Abend- Ausgabe Nr. 484 B234 49. Jahrg. Rebaktion unb Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher- A7 Amt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammadresse: Sozialdemokrat Verlin BERLINER VOLKSBLATT DONNERSTAG 13. Oktober 1932 In Groß- Berlin 1t) Pf. Auswärts....... 10 Pf. Vezugsbebingungen unb Anzeigenpreise siehe am Schlich des redaktionellen Teils Jentealorga« der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Daubmann Bin Kapitel der Kriegspsychose Der Hauptmann von Köpenick, der falsche Zollernprinz Harry Domela,— sie paßten unter die Rubrik: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Der falsche Heimkehrer Daubmann ist kein Scherz, er ist nur bittere Ironie und— allerdings in erhöhtem Maße— tiefere Bedeutung. Dieser Fall gehört nicht in die Reihe der lustigen Hochstapeleien. Seine Ahnengalerie ist eine ganz andere. In sie gehören die„Flieger- bomben" auf Nürnberg und der„gesprengte" Eisenbahntunnel von Cochem, absolut er- fundene Ereignisse, die gleichwohl dazu dienen mußten, um im Jahre 1914 die deutsche Kriegserklärung an Frankreich zu begründen. Der Fall Daubmann konnte nur deswegen öffentliche Bedeutung gewinnen, weil er der nationalistischen Richtung zum Vorwand diente, eine neue Haßpsychose gegen Frankreich zu entfesseln. Er ließ sich so schön in das Programm derer einreihen, die in der deutschen Aufrüstung(bezeichnet als „Wiedererlangung der Wehrhoheit") das A und O der deutschen Außenpolllik erblicken. „Seht ihr", predigte die nationalistische Presse,„so gemein wird das wehrlose Deutsch- land von Frankreich behandelt. Daubmann ist nicht der einzige, der zurückgehalten wurde. Noch Dutzende, noch Hunderte deutscher Straf- gefangener schmachten wahrscheinlich unter der erbarmungslosen Sonne der Arbeitslager in den deutschen Kolonien." Die nachdrückliche und feierliche Versicherung der französischen Regierung, daß nicht ein einziger deutscher Kriegsgefangener mehr von Frank- reich zurückgehalten werde, wurde von der nationalistischen Presse mit spöttischem Lächeln abgetan: was sei auf diese gallische Tücke schon zu geben?! Der Feind lügt, er hat immer schon gelogen. Aber gelogen wurde ganz wo anders. Gelogen wurde von einem kleinen, neben- sächlichen Schwindler, von dem sich eine große „nationale" Presse willig belügen ließ. um dann im Chore m i t z u l ü g e n. Gerade die Hugenberg-Presse, die jetzt eil- fertig von dem entlarvten Schwindler Hummel abrückt, sie sei daran erinnert, daß die Hugenbergsche„Nachtausgabe" in einer langen Fortsetzungsserie Schicksal und Heimkehr des angeblichen Daubmann mit deutlicher Tendenz gegen Frankreich ge- schildert und die Lügen dieses Hochstaplers für wahr erklärt hat. Daubmann war für Hugenberg eine neue Großfürstin Anastasia. Geschäft und nationalistische Hetze in einem. Wahrscheinlich wäre die Entlarvung dieses nicht einmal besonders geschickten Schwind- lers innerhalb 24 Stunden möglich gewesen, wenn nicht eine gewisse Richtung unter allen Umständen hätte an ihn glauben wollen. Die in Afrika nicht wachsenden Kokosnüsse, von denen der falsche Daubmann auf seiner Flucht gelebt haben wollte,— sie hätten jedem denkenden Menschen genügt! Zwei, drei geschickte Erinnerungsfragen hätten den Schwindler entlarvt. Aber wie wurde es aemacht? Frage:„Weißt du noch. wie wir beide damals in der Neujahrsnacht gefroren haben?"— Antwort:„Ja, kalt ist's gewesen." Hocherfreutes Staunen:„Hört, er erinnert sich noch." Die nationalistische Dummheit und Leicht- gläubigkeit hat sich wieder einmal grenzenlos blamiert, blamiert wie in den Fällen des Harry Domela und des Hauptmanns von Köpenick. Entlarvt aber ist mit ihr die Skrupellosiqkeit der nationalistischen Hetzmethoden. Der Fall des falschen Daubmann könnte eine Warnung und Lehre sein,— wenn der nationalistisch verhetzte Teil unseres Volkes der Vernunft zugänglich wäre. Morgen Schluß in Leipzig Die AnmaQung der Reichsregierung wird zurückgewiesen Eigener Bericht des„Vorwärts" F. Kl. Leipzig, 13. Oktober. 3m Prozeß um Preußen, der nun feit Tagen vor dem Siaatsgerichlshof geführt wird, versuchte heute der Vorsitzende die userlosen Auseinandersetzungen dadurch einzuschränken, daß er den Abschluß der Verhandlungen für(fr ei tag als sein Ziel ankündigte. Ob das Ziel erreich! werden kann, bleibt jedoch abzuwarten. Heute jedenfalls wurde das Palaver um die Möglichkeiten, die die Anwendung des Artikels 48 gibt, zunächst durch eine breite und krause Rede des Professors B i lf i n g e r- Halle fortgesetzt. Von ihr mußte selbst der Vorsitzende feststellen, daß es auch am Gerichtstische schwer sei, ihr zu folgen. Aber auch der Vorsitzende trägt nicht wenig dazu bei, die Diskussion auf immer neue Nebenwege abzulenken, obwohl er der Meinung zu sein scheint, daß er sie konkretisiere. Heute richtete er z. B. an den preußischen Vertreter, Ministerialdirektor Dr. Brecht, direkt die Frage, wann etwa nach dessen Meinung eine verfassungsmäßige Lande s- regierung aufhöre verfassungs- mäßig zu fein. Brecht hatte nämlich gestern bei der theoretischen Erörterung die Möglichkeit zugegeben, daß eine an sich verfassungsmäßig zustandegekommene Landesregierung durch Hoch- verrat sich außerhalb der Verfassung stellen könne. Nun will Bumke die Frage beantwortet wissen, wann denn solche Möglichkell eintreten könne. Erst wenn die Tatsache hochverräterischer Absichten oder Handlungen gerichtlich festgestellt sei oder wann sonst. Es liegt aus der Hand, daß die Besprechung so merkwürdiger Fragen zu end- loser Spinnerei Anlaß geben tonn. Aber die Frage selbst schließt für den Hörer gleichzeitig die Unterstellung ein, daß sie auch aus die preußische Regierung Bezug habe. Wollte Rumke wirklich andeuten, daß die verfassungsmäßige preußische Regierung mit Recht im Verdacht stehen könnte, durch Hochverratsabsichten die Absehung gerechtfertigt zu haben? Zunächst freilich nahm nicht der preußische Ver- treter das Wort, sondern der bayerische Staatsrechtler Nawiawski, der in geistvollen Darlegungen die Stellung der Diktatur- regierung zerpflückte. Er machte darauf auf- merksam, daß in Leipzig heute konkrete Geschichte gemacht werde, mehr als in München, wo Papen redete. Es handele sich hier für Preußen um die Wiedergewinnung einer ge- nommenen Rechtsposition und für die süd- deutschen Länder um die zukünftige Sicherung einer Rechtsposition— für die Reichsregierung ober um die Verteidigung einer neu gewonnenen Machtposition. 3n seiner Rede kam Nawiawski auch aus die wiederholt angezogene Begrüßung des verboten gewesenen„vorwärts" durch Severins zu sprechen, wenn die Reichsregierung sage: Das geht doch nicht, so sage ich: Das geht sehr wohl! Wenn z. B. der„Bayerische Kurier" aus Geheiß Berlins verboten werden sollte und der bayerische Minister seinem Parteiblatt den Wunsch ausdrückt, daß es nach wiedererscheinen Erfolg haben möge, so sei das durchaus natürlich und keine Achlungsverlehnng. Eine Achtungsverletzung aber würde darin zu erblicken sein, wenn etwa der Reichskanzler den bayerischen Minister zu sich bestellte, um ihm mit- zuteilen, daß er abgesetzt sei. Ebenso abwegig sei die Bezugnahme auf die Wahlrede S e v e r i n g s, auf die sich Gott- Heiner immer beruft. Wenn Severing auffordert, die Regierung Papen davonzujagen, so sei das doch eine Wahlaufforderung, deutlich, wenn auch nicht sehr höflich. Unhöflich könnte man auch in Bayern sein. Aber eine solche Wahlaufforderung, die eine Kritik an der Reichs- regierung einschließe, sei kein Grund, den Artikel 48 zu bemühen. Die Stellung des Reichskommissars, der sich weder dem Landtag noch sonst jemand außer dem Reichspräsidenten verantwortlich fühle, gleiche der physikalisch un- möglichen Gestalt des„freischwebenden Kugel- blitzes". Professor Heller, der Vertreter der sozial- demokratischen Landtagssraktion, erzielte durch einen temperamentvollen Vorstoß die nochmalige Bestätigung, daß der wesentliche Grund des Streichs vom 20. Juli der sei, daß die Minister Braun und Severing Sozialdemokraten sind. Nach Ansicht der Regierung papen sind Sozialdemokraten an sich nicht geeignet, Landesminister zu sein. Sie würden immer unfrei gegenüber Kommunisten sein. Heller nannte diese Aussassung der Reichsregierung deutlich eine Anmaßung, die um so stärker wirke, als die Regierung selbst nicht die geringste politische Basis habe und nur Ansichten gelten lasse, die denen der Deutschnationalen Partei entsprechen. Auch durch die Absetzung der zahlreichen sozial- demokratischen Fachbeamten— wie Harnack, Simons, Kranold— habe die Papen-Regierung deutlich zum Ausdruck gebracht, daß reine P a r t e i a b s i ch t e n bei ihr maßgebend seien, nicht aber die, die gar nicht gestörte Ruhe und Ordnung wiederherzustellen oder tatsächlich nicht verweigerte Pflichterfüllung gegen das Reich zu erzwingen. An Hand der Geschichte der amerika- nischen Bundesverfassung wies Heller noch einmal darauf hin, daß der Verfassungskonflikt, wie er jetzt entschieden werden muß, in anderen Staaten schon deshalb unmöglich sei, weil dort die Absicht bestehe, den Konflikt zu beseitigen und ihn nicht künstlich hervorzurufen. VerfassungsdMat von oben? ?apen soll über die„Schwelle" gehen! Als Hitler im Bürgerbräukeller in München seine Pistole in die Decke abfeuerte, wollte er Herrn von Kahr„den Absprung e r l e i ch t e r n". Die Münchener Rede des Herrn von Papen, in der er den Plan einer neuen reaktionären Verfassung skizzierte, hat staatsstreichlüsterne Kräfte auf den Plan gerufen, die Herrn von Papen weiterstoßen wollen. So schreibt die„Deutsche Zeitung" Nr. 241a: „Bei alledem bleibt auch nach der grundlegenden Münchener Rede des Reichskanzlers die Frage offen, ob die Regierung gewillt ist, aufs Ganze zu gehen. Wenn jetzt Herr v. Papen seinen VersassungsentWurs dem neuen Reichstag vorlegen will, so bedeutet auch das mir das Hinaus- 1200 Bergarbeiter verhaftet TVänengas gegen Märtyrerfeier Eigener Bericht des„Vorwärts" New Jork, 13. Oktober 3n Tayloroille. dem Streikzenlrum von Illinois, wurden bei einer Gedenkfeier anläßlich des Verdener Arbeitermassakers von 1898 1200 streikende Grubenarbeiter von Miliztruppen verhastet. Die Mehrzahl der verhafteten wurde abends gegen das versprechen, die Ortschaft freiwillig zu verlassen, wieder freigesetzt. Spätere Straßenumzüge von Demonstranten, die von den Märtyrergräbern zurückkehrten, zerstreute die Polizei mit Tränengasen und wasfengcbrauch. hierbei erlitten zahlreiche Personen Verletzungen. Unter den Demonstranten befanden sich 400 Mitglieder der ehemaligen Bonus-Armee. Die Arbeitslosenunruhen in Belfast haben bisher zwei Todesopfer gefordert. Die Stadt ist noch keineswegs ruhig. 