Abend- Ausgabe Nr. 496 B240 49.Jahrg. Rebaktton und Verlag- Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher- A 7 Amt Dönhoff 292 btS 297 Telegrammadresse: Sozialdemokrat Berlin BERLINER VOLKSBLATT DONNERSTAG 20. Oktober 1932 In Groß- Berlin 19 Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß des redaktionellen Teils Jeniralorgan der Gozialdemokvatischen Oavtei Deutschlands Nie Polizei als Attentäter Nationalsozialisten als Babnpoliziei— Verbrechen über Verbrechen Untertänigste SA. Der Coburger Brautmarsch Der Name Coburg erfreut sich in der Fürstengeschichte keines besonderen Glanzes. Es gab vor dem Kriege eine Prinzessin von Coburg, die durch ihre Liebes- und Ehe- skandale viel von sich reden machte, und in den Kabaretts sang man damals:„Die Coburch— die kommt auch so durch!" Heute aber steht die Fürstenhochzeit in Coburg im Mittelpunkt des nationalistischen Rummels. Zu dem berufsmäßigen Troß von Lakaien und Dienern hat sich alles, was sich national schimpft, im Schweife des„er- tauchten Paares" eingefunden, um die deutsche Seroilität und Domestikennatur der Welt zu bekunden. Man geht diesmal wenig- stens sicher: es handelt sich um ein garantiert fürstliches Paar. Blamable Reinfälle wie bei Harry Domela, wie bei der prinzeßlichen Kuhmagd und bei dem„Heimkehrer Daub- mann" sind gänzlich ausgeschlossen. Im Glänze des monarchischen Byzantinis- mus feiert sogar die so arg lädierte Harz- burger Front eine zeitweilige Wieder- auferstehung. Meldet doch der Hofberichl, daß der S t a h l h e l m u n d H i t l e r s SA. gemeinschaftlich dem fürstlichen Braut- paar einen F a ck e l z u g darbrachten.— Von den Berliner Anschlagsäulen gießt zur Zeit Joseph Goebbels giftigen Hohn und Spott über die deutschen Monarchisten aus. Man liest auf seinen Plakaten nicht ohne Schmun- zeln: „Wir sind Monarchisten", so lautet das Feld- geschrei der Deutlchnationalcn.— Preisfrage: Warum' haben die tapferen Monarchisten am S. November 1318 ihren Monarchen nicht beschützt? Warum ist keiner von ihnen an den Stufen des Throns gestorben? Wo steckten sie?— Antwort: Ln den Mauselöchern." Man kann allerdings die weitere Frage stellen, ob nicht in den bewußten Mause- löchern damals auch soundso viel Leute ge- steckt haben, die— wie z. B. Prinz Auwi— heute bei den Nationalsozialisten sind!— Während aber in Berlin zur Be- ruhigung der arbeitslosen SA.-Leute in dieser Weise die Monarchisten verhöhnt werden, paradiert die Coburger SA.(wahrscheinlich auch einer von der„Weinabteilung", von den„vornehmen, weniger revolutionären" Stürmen) vor dem fürstlichen Brautpaar. Man muß die ellenlangen Hofberichte des „Lokal-Anzeiger" lesen, die Aufzählung der Toiletten und Brautgeschenke, die Wiege mit dem doppelten Boden nicht zu vergessen, um sich in diese Atmosphäre eines gnadenlüsternen Kriechertums hineinzuversetzen. Gestern tobte in der„Neuen Welt" der Bruderkampf der Harzburger Front. Ob die SA.-Leute aus Neukölln, die dort Joseph Goebbels teures Haupt beschirmten, wohl ahnten, daß zur gleichen Stunde ihre Co- burger Pg.s Schulter an Schulter mit dem Stahlhelm für ein paar fürstliche Attrappen Spalier standen? Ob sie sich so die Verwirklichung des„nationalen Sozialismus" vorgestellt haben? Die Papen-Bracht haben der Arbeiterschaft die Hofpropaganda, das Werben auf den Höfen verboten. Die Propaganda bei Hofe ist den Nazis— gottlob— geblieben! 500 proz. Bürgersteuer Der Oberpräsldenk hat heute den Antrag des Oberbürgermeister« Dr. Sahm, die Dürgec- stener für ISZZ in höhe von 500 Proz. zu er- heben, genehmigt. Das verliner Stadtparlament hatte den Vorschlag des Magistrats auf Erhöhung der Steuer einstimmig abgelehnt. Der Magistrat wiederum wird vom Reich zu der Erhöhung gezwungen. Eigener Bericht des„Vorwärts" Braunschweig, 20. Oktober. In Berlin ist der frühere Leiter der Reichsbahnpolizei der Eisenbahn- dircktion Magdeburg, Oberinspektor North, f e st g e n o m m e n worden, weil er au Eisenbahnattentaten be- t e i l i g t gewesen ist. Außerdem wurde ein Braunschweiger Bahnpolizeibeamter namens N e t H festgenommen. Es ist an- zunehmen, daß noch mehr Festnahmen er- folgen. Vor zwei Iahren geschahen in Braunschweig Dutzende von Eisenbahnattentaten, ohne daß man die Täter fassen konnte. Die Zerstörung der Bahn- anlagen geschah immer nur an Stellen, wo sich gerade keine Polizeibeamten aushielten, lieber 50 Kriminal- und Schutzpolizeibeamte waren stän- big mit Hunden unterwegs, um die Eisenbahn- attentäter zu fassen. In einer Nacht wurde sogar auf die Polizeibeamten geschossen. Der braun- schweigische„Volkssreund" behauptete damals schon, daß die � Täter in den Reihen der Bahn- polizeibeanüen zu suchen seien. Di« Eisenbahn- direktion Magdeburg hatte sich nämlich für diesen Dienst nur national zuverlässige Leute ausgesucht. Am liebsten wurden'Stahlhelmer und Nationalsozialisten eingestellt. Wer Mit- glied des Deutschen Eisenbahneroerbandes war, wurde nicht aufgenommen. Die Angriffe auf die Der Reichsarbeitsminister sagte in seiner Rund- funkrede über die Winterhilfe der Regierung: „Die Verordnung vom 5. September zur ver- melzrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit verdanken bis jetzt rund Sl 000 Arbeitslose die Wiedereinstcllung in den Betrieben. Wer diese Zahl nicht zu würdigen weiß, möge sich von den Neueingestellten belehren lassen." Es ist selbstverständlich, daß jeder Arbeitslose, der zu einigermaßen erträglichen Arbeitsbedin- gungen wieder Arbeit bekommt, darüber erfreut ist. In dem Maße, in dem die Lohnbedingungen heruntergehen, muß sich allerdings diese Freude vermindern. Doch darum geht es hier nicht, vielmehr ist die Frage, wie ist die Zahl von St 000 Neu- eingestellten berechnet worden? Bei der jüngsten Schlichterkonferenz wurde die Zahl der Neueingestellten auf ein Drittel der jetzt genannten Zahl geschätzt Inzwischen sind in der Hauptsache die Wiedereinstellungen in den einzelnen Direktionen der Reichsbahn- g e s e l l s ch a s t mit etwa 24 000 hinzugekommen. An sich darf also die Zahl von insgesamt 51 000 Wiedereinstellungen als richtig gelten. Sie kann jedoch nicht als Beweis dafür gelten, was für den Reichsarbeitsminister zu beweisen war. Die Reichsbahn, aus die der weitaus größte Teil der Reueingestellten entfällt, dieselbe Reichs- bahn hat kurz zuvor 52 000 vahnunterhaltungs- arbeiter entlassen, also noch 1000 Mann mehr, als die ganze Zahl der vom Reichs- arbeitsminister verkündeten Neueinstellungen aus- macht. Die Reichsbahn bietet nicht etwa den Wiedereingestellten dauernde Beschäfti- g u n g. Sie hat den Arbeitern, die vordem jähre- lang bei ihr beschäftigt waren, einen Revers vor- gelegt, der sie als vorübergehend Beschäftigte zum Verzicht auf alle»aristicheu Rechte nötigen sollte Das Arbeitsgericht hat zwar den Revers als gegenstandslos erklärt, Tatsache bleibt, daß hier van einer dauernden lviederbeschästigung nicht die Rede sein kann. An unanfechtbaren Beispielen, die durch Auf- führung von Einzelfällen wie durch Ziffern be» Sigiwleinrichtungen geschahen immer nur in dunklen Nächten. Aus Grund der Behauptung des„Volksfreund" entstand ein Streit zwischen dem Polizeipräsidium in Braunschweig und der Reichsbahndirektion Magdeburg. Die Braun- schweiger Kriminalpolizei setzte schließlich durch, daß sie die Oberleitung des Bahnüber- wachungsdienstes erhielt. Mit diesem Tage hörten die Angrisse aus die Bahnanlagen auf. Es wurde keine Schiene mehr gelockert, kein Draht mehr durchschnitten und auch nicht mehr auf fahrende Züge geschossen. Die Beamten hatten die Verbrechen begangen, um— die Nm- wendigkeit des Bahnüberwachungsdienstes zu be- weisen! Die Ausdeckung der Verbrechen enthüllt eine nationalsozialistische Skandalassäre. Der Reichsbahninspektor North, der jetzt in Berlin verhastet worden ist, war von der Reichs- bahnleitung nach Braunjchweig entsandt worden, um die gegen