Abend- Ausgabe Nr. 476 B230 49. Jahrg. Rebaktion unb Verlag- Berlin SW 68, Cinbenffr. 3 5«m[pr«f)er: A7 Am! Dönhoff 2S2 bis 297 Telegrammadresse: Sozialdemokrat Verlin BERLINER VOLKSBLATT SONNABEND 8. Oktober 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts....... 10 Pf. VezugSbebingungen und«Anzeigenpreise stehe am Schluß des redaktionellen Teils Jeuteawesa« der Sozialdemokeatischen Partei Deutschtands Rational- Kapitalismus Straßers hundertprozentiger Umiall In der Oeffentlichkeit wurde eine Zeitlang gemunkelt von einem sozialistischen Flügel der NSDAP., als deren Haupt GregorStraßer bezeichnet wurde. Die Furcht vor der Abspaltung dieses Flügels habe angeblich Hitler davor zurückgeschreckt, sich am 13. August mit der kapitalistischen Regierung Papen in die Macht zu teilen. Nun hat der amerikanische Journalist K n i ck e r b o ck e r in der„Vossischen Zei- tung" ein Interview mit Gregor S t r a ß e r veröffentlicht, dessen Inhalt die Legende vom„Sozialisten" Straßer bis in die Wurzeln zerstört. Seit der Veröffentlichung des Interviews haben wir 48 Stunden verstreichen lassen in der Erwartung, so etwas müsse doch d e- m e n t i e r t werden. Ein Politiker, der sich monatelang als das Haupt eines radikal- „sozialistischen" Parteiflügels hat glorifizieren lassen, der selber in Reichstag und Rundfunk entsprechend radikale Töne angeschlagen hat, der könne sich doch nicht stillschweigend als das Gegenteil porträtieren lassen. Aber nichts ist geschehen. Nicht das kleinste Dementi der sonst so dementierfreudigen„Lügenabwehr- stelle" im Braunen Hause ist erfolgt. Das Interview ist also wahr. Wie spiegelt sich darin Person und Richtung Strahers? „Heute aber erklärt mir Gregor Straher: Wir erkennen das Privateigentum an. Wir erkennen die private Initiative an. Wir erkennen unsere Schulden an und unsere Verpflichtung, sie zu zahlen. Wir sind gegen die Verstaatlichung der In- d u st r i e. Wir sind gegen die Verstaut- lichung des Handels. Wir sind gegen Plan Wirtschaft im Sowjetsinne... Wenn wir zur Macht kommen, wird es keine gewalt- fame Aenderung geben." Ein hundertprozentiges Bekennt- nis des„Sozialisten" Straßer zur k a p i- t a l i st i s ch e n Wirtschaft! Einzelne feiner Kernsätze werden im Verlauf des Interviews noch naher begründet. So äußert sich z. B. Straßer über Planwirtschaft: „Planwirtschaft kann ich nicht unter- schreiben. Das Ganze müßte notwendigerweise zum Bolschewismus führen.(!) Sobald Sie mit dem Prinzip der staatlichen Kontrolle über Industrie und Handel beginnen, können Sie keine Grenzen mehr ziehen. Es würde un- weigerlich weiterwachsen, bis es alle Tätigkeiten umfaßt Es würde den Körper der Nation in eine Zwangsjacke stecken." Schöner kann ein Syndikus der rheinisch-westfälischen Schwer- i n d u st r i e den kapitalistischen Standpunkt auch nicht begründen. Kein Wunder, daß Knickerbocker.nach all dem zu der Einsicht kommt, daß der Widerstreit Hitler— Papen nicht das mindeste mit dem Gegensatz Kapi- talismus— Sozialismus zu tun hat. Im Gegenteil, die Wut der Nazis gegen die Re- gierung Papen rührt daher, daß sie in ihr eine unlautere Konkurrenz sehen. „Stein um Stein(aus dem nationalfozlalisti- schen Programm) hat sich die Regierung angeeig- net, so daß heute Papen und Hitler auf Platt- formen stehen, die für außenstehende Beobachter nicht voneinander zu unterscheiden sind. Hitler ist sicher nicht nationalistischer als Papen. und Papen ist sicherlich nicht kapitalisli- scher als die Nationalsozialisten." Die Frage, was bei einer Machtergreifung der Nationasozialisten wirtschaftlich geschehen würde, beantwortet Knickerbocker auf Grund des Straßer-Interviews dahin:„W as da geschehen könnte, das ist bereits geschehen." So gibt der„nationale Sozialist" die völlige Bankerotterklärung seines auf„antikapitalistischer Sehnsucht" beruhen- den sogenannten Programms mit erfreulicher Offenheit zu! * In Preußen hat die nationalsozialistische Land- tagsfraktion die Auflösung der W o h n u n g s- fürforge-Gesellschaften beantragt, weil sie zu Konkurrenten der privaten Bautätigkeit geworden seien. Adolf, der Äermalmer Schwätzereien in einer italienischen Zeitung Adolf Hitler hat sich kürzlich von einem Be- richterstatter des„Tevere" interviewen lassen. Da es noch immer Leute gibt, die nicht wissen, was von diesem Mann zu halten ist, geben sie seine unglaublichen Schwätzereien in wörtlicher Ueberfetzung wieder. Also legte er los: „Die von mir geführte Bewegung hat feit 13 Jahren den Marxismus in Deutschland be- kämpft: dadurch ist es auch schwachen Regierungen möglich gewesen, den Marxismus zu bekämpfen und rote und schwarz« Koalitionen zu stürzen... Sie wissen, daß von Papen seit 13 Jahren Ab- geordneter einer Partei war, die zur schwarzroten Koalition, also zu den Roten, gehörte. Die Er- folge haben wir gesehen. Wie 1318 der Kommunismus Deutschlands Außenpolitik den Dolchstoß in den Rücken verseht hat, so hat es heute die sogenannte Reaktion getan, um meinen Rlarsch aus- zuhalten. Sie hat es durchgesetzt, daß der Präsident mir die Reichskanzlerschaft verweigert hat, mir. der ich 14 Millionen Wähler und 230 Abgeordnete im Parlament habe." Und warum haben Sie sich nicht das Reichs- kanzleramt selbst genommen? „Auf Grund der Verfassung steht es mir zu, daß man mir legal die Regierung übergibt. Herr von Papen vertritt nur eine klein« Gruppe und hat weder das moralische noch das politische Recht, im Namen des Volkes zu sprechen. Wir haben weder Elle noch Angst vor Nervosismus(!), denn wir wissen, daß die Wahlen vom 6. No- oember einen Triumph für uns bedeuten werden." In Italien erwartete man eine Kraftprob«. „Der Faschismus in Italien hat den berühmten Marsch auf Rom zur Grundlage. Als Mussolini alle Gewalten aus sich vereinte, war es nötig, die Italiener durch eine Reihe von Reformen von oben zur faschistischen Staatsrdee zu erziehen. 3ch habe diese Arbeit schon getan, in dem ich in dreizehn langen Iahren die Deut- schen erzogen und meinen Ideen vertraut gemacht habe und so die Grundlage für die Zukunft be- reitete. Es ist unvermeidlich, daß ich legal die Macht erhalte. Gewalt von oben war oor zehn Jahren in Italien nötig-, unter verschiedenen äußeren Verhältnissen und beianderm Tem- perament ist in Deutschland heute die legale Aktion wirksamer, um so mehr, als auch die Legalität für uns ist.." Und was ist Ihr Programm für Wahlen und für nachher? „Ich werde erbarmungslos die Feinde des Vaterlandes zermalmen, aber ich beabsichtige, auch denen, die mich be- kämpft haben, die Hand zu reichen, wenn sie nur bereit sind, unter meiner Fahne zu dienen für die Größe des deutschen Vaterlande«. Man muß nicht vergessen, daß wir sieben Millionen Arbeitslose haben, denen man zuerst Arbeit finden muß. I ch w e r d e s i e f i n d e n. Ich weiß, daß meine Feinde im Ausland dummes Zeug über meine Ideen und Möglichkeiten verbreiten. Sagen sie nur den italienischen Lesern, daß ich und die Meinen schon die ganze materielle Macht in Hän- den haben, um Deutschland zu regieren, und das moralische und gesetzliche Recht, und daß der Tag nahe ist, wo wir nicht durch Handstreiche, sondern durch den einstimmigen Willen des Volkes Deutsch- land regieren werden zum Besten des Volkes und im Namen Gottes." Und diesen Schwätzer haben bei den letzten Reichstagswahlen 14 Millionen Menschen in Deutschland ernst genommen! Deutschlands Antwort kur Hinausschiebung der geplanten Konferenz Der Wortlaut der deutschen Antwortnot« auf die«ngliche Einladung, an einer Konferenz zur Beilegung der Abrüstungsstreitigkeiten in Ldn- don teilzunehmen, wird nicht veröffentlicht. Wie jedoch verlautet, erklärt die deutsche Regie- rung in der Note ihre Bereitwilligkeit, mit den eingeladenen Mächten in einen offenen Meinungsaustausch über eine zweckmäßige und billig« Lösung der auf der Abrüstungskonfe- renz entstandenen Schwierigkeiten einzutreten. Als Ausgangspunkt für die Aussprache wird die Schlußerklärung von Lausanne angesehen, in der festgestellt wurde, daß auch andere aktuelle Fragen als die Reparationsfrage im Wege eines Meinungsaustausches zur Herstellung und Förde- rung des Friedens und des Vertrauens zwischen Uebl Solidarität! Helft den Opfern der Krise Ein neuer Winter mit vermehrter und gesteigerter Not kündet sieh an. Millionen unserer Volksgenossen sehen ihm mit Bangen entgegen. Seit lahren leisten sie fast Uebermensch- liehes im Ertragen. Nicht nur die wirtschaftliche Not drückt auf die xahllosen Opfer dieser grausamen Wirtschaftskrise; hinzu kommt die geistige und seelische Not, hervorgerufen durch erzwungene Unlütigkell, durch immer wieder enttüuschte Hoffnungen, durch die Zerstörung aller Zukunftsplöne. Die Not nimmt ständig zu; sie ergreift immer weitere Bevölkerungsschichten und im Einzelfall wird sie schärfer und drückender. Die Kraft des Ertragene aber wird schwächer,]e länger die Not dauert. Die Leistungen der öffentlichen Fürsorge und der Versicherung sind schen lange völlig unzureichend. Millionen unserer notleidenden Klassengenossen blicken auf die Organisationen der Arbeiterschaft und erwarten von ihnen auch in diesem Winter Beistand und Hille. Die Arbeiterwohlfahrt rüstet zum Kampf gegen die htol. Die mitunterzeichneten Verbände erklären sich ihr solidarisch. Wieder gehl unser Appell an alle uns gesinnungsverwandlen Angestellten, Beamten und Arbeiter und an alle Freunde der Arbeiterschaft. Gebt für die Solidaritätshilfe! Beweist durch die Tat, dafi der Geist der Kameradschaftlichkeit trotz Not und Unterdrückung in der Arbeiterschaft lebendiger ist denn je! In einer Zeit der sozialen Reaktion und tiefen Mutlosigkeit bekennen wir uns zur Zukunft. Wir wollen helfen, dafi das Millionenheer unserer netleidenden Brüder und Schwestern nicht mutlos wird. Wir wellen helfen, sie als Kämpfer für den Sozialismus zu erhallen! Sozialdemokratische Partei Deutschlands Hauptvorstand der Sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege Hauptausschufi für Arbeiterwohlfahrt Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund Allgemeiner freier Angestellten-Bund Allgemeiner Deutscher Beamten-Bund. den Völkern im Geiste des Ausgleiches der Zu- sammenarbeit und der Gleichheit geregelt werden können. Dagegen wird festgestellt, daß als Grundlage der Aussprache die englische und fr an- z ö s i s ch e Note auf den deutschen Schritt schlecht geeignet seien. Die deutsche Note vermeidet es jedoch, einen pessimistischen Ton an- zuschlagen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es möglich sein werde, die Gründe zu be- festigen, die zu dem Fernbleiben Deutschlands von der Abrüstungskonferenz geführt hätten. Bezüglich des Zeitpunktes der Konferenz wird erklärt, daß der ursprünglich in Aussicht genommene Zeit- punkt infolge der Tagung der Bundesversamm- lung des Völkerbundes in Genf nicht g e- eignet erscheine. Statt dessen wird vorge- schlagen, einen späteren Termin zu wählen._ Weißermäusekrieg! Nene Gcrmanenschlachten— Weiße Mäuse und Knallfrösche Hugenbergs Kriegsberichterstatter im Westen meldet durch TU. aus Minden in Westfalen: „Eine Wahlversamlung der DNVP., in der Studienassessor F l u m e-Bielefeld über„Schwarz- Rot-Braun und Schwarz-Weiß-Rot" sprach, nahm einen bewegten Verlauf. Laute Zurufe erfolgten in immer stärkerem Maße durch zahlreiche SA.» Leute. Schließlich wurden weiße Mäuse los- gelassen, und es wurde mst Knallerbsen und Schreckschüssen gearbeitet, so daß der Redner sein Referat nicht zu Ende führen konnte und das Ueberfallkommando zur Räumung des Saales ein- schreiten mußte. Ein Mann wurde festgenommen, als er einen fehlgehenden Revolverschuß gegen den Redner abfeuerte." Noch toller war es in Düsseldorf. Dort wurde im Verlauf einer