Abend-Ausgabe Nr. 486 B235 49. Jahrg. Rebaktton und«Derlagi Berlin SW 68, Lindenstr. 3 F-rnspr-cher:«7«ml Dönhoff 202 bis 207 Telegrammadresse: Sozialdemokrat Berlin BERLINER VOLKSBLATT FREITAG 14. Oktober 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß beS redaktionellen Teils Aetttealoegan der Gozialdemokvatifchen Partei Deutschtauds Einheitsfront Phantasie unJ �Virklichkeit In der wohlmeinenden Absicht, dem edlen Herrn Gottheiner in Leipzig wieder etwas zu Kräften zu verhelfen, serviert die „Berliner Börsenzeitung" einen Zitatensalat, durch den bewiesen werden soll, daß zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten eine rote Einheitsfront besteht. Nun genügt ein einziger Blick in die kommunistische Presse, um diese Behauptung zu widerlegen, denn die kommunistische Presse lügt genau so ge- mein über die Sozialdemokratie wie die „Berliner Börsenzeitung" Eine rote Einheitsfront besteht nicht. Wir wollen aber der„Berliner Börsenzeitung" gerne den Ge- fallen tun, hier öffentlich zu erklären, daß es ausschließlich an den Kommunisten liegt. wenn sie nicht besteht, und nicht an uns. Die „Berliner Börsenzeitung" kann also, wenn es ihr Spaß macht, morgen schreiben, daß sich der„Vorwärts" zur roten Einheitsfront bekennt. Die Sozialdemokratie, die heute gegen die Frechheit der Reaktion einen leidenschaftlichen Kampf führt, empfindet es mit Erbitterung. daß die Kommunisten, statt der Sozialdemo- tratie ehrliche Pundeshilfe zu gewähren, auf nichts anderes bedacht find, als auf den Kampf zwischen den sozialistischen Arbeite'- Parteien selbst. Tagtäglich liest man in der Kommünistenpresse über angebliche Freund- schaftsbeziehungen zwischen der Sozialdemo- kratie und der Papen-Regierung die dümmsten Lügen. Wir oerhehlen keineswegs, daß uns eine Aenderung des Verhaltens der Kommunisten höchst wün- schenswert erscheint und daß wir durchaus bereit wären, gemeinsam mit den Kommu- nisten gegen die Reaktion zu kämpfen, wenn nur erst die Kommunisten aufhören wollten, im Troß der Reaktion Krieg gegen die So- zialdemokratie zu führen. Wir ermächtigen also die„Berliner Bär- senzeitung", ihren Lesern mitzuteilen, daß der„Vorwärts" ein entschiedener A n- Hänger einer„roten Einheitsfront" ist und daß er überhaupt bereit ist, jedes Bünd- nis einzugehen, um die„Berliner Börsen- zeitung" und ihre Freunde zum Teufel zu jagen. Wir bitten sie nur hinzuzufügen, daß unsere Hoffnungen in dieser Beziehung sehr gering sind, da die Kommunisten leider bis- her es immer noch vorgezogen haben, zur Freude und zum Nutzen der„Börsen- zeitungs"-Leute auf die Sozialdemokratie loszuschlagen, statt Schulter an Schulter m i t der Sozialdemokratie gegen diese Arbeiter- feinde zu kämpfen. Zurück zur Einheit �ommumstenauschliiCi an Sozialdemokratie Prag. 14. Oktober. Die zahlreichen Richtungswechsel in der KPTsch. mit obligater Führerabsägung, besonders die Vorgänge um den Reichenberger„Vorwärts", haben zur Festigung und Stärkung der kommu- nistischen Opposition geführt. Sie ist in der ganzen Republik vorhanden und hat in vielen Gemeinde- Vertretungen Mandate. Seit einiger Zeit bereits war eine Annäherung dieser Partei an die Sozialdemokratie, sowohl im tschechischen wie im deutschen Gebiet festzustellen. Nun veröffentlicht das Prager Organ der kommu- nistischen Opposition«inen Ausruf, in dem die Vereinigung der kommunistischen Opposition mit der tschechoslowakischen sozialdemokra- tischen Arbeiterpartei bekanntgegeben wird. Die Durchführung dieser Vereinigung soll auf der Reichskonferenz der kommunistischen Opposttion in Prag erfolgen. Baronsjustiz in Schlesien RitterxutsLesteer läßt Arbeiterfamilie ausräuchern und wird freigesprochen Eigener Bericht des„Vormäris" Liegnih, 14. Ottober. Zu sensationeller Verhandlung hatte sich vor der tiegniher Großen Strafkammer als vcrusungs- Instanz der Rittergutsbesitzer Ludwig proste aus krummlinde wegen Anstiftung zur versuchten Nötigung und zur gefährlichen Körper- Verletzung zu verantworten. Der Anklage lag ein regelrechter Mordanschlag aus eine ganze Familie zugrunde. Auf dem Rittergut des Proste wohnte im urteilte den verführten Arbeiter zu einem Monat Gefängnis, den Anstifter P r o s k e aber zu sechs Monaten Gefängnis. Es wurde betont, daß vielleicht in früheren Jahr- Hunderten eine solche lebensgefährliche Aus- räucherung möglich war, nicht aber in unserem heutigen Rechtsstaat. Gegen das Urteil legte Proske Berufung ein und marschierte nun mit zwei Anwälten vor dem Berufungsgericht auf Nach dem Ergebnis der erneuten Beweisaufnahme und den Sachver- ständigengutachten, welche die Darstellung der Angeklagten als glaubwürdig bezeichneten, be- Ton den Slraßenkämpfen in äSelfafl Jahre 1931 der Melkermeister Karl P r z y b i l l a mit Frau und drei Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren. Wegen Differenzen wurde dem Melker die Stellung gekündigt, und zwei Tage später bekam er von Frau Proske einen Brief, daß er bis nachmittags 3 Uhr die Wohnung zu räumen Hobe. Da er aber weder Stellung noch neue Wohnung erhielt und seine Familie nicht einfach auf die Straße setzen konnte, blieb er trog eines Räumungsurteils, das Proste erhielt, weiter in der Wohnung. Nun beschloß Proske in gewissenloser Weise, kurzerhand die ganz« Familie auszuräuchern! Er erteilte dem Arbeiter Gustav Krause den Auftrag, den einen oder beide Schorn- st eine der Wohnung zu verstopfen. Früher hatte Krause erklärt, daß er beide Schorn- steine verstopsen sollte. Er führte den Auftrag am 2. Juni 1931 aus. Die Folge war, daß in der folgenden Nachk Rauch und kohlenoxydgase nicht durch den Schornstein entweichen konnten, in die Arbeiterwohnung eindrangen, so daß diese völlig ver- qualmt wurde. Am ein haar wäre die ganze sünsköpsige Familie bei diesem Anschlag ums Leben gekommen! Zufällig wachte der Ehemann an Brechreiz auf. Er mußte sich übergeben, tonnte aber nach- einander seine Frau und die drei Kinder, bei denen sich bereits schwere Bergiftungserscheinun- gen eingestellt hatten, noch aus dem vergifteten Zimmer hinaustragen und in«in anderes Zimmer schaffen. Als der Oberlandjäger und der zuständige Schornsteinfegermeifter mit der Untersuchung beauftragt wurden, verweigert« ihnen Proeke di« Schlüssel. Das Liegnitzer Schöffengericht»er, Selbstmord im Zollamt Oberzollsekretär erhängt sich Zm Gebäude des Zollamts in der Linden- st r a h e 91— 93 hat sich heute früh der S9jährige Oberzollsekretär Max Tilger aus der Lichten- rader Straße in Neukölln erhängt. Tilger kam heute morgen bereits etwas früher zum Dienst.entfernte sich aber plötzlich aus seinem Amtszimmer. Als er nahezu eine Stunde lang fortblieb und auch nirgends zu finden war, nahm man die Suche energisch aus und fand den Ver- mißten schließlich aus der Toilette an einem Tür- riegel erhängt auf. Wiederbelebungsversuche der Feuerwehr blieben ohne Erfolg. Tilger wird von seinen Vorgesetzten als ein tüchtiger Beamter'be- zeichnet. Dienstliche Verfehlungen sollen nach den bisherigen Festellungen nicht vorliegen. Man er- innert sich allerdings, daß der Lebensmüde schon einmal Selbstmordabsichten geäußert hat: sie wurden aber nicht ernst genommen. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Aus wirtschaftlicher Not hat sich in der letzten Nacht der Friseur A u g u st M. aus der Schweden- straße im Norden Berlins durch Gas vergiftet. Als die Tat entdeckt wurde, kamen die Rettungs- versuche bereits zu spät. antragte der Staatsanwalt die Verwer- fung der Berufung. Das Berufungsgericht aber kam zu einer Aufhebung des ersten Urteils und sprach den Angeklagten frei! Es sei nicht erwiesen, daß der Angeklagte auch den Schornstein des Schlafzimmerofens verstopfen ließ. Er habe den Leuten auch keinen körperlichen Schaden zu- fügen, sondern nur erreichen wollen, daß sie aus der Wohnung ausziehen. Dieses Urteil„im Namen des Volkes" schlägt dem gesunden Gerechtigkeitssinn des„Volkes" geradezu ins Gesicht. Es bedeutet nichts anderes, als daß die Arbeiter vogelfrei find und Groß- agrarier und Rittergutsbesitzer ihren Land- arbeitern gegenüber schlimmere Methoden an- wenden dürfen, als dies zur Zeit der Leibeigen- schaft möglich war! Es steht fest, daß auf Geheiß des Angeklagten der Ofen verstopft wurde und hierdurch um ein Haar fünf Menschenleben vernichtet worden wären. Der Anstifter dieses verbrecherischen Atten- tats ist nun freigesprochen. Sein Opfer aber, der von ihm abhängige Arbeiter, der seine Anweisungen befolgte, ist zu einem Monat Gefängnis verurteilt! Abrüstung aussichtslos Auch England will nicht Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 14. Oktober. Nach den Londoner Berichten der Pariser Zeitungen haben die Unterredungen Macdonald- Herriot am Donnerstag keinen sehr befriedigenden Verlauf genommen. Laut„Matin" war Haupt- gegenständ, die Mittel zu finden, mit denen Deutschland wieder zur Abrüstungskonferenz zurückgeführt werden könne. Der„Matin" meldet darüber:„Die Kürze der amtlichen Kommuniques zeigt sehr deutlich, daß der französische und der englische Standpunkt noch weit vonein- ander entfernt sind und daß die Be- mühungen Macdonalds und Herriots, sie einander näher zu bringen, nicht zu dem erwarteten Er- gebnis geführt haben. Der französische Stand- punkt ist bekannt: Wenn Deutschland zur Ab- rüstungskonfernz zurückkehren soll, so muh das eben im Bölterbund geschehen: eine Vor- konferenz dürfte ausschließlich in Gens abgehalten werden. Als am Abend beschlossen wurde, die Verhandlungen heute fortzusetzen, waren beide Regierungschefs von ihren Stellungen nicht abgerückt. Herriot ist mit zierblich besorgter Miene in die stanzösische Botschaft zurückgekehrt, aber er hat doch der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß man heute zu einer Einigung gelangen werde." Der Londoner Korrespondent des„Petit Pari- sien" meldet, daß außerdem das Problem der deutschen Gleichberechtigungsforderung und das Abrüstungsproblem in seinen Beziehungen zur Organisation der Sicherheit besprochen wurden. Die Wendung, die die Unterhaltung hierüber ge- nommen hat, beweise, daß das englische Auswärtige AmtsichüberdieGefahr der deutschen Forderung Rechen- schaft ablege. Das Kriegsministerium igno- riere die Gefahr noch weniger, sein Unterstaats- sekretär habe die Meinung ausgesprochen, daß England bei dem gegenwärtigen Stand der inter- nationalen Lage seine Militärkräste Jüft. WO.- Üaityäd und wedvoite Vxeise sind für die Leserinnen des„Vorwärts" durch Teilnahme an dem Preisausschreiben über den Roman„Gilgi, eine von uns" zu gewinnen. NähereBedingungen des Wettbewerbs i n j e d e r Sonntagsausgabt des„Vorwärts". Die Antwort Preußens Die hypothetischen Examensfragen vor dem Staatsgerichtshof In Leipzig nicht ohne Gefahr herabsetzen könne. Das gleiche habe der Erste Lord der Admiralität in bezug auf die Seestreitkräfte erklärt. Pertinax befürchtet im„Echo de Paris", daß trotz aller von Herriot formulierten Vorbehalte feine Zustimmung zur Viermächtekonferenz ihn ziemlich weit fortreißen könnte. Es fei für ihn zwar schwierig, Unterredungen zwischen den Großmächten in Genf abzulehnen, aber trotz alledem wäre er gut inspiriert gewesen, wenn er die Rechte der übrigen Möchte und die Vor- rechte der Abrüstungskonferenz wirksamer ge- schützt hätte. Es heiße mit Worten spielen, wenn man erkläre, daß nach einer Einigung der Groß- mächte die Abrüstungskonferenz in ihren Cnt» schlüssen frei bleiben würde. Auf der Vier- mächtekonserenz würden ohne Befragung der Mehrheit der Staaten Beschlüsse gefaßt werden und niemand werde den Mut haben, sie abzulehnen. Ansere Toten Conrad Schmidt Genosse Dr. Conrad Schmidt ist heute mittag nach langer schwerer Krankheit in Berlin gestorben. Mit Dr. Conrad Schmidt ist ein tiefer sozialwissenschaftlicher Denker, ein Verständnis- voller Beobachter der zeitgenössischen Literatur und ein vornehmer Mensch dahingegangen. Er war einer der ersten sozialistischen Theoretiker, die aufs tiefste vom ersten Band des Marx'schen„Ka° pital" angeregt, der Lösung des Problems der Durchschnittsprofitrate selbständig nachgingen. Kein Geringerer als Friedrich Engels be- glückwünschte ihn zu seiner Lösung dieses Pro- blems. In der Bewegung der„Jungen", deren Organ „Die Berliner Volkstribüne" er 1890 redigierte und mit denen er noch später in regem Meinung?