die hiesige Bahnpolizei erhobene Anklage nachzuprüfen, daß die Attentate be- günstigt, wenn nicht gar von gewissen Beamten selbst ausgeführt wurden. Mit North hatte die Reichsbahn jedoch den Bock zum Gärtner genrocht. Statt die Korruption aufzuklären, be- teiligte er sich selbst und machte mit dem nun ebenfalls in Braunschweig verhafteten Ober- sekretär N e t h gemeinsame Sache. legt sind, wurde im„Vorwärts" vom 10. Oktober gezeigt, daß es sich in vielen Fällen der söge- nannten Neueinstellungen lediglich um eine saison- mäßige Einstellung zur Beschäftigung aus kurze Dauer handelt. Selbst wenn wir von allen üblen Manipu- lationen einzelner Unternehmer, die als Neu- UntersUU�ungserbobung einstellungen etikettiert wurden, absehen, er- geben sich so viele notwendige Abstriche au der Zahl voa 51 000 Wiedereinstellungen, daß diese Zahl erst gründlich bereinigt werden müßte, bevor sie amtlich als ein Erfolg im Sinne einer Ankurbelung der Wirtschaft gebraucht werden kann. Optimismus mag bis zu einem gewissen Neth war auf Grund von Beschuldigungen im „Volkssreund" schon einmal, zusammen mit zwei anderen nationalen Beamten unter dem Verdacht der Begünstigung sestgenommen worden, jedoch aus geheimnisvolle A r t wieder srei- gekommen. North hatte sich im Nomen der Reichsbahn für seinen Komplicen eingesetzt. Jahrelang haben diese beiden Rlarxislensresser und stramm nalionalsozialistischen hohen Eisenbahnbeamte die Reichsbahn betrogen. Die von ihr zur Ermittlung der Attentäter und zum Bahnschuh ausgesetzten Gelder, insgesamt 43 000 Mark, verschwanden in den Taschen von North und Neth. In den berüchtigten Bahnschutz, der Signal- einrichtungen zerstörte, Eisenbahnanlagen be- schädigte, auf fahrende Züge schoß(unter anderem wurde ein Lokomotivführer verletzt), wurden n u r Nationalsozialisten aufgenommen. Jahre- lang hat die verbrecherische Bande in Beamten- uniform ihr Treiben fortsetzen können. Erst als nach langem Sträuben der Reichsbahn die staat- liche Kriminalpolizei Einblick in das Treiben ge- wann, ließen die Anschläge nach. Ihre nach- trägliche Ausdeckung ist aus eine Revision der für Vigilantentum und für Attentatsoufklärung aus- gesetzten Gelder zurückzuführen. Grade gelten, Selbsttäuschung aber ist vom Uebel. Es ist einfach unzulässig, jetzt mit 51 000 Wiedereinstellungen zu prunken, um hinterher, nach zwei bis drei Monaten, wenn wir mitten im Winter stehen, die von der Reichsbahn und den Saisonbetrieben wieder entlassenen Arbeiter registrieren zu müssen. Mögen Parteien vor der Wahl derart mit Zahlen operieren, eine angebliche über den Par- teien stehende Regierung muß darauf verzichten. * Die neue Verordnung zur Ergänzung von so- zialen Leistungen in der auszugsweisen Wieder- gäbe in der gestrigen Abendausgabe des„Vor- wärts" bedarf einer Berichtigung. Renten für Unfälle, die sich nach dem 31. Dezember 19 3 2 ereignen(nicht 1931) sollen nicht mehr ge- kürzt werden. Zeuge Pape» Die Etatskeuntuisse des Reichskanzlers Genosse Kurt H einig schreibt uns: Nach übereinstimmenden Meldungen der Presse hat der Reichskanzler vor dem Unterfuchungs- ausschuß im Preußischen Landtag erklärt, daß es im Reichshaushalt nurzwei Disposition s- fonds gebe, die überhaupt für die Press« in Be- tracht kommen könnten, außerdem stünden seiner Regierung keinerlei Mittel zum Zwecke der Presse- beeinflussung zur Verfügung. Der Herr Reichskanzler ist auch hier wieder mit den Worten schnell fertig gewesen, ohne sich ordent- lich orientieren zu lassen. Es gibt im Reichshaus- halt nicht zwei Dispositionsfonds, die überhaupt für die Presse in Betracht konmren könnten, son- dern fünf. Wir zählen diese fünf Fonds nachfolgend an der Hand desjenigen Reichshaushaltsplanes auf, der durch das Kabinett von Papen auf dem Wege der Notoerordnung in Kraft gesetzt worden ist. Im Haushalt des Auswärtigen Amtes, Einzel- plan IV, exiftisrt im Kapitel 4„Sonstige allge- meine Haushaltsausgaben" nicht nur der Titel 2 „Förderung des Nachrichtenwesens im Jnlondc 50000 Mark", von dem der Reichskanzler ge- sprachen hat. sondern auch der Titel 1„Förde- ruitg des deutschen Nachrtchtenwesens im Au»» Was ist mit den 51000? Schäilers Rechenexempel über die Neueinstellungen lande 1850 00 Mark". Diesen Titel hat der Reichskanzler bei seiner Aussage einfach vergessen. Weiter haben wir im Einzelplan des Auswärtigen Amtes den Dispositionsfonds Kapitel 4 Titel 5 „Geheime Ausgaben 4 500 000 Mark". Der Reichskanzler hat nur von seinem eigenen Dispositionsfonds gesprochen, der für 1932 150 000 Mark beträgt.(Einzelplan III, Kapitel 1, Titel 32.) Von einem weiteren völlig verfügungs- freien Dispositionsfonds, der im Reichshaushalt, und zwar beim Reichswehrmtnisterium existiert, scheint Herr von Papen nichts gewußt zu haben. Im Einzelplan VIII, Kapitel 1, Titel 31, heißt es„Zur Verfügung des Reichswehrministers für besondere Zwecke 1000 000 Mark". Herrn von Papen ist zu empfehlen, daß er sich den Reichsetat das nächstemal etwas genauer an- sieht, ehe er über ihn Aussagen macht. Vielleicht läßt er sich dann vorher von der Kultur- a b t e i l u n g des Auswärtigen Amtes oder vom Rechnungshof eine etwas genauere Zusammen- stellung machen. Nebenbei sei nur noch bemerkt, daß allerdings der Rechnungshof keine vollständige Aufstellung liefern kann, weil die zwei großen Dispositionsfonds im Auswärtigen Amt und im Reichswehrministerium der Prüfung des Rech- nungshofes des Deutschen Reiches entzogen sind. Für die Verausgabung dieser Mittel gibt es über- Haupt keine Kontrolle. Der Herr Nachfolger tielkkerlck» 6er neue Präsident der Preußenkasse Der Klepper- Untersuchungsausschuß setzte heute vormittag seine Verhandlun- gen fort. Nach den bewegten Vorgängen am gestrigen Tage war heute das Interesse der Oeffentkeit stark abgeflaut. Publikum- und Presse- tribünen waren halb leer Zu dem Komplex„Kölnische Bolkszeitung" wurde als erster Zeuge heute der neue Prä» Der Zeltatversorgsr Der Bedarf an Eseln kann in Deutschland aus eigener Produktion gedeckt werden. Aus einam Gntachten das Land- wimchafcirats Der Boxheimer frei! Best außer Verfolgung— Nachsichtiges Reichsgericht Leipzig. 20. Oktober. Durch einen nach nichtöffentlicher Be- ratung gefaßten Beschluß des vierten JtraffenatS des Reichsgerichts vom 12. Oktober ist der Verfasser der bc- kannten„Boxheimer Dokument e", Dr. B e st. aus tatsächlichen Gründen »oegen— mangelnden Beweises hinsichtlich der Anschuldigung deS der- suchten Hochverrats außer Ver- f o l g u n g geseht worden. i-IeilTi Kebrer Oaubmann xpricKt' Emtritf 1"»- Jeder nationale Deutsche wiU Kommen.' Tränengas gegen Hünlich. In der Nacht zum Dienstag wurde in Rüstringsn auf die Wohnung des Reichstagsabgeordneten, Genossen Hünlich, ein Tränengasbombenanschlag verübt. Als Hünlich aus einer Versammlung der Eisernen Front zu- rückkehrte, fand er seine Wohnung mit Tränengas angefüllt vor. Die Untersuchung ergab, daß die Bombe durch eine Fensterscheibe in das Wohn- zimmer geschleudert worden war. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Di« Täter sind un- bekannt. Ermordet aufgesunden wurde in der Nähe von M u k d e n ein Amerikaner, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist. Japaner und Aufstän- dische schieben einander gegenseitig diesen Mord zu. „Das hah ich längst gewußt, daß auf der Häufigkeit meines Vorkommens der Bestand der nationalen Rechten beruht." fi d e n t der Preußenkaffe Dr. Helff«- rich aufgerufen. Die Frage des Vorsitzenden, ob unter seiner Leitung Regierungsstellen an die Verwaltung der Preußentassen herangetreten seien, um Gelder zur Finanzierung von Zeitun- gen zur Verfügung zu stellen, beantwortete Dr. Helfferich verneinend. Die weitere Frage des Vorsitzenden, ob Dr. Helfferich der Meinung sei, daß das Kreditgeschäft mit der„Kölnischen Volks- zeitung" sich innerhalb des vorgeschriebenen Ge- schäftsrahmens der Preußenkasse halte, antwortete Ausschneiden l Zum Diskutieren! Frage deinen kommnnistlsdien Kollegen» der fortwährend von der„roten Einheitsfront von unten" spricht, wie er fich diese„rote Einheitsfront von unten" eigentlich praktisch vorstellt? Du wirst ein blaues Wunder erleben! „Sie nur kann für die Diktatur des Proletariats als Endziel kämpfen", wird er dich zu überzeugen versuchen.