Auseinandersetzung zwischen den Harzburger Brüdern ein Deutschnationaler von der Galerie in den Saal hinuntergeworfen, wo er bewußtlos liegen blieb! Söhne feiner Naztleute In Frankfurt- Hausen sind drei Nazi- j ü n g l i n g e verhaftet worden. die sich gegen das Münzgesctz vergangen haben. Sie haben Fllnfzigpfennig- und Fünsmarkstücke gc- fälscht und in Umlauf gesetzt, um damst, wie sie bei ihren umfassenden Geständnisfen zugegeben haben, ihre Tanzstunde zu finanzieren. Die Täter, angeblich Söhne„recht angesehener Eltern", werden demnächst von dem Jugend- gericht abgeurteilt. Eitel oder Auw»? Oer Ltreit um die Aristokratie Die Nazis haben seit ihrer Entzweiung mit Papen dem„Vorwärts" das Kampfwort vom „Kabinett der Barone" entlehnt(wegen dessen Goebbels noch im Juni ein Verbot des „Vorwärts" gefordert hatte), sie haben plötzlich ihr cherz für Volksrechte gegen die Aristo- kratie entdeckt, trotzdem entfalten sie em großes Liebeswerben um die Gunst des Adels. Kein Wunder! In weiten Bezirken sind sie von der Aristokratie finanziell abhängig. z. B. in Koburg, wo sie für die Hochzeit eines ehemaligen Fürsten Gesinde und Gefolg« zu liesern hatten, in ihren Reichstags- und Land- tagsfraktionen finden sich Dutzende der feudalsten Namen, und„Auwi" war eine große Propa- gandanummer. Die Nazipresse brachte jüngst einen Ausruf an den„jungen deutschen Adel", sich zu'Adolf Hitler zu bekennen. Dieser Aufruf hat die Wut jenes Adelstells entflammt, der durch das Kabinett der Barone feine Interessen bestens gewahrt sieht. Als„Ver- treter der adligen Jugend im Hauptoorstand der Deutschen Adelsgenossenschaft" erläßt ein Dr. Willfried von Eisenhart-Rothe eine Gegenerklärung, die den Nazis nichts schenkt. Der gekränkte Willfried schmettert: „Ehrlicher, offener Kampf mit dem Gegner, aber nicht Schimpfereien und demago- gische Fälschungen sind deutschen Adels Art. Wir wenden uns ab von Menschen, die sich nicht scheuen, ihre eigenen Kreise, ihre e i g e- nen Vorfahren in aller Oeffentlichkeit zu schmähen. Wir werden niemals denen folgen, die den Klassenkampf, den sie bisher zu bekämp- fen vorgaben, nun mit rein marxistischen Methoden zur eigenen Waffe machen." Die Arbeiterschaft kann dieser Rauferei der Monokelträger mit Ruhe Züschen. Sie erkennt daraus, an welchen Schichten den Nazis in Wirklichkeit gelegen ist. Nur rein menschlich erhebt sich die Frage: Wie wirkt so etwas aufs traute Familienleben? Wenn beispiels- weife in einer Familie Bruder Eitel bei Hugen- berg ist, Bruder Auwi aber bei Hitler— geht es dann im trauten Familienkreise zu wie in der Hasen Heide?! Krise in Prag? 15 Prozent Gehaltsabbau gefordert Eigener Bericht des„Vorwärts" Prag, 8. Oktober. In der Tschechoslowakei droht eine Regie- rungskrise. Der Finanzmini st er fordert zur Deckung d e s D e f i z i t s eine fünfzehn- prözeniige Herabsetzung der Bezüge der Staats- angestellten. Alle Regierungsparteien haben diese Forderung abgelehnt. Der Finanzminister droht deshalb mit seinem Rücktritt. Ob die Bemühungen der Parteiführer, eine Kompromiß- iösung zustande zu bringen, von Erfolg begleitet sind, dürfte sich erst am Sonnabend erweisen. Salles Unbezahlte Naziuniformen überall Die Herstellung von Naziuniformcn auf Kredit hat das Uniform-Spezialhaus Gottfried Schmidt in Frankfurt a. M. bitter zu bereuen. Wie die sozialdemokratische„Volksstimme" mit- icilt, versendet diese Firma neuerdings zahlreiche schreiben folgenden Wortlauts: „Frankfurt a. M., 12. September 1932. Herrn...... in....... Ich nehme Bezug auf die gestern in....... mit Ihnen gehabte Unterredung und teile Ihne» folgendes mit: Nach reiflicher Ueberlegung muß ich Ihnen mitteilen, daß ich mich auf keine Ihrer Ausflüchte und Vertröstungen einlassen kann. Sie haben die Haftung für die erfolgten Uniformlieferungen übernommen, und an Sie werde ich mich ganz konsequent halten. Ich habe seinerzeit die Uniformen wunschgemäß gc- liefert und kann wohl auch aus Billigkeits- gründen verlangen, daß mir dieselben ordnungs- gemäß wie vereinbart gezahlt werden. � Sie müssen ja schöne Parteigenossen und SA.-Kameraden haben, wenn Sie denken, ja, der soll warten. Nein, Herr..., s o haben wir nicht gewettet. Ich bin ein reeller deutscher Geschäftsmann und muß meine Liefe- ranten und Angestellten auch bezahlen. Nun kurz und gut, was soll ich nochmals lange Worte verlieren. Ich verlange bis spätestens.... mein Geld. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nach- kommen, so werde ich Sie persönlich zioilgerichl- lich belangen und gegen Sie und alle Bezieher ein Uschla-Verfahron bei der Gauleitung an- hängig machen. Ich lasse mich nicht mehr länger vertrösten. Ich glaube kaum, daß Sie es zum äußersten kommen lassen werden. Hochachtungsvoll" Siegesstimmung und Geldüberfluß haben die leichtsinnige Bestellerei von Naziuniformen ver- urfacht. Nun herrscht Katzenjammer und Dalles bei allen Nazis. Da bei vielen Hitler-Leuten die Gesinnung aufhört, wo der Geldbeutel anfängt, steht es schlimm um den Nazi-Laden. Lustskandal zieht weitere Kreise Französischer Generalstab und Tardieu verwickelt Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 8. Oktober. Der Skandal in der französischen Luft- s ch i f f a h r t, den man nach der Verhaftung der beiden Personen, die dem Direktor der Aerv Postale die gefälschten Dokumente ver- schafft haben, im wesentlichen für aufgeklärt gc- halten hatte, nahm am Freitagabend plötzlich und unerwartet eine Wendung. Der oerhaftete Journalist E o l l i n hat bei seiner Dernchmung am Freitag ausgesagt, daß ihm die meisten Dokumente von dem Direktor der Aero postale Bouilloux-Lafont selbst diktiert morden seien. Außerdem hat er erklärt, daß er, sowie der zweite Direktor der Aero Postale Portais und der verhaftete Graf de Lubersac Agenten des berüchtigten zweiten Büros des Generalslabes, das heißt der Spionageabteilung seien, und daß er die Kopien der gefälschten Dokumente stets einem Polizeikommissar zur Weiterleitung an das zweite Büro übergeben habe. Daraus ergibt sich die Tatsache, daß das zweite Büro des Generalstabes aus angeblichen Gründen der Landessicherheit gleichfalls an dem ganzen Skandal interessiert gewesen ist. Nach dem„P o p u l a i r e" hat Luftminister P a i n l e v e im Laufe des Freitag im Kabinetts- rat offen erklärt, daß Bouilloux-Lafont der eigentliche Urheber des Skandals sei und daß seine Behauptung, er habe die Dokumente in gutem Glauben verwandt, nicht den Tatsachen entspreche. Bouilloux-Lafont müßte daher verhaftet werden. Falls die Richter ihm gegenüber Milde zeigen sollten, wäre es Aufgabe der Regierung, dafür zu sorgen, daß der Gerechtig- keit in vollem Umfang Genüge getan werde. Ueber die Verantwortung und die Mittäterschast des zweiten Büros soll sich Painlevö vorläufig mit großer Zurllckhallung geäußert haben. Aber es kommt noch schöner Unter den von Bouilloux-Lafont als Beweismaterial ein- gereichten Dokumenten befindet sich die Photo- graphie eines Brieses, den angeblich der Direktor der Gnome et Rhone, Weiller, an einen Ab- geordneten geschrieben hat. Bouilloux-Lasont gab am Freitag zu, daß er diese Photographie von dem damaligen Aliaisterpräsidenten Tardieu bekommen habe, der mit Hilfe der Schrift Weillers dessen Unterschriften auf den anderen Dokumenten nachprüfen könne. Auch dieser Brief Weillers hat sich als Fälschung herausgestellt. Bouilloux- Lafont ist in der vergangenen Nacht dem ver- hafteten Journalisten Collin, der ihn als Urheber der Fälschungen enthüllt hat, gegenübergestellt. aber vorläufig in Freiheit gelassen worden. Nazizeugen vor Gondergericht Wieder eine Prügelei zwischen KPD. und SA. Das Sondergericht unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors T o l k hat sich heute mit einer äußerst bemerkenswerten Prügelei zwischen Kommunisten und Nazis zu befassen. Die Konmmnisten befanden sich Unter den Linden auf dem Wege vom Sondergericht im Rönt- genstraße-Prozeß, m das sie nicht mehr hinein- konnten, well der Zuhörerraum bereits überfüllt war. Die Nationalsozialisten befanden sich auf dem Wege nach Moabit, weil drei von ihnen in einem politischen Prozeß als Zeugen gelaöen waren und ohne den Schutz von neun weiteren uniformiert«» Kameraden sich nicht nach Moabit trauten. Die Kommunisten, die damals als Zu- Hörer in das Sondergericht wollten, sitzen nun selbst als Angeklagte vor der gleichen Kammer des Sondergerichts. Die Nationalsozialisten, die da- mals nach Moabit als Zeugen geladen waren, brauchen— dank einer gütigen Polizei und einer nicht minder gütigen Staatsanwaltschaft— vor dem Sondergericht nicht die Anklagebank schmücken, sondern dürfen sich als Zeugen unter Aussetzung der Vereidigung aus der Affäre herausreden. Am 29. September, gegen 12 Uhr mittags, be- obachtete der Polizeibeamte, der seinen Posten vor der russischen Botschaft hatte, in der Schadow- straße einen Auflauf. Er eilte hin und konnte gerade noch sehen, wie zwei sich gegenseitig prügelnde Parteien, Kommunisten und Nationalsozialisten, ausein. ander loshieben. Während er einen jungen Burschen— es ist der 16jährige Angeklagte Jahnke—, der ein Koppel in erhobener Hand hielt, festnahm, versetzt« ein 32 Nazi vor Gericht IWIde Strafen für schweren Landfriedensbruch Eigener Bericht des„Vorwärts" Stendal, S. Oktober. Das Etcndaler Landgericht beschäftigte acht Tage lang ein großer Landfriedensbruchprozeß gegen 32 Nationalsozialisten, die eine sozialdemokratische Versammlung in Borstel überfallen hatten. Einem fünfzigjährigen Arbeiter wurde das rechte Auge ausgeschlagens ferner trug er so schwere Schädel- Verletzungen davon, daß er noch heute in Lebens- gefahr schwebt. Weitere 17 Personen wurden schwer verletzt. Die Hauptvcrhandlung bewies, daß die Nationalsozialisten die Ausschreitungen systematisch herbeigeführt haben. Die Angeklagten spielten die Unschuldslämmer, ihre Verteidiger, darunter der Berliner Rechtsanwalt Dr. Sack. entblödeten sich nicht, die 49 Saalschutzleute der Eisernen Front für die Zusammenstöße verant- wortlich zu machen, ein Versuch, der in der Ur- teilsbegrllndung gebührend zurückgewiesen wird. Denn dort heißt es. daß die Nationalsozialisten die allein Schuldigen seien. Die Strafen sind mit drei Monaten bis ein Jahr und drei Monaten erheblich milder als die jüngst in einem Kommunistenprozeß verhängten, dem ein ähnlicher Tatbestand zugrunde log. Stalin gegen Aehovah Kampf den jüdischen Festtagen Moskau, 8. Oktober. Die Bollzugsorgane der Gottlosenoerbände Haben 129 Stoßbrigaden für oen Kampf gegen die jüdischen Feiertage in der Sowjet- union gebildet. Die Stoßtrupps werden besondere Veranstaltungen abhalten, in denen sie versuchen werden, die Jugend und die jüdische Arbeiterschaft von dem Besuch der Tempel fernzuhalten. Gaisonbesserung in Berlin Auch hier leichte Fntlastunj* des Arbeitsmarktes Auch im Bezirk des Landesarbeitsamtes Brandenburg(Berlin, Brandenburg, Grenzmark) Hat der Arbeitsmarkt wie im ganzen Reich in der Zeit vom 16. bis 3V. September eine le i ch t e E n t l a st u n g erfahren. Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden ging um 29 179 auf 7S1 289 Personen zurück. An diesem Rückgang waren die Provinzen Brandenburg und Grenz- mark mit 21 821, die Stadt Berlin mit 7351 Per- sonen beteiligt. Die leichte Besserung des Arbeitsmarktes ist in der Hauptsache durch die starke Aufnahmefähigkeit der Landwirtschast, die mit der Einbringung der Kartoffelernte beschäftigt ist. zurückzuführen. Der Bedarf an Arbeitskräften war in einzelnen Be- zirken unerwartet groß, da die Kartoffelernte sehr gut ausgefallen ist Von der Metallindu- st r i e nahm in Berlin die Radioindustrie noch Ar- beitskräste auf und in Brandenburg a. d. H. die Fahrzeugindustrie. Weiterhin gebessert, in der Hauptsache aber nur für weibliche Arbeitskräfte, war die Lage im Bekleidungsgewerbe. Im Bau- g e w e r b e war in Berlin und Brandenburg in der zweiten Septemberhälfte noch keine Beiserung festzustellen. Bluttat eines Irren Landwirt schießt einen Richter nieder Lübbe», 8. Oktober. Der 71jährige Landwirt Wölke aus T r e p- pendorf bei Lübbe» erschoß heute vormittag denAmtsgerichtsralTilkin dessen Amts. Zimmer, wölke halt« wegen Rückgängigmachung der Zwangsversteigerung seiner Wirtschast, d'e im Januar erfolgen soll, verhandelt: im Lause dieser Verhandlungen zog er einen Revolver und schoß dem Amlrgerichtsrat eine Kugel in den Kopf die diesen sofort tötete. Der Täter entfloh, konnte aber, bald gefaßt werden. Er gehört, wie WTB. meliiet, der Kommunistischen Partei an, und war längere Zeit in emer Anstalt zur Untersuchung seines Geisteszustandes interniert. anderer junger Bursche— der Angeklagte Jacob— einem Nationalsozialisten noch einen Faustschlag, lief davon und blieb in einiger Entfernung stehen. Jemand rief: Er hat eine Pistole. Jakob machte sich auf und davon. Die Ztazis liefen ihm nach. schlugen auf ihn«in, durchsuchten ihn und fanden keine Schußwaffe. Heute haben sich Jakob und Jahnke wegen schweren Landfriedensbruchs und schwerer Körperverletzung zu verantworten. Jahnke behauptet, von Nationalsozialisten ange- fallen worden zu sein, als er sich mit zwei Käme- roden auf dem Wege von Moabit nach Hause be- fand. Jakob erklärt, zufällig des Weges gekom- men zu fein und eingegriffen zu haben, weil eine Uebermacht von Nazis«inen jungen Burschen ge- schlagen habe. Die Nazizeugen lehaupten, etwa 25 Kommunisten seien mit den Worten:„Da ist ja die braune Mörderbande, die Zeugen von Moabit", über sie hergesallen. Sie müssen aber zugeben, selber kräftig zugeschlagen zu haben. Einer von den Nazizeugen lügt ganz besonders unvorsichtig. Er erkennt den Angeklagten Jakob wieder, obgleich er vor der Polizei ausdrücklich gesagt hat, daß er ihn nicht erkennen könne. Mit der gleichen Un- verfrorenheit behauptet dieser Zeuge, auch in Jahnke den Schläger zu erkennen. Die Verhandlung geht weiter. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Mittelbach ließ dann aber die Anklage wegen schweren Land- friedcnsbruches fallen und beantragte wegen ge- meinschastlicher schwerer Körperverletzung gegen den Angeklagten Jakob 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus und gegen den 16jährigen Jahnke 19 Monate Gefängnis. Feuer im Fttmhaus Verunglückte Filmaktion Durch ein Großfeuer wurde in der vergangenen Nacht ein 2599 Quadratmeter großes Kessel- Haus der ehemaligen Puloerfabrik auf dem Eiswerder in Spandau vernichtet. Das Groteske an dem Brand ist die Tatsache, daß das Gebäude ohnehin zum„Flammentod" ver- urteilt worden war, denn eine bekannte Film- gesellschaft hatte das quadratische Kesselhaus ge- kauft, um in einigen Tagen ein sensationelles Großfeuer, das zu dem Nero-Film„Dr. Mabuses Ende" gehört, zu filmen. Alle Vorbereitungen für die Aufnahmen waren nahezu beendet und in wenigen Tagen sollten die Aufnahmen, zu denen zahlreiche Komparsen be- stellt waren, vor sich gehen. Die Filmgesellschaft hatte sich die Mitarbeit der Berliner Feuerwehr gesichert. Nach anfänglichem Sträuben hatten sich die Verantwortlichen der Feuerwehr zu der Film- aktion bereit erklärt, da die Aufnahmen sonst im Ausland hätten gedreht werden müssen, Durch einen noch ungeklärten unglücklichen Zufall ge- riet das für das Großfeusr präparierte Kesselhaus. das als ein Teil der ehemaligen Pulverfabrik auf Grund de» Bersailler Vertrages stillgelegt wer- den mußte, gegen 4,51 Uhr plötzlich in Brand. Fünf Löschzüge mit zehn Schlauchleitungen be- kämpften unter Leitung der Branddirektoren Pozdziech und Dr. Kreis das Feuer. Nach vier- stündiger Tätigkeit waren die Flammen erstickt. Die Filmgesellschaft wird sich nun nach einem neuen„Brandobjekt" umsehen müssen, denn durch den völlig überraschenden Ausbruch des Brandes war natürlich an einen Tonfllm nicht mehr zu denken. Feuer bei Bodelschwingh Frnte von 2000 Morgen verbrannt Osnabrück. 8. Oktober. In der Nacht zum Sonnabend wurde die große Kolonie der Bodelschwinghschen An- stalten Bethel bei Bielefeld in Freistadt von einem verheerenden Grohfeuer heimgesucht, das vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Zwei riesige Feldscheunen sowie die Hälfte eines Gebäudekomplexes, in dem � das Jungvieh untergebracht wird, fielen den Flammen mit der gesamten Ernte von rund 2 999 Morgen zum Opfer. Nur dem Umstände, daß der Wind während des Brandes umsprang, ist es zu danken, daß nicht die gesamte Kolonie ein Raub der Flammen wurde. Die Bodelschwinghschen ■Anstalten sind durch diesen Brand schwer geschä- digl worden, da sämtliche Erntevorräte sowie große Viehbestände vernichtet worden sind. Seine Listenverbindung! Der sozialdemokratische Parleivorstand hat beschlosten, bei den kommenden Reichsiagswahlen keinerlei Liflenverbindung mit anderen Parteien oder Gruppen einzugehen. In der staatsparteilichen Presse wird dieser Beschluß kritisiert. Es muß darum daran erinnert werden. daß die Staalspartsi bei den letzten Wahlen selber von dem Plan einer Listenverbindung wieder zu- rückgetreten ist. weil sie so besser zu fahren hoffte. und daß die legten vier Staatsparteller im Reichs- tag es nicht einmal über sich brachten, gegen Papen zu stimmen, sondern die Sitzung vor der Abstimmung verließen. „Ehef des Protokolls". Der Reichspräsident Hot den Generalkonsul in Kalkutta Rudolf Graf von Bassewitz zum Vortragenden Legations- rat mit der Amtsbezeichnung als Gesandter (Chef des Protokolls) ernannt. Zug-nd»orstcII»ug in der Bollsbühne Zonntay. l.i Uhr, im Theater am BMowplatz. Zur Aufiithrung gelangt „Der Revisor" von Nikolaus Gogol. Karten?.in Preise von S0 Pf. sind noch an der Kasse erhältlich. Rezepte für Verfaffungsdvktoren Die ältesten reaktionären?Iäne Kommen wieder Das Kabinett der Barone hat eine Kommission im Reichsministerium des Innern eingesetzt, die Pläne sür eine Bersassungsreform ausarbeiten soll. Unter Verfassungsresorm versteht das Kabinett der Barone eine Beschneidung der Rechte des Volkes. Da wir die Absichten dieser sogenannten Ver- fassungsreform nur zu gut verstehen, erlauben wir uns dieser Kommission altbewährte Rezepte zu unterbreiten. Die adlige Verwaltung Schon früher hat es Unzufriedene gegeben, die nicht damit einverstanden waren, daß das junker- liche Element sich in der Verwaltung breit machte. Diesen Unzufriedenen hat im Jahre 19 0 2 der preußische Minister des Innern, Freiherr von Hammer st ein, das Folgende entgegengehalten: „Der Anteil des Adels beweist doch nur. daß der Adel, mit dem die großen preußischen Könige deu Staat gebildet haben, mit dem Friedrich der Große seine Schlachten geschlagen und den Staat groß gemacht hat, daß dieser Adel in seinen Sprossen auch heute noch bestrebt ist, in des Hügnimg „Wejen Eignung— was sind die Neuen von Beruf?" „Der eene ist Korpsbruder, der andere Vetter," Niddy Impekoven Im Beethoven-Saal tanzte Niddy Impekoven. Sie zeigt sich noch immer als das taNzbegabte, holdselige, anmutige Kind wie vor zehn Jahren. Darum kann sie ihr Publikum noch immer erfreuen— und darum muß sie es doch enttäuschen. Die holde, kindhastc Naivität, die einst selbst ihre heitersten Tänze mit einer süßen Ernschaftigkeit beseelte, mußte im Lause der Jahre verschwinden: aber kein« Gereiftheit ist an ihre Stelle getreten, kein lächelnder Ernst des Wissens hat den lächelnden Ernst des Spiels ob- gelöst. In den„Heiteren Tänze n", die Niddy Impekoven an diesem Abend zeigte, war ein bewußter, auf das Rampenlicht eingestellter Uebermut der Grundton. Ihre„M i d i n e t t e" hatte nichts von der kindlichen Sehnsucht, von der frühen proletarischen Gereiftheit, die dieser lebensgläubigen Koketterie schon den tragischen Unterton gibt: ihre Modäne im„Oermer cri" nichts von der inneren Müdigkeit, die das selbst- bewußte Spiel zu immer neuem stärkerem Auf- trieb zwingt. Wer Niddy Impekoven an diesem Tanzabend zum erstenmal sah, war wahrscheinlich von ihrem Tanz, von ihrem tänzerischen Können begeistert Alles, was sie zeigte, war reizvolle Unterhaltung. Von der Beseelung, die einmal in ihrem Tanz schwang, die einen immer größer, immer reicher werdenden Menschen in dem Kind Niddy verhieß. scheint sich indessen nichts erfüllt zu haben. Oder verhinderten nur irgendwelche unglücklichen Um- stände die Tänzerin, ihr Bestes zu geben? Tos. Ein Znlerview über 12 000 ZNeler, inhaltlich wenig bedeutend, großartig aber in seiner tech- Nischen Gewalt, fand zwischen dem Weltflieger Gronau in Batavia und Dr. R ü t h k e vom Nauener Sender aus statt. Die ungeheure Strecke wurde vom Wort jn'/»<,.«ekunde durch- eist. Man spürt an diesem Zwiegespräch wieder einmal die Gewalt des Rundsunkwunders, dessen wir uns heute im kleinlichen Gebrauch kleinlicher Menschen kaum nach bewußt werden. br. Arthur kahane gestorben. In der Nacht zu heute ist im 61. Lebensjahre Arthur Kahane, der Dramaturg des Deutschen Theaters und lang- jährige Mitarbeiter Mar Reinhardts, einem Herz- leiden erlegen. Die BiotersShrunge» und Vort--gl in den staatlichen Museen haben wieder begonnen: Sonntag, II Uhr, Licht». bildvortrag im Pergamon-Museum: i« Gold- lchmuetausstcllung". 10 Uhr im �ailer-Friedrich. MiUeum: ,,St c m b t a R b f. 10 Uhr im Museum für Böllerlunde:„D i e Sonderausstellung Inda- »° l i- n". Königs und des Vaterlandes Dienst zu treten und darin in vielfach sehr bescheidenen Stellun- gen zu wirken. Ich glaube nicht, daß der Prozentsatz von 40 überhaupt etwas be- sondere? Großes ist. Ich freue mich aber über jeden Referendar, der einer Adels- oder Je- amkenfamilie angehört... Za, wenn der Mann zugleich K o r p s st u d e n t ist, so könnte ich als Korpsstudent vielleicht daraus den Schluß ziehen, das zeige eben, daß die Korps eine aus- gezeichnete Erziehung geben." Das sind altbewährte Grundsätze vom Jahre 1962. Das ist erst dreißig Jahre her und Herr Bracht hat den Prozentsatz von 46 für den Adel bei den ausschlaggebende» Beamtenstellen schon wieder erreicht. Wie wäre es, wenn dieser Pro- zeitsatz als verfassungsmäßige Bestimmung in der neuen Verfassung nach dem Herzen des Kabinetts der Barone oerankert würde? Der Keielistag Vielleicht empfiehlt es sich, für die Verfassung-- reform des Kabinetts der Barone noch einige Jahre weiter zurückzugreifen. Es soll beabsichtigt sein, nicht nur die Rechte des Reichs- tags zu beschneiden, sondern auch das jetzige Reichstagswahlrecht dem berüchtigten preußischen Dreiklassenwahlrecht wieder anzunähern. Das ist ein alter Plan der Junker und Iunkergenossen. Sie haben ihn im wilhelminischen System vertreten, als chnen der Reichstag noch zu demokratisch, seine Rechte zu weitgehend waren. So sprach am 28. März 1895 der Junker Graf Mirbach im Herrenhause: „In allen ländlichen Kreisen und weil über diese hinaus würde es mit Jubel begrüßt wer- den, wenn die verbündeten Fürsten sich dazu entschlössen, einen neuen Reichstag aus der vasis eines neuen Wahlrechts ins Leben treten zu lassen und zwar unverzüg- Der Dichter Richard Billinger ist ein Heimat- treuer: er würzest im Oberösterreichischen, etwa da, wo der Inn in die Donau mündet. Di« Erde und ihr Ruch, der Urwuchs der Wälder und all die Unhold«, die darin hausen, die schönen und hie schiechen, die gütigen, aber noch mehr die wilden, die teuslichen Perchten, die mit den blöden Men- ichen ihren Spuk treiben, alle bösen, durch Gene- rationen gefilterten Ausschweifungen primitiven Wahnes, Zauberei und gottselige Sehnsucht, verbrecherisch explodierender Aberglaube und gläu- bige Verwebung mit dem Keimen und Vergehen der Natur: das ist des romantisch