch wohl genügend bessere Spieler, die auf diese verant- wortungsvollen Posten gestellt werden könnten Daß man dagegen aus die Mitwirkung des sehr guten linken Verteidigers Schwarik-Kottbus 93 verzichtet hat, erscheint uns trotz des gerade nicht hervorragenden Spiels gegen Oesterreich doch et- was hart. Gerade Schwarick hat doch in den vorhergehenden Spielen gezeigt, daß er für die Ländermannschaft zu gebrauchen ist. Der Fehler war eben nur, daß er statt auf der linken Seite auf der rechten spielen mußte. Es ist möglich, daß die Verteidigung in der jetzigen Ausstellung besser eingespielt ist und deshalb gewählt wurde. Das Spiel in Aussig wird es lehren! Die Tschechen kommen in stärkster Ausstellung heraus. In den bisherigen Spielen, die die beiden Länder austrugen, war es ihnen nicht möglich. das beste Material herauszubringen. In der Hauptsache wird der erst Igjährige Torwart ge- rühmt, der als der beste Vertreter seines Faches in der Tschechoslowakei gilt. Neu als internatio- nale Spieler sind die Verteidiger. Sie zu über- rumpeln wird die Aufgabe des deutschen Sturms sein. Dagegen sind die Läufer altbewährte Kräfte Der Mittelläufer hat nicht weniger als fünfmal international gespielt. Von den Stürmern, bei denen der Mittelstürmer auch bereits mehreremal in der Länderelf tätig war, erhofft man große Leistungen. Wie waren die Spiele in den Vorjahren? Zum erstenmal traten sich beide Länder im Jahre 1N2S gegenüber. Auf der Olympiade in Frankfurt siegten die Deutschen überlegen mit 6: 1 und in Wien 1926 3: 1. Diese Siege der Deutschen sind aber nicht sehr ernst zu nehmen, da die Tschechen damals erst im Aufbau ihrer Organisation waren. Dann aber kamen zwei Siege der Tschechen, 1926 in Bodenbach und 1927 in München. Während das erste Spiel mit dem Ergebnis von 4: 1 aus- lief, gewannen sie in München nur tnapo mit 3:2. Dagegen wurden die beiden nächsten Kämpfe in Antwerpen und zum Bundesfest in Aussig wieder von den Deutschen gewonnen, und zwar mit 4: 2 und 4: 3. Diese letzten Siege geben aber noch lange nicht die Gewähr, daß die Deutschen auch am Sonntag wieder in Aussig gewinnen werden, das Gegenteil ist auch sehr leicht möglich. Also, deutsche Ländermannschaft: Aufgepaßt! festig gewordene Nahrung eine angenehme Ab- wechslung zu haben. Die große Wanderorganisation des werktätigen Volkes, der Touristenverein„Die Na- t u r f r e u n d e", hat e- sich zur Aufgabe gemacht, gerade im Herbst seine Freunde zum Wandern anzuleiten. Allenorts in Deutschland testchen Ortsgruppen, deren rührige Führerabteilungen Herbstwanderungen vo. bereiten und durchführen. Es liegt an dem Lefcr dieser Zeilen, zu erkennen, daß man am besten und schönsten mit den Natur- freunden wandert und daß sich in ihren 400 Na- tursreundehäusern vortreffliche Einkehr und Rast halten läßt. Wandern im Herbst Naturfreund, jetzt ruft dich der Wald! Schon fangen die Laubbäume an. sich zu ver- färben und ihr lichtes Grün aufzulösen in eine Farbenskala, die vom leuchtendsten Goldgelb bis zum tiefsten Rostbraun reicht. Jetzt gerade im Herbst ist die schönste Zeit hinauszuwandern in die heimatliche Umwelt, um einen letzten Glanz des herbstlichen Leuchtens zu genießen. Zwar geht die Sonne schon spät auf und rüstet sich schon frühzeitig zur Nachtruhe. Aber der herbstliche Tag ist immer noch lang genug, um als Wandertag zu einem seltsamen und tiesinneren Erlebnis zu werden. Jetzt