Abend- Ausgabe Nr. 490 B237 49. Jahrg. Rebaklion und Verlag- Berlin 5 XV 68, Linbenstr. 3 Fernsprecher,vort auf den Brief Lobes Zu dem Offenen Brief Paul Cöbes an hindenburg. der gestern im„Vorwärts" verösfentlichl wurde, hört man aus dem Regierungslager, daß der Reichspräsident Offene Briese nicht beantworte, aber möglicherweise werde v. Papen in seiner Rede vor den Handwerlskammern am 24. d. RI. in Berlin daraus eingehen. Leipzig, 17. Oktober. Nach zweitägiger Unterbrechung wurde am Montag der Verfassungsstreit zwischen den Ländern Preußen, Bayern, Baden einerseits und dem Deutschen Reich vor dem Staats- g e r i ch t s h o f in Leipzig fortgesetzt. Die führenden Mitglieder der Prozeßdeiega- tionen hatten sich bereits am Sonntag wieder nach Leipzig begeben, um Gelegenheit zu haben, sich noch vorher mit den Staatsrechtlern ins Be- nehme» zu setzen. An der Zusammensetzung der Delegationen hat sich nichts geändert. Auf den Plätzen der preußischen Vertreter bemerkt man allerdings nicht mehr den Heidelberger Staats- rechtler Professor Dr. Anschütz und auch nicht den anderen Sachverständigen Professor Dr. Giese, die bereits wieder an ihre akademischen Arbeitsplätze zurückgekehrt sind. Vermutet man doch, daß heute in Leipzig der letzte Verhandlungstag sein wird. Als Reichsgerichtspräsident Dr. B u m k e we- »ige Minuten nach 10!!- Uhr die Verhandlungen wieder aufnimmt, war die Frage noch nicht ent- schieden, ob in der Tat die eigentliche VerHand- lungsarbeit heute abgeschlossen werden kann. Der Vorfitzende selbst äußerte sich hierüber nicht. Wenn die ovtimistische Auffassung sich erfüllt, daß heute das Verhandlungsende erreicht wird, dann darf man den Donnerstag als den Spruchtag er- warten, anderenfalls den Freitag dieser Woche. Gleich nach Verhandlungsbeginn erhielt Mi- nisterialdirektor Dr. Brecht für Preußen das Wort zu seinem abschließenden Schlußbericht. Ministerialdirektor Dr. Brecht gab folgende Er- klärung ab: Das Ergebnis der Verhandlungen läßt sich in dem einen Satze zusammenfassen, daß Art. 48 Absatz I(Pflichtverletzung Preußens) nicht an- wendbar war, daß dagegen Absatz II(Störung der öffentlichen Ordnung) anwendbar war, aber nicht so, wie er angewandt worden ist. Der Schwerpunkt unseres Kampfes richtet sich gegen die Anwendung des Absatz I. Sieben Vorwürfe hat die Reichsregierung gegen Preußen erhoben. In allen Fällen stellen sich die Tatsachen anders dar, als sie die Reichs- reqierung angenommen hat. Daher scheiden sämt- liche sieben Vorwürfe aus. Aber auch wenn die Tatsachen so wären, wie die Reichsregierung sie darstellt, lag keine Pflichtverletzung im Sinne des Absatz I vor, und zwar aus drei Gründen: weil es sich um keine rechtliche Pflicht, sondern um politische Ermessensfragen handelte, weil es sich um keine Pflicht gegenüber dem Reiche, sondern, wenn überhaupt, um interne Pflichten handelt, und weil nicht, wie Art, 48 I voraussetzt, „das L a n d" selbst Pflichtverletzter war, d. h, höchste Organe im Amt, nicht aber nachgeordnete Beamte der Minister außerhalb des Amts. Selbst wenn es sich um pflichlverlehungen im Sinne des Absah I gehandelt hätte, hätte eine vorherige Rlitteilung und eine Art Ultimatum zur eigenen Abstellung vorausgehen müssen. Das ist nicht geschehen. Wegen dieses wesentlichen Verfahrenmangels, wie es Anschütz genannt hat, scheiden nochmals sämtliche Vorwürfe aus. Absatz I war also nicht anwendbar. Wäre er anwendbar gewesen, so hätte er nicht so ange- wendet werden können. Denn wenn auch Absatz I vielleicht die sogenannte„Ersatzvornahme" vertret- barer Handlungen an Stelle des verpflichteten Or- gans vorsieht, so kann doch das Organ selbst, also die Landesregierung, nicht rechtlich abgesetzt wer- den. Auch darf aus Slbsatz I immer nur zur Erfüllung gerade der verletzten Pflichten angehalten werden, also nicht zu Handlungen auf ganz anderen Gebieten(Arbeiten unpolitischer Reisorts usw.). Die Landesorgane— Minister und Beamte— müssen zur Pflichterfüllung angehalten werden, nicht davon abgehalten werden. Das aber ist hier geschehen. Anders liegt es bei Art. 48, Ii. Absatz 2 kannte angewendet werden, denn lokal und temporär war an einigen Orlen die öffentliche Sicherheit und Ordnung gestört. Aber Absatz 2 konnte nicht so angewendet werden, wie es ge- fchehen ist. Zweck durfte nur die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und Sicherheit sein. Legale Kräfte sollen gegen illegale geschützt: nicht umgekehrt legale Kräfte illegal geopsert werden, um sie zu beruhigen. Daß dieser unzu- lässige Zweck entscheidend bestimmend war, hat die Vorgeschichte schlagend ergeben. Außerdem dursten nur die zur Wiederherstellung nötigen Maßnahmen getroffen werden. Diese Grenzen galten a u ch f ü r d e n K o m m i s s a r. Die lleberschreitung dieser Grenzen hat der Herr Reichskanzler in seinem Bries an den Landtagspräsidenlen ausdrücklich in Anspruch genommen. Sie ist offenkundig bei der recht- lichen Absetzung van Ministern und Beamten, offenkundig auch bei der tatsächlichen Verdrängung der Minister und Beamten von ihren nicht polizei- lichen Aufgaben, offenkundig ferner durch die Kon- Die Tomatenkommission Die KontineentieriiDgspolitik Papens stößt auf Qtzv härtesten Widerstand der Nachbarstaaten. „Nichts als Körbe?— Sofort muß die Einfuhr von Körben kontingentiert werden." zentration des Vorgehens auf alle SPD.-Beamte, offenkundig weiter durch Beschränkung der Maß- nahmen auf Preußen, offenkundig endlich infolge der Erklärung der Reichsregierung, daß sie die Ver- ordnung erst aufheben will, nach Neubildung der Preußenregierung. Außerdem hat auch Absatz II absolute Grenzen der zulässigen Mittel. Danach sind stets unzulässig die rechtliche Amts- enthebung von Ministern, die rechtliche Zur-Dis- position-Stellung von Beamten, Eingriffe in den Reichsrat usw. Liest man heute die Rundfunk- rede des Reichskanzlers vom 20. Juli, so wirkt sie wie eine Satire auf seine eigene spätere Situation; denn er wirst der preußischen Regierung unter Ausrechnung der Prozentsätze ihre unzureichende parlamentarische Basis vor, und er wirft ihr vor, daß sie der NDSAP. nicht als Minderheit die „gleiche Chance" zu regiere» gebe wie sich selbst. Des Reichskanzlers Prozentsatz an parlamentari- scher Gefolgschaft ist erheblich geringer, und seit dem 13. August hat er der NSDAP, ebenfalls die „gleiche Chance" abgelehnt. Der 5iauptvorwurs des Reichskanzlers ist das angeblich einseitige Verhalten der preußischen Re- gierung gegen die NSDAP. Während der Epi- sode der Einigung von Papen-Hitler, vom I.Juni bis 13. August, hat die Reichsregierung von scharfen polizeilichen und strafrechtlichen Mitteln gegen Ausschreitungen der NSDAP, absehen wollen. Nachher hat sie diesen Standpunkt ver- lassen müssen. Dr. Brecht oerliest die Verbote der NSDAP.-Versammlungen im Sportpalast in Berlin, ferner aller ihrer Versammlungen in Düsseldorf, aller ihrer Zeitungen im Rheinland. „Ganz wie S e v e r i n g" schreibe darüber der „Völkische Beobachter". Die preußische Regierung, so fährt Dr. Brecht fort, hat sich gegenüber der Reichsregierung im Juni und Juli amtlich äußer st loyal ver- halten. Sie lehnte jedes Ansinnen ab, in ihren Amtshandlungen die Reichsregicrung zu be- kämpfen. Das fei Sache der Wahlen. Minister- Präsident Braun hatte 1925 bei der Reichspräsi- dentenwahl im ersten Wahlgang acht Millionen Stimmen erhalten. Im April 1932 führte er diese Stimmen unter dem wütenden Widerspruch der KPD. hindenburg zu. Dr. Brecht verliest Brauns Aufruf für hindenburg und fragt: War das Abhängigkeit von der KPD.? Bei Verabschiedung des Reichshaushalts im Juni machte die preußische Regierung der Reichsregie- rung keine Schwierigkeiten. Sie schwieg auf Wunsch mit Rücksicht auf Genf über den Reichs- wehrhaushalt im Plenum und sogar im Ausschuß. War das illoyal? Fronde? War das Abhängigkeit von den Kommunisten? Hab«» wir nicht Grund zu großer Sorge um die verfassungsmäßige Fortentwicklung in Deutschland? Zweimal hat die Reichsregierung den Reichstag aufgelöst, um Piißtrauensvoten zu ver- meiden. Sie war von vornherein entschlossen, den Reichstag durch Auflösung daran zu verhin- der», die Aufhebung der Verordnung zu verlangen. Damit griff die Reichsregierung in das Funda- ment des Art. 48. Im Reichstag fand eine Durch- suchung ohne Erlaubnis des Reichstagspräsidenten statt. Die„Berliner Volkszeitung" wurde wegen eines Aufsatzes von Prof. N a w i a s k y verboten. Die Reichsregierung erschien trotz Ladung nicht im Reichstags-Ausschuß für auswärtige Angelegen- Helten. Gegen Preußen ergriff sie nicht vor- übergehende, sondern Dauer maß nah- m e n. Die preußischen Minister haben ernstlich den Wunsch nach schneller Bildung einer neuen parlamentarischen Regierung. Di« Reichsregierung habe gegen die Koalition von Zentrum und NSDAP. Stellung genommen. Es bleibt»ach un- serer Ansicht nichts anderes übrig, als die Ver- ordnung vom 2 0. Juli aufzuheben, wenn nötig,«ine andere an die Stelle zu setzen, z. B. einen Reichskommissar für Polizei für Nord- deutschland oder äußerstenfalls eine vorübergehende 1$ äldcdifteM' ÜMtUeu! Noch heute von 1 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends SUUed euee MaUieeM Uebertragung der vollziehenden Gewalt zu be- stimmtem verfassungsmäßigen Zweck. Die Aufhebung hat keineswegs chaotische Folgen. Sie hätte sowieso erfolgen müssen, wenn der Reichstag zum Beschluß gekommen wäre. Für die Vergangenheit bleibt fast alles gültig. Nichtig ist in der Vergangenheit nur die rechtliche Ab- seßung der Minister und Beamten; das Auftreten für Preußen im Reichsrat, das praktisch aller- dings belanglos ist wegen der Vertagung des Reichsrats und die endgültigen Neuernennungen durch das Staatsministerium. Die Ehre Preußens muß von dem unerträglichen Vorwurf der Pflichlverlehung gegen das Reich befreit werden. Es war die deutsche M i s f i o n P r e u ß e n s, das Reich zu gründen und zur Klammer von Ost nach West zu werden. Preußens Aufgehen im Reiche sollte die Krönung dieser deut- schen Mission Preußens werden. Preußen darf jetzt nicht mit schweren Vorwürfen belastet im Reiche untergehen. Die Reichsreform muß von diesem Geburtsfehler befreit wer- den. Der Prozeß muß das Gute haben, daß er neuen Auftrieb zur Reichsreform gibt. Wenn aber die Diffamierung der preußischen Minister nicht beseitigt wird, so könnte der Zu- stand eintreten, daß auch wir einmal, wenn wir in diese Lage kommen, Minister absetzen. Nach Aufhebung der Verordnung vom 20. Juni jedoch würde sich eine freiwillige Zusammenarbeit mit dem Reichskanzler bzw. mit dem Reichskommissar in dem erstrebten engeren Sinne sehr leicht er- geben. An der Personenfrage würde diese Zu- sammenarbeit auf preußischer Seite nicht scheitern. Blutige Auruhen in Wien �usammenstöüe �wisckea Arbeitern und Nazis— 3 Tote, 8 Schwerverletzte Vapen redet viel Vnd sagt nichts Herr von P a p e n hat gestern in Paderborn und Dortmund Reden gehalten. In Paderborn kam er wieder, ähnlich wie in München, auf die Verfassungsreform zu sprechen. Cr erklärte, daß wir schon in„anormalen Verhältnissen" lebten und eine Rückkehr unmöglich sei. Die regie- rungsfreundliche Presse wird daraus wieder die Ankündigung eines Staatsstreichs herauslesen, und die oppositionelle Presse wird wieder verboten, wenn sie dieselbe Meinung äußert. In Dortmund feierte der Bergassessor Stein den Reichskanzler als den Gönner der Privatwirt- schaft, gab aber der Sorge über die K o n t i n- gentpolitik Ausdruck. Der Reichskanzler ging in seiner Antwort auf die Kontingentspolitik nicht ein. Sehr erbost zeigte sich Herr von Papen über die Präsides der katholischen Arbeitervereine, die ihm in einem Brief einige milde Wahrheiten gesagt hatte. Er versicherte, gerade sein katholi- sches Gewissen habe ihn verpflichtet, die Ge- schäfte der Staatsregierung zu übernehmen...! Wo blieb der Brief? Groener und Wilhelm jr, Köln, 17. Oktober. Der frühere Reichswehrminister Groener hat am Sonnabend zu dem von der„Rheinischen Zeitung" veröffentlichten Brief des Exkron- Prinzen an ihn erklärt, daß dieser Brief nie- mals in seinen Besitz gelangt sei. Dazu bemerkt heute die„Rheinische Zeitung": „Das Groener-Dementi wundert uns sehr. Der Brief wuroe abgesandt. Er kann u n- möglich auf dem kurzen Weg von Potsdam nach Berlin verloren- gegangen sein. Es sollte uns sehr über- raschen, wenn außer uns nicht noch einige Per- fönen von diesem Brief Kenntnis erhalten haben sollten. Und Herr Groener selbst sollte den Brief nicht gelesen haben? Das Schreiben beginnt mtt der Anrede:„Lieber Herr General!" Es ichließt mit den Worten: „Wo es von jeher mein Bestreben gewesen ist, persönlich ein Vertrauensverhält- n i s zwischen Reichswehrministerium und den nationalen Verbänden— speziell auch der NSDAP.