„Und wer nicht mit uns dasür eintritt-- der ist wider uns!" Sogs deinem kommunistischen Kollegen, daß auch eine Reise von tausend Rlcilen mit einem Schritt beginüt. Und daß ein einziger Schritt wirtlicher Bewegung in Richtung zum Sozialismus mehr bedeutet als ein Dutzend radikaler kommu- niftischer Programme. Sage ibm, daß im Gegensah zur KPD., die immer nur mit dem Maule kämpft, die Sozialdemokratie, die Gewerkschaften und die Eiserne Front diesen Schritt praktisch längst gemacht haben. Sie rufen die Massen zum Kampf für ihre primitiv st en Lebensinteressen und zur Verteidigung der Demokratie. Die Verteidigung der Demokratie als bestem Kampsboden der Arbeiterklasse aber ist im Gegensatz zum unfruchtbaren Radikalismus der KPD. wahrhaft revolutionär. „Eure Führer haben euch verraten! Eure Führer sind schuld daran, wenn unsere„rote Einheitsfront" nicht zustande kommt." Lege dem Kommunisten, daß er sich selbst betrügt. Nicht die„Führer" der sozialistischen Bewegung haben die„Einheitsfront- aktionen" der KPD.„verraten", sondern die Massen der deutschen Arbeiterschaft haben sie als unehrlichesKonkurrenzmanöverzurZertrümmerungihrer sturmerprobten Organisationen erkannt und darum immer abgelehnt. Soge deinem kommunistischen Kollegen, daß alles, was er da von„roter Einheitsfront von unten" erzählt, die kleinbürgerlich-sektiererische hervor- Hebung alles Trennenden bedeutet, was die KPD. von den ausschlaggebenden Teilen der deutschen Arbeiterbewegung unterscheidet. Sage dem Kommunisten, daß wir Sozialdemokraten dagegen noch niemals unter der Einheitsfront des Proletariats eine isolierte kommunistische Partei aktion für Diktatur und gegen Demokratie, ein schmutziges Konkurrenzmanöver unter Führung der Kommunistischen Partei gegen die deutsche Sozialdemokratie und eine bewußte Zersplitterung des Proletariats durch„eigene Läden" gegen die sozialistischen Massenorganisationen ver- standen haben und jemals verstehen werden. Wir haben noch immer mit Marx und Engels die proletarische Einheitsfront als Klassenaktion allerArbeiterorganisationen und als Betonung des Einenden und Gemeinsamen verstanden, das sie untereinander verbindet. Und füge mit deinem Altmeister Karl Marx zur Eharakteristik der Heuligen KPD. hinzu,„daß e» traurig um eine Partei bestellt ist, deren einziges politisches Znvenlar" — statt marxistischer Einsicht in ihre eigene Unzulänglichkeit und Ohnmacht—„in der Kenntnis der zweifelhaften Tatsache besteht, daß irgendein Führer der sozialistischen Bewegung kein Vertrauen oerdient". Die sozialistische Arbeiterbewegung hat noch niemals zu ihren Organisationen gestanden, weil sie einen Zührerkullus betreibt, wie es in der KPD. an der Tagesordnung ist. Sie hält trotz aller Kritik ihre Organisationen hoch, weil sie sie selber geschassen hat und weil sie sich ihnen weltanschaulich verbunden fühlt. der Zeuge: Nein, dieses Geschäft fällt nicht dar- unter.(Bewegung.) Der Vorsitzende ergeht sich sodann des längeren und breiteren über die früheren G e- Haltsverhältnisse des Präsidenten Kiep- per. Da die Gehallebezüge Dr. Kleppers schon in den Erklärungen des Berichterstatters Steuer ein- gehend behandelt wurden, und mit der zur Dis- tusston stehenden Sache gar nichts zu tun haben, ist anzunehmen, daß der Vorsitzende dieses Thema nur aus politischen Motiven nochmalz aufgriff. Sodann erklärte Dr. Helfferich, daß die Zinsen, die die Arbeiterbank erhielt, weder wucherisch noch anormal waren. Diese Zinsen be- trugen 1 Proz. über Reichsbanklombard. Hierzu bemerkt Abg. Peters-Hochdonn(Soz.), daß seine eigene Elektrizitäts-Genossenschast in Hoch- donn der Preußenkasse heute noch 2 Proz. über Reichsbanklombard zahlen müsie. Interessant ist noch zum Schluß die Stellung- nähme des Zeugen Helfferich zu der Frage des Vorsitzenden Z u b k e, ob die Liquidität (Flüssigkeit) der Preußentasse durch die Geschäfte des Herrn Klepper beeinflußt worden sei. Der Zeuge erklärt nachdrücklich, daß der g e s ch ä f t- l i ch e Status der Preuhenkasie durch diese Kreditaktion und andere Geschäfte des Herrn Klepper nicht im geringsten berührt sei. Mit den Verhandlungen des heutigen Tages soll der Komplex„Kölnische Volkszeitung" vom Unter- suchungsausschuß abgeschlossen werden. Gin Vapen-Blatt berichtigt Wir erhallen von der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" folgende Berichtigung: „Es ist unwahr daß die„Rheinisch-West- fälische Zeitung" eine außerordentliche Zuw«n- duna von der Regierung erhalten habe. Wahr ist, daß die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" keinerlei Zuwendungen irgendwelcher Art erhalten hat. Unwahr ist, daß die„Rheinisch-Westfälische Zeitung zur gleichen Zeit„ihren Kurz von den Nazis weg und zum Kabinett der Barone hin gedreht" Hab«. Wahr ist, daß die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" unabhängig von der Regierung und unabhängig von den Parteien ihren alten nationalen Kurs verfolgt." Soweit die Berichtigung. Ihr innerer Wert geht daraus hervor, daß vor kurzem der Direktor des Blattes aus Protest gegen die Kursschwen- kung zu Papen hin ausgetreten ist. Ausschneiden! SA. Wittel Arbeiter werden niedergeschlagen 3n der letzten Nacht betätigten sich wieder ein- mal Hitler-Gardisten als Wegelagerer, lln einem Falle wurde ein Arbeiter im Norden Ber- lins niedergeschlagen und so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus übergeführt werden muhte. Gegen Mitternacht befand sich der 38 Jahre alte Arbeiter Herbort Dannenberg auf dem Heimweg. Als er durch die Drontheimer Straße ging, wurde er plötzlich von einer Gruppe Haken- kreuzler umringt und niedergeschlagen. Die ent- menschten Burschen traten mit Stiefelabsätzen aus den am Boden Liegenden ein. Als Passanten hinzueilten, ließen die Täter von ihrem Opfer ab, flüchteten und entkamen in der Dunkelheit. Der Schwerverletzte wurde ins Jüdische Krankenhaus nach der Exerzlerstrah« gebracht.— Aehnlich erging es einem Passanten in der Prinzenallee auf dem Gesundbrunnen. Ohne jeden Grund wurde der Mann von SA.-MLnnern angegriffen und geschlagen. Zufällig kam eine Schupopatrouille des Weges, die einen der rauflustigen Hitler- Burschen festnehmen konnte. Bei dem Täter wurde ein Schlagriemen, an dessen Ende große Bleikugeln befestigt waren, gefunden. Nach Schluß der Hugenberg-Versamm- lung in der Neuen Welt in der Hasenheide sammelten sich in der Urban- und Jahnstraße mehrere hundert SA.