Morgen-Ausgabe Nr. 479 A234 49. Jahrg. Rebaktton unb Verlag, Berlin SW 68, Linöenstr. 3 5etn(precf)«ci<37 Ami Dönhoff 292 bö 297 Tolegrammabttff«: Evzwldemolrnt 9S«ilm BERLIN ER VOLKSBLATT DIENSTAG 11. Oktober In Groß- Berlin 1 l) Pf. Auswärts....... 15 Pf. Vezugsbebingungen unb Anzeigenpreise stehe am Schluß beS rebakttoncllen Teils Aenteatoesan der Sozialdemokeatische« Partei DeutfchtaudS Gottheiner verleumdet frech! Dieser«äeulscbnalionale KeicKsvertrelsr ist ein Skandal In» Prozest vor dem Ztaatsgerichtshof hat der Vertreter des Reichs, der frühere deutschnationale Abgeordnete und jetzige Ministerialdirektor Gotthciner Ve- hauptungen über Ltto Braun und(?arl Severing aufgestellt, die lediglich als Wahllügcn zu charekterisieren sind. Gegen diese unwahren Behauptungen haben die Vertreter Preußens protestiert. Ltto Braun wird sich heute telegraphisch an den Reichspräsidenten wenden und gegen die unwahre Behauptung des deutschnationalen Herrn Verwahrung ein- legen. Gs charakterisiert diesen Mann. das, er das s�orum des Ztaatsgcrichtshofs benutzt, um Wahllügen zu verbreiten. Wir fordern die Reichsregierung auf, im Znteressc ihres Ansehens und ihrer Würde diesen Mann sofort aus Leipzig abzuberufen und einen anderen Vertreter zu bestellen. * In der gestrigen Verhandlnug des Staatsge- richtshoses besaß der amtliche Vertreter der Reichsregierung. Ministerialdirektor Gottheiner, die Kühnheit zu behaupten, der preußische Mini st erpräsident Braun habe nach seiner Absetzung sich teilnehmend erkundigt, wie es mit seinem Gehalt stünde, und, nachdem er erfahren habe, daß das Gehalt voll weitergezahlt werde, sei er völlig beruhigt gewesen. Diese mit kaltschnäuziger Kühnheit vorgetragene Behaup- tung veranlaßte den Vertreter der preußischen Regierung, Ministerialdirektor Brecht, zu einem sachlich scharfen Protest, in dem er erklärte, er antworte auf diese Behauptung nur insoweit, als er folgenden Brief Brauns verlese, den dieser ihm. Brecht, am 29. August aus Bad Gastein, wo er sich zur Erholung auf- hielt, geschrieben hat. In diesem rein privaten Briese Brauns heißt es: „Ich komme hier erst langsam über die Bitter- keit hinweg, die mich ob der Art der Auheramt- setzung und über deren Bearündungssormen er- griffen hat. Ueber zehn Jahre lang habe ich, gerade um die Beeinträchtigung des Reiches durch den Dualismus Reich— Preußen zu mildern, die Reichspolitik ohne Rücksicht auf die Zu- sammensetzung der Reich-regierung gestützt: oft auch unter Schädigung der Werbekrast meiner Partei, die im Reichstage Reichsmaßnahmen heftig bekämpfte, die ich im Reichsrat im Jnter- esse der gedeihlichen Zusammenarbeit zwischen Reich und Preußen unterstützte. Ost haben wir der Reichsregierung auf ihr Ansuchen im Reichs- rat chilssstellung gegen Bayern und andere Län- der geleistet, wo es für Preußen im engeren Landesinteresse günstig gewesen wäre, sich in die offene Front der Länder gegen die Reichsregie- rung einzureihen. Im hohen Reichsintereffe haben wir das getan,— und nun, wegen„Nichter- füllung" der Pflicht gegen das Reich wie ein Dienstbote, der gestohlen hat, und den man das chaus nicht mehr betreten läßt, aus dem Amte gejagt zu werden, das ist reichlich bitter. Das um so mehr, als es auf Veranlassung des Mannes geschieht, für dessen Lauterkeit und Verfassungs- treue ich mich mit meiner ganzen Person öfsent- lich eingesetzt habe, und der dem nicht zuletzt seine Wiederwahl zum Reichspräsidenten verdankt. Aus meiner mehr als 4l)jährigen politischen Pätigkeit weiß ich, daß es in der Politik keinen Dank gibt: ober ein gewisses Mindestmaß von Achtung ist doch die Voraussetzung auch für eine politische Zusammenarbeit." Brecht fügte hinzu, er wisse nicht, ob Minister- Präsident Braun die Mitteilung dieser Aeußerung billige: aber er, Brecht, tue das auf eigene Vcr- antwortung, angesichts der Angriffe, die Gatt- Heiner gegen den Ministerpräsidenten Braun ge- richtet habe. Die Baeone verhandeln Um Deutschlands Gleichberechtigung Der französische Ministerpräsident herriot wird am Donnerstag in London oder Chequers eine Unterredung mit Macdonald haben, die sich um den Plan der v i e r- oder Fünsmächte-Konserenz über die Abrüstungssrage drehen soll. Offenbar hat es Herriot eine gewisse Ueber- windung gekostet, die Reise zu unternehmen, denn die maßgebenden Kreise in Frankreich sind von dem Gedanken der Konferenz nicht sehr erbaut. Von allem anderen abgesehen halten sie wohl die englische Einladung an Deutschland für ein unan- gebrachtes Entgegenkommen an die Regierung Papen. Nachdem die britische Antwort auf das deutsche Memorandum so scharf gewesen ist, glauben die maßgebenden französischen Kreise, daß die an Deutschland ergangene Ausforderung zur Teilnahme an einer Besprechung in kleinem Kreise als ein Umfall Macdonalds gedeutet wer- den könnte. Inzwischen haben die Barone— merkwürdigerweise in Abwesenheit des Außen- Ministers— ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Teilnahme an der Konferenz der Großmächte ausgesprochen und dabei nur die Erwartung bekunde», daß ihre Forderung aus Gleichberechtigung in der Rüstungssrage zum Gegenstand der Diskussion gemocht werde. Es sollte»ach unserer Meinung keine Echwie- rrgkeit bestehen, dieser Erwartung zu entsprechen, Denn eine Konferenz, wie Großbritannien sie plant, hat doch nur dann einen Sinn, wenn wirk- lich die Gelegenheit zu einer offenen Aus- spräche über dir schwebenden Streitsragen ge- boten ist. Die deutsche Regierung muß die Mög- lichkeit erhalten, zu sagen, was sie will, was sie unter Gleichberechtigung versteht, wie sie sie her- beizuführen gedenkt und ob sie für den Fall einer negativen Entscheidung eine Aufrüstung beabsich- tigt. Das um so mehr, als die au Frankreich gerichtete Note der letzten Klarheit zweifellos ent- behrt hat. Es ist immerhin bezeichnend, daß in der letzten Zeit Blätter, die dem Kabinett der Barone nahestehen, mit besonderem Eiser die Behauptung zurückweisen, Deutschland beabsichtige eine Auf- rüslung. Es habe von allem Ansang an nur die Gleichberechtigung im Auge gehabt. Wenn das nicht nur ein Spiel mit Worten ist, so sind wir gern bereit, diese Feststellungen mit Genugtuung zu begrüßen, und wir machen nur daraus aufmerksam, daß sowohl die private wie die halbamtliche Begleitmusik zu der ursprüng- lichen Note zu anderen Deutungen zwang. Aber wenn nun wirklich an Aufrüstung nicht gedacht ist, so wird es um so unverständlicher, daß man die Sozialdemokratie wegen der Hal- tung, di« sie in dieser Angelegenheit einnimmt, mit soviel Schärfe angreift. Das moralisch« Recht Deutschlands, die Gleicherech- tigung zu fordern, ist von der Sozial- demokratie nicht bestritten worden, und sie hat überoies stets mit aller Entschiedenheit den Siegerstaaten zum Vorwurs gemacht, daß sie die Zusicherungen, die sowohl im Vertrag von Ver- saillez wie im Bölkerbundspakt gegeben worden find, nicht innegehalten haben, Lektion für Bracht Da» Verfahren gegen Weiß und Heimannsberg abgelehnt! Die Strafkammer des Landgerichts I hat die Erössnung des Hauptversahrens gegen den Po- lizeivizepräsidenten Dr. weih und den früheren Kommandeur der Berliner Schutzpolizei, Oberst Heimannsberg, gegen die die Staalsan- waltschost Anklage wegen Richtbesolgung der Anordnungen des Militärbesehlshabers, Generals v. Rundftedt, erhoben hatte, abgelehnt. Die Strafkammer hatte bereits einmal die An- klage der Staatsanwaltschaft zur nochmali- gen Nachprüfung zurückgegeben. Diese be- stand jedoch infolge höherer Anweisung auf Er- Hebung der Anklage. Nunmehr hat die Straf- kammer nach erneuter Prüfung die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, und zwar mit der für Papen und Bracht niederschmetternden Be- grüttdung, daß die Anklage in tatsächlicher und rechtlicher Beziehung der Grundlage ent- b e h r e. Damit ist in diesem Falle bereits klargestellt, mit welch unhaltbaren Rechtsauifassungen die kommissarische Regierung am 20, Juli zu Werke gegangen ist. SorialciSrnoki'atiZcIie Partei Deutschlands» Bezirksverband Berlin Freitag, den 14. Oktober 1932. 20 Uhr, im gr Saal des Lehrervereinshauses, Alexanderstr. 41 luilbicfrttiUscUc llutodycbutity Es sprechen Adolf Grimme und Kurt Löwenstein Uber „Dcc ICatnpf' um dU t&zudUiiscUc HuUuc" Dar Bezirksvorst' and 900 Mann im Streik Eigener Bericht des„Vormärt s" Torgau, 10. Oktober. Die clwa 900 Mann starke Belegschaft der Steingutsabrik Billeroy und Boch ist nahezu ein- mütig in den Streik getreten, um eine Lohn- kürzung auf Grund der Papen-Ver- ordnung abzuwehren. Obwohl Nazis und Kozis eine gemeinsame zentral« Streikleitung ge- bildet haben und alles tun, um den Abwehrkompf der Arbeiterschaft zu schädigen, ist die zuständige Gewerkschaft, der Fabrikarbeiter-Ver- band, durchaus h e rr d e r La ge. Die einge- leiteten Verhandlungen zur Beilegung des Kon- flikts sind noch nicht abgeschlossen. Bei Villeroy und Boch war Herr von Papen bis kurz nach seinem Amtsantritt als Reichs- kanzler Aufsichtsratsmitglied. Die Firma hat auch im Saargebiet größere Steingut- fabriken. Auf diese sindet die Notverordnung keine Anwendung. Ist das der Grund, warum die Firma im Saargebiet zur Zeit sehr wenig arbeiten läßt? Bas war ftarzburg! 11. Oktober 1931— 1932 Heute vor einem Jahr war der Tag von Harzburg. „Kundgebung der nationalen Front in Harzburg. Rücktritt von Braun und Brü- ning gefordert. Hugenberg, Hiller und Seldte in einer Front"— so las man tags darauf im„Lokal-Anzeiger". Und weiter im Text:„Hugenberg wurde überall begeistert begrüßt... Als er an den aufgestellten Verbänden vorbeikam, riefen ihm auch die National- sozialisten ein freudig begei- st e r t e s Heil zu." Im Festsaal im Kurhaus saß am Vor- standstisch Hitler zwischen Hugenberg(jetzt Hugenzwerg) und Duesterberg(jetzt Selig Abrahams Enkel). Als Hugenberg ge- sprachen hatte, gab der Vorstandstisch durch Erheben von den Sitzen das Signal zu einer Huldigung für den deutschnationalen Führer. Unter denen, die sich zuerst erhoben, befan- den sich Hitler, Görin g, Frick und S t ö h r. Als Hitler gesprochen hatte, beglück- wünschte ihn Hugenberg. Dieser sprach dann das Schlußwort:„Wir bauen auf Ernst, Wahrhaftigkeit, Einigkeit, Kraft und Willen." „Noch einmal", schreibt der„Lokal-An- zeiger" wörtlich,„erhob sich die Versamm- lung zu Ehren Hugenberg s. Hugen- berg, Hitler, Seldte, alle Führer der natio- nalen Opposition leisteten mit erhobenem Arm den Schwur für das deutsche Vater- land." Zuvor hatte man eine Entschließung an- genommen, die mit den Worten beginnt: Die nationale Front, einig in ihren Parteien, Bünden und Gruppen, von d e m W i l l e n beseelt, gemein- s a m und geschlossen zu handeln, gibt folgendes kund... Pathetisch wird versichert: Einig stehe» wir zu diesen Forderungen. Geächtet ist jeder, der unsere Front zersetzen will. Die Forderungen bezogen sich besonders auf den Kampf„gegen den B l u t t e r r o r des Marxismus" und„den s o f o r- tigenRücktritt derRegierungen Brüning und Brau n". In diesem Sinne wurde Hindenburg beschworen, dem„stürmischen Drängen von Millionen vaterländischer Männer und Frauen" zu ent- sprechen und„in letzter Stunde durch Be- rufung einer wirklich nationalen R�e g i e r n n g den rettenden Kurswechsel" herbeizuführen. Was sagte der„V o r w ä r t s" zu Harz- bürg? Er sprach von einem„Aufmarsch der Sozialreaktion, von„offenen und erklärten Verfassungsfeinden". Er sagte, das Gesicht der Körperschaft sei sichtbar geworden, die Deutschland regieren wolle:„Gene- räle, Großagrarier, Schwer- i n d u st r i e l l e". Er sprach weiter von einer„Verelendung des arbeitenden Volkes durch die bankrotten und unfähigen Wirt- schaftsführer, die hinter der Harzburger Tagung stehen."„Sie wollen", schrieb der „Vorwärts",„die fürchterlichste Bedrückung aller Lohnarbeiter. Sie wollen vor allem die preußische Exekution!" Soweit die Tatsachen. Was ergibt sich aus ihnen ein Jahr danach? In Hqrzburg ist in Umarmung des Natio- nalsozialismus mit der Deutschnationalen Partei die Regierung der Barone gezeugt worden. Im Mai 1932 kam sie dann als Siebenmonatskind zur Welt. Zum Geburtshelfer für dieses Kind wurde der Reichspräsident unter Vorspiege- lung falscher Tatsachen gewonnen. Die gewaltsame Entfernung der Preußenregierung, überdie jetzt in Leipzig verhandelt wird, hat ihren Ursprung nicht in irgendeinem„Notstands- recht", sondern in einem unsau» deren Parteimanöoer. Der„Vorwärts" hat vor einem Jahr die Bedeutung von Harzburg und die Rolle der Nazis klar erkannt und gezeichnet. Bleibt nur die Frage: Haben die Nazis mit Ab- ficht das Volk an die Reaktion ausgeliefert oder waren sie z u d ä m l i ch, zu bemerken, welches Spiel mit ihnen gespielt wurde? Kronprinz Stahlhelm Papen— Hohenzollern— Stahlhelm! Am Sonntag hat eine große Solidarisierung stattgefunden. Die in Gesinnungsgemeinschaft zu- sammengekommenen Partner heißen: Reichskanzler von Papen, die Familie Hohenzollern, Hugenberg und der Stahlhelm. Den äußeren Anlaß bot eine von Hugenbergs UFA veranstaltete Uraufführung einiger Stahlhclmfilme. Hierzu waren nach dem Bericht der Hugenberg- presse der Reichskanzler von Papen nebst mehreren Reichsmini st ern sowie Vertretern der Reichswehr erschienen. Gleichzeitig aber wohnten als Ehrengäste eine Anzahl Hohenzollern- sprossen bei, der ehemalige Kronprinz an der Spitze. Der Hugenbergsche Hofbericht vermerkt, daß dieser bei Beginn der Beranstaltung mit be- geistertem Händeklatschen empfangen wurde. Nach- dem die Filme gezeigt waren, erhob sich der Reichskanzler zu einer Ansprache, die in den Worten gipfelte: „Dreizehn Zahre lang hat der Stahlhelm für die Grundlagen des neuen Reiches gekämpft. Der Stahlhelm fall nicht umsonst gekämpft haben!" Exkronprin; Wilhelm, der dicke Eitel und Oskar sollen bei diesen Worten besonders Verständnis- innig mit dem Kopfe genickt haben.— Gleichzeitig fand eine zweite verbrüdernde Ber- anstaltung statt, nämlich ein Landesverbands- tagdesKönigin-Luise-Bundes(des weib- lichen Stahlhelms), auf dem die Frau des ehe- maligen Kronprinzen, C ä c i l i e, eine Ansprache hielt. Sie erklärte unter anderm:„Das deutsche Volk könne nicht lebendige Kräfte entwickeln, wenn es seiner lebenspendenden Vergangen- heit(zwei Millionen Kriegstote!) entsage. Nach ihr sprach der Stahlhelmführer S e l d t e. Die Verbrüderung ist völlig klar: die Hohen- zollern solidarisieren sich mit dem Stahlhelm, der Stahlhelm solidarisiert sich mit der Regierung Papen. Der Stahlhelm wird mithin von der Papen-Regierung wie von den Hohenzollern als gemeinschaftliche Machtbasis ange- sehen. Wohin die Reise geht, kann sich danach jeder ausrechnen! Gefährlicher Zwickel Ein Karikaturist— verhaftet Eine am Sonntag von den Kommunisten in Verlin veranstaltete Matinee wurde von der Polizei wegen Verächtlichmachung der Reichs- wehr und der Reichsregierung aufgelöst. Die Ver- ächtlichmachung wurde in Karikaturen eines Schnellzeichners gesehen, in denen eine Verbindung zwischen Reichswehr und dem neuen Zwickel-Erlaß des Reichskommissars Dr. Bracht hergestellt wurde. Die Auflösung der Versammlung vollzog sich ohne Reibung. Der Schnellzeichner wurde v e r h a s t e t und in das Polizeipräsidium eingeliefert. Von Nazis erschlagen In dem Ort Lohrsdorf bei Neuenahr wurde im Verlauf einer Schlägerei zwischen Nationalsozialisten und Dorsbewoh- n c r n ein 2<)jähriger Mann getötet. Zwei Männer wurden leicht, einer schwer verletzt. O Harzburg! Herr Goebels hat Herrn Hugen- berg aufgefordert, in eine nationalsozialistische Sportpalastoersammlung zu kommen, er werde dort eine Stunde Redezeit erhalten. Herr Hugen- berg wiederum hat Herrn Goebbels auffordern lassen, in einer deutschnationalen Ver- s a m m l u n g zu erscheinen, man werde ihn eine Stunde reden lassen. Das wird ein komisches Rededuell werden! Die Wirtschastsparlei. Am Sonntag tagte in Berlin ein außerordentlicher Parteitag der Wirt- fchaftspartei. Er beschloß, daß die Wirtschafts- Partei an ihrem alten Parteinamen festhält und mit voller Selbständigkeit in den Wahlkampf geht. Um die Sckzolzanweisungen von Köln und Frankfurt. Die Fälligkeit der Schaganwcisungen der Städte Köln und Frankfurt ist von der preußischen Regierlin, vom 30. September auf den 31. Dezember verschoben worden. Diese Frist- Verlängerung erfolgte, damit inzwischen eine Einigung mit den Gläubigern gesuchi werden könne. Die Interessengemeinschaft der Gläubiger fordert die sofortige Epcherufung einer Versamm- lung. Preußens Anklage gegen die Barone Beweisanträge in Leipzig: Hitler und Papen sollen vernommen werden lieber die Geschichte, die am 20. Juli geschrie- den wurde, sitzt heute das Stoatsgericht. Auf dem Präsidentenstuhl ein kaum mittelgroßer, hagerer Herr mit scharfgeschnittenen Zügen und weißem leuchtenden Haar: der Präsident des Reichsgerichts B u m ck e. Noch vor kurzem war er Ministerialdirektor im Reichsjustizministerium. nicht sehr fortschrittlich in seinen Ansichten, ober doch als Jurist von hohem Ansehen. Neben ihm .zwei Herren aus Leipzig, zwei aus anderen deutschen Städten. Was von dem Fünfmänner- Kollegium gefordert wird, ist keine Kleinigkeit: es soll, um es kurz auszudrücken, erklären, daß die Verordnungen Hindenburgs gegen Preußen ver- fastungswidrig und rechtsungültig feien. Das bedeutet sehr viel und erfordert nicht nur juristi- sches Wissen, sondern auch Mut in sehr erheb- lichem Maße. Es ist deshalb naheliegend, daß der Vorsitzende des Staatsgerichtshofs sich in verbindlichsten For- men bemüht, die ganze Streitfrage auf das Rechtsgebiet zu beschränken und die poli- tische Wertung nach Möglichkeit auszuscheiden. Aber wie soll das geschehen, wenn doch der Gegen- stand der Verhandlung politische Dinge sind? Das Arbeitsprogramm des Herrn Bumcke ist dies: Erst sollen die Tatsachen geklärt wer- den, auf die sich das Verfahren stützt, dann erst die verschiedenen Rechtsfragen, die durch die Tat- fachen aufgeworfen worden sind. Nach diesem Programm gestaltete sich die Dar- legung des preußischen Vertreters Dr. Brecht mit aller gewollter Sachlichkeit— nur gelegentlich unterbrochen durch leise Ironie— zu einer eindeutigen und eindrucksvollen Anklage gegen das System Papen, gegen das System der Diktatur, der Unzulänglichkeiten, wie sie kaum je vorher zu verzeichnen waren. Klar und scharf arbeitete Brecht heraus, daß die Anwendung des Artikels 48 zur Absetzung der preußijchen Minister und Beamten absolut unzulässig und unbegründet war. Vor ollem zer- pflückte Brecht die klägliche„M a t e r i a l s a m m- l u n g", die die kommissarische Regierung nach- träglich zur Begründung ihres Borgehens bei- gebracht hat. Sie hat dazu— wie der Redner mit Recht ironisierte— nachträglich die