zur Herbstzeit muß man auf die Heimat- berge steigen. Mögen es noch so bescheidene Hügel- reihen sein; immer wird das menschliche Auge in die Ferne schweifen können, denn niemals im Jahre ist die Luft so frisch und rein als gerade in den Tagen, in denen die Natur sich zur Winter- ruhe rüstet. Wir brauchen absolut keine weiten Ausflüge zu machen: rings um unseren Wohnort offenbaren sich in allen Zeiten die Schönheiten des herbstlichen Landes. Und dann erst der Wald im bunten Kleid des Vaters Herbst. Wohl ist der Wald schön, wenn erstes Grün in die Welt will; wir lieben ihn, wenn er uns in heißer Sommer- zeit in seine Schattenküh'e aufnimmt, aber so märchenhaft schön wie im Herbst ist er nie. Durch die Wälder unserer Heimat schallt der Brunftschrei der Edelhirsche und wer einmal dos Erlebnis ge- habt hat, in mondheller Nacht auf lichtüberfluteter Waldwiefe das Schauspiel der Hirschbrunst zu ge- nießen, dem wird noch lange Zeit das mit nichts zu vergleichende„Röhren" der riesigen Geweih- träger in den Ohren klingen. Auf den Wiefsn erblühen im zarten Lila die Herbstzeitlosen und Obstbäume und Rebstöcke schenken verschwenderisch von der Fülle ihrer Gaben. Ist es da ein Wunder, wenn gerade die werktätigen Wanderer zur Herbstzeit ausziehen, um das Angenehme mit dem Nützlichen zu ver- binden, um auf ihren herbstlichen Wandergängen gleichzeitig auch ihren Obstbedarf bei den Land- leuten einzukaufen, um für die heute sehr ein- Boxen und Ringen in Tegel Am Freitag veranstaltet die Freie Sportver- einigung Tegel 1899 e. V. einen Großkampftag im Boxen und Ringen im Strandschloß Tegel. Im Boxen stehen sich Britannia und Tegel gegenüber. Britannia tritt an mit Kunz II. Kunz I, Kaiser, Gymrek. Urban, Koch, Hedrich und Schmidt. Tegel stellt als Gegner Kebschull, Eng. Kloß, Pantke, Ohlemann, Reinelt, Köppen und Löschen. Es wird zu harten Kämpfen kam- men, da nur alte, erprobte Kämpfer im Ring stehen. Im Ringen hat sich die Freie Sportver- einigung- eine Berliner kombinierte Mannschaft Radsport- Allerlei Kommende Veranstaltungen In den letzten und am nächsten Tagen der laufenden Woche Sonntag herrscht im e u r o- päischen Radsport geradezu Hochbetrieb. Eine Veranstaltung jagt förmlich die andere, so daß sich die Aktiven über Mangel an Betätigungs- Möglichkeiten nicht zu beklagen brauchen. Mit einem großartigen Fliegerprogramm war- tet der Berliner Sportpalast am Frei- tag, 7. Oktober, auf. Weltmeister Scherens-Bel- gien, sein Vorgänger Willy Falck-Hansen-Däne- mark, Frankreichs Meister Gerardin, der Ameri- kaner Honeman, Mathias Engel, Peter Stesses, Lothar Ehmer und der sein Debüt als Berufs- fahrer gebende deutsche Meister Hans Dasch tre- ten in Zweierläufen zum Kampf an. Eine weitere Zugnummer des Programms ist das neugeschaf- fene, mit 1000 M. an Geldpreisen ausgestattete Ernst-Wilke-Erinnerungsrennen, ein nationales Vorgabefahren.— Der Sonnabend, 8. Oktober, bringt die Premiere der Winterbahn in der K ö l- ner Rheinlandhalle. Als Hauptnummer steht ein 7S-Kilometer-Mannschaftsrennen aus dem Programm, an dem folgende 11 Paare teilneh- men: Rausch— Hürtgen, Schorn— Oszmella, Re- siger— Frankenstein, F. Schmitz— Jppen, Damm- Dumm, Zims— Perelaer, Schnitzler— W. Schorn. Baiko— Czitalla, Koechner— Thielen, Pijnenburg — Braspenning und Smets— Haegelsten. Einen Tag später, am Sonntag, 9. Oktober, eröffnet die Winterbahn in der Dortmunder W e st- f a l e n h a l l e ihre neue Saison. Die Dort- munder Westfalenhalle bietet ihrem Publikum als Clou ein 100-Kilometer-Mannschaftsfahren, für das folgende 10 Paare oerpflichtet worden sind: Pijnenburg— Braspenning oan Nek jr.