3n der Nacht zum Donnerstag dursten die Bewohner mancher Stadtteile schon von 22 llhr an ihre Häuser nicht mehr verlassen. Die Polizei patrouilliert in Panzerwagen. Die Gewerkschaftsführer in Belfast beschlossen, einen Generalstreik auszurufen, wenn die Forderungen der Arbeitslosen nach einer Erhöhung der Unterstützungssätze nicht angenommen würden. Obwohl die Regierung die größten Anstrengungen macht, den wünschen der Arbeitslosen entgegenzukommen, ist bisher noch keine Einigung erzielt worden. schieben einer Entscheidung, die nun einmal unausweichlich ist und bleibt! Die Reform der Verfassung und des Reiches kann— das steht unter den obwaltenden Verhältnissen fest— nur aus dem Wege des Zwanges von oben, allenfalls gestützt durch die Länder über den Reichsrat, durchgeführt werden. Weitere Versuche parlamentarischer Art würden — daran scheint man nicht zu denken— denen recht geben, die sich aus die parlamentarischen Spielregeln berufen. Die Regierung Papen würde damit ihr eigentliches Daseinsrecht, das Recht der Tat, preisgeben. Ueberdies wird das Spiel mit der Auflösung bei zu häufiger Wiederholung bedenklich. Wird Herr v. Papen über die Schwelle gehen?" In diesen Sätzen liegt die offene Aufsor-de- rung zum Hochverrat. Herr von Papen soll über die Schwelle gedrängt werden, die den gegenrevolutionären Staatsstreich von der Legalität trennt. Im November 1923 hieß es„der A b s p r u n g". Heute sagt mau „die Schwell e." Aber gemeint ist dasselbe! Der„Behala"- Streik Bei der Berliner Hafen- und Lagerhaus-A.-G. (Behala) ruht die Arbell feit Mittwoch früh voll- ständig. Die 330 Hafenarbeiter der Behala haben den Streikbeschluß einmütig befolgt. Das Kampf- ziel ist, wie im„Vorwärts" berests mitgeteilt, die bedingungslose Verlängerung des Sondertarifvertrags für die vor dem 1. November 1028 bei der Behala beschäftig- ten Arbeiter. Dieser Sondertaris ist in vielen Mvrdhetze zusammengebrochen Reichsbannerkamerad vom Sondergericht Schweidnitz freigesprochen Punkten günstiger als«der mit dem Derein der Speichereibetriebe Groß-Berlin abgeschlossene Manteltarif, unter ben die übrigen dicnstjüngeren Arbeiter der Behala fallen. Die Direktion der Berliner Hafen- und Lagerhaus-A.-G. hat den Schlichtung sau sschuß angerufen, der die Tarifparteien bereits zu heute nachmittag 2'A Uhr zu Vorverhandlungen geladen hat. * In den übrigen Speichereiletrieben besteht gleichfalls ein Konflikt wegen der Neuregelung der Arbeitsbedingungen. Vom Verein der Speichereibetriebe Groß-Berlln ist dem Gesamtverband der Manteltarif der Speicherei- arbeiter, der auch für die nach dem 1. November 1928 bei der Behala eingestellten Arbeiter gilt, gleichfalls zum 30. September gekündigt worden. Die Unternehmer verlangen ganz erhebliche Verschlechterungen der bisherigen Tarif- beftimmungen, wie z. B. eine für die Speicherei- arbeiter ungünstigere Regelung der Bestimmungen über die Festsetzung der wöchentlichen Arbeits- zeit und den Fortfall der Bezahlung der Laufzeit bei vorübergehendem Wechsel der Arbeitsstelle. Weiter soll sich nach den Wünschen der Unterneh- mer der Manteltarif, wenn er zu seinem Ablauf- termin nicht gekündigt wird, nur noch jeweils um ein Vierteljahr verlängern, während er bis jetzt im Falle der Nichtkündigung ein Jahr weiter lief. Die Speichereibesitzer wollen mit der Verwirk- lichung dieser Forderung einen Ablauftermin her- beiführen, der in die Konjunkturflaute während der Wintermonate fällt. Da die Parteioerhandlungen wegen der Unnach- giebigkeit der Unternehmer ergebnislos ver- laufen sind, soll auch m diesem Konflikt der Schlichtungsausschuß eine Entscheidung treffen, und zwar am 17. Oktober. Auch die nicht bei der Behala beschäftigten Speichereiarbeiter sind genau wie diese fest entschlossen, gegen jede Ver- schlechterung ihrer Arbeitsbedingungen den schärf- sten Widerstand zu leisten. AbfchiebvvnAlfredWilk Im Krematorium in der Gerichtstraße nahm gestern abend der große Kreis der Partei- und Gewerkschaftsgenossen und der persönlichen Freunde Abschied von Alfred Will, dem lang- jährigen Leiter des Kreises Charlottenburg der Partei. Sein Nachfolger in diesem Amt, Genosse Hammer, zeichnete in seiner Rede das Bild des in tiefster Seele überzeugten Sozialisten und Arbeiters für die Partei. Schon vor dem Welt- kriege, besonders aber im Kriege selbst, war es der Hingeschiedene, der die Parteiorganisation in Gemeinschaft mit einigen alten Genossen, die zum Teil selbst schon der kühle Rasen deckt, ausrecht erhielt. In das verantwortungsvolle Amt des Kreisleiters berufen, opferte Wilk Gut und Blut für die Idee. Erst sein stärker aufkommendes Leiden ließ ihn zugunsten anderer, jüngerer Kräfte zurücktreten. Für die Stadtgemeinde Berlin sprach Bürgermeister A u g u st i n, der Wilks Wirken als unbesoldeter Stadtrat und Sbz �verordneter schon in der Vorkriegszeit her- norstob. Selbstlose Arbeit im Interesse des Allge- meinwohls— das gehörte zum Charakterbild des Verstorbenen. Im Namen der Stadt- und Bezirksverordnetenfraktion und des Gesamtver- bandes, dessen Angestellter Wilk in den letzten Jahren war, dankte Genosse Gebert dem Dahingeschiedenen für sein Wirken und seine Treue. Nach den Abschiedsworten des Redners der Freidenker senkten sich die Fahnen über den hinabsinkenden Sarg. Mord in Spandau? Ehefrau erhängt aufgefunden 3a der Birken st r. 6 In Spandan wurde vor einigen lagen die 29jäHnge Iran Gertrud Kahle in der Küche ihrer Wohnung an einer Gardlnenschnur erhängt ansgesnnden. In den letzten Tagen wollten die Gerüchte nicht verstummen, daß Frau K. ermordet und der Selbstmord nur vorgetäuscht worden sei. Die Leute beschuldigten den eigenen Mann der Toten, der während des angeblichen Selbstmordes seiner Frau in der Wohnung ge- weilt hatte und von der Verzweiflungstat seiner Frau nichts gemerkt haben wollte. Da diese Be- schuldigungen mit großer Bestimmtheit oorge- bracht wurden und einige Umstände verdächtig erschienen, wurde die 2. Reservemordkommission alarmiert und unter Leitung des Kriminalkom- missars Ouoo« nach Spandau entsandt. Zunächst ist die Leiche der Frau obermal» beschlagnahmt und zur Obduktion ins Schauhaus gebracht worden. Kahle bestreitet, an dem Tode seiner Frau schuldig zu sein. Die weitere Maßnahmen der Mordkommission werden von dem Ergebnis der Obduktion abhängen. Eine andere seltsame Selbstmord- a f f ä r e beschäftigt die Kriminalpolizei. An einem Baum auf dem Wege vom Hockeyklub zum U-Bahnhof Oskar-Helenen-Heim wurde in den gestrigen späten Abendstunden die 17jährige Marianne W i e s e l m a n n aus der Münchener Straße 7 erhängt aufgefunden. Das junge Mädchen hatte nachmittag» im Klub geweilt und sich spät abend von ihren Klubkameraden ver- abschiedet. Unmittelbar daraus muß Marianne W. die Tat verübt haben. Di« Gründe, die da» junge Mädchen zu dem Verzweislungischritt ge- trieben haben, sind bisher in Dunkel gehüllt. Im vorigen Reichstagswahlkampf war es am 18. Juli in Großrosen bei Striegau zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen National- sozialisten und deren politischen Gegnern gekom- men. Die Nazis hatten in dem Arbeiterdorf Großrosen, das überwiegend von Sozial- demokraten bewohnt ist, einen Propagandaumzug unternommen und sich dazu die SA-Leute aus dem ganzen Umkreise herangeholt. Anscheinend hatte man es auf eine der berüchtigten„S t r a f- expeditionen gegen Marxisten" ab- gesehen. Das provokatorische Auftreten der S2l.- Leute führte zu einem Z u s a m m e n st o ß mit Reichsbannerleuten, in dessen Verlauf es auch zu einer Schießerei kam. Dabei wurde der SA.-Mann Härtel aus Rauske bei Striegau durch einen Herzschuß getötet und der SA.-Mann Riller aus Eisdorf, Kreis Striegau. durch einen Knöchel- schuß verwundet. Als mutmaßlicher Täler wurde noch am Abend des„Blutmontags in Großrosen" der Reichsbannermann Gustav Rolle aus Großrosen verhaftet und in Unter- suchungshaft genommen. Vor dem Sondergericht in Schweidnitz hatte sich nun der Kamerad Gustav Rolle wegen Totschlages und oersuchten Tot- schlages zu verantworten. Am Dienstag dieser Woche fand der an Ueberraschungen reiche Pro- zeh gegen ihn seinen Abschluß, und er endete mit einem Freispruch des Angeklagten wegen der beiden genannten Anklagepunkte. Kamerad Rolle hatte von vornherein zugegeben, bei jenem Zusammenstoß aus seinem Revolver zwei Schüsse abgegeben zu haben. 3m verlaufe der Schlägerei Halle er seine.. allen valer in Bedrängnis gesehen. Eine Schar von SA.-cenien drang mil Dolchen auf diesen ein, und um die Gefahr von seinem Valer ab- zuwenden, Hai er zwei Schüsse abgegeben, ohne jedoch dabei zu zielen oder die Absicht gehabt zu haben, jemand zu treffen. Die von nationalsozialistischer Seite am Zu- sammenstoß beteiligten Zeugen im Prozeß be- haupteten steif und fest, sie hätten gesehen, daß der SA.-Mann Härtel unmittelbar nach der Ab- gäbe der Schüsse durch den Angeklagten tot nieder- gesunken sei. Natürlich bestritten sie auch, mit Messern und Dolchen bewaffnet gewesen zu sein. Durch die Aussage eines von der Verteidigung in letzter Minute geladenen Zeugen nahm der Pro- zeß am ersten Verhandlungstage eine über- raschende Wendung. Dieser politisch vollkommen unvoreingenommene Augenzeuge des Vorfalls, ein siebzigjähriger Rentner, bekundete, daß zum gleichen Zeitpunkt, da Rolke schoß, ein u n i- formierter Nationalsozialist von einer anderen Stelle aus geschossen hat, und zwar in der gleichen Richtung, in der der erschossene SA.-Mann Härtel stand. Die Ver- teidigung, die in den Händen von Rechtsanwalt Genossen Bandmann, Breslau, und Rechtsanwalt Otto Braim�GoUfoeiner Manchmal, Herr Gottheiner, bleibt auch nichts hängen, sondern es prallt alles glatt zurück Landsberg, Schweidnitz, lag, nahm Gelegenheit, auf mehrere besonders auffällige Momente in der Untersuchung hinzuweisen. Obgleich es sich bei dem erschossenen SA.