— herzustellen, werben Eure Exzellenz verstehen, wie schmerzvoll dieser Schritt, zu dem Sie Ihren Namen gegeben haben, berühren muß. Indem ich hoffe, daß Eure Exzellenz die Offenheit, mit der ich Ihnen geschrieben habe, richtig verstehen wird, ver- bleibe ich mit herzlichsten Grüßen Ihr gez. Wilhelm." Kein Dementi schafft diesen Brief aus der Welt, aber auch kein Dementi wird uns verleiten, zur Zeit die wirklich entscheidenden Teile des Briefes zu veröffentlichen. Wir erneuern unsere Aufforderung an den Herrn R e i ch s p r ä s i- d e n t e n und an den Herrn Reichskanzler, dafür zu sorgen, daß die politisch« Ahnungslosig- keit dieses Hohenzollern nicht unermeßlichen Schaden für Land und Volk anrichtet." Eigener Bericht des„Vorwärts" Wien. 17. Oktober. 3m Stadtbezirk Simmering kam es in der Rühe eines Arbelterheims zu blutigen Aus- einanderse Hungen zwischen Anhängern der Nationalsozialistischen Partei und Sozialdemo- kraten. Drei Personen, darunter ein Po- lizeibeamter und zwei Nationalsozialisten, wurden gelötet und etwa ZU zum Teil lebensgefährlich, zum Teil leichter verletzt. Die Nationalsozialisten halten im Stadtbezirk Simmering eine Versammlung angesagt. Als vor Beginn der Versammlung uniformierte SA.- Deute das heim passierten, kam es zu lärmenden Kundgebungen und Schlägereim mit Znsassen des Heims. Bald sielen auch zahlreiche Schüsse. Zu- nächst sank ein Polizeibeamter, der die National- sozialistm begleitete, durch einen Schuh in die Stirn gelrosfen, tödlich nieder. Alles spielte sich in wenigen Minuten ab. Die Polizei entsandte, als ihr die Vorgänge be- kannt wurden, sofort ein größeres Polizeiaufgebot. das zahlreiche Verhaftungen und in dem Stadtbezirk Simmering mehrere Haus- suchungen vornahm. Die Polizei läßt ver- lautbaren, daß die Zahl der Verhafteten etwa 100 beträgt, außer den Toten etwa acht Schwer- verletzte und 20 Leichtverletzte zu verzeichnm sind und im verlaus der Haussuchungen außer 7 5(Bewe fiten, 13 Pistolm auch acht Ma- schlnmgewehrgurte und ein Rucksack mit Revolvern sichergestellt wurden. Die Schuld der Nazis Wien. 17. Oktober. lieber den Zusammenstoß zwischen National- sozialisten und Arbeitern in Simmering wird noch gemeldet: Die Nationalsozialisten drangen in die Drischützgasse, in der das Arbeiterheim liegt, ein. Diese Gasse liegt ganz abseits von dem Demonstrationsaufzug der Nationalsozialisten. Die Polizei hätte den ganzen Vorfall verhindern können, sie hätte mit höchstens zehn Mann die Drischützgasse abriegeln können. Sie hat die Nazis aber ungehindert vor das Arbeiterheim ziehen lasien. Hier haben die Nazis zuerst auf das Arbeiterheim geschossen. Das Feuer wurde dann von den Insassen des Heims erwidert. Tfr Simmering, der Wiener Bezirk, der im Süd- osten der Stadt liegt, ist ein ausgesprochen proletarischer Vorort. Lin Aufruf des Parteivorstandes Wim, 16. Oktober. Der sozialdemokratische Parteivorstand erläßt zu den blutigen Vorfällen, die sich in Sem- mering abgespielt haben, einen Ausruf, in dem es u. a. heißt:„So unzweifelhaft die Schuld der Nazis und so schwer die Mitschuld der Polizei sei, so hätten andererseits bei diesen blutigen Er- eignissen auch Provokateur« die Hand im Spiel." Weiter wird gesagt, die österreichische Ar- beiterschaft habe schon ganz ander« Gegner besiegt als die Nationalsozialisten. In den deutschen Groß- städten hätten die Provokationen der Nazis zu täglichen blutigen Ereignissen geführt. Man werde das nicht nach Wien oerschleppen lassen. Nachspiel an den Hochschulen Wim, 17. Oktober. An der Universität und an der technischen Hochschule kam es heute vormittag aus Anlaß der gestrigen Vorfälle in Simmering zu Schläge- reien zwischen nationalsozialistischen Studenten und politischen Gegnern. Soweit bisher bekannt wird, wurden an der Universität acht Personen leicht verletzt, an der Technischen Hochschule 15 Per- sonen, darunter eine schwer. Beide Hochschulen wurden durch Verfügung der Rektorate sofort g e- sperrt. Nazis prügeln Neichswehr Die„Aukbauwillixen" enthüllen sich Kriegsopserzeilung verboten. Der„Allgemeine Verband", die Monatszeitung des„Allgemeinen Verbandes der Kriegs- und Arbeitsopfer Deutsch- lands"(einer Absplitterung von dem kommu- nistischen Internationalen Bund), ist durch Ver- fügung des Berliner Polizeipräsidenten vom 16. Ok- tober 1S32 aufdieDauervonöMonaten verboten worden. Die Verbotsgründe dürfen nicht angegebm werden. Eigener Bericht des„Vorwärts" Zürstenwalde, 17. Oktober. Nach einem„tmlschm Abend" der Nazis in Setschendorf kam es im Garten ihres Stamm- lokals, Cafö Spreemühle, in der Nacht zum Sonntag zu einer schweren Holzerei. Mt Gartenstühlen und anderen Gegenständen schlugen sie auseinander ein. Es gab einige verletzte. darunter den Führer der Selschendorfer SA. Die rauflustigen Brüder griffen dann im Garten des Lokals einen Unteroffizier des Reiterregiments 0 an. Zwei zufällig vor- übergehende Reichswehrangehörige wollten ihrem bedrängten Sameraden zur Hilfe eilen. Der Gefreite Rlewes wurde dabei von den Nazis mit einer Stahlrute zu Boden geschlagen und ihm Säbel und Rlütze entrissen. Schließlich mußten die Reichswehrsoldaten vor der Naziübermocht flüchten. Sie wurden von der Bleute verfolgt und mit Fußtritten traktiert. Säbel und Mühe konnten später wieder gefunden und dem Gefreiten zugestellt werden. GtrahenschlaGt Schießerei in Dortmund— Zwei Tote Eigener Bericht des„Vorwärts" Tortmund, 17. Oktober. Am Sonntagvormittag kam es in dem nördlichen Stadtteil Dortmunds zu schweren Zusammenstößen zwischen Natio- nalsozialisten und Kommunisten. Zwei Personen, ein Nationalsozialist und eine an den Vorgängen unbeteiligte Frau. die vom Fenster ihrer Wohnung aus den Zusammenstößen zusah, wurden ge- tötet. Außerdem blieben auf dem Kampfplatz elf Verletzte. In der Gegend um das Eisen- und Stahlwerk Hoesch hatten sich am Sonntagvormittag National- sozialisten zum Zwecke der Flugblattverteilung versammelt. In der Nähe sollte um elf Uhr vor- mittags in einem Kino ein Kulturfilm aufgeführt werden. Lange vor Oeffnung des Theaters war dessen Eingang von einer dichten Menschenmenge, darunter zahlreiche Kommunisten besetzt. Als dann zwei bisher unbekannte Täter mehrere Schüsie abgaben, durch die zwei SA.-Leute schwer verletzt wurden, versammelten sich auf Grund kommunistischer Alarmsignale immer größere Menschenmengen, die der stark eingesetzten Polizei Widerstand entgegensetzten. Die Beamten wurden mit Steinen beworfen und aus den Häusern be- schössen. Sie erwiderten das Feuer. Von den acht Schwerverletzten sind bald nach dem Vorfall zwei gestorben. Die während der Zusammenstöße getötete aber an sich unbeteiligte Frau hat dem Befehl der Polizei„Fenster schließen", bevor ge- schössen wurde, nicht Folge geleistet und wurde so ein Opfer ihrer Unachtsamkeit. Den ganzen Tag über herrschte in Dortmund noch starke Unruhe. Weitere Tätlichkeiten waren jedoch nicht zu verzeichnen. Ein Toter in Leipzig Leipzig, 17. Oktober. In der Kirchstraße im Norden der Stadt kam es am Sonntagabend zwischen Gästen eines dort befindlichen Arbeiterheims und Nationalsozialisten zu schweren Zu- sammenstößen. Hierzu teilt das Polizeipräsidium Leipzig mit: Bei den Zusammenstößen wurden fünf National- sozialisten verletzt. Im Krankenhaus ist der 24 Jahre alte Nationalsozialist Alfred Kindler einem Lungenschuß erlegen. Vier der Tat verdächtige Personen wurden festgenommen und dem Polizei- Präsidium zugeführt Gtraßenschlacht in Moabit Kommunist niedergeschossen Die Oldenburger Straße in Moabit war in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag der Schauplatz einer Straßenschlacht zwischen Natio- nalsozialisten und Kommunisten. Ein 22jähriger Kommunist wurde durch einen Kops- schuß niedergestreckt und schwer verletzt. Kurz nach Mitternacht stieß ein nationalsozia- listischer, 15 Mann starker Trupp auf 9 Kommu- nisten, die von einem Diskussionsabend kamen. Die Hakenkreuzler schlugen ohne jeden Anlaß auf die linksradikalen Gegner ein und im Augenblick war eine tolle Straßenschlacht im Gange. Mit Schlaginstrumenten hieben die feindlichen Gruppen aufeinander ein. Ein Hakenkreuzler zog eine Pistole und seuerte mehrere Schüsse ab. Ein junger Kommunist wurde von einer Kugel in den Kopf getroffen: er brach bewußtlos zusammen. Einem Nationalsozialisten wurde durch einen Schlag das Nasenbein zertrümmert. Außerdem erlitten fünf an der Schlägerei Beteiligte leichtere Wunden. Von der Polizei wurden die beiden Schwerverletzten ins Moabiter Krankenhaus ge- bracht. 14 Mann wurden sestgenommen und der Politischen Polizei übergeben. In der Schönhauser Allee wurden mehrer« Sozialdemokraten von nationalsozia- listischen Wegelagerern überfallen. Es kam zu einer Schlägerei, in deren Verlauf einer der An- gegriffenen durch Schläge mit einem Koppelriemen schwere Kopfverletzungen davontrug. Von der Polizei wurden 6 Beteiligte festgenommen.— Schließlich wurden noch am Sonntagabend in der „Neuen Welt", wo der Kolonialbund eine Tagung abhielt, zwei SA.-Leute festgenommen. Senatwahlen in Frankreich Kleiner Gewinn der Linhen Paris, 17. Okiober. Die Neuwahlen zum Senal.die am Sonnlag in dreißig französischen Departements, in dem algerischen Deparlemenl Eonsianiine und in der Kolonie Martinique stattfanden, haben einen kleinen Linksruck zur Folge gehabt, der aber die Zusammenfehung des Senates nicht wesentlich verändern wird. Im ganzen waren III Mandate zu erneuern. die sich nach einer vom Innenministerium heraus- gegebenen Statistik wie folgt verteile«: Aeuherste Rechte... 4 früher 5(-— 1) Nationalisten.... 25„ 27(— 2) Gemäßigte Nationalisten..... 8„ 10(— 2) Unabhängige Radikale 13„ 15(— 2) Radikale(dem. Linke) 57., 48<-!- 9( Sozialisten..... 1„ 2(— 1) Parteilose..... 3„ 4(— 1) Diese Statistik ist, wie bemerkt werden muß, etwas optimistisch, denn eigentlich haben die Radi- kalen nur vier Sitze gewonnen. Die fünf übrigen Gewinne kommen eigentlich den unabhängigen Radikalen, das heißt dem mal mit rechts, mal mit links paktierenden Zentrum zu, das dann nicht zwei Sitze verloren, sondern drei gewonnen hätte. Das Innenministerium nimmt aber wahr- scheinlich an, daß sich die fünf fraglichen Sena- toren der radikalen Fraktion anschließen werden. Die Sozialisten Hütten mit Leichtigkeit im Norddepartement, wo u. o. Bracke kandidierte, zwei oder drei Sitze gewinnen können, wenn nicht die Kommunisten für alle drei Wahlgänge eine eigene Liste aufgestellt hätten. Unter den wiedergewählten Senatoren sind zu nennen: P o i n e a r e, Kriegsminister Paul Boncour, Ackerbauminister Gardey, der Vizepräsident des Senats Radier und der frühere Marineminister Dumont. Geschlagen wurde der frühere Minister Maraud, der bei den vorletzten Präsidentenwahlen nach der Niederlage Briands Kandidat der Linksparteien beim zweiten Wahl- gang war. Fünf Abgeordnete sind in den Senat gewählt worden, darunter der Schwerindustrielle Frangois de Wendel. Die Familie de Wendel ist nun durch zwei Mitglieder im Senat vertreten. Die neugewählten Senatoren treten ihr 21mt im Januar des nächsten Jahres an. Eisenbabnkatastropde Sieben Tote, zwanzig Verletzte Paris, 17. Oktober. Auf dem Bahnhof Cerence in der Normandie hat sich am Tonntagnachmittag ein schweres Eisenbahnunglück ereignet. Ein Personenzug stieß bei der Ein- sahrt in den Bahnhof mit einem dort rangierenden Güterzug zusammen. Da der Personenzug ziemlich große Geschwin- digkeit hatte, erfolgte der Zusammenstoß mit großer Heftigkeit. Die ersten Wagen des Personenzuges wurden vollkommen zertrümmert. Aus den Trümmern wur» den siebenTote und etwa T ch w e r- u n d L e ich t v er 1 e h t e geborgen. Einer der Schwerverletzten ist im Krankenhaus gestorben. Die Lokomotivführer und Heizer beider Züge befinden sich unter den Verletzten. Nach den bisherigen Fest- stellungen trägt der Bahnhofsvorsteher von Ctrence die Schuld an dem Unglück. Er hat trotz des fälligen Personenzuges den Güterzug auf dem Turchfahrtsgleis rangieren lassen. Düsseldors. 