- oustausch stand, zeichnete er sich durch seine strenge Sachlichkeit aus, und er folgte ihnen nicht, als sie zur Begründung einer selbständigen Partei schritten. Als in dem letzten Jahrzehnt des verflossenen Jahrhunderts die naturalistische Sc- w e g u n g auslebte, ging er mit der ihm eigenen Folgerichtigkeit auf die ästhetischen Probleme dieser Bewegung ein. Mit Begeisterung folgte er der Aufforderung Bruno W i l l e s, eine sich von kapitalistischen Einflüssen befreiende Volks- b ü h n e zu gründen. Im Vorstand und Aufsicht-s- rat der Volksbühne hat Conrad Schmidt wirksam die Hebung des künstlerischen Verständnisses in der Berliner Arbeiterschaft gepflegt. Als Conrad Schmidt in den Tagen des zu- sammenbrechenden Sozialistengesetzes als Privat- dozent in Leipzig eine neue Bahnen ein- schlagende Lehrtätigkeit entfalten wollte, schlössen sich vor ihm sofort die Schlagbäume der staatlich privilegierten Nationalökonomie. Doch gelang es ihm später, den Marx'schen politisch-ökonomischen Theorien in Zürich«in akademisches Wirkungs- gebiet zu öffnen. Nach der Revolution wurde Dr. Conrad Schmidt vom Kultusminister Haenisch als Professor an das Charlottenburger Polytechnikum berufen. Zum„Vorwärts" hat Eonrad Schmidt in besonders engen Beziehungen gestanden. Jahr- zehntelang hat er hier als führender Theater- kritiker seines Amtes gewaltet und den Lesern eine Fülle von Anregung und Belehrung vermittelt. Vor einigen Jahren sah er sich durch schwere Krankheit genötigt, dieser fruchtbaren Tätigkeit zu entsagen. Conrad Schmidt verbrachte die letzten Jahre seine» Leben» bei seiner Schwester Käthe Koll- witz, deren Gatte zugleich sein treuer ärztlicher Pfleger war. Ein Mensch von rührender Selbst- losigkeit und Schlichtheit, ein echter Sozialist ist mit ihm hingegangen. Er stand kurz vor der Vollendung seines 69. Lebensjahres. Wilhelm Kröger Nach längerer Krankheit ist in der letzten Nacht der bisherige Parteisekretär in Rostock und langjähriger Reichstagsabgeordneter für Mecklenburg, Wilhelm Kröger, gestorben. Kröger, der im 60. Lebensjahr stand, konnte auf eine mehr als 40jährige Tätigkeit in der Partei zurückblicken. Denn schon als 18jähriger Tischlergeselle war er ihr und, was ja ganz jelbswer- ständlich war, auch seiner Gewerkschaft beige- treten. Als Gauleiter des Holzarbeiterverbandes, dann als Parteisekretär war er jahrzehntelang in seinem Heimatlonde tätig. Die Revolutionszeit sah ihn als Präsidenten de» verfassungsgebenden Landtags für Mecklenburg-Schwerin. Aber auch der Nationalversammlung in Weimar gehörte er an und seit 1920 dem Reichstag. In Wilhelm Kröger ist einer der Wurzelechten, Festen dahingegangen. Für Mecklenburg war er eine repräsentative Figur. Freunde hatte er überall in Deutschland, sie werden ihm ein ehrendes An- denken bewahren! Neueinslellungen im Ruhrgebiel. Die zum Krupp-Konzern gehörige Gußstahlfabrik in Essen wird in diesen Tagen 500 bis 600 Arbeiter neu einstellen. In den übrigen Abteilungen der Ge- sellschast steht die Einstellung von weiteren 400 Arbeitern in Aussicht.— Die Stahlverein-Betriebe Dortmunder Union und Härder Verein werden 5S0 Arbeiter neu einstellen. Eigener Bericht des„Vorwärts" F. Kl. Leipzig. 14. Oktober. Der Staatsgerichtshof tagt weiter und die periodischen Erörterungen plätschern in eintöniger Gemütlichkeit dahin, als ob es nicht einen 20. Juli und eine Papen-Rede in München gegeben hätte. Man spricht vergeblich viel, um von dem Kern der Dinge abzulenken und in Vergessenheit geraten zu lassen, daß am 20. Juli die oerfasiungsmähige Regierung des Lanoes Preußen wider Recht und Gesetz aus ihrem Amt entfernt worden ist, und daß eine„Regierung" der Kommissare des Herrentlubs seitdem usurpatorisch die Staatsgewalt in Preußen ausübt. Der Staatsgerichtshof soll die ganz einfache Frage prüfen, ob die gewaltsame Entfernung der Minister Preußens mit der Verfassung in Einklang stehe oder ihr widerspreche. Um solche Entscheidung vorzubereiten, wird erörtert etwa nach dem Muster: 1. Was ist Verfassung: 2. warum ist Ver- fassung Verfassung? usw. Das Spiel kann ins Endlose fortgesetzt werden. Heute begann die Verhandlung mit einer einschläfernden Prozedur. Der Rechtshelfer der Kam- missare, Professor Schmitt- Berlin redete eine lange und breite Betrachtung über die Möglichkeiten der Diktaturgewalt, die sich bei Anwendung des Art. 48 Abf. 2 der Reichsverfassung ergeben. Für Studierende und solche, die es werden wollen, ein abschreckendes Beispiel der Buchstabengelehrt- heit. Schmidt kam zu dem Resultat, daß die Matz- nahmen des Reichskommissars nach dem 20. Juli ein Minimum dessen darstellten was notwendig sei, um die Autorität des Reiches durchzusetzen. Nach dieser langen und keineswegs kurzweiligen Erzählung Schmitts stellte Ministerialdirektor Brecht die Dinge mit ein paar knappen Worten wieder auf die Füße. Er wies nach, daß die Diktaturgewalt nach Art. 48 Abs. 2 schon gewisse logische Grenzen finde. Eine Verordnung könne z. V. nicht eine Verordnung in ein Gesetz umwandeln, könne nicht aus einem Land ein Reich machen. Außer diesen allgemein logischen Grenzen aber bestän- den nach fast übereinstimmender Meinung der Wissenschaft für die Diktaturgewalt noch Gesetzes- grenzen, die nicht überschritten werden dürsten. Alle Gelehrten seien z. B. darüber einig, daß der Reichspräsident nicht das Recht habe, den Staatsgerichtshof abzusetzen. Es stelle sich immer mehr heraus, daß auf feiten der Länder die ganze herrschende Lehre der Wissenschaft stehe, während bei der Reichsregierung tatsächlich nur die Bank der Außenseiter sei. Zum Schluß seiner Ausführungen gab Ministerialdirektor Brecht eine ausführlich formu- lierte Antwort auf die gestern vom Vorsitzenden gestellte hypothetische Examensfrag e". In dieser Antwort heißt es wörtlich: 1. Einem nach Artikel 48 Absatz 2 gestellten Reichskommissar kann die vollziehende Gewalt übertragen werden. Er kann daher— von ge- wissen unübertragbaren Angelegenheiten abgesehen — sachliche Anordnungen an die Beamten und selbst an die Minister im Rahmen seiner Aufgabe, die öffentliche Sicherheit und Ordnung wiederher- zustellen, erlassen. Anordnungen, die nicht dieser Aufgabe, sondern anderen Zwecken dienen, kann er nicht erlassen. 2. Der Reichskommissar kann Instruktionen an die Vertreter Preußens oder eines anderen Landes im Reichsrat nicht erteilen. Er hat dieses Recht in Anspruch genommen, sogar in Angelegenheiten, die— wie z. B. das Scheckgesetz und bisher sämtlich« Reichsratssachen seit dem Juli— nichts mit der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und Sicherheit zu tun habe. Ob ein Reichskommifsor unter desonderen Umständen in einer bestimmten, die Wiederherstellung der ver- fassungsmätzigen Ordnung betreffenden Reichs- ratssache den Ministern Anordnungen über ihre Jnstruktionserteilung geben kann, steht hier nicht zur Entscheidung. 3. Wenn es zur Zusammenarbeit zwischen dem Reichskommissar und den sechs Ministern gekom- wen wäre, hätte die Zusammenarbeit nichts daran ändern können, daß Instruktionen für den Reichs- rat und die Ernennung neuer Bevollmächtigter für den Reichsrat rechtlich nur von den Ministern und ihren Stellvertretern ausgehen konnten. Zu prüfen wäre in diesem Falle gewesen, ob an Stelle des durch Krankheit oder freiwilligen Urlaubs oder auch unfreiwilligen mit Recht oder Unrecht behinderten Ministerpräsidenten der ver- tretende Minister dabei die Führung unter den Ministern hinsichtlich der Richtlinien der Politik gehabt hätte. Auch in diesem Falle Hütte der Reichskommissar selbst rechtlich Instruktioner, nicht erteilen können. Praktisch würde sich eine solche Zusammenarbeit möglicherweise freiwillig ohne Rücksicht auf diese rechtlichen Grenzen gestaltet haben. 4. Die Minister Preußens können im Reichsrat nicht die von den preußischen Prooinzialverwal- tungen gestellten Bevollmächtigten gegeneinander stimmen, sondern nur einheitlich die Stimme des Landes Preußen abgeben. In einer sprudelnd lebendigen und geistvollen Polemik wandte sich der Mllnchener Staatsxechtler N a w i a w s k i gegen die Kronjuristerei der Papen-Regierung. Wenn von dieser Regierung gesagt werde, die Einsetzung des Reichskommissars, der Minister absetzt, sei die„mildeste Form" der Diktatur, so müsse Bayern diese Auffassung ab- lehnen. Aber das sei keine bayerische Spezialität, sondern süddeutsche Allgen>eingestnnung. Die Süddeutschen würden hier in ihrem sehr stark entwickelten Rechtsempfinden getrosfen. Au» dem Grunde stehen sie zur preußischen Regierung, mit der sie sonst nichts zu tun haben. Es ist chnen klar, daß nach der Auffassung der Kronjuristen mit Hilfe des Artikels 48 Absatz 2 auch der Staatsgerichtshof selbst beseitigt werden könne. Der Reichspräsident brauche dabei nicht verordnen: Der Staatsgerichtshof wird beseitigt, sondern er brauche nur einem Reichs- kommissar die Ermächtigung zu geben, jede von ihm für notwendig gehaltene Maßnahme zu treffen, und wenn dann der Reichskommissar für einen bestimmten Prozeß den Staatsgerichtshof ausschallet, so würde solche Maßnahme nicht die Verordnung des Reichspräsidenten durch den Reichstag aufgehoben werden können, fondern würde als Verwaltungsakt angesehen werden, der unanfechtbar sei. Der Staatsgerichtshof würde daher bei diesem Derfassungsstreit berücksichtigen müssen, daß er selbst als Verfassungsinstitution ausgehoben werden könne, wenn nicht die neuesten Versuche zur Ausdehnung der Diktaturtheorien durch klare Entscheidung eingedämmt würden. Eiserne Front in Notwehr Pläciozrer» der Verteidigung— Heute Urteil 3n der Verhandlung vor dem Sonder- g e r i ch t wird heule endlich das U r l e i l gegen die Anhänger der Eisernen Front gefällt werden. Der Angeklagte L a ch m a n n Ist wieder im Krankenwagen zum Gcrichtsgcbäude transportiert worden, sein Zustand hat sich etwas gebessert. Nachdem der Verteidiger der angeklagten Nationalsozialisten, Rechtsanwalt Dr. Triebe!, den Freispruch seiner Mandanten beantragt hatte— er meinte, Becker habe den Schlag mit dem Spaten in Notwehr ausgeführt, Schröders Gummiknüppel fei nicht als Waffe zu werten—, erhielt Rechtsanwalt Joachim das Wort zum Plädoyer. In Erwiderung auf die Anwürfe des Staats- anwalts sagte er, daß es dem Ankläger. Staats- anwalt Dr. vkitlelbach, als jahrelangen politischen Dezernenten der Staatsanwaltschaft bekannt sein müßte, daß Reichsbannerleute in den letzten üahren nur ganz ausnahmsweise wegen politischer Delikte auf der Anklagebank platz zu nehmen hotten. Wenn sich in den letzten Monaten die Fälle, da sie als Angeklagte figurieren, gemehrt haben, so nur, weil sie durch das provokatorische Verhalten der uniformierten Nazis gezwungen sind, deren Ueber- fälle abzuwehren. 3n Abwehr haben sich auch die Augeklagten dieses Prozesses befunden. Die Ermittlungen sind aber derartig einseitig ge- führt worden, daß sich die Verteidigung ge- zwungen gesehen hat, ihrerseits Ermittlungen vorzunehmen. Da» Ergebnis der Beweisaufnahme ist aber ganz eindeutig. Die Leute der Eisernen Front waren die Ueberfallenen. Auch die Nazis haben geschossen. Daß die Angeklagten Schmidt und Teichmann die Schützen gewesen sind, ist nicht erwiesen. Die Razizeugen haben teils bewußt falsch aus- gesagt. teils befinden sie sich in einem Irrtum. Selbst wenn es erwiesen wäre, daß die Angeklagten ge- schössen haben, so wäre das ein Notwehrakt und sie müßten freigesprochen werden Daß die An- geklagten B a ch m a n n und V o ß auch nur im geringsten sich einer strafbaren Handlung schuldig gemacht hätten, dafür habe die Verhandlung auch nicht den mindesten Anhaltspunkt ergeben. Rechts- anwall Dr. Joachim beantragte den Frei- s p r u ch sämtlicher Angeklagten. Auch Rechtsanwall Kantorowicz wies die Angriffe des Staatsanwalts gegen das Reichs- banner energisch zurück und beantragte den Frei- spruch des Angeklagten Galle. Das Urteil ist erst in den späten Nachmittags- stunden zu erwarten. Aeberfall auf Parteiblatt Eigener Bericht des„Vorwärts" Schwerin, 14. Oktober. Das Geschäftshaus der sozialdemokratischen Zei- tung„Das freie Wort", in dem sich auch die Büros der Schweriner Arbeiterorganisationen be- finden, wurde heute srüh wieder das Opfer eines Ueberfalls von Nationalsozialisten. Sowohl die Schaufensterscheiben in der Molkerei- straße al» auch die in der Wismarschen Straß« wurden mit gefüllten Flaschen eingeworfen. Heriburger Messerstiche Hamburg. 