trunkenen Billingers lebende Totenwelt. Ein Medizinmann der Äelpler, dessen grausige Puppen und holz- geschnittene Schalten zur Rassel tanzen, als cnt- lüden sich Hexenwahn und Ketzerbrand inmitten oernunstgebändigter Bleichjucht. Solchem re- bellischen Chaos der Fratzen, des Krüppelhasten, des Verzwergten. der Verwesung von Seele und Leib, wie sie zwischen Gebirgsketten gärt, entriß Richard Billinger eine Gespenstersonatc„R a u h- noch t", deren unheimliche Geheimnisse seinen Ruf als Dichter gründeten. Die Schwäche dieses brünstigen und blutigen'Traumreigens war ein Mangel an fest umrissener Gestallung, ein Stecken- bleiben der Führung, so daß der Anschein von ohnmächtiger Willkür hastete. Das dreiaktige Schauspiel, das jetzt von der Schultes-Bühne, die in den Kammerspielen gastiert, vorgeführt wird,„Das Verlöbnis"(vielleicht, hoffent- lich ist es eine, ältere, unreife, nicht fertig ge- wordene Arbeit) zeigt überwiegend des Dichters Schwäche, wenn auch hinlänglich den volks- kundigen Augen-, Ohren-, Nasen- und Zungen- zeugen. Eine ermüdete Bauerndirn. von den Manns- leuten enttäuscht, verläßt bequemes Leben im Dorfladen und wird bei einem grauslichen Bauern Saumagd. Vielleicht, weil sie hofft, daß die Säpe zuweilen beißen und daß man an solchem Biß stirbt: vielleicht aus Lebensnot und fleischlicher Entsagung. Der Bauer aber, ein Unverwüstlicher, trinkt schon vier Wochen später mit der neuen Magd am Tage des Evangelisten Johannes den heiligen Wein; er verlobt sich mit ihr. Wie das so schnell gekommen ist, erfahren wir nicht, noch weniger, warum die unverdächtig strindbergische Kronbrant. in deren Magdkammer der zudring- liche Liebhaber von dem verschmähenden erschlagen wird, den Bauern schnurstracks vergiftet. Woraus der verschmähende wieder eintritt und die beiden Sozusagen-Mörder. dämonisch versippt, in des Bauern Ehebett gehen. Solche unwahrscheinliche, nur lose gefügte, wenig begründete Handlung lebt allein von dem Fluch, der in dieser Bauernfäulnis wütet und wie ein Nachtmahr geängstigt« Menschenkindlein hegt und niederbocki. Di« landmännische, von Albrecht Joseph gut geleitete Truppe der Schultes-Bühne wird nichts davon wissen, daß es in Berlin Schauspieler gibt. die vielleicht nicht so echte, aber überzeugendere lich. Die zu lösende Ausgabe ist schwierig, aber auf keinem Gebiete wäre das Wort„zu spät" verhängnisvoller als hier. Es würde gleichbe- deutend sein mit dem In-Trümmer-Gehen des Deutschen Reiches. Ich erlaubte mir vorhin zu bemerken, die Aufgabe sei nicht leicht zu lösen. Alexander der Große stand auch vor einer schweren Aufgabe und löste sie sehr schnell. Ich richte an das königlich-preußische Staalsmini- stcrium die dringende Bitte, es möge die Ge- fahren der wirtschaftlichen und politischen Situation nicht unterschätzen, sondern alle Kraft daran sehen, daß eine glückliche Lösung gefunden werde." Hat dieser Junker, Graf Mirbach, im Jahre 1893 im preußischen Herrenhaus nicht dem Kabinett der Barone und seinen Freunden aus dem Herzen ge- sprachen? Das Generalre�ept Die Verhältnisse von 1895 sind jedoch den Freunden des Kabinetts der Barone noch viel zu modern und viel zu demokratisch. Wir sind sicher, daß wir in ihrer Seele lesen, wenn wir ihre letzten Ziele ausdrücken mit den Sätzen eines gewissen Grafen B r e ß l e r, der im Jahre 1856 in einer Betrachtung über„die Notwendigkeit und Heiligkeit des Absolutismus" das Folgende schrieb: „wir müssen die begonnene konstitutionelle Pappendeckelarbeit ins Kehricht werfen und zur absoluten Monarchie zurückkehren. Wir müssen unseren Adel wieder herstellen, die gutsherrlich bäuerlichen Verhältnisse befriedigend ordnen, die Gewerbefreiheit. Freizügigkeit, Heiratssreiheil. Jodenzerstückelungsfrelheit auf ein vernünftiges Maß zurückführen." 1856! Das wollen sie heute wieder. Sie wollen um 166 Jahre zurück. Volk, nimm den Besen! Bauern sein können. Loni Schuttes, eine von dreiköpfiger Familienzunft, war schön und blond anzusehen. Rodert Breuer. „Meistersinger" Neueinstudierung der Staatsoper Es mag für die Sänger nicht leicht gewesen sein, sich gegen den orchestralen Kraststrom zu behaupten, den Furtwängler entfesselte. Einer, Bockelmann als Sachs, vermochte es in ganz großem Stil, er überwältigte auch dieses überwältigende Orchester noch und überstrahlte alle seine symphonischen Wunder— da hatte der Abend, was mehr ist als aller sestlicher Glanz. so sehr er dankbar anerkannt werden soll: innere Weihe. Was wollt ihr von den Meistern mehr? Lotte Lehmann singt schön und klug, in einer Art, in einem Stil, den ich allen deutschen Sängerinnen innig wünscke— als Euchen aber ist sie wohl zu reif und spröd zugleich, zu wenig lieblich-süßes Traumbild deuticher Jungfrau, ein wenig zu bewußt: die große Dame, ja, die Mar- schallin... Fritz Wolfs, ein guter Stolzing(gestern siel ihm das Strahlen gar nicht leicht, er war nicht ganz in Form): Gustav Schützendorf— ein ordentlicher Beckmesser: Laufkötter brav als David. T i e t j e n s Spielleitung— die Bilder waren die alten geblieben— machte sich wohltätig be- merkbar, wenn auch keineswegs als überwälti- gendes Phänomen. Der Beifall war enorm. A. W. „Ballhaus goldener Engel" Primus-Palast Der Film ist besser, als der Titel oermuten läßt, wird doch nicht in üblicher Art oberflächlich und sensationsbegierig Nachtleben und Unterwelt ge- schildert. Man will aus die moralischen Gefahren der Arbeitslosigkeit hinweisen und läßt ein junges, tapferes Menschenpaar in einem Hamburger Ball- haus sehr viel Schweres und Widerwärtiges er- leben. Zum Schluß kommt dann die Rettung durch die große Geste des verzeihenden Vaters. Dieses glückliche Ende wirkt und ist leider auch durch und durch unwahr; denn kür den aller- größten Teil unserer arbeitslosen Jugend liegt es nicht in dem Belieben der Familie, der Rettungs- engel zu sein. G. und C. Klaren wird weder im Manu- skript noch in der Regie dem eigenen Wollen gerecht. Der Stöfs wird zersasert. Es soll viel ge- zeigt und die Zeit angeprangert werden, doch fehlen dazu sowohl Rhythmus wie Tempo. Lucie Englisch spielt ihre größtenteils tragi- sche Rolle sehr gut. Franz N i ck l i s ch ist ein sympathischer Partner, ganz eine vom Schicksal gezeichnete Figur unserer Zeit. Erquicklich keß ist Senta S ö n e l a n d, wenn sie Marlene Dietrich karikiert. Vorweg sieht man den rheinischen Komiker Fritz S e r v o s in einer Militärhumoreske „Schön war's do ch", die eigentlich nur aus- sührungsberechtigt ist, falls ein Kriegerverein Kaisers Geburtstag feiern will,«. b. „D!e von der Laubenkolonie" Zcntral-Theater Ein Singspiel mit entliehenen, längst geläusi- gen Schlagern sür anspruchslose Gemüter. Han- delt von der rauhen Art, aber dem guten Herzen des Laubenkolonisten. Anklänge an Brennerts „Kolonne Immergrün" und an Cammsrlohrs „Tiefstapler". Bei einigem Talent der Autoren S. Christian und L, Bauer hätte aus der immerhin diskutablen Grundidee, daß«in Ko- lonist das Gelände ringsum in seine Hand zu bringen weiß und es für teures Geld an einen Interessenten verscherbelt, ein leidliches Volksstück werden können: hier aber wird alles hoffnungs- los verläppischt und in eine dünne Kriminalge- schichte umgebogen. Was entsteht, ist ohne Be- Ziehung zum Leben und leider auch ohne Witz. Die(fleißig sür einige Jndustrieerzeugnisse eine geschmacklose Reklame betreibende) Aufführung ging vom Chri st l-Storm- Kollektiv aus. Christi Storm, Eduard Nicol, Wolfgang E. Parge, Julius Richter und vor allem die frische und«cht göhrenhafte Lotte Haas gaben ihr Bestes. Leider muß, um der vielen Könner und der vielen engagementslosen Schauspieler willen, auch gesagt werden, daß einige kleinere Rollen durchaus un- zulänglich befetzt waren. Für den Beifall sorgte der Freundeskreis. I-I. B. Carow und kein Ende Lachbühne Man sagt sich: von'A8 bis Vsl Uhr und dann da oben im Norden, das ist des Guten ein wenig zu viel. Aber schließlich geht man doch wieder hin und ist entzückt von diesem tragischen Clown, der in seiner Ouecksilbrigkeit und strolchhaften Urwüchsigkeit unerhört ist. Er spielt wieder den „seligen Balduin", wohl eine seiner besten Rollen. Wie er den Besoffenen hinlegt, wie er wahrhaft akrobatische Künste anwendet und dann mit diesem verlorenen Blick in die Weltgeschichte starrt, das alles macht ihm kein anderer nach. In Anna Müller- Linke, von früher her wohl- bekannt, exstand ihm eine würdige Mitspielerin. Wie immer ist der Barietstell erstklassig in der Lachbühne, die Mitwirkenden sind sorgsältig aus- gewählt, und es wird exakt gearbeitet. Es gab eine ausgezeichnete akrobatische Nummer: die drei Ferandis im Sportakt, ein sehr gut geschulles Ballett mit Valentine Aleef an der Spitze und den unverwüstlichen Berliner Komiker Fredy Sieg u. a. m. Die große Klamauknummer wurde von der„Carmen von der Spree" bestritten, einem deutsch-spanischen ulkigen Lieder- spiel, in der die schlank gewordene Lucie Carow als Filmstar, Fredy Sieg als Manager und Karl G r o t h als sächsischer Ko° miker sich aufs beste bewährten. r. Eendows Bunte Bühne Am Kottbusser Tor Zille fitzt als Statue im Garten des Theaters am Kottbusser Tor, das in seiner Renaissance- pracht jetzt volkstümlichem Humor dienen soll. Das Zille-Theater ist seinerzeit nicht zustande ge- kommen, dafür ist jetzt Wilhelm Bendow eingezogen— der Westen wandert nach dem Osten— und hat als Gefährten Max Ehrlich mitgebracht. Die beiden konferieren auf Teufel komm raus mit Anekdoten und Anzüglichketten und verulken sich gegenseitig. Sie hallen die locker gefügte Berliner Revue zusammen und be- handeln das Publikum wie eine große Famllie. Bendow ist ganz der alte geblieben, er zärtelt und säuselt und flötet wie immer. Aber unter der Liebenswürdigkeit lachen die Bosheit und die an- gesäuselle Keckheit. Derber, draufgängerischer, mit heiserer Stimme gebärdet sich Ehrlich. Das Riesenprogramm ist bunt und lustig. Der Aufmarsch des ganzen Ensembles unterbricht die Einzelnummern und bringt Leben in die Bude. Man slüchtet aus der häßlichen Gegenwart in verträumte Schubert-Romantik oder in die zeitlose Groteske von Marcellus Schiffer: „Der Zahnarzt" oder spielt einen ehebrüch- lichen Schwank:„Jn L i e b e s n ö t e n". Da- zwischen jazzt die vorzügliche Kapelle Rudi Günther, tanzen T e s s y u n d Holm als Strauße oerkleidet Exzentriktänze, tritt der Jongleur Petras auf. Quietschvergnügt wird die Stimmung, wenn die beiden Direktoren Talentproben mit dem Nachwuchs anstellen und die merkwürdigsten Talente entdecken. Ob dies mehr auf ein kleinbürgerliches Publi- kum zugeschntttene Programm auch dem Arbetter, der Aktion, Zettstimmung und Satire braucht, ge- fallen wird? � D. Das neue Stück von Billinger Schultes-Bühne in den Kammerspielen Die„Mitropa" Was sie alles verlangt Die„Mitropa" hat dem Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Case-Angestellten und dem Gesamtverband den Mantel- und Lohntarif zum 31. Oktober gekündigt. Neben Verschlechterungen verschiedener anderer Manteltarifbestimmungen oerlangt die Firma insbesondere einen r i g o r o. sen Abbau der Urlaubsbestimmun- gen. An Stelle des den Arbeitnehmern bisher während der Urlaubszeit zustehenden vollen Tarif- lohnes sollen sie künftig nur noch 70 Proz. erhalten. Der Höchsturlaub soll von bisher 18 Ka- lendertagen auf 14 Kalendertage herabgesetzt und ein Sperr jähr eingeführt werden. Weiter will die Firma die den Speisewagen- angestellten und Schaffnern für den Ausfall eines Lohnteiles(Umfatzprozente) gewährte besondere Vergütung von 1'M. bis 2,25 M. u m 2 0 Proz. kürzen. Die Vergütungen bei Wagenwechsel, Wagenaussetzungen, Ueberführung von Speise- und Schlafwagen nach den Heimafftationen und Reparaturwerfftätten, ferner die an die Köche