17. Oktober. Ein schweres Unglück ereignet« sich an der deutsch-holländisch n Grenze bei dem Orte Hommersum. Ein mit mehreren Personen besetzter Kraftwagen aus Goch wurde an einem unbewachten Bahnübergang von einem aus Gennep(Holland) kommenden Güterzug er- faßt, überfahren und mitgeschleift. Der Kraft- Wagenführer, der das Warnungssignal überhört hatte, sowie ein zehnjähriger Knabe und ein acht- jähriges Mädchen wurden schwer verletzt. Das Mädchen ist kurz darauf seinen Verletzungen erlegen. Die sozialdemokratischen Mitglieder des Stockholmer Stadtrates haben beschlossen, sich an den Hochzeitsfeierlichkeiten des Prinzen Gustav Adolf und seiner Familie, die in dieser Woche nach der Rückkchr aus Coburg in Stockholm vor sich gehen sollen, nicht zu beteiligen. Der Prinz hat an dem kürzlich in Berlin veranstalteten Stahlhelmrummel teilgenommen. Richard Skowronnek gestorben. Richard Skow- ronnek ist in der Nacht zum Montag auf Gut Höckenberg, Kreis Regenwalde(Hinterpommern), wo er seit etwa einem Jahrzehnt wohnte, im Alter von 76 Iahren am Herzschlag verschieden. Früher Dramatiker und ein häufig gespielter Autor, hatte er sich im Kriege mit dem Zyklus, den der Roman„Sturmzeichen" eröffnet, ganz der Erzählung zugewandt. Zu'etzt waren die Be- Ziehungen von Stadt und Land im deutschen Norden der Nachkriegszeit das Thema, das er be- handelte. In Schuyken(Ostpreußen) war Richard Skowronnek als Sohn eines Försters geboren. In jungen Iahren war er in Frankfurt a. M. und Berlin Journalist. Eiserne Front aus der Wacht Der kukrerappell im Clou CU Eiserne Jtonf hielt am Sonntagvor- mittag einen Aührerappell ab. Schon lange vor VulO Uhr füllte sich der große Saal im Clou in der Manerstraße mit den Aunklionären der Berliner Eisernen Front. Die Rednertribüne war mit rotem Tuch geschmückt, zur Rechten wehte das schwarzrotgoldene Banner der Republik, zur Linken die rote Freiheitsfahne mit den drei Pfeilen. Die Bannerträger der Zugend marschierten mit ihren Sturmfahnen ein. Den Führerappel eröffnete Xsr! Litke; „Sie Freiheit ist in Fesseln geschlagen, der Volks- wille wird unterdrückt, Muckertum und Reaktion triumphieren, das„Heilig« Recht" ist proklamiert. Der Herrenklub will die Gewerkschaften und die Arbeiterklasse überhaupt mundtot machen. Die Justiz wirft Reichsbannerkameraden, Gewerk- fchaftler und Sozialdemokraten in ihre Kerker, ob- wohl sie zumeist ohne Schuld sind. sPfui-Ruse.) Laut bekunden wir unsere Solidarität mit den Genossen, hinter denen sich die Türen der Kerker geschlossen haben.(Stürmische Zustimmung.) Wir werden nicht ruhen und rasten, bis sie wieder frei sind.(Neue anhaltende Zustimmung.) Der Herrenklub will uns zu Knechten machen, wir aber wollen keine Knechte, wir werden die Herren der kommenden Welt sein. In dieser Stunde tagt im Gewerk- schastshaus die Generalnersammlung unseres Ver- liner Reichsbanners. Wir übermitteln ihr in Kampfgemeinschaft und Solidarität unsere Grüße. Wichtigste Rechte der Arbeiterklasse ssnd angetastet, Lohn- und Taristecht sollen genommen werden. Das Kabinett von Papen regiert mehrere Monate ohne Reichstag, um agrarische und großindustrielle Interessen besser wahrnehmen zu können. Wir tragen den Kampf um die Demokratie in die Massen,, den Kampf gegen Kapitalis- mus für Sozialismus, gegen Ver- sklavung für Freiheit!"(Stürmischer Beifall.) Lebhaft begrüßt nahm sodann .Anton Reißner das Wort. Mit aller Schärfe muß man sich gegen die Not- verordnungspolitk der Reichsregierung wenden, die bei der gesamten deutschen Arbeitnehmerschaft die hellste Empörung und den erbittertsten Wider- stand ausgelöst hat. Aus der Beitragsmarken- statistik der Invalidenversicherung für das erste Halbjahr 19Z2 geht hervor, daß 61 Proz. der noch beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen nur noch Einmütigkeit und Kampfeswille drückten der gestrigen Gaugeneralver- s a m m l u n g des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold, Gau Verlin-Brandenburg, ihren Stempel auf. Die Arbeitstagung nahm einen außerordentlich eindrucksvollen verlaus. Der neugewählte Vorsitzende Arlur Reidhardt erössnete d'e Versammlung im großen Saal des Gewertschasts- Hauses, der mit schwarzrotgoldenen Fahnen reich geschmückt war, und von dessen Vorderseite die Büste des ersten deutschen Reichspräsidenten grüßte. Das wichtigste Ergebnis der Generalversammlung war die Neuwahl des Gau- Vorstandes, die folgendes Ergebnis hatte: l. Vorsitzender Arlur Neidhardt: 2. Vorsitzender Dr. Willi N o w a ck: 1. Kassierer Land- tagsabgeordneter Mar F e ch n e r: 2. Kassierer Karl holze; Schriftführer Hans Fest. Zu Besitzern wurden berufen: Paul Liebeck. Ernst Earlbergh, Franz Künstler. Willi Neß- ler, Wilhelm R ö s l e r, Mar w ö l s e l, Emil Stahl, Otto F o u r m o n t. Max Lehmann. Paul Rohde und Zockel Meier. Die Verhandlungen wurden durch groß an- gelegte politische Referate des Vertreters des Bundesvorstandes, Reichstageabgeordneten F e r l, und des stellvertretenden Gauoorsitzenden Dr. N o- wo ck eingeleitet. In beiden Reden wurde nach einem kurzen Rückblick der Weg des Reichs- banners für die nächste Zukunft aufgezeigt und unter dem Beifall der Delegierten eine neue welle der Aktivität angekündigt. Den Hauptbericht über die Arbeit des Gaues gab der Vorsitzende Artur Neid- Hardt. Dem zurückgetretenen Vorsitzenden, Reich-tagsabgeordneten Stelling, übermittelte die Versammlung telegraphische Gruß« der Ver- bundenheit und des Dankes für die im Reichs- banner geleistete wertvolle Arbeit. In ver Aussprache nahm auch mehrfach der Vorsitzende der Berliner Sozialdemokratie Franz Künstler, das Wort. Unter dem stür- mischen Beifall aller Delegierten erklärte er als Antwort auf lügenhafte Zeitungsbericht«: »Das Reichsbanner Ist ein Faktor der großen republikanischen Beweg'.'nz, ein w'chtioer Aktivposten der Schicksal-gemeinschast aller Freiheitskämpser, und niemand kann uns voneinander trennen!" Wochenverdienste von weniger als 24 Mark er- zielen. Allein diese Feststellung beweist, wie be- rechtigt der Abwehrkamps der Arbeiterschaft gegen den am 4. und 5. September notverordneten Lohn- druck ist. Der von den Gewerkschasten unterstützte Wider st and der Arbeiterschaft gegen den neuen Lohnabbau hat auch im Unter- nehmerlager Erregung ausgelöst, aber nicht etwa gegen die Reichsregierung, die mit ihrer Notver- ordnung die Kämpfe herausgefordert hat, sondern gegen die Gewerkschaften, die die Existenzgrundlage ihrer Mitglieder verteidigen. So erklärte zum Beispiel vor einigen Tagen die schwerindustrielle „Deutsche Bergwerks-Zeitung", den Gewerkschaften müsse klargemacht werden, wo die Grenzen ihrer Macht liegen. In anderen Scharsmacherblättern wird von der Regierung ein Streikverbot oder gar ein Verbot der Gewerlschaslen verlangt. Es wird auch mit dem Gedanken gespielt, die Ge- werkschasten zu staatlichen Institutionen, zu Or- ganen der Reichsregierung zu machen.(Zu- rufe: Unerhört, wir leben doch nicht in Ztalien!) Es ist auch kein Zufall, daß sich zu der Reaktion auf wirtschaftlichem Gebiete auch die politische Reaktion gesellt, denn beide bedingen einander. Die politische Reaktion hält den Zeitpunkt für ge- kommen, wo sie es nicht mehr nötig hat, sich zu maskieren. Mit dem Staatsstreich vom 20. Juli hat sie ihre Maske abgeworfen. Wir haben eine reaktionäre Reichsregierung, die sich selbst allerlei Bezeichnungen zugelegt hat. Diese Regierung, namentlich aber ihr Kanzler, redet auch sehr häusig, beinahe wieder soviel wie Wilhelm II. Herr von Papen benutzt jedes Forum, um sich an die deutsche und die Weltöffentlichkeit zu wenden. In seiner jüngsten Rede in München hat Herr Papen davon gesprochen, daß die Reichsregierung jetzt den Bau des Reiches neu gestalten wolle. Dieses umgebaute Reich wird ganz bestimmt kein Drittes Reich und auch kein Sowjetdeutschland sein. Was bei dem Umbau herauskommen wird, dürste nichts anderes sein als die Restaurationration der alten Mächte, der längst überwunden geglaubten Kräfte, vielleicht sogar der Monarchie. Die politische Re- aktion will mit der Demokratie und den Volks- rechten Schluß machen. Wenn heute ein harter Kampf um die Erhaltung der demo- kratifchen Institutionen geführt werden muh, dann nicht zuletzt deswegen, weil große Teile der Arbeiterschaft in der letzten Zeit diese Institutionen nicht geachtet, ja sogar verächtlich gemacht haben. Den Kämpfern der Eisernen Front erwächst in den Tagen bis zum 6. November die Aufgabe, das Volk mobil zu machen gegen die Offensive — Der neu Gauvorstand In der weiteren Diskussion fanden besonders die Ausführungen der Vertreter aus der Provinz stärkste Beachtung, in denen immer wieder ge- fordert wurde, die vom Reichsbanner systematisch betriebene Landagitation noch stärker zu fördern. Vorher hatte der erste Kassierer, Max Fechner, den eingehenden Kassenbericht gege- den, dem entnommen werden konnte, daß die finanzielle Lage des Gaues durchaus gesund ist. Dem Kassierer wurde einstimmig Entlastung ertellt. Bei den nachfolgenden Wahlen zum Gau- vorstand wurden die leitenden Männer des Berlin-Bmndenburger Reichebanners fast ein- mlltig stets nur gegen wenige Stimmen gewählt. Protest gegen die Sondergerichte Di« Debatte über die Auswirkungen der Sondergerichtsbarkeit fand ihren Nie- verschlag in der Annahme einer Resolution, in der es heißt: Schutzlos und fast rechtlos durch die Beschränkung der Verteidigung sind die Re- publikaner den Beschuldigungen nationalsozialisti- scher Provokateure und politischer Rowdys preis- gegeben. Gewissenlosigkeit und Lügenhaftigkeit von Zeugen, die olles daran setzen, politische Gegner ins Gefängnis und ins Zuchthaus zu bringen, erfordert eine sofortige Beseitigung der Sondergerichte. Schaffung eines ausreichenden Ermittlungsverfahrens und Wiedereinführung ordentlicher Gerichtsbarkeit. Es ist zu befürchten, daß eine Sondsrgerichtsbarkeit, die sich immer mehr von dem Rechtsempfinden des Volkes enlsernt, nicht den politischen Terror bekämpft. sondern mit Naturnotwendigke't zu gewaltsamen Erregungsausbrüchen führen wird. Wir fordern Recht und Gerechtigkeit, wir fordern die sofortige Wiedereinführung einer ordnungsmäßigen Rechtspflege durch Auf- Hebung der Sondergerichte. Die unter oem Abwehrwillen der Repu- blikaner gegen di« neuesten Vorstöße der Reak- tion stehende Gaugeneralversammlung fand ihren Abschluß mit der Annahme einer E n t s ch l i e- ß u n g, in der die Wähler ausgerufen werden, am 6. November unter dem schwarzrotgolide- nen Sturmbanner gegen die Feinde des Volkes zu marschieren. Dem im Zuchthaus L u ck a u eingekerkerten Kameraden Max Roth« wird sein Verteidiger die Treu grüße der Gau- generalversammlung überbringen. Regierung der Freiherren und Barone, gegen die Reaktion aller Schattierungen. Im deutschen Volk gibt es zwar eine Mehrheit gegen die jetzige Regierung, sie kann aber nicht wirk- sam werden, weil sie sich zersplittert in Parteien, die vielfach antiparlamentarisch und antidemo- kratisch sind. In erster Linie muß der Wahl- kämpf gegen die Nationalsozialisten geführt werden, die jetzt gern die Rolle einer Oppositionspartei übernehmen möchten, obwohl sie für diese Baronsregierung voll verantwortlich sind. Wir müssen uns aber auch gegen die Kommunisten wenden, die für die augenblicklichen Zustände mit verantworstich sind. Denn sie haben das umsonst gemacht, wofür die Nazis finanziert wurden. Die Angehörigen der Eisernen Front müssen also leider auch in diesem Wahlkamps einen Drei- srontenkrieg führen, und zwar gegen die P a p e n- Front, die Hitler-Front und die T h ä l- mann-Front. Genosse Reißner oerwies auf das Programm der Gewerkschaften, in dem der Umbau der Wirtschast gefordert wird, sowie auf die Gesetzesvorlagen, die von der fozialdemokrati- schen Reichstagsfraktion zur Durchjührung dieses Umbaues fornmlisrt worden sind. Man erklärt dieses Wirtschastsprogramm, das im wahrsten Sinne des Wortes wirtschaftsrevolutionär ist, für utopisch. Die Leute, die das behaupten, sehen nicht, daß eine neue Welt heranreift, die uns Sozialisten gehören muß.