Abend-Ausgabe Nr. 494 B239 49.Jahrg. Rebaktton und Verlag- Berlin SW 68, Lindenstr. 3 s-rnfpr-cher! A 7 Ami Dönhoff 292 dt« 297 Ttlegrammadnss«! Soziolbomoka, D-rlw BERLIK ER VOLKS BLATT MITTWOCH 19. Oktober 1932 In Groß- Berlin 1l) Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sieh« am Schluh beS rebatttoncllen Teilt Jenivatovsan der Gozialdemokeatische« HSaetei Deutschlands Gottgesandte? Frömmigkeit im �ablksmpl Auf alten Bauernhäusern im Osten findet man gelegentlich hoch oben am First den gottergebenen Spruch„Wo der Herr nicht das Haus bewacht, da wachen die Wächter um- sonst", aber dicht neben der Eingangstür leuchtet noch ein Schild:„Achtung: Bissiger Hund!" Für alle Fälle! An diese zweifache Sicherung wird man erinnert, wenn man die von Gottwohl- gefälligkeit triefenden Reden unserer ganzen und halben Diktatoren hört, die immer dann erklingen, wenn ihnen das weltliche Funda- lnent des Bolksvertrauens nicht ganz sicher erscheint. Kaum beginnt Hitler zu er- kennen, daß sich die Massen um ihn verlaufen, so zieht er sich auch schon resigniert auf seine göttliche Sendung zurück, von der er aber auch nicht genau weiß, wie weit sie sich er- streckt. So klagt er in Günzlich in Bayern: „Wenn die Vorsehung es bestimmt hat, daß die Nationalsozialisten die Macht bekommen, dann wollen wir auch die Ver- antwortuna übernehmen. Wenn aber die Vor- s e h u n g sie nur zur Vorbereitung einer besseren Zukunst benutzen will, müssen wir auch in diesem Falle unsere Pslicht tun." Ei, wie bescheiden.„Hitler i st Reichs- Präsident" hatte Herr Goebbels doch ver- kündet. Und jetzt bekennt Adolf Hitler elegisch, daß er vielleicht nur zur Lorbereitung der besseren Zukunft bestimmt war! Der besseren Zukunft, welche die Herren Papen und Schleicher bringen? Aber auch diese Herren sind in bezug auf die Zustimmung des deutschen Volkes von Zweifeln geplagt. Zwar hat der Kanzler in München forsch verkündet: „Das Volk muß besser darüber urteilen, was die Ehre und Würde der Nation verlangt, als ein Teil seiner Ab- geordneten." Wenn er sich aber erinnert, daß dieses Volk seine Politik und Herrschaft am 31. Juli mit 30 Millionen Stimmen gegen 2 Mil- lionen verwarf, dann zieht er sich auch lieber wieder auf den lieben Gott zurück und erklärt feierlich: „Jede Autorität hat ihren Ursprung in Gott. Wir sind dienende Glieder in einer von Gott gegebenen Ordnung. Unsere konservative Gesinnung beruht im Glauben an Gott." Herr von Papen fühlt sich zu seiner Mission von Gott bestimmt: Herr Hitler fühlt sich als Organ der Vorsehung und be- streitet die göttliche Sendung Popens.„Hätte die göttliche Vorsehung", so sagte er neulich in Nürnberg,„Herrn von Papen als Führer gewählt, so hätte man den Herrn von Papen schon früher entdeckt." Vom Kampf der Nazis aber erklärte Hitler:„Gott hat ihn gewollt!" Ist nun Gott bei Hitler oder bei Papen? Bei beiden oder bei keinem von beiden? Uns will scheinen, daß diese ganze Gesellschaft von Gott und allen guten Geistern ver- lassen ist! Hitler als Lustminifter �.ucb eine Enthüllung In einer Versammlung in Königsberg klagte nach einem Bericht der nationalsozialistischen Presse Adolf Hitler: Warum wollte man mich denn überhaupt in dieses Kabinett hineinnehmen? Nur, um mich mundtot zu machen. Ein Luftmini st e- rium sollte ich verwalten, zu de m bte L u s t f a h r t überhaupt noch nicht vorhanden ist. Aus dieser luftigen Geschichte wurde dann be- kanntlich nichts. Ein wahres Glück für die Lust! Arbeitslosenunterstützung erhöht I)!e neueste Sozualverordnunx der Herren-Regierung Die Verordnung zur Ergänzung von sozialen Leistungen bringt an erster Ttelle eine Erhöhung der Arbeitslosen- unter st Übung für die Zeit vom 31. Lk- tober 1933 bis zum 1. April 1933. Ar- b e i t s l o s e, die verficherungsmäßige Unterstützung oder.Krisenunterstützung nach den Lohnklassen I bis VI mit min- bestens einem Familienzuschlag bezichen, erhalten zu der Unterstützung eine wöchentliche Zulage. Tie Zu- läge beträgt für je K Unterstützungstagc mit einem oder zwei zuschlagsberech- tigten Angehörigen 2 M a r k; sie erhöht sich bei drei oder vier Angehört- g en auf 3 Mark und bei mehr als vier Angehörigen auf 4 Mark. Arbeitslose, die einer höheren Lohnklasse als VI angehören, erhalten die Zulage, wenn ihr bis- heriger Unterstützungssatz den Satz der Klasse VI einschließlich der Zulage nicht erreicht, als Zulage wird in diesem Falle der Unterschiedsdetrag ge- währt. Die Prüfung der Hilfsbedürftig- keit bleibt für die Zulage außer Be- t r o ch t. Die neue Verordnung beseitigt ferner Schmie- richkeiten und Härten, die sich aus der Ortsklassen- einteilung der Notverordnung vom 14. Juni! er- gaben. Die Verordnung enthält eine weitere Vorschrift, wonach zum Ausgleich von Härten, die sich in besonderen Fällen aus der Bemessung der Ar- beitslosenunterstützung nach Ortsklassen und Ge- meindegrößen in der Zeit vom 3l. Oktober 1932 bis 1. Zlpril 1933 ergeben, aus de» Mitteln der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits- losenoersicherung ein Betrag bis zur Höhe von 8 Millionen Mark verwendet werden kann. In der Krankenversicherung hat die Notverord- nung vom 3. Dezember 1931 sämtliche Mehr- leistungen beseitigt. Die neue Verordnung läßt in beschränktem Umfang Mehrleistungen zugunsten der Angehörigen der Ver- sicherten auch bei Ueberschre>ten des Höchstsatzes wieder zu. Es soll gestattet sein, Krankenhaus- pflege für Familienangehörige oder einen Zu- schuh an Stelle der Krankenhauspflege zu ge- währen, ferner das Hausgeld zu erhöhen, das bei Aufnahme eines Versicherten in das Krankenhaus für seine Familie zu zahlen ist. Beitragser- höhungen dafür werden im allgemeinen nicht not- wendig sein. Die Unfallrenlen für Unfälle, die sich nach dem 31. Dezember 1931 ereigneten, sollen nicht mehr gekürzt werden. Die Renten richten sich bei diesen Unfällen wieder lediglich nach dem Iahresarbeits- verdienst. Ferner sieht die neue Verordnung Milde- r u n g e n hinsichtlich der Kriegsopser- r e n t e n vor. Nach der Notverordnung vom 8. Dezember 1931 bleiben von den aus die Sozial- renten anzurechnenden Versorgungsbezügen 2 5 M. im Monat von der Anrechnung frei, soweit es sich um Renten handelt, die vor dem 1. Januar 1932 festgestellt sind. Diese Freigrenze soll nach der neuen Verordnung auch für die nach dem Stichtage fe st ge st eilten Renten gelten. In der Rentenversicherung wird die widerruf- liche Gewährung von Mehrleistungen durch die Selbstverwaltung allgemein zugelassen. Auf Grund der neuen Vorschriften wird es namentlich der Angestelltenversicherung möglich sein, die Gewährung von Waisenrenten und Kinderzuschüssen über das IS. Lebensjahr hinaus fortzusetzen. Die Einführung von Mehr- leistungen ist unzulässig, wenn sie die Deckung der Regelleistungen gefährdet. Nationalistisches Theater Die Geschäfte der Preußenbank im Untersuchungsausschuß ä)er„Otohe Jionwiijfar" Als Nachfolger des verstorbenen Gravina- Italien ist der Däne R o st i n g, Chef der Danzig-Abteilung im Völkerbund, zum Ober- kommissar in Danzig bestellt worden, vor- läufig aber nur bis zum 1. Dezember. GG. erschießt Arbeiter Flugblattverteiier der Eisernen Front heimtückisch niedergeschossen Eigener Bericht des„Vorwärts" Essen. 19. Oktober. Am Dienstagabend wurde das Mitglied der Eisernen Front H a n n i g, als er in der Nähe des Wasserturmes in der Tteeler Straße Flugblätter verteilte, aus einer Gruppe heraus beschossen und durch einen Bauchschuß schwer ver- letzt. Eine zweite Kugel durchschlug das Fenster einer benachbarten Wirtschaft. Zwei S 2.- L e u t e, die dringend ver- dächtig stnd. die Schüsse aus einer Gruppe Gleichgesinnter abgegeben zu haben, wur- den vorläufig festgenommeu. Zur Auf- klärung der Tat ist eine Belohnung von 399 Mark ausgesetzt worden. Der Bundesvorstand des Reichsbanners hat von sich aus gleichfalls 399 Mark Beloh- nung ausgesetzt. Der verwundete Reichs- bannermaun ist heute früh seinen Ver- letzunge« erlegen. Heute vormittag setzte der Klepper-Aus- schuß des Preußischen Landtags unter starker Beteiligung des Publikums die Zeugenoer- n e h m u n g fort. Zu Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende Dr. Z u b k e(Dnat.) bekannt, daß der Ausschuß in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen habe, für Donnerstag den Reichskanzler von Papen, Staatssekretär Planck sowie den jetzigen Präsidenten der Preußenkasse, Dr. H e l f f e r i ch, zur Zeugenvernehmung zu laden. Der Reichskanzler habe mitgeteilt, daß er am Donnerstag dienstlich verhindert sei. Deshalb werde Herr von Papen schon heute nachmittag zur Vernehmung geladen. Das Zeugenoerhör wird darauf mit der Ver- nehmung des V e r l a g s l e i t e r s der„Köl- nischen Volkszeitung", Konsul Maus, fortgesetzt. Aus Befragen des Vorsitzenden erklärt der Zeuge, daß bei Gründung der Goerreshaus Aktiengesell- schaft, der Verlagsgesellschast der„Kölnischen Volkszeitung", 4 Millionen Aktien bereits gezeichnet waren, und daß es sich darum handelte, den Restbetrag von 2 Millionen noch zu beschaffen. Er habe keine Bedenken gehabt, öffentliche Gelder zu diesem Zweck zu erhalten, da ihm bekannt ge- wesen sei, daß auch anderweitig Parteizeitungen vom Staate Unterstützung erhalten hätten. Auf die Frage des Borsitzenden, welche Zeitungen er im Auge habe, erklärte Konsul Maus, daß er nicht in der Lage sei, hier präzise Angaben über diese Dinge zu machen. Dr. Boden(Z.): Wie hat der Zeuge 1939 die Rentabisiilät beurteilt? Zeuge Blaus: Damals sehr gut, aber im Ver- lauf der Krise ist das Anzeigengeschäft kata- strophal zurückgegangen. Im letzten Jahr haben die Mindereinnahmen aus Annoncen 899 999 M. betragen. Vors.: War nicht auch der Abonnentenschwund sehr stark? Zeuge Blaus: Keineswegs. Wir haten Ansang dieses Jahres sogar einen Zuwachs von 9799 Abonnenten. Vors.: Wieviel zahlende Abonnenten Hot Ihr Blatt überhaupt? Zeuge: Die Auskunft verweigere ich.(Z u- rufe: Das gehört nicht hierher.) Im weiteren Verlauf der Verhandlung entsteht eine längere Debatte darüber, ob der Zeuge ge- wüßt hat, daß er das Geld von der Preußenkosie erhalten habe. Konsul Maus erklärt auf ver- schiedene Fragen dieser Art mehrmals nachdrück- lich, daß chm das Geld von der Heimbank ausgezahlt worden fei. Er habe nicht ge- wüßt und wisse auch heute nicht, daß die Preußen- kasse der Geldgeber gewesen ist. Der Vorsitzende oerliest hierauf einen Brief» Wechsel, in dem Konsul Maus und Präsident Klepper eine Zusammenkunst in Berlin ver- einbart hatten. Abg. Bluhs(NSDAP.): Sind Sie also doch im Zwickel a. D. Die Ladehosenverordnung revidiert Amtlich wird mitgeteilt: Im preußischen Ministerium des Innern Hat am 18. Oktober eine Besprechung mit den Ver- tretern der Badeanzugindustrie und des TextilHandels stattgefunden. Die Besprechung hat zu einer Einigung aller Beteiligten über die polizeilichen Anforderungen an eine zweckmäßige und geschmackvolle Badekleidung ge- führt, die dem sittlichen Empfinden der Bevölkerung entspricht. Damit sind die gegen den Erlaß vom 28. September entstandenen Bedenken der be- teiligten Wirtschaftskreise ausgeräumt. Bilde gewesen, woher die Gelder für den Aktien- kauf gekomme» sind? Zeuge Blaus: Ich habe Ihnen ja bereits mehr- mals gesagt, daß ich nicht weiß, woher das Geld gekommen ist. Abg. Bluhs(Nsoz): Wenn Sie diese Behaup- tung nach der Verlesung dieser Briefe noch auf- rechterhalten, erkläre ich, daß Sie einen glatten Meineid leisten.