-Leute an, die laut kra- keelten und die üblichen„Chorgesänge" veranstal- teten. Die Polizei trieb die nächtlichen Ruhe- störer auseinander. Schon während der Ver- sammlung hatten die Hakenkreuzler im Garten der Neuen Welt Tumulte entfesselt, so daß sie mit dem Gummiknüppel auseinandergetrieben werden mußten Mandschurischer Krieg Die Ltarke der freiwilligen Armee Schanghai, 20. Oktober(Havas). Im Laufe des letzten Jahres sind nicht weniger als 300 000 mandschurische Chinesen freiwillig in chinesische Armeeoerbände einge- treten, um für die Befreiung der Mandschurei zu kämpfen. Amtliche chinesische Kreise erklären, daß sich allein in der Armee des Generals F e n g- S ch u n- H a i fünf Korps mit 120 000 Mann be- finden sollen, die sehr gut ausgerüstet seien und bisher den japanischen Angriffen siegreich wider- standen haben. Diese Truppen seien im Augenblick daran, K i r i n wieder zu erobern. Auch unter dem General Wang-Teh-Ling ständen 50 000 mandschurische Freiwillige, 12000 marschierten unter der Führung des Generals T i e n g- L i n g, der Rest sei in anderen Formationen. Am Neins Begnadigung Loll er hingerichtet werden? Zehn Monate sind seit dem Todesurteil gegen den Briefträgcrmörder Reins ins Land gegangen. Im Gegensag zu dem sonst üblichen ist bis heute noch keineEntscheidung getrosten, ob er begnadigt oder hingerichtet werden soll. Ein außergewöhnlicher Zustand, wenn man bedenkt. daß in der Regel selbst bei Einlegung von Revision die EMscheidung bereits in vier bis fünf Monaten vom Justizministerium refp. vom Staatsministerium getrosten wurde. Die staats- politisch unsicheren Verhältnisse in Preußen haben eine besondere Lage geschaffen. Es ist verständlich, wenn der eigentliche Leiter des preußischen Justiz- Ministeriums Staatssekretär Hölscher sich nicht emschließen kann, als Jnterimsminister dem preußischen Staatsministerium die Voll- streckung einer Todesstrafe in Vorschlag zu bringen. Einer Begnadigung durch das Gesamtministerium der Kommissare steht dagegen nichts im Wege, es hat ja auch das Begnadigungsrecht gegenüber den Mördern von Potempa in Anspruch genommen. Wenn also Staatssekretär Hölscher bis jetzt die Begnadigung des zum Tode ocrurteillen Reins nicht ausgesprochen oder nicht vorgeschlagen hat, so könnte unter Umständen daraus der Schluß ge- zogen werden, daß im Justizministerium die Ab- ficht bestehe, das Todesurteil vollstrecken zu lassen. Die Vermutung liegt nahe, daß die Ent- scheidung des Staatsgerichtshofs im Streite zwischen Reich und Preußen abgewartet wird, um das Gnadengesuch abzulehnen und die Hinrichtung zu vollziehen. Sollte diese Vermutung wirtlich zu- treffen und nach 10 Monaten das Todesurteil doch vollstreckt werden? Ueber Reins Tat ist kein Wort zu verlieren. Es muß aber daran erinnert werden, daß der Bor- sitzende des Gerichts, das das Todesurteil aus- gesprochen hat, Landgerichtsdirektor Schneider. durchaus nicht einer der mildesten Richter in Moabit, in seiner Urteilsbegründung den An- geklagten Reins als unglücklichen Men- s ch e n bezeichnet hat und daß zwei Richter und vier Schöffen das Gnadengesuch Reins unterstützen. Das gleiche gill auch von dem psychiatrischen und pädagogischen Sachoerständi- gen in diesem Prozeß. Unter diesen Umständen wäre eine Begnadigung zu lebenslänglichem Zucht- haus wohl am Platze.« Angriff auf Kirche Verteidiger werden angeklagt Eigener Bericht des„Vorwärts" Bcaunfchweig. 20. Oktober. In der Wahlnacht zum 31. Juli hatten u n i- formierte Nazis die katholische Kirche in Harzburg-Bünshein überfallen, mit Steinen beworfen und auf dem Kirchhof Verwüstungen angerichtet. Da der Ueber- fall signalisiert war, hatte der Katholische Männerverein im Einverständnis mit dem Pfarrer eine Abwehrwache gestellt, an der auch Reichebannerkameraden teilnahmen. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ging nicht etwa gegen die nationalsozialistischen Angreifer vor, sonbern leitete gegen Zwei Mitglie- der des Katholischen Männerver- eins und gegen«inen Reichsbannermann das Verfahren wegen Bodrohung und unbefugten Waffenbesitzes ein. Gegen das freisprechende Urteil des Schnellgerichts legte der Staatsanwalt Berufung ein. Jedoch auch das Landgericht be- stätigts den Freifpruch wegen erwiesener Un- schuld. Von den allein schuldigen Nazis ist kein einziger wegen des Frevels gegen eine Kirche unter Verfolgung gestellt worden. Gefährliche Experimente Die Reuerwehr als Lebensretter Beim Experementieren mit EHemi- kalten entstand in der Kaiserallee ISS in Wilmersdorf ein gefährlicher Wohnungs- b r a n d. Der Wohnungsinhaber, der bewußtlos neben dem brennenden Raum lag, konnte im letzten Augenblick von der Feuerwehr vor dem Erftickungs- tod gerettet werden. Im vierten Stockwerk des Vorderhauses hat der 31jährige Ingenieur Kurt A. ein« größere Woh- nung. Kurz vor Mitternacht sahen Passanten, wie aus den Fenstern der obersten Wohnetage dicht« Rauchwolken hervordrangen. Die alarmiert« Feuerwehr fand keinen Einlaß in die brennende Wohnung und mußte die Tür zertrümmern. In einem Zimmer brannte fast die ganz« Einrichtung: durch einen umfassenden Löschangrifs konnte der Brand aber schnell erstickt werden. Als die Feuer- wehrleute nach dem Wohnungsinhaber, dem In- genieur A., forschten, fanden sie ihn im Neben- zimmer bewußtlos auf. Der Mann lag z w i f ch e n einem Haufen Glasscherben von zer- brochenen Reagenz- und Bersuchsgläsern sowie aus. gelaufenen Säuren bewußtlos am Boden. Es dauerte 20 Minuten, ehe es gelang, den Bewußt- losen wieder Ins Leben zurückzurufen. Wie A. später bei einer kurzen Vernehmung angab, ist das Feuer bei chemischen Versuchen durch Ent zun- dungoon Aether entstanden. Auf der Flucht vor dem Feuer ist A. dann im Nebenzimmer unter der Einwirkung der sich schnell bildenden giftigen Gase zusammengebrochen. Der Verunglückt« fand im Gertraudtenkrankenhaus Aufnahm«. Herrtot ist nicht poincare �ur Mristiscke Littel xe�en Versa!lles-Verlet2uns Freiherr und Volk Herr von besucht Notstandsgebiete Der Reichsinnenminister hat die bayerische Ost- mark besucht, um dort, wie es in offiziellen Pressemitteilungen hieß,„mit dem Volke Fühlung zu nehmen" Es wird uns dar- über aus Weiden berichtet: „Freiherr ix Gayl hat in Weiden die„Fühlung mit dem Volk" gesucht Er hat nicht etwa die Wohnbaracken in Moosbürg, die Schlachthof- barocken oder die Wohnungen in der Mooslohe besichtigt, er ist nicht zur Stempelstelle des Ar- beitsamtes gegangen. Das„Volk" wurde ner- treten durch die beiden Bürgermeister, den Kam- merzienrat Roger, den Kommerzien- rat Witt, Geheimrat Günther. Oeko- nomierat Lukas und etliche höhere Ver- waltungsbeamte. Am Dienstagoormittag be- suchte man die O b e r r e a i s ch u l e, das S t u- dienseminar und das Krankenhaus, Dann wurden ausgerechnet die schönsten Arbeiter- Wohnungen in der Königstraße besichtigt, choffent- lich hat der Reichsinnenminister nicht den Ein- druck gewonnen, daß die Leute noch viel zu schön wohnen und daß man daher noch an Löhnen und Gehältern und Unterstützungen abbauen kann. Die Bewohner der Baracken hätten den Frei- Herrn schon auch gebührend empfangen, er hätte keine Angst haben brauchen. Aber solches Wohn- elend eignet sich nicht für das Auge eines Barons, Warum haben die Herren Bürgermeister dem Innenminister nicht die Wirklichkeit gezeigt? Warum ließ man ihn nur die schönenBauten sehen?" Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 20. Oktober. Obwohl die Verhandlungen des Auswärtigen Ausschusses der Kammer und des Senats ebenso vertraulich sind wie die des entsprechenden Reichs- tagsausschusses, wissen verschiedene Zeitungen über die gestrigen Erklärungen H e r r i o t s zu berichten. Nach dem sozialistischen„P o p u l a i r e" hat Herriot aus die Frage eines radikalen Abgeord- neten, was Frankreich zu tun beabsichtige, wenn Deutschland entgegen den Vertragsbestimmungen a u f r ü st e n würde, geantwortet, daß die ftan- zösische Regierung den Fall dann dem Haager Internationalen Gerichtshof unter- breiten würde. Gäbe dieser Frankreich Unrecht. so beständen für diesen Fall zwei Lösungen: „Frankreich kann Macht- oder furistische Mittel anwenden. Aber ich brauche nicht zu sagen, daß die gegenwärtige Regierung nur zu furistischen Mitteln greifen wird." Nach dem„Matin" hat der radikal« Abg. F r i- b o u r g, der kürzlich eine Studienreise durch Mitteleuropa unternommen hat, unter Bezug- nähme aus die Gründung des Reichskura- toriums für Iugendertüchtigung die Frage der Verletzung des Vsrsailler Artikels 177 aufgeworfen. Herrivt soll dazu erklärt haben, daß er diese Angelegenheit in den nächsten internatio- nalen Konserenzen zur Sprache bringen werde. Ferner fragte der frühere Handelsminister R o l l i n, ob die Regierung nicht den deutsch- französischen Handelsvertrag kündigen werde. Die Antwort des Ministerpräsidenten lautete, daß die Regierung nicht diese Absicht habe, sondern daß sie sich bemühen würde, gewisse Aenderungen der Vertragsbestimmungen zu erreichen. Wie das„Echo de Paris" mitteilt, hat der Abg H a y« die Frage aufgeworfen, ob Frankreich, nachdem es von Deutschland keine Reparations- Zahlungen mehr erhalte, nicht auch seine Schul- denzahlungen an Amerika einstel- l e n würde. Der Ministerpräsident soll darauf er- widert haben:„Nein, Frankreich hat nicht das Recht, gegenüber seinen früberen Kriegsoerbün- deten die Methode des Karambolierens anzuwenden. Die französische Handelsschuld für = die Ueberlassung der amerikanischen Kriegsvorräte in Frankreich wird bis auf den letzten Centime bezahlt werden. Am 16. Dezem- der wird Frankreich also die daiür fällige Rate von 1,6 Milliarden Franken entrichten. Wa« die politische Schuld anbetrifft, werden wir versuchen, nach der Präsidentenwahl eine Annullierung oder wenigstens eine Verringerung zu erreichen," progressive Gehaltskürzungen Paris. 