zu zahlend« Vergütung für die Abnutzung des Hand- Werkzeuges, sollen um 25 Proz. herabzc- setzt werden. Die unter 19 Iahren bzw. unter 21 Jahren alten, in der Abteilung Groß-Berlin beschäftigten stationären gewerblichen Arbeiter und Arbeiterinnen will die Firma mit einer Kür- zung des Wochenlohnes u in 5,50 bis 8,90 M. beglücken. Der Lohn der unter 21 Jahre alten Wagenkellner soll von 140 auf 125 M., also um zirka 11 Proz. abgebaut wer- den. Die Lohnzuschläge für einen Teil der von den Schaffnern geleisteten Ueberstunden sollen fortfallen, ebenso der bisher für das st a- tionäre Personal geltende Lohnzuschlag von 50 Proz. für die Arbeit an gesetzlichen Feier- tagen. Bezeichnend für die Einstellung der„Mitropa" ist es, daß sie für die Bemühungen der Gewerk- schasten, durch eine Verkürzung der Arbeitszeit für Neueinstellungen von Arbeitslosen Platz zu schaffen, kein Verständnis hat. Die„Mi- tropa" hat es rundweg abgelehnt, die Arbeitszeil des Fahrpersonols von monatlich 259 Stunden(einschl. der tariflich zulässigen Ueberstunden) zu verkürzen! Dabei zwingen noch ein- ,zelne Abteilungsleiter das Personal, mehr Ueber- stunden zu leisten, als gesetzlich zulässig sind. An Hand von Lohntüten wurde festgestellt, daß in den Monaten Juli und August d. I. der Ab- teilungsleiter Gentsch vom Potsdamer Bahnhof in Berlin eine Reihe von Arbeitnehmern 50 bis 100 Ueberstunden'm Monat hat leisten lassen! Die am Tarif beteiligten Arbeitnehmerverbände werden sich mit allen gewerkschaftlichen Mitteln gegen die von der„Mitropa" beabfich- tigten Verschlechterungen des Tarifvertrages weh- ren und energisch an ihrer Forderung nach einer Verkürzung der Arbeitszeit festhalten! Schicksal einer Gemeinde Papierkabrilr stillgelegt— eine Wirtschaftskatastrophe Notverordnungsstreik Bayerische Motorenwerke stillgelegt München, 8. Oktober. Die Betriebsleitung der Bayerischen Motoren- werke hat bekanntgemacht, daß sie eine Lohn- kürzung von 18 bis 20 Proz. vornehme. Eine Betriebsversammlung beschloß, den Arbeiter- rat mit Verhandlungen zu beauftragen, um den Lohnabbau wieder rückgängig zu machen. Da die Betriebsleitung dies ablehnte, wurde gegen sechs Stimmen der sofortige Streik beschlossen. Seit Freitag mittag sind die Bayerischen Motorenwerke stillgelegt. Die Betriebsleitung will jeden Arbeiter entlassen, der am Montag früh nicht zur Arbeit kommt. Streikabbruch im Alexanderwerk Remscheid, 8. Oktober. In den Verhandlungen im Lohnstreik des Alexanderwerks wurde eine Vereinbarung ge- troffen, nach der die Arbeit von Montag, dem 10. Oktober ab zu den alten Bedin- g u n g e n wieder aufgenommen wird. Eine Be- Zahlung der Streiktage findet nicht statt. Die Ar- b e i t s z e i t wird von 52 auf 44 Stunden herabgesetzt mit dem Ziel einer weiteren Beleg- schaftsoermchrung. Der Wald zwischen Köpenick und Mahlsdors-Süd wird in absehbarer Zeit der Axt zum Opfer fallen, wenn die Oefsentlichkeit nicht rechtzeitig Einspruch erhebt. Die Arbeitsgemein- schaft für For st schütz und Natur- künde, Berlin-Friedrichshagen, per- anstaltet am Sonntag, dem 9. Oktober, eine Protestoersammlung gegen die Bebauung dieses Waldgeländes in der Köpenicker Dammforst. Treffpunkt: 11 Uhr in Uhlenhorst, gegenüber der Gastwirtschaft von Seidler, bei schlechtem Wetter im«aale. Jeder, sei er Siedler, Eigenhaus- bewohner, Mieler, Wanderer, Naturfreund, muß seinen freien Wald verteidigen Helsen. Die Vereinigung der Freunde von Religion und Völkerfrieden veranstaltet Sonntag, 9. Oktober, 20 Uhr, in der Trinitatiskirche Charlottenburg eine besondere religiöse Feierstunde ohne die üblichen lithurgischen Formen. Es wirken mit Toni Johner-Böhler(Gesang), Theodor John(Violine), Ferdinand Billeb(Orgel). Pfarrer Bleier spricht über das Thema: Christliche Freiheit. Programme, die zum Eintritt berechtigen, kosten 20 Pf. Arbeitslose zahl 10 Pf. Aus Ost pommern wird uns geschrieben: Die Varziner Papierfabrik A.-G. soll am 11. Oktober st i l l g e t e g t werden. Die Fabrik, die früher bis zu 1000 Personen beschäftigte, ist in den letzten Jahren zur Kurzarbeit übergegangen. Wird sie jetzt vollends stillgelegt, dann bedeutet dies eine Katastrophe für die 2050 Einwohner zählende Jndustriegemeinde Hammermühle im Bezirk Köslin. Die ganze Einwohnerschaft ist direkt oder indirekt auf die Papiersabrik angewiesen, da es keine andere Beschäfti- gungsmöglichkeit gibt. Auch Landwirtschaft kommt nicht in Frage, da Hammermühle im Umkreis von 2 bis 6 Kilometern von unfruchtbarem, mit Kiefern bestandenen Sandboden umgeben ist. Von der Stillegung der Fabrik würden 5 00 Haus- Haltungen betroffen und der öffentlichen Wohlfahrt zur Last fallen, da man ja 2000 Men- schen nicht verhungern lassen kann. Die am Ort bestehenden 23 Geschäfte, deren Kunden fast ausschließlich die Arbeiter und An- gestellten der Fabrik sind, müßten ihren Laden zumachen. Insgesamt 90 Siedler, die sich ihr Häuschen in besseren Jahren gebaut haben, wür- den ihre Schulden-Zinsen nicht mehr bezahlen können. Die von der Kreissparkasse gegebenen Baudarlehen würden zu großem Teil verloren- gehen. Die Gemeindekasse würde natürlich ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nach- kommen können, wenn die Papierfabrik als größter Steuerzahler im Kreise Rummelsburg keine Einnahme mehr hätte. Also nicht nur die Gemeinde, sondern der ganze Kreis würde erheblich in Mitleiden- schaft gezogen werden, wenn es zur Stillegung kommt. Ein Teil der Arbeiterschaft stammt aus umliegenden Dörfern, die als Arbeitslose ihrer Heimatgemeinde zur Last fallen würden. Die bäuerlichen Lieferanten der Umgegend würden in- folge der mangelnden Kaufkraft der rund 2000 Einwohner in Hammermühle enorme Verluste durch geringen Absatz von Erzeugnissen wie Fleisch, Mehl, Obst, Gemüse und dergleichen er- leiden. Während die Regierung Papen ihre sogenannte „Ankurbelung" betreibt, werden solche Betriebe stillgelegt und neues Elend geschaffen. ' M MM iDeiitfcfilauds größter tPolisifl Der Oberlandjäger Dietz aus der Landjägerei- schule in Trier ist mit 2,05 Meter Deutsch- lands größter Polizeibeamter. Sein unge- wöhnliches Höhenmaß wird im Vergleich zu seinem normalgrohen Berufskollegen deutlich erkennbar. Wetter für Verlin: Vorwiegend trübe und zeit- weise Regenfälle, Temperaturen wenig verändert. — Für Deutschland: Allgemein stark bewölktes Wetter mit verbreiteten Niederschlägen. Theater der Woche Vom 9, bis 17. Oktober Volksbühne. Theater am Biilarnplatz: Die Ratten. Staalstheaker. Städtische Oper, Charlottcnburg: 10. Petruschta.— Gianni Lchicchi. 11., 13. Ein Maskendall. 12. Undine. 13. Aida. 14., 17. Die Entführung aus dem Serail. 16. Siegfried. Schillcr-Thcater: 13., 13. Der 18. Oktober. Ab 14. Robert und Bertram. Theater mit festem Spielplan. Nursürstcnbamm-Theatcr: Der Vetter aus Dingsda.— Deutsches Theater: Rose Bernd.— Kammerspiele: Das Verlöbnis.— Die Komödie: Ab 14. Beine und Banditen. — Deutsches Künstlcrtheater: Das Märchen vom Wolf.— Komödienhaus: Bis 11. Moral. 12., 13. geschlossen. Ab 14. Auslandsreise.— Metropol-Theatcr: Eine Frau, die weiß was sie will!— Theater des Westens: Paganini.— Theater im Admiealsvalast: Katharina.— Komische Oper: Man braucht kein Geld...— Lessing-Theater: Png- malion.— Theater am RollendorfPlah: Der Fürst der Berge.— Theater am Schisfbauerdamm: Kolonne Immer» grün.— Berliner Theater: Der lebende Leichnam.— Die Tribüne: Bis 12. geschlossen. Ab 13. Der Spazierstock. — Kleines Theater: General Perc,,.— Rcnaissance. Theater: Ganoven-Ehre.— Rosc»Thcater: Der Haupt- mann von Köpenick. 13. Nachtvorstellung: 23öl Uhr. Ganoven-Ehre.— Easino-Theater: Königin der Luft.— Theater in der Bebrenstraßc: Bargeld lacht.— Thalia- Theater: Prinzessin sür eine Nacht.— Plaza: Bis 15. Der Bettelstudent.— Skala, Wintergarten: Internationales Variete.— Rcichshallen-Theater: Stettiner Sänger. Vachmiklagsvorstellungen. Polksbühne. Theater am Bülowplatz: 9. Der Revisor.— Die tfomöbxc: 9. Beine und Banditen.— Metropol. Theater: 9., 16. Walzertraum.— Theater des Westens: Paganini.— Komische Oper: 16. Man braucht kein Geld— Rose. Theater: 12., 16. Der Hauptmann von Köpenick. 15.-Aschenbrödel. 16. IIIA Uhr. Ganoven- Ehre.— Easino. Theater: 9., 16. Königin der Luft.— Plaza: Bis 15. Der Bettelstudent.— Skala: Internatio. nales Variete.— Wintergarten? 9., 15., 16. Internatio- nales Variets.— Reichshalleu- Theater: 9., 16. Stettiner Sänger. Erstaufführungen. Dicustag. Wallner- Theater: Die Mitschul. digen, Satyros.— Douuerstaa. Tribüne: Der Spa- zicrstock.— Freitaq. Schiller. Theater: Robert und Bertram.— Komödienhau«: Auslandsreise. — Komödie: Beine und Banditen. Rundfunk am Abend Sonnabend, 8. Oktober: Berlin: 16.05 Orchesterkonzert. Als Einlage: Zehn Minuten Film. 18.00 Gesinnung oder Leistung(Dr. R. Riedel). 18.23 Cellomusik. 18.33 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Fest der Luftfahrt. 19.10 Tiere hinter Gittern und Tiere in der Freiheit(Prof. Dr. J. v. Allesch). 19.33 Zehn Minuten Sport (H. Jürst). 19.45 Schallplattcnrückblick[Sep- temper](Dr. F. Knöpfke). 20.15„Flug-Heil" [Funkpotpourri](Dir. F. Künneke). 21.03 und etwa 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnach- riditen. Großer Preis von Karlshorst(Schallplatte). Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Romantik und Volksheldentum äqr Wilddieberei(Bergrat Rufiwurm). 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30 Psychische Hygiene(Reg.-Rat Dr. Wiedel). 17.30 Hellas und die alte Kultur des Westens(Prof. Dr. R. Fitzner). 18.05 Biographien unserer großen Musiker(Dr. K. Th. Bayer). 18.30 Deutsch für Deutsche(Dr. J.Günther). 19.00 Französisch (Gertrud v. Eysereu, Lektor C. Grander). 19.45 Verzweiflung zum Tode(Lic. Anna Paulsen). 20.10 Aus Leipzig:„Die lustige Witwe" von F. Lehär. 22.10 Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.30 Aus Budapest: Zigeunermusik. Sonst: Berliner Programm. Sonntag, 9, Oktober: Berlin: 6.15 Funkgymnastik. 6.35 Aus Hamburg: Hafenkonzert 8.00 Mitteilungen für den Landwirt. 8.30 Von dem Radrennen der Sportjournalisten. 8.53 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Märchen(Lilly Horst). 11.30 Sinfoniekonzert. Dir. Prof. Dr. M. v. Schillings. 12.10 Aus Dresden: Mittagskonzert. 14.00 Kind und Geld(F. Herlitz). 14.20 Notwendige deutsche Volks- und Kulturarbeit(F. Klinghammer). 14.30 1 olks- tümliche Chöre. 14.50 Klaviermusik. 15.10 Hans Franck: Eigene Kurzgeschichten. 15.30 Orchesterkonzert. 16.15 Hodkeykampf Frankfurt a. M.— Berlin. 17.45 Leonce und Lena (Lustspiel v. Büchner). 19.15 Lieder. 19.45 Aus Leipzig; Deutsche Wasserballmeisterschaft Hellas-Magdeburg— Berlin- W eifiensee (Wachspl.). Sportnachrichten. 20.00 Aus Wien: „Das Mädl aus der Vorstadt" von J. Nestroy. 22.00 Aus Hamburg: Kriegsgefangenenerlebnis als Volkserlebnis(Wachspl.). 22.13 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Hörbericht vom Eishockeykampf BSC.— Engl. Nationalmannschaft(Wachspl.). Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 11.00 Phantasien der Schöpfung(Hildegard v. Zedtwitz). 14.30 Alte deutsche Orchestermusik. 15.00 Vom deutschen Wein(A. Schweitzer). 16.30 Deutsche Charaktere: Wilhelm v. Humboldt (H. Kyser). 17.43 Joachim Ringelnatz: Lyrik (Sprecherin: Marg. Faas). 19.00 Volk und Reich der Deutschen(Dr. M. H. Boehm). 19.23 Zum 50. Geburtstag des Dichters Will Vesper(Dr. P. Fechter). Sonst: Berliner Programm. Hierzu 1 Beilage. Der„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Sonntags mit der illustrierten Kupsertiesdruckbei lagc„Volk und Zeit". Bezugspreise: Wöchentlich 73 Pf., monatlich 3,25 RM.