Aktenschränke durchstöbern lassen, um Belastendes zu finden: sie hat olles Große, alles Anerkennende und Anerkannte von den Leistungen der Abge- setzten beiseite gelassen und nur nach Beschuldi- gungsmöglichkeiten gesucht. Ja, sie hat sogar Beamte über ihre Meinung befragt, die sie über die Handlungen ihrer früheren Vorgesetzten hatten, und nun diese unter dem Druck der Ab- bausurcht entstandenen Aeußerungen protokolla- risch festgelegt, um sie als Material dem Staats- gerichtshof vorzulegen. Ehrlich entrüstet erklärte Brecht, daß ein solches Ausfragesystem einzig In der Geschichte der deutschen Be- amtenschaft da st ehe und zu keiner Zeit, auch nicht in der Zeit der Revolution, festgestellt werden konnte. Einzig in ihrer Art ist die ganze Regierung Papen. Sie läßt für sich den deutschnationalen Abgeordneten G o t t h e i n e r sprechen. Dieser schnarrt mit den Händen in der Hosentasche Ge- meinplätze herunter, Gemeinplätze in jeder Hin- ficht: Grzesinski hat gesagt..., Severing hat den „Vorwärts" beglückwünscht..., Abegg hat mit den Kommunisten gesprochen... usw. usw. Ein allerneuester und allerbetrüblichster Fall: Dieser Gottheiner hat die Geschmacklosigkeit, zu behaup- ten, der preußische Innenminister Severing habe bereits mehrere Wochen vor dem 20. Juli selbst dem Reichsinnenminister o. Gayl seine Uebereinstimmung mit den Ansichten der Papen- Regierung ausgedrückt. Er Hobe Gayl sogar auf- gefordert, den Reichskommissar nur m ö g l i ch st s ch n e l l zu ernennen, man könne nicht warten. Zu diesem �Unsinn gesellte Gott» Heiner mit breiter Geste nach dem Zuhörerraum eine Infamie gegen den Mini st erpräsiden- ten Braun, den er verdächtigte, nurumdes Geldes willen an seinem Amte zu kleben. Darauf erhielt er eine würdige, aber vernichtende Antwort, indem der preußische Ver- treter aus einem Privatbrief Brauns vom 20. August einige Stellen vorlas, die sich Gott- Heiner und seine Austraggeber hoffentlich nicht hinter den Spiegel stecken werden. Der Vertreter der sozialdemokratischen Landtags- fraktion Professor Heller nahm sich Gott- Heiner besonders vor und wies ihm auf der Stelle nach, wie unlogisch seine Behauptungen seien. Außerdem stellte Heller den Antrag, sowohl Herrn von Papen wie Adolf Hitler und den Vorsitzenden des Herrenklubs, Herrn von G l e i- chen als Zeugen darüber zu vernehmen, daß schon vor Einsehung der Reichsregierung Abmachungen zwischen Adolf hiller und Papen bestanden hätten, um das vorgehen gegen Preußen planmäßig zu gestalten. Durch diese Beweisaufnahme soll erwiesen werden, daß die Maßnahmen gegen Preußen bricht allein aus verfassungsrechtlichen, sondern aus p o l i t i- schen Tatsachen, die außerhalb der Ver- fassung liegen, veranlaßt worden ist. Ueber diese und andere Beweisanträge wurde ein Beschluß noch nicht gefaßt. Die Berhand- lungen wurden vielmehr, ohne daß der Tatsachen- komplex vollkommen erledigt worden wäre, um 8 Uhr abends vertagt und werden am Dienstag früh fortgesetzt. Die Verhandlungen in Leipzig Nach der Bekanntgabe der Hauptpunkte, die der Präsident geklärt wissen will, erhält außerhalb der Tagesordnung Hauptsprecher der preußischen Vertretung, Ministerialdirektor Dr. Brecht, das Wort zu einer Erklärung über den Zweck der Klage Preußens. Der Kern dieser Erklärung lautet: ..Gegenstand des Streites ist vor olle>n die Befreiung Preußens und seiner Mnister von dem die Ehre des Landes und seiner Vertreter aufs tiefste kränkenden Vorwurf, daß das Land Preußen die ihm nach der Reichsverfassung und den Reichsgesetzen obliegenden Pflichten nicht erfüllt habe und daher sequestiert werden könne und müsse. Preußen und d i e preußischen Mini st er nehmen es an Reichstreue mit jedem auf, sei es wer es wolle. Der preußische Ministerpräsident und die Staatsminister erwarten mit Bestimmt- heit eine Entscheidung des Staatsqerichtshofs, wonach die Verordnung lvom 2V. Juli. D- R.) in dieser Form, in der sie ergangen ist, aus- gehoben werden muß. Daran schlössen sich Erklärungen der Vertreter von Bayern und Baden. Preußen klagt an! Ministerialdirektor Dr. Brecht erörtert dann die Vorgänge am 20. Juli: Seit den Septemberwahlen 1930— so führt« er aus— besteht eine eigenartige Krise im beut- schen Parlamentsleben, nicht nur in Preußen, sondern auch im Reich und in anderen Ländern. Die besondere Krise des deutschen Parlaments- lebens ist aus die großen, steigenden Wahlerfolgc der NSDAP, zurückzuführen. Bisher haben alle verantwortlichen Stellen es abgelehnt, der NSDAP, als Minderheit die entscheidende staat- liche Macht in die Hand zu geben In diesem verhältnismäßig gleichmäßigen Zlblauf hat es eine Episode gegeben: Die Einigung o. Papen-Hitler. Diese dauerte vom 1. Juni bis 13. August. Sie begann mit einem Vertrag. Die NSDAP. versprach der Regierung Papen als Präsidial- kabinett die Unterstützung, und zwar ohne natio- nalsozialistische Beteiligung und für die ganze Dauer des Kabinetts. Dieses Versprechen gaben die Nationalsozialisten natürlich nur gegen bestimmte Zusicherungen ab. Diese waren u. a. Aufhebung des Uniforinverbots, Wiedererlaubnis der verbotenen Sturmabteilungen, B e s e i t i- gung der jetzigen preußischen Re- g i e r u n g.insbesondere der Leitung der Polizei. Brecht schilderte dann die Bedeutung der Episode Papen-Hitler vom politischen Standpunkt und vom Standpunkt der Länder. Er oerwies darauf, daß im Jahre 1931 scharfe Verordnungen zur Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung erlassen worden waren, die am 8. Dezember durch das allgemeine Uniformverbot und am 13. April 1932 durch die Auslösung der nationalsozialistischen Sturmabteilungen gekrönt wurden. Gerade diese Maßnahmen seien damit begründet worden, daß eine militärisch organi- sierte Macht folgerichtig zu Zusammenstößen und zu b ü r g e r k r i e g s ä h n l i ch e n Zustände» iühren könne. Hier sei also das erstemal von den bnrgerkriegsähnlichen Zuständen gesprochen wor- den, auf die die Reichsregierung jetzt Hinweis«. Auf der Rechtsgrundlage der erwähnten Verord» nungen habe die Polizei ihren schweren Dienst verrichtet. Mitten in diesem Kampf mußte plötz- lich von einem Tag zum andern das Steuer her- umgerissen werden. Die Länder pro- testierten aufs lebhafte st e dagegen und erklärten, daß in diesem Augenblick gar keine Ge- fahr des Aufflammens der kommunistischen Ve- wegung bestehe. Zu diesem Zusammenhang oerwies Dr. Brecht aus die kürzlich veröffentlichte Statistik der Todesopfer, die bis Rlitte Zuni monatlich etwa acht bis zehn Tote verzeichnete, während von da ab ein starkes Anschwellen zu oerzeichnen war. Der Kausalzusammenhang der gan- zen Ereignisse liege klar zutage: Im Kampf gegen verbrecherische Toten, die aus dem Lager der äußersten Rechten kamen, habe es zwei Möglichkeiten gegeben: die krimi- nalistische Bekämpfung und den politischen Ver- such, die psychologischen Grundlagen zu ändern, aus denen heraus die Verstöße begangen wurden. 2n den Kreisen des Reichskanzlers v. Papen habe man offenbar den zweiten weg gehen wollen, um so den Ausbauwillen der nationalsozialistischen Bewegung zu betonen und zu bestärken. Aber dabei hätte er die Grenzen der Verfassung wahren müssen und das sei bei der Absehung der preußischen Regierung nicht geschehen. Dr. Brecht geht dann ausführlich auf die Bor- würfe ein. die die Reichsregierung als Grundlage ihres Vorgehens gegen Preußen erhoben habe. In der Besprechung vom 20. Juli in der Reichs- kanzlei hätten die Vertreter des Reichs auf wieder- halte Fragen nach den einzelnen t a t s ä ch- lichen Gründen lediglich mit einem Achselzucken geantwortet. Erst am 5. August, mehr als zwei Wochen nach der Ab- setzung, seien dann tatsächliche Vorwürfe erhoben worden. Dr. Brecht weist die einzelnen vorwürfe des Reiches in ausführlichen Darlegungen zurück. Dos Reich habe erklärt, leitende preußische Persönlichkeilen seien innerlich nicht mehr unab- hangig gegenüber den Kommunisten eingestellt gewesen. In der Tal hätten aber gerade Severing und Grzesinski, auf die das Reich wohl Haupt- sächlich abziele, stets kommunistische Aus- fchreitungen so heftig bekämpft, daß sie bei den Kommunisten zu den bestgehaßten Leuten gehörten. Vielleichb habe aber das Reich vermißt, daß die preußische Regierung die KPD. überhaupt ver- biete. Demgegenüber sei festzustellen, daß gerade seit dem Wirken des Kabinetts v. Papen und der kommissarischen Regierung in Preußen die k o m- muniftischen Stimmen überall ge- stiegen seien, ohne daß nun ein Verbot der KPD. erfolgte, offenbar, weil das Reich wie da- mals Preußen der Meinung sei, daß ein solches Verbot eine zweischneidige Sache wäre. Dem Staatssekretär im Innenministerium Abegg sei unterstellt worden, er hätte den Kom- // Jugend und Demokratie (h-uiitlsatzÜehes Referat Friedrich Adlers in Prag 44 Eigener Beridit des„Vormärls" Prag. 10. Oktober. Die Verhandlungen des Kongresses der Jugend- internationale in Prag begannen am Montag mit einem Vortrag des Genossen Friedrich Adler über„Jugend und Demokrati e". Adler unterscheidet fünf Gruppen von Ländern und dementsprechend fünf Gruppen von Pro- blemen: 1. Länder mit gefestigter Demo- kratie, wie Frankreich, England und die skandina- vischen Länder, 2. f a s ch i st i s ch e Länder, 3. jene Gruppe, die Deutschland reprä- sentiert, wo der Faschismus um die Macht kämpft und die Demokratie sich in der Verteidigung be- findet, 4. Sowjetrußland, die Diktatur Unter bolschewistischer Vorherrschast und 5. die überseeischen kolonialen oder halbkolonialen Länder, in denen noch keine Selbstregierung der Arbeiterklasse oder des Volkes überhaupt besteht Das wichtigste der Probleme der Gegen- wart, sagt Adler, ist: „wie steht es mit der Demokratie in Deutschland?" Dort gibt es derzeit eine Mehrheit für die Diktatur. Aber die einen wollen die Diktatur Hitlers oder die Schleichers oder eines anderen Generals, die anderen wollen die Diktatur des Bolschewismus. Deutschland kann alz Beweis da- für dienen, daß das Volk für die Demo- kratie noch nicht reif ist. Aber es gibt Länder, in denen die Arbeiterklasse auf dem Wege der Demokratie ständig von Position zu Position fortschreitet. Wie immer der Weg zum Sozia- lismus in den verschiedenen Ländern werden möge, so sei, sagt Adler, der weg der Demokratie dennoch der beste weg für die Arbeiterklasse, der weg der geringsten Opfer und des sichersten Erfolges. Wir glauben zum Unterschied von den Kommu» nisten an die Demokratie auch innerhalb der Arbeiterklasse und der Partei. In Deutschland ist durch die Entwicklung der letzten Zeit der Glaube an die Demokratie und an die Aufgabe der Massen erschüttert, der Glaube an den Führer ge- stiegen. Wir aber sind überzeugt, daß trotz aller Schwierigkeiten die Demokratie, der Glaube an sie und die Siegkrast unserer Idee sich durchsetzen und die Massen ergreifen wird. In der Debatte sprachen K a n i tz- Wien. S a p i r- Rußland, Diel- Belgien, R e v e n t- l o w für den italienischen Verband, W a l l« n s- heim- Schweden, L i n k st a e d t- Deutschland und H u d d l e st o n- England. Zlm Nachmittag erstatteten de Brouckere» Belgien und V o r r i n ck- Holland Inserate über Mlitarismus und Abrüstung. Ein Kanzlerwort „Der Stahlhelm hat 13 Jahre lang nicht umsonst gearbeitet." Stimme aus der Loge:„Stimmt— aber woher weiß er?" munisten«rflärt, sie möchten Terrorakte vor- nehmen, sie aber auf«ine bestimmte Weise ver- schleiern. Es sei untohlich, daß diese Unter st ellung noch nicht zuruckge- nommen sei. Jeder, der Staatssekretär Abegq kenne, wisse, daß diese: se't 1925 im Staatsdienst beschäftigte Mann seine ganze Kraft für die Aus- rechterhaltung der Ordnung und den Ausbau der Sicherheit eingesetzt habe Abegg habe erklärt, daß er genau dos Gegenleil gesagt häkle, nämlich, daß die Sommunisien unter allen Umständen Terrorakte zu unterwssen hüllen. Abegg stehe zu seinen Worten. Ob derjer.ioe, der ihn angezeigt habe. Regierungsrot Dikls, zu seiner gegenteiligen Behauptung stehe, das werde sich zeigen. Dr. Brecht fragt, wie es möglich sei, daß, wenn Diels so ungeheuerliche Worte gehört haben wolle, er nicht zu dem damaligen Minister S e v e r i n g ging, sondern im Reichs» wehrmini st erium seine Mitteilung machte. Allerdings sei Diels jetzt von der kommissarischen Regierung zum Oberregierungsrat befördert worden. Dr. Brecht erörtert dann, daß die Reichs- regierung erst nachträglich durch emsiges Nationalmomlistm! Heuchler und Pharisäer! Was war doch für«in Geschrei um Bernhard Weiß: Wie wogte in der Nazipresse die sittliche Entrüstung gegen hasardierende Systemträger! Jetzt aber, da der Prozeß mit einem Reinfall beendet ist, liest man in dem Stettiner Naziblatt folgendes Inserat: Durchsuchen der Akten und Aus- fragen von Beamten über ihre bis- herigen Vorgesetzten noch einige weitere Vorwürfe gegen Preußen habe festzustellen versucht. Diese Befragung der Beamten, die unier dem Druck der Entlassung gestanden hätlea, kritisiert Dr. Brecht als einzig dastehend in der deutschen Geschichte, wobei er erwähnt, daß er selbst schon in der Revolutionszeit im Reichs- und Staatsdienst tätig gewesen sei, aber von Ebert und auch den da- maligen Unabhängigen niemals über seine bis- herigen Vorgesetzten ausgefragt worden wäre. Ja, diese sozialdemokratischen Unabhängigen hätten nicht einmal nach den verschwundenen Akten über die Sozialisten gefragt. Was sich jetzt zugetragen habe, sei ein Zwischenspiel der deutschen Beamten- geschichte, das. wie er annehme, auch der Reichs- kanzler und der Reichskommissar nicht begrüße. Oer Vertreter des Reichs Der Vertreter der Reichsregierung, Ministerial- direktor Dr. Gottheiner vom Reichsinnen- Ministerium, führte u. a. aus: Die Reichsregierung tritt der Auffassung über die Un.zw«ckmäßigreit' ihrer Maßnahmen, die der preußische Vertreter vortrug, nachdrücklichst ent- gegen. Ihre Maßnahmen sollten dem Zweck dienen, und haben auch dem Zweck gedient, für den Erregung? st off. der sich durch die einseitige BeHand- lung der Nationalsozia Ii st en ange- staut hatte, ein Ventil zu schaffen und damit einem politischen Ausbruch, einem Bürgerkrieg vorzubeugen. Die objektive Sach- läge, die das Vorgehen des Reiches für die Ver- ordnung vom 29. Juli notwendig gemacht hat, ist in erster Linie durch die blutigen Unruhen des Sommers 1932 gekennzeichnet. Die politische Leitung Preußens erweckte den Eindruck, als ob sie nur unter dem Vorbehalt der Gleichsetzung von Nationalsozialisten und Kommunisten gewillt war, die kommunistische Gefahr so durchgreifend zu be- kämpfen, wie es die Lage erforderte. Diese Gletch- setzung ober vermag die Reichsregierung nicht als berechtigt anzuerkennen. Ich erinnere an die Rede, die der damalige aktive Berliner Polizei- Präsident Grzestnsk: am 26. Juni 1932 in Magde- bürg gehalten hat. Ich erinnere weiter an die Borgänge, die sich an das Verbot des„Vorwärts" anschlössen. Beim Wiedererscheinen des Blattes nach Ablauf der Verbotsfrist hat derselbe Minister, der das Verbot ausgesvrochen hatte, der Zeitung in einem an die Spitze der Nummer gestellten Begrüßungs- ortikel ein Glückauf zugerufen und ausgesprochen, daß das Verbot aufrüttelnder sei, als lange Ar- tikel und Ausführungen sein könnten und daß er nach wie vor an der Seite des„Vorwärts" für die Freiheit kämpfen werde. Gleichzeitig erhielt die Reichsregierung aus ..vertrauenswürdiger Quelle" Kenntnis von ge- Heimen Verhandlungen zwischen dem preußischen Innenministerium und kommunistischen Führern. Inhalt dieser Verhandlungen waren Bedingungen und Gegenleistungen für die Förderung und Be- günstigung der Kommunistischen Partei. Das Be- kanntwerden dieser Tatsache, deren Richtigkeit sich später in vollem Umfange bestätigt hat, offenbart bei der geschilderten politischen Gesamtlage, die gerade iii diesen Tagen durch das Blutbad in Altona der ganzen Welt kraß vor Augen geführt wurde, eine so brennende Gefahr für das Deutsche Reich, daß nunmehr ohne jedes Zögern von der Befugnis Gebrauch gemacht werden mußte, die Artikel 48 der Reichsverfassung für Fälle dieser Art in die Hand gibt. Im übrigen sei es Tat- fache, daß die sämtlichen ihres Amtes enthobenen Minister ihre vollen Bezüge weiter erhalten haben. Tatsache sei es auch, daß Ministerpräsident Braun jedenfalls auf diesen Umstand sehr großen Wert gelegt habe, denn er habe sich sehr bald nach der Enchebung vom Amt nach dieser Frage er- kundigt und sich sehr befriedigt erklärt, als ihm die Antwort gegeben wurde, daß er seine Bezüge weiter erhalten würde. Schließlich habe Minister S e v e r i n g die Sach- läge, die der Reichsregierung Veranlassung zu chrem Vorgehen gegeben habe, genau so beurteilt wie die Reichsregierung selber. Mitte Juni habe Severing gegenüber dem gegenwärtigen Reichs- innenminister erklärt, daß er sich an dem Geschrei über die angeblich bevorstehende Einsetzung eines Reichskommissars für Preußen nicht beteiligt habe, weil er persönlich der Ansicht sei, daß diese Maß- nähme sich nicht werde vermeiden lassen. Im weiteren Verlauf dieser Unterredung habe Minister Severing mit Bezug aus diese'Einsetzung des Reichskommissars erklärt:„Warten Sie nicht mehr lange!" Die Reichsregierung habe nicht die Ab- ficht gehabt, etwa die Ehre Severings anzugreifen, es sei aber für sie außerordentlich interessant, daß ein so kluger Mensch wie Minister Severing die Situation genau so beurteilt habe wie die Reichs- regierung selber. Rapen und Hitler sollen erscheinen Prof. Heller- Frankfurt am Main, der Ver- treter der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, ersucht den Ministerialdirektor Gottheiner, den Brief vorzulegen, worin der Ministerpräsident Braun sich befriedigt über seine Gehaltsregelung ausgesprochen habe und diese Frage als wasent- lichsten Punkt der ganzen Sache bezeichnet haben solle. 3ch muh. so fährt er sorl, die wahrheil der Behauptungen über einen solchen Brief bis zur Vorlegung des Brieses bezweifeln, ebenso wie ich bezweisle, daß Minister Severing sich selbst für die Einsetzung de» Reichskommissars erklärt haben solle. 