20. Oktober. Das französische Kabinett hat beschlossen, dem Parlament in dem Budget für das nächste Jahr eine Herabsetzung der Beamtenge- h ä l t e r um 2 bis 10 Prozent je nach Höhe der Gehälter vorzuschlagen. Die ersten 10 000 Franken sollen von jeder Kürzung befreit bleiben. Da- gegen hat das Kabinett den Antrag des Finanz- Ministers abgelehnt, die Militärpen- sionen und Kriegsteilnehmerrenten herabzusetzen. Es soll aber eine autonome Pensionskasse geschassen werden, die das Budget des nächsten Jahres um etwa 2 Milliarden Fran- ken entlasten würde. kriedrkJi von Homburg" Reinhardt im Deutschen Theater Was geht uns dieser Prinz von Homburg nebst dem Bericht über die Schlacht von Fehrbellin, nebst den höfischen Sentimentalitäten und der rührsamen, aber erfundenen Geschichte vom Fro- den und dem Schimmel eigentlich an? Ein fall- süchtiger Schlafwandler, der, beinahe noch Kind, General der brandenburgischen Reiterei ist: vom Ruhm träumend und in des Kurfürsten Nichte schulbubisch verliebt, überhört er militärische Be- fehle und verfällt so wegen Ungehorsams vor dem Feinde dem Tode. Da bekommt er die Angst und winselt„ganz unwürdig, ein unerfreulich jam- mernswllrdiger Anblick", ums Leben. Er soll be- gnadigt werden, wenn er selber sich für schuldlos hält: das vermag er nicht, am Rechtsgefühl wächst er zum Helden und„will das heilige Gesetz des Krieges, das er verletzt im Angesicht des Heeres, durch einen freien Tod oerherrlichen". Das Ist es: solche Romantik der Gerechtigkeit, entschlossen, die eigene Person zu opfern, damit die Gemeinschaft lebe, zündet und trägt uns auf rauschenden Flügeln in das Reich der Tat. in die Himmel kämpferischer Jugend, Das ist es, und das war das Unwiderstehliche, das Ueberwältigende der von Max Reinhardt geführten Darstellung: sie überrannte jegliches Bedenken und nahm in geballtem Anlauf unseren Willen zum Sieg. Jugend, unbekümmert, trotzig, schwärmend, sprungfertig, furchtlos leuchtend, strömte und stürzte aus Gustav Fröhlich, der den Prinzen lebt«. Dieser Schauspieler ist zu- gleich Srandarte und Sturm, zugleich Fanfare und Malsch. Ihm stand als Kurfürst und Prinzip gereifter Menschlickikeit Friedrich Katßler entgegen und fiterer Krieg Von Tugend und Glauben Sage einer, der Freiherrenrundfunk sei rückschrittlich! Er konnte nur voa Tempo«ich loofen: wenn er nicht bei Fridericüs Rex angefangen hätte— er wäre uns einfach schon um Jahrhunderte voraus! Heute ist er bereite mitten mang im frisch-sröhlichen Weltkrieg, und nun hat er sogar das Mittel wieder entdeckt, uns über diese heldische Epoche lachend die Wahr- heit zu sagen. Wer in den Jahren 1914 bis 1918 Zeit, Lust und Geld hatte und nicht gerade an irgendeiner Front in Anspruch genommen war, tonnte sich auch an solchen von Edelmut und Heiterkeit überschäumenden Volksstücken begeistern wie an dem, das am Mittwoch vom Bayerischen Rundfunk der Deutsch- landsender übernahm, Autor: Fred Angermayer: Titel:„Die drei Kaiser- j ä g e r." Wittert Bayern Kiniluft? Auch die „Tagesbefehle" in der vergangenen Woche waren aus München importiert. Also wem ein deutsch-freiherrliches Herz im christlich-natio- nalen Busen schlägt, der mußte von dieser rühren- den Sendung begeistert sein, in der man in jedem Satz das Wort„Kameradschaft" mindestens zwei- mal in den Raum warf, so daß es wie ein hübscher bunter Ball zwischen Hauptmann, Gemeinem, Zugführer und Major hin- und herflog. Und ge- lacht wurde und gerührt geschluchzt. Was bereitet die Herzen der Hörer besser für den wahrhast treudcutschen Voltsgeist, der aus solchen Sendungen weht, als eine Erbauungs- stunde, die im Programm der Berliner F u n k st u n d e(Dienstag) zwar nur den nüchternen Namen„Funtkalender für Ok- t o b e r" führte.„Tugend und Glauben" hätte sie heißen müssen! Zwar— man erinnerte nur an einige in den Oktober fallende Gedenktage: aber zur Seite, ein orgelnder Baum: männlich zart in fchattenspendender Fürsorge, besonnen und besonnt in Geryißheit seines Wuchses, im Mark dröhnend, wenn"Leidenschaft aus der Wurzel bricht. Wie von Andreas Schlüter, dem barockenen Bronze- gießer. Um diese beiden Kraftquellen und Explosions- Zentren sammelt Reinhardt, den machtvollen dra- matischen Stufungen der Kleistschen Dichtung fol- gend, einen Chor von plastischen Figuren. Diese Generäle waren keine ausgestopften Uniformen: sie knurrten und bellten, donnerten und glitzerten, galoppierten, siegten und rebellierten. Besonders einprägsam waren Paul W e g e n e r, der den Obristen Kottwitz, einen halbverrosteten, gichtischen, aber immer noch verflucht lustigen Haudegen gab, und Eduard von W i n t e r st e i n als Feld- Marschall Dörfling. Die Kurfürstin bekam durch Helene F e h d m e r schönes, mütterliche« Maß, während Helene T h i m i g, zwar schon ein wenig überschattet, aber künstlerisch desto erfahrener, die entschlossen« Weiblichkeit der Prinzessin Natalie, die den Prin- z«n so arg verwirrt, mild und fest gestaltete. Di« Legende vom Prinzen von Homburg hat der unglückliche Dichter Heinrich von Kleist, ge- ringe Tatsächlichkeiten der Ueberlieferung nutzend, ersonnen, um sich und seiner großen Leidenschaft Erlösung zu geben. Kurze Zeit darauf griff er, von ekeler Not und von der kalten Abweisung durch seine Zeitgenossen niedergeworfen, zur Pistole. Heute lebt er als flammender Herold hämmernder Kraft: ein Sprecher auch unserer Jugend. R. Lr. die Menschen, die da ausmarschierten, waren sittenstreng zum Gebrauch für deutsche Rundfunk- Hörer hergerichtet. Oscar Wilde, der schillernde, verweichlichte, luxusfrohe Snob, der doch ein großer Dichter war, trotz seiner Un- tugenden und aus ihnen heraus, wurde aus jener kurz anhaltenden fromm-pathetischen Epoche heraufbeschworen, die sich an seine Zuchchausjahre schloß. Er erschien so als bisher von den Heraus- gebern„Christlicher Vergißmeinnichts" verstand- nislos vernachlässigter Autor. Auch dem Frei- denker Diderot wurden aus seinen Schriften die für diese Vortragsstunde geeigneten Sätze herausgemolken, und der Spötter und Weife Anatole France ntuhte sich ebenfalls— in einer an sich wunderschönen Legende— als kirchenfrommer Mann präsentieren. Franz von Assisis demütige, von der Liebe zu aller Kreatur überwucherte Heiligkeit wirkte in diesem ver- zuckerten, schlecht gemischten Brei auch nicht mehr als Würz«. Trauervoll schwang zwischen diesem cmstündigen, von altpreuhischem Oberlehrergeist zusammengetragenen Zitatenschatz das reine, heitere Singen Mozartscher Musik.