(davon 87 Pf. für Zustellung ins Haus) im voraus zahlbar. Postbezug 3,g7 RM. einschließlich 60 Pf. Postzeitungs- und 72 Pf. Postbestellgebllhren. Auslandsabonnement 3,K3 RM. pro Monat, für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4,83 RM. Bei Ausfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeter zeilc 30 Pf., Reklamezeile I,3I> RM.„Kleine An- zeigen': das fettgedruckte Wort M Pf., jedes weitere Wort 13 Pf. Rabatt laut Tarif. Borte über 13 Buchstaben zähle» doppelt. Arbeitsmarkt: Millimeterzeile 23 Pf. Familirnanzeigen: Millimeterzeile IS Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Berlin SW. K8, Lindenstraßc 3, wochentäglich von 8u bis 17 Ilhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. Verantwortlich für Politik: Richard Schwartz; Wirtschaft: G. Klingelhöser; Gewerkschaitsbewegung: I. Steiner: Feuille- ton: Herbert Lepere; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin. Bcrlag: Borwärts-Vcrlag G. m. b. H. Druck: Borwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., beide Berlin SW. 88, Lindenstraße 3. Dletz- Antiquariats-Woche Der sensationelle Verkauf einesTeils unserer Restbestände hat begonnen. Jeder muß diese Gelegenheit wahrnehmen Hier nur einige Beispiele: D�rncfAin Ferdinand Lassalle. Eine Würdigung des Kämpfers Osk oembrem und Lehrers, Halbleder..... Früher 10,00 jetzt£— /""IpÄH-ÄCi/if-r Sonntage eines Großstädters in der Natur. Mit 1 oc ororrewirz 12 Holzschritten.............. Nur Iii r?.r r\Mex\ktit-T Unser Wald. Ein Volksbuch. Herausgegeben von 1 0-1 VjrOireWITZ w. Bölsche........... Früher 6,75 jetzt I— Wende', Fr. Das Sagenbuch der Arbeit... Früher 5,00 jetzt l—- \A/ ö r» /"I I Pr Das 19. Jahrhundert in der Karikatur. Mit 136 Ab- Or1; wenaei, rr. bilduhgen........... Früher 7.50 jetzt �ii Fr UerSozialismus in derKarikatur. Mitl 1 mehrfarbig. 0 75 VVCMUCl, I 1. Tafeln und 175 Illustrationen. Früher 12,00 jetzt■ f"! Querschläger. Tagebuch eines Kanoniers 1x5 Yvonne,�. Früher 4.00 jetzt>— Zech, P. Das törichte Herz, 3 Erzählungen... 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Ich werde dirs erzählen, wie ichs erlebt habe; du kannst es dann ja umarbeiten, ihr Lchriftsteller sucht doch immer nach Stoff. Ich hatte also in Budapest ganz gut verkauft, und nun wollte ich noch einen Abstecher nach Miskolcz machen. Miskolcz, das ist so eine kleine Komitatshauptstadt, es find von Budapest etwa zwei Schnellzugsstunden bis dahin; da ist eine Firma, die zu unseren Kunden gehört. Nach- mittags kurz nach drei Uhr ging der Zug; ich bin schon eine Viertelstunde vorher dagewesen und ein paar Mal am Zuge langgegangen, um nach einem umgänglichen Menschen zu suchen. Ich habe einen Blick für die Redseligen; du weißt ja, ich unterhalte mich gern während der Fahrt, das ist eine Vertreterkrankheit, man ge- wähnt sich das an bei dem ewigen, endlosen Rumreisen. Richtig guckt auch aus einem Abteil cin großer, dicker Mann mit schwarzer Binde und Zylinder. Na, denke ich, der will sicher zu dierbftregen Ich kann ihm nicht lauschen. Cr zischt vorbei. Er ist ohne Weilen und ohne Rauschen. Demi der Wind ist hinter ihm her Und zerweht seine Tropfen. Er ist wie ein Mensch, Der sich ausweinen möchte, Einmal sich niederlassen und ausweinen, Lange, lange— Der aber keine Stätte hat, Den eine scheltende Stimme treibt Von Zimmer zu Zimmer, Und der angstvoll und scheu Ein paar Tränen verliert auf der Schwelle, Die kalt sind und bitter und ohne Sinn Und in der Zugluft vertrocknen—: Herbstregen... H. M. einem Fest, einer Hochzeit oder auch einer Beerdi- gnng, in beiden Fällen pflegen die Leute gern zu sprechen, und freundlich sieht er auch aus; steigst du also ein. Wie der Kontrolleur kommt, merke ich, daß der andere auch nach Miskolcz will. Er fragt nämlich, wann er dort ist, und als er hört:„Kurz nach fünf," sagt er erleichtert:„Na, da werde ichs ja noch schaffen." „Ich will auch nach Miskolcz, in Geschäften," fange ich an.„Haben Sie auch dort Geschäfte?" Der Mann nickt nur. Vielleicht stört ihn mein ausländischer Akzent? Ich muß also den Hilss- bedürftigen spielen, um das Eis zu brechen. Gott, was tut ein Vertreter nicht alles, um sich ein bisse! zu unterhalten...„Wenn Sie Miskolcz kennen," sage ich also,„dann können Sie mir vielleicht ein paar Auskünfte geben? Ich bin da unbekannt." „Ich leider auch, mein Herr. Komme zum ersten- mal hin," meint der Dicke kurz, aber nicht un- höflich. Deshalb brauche ich noch nicht aufzu- geben.„Was haben Sie denn in Miskolcz für Geschäfte, wenn ich fragen darf?" Der Mann kratzt sich hinter dem Ohr:„Fragen Sie lieber nicht. Es macht Ihnen doch keinen Spaß, wenn ich davon erzähle." Eine dunkle Antwort— ich werde neugierig, stelle mich vor, sage lächelnd:„Ich möchte nämlich zu gerne wissen, was für Geschäfte man im Frack ab- macht...?" „Wenn Sie denn durchaus wollen," antwortet mein Gegenüber,„mein Name ist Kovacs". Und weiter sagt er nichts, sondern guckt mich an, als erwarte er eine besondere Wirkung von der Nennung seines Namens. Als die ausbleibt, fährt er fort:„Ach so, Sie sind Ausländer Dann frei- l'ch... In Budapest kennt mich jeder, darum ftagt mich auch keiner. Ich bin nämlich der Scharfrichter..." Und nun, hol mich dieser und jener, du wirst mir? nicht glauben, schließlich ist man ein Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts, und bereits seit das Mittelalter aufgehört hat, braucht kein Henker mehr an besonderen Tischen zu sitzen und aus besonderen Gläsern zu trinken und unberührbar und ehrlos zu sein, sondern sitzt mit einem im gleichen Abteil zwischen Budapest und Miskolcz— aber trotzdem bin ich ganz unwillkürlich ein Stück weggerückt... Und der Mann hat genickt und bloß gesagt:„Ja, ja.." Na, da bin ich wieder rangerückt, mußte ich dock, wollte ich doch auch, und habe ein paar ver- bindliche Dummheiten gesagt und großes Jnter- esse geheuchelt—, das war das Komische, ich mußte es heucheln, obwohl ich doch solche Ge- schichten sonst sehr gern lese, aber lesen ist eben was anderes, als so einem gegenüberzusitzen, der vielleicht in den nächsten Stunden einem Menschen wie mir... na ja. Du wirst vielleicht einwenden, daß ich sinngemäß dann ebensogut einem Richter, der eben ein Todesurteil gefällt hat, so gegen- überstehen müßte, und daß das natürlich den Unsinn des Gefühls erweist, Pflicht ist Pflicht und so— aber jedenfalls cmpsand ich so was wie Grauen, als der Mann dann sreimütig erzählte. Heute morgen hätte er in Budapest zu tun gehabt, sagte er. Und ob er in Miskolcz zu tun bekäme, wisse er noch gar nicht, aber für jeden Fall müsse er da sein. In dieser Minute tage das Standgericht, und falls es ein Todesurteil fälle, was allerdings auf Grund der Horthyverordnung zu erwarten sei, denn der Kerl habe einen Gen- darmen getötet— also im Fall eines Todesurteils müsse der Spruch innerhalb von zwei Stunden vollstreckt sein. Und der Schnellzug brauche ja allein zwei Stunden... Auf jeden Fall wäre er dann also da. Natürlich käme sowas nur durch den Mangel an Scharfrichtern. Kürzlich habe zum Beispiel diese Bestimmung der Verordnung und dieser Mangel an Personal zwei ausgemachten Banditen das Leben gerettet.„Da hatten sie," er- zählt er mir weiter,„Johann Loerink und Josef Fredlaszek zum Strang verurteilt, weil sie einen Bauern erschlagen und ausgeraubt hatten. Und ich bin gerade nicht in Budapest, werde aber tele- phonisch benachrichtigt. Trotzdem schaffe ich den Zug nicht, und wie ich nach vier Stunden vor dem Gefängnis ankomme, gibt man mir die Leute nicht mehr raus, weil die Frist verstrichen war. Sie sind dann zu lebenslänglichem Gefängnis be- gnadigt worden." Jetzt knarrt laut der krumme Ziehbaum über dem verwitterten Pußtabrunnenrand. Das knorrige, klotzige, steinbeschwerte Ende schwebt langsam hoch. Im Brunnengemäuer poltert es. Dann klatscht tief unten der schmutzige Eimer ins laugige, aber kühle Wasser. Ein sachtes Schwen- ken, dumpfes Gerassel, und knarrend hebt sich wieder der Baum. Stumpf stößt er auf trockene, harte Erde. In mattem Flug schweben zwei stolze Störche von irgendwoher nach irgendwohin. Pferde schnaufen und stampfen. Bis das Wasser in der Tränke schuckelt. Hernach scharre» sie wild und springen von hinnen, daß hoch weißer Staub aufsteigt. Und uns zum Nießen zwingt. Aber wir schauen nicht auf. Dämmrig liegen wir da, langgestreckt im kargen Brunnenschatten. Vier Stunden schon liegen wir und träumen. Vom Morgen zum Mittag. Diese Landschaft, die Landschaft der ungarischen Steppe, läßt die Größe der Erde ahnen; aber sie läßt leicht Träume aufkommen. Träume, die einer ungesprochenen Sehnsucht Erfüllung geben. Träume von rauschenden, klaren Wassern, von tiefen, schattigen Wäldern, von steilen Bergen und grünen Tälern. Wie ein drückender Alp liegt auf uns das Bild der unverdorbenen Pußta. Wo ist das Gold der weiten Weizenfelder? Wo sind die Millionen grüner Maisstauden? Wo die Sonnenblumen- wälder? Wo die grünen, saftigen Weiden? Die breiten Dörfer? Die stillen Gehöfte mit den schattigen, blumenbunten Winkeln? Wo? Das alles war und ist, doch fern! Im Gestern! !sm Vorgestern! Vielleicht auch im Morgen! Aber doch im Uebermorgen! Jetzt jedoch sind wir in der Unendlichkeit. In der schmerzhaften Weite. In der Pußta! Ringsum ist nichts als hartes, niederes Gras und wunder- liches Distelgestrüpp. Dann und wann stehen zähe Akazien in willkürlichem Haus. Maulbeer- bäume, schwarzfruchtbehangen, säumen verlorene. tiefsandige Wege. Hie und da sind galgengleich die Oasen der Steppe, die Ziehbrunnen. Und über allem strahlt die Sonne! Flimmernd. Schmerzend. Wieder nicken wir ein. Oh, diese Sonne! Der Nachmittag kommt. Ein Wind bläst auf. gelinde nur. Warm und staubbringend! Staubbringend? Staub: das hüpft und springt! Grau und rot wird die Luft! Die Erde lebt! Ueber Disteln und Gras kommt es heran, Meter um Meter Sandflöhe! Sandflöhe in Unzahl! Millionen winziger Insekten! Wir zwei Deutsche springen auf. Das wird widerlich. Das ist nicht zum aushalten. Wasser her! Wehren muß man sich! Wasser gegen die Flohgesellschaft! Unser Dritter, der Bulgare, bleibt liegen. Er greift jagend in die Luft und sagt: „Nur Ruhe, meine Herren! Nicht aufgeregt werden. Sandflöhe, was ist das schon...? Nun stell dir vor, da fährt man durch die herrliche ungarische Ebene, Brunnen recken ihre Ziehbäumc zum Nachmittagshimmel, Herden weiden da, alles ist so schön friedlich— und dann bekommt man so was erzählt... Immerhin muß ich drauf eingehen, aus Höflichkeit, auch, um mich selbst abzulenken, kühl zu bleiben oder doch zu scheinen.„Haben Sie denn keine Angst," frage ich,„daß mal ein Komplice eines solchen Ver- brechers diese Sachlage ausnutzt? Sich Ihnen gegenüber hinsetzt, wie jetzt ich, und Sie über- fällt und aus dem Fenster schmeißt oder so...? Damit Sie zu spät kommen, bloß deshalb, gar nicht aus Rache...? Und haben Sie denn über- Haupt keine Angst vor Racheakten...?" Herr Kovacs aber hat bloß gelächelt.„Rache- akte? Kommt überhaupt nicht vor. Der Scharf- richter ist vielleicht der einzige Mensch, der absolut sicher vor jedem Mörder ist. Höchstens mordet er sich selbst, wie jetzt vor kurzem mein Kollege in England. Aber das ist auch sehr selten, und der Engländer war eben melancholisch und hätte sich wohl auch ermordet, wenn er Kellner oder Kauf- mann gewesen wäre. Aber ein Verbrecher faßt den Henker nicht an, in gar keinem Fall! Haben Sie nicht gelesen, wie neulich in Paris Monsieur Deibler, der Scharfrichter, der eben erst den Präsi- dentenmördcr hingerichtet hat, nachts überfallen wurde? Als der Verbrecher dicht vor ihm stand, leuchtet sich Deibler mit seiner Taschenlampe ins eigene Gesicht— und der Kerl erkannte ihn und floh in furchtbarem Schreck." „Und wie erklären Sie sich das?" frage ich. Kovacs hat aber bloß die Achseln gezuckt: „Jedenfalls ist es so. Und, Hand aufs Herz: Würden Sie mich überfallen wollen, wo Sie wissen, wer ich bin?" „Warum nicht?" sage ich, während niichs trotz- Wir schütteln uns und prusten: „Sandflöhe? Prrr! Das sind die Herren der Steppe!" Heftig zerren wir am Ziehbaum. Da hören wir eine helle Stimme: „Oh!