(Stürmischer Bei- fall.) Wenn selbst Herr von Papen der Aus- fassung ist, daß der Sozialismus unvermeidlich ist, wenn die Unternehmer von der letzten Ehance, die er chnen noch gegeben hat, nicht Gebrauch machen, dann dürfte die sozialistische Arbeiterschaft nicht weniger überzeugt sein von dem Siege des Sozialismus. Umkehr zu verfassungsmäßigen Zu- ständen und zur politischen Vernunft, diese Forde- rung setzen wir der„grundsätzlich neuen Staats- führung" der Hitler-Barone entgegen. Diese Um- kehr zu erzwingen, Freiheit und Demokratie zu retten und die Rechte der Arbeitnehmerschaft gegen die soziale Reaktion zu verteidigen, darum kämpfen wir in der Eisernen Front. Wir müssen vor und nach dem 6. November alle Kräfte dafür einsetzen, daß wir der Baronsregierung endlich nicht nur sagen können: bis hierher und nicht weiter, stm- dern: zurück, marsch, marsch!(Stürmischer Beifall.) In seinem Schlußwort wies Genosse Bredow vor allem auf die unerschütterliche Einigkeit hin, die alle Teile der Eisernen Front, Partei und Reichsbanner, Gewerkschaftler und Sportler, Alte und Junge beherrscht. Mit begeistertem Freihcits- Ruf wurde der Führerappell geschlossen. Oer �VerWnmd warnt Eine zeitgemäße Stimme Am 14. und 15, Oktober hielt der Deutsche Werkbund seine Jahresversammlung in Berlin ab. Was ihr die besondere Prägung gab, war die Abwehr der Tendenzen, die aus der wirt- schaftlichen Not der Zeit ein Recht zur Mißachtung der schöpferischen Werkbund-Jdeen herzuleiten glauben und leider auch in die maßgebenden Re- gierungskreise eingedrungen sind. Demgegenüber betont der DWB. mit besonderem Nachdruck seine Mission: die deutsche Volkswirtschaft mit dem Ge- danken der Qualitätsarbeit zu durchdrin- gen. Dieser Gedanke muß gerade in einer Zeit absinkender Konjunktur und internationalen Kampfes aller gegen alle ein Leitmotiv der beut- schen Wirtschaft sein, die nur durch Intensivierung der Veredelungsarbeit sich wird behaupten können. Leider geht der Kurs der gegenwärtigen Macht- Haber einen anderen Weg: die Bevorzugung der Autarkie, der Landwirtschaft, der Schwerindustrie und der„nationalen Belange" droht alle unsere Errungenschaften im Gefolge der Werkbund-Jdeen zu vernichten. Es ist darum notwendig und zeit- gemäß, wenn der Bund seine mahnende Stimme erhebt und auf die fruchtbare Arbeit hinweist, die er durch Verbreitung seiner ethisch-sozialen Ar- beitsgedanken, durch Zusammenfassung aller Gleichgesinnten und vor allem praktisch durch seine großartigen Ausstellungen in Deutschland(Stutt- gart 1927, Breslau 1929) und im Ausland (Monza, Paris 1939) geleistet hat, und man möchte wünschen, daß seine Stimme auf der Re- gierungsseite gehört werde. p-k-scb. K�alrafett in der Volksbühne Nach der Sommerpause hat die Volksbühne ihre Kabarettmatineen wieder aufgenommen, und wieder bestätigte ein bombenvolles Haus sein Ein» Verständnis mit diesen gelegentlichen, der Klein» kunst gewidmeten Vormittagen. Rudolf Klaus handhabte meisterlich das Schifserklavier. Die anklägerische Note, sonst an dieser Stelle ein Reservat Ernst Büschs, wurde diesmal von Ibur Pahlen vertreten: besonders aggressiv und visionenreich in einem aufwühlenden Song:„Der Mann im Beton". Urberlin kam zweimal zu Wort und Ton, durch Ilse T r a u tz- s ch i l d und durch die eigentliche Großmeisterin dieses Faches, die immer wieder wundervolle Cläre W a l d o f f. Max Ehrlich spielte eine seiner witzigen Wendriner-Typen in einem Sketsch „Die Friedenskonferenz". Der zweite Teil wurde ausschließlich von den Comedian-Harmonists bestritten. Sie be- währten eine große Kunst an einfachen, aber bis ins letzte durchgearbeiteten Objekten, an Volks- liedern und Schlagern. Ein helles Vergnügen, zu sehen und zu hören, wie hier mit kleinsten und deskretesten Mitteln, einem gelegentlichen tiefen Kehlton, einem kurzen Lacher, der Andeutung einer Grimasse, durch millimetersichere Placierung und genaueste Stärkeabmessung feinste Wirkungen erzielt wurden. Ein besonderes Lob dem aus- gezeichneten Mann am Flügel. Nicht recht be- friedigen konnte der(nicht mit Werner Fink zu verwechselnde) Ansager Alfons Fink. H. B. Der Held der Schlemihle Komödienhaus:„Auslandsreise" Held des Lustspiels ist der Schlemihl. Er nimmt das Leben in die Hand, er zerknautscht es, er glättet es wieder. Wenn der Schlemihl das Krumme gerade macht und das Zerbeulte rund, dann ist der Dummkops klüger als der gerissenste Jndustriedirektor und erst recht klüger als die Weibchen, die nur mit ihren Herzensangelegenheiten verheddert sind. Diesen Schlemihlspaß lassen sich die Autoren Oe st erreicher und Ludwig H i r s ch f e l d wegen ihres famosen B r e s s a r t nicht entgehen. Es lacht zuletzt am besten gegen alle Devisen- schieber und ihren weiblichen Anhang Bären- fchmidt, und das ist Bressart. Cr spielt einen Privatdetektiv. Sowie er durch die Tür kommt, durch eine Schlaswagentllr im rollenden Eisen- bahnzug, wird über den Mann mit den Fleder- mausohren, mit dem blödsinnigen Nasenerker, mit den Plieraugen, mit den eckig-schlacksigen Ma- nieren, mit dem entsetzlich pöbelhaften Worte- geschluder und der trotz aller Mießhcit unver- besserlichen Frechheit gelacht. Felix Bressart spielt den Schlemihl. Da seine Nebenbuhler in diesem Genre, Romanowski und Moser, jetzt außerhalb Berlins sind, ist Bressart der Unvergleichliche. Er fingert den ganzen Schwank, wortwörtlich. Aber dieses kleine, schnip- pische Fingerspiel, diese Nebenbeibewegungen wir- ken außerordentlich komisch. Das Minimum an Aufwand und das Maximum an Wirkung, das ist die Methode. Doch damit sie einschlage, ist ein technisch ganz und gar erfahrener Künstler not- wendig. Das ist Bressart. Er hat den Auftrag, dem Fabrikdirektor, der sich mit der Freundin und einigen verbotenen Devisen noch Italien drücken möchte, dieses Fräu- lein zugunsten der legitimen Gattin und diese Dollars zugunsten des Finanzamts abzujagen. Und es gelingt ihm von A bis Z. Die besorgte Gattin erhält den Ausreißer zurück, das entführte Fräulein bleibt ganz unlediert und darum würdig, den heißesten und eifersüchtigsten Italiener zu heiraten. Da die Verfasser etwas vorklimpern. was sie sich als sozial vorstellen, kommt auch die Armut zu ihrem Recht. Denn das Fräulein hat gar nichts außer ihrem hübschen Gesicht und den Rahmen dazu. Die Schlemihlrolle ist ein Glücksgriff der Au- toren, die sonst nach üblichem Schema pointieren. manchmal auch etwas tief hinabgleiten, dann aber wieder lustige Einfälle haben. Die Szene, in der dem verliebten Devisenschieber Dollars, Zlotys, Lire und Franken aus Pantoffeln, Hutfutter, Opernglas und Pyramidonbüchse herausgeholt werden, ist aktuell und sogar moralisch. Dann hat Schlemihl allein dafür zu sorgen, daß man nicht gähnt. Er redet und redet, er macht Faxen und Flausen, beinahe zuviel. Er jongliert mit Herzens- fachen und Handelssachen. Wo man ihn nicht braucht, ist er da und möchte beweisen, daß man ihn braucht. Und alles ist Bressart. Paul Heidemann, Herbert B e r g h o f, Maria P a u d l c r und Flockina von P l a t e n sind Opfer und Günstlinge des tüchtigen Schlemihls, und sie spielen um den unverwüst- lichen Star eine sehr gefällige Salonkomödie. �lax Hodiciork. Im Monistenbund spricht heute, 8 Uhr, Köllnisches Gymnasium. Jnselstr. 2— S, Dr. Hildegard Weg- s ch e i d e r, M. d. L., über das Thema:„A n t i s e m i- tiZmus als Ausdruck d e u t s ch b ü r ge r- licher Lebensschwäche". Die Gesangsgemeinschaft(Friedenau-Steglitz, Tempel- hof-Maricndorsl gibt Sonntag, den 23. Oktober, ihr Herbstkonzert mit Volksliedern alter und neuer Meister im Parkrestaurant Südende. Anfang 8 Uhr. Vortröge. Mittwoch, 7.38 Uhr, spricht in der Preu- ßischen Akademie der Wissenschasrcn Prof. Meißner über:„Altbabhlonische Bestandteile in modernen Sagen und Gebräuchen". Eintrittskarten zu l M. und 58 Pf. sind beim Pförtner(Unter den Linden 38) erhältlich. JIM. Q-Oö.- dacyeid und we�otie- Heeise. sind für die Leserinnen des„Vorwärts" durch Teilnahme an dem Preisausschreiben über den Roman„Gilgi, eine von uns" zu gewinnen. Nähere Bedingungen des Wettbewerbs f n j e d e r Sonntagsausgabe des„Vorwärts". Reichsbanner in der Eindrucksvoller Verlauf der Ciaugeneral Versammlung Modamor Krowottoo-Monfr? mit twoiforbigar Seol- Krowott«. flott« form mit breiten Re*orv do» oufgatchlagen und ge«t>loj»en gerroge« Vomahmar Valour-Mcnfal aus kosfba'om, rein woiieixrr« Cord-Ve- 4our mit kleidsamer Krowotto cus sdlsm. grauen Schlrcs- Per- siorver. Oos elegonte Jiuosnwdena Mo/o- doin-Futter Ist modlsth J gesteppt. Rundfunk der Woche Die Diktatur regiert Reichsruiidfunkkommissar Erich Scholz ließ sich vor einigen Tagen von einem Vertreter 0er „Schle fischen Zeitung" interviewen: er erklärte dabei u. a.: Wer Ziel und Zweck der Neuregelung des Rundfunks richtig erfassen wolle, müsse allgemeine Politik und Kulturpolitik scharf trennen. Es habe gegolten, den Rundfunk all- gemeinpolitisch dem überragenden Einfluß der Weimarer Koalitionsparteien zu entwinden und ihn dazu zu bringen, sich mehr als bischer klar und bewußt nationalen Aufgaben zu widmen. Die Kulturpolitik falle unter die 5toheit der Länder, wie die Leitsätze für den Rundfunk es auch besagten. Sie oer- ankerten den Grundsatz der Dezentralisation, um eine freie Gestaltung der Rundfunkprogramme auf landmannschaftlicher Gnindlage zu verbürgen. Der Reichsrundfunkkommissar und Pg. i. W. er- klärte weiter, er sei der festen lieberzeugung, daß das Reformwerk binnen drei Wochen durch- geführt sein werde. Daß Herr Erich Scholz sich mit Feuereifer auf die Aufgabe gestürzt bat, den Rundfunk dem Ein- fluß der Weimarer Koalitionsparteien, das heißt dem republikanischen G e i st zu entmin- den, wind ihm niemand abstreiten. Mit beben- tenden Gesten sortierte der Reichsrnndfunkkom- missar die schwarzweißroten Schafe von den roten oder schwarzrotgoldenen Böcken. Farblose wur- den, ihrem rassischen Format entsprechend, mit abwaschbaren Farben angetuscht. Bei dieser allgemein politischen Betätigung er- gab sich eine scharfe Trennung von jeglicher Kulturpolitik von selbst. Diese siel unter die Hoheit der Länder und ward«'cht mehr gesehen. Mit furchtsamen herzen sahen viele Sendegewaltige auf den Mann, dem eine freie, herrliche Macht verliehen hatte die Gabe des Rundsunkreinigers. Mancher Kopf rollte höher. Die neuen Mannen des Herr» Scholz begannen ihr Werk. Die Sen- der erstrahlten in christlich-nationaler Geistigkcit. Aber irgend etwas stimmte in den Spielregeln des für Herrn Scholz so reizvollen Rundsunk- ztisammensetzspieles nicht. Herr Scholz schien sich nie sicher zu sein, wann, wo, wie oft er den schwarzweißroten Hintergrund durch Krone, Hakenkreuz und hugenberg beleben sollte. Nur das Schingoerasta-Bumderassassa des Herrn von Schleicher war als christlich-nationale Kriegs- und Friedensflagge unzweifelhaft in möglichst großer Menge einzusägen. Herr Scholz gab sich heftige Mühe, es seinen Auftraggebern von rechts und von ganz rechts zu Dank zu machen, und doch�vird er nun über kurz oder lang als fchlech- ter Spieler ganz ausscheiden müssen. Scheinbar ist er noch heute Rundfunkdikta- tor: in Wirklichkeit war er es nie, sonbern nur ausführende Kraft einer Diktatur, die sich auch den Rundfunk erobert Hot. Jetzt sind seine Man- nen wohl schon zum größten Teil an seine Stelle getreten: es scheint, daß man nur die Blamage der außerordentlich kostspieligen Umwandlung der Sende-A.