14. Oktober. Di« Gaupressestelle des Stahlhelm teilt mit: „Eine Jungstahlhelmgruppe wurde um Mitter- nacht im Stadteil Harvestehude auf dem Nach- hauseweg« von einem Stahlhelmappell durch SA.- Leute überfallen. Eine Unier- stützungsgruppe von Stahlhelmern, an ihrer Spitze der zweite Gauführer, Korvettenkapitän Lauenstein, kam zu Hille Laurnstein wurde durch zwei Messer st riche schwer ver- letzt. Zwei Iungstahlhelmer erhielten gleichfalls M e s s e r st i ch e. Von den SA-Leuten wurden etwa 20 Pistolenschüise abgegeben, die jedoch fehlgingen. Der Hauplschütze konnte von Stahlhelmern dingfest gemacht und der Polizei übergeben werden. Die übrigen SA.-Leute ent- kamen." Achtung, Stinkbomben! Im Preußischen Landtag gibt es einen Unter- suchungsausschuß zur Rachprüfung der Geschätsgebar ung des Finanzmi- nisters Dr. Klepper bei der Pächterkredit- dank und bei der Domänenbetriebsgesellschaft. Dieser Ausschuß ist eine Erfindung der Deutsch- nationalen, die darin gegen die sachliche Politik des Finanzministers Klepper st ä n k e r n wollen. Der Vorsitzende des Ausschusses, der deutsch- nationale Abgeordnete Zubke, hat, entgegen den Beschlüssen des Aeltestenausschusses, daß Sitzungen erst nach dem 6. November statt- finden sollten, den Aueschuß auf eigene Faust für heute einberufen. Er gab dazu die Begründung, daß„das vom Finanzministerium überreichte Material sich als so wichtig herausgestellt habe, daß man es sofort der Oeffentlichkeit über- geben müsse". Bei der Eröffnung der Ausschußsitzung nagelte Genosse L e i n e r t den deutschnationalen Vor- sitzenden sofort darauf fest, daß die Deutsch- nationalen die Absicht hätten, die Wahlbewegung mit diesem sogenannten Material auszufüllen, daß es sich lediglich darum handele, unbewiesen« Verdächtigungen vorzubringen, ohne daß die Angegriffenen und Verleumdeten die Möglichkeit hätten, sich innerhalb der nächsten drei Wochen, also vor der Wahl, dagegen zur Wehr zu setzen. Auch von Zentrumsseite wurde gegen die durchsichttgen Agitationsmanöver lebhafter Protest erhoben. Die Absicht ist ganz klar: die einzige Papen- Partei, die es gibt, die Deutschnationale Partei, will in der Wahlbewegung ihre stockreaktionären und volksfeindlichen Pläne mit einer neuen Skandalhetze verdecken. Sie will Ver- dächtigungen und Verleumdungen in die Welt schleudern, die bis zur Wahl hinaus- gehen sollen. Kurz gesagt, es sollen Wahl- stinkbomben fabriziert werden! Wir werden die Deutschnationolen sehr lebhaft an den un> geheuren Skandal bei den R a i f f e i s e n- G e- nossenschaften und beim Landbund erinnern, in dem ihre prominentesten Mitglieder verstrickt waren! Sie werden mit ihren Stink- bomben nicht die Geschichte von dem deutsch- nationalen Vizepräsident Dr. Dietrich vernebeln können, der in einem Massagesalon Zehntausende verlor, die nicht ihm gehörten, und der sich späterhin im Prenzlauer See ertränkte! Deutsch-französische Grenzregelung. Im Bürge» meisteramt zu Perl(Mosel) wurd« das Schluß- Protokoll über die Regulierung der deutsch-fran- zösischen Grenze unterzeichnet. In fünf Jahren wird die neue Grenz« nachgeprüft. Der Bruder des Zündholzkönigs Kreuzer, Generalkonsul Torsten Kreuger, ist in Polizeihaft genommen worden. Er war Direktor einer Ge- sellschast des Kreuger-Konzerns, deren Buch- führungsmethoden betrügerischer Art ge- wesen sein sollen. Nie alte Lugenwalze Unsterbliche Gemeinheit der Gegner gegen die Sozialdemokratie Wie immer bei heftigen WahlkSmpfen, so be- ginnt auch diesmal der„vornehme" Teil der Gegner feine politischen Requisiten durch persön- liche Angriffe und Schmähungen sozialdemo- kratischer Führer zu bereichern, und die national- sozialistische Parteizentrale gibt sogar die Parole aus, das Privatleben und die Gewohnheiten sozialdemokratischer Führer zu beobachten, denn — der persönliche Neid sei sehr oft die Vorstufe zu politischer Klarheit. Die Kampfmethoden unserer Gegner haben sich nicht geändert. Als Bebel auf dem Münchener Parteitag 1902 in bezug auf die Grohagrarier erklärte,„daß es keine egoistischere, rücksichtslosere, brutalere, aber auch keine borniertere Klasse gibt als unsere Agrarier", wurde von den Gegnern der Sozial- demokratie flugs das Wort„Agrarier" in „Bäuerliche Klasse" verwandelt, um damit die an- gebliche Bauernfeindlichkeit der Sozialdemokratie zu beweisen. Um Bebel zu diffamieren, brachte der Scherlsche „Tag" am 11. Oktober 1903 eine Photographie, auf der ein Schloß zu sehen war, angeblich „Bebels Villa". Sehr bald kam dieser Schwindel zum Platzen, es handelte sich um ein gefälschtes Bild. Jahrelang lief eine Notiz durch die bürgerliche Gm Berliner Parteigenosie schreibt uns aus Thüringen: Ich oerbringe gegenwärtig zwei Wochen Ferien In Thüringen. Um mich ganz der Ruh« hinzugeben, lasse ich die Korrespondenz nicht nachschicken. Aber sieh« da: Mit dem Post- stempel Berlin oersehen, bringt mir der Briefträger eine umfangreich« und gewichtige Briefjenoung.„Herrn... Hochwohlgeb oren." Nanu?— Ich öffne: Eine Propaganda- broschür« der deutschnotionolen Re» gierungspartei, 32 Seiten stark, auf teue- rem, satiniertem Papier, voll von raffiniert auf- gemachten Tiefdruckbildern, betitelt:„Das System". Gedruckt bei Brcittopf u. Härtel in Leip- zig. Die hiesige Kurverwaltung liefert also einer ossenbar im Geld« schwimmenden Zentrale die Adressen der Zhirgäste. Vielleicht durchschnüffelt man auch die Kurliste. Ueber den Inhalt der Broschüre ist nichts zu sagen. Schund und Schmutz, der an die niedrigsten Instinkte eines unpolitischen Spießbürgers appelliert. Wenn auch die Geldquelle nicht sichtbar ist, für wen Der Dichter Silvio Giovaninetti, nach dem singenden Italienernamen auf Deutsch etwa zu taufen Jüngelchen, Bürschlein, Rotznäslein, gehört zu einigen Pornographieexporteuren seines Landes, zu Pitigrilli und Mura. Diese Herren wollen das Ausland, also auch uns, davon über- zeugen, daß in ihrem Land die besseren Damen und Herren nichts anders tun, als— das. Um das Thema variieren sie nun anmutig und freund- lich, was übrigens keine geringe Kunst ist, und auch gegen das Genre läßt sich nur dann etwas sagen, wenn die Schriftsteller Elefanten sind. Der Debütant Giovaninetti begehrt durchaus nach literarischer Leichtathletik, und er ist auch dafür begabt. Zugunsten solcher Zötlein, die nicht gerade gewürzt, aber doch gezuckert sind, läßt sich sagen, daß hübsche, uralte Volkstypen, etwa die tonnenrunde und teufelswilde Schwiegermutter und der Hornochse von Hausdiener, präsentiert werden. Rur zieht und walkt sich der Spaß der- artig aus, daß alles durchlöchert oder spinnendünn wird. Im Speisewagen aus der Bahn. Sie verheiratet, er Bräutigam, beide plaudern an einem Tisch. Die junge graziöse Dame sährt zu dem Herrn, dem sie nicht angetraut, sondern nur heimlich vertraut ist. Er"will nur flirten und tut das solange, bis er beim Aussteigen den Spazierstock, Geschenk des Fräulein Braut vergißt. Die ver- heiratete Dame nimmt zu dem Sündenabstecher ihr vergeßliches Herz und den vergessenen Spazier- stock mit. Sie verschenkt beides an den Herren vom ehelichen Nebengleis. Man lügt, lügt weiter, hat sich tüchtig betrogen, zieht sich aus der Schlinge, zieht sich wieder hinein, bis die ver- heiratete Dame, die am Ansang nur einen Lieb- haber hatte, sich in dem Spazierstockbesitzer und Bräutigam den zweiten Nebenmann sichert. Aber das ist alles zu breit und armselig. Es sunkelt nur dürstig. Den Darstellern wird dos Wichtigste überlassen, und Eugen Robert, der Regisseur nutzt seine Künstler blendend aus, ohne allerdings dem italienischen Stückchen Volkskolorit zu geben. Verstände er dieses der Stegreiskomödie Presse, wonach der Genosse Singer weibliche Angestellte auf den Weg der Prostitution ver- wiesen habe. Obwohl vom Gericht festgestellt wurde, daß diese Aeußerung nie von Singer ge- tan worden war, kam diese Lüge bei jedem neuen Wahlkampf in die Spalten der„unpolitischen" Blätter der Reaktion. Dem langjährigen sozialdemokratischen Alters- Präsidenten Wilhelm Bock wurde vor dem Kriege von der Reaktion eine Steuerdefraudation angehängt. Obwohl am 30. April 1907 im Gothaer„Volksblatt" ein Gerichtsentscheid ver- öffentlicht wurde, aus dem hervorging, daß von den Richtern beschlossen worden sei, in dieser zur Anzeige gebrachten Angelegenheit die„Eröffnung des Hauptverfahrens abzulehnen und die Kosten des Strafverfahrens auf die Herzogliche Staats- lasse zu übernehmen", kam diese Wahlbombe immer wieder auf. Warum wir die alten Ladenhüter wieder aus- graben? Weil sich in all den Iahren nicht die Methoden, nur die Namen der angegriffenen Ge- nassen geändert haben. Früher war es August Bebel, der ein„Fürst- liches Einkommen" hatte, heute muß Otto Braun oder Paul Lobe herhalten. Früher schmückten die vornehmen Gegner Friedrich E b e r t mit Ballonmütze und Schnapsnase, heute ist Otto diese Häufung von Infamie Propaganda macht, darüber kann niemand im Zweifel sein. Und nun die andere Seit«. Ich hatte bald festgestellt, daß für unsere Partei während des letzten Reichstagswahlkampfes nicht eine einzige Versammlung veranstaltet worden war, obwohl der Ort immerhin an die 6000 Einwohner zählt. Ich stellte mich also der Ortsgruppe für«ine öffentlich« Versammlung zur Verfügung.„Un- möglich", wurde mir gesagt,„so gern wir mäch- ten. Von unseren 42 Mitgliedern sind 36 ar- beitslos. Eine Versammlung kostet mindestens 23 M.(IS M. Saalmiete, 8 M. vis Handzettel). Wo sollen wir das Geld dazu hernehmen?" Die- weil ergießt sich die Schlammflut sogenannter nationaler Politik über das Land, das bald nur noch«in einziges Rieselfeld sein wird. Die Nutzanwendung? We Parteigenossen, die es noch irgendwie können, müssen diesmal ganz tief in die Tasche greifen. Daß wir schon soundso viel Freiheitsmarken gekauft, Extrabeiträge ge- zahlt haben, zählt nicht, wir müssen, müssen. müssen nochmals in die Tasche greisen. verwandte Geschwätzstückchen, er würde z. B. zwei Theaterlogenschließer nicht wie englische Gentlemen spielen lassen. Hier wäre Volk zu spielen, und manches Leere würde sich füllen. Doch es bleiben Frau H a a ck und Brause- weiter, die sich sehr verspielt und anmutig manche Witzbälle zuwerfen. Es bleiben L i ch o und Kettner, die schon echtere Narrentypen sind. Es bleibt Hedwig Mangel, imposant als Schwiegermutterfregatte. Dann typisieren Fräulein B r i o n n e und Herr Werner-Kahle allzu breit und schablonenhaft. m.'K. Molinari und Klemperer Der ständige Dirigent des.