— van der Hoek, I. van Kempen— Bogaert, Wals— van Hout, Kisters— Bockum, Funda— Maidorn, Vopel— Korsmeier, Senge— Cieszinski, Thierbach— Siegel und A. Buyssc— Billiet. Einen gleichartigen Well- bewerb führt auch die Bahn im Pariser S p o r t p a l a st bei ihrer Premiere am 9. Ok- tober durch Als Teilnehmer an diesem Rennen gelten bisher Ronsse— Demuysere, Depauw— van Nevele, Dinale— Battesini, Guerra— di Paco, Le- üucq— Guimbretiere, Terreau— Louviot, Doyen— Peix, Gebr. Lemoine, Choury— Fabre und Le- maire— R. Martin Die nächste Großveranstal- tung auf der Winterbahn in Brüssel ist für Sonnabend. 8. Oktober, angesetzt, das Programm umfaßt Flieger- und Steherrennen. eingeladen, bestehend aus Ringern von Alt-Wed- ding, Lichtenberg und Sparta. Vom Fliegen- bis zum Schwergewicht starten: Schlickeisen, Krause, Rösike, Putzke, Binder, Lorbeer, Rohlof gegen die Tegeler Mannschaft Koreske, Milbredt, Hartmann. Schmidt, Höhne, Rosentreter und Wollschläger. Es soll die letzte Probe vor den Serienkämpfen sein. Außerdem wird eine Iiu-Jitsu-Demonstra- tion das Programm vervollständigen. Beginn der Kämpfe 20 Uhr, Eintritt 40 Pfennig, für Erwerbslose und Kinder 20 Pfennig. Langstrecken regatta Am Sonntag, 9. Oktober, findet die diesjährige Langstreckenregatta der Freien Rüde- rer und Kanufahrer des 1. Kreises statt. Die Kanufahrer starten vor dem Bootshause des Reichsbanners in Köpenick und fahren bis zum Bootshause des Rudervereins„Vorwärts". Start und Ziel der Ruderer ist das Bootshaus RV. „Vorwärts": sie umfahren die Rohrwall-Jnsel auf der Oberspree und müssen die Strecke von 17 Kilometer bewältigen. 90 Mannschaften mit nahezu 300 Teilnehmern sind gemeldet. Daß SO Frauen auch noch die Strecke von S Kilometer befahren, dürfte besonders bemerkenswert sein. Die 15 Rennen beginnen um II Uhr. Freunde des Arbeiter-Wassersportes haben auf dem Ge- lände des Rudervereins„Vorwärts". Baum- schulenweg, gute Gelegenheit, vorbildlichen Wasser- fahrsport zu beobachten. Schwarzes Brett Freie Turncrschaft Srotz-Berli». SiKung aller Zeztrts- technirer Dcnnerslag, k. Oktober, ISij Uhr, in der Äreia- geschästsstelle. FTSB., Bezirk Süd-st-Treptow. Alle Mitglieder er- scheinen am Freitag, dem 7. Oktober, auf den Hallen zum ElNiibe» zur IV-IaHr-Feier. 15. Oktober, 20 Uhr, U>,Iahr» Feier im Gewerkschaftohaus. E-gelklub Fratcrnitas. Sonntag. 0. Oktober, 9>4 Uhr, Absegeln. Am 16. Oktober, 17 Uh sammlung im Bootshaus. llhr, Zahrcsgeneralver- LsK. Prolcs. Sonntag, g. Oktober, Fahrt nach Lucken- walde zur 50,IaHr-Fcier der 1. Männerabtcilung. Abfahrt 8 Uhr Baltenplah. SVl Uhr Schlesisches Tor. S>.; Uhr Sallefchcs Tor. Die Iugendveranstattung der Gruppe Wedding am Sonnabend fallt aus. „Solidarität", Araftfahre». Touren fiir Sonntag. 9. Ok- tober. Abt. Nreuzbecg: Stiirihsee. Start: 9 Uhr Reichen. bcroer vtr. 91.— Abt. Friedrichghain: Döllnsee. Start: 8 Uhr Landsberger Platz.— Abt. Gbarlottenburg: Raven. Start:« Uhr Äriin- Ecke Äirchstratze.— Abt. Pankoro: Zuverläsfigkeitsfohrt. Start: 9 Uhr Laiser, Friedrich. Ecke Trcllcborgcr Strohe.— Abt. Tempclhof.Maricndorf: Fiirstcnwaide— Äendisch-Rietz. Start: 8 Uhr Kurfürsten- Ecke Schützensirahe.