3n den Akten und Schrislsätzen, die doch sehr umfangreich sind, ist erstaunlicherweise bisher von dieser Behauptung nichl die Rede. Prof. Heller wendet sich dann weiter gegen Ministerialdirektor Gottheiner wegen dessen Behauptung, daß die Sozialdemokratie sich in ihrem Gegensatz zu den Nationalsozialisten mit den Kommunisten enger verbunden gefühlt habe. Er meint, daß man bei dieser Deduktion heute von der Reichsregierung sagen könne, daß das Kabinett Papen sich jetzt auch schon mit der Sozialdemo- kratie enger verbunden fühle als mit den Ratio- nalsozialisten. „Vorwarts"-.Artilrel— Entlassungsgrund Während Minister Severing als Entlaslungs- grund sein Glückwunschartikel nach dem Wieder- erscheinen des Vorwärts mitangegeben worden sei, obwohl«evering darin nur von einer ver- nünftigen Kritik an Regierungsmaßnahmen sprach, unternehme das Reich nichts gegen den nationalsozialistischen oldenburgischen Mini st erpräsiden- t e n Römer, der in dem nationalsozialistischen Tageblatt geschrieben habe: „Wenn die Reichsregierung einen Staatskommissar nach Oldenburg schicken sollte, würde Oldenburg die Bauern mobilisieren und bis aufs äußerste kämpfen." Prof. Heller bringt dann einen Antrag ein, der, wie er sagt, das Zustandekommen der jetzigen Regierung beleuchten solle. Der Antrag solle dar- tun, daß die Reichsregierung bei ihren: Vorgehen gegen Preußen sich nicht nur auf Art. 48 stützte. sondern daß Abmachungen mit den Nationalsoziali st en darüber bestanden hätten, die dieses Vorgehen erforderten. Als Zeugen benenne die preußische Regierung für diese Fragen den Reichskanzler v. Papen, ferner Adolf hiller und Herrn v. Gleichen. Pros, heller zitiert noch verösfentlichungen bzw. Briese des Vorsitzenden des Herrenklubs. Herrn v. Alvensleben. und des Herrn v. Gleichen, aus denen hervorgehe, daß die Einsehung des Reichskommissars in Preußen schon im Zun! wenige Tage nach dem Amlsankrilt des Kabinetts v. Papen so gut wie beschlossen gewesen sei. Diese Abmachungen, die Herr v. Gleichen bestäligi habe, qualifizieren das vorgehen der Reichsregierung als Er- mefsensmißbrauch. Degen Gottheiners Behauptungen Ministerialdirektor D r. Brecht erklärt, daß es sich hi«r vor allem darum handele, auf dem Boden des positiven Rechts zu bleiben und zu prüfen, wer seine Pflichten verletzt hat. Im übrigen hätten die preußischen Vertreter den Oberreichsanwalt Ebermeyer als Zeugen dafür geladen, daß das Material, das die Staatsfeindlichreit d«r Kommunisten dartue, im wesentlichen von der preußischen Staatsregierung geliefert sei. Die einheitliche Reichsführung in bezug auf Beurteilung der Legalität sei ja ganz gut, aber das Reich habe in seiner Haltung doch auch sehr geschwankt. So habe der Reichspräsident selbst einmal die Verordnung über die Unterdrückung der nationalsozialistischen Sturmabteilungen erlassen und diese Verordnung später wieder ausgehoben. Auch habe der vierte Strafsenat des Reichsgerichts wiederHoll ausgesprochen, daß min- bestens Teile der NSDAP, revolutionäre Be- strebungen pflegten und aus gewaltsame Aende- rung der Reichsversassung ausgehen. In seiner weiteren Replik hielt Ministerialdirektor Dr. Brecht den Ausführungen des Ministerial- direktors Gottheiner gegenüber seine Behauptung aufrecht, daß bei den Besprechungen zwischen v. Papen und den Nationalsozialisten auch das Vorgehen gegen Preußen zum Gegenstand der Abmachungen gemacht worden sei. Wenn die Ver- treter der Reichsregierung darauf bestünden, daß die Staatssekretäre vor den Maßnahmen gehört worden seien, behalte er sich vor, die Staatssekretäre, u. a. Dr. Z w e i g e r t, als Zeugen zu benennen. Die heute von Ministerialdirektor Gottheiner neu aufgestellte Behauptung. daß Minister Severing selbst die Bestellung des Reichskommissars gefordert habe, erklärte Dr. Brecht für völlig unglaubhaft. Der Vorsitzende Dr. B u m k e stellte darauf die Frage, ob die preußischen Minister die Einladung zu einer Sitzung des Staatsministeriums, falls sie in einer anderen Form erfolgt wäre, ange- nommen hätten und weiter, ob sie bereit gewesen wären, mit dem Reichskanzler als Reichskom- missar für Preußen zusammenzuarbeiten. Min:sterialdirektor Dr. Brecht bejaht diese Frage im wesentlichen, falls es sich um eine Sitzung gehandelt hätte, bei der die Modalitäten einer solchen Zusammenarbeit besprochen werden sollten. Niemals hätten die Minister es abgelehnt, mit dem Reichskanzler zusammenzuarbeiten. Professor Peters-Berlin, der Vertreter der Zentrumsfraktion des Preußischen Landtags. erklärt: Minister Hirtsiefer habe ihm erklärt, daß er keinesfalls grundsätzlich Verhandlungen mit dem Reichskanzler abgelehnt hätte, sondern nur die Einladung wegen der Form ablehnen mußte. Peters wendet sich dann in längeren Ausführun- gen gegen die Theorien von Prof. Schmitt. Ministerialdirektor B a d t bezeichnet als die überzeugendste Tatsache der heutigen Verhandlung die konkrete Behauptung, daß Severing im Juni dieses Jahres selbst den Reichskommissar verlangt habe, da werde der Versuch gemacht, den Grund- fatz, daß dem Wollenden kein Unrecht geschieht, in das Staatsrecht zu übertragen. Er könne aber einen konkreten Gegenbeweis dagegen bringen, daß Severing eine solche Aeußerung ge- tan habe. Dr. Badt verliest dann ein Dokument, das Severing am 6. Juni unterzeichnet habe und worin er sich grundsätzlich über die Frage des Reichskommissars für Preußen dahin geäußert Hab«, daß die Einsetzung eines Reichskommissars in Preußen nach Artikel 48 der Reichsversassung nicht zu rechtfertigen wäre. Ministerialdirektor Gottheinex: Ich muß erklären, daß ich meine Behauptung aufrechterhalte. Vorgänge im Innern eines Mi- nisteriums sind nicht so bedeutungsvoll, wie nach außen abgegebene Erklärungen. So hat Severing auch am 29. Juli erklärt, er werde nur der Ge- walt weichen: aber er hat nachher mit den Ver- tretern der kommissarischen Regierung das Maß der Anwendung der Gewalt vereinbart(Unruhe bei den preußischen Vertretern). Severing und Gayl als Zeugen Ministerialdirektor D r. Brecht meint, es wäre am zweckmäßigsten, inorgen schon den Minister Severing und Freiherr v. Gayl zu dieser Angelegenheit zu hören. Brecht bezweifelt, daß Severing die Einsetzung des Reichskommissars für erwünscht bezeichnet habe. Auf seine Bitte fragt der Vorsitzende Dr. Bumke den Ver- treter des Reiches, ob es sich nicht vielleicht um eine Unterhaltung über irgendeinen an- deren Reichskommissar auf einem Spe- zialgebiet gehandelt haben könne. Ministerialdirek- tor Dr. G o t t h e i n e r: Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei der Unter- redung um die Einsetzung eines politischen Reichskommissars handelte.— Die weitere Erörterung ergibt, daß der Gedanke zwischen Preußen und dem Reich einmal behandelt wurde, ob man nicht den Zustand beseitigen könne, daß i n N o r dde ut s ch la nd In verschiedenen anein- ander grenzenden Ländern die Polizei einmal von einem sozialdemokratischen und einmal von einem nationalsozialistischen Minister geführt werde. Da könne vielleicht der Gedanke der E:nsetzung eines Polizeikommissars für Norddeutschland einmal erwogen worden sein. Ministerialdirektor Dr. Brecht bestreitet noch, daß in dieser Form, wie Ministerialdirektor Gott- Heiner es erklärte, eine Vereinbarung zwischen Severing und dem Relchskommissar über das Maß der anzuwendenden Gewalt erfolgt sein könne. Nach mehr als siebenstündiger Verhandlung wurde nach 8 Uhr abends die Fortsetzung der Erörterung auf Dienstag vertagt. MeiUUUe- Ancftdeäte die den„Vorwärts" noch nicht abonniert und den jetzt erscheinenden Roman„6 i Igt, eine von uns" noch nicht gelesen haben, sollten schleunigst das Versäumte nachholen und an dem pMUautscUctiAtu de* ,)JocwacU" teilnehmen. RM 350.— Bargeld und wertvolle Preise sind ausgesetzt. Die Bedingungen des Preisausschreibens sind in der Sonntagsausgabe des„Vorwärts" veröffentlicht. SpicU Kasino obere Räume von Catt.. Haaseingang.....• wieder voller Betrieb Interessant für Damen u. Herren. „._. Roulette Große Gewinn-Chancen ähnliches «1 Tablean-Spiel I W faiie Snszalilüiig auf eimelne ihrnmem TägMcTäbsuhr O, ihr Heuchler und Pharisäer! Ihr sehet wohl die Pokerkarten in des Nächsten Auge, aber das Roulette-Tableau im eigenen Auge sehet ihr nicht! Tableau! Gold DOllOf jetzt auch fisiucK 20'$ ' TL I E TT E N** Der Grad der Lohnkiirzungen �ack den amtlichen Erhebungen bis auf Vs der Vorkriegs Verdienste Bei der Erörterung der Lohnfragen pflegt man zumeist die Entwicklung der Tariflohnsäge der Bewegung der Lebenshaltungskosten gegenüber- zustellen Aus der Tatsache, daß die Indexziffer der Lebenshaltungskosten seit ihrem Höchststand um rund 2l> Proz. sich senkte und damit über die indexmäßige Senkung der tariflichen Stundenlöhne hinausgehen, glaubt man folgern zu können, daß real keine Verschlechterung für den Arbeiter eingetreten wäre und daher noch ein„Spielraum" für Lohnkürzungen vorhanden sei. Eine derartige Betrachtung ist aber bewußt oder unbewußt eine grobe Verfälschung der tatfächlichen Situation. Zunächst sind ja nicht bloß die tariflichen Lohnsätze, sondern auch die Akkordoerdienste in manchen Industrien fast so stark wie die tariflichen Stundenlöhne oder Akkordrichtsätze herabgesetzt worden. Berücksichtigt man diese zweifache Form der Lohnkürzungen, so wird man zu dem Ergebnis gelangen, daß schon jetzt die gesamte Lohnsenkung die in dem Lvbenshaltungsindex ausgewiesene Senkung er- reicht, in vielen Industrien sogar übersteigt. Man braucht über die Unzulänglichkeit und Problematik des Index mit seinem auf einem dürftigsten Existenzminimum aufgebauten Ver- braucheschema nichts mehr zu sagen. Der Index enthält aber unter anderen Mängeln überhaupt nicht einen für das Realeinkommen der Arbeiter entscheidenden Faktor: die steuerlichen und sozialen Abzüge, die sich int Verlauf der Krise durch die Erhöhung des Arbeitslosen- b c i t r a g e s, der Einführung der Arbeits- losenabgabe, der Bürger st euer ganz erheblich gesteigert haben, so daß die Gesamt- belastung heute bereits etwa IZ Proz. des Bruttolohns erreicht. Schon bei diesen beiden Korrekturen ergibt sich ein viel ungünstigeres Bild. Dazu kommt noch ein weiteres, nämlich der starke Rückgang der Wochenarbeit s- zeit. Die amtlichen Effcktivlahnerhebnn- gen zeigen, soweit sie für die füugstc Zeit vor- liegen, erst das ganze Ausmaß der Verdienst- einbüßen und die gewaltige Herabdrückung des Realeinkommens der Arbeiter. Bezeichnend ist übrigens, daß die Bereinigung deutscher Arbeitgeberoerbände den Reichswirlschaftsminister ersucht hat, die laufenden Lohnerhebungen in den einzelnen Industrien einzustellen, weil sie angeblich den Unter- nehmern zuviel Arbeiten verursachten, in Wahr- heit, weil sie der Oeffentlichkeit ein Bild über die enorme schon jetzt unerträgliche Herab- drückung der Lohnverdicnste vermitteln. Die soeben veröffentlichte Lohnerhebung in der S ch u h i n d u st r i e vom März lS3Z weist gegenüber dem Lohnstande vom März 1929 im Gesamt- durchschnitt einen Rückgang der Jrutlowochen- Verdienste um fast ein viertel aus, obwohl auch schon vor drei Iahren in der Schuhindustrie ver- kürzt gearbeitet wurde. Der durchschnittliche Bruttowochenverdienst der Facharbeiter im Akkordlohn betrug 36,60 M. bei oierzigstündiger Arbeitswoche, netto verbleiben also dem quali- fizierten Akkordarbeiter nach Abzug aller Steuern und Abgaben etwa 31 Mark. Nach den Be- rechnungen des Statistischen Reichsamts lag der durchschnittliche reale Wochenverdienst der mann- lichen Facharbeiter in der Schuhindustrie bereits im März 1932 um fast ein Fünftel unter den Realwochen- verdienften im letzten Vorkriegsjahr. InderEisen-undStahlerzeugungs- induftrie betrug bereits im Oktober 1931, also noch vor der Januar-Lohnkürzung, der durchschnittliche Bruttowochenverdienst 39,4? Mark, der Nettoverdienst 35 M. Heute dürfte er sich bei etwa 3 0 Mark bewegen. Schon für den Oktober 1931 bei durchschuittlich 12stündiger Wochenarbeitszeit errechnete das Statistische Reichsamt, daß der effektiv an die Arbeiter zur Auszahlung gelangende Wochenlohn nur noch etwa vier Fünftel der Vorkriegs- rcalverdienfte für einzelne Arbeiterkate- gorien, zum Beispiel die Walzer nur noch die Hälfte(!> betrug. Ein ähnlich nieder- schmetterndes Bild erhält man für die Holz- arbciter, Textilarbeiter und die Ar- beiter aus der elektrotechnischen und Stohlwarenindustrie, wenn man die aus den Erhebungen des Vorjahrs gewonnenen Ziffern bis auf den gegenwärtigen Stand weiter verfolgt..Fast durchweg infolge der mehrfachen Lohnkürzungen und des immer weiteren Herab- sinken? der Arbeitsstundenzahl: ein« herabdrückung der Realwochenverdienste und damit auch des Lebensstandards unter das wahrlich bescheidenste Vorkriegsnivcau. Facharbciterinnen in Textilindustrie, Schuhindustrie, elektrotechnischer Industrie er- halten am Lohntag— selbst bei noch vierzig- stündiger Arbeitszeit, die für die Zukunft als Höchstarbeitszeit wird gelten müssen, durchschnitt- lich netto nur etwa 20 Mark, wenn nichr nach weniger, ausgezahlt: hochqualifizierte Fach- arbeiter im Durchschnitt 30 bis 35 M. Die Beilragsmarkenstatiftik der Invalidenver- sichcrung bestätigt dieses erschreckende Herabsinken der Lohnverdienste. Während 1930 von den be- schäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen noch 36'- Proz. ein wöchentliches Lohneinkommen von mehr als 36 M. hatten, waren es im ersten Halb- jähr 1932 nur noch weniger als 20 Proz. Dagegen erhielten im ersten Halbjahr ISZ? 6l Proz., also nahezu zivei Drittel aller beschäftigten Arbeitskräfte, nur noch Ivochenlöhne, die unter Z4 vl. lagen. Es gehört schon heute eine Kunst dazu, aus diesen Löhnungen den Lebensunterhalt unter voller Erhaltung der Arbeitskraft zu bestreiten. Nach den Berechnungen der Stadt Berlin er- fordern allein die Ernährungskosten einer fünf- köpfigen Arbeiterfamilie nach dem Verbrauchs- schema des Lebenshaltungsindex und den Berliner Kleinoerkaufspreifen einen Aufwand von 80 M. im Monat. Die Gesamtlebenshaltung demnach— unter Zugrundelegung eines Existenzminimums— mindestens 145 M. pro Monat,«elbft die Ver- dienfte von Facharbeitern bleiben heute vielfach unter diesem Bedarfsminimum, gar nicht zu reden von dem Heer der angelernten, der Hilfsarbeiter und der Arbeiterinnen. Die Grenze des sozial und volksgesundheitlich nach tragbaren Lohnniveaus ist also bereits überschritten. Da auch wirtschaftlich be- trachtet weitere Lohnkürzungen neuen Kaufkraft- schwund und Absatzschrumpfung bringen müssen, muß der Regierung und den unentwegt abbau- wütigen Unternehmern ein gebieterisches Halt entgegengesetzt werden. Gozialrente KürTluux bleibt bestehen! Auf ihrem Stimmensang zur Reichstagswahl hat die Partei der D e u t f ch n a t i o n a l e n ihren„Sozialpolitischen Ausschuß" zum Reichs- arbeitsminister geschickt und als Ergebnis ihrer Aktion angedeutet, daß die Kürzung der Sozial- und Invalidenrenten aufgehoben werden soll. Von zuständiger Stelle wird demgegenüber er- klärt, daß das Popen-Kabinett die Aushebung der Kürzung der Sozial- und Invalidenrenten nicht beabsichtigt. Die anderslautende Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit". I Bezugspreise: Wöchentlich 75 Pf., monatlich 3,25 M. sdaoon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zablbar. Postbezug:>,g7 M. cinsibließlich«t Pf. Postzcitung. und 72 Pf. PoitdesteUgebllhrcn. Äuslandsabonnement 5,65 M. pro Monat: fiir Länder mit ermäßigtem Druckfachenporlo 4,65 M. Bei Ausfall der Lieferung wegen böherer Gewalt bestellt lein Anspruch der Abonnenten auf Ersatt. I Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimetcrzeilc M Pf., Reklamezcilc 1,50 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf., jedes weitere War: Kl Pf. Rabatt laut Tarif. Worte llber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimetcrzeile 25 Pf. Familienanzcigen Millimcterzeilc 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft, Lindenstr. 3, wochentäglich von 8>. bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich für Politik: Richard Schwarz: Wirtschast:®.»lingelböscr: Gewerkschaftsbewegung: I. Steinet; Feuilleton: Herbert Leporc;' Lokales und Sonstiges: Frig»arstädt: Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin./ Verlag: Vorwärts.Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Preise nur Ditnslng und Mitiwoch. abgäbe vorbehalten, Verkauf soweit Frische Fische Kabeljau gr.,o.K.,i.ganz.,Pid, 0,26 Schelltiscll i.ganzen.w.K., Pfd. 0,20 Kabeljaufilet............ 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Würfeln.......... 0,28 Apfelmus.................... 0,46 Pflaumen mit Stein.......... 0,48 Stachelbeeren.............. 0,68 Frisches Fleisch Suppenfleisch..Pfd. 0,48 Schmorfleisch»d 0,74 Schweinebauch itd. 0,70 Hammelvorderfl-pid 0,58 Eisbein gÄbei."..Pfd 0,48 Bratwurst.......... 0.88 Rlnderleber g!!ro.repfd. 0,68 Gehacktes......... m. 0,54 Kalbsfrikassee pul 0,64 Wild/ Geflügel Hirschblätter pfd von 0,58 Hirschrücken Pfd. von 0,75 Wildkochfleisch ptd 0,35 Suppenhühner Hdt 0,65 Gänse frisch..... Pfd. von 0,75 Märkische f)(IC Rübchen ptd Ujilv Kartoffeln n io Pfd. WjfcT Margarine 0,82 Molkerei butter '"■.Loa Unsere Spezialität! Deuisch.Weinbrand vorzflgliche abge-� Q AoLtr.20,00 lagerte Qual., Preise oh.Fl. Frühstückstaschenm.Bieoh-/"! n*; Sütterlinhefte imutur 2, 3. n c Reisszeuge mit 2 zirkeln nnd n cn einsatzu. Tragriem., z. Umhang., St. k// 74 C Grösse 40................ 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Dann rauschen die mit Arbeitern und kleinen Angestellten vollgepfropften Omnibusse heran, und wenn der Tag schon hell aufblüht, sausen die Pneus der eleganten Limou- sinen mit den„Herren Chess" bis vor die Türen der sachlichen Geschästspaläste. Und doch: dieser Platz ist anders als die übrigen Geschäftszentren. Hinter den hohen Fassaden der nüchternen Arbeitsburgen, wo die einen sich Luxus und Wohlleben erraffen, während den anderen ein schäbiges Monatsgehalt in die Hand gedrückt wird, leben nicht nur Ladeninhaber und gute Bürger, sondern hier hausen noch die Men- schen aus jener Zeit, als der Alex und sein Viertel noch für verdächtig„dunkel" galt. Aus diesen Altstadthäusern ist schon vor vielen Iahren ein großer Fleck herausgebrochen worden, dort, wo jetzt die Volksbühne steht. Aber dazwischen, in den grauen, düsteren Straßen zwischen Alex und Blllowplatz ist noch ein Rest erhalten, der vielleicht noch am ehesten dem Lon- doner W h i t e ch a p e l ähnelt. Juden in langen Kaftanen und ehrwürdigen Bärten sieht man hin und wieder die mit Obst- wagen und gestikulierenden Händlern verstopften Straßen durchschreiten. Die kleinen, dunklen, schmutzigen Kinder, die überall herumliegen, schreien und toben zwischen all dein Getriebe herum. Ihre Mütter gehen mit abgehärmten, sorgenden Gesichtern für ein paar Groschen ein- kaufen. Die Not steigt weiter Immer mekr>V<>hIkahrtserwerIzsIo8e Die Zahl der wohlsahrtserwerdslosen in Berlin, der langfristigen Erwerbslosen, die weder aus Arbeitslosenversicherung noch krisensürsorge Anspruch haben und ausschließlich von den Gemeinden erhallen werden, ist im September 1332 wieder gestiegen. Sie betrug Ende September 1332 3 2 ö 8 S 3 gegenüber 3 1 b 5 2 3 am Ende des Bormonats. Sie hat demnach um 3,3 Prozent zugenommen. Unter den am 33. September 1332 gezählten BZohlsahrlserwerbslosen befanden sich 358S Fürsorgearbeiter, am Ende des Bormonats waren es 350S. Selbstschutz oerboten Gekangnis für Dorfbewohner Es gehört heutzutage nicht oiel dazu, um auf die Anklagebank zu kommen. Die sieben Harm- losen Dorfbewohner aus Germendorf bei Oranienburg im Alter von 22 bis 32 Jahren haben wohl auch nicht geahnt, daß sie vor Gericht stehen würden unter der Anklage„bewaffnete Haufen" gebildet und„Stich- und Hiebwaffen" Es wird in diesen Gassen alles angeboten: alte Kleider, Möbel, Kinderwagen, Handwerksgeräte, Lebensmittel und für Eingeführte gibt es auch „S ch e u e r g u t", nach dessen Herkunft man lieber nicht fragt. Mancher, der jetzt ein paar geführt zu haben, als sie in der Nacht vom 23. zum 24. Juli als Doppelwache von je drei Mann die Dorfstraße auf- und abpatroullierten, um die SPD.