-Mann Härtel um einen Steckschuß handelt, ist bei der Sezierung der Leiche die Kugel nicht gefunden worden. Im Obduk- tionsprotokoll ist ferner vermerkt, daß der Ein- schuh, der eine Rippe durchschlagen hat. einen Durchmesser von nur 5 Millimeter hat, während der Revolver, mit dem der Angeklagte geschossen hat, ein Kaliber von 7,6S Millimeter ausweist. Diese Umstände, die erhebliche Zweifel an der bis dahin als feststehend angenommenen Schuld des Angeklagten aufkommen liehen, ver- anlaßten das Gericht, kurz vor der Urteilsfällung eineBertagung eintreten zu lassen. Der Staatsanwalt hatte schon eine furchtbare Strafe»on 7 Jahren 2 Monaten Zuchthaus für unseren Kameraden beantragt. Auf Veranlassung des Gerichts Ist In der Zeit zwischen dem ersten und zweiten VerhaMungs- tage die Leiche des erschossenen SA.» Mannes Härtel nochmals ausge- graben worden, damit die duraschosfene Rippe an Gerichtsstelle hinterlegt werden konnte. Zum zweiten Verhandlungstage war von den Ver- teidigern die Vernehmung einer Reihe von Sach- verständigen beantragt worden die sich darüber zu äußern hatten, ob es möglich set daß der Schußkanal nach dem Durchtritt des Geschosses durch einen Knochen sich in dem Maße verengen kann, wie es in diesem Falle geschehen ist. Als ausschlaggebend für die Beurteilung der Ange- legenheit erwiesen sich aber die Aussagen weiterer Zeugen, die schießende Nationalsozialisten beob- achtet hatten. Demnach hat ein Nationalsozialist seine Masse nach der Stelle gerichtet, wo sich SA..cente und Reichrbannerleute im handaemenge be- fanden. Wahrscheinlich war der Schuh einem dortstehenden Reichsbannerkameraben zuaedacht, der sich jedoch im Augenblick des Abichusies nn- versehen» bückte, so daß die kuael über ihn hinweg ging und den wenige Schritte hinter ihm stehenden SA.-Wann Härtel traf. Gleichzeitig wurden schwere Fehler deut- lich, die den U n t e r s u ch u n g s b e h ö r d e n bei den Ermittlungen unterlaufen waren. Die Staats- anwaltschast hatte sich von vornherein daraus ver- steift, daß nur von dem angeklagten Reichsbanner- kameraden der tödliche Schuß abgegeben sein konnte, uno unterließ es, nach etwaigen anderen Spuren zu fahnden. Wäre noch am gleichen Abend der Reichebannermann, dem die Kugel des Nationalsozialisten zugedacht war. den in Groß- rosen festgehaltenen Nationalsozialisten gegenüber- gestellt worden, so hätte dieser mit Sicherheit den Nazisckützen aus den Reihen der SA.-Leute her- aus feststellen können. Nun, nach einem Viertel- jähr, kann dieser Zeuge eine Feststellung über die Person dieses Täters nicht mehr treffen. Die 36. Kammer des Landgerichts I verhandelte heute in Sachen des sozialdemokratischen Land- tagsabgeordneten Jürgensen gegen den Fiskus. Die skandalösen Vorgänge in der Land- tagssitzung vom 23. Mai d. I., nach denen der Sitzungssaal einem Trümmerfelde glich und in dessen Verlauf der sozialdemokratische Landtags- abgeordnete Jürgensen schwer verletzt wurde, sind noch in allgemeiner Erinnerung. Es war die zweite Sitzung des neu gewählten Landtages, in den die Nazis in großer Zahl eingezogen waren. Der nationalsozialistische Alters- Präsident, General Lietzmann, führte den Vorsitz. Es hatten die Wahlen zum Landtagspräsidium stattgefunden. Kerrl wurde Landtagspräsident, Baumhof Vizepräsident. Während der letztere die Leitung der Sitzung innehatte, erhielt der Kom- munist Pieck das Wort. Zu den Nationalsozialisten gewendet, sagte er u. a.:„In Ihren Reihen sitzt eine große Anzahl von Mördern." Es entstand ein unbeschreiblicher Tumult. Die Naziabgeord- neten stürmten auf die Kommunisten ein. Es kam zur Schlägerei, bei der dem vollkommen unbeteiligten Jürgensen ein Pult- decke! gegen den Kopf flog. Mit einer schweren Kopfverletzung, einer Gehirnerschütterung und einem Nervenschock wurde Jürgensen zuerst zuerst zur Rettungswache, dann ins Krankenhaus gebracht. Er mußte 14 Tage das Bett hüten. Für den durch ihm zugefügten Verletzungen entstandenen Schaden macht er nun den Fiskus, in der Person des candtagspräsidenlen kerrl, haftbar. Er behauptet in seiner klage, daß kerrl sich eine Pslichtoerlehung als Beamter habe zuschulden kommen lassen, indem er selbst nicht die üblichen TNaßnahmen getroffen habe, durch die den Vorfällen in der Sitzung vom 25. Mai hä..e vorgebeugt werden können. Während es früher üblich gewesen sei, in der Portierloge eine Wache aus Polizeibeamten in Zivil für jeden Fall bereit zu halten, sei dies an dem betreffenden Tage nicht geschehen. Diese Unterlassung sei um so schlimmer zu bewerten, als kurz vorher im Reichstag der Schriftsteller Klotz von Naziabgeordneten überfallen worden sei und in dem neuen Landtag eine große Anzahl neu- gewählter Naziabgeordneten eingezogen seien. Hinzu komme die ungeheure politische Spannung, die im Landtag im allgemeinen geherrscht habe. Der Landtagspräsident Kerrl habe außerdem auch oerhindert, daß der Täter ermittelt werden konnte, indem er seinerseits keinen Schritt dazu unter- nommen habe. Der Präsident de» Landtages sei Organ des Staates. Er habe im Landtag die Polizeigewalt. Er sei somit verantwortlich zu machen für den durch die Verletzung entstandenen Schaden. Die Gegenpartei hält diesen Ausführungen ent- gegen, daß eine Pflicht zur Ergreifung von Maßnahmen für den Landtagspräsidenten gar nicht vorliege. Es sei vielmehr nur sein Recht, solche Maßnahmen zu treffen. Im übrigen sei der Obwohl die Beweisausnahme die Anklage so er- heblich erschüttert hatte beha rte der Slaatran- walt aus seinem furchtbaren Strasantrag von 7 3ah'en»md 2 Monaten Zuchthaus. Unter allgemeiner Spannung erfolgte nach mehr- stündiger Beratung die Urt'ileverkündnng da- hingehend, daß der Angeklagte von der Anklage des vollendeten und ver- suchten Totschlags freigesprochen wird. Dagegen wird eine ve-nrteilung zu 9 Monaten Gefananis ausg-stprocheu wegen Vergehens gegen 8 3 des Gesetzes über IBas'en- mißb'-anch in Verbindung mit Uebertretung des Schußwassengesehes. Daß der Kamerod Rolke den tötenden Sckniß auf den SA.-Mann Hä'tel und den verwundenden Schuß auf den SA.-Mann Riller abgab, hat nicht nachgewiesen werden können. Da Sie Schüsse des Angeklagten zum gleichen Zeitpunkt und an der gleichen Stelle abgegeben wurden wie die der nationalsozialistischen Revolverschützen. kann ebensogut der Tod durch einen Schuß eines Ka- meraden des Erschossenen hervorgerufen worden sein. Der Reichsbannerkamerad Rolke, de- so lang« unter dem schweren Verdacht des politischen Totschlags gestanden hatte, wurde noch am gleichen Abend aus der Untersuchungshaften t- lassen. Dieser Prozeß hat in seinem überraschenden Ausgang wieder einmal di« Tatsache erhärtet: Nationalsozialistische Revoloerfchützen sind die Mörder ihrer eigenen Kameraden! Um die Er- schießung des SA.-Mannes Härtel ist in ganz Schlesien von nationalsozialistischer Seite eine wüste Hetz« gegen die„Reichsbannermörder" ent- facht worden. Der schlesische SA.-Führer uno Fememörder Heines war höchstpersönlich bei der Beerdigung des Erschossenen e-schienen und hatte zur Rache gehetzt. Durch den Ausgang des Prozesses ist di« Hetze vollkommen in sich zu- sammengebrochen. Landtagspräsident auch gar nicht in der Lage ge- wesen, der Schlägerei vorzubeugen. In der heutigen Verhandlung ließ der Vor- sitzende durchblicken, daß die Klage juristisch auf schwachen Füßen stehe, da es nicht nachzuweisen sein würde, daß der Landtagspräsident schuldhaft unterlassen habe, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Selbst wenn in der Portierloge eine Wache gewesen wäre, so wäre die nicht imstande gewesen, die Schlägerei zu verhüten. Es sei auch nicht festzustellen, in welchem Augenblick der Landtagspräsident die Wache hätte rufen müssen. Er hätte ja nicht vorhersehen können, daß es zu derartigen Exzessen kommen würde. Der Schaden, den 3ürgensen erlitten habe, fei eben in der heutigen politischen Zeit und den Znsländen, die im Landtag herrschen, als Be- lriebsunfall zu werten. Die Vertretung des Landtagsabgeordneten Jürgensen erwiderte darauf, daß seine Partei bereit wäre, den Beweis zu führen, daß Jürgensen die Verletzungen nicht erlitten hätte, wenn die Maßnahmen ergriffen worden wären, die sonst im Landtag üblich sind. Der Beschluß des Gerichts steht noch aus. Sin Bingeldey-Hetzer Köln, 13. Oktober. Die Große Strafkammer verurteilte gestern den 32jährigen Kaufmann Karl Ieuck aus Köln wegen übler Nachrede gemäß§ 186 StGB, zu 30 Mark Geldstrafe bzw. 3 Tage Gefängnis und sprach dem Prioatkläger, dem früheren Kölner Polizeipräsidenten Bauknecht, die Befugnis zu, das Urteil aus Kosten des Ange- klagten in den Kölner Tageszeitungen zu ver- öffentlichen. Ieuck hatte als Versammlungsleiter in Porz in einer Versammlung der Deutschen V o l k s p a r t e i am 23. April behauptet, die sozialdemokratischen Führer schlügen sich in be- trunkenem Zustande mit den Nationalsozialisten die Köpfe blutig. Daraus stellte Bauknecht Strasantrag. Zu seiner Entlastung führte Ieuck aus, damals seien die Zeitungen voll von Berichten über einen Zusammenstoß zwischen dem nationalsozialistischen Gauleiter Dr. Ley und den Führern der SPD. Otto Wels und Bau- knecht gewesen. Er habe diese Darstellung als wahr unterstellt. Als Gutachter wurde der Arzt gehört, der seinerzeit nach dem Zusammenstoß mit Dr. Ley den Polizeipräsidenten Bauknecht untersucht und dessen Nüchternheit festgestellt hatte. Albert Einstein hält Sonntag, lk. Oktober, 20 Uhr, im Beethovensaal einen Vortraa über die Lehren der Relativitätstheorie von der B e l ch a s f e n h e i t de» Weltraum». Ter Ertrag ist für notleidende jüdische Studenten bestimmt.