— Versammlungen: Abt. Kreuzberg: 7. Oktober, 29 Ubr, Reickenberger Str. gl.— Abt. Chat. lotienburg: 6. Oktober. 20 Uhr. bei Reimer. Grün- Eck» Kirckistrahe.— Abt. Mitte: 5. Oktober, 20 Uhr, Gewerk» schgftshaus. Engelufcr. Kartelbezirk Tcmpelhaf. Freitag, 7. Oktober. 20 Uhr, erst-r Uebungsabend in der Turnhalle Manteuffelftr. 08. FTSB., Frciiörperkulturbezirk. Ab 7. Oktober an je- dem Freitag Heimabend der Grupoen Moabit i und II in der Schule Quitzowstr. IlZ, 20 Uhr.— Bezirk Baum- schnl-nmeg. Sonnabend,«. Oktober, 20 Uhr, Versammlung bei Scharnhorst, Heidekampweg 21. ASB. Hellas. Freitag. 7. Oktober, nach dem Badeabend Monatsversammluna bei Bruseberg, Gericht, Ecke Kunkel. strahe lDeddinger Bereinshaua), 21 Uhr. Giche-Bohasdors sucht spielstarken Segner kür 1. Männer» Handballmannsckast am kommenden Sonntag auf eigenem oder Gegners Platz. Gilangebote Freitag ab 29 Uhr. r 8 iGriinau; 6656. B. Summ. ASC.. Hacken. Sitzung beute, Donnerstag, 20 Ubr. bei Zufchkat. Hohenlohe. Ecke Goßlerstraße. gur Verv-'llständi. gung unserer 3. Mannkchaft suchen wir n-'cki Mitglieder, die auf der Sitzung aufgenommen werden können. Freie Sportoereiniauag Pankow. Heute. Donnerstag, Hauvtvcrsammlung der Hockenabtcilung in der Sport- klause, Florastrahe. 20 Uhr. Freitag. 7. Oktober. Haupt. nerkammlung der Fuhballobteilung bei Baads, Kissingen- Ecke Altonaer Strafte, 20 Uhr. Rundfunk am Abend Donnerstag, 6, Oktober Berlin: 16.05 Altrussisdie Ikonenmalerei (Prof. Dr. Graf Zubow). 16.30 Streichquartett, 17.00 Max Reger. 17.30 JuTendstuncfe. 17.50 Was mufl der Laie vom Blutdruck wissen? (Dr. H. Sachs). 18.15 Mandolineoorchester- konzert(Arbeiter-Mandolinisten-Bund. Kon- zertgemeinsdiaff Moabit-Reinickendorf). 18.50 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55 Die Funkstunde teilt mit 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Mandolinenordiesterkonzert. 19.30 Die schwarze Völkerwanderung(Dr. M. Seil). 20.00 Aus Breslau: Komponierende Dirigenten, dirigierende Komponisten. 21.00 1 Stimme von 1000"(Funkdichtung). 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 24.00 Orchesterkonzert Königswusterhausen: 16.00 Schulreform in Angriff und Verteidigung(Schulrat G. Wölfl). 17.30>'eue Wege deutsch-türkischer Wirtschaftsbeziehungen(Dr.-Ing. Klinghardt). 18.00 Musik im Leben. 18.30 Der Honnefturra als Windkraftmaschine(J. Boehmer). 19.00 Die Zukunft des Schweinemarktes(Dr. v.d. Warth). 19.25 Für und Wider. Wegweiser durch die Zeit(Dr. Pechel) 19.40 Zeitdienst 20.00 Aus Leipzig:„Horrido". 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.20 Aus Wien; Von„Wiener Frauen" bis„Schön ist die Welt". Sonst: Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle„Vorwärts". Boten oder die Postanstalten. Der„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montag- einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und gilt"./ Bezugspreise: Wöchentlich 7Z Pf., monatlich 3, 2b M. ldavon«7 Pf. monatlich für Zustellung in» Hau») im oorau» zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschlicftlich 66 Pf. Pcstzeltung. und 72 Pf. Postbestcllgebühren. Auslandsabonncmcnt z,6ä M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 1.6b M. Bei Ausfall der Liefetung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. I Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile 3V Pf.. Beklamezeile l.äll M.