(Stürmische Protestruse im Zen- trum.) Zeuge(erregt): Ich würde einen Meineid leisten, wenn ich Ihnen sagen würde, daß ich den Geldgeber kenne. Abg. Bletzinger:(Z.): Hat die.Kölnische Volks- zeitung" zahlreiche Wonnenten im Auslande? Zeuge Blaus: Jawohl, und wir setzen bei unserem Auslandsgeschäft selbstverständlich Geld zu. Eine Rentabilität für die„Kölnische Volks- zeitung" wäre überhaupt nicht zu erzielen, wenn wir keine Nebenbetriebe hätten. Das geht aber nicht uns allein so, sondern bei anderen führen- den Zeitungen in Köln, ebenso bei der„Frank- surter Zeitung" und der„DAZ." liegen die Dinge nicht anders. Wir haben für unsere grenz- und außenpolitische Tätigkeit viel- fach Anerkennung von deutschen Staatsmännern wie Stresemann und Hermann Müller erhalten. (Zuruf: Systemstaatsmänner!) Zeuge Maus: Ich weiß nicht, was Ihre Staatsmänner fmdl Wir haben auch von Deutsch- nationalen mehrfach Anerkennung für unsere poli- tische Haltung bekommen. Abg. Steuer(Dnat.): Das glaube ich nicht. Zeuge Maus: Herr Abgeordneter, Sie werden doch nicht bestreiten, daß es auch in der Deutschnationalen Partei objektive Männer gibt.(Heiterkeit links.) Abg. Hamburger(Soz.): Der Vorsitzende läßt hier eine Anzahl Fragen durchgehen, die mit dem Verhandlungsstofs gar nichts zu tun haben. Wenn das so weiter geht, kommen wir überhaupt nicht vorwärts. Einzelne Abgeordnete fühlen sich be- rufen, hier große Plädoyers zu halten. Und ich ersuche den Vorsitzenden, jetzt endlich alle Fragen zu beanstanden, die nicht zur Sache gehören. Nach Schluß der Vernehmung des Zeugen kommt es nochmals zu erregten Szenen, als der Vorsitzende zur Vereidigung des Zeugen schreiten will. Abg. Metz Inger(Z.) weist darauf hin, daß man nach dem bisherigen Brauch erst dann die Vereidigung vornehmen solle, wenn der Zeuge das schriftliche Protokoll durchge- lesen habe. Ihm erscheine die Eil e, mit der hier die Vereidigung stattfinden soll, sehr ver- dächtig. Abg. M u h s(Nsoz.): In diesem Fall ist es angebracht, daß die Vereidigung ausgesetzt wird. Wir haben den Briefwechsel zwischen dem Zeugen und Dr. Klepper verlesen und die Antwort des Zeugen Maus gehört. Wir sind der Meinung, daß seine Aussage falsch ist.(Stürmische Ent- rüstungsrufe im Zentrum.) Abg. Dr. Groß(Z.): 3n diesem Ausschuß werden von einzelnen Mitgliedern Feststellungen über Feststellungen getroffen, obwohl nur der Ausschuß als solcher etwas festzustellen hat. Wann will der Vorsitzende hier endlich einmal eingreifen? Es wird sodann beschlossen, den Zeugen Maus nach Einsichtnahme in das Protokoll zu ver- eidigen. Darauf beginnt die Vernehmung des Di- rektors Brüning von der DD.-Bank-Filiale in Köln. Druckmaschine beschlagnahmt Haussuchung im Karl-Liebknecht-Haus Der Polizeipräsident teilt mit: Auf Ersuchen des Kasseler Untersuchungsrichters suchungsrichters wurde die Beschlagnahme am City-Druckcre! des Karl-Liebknecht-Hauses die R o- t ä I.to n s m a sch i n e beschlagnahmt, da dyich Sachverständigengutachten festgestellt wurde, daß auch hier Druckschriften hochverräterischen In- Halts, wegen deren ein Strafverfahren vor dem Reichsgericht schwebt, hergestellt worden sind. In Ausführung dieser Anweisung des Unter- suchungsrichters wurde die Beschlagnahmung am IS. Oktober unter dem Beisein des von dem Unter- fuchungsrichter ernannten Sachverständigen durch Kriminalbeamte der Politischen Polizei durch- geführt. Herrtot der Dunkle Eine Rede voll Andeutungen Maßregelung eines Richters Ha-iminister muß Verfügung zurücknehmen. Eigener Beridit des„Vormärts" Dessau. 19. Oktober. Di« nationalsozialistischen Machthaber in Anhalt haben mit ihrer Personalpolitik fortgesetzt Pech. Vor wenigen Wochen ist der sozialdemokratische Amtsrichter Za- bel gemaßregelt und in den Assessor st and zurückversetzt worden. Nachdem aber der Staat Anhalt durch eine ein st weilige Ver- fügung des Landgerichts zur teilweisen Gehaltszahlung verpflichtet wunde, hat sich jetzt der nationalsozialistische Ministerpräsident Frey- berg veranlaßt gesehen, den gemaßregelten so- zialdemokrattschen Beamten unter Gewährung aller bisherigen Rechte wieder in fein Richteramt einzusetzen. Folgen der Vapen-Volitik 350 Arbeiter entlassen Eigener Bericht des„Vormärts" Braunschweig. 19. Oktober. Die Kontingentierungspolitik der Papen-Regierung hat holländische und dänische Kunden der Miag, des größten braun- schweigischen Jndustriewerks, zur Zurück- ziehung der Bestellungen veranlaßt. In- folgedessen werden 3SÜ Arbeiter entlassen. Eigener Beridit des„Vormärts" Paris. 19. Oktober. Herriot hielt vor dem Verband der französischen Provinzpresse eine Rede, in der er außenpolitisch folgendes sagte: „Unser Land wird angegriffen, andererseits wird es schlecht verstanden. Sehr oft stoße ich zugleich auf Feindseligkeit und auf jenes furcht- bare Mißverständnis, das bewirkt, daß selbst unsere edelmütig st en Gesten nicht ge- würdigt werden. Frankreich braucht alle sein« Wachsamkeit, um nicht nur seine eigene Ruhe, sondern auch die der anderen Länder zu sichern. Das von der Menschheit gewünschte Statut ist der Frieden. Leider ist seine Durchführung nicht einfach. Wenn man sich bedroht fühlt, gebietet einem der Instinkt, alle seine Ver- teidigungsmittel ohne Aufschub und ohne Vor- behalte auf den höchsten Stand zu bringen. Die übernommenen Verpflichtungen und die Art, in der das Problem aufgeworfen ist, zwingen uns, das klare Recht und die tatsächlichen Vorteile auf unsere Seite zu bringen. Aber einer» seits darf man Frankreich niemals vorwerfen können, die geringste der von ihm unterzeichneten Verpflichtungen verlegt zu haben, andererseits kann man, wenn man, wie ich, die Verantwortung für das Leben und die Interessen Frankreichs trägt, nicht vergessen, daß, falls«in ernstes Ereignis eintreten sollte, wir genötigt sein würden, nicht auf uns allein zu rechnen, sondern auch mit den anderen. Die Demarchen, die meine Regierung unternehmen muß, sind infolgedessen sehr kompliziert. Man muß den internationalen Horizont überwachen, und ohne einen Namen aussprechen zu wollen, erkläre ich, daß unser Land das Nötige tun muß, um das gute Recht auf seine Seite zu bringen." Der französische Ministerpräsident will offenbar vermeiden, daß in dem schlimmsten Fall— den er vorsichtigerweise mit einrechnet — Mangel an Vorausficht und Ueberschätzung des Friedenswillens des„anderen" ihm vor- geworfen werden könne. Jedenfalls ist Eu- ropa wieder in einem Zustand, wo von einem solchen Fall offen in Staatsreden gesprochen wird. Das ist eine sehr ernste Fest- stellung, und es wäre nicht unlogisch, zu er- örtern, wie und wodurch man wieder so weit gelangt ist.... Im übrigen scheint Herriot es darauf an- gelegt zu haben, die Alliierten Frank» reich s über die Festigkest dieser Bündnisse zu beruhigen und ihnen zu sagen, daß sich daran gar nichts ändert, auch wenn sie nicht zur Viermächtekonferenz hinzugezogen werden. Die Gvethe-l�edaille für Herriot Eigener Beridit des„Vormärts" Paris, 19. Oktober. Der Reichspräsident hat dem französischen Mi- nisterpräsidenten die G o e t h e- M e d a i l l e zu- erkannt. Die Ueberreichung wird durch den beut- schen Botschafter anläßlich eines Abschiedsessens erfolgen, das Herriot dem scheidenden Herrn von Hoesch gibt. Die Medaille, die in Silber geprägt ist, zeigt das Profllrelief Goeches und auf der Rückseite eine alegorische Zeichnung, während am Rande jedesmal der Name des Empfängers eingraviert ist. Der Medaille liegt stets ein persönliches Begleitschreiben des Reichspräsidenten bei. Der Luftfahrt-Skandal Gefälschte Papiere oder gefälschte Aussagen? Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 19. Oktober. Der Skandal in der französischen Luftschiffahrt hat am Montag eine neue Wendung genommen. Bisher hatte der verhaf- tete Journalist Eollin behauptet, daß er all« falschen Dokumente nach Angaben des Direktors der A«ro Postale, Bouilloux-Lafont, angefertigt Hab«. Diese Aussage hatte Bouilloux-Lafont stark belastet. Am Montag hat nun der Untersuchungs- richter«inen Komplicen Collins namens Picherie vernommen, den Eollin, um sich wichttg und glaubwürdig zu machen, den Direktoren der Aero Postale als Polizeikommissar vorge- stellt hatte, der Agent de« Spionagebüros des Generalstabes sei. Picherie gestand nach anfänz- lichem Leugnen, daß er der Verfasser ver- schiedener Dokumente sei urtd daß Eollin ihm die Unterlagen für die Fälschungen oerschafft habe. Eollin habe Bouilloux-Lafont diese falschen Dokumente aufgedrängt, um ihm möglichst viel Geld zu entlocken. Picherie ist darauf gleichfalls wegen Fälschung von Dokumenten unter Anklage gestellt worden. Der.Populaire" nimmt die Aussage des Picherie sehr skeptisch auf. Di« Zeitung meint, es handele sich hier um bestellte Arbeit, die!den Zweck verfolge, Bouilloux-Lafont zu entlasten. Picherie fei zehnmal vorbestraft. darunter auch wegen Erpressung- Man dürfe also seiner Aussage keine große Bedeutung beilegen. Hirsch Wider Hirsch! Umgang mit Harzburgern Die Nazi-Fraktion im Preußischen Land- tag hat folgende Anfrage Kube, Lohse, Haake, Hinkler und Gen.(Nr. 376) ein- gebracht: In der Presse wurde in den letzten Tagen bekanntgegeben, daß sich der Reichskommissar für Preußen, Herr Reichskanzler v. Papen. nach Ostpreußen begeben habe, um dort die „Not der vstpreußischen Landwirtschast" im ein- zelnen festzustellen. Tatsächlich hat Reichs- kommissar o. Papen entsprechend dem Vorbild seines großen Vorgängers, des Herrn Minister- Präsidenten Dr. h. c. Otto Braun, in der Ro- mintener Heide Hirsche gejagt, was wohl nicht direkt mit der„Not der Landwirtschaft in Ostpreußen" in Verbindung steht. Außerdem hat Herr Reichskommissar o. Papen in Trakehnen am Querfeldein-Rennen teilgenommen. Auch das dürfte nicht direkt mit der auch von uns behaupteten„Not der Landwirtschaft in Ost- preußen" in Verbindung stehen. Lediglich in Tilsit hat der Herr Reichskommissar o. Papen beim Kaffee mit dem Landrat Penner über die „Not der Landwirtschaft in Ostpreußen" ge- sprachen. Wir fragen das Staatsministerium: 1. Billigt es die tendenziöse Darstellung der Regierungspresse, eine Vergnügung s- und I a g d r e i s e des Reichskommissars für Preußen, Herrn v. Papen, als Dienstreise zu frisieren, durch die der Eindruck erweckt werden soll, der Reichskommissar v. Papen kümmere sich tatsächlich um die Not der Landwirt- schaft in Ostpreußen? 2. Hat Herr v. Papen als Reichskommissar für Preußen weiter nichts zu tun, als Staatshirsche zu schießen? Vor kurzem führte die Kube-Fraktion be- kanntlich erbitterte Beschwerde, weil der dem Nazi-Reichstagspräsidenten Göring durch Vermittlung K e r r l s zum Abschuß über- wiesene preußische Hirsch den verwöhnten Ansprüchen des Herrn Göring nicht genügte. Jetzt ist die Rache da: haust du meinen Hirsch, hau ich deinen Hirsch I Der Heimwehrabgeordnete Hainzl. der im Fi- nanzausschuß den Abg. Genossen Otto Bauer durch Wurf mit einem Streichholzständer am Kopf verwundet hat, wurde wegen Körperverletzung zu 39 9 Schilling verurteilt. Gerüchte über eine Regierungskrise in der Tschechoslowakei werden jetzt dahin eingeschränkt, daß nur eine Umbildung der Regierung U d r z a l bevorstehe. Kiwlescus Sieg Regierungskrise in Rumänien Eigener Bericht des„Vormärts" Bukarest, 19. Oktober. Die seit«iner Woche erwartete Regie- rungskrise ist ausgebrochen. Minister» Präsident V a i d a- V o i v o d hat am Montag- nachmittag dem König den Rücktritt des Ge- samtkabinetts überreicht, da er sich davon überzeugen mußte, daß der König und ebenso einige Mitglieder seines Kabinetts die Partei des gegen ihn rebellierenden Londoner Gesandten T i t u l« s c u ergriffen hatten und dessen ab- lehnende Haltung in der Frage des Nichtangriffs- Paktes mit der Sowjetunion teilten. Der König hat die Demission angenommen. In nattonalzaranistischen Kreisen wird ver- sichert, daß weder mit einem Regierungswechsel noch mit der Auflösung der Kammer zu rechnen sei. Der König werde wieder ein« nationalzara- nistische Regierung berufen. Der nationalzara- nistische Führer M a n i u ist am Dienstag vom König mit der Neubildung der Regierung betraut worden, in die Titulescu als Außenminister ein- treten soll. Nachdem es dem ehrgeizigen Titulescu gelungen ist, aus dem Kampf mit Vaida-Voivod als Sieger hervorzu- gehen und diesen zu stürzen, ist es nicht ausge- schlössen, daß er nunmehr wieder auf seinen Lon- doner Posten zurückkehren und dadurch Maniu oder einem anderen Nationalzaranisten die Bil- ldung eines homogenen nationalzaranistischen Ka- binetts ermöglichen wird. Bergmanns Sterben Drei weitere Gpfer der Schlagwetterkatastrophe Aachen, 19. Oktober. 