(Borverkauf bei Bote u. Bock und bei Wertbeim.) Landtagskrawall vor Gericht Genosse.Jürgensen gegen den Fiskus Klavierkunst im Spiegel der Schallplatte Klavier, Funk, Platte Vor wenigen Jahrzehnten noch, bis zum Krieg ungefähr, war das Ki avier unbestrittenes Haus- instrument; war dies so sehr, dah sich eine von ihm herkommende musikalische Haltung, eine eigene typische Klavierphantasie(heftig befehdet übrigens) entwickelt hatte, die zum musikalischen Gesamtbild der Zeit nicht wenig beitrug. In unseren Tagen nun büßt dieses verdienstvolle, aus «ine glanzvolle Geschichte zurückblickende Jnstru- ment an Bedeutung immer mehr ein: Klaviere sind teuer, sie gut spielen zu lernen eine schwierige und zeitraubende Angelegenheit— wir aber sind arm, arm an Geld an Zeit, an Kraft: ärmer auch als die vor uns im Wollen, in der Sehnsucht nach höchst persönlicher individuell gefärbter Kunst, LtralAendettelei „Kolleje, det is aber mein Platz!" Die Mechanisierungsmöglichkeiten sind sicherlich nicht die letzten Ursachen unserer veränderten Stellung zur Musik, so sehr sie sie auch zu fördern vermögen(all diese Dinge oerhalten sich ja nie kausal, sondern in funktionaler Wechselwirkung) — immerhin sind Platte und Funk heutzutage zweifellos die Hausinstrumente oder vielmehr an Stelle solcher. Ihr Verhältnis zur Klaviermusik ist sonderbar. Einerseits kann und soll aizi die in der Klavier- literatur angehäusten Schätze nicht verzichtet werden, andererseits klingen im Lautsprecher nahezu alle andern Instrumente und Instrumenten- Zusammenstellungen besser als das Klavier(täglich überzeugt uns der Rundfunk durch blechernes Geklapper von der Richtigkeit dieser Behauptung). Das Klavier ist ferner kein Melodieinstrument, eine Art Orchesterimitation vielmehr, eine Welt für sich mit einer ihm eigenen musikalischen Perspektive. Es hat mehr Raum, Tiefe, Hinter- grunA, es hat, wenn man so sagen darf, eine Dimension mehr zu Verfügung als Funk und Platte, in denen alles flacher, vordergründiger wirkt, das Plastische gleichsam ins Malerische oder nur Reliesartige umgesetzt. Das phantastische Element endlich, das in unzählig wichtigen Werken, das im lebendigen Wirken vieler Meister des Klaviers vorhanden ist, fällt ebenfalls der Mechanisierung zum Opfer, die viel leichter objektiver Kühle, die eher dem Gesetzmäßigen zum Ausdruck verhelfen kann. So ist es nichts weniger als leicht, gute Klavier- platten herzustellen. Es gibt auch nicht allzu viele, Die aber, bei denen es gelingt, erfüllen die not- wendige Aufgabe, uns Heutigen, unferm täglichen Leben und stündlichem Bedarf Werke nahezu- bringen, die in Notenkästen und Bibliotheken ver- staubten, wäre ihr Erklingen nur aus uns, auf unsere müden Hände und Hirne angewiesen, Die Romantischen Reden wir hier von romantischen, virtuosen und klassischen Meistern der Platte, so ist dies alles mikrophontechnisch gemeint und zu ver- stehen, gleichgültig, ob es sich mit Wertungen des Konzertlebens(wie meistens) deckt oder ihnen widerspricht. Die Romantischen haben es vor dem Mikrophon natürlich am schwersten: ihre eigentlichen Vorzüge, ihre charakteristischen Eigen- ichaften, ihr klangbedingtes klavieristisches Glaubensbekenntnis— Bekenntnis zum Glauben an eine höchst persönliche Phantasie— kommt hier gar nicht richtig zur Geltung. Wenn K o n r a d A n s o r g e zwei Schumann-Romanzen(P), wenn er zwei der Schubertschen Moments muficaux spielt(ebenfalls P), erklingen sie in einer pastosen Einfachheit, der gleichsam die Aura fehlt, die sein Spiel zweifellos auszeichnete. Wilhelm K e m p f f ergeht es ähnlich m't dem ersten Satz der Montscheinsonate(DGR)! der letzte rauscht ein wenig zu rasch, zu gleichförmig, und über- pedalisiert vorbei. Joses Pembaur— im Konzertsaal geradezu der Typ de» langmähnig romantischen Klaviervirtuosen— auch er gerät in diese Shäre einer pastosen und seitsam stimmungs- losen Einsachheit. wenn er sich bemüht, Liszt's �.-Dur-Konzert(3 P-Platten) der glänz- vollen Aeuherlichkeit zu entkleiden die doch not- wendig dazu gehört, wenn er sich Mühe gibt, die raschen Oktaoenketten und perlenden Läuse zurück- zuhalten, Würde und Maß in die temperament- vollen Maßlosigkeiten zu bringen und das Virtuosische ins Musikalislbs �u transponieren-, im Schluß erst, im blendend gespielten Finale gerät er in wahrhaft Lisztisches Feuer und Tempo, Die Virtuosen Ganz anders B r a! l o w i k i der(3 D, Gr.- Platten) an des gleichen Meisters E s- D u r- Konzert alle Oberfläaenwunder wahrer Virtuosität auferstehen läßt. Er ist vielleicht der beste Schallplattenspieler überhaupt: das trockene Feuer, der gläserne Glanz die scharfe Präzision, der unglaubliche Elan, nicht zuletzt die Pedalisie- rungsweisheit, deren er sich befleißigt, machen ihn zum vorbildlichen Jntervreten dieies von allen Spielern der Welt zu Tode gehetzten und doch nicht umzubringenden Stücks. Aus P. spielt Moritz R o s e n t h a l Chopin(Etüden in C-Dur und Ces-Dur, Mazurkas in G-Dur, in Cis-Moll) — der Gefahr des äußerlich Leeren, die dem Virtuosen so nahe ist, entgeht er auch hier nicht. D. Gr. bringt eine sehr schöne G o d o w s k y- Platte(Debussys Itetlets dans l'eau); O, endlich eine amüsante köstlich gespielte Paraphrase über „Wiener Blut" von Earol Szreter. Die Klas-�scneu War im vorhergehenden(vielleicht nur von Brailowsky abgesehn)— so wel im einzelnen anzuerkennen war und anerkannt wurde— eine gewisse Einseitigkeit nicht ,u verkennen, so bleibt uns nunmehr von zwei Werken zu reden(beide auf je 4 E,-Platten erschienen), bei denen Klavie- ristisches und Mikrophontechr.isches, Aeußerliches und Innerliches, Virtuosisches und Musikalisches auf eine Formel gebracht erscheint: klassische Klavierplatten sozusagen Das iit Chopins tzl-Moll-Sonate von dem großen Franzosen Alfred C o r t o t gespielt! das ist endlich Beet- Hovens Sonate O p. l 1 1 als Probe eines Standard-Plattenwerks: der Interpretation sämtlicher Beethoven-Sonaten durch Arthur Schnabel, die allerdings nur durch Subskription zugänglich sein werden Scbnabels mehr als geist- reiche, seine geistige Art, Beethoven zu spielen, seine Virtuosität aus Werkbesessenheit, se-ne echte Schlichtheit und seltene Klarheit, seine BeHerr- schung der Mittel und Herrschaft über sich selbst sind hier in technisch meistsrhafter Weise fest- gehalten und überliefert. Arnold Walter. D, Gr.— Deutsche Grammovhon, C.— Elektrola, P.— Parlophon, O.= Odeon. Geistliche Betrachtungen und Großväter-Heiterkeit lieber die Deutsche Welle hielt Dr. G. Schultze-Pfaelzer vier Vorträge unter dem Thema„Gott und Gottlosigkeit im Gesicht der Zeit", selbstverständlich aus der Perspektive eines christlich-nationalen Mannes. (Für das Millionenheer der Dissidenten kommt das gleiche Anrecht natürlich nicht in Frage!) Dr. Schultze-Psaelzer erwies sich in dem letzten Vortrag als klares Sprachrohr unserer christlich-nationalen Regierung. Für die Erhaltung der Frömmigkeit im Volke wußte er ein probates Mittel: der Kirchenaustritt muß, wie es ja bereits angestrebt wird, erschwert werden, zumal da nach Dr, Schultze viele nur der hohen Kirchensteuern wegen aus- treten. Zivilisatorische Plattheiten hätten heute mangels ausreichend enger Verbindung von Volk und Volksbildung mit der Kirche die seelischen Werte verdrängt. Ein sozialistischer Christ, der mit mir den Vortrag abhörte, faßte sein Urteil darüber so zusammen:„Sowas muß ja allen Leuten die Kirche vergraulen!" Am Dienstagabend brachten Funk- st u n d e und Deutschlandsender eine Ver- anstaltung„Das Mikrophon hat Aus- gang". Es Handelle sich um eine Kabarett- reportage, ausgezeichnet an den Stellen, wo der Leiter der Veranstaltung, Alfred Braun, selber den Bericht übernommen hatte. Er erlebt die Vorgänge aus dem Podium wirklich mit: seine Worte malen lebendige Impressionen. Der Rest der Darbietungen blieb ziemlich trocken, weil die Reporter versagten Eine wirtlich lustige Darbietung gab es am Montag in Gestall einer amüsanten Lehrstunde „Berliner, lernt Berlinisch", die Hans O st w a l d leitete. Das Lehrspiel der Deutschen Welle„Mensch und Vogel" von Thomas Born erweckte dagegen den Eindruck einer ungeschickt zusammengefügten Schul- austührung. Die Abendsendung der F u n k st u n d e am Mittwoch war so zeitgemäß wie ihr Titel ,.W»rüder unsere Großeltern lachten"— selbstverständlich die ganz unpolitischen, die sich so recht von Herzen über amüsante Kriegs- gedichte in der Zeit von 70/71 erheitern konnten. Der Verfasser des Manuskripts war Dr. Otto Zoff.— Die Uebertragung aus der Philharmonie begann mit einer eigenartigen Einführung: die Funkstunde erklärte nicht etwa, daß sie sich freue, den berühmten italienischen Dirigenten M o l i n a r i als Gastdirigenten vor- zustellen, sondern sie teilte entschuldigend mit. daß das philharmonische Orchester nach eigenen erfolg- reichen Konzerten in Italien den Dirigenten nach Berlin gebeten habe. Ein U f a- S t a r wird ganz anders bewillkommt!— Die flott gesungenen englischen Studentenlieder, die Berlin aus London übernahm, hätten vielen Hörern sicher noch größere Freude bereitet, wenn ein deutscher Ansager zwischengeschaltet worden wäre, ?aquet:„Halmen" Frankfurter Volksbühne Die Frankfurter Volksbühne bestand in diesen Tagen z e h n I a h r e. Das gab Anlaß zu einer Jubiläumsaufführung im„Frankfurter Schauspielhaus", die durch eine Ansprache des Gewerkschaftsvorsitzenden M i e s b a ch einge- leitet wurde. Gegeben wurde Alfons P a q u e t s Schauspiel„Fahne n". dargestellt von dem Künstlertheater für Rhein und Main unter Leitung von Intendant Werkhäuser. Die große Arbeiterrevolte von Chikago, die gegen die Gemeinheit des Unternehmertums und ihre niederträchtige Profitgier Sturm läuft, ist der Gegenstand. Paquet malt in diesem Schauspiel, das die bürgerliche Bühne bisher aufzuführen nicht für nötig fand, mit starken Farben und unterstreicht die Brutalität des Kampfes. Be< sonders eindrucksvoll sind die Eingangsszenen, die späteren werden ein wenig breit, besonders wenn gezeigt wird, warum die Aktion scheitern muß. Die Aufführung war ausgezeichnet. Für die Massenszenen hatten sich zahlreiche Mitglieder der „Arbeiterjugend" zur Verfügung gestellt. Am Schluß wurden Darsteller, Spielleiter und Dichter oft und stürmisch gerufen. 5>. E. „Verhaftung um Mittemacht" Marmorhaus Zwei Zwillingsbrüder gehen sehr unterschiedlich durchs Leben: denn der eine ist ungeheuer reich, und der andere ist bettelarm. Als ahnungsvoller Zuschauer mutmaßt man von vornherein, daß die Sache nicht mit rechten Dingen zuoeht Aber als der arme Bruder den reichen zur Rede stellt, stirbt der Reiche, und der Arme gibt sich als der Verstorbene aus. Nun erlebt das Publikum mit ihm gemeinsam die tollsten Uebcrraschungen, bis die Testamentsfälschung aufgeklärt ist und der reiche Erbe einer Braut im Arme liegt. Ander und Ilse K o r s e ck) und Freund und Bruder einfach verschwinden lassen. Der Regisseur Franz W e n z l e r erfreut durch geschmackvolle Arbeit, Obwohl er sich auf routi- nierte Bühnenschauspieler verlassen kann, gibt er dem Film doch was des Filmes ist und oerwendet prächtige Landschaftsbilder und ganz delikate pho- tographische Tricks Die, da man ihrer fast ent- wohnt ist, außerordentlich gefallen. e. b. Berdlichtige Garagen Werkstätten für.Autoschieher Am Neuen Ufer 1/2 in Charlottenburg wurde eine Garage entdeckt, in der allem Anschein nach Autoschiebungen nach berühmtem Muster aufgeführt wurden. Die Garage gehört einem gewissen Weimann, der sie aber im August an einen 46 Jahre alten Ingenieur Moritz Reis ver- mietete. Als die Kriminalpolizei am Montag in der Garage nach einem gestohlenen Wagen suchte, fand sie die Boxen verschlossen. Die Türen wurden herausgehängt und man entdeckte jetzt neun Autos. Nur für zwei Wagen waren Besitzer vorhan- den. Die sieben anderen Autos wurden be- schlagnahmt, da sie an den verschiedensten Stellen