�uxustoo in Rom, nächst Toscanini der berühmteste Kapellmeister Italiens, Bernadino Molinari stellte sich an die Spitze unserer Philharmoniker: nach den Romreisen dieses Orchesters(und seiner enthusiasti- schen Aufnahme dort) ein freudig begrüßter musikalischer Gegenbesuch. Der gefeierte Gast- dirigent begann mit H a y d n s Ls-Dur-Sinfonie, die er anmutig-graziös, die er spielerisch effektvoll versteht und interpretiert, über allen Ernst freilich und alle Tiefe beschwingt und ahnungslos hinwegmusizierend. Folgte eine Molinarische Be- arbeitung des„Frühling" von V i v a l d i— eine Bearbeitung im Stil des vorigen Jahrhunderts, wie wir sie längst als unmöglich, als nicht einmal mehr bekämpfenswert empfinden. Eine„Nove- letta" ferner von M a r t u c c i(ganz abscheulich süßer Kitsch): R e s p i g h i s„Feste Romane" endlich: sture Klangorgien und inhaltsleere kalte Pracht. Höhepunkt des Konzerts, Höhepunkt von Molinaris Dirigentenleistung war zweifelsohne der„Zauberlehrling" von D u k a s. Goethes ein wenig jooial-besinnliches Gedicht wird in der musikalischen Phantasie, in der phantastischen Musik des Franzosen ein infernalisches Gespenster- stück: und hier— und nur hier— war der Wels dran. Früher drehte man Bebel die Worte im Munde herum, jetzt geschieht's mit Karl Seoering. Auch die„inneren Parteistreitigkeiten" wurden jedesmal prompt ausgegraben. Früher waren die angeblichen Rivalen Bebel und Liebknecht, heute sollen es je nachdem: Wels und Künstler, Hölter- mann und Hilferding sein. Ach, wie jubeln sie jetzt wieder!„Differenzen zwischen SPD. und Reichsbanner",„Die Jugend gegen die Alten in der SPD",„Die Mitglieder der SPD. gegen ihre Funktionäre", sie über- schlagen sich täglich mit ihren„Enthüllungen". Genau wie Anno dazumal der selige Reichslügen- verband. Da unsere Gegner selbst zu schwach sind, um den gewaltigen Block der deutschen Sozialdemokratie zu zertrümmern, wünschen sie uns in ihrer politi- schen Einfalt„innere Zwistigkeiten", die ihr Ge- schäft besorgen sollen. Wir werden ihnen was husten! Weil sie nichts Sachliches gegen uns vor- zubringen haben, machen sie es in„Sensation". Charakteristisch für diesen Kampf ist seine ideen- lose, sich immer wiederholende Schmutzigkeit. Mit solchen unsauberen Mitteln wollen sie schon seit Jahrzehnten die Sozialdemokratie zermürben und erledigen. Aber sie haben es bis heute nicht ge- schafft und werden es nie schaffen! Glaubt ihnen kein Wort, stellt die Verleumder, wo ihr sie trefft! Italiener ganz in seinem Element, hier hatte er den richtigen Ansatzpunkt für sein fanatisches Temperament, seine aufpeitschende Gestik, den hin- und mitreißenden, vorbehaltslosen Einsatz seiner ungewöhnlichen Dirigentenpersönlichkeit, die wohl nur an romanische Musik sich voll zu ent- zünden vermag. Klemperer begann die Staatsoper-Sinfonie- Konzerte mit einem sehr strengen Programm, das vom Zuhörer ein ungewöhnliches Maß von Kon- zentrations- und musikalischer Erlebnisfähigkeit verlangte: mit Beethovens großer Fuge für Streichorchester und Bruckners fünfter, der Choralsinfonie. Er forderte viel: und gab noch kleine VerändsnmA „Der Kopf gefällt mir nicht. Ich setze einen anderen auf— hat ja gar nichts zu sagen." mehr. Seit Iahren, und das heißt immerhin etwas, gelang ihm keine so geschlossene, innerlich gefaßte, geistig überlegen organisierte und mit ungeheurer Spannung erfüllte Leistung wie an diesem Abend. Deutlich, überdeutlich beinahe, ent- wickelte sich die Form: blieb aber doch nur kost- bares Gesäß, Verhüllung— und zugleich Ent- hüllung des Größeren, das sie umschließt. A. W. Ein Husarenstreich Ufapalast am Zoo Patriotismus ist eine schöne Sache, Liebe nicht minder und Husarenstreiche erst recht. So sagten sich die Veranstalter des Filmes„Der schwarz« Husar" und unternahmen einen Husarenstreich gegen alle historische Vernunust und dichterische Wahrscheinlichkeit. Gerhard L a m p r e ch t hals ihnen dabei mit seiner Regiegeschicklichkeit, die er früher besseren Stoffen gewidmet hat. Eduard K ü n n e k e komponierte die unsagbaren Lieder- texte, und so war der Erfolg beim bürgerlichen Publikum gesichert, um so mehr, da M a d y Christians entzückend aussah und Ursula G r a b l e y ein lustiges Soubrettchen war, Conrad V e i d t den kühnen Rittmeister mit seiner be- zwingenden Dämonie ausstattete und Otto Wall- bürg einer, dämlichen, aber für gutes Essen und schone Frauen begeisterten Gouverneur hinlegte. Die Geschichte ist zu unwahrscheinlich, als daß man sich mit ihr beschäftigen sollte. Es sind zwei schwarze Braunschweiger Husaren, die einem polnischen Fürsten die für ihn bestimmte deutsche Prinzessin entführen, um sie dem Herzog von Braunschweig zuzustellen. Natürlich oerliebt sich die Mady Christians in den Conrad Veidt, und so geht der Herzog leer aus. kann dafür aber an der Spitze seines schwarzen Regiments gegen Napoleon ausrücken, der eben in Rußland Senge bezogen hat. Dieser Operettcnkitsch verniedlicht die wirkliche schwere napoleonijche Zeit ins Backfisch- hafte und könnte ganz Dumme zu dem Glauben verführen, daß das sogenannte fremde Joch durch Husarenstreiche abgeschüttelt werden könnte, r. Zeitgemäß und auftragsgemäß Herr Beumelburg, der jetzig« Leiter des Drahtlosen Di en st es, erklärte kürzlich, er fühle sich in seiner Arbeit„geschützt" durch seine „Auftraggeber". Diese stehen nun in dem Prozeß „Preußen gegen Reich" vor den Schranken in Leipzig, und Herr Beumelburg bemüht sich deutlich, den Aussagen des Reichsvertreters zweckmäßige Ausdehnung, denen Preußens und der Länder zweckmäßige Kürze zu geben. Die frühere preußische Regierung habe ihre Pflichten objektiv nicht erfüllt— diesen Ausspruch des Reichsvertreters Gottheiner erfuhren die Hörer—, nicht aber die Tatsache, daß diese kühne Behauptung längst widerlegt wurde und auch vor den Schranken in Leipzig ihre Zurück- Weisung fand. Auch ließ Herr Beumelburg in der Frage, ob der Reichskommilsar befugt sei, in Preußen Beamte einzusetzen(von den Beamten- a b setzungen war gar nicht die Rede), die hübsche Wendung in Mikrophon sagen:„Preußen wurde erwidert", daß der Kommissar dazu das Recht habe? Von wem erwidert? Stand Preußen mit seinem Einspruch allein auf weiter Flur? Nicht doch, einzig der Reichsvertreter, das heißt, der Vertreter des Beklagten, vertrat diese Ansicht. Da erfreut man die braven Untertanen lieber durch Hofnachrichten aus dem Dritten Reich. „Adolf 5) i t l e r, der Führer der National- sozialistischen Arbeiter-Partei", hat. so ließ Herr Beumelburg mitteilen, eine Wahlreise angetreten, die ibn durch ganz Deutschland führen wird. Ja, ja, die Wahlen stehen vor der Türl Das Unterhaltungsprogramm sorgt dafür, daß die untcrernährte Geistigkeit nicht einen plötzlichen Schock erleidet Am Donnerstag hatte man die Wahl zwischen einem schneidigen Militärkonzert, das der Deutschland- s e n d e r von der N o r a g übernahm, oder einer heiteren„Weinlese bei Leberecht Hühnchen", dem Spießer-Ideal vor 1900 dargeboten von der Funkstunde. Wir haben kein Recht, unzufrieden zu sein: unsere Programme sind zeitgemäß, zeit- gemäß wie Herrn von Popens Verfassungsreform und Herrn Brachts Zwickel'— Ii- Herbert Eulenberg schwer verunglückt. Der Dichter Herbert Eulenberg aas Dllsseldorf-Kaisers- werth wurde am Donnerstagabend an der Halte- stelle Kaiserswerther Straße in dem Augenblick, als er einen Straßenbahnwagen besteigen wollte, von einem Personenkraftwagen erfaßt, zu Boden geschleudert und überfahren Mit schweren Kops- Verletzungen und einer Hüftquetschung wurde er in eine Privatklinik eingeliefert Frau Eulenberg. die sich in Begleitung ihres Gatten befand, erlitt einen Nervenschock. Die Verletzungen Eulenbergs sind ernst: Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Eine Aenderung im Befinden des Dichters ist im Laufe der Nacht nicht eingetreten. Nach den polizeilichen Ermittlungen trifft die Schuld an dem Unfall allein den Kraftwagenführer. Die nördliche Schisfahrtstrohe durch da» Eismeer. Die zum erstenma' in der Geschichte der Schiffahrt gelungene Umseqclung der Nordküste Sibiriens von Archangelsk durch die Beringstraße bis Wladiwostok durch den Eisbrecher„S i b i r- j a k o w wird in Sowjetrußland als eine Großtat ersten Ranges gefeiert Trotz des Schraubenbruchs, den der Eisbrecher im Kampf mit dem Packeis erlitten hat, wird die Aufgabe als gelöst angesehen. Die Volksbühne eriifsnet ihre Konzertreihe Sonntag, 80. Oktober, am Bülowplah mit Werken von Job. Scb. Bach. lU. a. die Kantate„Vhöbus und Van.") Am Totensonntag führt Carl Orff die„L u k a e-V a s s i o n" mit Projektionen nach Holzschnitten auf. Als Silvester. frier kommt wie alljährlich Beethovens 9. Sinfonie zur Aufführung, die Joseph Rosenstock, illiannheim, leiten wird. Ferner wird Prof. Hermann Abendrolh, Köln, mit seinem Kammerorchester gastieren. Maria Jvogün, Heinrich Schlu-nus, Edwin Fischer haben Lieder, und Klaviermaüncen zugesagt. Der Berliner»erzte-Shor lDirigent: Kurt S I n g e r) hat mit seinen Proben begonnen(Dienstag, abends 8 bi» 10 Uhr, Winterfcldstr. 16, Aufnahme neuer Mitglieder, auch von Nicht-Aerztcn, im Probenlokal). gur Aufführung ge> langen: im Dezember Bach. Kantaten und Hermann Simons Weihnachtsmusik, ferner W e l l e f z drei a.capeIla>Chiire. Urania. Ter für Freitag abend 8� Uhr im Langen- beck-Birchow-Hous angekündigte Filmvortrag„Filmische Neuigkeiten über Mensch und Natur" von Dr. med. Nicholas Kaufmann muß wegen Erkrankung des Red- ners ausfallen. Die Veranstaltung wird zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden. Die Trupve 1981, die von ihrer Tournee mit der „Mausesalle zurückgekehrt ist, bringt im Theater amSchisfbaucrdammam 18. Oktober ihr neues Stück heraus. Tic Lichtbildervorträge über„Künstler und Kunst- Werk", die Dr. Max D e r i auf Einladung der Volks- bühne an 6 Abenden im Kunstgewerbemuseum, Prinz. Albrecht-Str. 7a, hält, beginnen Sonnabend, 8 Uhr. Di« weiteren folgen am 22. und 29. Oktober, am 12., 19. und 26. November. Einlaß je 60 Pf. Die Premiere im Komödienhaus:„Auslands- reise" ist auf Sonnabend verschoben. In den Kammerspieleu bringt die S ch u I t« s- Truppe Sonnabend und die folgenden Tage die beiden Einakter von Thoma„Die Brautschau" und „Erster Klasse". Die Komödie eröffnet Sonnabend mit„Beine und Banditen", Musik von Rudolf Nelson. Genoffen, gebt! Rne eindringliche Mahnung Zahme Zötlein in der„Tribüne" „Der Spazierstock" Lohndruckverordnung erledigt! Selbst von der Regierungspresse preisgegeben Seit dem Erlaß der Notverordnung zur Er- Haltung und Vermehrung der Arbeitsgelegenheit sind sast sechs Wochen ins Land gegangen. In- zwischen hat es sich herumgesprochen, daß winde- stens der Teil der Verordnung total oerfehlt ist, der die Unternehmer bei Neueinstellungen zu Lohnkürzungen von der 30. Arbeitsstunde ab ermächtigt und ermuntert. Nicht nur sämtliche Arbeitnehmergruppen bis herab zu den„Wirtschaftsfriedlichen" wenden sich gegen diesen Eingriff in das Lohntarifrecht, gegen einseitige Lohnkürzungen durch einfaches Diktat, gegen weitere Lohnkürzungen überhaupt, selbst in weiteren Kreisen des Unternehmer- tu ms lehnt man diese Art der Lohnkürzung ab. Schon aus dem einfachen Grunde, weil sie die Schmutzkonkurrenz begünstigt, zu neuer Schmutz- konkurrenz führt. Jetzt wendet sich selbst das Regierungs- b l a t t, die„Deutsche Allgemeine Zeitung" gegen die Lohnkürzungsoerordnung mit durchschlagender Begründung, ohne jedoch daraus die Konsequenz zu ziehen, die schleunigste Aus- Hebung dieses Teils der Notverordnung direkt zu fordern. Die Schwierigkeiten bei der Durchführung der Lohnsenkungsverordnung feien nicht ganz un- erwartet gekommen. Man habe diese Verordnung mit einiger Skepsis begrüßt, da man ihre inneren konstruktiven Schwächen erkannt habe. Die Lohn- Verordnung sei kein unbedingt wesentlicher Bestand- teil des Wirtschaftsprogramms. Der Unternehmer, der große Aufträge erhalte, werde am wenigsten geneigt sein, gerade im Augenblick der Mehrbeschäftigung einen Konflikt im Betriebe durchzufechten. „Im Genüsse seines Glücks und seiner Be- schästigungsprämien wird er kaum damit rechnen können, daß die weniger glücklichen Konkurrenten, die zudem noch höhere Löhne zahlen müssen, sich sonderlich begeistert zu opferreichen Solidaritäts- maßregeln entschließen werden." Die Gewerkschaften hätten diese schwache Position der Lohnsenkungsoerordnung sofort er- kannt. Sie brauchten sich nicht einmal in die Gefahr zu begeben, offensichtlich die tarifliche Friedenspflicht zu verletzen. Es genüge die isolierte Aktion einer einzelnen Belegschaft ohne Mitwirkung, ja sogar unter einer die Friedens- Pflicht äußerlich wahrende Ablehnung der Gewerk- schaften. Der sehr komplizierte Paragraphenaufbau der Notverordnung trage nicht dazu bei, eine restlos zweifelsfreie Auslegung durch die Arbeitgeber zu gewährleisten. Das sei zu erwarten g e- wesen. Die Verordnung werde von einem inneren Zwiespalt beschwert, der ihre Schwächen und Widersprüche erkläre. Die„DAZ.", die die Gewerkschaften wegen ihres Widerstandes gegen die jetzt von ihr selber preisgegebene, in jeder Weife brüchige und unhaltbare Lohn- drückungsoerordnung, scharf angegriffen Hot, schlägt auch jetzt noch auf den Sack, um die Urheber dieser Verordnung, die Anstifter des Wirrwarrs zu schonen. Sie spricht auch jetzt noch von einer Sabotage der in der Lohnkürzung?