3m Laufe des gestrigen Tages sind drei der bei dem Unglück auf der Grube„Sophia 3 a k o b a" in Hückelhoven schwer verletzten Bergleute gestorben. Drei weitere Opfer des Unglücks schweben noch in Lebensgefahr. Saarbrücken, 19. Oktober. In der Grube Göttelbort im Fischbachthal wur- den drei Bergleute durch Absturz des hän- genden Gutes verschüttet. Sie konnten sofort befreit werden, doch haben alle drei schwere Verletzungen erlitten. Bluttat im KuhstaK Um 2,5v Mark— Täter ermittelt E n« schwere Bluttat ereignete sich Montagabend in der M i p p e r st r a ß e 5 in Neukölln. Der 19 3ahre alte Melker Karl G r a s. ein gebürtiger Schweizer, erschlug mit einer Mistgabel seinen Arbeitgeber, den 32 3ahre alten Molkereibesitzer Susi!', M a» s k o w s k y aus der Mipperllraße S. Der Täter flüchtete dann, wurde aber 24 Stunden später bereits ermittelt und festgenommen. Graf war vor etwa dre' Wochen von dem Be- sitzer als Kuhmelker angenommen worden, sollle aber wieder entlassen werden. Am Montagnachmittag wurde G. der resttiche Lohn ausbezahlt. Zwischen beiden Männern ist es zu einer erregten Auseinandersetzung gekommen und im Kuhstall hat G. die Bluttat verübt. Die Aerzte stellten fest, daß M. durch den Schlag einen schweren Schädelbruch, einen Kieiernbruch und andere Verletzungen davongetragen hat. Der Mclker Graf war dann verschwunden und der angestrengten Arbett der Kriminalpolizei ge- lang es, ihn am Dienstagabend b«i Bekannten in Neukölln zu ermitteln und festzunehmen. Im Verhör behauptete er, daß er in der Notwehr gehancelt hätte. Matskowsky hatte eine Forke in der Hand als G ihn aufsuchte und«ine Rest- forderung von 2. 59 Mark vorbrachte. Der Besitzer hätte ihn nun m i t d e r Forke aus dem Stall jagen wollen. Ihm wäre es aber gelungen, M. die Forke zu entreißen. Jetzt hätte sein Gegner einen sch w e r e n Zink- e i m e r genommen, den er ihm an den Kopf werfen wollte. Da erst hätte er zugeschlagen. Ob diese Darstellung Grafs zutreffend ist. bleibt ab- zuwarten. Der schwerverletzte Besitzer kann im Krankenhaus noch nicht vernommen werden. Graf ist der Mordinspektion eingeliefert wor- den, um eine völlige Klärung herbeizuführen. Der Mord an Gva Koppe? 10 dahre Zuchthaus für Cccchini Eigener Beridit des„Vormärts" B a s e l. 19. Oktober. 3n dem Schwurgerichtsprozeß gegen den 3Ialiener Luigi Cecchioi wnrde in der Nacht zum Mittwoch das Urteil verkündet. Cecchini wurde des Totschlags, begangen an seiner Gattin Eva Koppel aus Berlin, schuldig erklärt und uuter Zubilligung rn kdernder Um- stände zu zehn 3ahren Zuchthaus, einer 3ustizbußc von 1999 Franken und den Prozeßkosten verurteilt. Die Untersuchuugshast von 21- 3ahre!, wird angerechnet. Mildernde Umstände billigte das Gericht dem Angeklagten zu. weil er nicht vorbestraft ist und ein Geständnis abgelegt hat. Bei der Strafbemessung war maßgebend, daß das Gericht Vorbedacht bei der VerÜbung der Tat verneinte, jedoch nicht in dem Sinne, daß Cecchini nicht die Absicht gehabt habe, seine Frau zu erschießen. Es habe aber die kalte, ruhige Ueberlegung gefehlt, die nach tessinifchem Sttafrecht zum Wesen des Vorbedachts gehöre. Als mildernde Umstände wertete das Gericht die bisherige Unbescholtsnheit des Angs» klagten und dessen Geständnis. Weiter nahm das Gericht in Anbetracht des äußerst leidenschaft- lichen Charakters des Angeklagten eine Vermin- derung der Zurechnungsfähigkeit Cecchinis an. Das Publikum, das zu Beginn des Pro- zesses offenkundige Sympathie für Ceccchini be- kündet hatte, änderte seine Stimmung nach dem Plädoyer des Nebenklägers völlig und nahm die Verkündung des Urteils mit Befriedigung auf. GA.-Mann als Kiiiderschäiiöer Zu Zuchthaus und Ehrverlust verurteilt Eigener Beridit des„Vonoärts" Halbersiadl, 19. Oktober. Von der Halberstadtsr Großen Strafkammer wurde am Dienstagabend der S A.- M a n n Hermann Krüger aus Halberstadt wegen Sittlichkeitsverbrechen zu zwei Iahren sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Cr hatte sich in gemeinster Weise an vier sieben- bis neun- jährigen Mädchen vergangen. Der Angeklagte suchte sich damit herauszureden, daß er die Be- schuldigung als einen Racheakt der Kommunisti» schen Partei, der er früher angehörte, darstellte. In der gleichen Weise bemühte sich ein S A.» Scharführer, der gleichfalls der KPD. angehört hatte, den Sittlichkeitsverbrecher zu entlasten. Das Gericht verweigerte dem An- geklagten mildernde Umstände und oerurteilte ihn außer zu der obigen Zuchthausstrafe zu fünf Jahren Ehrverlust. Gegen Klara Zetkin. Der Alterspräsident des Preußischen Landtages, General L i tz m a n n, ist von den Nationalsozialisten im Wahlkreis Frank- furt-Oder-Grenzmark als Spitzenkandidat zur Reichstagswahl aufgestellt worden. Die Auf- stellung hat den Zweck, zu verhindern, daß Klara Zetkin neuerdings als Alterspräsidentin den Reichstag eröffnet. General Litzmann ist 89 Jahre all. Der Streik in den Elmhorner Wurstfabrlken ist durch Schiedsspruch des Schlichters mit einem Erfolg der Streikenden beendet. Nie Partei im Kampfe Massenversammlung in Wilmersdorf— Wahlrede Aufhäusers Von zwei Polizeioffizieren„überwachl", sprach gestern in einer überfüllten Wählerveriammlung >m grohen Saal des Vikloriagarlens in der wil- Helmsaue Genofje Siegfried Aufhäuser über das Thema„Unser Kamps um die Rechte der Arbeiterklasse-. Kommunisten und Rationalsozialisten versulchen, durch dauernde Zwischenrufe die Versammlung zu stören oder gar zu sprengen. Als sie merkten, daß die über. wältigende Mehrheit der Versammlung gegen sie stand, zogen sie es vor, als gleiche Brüder mit ver- schiedcnen Kappen das Feld zu räumen. Auch nach ihrem Abzug wies die Versammlung noch einen so starken Besuch auf, daß viele stehen mußten. Der Kreisleiter von Wilmersdorf, Genosse S t e i n h ö f e l, gedachte bei Beginn der Ver- sammlung in ernsten Worten der Treue aller unserer Reichsbannerkameraden und Partei- genossen, die von den Sondergerichten unschuldig in Zuchthäuser und Gefängnisse gesteckt wurden. Er erwähnte por allem den Wilmers- dorfer Reichsbannerkameraden T e i ch m a n n. der in der vergangenen Woche, nach der Ueberzeugung aller derer, die ihn kennen, zu Unrecht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. Unser Kamerad kann nicht geschossen haben, denn er hat noch nie eine Pistole in der Hand gehabt. Er ist verurteilt worden auf die Aussage eines einzigen Nationalsozialisten hin, der ihn an seinem bleichen Gesicht erkannt haben will. Als«teinhöfel fort- fuhr, daß die Sozialdemokratie nichts unversucht lassen würde, um unseren Kameraden die Freiheit wieder zu verschafsen, fand er stürmischen Beifall. Dann nahm Genosse Aufhäuser das Wort: „Im letzten kurzlebigen Reichstag hatten Nationalsozialisten und Kommunisten die Mehr- heit. Aber weder das Dritte Reich noch Sowjet- deutschland ist gekommen. Dasür herrscht finsterste Reaktion. Das Rad der Geschichte scheint rückwärts gedreht, der Feudalismus herrscht, aber nicht aus eigener Kraft. Millionen von Naziwählern dienten als Fußschemel. Das will man heute nicht mehr wahr haben. Man schimpft auf die„feinen Herren". Aber wenn Goebbels klagt, daß die Barone auf den breiten Rücken der Nationalsozialisten in die Amtlichkeit geklettert seien, so fragen wir: Warum habt ihr euren Rücken denn hingehallen?(Sehr richtig!) D'e Nationalsozialisten sind betrogene Betrüger, sie dienen den Baronen als Spiel! augenblicklich zappeln sie unten, und sie werden froh sein, wenn sie nach der Wahl von den Baronen ein wenig wieder hochgezogen werden. Aber hoffentlich werden ihre Wähler merken, daß sie wenigen Kapüalgewaltigen als ausführendes Instrument dienten. Die Nationalsozialisten sind bescheidener geworden. Der Marsch aus Berlin ist aufgegeben, man erstrebte den Sieg durch den Oer Aspirant Rs sitrt in Oels in seinem Schloß Ans Charleville der junge Mann. Er ist gelernter Kaisersproß, Und das ist alles, was er kann. Wenn er so in die Gegend horcht, Scheint ihm die Zeit verheißungsvoll. Drum kommt er langsam angestorcht Und rät, wie man es machen soll. Er hat bei einer Abgrnndfahrt Den Wagen schon mal mitkntschiert. Seitdem hat er sich aufgespart, Falls es uns wieder mal pressiert. Du Volk, gefoltert und zerquält. Um dessen Ohr der Jammer bläst: Das ist das Letzte, was dir fehlt! Du wirst verwest, bis du verwest! Hans Bauer. Goelhe-Rledoille für herriot, Vulery und Gide. Die Goethe-Medaille ist dem Ministerpräsidenten Herriot, dem Mitglieds der französischen Akademie Paul Vulery und dem bekannten Schriftsteller Andrä Gide verliehen worden. Botschafter von Hoesch überreicht heute vor dem Abschiedssrühstück, das Herriot ihm zu Ehren gibt, dem Minister- Präsidenten die Medaille. „Der Studentenprinz" kemmi im„Großen Schauspielhaus" am Sonnabend in der In- szenicrung von Rudolf Bernauer zur ersten Auf- sühruna. Die Musik ist von Rombera mit Einlagen von Michael Ä r a u ß. Die musikalische Leiwng hat TheoMackeben. Stimmzettel, und die lautesten Schreier gegen die Demokratie geben sich jetzt als treueste Hüter des demokratischen Parlamentarismus. Wie artige Rekruten hörten sie sich eine einstündige Rede der Kommunistin Klara Zetkin an, sie k u h» handelten aus Angst vor der Auflösung tage- lang mit dem Zentrum. Aufhäuser behandelte dann den Regierungskamps gegen die Sozialpolikk. Er wies daraus hin, daß von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit leider nicht gesprochen werden könne. In dieser Frage wünsche er jeder Re- gierung Erfolge, möge er ihr sonst noch so feind- lich gegenüberstehen. Aber bei der Veröffent- lichung von Zahlen dürfe man nicht vergessen, daß auch nach dem Eingeständnis ganz neutraler Stellen durch den Abbau der Crwerbslosenfür- sorge über 2 Millionen Erwerbslose durch die Zählungen nicht mehr er- faßt würden. Papen habe allerdings an einer Stelle einen Ersolg erziell: die Papiere an der Börse seien gestiegen! Aber das sei so, als ob man ein Streichholz unter dos Thermometer halte. Dann steige das Quecksilber, aber das Zimmer würde beileib« nicht warm. Die Handels- und Kontingentierungspolstik diene unter Ausschaltung der parlamentarischen Kon- trolle auf Kosten der Konsumenten einem agrari- schen Jnteressentenhaufen und werde durch unsere besten Ausfuhrländer mit einer Blockade be- antwortet. Die Regierung führt einen Tanz auf den Hühneraugen unserer besten Freunde auf. Koburger Fürstenhochzeit Trotz aller Dementis sei es wahr, daß Reichsbank- Präsident Luther die Regierung aus die Gefahren, die ihre Politik auch auf die Währung ausübt, hingewiesen habe. Wir treiben eine Polstik der 'nationalen Absperrung und sind in die Methoden der wichelminischen Zeit zurückgefallen. Schroffes Auftreten soll imponieren, imponiert aber nicht. Der Kanzler stellt sich in den Mittelpunkt von Stahlhelmparaden und schafft eine At:no- sphäre wie 1914. Interviews und Memoranden, hinter denen der General v. Schleiäzer steht, sind mehr schneidig als nützlich. Was wir glücklich geschafft haben, ist unsere Isolierung. Wir rufen den Frauen zu: Denkt an die zehn Mil- lionen Toten des Krieges! Wir sagen der Jugend: Wer den Sozialismus will, ist gegen den Kneg! Von der Zeit Hermann Müllers sind über Brü- ning bis zu Papen Durchschnittslohn und Unter st ützung im gleichen Maße zurück- gegangen. Betrug der Durchschnittslohn zur