der Stadt gestohlen waren. Der Ingenieur Reif wurde herbeigeholt und sollte jetzt über diese merkwürdige Tatsache Auskunft geben. Er be- hauptete, daß er einen Mann namens Dr. Frenze! kennengelernt habe. Dieser Unbekannte hätte ihm die Wagen zugeführt und ihn beauftragt, nach seinen Angaben Reparaturen vorzunehmen. Im Werkzeugkasten dieser merwllrdigen Garage fan- den die Beamten aller allerlei verdächtiges Hand« werkszeug, gefischte Autoschilder usw. Die Nachforschungen der Polizei gehen noch wei- ter, denn wahrscheinlich wird Reif eine rezel- recht« Schieberzentrale unterhalten haben. Durch Zeugen ist festgestellt worden, daß seit August eine ganze Anzahl Wagen in der Werkstatt ge- ändert und wieder herausgeschafft worden sind. Eine zweite Garage, in der nach gleichem Muster gearbeitet wurde, ist von ven Be- amten der Dienststelle am gestrigen Mittwoch am Sachse nd amm entdeckt worden. Von Zeu- gen war die Polizei aufmerksam gemacht worden, daß aus der Garage eines Schmiedemeisters häufig Autos kamen, von denen man nicht ge- sehen hatte, daß sie hineingebracht waren. Sie mußten also in der Garage umgebaut worden sein. Bei der Suche fanden die Beamten zwei Wagen, die gestohlen waren und die man gerade in Arbeit hatte. Lothar M e n d e s führt eine ganz bewegliche Regie, die das Stück erträglich machte, wenn es nicht zu typisch amerikanisch wäre. Der Dialog wird deutsch gesprochen, doch kommt die Sprache oft bedenklich scharf heraus. Frederic March spielt die Doppelroll«, Man hätte hier, aber auch in Amerika, Darsteller, die aus einer solchen dank- baren Rolle mehr herausgeholt hätten Stuart Erwin ist der echte Freund auf Knuff und Puff, dieser ganz starke Filmtyp, auf den die Amerikaner sich unvergleichlich gut verstehen. Die jüngeren weiblichen Darsteller versagen, hingegen ist Gertrude H o w a rd eine wunderbar mütter- liche Negerin. Die Hauptattraktion ist eine durchaus unnötige Flucht mit einem Motorboot. Als Filmreißer versagt sie nicht, sind doch in Sensationsaufnahmen die Amerikaner entschieden großzügiger als die Deutschen. e- d. Notoerordnung In der Seeschiffahrt Auf Einladung des Reichsarbeitsministers soll am Freitag in Verlin über die Anwendung der Notverordnung in der Seeschiffahrt verhandelt werden. Die Anregung geht vom Verband Deut- scher Reeder aus. An den Besprechungen nehmen Vertreter aller seemännischen Berufsorganisationen teil, ferner Delegierte der deutschen Handelsschiss- fahrt. Nach Auffassung der Beteiligten ist die Ver- ordnung vom ö. September in der jetzigen Form für die Seeschiffahrt nicht durch- führ bar. Die Unternehmer wünschen daher Sonderbestlmmungen, offenbar mit Sonder- vorteilen, um die Wirtschaft zur See anzukurbeln. „Udbc, Scherz und Ernst" Atrium Während dieses Films geschieht ein Wunder. Verlieben sich doch sämtliche Zuschauer in eine alte Frau und zwar in— Adele S a n d r o ck. Sie spielt inmitten eines glänzenden Ensembles und doch überragt sie alle, nicht nur dank ihrer Rolle, sondern auch durch ihre Persönlichkeit. Wer kann eine herrschsüchtige Frau so echt spielen wie sie? Sie ist gleich ergötzlich, wenn sie die Augen- brauen hochzieht, die Stirn in Falten legt oder durch ihren Baß alles erzittern macht. Obwohl Oskar Wildes„Bunburry" stark modernisiert wurde(auch die Schlagermode mußte herhalten), blieben die Rollen in Wildes Sinn und behielten Ihre unmittelbare Wirkung. Georg Alexander und Harald P a u l s e n sind sehr nett als lebenshungrige junge Menschen, die zu Hause sittsam leben müssen und darum, der eine einen nicht existierenden Bruder und der andere einen nicht existierenden Freund erfinden, denen sie all' ihre bösen Streiche aufbürden. Bis die beiden sich glücklich verloben(mit Charlotte Schulhe-Aaumburg wird befördert. Professor Schultze-Naumburg, der Kunstpapst der Nazis, der von der früheren thüringischen Regierung von der Leitung der Weimarer Kunstschule ab- berufen wurde, ist von der Naziregierung wieder eingesetzt worden. Die gestrichene Direktorstelle wird wieder in den Etat gesetzt. Nun kann der teutschen Kunst nie was fehlen! Beschlagnahmte Bllder. Aus der Ausstellung des„Bundes revolutionärer Künstler", die aus dem Schloß Bellevue zum Teil ausgewiesen wurde, hat die Staatsanwaltschaft zwei Bilder befchlag- nahmt, weil sie angeblich die Kirche verächllich machen. „Ein Student kommt nach Zürich." Unter diesem Titel brachten wir einen Auszug aus dem Buche von Ernst Nobs„Aus Wilhelm Liebknechts Jugendjahren". Die Auslieferung in Deutschland wurde vom Verlag I. H. W. Dieh Nachs. übernommen. Das Buch ist in unserer Parteibuchhandlung, Lindenstr. 2, für 1 M. zu haben. Tie Mitgliederversammlungen der Volksbühne, die heute in vier verschiedenen Lokalen stattfinden, beqinnen um 20 Uhr. Rundfunk am Abend Donnerstag, 13. Oktober Berlin: 16.03 Gobineau(Dr. W. Ziegen- fnfi). 16.30 Lieder. 16.30 Kammermusik. 17.30 Deutsche Kinder im fremden Land (Dr. W. Hagemann). 17.30 Erste Begegnung mit Krokodilen(Dr. M, K. Frank). 18.10 Heiteres(B. Tuerschmann). 18.30 Interessantes aus der Strafjustiz(Oberstaatsanwalt B. Köhler). 18.30 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.15 Unterhaltungsmusik. 20.10„Weinernte bei Leberecht Hühnchen." 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Orchesterkonzert, 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 23.00 Orgelmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 17.30 Wehrsport— ein Gebot der Stunde(Major a. D. Wagner). 18.00 Musikalischer Zeitspiegel. 18.30 Quer- sdiuitt durch Zeitschriften(Dr. H. Traub) 18.55 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.23 Wegweiser durch die Zeit (Dr. R. Pediel). 19.40 Zeitdienst. 20.00 Aus Bremen: Militärkonzert. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Hamburg: „Godeke Michels"(Hörspiel). 22.10 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Aus Hamburg; Deutscher Tanz von 1900 bis 1932. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Wetter für Berlin: Wolkig, einzelne Nieder- schlage, ziemlich mild, mäßige bis frische Winde aus westlicher Richtung.— Ihr Deutschland: Im Norden und Osten des Reiches �wechselnd bewölkt mit einzelnen Regenfällen, im isüden vorwiegend trocken und überall ziemlich mild. 9i. Abteilung: Die Einäscherung des Genossen K u k i l i n s k i. Allerstraße 40. findet bereits Freitag, den 14. Oktober, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Zur Schwarzgelb und Habsburg sammelt der frühere Kabinettschef des verstorbenen Kaisers Karl, Graf Polzer-Hoditz, in Wien die monarchi- stisch gesinnten österreichischen Patrioten in einer Zentralorganisation„Oesterreichischer Ring". Das ist nämlich das nötigste, was das darbende Oester- reich braucht. Hierzu 1 Beilage. Der„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags im voraus zahlbar. Postbezug 3,9? M. einschließlich so Pf. Postzcitung. höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz./ A Wort 19 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über lö Buchstaben zählen. von SVj bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung Lcpdrc; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Otto Hengst' � GeMMss-Jlnsäger ARBEITER! 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OKT. 1932 DuFcfeemcmdei? im Arbeitsdienst Svundsätzliche Fordevungen/ Von Walter'Pähl Konhurren&ham&t der Verbände Das quantitative Wachstum des freiwilligen Arbeitsdienstes in den letzten Monaten— etwa 150 000 junge erwerbslose Menschen dürften gegen- wärtig von ihm erfaßt sein— ändert nichts daran: trotz der gesetzlichen Neuregelung bleibt das Bild des Arbeitsdieiches unklar und verworren. Die„Freiwilligkeit" unseres heutigen Arbeits- dienftes erhält erst dadurch ihren Sinn, daß Sammlung und Einsatz der Freiwilligen den Verbänden überantwortet wurde, die weit- gehende Autonomie in der Regelung des Dienstes besitzen. Der Staat beschränkt sich daraus, die Arbeiten im Arbeitsdienst finanziell zu unter- stützen und einen Mißbrauch des Arbeitsdienstes zu staatsfeindlichen Zwecken zu verhindern. Ein staatlich vollständig reglementierter Arbeitsdienst wäre nur möglich als Arbeitsdienstpflicht. Deutsch- land hat trog aller Not keinen Anlast, sich den Balkan zum Beispiel zu nehmen. (Es wirft auf das„Deutschtum" der Arbeitspflicht- Enthusiasten ein merkwürdiges Licht, wenn sie ausgerechnet eine bulgarische Maßnahme zur Nachahmung empfehlen!) Staatlicher Arbeits- zwang ist eine Angelegenheit von Ländern niederer Kulturstufe. Ein deutscher Arbeitsdienst ist nur möglich als freiwilliger Arbeitsdienst. Wen» auch die Begründung unseres heutigen Arbeitsdienstes auf der Selbstverantwortung der Verbände überhaupt erst eine positive Bejahung dieser Notmaßnahme zugunsten der erwerbslosen Jugend ermöglicht, so muß man doch heute auf das schärfste dagegen protestieren, daß Ver- bände, die mit der erwerbslosen Jugend nichts zu tun haben, mit staatlicher Hilfe wieder zu einem sehr zweifelhaften Leben erweckt werden. Ver- bände suchen auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Zeitungsannonce ihre„Dienstwilligen", um sie zu„betreuen". Die Zweigstelle eines solchen Verbandes b c s ch ä f- tigt in einer Prooinzhauptswdt an die 2 0 An- gestellten— so floriert das Geschäft mit der erwerbslosen Jugend! Verbände, von deren Existenz bisher niemand etwas gewußt hat, versuchen im FAD. den Nach- weis, daß sie die erwerbslose Jugend Deutschlands repräsentieren. Verbände, die schon tot geglaubt waren, bringen sich mjt staatlicher Hilfe wieder in Erinnerung. Die NSDAP, muß sich schon als „Verein für Umschulung" tarnen, um die erwerbs- lose Jugend verführen zu können, sich ihrem militaristischen Dienst zu unterwerfen. Der General F a u p e l vom„Reichsbund für Arbeitsdienst" sucht Beschäftigung für seine Kollegen— und findet sie mit staatlicher Hilsel In Mode ist vor allen Dingen auch das„Heimatwerk e. V.", das gewiß als lose Arbeitsgemeinschaft derjenigen Organisationen, die die erwerbslose Jugend erfassen und sich als Dienstträger betätigen, sinnvoll ist, aber als selbständige Dienstträgerorganisation sich Funktionen anmaßt, die ihr niemals zuerkannt werden können. Hinter dieser so modernen„erd- gebundenen" und„schollennahe»" Bezeichnung verbergen sich aber auch Kräfte, die den Arbeits- dienst in ein Instrument der Kultur- r e a k t i o n verwandeln wollen. Denn kulturelle Reaktion ist es, wenn man den Arbeitsdienst als neutrales Terrain erklärt, um unter dem so be- quemeii Deckmantel der lediglich st