-Plakate vor den-Nazis zu fchiftze» und auch �u oerhüten, daß ihre Häuser beschmiert würden. Man hatte natürlich an die Nazis gedacht und sich auf alle Fälle mit Knüppeln und Axtstielen ausgerüstet, da man ja Naziburschen nicht mit leeren Händen gegenübertreten kann. Nur zwei von diesen Leuten waren gewerkschaftlich organi- siert, die anderen waren einfach Sympathisierende. Natürlich hatten diese Germendorfer Bürger nicht die geringsten Angrisfsabsichten. Sie waren voll- kommen friedlich. Sie waren sich auch nicht be- wüßt, etwas Strafbares zu tun. Und es war ihnen schließlich nicht so sehr um die SPD.- Plakate zu tun als um die S a u b e r h a l t u n g ihrer eigenen Häuser. Als ein Trupp von etwa 6(1 Nazis durch das Dorf zog, ohne Unheil anzustiften, blieben sie von der Wache auch vollkommen unbehelligt. Die Patrouillen mar- schierten weiter auf und ab, weil sie ganz be- stimmte Nachricht über zu erwartende Klebe- kolonnen bekommen hatten. Statt der Nazis kam aber ein Streifenwagen der Land- j ä g e r e i. Vielleicht kam er nur zufällig des Weges daher, vielleicht hatte er Wind bekommen von der Patrouille. Jedenfalls war der Wagen plötzlich da und nahm an der Dorfwache Anstoß. In de» Augen 0er Landjägerei war das ein „bewaffneter Hausen" und die Latten und Axt- Pumpen kommen se alle von alleene angeloosen." Und die meisten Bewohner der umliegenden, alten Baracken haben ihren Kredit schon ver- loren, sie kriegen nichts mehr auf die hohe Kante von ihrem Krämer geborgt. Sie kriechen aus stiele waren„Hieb- und Stichwaffen". Tatsächlich wurde ein Verfahren eingeleitet und tatsächlich mußten sieben Mann vors Gericht. Die An- geklagten verteidigten sich nicht besonders geschickt. Das Urteil lautete für jeden der Angeklagten auf drei Monate Gefängnis, im Grunde genommen für nichts, für gar nichts. Es war niemandem«in Leid geschehen, es war nicht einmal jemand bedroht worden. Ehrenhafte Staatsbürger werden also, weil sie in diesen gewiß nicht sicheren Zeit- läuften ihr Eigentum beschützen wollen, bestraft. Zum Glück war es kein Sondergcricht, es gibt noch eine zweite Instanz: eine Berufung ist also möglich. Di« Gefängnisse in Deutschland dürften bald nicht für alle Verurteilte mehr reichen. Der Tote in der Laube Ein Morü vor der Aufklärung Am 20. September wurde in seiner Wohnlaube am Königsdamm in Plötzensee der 87jährige Friedrich K l e i n s ch m i d t, der dort draußen als Sonderling bekannt war, tot aufgefunden. In verschiedenen Behältnissen wurden verschiedene hundert Mark entdeckt, die sich der Greis im Laufe der Jahre zusammengebettelt hatte. Be- kannte und Nachbarn wollten wissen, daß der alte Mann mehr Geld gehabt haben müsse und es tauchte der Verdacht des Mordes auf. Zunächst wurde angenommen, daß Kleinschmidt einem Herzschlag erlegen sei. Bei der Obduktion stellte sich jedoch überraschend heraus, daß in der Kehle des Greises ein Taschentuch steckte, das offenbar als Knebel benutzt worden war und den Erstickungstod des Sonderlings herbeigeführt hotte. Nach wochenlangen Ermitt- lungen ist es Kriminalkommissar Dr. Berrdorff jetzt gelungen, drei junge Leute im Alter von 19 bis 23 Jahren festzunehmen, die im dringenden Verdacht stehen, den alten Mann ermordet zu haben. Die mutmaßlichen Täter haben sich bereits in heftige Widersprüche ver- wickelt. Besonders belastend ist die Tatsache, daß sie alle drei für den Tag des Verbrechens kein Alibi antreten können. Die Burschen befinden sich im Gewahrsam und man rechnet mit einem baldigen Geständnis. Ende eines Forschers Selbstmord inmitten seiner SsmmIunZen Der 50 Jahre alte bekannte Berliner Forscher, Schriftsteller und Weltreisende E a r l Heinz Heiland hat sich gestern in seiner Wohnung in der F r i e d r i ch st r a ß e 7 b erschossen. Seelische Depressionen sollen das Wotiv zu dem ver- zweislungsschrilt des Lebensmüden sein. Heiland hat einen großen Teil seines Lebens auf Forschungsreisen in Afrika ver- bracht. In den letzten Jahren trat er mehr in den Hintergrund und lebte mit einer Wirtschafterin in der Friedrichstraße ziemlich zurückgezogen. Er hatte dort eine große Wohnung inne, die aber in Wirklichkeit ein exotisches Museum ist, denn über- all findet man die unzähligen überseeischen An- denken, Trophäen und Kostbarkeiten, die sich Hei- land von seinen Forschungsreisen jedesmal nach der Heimatstadt mitgebracht hat. Sein plötzlicher Tod kommt allen Freunden und näheren Be- kannten völlig überraschend. Gestern verlies die Wirtschafterin Heilands, eine Oberschwester, die Wohnung gegen 16 Uhr, um einige Besorgungen-zu machen. Als sie gegen 18 Uhr heimkehrte, bot sich ihr im Schlafzimmer des Forschers ein entsetzlicher Anblick. Mit einem alten Jagdgewehr hatte sich Heiland erschossen. Er lag in einer großen Blutlache leblos auf dem Boden. Die Waffe hatte eine solche Durchschlags- kraft, daß der halbe Schädel aufgerissen war. Der Tote war kaum noch zu erkennen, so hatte der furchtbare Schuß das Gesicht entstellt. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Explodierter Wurstkessel �wei Schwer-, ein Leichtverletzter Durch Unvorsichtigkeit wurde gestern abend in der Schlächterei von G i r r a in der Hermannstrahe 203 in Neukölln eine schwere Spiritusexplosion verursacht. Zwei Kunden, die ahnungslos am Ladenlisch standen, erlitten schwere Brandwunden. Ein Angestellter des Zleischermeisters kam mit leichten Verletzungen davon. Auf dem Verkaufstisch stand ein W u r st- k e s s e l, der durch Spiritus warm gehalten wird. Als die Spiritusslamme zu verlöschen drohte, wurde leichtfcrtigerweise von einem Angestellten Spiritus nachgegossen. Dabei explodierte der Spiritusbehälter und Stichflammen schössen nach allen Seiten. Zwei Käufer, ein Hans E l e r s aus Schmöckwitz, Jagen 37, und Erich Lehmann aus der Trelleborger Straße 33 in Pankow, er- litten so schwere Brand Verletzungen, daß sie ins Urban- und Neuköllner Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Ein Schlächtergeselle zog sich leichte Verbrennungen zu. Der explodierte Kessel ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Der letzte Abfall wird noch einmal durchwühlt... Straßenzüge weiter in eleganten Klubsesseln seine Abschlüsse tätigt, hat wohl auch hier mit einem Köfferchen und lauter Ausruferstimme begonnen. Doch wie in den großen Hochhäusern heute die Krise in den Ecken lauert und an vielen Fenstern noch das erschreckende„Zu vermieten" steht, so drückt in den Elendsgassen noch mehr die Arbeits- losennot auf die Gemüter. Fast lustlos stehen die Händler an ihren bunten Ständen und ant- Worten auf eine Frage nur seufzend:'„Na ja, wat soll ick noch schreien, hat doch kenn Zweck, zum ihren Kellerlöchern auf die Straße, betteln und versuchen, in den Markthallen etwas Abfall zu ergattern. Wenn am Abend die Obstkarren nach Hause ziehen, dann stürzen sich alte Frauen und Männer mit Säcken und Körben auf die R e st e schlechten Ob st es und sind froh, wenn sie ein paar Holzbretter oder Pappscheiben darunter finden. Es findet alles noch seine Verwendung. Und das ein paar Ecken abseits vom lärmenden, strahlenden Alex, der manchem Ausländer als Symbol des neuen, frischen Berlins gilt. A mit Jte&nchefi bedeutet uiohl höchstes Lob. Ein Raucherquartett zollte es in so origineller Form kürzlith unserer um seiner Zufriedenheit mit der hohen Qualität dieser helieMen Cigarelte Ausdruck zu geben, Es bereitet uns besondere Freude, die Anerkennung unseres Grundsatzes: Alles für die Qualität und nichts für Zugaben wie Werl marken, Gutscheine oder Stickereien, bestätigt zu sehen. Juno CjgareMerne.(lie allen erreichbar sind. » 6 STÜCK 20� eowäure statt Wein Abenteurer out Mühlendomm r ▼» r« f\ y« ri-v* M» A 1-•}* ä 4" Zwei Männer getötet Düsseldorf, 10. Oktober. In Büderich(Kreis Mörs) kamen auf trag,- fche Weife zwei junge Männer im Atter von 20 und 22 Jahren ums Leben. Die beiden, die zu der benachbarten Kirmes gehen wollten, wollten vorher im Keller Wein trinken, Im Dunkel nahmen sie anstatt der Weinflasche eine Salz- säureflasche und tranken davon Obwohl sie so- fort den fürchterlichen Irrtum bemerkten, war es jedoch schon zu spät. Sie liefen, nachdem sie zu- nächst Wasser getrunken hatten, zum nahe ge- lcgcnen Krankenhaus. Einer von ihnen brach auf diesem Wege bereits tot zusammen, wahrend der andere kurze Zeit nachher im Krankenhaus verstarb. Der Mord bei Grtoberg Waren die Täter Berliner? Der Mord an dem Taxichauffevr Paul S a r- nowski stellt die Kriminalpolizei der kleinen Stadt Grünberg vor eine sehr schwierige Aus- gäbe, da von den beiden mutmaßlichen Tätern nur äußerst mangelhafte Beschreibungen vor- liegen. Niemand hat sich die nächtlichen Fahr- gaste besonders angesehen, da Ueberlandfahrten in dieser Gegend selbst in sehr vorgerückter Stunde durchaus nichts seltenes sind. Die erste Annahme, daß die beiden Täter in der Nähe des Tatortes wohnen, ist nach den letz- ten Feststellungen ziemlich unwahrscheinlich. Man glaubt jetzt vielmehr, daß es sich bei den Mär- dcrn um zwei Berliner handelt. Es steht mit ziemlicher Sicherheit fest, daß die Täter den Per- sonengug benutzt haben, der um 21.10 Uhr in Neusalz von Berlin eintrifft. An der Sperre sind auch tatsächlich zwei Karten III. Klasse Berlin— Neusalz abgegeben worden. Offen- bar rühren diese Karten von den Tätern her. Wahrscheinlich haben die Täter den Chauffeur nur unschädlich machen wollen, um sich des Wo- gcns zu irgendwelchen dunklen Zwecken zu bc- mächtigen. Dieses Vorhaben wurde aber dadurch vereitelt, daß der Wagen gegen einen Baum prallte und so schwer beschädigt wurde, daß an ein Weitersahren nicht mehr zu denken war. Leider haben die Täter einen großen Vorsprung gewinnen können, da bis zur Entdeckung des Verbrechens kostbare Stunden oergangen waren. Im Berliner Polizeipräsidium ist man bereits dabei, den Grünberger Chauffeurmord aufs ge- nauefte zu studieren. Es ist sogar sehr wahr- schcinlich, daß sich ein Kommissar nach Grünberg begeben wird, da es nicht ausgeschlossen ist, daß die Täter bereits ein ähnliches Verbrechen auf dem Kerbholz haben. Man denkt dabei zunächst an den bisher unaufgeklärten scheußlichen Mord an den jungen Chauffeur S t a d i e, der erst vor kurzem, wie erinnerlich, auf der Chaussee nach Zossen in einem Graben erschossen aufgefunden wurde. Die beiden Morde weisen in vielen Ein- zelhciten so seltsame Aehnlichkeiten auf, daß durchaus mit der Möglichkeit gerechnet werden kann, daß die Täter beidemal dieselben Per- sonen sind. Vorbereitung zur Wettfahrt mit dem Tod Schweres Sagdunglü« Kind statt eines Fuchses erschossen Werther bei Bielefeld, 10. Oktober. Ein Jäger glaubte in der Rothenhagener Jagd in einer Entfernung von etwa 150 Metern vor einer Höhle einen Fuchs zu sehen und schoß. Als der Schütze, der 50jährige Fleer aus Joellen- beck, sich der vermeintlichen Beute näherte, sah er zu seinem Entsetzen, daß er nicht einen Fuchs, sondern ein tzjährigesKind getroffen hatte, das, halb in dem Fuchsloch steckend, gespielt hatte. Die Kugel, die durch Rücken und Leib ge- gangen war, hatte den sofortigen Tod des Kindes herbeigeführt. Das braune Wildlederhöschen des Kleinen war anscheinend die Ursache der Ver-. wcchslung. Der unglückliche Schütze brach unter schweren Gemütsdepressionen zusammen. Der Vortugiefensälscher Als Deutscher erkannt Witte vergangenen Monats wurde� unter dem dringenden Verdacht der Geldfälschung in einem Hotel in der Neustädtischen Kirchstraße der 51 Zahrc alte Kaufmann Adolf h e n n i e s- Döring verhostet. Hennies, der seit sieben Jahren von sämtlichen Polizeibehörden Europas gesucht wurde, war in einen der größten Fälscherskandale verwickelt. Wie schon ausführlich berichtet, gründete er mit mehreren anderen im Jahre 1023 in Lasfabon die ..Banoo<1? Angola el MHropole". Dos Konsortium ließ portugiesische Banknoten bei der Londoner Firma Waterloo u. Sohn drucken. Als Hennies von der Berliner Falsch- geldstellc ermittelt und einein Verhör unterzogen wurde, gab er eine geradezu phantastisch an> mutende Darstellung seines bisherigen Lebens. Die Nachforschungen haben jetzt ergeben, daß er in säst allen Punkten die Wahrheit gesagt hatte. Döring' wurde 1881 in Friedrichsbrück bei Lichtenau in Hessen-Nasiau geboren. Bis zum Jahre 1000 arbeitete er in verschiedenen Zigarren- gcschäften in Kassel. Er oerschwand dann und Mit der malerischen Scenerie des alten Berlin als Hintergrund erhebt sich an der Fischerbrücke ein Ungetüm. Es könnte ein Walfisch sein, aber dafür ist das merkwürdige Ding wieder zu klein- 6,70 Meter lang, 1,35 Meter breit und 77 Zentimeter tief. Dennoch kein Nagel, keine Schraube, keine Niete und kein Leim. Statt dessen nur Spanten und Spleißen, Nuten und Knebel. Von den Nuten allein 50 000 und voü den Endspleihen 3800 und mit zottig-rauher- Haut bezogen. 7500 Arbeitsstunden hat der Bau dieses seltenen Boots verschlungen. Dabei ist dieses Boot weder für die Müggel noch für die Havel bestimmt, auch nicht für die Elbe oder die Oder, sondern für den Ozean. So sehr die Spuren des unglücklichen Kapitäns Römer aus Hamburg schrecken sollten, der zu guter Letzt, als er von Kuba die Ostküste der Staaten hinauf- 8 KREIS SPANDAU HUÜwacU, 1Z. OUU&ec, ZO UUc, Oeffentliche Wahlkundgebung in derJubiläumsturnhalle Askanierring. Referent; Dr. Rudolf Breitscheid, MdR. segelte, doch einem Tornado zum Opfer fiel, so sicher will der Herr H. im nächsten Frühjahr mit seiner Nußschale über den Atlantik. „Nun ja", meint er,„ich weiß wohl, daß ich unterwegs nicht aussteigen kann und die Ueber- querung wird ihre 8 bis 0 Wochen dauern, eine Zeit, die auf einer Fläche von nur 0 Quadrat- meiern zugebracht werden muß. Aber vor 5000 Jahren, als zum ersten Male die Behringstroßc überquert wurde, da war jenes Boot mit Renn- tierfellen bespannt und hatte ebenfalls keinen Nagel, keine Schraube und keinen Niet." Zudem will der Herr H., der von Beruf Kellner ist, noch einen Außenbordmotor mitnehmen, während er die größte Strecke allerdings segeln will. Aber ansonsten verläßt sich Herr H. auf sein astfreies Eschenholz, das er als Maierial genommen hat und von dem jeder einzelne Teil auch an men- schenleerer Küste auswechselbar und reparabel ist. Die naoigatorischen Kenntnisse glaubt sich Herr H. erworben zu haben, als er noch als Steward auf größeren Kästen fuhr. Die Reise selbst ist die alte Abenteurer-Route; Start in Berlin, dann Deutschland, Frankreich mit dem unvermeidlichen Marseille, die spanische Südküste entlang bis Gibraltar, von da nach Afrika hinüber, weiter zu den Kanarischen Inseln und aus der Segelschifsroute nach Amerika unter ständiger Ausnutzung des Ost-West-Pasfats. Von der Ankunft steht noch nicht ganz fest, ob dies in Havanna oder in Kuba der Fall sein wird. Vielleicht auch in Mexiko. Dafür aber ist die fol- gende Etappe bereits festgelegt: Die nordameri- konische Küste aufwärts bis Halifax in Kanada. Herr H. will ein Pionier der Menschheit sein. Im übrigen schrecke ihn der Ozean nicht, er habe den Krieg mitgemacht und werde es schon zwingen. Vorläufig steht dieser sonderbare Apostel am Berliner Mühlendamm und handelt mit Postkarten. Die Kollegen des Herrn H haben statt eines Bootes den Kölner Dom aus Zündhölzern hergerichtet. Sie stehen heute immer noch beim Postkartenhandel. kehrte erst 1926 als wohlhabender Mann zu seinen Verwandten in Kassel zurück. Seine beiden Töchter, zwei Schwägerinnen und ein Schwieger- söhn haben den Mann jetzt einwandfrei als Adolf Döring identifiziert. Döring behauptet, daß er 1914— als der Krieg ausbrach— unter falschem Namen nach Deutschland zurück- kehrte, weil es ihm damals nicht möglich gewesen wäre, unter seinem richtigen Namen durch die Sperrzonen hindurchzukommen. Die Feststellun- gen erstrecken sich jetzt dahingehend, ob D. seiner- zeit in Brasilien die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hatte. SA.