— lz. „Sturm auf Marakesch" Marmorhaus In diesem Film wird arabisch gesprochen, das zum Tell durch deutsche Texte übersetzt ist. Die Sprecher zwingt man sogar zum Dialekt, doch bekommt man nur ein Marokko zu sehen, wie ein Europäer mit romantischen Anwandlungen es sich wünscht. Ist doch dieser Frauenraub, der endlose Schlachten nach sich zieht, und mit einem Liebes- paar nach echt amerikanischem Muster glücküch endet, derart europäisch stilisiert, daß man ihn bislang in arabischen Sprachgebieten nicht zur Aufführung brachte. In hohem Maße interessant sind für uns die echten, wilden Landschaften. In ihnen müssen stark eigenartige, trotzige Charaktere entstehen. Und man sieht Gesichter, in denen Geschichten ge- schrieben stehen. Ferner gewahrt man edle Pferde, von denen einige nicht nur bildschön, son- dern darüber hinaus regelrecht kokett sind. Zu- dem ist kunstgewerblich manches interessant, so die großen Hüte(die dort an Ort und Stell« an- gefertigt werden), die Sättel und die Zelteinrich- tung. I. Severac läßt sehr realistisch spielen. Die arabische Sprache, die fast unausschöpfbare Wirkungsmöglichkeiten in sich birgt, kann kaum ausgenutzt werden, weil fast jede Szene von Ge- wehrfeuergeknall, Geschrei und Todesröcheln er- füllt ist. Für die arabische Leitung zeichnen Su- leika el H i k y und Cl Hady Abdallah. Es ist also einer Frau diese verantwortungsreich« Ar- bsit übertragen worden. Jenes zeugt dafür, daß sich auch im Orient heute schon manches grund- legend geändert hat. Man zeige uns den neuen Orient. Wir wollen wissen, was jetzt ist. Daran haben all« die Menschen ein Interesse, denen es mit der Völkerverständigung ernst ist. e. b. „>Vie sag ichs meinem Mann?" Gloria-Palast Eheliche Krachs können filmisch reizvoll zestal- tet werden. Das haben uns«die Amerikaner und Lubitsch wahrhaft meisterhast bewiesen. Rein- hold Schänzel aber kann einen Vergleich mit seinem großen Kollegen nicht bestehen. Zu breit wälzt er dieses harmlos« Manuskript aus, das von einer kleinen Frau erzählt, die während der Abwesenheit ihres Mannes mit einer Freundin für zwei Tage nach Heringsdorf fährt, Sie ver- liert einen Koffer,«in Pyjama wird ihr daraus entwendet, und es gibt viel Krach um diese- Kleidungsstück, bis zum Schluß die Eh« desto gefestigter ist. Schünzel hat seinen Film nur für einen kleinen Kreis von Zuschauern angelegt, der vor reichen Leuten in Ehrfurcht erstirbt und mit Genug- tuung und Schadenfreude deren Ehekrach be- trachtet. So bekam freilich Georg Alexander eine Bombenrolle, dessen Mimik gerade für einen quengeligen Menschen außerordentlich gut geeig- net ist. Die Gegenspielerin Renate Müller ließ der Regisseur leider nur faden Durchschnitt sein. Ida Wüst darf feiner spielen als für ge- wöhnlich, und der Vollbart geschmückte Otto W a l l b u r g übertreibt sein hastiges Sprechen derart, daß er unverständlich bleibt. Schade, daß Schünzel aus seiner eigenen reichen Filmerfah- rung nichts gelernt hat und nur Theater verfilmt. Der Kulturfilm„Tier Idylle in der Großstadt" leidet unter seiner wahllosen Zu- sammenstellung. Reiht man doch Aufnahmen aus Tiergärten, aus freier Natur und von priva- ter Tierhaltung ohne Erklärung aneinander. Der Titel aber läßt eine optische Berichterstattung über die Anpassung lder Tiere an das Großstadt- leben vermuten. e. b. Rokoko in Schloß Eharlollenburg. Die Der» waltung der staatlichen Schlösser und Gärten läßt seit einiger Zeit die Räume Friedrichs ll. in Schloß Charlottenburg instand setzen. Sein genialer Berater in Kunstdingen, Georg von Knobelsdorf, erhielt den Austrag, das van Schlüter und Eosander von Goethe begonnene Bauwerk zu erweitern. Er fügte im Osten an den barocken Mittelbau den Neuen Flügel an, in den Jahren 1740 bis 1743: im Obergeschoß mit der berühmten Goldenen Galerie, ihrem Vorsaal und den dann folgenden drei Wohnzimmern. Man hat diesen Flügel die großartigste und glänzendste Entfaltung des Rokoko in Norddeutschland ge- nannt, wozu die Dekorationen von I. A. Nah! und P e s n e s Deckengemälde wesentlich mit- wirken: nach außen sprechen die klassizistischen Formen, innen aber enffaltet sich der ganze Zauber eines dekorativen Geschmacks von höchster Reife. Von dieser Meisterschöpfung Knobelsdorffs war bisher nur die Goldene Galerie zugänglich. Die Schlösserverwaltung gibt jetzt ober auch den anschließenden kleinen Konzertsaal und die beiden Wohnzimmer für die allgemeine Besichtigung frei. Im Konzertzimmer hat das Meisterwerk Wat- t« a u s aus dem Besitze des Königs, das Firmen- schild de« Kunsthändlers Gerfamt, wieder den Platz erhalten, für den es erworben war, zwischen den beiden Türen, die vom Konzertsaal zur Goldenen Galerie führen. Zunkkrile und Rolkssunk. Die Unzufriedenheit der Rundfunkhörer nimmt täglich zu. C« ist da- her kein Wunder, daß auch das 3. Quartal ebenso wie das zweite einen Rückgang der Hörerzahl mit über 42 000 brachte, obwohl die Zahl der von der Rundfunkgebühr befreiten Arbeitslosen in den letzten sechs Monaten um 125 000 Lestiegen ist. In fast allen Ländern, besonders in England, das man gern zum Vergleich heranzieht, ist auch In dieser Zeit die Zahl der Hörer gestiegen. Der auffällige Rückgang in Deutschland ist nur durch die maßlose Verbitterung der Hörer über die Ent- Wicklung der deutschen Rundsunkprogrammc zu erklären. Der„V o l k s s u n k", die große wöchent- liche Funkillustrierte der Eisernen Front, zeigt auch im neuen Heft, wie dieser Kampf um den Rundfunk fortgeführt werden muh. Der Preis für das Heft, das die Vorwärtsdruckerei in bestem Tiefdruckverfohren herstellt, einschließlich kosten- loser Geräteversicherung, beträgt nur 25 Pf. Der Bezugspreis durch Buchhandel oder Post ist 96 Pf. monatlich frei Haus. „Gelb ohne Arbelt", die Komödie von Colantuonl, in der Bearbeitung von R, A. Stemmte, gelangt von Freitag, an im Renaissance-Theater zum Teil durch das ehemalig« Volksbühnenensemble zur Aufführung, Die Kamera, Unter den Linden 14, zeigt ab Freitag den amerikanischen Film„M in und Bell" (Die fremde Mutter) mit Mary Drehler und Wallaee Betty. parteinachrichten 5. Kreis. Heute 19 Vi Uhr Siyulungskursus für Frauen, Heim Tilliter Straße 4/5. Diskussionsübungen, Leitung Käthe Kern. Wetter für Berlin: Bewölkt bis trübe, mit Regenfällen und ziemlich frischen südwestlichen bis westlichen Winden, mild.— Für Deutschland: Im Süden und Südosten wolkig, zeitweise aufheiternd, im Norden trübe und Regen. Aufaepoß! Keiner kann sicher sein, daß er in der Wählerliste steht, wenn er nicht nachgesehen hat! Kontrolliere, ob du drin stehst! Kontrolliere auch, ob andere drin stehen, die mit der Partei sympathisieren I Die- JUdo* Ueqtn iäyiiiU 7&s79 UUc aus � OöDFM-�nsmsr � maiernutte Berlin G.m.b.H. /ORMAIS MALEREIGENOSSENSCHAFT GEGRÜNDET 191'. NQ18, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR. 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Weinberg: 9ugmd und Politik Wilhelm 5) o e p n e r und Paul O e st r e i ch haben unter dem Titel„Jugend, Er- ziehung und Politik" einen Sammelband herausgegeben, der die Vorträge enthält, die aus der vorjährigen Tagung des Bundes entschiedener Schulrcformer gehalten wurden(Verlag Karl Zwing, Jena). Die behandelten Probleme sind so auherordentlich wichtig, daß die Ausführungen des Buches stärkste Beachtung verdienen, auch wenn man mit den Gedankengängen einzelner Redner nicht einverstanden sein kann. Jugend und Erziehung stehen unter dem Einfluß der wirtschaftlichen und politischen Zeitverhältnisse. Man behauptete srüher sehr oft, die Schule sei eine abgeschlossene Insel, die von den politischen Kämpfen unberührt sei. Diese Ansicht sei durch die Tatsachen widerlegt. Die materialistische Ge- schichtsauffassung hat gerade auf dem Gebiete der Erziehung ihr gutes Recht erwiesen. Das Leben in der Schule ist>n stärkstem Maße von den sozialen und wirtschaftlichen Ver- Hältnissen abhängig, man denke an die jüngsten Abbau- und Sperrmaßnahmen, man bc- achte, wie sehr die Erziehung durch die Tatsache beeinflußt wird, daß ein großer Teil der schul- entlassenen Jugend keine Lehrstellen finden kann. Ebenso ist es unbestreitbar, daß alle politischen Parteien die Schuljugend umwerben, daß die Schüler in den politische» Kamps hineingerissen sind. Der Politik gilt das stärkste Interesse der Jugend, wie genaue Untersuchungen mehrfach gezeigt haben. Es ist bekannt, daß die Rational- so.stalisten große Teile besonders der Schüler höherer Lehranstalten sanatisiert und radikalisiert haben.