a a t s p o l i t i- s ch e n Zielsetzung den auf wirkliche Entscheidung drängenden politischen Willen der erwerbslosen Jugend zu brechen. Daß mit der„Neutralität" auch Geschäfte zu machen sind, zeigt dieses Bei- spiel: Ein„Heimatwerk" ist dabei, sich einen Geschäftsführer mit M. Altonats- gehakt zu engagieren. Zu alledem kommt, daß die un- geheure Vielzahl der als Dienstträger zugelassenen Verbände zu einem üblen Konkurrenz- kämpf geführt hat, der nur noch als„u n- lautererWettbewerb" gekennzeichnet wer- den kann. Man sucht sich nicht nur gegenseitig die Dienstwilligen abzujagen, sondern auch die Träger der Arbeit für die einzelnen Mahnahmen. Gewisse Dienstträgerorganisationen unter- bieten die anderen, um von dem Träger der Arbeit den„Zuschlag" zu bekommen. Das Ergebnis dieser gegcnsestigen Ilnlerbietung ist in der Regel, daß die Leistungen an die Arbeitswilligen entsprechend verringert werden. Der R e i ch s k o m m i s s a r hat allen Grund, gegen diesen Konkurrenzkampf der Verbände, der den sozialpädagogischen Charakter des Arbeitsdienstes gefährdet, mit allen Mitteln vorzugehen. Der Konkurrenzkampf versälscht den Sinn der Einrichtung, er wacht den freiwilligen Arbosts- dienst zu einem Geschäft und schallet Kräfte ein, die für den Zweck kaum tauglich sind. Wenn die Begründung des Arbeitsdienstes auf den Verbänden einen Sinn haben soll, dann darf es sich nur um Verbände handeln, die wirklich die erwerbslose Jugend repräsen- t i e r e n. Es ist deshalb die Ausschaltung aller Verbände zu fordern, die die Erwerbslosen erst aus den Reihen anderer Verbände herausreißen müssen. Gegen den Unfug, eigens für die Sammlung von Arbeitsdienstwilligen neue Verbände mit großem Büroauswand und selbständigen Geschästsführern zu gründen, muß mit aller Strenge vorgegangen werden. Die„H e i m a t w e r k e" dürfen keine selbständigen Dienstträgerorganisationen darstellen, sondern müssen sich aus eine loseZusammen- fassung der Dien st träger beschränken. Damit wird natürlich nicht gefordert, daß die Arbeitsdienstgruppen nur aus organisierten Ver- bandsmitgliedern zusammengestellt werden. Wesent- lich ist aber, daß die Stamm gruppe aus Mitgliedern des Verbandes zusammen- gesetzt wird, die als Dienstträger austritt. Diese Stammgruppe ist dann durch andere Arbeitsdienst- willige, die organisatorisch bisher nicht ersaht sind, bis zur vollen Stärke zu ergänzen. Dabei besteht die Ausgabe der Dienstträger vor allem darin, Jugendliche, die sozial gefährdet sind, in den Arbeitsdienstgruppen zu erfassen. Die Anweisungen des Reichskommissars ent- sprechen diesen Forderungen. Der Reichskommissar bemüht sich auch, um die sozial-pädagogischen Aus- gaben möglichst zu sichern, das geschlossene A rb e i t s la g e r zu fördern, also diejenige Form des Arbeitsdienstes, die die Teilnehmer zu einer Wohn- und Lebensgemeinschaft während der Dauer des Arbeitsdienstes zusammenfaßt. In der Tat ermöglicht das Arbeitslager am ehesten dem Arbeitsdienst die Entfaltung jener sozial- pädagogischen Wirkungen, die ihn institu- tionell eigentlich erst rechtfertigen, denn in öko- nomischer Hinsicht bleibt er vorerst außerordent- lich problematisch. Dabei ist es durchaus nicht notwendig, auf die offene Form des Arbeitsdienstes zu verzichten. Es genügt, die innere Gestaltung des Arbeitsdienstes in der offenen Form derjenigen in dem geschlossenen Lager anzupassen. Verbandslager— Volkslager? Der Streit geht jetzt darum, ob Verbands- lager oder„Volkslager" das zukünftige Gesicht des Arbeitsdienstes bestimmen sollen. Ge- wisse Zirkel„bündischer" Jugend, eine Reihe von „Heimatwerken" usw., Gruppen, die an sich keine wirklichen Volkskräfte repräsentieren, versuchen. aus ihrer Not eine Tugend zu machen: sie wollen das„Volkslager", weil sie in dem Volkslager eine Chance sehen, den Arbeitsdienst den die erwerbs- lose Jugend wirklich repräsentierenden Verbänden zu entreißen. In politischer Naivität(die der bürgerlichen Jugendbewegung eigen ist) wird das „Volkslagcr", in dem sich Vertreter der verschie- densten Berufe und Schichten zusammenfinden, zu einer neuen Lebensform erhoben, zur Keimzelle einer neuen Volksordnung. Ja, die „neue Volksordnung" wird schon in diesem Lager- leben als solchem gesehen. Dieser Versuch zu einer ideologischen lieber st eigcrung des Freiwilligen Arbeitsdienstes ist ein Ver- such am untauglichen Objekt. Der FAD. hat als Institution vornehmlich sozial- pädagogische Aufgaben. Er soll zu seinem Teil dazu beitragen, die Klust zu überbrücken, die heute zwischen erwerbsloser Jugend und Erwerbstätigen ausgerissen ist. Wenn es durch den Arbeitsdienst gelingt, einige Hunderttausende von jugendlichen Erwerbslosen vor dem vollständigen Zerfall ihrer Lebens- und Arbeits- kraft zu schützen, so ist das schon ein großer Erfolg. Es ist sinnlos, den Arbeitsdienst noch mit politisch- pädagogischen Auf- gaben zu belasten, wie die Propagandisten der„Volkslager" es wollen. Es tut wahrhaftig not, zu einer nüchtern-realistischen Betrachtung des Arbeitsdienstes zurückzukehren. Wohlverstanden: Wir wenden uns nicht gegen eine wirkliche Begegnung politischer Gegner, wie sie an einigen Stellen versucht worden ist(z.B. in den Lagern der schlesischen Jungmannschast). Eine solche Begegnung ist schon deswegen sinn- voll, weil sie zur menschlichen Achtung vor dem politischen Gegner erziehen kann. Das ist aber eine Aufgabe, die von dem FAD. schlechterdings nicht gelöst werden kann. Er wird schon viel leisten, wenn er eine größere Anzahl jugendlicher Erwerbsloser aus chrer gesellschaftlichen Isolierung befreit. Der pädagogisch sinnvollste und sicherste Weg für die Lösung dieser Aufgabe ist das Berbandslagcr. Gewiß soll es sich hier nicht um hermetisch ab- geschlossene Lager von Verbandsmitgliedern han- dein. Es genügt, wenn die Verbandsmitglieder die Stammgruppe darstellen und sich durch un- organisierte jugendliche Erwerbslose, auch solche aus anderen Berufen und Schichten, ergänzen. Die Propagandisten der„Volkslager" im Ar- beitsdienst weisen auf die Gefahr des politischen Mißbrauches des Arbeitsdienstes im„Gesinnungs- lager" hin und meinen, daß die„Neutralität" der „Volkslager" einen politischen Mißbrauch aus- schließt. Die Gefahr des politischen Mißbrauches des Arbeitsdienstes ist in den Volkslagern aber mindestens ebenso groß wie in den Verbandslagern. Die„Neuttalität" der „Volkslager ist häufig genug(Ausnahmen bestäti- gen die Regel) eine Maske, hinter der sich die politische Reaktion verbirgt. In der Praxis hat sich oft genug gezeigt, daß man „Volkslager" dazu mißbraucht, um den entschic- denen politischen Willen junger Menschen zu brechen und sie einer politischen Sta- g n a t i o n zuzuführen, die allerdings die einzig sichere Grundlage für autoritäre Form der politi- scheu Herrschaft darstellt. Es besteht deswegen aller Anlaß, die Pro- paganda für die Durchführung des Arbeitsdienstes in„Volkslagern" mit höchstem Mißtrauen zu begegnen. Zur Zeit werden Borbcreitungen für die Durchführung des Freiwilligen Arbeitsdienstes bei der Stadt Berlin getroffen. Dabei soll neben einem„Berliner Verein für Volkserziehung" nur der„Fördere r- kreis für märkische Arbeitslager" als Träger des Dienstes für die von der Zentralen Verwaltung durchgeführten Arbeiten fungieren. Das bedeutet also, daß die Betreuung der Dienst- willigen in Berlin Verbanden überantwortet wer- den soll, die selbst über keine Stammgruppen von erwerbslosen Jugendlichen verfügen. Hier in Berlin ist also die Gefahr einer vollständigen Ausschaltung der Verbände zugunsten der„Volks- lager" unmittelbar gegeben. Bildung sarbeit im"Dort Städler erobern das Land/ Von Alfred Polster Im wirtschaftskundlichen Unterricht der Arbeiter- bildung ist den Kursusteilnehmern die praktische Erfahrung aus dem industriellen Betriebsleben immer eine wichtige Erkenntnisgrundlage, von der aus eine methodische Einführung in die Volks- wirtschaftstheorie und Volkswirtschastspraxis in der Arbeiterbildung allgemein durchgeführt wird. Dagegen hat der bildungshungrige Industrie- arbeiter von der landwirtschaftlichen Arbeit und ihrer Technik im allgemeinen keine praktischen Ersahrungen und die Bildungsarbeit, die sich im volkswirtschastskundlichen Unterricht mit Agrarfragen beschäftigt, ist zumeist darauf an- gewiesen, das Verständnis für die Landwirtschast lediglich von der wirtschaftstheoretischen Seite her zu wecken. Diese Lücke im wirtschaftskundlichen Unterricht oersucht das Volkshochschulheim Berlin-Tempelhof seit einiger Zeit dadurch auszufüllen, daß es seinen Kursusteilnehmern neben der Beschäftigung mit der Agrarfrage von der wirtschaststheoretischen Seite her die Möglich- keit gibt, die landwirtschaftliche Praxis in eigener Betätigung in Siedlung?- d ö r f e r n kennen lernen zu können. Die Durchführung dieser Bildungsarbeit durch praktische Betätigung in der Landwirtschast wird neben dem Kennenlernen der Landarbeit und chrer Technik verbunden mit einer Forschung?