-Terrorttupps Nächtliche Ueberfälle auf Passanten 3n den lehten Nächten verübten national- sozialistische Terror-Trupps wieder; a hl r e i ch e Ueberfälle auf Passanten und kommunistische Gegner. Zwei Uebersallene wurden von den hatenkreuzlern so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden muhten. Der schändlichste lieberfall wurde in der A r t i l l e r i e st r a ß e auf die 43iährige Frau Frieda H. verübt. Die allein ihres Wegs gehende Frau wurde von einer Horde Nationalsozialisten angepöbelt und als sie sich das Benehmen der Burschen verbat, tätlich angegriffen. Die Strolche schlugen die Frau zu Boden und erst als auf die gellenden Hilfeschreie Passanten aufmerksam wur- den und hinzueilten, liehen sie von ihrem Opfer ab und flüchteten. Auf der nächsten Rettungs- stelle erhielt die Überfallene Frau, die schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, Notoerbände an- gelegt. In der Z i n z e n d o r f fst r a ß e in Moabit wurde eine kleine Kommunistengruppe das Opfer nationalsozialistischer Wegelagerer. Die Kommunisten wurden von ihren rechtsradikalen Gegnern, die sich in mehrfacher Uebermacht be- fanden, umringt und zusammengeschlagen. Wäh- rend es dem größten Teil der Ueberfallenen ge- lang, zu flüchten, wurde der 23jährige Kommunist Leo Pokernowski aus der Berlichingcnstraße 13 von den Hitler-Gardisten niedergestochen. Bewußtlos wurde P. ins Moabiter Krankenhaus übergeführt. Als Täter wurde später der 28 Jahre alte Nationalsozialist Adolf B o r k o w s k i aus Plötzensee festgenommen. In der Emser Straße in Neukölln wurden zwei Kommunisten von Nationalsozialisten niedergeschlagen und erheblich verletzt. Drei Täter wurden von einer Polizei- streife verfolgt und nach längerer Jagd fest- genommen. Die nächste Auslage des amtlichen Fernsprech- buchs für Berlin und Umgegend wird Voraussicht- lich Anfang März 1033 erscheinen. Anträge auf Aenderung bestehender Eintragungen, Aufnahme neuer Eintragungen usw. für die Neuauflage sind schriftlich und freigemacht bis spätestens 21. No> vember dieses Jahres an die Fernsprechbuchstellc, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 66(Fernsprecher A 2, Flora 6881), zu richten. Deutsche Liga für Wenschenrechte. Ortsgruppe Westen II. Dienstag, den 11. Oktober, 20 Uhr, Vortrag von Hans von Zwehl üher das Thema; Ein kulturpolitischer Querschnitt. Von Marquis Posa bis Bracht. Versammlungsort: Pschorrhaus, Tauentzienftraße 13. Ueber die deutschen Kriegsgräber im Ausland wird das Mitglied des Bundesvorstandes der Bereinigungen ehemaliger Kriegsgefangener, Lehrer K r e tz s ch m a r, in einem Lichtbildervor- trag am Mittwoch, dem 12'/ Oktober, abends 8 Uhr, in den Germaniasälen, Chausseestraße 110, sprechen. Flugzeugunglück in Köln Bin Toter und ein Lchwerverletater Köln. 10. Oktober. Heute nachmittag ereignete sich gegen 16 Uhr über dem Kölner Lufthafen ein schweres Absturz- unglück. Ein Sportflugzeug des Kölner Klubs für Luftfahrt, in dem sich der Pilot Vorländer und als Begleiter der Kölner Redakteur Fein- hals befanden, rutschte aus etwa 30 Meter Höhe in einer Kurve ab und ging vollständig in Trümmer. Der Pilot war sofort tot, während Feinhals, der selbst praktischer Flieger ist und umgeschult werden sollte, schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde. Lehre von den Batterien Line neue Lehranstalt in Berlin Eine„Lehranstalt für Laboranten an bakteriologischen Instituten", die erste Spezialsachschule dieser Art, ist in Berlin eröffnet worden. Der Begründer und technische Leiter, Laboratoriumstechniker Anton W a h l i ch, erklärte vor Pressevertretern, daß es sich darum handle, den Beruf zu heben, indem seinen Ange- hörigen, die ja meistens mit geringer Schulbildung in den Beruf eingetreten wären, durch Kurse Ge- legenheit zur Weiterbildung in der Laboratoriums- tcchnik, vor allem in der bakteriologischen Nähr- bodentechnik, gegeben, sowie den jungen, in den Beruf eintretenden Leuten eine Ausbildung ge- wöhrleistet werden solle, damit den Aerzten ein gut geschultes zuverlässiges Unterpersonal ge- schaffen werde, auf das sie sich verlassen können. Auch der Professor an der Universität Jena und Mitglied der Preußischen Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene Dr. Hans Lehmann, der die wissenschaftliche Leitung der neuen Schule übernehmen will, hob die Not- wendigkeit hervor, angesichts der ungemeinen Fortschritte, welche die Bakteriologie und bakterio- logische Technik seit Robert Kochs Zeit erfahren hat, das Laboratoriumspersonal gründlich aus- zubilden. Den Bemühungen, entgegen dem B«- rechtigungsfimmel auch aus den Kreisen, welche nur Volksschulbildung genossen haben, tüchtige Kräfte in gehobenere Stellungen zu bringen, kann man nur vollen Erfolg wünschen. Ob das aber durch die neue Gründung gelingen wird, unter« liegt doch sehr starkem Zweifel. Gewiß würden gerade die tüchtigsten Kräfte aus diesen Kreisen die gebotene Fortbildungsgelegenheit gern er- greifen, aber sie sind auch die schlechtest bezahlten Kräfte, und bei der schweren wirtschastlichen Not erscheint es doch sehr fraglich, ob aus diesen Kreisen gerade gegenwärtig die Mittel aufgebracht werden können, um die neue Gründung zu halten. Sturz vom Baum Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern mittag im Tiergarten in der unmittelbaren Nähe des Planetariums. Dort stürzte der 27 Jahre alle Arbeiter Ernst Krause von einem großen Baum, aus dem er mit dem Heraussägen von dürren und morschen Aesten beschäftigt war. Er zog sich durch den Sturz schwere innere Verletzungen zu und mußte in bedenklichem Zustand ins Achenbach-Krankenhaus transportiert werden. Nachspiel zum Gklafelprozeß Staatsanwaltschaftsrat Dr. W a s m u n d t von der Staatsanwaltschaft I Berlin, gegen den wegen seiner Beziehungen zu den Sklareks Ende 1020 unter gleichzeitiger Suspension vom Amte ei» Disziplinarverfahren eingeleitet worden war, ist jetzt vom Preußischen Dienststrafhof wegen Mangels jeglichen Schuldbeweises frei- gesprochen worden. Oeffentliche Belobigung. Der Stadtobersekretär Gustav W e g n e r in Berlin-Mahlsdors, Feld- rain 25 wohnhaft, hat am 21. Juli wesentlich dazu beigetragen, daß eine Frau, die im Bötzsee in die Gefahr des Ertrinkens geraten war, vor dem sicheren Tode bewahrt wurde. Der Polizei- Präsident bringt die von Mut und Entschlossen- heit zeugende Tat mit dem Ausdruck seiner Ancr- kennung zur öffentlichen Kenntnis. In wenig Worten In Athen wurde auf Veranlassung der amerikanischen Gesandtschaft Samuel Insul l. verhaftet, der Bruder des vor einigen Tagen in Kanada festgenommenen amerikanischen Elektro- königs Martin In füll. Die Brüder Insult sollen mitschuldig sein am Zusammenbruch des von ihnen geleiteten größten nordamerikanischen Elektrokonzerns. In Bad R e i n e r z spielte ein sechsjähriger Knabe mit einem Revolver, den er in der Tasche seines Großvaters gefunden hatte. Plötzlich löste sich ein Schuß, der den Onkel des Kindes, den Glasschleifermeister Tautz, ins Herz traf. Tautz war sofort tot. Das kürzlich in Dessau geschlossene„Bau- haus" wird— voraussichtlich bereits Ende Ok- tober— in Berlin neu eröffnet. Professor Mies van der Rohe, der Leiter des Bauhauses, mietete zu diesem Zweck die Räume einer ehemaligen Telephonfabrik in Steglitz. Die nach längerer Verhandlung des Hamburger Disziplinargerichts aus verschiedenen Gründen enthobene Frau Regierungsrat E r k e n s machte einen Selbstmordversuch durch Einnehme» von Gift, konnte aber ins Leben zurückgerufen werden. Frau Erkens beabsichtigt im übrigen gegen das Urteil Berufung einzulegen. Vorbereitungen zur Reichstagswahl Stimmscheine rechtzeitig besorgen— Stimmlisten liegen ab 16. Oktober aus Nur noch einige wachen sind es bis zum b. November, dem Tag der Reichstag s w a h l. dem Tag der Abrechnung mit Papen, Bracht und dem Baronskabinett. Der Oberbürgermeister veröffentlicht jetzt die üblichen Bestimmungen über die Durchführung der Wahl. Danach ist die Abstimmungszeit wieder von 0 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags. Stimm- berechtigt ist, wer am Abstimmungstage Reichs- angehöriger und 20 Jahre alt ist. Abstimmen kann nur, wer in eine Stimmliste eingetragen ist oder einen S t i m m s ch e i n hat. In Berlin werden die Stimmscheine von den für die Wohnung der Stimmberechtigten zustän- diaen Bezirksämtern ausgestellt. Den Grund zur Ausstellung eines Stimmscheins hat der An- tragsteller auf Erfordern glaubhaft zu machen. Bei mündlichen Anträgen ist die Mitnahme geeigneter Ausweispapiere erforderlich, da jeder Antragsteller über seine Berechtigung, den Antrag zu stellen und den Stimmschein in Empfang zu nehmen, sich ausweisen muß. Die Stimmlisten liegen in der Zeit von Sonntag, den 16. Oktober, bis einschließlich Sonn- tag, den 23. Oktober d. I., öffentlich zur Einsicht aus. Die Auslegungszeiten sind einheitlich für die Stadt festgesetzt auf wochentags von 1 Uhr nach- mittags bis 7 Uhr abends, für die Sonntage, den 16. und 23. Oktober d. I., von 10 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. Wer die Stimmliste für unrichtig oder unvollständig hält, kann dies bis zum Ablauf der Auslegefrist bei dem für seine Wohnung zuständigen Bezirksamt schriftlich an- zeigen oder in dem Auslegungsraum zur Nieder- fchrift geben. MlMonen menschen in 40 befndern der!0elt trinken Kaifee Hag«— Buch Siel Polizei prüft Autos 40 pukrersckeine wegen Trunkenheit entzogen Die Berliner Polizeibeamten haben nicht mir dafiir zu sorgen, daß sich der Straßenverkehr reibungslos abwickelt, sondern sie müssen auch darauf achten, daß die Kraftfahrzeuge in allen ihren Teilen so intakt sind, daß die Sicherheit des Straßenpublikuins gewährleistet bleibt. Im Monat September mußten nicht weniger als 5727 Kraftfahrzeuge auf dem Kraftverkehrsamt vorgestellt werden und sich einer eingehenden Nachkontrolle unterziehen. Dabei wurde fest- gestellt, daß 2451 Wagen schlechte Erkennungs- zeichen hatten, die nach ihrer Erneuerung nach- gestempelt werden mußten. Andere Fehler waren: mangelhaft beleuchtete Kennzeichen(325), zu starke Rauchentwicklung(IM), Geräufchbelästigung(82), übermäßig stark wirkende Scheinwerfer(39), fehlerhafte Bremsen(15), fehlerhafte Signal- instrumente(28), fehlerhafte Steuerung(5) und unvorschriftsmäßige Bereifung(7). Nicht weniger als kl Führerscheine wurden im Monat September entzogen, da- von allein 40 wegen Trunkenheit des Wagenlenkers; außerdem wurden 39 Droschken- fahrausweife abgenommen, wovon 19 wiederum durch Trunkenheit den Anlaß gaben. Der Drang noch dem Führerschein hält noch unvermindert an. Im Zählmonat wurden 1273 Führerscheine erteilt, davon 154 an weibliche Personen.— Wegen Alterserscheinungen mußten 141 Automobile außer Betrieb gesetzt werden. 800 Hunde im Tunapark .Auostellung für Hundefreunde Trotz des wahren Hundewetters fand bereits am Sonnabend die R a f s e h u n d a u s st« l- l u n g Hektar starken Zuspruch. Auf dem weitin Gelände des Lunaparks sind 899 Rassehunde zu sehen, und zwar vom größten, der es getrost mit zwei Menschen aufnimmt, bis zum kleinsten, der weiter nichts mehr sein kann als ein stets pflegebedlürftiges Spielzeug. Die Kleinsten der Kleinen sind sogar derartig empfind- lich, daß man sie nur hinter Glas zu zeigen wagt. Weit über sportliche Liebhaberei und den rein persönlichen Nutzen hinaus aber ist die Hunde- zucht in Deutschland ein Wirtschaftszweig von Bedeutung. Darum treffen sich auf diesen großen Ausstellung�! auch Besucher von weit und breit; denn die ausgestellten Objekte geben die Ankwort auf die Fragen: wie steht es mit der ganzen Zucht und was verlangt der Käufer, ins- besondere von diesem oder jenem Rassezüchtcr. Unter den bislang weniger bekannten Hunden fielen auf die Abruzzener, italienischen und unga- rischen Hirtenhunde sowie die irländischen Wolfs- Hunde. Dem durch die Ausstellung schlendernden Hundefreund bietet sich manche Veobachtungs- Möglichkeit. So verschwinden bei den Foxterriern die glatthaarigen Tiere, die vor gut zwanzig Jahren große Mode waren, mehr und mehr. Das Rauhhaar kommt jetzt in Aufnahme, und man sieht die drolligsten Frisuren und gewahrt ferner, daß die Bartmode noch lange nicht verschwunden ist, wenigstens nicht beim Drahthaarfoxterrier. Die schwarzen schottischen Terrier hingegen, ein» gehüllt in ihre seidigen, wolligen Naturhaardecken, bieten ein ulkiges Bild der Verdrießlichkeit, sie sind es offenbar übersatt, andauernd betrachtet und angesprochen zu werden. Oktober in der Seaw „Akrobat— Schööön" ist wieder einmal die Sensation des Scala-Programms. Das Clowntrio A n d r e u- R i v e l hat es verstanden, sich auch in Berlin Popularität zu erringen. Ihre lebende „Brücke" ist schon traditionell und ehe sie zustande kommt, ertönen wahre Lachsalven aus dem Publikum. Charles Rivel in seiner Szene„Chap- lin am Trapez" ist bekannt und beliebt. Mit allem steht er auf dem Kriegsfuß, alles verliert er und hat er glücklich wieder alles beisammen, fällt er selbst vom Trapez, eine Leistung, die nie ver- sagende Nerven und größte Geschicklichkeit er- fordert. Auch seine Partner am Trapez soll man nicht vergessen. Dann bietet das Programm noch eine angenehm« Ueberraschung: Otto Wall- bürg, der Komiker, ist in einem Einakter zu sehen„Ich bin es nicht". Er hat hier Gelegenheit, alle Register seines Humors spielen zu lassen und die anderen Darsteller Harry Hardt, Lia D a h m s und Trude A n n u t h sind ihm gute Assistenten. Barnabas von G e c z y, der beliebte Geiger, spielt mit seinen Kammermusikern Seriöses und Schlager mit vollendeter Technik, und Paul O'Montis singt Chansons auf eigne« Art. Vier gelenkige Mädels, die H a z e l- Mangean- Girls, zeigen, daß ihrer Beweg- lichkeit fast keine Grenzen gezogen find. C a s o- Lehn, Mann und Mädchen, sie: geschickte Un- geschicklichkeit, sind ein gutes akrobatisches Tanz- paar. Die Aurora-Truppe, prächtige Kunstradfahrer, beenden das ausgezeichnete Pro- gramm. Die einzelnen Nummern konferiert Werner F i n ck mit natürlicher Charme. Plaza im Ostbahnhos. Pom 1. bis 15. Oktober steht Millöckers unvergeßliche und immer wieder schöne Operette„Der B e t t e l st u d e n t" in der Rotter-Jch'zenierung auf dem Spielplan. Die me- lodiösen, einschmeichelnden Weifen erfreuen auch die Plazabejucher, und die vorzügliche Darstellung, vor allem Jgo Guttmann in der Hauptrolle, trägt viel zu dem großen Erfolg bei. Die anderen Dar- steller, an erster Stelle Armin M ü n ch als Kerker- meister, Bozena B r a tz k y als polnische Gräfin, Hanni H ü t e n e s und Lucie Rena als ihre Töchter, bilden ein ganz vorzügliches En- semble. Und das Publikum ist begeistert und spendet reichen Beifall. Die ausgezeichnete Kapelle unter der bewährten Leitung von Richard Haas ist den musikalischen Feinheiten vollauf gewachsen. Wilhelm Succow und Frau, Mariannenstr. 41, begingen in körperlicher und geistiger Frische das Fest der Goldenen Hochzeit Wetter für Berlin: Teils wolkig, teils heiter, strichweise etwas Regen, Temperaturen wenig ver- ändert, leichte südliche bis südwestliche Winde.— Für Deutschland: Ueberall mildes und leicht ver- änderliches Wetter, stellenweise Regenfälle. Jugendweihen des Frühjahrs .Anmeldungen müssen jetzt vorgenommen werden Die Anmeldungen für die Frühjahrsjugend- weihen 1933 bitten wir, unter Zahlung der Ein- schreibegebühr von 59 Pf. sofort bei den nach- stehend aufgeführten Anmeldestellen vorzunehmen: Abkürzung: B.-Sp. Vorwärts-Speditlon. «rtaialtann»bcziil Mitt«: H üelnnciun, N..'vi, Acker. strage 174(S..öp.).— Mewllarbciterverband, 4£. 25, Elsiisscr Stc. 86— 88, gimmcr 20, geöffnet 9—16 Uhr, Frei. tags bis 19 Uhr, Sonnabends bis 13 Uhr.— Freigewerk. schaftliche Iugendzentrale. SO. 16, Sngclufer 24—2.1, 2. Stock, Zimmer 26(geöffnet 9-17 Uhr, Freitags bis 19 Uhr. Sonnabends bis 13 Uhr).— Wöllstein, S. 14, Prinzenstr. 63(9}..®p.).— P. Dodrohlaw, N. 37, Swine. Münder Str. 11, Restaurant.— Tiergarten: S. Joseph, 9!W. 21, Wlh-linshaven-r Str. 48P..Sp.>. Zriedrichshain: F. Arndt, O. 17, Markuöstr. 36(B..Sp.). - 911. Wattmann, O. 34,«önigsberger Str. 37(Photo- laden, Eingang Sausflur).—«. Melle, O. 34, Peter«. burger Platz 4 lB.-Sp.).— Ü. Wittschuß, O. 34, Peter«. burger Str. 5 sRestaurant). «reu, bergt Itz.s«»austraßc lP.-Sp.).— urba», SO. 36, I-ausitzer Platz>4—15 lB.-Sp.).- P- Sur, SO. 36, 9Unimm- straße 9, Restaurant i.— D. Freidenk-r.Beiband E. B.. 6W. 29, Sneisenaustr. 41, Sof 1",'• Stock fgeöfsnet 8 bis 16 Uhr).- Sekretariat der Jugendweihen der So. zialisten, Fr-idenker und Hewerkstbasien Berlin». SW. 68, Lindenstr. 2, vorn I laeösinet 9 bis 17 Uhr, Mitirpoch« und Freitags 9 bis 19 Ubr. Sonnabends 9 bis 13 Ulli). Thorlotteuburg: Eharlottenburg, Sesenheimer Str. 1, vart. iB.Sv.t.- Frau Joochimi», Eharlottendurg.«ailer. dämm 95. Eingang NogmSistraße lB.-Sp.l. 14 bis IS Uhr. — 5- Bunge, Eharlattenburg. Rcsinenftr. 4, v. IV.— Spandau:..Bolksblair-Buchhandlung. Spandau Pots. damer Straße.—«jlmersdorl: Frau Uuaerer. Bilmer». d°rs, Sanaleer Str. 43, Si-bluiia.— Zehlendorl:«ein» Anmeldestelle! Anmeldung in Schöneberg oder Wilmers. darf.— SckiSnederq: Rathmann. Siböneberg. pelziger otraße 27 IB.-Sv.l.— Frau«iawitter,«chöneberg, Apostel. Paul»«, Str. 7.— S. Schaudt, Friedenau. Backe. nrake a.— Ae,g!ia! sombura. Steglitz, Schloßstr. 103. — Bild. Slnbig Steglitz. Rinastr. 7 tSartenbau» III.— «. Schönwetler. tticklerfelde.'a-rlD»gelte Mlhelmstr. 29. —«onlum Lankwitz,«aiser, Bilhelm»«!!. 43. Temveldoi: Für lempeihokt Mar Niese, Stollbergstr. 9. — Bich. Hille. Moltkestr. II.— Für Mariendors: August Tibor. Kaikerstr. 31, 1.— Paul Ratdinaii», Lauxweg 24. — Für Marienfelde: Fritz Greulich. Adoltstr. 33.— Für Lichtenrade: Kurt Sangköhl, Uhlandstr. 85. Neukölln: B..Sp. Neukölln, Siegsriedstr. 28-29, 14 bis 18 Uhr.— V..Sp. 9!eukölln, Neckarstr. 2, 14 bis 18 Uhr. — Parteibüro Neukölln, Fuldastraßc(Idealpasiage), Aus. gang V, 17 bi» 19 Uhr.— A. Schwartz, Britz, Oroßsted. lung, Liningftr. 58.— Treptow: E. Meckclburo. Treptow, Graetzstr. öii fV.-Sp.).— A. Bader. Oberschöneweidc, Wilhelminenhofstr. 17(Zigarrengeschiift).— Richard 91cwka, Adlershof, Sedanstr. 27, I.— Alfred Ullrich, Adlershof, Posadowskistr. 3—6. «öpcnick: E. Willam, Alte Dahlwitz« Str. 73.— R. Krüqer, Bahnhofstr. Ib.— W. Silberschmidt. Eschen. straße 3.— F. Purwitz,«'etzer Str. 6(Laden).— R. Eckart, Straße Im Wald 22.— Fr.«lein, Grünau, Friedrichstr. 12.— Earl Pähl, Grünau, Iägerstr. 18, bei «uhrt.— Heimann, Bohnsdorf, Waltersdorfcr Str. 109 lRestaurant).— O. Graul, Bohnsdorf, Paradlesstr, 5.— O. Engel, Friedrichohaacn, Löcknitzstr. 5.— Felir Triebe!, Friedrichshagcu, Friedrichstr. 81— G. Fahrentholz, Fried. richshagen,«irchstr, 28.— F. Schade, Rahnsdorf, Müh. lenwea 5. Lichtcnbcrq: Rettor Sänger, Schule Friedrichstraßc.— Rektor Priebe, Lichtenbergcr Schule, Marktstraße.— Ret» tar Sndow, Schule Leopoldstraßc.— Rektor Lenz, Schule Scharnweberstraßc.— Rettor Schlicker, Pfarrstraße.— A. Ralewitz, O. 112, Gärtncrstr. 6. Weißens»: Wolter Ionell, Parkstr. 15.— Otto Galla«, Lehderllr. 122.— Anton Wiese, Lehdcrstr. 2.— Adolf Brandt, Parkstr. 83(8. Schule).— Leg, Sedanstr. 90.— Otto«uhfahl, Amalicnstr. 20.— Andreas Heinel, Gäblcr. straße 7.— Georg Matthe«, Pistoriusstr. 192.— Mar. guardt. Hohenschönhausen, Verliner Str. 85 lRestaurant). Pankow:«onsumverkaufrstellen in Pankow: Wollank. straße 102. Berliner Str. 47, Breitesir. 16,«isstnaenslraße, Bredmestraße, Trclleborger Straße. Achtermannstraßc.— «onsumverkauisitelleii in Niederichönhausen:«aiser-Wil, belmstr. 79,«aiserweg 69.— B. Pansegrau, Buchholz. Badnhafstr. 15. Reinickendorl: Schönewerk ffiir Reinickendorf-Ost und Rosenthal). Prooin-ftr. 48 lRestaurant).— Polkehau« für Retnickendorf-West und Wittenau), Scharnweber. straße 114— Tornow, Teael, Sckliever- Ecke Treskow. straße Ifür Teael. Barstgwalde. Hriltgenlee).— Außerdem nebmen alle Hanskassterer des..Denlfcken Freidenkerver. bände« E. P." Anmeldungen für die Jugendweihe» ent. gegen. Ueberraschk wird die Hausfrau, welche zum ersten Male Maflgi's Würze verwendet und findet, daß schon wenige Tropfen genügen, um schwache Suppen und Soßen augenblicklich taselsertig zu machen und um Gemüsen sowie Salate» feinen, kröstigen Wohlgeschmack zu verleihen. Es ist des- halb auch nicht zu verwundern, daß allseitig Maggi's Würze als das unübertreffliche Küchen- Hilfsmittel gepriesen wird. He - OranUnstr. 40 ChauKevstr. 113 Am O'onienpio'i Beim Stettin®« Bahnhof Königstraße 33 Wilmersdorferstr. 