Zeit Hermann Müllers S2,8<) M. die Woche, so liegt er in der Papen-Zeit weit unter 40 M.! Bei Hitler würde es anstatt Lohn nur noch Löhnung geben. Unter Müller betrug die Durch- schnittsunterstützung 20,20 M. pro Woche, bei Papen beläuft sie"sich aus 10,30 AI. Unter Hiller würde es die unbezahlte Dien st Pflicht geben. Wir müssen das Parlament schon allein um der sozialen Fragen willen wieder aktions- fähig machen. Wir müssen dafür sorgen, daß auf die Dauer die Volkssouoeränität nicht durch das Herrentum ausgehoben wird. Wie weit wir ge- kommen sind, das zeigt auch das Auftreten des früheren Kronprinzen in den letzten Wochen. Den nationalsozialistischen und kommunistischen Störenfrieden rief Aufhäuser zu: Die Reaktion fürchtet keinen Scheinsozialismus. Sie fürchtet auch keine radikalen Parolen aus Moskau. Was sie fürchtet, ist die organisierte Sraftentfaltung der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften. Sie kämpf gegen die Eiserne Front. Sie fürchtet die Eiserne Front, well in dieser das Willens- Zentrum der Einheit der Arbeiterklasse ge- geben ist. Wir rufen den Massen zu: Schart euch um das Banner der Sozialdemokratie, schlagt die Reaktion, indem ihr der Liste 2 den Sieg oerlecht. Folgt unseren zukunftsweisenden drei Pfeilen. In ihnen leuchten die großen Ziele unseres Kampfes gegen Faschismus, für Freiheit, gegen Krieg, für Frieden, gegen Not und Kapita- lismus, für Menschenglück und Sozialismus. (Langanhaltender Beifall.) Genosse Steinhöfel schloß die große Kundgebung mit einem zündenden Appell zur Arbeit für die Freiheft! „Da liegt der ffund begraben" Theater am Schifibauerdamm Posaunenstoß. Der Paukist schwingt mächtig den Schlägel. Dann entwickeft sich Stefan- W o l p e s ch e- Chansonmusik. Nicht der Hörer, nur der Mustker ist schuldig. Aber es werden auch kräftige Songs kommen. Sie lauten auf das Thema: Alles will und muß aus der Haut fahren. Haut ist Symbol, doch nicht wie beim alten Guido Thielscher, der nur aus der Haut fahren und sich daneben setzen möchte, um seinem Haus- kreuz zu entgehen. Nein, die Hauptspieler in dieser politischen Diskussionsrevue, etwa der Frei- Herr von Gründern und der KolonialwarenhäMer Rottebohm, die wollen weiter. Sie wollen übers große Wasser und los vom ganzen deutschen Krisenkladderadatsch 1932. Darum singen sie das große Paradecouplet, in dem die Massenflucht aus dem geliebten Vaterland verherrlicht wird, und die ganze begeisterte Truppe ist daran be- teiligt. Vorher kommen noch, bis das eigentliche Theater angeht, wie im Tonfilm, einige Kleinbilder, einige Genrebilder. Im Eisenbahnabteil die Ganoven, angeführt von Emma V e n z k e, die nachher die Gräfin Bosiglioni sein wird, aber stolz ist, aus der Pallisadenstrafte in Berlin N zu stammen. Die Ganoven Helsen sich aus der Verlegenheit, indem sie Briestaschen und goldene Zigaretten- eluis aus unbewachten Bürgerbusen ziehen. Neues Genrebild: Nottebohm, Heringsbändiger aus Han- nover, Dialekt mit zischendem St, Gemüt aus Pleitestimmung, ist nicht zufrieden. Warum er UM. Q-OO.- Bcutydd ühcL wecb/otte- Vjcdst sind für die Leserinnen des„Vorwärts" durch Teilnahme an dem Preisausschreiben über den Roman„Gilgi, eine von uns" zu gewinnen. Nähere Bedingungen des Wettbewerbs in jeder Sonntagsausgaoe des„Vorwärts". aber die Proletenthese nicht aneckt, redet Wittchen so etwas wie Internationalismus auf nationaler Basis, etwas Patriotismus für den vierten Stand, etwas Rotes mit schwarzweitzroten Tupfen. Auch die Truppe 1931 hat im Oktober 1932 etwas Angst, sich am heißen Brei des klaren Bekenntnisses das Schnäuzchen zu verbrühen. Der Librettist Wangenheim ist ein ernster und abstrakter Mann, ein besessener Diskussionsstück- Propagandist, und er verzichtet auf die bequeme Wirkung. Doch er ist diesmal nicht schlagfertig genug, um alle Schlagwörter so stark mit Sinn, Explosionsstofs und programmatischer Trommel- Wirkung zu laden, daß man außer Rand und Band gerät. Er läßt zuviel mit sich reden und redet selbst zuviel. Die Satire wird lahm. Die Empörung schreit nicht zum Himmel, sondern nur ins Leitartikeldeutsch. Wangenheim hat aber seine Schauspieler, Inge- borg Franke, Heinz Greis, Meyer- Hanno, Kurt T r e p t e. Steffi S p i r a u. a., alle diese feurigen Diskutierer. diese Spezialisten des Distussionsstücks, diese gar nicht schüchternen, sondern sehr entschlossenen Propagandisten eines besonders brenzligen Theatergenres energisch er- zogen. Das ist alles Theater ohne Illusion und doch wieder nützliches Theater. Den Schläfrigen, die im Theater Morphium suchen, behagt das nicht sonderlich. Wer Galle vertragen kann, der fühlt sich dabei aber ziemlich wohl. Max Hochdorf. Die neue Nelson-Revue Komödie Ein« Girlreportage von P a u l H a h n. Die armen, süßen Dinger werden, man denke, nach dem Balkan verschleppt! Gott sei Dank aber geht es gut aus. denn der Weltagenturbesitzer, dessen durchgebrannte Tochter öabei ist(oh Vaterschmerz. oh Maskenpathos!) Holl sie zurück, origineller- weise als Elown verkleidet(„auch in des Gauk- lers Brust ein Herz..., ganz neu, noch nie da- gewesen), und sorgt für das glückliche End«. So- ziales aus dem Reich der nackten Beine, Tragödie im Nachtlokal, der Mensch in der Dirne usw. Nackte Tatsachen, mit einem mitfühlenden und einem lüsternen Auge gesehen. Man kann auch Kitsch eleganter machen. So- fern man es nämlich nicht vorzieht, den schwam- migen Boden verlogener Kurfürstendamm-Menta- lität zu verlassen, ein wenig Geist zu investieren und kritisch, parodistisch, satirisch zu werden, was letzten Endes sogar das bessere Geschäft ist(siehe Holländer). Schade, daß Rudolf Nelson— von oft ganz netten Gesangsterten angeregt— ssiner Musik keine tragfähigere Unterlage auswählte. Scheinen ihm auch diesmal besonders zündende Einfälle nicht beschieden gewesen zu sein, so ist dies, was er mit seinen Partnern Perl und Biel zusammen auf drei Flügeln in amüsantem Satz, geistreich lockerer Variationentechnik und tadellosem Zu- sammenspiel exerzierte, gutes und geschliffenes Kunsthandwerk. Auch das von Rosa Valett! geleitete Spiel hatte eine angenehme kunsthandwerMche Note, ohne daß auch hier besonderer Einfallsreichtum gerühmt wenden könnte. Hermann Vallentin ging einem rollengemäß auf die Nerven(das sentimentale Pathos, zu dem er da verurtellt ist, wirkt unbeschreillich peinlich): Ann! Mernes hatte gute Momente, alles andere war gut zu- sammengespielteir- Durchschnitt. w. meckert, wird im dritten Genrebild sichtbar. Frau Nottebohm. Tantippe und Drachen, verdirbt ihm den Deutschlandappetit. Die Dienstmädchen haben bei ihr schmale Kost und verschwenderisch an- gebotene Gemeinhetten. So kommt das Theater in Gang. Es ist Rotte- bohm nicht zu verdenken, daß er den ehrlichen Ga- novenvorschlag akzeptiert, mal ein Traumleben, vielleicht auch ein Wirklichkeitsleben, außerhalb dieser vier Gefängniswände zu probieren. Es geht aufs Schiff. Luxusdampfer, Passage in schweren Devisen zahlbar. Jetzt setzt Gustav von Wangenheim, der Direktor der„Truppe 19 31", die dieses Zeitstück spielt, scharf ein. Die Truppe muß nach dem Spietzeridyll soziale Sym- bole spielen. Es beginnt die Truppendiskussion, die eine Spezialität des Wangenheimschen Kollek- tivs ist. Sie will nicht amüsieren, sondern gründ- lich aufklären Dazu bietet sich Gelegenheit auf dem Schiff und in den Chinaszenen. China, das ist ja heute das Land, wo die Proleten verrecken, teils weil die Räubergenerale es so wollen, teils weil die Japaner unersättliche Landräuber sind, teils weil der liebe Gott das schöne Riesenland promptest mit Hungersnot und Ueberschwemmung bedient. Die Wangenheimsche Diskussion will nicht ein- seitig, sie will universal sein. Recht haben sollen mcht nur die Menschen ganz unten, sondern auch die aus dem Mittelstand, die aus dem Adelsstand auch. Also wird durchaus sachverständig in die Seelennöte des Freiherrn von Gründern hinein- geleuchtet, der bei den Gelben das Soldatenglück sucht, das er zu Hause bei den weißen Lands- leuten nicht mehr findet. Dem verkrachten Aristo- kraten fährt dann Wittchen, Matrose aus Sachsen. mächtig über die schnarrende Schnauze. Der Baron, beinahe Nazi, will doch nur Raum, um zu kommandieren. Wittchen will aber nur Raum, damit das ganze Proletariat zunächst im Vater- land, dann auch auf der ganzen Welt, nicht mehr in Arbeitslosigkeit zu krepieren braucht. Damit Der Altmeister der Vogelkunde. Im preußischen Landwirtschaftsministerium fand Dienstag anläß- lich des 7S. Geburtstages des Altmeisters der deutschen Ornithologie Freiherrn von B e r- l e p s ch eine Feier statt, bei der der Jubilar zahl- reiche Ehrungen empfing. Dr. H e i n r o t h feierte den Jubilar als Wissenschaftler im Namen der Deutschen ornithologischen Gesellschaft, deren Ehrenmitglied Berlepsch seit 1915 ist. Namens der Reichs- und preußischen Regierung sagte Ministerialdirektor Arnoldi dem Jubilar zu, daß sein Werk, die Vogelwarte seines Schlosses See- dach, die seit 1908 staatlich anerkannt und unter- stützt wird, auch weiterhin von amtlicher Seite gefördert wird. In der Tschechoslowakei soll im Epeltal zwischen Marienbad und Karlsbad nach Berlepschen Grundsätzen ein großer Natur- und Vogelschutzpark errichtet werden. Die zweite Galeere Callgulas geborgen. Der verkohlte schwarze Rumpf der zweiten Galeere des Kaisers Ealigula, die aus dem Nemifee ge- hoben wurde, wird jetzt nach fast 2000 Jahren in Sicherheit gebracht. Seit Monaten hat man daran gearbeitet, das Holz, das überaus brüchig geworden war, zu verstärken und durch ein be- sonderes Verfahren vor dem weiteren Verfall zu schützen. Das Schiff war schwer beschädigt wor- den durch Taucher, die zu verschiedenen Zeiten seit dem 13. Jahrhundert aus ihm die bronzenen Kunstwerke heraufgebracht hatten, die sich jetzt im Nationalmuseum zu Rom und auch ander- wärts befinden. Ein Museum soll erbaut werden, in dem die beiden antiken Schiffe untergebracht und dem Publikum zugänglich gemacht werden. Ju den Kammerspiele» wird nach Beendigung des Gastspiels der Schultes-Truppe Paula SB e n e l y vom 27. Oktober an wieder die„Rose Bernd zur Darstellung bringen. Den Streckmann spielt Fritz Kamper-. Das Kabarett„Die Katakombe" eröffnet Anfang November in ihren neuen Räumen im Hause der Skala in der Lucherstrahe. Baut Lullusttlrme! Für die sieben mageren Jahre Herr Hilgenberg hat in seiner„großen Rede", die wir bereits erwähnten, eine von ihm entdeckte Stilblüte wiederholt:„Wer sein Volk führen will, muß die Massen seines Volkes lieben." H u g e n- berg will sein Volk führen, mithin hat alles das was er deutchnationals redet und drucken läßt als L i e b e für d i e M a s s e n seines Volkes zu gelten. Daß die Massen des Volkes anders darüber denken und dies bei der Reichstags- wähl am 6. November wiederum zum Aus- druck bringen werden, ist das Schicksal der Pro- pheten, die in ihrem Vaterlande nichts gelten. Das Krisenproblem und das damit verbundene Arbeitslostgkeitsproblem hat schon vielen Menschen schweres Kopfzerbrechen gemacht, ohne daß dabei eine brauchbare Lösung gesunden wurde. Der Marxismus ist so rücksichtslos in seiner Aus- sassung, daß die Krisen unvermeidliche Begleiter- scheinungen der privatkapitalistischen Gesellschasts- ordnung sind und erst mit der Beseitigung dieser zum Untergang verurteilten„Ordnung" verhütet werden können. Der Marxismus ist überhaupt so surchtbar rücksichtslos für Leute die auf ihren eigenen Besitz stolz sind, zumal, wenn sie ihn wie Herr Hugenberg erarbeitet haben, weshalb sie sich verpflichtet fühlen, ihn zu be- kämpfen. Herr Hugenberg glaubt zwar nicht d i e Krisen innerhalb der heutigen Ordnung mit ihrer konseroatio-autoritären Führung beseitigen zu können, doch will er wenigstens die Last der Arbeitslosigkeit überwinden, lind zwar ganz nach