- arbeit, die sowohl den einzelnen landwirtschast- lichen Betrieb als auch das gesamte dörfliche Leben umfaßt. Das Verftändigungswerk zwischen Stadt und Land wird dadurch stark gefördert und so wie die fast restlos der Stadt entstammenden Teil- nchmer dieser Arbeit das Landleben kennen lernen sollen, werden sie auch angehalten, im Landbewohner Verständnis für die Stadt und ihre Probleme zu wecken, so daß diese Arbeit zugleich auch die Bewohnerschaft der Landsiedlung bild- nerisch mit erfaßt. Die Durchführung dieser Landsorschungsarbeit geschieht in der Weise, daß alle Teilnehmer i n Siedler st ellen untergebracht werden. So waren wir unlängst in einer großen Aufbau- sicdlung Lorpommerns und hatten in der Ernte- zeit Gelegenheit, die Erntearbeit kennen zu lernen. In früher Morgenstunde beginnt die Arbeit mit der Versorgung des Viehes, der Reinigung der Viehställe und der Fertigstellung der Milch zum Versand. Sodann geht es hinaus auf die Felder, das Getreide wird gemäht, in Puppen zusammen- gestellt und nach der Trocknung eingefahren. Hier- auf wird es ausgedroschen und die Erträge werden zur Stadt gefahren. Jeder Teilnehmer lernt hier- bei kennen, daß das Vertrauen des Landwirts und der gesamten Familie lediglich durch inten- sive Mitarbeit bei allen vorkommenden Arbeiten zu gewinnen ist. Die Anpassung an das Arbeits- leben, aber auch an die Sitten und Traditionen in der bäuerlichen Familie und im Siedlungsdorf führt aber dazu, daß die zunächst mißtrauischen und verschlossenen Menschen des Pommernlandes zum Städter bald Vertrauen gewinnen, und bald werden trotz der verschiedenen Erfahrungswelten des Stadt- und Landbewohners zwischen beiden kameradschaftliche Bande geschlossen und man be- kommt einen Einblick in die Vorstellungswelt des Siedlers, seine Sorgen und Nöte, sein« Wünsche und Hoffnungen. Wir lernten alle die Schwere und oft auch die Mühseligkeit der landwirtschast- lichen Arbeit kennen und durch den Beweis unserer praktischen Arbeitswilligkeit verloren die Siedler ihr Mißtrauen gegen den Stadtmenschen, was ein wesentlicher Erfolg solcher Land- sorschungsarbeit ist. Die wissenschaftliche Arbeit im Sicdlungsdorf wird dabei derart vorgenommen, daß die Fahrt- tcilnehmer sich täglich in den Abendstunden zu Besprechungen zusammenfinden und die gesammelten Eindrücke stenographisch festgehalten werden. Nach einer erprobten und bewährten Mechode treiben hier zwar theoretisch durch- gebildete, aber in der Landwirtschaft unerfahrene Werktätige praktische Forschungsarbeit im Sied- lungsdorf, die sich aus die wirtschaftliche, soziale und geistige Situation des Siedlungsdorfes und seiner Bewohner erstreckt. Das Ergebnis dieser Bildungsarbeit ist ein Kennenlernen landwirtschaftlicher Praxis durch Industriearbeiter und Großstädter, was für deren Erkenntnis landwirtschaftlicher Fragen von größtem Werte ist. Die Verständigung zwischen Stadt und Land wird dabei außerordentlich gefördert, denn der Siedler und Landarbeiter hat hier einmal Gelegenheit, Men- schen aus der Großstadt in seinem Lebensbezirk kennenzulernen. Die Forschungsarbeit im Sied- lungsdorf aber sammelt viel wertvolles Material über die landwirtschaftliche Arbeit und ihre Tech- nik, die verschiedenen Gehöfte und die Arten ihrer Bewirtschaftung. Wir lernten die Siedlerfamilie als Produktionsgemeinschaft, das Verhältnis zwischen landwirtschaftlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und die Generationsunterschiede in den Siedlerfamilien kennen. Aus der Mitarbeit im Siedlungsdorf gewannen wir ein Bild von seinen wirtschaftlichen Aufgaben, dem politischen, religiösen, kulturellen und geistigen Leben in ihm und den Spannungen, die eine genossenschaftliche Zusammenarbeit in der landwirtschaftlichen Pro- duktion so erschweren. Die gesammelten Erfahrun- gen werden nach Beendigung des Siedlungsbesuchs gemeinsam verarbeitet und in der Schrift„Die wirtschaftliche und geistige Struktur eines Sied- lungsdorfes" herausgegeben als SS. Sonderheft der„Berichte über Landwirtschaft", Verlag Parey- Berlin, konnte ein Bericht über eine Siedlung bereits veröffentlicht werden. Die praktische Schulungsarbeit im Siedlungs- dorf bringt jedem städtischen Tcilnehmer wertvolle Erkenntnisse über landwirtschastlichc Fragen, die seine theoretische volkswirtschastlichc Ausbildung über landwirtschaftliche Fragen wesentlich er- gänzen. Für den Bewohner des Landes aber wäre es wertvoll, wenn er ebenfalls einmal in seinem Leben eine Stadt besuchen und unter entsprechender Anleitung ihr Leben, ihre Arbeits- stätten und ihre Probleme kennen lernen könnte. Die Blldungsarbeit der Zukunft wird sich nicht nur mit dem Wälzen cheoretischer Probleme, son- dern immer mehr mtt der praktischen Arbeit selbst zu beschäftigen Haben. Sportflugzeuge auf der„Dela 6t Deutschland im Segelflugzeugbau voran Trotz der vorbildlichen Arbeit des„Sturm- vogels", der Organisation der werktätigen Flugbegeisterten, kann man nicht sagen, daß das Fliegen heute schon in Deutschland eine ebensolche volkstümliche Angelegenheit wie etwa das Rad- fahren sei. Es gibt in Deuschland rund 175 Personen, die über ein Flugzeug für ihren Privat- gebrauch verfugen. In den Vereinen wird im allgemeinen nur der Segelflugsport betrieben. Mehr als bei jeder anderen Sportart, bei der irgendein Verkehrsmittel als„Sportgerät" Ver- Wendung findet, ist man beim Flugsport aus Es- meinschaftsarbeit angewiesen. Sie beginnt beim Entwurs und Bau der Fahrzeuge und wird beim Schulbetrieb und beim praktischen Flugbetrieb fortgesetzt. Fliegen erfordert eine viel ein- gehendere Ausbildung wie jeder andere Verkehrs» spart. Technische Kenntnisse müssen sich mit meteorologischem Wissen sowie Mut und Ent- schlossenheit paaren, wenn dem Flieger Erfolg beschieden sein soll. Aus dem Gebiete des Segel- flugwesens haben gerade die Amateure auf- bauende und zielweisende Arbeit geleistet. Der Besucher der Deutschen Luftsportausstellung muß gerade beim Durchschreiten der Sportabteilung er- kennen, wie unsere Kleinflugzeuge durch die beim Segelslug gewonnenen Erfahrungen herange- züchtet wurden. Durch die harten Friedensbedin- gungen ist gerade Deutschland das Musterland des Segelflugsportes geworden. Die Zahl der von den Vereinen benutzten Segelflugzeuge wird in Deutschland auf rund 1300 geschätzt. Die Segelflieger, die den leichtesten Aufwind geschickt ausnutzen müssen, wenn sie mit Erfolg in den Lüften motorlos dahingleiten wollen. mußten ihre Flugzeuge aerodynamisch einwand- frei gestalten. Die Dela läßt erkennen, mit welcher Liebe und fjingabe an dieser Aufgabe gearbeitet wurde. Bis ins kleinste ausgeführte saubere Arbeiten, angefangen von der Zeichnung über das Modell zum fertigen Segel- und Motor- kleinflugzeug, zeigen den Entwicklungsgang der Segelfliegerei. Holz ist der Hauptbaustoff, Metall wird nur zu den Beschlägen benutzt. Trotz aller Leichtigkeit in der Bauausführung müssen diese Flugzeuge doch sehr widerstandsfähig sein. Man darf nicht vergessen, daß sie in dem Augen- blick, wo sie die Auswindzone verlassen, mit großer Sinkgeschwindigkeit in langem Gleitflug zu Boden gehen! die dabei auftretenden Bean- spruchungen soll man nicht gering einschätzen. Die Der erste Kampf bei den Geräteturnern Die Serienwettkämpfe im Geräteturnen wurden gestern mit einem Turnen der Jugend- Mannschaften vom Volkssport Neukölln und dem Bezirk Süden des FTGB. eingeleitet. Der Kamps war ein sehr schöner Auftakt für die neue Serie. Guter Besuch, vorbildliche Ruhe während der Kämpfe, zeichnete den Abend besonders aus. Die Leistungen, hauptsächlich der Neuköllner, lassen hoffen, daß es mit dem Turnen weiter aufwärts geht. Nur eins sollte man sich abgewöhnen, oder vielmehr den Zuschauern, die Mitglied eines Vereins find, daß sie nach einer guten Leistung auf Verabredung Beifall spenden. Es macht, wenigstens in der Halle, keinen guten Eindruck, wenn da plötzlich Händeklatschen ertönt. An allen Geräten zeigten sich die Neuköllner ihrem Gegner überlegen. So konnten sie schon am ersten Gerät, dem Barren, einen Vorsprung von 9 Punkten herausholen, der sich am Pferd um 19 auf 28 Punkte erhöhte. Am Reck errangen sie einen weiteren Erfolg von 21 Punkten, während sie gerade bei der Gymnastik, bei der sie im Vorjahr nicht zu schlagen waren, einen Punkt einbüßten. Bei der Südmannschast muß noch mehr auf die Haltung bei der Ausübung der Kür und auch beim Abgang gesehen werden. Die Ergebnisse der einzelnen Uebungen: Volkssport Neukölln: Barren 156, Pferd 137, Reck 154, Gymnastik 33, insgesamt 480 Punkte. FTGB.-Süden: Barren 147, Pferd 118, Reck 133, Gymnastik 34, insgesamt 432 Punkte. Waldlauf in den Rehbergen Der 2. Bezirk im 1. Kreise des Arbeiter- Turn- und Sportbundes erläßt für den Herbst- waldlauf am Sonntag, 23. Oktober, folgende Aus- fchreibung: vor: Männer: Av-Meter-Einzellauf. ZlM. Meter. Mann- schaftslauf<4 Mann— 1 Mannschaf», 8 Mann geschlossen durchs Ziel.») Leichtathleten; d) Turner, Wassersportler und andere Sparten; c) Epi-Iermannschaften, Handball, Hocken, Fußball, 11 Mann— 1 Mannschaft, geschlossen durch Ziel. Frauen: HM-Meter-Sinzellauf. Jugend und Alterssporter: llNM-Mcter.Mannschaftslauf mit Einzel. Wertung, 8 Mann— 1 Mannschaft. Startgeld für alle Wettkampfteilnehmer 10 Pf., fllr Spielermannschaften 80 Pf. Start 18 Uhr. Meldeschluß am 14. Oktober an Paul Rehfeldt, Berlin N. 88, Windhuker Str. 88 V. Rennfahrer Ernst Saufmann tritt ab. Der langjährige Schweizer Meisterfahrer Ernst Kauf- mann, der in diesem Herbst sein 20jähriges Renn- fahrerjubiläum feiern konnte, hat sich entschlossen, das Rennrad an den Nagel zu hängen. zur Schau gestellten Motorkleinflugzeuge haben recht beachtliche Leistungen aufzuweisen. Bei dem letzten Europarundflug wurden Höchstoescbwindig- keiten von 245 Kilometer in der Stunde und Flugstrecken von rund 800 Kilometer unter Be Nutzung von 160 Pferdestärken Motorleistung er- zielt. Ob diese Leistungen noch überboten wer- den können, ohne die Sicherheit zu gefährden. muß die Zukunft lehren. Vielleicht aber ent- wickeln sich aus diesen für den Sportbetrieb ge- bauten Kleinflugzeugen unsere späteren Ge- brauchsflugzeuge. Schon heute finden wir bei diesen leichten Flugzeugen manche technische Neuerung, wie stoßdämpfende Fahrgestelle, Land- klappen, Schlitzflügel, Windschutz für Pilot und Fluggast und anderes mehr. Alles in allem weift die Sportabteilung der Dela einen erfreulichen technischen Fortschritt im Kleinflugzeugbau auf, der zu den schönsten Zu- kunftshofsnungen berechtigt. Mit besonderem Stolz können wir feststellen, daß auch die im „Sturmvogel" zusammengekaßten minderbemittel- ten Erwerbstätigen an der Entwicklung der Sportfliegerei ihren Anteil haben. teile liefern können. Am Montag, 17. Ok- t o b e r, 20 Uhr, findet im großen Sitzungssaal der Kreisgeschäftsstelle, Elsasser Str. 86/88, 4 Treppen, eine Versammlung für die Teil- nehmer des jetzt beginnenden Selbstbaues statt. Um allen einen Einblick in die vielgeartete Tütig- keit des Vereins zu geben, ist mit dieser Ver- sammlung eine Ausstellung der letztjährigen Selbstbauboote verbunden. Der Wald— verboten! Ist das der Sinn des Naturschutzes? Immer wieder erreichen uns Klagen darüber, daß heute dem wahren Naturfreund das Wandern ungeheuer erschwert wird. Was der kapitalistische Raubbau noch an Naturschönheiten in der Mark übriggelassen hat und was dem Fußwanderer durch den riesigen Autobetrieb in den schönsten Gebieten noch nicht verleitet wird, das soll jetzt durch behördliche Maßnahmen immer mehr vom wandernden Publikum abgeschlossen werden Ein besonders betrübliches Kapitel ist das Naturschutzgebiet Schorsheide, ein gerade den Arbeiterwanderern Berlins besonders beliebtes Wanderziel, da hier noch wahre, echte Naturschönheiten anzutreffen sind. Das ganze Gebiet ist jetzt für den Wanderbetrieb gesperrt. Man darf höchstens auf der staubigen Chaussee am Werbellinsee entlang einen Wettlauf mit den zahlreichen Autos antreten, um sich so sonntäglich zu„erholen": der Wald jedoch soll nicht betreten werden. Schon