108 Am Bhf. AlexanderolOtz Am Bahnhof Chorlottonburg Nachdruck von Wort und blld verooient Die obigen Angebote stehen Ihnen Ab Dienstag zur Verfügung. Wie unwiderstehlich hübsch und fesch würden Sie in diesem Kleid aussehen. Wie viel Freude würde es Ihnen schaffen, mit welchem Selbstgefühl würden Sie sich darin zeigen! In der Tat, dieses Kleid muß Ihres sein—— Dieses entrückende Nachmittagskleid vereint alle nur möglichen Reize in sich. die modische Boleroform, die modische Weste, neue Römerstrelfen, in herrlichen Farbstellungen, den modischen Aermel den modischen Glockenrock, den modischen Stoff, „Hammercrepe," die modischen Farben, und— nicht zuwenigst. Diese bildhübsche kjpriiiös verar. heuere FNikapps mit dem dazu gehörenden. hauchzarten.(eschen Tupfen- Schleier B'0 Neue Aera der Kartellskandale Die Auspowerung der Benzinverbraucher Die Japfstellenpreise für Lengin und sonstige Treibstoffe werden am 11. Oktober, also ab heute, in gang Deutschland wiederum um 2 Pf. je Liter herausgesetzt. Damit hat das erst vor einem Monat aus der Taufe gehobene Treib- stoffkartell bereits die dritte Preiser- h ö h u n g vorgenommen. Zunächst wurden im September die Preise „regional" nach oben angeglichen. Dann erfolgte am 1. Oktober eine allgemeine Preiserhöhung um 2 Pf., in doppelter Höhe, als die Heraufsetzung des Spritbeimrschungszwangs erforderte: nun folgt schlankweg, nachdem der Beitritt der Russen zum Kartell nach den Verlautbarungen der Derop wohl auch formell vollzogen ist, eine neue Preisherauf- fetzung gleich um 2 Pf. per Liter für gang Deutsch- land. Als nach der Gründung des Treibstoffkartells in der Presse von der Absicht berichtet wurde, die Benzinpreise um insgesamt 6 Pf. herauszusetzen, erfolgte ein entrüstetes Dementi des Kartells, das beteuerte, man würde lediglich einige gering- fügige„A n g l e i chu n g e n" der Preise vor- nehmen. Wir haben an dieser Stelle schon daraus hingewiesen, daß von diesem Dementi nicht viel zu halten sei, daß vielmehr offenbar die Taktik des Kartells darin bestände, tropfenweise— alle vierzehn Tage— eine Preiserhöhung vorzunehmen und damit weniger auffällig zu dem gleichen Ziel einer gang bedeutenden Hinaufschraubung der Benginpreise und damit der Betriebskosten der Kraftverkehrswirtschast zu gelangen. Wir haben noch vor einer Woche warnend darauf hingewiesen, daß neue Preiserhöhungsabsichten beständen, und das Einschreiten des Reichswirtschaftsministers gegen diese Willkür des Treibstoffkartells gefordert. Es besteht auch nicht die geringste Berechtigung für das fortgesetzte Andrehen der Preisschraube. Die Weltmarktpreise sind unverändert niedrig. Die Pertriebsspanne ist in Deutschland ohnehin bereits höher als in irgendeinem anderen Lande. Es wird also hier eine willkürliche monopolistische lleberteuerung des deutschen Treib- stosfverbrauchs vorgenommen. Die rücksichtslose Politik des neuen Treibstoff- kartells hat mit ihren dreimaligen Heraussetzungen, wenn man von der anderweitigen Mehrbelastung durch erhöhte Spritbeimischung absieht, die Benzin- preise in Deutschland um schätzungsweise 5 Pf- erhüht. Das bedeutet bei einem Jahresverbrauch Deutschlands von 2 Milliarden Litern eine Mehr- b e l a st u n g des Kraftverkehrs von 100 Mit- lionen Mark. Gegen die fiskalischen Benginzölle und die Kraft- verkehrssteuern rennt die Kraftverkehrswirtschast dauernd an. Warum setzt sie sich bisher nicht gegen diese unerhörte Monopolsteuer zur Wehr? Die Krafverkehrswirtschaft, die Automobil- industrie und alles, was an ihr hängt, wird durch diese lleberteuerung tödlich getroffen. So wird die wirffchasl nicht belebt, sondern das ist eine Politik der Lähmung! Nutznießer sind allein die deutschen Vertriebs- firmen der internationalen Erdöl- g r u p p e n und die deutsche Oelindustrie, der Ruhrbergbau und die JG. Farben, die ohnehin schon durch die Befreiung von den Treib- stoffsteuern riesige Steuergeschenke erhalten. Reichswirtschaftsminister Warmboldt, der selbst von den JG. Farben stammt, sieht dieser skandalösen Entwicklung tatenlos zu. Kein Wun- der, daß im Kraftverkehrsgewerbe allgemein schwere Verstimmung gegen ihn herrscht. Den Ablauf der Preiserhöhungssperre für Kar- telle am 1. Juli fassen offenbar zahlreiche Kartelle als Freibrief für neue Preisdiktale auf. Der Reichswirtschaftsminister hat unseres Erachtens die Pflicht, hiergegen einzuschreiten und insbesondere unverzüglich gegenüber dem Treibstoffkartell von seinen Vollmachten Gebrauch und unverzüglich wenigstens die letzte nicht zu rechtfertigende Benzinpreiserhöhung rückgängig zu machen. Zl)0 OOO Fahrzeuge außer Dienst Der Reichsausschuß der Krastvertehrswirffchast weist nachdrücklich darauf hin, daß selbstoerständ- lich ein s ch w e r e r R ü ck s ch l a g nicht ausbleiben kann, wenn das Automobil weiter zum Prügel- j u n g en einer einseitigen Jnteressenwirtschaft ge- macht wird. Der Zwang zu der erhöhten Sprit- beimffchung hat die Gefahr mit sich gebracht, daß die deutschen Motore eine Aenderung ihrer Konstruktion erhalten müssen, um den Sprit zu verdauen. Damit wäre natürlich dem deuffchen Automobil jeglicher Absatz im Auslande versperrt. Der fortgesetzte Treibstoffwucher wird dazu führen, daß im kommenden Winter 4(XI lllill bis 500 000 Automobile außer Dienst gestellt werden. Es würde also rund ein Drittel des deut- schon Kraftfahrzeugparkes stillgelegt werden. Ab- gesehen von den Verlusten, die das Reich durch den Steueraussall erleidet, würden auch Zehntausende von Chauffeuren und Hilfsarbeitern freigesetzt werden und den Sozialetat belasten. Zu dieser Wirtschaftspolitik kann man den verantwortlichen Minister Warmbold nur gratulieren. Der AEG.-Kcm:zern Sein Aufbau und seine Entwicklung Der Verlag„D a s Spezial- Archiv der deutschen Wirtschaft" R. u. H. H o p p e n- st e d t, Berlin, hat schon längst durch sein „Grünbuch der deutschen Aktiengesellschaften" und durch Schriften über deutsche Großkonzerne eine Sonderstellung unter den Verlegern erreicht. Auch die neueste Veröffentlichung über den AEG.- Konzern kann jedem, der sich für die Zu- sammenhänge in der deutschen Industrie inter- cssicrt, empfohlen werden. In kurzen Sätzen ist die E n t w i ck l u n g s- g e f ch i ch t e des Unternehmens gegeben, das im Jahre 1883 als„Deutsche E d i s o n- G e s e l l- schaft für angewandte Elektrizität" mit fünf Millionen Mark Kapital gegründet wurde und heute ein Weltunternehmen mit 185 Millionen Mark Kapital ist. Wer es noch nicht wußte, er- fährt, daß der Großaktionär der AEG. die International Electric A.-G. in New Park ist. Im st a t i st i s ch e n Teil wird die Zahl der Be- schäftigten sür 1913/14 mit 68 000, für 1927/28 mit 80 000, sür 1931/32 mit 38 500 Mann an- gegeben. Auch über Umsatz, Kurse, D i v i- d e n d e n wird man ausreichend belehrt. Schließ- lich wird das gesamte Ziffernwerk der Ersolgs- rechnungen und der Bilanzen der letzten vier Jahre(dazu Goldmark-Eröffnungsbilanz) gegeben. Großbritannien die P r o t e st e gegen eine der- artige Handelspolitik. Organisationen des Lebens- Mittelhandels und der Verbraucher, besonders aus den Industriezentren des mittleren und des nörd- lichen Englands, nehmen im Hinblick auf die schweren Folgen für die Bevölkerung gegen die Absichten der Regierung Stellung. In den Pro- testen dieser Organisationen wird besonders nach- drücklich darauf hingewiesen, daß die Preise sür Speck, der bekanntlich in England ein be- jonders verbreitetes Volksnahrungsmittel ist, seit einigen Wochen anhaltend gestiegen seien. Kontingente in England Scharfer Widerstand des Handels Auch die englische Regierung plant infolge des Abkommens auf der Reichskonferenz in Ottawa, die Einfuhr von Fleisch und Speck für die Länder, die nicht dem britischen Imperium an- gehören, zu kontingentieren. Wie in Deutschland, häufen sich jetzt auch in Gute Devisenkilan? Der neue Reichsbankausweis Der Wochenauswcis der Reichsbank vom 7. Oktober 1932 weist mit einer K r e d i t r ll ck- Zahlung von 222,5 Millionen eine ziemlich kräftige Entlastung nach der Ultimo-Anspannung auf. Die gesamte Kapitalanlage der Bank verringerte sich auf 3411,8 Mill. Mark. Verhältnismäßig gering blieb mit 81,8 Mill. Mark die Einlösung von Handelswechseln, deren Bestand jetzt 2909,6 Mill. Mark beträgt, dagegen fanden über Lombardkonto, das von 242 auf 101,5 Mill. Mark abnahm, sehr erhebliche Zurückzahlungen statt. Trog dieser erheblichen Kreditentlastung flössen an Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen nur 148,3 Mill. Mark in die Kassen der Reichsbank zurück, und zwar hat sich der Umlauf an Reichs- banknoten um 136,2 auf 3618,3 Mill. Mark und der Umlauf an Rentenbankscheinen um 12,1 auf 399,7 Mill. Mark verringert. Der Gesamtumlauf an Zahlungs- Mitteln erreichte für die erste Monatswoche mit nur 5,70 Milliarden Mark einen Rekordtiesstand seit der Bankenkrise 1931. Für die Belebung der Konjunktur ist das allerdings kein gün- stiges Zeichen. Es ist aber denkbar, daß bei der verhältnismäßig starken Flüssigkeit in der Wirt- schaft zur ersten Finanzierung einer stärkeren Be- schäftigung die Reichsbank noch nicht in An- s p r u ch genommen wird. Erfreulich hat sich auch in der Berichtswoche die D e v i s e n b i l a n g entwickelt. Obwohl um oie Halbjahreswende die Devijenanforderungcn für die Bezahlung von Zinsen und Kupons sehr beträchtlich sind, konnte die Reichsbank in den letzten vier Wochen einen Gold- und De- vifen Zuwachs von insgesamt 5,6 Millionen verzeichnen. In der Berichtswoche betrug der Zu- wachs 1,9 Millionen. Die Deckung der Rote n durch Gold uno Devisen besserte sich am 7. Oktober auf 25,7 gegen 24,7 Proz. in der Vorwoche. Kriseninseln Elektrofinanzierung bringt Geld Die Bank für elektrische Unternehmungen in Zürich, kurz die Züricher Elektrobank genannt, hat auch im Jahre 1931/32 von der Krise nichts zu spüren bekommen. Die Tätigkeit der Gesellschaft besteht darin, daß sie sich an einer großen Zahl elektrischer Unternehmungen der ver- schiedensten europäischen Länder beteiligt und von den Dividendenzahlungen dieser Gesellschaften lebt. Die deutschen Unternehmungen, an denen die Züricher Elektrobank beteiligt ist, sind vor allem einige dem AEG.- Konzern nahestehende Ge- sellschaften, so die Elektrizitäts-Lieserungsgesell- schaft und die Thüringer Elektrizitäts-Lieferungs- gesellschaft: ferner ist sie an den Lech-Elektrizitäts- werken, am Lahmeyer-Konzern, an den Kraft- Übertragungswerken Rheinfelden und einigen an- deren Unternehmungen beteiligt. Welche Rolle die Züricher Elektrobank in der deutschen Elektrizitäts- Wirtschaft spielt, kann man daraus ersehen, daß in der letzten Bilanz dieser schweizerischen Gesellschaft die deutschen Beteiligungen mit 32V2 Millionen Mark bewertet werden. Der Geschäftsbericht der Züricher Eletrobank be- tont die V 0 r z u g s st e l l u n g, die die Elektri- zitätswirtschaft in der jetzigen Krisenzeit einnimmt. Zwar ist auch der Absatz elektrischer Energie in allen Ländern zurückgegangen, aber nirgends sank bisher der Elektrizitätsverbrauch unter den Stand von 1928, und auch die Einnahmeentwicklung war insofern günstig, als vielfach der Rückgang des Jndustriestromabsatzes durch erhöhte Strom- abgäbe an Haushaltungen und Land- Wirtschaft ausgeglichen werden konnte. Da im Durchschnitt die Kleinabnehmer viel höhere Preise für Elektrizität zahlen als die Jndustriestrom- Verbraucher, so spiegelt sich in der Einnahmeent- Wicklung die Krise im allgemeinen nur in g e- ringem Umfange wider. Das zeigt sich auch in der finanziellen Entwick- lung der Züricher Elektrobank. Ihre Roheinnahme ging nämlich nur von 12,1 auf 10,9 Millionen Franken zurück, und wenn man berücksichtigt, daß sie noch über einen Vortrag von 2,1 Millionen Franken verfügte gegenüber nur 0,5 Millionen im vergangenen Jahr, so ergibt sich, daß ihr gesamter Rohgewinn einschließlich des Vortrags 13 Millionen Franken betrug gegenüber nur 12,5 im Jahre 1930/31. Der Reingewinn war etwas geringer, weil die Zinszahlungen infolge der Auf- nähme einer langfristigen Anleihe sich gegenüber dem Vorjahre fast verdreifachen und infolge der großen Kursrückgänge die Verwaltung bei ihren Beteiligungen 2,14 Millionen Franken ab- geschrieben hat. Immerhin wird noch der Bombengewinn von 8,3 Millionen Franken ausgewiesen, von dem die Aktionäre, die im vergangenen Jahr 10 Proz. Dividende erhalten hatten, 8 Proz. ausgezahlt er- halten. Linen schweren, fast unerseiTlichen Verlust er- | leidet die Charlottenburger sozialistische Arbeiterbewegung durch den unerwarteten Tod unseres| Genossen und Kollegen Alfred Wilk 1 der am 7. Oktober einem Herzschlag erlag. Ehre seinem Andenken! Der Kreisuorstand des 7. Kreises der{ SPD. CharlottenDurg Die BezirKsuerordneten- FraKtion der SPD. Charlottenburg Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 12. Oktober 1932, abends 6 Uhr, im Krematorium| Berlin, N. Gerichtstr 37/38, statt. KLEINE ANZEIGEN iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiii Preise: Uberschriftswort 20 Pf., Taxtwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal 7Vi%, 12 mal 10%, oder 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, Annahme durch den Vertag, Lindenstr. 3(■/: 9 bis 5 Uhr), sämtliche Vorwärts-Filialen u.-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen •fvfrv MM Berliner Hotelkonzentration Aschinger-Hotels gehen auf die Hotelbetriebs-A.-G. über Am 10. Okiober, früh 3lia Uhr, entschlief ganz unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwager, Schwiegervater und Großvater Hermann Wernicke im 71. Lebensjahre. Berlin SW 29, Fürbringerstr 22 Im Namen der Hinterbliebenen: Aagnste Wernicke, geb. Strohbasdi Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 13 Oktober, nachmittags 3 Uhr. im Krematorium| Baumschulenweg Kiefholzstr 221. stau. Mute Tapeten Sailfat, Kolonie- fteafie 9. Hieidungsstuci». wasciie usui. Knaben und Burschen Kleiderfabril per- tauft an Private zu Fabrikpreisen. Roßstraße 29—38, nur eine Treppe. Fahrgeld wird ver- giitct. niöasi Achtung! Sonderwochen! bis zwanzigstenOIiaber! guriickgenommcne Schlafzimmer 198— Schlafzimmer, Birke, Mahagoni, Nuß- bäum, rundgebaut, nur 32Z,—. Speisezimmer 175,—. Set- renzimmcr 165,—. 50 Kuchen 55,—. Ankleideschranke, Nußbaum. 55,—. Nußbaum-Schrank 38,—. Vertikow 15,—. Nußbaum- Betten 12,—. Nachtschrank 9,—. Alles unter Wertprcis. Kommen Sie schnell zu Möbel-Schrager, Kastanienallce 45. Sofgcbäudc.' Im Berliner Hotelgewerbe nahm die Hotel- betrieb? A.-G. schon bisher eine beherrschende Stellung ein. Ihr gehörten die Hotels Bristol, Kaiserhof, Bellevue, Baltic und das Centralhotel, abgesehen von einigen Gaststätten wie den Kranzler- Betrieben. Jetzt, zwischen Veröffentlichung des Geschäfts- berichts und der Generalversammlung, gibt sie be- kannt, daß sie auch die bisher von der Aschinger A.-G. verwalteten Hotels Fürstenhof und P a l a st h o t e l übernehmen wird. Man ver- spricht sich von der Zusammenfassung Ersparnisse in der Verwaltung und im Betrieb. Die Kon- zentration im Berliner Hotelgewerbe kommt da- durch ein erhebliches Stück weiter. Unabhängig von diesem Block sind dann nur noch Adlon, Eden, Esplanade und Excelsior. Nun hat die Angelegenheit aber noch eine an- dere Seite, nämlich eine finanzielle, für die sich vermutlich die freien Aktionäre der Hotelbetriebs A.-G. interessieren werde». Groß- a k t i o n ä r der Hotelbetriebs A.-G. ist nämlich die Aschinger A.-G., von der gerade die beiden Hotels übernommen werden sollen. Und so scheint das ganze Geschäft auf eine Finanzhilfe der Betriebsgesellschast für Aschinger hinauszulaufen. Im vorletzten Geschäftsbericht der Hotelbetriebs A.-G. waren nämlich noch mehr als 4 Millionen Mark Bankguthaben vorhanden, die bis auf einen kleinen Rest verschwunden sind. Die Aus- klärung liegt darin, daß sich die Hotelbstriebs A.-G. „am Fürstenhof-Komplex in dinglich gesicherter Form interessiert" hat, das heißt auf gut deutsch,' daß die Hotelbetriebs A.-G. dem Afchinger-Konzern Hypothekengelder gegeben hat. Die Zah- lung des Kaufpreises wird Aschinger eine weitere Finanzhilfe bringen, die bei den in der letzten Bilanz ausgewiesenen Schulden sicher sehr will- kommen ist. Aber das alles braucht nicht daran zu hindern, daß beide Teile aus diesem Kauf Vorteile ziehe». Wiei MetallaUr-VeM VerwaltungssteUe Berlin Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bestoßer Paul Müller geb. 3. August 1864, am 8. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdiaung findet am Mittwoch 12. O. tober. 16 Uhr, von der Leichen- Halle des Freireiig äsen Kirchhofes tn I der Pappelailee aus Natt. Rege Beteiligung erwartet Die OrtsvcrwalM Blumen iimmiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiii Paul Golletz Mariannenstr. 3 F8, Oberbaum 1303 Pumpen Kcä:anH s ca. 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Aber das kann ich nicht— wenn ich was sage, dann trifft's nie das Eigent- liche, gibt nur ein schiefes Bild— Worte, die über die Lippen kommen, offenbaren ja nie, verschleiern nur. Und Gilgi denkt an den elenden, abgehärmten Jungen und sehnt sich nach Martin— und schämt sich, daß sich dem Gedanken an fremdes Elend die Sehn- sucht nach Martin hinzumischt— und fließt ein winziges Tröpfchen Feindseligkeit in die Sehnsucht— und schämt sich, weil der Sehn- sucht nach Martin lo überstarkes Mitleid mit einem anderen. Fremden beigemengt ist— und fühlt sich schuldig— vor sich selbst— anderen— allen— GeHanken fahren Karussell--- Ruhe, einmal Ruhe haben. Findet man wohl erst, die Ruhe, wenn Ver- zicht einen in sein graues Gefängnis zwang — wenn man alt und unbegehrt geworden ist... Müde bin ich... Kracks— macht die Flurtür— und gleich darauf steht Martin im Zimmer, schwenkt vergnügt seinen vchuhkarton.„Hab' alles fabelhaft gut besorgt, wirst zufrieden sein, mein Süßes... aber was hast du denn nur?" Er setzt sich zu ihr—„Wie siehst du aus— so weiß und— hast du geweint?" Ach, das liebe Gesicht und die gute Stimme!