-G.'s in G. m. b. h.'s, die a l l l e i n für Notariats- und ähnliche Abgaben hunderttausende Mark erfordern dürfte, noch Herrn Erich Scholz überlassen will. Dann wird ihn wahrscheinlich ein sanfter Wind herab- werfen auf cas sanfte Lager der in weiser Bor- Aussicht aufgeschütteten Staatssekretärs- Pension. Werden seine Mannen, die ja vor- läufig eigentlich alle nur an provisorischen Posten stehen, sich alle halten können?„Wer weiß, vielleicht, vielleicht auch nicht.. sang einst Marcellus Schiffer. Wie steht es übrigens mit den Berträgen dieser neuen Herren? Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß bereits im Juli der „Bayerische Kurier" behauptete, die Frei- herrenregierung hätte ihnen allen außer- ordentlich langfristige Verträge zu- gedacht. Wenn man das hartnäckige Schweigen der maßgebenden Stellen zu dieser Behauptung als Antwort nehmen soll, so besagt sie wohl, daß allen diesen Herren im gegebenen Falle der Ab- schied durch besonders hohe Abfindun- gen versüßt werden müßte. Die Entscheidung über Bleiben oder Nichtbleiben einzelner Regie- rungsbcamter im Rundfunk wird entgültig jeden- falls frühestens nach den maßgebenden Sitzungen des Reichsrates und nach den Reichstagswahlen fallen. Vorläufig werden sortlaufend noch immer Per- sönlichkeitcn abgebaut, die der Freiherrenregierung nicht genehm sind, oder sie werden wenigstens, wie der frühere künstlerische Leiter des Frankfurter Senders, Schön, auf einen völlig einflußlosen Posten abgeschoben. Wo liegt der Spannpunkt für die Fäden dieser Rund- sunkdiktatur, welche Kräfte üben neben Herrn Scholz, vielleicht sogar schon über ihn. die Funktionen der Ireiherrendiktotur im Rundfunk aus? Es scheint, als habe sich ein sehr wesent- licher Kräftepol in der R e i ch s r u n d f u n k- g e s e l l s ch a f t konsolidiert. Mit der Haltung von Dr. Joseph R ä u s ch e r s Nachfolger, Beumelburg, haben wir uns ja bereits mehrfach beschäftigen müssen. Der Leiter der Programmabteilung, Dr. S t a p e l s e l d t, zeigt eine besondere Neigung, im Verborgenen zu blühen. Trotzdem hat die Presse sich das inter- essante Naturschauspiel seines raschen parteipoliti- schen Farbenwechsels nicht entgehen lassen. Außer durch diese Eigenart ist Dr. Stapelfeldt für seinen jetzigen Posten vor allem dadurch qualifiziert, daß er bis vor kurzem für das besonders lederne Program nr des Hamburger Senders verantwortlich war. Dieser Mann besitzt, wenn uns nicht alles täuscht, außerordentliche Vollmachten. Alle Programme müssen ihm mindestens vier Wochen vor ihrer Sendung vorgelegt werden, auf Anforderung auch alle Texte. Von seinein Büro ans wird redigiert und verboten, wobei offen- sichtlich selten irgendwelches Wissen, aber immer christlichnationale Gesinnung die Entscheidungen dirigiert. Die Zurückweisung einzelner Personen wegen verdächtig demokratischer Einstellung oder jüdischer Namen soll durch einen Vermerk auf Programm oder Manuskript geschehen, daß die Beschäftigung der angezeichneten Personen„un- erwünscht" sei. Mit einem Wort: der Rundfunk in Deutschland ist eine Waffe der Diklolur geworden, eine Masse gegen das Volk. Die Regierung Papen ist be- müht, mit seiner Hilfe aus den geistig stunipf Gewordenen, aus den Leichtgläubigen, den politisch Blinden sich eine Partei zu schaffen. Direkt und indirekt muß fast ununterbrochen dieses Rcgierungssprachrohr seine W a h l p r o p a g a n d a für die Frei- herrenregierung ausschütten. lieber- wachungsousschllsse und Kulturbeirätc, die ein. gewisses geistiges Niveau noch dem schlechtest- geleiteten Sender sichern konnten, die eine poli- tische Einseitigkeit und jede Parteipropaganda ver- hinderten, sind verschwunden. Für ihre sachliche Arbeit ist kein Raum mehr. Die Diktatur regiert! welter für Berlin: Wetterbesscrung und zeit- weise heiter. Nachts kühl. Am Tage wenig wärmer als heute. Vereinzelt noch Schauer.— Für Deutschland: Im Nordwesten nach Wetterbesserung im Laufe des Tages wieder Eintrübung. Im Nordosten nach vielfach Regen. Sonst im Reiche zeitweise heiter mit abnehmender Regenneigung. Sozialistische Studentenschast. Montag, 24. Oktober, 20 Uhr, im„Bund", Albrechtstr. 1l, Garten- Haus, 2 Treppen.„Diktatur— Demokratie ein Gegensatz?" Referent: Genosse Denicke.—' Ab 17. Oktober Studienberatung im Bund: Für In- risten Mo., Do. 17— 18, Philologen Di., Fr. 14 bis 15 Uhr, Nationalökonomen Di., F. 14— 15 Uhr, Mediziner Di., Do. 14— 15 Uhr. Hierzu 1 Beilage. See„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Sonntags mit der illustrierten Kupfcrtiesdruckbei iagc„Voll und Zeit". B e zu g s preis e: Wöchentlich 75 Pf., monatlich 3,25 RM. sdavon 87 Pf. silr Zustellung ins Haus> im voraus zahlbar. Postbezug 3,37 NM. einschließlich W) Pf. Postzeitung»- und 72 Pf. Postdestellgedühren. Sluslandsabonnement 5,35 RM. pro Monat, für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4,65 RM. Bei Äussall der Lieferung wegen höherer Gewalt desteht lein Anspruch der Abonnenten aus Ersatz. Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeter zeile 35 Pf., Rellamezcile 1,53 RM.„Kleine An» zeigen": das fettgedruckte Wort 23 Pf., jedes weitere Wort>3 Pf. Rabatt laut Tarif, Worte Uber 15 Buchstaben zählen doppelt, Ardeitsmarlt: Millimcterzeile 25 Pf. Familicuanzeigen: Millimeterzcile 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft Verlin SW. 68, Lindenstraße 3, wochenläglich oo» 8Z4 bis 17 Uhr. Der Verlag behält(ich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. Verantwortlich für Politik: Richard Schwartz; Wirtschaft:. Aliagelhöfcr: Kewerkschaftsbewegung: I. Steiner: Feuille- ton: Herbert Lepcre: Lokales und Sonstiges: Fritz Karftädt; Anzeigen: Otto Hengst! sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag S. m. b. H. Druck: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Einger u. Co., beide Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. ftoafs Thcafcr Montag, den 17. Okiober staatsoper Unter den Linden 19:/, Uhr Othello Staatliehes Schauspielhaus 23 Uhr Wilhelm Teil 8 unr 15. Finra 3434. esndiea eil. Bronett-Familie, tord Ain, 7Alfredos, Marianne& Roberts Mae Eigin, 6 Köhlers usw. VOLKSBUHNE THeater am Bülowpialz !) 1, Norden 2944. Täslioii H l'lir Die Ratten Är Regie: Heinz Hilpert Käthe Dorsch, Eu�en Klöpfcr, Otto W.'rnicke Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) ' Dir. Meysd. Dir. ffleysel. Tägl 8.15 Uhr, Sonntags 3J0Uhr(ermäßigte Fr Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanzt1* Theater, Lichtfpiele ufw. WM. Oper Chariottenburs Fraunhofer 0231 Montag, 17. Okt. Volksvorstellung Kartenverk. 4 Rang 20 Uhr DieEniiülirung aus dem Serail Berger, Pfahl, Ludwig, Kandl, Gom- bert, Gutimann Dirig. Landeker Deutsches Theater Weidend. 5231. Letzte Tage! 8 Uhr Rose Bernd von Gerh.Hauptraann mit Paula Wessely Kammerspieie 8 Uhr Schuhes Bühne Heiterer Ludwig. Thoma- Abend Die Brautschau Erster Klasse 83a Ba ES* Bendows Bunte Böhne Kottbusser Straße 6 früher„Elite- Sänger" Laüu Hidi gonö! Tql. 8 Uhr, Sonnt, nachm. 3'/: Preise von 50 Pf. an Schill bt GroJmansir. 70/71 SteinpL(C 1) 6715 Täglich 8»/« Uhr Robert und Bertram Possemit Gesang und Tanz Alfrad Braun. Fritz Hirsdi, SentaSöneland Rose■ llieater linke fraiktirtir Strati 13? lel. Weidnil E? 3422 8,15 Uhr Der Hauptmann von Köpenick Tlieaterii.Wesiens C I Steinpl 3931 Täglich 4','> und 8% Sonnt.2Z4,5u.814 leizte Tage pa p I Tiiealer im Admiraispa.asl Täglich 8*4 Uhr Gitta Al ffletropoi-ltieaiEr I Täglich 8>t. Uhr Krihi Massary Tägl«>/, Ulli GreteMosheim Oskar Homolka in Pygmalion W&ie-iuHyU»' Spornlcher rnarongo-Mont«! mit üppigem, didst- koari�en lu*-Larr.m- icholkrogon. Dar tportüdie Steffi!» eie- gonol gemuttert, der Ärmel hat einen r.uu- artigen, intorotJantan Schnitt. Ganz ouf tSSL.-je 75 Morocain• Rcmwononor Crowi-Mantol mit modernem, mKt dezenten Diagonal- itroifen. Der große Schalkrogen ist long- haariger, sehr wert- v&ller Slate-Opos »um. 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Tie viel- tausendköpfige Menge spendete ihm wiederholt tosenden Beifall und brachte ihm zum Tchlus». als er sich gegen die Aensterung des Reichskanzlers von den „Feinden des Volkes" wandte, eine große Ovation dar. Wels führte ir a. aus: Wenn jemals das Wort berechtigt gewesen ist. daß eine Bolksabstimmung und eine Wahl ein Schicksalstag für das Volk bedeutet, so ist es dieser fr November! Wer nicht blind und taub in diesen legten Wochen gewesen ist, der weih und dem braucht es nicht besonders gesagt zu werden, daß an diesem 6. November um das Schicksal des Deutschen Volkes gewürfelt wird und um die Zukunft unserer Kinder Derselbe alte II n g e i st, derselbe Macht- und Grö- ß e n w a h n ist wieder auferstanden, wie wir Alten ihn in all den Jahrzehnten des Kampfes vor 1918 kennengelernt haben, Es sind dieselben Herren und Barone, die damals regierten und die dank der Braunen Häuser wiederum in die INacht steigen konnten. Es sind die ostpreuhischen Krautjunker und rheinisch-westsälischen Schlotbarone, die wieder regieren. And das Schlimmste: daß sie nichts gelernt und nichts vergessen haben. Diese auf neu aufgebügelten Herren wollen uns weismachen, sie hätten eine blitzblanke, große und neue Staatsführung erfunden, sozusagen den po- litischen Stein der Weise», mit dem alle Fragen gelöst und das Volk beglückt werden könne. Du lieber Himmel! Nichts haben die Herren erfun» den, nichts wissen sie, wollen sie, können sie, was wir nicht vor dem Krieg tausendmal v o m Erfinder der Berliner Siegesallee gehört hätten.