- Verordnung enthaltenen Grundgedanken. Meint sie den Grundgedanken der Wirtschafts- belebung, dann muß sie fordern, daß die B e- l a st u n g dieses Grundgedankens durch die ver- fehlte Lohndruckoerordnung beseitigt wird. Aber nein, das Regierungsblatt fordert von den Gewerkschaften nicht nur, die Form der j u r i st i- scheu Friedenspflicht zu wahren, gegenüber der unhaltbaren Verordnung, die das Tarifrecht ver- letzt und den Tariffrieden gestört hat, es fordert von ihnen die Einhaltung der Wirtschaft- l i ch e n Friedenspflicht, ohne die Beseitigung der Lohndruckverordnung zu fordern, die den Wider- stand jedes einzelnen durch sie betroffenen Arbeit- nehmers herausfordert. Demnach steht fest: Die Lohndruckverordnung ist glatt erledigt. Mit jeder Stunde, um die ihre formelle Aufhebung noch unnütz verzögert wird, verschlechtert sich die Position ihrer Urheber. Also Schluß damit! Rundfunk am Abend Freitag, 14, Oktober Berlin: 16.03 Doktor Ueberall erzählt. 16.25 Unterhaltungsmusik. 17.35 Turnvater Jahn(Th. Zenker). 18.00 Zehn Minuten Funkhilfe(Dr. E. Nesper). 18.10 Das neue Buch. 18.20 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18,23 Chorgesänge. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.15 Aus„Der Beltelstudent" von Millödcer(Schallplatten). 19.33 Sozialpolitische Umschau(Dr. W. Pohl). 20.00 Lieder. 20.30„Der Bogen des Odysseus". dramatische Dichtung von G. Hauptmann. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Aus Washington„Worüber man in Amerika spricht"(K. G. Seil, Wachsplatten). Abendunterhaltung. Königswusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig; Nach- mittagskonzert. 17.30 Der Mensch in seiner Doppelnatur(Prof. Dr. H. Driesch). 18.00 Die Familie als Rückgrat in der Gegenwartskrise (Liz. Hermenau). 18.30 Weltpolitische Stunde (M. Müller-Jabusch). 18.55 M etterberichL 19.00 Neue religiöse Lyrik(Dr. F. Kam- nitzer) 19.20 Stunde der Arbeit(Ingenieur W. Friedet). 19.10 Zeitdienst 20.00 50- Jahr- Feier der Deutschen Kolonialgesellschaft. 21.95 Aus Königsberg: KonzerL 22.05 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl. 96 Pf. durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Tor dem tßahnhof T/Ilelapour enlgleiflen die JCokomolire und nach ihr die Itagen des S'aris-SSafel Expreß. Obgleich der Stug eine Qefchirindig- keil von HO OKilomeler halle, nur de keiner der ZPafiagiere gelölet Riesenfeuer in Alm Rklusskabnk niedergebrannt Ulm, 14. Oktober. In der Pflugsabrik von Gebrüder Eberhard brach am Donnerstagabend Feuer aus. In kurzer Zeit standen vier große challen von je 30 Meter Breite und rund ISO Meter Länge, in denen Fertigfabrikate, Halbfabrikate und Mate- rialien aufgestapelt sind, in hellen Flammen. Die Feuerwehr hatte bis gegen Miternacht zu tun, um des Feuers Herr zu werden. Sämtliche Lager- schuppen sind ein Opfer der Flammen geworden, während die Bürogebäude und die Wagnerei, die hart an die Schuppen grenzen, unversehrt blieben. Als Ursache des Feuers wird Brandstiftung ange- nommen. Die vernichteten Werte sind außerordent- lich groß, doch läßt sich im Augenblick noch keine genaue Schätzung abgeben. .. d UBI................ Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über IS Buchstaben von 8Zb bis 17 Uhr. Der Verlag behält stch das Recht der L-Vdre; Lolales und Sonstiges: Fritz Ztarstädt; Anzeigen: Ott» . 7ö Pf., monatlich 3,25 M.(davon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus> mit ermäßigtem Drucksachenporto 4.65 M. Bei Ausfall der Liefelung wegen � Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 20 Pf., fedes weitere BBSSBBPIM 'ür die Zeit vom 14. Oki. bis 17. Oki. Primus-Palast Potsdamer Straße 19. Urauffühnmg; Theodor Körner mit W. Domgraf-Faßbacnder Jugendliche haben Zutritt W. 5.15. 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Potsdamer Straße 38 Kikl mit Anny Ondra. Herrn. Thimiff W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Odeon,PotsdamerStr.75 Die Tänzerin von Sanssouci mit O. Gebühr, Lil Dugovcr Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3, 5. 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Dailhau« goldener Engel m. Eucie Englisch.—.Schön war« doch mit Fr. Servo» W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3, 5, 7. 9 Uhr A lexanderstraße 39-40 (Passage) Oas schöne Abenteuer mit Käthe v. Aasry, W. Vlbach- Hctty, Hundrock, Wallburg Den ganzen Tag geöffnet. S. ab 3 ü. Alhamhra WüUerstr. 136, Ecke SeestraDe. Mala Harl mit Greta Garbo, Itainon\ovurro w. 5, 7, 9 Uhr. S. 3, 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charl., Wilmersdorfer Str. 53/54 8 �lädel« im Boot mit Karin Haardt, Th. Loos, H. Klouka W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl., Kantstr. 54. Mata Harl mit Greta Garbo, Bamon Xovarro W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr TAFEL c Fried rlehstadt Franziskaner EGFn%nÄ: Um 9. 12, 3, 6, 9 Uhr beginnend: Zwei glückliche Tage mit Claire Rommer, P. Uörbiger Um 10.30. 1.30, 4.30, 7.30, 10.30 Uhr beginnend: Die Herrin von Atlantis mit Brigitte Heim Ufa- Wochenschau Die Kamera Unter den Linden 14 W 5. 7. 9 Uhr S. 3. 5. 7. 9 Uhr Der Geiger von Florenz.— Ab Sonnab.: Es lebe die Freiheit mit Rene Clair.— Tonnochc 1 Moabit 1 Arfnthnf iVochent ab 6 Uhr rlTlUSllOl Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. 2 Großtonfilme: Wolkenstürmer.— Die Nacht der Versuchung mit Werner Fütterer Schlüter-Theater 5. eSfSu. Schlülerslr. 17 Stg. 3 Uhr; Jugd.-V. Teilnehmer antwortet nicht. — Kitty schwindelt sich ins Glück WHmersdorf__B Wochenl. 7. 9*4 ü. Stg. 5. 7. 9�4 U. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung: Bunbury(Liebe, Scherz u. Ernst) mit Charl. Ander, Alexander.— Tonbeiprogr. Atrium �_JEeWeiidorF-Mltta_J 7�/2 Beginn tägl. 0, 7. 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Str. 56. Die Tänzerin von Sanssouci mit Dagover, Gebühr.— Beiprogramm.— Jugendliche Zutritt 1 Staallt« m Titania-Palast Steglitz. Schloßstr 5. EckeGutsmuthsstr Verl. Uraufführ-: Der fräiunendc Hund mit E. Bergner. Förster. — Gutes Tonfllmbeiwogramiii Friedenau Kronen-Lichtspiele Rheinslraße 65 Beginn: 7. 9 Uhr. Sbd., Stg. 5. 7, 9 Uhr Eied einer Xacht mit Hagda Schneider, Jan Kiepura.— Beiprogr.— Jugendliche Zutritt Rheinschloß-Lichtspiele Rheinstr. 60. W. 5. 7. 9. So. ab 3 Uhr Das schöne Abenteuer.— Beiprogr.— Tonwoche.— Sonnab. 11.30 Uhr Nachlvorslcllg.; Hygiene der Ehe, mit ärtzlichem Vortrag W Alhamhra ronnim Hauptstraße 30. Tannenberg mit Hans Stüwe, Käthe Haack.— Tonbeipr.— Bühnenschau.— Jugendl. Zutritt Titania Schöneberg Vab's Hauptsir. 49. Tonluslspiel Kikl mit Anny Ondra. Herrn. Thimig.— Tonbeiprogramm. — Tonwoche U Südwesten W Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W ab 5.30. S. ab 3.30 2 Großton filme: Die Tänzerin von Sanssouci mit Gebühr.— Ich will nicht.— Jugendliche Zutritt w- 7. 9. Sbd. Stg. 5, 7. 9 aUTTUTSl Stg 3 Uhr: Jgd.-Vorst Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße 8 Hädels im Boot mit Karin Haardt. Theodor Eoos.— Tonbeiprogramm Neukölln Fvno /o/o r Wochentags ab 6H IJXCeiSWr Sonntags ab 4 Uhr Kaiser-Fricdrich-Straße 191 Ich will nicht wissen wer du bist mit Eiane Haid, Gustav Fröhlich Kukuk Wochentags ab 6V2 Sonntags ab 4 Uhr Kollbusser Damm 92 Die Tänzerin von Sanssouci mit O. Gebühr, Lil Dugover.— Tonbeiprogr.— Jugendl. Zutritt Mercedes-Palast s u. Hermannstr. 212. 3 Großtonfilme: Mala Hari mit Greta Garbo.— Autobanditen. — Tonbeiprogramm Primas-Palast W. 6. 8.30 U. Stg. ab 3 U. Am Hermannplatz, ürbanslr 72/76. TIata Hari mit Greta Garbo.— Autobanditen.— Tonbeiprogramm Stern, Hermannstraße 49 Wochentags ab 6% Sonntags ab 4 Uhr Die Tänzerin von Sanssouci mit Otto Gebühr. Lil Dagover. Jugendliche haben Zutritt Tivoli Täglich: 5. 7. 9 Uhr Sonnt.: 3, 5, 7. 9 Uhr Berliner Straße 97. Kiki mit Anny Ondra. Herrn. Thimig.— Gutes Tonbeiprogramm /• Marlendorfer W 7, 0, ITia-Ll Tonlichtspicle S. 5. 7. 9 Chausseesir 305 Die TSnzerin von Sanssouci mit Otto Gebühr, LH Dasover. — Toubelprogramm Jugendliche hoben Zutritt Südosten Deatsch-Ämerik. Theater Köpenicker Str. 68 W. 4.15, 5.50, 7.15, 9 Uhr. Stg. 3 Uhr Ich will nicht wissen wer du bist.— Das Mädel vom Hont- parnasse mit Fr. Schulz Filmeck W. ab 6H U. Stg. ab 3 U. Am Göriitzcr Bahnhof Kiki mit Anny Ondra, H. Thimig Ferner: Autobanditen Ein Sensations-Tonfilra in deutscher Sprache Luisen-Theater s-«3 ab'a u! B eichen berger Str 34. Kriminal-T onfüm Teilnehmer antwortet nicht mit Dor. Wieck, Gustaf Gründgeni4 Ferner; Die zwei vom Südexpreß mit Trade Berliner Stella-Palast LTÄ KSpenicker Straße 12— U Mata Hari ein TonlUm in deutscher Sprache mit Greta Garbo Bamon\ovarro Große Bilbnenscbau Treptow-Sternwarte Sonnabend 8. Sonntag 4, 6, 8 Uhr: Wir reisen an den Rhein, Film. Als Beifilme: Nordsee, Harz " O'ten j German ia-Palast Z ab" fü. Frankfurter Allee 314 Anny Ondra, Hermann Thimig in dem großen Lustspielerfolg; Kiki Auf der Bühne: Zwei große Variete-Attraktionen Dr. Knauer dirigiert sein Orchester Luna-Palast Woch. 5 Uhr Sonnt ab 3 Uhr Gr. Frankfurter Str. 121. Ton woche S Hädels im Boot mit Karin Haardt.— Unheimliche Geschichten mit Wegner Schwarzer Adler au.S'm W 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr Ich will nicht wissen wer du bist mit Haid.— Scherben bringen Glück.— Bühnenschau Viktoria- Theater sÄu5 Frankfurter Allee 48 Die Tänzerin von Sanssouci mit Otto Gebühr, Lil Dugover. Beiprogramm.— Jugendl. Zutritt „Elysiam" W. 5.15, 6.30, 9.15. S. 3. 4.15, 6.40, 9.15 Kikl mit Anny Ondra, Herrn. Thimig.— Kasernenhof und Blechmusik Flora-Licktspiele�bZT Tägl. W. 7,*i9. Sonnt, ab 3 Uhr Kikl mit A. Ondra.— Ikarus, Gunther Plüschovs Fliecerachickeal PROGRAMM für die Zeit vom 14. Okt. bis 17. Okt. Volks-Kino Königstadt W. 5, 7, 9. Stg. 2% U.: Jugend-Vorst. Da* schöne Abenteuer mit K. V. Xajgy._ Bühne; Orch. 25 Pers. Neu- lichten bero 5 letzte 9 Kosmos-Lichtspiele Zizi Lückstr. 70. Stg, 2% Uhr: Jug.-Vorst. Gr. Tonlustspiel; Drei von der Kavallerie mit Kampers.— Bühne: Georg Erich Schmidt W Friedrichsfelde KinO BaSCh FrdlT-sT 56 U� Alt-Friedrichsfeldc 3. Das schöne Abenteuer mit K. v. Xagy.— Wer zahlt heute noch?— Beiprogramm > Pankow k Palast-Theater Breite Str. 2la. W. 7, 9. Stg. 5. 7 9 U. Die Tänzerin von Sanssouci mit Otto Gebühr, Lil Dagover. — Tonbeiprogr.— Jugendl. Zutritt Tivoli Wochentags 6.30, 9 Uhr Sbd., Sonnt. 5, 7. 9 Uhr Berliner Str. 27. 2 Großtonfilme: Die%Z vom Südexpreß.— Teilnehmer antwortet nicht.— Sbd. 15. Okt., 2% Uhr: Märchen-Film Schneewittchen u. d. 7 Zwerge ■ Tege'* Filmpalast Tegel st*. 4i4Ua Bahnhofstr. 2. Stg. 2 Uhr: Jug.-V. Teilnehmer antwortet nicht mit Wieck. Gründgens.— Ton- beiprogromm.— Tonwoche �Urn Wo. ab 6 Uhr bosmos Bühne s. 4%. 6�. 8% Haupts tr. 6. Großes Tonlustspiel: Drei von der Kavallerie mit Hörbiger, Kam- pers, Heidemann.— Tonbeipr. Union-Theater etil* Hauptsir 3 Stg. 2 Uhr: Juc Vorst. Eine Nacht im Paradies mit Anny Ondra. Herrn. Thimig, — Woche,— Jugendliche Zutritt Filmpalast Berliner Str 59 Die Tänzerin von Sanssouci mit Gebühr.