„Ist nur die Erkältung, Martin." So müde— jedes Wort muß man aus sich herausgraben. „Ich werde dir Tee kochen, Gilgichen— und du mußt heute im Bett bleiben— du, sag' mal, was sind das denn da draußen im Flur für viele gelbe Büchsen?" „Bohnerwachs, Martin— Hab'— ich— einem— armen Wann abgekauft." Mit blitzschneller Bewegung zieht Gilgi Martins Kopf an ihre Brust— das darf er nicht sehen, wie glühend rot sie geworden ist. Martin, mein lieber Martin, ich Hab' dich belogen. Zu müde zum Erzählen— nein, nicht zu müde— aber du hättest gefragt, gc- fragt, gefragt— und wenn ich gefühlt hätte — aus einem einzigen Blick, einem einzigen Atemzug, daß für dich nur„ehemaliger Liebhaber" gewesen wäre, was für mich nur unendlich Trauriges ist— ein armer zerstörter Mensch— wenn nur der Funken eines Mißtrauens in deinen Augen gewesen wäre— ich hätte dich ins Gesicht geschlagen. Martin, ich Hab dich belogen— jetzt bist du mir himmelweit überlegen. Ich liebe dich doch, Martin, ich sterbe, wenn ich aufhöre. dich zu lieben— es muß etwas geben, was ewig dauert, muß etwas geben, was Bestand hat. Du— Hab' ich dir jetzt Häß- liches, Ungutes angetan? Wie ich dich liebe dafür. Und Gilgi zieht Martins Kopf zu sich hinauf, küßt sich in ihn hinein— alles ist dunkel, alles dreht sich— etwas muß sein, etwas muß bleiben— du— und legt ihm die Hände um den straffen, sehnigen Hals— du— ich habe dich belogen— wie muß ich dir ausgeliefert sein, daß ich dich belogen habe— und sieben Büchsen Bohnerwachs — und lausen, laufen, laufen von Haus zu Haus— keine Arbeit— kleine Kinder, die nicht genug zu essen haben— das ist so wichtig—"warum versinkt es jetzt, warum wird es gleichgültig du Martin— nur du— nichts mehr wichtig— nur du— schließt fester die Hände um seinen Hals— „ich könnte wünschen, du wärst tot— wünscht man nicht immer eines Tages, daß tot sein soll, was man zu sehr liebt— weil es einem keine Luft mehr zum Atmen läßt, weil es eineni die Welt abschließt... ah, Martin hör' nicht auf das, was ich sage— ich liebe dich ja und will, daß du lebst"... gräbt ihm die spitzen Nägel in den Hals— „nein, laß mich, Martin— ich will dir weh tun— ich will nicht gut zu dir sein— will dir weh tun— ich liebe dich io..." Am nächsten Morgen bereits ist Gilgi wieder frisch und munter, kaum noch er- kältet. Kocht Kassee in der Küche, pfeift die Marseillaise dazu. Auf den blaitkgeicheuerten Küchentisch sitzt Olga, verbreitet Helle und Chypreduft...„Wollt' dir nur aus Wieder- sehn sagen. Gilgi— in einer Stunde fährt mein Zug." „Ach, Olga, jetzt fährst du wirklich fort?" „Ja, nach Berlin, Gilgichen— na, mach' doch nicht so kreisrunde entsetzte Augen, Kleine— bist doch so in Anspruch genom- men, daß du mich wirklich nicht vermissen wirst..." „Es war so ein schöner, beruhigender Ge- danke, dich in der Nähe zu wissen..." „Kamm mal her. Gilgi", Olga zieht Gilgi zu sich heran, streicht ihr übers weiche braun- wellige Haar,„hier ist erstmal meine Adresse— verlier sie nicht." Olga schiebt Gilgi ein mehrfach geknifftes Zettelchen in den Halsausschnitt.„So, meine Kleine, du weißt, daß du mir von Zeit zu Zeit zu schreiben hast, es wäre roh und unvcrant- wörtlich von dir, wenn du mich durch Still- schweigen in Sorge ließest. Paß auf— dein Kaffee kocht!— wenn er anständig ist, gib mir'ne Tasse. So— was wäre noch zu sagen? Ratschläge bekommst du nicht mehr. Alles, was du jetzt beschließt und tust, muß schon aus dir selber herauswachsen..." „Ja, Olga. Du— du hättest mir aber Bescheid sagen sollen, daß du heute fährst, ich hätte dir doch wenigstens deine Koffer packen müssen— du kannst doch keine Koffer packen, Marzipanmödchen. Wie bist du denn nur damit fertig geworden?" „Ja, es war ein Problem, Gilgi, aber ich Hab' es auf geradezu geniale Weise gelöst. Erst Hab' ich mal tatkräftig sämtliche Schränke und Schubladen ausgeleert und alles auf den Fußboden geworfen— dann wurde ich ratlos und wüßt' nicht mehr weiter. Auf einmal kam mir ein rettender Gedanke: ich rief die Mussolini-Attravpe an — du weißt— der schmprzgelockte Eosanova, der mit soviel Grazie hoffnungslos zu lieben versteht, daß es geradezu schade wäre, wenn man mit ihm— na, den rief ich an und lud ihn zum Tee ein— unter vier Augen. Das hättest du erleben sollen, wie er eine Viertel- stunde später anstürmte mit Rosenstrauß und Bonbonschachtel, verheißungsvoll nach Coty duftend— einen frischen Kragen hatte er an- scheinend noch schnell umgebunden und eine aufreizende Krawatte— und fühlte sich in seinen kühnsten Erwartungen übertroffen. Na, ich führte ihn in mein Zimmer— kletterte mit Rosenstrauß und Bonbon- schachte! hoch oben auf den Kachelofen und erklärte, erst wieder runterzukommen, wenn das ganze Zeugs vom Boden fort wär'. Muß sagen, er hat tadellos gearbeitet und sich viel Mühe gegeben Ich saß oben auf dem Ofen, aß Bonbons, dirigierte alles und warf hin und wieder sehr nette und auf- munterndc Worte nach unten. Nachher, wie alles fertig war, sah das Zimmer so kahl und leergefrefscn aus— ich sagte, ich könnt' ihm unytöglich zumuten, noch eine Minute länger in einem so ungemütlichen Raum zu bleiben, und besser wär's wohl, den Tee im Charlott zu nehmen.——— (Fortsetzung folgt.) 99 ffemau So hab ichs ihm gefagt Sine Sehnig eS chictUe/ Ton SrHs(l Hill ler, Marienkirchen 44 Der Doktor hatte im Gymnasium manches auf dem Kerbholz gehabt. Aber meistens hat er sich noch knapp herausgeschwindelt. Bäuchlings, um es kurz zu sagen. Wenn es auch nicht immer vorhielt. Etwa wie der Lehrer ihn erwischte, als er die offenen Gangsenster trotz Verbotes krachend zuschmiß und ihm eine runtcrhaucn wollte, eine saftige. Und als von rückwärts plötzlich die wei- nerliche Stimme des Rektors scholl, diese fast er- löschende Stimme, vor der wir olle trotzdem zit- terten, auch die Lehrer:„Lossen Sie ihn, ich hob's ihm so gesagt." Da sank die Zuschlagshand. Später, freilich, ist's herausgekommen, daß der Humbfer— ja, so hieß der spätere Doktor— bauchreden konnte, und er hat denn diese seltene Kunst drei Stunden lang im Karzer weiter üben können. Aber da ein halbes Jahr dazwischen lag. blieb ein Mißverhältnis zwischen Bauch und Fenster, Schuld und Strafe. Nun muß ich bitten, an die sünfzchn oder zwan- zig Jahre vorzublättern. Wieder stehen die Fen- ster offen, und der Arzt im Münchener Krankcn- hause, Doktor Hiimbser, schließt sie im Kranken- zimmer 73 mit einer verlorenen Bewegung, die ihn plötzlich, wider Willen, im Erinnern an's er- littene Gymnasium knüpst. Nur daß kein Lehrer da ist, der ihm eine runter- hauen könnte. Sondern hinter ihm im Bett liegt der alte Gehcintrat, der jetzt nach des Doktors Hand greift-„Sie betreuen meinen alten Korpus jetzt ein Jahr. S i e haben mich noch niemals an- gelogen. Ihnen darf ich unbegrenzt vertrauen—" Der Doktor nickt mechanisch, wie oft schon hat er das vernommen, wenn's dem Ende zugeht greifen alle Hände so, Geheimralshände und Ar- beiterhände: wenn die Lebens kurve aus den letzten 5zohlra»m hinzielt, der wie ein abgcbohrtes Lach in einer eingeworfenen Spiegelscheibe auf die Spriinge wartet, welche auf ihn zielen, drängt es alle zu letzten Bekenntnissen, den Gcheimrat und den Handwcrksburschen. und die Stimmen werden weinerlich und fast erlöschend. Aber dieser weinerlichen Stimme war noch et- was beigemischt, was Metallisches, was einmal—. wann war es doch— die Lehrer am Gymnasium zittern hatte lassen: richtig ja, des Rektors Stimme— „Nein, lieber Doktor, keinen Trost. Ich weiß. heut geht's zu Ende. Es ist gut so. Familie hob ich keine, nur Verwandte. Sie kennen sie. Sie waren reichlich hier und hoben mir und ihnen zugesetzt. Das Erbe halt, das Erbe. Jeden soll ich extra reich bedenken: das alte Lied. Sie ntei- ncn, daß ich Tag und Nacht an meinem Testa- mente bastle. Habe gar keins. Weiß schon, das ist unrecht. E i n Mensch ist da immer, demzu- liebe man es machen sollte. Mein Mensch ist ein Kind. Ein lediges, wie man hier sagt. Daß ich eines habe, weiß ich jetzt erst. Ihre Mutter hat es mir verborgen. Stolz oder so was. Dieses Kind bat mir geschrieben, daß die Mutter, meine Jugendliebe, tot sei, ob es mich besuchen dürfe—" „Dachte mir's", sagte der Arzt,„das Fräulein wartet draußen, die Krankenschwester ließ sie nicht herein—" „Worum nicht?" fuhr der Kranke auf. „An Ihrer Türe hängt die Tasel: Besuch ärzt- lich untersagt. Aber wenn Sie wünschen—" „Auch der Notar soll kommen" Der Arzt nickte und öffnet« die Türe. Ein Mäd- chen aus dem Volke trat schüchtern ein. Aermlich war die Kleidung. Sie knirte und blieb stehen Der Kranke richtete sich auf:„Du also bist es. komm mein Kind—" Aber in den Kissen sank er jäh zusammen.„Ein Anfall", sagte der Arzt leise,„Geduld, er geht vorbei." Das Mädchen hatte scheu den Kopf gesenkt. Es weinte still. Der Arzt flößte ein Stärkungsmittel ein. Es wirkte rasch. Der Kranke konnte wieder sprechen. Er sprach rasch, als fürchte er, ein anderer hole feine Rede ein und käme ihr zuvor:„Liesbeth. ich weiß, du kämpfst draußen hart— ich hinterlasse einiges Bermögen— die Hälfte den Ver- wandten— die Hälfte dir— so will ich's, hörst du!" Zum andern Male sank er rückwärts, bewußt- las. Es klopfte. Eine Weltdame rauschte herein, aus ihr selber rauschte eine Flut von Worten: „Herr Doktor kennen mich: Nächste Verwandte des Geheimrats. Höre jetzt erst, daß der.Herr Geheim- rat keine Sonderschwester—" „Unsere Schwestern lassen es an nichts—" „Gewiß, gewiß— indes, ich habe eine mitgebracht— Sie erlauben doch, Herr Doktor?" „Ich kann's nicht hindern, wenn er selber da- mit einverstanden ist, da er aber augenblicklich schläft—" Es klopft« wieder.„Rittmeister Burkhahn". schnarrte eine dürre Stiinmc,„nächster Ver- wandter des Geheimrats. Höre jetzt erst, daß er keinen Sondcrwärter hat— ich habe einen mit- gebracht— Sic gestatten doch, Herr Doktor? Meine Frau dars auch herein, nicht wahr?" Ehe sich der Arzt zur Wehre setzen konnte, war das Krankenzimmer angefüllt mit Menschen, die sich mißtrauisch maßen, Phrasen drechselten und auf den Augenblick warteten, wo sie sich dem Kranken auf irgendeine Art testamentlich ins Gc- dächtnis bringen hätten können. Abseits stand das Mädchen im Kottunklcid un- beachtet. Doktor Humbfer hatte sich über den Kranken gebeugt. Er fühlte ihm das Herz und war er- schrocken: So nahe schon? Der Notar würde sich beeilen müssen, um hier noch etwas zu beurkunden, aber vorher würde man das Zimmer rö&mcn lasten müssen. Er sah von einem Herzen, das schon auszu- setzen drohte und sich nur nach dann und wann zu ein paar flatternden Takten aufraffte, schräg herauf zu diesen wispernden Menschen, die sich gar nicht mehr die Mühe gaben, von dem Ohn- mächtigen Notiz zu nehmen und denen der Geier der Gier im Genick saß und mit den Flügeln schotterte. Ihn fröstelte, er wandte sich zur Seite, wo noch immer in Bescheidenheit und Demut das Mädchen im Kattunkleid stand. Als er sich zurückwandte, oerneigten sich zwei Männer, die ihr Schreibzeug schon am Tische aus- gebreitet hatten: der Notar mit seinem Schreiber. „Doch noch nicht zu spät?" sagte sachlich der Notar und sah aufs Bett hinüber, wo die Farbe ins Gesicht des Kranken wieder einzukehren schien, und setzte hinzu:„Der Herr Geheimrat selbst ist mir bekannt, ich habe schriftlich alles vorbereitet. nur der letzte Wille selber fehlt noch: hat er etwa Ihnen angedeutet, wie— er pauste und sah et- was unbehaglich im Kreis herum aus die gespann- ten Verwandten, die den Atem anzuhalten schie- nen,„ich meine nur, in welchem Sinne und in welcher allgemeinen Richtung— die Zeugen frei- lich hier, soweit sie daran interessiert sein könn- ten. sollten zwischenzeitlich besser draußen auf dem Gange warten, nicht wahr?" Da hotte Doktor Humbser eine Eingebung, wäh- rend unter seinem Stethoskop die Herztöne des Kranken plötzlich wieder schwach und schwächer wurden und die Spur von Farbe im Gesichte wieder schwand: Wie, wenn sein Kranker jetzt ver- scheiden würde, ohne das Bewußtsein wieder zu erlangen? Wie, wenn das Geräufc unter diesen Geiern dann begänne? Wie, wenn sein eigenes Kind sich, arm wie eine Kirchenmaus, wieder ei- der's ncm harten Lebenskämpfe gegenüber sähe, zermalmen könnte...? Ohne Ohr und Stethoskop von der Brust des Kranken fortzunehmen, jagte er in scharfen, kurzen Sätzen:„Jawohl, Herr Justizrat, der Geheimrat hat mir, che ihn die Ohnmacht packte, mitgeteilt, wie er es halten wolle: Die Hälfte sollen die Ver- wandten erben, und die andere Hälfte dieses Fräulein hier, sein Kind—" „Kind?!" stand es feindselig in den Gesichtern aus den Gesichtern. „Mag sein", zuckte der Notar die Achseln,„ober ohne daß dies der Gcheimrat selbst bestätigt, wäre es belanglos und—" Er pauste. „Und?" drängte ihn der Kreis,„und?" „— und in diesem Falle würde alles unter die Verwandten aufgeteilt— natürlich." Durch den Kreis ging ein Aufatmen. Im gleichen Augenblicke fiihlte es der Arzt unter seinem Instrument verebben. Endgültig. Herauf stieg dos Gymnasium. Er stand aus dem Gong. Die Fenster waren offen. Er schmiß sie, dem Verbot zum Trotze, krachend zu. Der Lehrer holte aus— .Herr Gehcimrat", beugte sich der Arzt herab zum Ohr des Toten, ihn respektvoll leise schiit- telnd,„Herr Gcheimrat, es ist doch so, wie ich's sagte: Die Hälfte den Verwandten und die andere Hälfte Ihrem Kinde, nicht wahr?" „Das geht doch nicht... das ist dach... nein, da müssen wir doch bitten", ging es murmelnd durch den Kreis.„Herr Doktor, wir müssen pro- testieren—" „Laßt ihn", kam es weinerlich erlösend aus den Klstcn,„laßt ihn— genau so hob ich's ihm gesagt." Der Raum erstarrte. Der Raum beugte sich. Der Raum begann sich zu leeren. „Schreiben Sie", wandte sich der Notar an den Schreiber:„Der Erblasser verfügte kraft eigener Bestätigung bei vollem Bewußtsein und nickst- geminderter Zurechnungsfähigkeit, was folgt..." Vom 8jaMen >Meumatlömus befrett! III« ich von Zmsser- RdeumanSmnS�Tee Nr. Z5 7Pakele ver- brauch! hatte, war Ich von meinem Leiden Gänzlich befreit. Ich konnte nichr mehr laufen, keine Hausarbeit mehr leisten und kann beute wieder laufen und auch meine Handarbeit selbst verrichten. Ich werde Ihren Rheumatismus-Tee ledermann empfehlen und aqe Ihnen hiermit meinen besten Dank.— Elisabeth Dittrich, 'Nannheim-Käferthal, Mannheimer Straße. mm« Zinsser Rheuma Tee ist ein vorzü.Uich«« Minel bei RbeumalismuS, Gichi, Zfchia«, Äüedenciwn, Herenklbut und Krenzschmerien. Pakt Mt. vcrttirki(D. vi. P.a.) Ml.-.2;. In»irirn Avolbetcn ju haben, ienft bircti.(Serianbanothcte.) ajcrlanacn Sic aber auebrürflid) ,3inffer" und achten Sie auf nebenstehende Schuhmarie &. m. b. H. Dr Zmsfer& Co. Leipzig js Unser Engros-Auslteferunflslager. 3$crlm C25. Prenzlauer Str. 20, Tel. Kupfergraben 2274, weift auf Wunsch Verkaufsstellen gern nach. tiooo Anerkennungen über ZinfsersHau«mi»l notariell beglaubigt). CtnienDungen für biefr Rudrtt sind Berlin TD 68, Lindenstratz» 8. parteinachrichten���Mfür Groß-Berlin stel» an da» Beztrisserrerarlal Z. Hof. 2 Trevoen reiht», zu richten Beginn aller Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 7. Are,». Heute. IS Uhr, außerordentliche Ausammenlunft erwerbsloser Par- teimitglieder im Jugendheim Rosinenstr. 4. Wahlarbeit, Selbsthilfe. Aommt alle. 15. Kreis. Donnerstag, 18. Oktober, 18 Uhr, an bekannter Stelle Areisoor. stand und Abteilungsleiter, 45. Abt, Heute Versammlung der Parteimitglieder, die dem Konsum angehören, im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Einkaufskarte und Partei» Mitgliedsbuch legitlmieren, 46. Abt. Heute Funktionärsitzung an bekannter Stelle. Mitgliederversammlungen und Zahlabende Mittwoch, 12. Oktober. 6. Abt. Am 1», Oktober wurde unser langjähriger Funktionär, Genosse Franz Warzykowski, Schwedter Str. M. 60 Jahre alt. Alle Parteimitglieder gratulieren nachträglich herzlichst, 6. Abt. Dienstag Funktionärkonferenz bei Dobrohlaw, Swinemstnder Str. 11. 21. 22. 23. 24. 24a 25. 26. 27. 30. 81. 32. noi. ausrunions- uno.-zagiaoeiwe ,n Zusammenkünften Vortrag„Der Sinn Abt. Zahlabende in den bekannten Lok . Abt. Äruoue Balkan bei Wenzke.(ll Mittwoch Zahlabend in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen, Abt, Zahlabende bei Rickert, Eteinmetzstr. 36a: Plath, Llltzowufer 7: Seiler, Stoinmetzstr. 29, Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. ahlabende in den bekannten Lokalen. ah labende in den bekannten Lokalen, ahlabende in den bekannten Lokalen. jahlabende in den bekannten Lokalen. «... Zahlabende in folgenden Lokalen: Bontke, Schulstr. 74: Machalett, Drontheimer Str. 4: Pose, Aoloniestr, 15; Tillner, Koloniestr. 43, Ecke Zech. liner Straße: Stenzel, Schwedenstr. 13. Die Tagesordnung wird im Abend bekanntgegeben. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende mit wichtiger Tagesordnung in den bekannten Lokalen. Abt. Diskussions, und Zahlabende in den bekannten Lokalen. In allen der Reichstagswahl". __________ Lokalen. jruppc Balkan bei Wenzke. Gruppe Carl Legien im Hermanns. heim. Referent: Genosse Dr. Ostrowski. Abt. Zahlabende an bekannter Stelle. Abt. Gruppenoersammlung Lokal 1 bis 3, Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Die Funktionäre treffen stch uu, 18 Uhr bei Pohst. Abt. Zahlabende bei Soldschmidt, Etolpifchestr. 36; Meißner, Schioelbeiner Str. 34: Beiß, Bornholmer Str. 1. Abt. Unferm Genossen Paul Schular die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 25jährigen Parteijubiläum.— Zahlabende in folgenden Lokalen: Gruppe l bei Ewert, Gr. Krankfurter Str. 30: Gruppe II bei Jordan, Rüdersdorfer Str. 23: Gruppe III bei Drescher, Stralauer Platz 5: Gruppe IV bei Haber» land, Bndreasstraße Ecke Holzmaritftraße: Gruppe V bei Palentin, Araut» straße 36; Gruppe VI bei Wilkow, Krautftr. 54»: Bez. 304/305 bei Schröder, Friedrichsfelder Straße. 33. Abt. Zahlabend Kittel in der Hirschgnelle, Simon-Dach-Str. 9. Die anderen Zahlabende in den bekannten Lokalen. 34. Abt. Zu den kommenden Zahladenden, die als Straßenzellenoersanunlungen an sechs Stellen am 12. Oktober stattfinden, wird durch die Bezirksführer besonders eingeladen. 36. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 37. Abt. Zahlabende: 1. Bezirk bei Zepke. Ebertnftr. 7, 2. und 3. Bezirk bei Ierafch. Ebertpstr. 10, 4. bis 6. Bezirk bei Raschle. Matternstr. 14. Bericht vom Bezirksparteitag. 38. Abt. Zahlabende in allen Bezirken an bekannter Stelle. Bezirke 188 und 196 Zablabend am 19. Oktober bei Pahlaw, Barnimstr. 13. 41, Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 42. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 43. Abt. Unferm alten Genossen Karl Huter, Hagelberger str. 20, iroch nachträglich die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 75. Geburtstag.— Zahl- abendc in den bekannten Lokalen. 134. Bezirk Zohlabend erst am 19. Oktober im alten Lokal. 45. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Kruppe Groß bei Sommer, Wiener Str. 26. In allen Gruppen Referate. 46. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 47. Abt. 82. und 83. Bezirk bei Rosarius. Adalbertstraße: 97. Bezirk bei Lier, Raunpnstr. 9: 98. Bezirk bei Siedenwpf, Muskauer Straße: 99. und 100. Be. zirk bei Taube, Mantcuffelstraße: 101. bis 105. Bezirk bei Lehmann, Mus- kaucr Straße.— Auf sämtlichen Zahlabenden Referate über die Konsum» genossenschaft in der Segenwart. 48. Abt. Unserem Genossen Ferdinand Schulemann und Frau zur Silbernen -Hochzeit herzliche Glückwünsche.— 20 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 51. Abt. 20 Uhr Zahlabende mit Vortrag in den bekannten Lokalen. 53. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 55. Abt. 9. Gruppe. Zahlabend bei Reimer, Grün» Ecke Kirchstraße. Bericht de» Genossen. Paul Hammer vom Bezirisparteitaa. 