(Stürmischer Beifall.) „Neue Staatsführung"? um Milliarden an die Besitzenden zu verschenken und um den 'Aermsten der Armen jährlich 1(4 Milliarden zu nehmen? Neue Staatssührung? um die Löhne herabzusehen und im Rundfunk den Zapfenstreich zu spielen? Neue Staatssührung, um das Herrenhaus zurückzuholen, um den Bonner Borussen wieder die Staatssutterkrippe Zu öffnen: neue Staatssührung, um der Zu- gend das Wahlrecht zu rauben, um den Reichs- lag zu einer Attrappe zu machen, damit die alten kalk- und Mummelgreise aus den Fami- lienlagen derer von und zu das Geschick des deutschen Volkes bestimmen sollen? Zst das die neue Staatssührung. daß all jene, die eine andere politische Meinung haben, wiederum zu Slaatsfeinden erklärt werden?" Diese neue Staatssührung wird dadurch doku- mentiert, daß heute bereits in Deutschland wieder alle jene Käfer schwirren, die am 9. November 1918 f e i g e a u s r i> s e n. Da sind die Fürsten und Prinzen, da ist der große Held von Charlc- ville und da ist vor allem ER wieder, Preußens Glanz und Gloria, Wilhelm II. Ob der Sieger von Wieringen oder von Doorn schließlich das Rennen machen soll, das ist im Herrenklub noch nicht ganz ausgeknobelt. Einstweilen bemühen sich aber der Vater wie der Sohn, vor dem Herren- klub das Examen abzulegen und den Befähi- gungsnachweis zu erbringen, daß jeder fähig und würdig ist, den Thron zu besteigen und siegreich durchs Brandenburger Tor zurückzukehren. Aus einmal laufen auch die Nationalsozialisten gegen die Barone, die nach Herrn Göbbels aus „ihrem breiten Rücken" zur Macht gelangt sind. Sturm. Die Nationalsozialistxn wollten die Hitler- Barone betrügen, aber betrogen wurden sie: so stehen sie jetzt gegen die„feinen Leute", als ob sie weniger reaktionär und weniger sein wären, als ob sie von den Adligen in Deutschland nicht ebensoviel in ihren Reihen hätten, wie Hugenberg. Nein— ich wiederhole es immer wieder— ohne Hitler kein Papen, ohne Papen keine Notverordnung. und ohne Hungernotverordnung nicht das furchtbare Elend, das täglich immer wieder deutsche Volksgenossen in den Tod führ». In Uebereinstimmung mit den Gewerkschaften hat die Sozialdemokratische Partei in den ver- gangenen Wochen alles getan, um dem Lohnabbau Einhalt zu gebieten. In diesem Kamps stehen K o m m u n i st e n und Nationalsoziali st en gegen uns. Auch sie wollen dem Volk angeblich Arbeit uitd Brot geben. Die Wirklichkeit zeigt, daß sie nur um ihrer selbst willen existieren, und das, was an sich in einem vernünftigen Reichstag von„Arbeiter- Parteien" durchgesetzt werden könnte, durch Maß- losigkeit und übertriebene Agitation illusorisch gemacht wird. Niemals werden diese Parteien für den Fall der Machtergreisung auch nur ein Prozent von dem verwirklichen können, was sie in ihrer schamlosen Agitation fordern und dem Volk vorgaukeln. Die K o m m u n i st i s ch e Partei weiß heute ebenso wie ihre nationalsozialistischen Verbündeten nichts anderes zu tun, als uns täglich mit Schmutz zu bewerfen. Sie redet von der Einheit des Proletariats und meint das Gegenteil um ihrer selbst willen. Wir betrachten es- mit als eine unserer Hauptaujgaben in dem bevorstehenden Wahlkampf, die Wählerschaft über das voltsfeind- liche Treiben der Kommunisten aufzuklären. Im gleichen Maße gilt unser Kampf der Nationalsoziali st ischen Partei und denen, die von dieser„Arbeiterpartei" in den Sattel gehoben wurden, um die Arbeiter wieder zu Bürgern zweiter Klasse zu degradieren. Wir sehen, daß dort, wo Nationalsozialisten heute regieren, nichts von den jahrelangen Ver- sprechungen erfüllt wird. Wo wir auch Hinblicke», ob nach Oldenburg, Thüringen oder Anhalt, nirgendwo ist von dein versprochenen Naziparadies auch nur ein Prozent in Erfüllung gegangen. Stattdessen sehen wir eine Postenjägerei, die beispielsweise in Thüringen selbst rechtsstehende Organisationen zu Protesten bei der Naziregierung veranlaßt hal. Wo Nazis regieren, ist das braune Parteibuch Trumpf. So reiht sich in dieser Partei Lüge an Lüge. Jahrelang ist beispielsweise das Zentrum als„schwarze Pest" bezeichnet worden. Ihm wurde tagtäglich— wie uns— Kampf bis aufs Messer angekündigt, und noch nach den Wahlen hat Hitler öjfentlich erklärt, daß es mit der Zentrumspartei ein Paktieren nicht gäbe. Auch diese Partei müsse, wie die Sozialdemokratie, durch Kampf erledigt werden. Kaum eine Woche später saßen die Beauftragten Hitlers mit der „schwarzen Pest", den„Schwarzjacken" und den „schwarzen Novemberverbrechern" zusammen. Die Redner der Nationalsozialistischen Partei im Lande bestreiten den Ernst der Verhandlungen Hitlers mit dem Zentrum. Demgegenüber erkläre ich, daß alles, was ich in Leipzig und Berlin össentlich s estgestellt habe. Tatsachen sind, die nur wider besseres Wissen bestritten werden können, und zwar ebenso, wie auch der Versuch des national- sozialistischen Abgeordneten Straßer. bei dem Reichswehrminister Schleicher eine evtl. Reichs- kanzlerjchaft Hitlers zu hintertreiben, eine unumstößliche Tatsache ist und bleibt. Die an diesen Besprechungen beteiligten Herren — es waren drei— mögen hundertmal dementieren. Ich bleibe bei meinen Be- Haupt ungen. Jahrelang ist die Hitler-Partei vom Unter- nehmerlum ausgehalten worden. Die S u b- ventionspolitit des Herrn Papen für die Schwerindustrie und die Landwirtschaft hat einen Teil der einstigen Hitler-Freunde mit flic- oenden Fahnen in das Lager der Barone geführt. Diese Herrschaften machen ihre politische Gesin- nung jeweils von dem Portemonnaie ab- hängig. Die Zinsen von den Subventionen, die ihnen von den Baronen aus Koste» des Volkes ausgeliefert werden, stellen sie jetzt der Deutsch- nationalen Partei und zum Teil auch der Deutschen Volkspartei zur Verfügung. Die Rollen sind vertauscht. Früher schwammen die Nazis im Geld, heule gehen sie mit Sammelbüchsen fechten. Die„vorwärtsstürmende Bewegung" ist zum Fechlklub geworden. Mit dem Dritten Reich ist es ein sür allemal aus! Die Barone haben Hitler politisch und finanziell betrogen. Das ist der Lohn für seine Zudas- rolle. Deshalb die täglichen Saalschlachten zwischen Nazis und der anderen Fakultät der Harzburger Front. Nur in einem sind sie sich im Augenblick wieder einmal einig, in dem Korruptions- g e s ch r e i gegen den bisherigen preußischen Finanzminister Dr. Klepper. Der gegenwärtige Reichskanzler war vor seinem Amtsantritt Vor- sitzender des Aufsichtsrates des Berliner Zen- lrumsblattes„G e r m a n i a". Ich nehme an, daß er über die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit von Subventionen an Zeitungen als Spezialist besondere Aussagen machen kann. Dieser Tage habe ich gegen die Münchener Reichskanzlerredc an höchster Stelle des Reiches den schärfsten P r o t e st erhoben. In Mün- che» hat Herr.v Papen weite Teile des deutschen Volkes, die seiner Außenpolitik nicht Gefolgjchaft leisten, als„Feinde des Volkes" bezeichne!. Wir lassen uns an Vaterlandsliebe auch von den Leu- ten, die das Vaterland und den Patriotismus ständig aus der Zunge führen, nicht übertreffen. Die Methoden, die die Barone jetzt in der Außenpolitik einzuführen trachten, sind die Me- thoden. die uns zum Wellkrieg führten. Wir bekämpfen die Methoden, die dazu führen. Uns deshalb als„Feinde des Volkes" zu be- schimpfen, ist eine Ungeheuerlichkeit, die meines Erachtens nur aus dem Munde eines „Feindes des Volkes" kommen kann. Unsere Väter und Söhne waren es. die von 1914 bis 1918 ihre haut zu Markte getragen haben, hunderttausende von Sozial- demokralen liegen in srenider Erde, hundert- tausende sind mit Schaden an Leib und Seele zu- rückgekehrt. Unsere Mütter und Kinder waren es, die gedarbt, gehungert und zu taufenden an Unterernährung gestorben sind. Und als das furchtbare Blutbad endlich sein Ende fand, waren es wieder unsere Väter und Söhne, die nach dem katastrophalen Zusammen- bruch Opfer auf Opser sür den Wieder- aufbau ihres Vaterlandes gebracht haben, war es die deutsche Sozialdemo- k r a t i e, die nach der Flucht der Verantwort- lichen ins Ausland Deutschland vor dem Chaos bewahrte. Wenn es dennoch ein Reichskanzler aus dem Baronenstand sertigbrin- gen konnte, uns wegen unserer Opposi- tionsstellung gegen seine reaktionäre Poli- tik als„Feinde des Volkes zu beschimpfen, dann zeigt das, was die Stunde geschlagen hat. Es ist der Geist des Dreiklassenwahlrechts, der aus diesem Reichskanzler spricht. Otto Wels schloß seine Rede unter stür- mischem Beifall der Hörer und Hörerinnen. Seine begeisternde Aufforderung, die letzten Wochen vor dem 6. November für den Sieg der Sozialdemo- kratischen Partei Deutschlands, für den Siez der Liste 2, zu nutzen, wurde von der großen Versammlung mit entschlossener Zu st im- mung aufgenommen. noch nicht angelangt. Be! der Erläuterung von „le Zwickel" werden sie sicher hinzusetzen: mit diesem Worte hat sich die preußische Regierung unsterblich blamiert. In Paris gibt es einen republikanischen Deut- schen Klub. Dieser gibt in der deutschsprachigen „Neuen Pariser Zeitung" soeben sol- gendes zur' Veröffentlichung:„Der Deutsche Klub hat eine Schach- und eine Schwimmgruppe. Badehosen mit Zwickel sind in der Schwimm- gruppe des Deutschen Klubs nicht erlaubt. Der Nachweis der preußischen Staatsangehörigkeit wird als Einwand hiergegen nicht zugelassen." Was macht nun Herr Dr. Bracht? IC L. Ludwig-Thoma- Abend Kammerspiele Die Schultes-Bühne aus Rottach-Egcrn, die sonderbarerweise in den Kammerspielen zu Gast ist, hat uns jetzt mit zwei köstlichen Gaben ihres engeren, ja engsten Landsmannes Ludwig Thoma erfreut. Besonders in der ersten Gabe, der„B r a u t s ch a u", konnten sie die ganze Ur- wüchsigkeit und Echtheit ihres Lauernensembles zur Schau stellen. Dieses kleine Sittenbild bringt drei Mädchen auf die Bühne, zwei davon mit ihren Schmusern(Heiratsvermittlern), die Vater und Mutter bestellt haben: die dritte hat der sonst wortkarge Sohn selbst angeschafft. Wie der Schmuser und der Viehhändler aufeinanderplatzen und gegenseitig ihre Ware schlecht machen, wie überhaupt das ganze bäuerliche Milieu von einem so guten Kenner wie Thoma charakterisiert wird, das ist natürlich unvergleichlich. Und Franz Fröhlich als Schmuser, Berti Schuttes als Viehhändler, Max Schuttes als Bauer und Maria Schwaighofer als Bäuerin tun das Ihre dazu, um diese Gaudi zu einer vollkomme- nen zu machen. Ein rein erhaltenes Volkstum hat hier sowohl seinen Dichter wie seine Darsteller gefunden. Als zweites Stück stieg der Schwank „I. Klasse", das Eisenbahnabenteuer des könig- lich-bayerischen Landtagsabgeordneten und Oeko- nomen Josef Filscr, der prächtigsten Figur, die Thoma je nach dem Leben geschaffen hat. Zu dieser Aufführung muß mit Respekt bemerkt wer- den, daß wir sie schon besser in Berlin gesehen haben, womit nicht gesagt sein soll, daß sie schlecht war. Berti Schuttes macht wohl eine ulkige Schwanksigur aus dem Filser, aber er gibt ihm nicht das einmalig Charakteristische, das sich in dieser Person verkörpert. Freilich war der Heiter- keit kein Ende über diese g'schcrte Angelegenheit, die manchmal noch fast aktuell sich auswirkte. Als Kumpan des Filser war Franz Fröhlich am rechten Fleck. Karl E l z e r repräsentierte den norddeutschen Kunstdüngerreisenden in seiner ganzen Ueberheblichkeit und Schwadronierkunst. O. I'erpis tanzt Rose-Theater Max Terpis tanzte im Rofe-Theater: er zeigte Solo- und Gruppendarbietungen. Seine besten tänzerischen Leistungen„der st e r b e n d e K ö n i g" und„F i g a r o", fielen leider wegen des ungünstigen Raumes, der ohne Tiefe ist, sehr ab. Der„irre König" kann nie in seinem Erschrecken wirklich fliehen, in jene dunkle, immer dunkler werdende Tiefe, die seine Tanzbewegungen aus- drücken. Er bewegt sich flächig aus und ab, er- griffen von einer zwingenden tänzerischen Idee, die sich immer wieder am Räume zerschlagen muß. Das gleiche gilt für den„Figaro": dieser atemlose vielseitige Haarkünstler muß allerdings fast immer. im Rampenlicht stehen: es ist sein Beruf und seine Berufung. Doch die typische Bewegungsrichtung seines beständigen Da-seins kann erst als Tanz- ausdruck deutlich werden, wenn ein plötzliches Verschwinden in den Hintergrund ein Verschwin- den aus dem von ihm geschasfenen«Zustand es hervorhebt. Der Tanz von Terpis sieht es vor— der Raum läßt es nicht zu. Starke Szenen hat der„Gefangenen- tanz", den Rolf A r c o und die Gruppe zeigen. Am erschütterndsten wirkt er, wenn der herrschsüchtigen Beweglichkeit des Gefangenenauf- fehers die eben auflebenden Bewegungen der Ge- fangenen zum Opfer fallen, bis er an ihrem Er- schlaffen selber erschlafft. Aber vieles an den Kom- Positionen wirkt gestellt, lückenhaft in zu großer Breite. Ueber das zuckerfüß-kitschige Duett„Jäger und R e h" zwischen Adele Seek und Rolf A r c o braucht man kein Wort zu verliere». Es wirkt in seiner ballctthaften Massivität unerträg- lich. Dagegen sind alle Tänze des bezahlten Kindes Ossi Glöckner ungewöhnlich erfreulich. Die Kleine erlebt den Tanz mit echter tänzerischer Begabung: sie führt nicht Aufgaben aus, präzise und exakt, sondern sie fühlt den Stlmmungswert jeder Geste, die Geste jeder Stiminung. Wenn man die natürliche Neigung zur Groteskheit, die ihre meisten Tänze in entzückender Lebendigkeit beherrschte, nicht später übertreibt, um„ihren" Typ immer wieder dem Publikum vorzusetzen, so kann aus diesem kleinen Mädel eine große Tän- zerin werden.