— Ich will nicht mit SzakalU— Jugendliche Zutritt FREITAG, 14. OKT. 1932 BEILAGE Vom Sttaßenßa&Hfvagen... (fyeritnex QueXAcftniH— Von HaCißan Von Lichtenberg nach dem Grunewald fahren die Wagen der Linie 7(5. Alexanderplatz, Potsdamer Platz, Kurfürstendamm, Hundekehle, in anderthalb Stunden 23 Mometer... WofiCfaßxi6-£ui6cßeiHC Wir begannen die Fahrt im Osten. Unweit vom Bahnhof Lichtenberg hielten die Wagen. Es war Mittag. Zur Minute pünktlich fuhren wir ab. Zunächst rutschte die Bahn ein Stück nach Süden: durch Seitenstraßen, in denen die Häuser kunterbunt durcheinander standen, hohe und niedrige, kleine einstöckige Häuschen und moderne Mietkasernen, als sollte an dieser Gegenüberstellung die Eni- Wicklung des Häuserbaues gezeigt werden. Wir fuhren an Krankenhäusern, Feuerwehrdepots, an Fabriken und Verwaltungsgebäuden, an Bahn- Höfen, Sportplätzen und Wiesen, durch einen mörderisch engen Tunnel, über den die Züge der Stadtbahn polterten. Immer wieder erschienen dieselben kleinen, bescheidenen Geschäfte: Lebens- mittelhandlungen, Schlächtereien, Tabaksläden. Hinter den Schildern und Auslagen, die oft nur das Notwendigste enthalten, ahnt man Hunderte van kleinbürgerlichen Existenzen: Familien, die um ihr Bestehen kämpfen wie Ertrinkende. Denn ein großer Teil der Lichtenberger Fabriken liegt still, andere arbeiten mit verkürzter Arbeitszeit: immer geringer werden die Einkäufe der Arbeiter- frauen. In den meisten Schaufenstern hängen Schilder:„Gutscheine des Wohlfahrts- amts werden in Zahlung genommen." Als wir abfuhren, war der Wagen fast leer. Jetzt sitzen Frauen mit Taschen und Paketen auf den Bänken. Heimarbeiterinnen, die zur Abliefe- rung in die Stadt fuhren. Es waren noch junge Frauen, aber die vielen verarbeiteten Nächte haben ihre Gesichter vor der Zeit alt gemacht. Neben ihnen Verkäuferinnen, die nach der Mittagspause wieder in das Warenhaus zurückkehrten. Sie lasen Bücher oder die Romanbeilagen der Zeitungen. Da sie viermal am Tage die gleiche Strecke zu- rücklcgen, schenkten sie den Straßen kein« Ausmerk- samkeit. Es waren auch Männer im Wagen: Kurzarbeiter, die aus der Fabrik heimkehrten, Händler, die ihren Geschäften nachfuhren. Wir bogen in die Frankfurter Allee ein. Nach den engen, abseitigen Straßen war der Anblick dieses endlosen, breiten Straßenzuges betäubend. Arbeitslose standen vor den Schaufenstern der Geschäfte und betrachteten hungrig die Auslagen. Die Weberwiese, ein Platz mit Sandkästen, Bänken und einigen kümmerlichen Bäumen, war schwarz von ihren Ansammlungen. Sie standen noch vor dem Eingang einer Stempelstelle. Gruppen von ihnen sah man in den Nebenstraßen diskutieren... J)ie Cangc pxo$cAsioH Bald verschwand unser Wagen in den Häuser- schluchten ring- um den Alexanderplatz, die den Osten mit dem Zentrum verbinden. Wir fuhren vorbei an Häuserruinen, die unter den Spitzhacken der Abbruchkolonnen in Staub und Schutt zer- sielen. Die bloßgelegten Fundamente starrte,» vor Schmutz. Das Alte macht dem Neuen Platz, und in zehn Iahren find diese Häuser, an denen noch das Schicksal ihrer Bewohner klebt, vergessen. Mit vielen Wagen zusammen, eine lange Pro- zession von Straßenbahnen, bog die 76 in die Lich- tung des Alexanderplatzes und überquerte eine Sand- und Schienenwüste, an deren Rändern die Hochhäuser wie die Felsen eines Gebirges ragen. In der Mitte konnte man die neuen Gleisstränge der Straßenbahn erkennen. Noch immer war ein großer Teil des Platzes aufgerissen und Kieswagen wurden mit acht und zehn Pferden wie Geschütze in Stellung gebracht. Im Hintergrunde stießen die Fernzüge, die langsam nach Westen rollten, große Dampfwolken aus. Es klopfte, dröhnte, hämmerte. Fünfzehn Meter unter uns donnerten U-Bahnzüge. Es war, als lausche man dem Herz- schlag dieser großen Stadt. Königstraße: Das erste Drittel der Fahrt liegt hinter uns. Die Lichtenberger haben den Wagen verlassen. Wir sind in eine andere Zone gekommen, in einen neuen Landstrich, den andere Menschen bewohnen. Geschäftsleute mit Musterkoffern. Ledermappen stehen jetzt auf dem Perron. Stadtreisende notieren mit gerunzelten Stirnen die wenigen Aufträge. Bessergekleidete Frauen mit kleinen Paketen steigen ein, sie kommen aus den Warenhäusern. Drei- bis viermal im Lause der Fahrt verändert so der Wagen sein Aussehen, und die Grenzen der Stadt- teile gehen durch den sahrenden Zug. J)ic UHAiefttßaxe$xch$c Wie ein Strom fließt der Verkehr von Osten nach Westen und wir folgen seinem Lauf, entlang an den steinernen Ufern der Häuser, Wir ver- lassen hinter dem Rachaus die Königstraße und fahren durch das alte Berlin, am Köllnischen Fischmarkt vorbei, über die Spreebrllcke, wo Ar- beitslose über das Geländer gebeugt nach den stromaufwärts schwimmenden Lastkähnen sahen, nach dem Spittelmarkt, der erfüllt war von Straßenbahnen und Omnibussen, die hier wie Schisse in einem Umschlaghafen ihre Menschen- frachten ein--und ausluden, während aus der Tiefe der Untergrundbahn unaufhörlich Menschen hervorquollen. Die Ampel gab die Durchfahrt frei, schon fuhren wir die lange Leipziger Straße hinunter. Schnell wie ein Laufband schoben sich die großen Schaufenster der Modehäuser vorbei. Hier zeigt die Äadt ihre glänzende Seite und die Auslagen der Kaufhäuser erwecken den Eindruck eines Ueberslusses, an dem in Wirklichkeit nur wenige teilhaben.. Zwischen Spittelmarkt und Potsdamer Platz läuft wie eine Wasserscheide die unsichtbare Grenze, die Osten und Westen von ein- ander scheidet. Potsdamer Platz— der Wagen stuckert über die Gleiskreuzungen. Karawanen von Fahrzeugen schieben sich die Potsdamer Straße hinunter nach Süden und Westen. Rechts der Tiergarten, auf der andern Seite Lärm und Rauch der großen Fernbahnhöfe. Mit der Potsdamer Brücke be- Die Freiheit der Schweizer bekundet sich, wie man weiß, im Plebiszit, dem Volks- entscheid. Die Zahl der Gesetze, die durch Volks- entscheid angenommen werden, ist sehr groß. Dem Volksentscheid unterliegen auch bestimmte Etats- Posten. Im Kanton Basel mußte daher auch eine Volksabstimmung über einen, geplagten Mu- seumsneubau stattfinden. Der Volksabstim- mung ging wie üblich eine Agitation voraus. Gegen- stand des Kampfes war aber nicht die Bewilligung des Geldes, sondern die Wahl des Bauprojektes. In kontradiktorischen Versammlungen mußten die Vertreter der Regierung und des Museums über die Wahl des Architekten Rede und Antwort stehen. Die Gegner des Museumsplanes warfen ihm vor,„wilhelminisch" zu sein. Ab- stimmungsgegenstand war also eine Geschmacks- frage. Das hohe kulturelle Niveau der Schweizer wird außer durch diese Tatsache, auch durch das Abstimmungsergebnis bewiesen. Mehr als 36 Proz. der Stimmberechtigten beteiligten sich an der Abstimmung: wenig für eine politische, viel für eine künstlerische Volksabstimmung. Das Re- gierungsprojekt, das auch eine Reihe sehr guter Eigenschaften hatte, kam mit einer Mehrheit von nur wenigen hundert Stimmen durch. Also fast die Hälfte der Wähler stimmte gegen den „wilhelminischen" Baustil. * Die Schweiz bereitet jetzt in vielen Städten den Neubau von Schulen vor. Auch dieser Schulbau unterliegt vielfach dem Plebiszit. Um die Wähler mit der Materie vertraut zu machen, zieht gegenwärtig eine Ausstellung neuer Schulbauten durch Schweizer Städte. Die Ausstellung vertritt mit erstaunlicher Unbedingt- heit die Ideen des neuen Schulbaus. Sie belehrt die Besucher nicht achitektonisch, sondern pädago- gisch. Sie sagt: so und so muß das Kind erzogen werden. Wer es anders erzieht, verbildet es. Um das Kind so zu erziehen, müssen Schulen folgendermaßen aussehen, müssen folgende Bau- anlagen vom Kind aus, nicht vom Erwachsenen aus geschaffen werden. Und wenn das alles durchgeführt wird, wenn für das Kind, nicht für den Lehrer und nicht für die Straßen- Passanten und deren Freude an neuen Monumentalbauten gebaut wird, dann muß eine Schule so und so aussehen. Und wie sehen dann solche Schulen aus? Selbstverständlich wie die modernsten Bauten unserer jungen europäischen Architektengeneration. Bauten, in denen das Kind nicht wie in einer Höhle des Grauens herumirrt, sondern sich heimisch fühlt, sehen anders aus als Schulpaläste. Die Schweiz wird diesen Bauplan radikal im ganzen Lande durchführen. Die Schweizer Schulen werden in wenigen Jahren die modernsten der Welt sein, die Schweiber Städte werden noch moderner aussehen, als es schon heute der Fall ist, und die Schweizer Kinder werden Produkte eines modernen Staates und einer verantwortungsbewußten modernen Ge- sellschaft sein. ★ Die landläufige Annahme, daß in der Schweiz nur drei Sprachen gesprochen werden, habe ich hier schon widerlegt. Das Land wird von ginnt die westliche Zone der Stadt. Die 76 rollt durch die Straßen de- alten Westens: Antiqui- tätenhandlungen, Modesalons, große Buchhand- lungen und die Ausstellungsräume erster Auto- fabriken geben den Straßen eine vornehme Note. Aber auch hier dringt das Gespenst der Krise durch die Hintertüren in die großen verschnör- kelten Häuser und vertreibt ihre Bewohner aus den Zehnzimmerwohnungen. (Xti&geftpußCißum steigt ein Lützowplatz— Wittenbergplatz: Das Ausgehpublikum von Berlin W. Die Tauentzienstraße hinauf bewegt sich der Korso wie ein Demon- strationszuA gutgekleideter Menschen. Gedächtnis- kirche: Elegant angezogene Frauen steigen in den Wagen, Männer mit selbstbewußten Gesichtern und gutsitzenden Anzügen. Mit einem Wort: besseres Publikum. Bis auf den letzten Platz ge- füllt rattert der Wagen den Kursürstendamm hin- unter. Von den Fenstern au- sieht man nur die untere Hälfte der großen Häuser, die den groß- tuerischen, wilhelminischen Repräsentationsstil zei- gen. Sie haben etwas Gedrücktes. Die großen hundert Dialekten beherrscht, die untereinander schwerer verständlich sind als zwei wildfremde Sprachen. Das ganze Land ist sich aber in wunderbarster Weise darin einig, die drei Grund- sprachen. Deutsch, Französisch und Italienisch, zu erhalten und jeden Wettbewerb zwischen ihnen zu verhindern.. Ein Muster für die absolute Toleranz der Schweiz jeder Sprache gegenüber hat gerade in diesen Monaten eine Entscheidung des obersten Bundesgerichtes gegeben, die der Erhaltung des Italienischen im Tessin diente. Im Tessin ist durch den großen Fremdenverkehr die Vorherrschaft des Italienischen bedroht. Deutsche und französische Aufschriften nahmen überhand, da das die Sprachen sind, die so gut wie olle Fremden im Tessin kennen. Das bedeutete eine Verdrängung des Italienischen. Um nun die absolute Gleichberechtigung der drei Sprachen des Landes zu wahren, ist durch ein Bundesgesetz be- stimmt worden, daß alle öffentlichen Aufschriften, Firmenschilder, Reklamen, Kundgebungen, kurz jeder Text, der sich an die Oeffentlichkeit wendet, an erster Stelle italienisch gehalten sein muß. Das Gesetz will auf diese Weise die Stellung des Italienischen im Tessin wieder festigen und doku- mentieren, daß in der Italienischen Schweiz durch zufällige Konstellationen Italienisch nicht ver- drängt werden darf. Das Gesetz hat weiter ver- langt, daß die darunter stehenden Uebersetzungen nur halb so groß veröffentlicht werden dürfen. Diesen Zusatz hat das Bundesgericht abgelehnt, da das wieder den Rechten der beiden anderen Sprachen zu nahe treten würde. * Auf Schweizer Bahnhöfen sieht man Sonn- abends und Sonntags massenhaft junge Leute mit dem Stutzen auf dem Rücken zur Schieß- Übung hinausfahren. Ich habe in keinem Ge- ficht einen militaristischen Zug gesehen, oder auch nur die Härte und Herrischkeit, die bei uns das Waffenhandwert den Mienen aufdrückt. Der Ge- brauch der Waffe ist ein Bürgerrecht, das nie- mand anders als im Geist des Selbstschutzes aus- übt. Wenn erst einmal alle Völker in diesem Geist ihre Waffen pflegen, werden die Waffen von selbst llberslüssig werden. Die Schweiz re- präsentiert also di« Idee durch Frieden zur Ab- r ü st u n g. * Der Tessiner lebt nur vom Ausland. Von den Fremden, die ins Tessin fahren, oder von der Fremde, in die der Tessiner fährt. Wer hier gut lebt, hat Fremde oder war in der Fremde, aber der Tessiner kehrt zurück. Sein Ziel ist, im Tessin leben. Wie er das erreicht, ist erst die zweite Frage. * Der Tessiner ist kein Italiener. Er ist Schweizer. Anschluß an Italien suchen nur einige kleine Jntellektuellengruppen ohne jeden Anhang. Das Tessin ist in den letzten Iahren stark befestigt worden. Die Bergstraßen und Paß- wege sind von Unterständen und Einbauten durch- zogen. Die Artillerie ist eingeschosien. Der Ein- Zeiten, für die sie doch gebaut wurden, sind aus- geblieben, nun bröckelt das Prahlerische langsam von ihnen, wie eine brüchige Maske. An leeren Fenstern leuchten rote Zettel:„Zu vermieten", die ganze Straße entlang, immer wieder„Zu ver- mieten!"