dem biblischen Beispiel van den sieben fetten und den sieben mageren Jahren. „Wer soll die Last der Arbeitslosigkeit tragen? Nun, einfach: die Zeiten der Hochkonjunktur. Die Zeiten der Hochkonjunktur sind schwer mit den Opfern zur llcberwindung der nächsten Arbeits- losigkeit zu belasten." Diese Idee scheint sogar einer gewissen An- kurbelung der Wirtschast förderlich. Die nötigen I u l i u s t ü r m e zur Aufspeicherung des Kon- junktursegens müßten schon jetzt aufgebaut werden, damit man sie hat wenn sie gebraucht werden. „Die hohe Inanspruchnahme der Kapazität der Werke und die Verlängerung der Arbeitszeit der Belegschaft wirken— die für Hohenberg bei besserer Konjunktur eine aus- gemachte Sache ist— ohnehin konjunkturmildernd, insbesondere durch Ersparung versrühler und viel- leicht überslüfsiger Neuanlagen und ebenso durch Abschwächung der Nachfrage auf dem Arbeits- markte. Zugleich aber geben sie sowohl Arbeit- gebern als auch Arbeitnehmern so hohe Mehr- Verdienste, daß in diese Mehroerdienste scharf hineingegriffen werden dars und muß. Das soll einerseits die Zeiten der Depression und Arbeitslosigkeit entlasten und andererseits die Uebertreibung der Konjunktur hintanhalten." Ohne uns heute schon Kopfzerbrechen zu machen über die Mehrverdienste der Arbeitnehmer bei guter Konjunktur, wissen wir aus alter Erfahrung, daß in diese M c h r v e r d i e n st e, die erst Pfennig um Pfennig, Groschen um Groschen er- kämpft werden müssen, und die zudem schon jetzt stark vorbelastet sind, ohnehin von allen Seiten scharf eingegriffen wird. Die Unternehmer berufen sich darauf, daß man ihnen zunächst doch einmal Zeit lassen müsse, um Neukapital zu bilden, bevor sie die Lohnsorderungen der Arbeiter berücksichtigen könnten und werden alles daran- setzen, um„die sozialen Lasten" abzuwälzen, wo- bei sie der Unterstützung der Hugenberg-Partei von vornherein sicher sind. Hugenberg will nur eine, eine f a s ch i st i s ch e Gewerkschaft., unter kanseroativ-autoritärer Vormundschaft und will die dann trotzdem noch hervortretenden wirtschaftlichen Differenzen durch Ehrengerichte erledigen. Um es kurz zu mache», sowohl die Massen des Volkes wie die Gewsrkschasten müssen auf die Hugenbergliebe verzichten. Ein in guter Konjunktur angesammelter Fonds einer wirklichen Arbeitslosenversicherung, der vor jedem Zugriff zu anderen Zwecken un- bedingt sichergestellt werden muß, kann in Krisen- zeiten helfen. Solange die privatkapitalistische Wirtschaftsordnung nicht überwunden ist, muß die Arbeitslosenversicherung bestehen und vor allen Hugenberg- und ähnlichen„Reformen" gefichert werden. Nie Bvlkssürsvrge Lerichtsveriügung gegen Verleumder Die Nazis sind in letzter Zeit mit der Lüge hausieren gegangen, die Volksfürsorge Ge- werkschastlich-Genossenschaftliche A.-G.— vielleicht das bestfundierte Unternehmen in Deutschland überhaupt— sei pleite. Nun ist der Volksfürsorge diese Sache zu dumm geworden. Sie hat einen der Hauptschreier, den Nationalsozialisten Rabold aus Greiz, einen bekannten Wander- redner der Nazis, beim Wickel genommen und ihn den Gerichten überliefert. Das Landgericht in Gera beschloß aus Antrag der Aolksfürsorge folgendes: „Durch einstweilige Verfügung wird dem Gegner Rabold bis zur Entscheidung des Haupt- streites bei Venneidung einer vom Gericht fest- zusetzenden Geldstrafe von unbeschränkter Höhe oder Haftstrafe bis zu sechs Monaten für jeden Fall der Zuwiderhandlung verboten, die Be- hauptung aufzustellen oder zu verbreiten„die Volkssürsorge ist pleite". Der Gegner hat die Kosten der einstweiligen Verfügung zu tragen." Das Gericht begründet seinen Beschluß aus- drücklich mit der Erklärung, daß die Volks- fürsorge ihren Vermögensbestand klargelegt habe und für die Behauptung keinerlei Anhaltspunkte vorhanden find. Den Lügnern ist also das Handwerk gelegt Werbeaktion Lei Mix& Genest Als Auftakt zur ReichstgaswaHl in Verbindung mit der Werbeaktion für die freien Gewerkschaften veranstalteten die Funktionäre der Eisernen Front der Mix& Genest 21.- G. am Freitag, dem 14. Oktober, im Birkenwäldchen, Tempechof, eine Betriebskundgebung für Demokratie und Volks- rechte gegen Diktatur. Um auch mit den politischen Gegnern über unsere politischen Ziele zu diskutieren, wurden die Anhänger der Kommunisten und Nationalfozia- listen besonders zu dieser Veranstaltung eingeladen. In eindrucksvoller Weife behandelte Genosse H e i l m a n n als Referent die große» politischen und wirtschaftlichen Fragen, wobei er aus das Versagen der Diktaturparteien, praktische Arbeit im Interesse der Erwerbstätigen zu leisten, hinwies und im Gegensatz dazu die positive Arbeit von Partei und Gewerkschaften im Interesse der Ar- beiterschast klar herausstellte. Genosse Heilmona schloß seine interessanten Ausführungen mit dem Appell an die Versammelten, alles daranzusetzen, die Sozialdemokratische Partei so stark zu machen, daß ohne sie in Zukunft in Deutsch- land nicht regiert werden kann. Trotzdem den Vertretern der Diktaturpartsien in der Diskussion eine Redezeit von je 30 Minuten Arlur Tleidharäl wurde zum Gauführer des„Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold" für Berlin-Brandenburg gewählt. gewährt wurde, kamen die Herren Klugertvon der NSDAP, und OlbrichoonderKPD. über Gemeinplätze und die üblichen Phrasen über Partei uno Gewerkschaft nicht hinaus, so daß es dem Genossen Heilmann in seinem Schlußwort ein leichtes war, den Herrschaften entsprechend zu ant- warten. Mit einem Appell, für unsere Bewegung im Be- triebe zu werben, wurde die eindrucksvolle Kund- gebung mit unserem Kampsruf von dem Leiter der'Versammlung, Genossen Galle, geschlossen. Gpritwebers Devifen Nieder ein 21/2-MilIionen-Prozeß Immer mehr Fäden des Devisenschmuggels laufen bei der Zollsahndungsflelle zusammen. Immer wieder sind es dieselben Nomen. Erst vor wenigen Tagen sind zwei große Devisen- Prozesse zu Ende gegangen, in einem Falle handelte es sich um Esseklen in höhe von 5 Millionen Mark, im anderen Falle um solche im werte von Z Millionen Mark. Und heute haben sich vor dem Schöffengericht wieder elf Angeklagte zu verantworten, die Effekten in höhe von 2'A Millionen Mark aus Holland nach Deutschland gebracht, sie hier verkauft und den Erlös an Aus- länder ausgehändigt haben. Im Mittelpunkt des heutigen Prozesses stehen der berüchtigte Kaufmann Hermann Weber, als Sprit-Weber bekannt, und der Inhaber eines Bankhauses in der Charlottenstraße, Markus F r e i f e r. Sprü-Weber scheint den Kampf mit der Zollfahndungsstelle sich zur Lebensausgabe gemacht zu haben. Nachdem er bei seinen Sprit- schiebungen unterlegen ist, legte er sich auf de» Devisenschmuggel. Er richtete Unter den Linden ein vornehm ausgestattetes Büro ein, meldete eine Handelsgesellschaft für Ein- u n d A u s f u h r an, die sich angeblich mit dem Export von Textilien befaßte. In Wirk- lichkeit war das nur ein Deckmantel: aus Holland wurden mit Hilfe einer großen Anzahl von Kurieren Effekten nach Deutschland gebracht — auch die bereits aus früheren Prozessen be- kannte Kolonne Einhorn war für die „Handelsgesellschaft" tätig— und in der Hauptsache für das Bankhaus Markus Freiser verkauft. Die Zollfahndungsstelle hotte auf Sprit-Weber schon seit langem ein Auge geworfen: als dann Tausendmarkscheine, die für die Efsekten bezoblt worden waren, im Saargebiet auftauchten, wußte man, daß hier wieder einmal gegen das Devisen- gesetz verstoßen worden war. Der Angeklagte Weber bestreitet seine Schuld: er erklärt, die Effekten bloß als Darlehn er- halten zu haben. Im ganzen hat er Wertpapiere in Höhe von etwa 770 000 M. verknust. Die Restsumme von etwa 1 800 000 M. entfällt auf die übrigen Angeklagten. Ehetragödie im Osten Lelbstmordversueh des Täters Im Hause Gabriel-Max-Straße 21 in Lichtenberg spielte sich in den gestrigen späten Abendstunden eine blutige Ehetragödie ab. Nach einem vorangegangenen Streit feuerte der 30jährige Schlosser Bruno L- auf feine gleichaltrige Frau Frieda aus einer Pistole meh- rere Schüsse ab. Trotz ihrer schweren Verletzun- gen gelang es Frau L. noch, aus den Treppenslur zu eilen, wo sie bewußtlos zusammenbrach. Als Hausbewohner aufmerksam wurden und hinzu- eilten, ertönte in der Wohnung des L. ein Schuß. Der Täter hatte die Wafse gegen sich selbst ge- richtet und sich einen lebensgefährlichen Schläfen- schuß beigebracht. Schwer verletzt wurden beide durch die Feuerwehr ins Lichtenberger Hubertus- krankenhaus gebracht. Dort ist der Mann bald nach seiner Einlieserung gestorben. Gelehrige Papenschüler Woehenlohn von 5 Mark Die Holzwarensabrik A. Bischof A.-G., Coswig in Anhalt, hat sich den Wink der Regierung Pape» für Lohnherabsetzungen besonders zu Herzen genommen. Sie stellt junge Arbeiter ein, wenn diese sich bereit erklären, zu Frauenlöhnen zu arbeiten. Dabei werden auch den Frauen Löhne gezahlt, daß es eine Schande ist. In den meisten Fällen wird im Akkord nicht einmal der Stundenlohn erreicht. Die Stundenlöhne der Frauen bewegen sich bis unter 10 Pf. Einer der Lohnbeutel, die unser Dessauer Parteiblatt veröffentlicht, sieht so aus: A. Bischosf A.-G., Eoswig-Zlnhalt. Löhnung vom 25. 9. bis 1. 10. Nr. für Bahn, Clara. Wochenlohn............. M. 67 Stunden............ M. Ueberstunden.......... M. Bruttolohn:..... 5,67 M. Abzüge: Invalidenversicherung 0,15 M. Krankengeld und Arbeitslosenversicherung 0,51 M. Arbeitslosenhilfe_ 0,10 M. 0,76 M. Inliegend Nettolohn: 4,91 M. Sofort nachzählen! Säckchen aufbewahren! So schafft man den„Wohlfahrtsstaat" gründlich � ob, To.rifrecht braucht hier nicht noch gebrochen zu werden. Popens Rezept. Antwort am 6 No- vember. Die Freireligiöse Gemeinde Berlin veranstaltet Freitog, 21. Oliober, abends von 6— 8 Uhr, in der Pappelallee 15 einen Kirchenaustritts- abend, um denen, die verhindert sind, aui das Zlnrtsgerichl zu gehen. Gelegenheit zu geben, ihren ?lusllitt aus der Kirche zu ermöglichen. Wer bis zum 31. 12. 32 seinen Austritt vollzieht, hat nur noch bis zum 31. 3. 33 Kirchensteuer zu.zahlen. Notariatsgebühr 2 Mark. Legitimation ist mit- zubringen. Weiler für Berlin: Vorübergehend Beruhigung und Aufheiterung. Nachts sehr kühl, stellenweste Bodensrost. 2lm Tage wieder zunehmende Be- wölkuug.— Für Deutschland: Im Osten ziemlich heiter mit sehr kalter Nacht. Im Westen wieder neue Wetterverschlechterung. wiener klang in Tanz und Sang. Der Oester- reichisch-Deutsche Volksbund veranstaltet gemein- sam mit der Dcutschösterreichischen Liedertafel heute, Mittwoch, den 19. Oktober, 20 Uhr, einen großen Volksliederabend im Berliner Konzert- Haus„Clou". Eine Reihe hervorragender Künstler sind für diesen Abend gewonnen worden, dessen Reinertrag bedürftigen Landsleuten zugedacht ist. 34. Abl. H e u t«, 20 Uhr, Funktionärsitzung Ca- diner Straße 10. Rundfunk am Abend Mittwoch, 19, Oktober Berlin: 16.03..Luftbabys", llörbericht über das Erlebnis des ersten I Inges(Dr. H. Orlovius. Dr. C Ii. Pfeil). 16.30 Mandoünen- ordiester-VVerbekonzert. 17.40..I renide Eindringlinge in der Tierwelt der deutschen Gewässer"(Dr. J. Hollfreter). 18.00 Erika Mitterer: Eigene Dichtungen. 18.30 Die Erfindung der Photographie(H. Handke). 18.53 Die E unkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.15 Zum Gedächtnis Walter Schronks. 19.33 Reichsarbeitsmin. Dr. Schaeffer: Die neue Verordnung zur Ergänzung von sozialen Leistungen. 20.00 Konzert auf elektrischen Instrumenten 21.00 Mir stellen vor... 21.10 Paul Bender singt Balladen. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Aus Budapest: Zigeunennusik.'m Königs Wusterhausen; 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Hamburg; Nachmittagskonzert. 17.30 Nordisches Christentum als Wegweiser(Louis v. Kohl). 18.00 Musikerstudien(Dr. N. Feinberg). 18.30 Dr. h. e. v. Berlepsch zum 75. Geburtstage(Dr. A. Berger). 