—Iz. Pariser Zwickelgeschichten ,Le Zwickel' Paris, Mitte Oktober 1932. Welch grundlegende Aenderungen müßten in Frankreich eintreten, um sich auch hier den Zwickel einbürgern zu lassen! Ohne ein schlechter Prophet zu sein, darf man voraussagen, daß Frankreichs Badekostüm stets ohne Zwickel fein wirb. Man treibt hier nicht Sittlichkeitspropa- ganda mit Polizeivorschriften. Die Mode ist international, und so kann sich in der Mode nur halten, was über die nationalen Grenzen hinaus noch Sinn hat. In den Badekostüm- geschästen an der französischen R i o i e r a herrscht daher jetzt große Freude. Man weiß, daß die deutschen Gäste, die sich zu Tausenden jeden Winter an der Riviera aufhalten, in diesem Jahr die besten Kunden sein werden. Denn da es keiner von ihnen wagen wird, für Herrn Bracht im Auslande Propaganda zu machen, müssen sie sich alle hier das international an- erkannte Baöekostüm beschaffen. Zwei Bälle sind in Paris sehr berühmt, der Ball der Pariser Maler und Bildhauer, deren Verein„Die Horde" lzeißt, und der Ball der Mediziner. Wenn„Die Horde" jedesmal im Lenz in einem Riesensaal des neuen Pariser Künstlerviertels Momparnasse ihre Freunde um sich sammelt, dann veranstaltet sie im Lause des Abends einen seierlichen Umzug der Maler- inodelle. Da sieht man junge Mädchen und junge Männer mit Badehosen ohne Zwickel. Die schönsten werden auf hohen Gestellen herum- getragen, und das Publikum klatscht. Man stelle sich vor, welch eine Trauerstimmung plötzlich den Saal überfallen würde, wenn dabei jemand mit einem Zwickel austreten würde. Der Ball der Mediziner dagegen ist im Herbst. Er fand am 14. Oktober statt. Me ernste und schwerfällige Pariser Mittagszeitung„Paris- Midi" vom 15. Oktober berichtet unter anderem darüber wörtlich folgendes:„... Es folgt ein Schönheitswettbewerb für Damen. Zögert man vor einem Arzt, sich ohne Schleier zu zeigen? Und vor tausend Doktoren noch tausendmal weniger, nicht wahr? Denn die Liebe und der gute Wein sind die Herren dieser Nacht, in der die Doktoren mal ausruhten. Auf der Einladungs- karte zu diesem Kostümfest stand: Masken: Dominos, Straßen- und Abendkleiderz Pyjamas und Schuhe mit Absätzen werden nicht zugelassen. Der Vorstand übernimmt keine Haftung für ver- loren gegangene Gegenstände und ist nicht dafür verantwortlich, wenn Gäste, die in unbekleidetem Zustand auf der Straße erscheinen, polizeilich verfolgt werden."— Hätte Frankreich einen Dr. Bracht, so hätte auf der Einladungskarte ausdrücklich gestanden, daß Tänzer, die mit Badehosen kommen, Zwickel haben müssen. Aber dann wäre der Tanzsaal leer geblieben. Man hat natürlich in Frankreich große Schwierigkeiten, die Zwickelgcschichte zu verstehen. In den ersten Tagen berichteten die Zeitungen überhaupt nichts darüber. Dann niachte» sie sich langsam an den Zwickel heran. Schließlich atmeten sie aus, auch einmal etwas Heiteres aus Deutschland berichten zu können. Wie aber sollten sie eine Uebersetzung für etwas finden, was es in Frankreich gar nicht gibt? Also half man sich schließlich, indem man„le Zwickel" sagt, wie man ja auch ironisch „le Führer" schreibt, wenn man von Hitler spricht. Sllle Wörter, die in die französische Sprache eingegangen sind, werden in das berühmte Lexikon der französischen Akademie ausgenommen, das von den vierzig Unsterblichen bearbeitet wird. Beim Luchstaben Z sind sie Arbeitersport am Sonntag Auf den Fußballfeldern— Handballsensation— Hockey— Die Wasserballer Visher war es üblich, daß von der Verlegung eines Arbeiterfußballspiels wegen Platz- schwierigkeiten auch die Presse benachrichtigt wurde. Gestern sollte der Volkssport Neukölln gegen Vorwärts 31 nachmittags um IS Uhr im Neuköllner Stadion spielen. Die Zuschauer waren recht erstaunt, als sie hören mußten, daß Volks- sport bereits am Vormittag gespielt und 6:1 ge- Wonnen hatte. Zum Gluck traten Frohe Stunde und Kickers 31 an, so daß die zahlreichen Besucher doch noch ein Spiel zu sehen bekamen. Und sie dürsten mit den gezeigten Leistungen auch zufrieden gewesen sein. Kickers mußte leider viel Ersatzspieler ein- stellen. Dadurch war der Sieg der Frohen Stünd- ler eigentlich überhaupt nicht in Frage gestellt. Vor der Pause oermochte Kickers das Spiel noch offen zu halten. Mit 1: 6 gingen die im leichten Vorteil liegenden Neuköllner in Führung. Nach dem Wechsel machte sich dann doch der fehlende Zu- sammenhalt im Kickerssturm bemerkbar. Frohe Stunde nahm Zug um Zug das Spiel in die chand, und sechs weitere Treffer stellten das hohe Resultat von 7: 1 her. Vorher standen sich die zweiten Mannschaften von Frohe Stunde und Volkssport Neukölln gegenüber. Auch hier konnte Frohe Stunde einen überlegenen Sieg von 4: 0 (3: 6) buchen. "k Schöneberg-Lichtenberg 2:8(2:4). In dem von Anfang an sehr schnellen Spiel wird Lichtenberg erst nach Halbzeit sichtlich überlegen. Vorwärts- Wedding— Pankow 1:1(0:1). Vorwärts kann gegen die äußerst hart und zum Schluß sogar unfair spielenden Pankower trotz starker Ueber- legenheit erst in der zweiten Halbzeit einen Punkt retten. Adler 08— Eintracht-Reinickendorf g: 1 (4: 0). Man muß es der völlig neu aufgestellten Eintracht-Mannschaft bescheinigen, daß sie sich gegen Adlers in großer Fahrt befindliche Mann- schaft bis zum Schluß verbissen wehrt, ohne aller- dings zu Erfolgen zu kommen. Das einzige Tor war ein Selbsttor Adlers. Weihensee— Borsigwalde 5:0(2:0). Weißcnsee wurde das Spiel wesentlich erleichtert, weil Borsigwalde ersatz- geschwächt antrat. Rormannia— Herzfelde 6: 1 (3: 1). Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Normannia war besonders auf der rechten Seite stark. BSV. 21— wacker-Storkow 4:0(2:0). An sich ein ruhiges Spiel. BSV. ist zwar über- legen, läßt sich aber zwei Elfmeter zuschulden kommen, die Wacker nicht oerwandeln kann. Friesen— Alt-Stahnsdorf 8:2(4:2). Das an sich gute Spiel litt unter der schwachen Leistung des Schiedsrichters. Das Ergebnis ist reichlich hoch. Eintracht-Staaken— vorwärts-Cladow 4:1(1:0). Cladows Mannschaft hat sich wesentlich verbessert. Eintracht ist trotz Ersatzes die bessere Partei. Ihre Spielerfahrung siegt über Cladows Eifer. Alemannia-Blaugelb 3:2(2:2). Alemannia tritt unvollständig an, hat aber trotzdem das Spiel in der Hand und erzielt den Führungstreffer. Blau- gelb erzielt mit etwas Glück den Ausgleich. Nach dem Wechsel wird das Spiel langsamer und nach dem Führungstreffer für Alemannia uninter- cssant, weil sich A. darauf beschränkt, die knappe Führung zu halten. Britz 88— Spielvereinigung Ost 3:1(2: 0). Ein schönes Werbespiel, in dem zunächst Britz die Führung an sich reißt. Nach dem Wechsel ist Ost überlegen, kann aber gegen die sehr gute Verteidigung der Britzer nicht an. Rord 22— Saxonia 28 6: 4(3: 0). Der Exer hatte gestern„sein Spiel". Nord kann durch gleich- mäßiges flaches Spiel die etwas überraschten Saxonen niederkämpfen. Als nach dem Wechsel Saxonia vor seinem Stammpublikum alle Kräfte aufwendet, kommt Nord in Verlegenheit, aber er kann— wenn auch knapp— das dem Spiel- verlauf nach gerechte Ergebnis halten. Ein schönes Werbespiel! Rol-Welß— Teltow 4:2(2:2). Teltow unterliegt auf reichlich unsportliche Art. weitere Li-ZeKnisse Adler 2 gegen Nowawes 2 5:5(1:1).— Elniglelt» Staaten 2 gegen Fichte 2 2:2(1:0).— Ftlrstenwalde 1 gegen Friedersdorf 1 3:2.— Schöneberg 3 gegen Berlin 12, I 1:0(0:0).— Frohe Stunde 2 gegen Volkssport. Neukölln 2 4:0(1:0).— Pankow 2 gegen Vorwörts» Weddina 2 3:2(1:1).— Normannia 2 gegen Herjifelde 2 0:1(1:0).— Normannia 3 gegen Ost 2 4:1(2:1).— f Xrt o.>; r.„•)/.i.>: r.„ r._ t.... legen Blaugelb 2 2:1(0:1).— FTGB. Buch l gegen Adler 08 III 0:ö(1:4).— Spielvcreinigung Ost 2 gegen Normannia 3 1:4 ll:2).— Saxonia 2 gegen Börnicke 2 (Börnicke nicht angetreten).— Saxonia. 1. Schuler, gegen Fortuna. 1. Schlller, 3:2(3:2).— Alemannia. Echlller, gegen Wilmersdorf. Echlller, 2:1(0:1).— Alemannia, Jugend, gegen Wilmersdorf, Jugend, 0:1(0:1).— Not- mannia, Jugend, gegen Teltow 2:3 10:2).— Normannia, Schlller, gegen gössen 3:1(2:0).— Borüqwalde, Jugend, gegen Nowawes, Jugend, 4:0.— Vorwärts-Wedding/ Jh. gend gegen Lichtenberg, Jugend. 3:1 11:0).— Brrwiirts- Wedding, 1. Schiller, gegen Nowawes. 1. Schiller, 3:0 (2:0).— Vorwärts-Wedding. 2. Schlller, gegen Adler, 1. Echlller. 1:0(0:0).— Rot-Weih, komb., gegen stauls- oorf 3:1(2:0). Handballmeister Wedding 6:5 geschlagen Handball-Werbetag auf dem Urban-Sportplatz! FTGB.-Süden spielt gegen Volkssport-Wedding, dem ostdeutschen Verbandsnieister. Wer von den Handballinteressenten wollte da wohl zu Haus bleiben. Gerade die beiden stärksten Mannschaften der Arbeitsr-Handballbewsgung in Berlin be> kommt man nicht alle Tage zu sehen. So war der Platz auch sehr gut besucht. Beide Mannschaften begannen sehr ausgeregt. Süden hatte die Mannschaft aus den starken Gegner umgestellt. Zuerst schien es auch zu klappen, denn Süden konnte in der ersten Viertel- stunde bereits zweimal einsenden. Doch dann Holle Wedding mächtig auf. In kurzen Abständen brachte es der Meister auf eine 3: 2-Führung. Im Süden-Angriff klappte es gar nicht mehr. Zerfahrenheit auf der ganzen Linie, die Hinter- Mannschaft hatte schwere Arbeit zu leisten. Doch dann kam Südens große Zell. Nach drei Minuten Spielzeit mußte ein Spieler, der den Schiedsrichter fortwährend kritisierte, den Platz verlassen. Und diese Herausstellung sollte das Signal für Süden sein. Wedding wurde mehr und mehr in die Verteidigung gezwungen. Nach 6 Minuten Spielzeit hatte Süden den Gleichstand erreicht. Angriff auf Angriff setzte jetzt auf das Tor Weddings; viel Schußpech und eine Portion Glück des Torwarts verhinderten aber Erfolge. Wedding verließ sich auf Durchbrüche, die aber stets gefährlichen Cha- rakter trugen. Glückliche Fußabwehr des Süden- Torwarts waren einigemal der Rettungsanker. Doch in der 16. Minute war es geschehen, Wedding führte 4: 3. Süden ließ sich aber nicht verblüffen. Die letzten Minuten gehörten ganz ihm. Bald lautete das Resultat 4: 4, dann 5: 4 und schließ- lich 6:4 für Süden. Erst in der letzten Minute gelang den Weddingern wieder ein schöner Durch- bruch, der zum Schlußresultat von 6:5 führte. Süden hat verdient gewonnen. Die Niederlage des Meisters ist auf das zu weite Auf- rücken der Läuferreihe zurückzuführen, die es dem Süden-Sturm ermöglichte, immer wieder gefahrdrohende Angriffe auszuführen. Alles in allem war es ein Kampf, der es verdiente, noch mehr Interessenten heranzuziehen. �.us den Bezirken Im Osten wartete der Athletik-Sport-Club mit einem ausgezeichneten Spiel auf und schlug die ganz unter der Form spielenden TSV. Kaulsdorf 10:0(2:0). Verdient bolte sich VfL. Oftring mit dem 4:1 über FTGB. Osten 2 die Punkte. FTGB. Osten 3 gegen VfL. Ostring 2 7:1. TSV. Kaulsdorf 2 gegen Eiche Köpenick 3 1:1. Der Norden hatte im Gesellschaftsspiel FT. Hennigsdorf gegen FT. u. Sp.» Vereinigung Nowawes ein floties und tor» reiches Spiel mit 10:12. ASB. Rot-Weiß und SB. Moabit waren stck mit 3:3 gleichwertig. Freiheit Schönwalde be- hauptete steh 3:2 über ASV. Rot-Weig 2. Die Freien Schwimmer Charlottenburg konnten im Westen den Volks- spart Weißensee mit 13:2 glatt abfertigen. Der Volks- sport Neukölln 3 konnte den im Süden gut vornliegenden FSV. Teltow mit 9:3 bestegen. Der ASV. Schöneberg fertigte feinen Gast, Sportverein Moabit, stcher mit 10:4 ab. Die FTGB. Lankwitz kam erneut um die Punkte, denn ASV. Schöneberg 2 stegte 3:2.