„Jugend, Erziehung und Politik" ist also ohne Frage ein Grundproblem heutiger Päda- gogik. In dem Buche von Hoepner und Oestreich werden die Fragen mit Ernst und Veram- wortungsbewußlsein behandelt. cheinrich Müller-Burbach gibt eine Darstellung der politischen Schülerbünde, wobei er die große Verbreitung des„Nationalsozialistischen Schülerbundes" aufweist. Dieser Bund rühmt sich nahezu 60 Proz. der Abiturienten zu crsassen. Bei dieser Sachlage wird die Einstellung eines großen Teils der akademischen Jugend verständlich. Die Gesinnung des Terrors ist an den Schulen sehr verbreitet. Daher hat Paul O e st r e i ch recht, wenn er die Parole ausgibt: „Entfanatisierung, nicht Entpolitisierung!": denn das politische Interesse ist nicht künstlich in die Schule hineingetragen, sondern von innen heraus- gewachsen. Verderblich ist nicht die Beschäftigung mit der Politik, sondern die Unsachlichkeit und die Herrschaft der Phrase Das besagt auch die Forderung des Ministers Grimme:„Objektivi- tät, nicht Neutralität!" Müller-Burbach macht beachllichc Vorschläge für einen wirksamen st a a t s- bürgerlichen Unterricht, der natürlich nicht nur die Bestimmungen der Versassung rein formal eindrillen darf, der vielmehr von geistiger Freiheit, von sozialer Zeitreise und politischem Wollen getragen sein müßte. Richard Meschkat berichtet über„Schule und Klassenkampf", und zeigt mit Recht, daß man Maßgahmen, die sich gegen die Interessen der Arbeiter richten, gerne als„neutral" bezeich- net, während sie in Wirklichkeit Kampfmittel der herrschenden Klasse sind:„Der Sinn des Wortes Klassenkampf wird von einer großen Zahl auch unserer Zeitgenossen noch einseitig aufgefaßt, in- dem man nur das Ringen der unteren Klassen um ihre elementaren Lebensrechte als Klassenkampf erkennt, jedes Vorbeugen und jede Abwehr von oben her aber als selbst- verständliche Mahnahme zur Erhaltung des Ganzen ansieht. Entsprechend ist man geneigt, alles, was von oben kommt, als„neutral" zu bezeichnen, weil es eben dem herrschenden gesell- schaftlichen Zustand die Fortexistenz sichern will." So hielt man in der Vorkriegszeit die herrschende monarchistisch-kapilalistische Lebenseinstellung sür neutral und schloß den Sozialismus und feine Forderungen vom Schul- und Bildungswesen aus. Es ist auch heute noch wichtig, diese Tatsachen immer wieder festzustellen. Meschkat entwirft ein sozialistisches Programm und betont, daß die sozia- listische Gesellschaft Voraussetzung sür eine srucht- bare und sinnvolle Erziehung ist:„Wer nicht Brot, nicht Wärme, nicht geringstes Maß von Sicherheit der Existenz hat, dem wird man mit allem Jdea- lismus nicht beikommen... Wer lehren und erziehen will, ohne die ökonomischen Lebensver- hältnisse der Menschen ändern zu wollen, geht in die Leere." Unter den Beiträgen des Buches verdienen noch die Ausführungen von Erich Schönebeck Uber pazifistische Erziehung besondere Beachtung. Schönebeck zeigt, wie man die Jugend für die Friedensidee begeistern kann. Toni P f ü l f hat einen wertvollen Beitrag über„Die Frau in der Politik" beigesteuert. In einer Reihe weiterer Aufsätze wird Erziehung zur Solidarität gefordert und begründet: diese Ausführungen sollten olle sür die Jugend Verantwortlichen beachten und durchdenken: denn die Jugend und die Erziehung ist heute stark gefährdet. Es kann niemand gleichgültig sein, ob die kommende Generation von gewissenlosen Demagogen sanatisiert oder zu geistiger, politischer und sozialer Verantwortung im Geiste der Freiheit und Gerechtigkeit erzogen zpird. In den reaktionären Zeitungen wird mit viel Geschrei die Zeit der„neuen deutschen" Schule und schärfster Kampf allen marxistischen Schul- versuchen angekündigt. Di« Schärfe der Tonart erklärt sich nur aus der Wut des pädagogischen Spießbürgers, den die sozialistischen Schulversuche aus seiner rohrstockumhegten Ruhe aufgescheucht haben. Denn sonst ist der schrille Diskant dieser Artikel unverständlich. Sie enthalten einfach kein« durchschlagenden Argumente gegen die bis- herigen Ergebnisse der Schulreform, mit denen man sich ernsthaft auseinandersetzen könnte. Ihre Dürftigkeit suchen sie zu verbergen hinter schmutzig- sten Angriffen gegen sozialistische Schulmänner. Die jetzt einsetzende reaktionäre„Schulreform" hat nicht den Geist ernsthafter pädagogischer Forsckning als Grundlage, sondern arbeitet nach der billigen Formel: Macht geht vor Recht. Des- halb ist auch die Verwaltungsbürokra- t i« ihr eigentliches Arbeitsfeld. Und sie wird ollen fortschrittlichen Schulen und Lehrern soviel Schwierigkeiten wie nur möglich machen, um zu versuchen, jede selbständige Geistigkeit aus unse- rer pädagogischen Welt zu verbannen. So inter- essiert sich auch die Reaktion für eine baldige Verabschiedung eines Reich-fchulgesetzes und macht sich dabei keinerlei parlamentarische und ver- sassungsrechtliche Gedanken. Mit dem Artikel 48 läßt sich ja alles so leicht erreichen. Die„Täg- lichc Rundschau" schreibt durch ihren Mitarbeiter Lehrer A. Beyer ganz offen:„Der Ausgangs- punkt für ein Reichsschulgesetz ist dabei nicht die Reichsverfossung. sotideni die Rechtslage vor der Revolution." Aber das Beschämende für diese „Republikaner" ist, daß selbst Wilhelms Schul- gesetze nicht so reaktionär waren wie die Forde- rungen dieses deutschnationalen Lehrers. Das preußische Volksschulunterhaltungsgesetz vom Jahre 1906, auf das.sich Herr Beyer bezieht, kennt nicht die K i r ch e n s ch u l e, die jetzt von Herrn Hugenbergz Freunden gefovdert wird. Es be- stimmt die Schulart nach der Kirchenzugehörigkeit der Kinder, wobei die Frage der schulischen Be- treuung der dissidentischen Kinder völlig offen bleibt, weil die 1906 noch keine Rolle spielte. Da aber die Reichsverfassung die Abmeldung der Kin- Die„Deutsche Studentenschaft", die unter Führung der Nationalsozialisten stehende Dachorganisation der reaktionären Studenten- gruppen, verbreitet in der Rechtspresse ein« Er- klärung. in der es heißt:„daß die letzte politische Entwicklung die Aussicht gibt, daß ein aus par- teipolitischen Gründen gegen die„Deutsche Stu- dentenschaft" geführter, jahrelanger behördlicher Kampf sein Ende findet. Die studentischen Ver- bände, die aus ihrer großdeutschen Grund- Haltung heraus in diesem Kampfe stets in vor- lderster Front gestanden haben, begrüßen die sich jetzt für die„Deutsche Studentenschaft" zeigende Möglichkeit, zu geregelten studentenschaftlichen Verhältnissen an den preußischen Hochschulen zu gelangen. Hiervon ausgehend, halten es die stu- dentischen Verbände sür eine selbstverständlich« Voraussetzung, daß auch bei der neugeschaffenen Lag« in keiner Weise an dem völkischen Ge- d a n k e n g u t der deutschen akademischen Jugend und der Idee der großdeutschen Stu den- tenschaft gerüttelt werden dürfe." Für jeden, der die Lage in der Studentenschaft kennt, war es klar, daß nach der Beseitigung der Regierung Braun-Severing-Grimme die Rechts- studenten einen Vorstoß zur Schafsung eines neuen Studentenrechts unternehmen würden. In Preußen haben bekanntlich bis zum Jahre 1927 staatlich anerkannte Studentenvertretungen �be- standen. Die reaktionäre Mehrheit in der Stu- dentenschaft hat dann das Recht der Studenten. durch selbstgewählte Vertretungen auf den Hoch- schulbetrieb Einfluß zu nehmen, ausgegeben, in- dem sie einen neuen Studentenrechtsentwurs. der die Koalition mit der antisemitischen österreichischen Studentenschaft untersagte, ablehnte. Die Verlautbarung der „Deutschen Studentenschaft", in der von dem„völ- tischen Gedankengut" gesprochen wird, beweist, daß die nationalsozialistischen Studenten jetzt glauben, mit Hilfe der Regierung Bracht ein ihren Wün- schen entsprechendes Studentenrecht zu erhalten. Was darunter zu verstehen