wer in den nächsten Parallel- schneifen angetroffen wird, um frei von den Staubwolken wandern zu können, wird unbarm- herzig aufgeschrieben. Viel schlimmer wird es noch im Inneren der Schorfheide. Die wunderbaren Fleckchen inmitten der hügeligen Heide oder an den Pinnow- und Döllnseen, am Wucker- und großen und kleinen Glasowsee sind dem Naturfreund verschlossen. Jeder wird notiert und des Ortes verwiesen, der dort von den scharf beobachtenden Forstbeamten betroffen wird. Naturschutz ist gewiß gut. Aber wenn«r dazu dient, die Natur vor dem nach wahrer Erholung dürstenden Großstädter zu ver- stecken, dann haben wir kein Verständnis dafür. Oder will man wieder diese unsprüngliche Natur nur einigen bevorrechteten Herrenreitern und Jagdliebhabern vorbehalten? Es müßte mindestens den ernstzunehmenden Wanderorganisationen gestattet sein, vielleicht auf Grund besonderer Ausweise auch die Schorfheide auf gesondert zu bezeichnenden Touristenwegen besuchen zu können. Heute hält man auch bei Anfragen so lange mit klaren Be- scheiden zurück, bis es meist für die anfragende Gruppe keinen Sinn mehr hat. Grundlegende Aenderung tut da dringend not. Was gilt ein Verbot? Die bürgerlichen ,, Amateure" pfeifen drauf Vor einiger Zeit machte die Mitteilung die Runde durch die bürgerlichen Sportblätter, die internationalen Fußballspieler Kreß, Engel- Hardt, Rutz und Engel seien aus dem süd- deutschen Fußballoerband ausgeschlossen und auf zwei Jahre disqualifiziert worden. Disqualifiziert auf Grund der Amateurbestimmungen des bürger- lichcn Deutschen Fußballbundes, wonach Spieler nicht mehr als 7,50 M. pro Spiel erhalten dürfen. Der Fußballklub„Rot-Weiß", Frankfurt(Main), hatte aber bisher und auch nach dem Erlaß der Bestimmungen immer mehr als die zulässige Summe gezahlt. Diesen Mehrbetrag verlangten die vier obengenannten Spieler auch weiterhin, und als das vom Verein, der in Zahlungs- fchwierigkeiten geraten war, abgelehnt wurde, traten die Spieler in den Streit. Dadurch kam die ganze Angelegenheit ins Rollen. Rutz ließ sich die Sache aber nicht gefallen und lief vor das ordentliche Gericht. Daraufhin wurde er für dauernd kaltgestellt. Anders machten es die drei anderen Spieler. Sie verlegten ihr Tätigkeitsgebiet in das nahe Elsaß, nach MUlhaustn. Nun sind die Mülhausener aber Berufsspieler, gehören aber doch der Föderation internationaler Fußballassociation (FIFA.) an. Sie dursten die Leute also nicht aufnehmen, ohne vom Deutschen Fußballbund die Genehmigung zu haben. Zuerst wurden denn auch die Deutschen tatsächlich nicht aufgenommen und wieder in ihre Heimat geschickt. Lange Zeit hörte man nichts mehr von ihnen. Jetzt kommt aber plötzlich die Meldung, daß alle drei bei einem Fußballspiel gegen einen Züricher Verein mitgewirkt haben, trotz Disqualifikation, trotz Verbots und unter den Augen des in Zürich wohnenden Sekretärs der FIFA. Wie wir hören, will der Deutsche Fußballbund beim internationalen Verband gegen die Spieler Klage erheben. Es ist beabsichtiat die"IFA. zum Einschreiten gegen den französischen Verband zu veranlassen. Das wird aber noch einige Zeit dauern, denn Bürokratismus gibts auch bei den Fußballern. Fcbbootselhstbau Es ist die Sehnsucht Tausender, auch einmal ein Faltboot zu besitzen und damit die märkischen Gewässer zu befahren. Trotz schwerster Wirt- schastsnot nahm die Zahl der Faltbootfahrer immer mehr zu, weil die Vorteile— Sparen der Bootshausmiete, Ungebundensein an bestimmte Gewässer— doch gegenüber anderen Wasser- sahrzeugen sehr groß sind. In den„Freien Faltbootfahrern Berlin" haben wir einen Verein, der den Selbstbau von Faltbooten pflegt. Schon vor 10 Jahren haben Mitglieder des Vereins Boote selbst gebaut. Seitdem wird Jahr für Jahr der Selbstbau weiter betrieben, über 170 Selbst- bauboote der„Freien Faltbootfahrer" befahren jetzt die Berliner Gewässer. Auch in diesem Jahre findet ein neuer Selbstbaukursus statt. Der Verein bietet die Gewähr, daß die Teilnehmer sportgerechte Boote herstellen, zu Preisen, wofür die Firmen höchstens die Zubehör- Was zu berichten ist 3m ZNillelpunkt des Boxprogramms im Spichernrina, Freitag, 14 Oktober, steht die Be- gegnung zwischen Sabottke und Tobcck. die als Ausscheidung zur Deutschen Halbschwergewichts- Meisterschaft gewertet wird. Beide trafen schon einmal zusammen, damals blieb Sabottke über- legener Punktsieger. Tobcck erscheint nach länoerer Ruhepause zum ersten Male wieder im Ring, in daß er gegen den in guter Form besindliche» Sabottke vielleicht etwas im Nachteil ist. De: Münchener Konrad Stein geht mit dem hollän- dischen Weltergewichtler Len Sanders in den Ring, Paul Czirson ist mit Seieier gepaart, und die Einleitung besorgen die Berliner Halbschwec- gewichtler Himemann und Horst Riege. Ludwig Haymann wieder akliv. Der einstige deutsche Schwergewichtsmeister Ludwig Haymann, der sich zuletzt als Journalist betätigte, hat sich entschlossen, wieder in den Ring zurückzukehren. Der Münchener soll am 21 Oktober in Stuttgart den Hauptlampf mit dem Berliner Karl Walter bestreiten. 3n der Alt-wedding-Abteilung„Rordosl", Mit- glied des Arbciter-Alhletenbundes herrscht jetzt Hochbetrieb. Die Boxer und Heber rüsten für die Winterveranslaltungen. daneben werden auch Anfänger und Fortgeschrittene von dem neuen Trainer Schmidt zu brauchbaren Wettkämpsern ausgebildet. Parteigenossen, Gewerkschaftler, Sportler und Jugendliche, lernt boren in der Ab- teilung Nordost. Die Trainer Mehlbaum und Schmidt nehmen Anmeldungen entgegen. Uebungs- stunden jeden Montag und Donnerstag von 20 bis 22 Uhr in der Danziger Straße 23. Lernt Ringen und 3iu-3ilsu. Der ehemalige Kreismeisterverein„Lichtenberg-Friedrichsselde 04", Mitglied des Arbeiter-Athletenbundes, beginnt jetzt mit einem Kursus im Jiu-Jitsu und Ringen. Schüler, Jugendliche und Männer werden von guten Trainern ausgebildet. Uebungsstunden jeden Dienstag und Freitag in der Turnhalle Bürgerheimstraße 3 in Lichtenberg von 2V bis 22 Uhr. Schwarzes Brett K-lleatraiaing bcs 91333. Wcddiug. Miinn-r: Dienstags �..... o:...______ ,.v,S Oft ItTir ältere Sportler: Donnerstags 19% Uhr alle Llltticher Straße 47—38. Handballspiel- Sonntags Rehbergc. Hockeytraining Sonnabends 1« Uhr Wiescnstraße(Eis- bahn). Tennis-Rot Graß-Berlin. Abt. Neukölln. Donnerstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Mitgliederversammlung, Cafe Rein- Hardt, Hasenheide 87. Bezirkskartell»rcuzberg. Der nächste gemeinsame Ucbungsabcnd der männlichen Sportler findet in der Turnhalle Böckhstr. 17—20 am Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr, ��Lichtenberg-Friedrichsselde 04. Sitzung aller Sparten Freitag, 14. Oktober, 2V Uhr, bei Lang, Ruschcstraße. Sportverein Moabit. Heute, Donnerstag, Vercinsbade- abend, 20zL Uhr, Turmstraße. Hallentlbungsabende siir Männer und Jugend Dienstags 20 Uhr Ouitzowstraßc, Freitaas ISZi, Uhr Waldenscrstraße; fllr Frauen Diens- tags, fllr Iungmädchen Freitags 20 Uhr Luitzowstraße. Mittwoch. Iii Oktober, 20 Uhr, Dereinsversammlung, Arminius-Feststtle. Arbeiter-Foto-Sild« Süden. Donnerstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Dunkelkammer, Bergstr. 29(Neukölln), Abschwächen von Negativen und Kopien.— Freie Foto-Bereiniqnng. Donnerstag, 18. Oktober, 20 Uhr, Phpstkzimmer weltliche Schule, Pank- Ecke Wtesenstraße,„Die Dolomiten im Bild". Tonristenncreia„Die Naturfreunde". Freitag, 14 Oktober, Photo-Arbeitsgemeinschaft Franke, Johannisstr. 18, Dunkel- kammer. Photo-Arbeitsgemeinschaft Neukölln, Bergstr. 29. Photo-Arbeitsgemeinschatt Osten, Frankfurter Allee 807: Aufnahmen im Seim. Faltbootabteilung, Johannisstr. 18: Prllfung der Wassersportler. Slldost, Manteuffelstr. 7: Liederabend. Charlottcnburg, Spreestr. 80: Geschichte der Zohannnisstr. 18: Lichtbildervortrag.— Fahrten. Sonn- abend, 18. Oktober: Iugendtrefsen IN Grotz-Behnitz. Rest. lose Beteiligung der Berliner Jugend. Sonntag, 18. Oktober. Fllhr-rsektion, Buch, Mahlsdorf, Treffpunkt 8.80 Uhr Bahnhof Buch, Fllhrer Damnitz. Altcrsricgen, Turner und Sportler, I. Kreis, AT2B. Die Meldungen der Faustballmannschaften fllr den 28. Oktober hat bis zum 18. Oktober an Hermann Stanislaus zu er- solgen.— Montag, 17. Oktober, 19% Uhr, Sitzung aller Spiel- und MannlchaftsfUhrer, Kreisgeschäftsstelle. Elsa lsasser Straße 88. Der 28. Oktober sowie die Serienspiele werden verhandelt. Ausgabe der Miteiltungsblätter. Freie Schwimmer Eharlotenburg.«annabteilung. Monatssttzung Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr, bei Germar, Kaiser-Friedrich. Str. 13. Freie Turnerschaft Wilmersdorf. Erster Kallenabend der Gymnastikabteilu'iig fllr Frauen und Iungmädchen Freitag, Turnhalle Koblenzer Str. 22— 24. Aufnahme neuer Mitglieder beim Leiter BFI. Allemannia 22 sucht zur! M_____ JH| Männer-, Jugend- und Schlllermannschoften noch Mit zur Vervollständigung der lieber. Interessenten melden sich Donnerstag, 20 Uhr, im okal Dllwe, Schulstr. 109. ffaals % Tiicafer Donnerstag, den 13. Oktober staatsoper unter den Linden 20 Uhr 1. Sinfonie-Konzert staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Die Räuber VOLKSBUHNE Theater am BHIewpiai* 0 I. Norden 2944. TKsIloh K Uhr Die Ratten Zpt0oer Regie: Heinz Hilpert KIthe Dorsch, Eggen KlOpfer, Otto Wcrolcke 8 Übt i z. Flora 8434 Raufflen er). Broneft-Famiiie. Lom Ain, 7 Alfredos, Marianne i Roberts Mae Eigin, 6 Köhlers usw. WALLN ER-THEATER Wich 8.15„Mitschuldigen" „Satyros"von Goethe— Musik: Mozarf Preise 0.50 bis 3,- M.— Sonnt. 8 u. 8,15 Uhr Vorverkauf täglich ab 10 Uhr S(äd(.0per Charlottenburr Fraunhofer 0231 Donnerstag, 13. Okt 19,30 Uhr Turnus IV Aida Ondgin, Nemeih. Fidesser. Rode, Aadrdsen, Baumann. Dirigent: Ladwig Ba Ba Ba Bendows Bunte Bühne Kottbusser StraOe 9 früher„Elite- Sänger" latHe öicti gesund! Tsl. I Uhr, Sonnt, nidm, ZV- Preise von 80 Pf. an Rose■ Theater Groll Frankfnrtir Straft 137 fit.«filihui E 7 3422 8.18 Uhr Der Hauptmann von Köpenick 9eiiisdiesTiieatet Weidend. 5201. 8 Uhr Rose Bernd von Gerlurt Hauptmann mit Paula Wesselv Kammerspieie 8 Uhr Schuttes Bübne Das Vetlnis von Rieh Billinger »•/.uhr CflSlllO- THEATER Lothringer Strafe 37. MiinitliiiiiiiiiiiMiiiiMlliuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinun'mxmiMmmiii Aach Sonntags nochni. 4 Uhr: Hnmorl Sllminnngl Man lacht Tränen Ober Direktor Hans Berg als Tante Julchen. Gutschein für die Leser 1—4 Personen Faul. 0.75 M.. Sessel I 25 M.. Park. 0.50 M. Schiller Grolmausir. 70171 Stelapi(C I) 8715 8>/. Uhr Letzte Vorstellung Der 18 Oktober Freitag, 14. Okt., 8