— Wohnungen, Läden, Schaukästen. Der Kurfürstendamm bleibt zurück mit seinem grellen Lärm, mit seinem gemachten Betrieb. Wir halten am Bahnhof Halensee und sehen die Bäume des Grunewald. Sie kommen näher. Klarer und reiner weht die Luft in den Wagen. Aus den Gärten dringt eine eigentümliche Stille und füllt die Straßen, auf denen der Wind welke Blätter hin und her treibt. Man merkt plötzlich, daß es Herbst ist. Wir begegnen wenig Menschen. Arbeiter verlassen einen Neubau, Dienstmädchen führen Hunde spazieren oder schleppen sich mit Einkauf-körben. Vor den Einfahrten der Häuser halten Lieferwagen. Wir sind in einer andern Welt. Die Menschen hocken nicht mehr in über- füllten Mietkasernen, sie atmen nicht die ver- brauchte Luft enger Straßen, über die die Rauch- sahnen der Fabriken hängen. Hundekehle. Wir sind am Ende unserer Fahrt durch die Berliner Landschaften. Dicht an der Endstation liegt die Stelle, an der die Mörder der Reaktion Walter Rathenau mit den Kugeln ihrer Maschinenpistolen durchlöcherten. Kränze hängen an der großen Gedenktafel, die zur ewigen Schande derjenigen errichtet wurde, die sich die alleinigen Hüter deutschen Wesens nennen. Der Wagen hält. Die Trupps der Aussteigenden zer- streuen sich, man hört noch eine Weile ihre Stim- men: im leeren Wagen bleiben Schaffner und Führer zurück. bruch an dieser Stelle wäre genau so ein Hasard- spiel mit Millionen, wie es ber deutsche Angriff auf Verdun war. Aber der Geist der Unruhe hat sich längst gelegt. Die Schweiz zieht mit vielen geistigen Mittel» das Tessin tief in das Schweizer Gesamtleben ein. Sie fördert«die Schulen, die Wirtschaft, und sie hat einen Tessiner Bundes- Präsidenten: Giuseppe Motta aus Airolo. * Bor dem Postamt in Ascona stehen zwei Briefmarkenautomaten, Sie, wie viele Automaten, lieber einnehmen als geben. Aber ich brauche an einem Sonntag eine Marke so dringend, daß ich allmählich 66 Centimes ein- werfe, um 26 herauszubekommen. Vergeblich. Nach vier Tagen überlege ich mir, warum ich der Post diese 66 Centimes schenken soll. Ich schildere am Schalter mein Malheur. Die kleine Tessine- rin schüttelt mit ausrichtigem Bedauern den Kopf. So ärgert sie sich über den Automaten. Und als ich fertig bin, sagt sie:„Exciisezi Monsieur"(entschuldigen Sie), greift in die Post- kasse und zahlt mir ohne ein weiteres Wort 66 Centimes aus. Man stelle sich die Wege, die Fragebogen vor, die man bei uns ausfüllen müßte, die Kosten, die den Verlust verdreifachen würden. Nur ein Land, das weder Krieg, noch Zusammenbruch, noch In- flation mitgemacht hat, kann so ehrlich den an- deren für ehrlich halten. * In Ferney wies mich ein Omnibusführer auf die Schönheit der Kastanienbäume hin. die zum Voltaire-Denkmal führen. In Lyon sagte mir ein Taxichauffeur, eine Straße von dieser Länge mit solchen Kastanienbäumen finden Sie nirgends auf der Welt. Aber in Luzern sah ich die Kastanienallee, die alle übertraf. Die Bäume stehen so dicht und nahe, daß ihre Blätter ein undurchdringliches Dach bilden, unter dem es schnell dunkelt. Unter diesem Blöttergang geht Luzern abends spazieren. Erleuchtet kann es nur von innen werden. Jeder dritte Baum trägt in Höhe von etwa zwei Metern eine kleine elektrische Lampe in der Art, wie jetzt in einigen Berliner Straßen die Hausnummern beleuchtet sind. So geht man am See auf und ab. Die Berge der Gegenseite liegen nahe, jeder hat eine unver- wechselbare Form und prägt sich uns fürs ganze Leben ein. Wie ungerecht ist die Schöpfung, so- viel Schönheit für so wenige Menschen auszu- stellen. * lieber die deutsche Politik hörte ich in der Schweiz von Menschen aller Parteien nur Worte des Widerspruches. Während des Krieges war die Schweiz gespalten. Die deutsche war für Deutschland, die andere für die Entente. Aber seit einigen Iahren hat die deutsche Politik der Nachkriegszeit die Schweiz geeinigt.„Was ihr jetzt treibt, versteht kein Schweizer." Und dann zeigt man mir eine Zeitung, nach der für die ganze Schweiz das Tragen von Hakenkreuzen verboten wurde. Ist die Schweiz nicht mehr de- mokratsich? Gerade deswegen ist sie es. Pott(Rauten und Wten&cfteH (Xus einem Scftieei$ex Xageßuefi— Von �feCtx Stossingex Arbeit er-Rasenspiele Am nächsten Sonntag Fortsetzung der Fußball-, Handball- und Hockeysene Nach und nach fallen in allen Fußballbezirken die Entscheidungen um die Führiwg in der Tabelle. Im 4. Bezirk(Süden) stehen sich Luckenwalde I und chertha-Luckenwalde gegenüber. Luckenwalde, der Exkreismeister, hatte in der vergangenen Serie das Pech, gegen Eintracht-Retnickendorf zu oer- lieren. Dafür gingen die Luckenwalder Turner aber in der neuen Serie gleich vom Start an mächtig los. Sie hatten den bestimmten Willen, unter allen Umständen wenigstens die Bezirks- Meisterschaft wieder zu erringen. Aber ihr Orts- rivale, Hertha 11, ließ nicht locker. Immer wieder hängte sich Hertha an die Fersen der Luckenwalder. Da kam die unerwartete Niederlage der Turner durch die Teltower und die Meisterschaftsaus- sichten schienen gesunken. Mit nur einem Punkt liegt Hertha jetzt an der Spitze. Der am Sonn- tag stattfindende Kampf wird also die Entschei- dung bringen. Die Turner haben den nicht ge- ringenen Vorteil des eigenen Platzes für sich, der auch ausschlagebend sein dürfte. Minerva 28 fährt nach Trebbin. Auf eigenem Platz sind die Trebbiner eine schwer zu schlagende Elf. Jüterbog und Luckenwalde 1 2 kämpfen in Jüterbog um die Spitze der Tabelle. Nur wenn die Iüterboger gewinnen, ist die Abteilungsmeister- schaft sicher. Adler 08 hat berechtigte Meisterschafts- aussichten. Gegen Eintracht-Reinickendorf konnten die Pankower bereits in der Frühjahrsrunde einen glatten 7: 2-Sieg herausholen. Auf eigenem Platz in Pankow, Kissingenstraße, dürften sie nicht zu schlagen sein. Im zweiten Bezirk stehen sich auf dem Exerzierplatz in der Schönhauser Allee die beiden Platzrivalen Nord und Saxonia gegenüber. Nord sollte den Sieg für sich buchen können. Die beiden Spitzenreiter im ersten Bezirk, Normannia und Eiche-Köpenick, haben es leicht. Während Normannia auf dem Platz in der Normannen- straße gegen Herzfelde spielt, trifft Eiche in Mahls- dorf am Rosenhag auf die dortigen Turner. Weitere Spiele: Friedersdorf gegen Friesen- Fürstenwalde. Baumschulenweg gegen Storkow im Plänterwald. Borsigwalde gegen Weißensee in Borsigwalde, Spandauer Straße. Vorwärts gegen Pankow in den Rehbergen. Zehdenick gegen Fortuna. Alemannia gegen Havelberg. Volks- sport-Neukölln gegen Vorwärts 31 im Stadion Neukölln, Platz 6. Fichte gegen Luckenwalde II. Treuenbrietzen gegen Ruhlsdorf. Luckenwalde III gegen Dahme. Sperenberg gegen Zossen.— Iugendmannschaften: Borsigwalde gegen Nowawes. Vorwärts-Weding gegen Lichtenberg I. Minerva gegen Fortuna. Normannia gegen Teltow. Alemannia gegen Wilmersdorf.— Schlllermann- schaftsn: Minerva gegen Eladow. Zehdenick gegen Fortuna. Elstal gegen Mahlsdorf. Normannia gegen Zossen. Werlsee gegen Weißensee. Pankow gegen Herzfelde. Vorwärts 31 gegen Hansa. Vor- wärts-Wedding 2 gegen Adler 08. Alemannia gegen Wilmersdorf. Vorwärts-Weding 1 gegen Nowawes. Saxonia gegen Fortuna 2. Beginn der Spiele: Erste Männermannschaften 15 Uhr. Vorher spielen auf allen Plätzen die unteren Mannschaften. Handball Im Arbeiter-Handball werden am Sonn- tag die Serienspiele fortgesetzt. Die stühere Spitzenmannschaft der Bezirksklasse Osten� der Athletik-Sport-Club, muß sich um 14.30 Uhr dem TSV. Kaulsdorf auf dem Platz in der Dürer- straße stellen. Wie früher, so erwarten wir auch diesmal einen ausgezeichneten Kampf. In der gleichen Gruppe dürfte der VfL. Ostring mit der FTGB.-Osten 2 um 16 Uhr im Lichtenberger Stadwn ohne viel Mühe fertig werden. ATV. Werlsee verlor die beiden ersten Spiele gegen gute Mannschaften nur mit einem Tor Unter- schied. Am Sonntag erscheint Eiche-Köpenick 2 als Gast und wird sicherlich Werlsee die Punkte über- lassen müssen. Beginn 14 Uhr. FTGB.-Adlershof wird sich um 10 Uhr in der Wuhlheide 254 der FTGB.-Baumschulenweg überlegen zeigen. Auf dem gleichen Platz wird die FTGB.-Oberspree 2 in der FTGB.-Lichtenberg einen hartnäckigen Gegner vorfinden. An dem um 14 Uhr beginnen- den Kampf geben wir Lichtenberg die besten Aus- sichten. Die Freie Turnerschaft Petershagen hat um 15 Uhr FT. Kalkberge zum Gegner. Kalk- berges Erfahrung dürfte für den Ausgang des Spiels maßgebend sein. In der Wildauer Gruppe gilt FT. Wildau um 15 Uhr als Favorit im Spiel gegen FT. Groß-Besten. Ungewiß ist das Treffen FT. Zeuthen gegen FT. Klein-Besten um 14 Uhr; Platz Wildau. Fricsen.Fürstenwaldc 2— FTGB.-Lichtenberg 3 um 14 Uhr. VfL. Ostring 2— FTGB.-Osten 3 um 1o Uhr.— Frauen: Eiche.Aiiiienlck— FTGB.-Osten 14 Uhr Platz Alipenick. Eiche- Bohnsdorf— FT. Wildau um IS Uhr. Bezirksklasse Norden: FSV. Tegel hat um 15 Uhr die FTGB.-Norden 1 zum Gegner. Nor- dens Erfolge in dieser Runde lassen hier einen gleichwertigen Kampf erwarten. FT. Friedrichsthal erwartet zu 15 Uhr den FSV. Reinickendorf-Weft und wird dem Gast Sieg und Punkte überlassen müssen. Gleichwertig sind FTGB.-Buch und FSV.-Pankow um 15 Uhr, Platz Buch. Mit den gleichen Aussichten stellen sich um 14 Uhr FT. Bötzow und FT. Neuruppin dem Schiedsrichter. Vollssport Weddina S— FTGB.-Norden um 10.10 Uhr Platz Rehberge. FEV. Tegel— FTGB.-Norden I 2 um 13 Uhr Platz Graf-Rödern-Allee. Frauen: FEV. Tegel gegen ALB. Wedding um 13.40 Uhr Platz Graf-Rödern- Allee. FT. Hennigsdorf— FTGB.-Reinickendorf-Qst um 14 Uhr in Hennigsdorf. Volkssport Wedding 2— FEV. Reinickendorf-Weft um 12.30 Uhr Platz Rehberge. Bezirksklasse Süden: Berlin 12 muß nach Spe- renberg fahren und dort um 15 Uhr gegen den MTV. antreten. Ob es sür Berlin zum Siege reicht, steht noch nicht fest. FS. Tempelhof hält sich über Erwarten gut. Wir geben ihr im Spiel gegen die Luckenwalder Turner um 15 Uhr beste Aussichten. Volkssport Neukölln B hat keinen geringeren als FSV. Teltow als Gast. In dem um 14.30 Uhr beginnenden Spiel werden sich die Gäste durchzusetzen wissen und die Punkte er- obern. FTGB.-Süden in der anderen Gruppe wird mit dem ASV. Neukölln um 13.10 Uhr auf dem Urbanplatz sicher fertig werden. Um 15.20 Uhr wird sich auf dem Katzbachplatz erweisen, ob FSV. Fichte oder Freie Schwimmer Zehlendorf besser ist. FT. Jittorbog— FT. Gottow um 14.40 Uhr. FT. Sllter- bvg 2— Luckenwalde-Svort 2 um 13.3V Uhr. Luckeruvalde- Schwimmer— Treuenbrietzen um 15 Uhr. MTV. Sperem- Großer Tag der ,,Dela" Am Sonntag ist allerlei los Am kommenden Sonnabend und Sonntag sind auf der L u f t f p o r t a u s st e l l u n g am Kaiser- dämm wiederum eine Reihe interessanter Sonder- darbietungen vorgesehen. Am Sonnabendnach- mittag wird neben Schleppflügen über dem Aus- stellungsgelände gegen 16 Uhr«in nochmaliger Aufstieg der Montgolfiere mit an- schließendem Absprung des Piloten Conrad statt- finden. Das Sonderprogramm des Sonntags beginnt bereits vormittags um 10 Uhr. Zu diesem Zeit- punkt treffen die an der Strahlenfahrt des ADAC, beteiligtem Fahrzeug« bei der Zielkontrolle auf dem Ausstellungsgelände ein. Einige dieser Kraftfahrzeuge haben Strecken von über 1000 Kilometer zurückgelegt. Weiterbin veranstaltet der ADAC, eine Ballonbegleitfahrt(Ballon- Fuchsjagd), offen für Kraftwagen und Krafträder, deren Start ebenfalls auf dem Ausstellungsge- lände gegen 15 Uhr, sofort nach dem Ausstieg eines Freiballons, erfolgt. Der Ballon darf nicht mehr als 100 Kilometer Luftlinie zurücklegen und muß spätestens 3 Stunden nach dem gemeinsamen Start landen. Dieser Wettbewerb verspricht, dank der regen Beteiligung, äußerst interessant zu werden. Auch die Besucher der Ausstellung wer- den Gelegenheit haben, sich hierbei aktiv zu be- teiligen. Dem Publikum wird die Aufgabe ge- stellt werden, auf Grund der Wetterlage zu berg 2— Borwärts-Trebbin um 13.30 Uhr. Luckcnmaldr- Reichsbanner— Luckenuialde-Rrichsbanner 2 um 13 Uhr. FEV. Fichte 2— Bollsspsrt Reukölln A 2 um 14.10 Uhr statzbachplatz. ASV. Schönebertz 2— FTGB.