18.33 Weiterbericht. 18.55 Englischer Sprachunterricht(Marga v. Kuhlwein, Lektor W.Mann). 19.33 Stunde des Beamten (Min.-Rat Dr. Mallwitz). 20.50 Aus München: „Drei Kaiserjüger" von F. A. Angermeyer. 22.20 Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Hierzu 1 Beilage. D»„SottrdtU"»scheint wochcntäglich zweimal, oonntaga und Montags einmal, Sonntags mit der illustrierte» stupfcrtietdruckbei läge„Voll und Zeil". Bezugspreise: Wöchentlich 7ö Ps., monatlich ll.Zö RM. ldavon 87 Pf. sür Zustellung ins Haus) Im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 RM. einschließlich 60 Ps. Postzeitungs. und 72 Pf. PostbcstellgebUhren. Auslandsabonnemen,.>,&> RM. pro Monat, für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4,65 RM. Bei Ausfall der Lieferung wegen höherer Sewalt besteht lein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeter zeile 30 J3f.,_RefIttnitäciIt 1,50 RM.„9 1 ein» An< zeigen": das fettgedruckte ST' zählen doppelt. Arbeitsmarkt: Hauptgeschäft Berlin EW.«8, Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. Verantwortlich für Politik: Richard Schwaig: Wirtschaft: S.Ztlingelhäscr: Gewerkschaftsbewegung: Z. Steiner: Feuill«. ton: Herbert Lepere; Lokales und Sonstiges: Fritz Aarstädt: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Druck: Vorwärts Buchdruckerei und Verlagsanftalt Paul Singer u. Eo., beide Berlin SW.«8, Lindenstratze Z. Staats fe Theafer Mittwoch, den 19. Oktober staatsoper unter&en Linden 20 Uhr Wiener Blut staatliches schauspsaihaus 20 Uhr(zum 25. Male) Was ihr wollt VOLKSBUHNE Theater am Bdlewiriaiz D I, Norden 2«U. THgllch g I hr Die Ratten Är Regle: Heinz Hilpert litte Dorsch, Ea�en Kldpfer, Otto Weraicke «. Stettiner Sänger (M Reichsballen-Theater (Dönhoffplatz) 1A /»stnf Nessel. Dir. Meywl. ÄlfiäSl Tägl 8.15 Uhr, Sonmags 7 W b» 3J0Uhr(ermäßigte Pr, Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanzt" 8 Ulli 13. Flora 3431. UanDicn eil. Bronett-Famlliß, Lom Ain, 7ÄIfre(!os, Marianne& Roberts Mae Eigia, 6 Köhlers nsw. MM. wer Charioitenbur 1 Fraunhofer 0231 Turnus I Mittwoch, 19. Okt 1930 Uhr Undlne Nettesheim, Schiiach, Cavara. Hflsch, Gombert, Kandl, Baumann Uiiigent. Müller. Schiller (irolmausir. 70/71 SteinpL(C 1) 6715 Tätlich S'/a Uhr Robert und Bertram Alfrad BranD. Fritr Hindi, Senta Söneland Stg. nachm. 3*/t ildlhardt v. Giuiseuit Preis 0 40 bis 2,00 »v.uhr CASiHO- THEATER«V. Ud. Lothringer Strafe 37. cutHmminiiuniiiuitiiMnmHiiiuiNmiHniHnMiiinnmiiMiinfi Auch Sonntag» nachm. 4 Uhr Neu! Neu! Hamor{w Stimmnngl Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg als Tante Julchen. Gutschein für di' Le-e; i— 1 Personen Faut 0.75 M.% Sessei i 25 V\- 1>.5-.W Rose- TUeater Orale fmlbirler Stnlt 13! Iii. Wiidnil E 1 3422 5,18, 8,30 Uhr Der Hauptmann von Köpenick Deutsches Theater Weidend. 5201. 7 Uhr Zum 1. Male Plisz kl!« n Eiüiiiro Sdiaaspiel von H. v. Klein Regie: MaxReinhardt Hammerspieie 8 Uhr Schnltes Bühne Heilerer Ludwig- Thoma- Abend Die Srautscbau Erster Klasse Ba B. B. Bendows Laote Buhne Kottbosser Straße 6 früher„Elfte- Singer*4 latfis sith gssuiifl! T;l. 8 Dir, Sonnt, nadm. JVt Preise von 50 Pf. an WALL N ER-THEATER Wich 8.15„Mitschuldigen" ..Sa,yros"von Goethe— Musik MoiaH Pre se O.SO bis 3.- 0.—"onnr.> u ft,' 5 Uhr V'or.e ka t iägl ch r.i 1_hr BEILAGE MITTWOCH, 19. OKT. 1932 Friedrich Engels und Conrad Sckmidi SEur Qefchichte und Theorie der Sostialdemokratie Der„Vorwärts" brachte am 14. September 1332 eine kur�e Würdigung der Persönlichkeit Dr. Eon- rad Schmidts. Diese Persönlichkeit war von so hohem geistigen und sitt- lichen Gehalt, daß sie in unserem temperamentvollen Porkämpfer Friedrich Engels ein lebhaftes Interesse und ein warmes freundschaftliches Empfinden für den jungen Gelehrten Dr. Conrad Schmidt weckte. Schmidt hatte sich am 2. Februar 1887 von Königsberg in Ostpreußen an Engels in London gewandt und dessen Hilfe erbeten, um tief in das „Fabrikwesen" eindringen zu können. Schmidt be- kannte offen seine Unkennt- ms„der wirklichen wirtschaftlichen Welt auf ihrer gegenwärtigen Entwicklungsstufe". Und unter der weit- sichtigen Führung des be- rühmten Verfassers der „Lage der arbeitenden Klassen in England" ge- dachte er den Weg in diese Welt anmtreten. Engels nahm den flch so ehrlich und so bescheiden gebenden Mann freundschaftlich auf und lud ihn zu seinen„Abende n" ein, an denen er in„an- spruchslos frisch-burschikosem Plauderton" eine' so reiche Fülle neuer sozialistischer Anregungen ausstreute, daß dem jungen deutschen Forscher bald„eine neue Welt" aufging. Ueber die„Abende" bei Engels machte sich Schmidt Aufzeichnungen, und sicher würden wir unsere Kenntnis des intimen Engels wesentlich erweitern, wenn wir unter dem Nachlaß Dr. Conrad Schmidts diese Aufzeichnungen ent- decken würden. Mehrere Monate hielt sich Schmidt in London aus. Aus der freundschaftlichen Begegnung beider Männer entwickelte sich ein langjähriger Brief- Wechsel, der mitunter recht grelle Streiflichter auf die politischen Verhältnisse Deutschlands wirft und manche wertvolle Fingerzeige für das Ver- ständnis Marx'scher Theorien gibt. Vor uns liegen die bisher noch unveröffentlichten Briese Conrad Schmidts an Fr. Engels und die in den„Sozialistischen Monats- heften"(Jahrgang 26, 55. Band, 1920 II) a b- gedruckten Briese Engels an C. Schmidt. Conrad Schmidt war seiner ganzen Veran- lagung nach wissenschaftlicher Forscher und Gc- lehrter, aber er mußte zur Feder des Journalisten greisen und in aufreibender Tagesfton schanzen, da ihm der politisch und sozial rückständige Geist der deutschen Universitäten alle Zu- gänge zu den akademischen Hörsälen rücksichtslos verschloß. 3)ie gefcheilerle 3>riraldo%enWr Dr. Concad Schmidt schreibt an Fr. Engels unter dem 28. August 1888: ... Prof. Elster... riet mir nun sehr, ich solle nach Halle gehen, der dortige Dozent (Prof. C.) habe sehr tolerante Anfüllten, werde meiner Habilitation nicht im Wege stehen, mich auch wacker fördern usw.— Ich ging auch wirklich nach Holle und machte die Bekanntschast des be- treffenden Professors, der in der Tat sehr licbens- würdig und entgegenkommend war. An eine Ha- bilitation in Halle war übrigens, wie sich bald herausstellte, gar nicht zu denken, weil diese Uni- versität die letzte streng k o n f e s s i o n e l l e ist, und ich Dissident bin und einer freien Gemeinde angehöre.— Nachdem ich im Seminar eine Uebersicht meiner Habilitationsarbeit„über das Verhältnis von Profit und Mehrwert" vorgetragen hatte, entspannen sich im Anschluß daran sehr lang« und sehr unerquickliche Debatten, die aber insoweit mich interessierten, als sie d i c b o d e n- lose professorale Unkenntnis von Marx aufdeckten. Nachdem C. so meine Stellung kennengelernt hatte, erklärte er mir, ich würde mich mit dieser Arbeit an keiner preußi- scheu Universität auch nur habilitieren können, an Berufung sei selbslvcrständlich auch nicht im entferntesten zu denken. Alles dieses, trotzdem ich in meinem Aufsatz alle sozialistischen Schlußfolgerungen vermieden und mich streng an das Ihnen formulierte Problem gehalten hatte: Wie sich auf Grundlage des Wertgesetzes eine gleiche Durchschnittsprositrat« bilden kann und muß. Das bloße Akzeptieren der Marx'schen Werttheorie ist bei den Herren schon als Staats- oerbrechen angesehen, lieber schwören sie darauf, daß Smith und Ricardo lauter Unsinn geredet, Conrad Sdimidl als daß sie irgendeinen Satz annehmen, von dem sie dunkel befürchten, er könne irgendwie sozio- listisch oerwendet werden." Am 8. Oktober 1888 antwortet Engels auf diesen'Brief' Schmidts:„Die Erzählung Ihrer Habilitationsabenteuer haben mir die deutsche Universitätsmisere wieder einmal recht vor die Augen geführt. So etwas nennt sich Freiheit der Wissenschaft. Es' ist die alle Geschichte von Bruno Bauer aus den vierziger Jahren, nur daß wir jetzt weiter sind und es nicht nur theologische und politische, sondern auch ökono- mische Ketzer gibt. Nun, ich will hoffen, daß Thukydides(Prof. Roscher. D. R.) menschlich fühlt und Ihnen in L.(Leipzig) keine Schwierig- ketten macht. Sehr interessant war mir, zu er- fahren, daß es in Deutschland auch noch eine„kon- fessionelle" Universität gibt. Was das„wieder- geborene Vaterland" noch für sonderbare Dinge beherbergt." In Leipzig bemüht sich nun C. Schmidt erfolglos um seine Habilitation, und er unter- richtet sich bei Engels über die in- und auslän- dischen Presseverhältnisse, um sich notgedrungen der I o u r n a l i st i k zu widmen. In seinem Brief vom 9. Februar 1889 streift C. Schmidt den geschetterten Habilitationsoersuch Dr. Heinrich Brauns in Jena. Er schreibt an Engels: „Braun, der Herausgeber des„Archivs", ist übrigens, was Sie interessieren wird, wie ich von Professor C. in Halle hörte, selbst Sozial- demokrat. Auch er hat einen Habilitationsoersuch in Jena gemacht, aber trotzdem der dortige Oeko- nom D i e r s d o r f sich mit seiner Zlrbeit und seinen Leistungen durchaus zufrieden erklärte, wurde er bei dem Kolloquium von einem Paar Professoren, die— weil zur philosophischen Fakultät gehörig— das formale Recht, mit- zuexaminicren, besaßen, zu Fall gebracht, weil seine Gesinnung ruchbar geworden war. Am meisten würde ich mir natürlich eine regel- mäßige Beschäftigung wünschen, die, wenn auch nur sehr bescheiden bezahlt, einem doch die Existenz ermöglicht und gleichzeitig genügend Raum für ökonomische Arbeiten und dergleichen läßt." Nie„3ungeiiu Mit dem zur Neige gehenden Sozialistengesetz trat die radikale Unterströmung, die während der ganzen Dauer dieses Gesetzes auf den s i?z i a l- demokratischen Geheimkonkressen und in den oppositionellen Kundgebungen der Ge- Heimorganisation neben der gemäßigten öffent- lichen Politik der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion einherlief, fast tumultarisch hervor. Conrad Schmidt stand 1890 mitten in der oppa- sitionellen Bewegung, er redigierte das Blatt der Berliner Opposition:„Die Volks- t r i b ü n e". Engels war unzureichend über diese Bewegung unterrichtet worden und hielt diese für eine„Studentenreoolte", weil vielfach junge Aka- demiker in den Blättern der Opposttion zu Worte kamen. Er wertete die Führer der Berliner Oppo- sttion als„grüne Jungen, die nichts sehen als ihren maßlosen Eigendünkel", und die doch„die Parte uaktik vorschreiben" wallen. Conrad Schmidt äußert sich in seinen Briefen an Engels wiederholt über die oppositionelle Be- lvegung. Seine Beobachtungen und Urteile über die sogenannten„Jungen" erhalten eine gewisse historische Bedeutung wegen seiner engen Verbin- dung mit den ihm sehr vertrauten Führern. Am 20. Oktober 1890 schreibt er an Engels: „... Stteicht man alles, was leichtsinnige Zwischenträger in dem Stteit verschuldet, so bleiben kaum wesentliche Differenzpunkte übrig. Was Prinzipielles gegen die bisherige Taktik aufgeführt wird, sitzt wohl nur weniger tief. Im allgemeinen scheint es mir mehr Rechtfertigungsgrund als Ursache zu sein. Neben dem gegenseitigen Mißtrauen ist wohl noch ein gewisses Unbehagen an dem Streite schuld, das Unbe- Hagen, daß sich bei den heutigen Führern hinreißendes, aufrütteln- des Pathos so selten zeigt. Die parla- mentarische Tätigkeit unserer Fraktion erscheint vielen als zu schlicht und wochentäglich. Sie sehen den Nutzen davon nicht." Die proletarischen Führer der Berliner „Jungen", Werner, Wildberger, Ba- ginski, Eugen Ernst usw. erhoben ihre heftigen Anklagen gegen die sozialdemokratische Fraktion, weil diese mit ihrer sozialreformerischen Parlamentspolitik die rcvolutionär-sozialistische Endziclspropaganda überwuchert hätte, 3)ie materialifiifche Qefchichisauffaffung Ein Wortführer der Jungen, Paul E r n st, handhabte sehr schematisch und oberflächlich die materialistische Geschichtsauffassung. Deshalb schrieb Engels an C. Schmidt: „Auch die materialistische Gcschichtsausfassung Hot deren heute eine Menge, denen sie als Vor- wand dient, Geschichte nicht zu studieren. Ganz wie Marx von den französischen Marxisten der letzten siebziger Jahre sagte:„Tout ce quo je sais, c'est quo suis pas marxiste."