„Kleine Anzeigen" da« fettgedruckt? Dort 29 Pf., jedes weitere Wort 19 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitemarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familienan, eigen Millimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft. Lindensir. 3. wochentäglich von Slh bi» 17 Uhr. Der Perlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich für Politik: Richard Sckwartz: Wirtschaft:<8. Klingelböser: Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: H-rbert Lepor«: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstädt; Anzeigen: Ott« Hengst; sämtlich in Berlin./ Verlag: Vorwärts-Lerlag E. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts.Buchdruckerei und Verlagsnnstall Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstr. Z. Staats Iftcatcr Donnerstag, den 6. Oktober Jtaatsoper unter cen Linden ISUe Uhr DißHofüzeltdesFiQaro staaiücnes Schauspielhaus 20 Uhr Die Journalisten VOLKSBÜHNE Theater am Büleurptaic D I. Norden 2944.»Ilebeodlleb Uhr Letzte B Auf: ülirunjfen Der Revisor°o«°. Regle: Heinz Hilpert Sonntagnachm. JVt Uhr Premierenbesetzung.— Preise 9.75 bis 4— Mk tz unr 15 Flora 3434 Räumen eri. Vier Bronnetts, George Dormonde, Lord Ain, Mary Erik& Co., 7 Alfredos u. s. w. IMHitn. abends schon von 79 Pf. ItlHlell. nachm. von Si Pf an BETRIEB A* KEMPIHSK11■ »v.uhr CftSIlIß- THEATER Lothringer Strane 37. ■iinitiimiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiimiiiiiimiiiniinitiiimniimiitii Aach Sonntags nachm. 4 Uhr: Neu! Neu! Hnmorl Sllmmangl Man lacht Tränen Aber Direktor Hans Berg als Tante Julchen. Gutschein tür die Leser 1—4 Personen Faut 9.75 M.. Sessel i 25 M.. Park. 9.59 M. Steltiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) ' vir. leysel. Dir. Meysel. Tic! 8.15 Uhr. Sonntag» 3�9 Uhr(ermäSigte Pr., Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanzt** EBBÄßetteniStt; Kinderb.. Polster« ChaiseL. an)eden. Teils Katalog trat. BlaanmAbeliabrik Sohl CXliftM ieuiuMatei Weidend. 5291 8 Uhr Rose Bernd von Corlurt Baoptraann mit Pauli Wesssiy Kammsrspseie 8'/. Uhr LetzteAufführung Schicksal nachWunsch Freitag, 7. Oktbr Das Wiöis von Rieh Billinger /berliner thealN ] A 7 Hont, 625 I Letz e Woche I 89. Uhr M O I SSI 1 Oer lebende I I Leichnam I l»o pr__ 4 M J Städi.Oper Chartottenbur Fraunhofer ozzr Donnerstag, 6. Ökt Turnus III: OieEnüührung ous dem Serall 20 Uhr Berger, Eisinger. Ludwig, Andrdsen. GombertOuimann Dirigent: Breisach. Vnserate im A Vorwärts ichern Lrfolg! ttiig! Hanslimn' Knochenfleisch.. 3 Pfand 25 Pf. Schinkenhintcrbeinegep.Pfd. 28 Pf. Täglich Kleinfleisch billig! Wurstffabrik Laeske Petcraibgrg�r Plafg 8._ hose- 1 neater rtli Fruktirtit stnle 131 m. Hrdistl F 7 342 8.15 Uhr Der Hauptmann von Köpenick ßadstraBe30 Müllerstraße 174 Prenzlauer Allee 204 S mb ii I I b r jrolmausir. VU/il SteinpL(0 I) 6715 »er nuh 7 VonUlloagin Täglich 8'/. Uhr Der 1 S Oktober leeey. 9.I1H„!!'< IJIir: Eisnuliie Auffahninz: Die Virsunltüie GloSs HeimarDcil zu verceben Jop pen. Paletots, Ul- s er Gepa, Dirck- senstr 46, zu melden Donnerstag Vi?— 7 Uhr abends GioOdestillaüon zum weißen isch XIHerslratfe 106, fcfce S'rintenslrafic Prtthstackstube— MittagstlscH 40 Pf. Qulgepflegte Biere Willy Seidlits üwiBemltnder jScseilsdiaftihaus Inhaber: A. KALL.tS Säle frei! Andermann Ges. m. b. H. II 14. Mimelir Str. 5D. Femspr. Ränisstailt 3280/91 Eiergroßhandel I Impon| i Export| ßerlifiLeipziqerStclS-ia