56. Abt. I und 3. Gruppe bei Liersch. Kantstr. 68. Bericht vom Bezirkspartei. tgg. 2. Gruppe Zahlabend be! Iuskowiak. Solzendorffslr. 20.„Wahlen am laufenden Band". Referent Dr. Fritz Goldschmidt. 57. Abt. Zahlabende: 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51: 2. Gruppe bei Thunack, Wielandstr. 4; 3. Gruppe in der Eportklaule. Wielandstr. 40. Es sprechen die Genossen Dr. Will, Löwinstein. Iabtonsti über„ReichStagswahlen". 67. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Wurzbacher. Bahnhofsrestaurant Grunewald.„Unser Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse". Referent Gottlieb Reese. 77. Abt. Zahlabende an den bekannten Stellen. 1. Bezirk: Referent Paul Bernstein; 2. Bezirk: Referent Genosse Mielie: 4. Bezirk: Referent Karl Haufe. 78. Abt. 20 Uhr Zahlabende: 1. Bezirk bei Wandtke, Bahnhofsrr. 25: 2. Bezirk bei Köllmer, Hauptstr. 8; 3. Bezirk bei Schmidt, Ebersstr. 18; 4. Bezirk bei Ehrist, Ebersstr. 40. 81. Abt. Zahlabende: 1. bis 3. Bezirk bei Klabe, Handjerpstr. 60/61. Referent Genosse Paulus. 3. bis 5. Bezirk bei Baginski, Stubenrauchstraße. Referent Genosse Glöge; 6. Bezirk bei Lehmann, Born. Ecke BUsingstraße. Referent Genosse Cohn. Thema in allen Abenden„Die kommenden Wahlen". 82. Abt. Zahlabend bei Schulz, Birkbuschstr. 17. 83. Abt. Zahlabend für West I bei Rohde, Roonstr. 39, Ecke Aindcnburgdamm. Referent»: Genossin Räder-Großmann:„Unsere Anträge im Reichstage".— Für West II bei Schilling, Lichlerfelder Festsäle, Stehbierhalle. Referenten Reichskommissor Genosse Daniel Stücklen und Ministerialrat Genosse Karl Knoner:„Die politische Lage".— Für Ost bei Bubrick. Lorenzstr. 36. Referent Genosse Dr. Richter:„Die politische Lage".— Für Süd bei Fritsch, Berliner Str. lZ3b. Referent Oberschulrat Genosse Dr. Otto Koch: „Die politische Lage". 85. Abt. 20 Uhr Zahlabende: 3. Bezirk bei Hennig. Manieusfel- Ecke Friedrich. Wilhelm-otraßc. Referent Otto Burgemeister:„Sozialdemokrotie und Reichstag swohlen".— 5. Bezirk bei Henning, Koiser-Wilhefm. Ecke Mollkestraße.— 6. Bezirk bei Schäfer, Ringbahnstr. 12. Referent Genosse Iocki.— 7. Bezirk bei Happel, Gottlieb-Dunkel- Ecke Germaniastraße. Refe. rent Genosse Joachim. 86. Abt. Zahlabende: l., 2. und 7. Bezirk bei Merkert. Kurfürstenstr. 21: 3. bis 6. Bezirk be, Görlitz, Ehausseestr. 19: 8. bis 10. Bezirk bei Dhonau, Frieden. straße 6 Bericht vom Bezirksparteitaa. 88. Abt. 20 Uhr Mitgliederoersammlung in der Schule Roonltraßc.„Unser Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse". Referent Wilhelm Reimann. 89. Abt. Zahlabende an den bekannten Stellen. 90. Abt. Zahlabende>n ollen Bezirken in den bekannten Lokalen mit Ausnahme der Bezirke 49 und 61. 92. Abt. 20 Ubr Zahlabende an folgenden Stellen: 29,.. 54. und 55. Bezirk bei Rippert. Harzerstr. 88. Referent Hans Turß.— 51., 58. und 60. Bezirk im Iägerheim, Wildcnbruchstr. 81. Referent Herm. Harnisch.— 52.. 53. und 37. Bezirk bei Fiedler. Elbe»-Ecke Schandaucr Sir. 1. Referent Mar Fechner. -- 56. Bezirk bei.Fischer, Heidelberger Str. 31. Referent Fritsche.-- 39., 81, und 82. Bezirk bei Wolif. Koiser-Friedrich-Str. 173. Referent Herm. Köhn.— 62., 80. und 85. Bezirk bei Borcheri. Rofeggerstr. 0. Rejerent Luche.— 63. und 79. Bezirk bei Simon, Berthelsdorfer Str. 9. Referent Einer.— 37. und 88. Bezirk bei Schneidet. Rofenstr. 7. Referent Wölfl.- Tagesordnung: 1. Die Reuregelun« der kommunalen Verwaltung in den Berliner Verwaltungsbezirken: 2. Berichte vom Bezirksporteiiag und der Kreispertreterperfammlung. 93. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 97. Abt. Zahlabende: 99.. 100. und 125. Bezirk bei Kutzki, Lein« Ecke Hermann, itraße. Referent Genosse Zähle.— 129. und 130. Bezirk bei Helmke. Warthe. platz. Referent Genosse Zähle.—>23. und 134. Bezirk hei Gramfe, Her- Ecke Nogatstroße.. Referent Genosse Moll.— 131., 13Z. und »".ubr CAS!N9- THEATER � Lothringer straße 37. staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Was ihr wollt StädLOiier Charlottenbure Fraunhofer 0231 Dienstag, 11. Okt 20 Uhr Turnus IV Ein masüenöaii (Neneinstodieiung) Nerneth, Onägin, Berger, Pataky, Reinrnar, Destal, Diner, Gonszar Dirigent: Fritz Busch a. G. Tägl. 5 u. 8y. Uhr 3ANDREU RIVELS BARNABAS VON BtCZY OTTO WALLSUR6 MM IHM Weidend. 5201. *8 Uhr Rose Bernd von Gerhart Hauptmann mit Pania Wesseiy Kammerspieie 8 Uhr Schuttes Bühne Das WliDis vonRich.Billinger PLAZA Bähe Stilles. Bhf. 5 u. 816, Stgs. Z,5,815 U. E 7 Weithal 4031 Oer Bettelstudent "Theater am SchiHbauerdamm D 2 Weidend. 9955 Täglich SVa Uhr „Kolonne Immergrfin" Herl. Ken. v. Hais Breeceit mit Harald Paalsen Tägl 8Ve Uhr Grete Mosheim Oskar Homolka in Pygmalion VOLKtBCIHNE Theater am Bülawptatz ) I. Norden 2944. Täglich 8 Fhr Die Ratten Regie: Heinz Hilpert Kithe Dorsch» Eugen Klopfer, Otto Wernicke Stettiner Sänger Reichshatlen-Theater (Dönhoffplatz) ' Dir. Meysel. Dir. Bejsel. Tägl 8.15 Uhr. Sonntags 3.30 Uhr(ermäßigte Pr.) Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanzt** TlieateriWestens IC 1 Steinpl. 0931 E Täglich 1 4>, und 8)4 Sonnt2i4,5u.8V4| paganini II.V«ntellg.0.30— 1.50 I 7. u. 3. Vont. 0.30-2.50| «WD Berlins ZMmy Auch Sonntags nachm. 4 Uhr I Täglich 8x/< Uhr 1 SrHji Massary Eine Frau, die weiU, was sie wfll! Urotmansir. 70,71 SteinpL(C 1) 6715 Täglich 8V< Uhr nur mdi 3 VinitUoign: Der 18, Oktober Freitag, 14. Okt 80. Uhr: Erstaufführung nooert u. Bertram Kleines Tb. 8' I Merkur 1624 Unter den linden 44 liitnng: Eggen leider. General Pem 1 gründft lio Königrsidi 1 Komödie von Siodbad 1 Regie: Eugen felber. U Preise v. 1.-M. an. m Snserate im A Vorwärts Schern Erfolg! Humor! Stimmungl Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg als Tante Julchen. Gutschein tfir die Leser 1—> Personen Faut. 0.75 M-, Sessel 1 25 M.. Park. 0230 M Rose- Theater ßroöe frenkfurter SiraBe 132 Fei. Weidisei k 1 3422 8.15 Uhr Der Hauptmann von Köpenick B. B. O. Bendows Bunte Bühne Kottbasser Straße 6 früher„Elite- Säuger" IM m geiood! Tgl. 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' t vom Bezirksparteitog: 2. Verschiedene».— äst Ohl. 99. 9», 101. 103. 108. 198a. 169. 119. III. 114. 115. 11«. 1«. 124. vor st ehern o'rsdhläqe«ihliefern. Abt. Bez. Buckow. Zohlabend bei Discher. Buckow. Deii. Ehausseestr. 12. .Fampf der Partei für den kommenden Reichstag". Referent Gen, Adler. . Abt. Zahlabende: 1491490. Bez. tm Lakai„Lindenpark". 151. Be, im „Buschirug". 150 161., 162. Bez. bei Wolf. Ausschank. Rudower Straße� Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. SO Uhr im großen Saal de»„Stadttheater". Friehrtchstr. 6. Mit» gliederversammlung. Dericht vom Bezirksparteitag. . Abt. Zahlabende: Bezirk nördlich der Bahn bei Marx, früher Klose, Rahlsdorler Str. 1. Bezirk südlich der Bahn im Gesangsiaal der 6. Volk». ~' tag— Unsere Wahlarbeit, gener Verkaufsstellen de» Platz. Beginn SO Uhr. Er. »linen aller parteigenässifchen Mitglieder de» Konsum unbedingt notwendig. t. 20 Uhr bet Werner, Käpentcker Str. 125. Mtgliederversammlung. t&ii kommenden Reich»tag»wahl«n". Referent Bruno Lösche. Abt. 20 Uhr Mitgliederoersammlung bei Heimann, Waltersdorfer Str. 100. „Unser Kampf für die Redhte der Arbeiterklasse". Refetent Leo Sternberg. Abt. Mitgltederverfammlunä im Loaenkastno, Knorrpromenate 2.„Unser Kampf Mr die Rechte der Arbeiterklasse". Referent Alfred Henke. Abt. Die Mitgliederversammlung am Mittwoch wird um 19 Uhr eröffnet, da um 22 Uhr dl« Aula gcsdilossen wirb. Bericht vom Lezitkeparreitag. Referent: Robert Breuer. Das Mitgli,d»buch ist mitzubringen., t. Zahlabende: bei Klucke, Scheffelftr. 10. Schmidt. Landeberger !e 11. gahlabend h«i Wegener fällt au». Dafür nächst, Woche Mit. "bring. Eövenicker Str 759/I91. >ussee Tl. gahlabend bei gltederverlainmlung . Ab». 20 Uhr Miigliederversommlung hei „Marrrsmuz". Referent Dr. Dzrobeck. Abt. Zohlabend« stnden statt für Mahl-dorf.Hohe im Lokal Jakob. Lemke, str. 150: für Mabledork.Lrt>.m Lokal Anders. Bahnhofftr. 35 37: für Siedlung T'il 1!M Lofol„Nordstern", Hönower Str. 49, Vortrag de» Gen. Hans Sehner„Die Ziele des Reichstagswahliampfes"; für Siedlung Teil II im Lokal Schmidt, Mariendurger Str. 8.— Achtung! Für alle südlich der Berliner Chaussee wohnenden Parteimitglieder neuer Bezirk Rathausotertel. Zablabend im Lokal„Bürgerwälddien" Iuh. Möhrke. Köpenickcr Allee 154. JUcfctot des Gen. Theodor Kotzur:„Dre Ziele der Kaifer-Friedrich. .„. �*6. 3 bei Kader, Berliner Brnzsir. str. 46,„Freiwilliger___________.—,______» m. Bez. Sa bei Grosse. Kisstnaensti. 11: Bez. 8d bei Äaegler, Kissii�enstr. 24»: Bez. 9 10 Rest.'Mühleneck, Mühlenstraße Ecke Brennerftraße. 129. Abt. Zahlabende: Gruppe 1— 4 im Lokal„Sängerheim", Florastraße. Berich: vom Bezirksvarteitag. Referent Fleck. Gruppe 5—8 im Lokal „Türtisches Zell". Breite Straße. Bericht vom Bezirksparteitaa. Referent Schöttler. Gruppe 9—10 im Lokal Neumann, Mendelftraße. Bericht vom Bezirisparteilag. Referent Gromodla. 136. Abi. Zahlabende in folgenden Lokalen: Bez. 5e bei Kemnitz. Graf.Rödern. Allee: Bez. 5. 7, 7z. 9 und 22a bei Kiehne. Restdenzstr. 9: Bez. 4. 8. 10. 17. 18 und 19 bei Rochbaus, Restdenzstr. 156: Bez. 22 und 20 bei Stein. dach, Arosir Allee Ecke Appenzeller Straße: Bez. 12, 16. 16» und 21 bei Hoümann. Workftraße Ecke Holländsrftraßs: Bez. 11, Iis bei Lobitz. Pan. kower Allee Ecke Kühleweinstraße: Bez. 15. 25. 27 bei Reumann. Pankow» Allee Ecke Provinzstraße: Bez. 13, m, 14, 23. 24, 26 bei Zech«. Provinz. straße Ecke Frühlingstraße. 137. Abt. Zablabende: Heese. Berliner Str. 73. Mater, Eichbornstr. 94. Volks» haus, Scharnwebsrstr. 114., 138. Abt. Mitgliederpersammlunz im„Alten Sportbaus", Auguste.Biktoria. Siraße. Referent: Genosse Kallner.„Unser Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse." 139. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. 140. Abt. Bei Aoitschach. Ernst. Ecke Konradstraße, Mitgliederoersammlung. „Unler Komps für die Rechte der Sozialdemokratie." Referentin: Marie Kilnert, M. d. R. Alle Mitglieder nebmen daran teil. 140s. Abt. 20 Uhr Zahlabende: Bezirk 1 bei Heese. Berliner Str. 73. Bezirke 2, 3. 4. 5 und 8 bei Schulz, Dorfaue, Hauptstr. 56. Bezirk« 6 und 7 bei Schusz, Nordbahnhof, Oranienburger Straße. Zrauenveranstattungen. 5- Kreis. Donnerstag, 13. Oktober, im Heim Tilstter Str. 4—5. Fortsetzung ües Schulungskurfus:„Dill Hitler Sozialismus?" Reierentin: Kätbe Kern. 7. Kreis. Donnerstag. 13. Oktober, 19 bis 20 Uhr, Funktionärinnensttzunz im Jugendheim Rofinenftr. 4. 136. Abt. Donnerstog. 13. Oktober, 20 Uhr, Helierinnensttzung in der Baracke Lindauer Straße. 'Arbeitsgemeinschaft der kindersreunde Groß-Berlin. Krei» Steglitz. Adt. Albrechtstraße. Jugendheim Albrechtstr. 47. Diengtag. 17 Uhr. Lesen und Singen.- Abt. Frieseustraße. Schule Friesenitratze. Mittwoch. 17 Uhr. Falkenoolloerfammlung.— Abt. Lichterjelde. Mittwoch gehen wir zum Lilienthol-Denkmal. Treff. punkt 13>2 Uhr Lichterfelde-Oft. Freitag. 17 Uhr. Oberreolschule, Gesellschaftsspiele.— Abt. Lankwitz. Dienstag. 17 Uhr. Schul« Schuistroße Basteln. Mittwoch zum Botanischen Garten. Treff. punkt 10 Uhr Kirche. Freitag, 17 Uhr, Basteln. Krei» Reulölln- Der Falkenrat tag: morgen, Mittwoch, 17 zh Uhr, im Kreis. heim Ganghoierstraße.— Abt. Lidukämpier. Iungfalken und Rote Falken. Heute, Dienstag, ITh Uhr. im Heim Ganghoferftraße Bollperfammlung. i Pflichiveranstoltung, Falienkleidung.) Sterbetafel der Groß-Verliner Partei-Organisation 53. Abi. Treffpunkt zur Einäscherung des Genossen Alfred Will Mittwoch, 17 Uhr. Wittenbergplatz. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Vorstand. 85. Abt. Unser Genosse Johann Wanzlick, Oderlandstr. l, der über 3 Jahr. »ebnte der Partei angehörte, ist. 70 Jahr« alt. gestorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Mittwoch, IS', Uhr. im Krematorium Baumfchulenweg. Um rege Beieiltgung wird gebeten. jMSoziaiMcheArbetterlugendGroß-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an Sa» Iugendsekretarial Berlin SÄ 68. Lindenstraße 2. vorn l Treppe rechfs. Soziattstischer Wettbewerb: Alles fllr!».e ArbeiierNasle! Alles für sen Sozialismus! Stand der AbteUungeu Rosen.thaler Vorstadt 22 400 P.. Steglttz ll 17 812, Könenick ri 17 436. Steglitz I 13 676. Jchillerparf 11 780, Sewerkschaftshaus 10 390, Hallsiches Tor 9690, Neukölln ni 9395. Zehlendorf-Dahlem»848. Buch- holz 8470. Kaulsdorf 8000, Schönederg m 7918. Lichtenberg-Nordwelt 7600, Friedrichsield« 7215, Hohenschönhausen 7111, Borschauer Viertel(R.-F.l 6794, Lübar» 6690, Sefundbrunnen I 6440, Arnimplatz 6199, Arnswalder Platz II 5726 Nordoss II 5ZI0. Eharlottenburg.Nord 5465, Neukölln I 5410 Punkt». heut«. Dienstag, 20 Uhr. a: Waisenstr. 18. Reichstagesttzung inndbrunne» Ii Pofenburger Str. 6. Brochtnoller Abend.— Gesundbrunnen Ii! Kolon'estr. 22. Das System ist schuld.— Humboldthain: Lortzina, Ecke Graun, straße. Der Falchiimus— feie Gegenrevolution.— Norden: Putbusset Str. 23. Da» neue Spanten.— Wldding: Willdenowstt. 6. Aufgaben der Sewerk, schaften.— Dedding-Rord: Turiner Ecke Siestraße. Heimabend.— Arnnnplatz! Sonnenburger Str. 00. Tagespolitik.-. Arn-Ivalder Platz I: Schönlanier Straße 11. J 6. Erlebnisse be' einer Operation.— Balkon: Mandelstr 2. Arhettszem einschalt.— Helmhaltzplatz; Kastanienallee 81. Kameradschairsehe.— Hatzcnjchönyausen: Schallplattenobenb.— Rardoften I: Danzi.aer Str. 60. B. 3. Kapital'stischer Zusammenbruch oder sozialistischer Aufbau:— Beißenfei: Caseler S». 2. Alkohol und Rikolin.- Warschauer Biertel I: Litauer Str 18. Tagespoli- ~ 128. zum Ardittsolenst.— suowcst: Lindcnftr. 4. Sexuelle Fragen. —- Friedenau:"Offenbacher Str. 5». Aus den Lugendtagen unserer Führer.— Schöneberg I: Hauptstr. 15. Lichtbilder: Wir wandern.— Schöneberg II: Hauptstraße 15. Moderne Flugzeugtcchnik.— Schöneberg III: Hauptstr. 15. Warum Arbeiterjugend?— Sharlottenburg: Rosinenstr. 4. Proletarisch- Kunst.— Charlottenourg-Norb: Kaiserin-Augusta.Allee 97d. Politlsch-satirischer Abend.— Westend: Sportplatz Westend. Turnen.— Steglitz I: Albrechtstr. 47. Mit» gliederversammlung.— Zehlendorf�ahlew: Zinnowaldschule. Liederobend.— Lichtenrade: Dorfstr. 36. Wir und die Kinderfreunde.— Britz: Idealhalle. Hanuemannstr. 41. Unsere Stellung zum Film.— Neukölln I: Sanoer- Ecke ~'II: Stcinmetzstr. 94. Die faschistische Oobi Neukölln III Gefahr in Deutschland.— Neukölln IT: Kanner Ecke Böhmische Straße. Ent. Wicklung des Sozialismus, 2. Teil.— Reukölln TU: KMS. Arheilsgemein- schaft.— Neukölln 5111� Schule Rütlistraße. Stellung der Frau im öffeut- lichen M' Liederabend.— Treptow: Elsenstr. 3. Sexuelle Fragen.— Köpenick I: Grünauer Straße 5. Ausspracheabend.— Köpenick II: Dahlwitzcr Str. 15. Bursche und Mädel in der Gemeinschaft.— Ltchienderg.Nordweft: Dossestt. 22. Das Kam. munistisch« Mannest, l. Teil.— Ntederichonhanien: Lindenstt. 47. Heimabend. — Pankow II: Gärschstr. 14. Die Partei zum heutigen Staat. —'"'"~'- i: spieltruppe„Junge Hammerschaft" übt erliner Allee. Tittenau. Hauptstr. 13. Thema Redner: Ernst Hoffmann. Mitgliederversammlung in der Schule in a: Demokratie oder proletarische Diktatur? »�reie Gewerkschafts-Zugend Verlin Heute, Dienstag, 11. Oktober, 19� Uhr, tagen die Gruppen: Gewert. schastshaus: Jugendheim Gewerkschaftshaus, Engelufer 24— 25. Martha John kommt.— Steglitz: Jugendheim Flemmingstr. 14d. Bunter Abend.— Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69—79. Aktuelle Gewcrkscha'ts- fragen und Einheitsfront.— Spandau-Wilhelmstadt: Jugendheim Sportplatz, Seedurger Straße. Bürgerliche oder proletarische Jugendbewegung.-- Pankow: Iungenoheim Kissingenftr. 48, Zimmer 5. Aktuelle Wirtschaftsfragen.— Treptow: Jugendheim Elsenstr. 3(am Bahnhof Treptow). Die Reichsverfassung— tm Jahre 1932.— Frankfurter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18. Berliner Abend. — Landsberger Platz: Jugendheim Diestelmeyerstr. b. Wa� ist Sozialismus? """"---- 22. Aus der Entwicklung der Gewer?. jeim Gunterftr. 44. Freie Gewerkschaften ____ karlshorst, Treskowallee 44(Kant-Schule). Wirtschaftsvrogramm der Reichsregierung und der Gewerkschaften.— �Arkono- plag: Jugendheim. Schule Elisadetbkirchstr. 19. Gewerkschaften und Wirtschaft. — Schönewcide: Jugendheim Hasselwerderstraße, Mädchenschule, im Keller. Ausspracheabend.— Adlershof: Jugendheim Adlershof, Bismarckstr. 1 Wir üben im Jugendheim.— Iuaendgruppe des Gesamtverdandes: Jugendheim Gewerkschaftsyaus. Engelufer 24— 25. Großer Werbeabend.— Friseurgruppe: Fachliche Demonstrationen, Rezitationen, Musik. Zugendgruppe des'Zentralverbandes der Angestellten geudheim Lehrter Str. 13—19. Kurzreferate.— Heute ob 20 Uhr Sprechcher» prebe in der Turnhalle Baruther Str. 20. Berliner Gewerkschafksichule. eute. Dienstag, beginnen folgende Kurse: ). 1. Gas mutz der Betriebsrat und Gewerkschaftsfunktionär vom Be» tvieb und von der Wirtschaft wissen? Beginn: W1'* Uhr im Leibnftz'Grimnastum, & C. 5. Die" deutsche und die Weitwirtschaftspolitii in der Krise. Beginn: Mariannenplatz 27— 28. C. 3. Di« deutsche.. 191, Uhr im öopbien.Lnzeum. Weinmeistersir. 16— 17. Nu. 6. Voltswirischartliche Arbeitsgruppe für Anfänger. Beginn: 191. Uhr im Buchbindersttzung-saai. Engelufer 24—25, Aufgang C, 3 Treppen. C. 7. Volkswirtschaftliche Arbeitsgruppe für Fortgeschrittene. Beginn: 19 Uhr im Sophien-Lyzeum. Weinmeisterstr. 18—1" Svmnastum. Morinnenplatz 27—28. Anmeldungen für die Kurse werden aus dem 1 Kursusabend angenommen- Tetlnebmergebühr für 10 Adende 2 Mark. Kurzarbeiter und.Tugend!, che zahlen 1 Mark. Arheitslosen ist die Hörergebiihr erlassen. Vortrage, Vereine und Versammlungen Deutscher Arbeiter-Abstiueutea-Bunö, Ortsgruppe Berlin. Funktionär- fchulungskurlus. Dienstag. 18. Oktober.„Alkohol und Bolksgesundheit." Referent: Genosse Dr. Drucker. Dienstag. 25. Oktober.„Alkohol und Bolks» Wirtschaft." Referent: Genosse Dr. Braunthal. Dienstag. 1. November.„Alkohol und Arbeiterklasse." Referent: Genosse Hoheisel. Dienstag. 8. November. „Die Anti.Alkoholbeweguna." Referent: Genosse Katzenstein. Dienstag. 15. November. Reiapitulattons. und Drskufstonsabend. Die Kursusabende finden sämtlich Engeluier 24—25.(Eewerlschaftehauel. Aufgang B, parterre. Raum 3, statt, und beginnen um 20 Uhr. An der Alkoholfrage interessierten Genossen, die nicht Bundesmitglieder sind. Te'.lnahme gestattet. Meldungen an Genossen Tinnen, 31. 20, Badstr. 62—63. Teilnahme kostenlos. Sichtenberger Bereit! für EiuheitskurzfSrist Dienstag. 11. Oktober. I9th llhr. frubere Knaben.Mittelfchul», Morrtftr. 10, Anfängerlehrgang. Pereitzigutza ehe». Kriegsgefangener, Gruppe Süden. Donnerstag. 13 Ok» tober. 20 Uhr. bei s..Kruger. Grrmmstr. 1.