(Alles, was ich weiß, ist, daß ich nicht Marxist bin.)... Ueberhaupt dient das Wort„materialistisch" in Deutschland vielen jüngeren Schriftstellern als eine einfache Phrase, womit man alles und jedes ohne weiteres Studium etikettiert, das heißt diese Etikette aufklebt und dann die Sache abgetan zu haben glaubt. Unsere Geschichtsauffassung aber ist vor allem eine Anleitung beim Studium, kein Hebel der Konstruktion a la Hegelianertum. Die ganze Geschichte muß neu studiert werden, die Daseinsbedingungen der verschiedenen Gesell- schaftsformationen müssen im einzelnen untersucht werden, ehe man versucht, die politischen, privat- rechtlichen, ästhetischen, philosophischen und reli- giäsen usw. Anschauungsweisen, die ihnen ent- sprechen, aus ihnen abzuleiten. Darin ist bis jetzt nur wenig geschehen, weil nur wenige sich ernst- lich daran gesetzt haben. Darin können wir Hilfe in Massen brauchen, und wer ernstlich arbetten will, kann viel leisten und sich auszeichnen. Statt dessen aber dient die Phrase des historischen Ma- terialismus(man kann eben alles zur Phrase machen) zu vielen jüngeren Deutschen nur dazu, ihre eigenen relativ dürftigen historischen Kenntnisse(die ökonomische Geschichte liegt ja noch in den Windeln!) schleunigst systematisch zurecht- zukonstruieren und sich dann sehr gewattig vorzu- kommen." Conrad Schmidt pflichtet dem Urteil Friedrich Engels über die damaligen Vertteter des historischen Materialismus völlig bei. Er schreibt näm- lich an Engels unter dem 20. Oktober 1890: „Was Sie in Ihrem letzten Briefe, für den ich Ihnen herzlich danke, über die heutigen Vertreter des historischen Materialismus schreiben, stimmt ja leider sehr. Paul Ernst, über dessen Einseitigkeiten ich mich oft geärgert, ist indes— wie ich aus seinem Briefe ersehe, durchaus nicht so verblendet, als es scheint. Sein kunstgeschichtlicher Aussatz in einer der letzten Nummern der„Tribüne"(der „Berliner Volkstribüne". D. Red.) zeigt bereits ein entschiedenes Einlenken: das Geständnis, der Materialismus verflüchtige sich ohne g e- naueste Kenntnis des Tatsachen- Materials allzu leicht zu einem bloßen Schc- matismus.. .Taut föarlJi als Anreger Mit gespanntem Interesse hatte Conrad Schmidt das Buch Paul Barths:„Die Ge- schichtsphilosophie Hegels und der Hegelianer bis aus Marx und Hustmann" studiert. Am 20. Otto- der 1890 äußerte sich Schmidt gegenüber Engels über dieses Buch:„Das Hauptargument Barths liegt darin, daß er die Einwirkung nicht- ökonomischer(insbesondere politischer) Prozesse auf die ökonomische Grundlage historisch nachweisen zu können meint. Dies wäre freilich kein Einwand gegen die materialistische Geschichtsausfassung, wenn diese nichtökonomischen Prozesse selbst wieder ökonomisch abgeleitet werden könnten. Denn dann würde die Einwirkung derselben auf die Oeko- nomie selbst wieder ökonomisch begründet sein, und alles wäre im Grunde auf wirtschaftliche Agentien zurückgeführt. Aber eben das, meine ich, müßte Barth gegenüber nachgewiesen werden. Ist das nicht möglich, so würde die Marxsche Gc- schichtsauffassung in ihrem st r e n g st e n Sinne dach nicht zu halten sein. Die Oekonomie wäre nicht mehr der einzige vorwärtstrcibcnde Faktor, andere selbständige, aus ihr nicht abzu- leitende Prozesse würden den wirtschaftlichen Eitt- wicklungsgang beeinflussen, während doch bei Marx gerade die Selbständigkett solcher beein- slussenden Prozesse als Illusion hingestellt und geleugnet werden" Friedrich Engels hat der durch Paul Barth hervorgerufenen Interpretation der materialisti- schen Geschichtsausfassung einen sehr ausführlichen Brief(den Brief nv« 27, Oktober 1890) gewidmet, Wir heben aus diesem nur einige sich auf die Politik beziehenden Ausführungen Fr. Engels' hervor— Ausführungen, die auf die Rückwirkung der— allerdings begrenzten— S e l b- ständigkeit der Staatsgewalt auf ihre ökonomische Grundlage hinweisen. Engels schreibt also: „Die Gesellschaft erzeugt gemeinsame Funktio- nen, deren sie nicht entraten kann. Die hierzu ernannten Leute bilden einen neuen Zweig der Teilung der Arbeit innerhalb oer Gesell- s ch a s t. Sie erhalten damit besondere Jnter- essen auch gegenüber ihren Mandataren, sie ver- selbständigen sich ihnen gegenüber— und der Staat ist da. Und nun geht es ähnlich wie beim Warenhandel und später beim Geldhandel. Die neue selbständige Macht hat zwar im ganzen und großen der Bewegung der Produktion zu folgen, reagiert aber auch kraft der ihr inne- wohnenden, das heißt ihr einmal übertragenen und allmählich weiter entwickelten relativen Selb- ständigkeit wiederum auf die Bedingungen und den Gang der Produktion.. Die Rückwirkung der Staatsmacht auf die ökonomische Entwicklung kann dreierlei Art sein: Sie kann in derselben Richtung vorgehen, dann geht's rascher, sie kann dagegen angehen, dann geht sie heutzutage auf die Dauer in jedem großen Volk kaputt, oder sie kann der ökonomischen Entwicklung bestimmte Richtungen abschneiden und andere vorschreiben. Dieser Fall, reduziert sich schließlich aus einen der beiden vorhergehenden. Es ist aber klar, daß in Fällen 2 und 3 die politische Macht der ökono- mischen Entwicklung großen Schaden tun und Kraft- und Stoffvergeudung in Massen erzeugen kann." Diese letzten Ausführungen Engels' haben in unseren Tagen eine direkt aktuelle Bedeutung erlangt. Sie beleuchten die faschistischen und bolschewistischen Experimente unserer Zett sehr eigenartig. ä)er originelle ä)enker Conrad Schmidt veröffentlichte 1889 seinen großzügigen theoretischen Versuch, das kaptta- listische Gesetz von der Durchschnittsprofitrate mit der Marxschen Werttheorie in Einklang zu bringen. Engels sieht in Schmidt einen geistes- verwandten Förderer der marxistischen Theorie. Er schreibt am 17. Oktober 1883 über die ihm zugesandte Schrift Schmidts: Die Durchschnitts- Profitrate auf Grundlage des Marxschen Wert- gesetzes a» diesen selbständigen jungen Forscher: „Lieber Schmidt, durch Ihre Schrift, für deren gütige Zusendung ich Ihnen bestens danke, sind wir einander so viel näher gerückt, daß ich mich nicht überwinden kann, Ihnen gegenüber die her- gebrachten Titulatoren anzuwenden, und wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, so behandeln Sie mich desgleichen. Wenn ich auch nicht gerade sagen kann, daß Sie das fragliche Problem gelöst haben, so berührt sich doch Ihr Gedankengang und der des 3. Bandes Kapital in manchen und selbst in wichtigen Punkten in einer Weise, daß Ihnen die Lektüre dieses dritten Bandes ganz besondere Freude machen wird...(Der dritte Band des Kapital erschien erst 1893/94.)... Mir persönlich hat die Schrift noch ganz besondere Freude ge- macht durch den Beweis, daß wieder einer mehr da ist, der theoretisch denken kann." Wir können unserem Conrad Schmidt nichts Ehrenvolleres in das Grab rufen als das Wort des immer so kritische» Friedrich Engels: Schmidt war einer,„der theoretisch denken kan n". L. Kamptt'inexer. Fliegen ist noch zu teuer Maschinen und Betrieb müssen billiger werden Unzweifelhaft Ist nach dem Kriege das Fliegen viel mehr eine Angelegenheit des Volks gewor- den, als es früher der Fall war. Aus dem poffi- ven Zuschauer ist der aktive Flieger geworden Gut darum, daß sich auch Werktätige dieses neuen und wirklich schönen Sports angenommen und sich im„Sturmvogel" eine Organisation geschaffen haben, die ihnen zur Verwirklichung des uralten Menschheitstraumes oerhilft. Das Segelfliegen, kollektiv betrieben, ist der Sport, der dem Menschen das Fliegen, das richtige, wahre, ganz nahe bringt. Wir haben Segelflieger gesprochen, die uns die ganze Glück- sellgkeit schilderten, die sie auf ihrem motorlosen Fluge hoch über Menschen und Land erlebten. Nichts stört sie dort oben, weder chinderniss«, die beispielsweise ein Autofahrer auf der Chaussee zu beachten hat, noch das Geräusch des Motors in einem Motorflugzeug. Sie haben erklärt, daß der Segelflug der vollendete Flug des Menschen sei, nicht vergleichbar mit dem Rasen des Motor- flugzeuges. Wie die Pilze sind deshalb auch die Segelflug- vereine emporgeschossen. In gemeinsamer Arbeit werden die Apparate hergestellt und später auch gemeinsam benutzt. Die Materialkosten für ein hochwertiges Segelflugzeug betragen um die 1000 Mark herum. Selbstverständlich lassen sich auch mit geringerem finanziellen Auswand sogenannte Schulslugzeuge herstellen, die beinahe nicht mehr kosten als«in gutes Fahrrad. Allerdings darf man die Arbeit der Vereinsangehörigen dabei nicht in Rechnung stellen. Die wird auf kollekti- vistischer Grundlage geleistet und erscheint nicht im Etat der Vereine. Wer sich über den Bau eines Segelslugzeuges in allen seinen Emzechesten unterrichten will, der sehe sich auf der Luft» sportausstellung am Funkturm die Werk- statt an. in der Flugsporller bauen. Es ist nicht nötig, daß jemand handwerkliche Fähigkeiten mit- bringt: es gibt an einem Segelflugapparat soviel zu tun. daß jeder willkommen ist. Trotzdem werden auf der Ausstellung jetzt schon Motorslugzeuge für etwa 4S00 Mark angeboten. Es find Leichtflugzeuge mit schwachen Motoren, mit denen man die Absicht, zu fliegen, durchaus erreichen kann, die aber doch immerhin das Ein- fachste eines Flugzeugs darstellen. Ein mittel- starkes Flugzeug, mit dem auch Kunstslüge aus- geführt werden können(wovor allerdings Neu- gierige zu warnen sind!) kostet immer noch 10 000 bis 1ö000 Mark, ein Preis also, den heutzutage kaum noch jemand für»in Automobil anlegt. In diesem Zusammenhang sirtd zu erwähnen die sogenannten Bautastenflugzeuge, die auf An- Von den Arbeiterkeglem Klubserienkämpfe in Berlin und Brandenburg In den Klub-Serientämpsen des Gaues Berlin-Brandenburg des Deutschen A r- beiter-Kegler-Bundes weilten die Per- liner Vereine„Vorwärts" und„Frei Holz"- Spandau in Brandenburg a. d. H.. um mit dem dorllgen Bundesverein„Frei weg" auf den Bahnen des Seeschlosses Gränert in Kirchmöser bei Brandenburg den Kampf um die Punkte aus- zutragen. Die in den Kämpfen erzielten Resultat« gingen ganz erheblich über den Durchschnitt hinaus und legten Zeugnis ab von dem bei den Arbeiter- keglern herrschenden Sportsgeist. Zum ersten Kamps am Vormittag trafen sich Vorwärts und Frei weg. Die Gastgeber, denen die Bahnen nicht ganz unbekannt waren, gaben Vorwärts mit einem Plus von US Holz bei Wertung der fünf Besten eine harte Nuß zu knacken.„Vorwärts" ließ sich aber nicht entmutigen und brachte Einzel- leistungen. die den Brandenburgern die Waage hielten. Als dann aber das jüngste Mitglied des Gaues Berlin, Sielos(„Küken"), als Letzter der Berliner Mannschaft die Bahn verließ, war das Schicksal der Brandenburger besiegelt. 757 Holz erzielte er mit 100 Kugeln und erhöhte das Plus der fünf Besten seines Verein» auf 156 Holz, wo- durch Vorwärts mit einem Mehr von 40 Holz Sieger blieb, Am Nachmittag trat dann Frei weg nochmals gegen Frei Holz an. Die Letzteren sicherten sich schon bei Beginn des Kampfes einen Vorsprung, der sich von Kegler zu Kegler steigerte. Alle Hoffnung hatten die Brandenburger aber auf ihren Schlußmann Pohlenz gesetzt, der das Mehr der Spandauer von 36 Holz herausholen sollte und nach seiner Leistung vom Vormittag auch da- zu imstande sein mußte. Pohlenz holte stark auf und verringerte mehr und mehr den Abstand. Als Pohlenz mit 734 Holz die Bahn verließ, war Frei weg auch im zweiten Kampf geschlagen. Mit einem Plus von nur 2 Holz blieben die Span- dauer Sieger. Haben die Arbeiterkegler sich auch schon des öfteren harte Kämpie geliefert, so war der Kampf Frei Holz gegen Frei weg ein Musterbeispiel sportlichen Ehrgeizes und ehrlichen Kampfwillens, der bei Abschluß alle Anwesenden zu großem Beifall Veranlassung gab. 1. Kimpf: Borwiirts.Borlin: I. Sitlol 757 H.! 2. Rothen- burzer 787 ß.; 8. gemlsch 723 ft.i 4. gromm 721 9.; 8. Ladwig 718 9.