-Lankwitz 2 um 10 Ubr Rubcnsstraste. FTGB.-Sstden 4— ATV. Sputendorf um 0 Uhr Urbanplatz. FSB Fichte 3— Bolksfport Reu- kölln S 2 um 13 Uhr Katzbachplatz. FTSB.-Lichtenrade gegen FTGB.-Lankwitz 3 um 10 Uhr in Lichtenrade. Volks- fport Neukölln A 3— FS. Tcmpelhof 3 um 11.50 Uhr Neu- köllner Stadion, Platz 4. Frauen: Luckenwalde 2 gegen Luckenwalde um 14.10 Ubr. Luckenwalde 1— Treuen. brietzen um 10.10 Uhr. FS. Zehlendorf— Frohe Stunde um 14 Ubr Platz Spandauer Stratze. FSB. Fichte— Volkssport Neukölln um 10 Uhr Katzbachplatz. FTGB.-Süden— FS. Tempelhof um 14 Ubr. ASB. Schöncbcrg— Volkssport Reu- kölln 2 um 11 Uhr Platz Rubensstratze. * Bei den Hockeyserienspielen treffen sich am Sonntag Tennis-Rot und FTGB.-Tempelhof um 13.30 Uhr auf Platz Ost, Laskerstraße. Tempel- Hof dürfte infolge seiner letzthin erreichten guten Erfolge ein schwer zu nehmender Gegner sein. Beim VfL. Ostring wird Spandauer Freie Hockey- klub erwartet. Ostring dürste einige Mühe haben, im ersten Spiel der Saison die eingespielten Gäste in Schach zu halten. Beginn 14 Uhr im Lichten- berger Stadion. Ostring 2 erwartet den knapp unterlegenen Turnierendspielteilnehmer, den Sport- oerein Mobait: die Ostleute werden wohl kaum einen Sieg der Gäste verhindern können. Beginn 15.30 Uhr ebenda. Rot-Woih und Tennis-Rot 2 treffen lich um IZZd Uhr in der Schönhauser Allee. Schöneberg und Wedding spielen um 9 Ubr in der Rubensstraße. Die Freie Sportvereinigung Pankow erwartet den SV. Moabit 2 in der Kissinaenstraß« um 9 Ubr. In der Frauengruppe spielen Rot-Weiß und Tennis-Rot 2 um 13 Ubr in der Schönhauser Allee: FSV. Pankow und Reukölln-Britz um 10ZH Uhr in der Kissingen. straße: Oftring und Tennis-Rot um 13 Uhr im Lichten. berger Stadion. Die Wasserballserie Die Serienspiele der Arbeiter-Wafserballspieler werden in dieser Woche mit zwei interessanten Begegnungen fortgesetzt. Am Sonnabend, um 21 Uhr, wird die neu zur �.-Klasse aufgestiegene Mannschaft der Freien Schwimmer Berlin 12 beweisen müssen, ob es im ersten Spiel der Serie zu einem ehrenvollen Resultat gegen die kämpf- starke Mannschaft der Berliner Schwimm-Union reicht. Am Sonntag stehen sich um 20 Uhr Möwe und Weißensee gegenüber. Ein technisch hoch- stehendes Spiel ist zu erwarten. Weißensees besserer Sturm dürfte den Ausschlag für die Ent- scheidung geben. Beide Spiele finden im Luna- bad statt. schätzen, wo der Ballon voraussichlich landen muß. Nach Ablauf dieser Veranstaltung findet die Taufe von sechs Gleit- und Segelflugzeugen des„Sturmvogel" durch Stadtschulrat Ny- dahl gleichfalls im Terrassengarten der Ausfiel- lung statt. Im Anschluß daran sind Rhönrad- Vorführungen des Weltmeisters Brand von der Würzburger Rhönradschule angesetzt. Zu allen diesen Sonderdarbietungen haben die Aus- ftellungsbesucher kostenfreien Zutritt. Vereine laden ein Der Bezirk Südo st-Treptow der Freien Turnerschaft Groß-Berlin, der zu den leistungs- sähigsten gehört, feiert am Sonnabend, 15. Ok- tober, im Gewerkschaftshaus sein Ivjähriges Bestehen. Wenn auch wegen der schweren Zeit von größeren Veranstaltungen abgesehen wurde, so begleiten den Jubilar doch die Glückwünsche des Vereinsvorstandes und der Brudervereine. Mögen die geselligen Stunden, die durch«in gutes sportliches Programm ausgefüllt werden, allen Mitgliedern und Freunden des Bezirks Freude und Erholung zu neuer Arbeit und zu neuen Leistungen geben. „Die Frau im Arbeitersport" ist der Titel einer großen Werbeveranstaltung am Sonnabend, 15. Oktober, durchgeführt von den Frauengruppen des Volkssport Neukölln-Britz, im Städtischen Lichtspielhaus in der Bergstr. 147. Der filmische Teil sieht vor: Eine Besichtigung der Bundesschule, den Wintersport-Olympiasilm und den Großfilm des Bundes.„Die Frau im Arbeitersport". Außerdem werden Jungmädchen und Frauen im turnerischen Teil am Gerät ebenso wie mit ausgewählter Gymnastik die Gäste erfreuen. Die Einkrittspreise sind für Jugend und Erwerbslose 20 Pf., für Erwachsene 40 Pf. Einlaß um 19 Uhr. Beginn der Vor- führungen um 19.30 Uhr. Karten sind noch zu haben in der Turnhalle Lessingstraße, in der Volkssportgeschäftsstellc Stuttgarter Straße 18 und an der Kasse._ Was zu berichten ist Arbeiterkegler-Klubkampf. Der auf den Heimat- bahnen des Arbeiter-Kegeiklubs Knorke mit dem Kegelklub Vorwärts ausgetragene Klubserien- kämpf endete damit, daß Knorke mit plus 20 Holz als Sieger hervorging. Es erzielten: Holzhütter- Knorke 718 Holz. Schmidt-Knorke 706 Holz, Kielblock-Knorke 703 Holz, Breitkreuz-Kno-ke 694 Holz Gillert-Knorke 689 Holz; Ladewig-Vor- wärts 705 Holz, Bausdorf-Vorwärts 702 Holz, Eielof-Vorwärts 703 Holz, Fromm-Vorwärts 694 Holz, Schinske-Vorwärts 686 Holz. Der Rückkampf mit Frei-Holz-Spandau findet am 22. Oktober im Keglerheim Atlantich, Behmstr. 2(Untergrund- bahn Gesundbrunnen), ab 17 Uhr statt. Der Damen-Wasserspori-Elub Schwarz-Rol-Gold in Köpenick, Wendenschloßstr. 122, der erste republikanische Damenwassersportklub, begeht im November sein einjähriges Bestehen und kann mit Stolz auf feine günstige Entwicklung hinweisen. Auch im Winterhalbjahr wird der Rudersport aus- geübt, und zwar bei Otto Kiehle, Berlin-Stralau. Tunnelstraße 28/29. Das erste Kastenrudern unter Leitung bewährter Trainer findet am 19. Oktober, 20 Uhr, statt, damit beginnt auch die Ausbildung neuer Mitglieder. Außer dem Kastenrudern wird auch Ergänzungssport, wie Waldlauf, Ballspiel, Gymnastik, Wanderungen und Schwimmsport be- trieben. Anfragen an Adalbert Hock, Neukölln, Weserstr. 86, Telephon: Neukölln 6017. Schwarzes Brett Freie Sportvereiniguag Panckow. Es üben: Montags 20 Uhr Frauen und Iungmädchen Turnhalle Schönholzcr Straße ad 17. Oktober. Männer- und Iugendabteilunz Mittelschule swie früher) 20 Uhr ab 14. Oktober. Knaben und Mädchen Dienstags und Freitags Mittelschule, 18 Uhr. 13V, Uhr Pankoio.SchSnhaus-n.ckeniatrumlhivmlhiolhirbio Sonntag, 10. Oktober, Spiel der Hockepmannschasten 9 Uhr Kissingenplatz. Handballmännermannschast IllZh Uhr Pankow- Schonhausen, Fahrt nach Buch. � VsL. Oftriag. Hallentraining wieder regelmäßig Mitt. wachs und Freitags ab 20 Uhr Turnhalle Lichtenberg, Parlaue, Gymnasium. Zur Bervollständigung der Spiel- Mannschaften, vor allem Frauen-Handball und-Hockey, werden noch Interessenten gesucht. Meldung auf der Hall« oder televhonisch E 8 5192. Frei« Rudercroereinignng 1913. Jeden Freitag Sitzung im Strandschloß Oberschöneweide, Spreestraße. Sonntag, 10. Oktober, Abrudern nach Krampenburg. Treffen 8>-, Uhr im Bootshaus. Mitglieder werden in den Frauen-, Jugend, und Männerabtcilungen aufgenommen. Die i. Handball-Männermannschaft de» FSL. Reiuicken- dorf- West sucht spicifähigen Gegner zum 30. Oktober auf eigenem Platz. Anschrift an Werner Patzig, Reinickendorf- West 3,»lixstr. 37 II. Freie Kanu-Union«raß-Berli». Freitag. 14. Oktober, 20 Uhr, Sitzung.„Zur Eiche". Kaiser-Friedrich, Ecke Saale- siraße. Sonntag, 10. Okiober, 9 Uhr, Arbeitsdienst, Köpe- nick. Achenbachstraße. Wastcrsportvercin Fraternitas. Sitzung heute, 20 Uhr, im Gewerischaftshaus. Sonntag, 16. Oktober, Abrudern der Oberspreeoercine nach Krampenburg. Der Verein nimmt daran teil. Vereinssportwarte 2. Vciirk. Sonntag, 23. Oktober, 17 Uhr(nach dem Waldlauf), bei Dornbusch, See- Ecke Afrikanische Straße, Sitzung. Freie Kanufabrcr Spandau. Sonnabend, 15. Oktober, 15 Uhr, Sandballtraining Sportplatz Wilhelmstraße. Sonn» tag, 10. Oktober, 1514 Uhr. Handballspiel erste gegen zweite Mannschaft. Monatsversammlung Freitag, 4. November. Der Freie F-tzball-ercin Kickers 3t sucht zum Sonn- tag. 10. Oktober, für erste Mannschaft spielstarken Gegner auf Gegners Platz. Angebot- Donnerstag ab 20ltz Uhr unter E 5 Lichtenberg 8111. Soli-Kraftfahrer. Touren für Sonntag. 10. Oktober. Abt. Fricdrichshain: Bammeleck— Bohnsdorf, Start 9 Uhr Landsberger Platz.— Abt. Thailottenburg: Eberswalde— Chorin, Start 8 Uhr Griinstr. 9—10.— Abt. Lichtenberg: Ziel am Start. Start 9 Uhr Od-rstr. 18.— Abt. Tempel- Hof-Moricndorf: Streifzug an die Havelseen, Start 8 Uhr Kurfürsten. Ecke Schlltzenstraßc. Rcichzbanaer-Wastersportabteilung, Fug Köpenick. Sonn- tag. 16. Oktober, 9 Ubr, im Bootshaus zum Abfahren nach der Krampenburg. Die Boote starten: 10 Uhr Paddler, 10.05 Ubr Zweier ohne und Einer mit. 10.10 Uhr Vierer, 10.15 Uhr Achter und Motorboote. Pflichtoeranstaltunq. Für Gäste ist ein Motorboot gemietet, das um vu Uhr vom Steg abfährt. Fahrpreis hin und zurück 25 Pf. Arbeiter- Liöhtbilb- Bund, Arbeitsgemeiuschaft Verliu. Sonntag. 10 Oktober, Führung durch Alt. Spandau. Be- sichtigung der Zitadelle 120 Pf.1. Treffpunkt 10 Uhr Spandau. Rathaus. Anschließend Wanderung nach Tegel, dort Besichtigung der Photoausstellung der Tegeler Ar- beiter-Photo-Gilde. XUealer. Lichlsptele usw. B 1 1 J' 1 r flAaff 1% incafcr Freitag, den 14. Oktober staatsoper unter een linden 19 Uhr Die Heistersinger von Nürnberg staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Was ihr wollt I VOLKSBUHNE Theater am BUIewisiatz D I, Norden 2944. Tätlich 8 Uhr Die Ratten Regle: Heinz Hllp«rt Sätlie Dorsch, Engen ElSpfer, Ott« Wernlckt Stoffe fOr Leib- und Bettwäsche, Kleider- u. Seidenstoffe aller Art zu«norm billigen Preisen Verkaufszeit 8—5 Uhr. Sonnabends 8—3 Uhr Mechanische Feinweberei Adlershof A.-G. • GeqenUbsr Stadtbahn. Femsor.■ Mlintol 137. 23!, 746 Stadt. Oper Charlottenbure Fraunhofer 0231 Freitag, 14. Okt. 20 Uhr Turnus IV OieEntführung aus dem Serail Berger, Pfahl, Ludwig, AndrOsen, Gombert,Outtmann Dirigent: Paul Breisach. I-Theater im», lAdmiraispaiastl I Täglich 8% Uhr I Gitta A l p a r in Kzthnrlna I fleiropoi-Tiieaier " Täglich 8'/, Uhr" Srifji Kleines Theat. Merkur 1524 Unter den Linden 44. Täglich SVi Uhr heute zum 175. Male der Sensationseriolgl Ganoven« ehre I Massary I in I 1 Eine Frau, die«elll, I | was sie will! Inserate im ül Vorworts jichern krfolgs 3z 3z 3z vetillovz Bonte Böhne Kottbosser Straße 6 früher„Elite- Singer" Ladie M geiDoii! Tal. 8 Ubr, Seilt. mAn. 3Vi Preise von SO Pf. an Rose-Theater droit fmktirer Stnle 137 Id. Wildisil E 7 3422 8.15 Uhr Der Hauptmann von Köpenick namen-immei zu ganz niedrigen Preisen ManaiirerCiguna spez. für starke Damen Paul Linen. Damen-MSatei-Faiirik u Hdlg., Nenköl n. Ren'erstr. 63 Stettiner Sänger Reichsballen-Theater (Dönhoffplatz) f Dir. MefMl. Dir. Meysel. Tägl 8.15 Uhr, Sonntags 3J0Uhr(ermäßigte Pr.i Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanxt" »".uhr CUSIflO- THEATER � Lothringer Strebe 37. IIHIMIt IIIIII III III IIIIIMIIMIIII IUI llllllllllillillllMItlllMIIIMtTIMIIIII Aach Sonntagt nachn». 4 Uhr: Hnmorl Stimmungl Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg als Tante Julchen. Gutschein lür die Leser 1— 4 Personen FauL 0.75 M.. Sessel I 25 M., Park. 0.50 M oVaecoax Ißtpitqer Xx.XllMl WALLNER-THEATER Tägiidi 6.15„Mitschuldigen" „Satyros" von Goethe— Musik: Mozart Preise 0.50 bis 3,- M.— Sonnt 5 u. 8,15 Uhr Vorverkauf täglich ab in Uhr Schiller Groimansir. 70/71 SteinpL(C 1) 6715 Heute 8�4 Uhr Erstaufführung Robert und Bertram Posse mit Gesang und Tanz Alfrsd Braun. Friti Blndi, Seiita Sörelaad Ganz seltene EeleBeiiliell! ca 120 Herren-Anzüge 12.-, 18», 25.-, 58.» M. ca. 180 Winter-Ulster und Paletots 18.». 20,-, 28.». 88.» M. ca. 100 Knaben-Anzüge und Ulster 8.». 8.-. 12.-. 16.» M. Das gibt's nie wieder! Der weiteste Wee lohnt sich.— Fahrgeld wird Käufer vergütet. ■ W| HerrenbekleldDcgikatifham -Ca" A f v aV«a« Frankfurter Allee®5 direkt Ring- und U-Bahnhof Frankfurter Allee.