— Spielerinnen: Eiche-Bohnsdorf gegen FT. Wildau 0:0. FT. Hennigsdorf gegen FTGW Reinickendorf-Ost 12:0. FS. Zehlendorf gegen Frohe Stunde 3:4. ASB. Schöneberg gegen Volks- sport Neukölln 2 1:0. Die Hockeyspiele Der Spandauer Freie Hockeyklub tonnte, wie erwartet, gegen den Verein für Leibesübungen Ostring ein achtbares Unentschieden(2: 2) er- kämpfen. Ein Zeichen, daß sie augenblicklich mit zu den stärksten Mannschaften gehören. Dagegen gelang dem Sportverein Moabit ein knapper 3: 2-Sieg gegen den Verein sür Leibesübungen Ostring 2. Der Arbeiter-Sportverein Schöneberg erspielte gegen den Arbeitersportverein Wedding einen interessanten und überlegenen Sieg von 5: 2 Toren. Die Hockeymannschaft der Freien Schwimmer Zehlendorf unterlag der Jugend des Arbeiter-Sportvereins Rot-Weiß mit 1: 4. Tennis- Rot rehabilitierte sich und sein Können durch einen überlegenen 3: 0-Sieg über die Freie Turnerschaft Groß-Berlin Tempelhof. Tennis- Rot 2 verlor gegen den Arbeitersportverein Rot- Weiß mit 0:3. Die Frauen des Vereins Tennis-Rot gewannen gegen VfL. Ostring etwas hoch 6: 0. Frauen des ASV. Rot-Weiß erspiel- ten sogar ein 10: 1 gegen Tennis Rot 2. Weitere Resultate: FTGB. Tempelhof 2 gegen VfL. Ostring 3 mit 5:1; ASV. Rot-Weiß gegen Tennis-Rot 3 mit 6: 0. Die Serie im Wasser Flott und spannend verliefen die fälligen Be- gegnungen in der Serie der Arbeiter- w a s se r b a l l s p i e l e r. Am Sonnabend kam Union über Berlin 12 zu dem erwarteten sicheren Erfolg. Mit 10: 3 Toren mußte sich Berlin 12 geschlagen bekennen. Die Leute vom 12. Bezirk ließen mehrere Nachwuchsspieler mit- wirken, die sich dem Spiel in taktischer Hinsicht noch nicht gewachsen zeigten. Union hatte es in der ersten Halbzeit nicht schwer, auf Grund seines ausgezeichneten Stellungspieles den Gegner förm- lich zu überrumpeln. 8:1 für Union zur Halb- zeit. Nach der Pause erstrebte Berlin 12 mit aller Macht eine Resultatoerbesserung. Durch recht gutes Aufbauspiel der Hintermannschaft wurde der Sturm ins Spiel gebracht und konnte in guter Manier zwei Tore aufholen. Union fand in der zweiten Halbzeit bei der Hinter- Mannschaft von Berlin 12 unerwartet zähen Widerstand und kam nur noch zu zwei Erfolgen. Mit einer spielerisch ausgezeichneten Leistung wartete Möwe am Sonntag gegen Weißen- s e e auf. Nach der letzten Begegnung dieser Mannschaften im vergangenen Sommer, die mit 7: 2 Toren für Weißensee ausging, rechnete man allgemein mit einem neuerlichen Erfolg des früheren Bundesmeisters. Zudem hatte Möwe für zwei gute Spieler Ersatz einstellen müssen. Dieser Ersatz erwies sich jedoch als durchaus voll- wertig. Möwe legte vom Anpfiff an ein scharfes Tempo vor, dem der Gegner nicht gewachsen war. Im Sturm wurde gut kombiniert und"bei durchweg von Möwe diktiertem Spieltempo schloß der erste Teil des Treffens mit 2:0 für Möwe. Nach Wiederbeginn nutzte Weißensee den Vorteil, in der flachen Bassinseite zu spielen, taktisch klug aus. Vor allem die Hintermannschaft, von der in der ersten Spielhälfte der Verbinder etwas ausgefallen war, oersorgte den Sturm mit aus- gezeichneten Vorlagen. Weißensees rechter Stür- mer war es schließlich, der mit einem entschlossenen Schuß aus bedrängter Lage seine Mannschaft in Front brachte, doch kam Möwe kurz danach durch die Herausstellung eines Weißenseer Spielers zum abermaligen Ausgleich. Endergebnis 3: 3, unentschieden. Im Herbstsonnenschein Abfahren der Arbcitcrruderer Ganz vorsichtig kam die Sonne durch, als die ersten Boote vom Heim des RV. Vorwärts aus die Fahrt nach der großen Krampe zum A b- fahren der Ostenvereine antraten. Die Boote des alten RV. Vorwärts bildeten die Spitzen- gruppe, ihr schlössen sich auf der Fahrt nach der Krampenburg die Boote der anderen Arbeiter- Ruderer- und Paddelvereine von Oberspree und Dahme an. Als dann kurz nach 10 Uhr die Boote Köpenick passierten, kam als letzte die Reichsbanner- Wassersport- Abteilung hinzu, und nun zeigten von Grünau bis zur Krampe alle Boote den Wimpel der Freien Ruderer und Kanufahrer. Am Ziel trafen sie mit den Genossen aus Erkner und der Müggel zusammen. Der 1000 Personen fassende Saal war voll gefüllt von Sportgenossen und Freunden, als Schreck die offizielle Feier eröffnete. Ansprachen und Vor- träge heiteren und ernsten Inhalts vereinigten für einige Stunden die Teilnehmer. Es war ein Zeichen für die Stärke der Wassersparte, wie sie in ihrer Einmütigkeit den Treueschwur für den Arbeitersport ablegte. Der brausende Freiheitsrus aus tausend Kehlen war zugleich Auftakt für die Entscheidung am 6. November. Den Höhepunkt des Abfahrens brachte dann die Rückfahrt. Sonnenschein lag über dem Wasser, als über 300 Boote geschlossen die Fahrt in Kiellinie an- traten. Auffallend stark zwischen den einzelnen Vereinsflaggen war„Schwarz-Rot-Gold" ver- treten. Ueberhaupt war die Mehrzahl der Boote mit dem Freiheitswimpel geschmückt. Den feu- dalen Rudervereinen an der Regattastrecke in Grünau ist diese Auffahrt sicherlich ein Beweis gewesen, daß alle reaktionären Unterdrückungen die Arbeiterwassersportbewegung nicht klein zu kriegen vermögen. taschen hineingesteckt wird. Da auch bei dem ganzen Boot ähnlich wie bei dem bekannten Klepperboot keine Schraube zur Befestigung der Teile verwendet wurde, können die sonst so un- liebsamen Verluste von Schraubenmuttern oder auch von Schrauben nicht austreten. Ob sich diese Metallkonstruktion, die an sich einen sauberen Eindruck macht und tatsächlich etwas völlig Neues in ihrer Art ist, in der Praxis genau so gut be- währen wird wie die seit Jahren eingeführten Holzkonstruktionen, muh sich erst noch erweisen. Funda schlägt alles! Im Sportpalast „Kriterium der Strahenfahrer" betitelte sich die Veranstaltung, die gestern der Sportpalast durch- führte. Zwanzig in- und ausländische Fahrer, darunter Akteure, die mehr auf der Bahn als auf der Straße heimisch sind, hatten zu dem Rennen, das als 100-Kilometer- E i n z e l rennen gestartet wurde, ihre Meldung abgegeben. Der Besuch der Veranstaltung war gut, wenn auch hier und da größere Lücken klafften. Das Rennen nahm einen flotten Verlauf. In der ersten Hälfte der Fahrt schienen die Jagden kein Ende nehmen zu wollen. Es gab zahlreiche Rundengewinne und-Verluste. Schließlich er- oberte der Held des Abends, der kleine Funda, allein die Spitze. Von den Ausländern gab der fleißige I. Aerts-Belgien die beste Figur ab. Er ruhte nicht eher, bis er zu Funda aufschließen tonnte. Auch schon vorher unternahm der Belgier Vorstoß auf Vorstoß, um so das Feld ständig in Aufregung zu halten. Nachdem noch Wissel nach zäher Arbeit Einzug in die Spitzengruppe ge> halten hatte, war diese bis zum Schluß geschloffen. Der Sieg fiel anFunda, der rege Punkte gesammelt hatte und im übrigen jeden Ausreiß- versuch Wissels oder Aerts' zu begegnen wußte. — Tietz, der nunmehr von seiner Krankhett Ge- nesene, wurde bei seiner Vorstellungsrunde viel bejubelt. Seine Form ließ viel zu wünschen übrig. Er mußte sich, vier Runden zurück, mit einem dreizehnten Platz begnügen. 1. Funda(100 Kilometer in 2:13:10). 23 Punllc; 2. Wissel, 10 Punkte: 3. Jean Aerts, 0 Punkte(eine Runde zurück): 4. Maidorn. 31 Punkte: 3. Siegel, 18 Punkte: Ii. Buse, 11 Punkte:(Zwei Runden zurück): 7. Bogaart, 28 Punkte: 8. Manthen, 24 Punkte: 9. Di Paeo, 13 Punkte: 10. Thierbach, 3 Punkte; loier Runden zurück): 13. Bon- duel: 12. Stoepel: 13. Tietz: 14. Risch;(fünf Runden zurück): 13. Camusso: 13. Le Drogo; 17. Sieronski: 18. Gei)er. Kroll und Miethe aufgegeben. Neues vom Faltboot Auf der aus Anlaß der Reichsaluminiumwoche in einem Warenhaus am Potsdamer Platz veranstalteten, außerordentlich lehrreichen Alu» miniumausstellung wird unter anderem auch das Gerüst eines Faltbootes gezeigt, das mit Recht viel Aufsehen erregt. Schon vor Jahren wurde der Versuch unternommen, an Stelle des sonst üblichen Eschenholzes Aluminium zu ver- wenden. Die neue Konstruktion stellt zweifellos einen Fortschritt dar. Das Gerüst ist nach maschinentechnischen Grundsätzen gebaut. Die Längsleisten und Steven bestehen aus Leicht- metallvierkantrohr, das abgerundete Kanten hat, was beim Aufbau als angenehm empfunden werden dürfte. Sie ergeben durch sinnreiche Verbindungen an den einzelnen Knotenpunkten nach Art der Brllckenkonstruktion ein vollkommen festes Gebilde. Der Schrumpfung der Haut, die durch Temperatureinflüsse hervorgerufen wird, ist durch genügende Verstellbarkeit Rechnung getragen. Das Gerüst kann in seiner Länge um etwa fünf Zentimeter verändert werden, was als ausreichend zu betrachten ist. Wenn man vier kleine Federstifte nicht einsetzt, kann man das Boot etwas nachgiebiger machen, was bei Fahrten auf Wildflllsten nicht unangenehm ist. Die bei den meisten Holzgerüstbooten ver- wendeten Schrägstäbe zur Erzeugung der nötigen Stabilität an Bug und Heck konnten hier eben- falls weggelassen werden. Die Faltbootwerften sollten es sich aber abgewöhnen, auf den dadurch gewonnenen„größeren Stauraum" hinzuweisen. Es macht wirklich kein Vergnügen, das Boot bis in die Spitzen hinein voll zu packen. Was sich da vorn verkrümelt hat, läßt sich nur von Schlangenmenschen herausholen, wenn man nicht besondere Vorkehrungen trifft, um an das Stau- gut, das außer Reichweite liegt, heranzukommen. Das zusammengepackte Gestell ist in der Tat nur halb so groß wie bei Holzbooten. Als Nachteil kommt höchstens die Schwierigkeit in Frage, Reparaturen ebenso leicht vornehmen zu können wie bei Booten mit Holzgerüsten, bei denen sie jeder nur einigermaßen geschickte Bastler selber ohne besondere Kosten machen kann. Bemerkens- wert ist bei dem ausgestellten Boot auch die Be- festigung des Steuerruders durch eine Steuergabsl, die in seitlich an der Haut ausgeklebte Gummi» Abend-Trabrennen zu Mariendors. Mit einem interessanten Programm schließt am Dienstag, 18. Oktober. 14 Uhr. die zweite Herbstveranstal- tung zu Mariendors. Zwei Steherkonkurrenzen, die beide großen sportlichen Reiz haben, kommen zur Entscheidung. Schwarzes Brett W-ldl»ns de, 1. Bezirk,. Die veröffentlichte Ausschrei. bung des am nächsten Sonntag stattfindenden Bezirks» maldlaufs erfährt eine Aenderuna. Für die Gruppe der Männer kommt ein 3000.MeIer.EinzeIlauf und ein 3000. Meter-Lauf mit Mannschaftswertung zum Austrag. Die Meldungen können dahingehend geändert werden. VfL. Ostring. Alle Mitglieder treffen sich zum Wald. lauftraining Mittwoch, 13. Oktober, 20 Uhr, in der Halle. Eintrittskarten zu der Nachfeier werden dort ausgegeben. Touristenverein„Die Naturfreunde". Dienstag, 13. Ok. tober. Wedding: Willdenowstr. 3(Zimmer 4). Die Schwaben kommen.— Humboldthain: Willdenowstr. 3 (Zimmer 3). Die Drahtzicke von hinten und vorn.— Ge. sundbrunnen: Pank» Ecke Wiesenstraße. Alfred„packt aus".— Norden: Sonnenburaer Str. 20. Naku-Aus. stellung. Treffpunkt 20 Uhr Geschäftsstelle.— Friedrichs- Hain: Frankfurter Allee 307(Ebert-Saal). Rektor Senscht Berlin und der Berliner Osten.— Osten: Ebertpstr. 12. — Friedenau: Offenbacher Str.!».— Oberschöneweide: Lausener Str. 2.— Musiigruvpe: Neukölln, Flughafen- straße 88. Uebunasabend.— Mittwoch, 19. Oktober. Du* Iohannisstr. 15. Arbeitsabend.— Rofenthnler Vorstadt: Weinmeisteistr. 13—17. Naturwissenschaft.— Tiergarten: Lehrter Str. 18—19. Musikabend.— Humboldthain: Pank. Ecke Wiesenstraße. Singekreis.— Prenzlauer Berg: Dan- ziger Str. 82(Baracke II). Karl Marx und die Arbeiter» bewegung(2. Abend).— Vinetaplatz-Schönhauser Vor. stadt: Rote Schule. Putbusser Str. 22. Unlere Sommer. fahrten.— Südwesten: Porckstr. 11 Brettfpielabend.— Lichtenrade: Bei Lentz. Kaiser-Wilhelm-Str. 73. Kurz. referate.— Neukölln: Bergstr. 29(Raum I>. Musikabend. — Lichtenberg: Gunterstr. 44. Rundfunk am Abend Montag, 17. Oktober Berlin: 16.05„Redakteur Kleist** (O. Heraus). 16.30 Bläsertrio. 16.45 Gdtarren- soli. 17.05 Joseph Haydn. 17.30„Unter den Berberstämmen der Sahara"(Dr. Charl. Weidler). 17.50 Orchesterkonzert. 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Ordiesterkonzert. 19.30 Kurt Heynidee: Neue Arbeiten. 20.00 Erstes Philharmonisches Konzert. 20.55 Wir erinnern an... 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. 24.00„Flug-Heil". Ausschnitt aus dem Funkpotpourri. Königs Wusterhausen: 16.00 Päd- agorisdier Funk. 17.30 Die Entstehung der neunochdeutschen Schriftsprache(Prof. Dr. A. Hübner). 18.00 Musizieren mit unsichtbaren Partnern(Dr. H. Just). 18.30 Archäologische Entdeckungen der Neuzeit(Dr. h. c. F. v. Oppeln-Bronikowski). 18.55 Wetterbericht. 19.00 Stunde des Landwirts. 19.20 Aus Königsberg: Hörbericht aus der Technischen Hochschule(W. Ottendorf). 20.50 Viertelstunde Funktechnik(Ob.-Ing. Nairz). 22.20 Aus Leipzig: Unterhaltungsmusik. Sonst* Berliner Programm.