— klnoaclamt: 3056 ftolj.— tzreiweg- Brandenburgs 1. Bofilcnj 730 9.; 2. Wittstock 727 9.; 3. Seme« 724 A-t 4. Riedel 722 6.; 8. Noppe 718 9-— stnooefamt: 3618 Holz.— 2. Ha mm: Frei Kolz-Tpandau: - üsnt 727 H,: 2. Schilling 727 H." 8. Thiele 723 H.: regung des Deutschen Luftfahrtverbandes ge- schaffen wurden. Flugbegeisterte sollen von den Flugzeugwerken die Hauptteile der Mas.stine er- werben und die Nebenteile und die Montag« selbst besorgen. Wir können uns mit dem Gedanken der Eigenmontage eines solchen Flug- zeugs noch nicht recht befreunden, weil doch immerhin Fachkenntnis dazu gehört, die nicht jeder hat. Und zum Experimentieren ist die ganze Geschichte denn schließlich doch noch zu gefährlich. 4500 Mark für einen solchen Baukasten auszu- geben, scheint uns auch gerade nicht jedermanns Sache zu sein. Der Motorflug wird also vorder- band immer noch die Einzelerscheinung im Sport- flugbetrieb bleiben. Der Kunstflieger Fiseler hat die Kosten der Flugzeughaltung berechnet und kommt zu folgen- den Ergebnissen: Cr hat den Anschaffungspreis des von ihm konstruierten Flugzeugs mit 5900 Mark angesetzt und seiner Kalkulation eine Jahresleistung von 30 000 Kilometer zugrunde gelegt. Er kommt bei dem Flugzeug zu jährlichen Gesomtkosten von 3150 Mark, wo' ei er die Unter- bringung, der Versicherung, die Verzinsung und Amortisation des Anlagekapitals in Rechnung ge- stellt hat. Das können natürlich sehr wenige Privatleute aufbringen und den Flugsportvereinen ist diese Summe auch zu hoch. Plus von 167 Holz Sieger. Es erzielten hier die fünf Besten eines jeden Vereins:„Rührige Mannschaft": 1. Knaack 736 H.. 2. Wörpel 709 H., 3. Krause 704 H., 4. Bielefeld 697 H., 5. Wieland 695 H.„Knorke": 1. Holzhütter 709 H.. 2. Kielblock 674 H., 3. Schmidt 667 H., 4. Breitkreuz 665 H., 5. Kayser 662 H. Hier war der beste Einzelkegler des Kampfes Sportgenosse Knaack („Rührige Mannschaft") mit 736 Holz. Eine Ueberraschung brachte der Kampf„Borwärts" gegen „Rührige Mannschaft". Der stark nach vorn drän- gende„Vorwärts" muhte in der Reihe der Klub- Serienkämpfe schon seine zweite Niederlage ein- stecken. Sieger blieb mit einem Plus von 41 Holz „Rührige Mannschaft" mit den fünf Besten: I. Buch 723 H.. 2. Knaack 720 H.. 3. Krause 704 H.. 4. Hildebrandt 700 H.. 5. Wieland 699 H. „Vorwärts" stellte als feine fünf Besten: 1. Sielof 725 H., 2- Fromm 709 H., 3 Zemisch 694 H., 4. Ladwig 692 H., 5. Schinske 685 H. Mit 72S Holz war Eportgenosie Eielof(„Vorwärts) bester Einzelkegler des Kampfes. Die Verbrüderung Hipp, Hipp, Hurra— Rot Sport Im Lichtenberger Stadion veranstalteten am Sonntag die Frauenmannschaften von Fichte- Wedding und ASV. Lichtenberg ein Hockeyspiel. Auf dem gleichen Platz sollte anschließend«in Handballspiel von bürgerlichen Mannschaften statt- finden. Der Gegner des bürgerlichen Vereins „Berolina" erschien jedoch nicht. Der Mannschafts- sichrer, bekannt als Nazi, ging zu dem k o m- m u vi st i s ch e n Leiter und bat,„Berolina" aus der Verlegenheit zu helfen und mit den Sport- lerinnen von„Berolina" ein„Freundschaftsspiel" auszutragen. Soviel Bereitwilligkeit wird sich der Nazimann kaum vorgestellt haben, denn prompt beiterbewegung schloß sie. Dann folgten moderne G y m n a st i k- und Freiübungen, die einen Ausschnitt aus dem Uebungsbetrieb der Abteilung gaben. Besonderes Interesse erweckten die Ball- Übungen nach Musik. Der Abend dürfte für den Bezirk seinen Werbezweck nicht verfehlt haben. Zum Schluß sei noch der aufopfernden Arbeit der Turnwartin Hofsmann ge- dacht, die durch unermüdliches Arbeiten und ziel- bewußte Schulung einen großen Kreis um sich geschart hat Den Dank für ihre Arbeit statteten die Frauen selbst ab, indem sie ihr einen großen Strauß Blumen überreichten. Der Bezirk bittet mitzuteilen, daß die Turn- stunden Dienstags und Freitags 20 Uhr in der Turnhalle Bergmannstraße 65 stattfinden. Die Partei- und Gewerkschaftsmitglieder im Bezirk Kreuzberg werden gebeten, ihre Frauen und schul- entlassenen Töchter zu diesen Abenden zu schicken. stellten die Sportlerinnen von Fichte-Wedding sich zum Spiel gegen die Bürgerlichen. So sieht also der Kampf der„Kamps"gemein- schaff für rote Sporteinheff gegen die bürgerlichen Verbände au». Man hat anscheinend keine Ge- wissensbisse, mit faschistischen Sportleitern Spiele abzuschließen. Und das tobt gegen die reformisti- schen Sportführer. „�dler"-8taßiurt zum Bund zurück Der vom Arbeiter-Athletenbund zum kommu- nistischen Sportverband hinübergelockte mehr- malige Bundesboxmeister„Adler"- S t a ß f u r t ist geschloffen zum Arbeiter- Athletenbund zurückgekehrt. In einem Schreiben an die Bundesboxleitung teilt„Adler" mit, daß sich ihm im kommunistischen Sport- verband wegen Mangel an Kampsmannfchasten die Unmöglichkeit halbwegs ausreichender spart- licher Betätigung ergab. Nach den Kämpfen überließ man die Sportler sich selbst- Berliner Boxer in Leipzig Eine kombinierte Berliner Boxmannschast aus den Arbeiter-Athletenvereinen„Tegel" und„Bri- tannia" startete am legten Wochenende in Leipzig und Regis-Breitingen. Gegen die Mannschast des Kraftsportoereins„Eichenkranz 96"-Leipzig unter- lagen die Berliner knapp. Mit 7: 5 Punkten ge- wannen die Leipziger den ersten Mannschosts- kämpf, ein Unentschieden hätte dem Kampsverlauf am besten entsprochen. Den zweiten Kamps gegen Regis-Breitingen gewannen die Berliner Vertreter mit 7:5 Punkten. Im Gesamtklassement stand das Ergebnis somit 12:12 Punkte. In der Berliner Städte-Staffel starteten vom Fliegen- bis Schwer- gewicht: Kloß. Pantke, Nickisch, ReineU, Koch. Hedrich und Schmidt. Kloß erkämpft« zwei Siege. Reinell erreichte ein Unentschieden und Koch hielt zwei Treffen offen. Hedrich gewann einen Gang und hielt einen offen. Schmidt holte sich auch Siegespunkte. Ein Geburtstagskind „SUden"'Frauen feiern - Die zweite Frauenabteilung des Bezirks Süden der FTGB. feierte gestern den Tag ihres zweijährigen Bestehens. Sturm und Regen sind bestimmt kein Geburtstagswetter. Trotzdem hatten es sich Anhänger und Freunde der Bewegung nicht nehmen lassen, zahlreich zu erscheinen. Sie sollten nicht enttäuscht werden. Mit dem Ltede:„Wir sind mit Stolz die Turner der Freien Turnerschaft" marschierten die 40 Frauen der Abteilung«in. Mit einigen Lauf- und Gymnastikübungen wurde in das Programm übergegangen. In ihrer Begrüßungsansprache führte die Vorsitzende der Abteilung aus, daß die Arbeiterturnerinnen nicht zum Zeitvertreib Leibesübungen betreiben. Die Stunden in der Halle dienen vielmehr der Ertüchtigung und Stör- kung des Körpers für den täglichen Kampf ums Brot. Die Arbeiterturnerinnen wissen, wenn der Ruf an sie ergeht, wo ihr Platz ist: nämlich nur in den Reihen der kämpfenden Arbeiterschaft. Mit dreifachem„Freiheit" auf die gesamte Ar- Boxen im Sportpalast, lieber Mangel an Betätigungsmöglichkeiten brauchen sich die Berufs- boxer wirklich nicht zu beklagen, denn die nächsten Wochen bringen geradezu eme Hochflut von Ver- anstallungen. Zunächst muß der Großkampftag am Freitag. 21. Oktober, im Berliner Sportpalast genannt werden. Die Hauptnummer des Abends, das Treffen zwischen dem deutschen Meister Hein Müller und dem skandinavischen Champion Otto von Porat gilt als offizielle Ausscheidung zur Schwergewichts-Europameisterschaft. Das Rahmen- Programm sieht folgende Begegnungen vor: Hower- Köln gegen Bergomas-Jtalien, Köll>lin-Berlin gegen Wallner-Düffeldorf, Harry Stein-Bsrlin ge- gen Jakob Domgörgen-Köln und Riethdors-Berlin gegen Beismann-Hannooer. Schwarzes Brett gTS». BA.-Sitzung Donneretag, 20. vktobei.« Uhr, »rlb-g-schiift»stelle.- Bezirk S>id°st-T-eptow. MilglirSn- versammluüg Donnerstag, 20. OUober, ISZtz Uhr, ftiuH- ftraß- 1.- Bezirk«-inicke-Ssri�fi. Freitag, 21. Oktober, 20 Üftt, Smclnsitung bei Thiem«, Resibenzftr. 8. Freie S-Itboiti-hre- Berlin t. V. Donnerstag, 20. Ot- toder, 20 Uhr. lstrnpve Norden: Jugendheim Willdenow- ftraße 5.«immer 13. Friz«-igelt: Bas ich bei der W-itz-n- berg-Sekle erlebte.— Nordosten: Jugendheim Thristburger Straß« 7. Bunter Abend.— Sildosten: Jugendheim Srotze Frantfurtcr Str. 16, Vortrag. Sonnabend, 22. Oktober, 18 Uhr, Besichtigung einer Feuerwache. Trefspunkt Linien. Ecke Oranienburger Straße. An unserem Vootsselbstbau können noch Interessenten teilnehmen. Meldung an: Leo» pold Horn, N. 20, Kolonicstr. 3—!. Freie Wassersahre« ftooenick 1924. Borftandssttzung Don. neretag, 20. Oktober, 20 Uhr. Sonntag, 28. Oktober, 8 Übt, Pflichtarbeitsdienst.� Unsere Heimabende sinben da jetzt Donnerstag-, 1» Uhr, statt. «Sftö.Britz. In dies-r Woche keine Uebung-stunde, Wahllisten auoliegen. Dafür: Männer heute, Mittwoch. 20 Uhr, Sommerbab ber Freien Schwimmer. Grenzolle«, wichtige Sitzung betr. Hundertschaft, Dahlvrapaganda.— Morgen, Donnerstag, 20 Uhr, Männcr, Frauen, Finder lauster Svielabteilung) bis 10'» Uhr Buschkrug: Mit- Wirkung bei Frei Zenker. Versammlung, Zurnzeug mit. bringen!— Buchbestellungen„Ircmaschwilt— Stouin" in der Geschäftsstelle abgeben. AST. Socken. Sitzung Donnerstag, 20, Oktober, 20 Uhr, bei Juschkat, Hohenlohe- Ecke Gostlcrstraste. Altersricgcn. 1. kkeei». Der Svort. und Sdieltaa, Sonn. tag, 23. Oktober, beginnt um 13 Uhr. Um ll>-4 Uhr haben die Spielführer zm-cks Bauen aus dem Sportplatz Fried- richshatn zu sein. Bandmaß«, Stoppuhren mitbringen. RAT K E _______. M»._,.W»WP WWW» 4. Morgenroth 717 5. Schick 714 H,— Insgesamt: 3608 Holz.— Frei weg. Brandenburg: 1. Pohlen» 734 2. Wittstock 729 H,: 3. Demes 710 H.; 4. Riedel 714 S.I iiiniiiiimmiiiiiiimmiiiiiiiiMimiiiiniiiiiiiiiiMiiiiiiimiiiiimmiiiiiiiramiiiiiiimiiiimiiiiiiiiMiiiiimuiniimiiiiniiiMmimniiiiiiimiiiiiiiniimiiiuiimmiimiiiiiiiiiimi 5. Schräder 718 Solz.— Insgesamt: 8006 Hol»,— Bester Einzelkegler des Tages war Sportgenosse SielosKlaffe)blieb ersterer Verein mit einem Lpirslenrütsel Senkrecht: 1. Spielkarte; 2. hoher Priester: 4. großes Gewässer-, 5. Verwandter: 7. verstorbener Politiker; 8. Felsen am Rhein: 10. Bade- ort bei Koblenz: 11. europäische Hauptstadt: 13. chemisches Element: 14. österreichischer Dichter. — kr.— Füllrätsel 1 Wohlgeruch. 2. Künstlicher Wasserweg. 3. Muse. 4. Altes Maß 5 Kampfplatz. tt.S. Magisches Quadrat Waagerecht: 2. Biblischer Frauenname; 3. Nebenfluß der Donau: 5. Heerführer im Welt- kriege; 6. schlecht« Eigenschaft; 8. Wasserjungfer: 9. Bewohner Amerikas: 11. Teil von der Türkei; 12. Teil de» Balkans; 14. Staat in Südamerika: 15. französischer Revolutionär. Die Buchstaben a a d e e ffnnooorrrs sind in die nebenstehende Figur so ein- zutragen, daß waagerecht und seiürecht Wörler folgender Be> deukung enistehen: 1. Ruhestätte: 2. deutscher Fluß; 3. sehr weit; 4. männlicher Bornam«. H. S. Auflösungen der letzten Rätselecke Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Rossini: 5. Eid: 6. Fee, 8. Ali; 10. Ase; 12. Bai: 13. Mia; 14. Lustrum.— Senkrecht: 1. Raffael; 2. See: 3. Ida; 4. Iridium: 7. Eis: 9. Lea; 11. Ems; 12. Bar. Silbenproblem: 1. Automat; 2. llhland: 3. Feme; 4 Samowar; 5 Epigramm; 6. Znka; 7. Norwegen; 8. Einstein; 9. koburg: 10. Rost- nante; 11. Ärgernis; 12. Zaltbook; 13. Tulpe: 14. Enkel; 15. Israel; 16. Siedepunkt.— Auf seine Kräfte ist der Mann gestellt. P y r a m i d e n r ä tse l: 1. p; 2. Po; 3. Poe; 4. Epos; 5. Posen; 6. Knospe. Kapselrätsel; Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder. Füllrätsel; 1. Teller; 2. Stolle; 3. Altona; 4. Raster: 5. Rogate; 6. Robert. Buchstabenrätsel: 1. Gera; 2. Rade; 3. Anna: 4. Star; 5. Saar; 6 Maus: 7. Amor 8. Nabe; 9. Nest.— Graßmann.