— Ha-a-a-ü! Oh!— Ha-a-a-ä! Oh!— Ha-a-a-ü! Oh!— Ha-a-a-ä!" Und ein Hund bellt verhalten. Das lockt den Bulgaren auf: „He da, Platz gemacht, meine Herren! Platz gemacht für die wahren Herren der Steppe! Frei sei der Brunnen für die dreckigsten aller dreckigen Speckträger! Auf! Schöpft Wasser in die Tränken für die Schinkentiere! Zugefaßt, die schwarzen Schweine kommen!" „Bereitet den Trunk für den Herrn der Herren. für den Vater der Borstentiere!" Die helle Stimme sagt das und ruft zugleich wieder: „Oh!— Ha-a-a-a! Oh!— Ha-a-a-ä!" Wir schauen uns um: Von allen Seiten wälzt es sich herbei, quiekend, quietschend, grunzend, wühlend. Tausend schwarze ungarische Schweine. Tausend fette, dreckige, stinkende Schweine erobern fressend und schmatzend den Brunnen. Und vor ihnen drängt sich der Herr der schwarzen Schweine, der Hirte der Herde. Das ist der Mann mit der hellen Stimme. Wir reichen ihm den Wassereimer. Bedächtig hebt er ihn an und schlürft mit tiefen Zügen den ein- fachen Trunk. Dann kümmert er sich um die wassergierenden Tiere. Das macht Arbeit! Er flucht und schimpft, stößt und schlägt, lockt und jagd davon. Alles aber tut er ohne Aufregung. Das Laute ist sein Beruf. Wir necken ihn. Und er antwortet temperament- voll, während er sich den fettigen Schweiß mit den Handrücken aus dem zerfuchten Gesicht wischt. Ormos, Janas heißt er. 62 Jahre ist er alt. 56 Jahre schon hütet er Schweine, die Schweins des Fürsten H... Sommers durchzieht er die Pußtabesitzungen seines Arbeitgebers, den er nie gesehen hat. Seine Aufgabe ist, Sorge zu tragen, daß die Borstentiere dick und fett werden, daß sie der Pußta Werte entreißen. Er ist verantwortlich sür den Gewinn, den eine Schweinezüchterei ab- werfen muß. Wie er dabei lebt, ist Nebensache. Ormüs, Janas ist ein Grübler geworden aus seinen Wanderungen durch die Steppe. Viel hat er nachgedacht über den Sinn der Welt. Und er ist ein Weiser geworden dabei. Er verachtet die Menschen und achtet die Tiere. Das muß so sein, denn er kennt nicht die Menschen, aber er kennt die Tiere! Wir sagen ihm von den wilden Geschehnissen in der Welt. Er nickt gleichgültig, als ginge ihm das alles nichts an. Wie wir aber von Budapest und Wien erzählen, da strahlen seine Augen Sehn- sucht und Furcht, und er sagt: „Budapest und Wien! Das muß das Leben sein! Und welch ein Leben! Aber, ob sie nicht ersticken in den engen, hohen Häusern, die Men- SONNABEND, 8. OKT. 1932 dem kalt überläuft.„Und schließlich branchc ich ja, um den Mann in Miskolcz zu retten, doch bloß— die Notbremse zu ziehen. Dann kommen Sie doch zu spät?" Und nun denke dir: während ich das so hin- werfe, packt mich der Gedanke. Ich kenne den viel- leicht inzwischen Verurteilten in Miskolcz gar nicht, sicher hat er sein Urteil verdient. Aber ich möchte ihn dennoch retten, retten vor dem Mann in Frack und Binde(wozu zieht er sich überhaupt schon hier an, nicht erst kurz vorher...? Ach so, hat keine Zeit gehabt, so stehts ja jetzt in Un- garn, daß der Henker keine Zeit hat...!) Und ich suche unwillkürlich nach der Notbremse. Wirk- lich, ich war in diesem Moment bereit, es zu tun! Aber da sagt Herr Kovacs lächelnd:„Dann, mein Herr, müßte ich Sie ja anfassen, um Sie daran zu hindern!" Und, lache mich aus: ich ließ es bleiben... Gewiß, ich hätte es sicher sowieso nicht getan, ich habe mir den albernen Entschluß selbst nur vor- gemacht. Aber in diesem Moment bin ich doch einfach darüber nicht hinweggekommen, daß der Henker mich anfassen wollte.. Ich habe ihn seiner Arbeit entgegenfahren lassen. Die Herden draußen wurden kleiner, traten seltener auf, und dann kam Miskolcz... Ich ver- abschiedete mich freundlich, aber die Hand gab ich ihm nicht, er schien es auch nicht erwartet zu haben. Schließlich war es ja auch nur eine flüchtige Reisebekanntschaft... Man holte ihn am Bahnhos ab und brachte ihn sofort in ein Auto. Und während ich der befreundeten Firma unsere neuesten Modelle offerierte, hörte ich, daß Herr Kooacz diesmal noch zurecht gekommen war. Das Todesurteil war tatsächlich gefallen... Wie gesagt, ich habe dir die Sache erzählt, wie ich sie erlebt habe; du kannst sie ja dann um- arbeiten," schloß mein Vetter. Aber ich habe sie nicht umgearbeitet, ich habe sie so erzählt, wie er sie mir erzählte— als ein nach vielfachen Richtungen hin interessantes Doku- ment menschlicher Seelenregungen und unmenschlicher Zustände. schen...? Ja, sie ersticken...! Sie müssen er- sticken...! Sie haben keinen Platz...! Platz ist nur hier. Hier in der Steppe...! Wer begegnet mir? Zigeuner, Wandernde um des Brotes willen wie ich. Und Leute wie ihr! Flüchtlinge der Städte!" Wir lassen ihn reden, bis er schweigt. Dann fragen wir: „Was ist der Lohn deiner Mühen?" Da seufzt er auf:„Lohn...? Lohn...? Man gibt mir das zum Leben notwendige, und das ist wenig. Wer unter Schweinen lebt, hat keine kostspieligen Bedürfnisse. Nahrung, Brot, Speck, Mais, Zucker, Fleisch, Rüben. Getränk, Wein, Wasser und manchmal Schnaps. Und Tabak. Alles andere ist überflüssig. Gewiß, auch ich hatte Wünsche, aber die sind längst begraben. Es ist auch gut so!" „Wir Hirten sind die Herren der Steppe! Wir kämpfen mit der Unfruchtbarkeit um die Frucht- barkeit! Hart ist dieser Kampf...! Ob er der Mühe wert ist...?" Wir hören seine Antwort nicht. Wir wissen, daß dieser Kampf der Mühe wert ist. In Budapest kreiseln die Wagen der Nutznießer dieses Kampfes über den glatten Asphalt nach den Vergnügung?- palästen. Die Steppe gibt es den Schweinen. Der Hirte weist den Weg zum Futter. Die Schweine werden Gewinnbuchungen in den Kontobüchern der Schweinefürsten. Und der Gewinn wird Mittler zu den Genüssen des Lebens! Ein Hirte ist in diesem Lauf zwar notwendiger, aber nur Unkosten bringender Ballast. Ormüs. Janas ist Gefangener seiner Geburt! Sein Bater war Hirt und sein Sohn wird Hirt sein! Etwas anderes gibt es nicht. Wir möchten fragen, aber wir können nicht. Janas hat mit den Schweinen zu tun. Die drängen nach Nahrung in die Steppe. Der Hirt muß folgen. Er grüßt, und der Gruß klingt wie ein Schrei! Noch einmal winkt er, dann sinkt er unter in der Staubwolke, die tausend schwarze Schweine auf- wirbeln. „Da geht der Herr der Herren", sagt der Bulgare. Wir schütteln die Köpfe und geben zurück: „Da geht ein Fürst der Arbeit! Da geht ein Mensch in die Unendlichkeit. Nicht, weil er es will. Nein. Weil es die Tiere wollen. Weil es die Herren der Steppe wollen!" 3)er kluge Marpj Als Hitler der Große einmal bei einem Karpsen- teich vorüberkam, blieb er stehen und sagte sinnend: „Ihr armen Karpfen, ihr könnt nicht reden." Plötzlich, o Wunder, meinte ein alter Karpf; „Armer Adolf, du kannst nicht schweigen." dierberl Steinhold: 3)er Sierr der Selnrarsen Schweine Sport am Sonntag Arbeitersportliches und anderes Langstreckenregatta der Arbeilersportler. Am Sonntag findet die diesjährige Langstreckenregatta der Freien Ruderer und Kanufahrer des 1. Kreises statt. Die Kanufahrer starten vor dem Boots- Haufe des Reichsbanners in Köpenick und fahren bis zum Bootshause des Rudervereins„Bor- wärts". Start und Ziel der Ruderer ist das Bootshaus„Vorwärts": sie umfahren die Rohr- wallinfel auf der Oberspree und müssen die Strecke von 17 Kilometer bewältigen. 9» Mannschaften mit nahezu 399 Teilnehmern sind gemeldet. Daß 39 Frauen auch noch die Strecke von 3 Kilometer befahren, dürfte besonders bemerkenswert sein. Die 15 Rennen beginnen um 9 Uhr. Freunde des Arbeiter-Wafserfportes haben auf dem Ge- lände des Rudervereins„Vorwärts", Baumschulen- weg, gute Gelegenheit, vorbildlichen Wasserfahr- sport zu beobachten. Ein großer Spiellag in Weißensee. Am mor- gigen Sonntag findet auf der alten Rennbahn in Weißensee ein großer Spieltag des neuen Vereins „Volkssport Weißensee" statt. Um 11 Uhr spielt die neugegründete Schülermannschaft gegen Nor- mannia, um 12.43 Uhr trifft die erste Handball- Mannschaft auf Bötzow. Anschließend spielt die 2. Fußballmannschaft gegen Alemannia. Auf 3� Uhr ist das Hauptspiel Alemannia 1— Weißen- see 1 angesetzt. Im Vereinsheim, direkt am Spiel- platz, das aus eigenen Mitteln von Sportlern selbst gebaut wurde, findet nach dem Spiel ein Beisammensein bei guter Unterhaltungsmusik statt. Partei- und Gewerkschaftsgenossen sind freund- lichst eingeladen. Sie können sich auch zur Ver- oollständigung aller Spielmannschaften melden im Sportheim, Rennbahnstr., oder bei Fritz Schütze, Sedanstr. 76. Ziu-Jiksu-Städlekampf in Treptow. Im Vik- toria-Garten, Am Treptower Part 23, kommt am Sonntag der Städtekampf im Jiu-Jitsu Hamburg —Berlin zum Austrag. Der bundestreue Berliner Athletenverein Einigkeit hat sich eine der besten Mannschaften aus Hamburg verpflichtet, um in Berlin einen Iiu-Iitsu-Kampf auszukämpfen. Die Berliner haben gegen die Gäste wohl die größte Kraftprobe zu bestehen und werden den Sieg bc- stimmt nicht verschenken, so daß interessante Kämpfe zu erwarten sind. Ringkämpfe vcrvoll- ständigen das Programm. Beginn 14 Uhr. Ein- tritt 39 Pf., Erwerbslose 23 Pf. Arbeiter-Wasserball. Allwöchentlich Sonnabends und Sonntags tragen die Wasserballspieler des Berlin-Brandenburger Kreises im Arbeiter-Turn- und Sportbund jetzt wieder ihre Serienspiele der .�-Klasse im Wellenbad des Lunaparkes aus. Heute, Sonnabend, spielen um 21 Uhr die Mann- schaften Hellas I und Neukölln. Der derzeitige Kreismcister Hellas müßte formgemäß zu einem Erfolg kommen: morgen, Sonntag, stehen sich um 29 Uhr Spandau und Hellas II gegenüber. Hier dürfte Spandau die Gewinnpunkte mitnehmen. Arbeiter-Schachspiele. Am Sonntag beginnen die Mannschaften der S-Gruppe chren Kampf um die alte Abtellungsmeisterschaft Es spielen Trep- tow gegen Prenzlauer Berg 2 bei Post, Stargarder Str. 19: Moabit gegen Lichtenberg 2 im Cafe Streng, Alt-Moabit 13: Wedding 2 gegen Fried- richshain 2 bei Herms, Müllerstr. 96. Gespielt wird von 9'� bis 13� Uhr. Am Nachmittag ab 15 Uhr findet im Rahmen eines Werbetagss der Abteilung Friedrichsfelde im Lokal von Tempel, Lichtenberg. Gudrunstr. 7, ein Wettkampf Eggers- darf— Strausberg gegen Friedrichsfelde statt, anschließend freier Schachverkehr. Schachspieler und solche, die es werden wollen, sind freundlichst ein- geladen. Eintritt frei. Norwegens Eislauskünstlerin Sonja henie wird am Sonnabend und Sonntag im Berliner Sport- palast vor ihrer Ameritareise ein Gastspiel geben. Inzwischen sind auch die Mannschaftsaufstellungen für die E i s h o ck e y s p i e l e bekannt geworden. Die deutsche Vertretung des Berliner Schlittschuh- Clubs, die schon eifrig trainiert hat, wird mit G. Ball im Tor, E. Römer und dem„Ameri- kaner" Orbanowski als Verteidiger sowie R. Ball, G. Brück, G. Jänicke, Korff, Davidoff und H. Ball im Sturm antreten. Nicht minder kampfstark ist das Aufgebot der englischen Assoziation, in deren Reihen sich mehrere kanadische Studenten be- finden. Die Briten spielen wie folgt: Tor: Elkins: Verteidigung: Gratias, Ehrhardt: Sturm: Mag- wood, Carr, Fawcett, Hall, Dewey und Thomp- son. Beginn an beiden Abenden um 29,15 Uhr. Zwei Hockey-Städlekämpse in Berlin. Zum siebenten Male stehen sich am Sonntag die bür- gerlichen Hockeymannschaften von Berlin und Frankfurt o. M. zum Städtekampf gegenüber. Das Spiel beginnt um 15.15 Uhr auf der Anlage des BFC. Preußen. Von den bisherigen sechs Treffen gewann Berlin vier, die Frankfurter Elf siegte in den Jahren 1922 und 1923. Das längste Berliner Trabrennen wird die Mariendorser Bahn morgen bringen. Es ist der Große Preis von Mariendorf, der mit 4299 Meter das längste Rennen des Berliner Trabrennsports ist. Beginn 13 Uhr. Weltmeister Schere Die Radrennen im Sportpalast Gestern kamen im Sportpalast die Berufsrenn- fahrer ausgiebig zu Worte. Man hatte alles ver- pflichtet, was nur zu haben war. Und so sah man internationale und nationale Meister, vor- und diesjährige Sieger und frischgebackene Profis. Alles in allem Engagements, die ein volles Haus hätten schaffen müssen. Daß dem nicht so war, ist mit ein Beweis dafür, daß viele Radsport- besucher heute andere Sorgen haben. Im Mittelpunkt des Abends stand der„I n t e r- nationale F l i e g e r k a m p s", der vier deutsche und vier ausländische Fahrer am Start sah. Man war etwas gespannt, wie sich der als Professional debütierende D a s ch halten würde, das Hauptinteresse beanspruchte jedoch Weltmeister Sch erens-Belgien. Um es vorwegzunehmen: der sympathische Scherens konnte dank einer be- stechenden Fahrweise, der sich kein Aktiver gegen- überstellen konnte, schnell das Berliner Publikum gewinnen. Da das Rennen nach dem Muster der Weltmeisterschaft ausgefahren wurde, waren 17 Läufe zur Feststellung der Plätze erforderlich. Nach langen Vorentscheidungen kämpften zunächst der an sich schwache Amerikaner Honeman und der Kölner Stesses um den 7. und 8. Platz. Stesses behielt hier die Oberhand, während im Endkampf um den 3. und 6. Platz Ehmer an Engel glatt vorbeiging. Dasch, der sich von deut- schen Teilnehmern am besten gehalten hatte, unter- lag im Kampf um den dritten und vierten Plag gegen den Dänen Falck-Hansen. Dann kam der Endkampf um den 1. und 2. Platz, in dem der Franzose Gerardiii auf Welt- meister Scherens traf. Nach Schsrens' Leistungen in den Vorläufen stand der Ausgang so gut wie fest: einwandfrei fuhr der Belgier den Sieg her- aus! Die acht Sprinter oersuchten sich dann im im Rundenrekordfahren. Ehmers Bahn- rekord mit 19 Sekunden wußte Scherens zu ver- bessern, indem er die Runde in 9,9 Sek. zurück- legte. Ehmer selbst benötigte 19,2, Engel 19,3, Gerardin 19,4, Stesses und Falck-Hanfen je 19,3, Dasch 19,7 und Honeman 19,8 Sekunden. Das wertvolle, mit 1999 Mark an Preisen aus- gestattet«„E r n st- W i l k e- H a n d i c a p" wurde eine sichere Beute des mit 39 Meter Vorgabe be- dachten M a c z y n f kt. Im zweiten Verlauf kolli- dierten in der Zielkurve Ehmer und Miethe, die beide schwer zu Fall kamen. Ehmer hätte sonst sicher in der Entscheidung ein ernstes Wort mit- gesprochen. Den Beschluß des interessanten Abends machte ein 59-Kilometer-Mann» s ch a f t s f a h r e n. Die hieran teilnehmenden Sprinter vermochten nicht viel auszurichten, und die meisten von ihnen stiegen vorzeitig aus. Den Sieg sicherten sich mit Rundcnvorsprung die Ge- brüder Nickel. «In Ergebnis. Der Halbschwere Rosentreter-T. überraschte Lutzc-Sp. in der 3. Minute und der Schwerste Rolla-FL. siegte über den Tegeler Wollschläger nach einer etwas längeren Ringzeit. Eine Jiu-Iitsu-Demonstration der beiden Tegeler Göhlich und Patschonteck vervollständigte das Programm. Im Spichernring Trolltnan besiegt de Boer Der Berliner Spichernring weiß immer wieder seine Freunde zu fesseln. Auch gestern abend war das Haus wieder jo stark besucht, daß sogar eine erkleckliche Anzahl von Besuchern zu- rückgewiesen werden mußte. Als Hauptkampf war das Treffen zwischen den � Halbschwergewichten Trollmann und dem holländischen Meister de Boer angesetzt, das über alle acht Runden ging und schließlich Troll- mann als Punktsieger sah. Anfangs war Troll- mann der stürmische Angreiter, konnte jedoch bei dem technisch ausgezeichneten Holländer nicht viel erreichen. Von der zweiten Runde an wurde dann auch de Boer aggressiv und konnte einige Male gut durchkommen. Dann gestaltete sich der Kampf bis zur fünften Runde ausgeglichen, als Troll- mann eine Verwarnung wegen Tiesschiags er- hielt. Bei einem neuerlichen scharfen Schlag- Wechsel blieb de Boer derart im Vorteil, so daß Trollmann nur durch stürmisches Angreifen in der letzten Runde noch einen Punktsieg erzielen konnte. In einem weiteren Halbschwergewichts- kämpf blieb Witt- Berlin durch technischen K. o. in der fünften Runde über Kreimes-Mannheim siegreich. Harry Stein- Berlin lieferte einen überlegenen Kampf gegen van Mensel-Belgien, den er über 8 Runden nach Punkten abfertigte, mit dem gleichen Ergebnis behielt B L l k- Ham- bürg über Volkmar-Berlin die Oberhand. Immer noch Wasserunfälle Beachtet die Sturmzeichen Noch immer werden die Warnungs- signale der Rettungsstationen am Müggelsee nicht in genügender Weise beachtet. Mag auch manches Boot trotz gezogenem Sturm- ball die Müggel ungefährdet überquert haben, so dürste das in vielen Fällen eine Glückssache ge- wesen sein. Wenn aber, wie kürzlich ein Damen- vierer bei 14-Meter-Wind, trotz gesetzter roter Flagge den See zu überfahren versuchte, so kann das nur als unverantwortlicher Leichtsinn be- zeichnet werden. Der Erfolg zeigte sich auch bald dadurch, daß der Vierer auf Seemitte vollschlug. Glücklicherweise waren sofort Motorboote zur Stelle, die die Gekenterten an Bord nahmen und wenigstens einen Teil der Sachen auffischten Dennoch ging Wertvolles verloren und hoffentlich ist die überstandene Gefahr und der Wertverlust für die Beteiligten eine Warnung für spätere Zeiten. Die Stationen waren im September reichlich beschäftigt. Gerettet wurden insgesamt 45 Per- sonen, davon 18 von der Station Rahnsdorf, 17 von Friedrichshagen und 19 von Grünau. Ein- gebracht wurden 12 Motorboote, 14 Segelboote, 3 Ruderboote. 7 Paddelboote. In 48 Fällen wurde Samariterhilfe geleistet, in einem Fall mußte der Arzt zugezogen und in einem anderen Fall Krankenhaustransport angeordnet werden. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Stationen am 39. Oktober den Dienst einstellen. V/as zu berichten ist ASB. Schöneberg sucht zum morgigen Sonntag Gegner für zwei Mannschaften aus eigenem Platz. Angebote ab 29 Ilhr: Stephan(G 1) 9196. Das Handballspiel FTGL.-Lichlenberg— TSV. ttauledors findet auf dem Platz in der Kynast- straße um 11.15 Uhr statt(nicht Hauffstraßc, 12 Uhr). Aus dem gleichen Platz spielen um 9 Uhr FTGB.-Lichtenberg 3— TSV. Kaulsdorf 2 nicht Hauffstraße, 19 Uhr). Schmeling in Paris. Bormeister Max Schmc- ling hat die„Bremen" in Cherbourg verlassen und sich zunächst nach Paris begeben, wo er sich einige Tage aufzuhalten gedenkt. Man spricht auch wie. der von Verhandlungen zwischen Schmeling und Jeff Dickson, zumal der amerikanische Veranstalter Young Stribling sür vier Europakämpsc ver- pflichtet hat. Daß Schmeling in Europa kämpfen wird, ist jedoch, vorläufig wenigstens, nicht wahr- scheinlich.— Die Boxsportbehörde Deutschlands hat in ihrer letzten Sitzung nochmals zu der Dis- qualifikation des in Amerika befindlichen Europa- meisters Adolf Heuser Stellung genommen' und diese Disqualifikation bedingt in ein« Geldstrafe umgewandelt. In der gleichen Sitzung wurde die Suspendierung der Ringrichter P i p p o w und Schumacher wieder ausgehoben. Der Ruderverei» vorwärts ruft. Zu einem Werbeabsnd ladet der Ruderverein Vorwärts in fein Bootshaus in Oberschöneweide, Wilhelm- strand, gegenüber von Baumschulenweg, ein. Iu- gendliche und auch ältere Mitglieder von Partei und Gewerkschaften siich am Mittwoch, 12. Oktober, 29 Uhr, herzlich willkommen. Im Anschluß an den Vortrag mit Filmvorführungen wird das Bootshaus und seine Einrichtungen besichtigt. Der Winterruderkursus beginnt bereits Ende Oktober: in den Monaten Oktober und November wird Eintrittsgeld nicht erhoben. Auskunft bei Gustav Rücker, Baumschulenweg, Trojanstraße 3a. Amateure im Sportpalast. Am Dienstag, 11. Ok- tober, bringt die Ortsgruppe Berlin der Deut- schen Radfahrer-Union eine weitere Veranstal- tung. Das Programm besteht aus der Meister- schaft von Berlin über 1 Kilometer, einem Aus- scheidungsfahren sowie einem 399-Runden-Mann- jchastsrennen. Schwarzes Brett Einzelsahrer, 1. fttcis. Morgen, Sonntag, Dauerrudcrir. Trcifpunlt der Einzelfahrer 11 Uhr im Bootshaus Vor- wärls. Niuiiste Sitzung mit Vortrag 13. Oltobcr. Sonntag, 16. Olloher. Äbrudcrn der Sparte. 11 Uhr Nestau- rant Ärampenburg. Freie Turnerschaft Groß-Berlin. Montag, 16. Oltoher, 16 Uhr, Abrechnung aller A-ssierer in der Seschästsstelle. 26 Uhr SA.-SiguBg. Jeder Bezirk sendet einen Vertreter zur Ausgabe der Mntergartentartin. Mittwoch. 12. Ol lober, Probe der Wintergartenübungen in der Turnhalle Prinz enstratze. „Solidarität", Nadsahrer. Touren Sonntag, 9. Oktober: Nrsuzberg: Trebbin— Sperenbcrg. Start: 7 Uhr Blankenfelde(Lokal Krllger), Start: 13 Uhr. Beide Starts bei Rhode, Pieffenbachftr. ZSa.— Prenzlauer Berg: Mühlen- bellcr See. Start: 9 Uhr bei iSolder, Oderbcrger Str. 39. — Fricdrichshain: Radfahrer: Kremmenlec. Start 7 Uhr. Jugend: Hirfäibrunst— Eckioriheidc. Start Z.lll Uhr. 20 Uhr beide Starts Petersburger Platz.— Wedding: 6. bis 16. Oktober nach sirfchbrunst. Start: 17 Uhr bei Fränzel, Reinickendorfer Str. 42.— Wilmersdorf: b. und 6. Oktober nach Hirschbrunst— Schorfheidc. Start: 191, Uhr Hildegardstr. 14.— Neukölln: 8. und 9. Oktober nach Hirschbrunst. Start: 19 Uhr. 9. Oktober nach der Paetzer oonnenheide. Start: 6;, Uhr. Beide Starts Hohenzollern- platz.— Moabit: Hohenneuendorf. Start: 13 Uhr Wiclef- straße 17. Freie ftanu-Uaion Groß-Berlin. 9. Oktober Arbeitsdienst in Köpenick, Achenbachstraße, 9 Uhr. 16. Oktober, 18 Uhr, Revision der Hauptkasse bei Graf, Gottfchcdstr. 46. A rbeite r-Sch we rath letik Ringen und Boxen in Tegel Die Freie Sportoereinigung„Tegel 1899", Mit- glied im Arbeiter-Achletenbund, veranstaltete im Tegeler Strandschloß einen überaus gut besuchten Großkampfabend im Ringen und Boxen. Der gebotene Sport war so recht nach dem Geschmack der Zuschauer, die rührigen Tegeler haben an diesem Abend zu den alten Freunden be- stimmt viel neue gewonnen. Im Boxring standen die kampfftärksten Gegner von„Britannia 32" den Tegeler Faustkämpfern gegenüber. Das einleitende Schülertreffen ge- wann Kunz I- Britannia gegen Enk- Tegel nach Punkten. Das überaus hart ausgetragene Treffen der Leichtgewichte Pantke-T. gegen Gymerck-B. endete nach Aolauf der drei Runden mit dem Punktsieg von G. Die Leichten Ohlemann-T. und Urban-B. gingen unentschieden über die Runden. Die Weltgewichte Koch-B. und Reinell-T. kämpften reichlich zerfahren, für R. gaben die Sekundanten in der letzten Runde den Kampf auf. Wegen der Aufgabe des Tegeler Koppen erhielt auch Heide- rich-B. den Sieg zugesprochen. Der Halbschwerc Schmidt-B. schlug Löschen-T. nach Punkten. Der interessante Mannschaftskampf im Ringen des gast- gebenden Vereins gegen eine aus anderen Ber- iiner Vereinen kombinierte Staffel endete mit einem 8: 6-Punktsikg für Tegel. Dabei lieferten Meister Schlickeisen-AW. und Äraske-T. einen technisch schönen Kampf, beide trennte jedoch nur ein Unentschieden. Im Bantamgewicht konnte W. Milbredt-T. den starken Krause-Lichtenberg in der 5. Minute auf die Schullern zwingen. Die Federgewichte Hartmann-T. und Rösicke-Sparta riskierten viel, schieden aber ohne Resullat. Der Jugendliche Schmidt-T. setzte Weyhe-AW. einen unerwarteten Widerstand entgegen und ertrotzte ein Unentschieden: auch das Ringen der allen Gegner P. Binder-L. gegen Höhne-T- endete ohne Thcalez Licltlsptele usvo Kftals Theater Sonnabend, den 8. Oktober Staatsoper unter den Linden 20 Uhr Wiener Blut staatliches Schauspielhaus 19 Uhr Neueiiutadicrl Wilhelm Teil VOLKSBUHNE Theater am Blllewpiaiz 6 1. Norden 2944. 8 Uhr Zum 1. Male Die Ratten Ä«'" Regie: Heinz Hilpert Käthe Dorecb, Eugen K;6pfer, Otto Werniclte Sonntagnachm. 3/i Uhr Oer �8. Oktober Sinnig.. 9. Okt.. l1'- Ohr: Einmillgi laftthring; Die vercunlieiii Gloto Inserate im Qf Vorwärts Üffircn Erfolg l Sonntag, den S. Oktober nadim. 3 Dar