ist, hat nie Oeffent- lichkeit erst wieder auf dem letzten Studenten- tag der„Deutschen Studentenschaft" in Königsberg ersahren. Dort wunde das von dem bekannten österreichischen Antisemiten Graf G l e i s p a ch für die Wiener Universität«nt- worfene Studentenrecht, das inzwischen vom Wie- ner Gericht als ungesetzlich aufgehoben wurde, als das Vorbild eines neu zu schaffen- den Studentenrechts in Preußen hingestellt. Graf Gleispach hatte die Wiener Studenten ohne Unter- schied der Staatsangehörigkeit m Studwtemwtio» der vom Religionsunterricht genau festgelegt hat, ist es nur eine sinngemäße Anwendung des Volks- schulunterhaltungsgesetzes, das für evangelische Kinder evangelische Schulen, für katholische Kin- der katholische Schulen bestimmt, wenn für b e- kenntnisfreie Kinder beten ntnis- freie Schulen eingerichtet werden. Auch verbietet das Volksschulunterhaltungsgesetz nicht die Beschäftigung dissidentischer Lehrer. Inhaltlich bietet das Programm der reaktiv- nären„neuen deutschen" Schule sich noch als Mosaik dar, das ein Irrer zusammengesetzt haben könnte. E i n nationalsozialistischer Führer schreibt sür die Bekenntnisschule, einer dagegen: einer für die Einheitsschule, einer dagegen. Was Adolf Hitler in seinem grurchlegenden Werk„Mein Komps" über die Schule aufgezeich- net hat, ist nicht nur formal, sondern auch inhalt- lich so nachlässig geschrieben, daß die Wissenschaft- liche Welt des In- und Auslandes über diese Be- kenntnisse einer schönen Seele zur Tagesordnung übergeht. Ein ernsthafter Versuch auf notiona- listischer Seite liegt vor in dem Buche von Pros. Krieg„Nationalpolitische Erziehung". Aber was dieser Gemeinschastspädogoge an wirklich aufbauenden Ideen hinstellt, ist von unseren so- zialistischen Pädagogen seit langem gesellschaft- lich besser fundiert und klarer formuliert. Der Tenor all dieser Artikel liegt ja auch gar nicht in Forderungen, die aus tiessten psycholo- gischen und pädagogischen Einsichten kommen, sondern in dem Verlangen, die Schule den ma cht p o lit ischen Interessen der Re- aktion dien st bar zu machen. Wie könnte sonst z. B. die„Deutsch« Zeitung" solche dummen Sätze in einer Polemik gegen die Schulreform unseres Genossen Grimme schreiben:„Aber in Verfolg des neuen Erziehungsgrundsatzes haben uns dann die„Richtlinien" u. a. mit einem Unter- richtsversahren beglückt, in dem der sogenannte „Arbeitsunterricht" eine große Rolle spielt. Was man sich darunter vorzustellen hat, weiß eigentlich keiner so recht. Aber gewiß ist, daß der„A r- beitsuntcrricht" den höchsten Grad der Vollkommenheit dann erreicht, wenn in der Stunde die Schüler sich unterhalten und der nen eingetellt. In die deutsche Studentennation wurde nur aufgenommen, wer zweifelsfrei ,.a r i f ch" war. In nicht eindeutigen Fällen mußte als Beweis für die arische Abstammung der Taufschein der Großmutter beigebracht werden. Die jüdischen Studenten wurden selbst dann, wenn sie österreichische Bundesbürger waren und sonst die gleichen staatsbürgerlichen Rechte wie die übrig« Bevölkerung besitzen, auf der Universi- tät in einer besonderen jüdischen Studentennation zusammengefaßt. Daß eine Einteilung deutscher Staatsbürger in Deutsche und Nichtdeutsche dem Sinn und dem Wortlaut der Verfassung widerspricht, steht eindeutig fest. Jetzt haben es die nationalsozialistischen Stu- denten auf Preußen abgesehen. Hier soll der zweite Versuch gemacht wenden. Gegen eine Uebertragung österreichischer Verhältnisse auf die preußischen Hochschulen würden sich sämtliche repu- blikanilchen Studenten und mit ihnen zweifellos die überwältigende Mehrheit der studentischen Hochschullehrer und die öffentliche Meinung wen- den. Sollten die neuen Herren in Preußen tat- sächlich auf diese Vorschläge eingehe-, so würde das die Auslösung s ch w e r st e r Kon- f l i k t e aus den Hochschulen bedeuten, deren Ende nicht abzusehen ist. Die Soziali st ische Studentcnschast und mit ihr die preußische sozialdemokratische Landtagssraktion haben sich stets positiv für den Gedanken der studentischen Selbstverwaltung ein- gesetzt. Zu fordern ist aber, daß eine solche Selbst- Verwaltung sich auch wirklich beschränkt auf die Vertretung und die Mitarbeit der Studenten im vielfältigen Betrieb der Hochschule. Daß heute Sludenten bei der Behandlung der �ur lie leibst äußerst wichtigen Fragen, wie etwa der Wirt- schaftshilse, der Gebührenordnung, des Senunar- und Bibliothekwefens, ausgeschaltet sind, ist ge- wiß kein erfreulicher Zustand. Die Schuld daran tragen aber die reaktionären Studenten, die in den Studentenvertretungen, statt sich mit diesen sachlichen Fragen zu beschäftigen, Protestresolutionen gegen die Politik der jeweiligen Regierun- gen gefaßt haben. Wenn heute die preußische Re- gierung die Schaffung eines neuen Studenten- rechts planen sollte, so sind, die sozialistrichen Studenten zu positiver Mitarbeit bereit, uvnn die neue Selbstverwaltung den Studenten die not- wendige Vertretung gegenüber den Hochschulbe- Hörden zur Wahrnehmung ihrer Interessen gibt, dabei ab«r den antisemitischen Komplexen der Hakenkreuzler keinerlei Konzessionen macht, Lehrer unermüdlich schweigt."— Jeder Jung- lehrer weih heute über die Prinzipien des„Ar- beitsunterrichts" Bescheid. Und die Herren Skri- Kenten sollen sich gefälligst erst einmal die ein- schlägige Literatur ansehen, bevor sie solchen blühenden Unsinn schreiben. Aber wahrscheinlich macht ihnen, soweit sie Lehrer sind, der Arbeits- Unterricht zuviel Arbeit: denn er stellt höhere Anforderungen an den Lehrer als einförmiger Drillunterricht. Deshalb schreien diese Herren wohl auch immer so viel nach dem Führer, nach der Autorität, die dem Lehrer jetzt verloren gegangen sein soll.„In der neuen deutschen Schule sollen Lie Kinder wie- der gehorchen lernen." Es wird immer ein untrügliches Zeichen für die Erziehungskunst eines Lehrers bleiben, ob und in welchem Maße er den Stock gebraucht. Und wir befinden uns in der guten Gesellschaft der besten geistigen Führer Deutschlands, wenn wir den Gehorsam der Kinder nicht wollen als sklavische Unterord- nung unter die brutale Gewalt, sondern als f r e i- willige Unterordnung unter den Lehrer, der nicht nur von Amts wegen, sondern auf Grund seiner geistigen Ueberlegenheit und als moralisches Vor- bild begeistert von den Kindern als Führer an- erkannt wird. Und gerade unsere soziolisti- schen Lehrer haben gezeigt, daß sie dieses Echo der Begeisterung in den Herzen der Arbeiterkinder zu wecken verstanden haben. Deshalb will man sie jetzt mit politischer Intrige aus dem Amt jagen. Denn die Reaktion will nicht die Freiheit des Lehrers und die Freiheit des Kindes, sondern sie will knechtischen Geist in die jugendliche Re- servearmee des Kapitals hineindrillcn. Diese Willkür der„neuen deutschen" Schule, die sich eindeutig gegen den Aufstieg des prole- tarijchen Kindes richtet, lehnen wir ganz entschie- den ab und werden wir ganz energisch bekämpfen. Die sozialistischen Elternbeiräte haben hier eine gewaltige Aufgabe vor sich. Eine enge Zusammen- arbeit aller sozialistischen Erzieher ist notwendig und vor allem die Mitarbeit aller in den Eltern- Vereinigungen der Partei und der freien Schul- gescllschaften. 3)ie freie Schule f ordert: _ Der Hauptoorstand desBundesderfreien Schulgesell schasten tagte kürzlich in Bernau. Aus den Bezirksberichten ging überall hervor, daß die Organisation so festgefügt ist, daß sie mit Ruhe den kommenden Kämpfen entgegen- sehen kann. Die freien Schulgesellschaften haben in unermüdlicher Kleinarbeit Tatsachen geschaffen, die für die sozialistische Külturbewegung von großer Bedeutung sind. Ohne das Bestehen der Sammelschulen in Preußen hätten wir längst ein notoerordnetes reaktionäres Reichs- schulgesetz, das schulisch der Arbeiterbewegung auch die letzten Arbeitsmöglichkeiten entziehen würde. Die derzeitigen Machthaber können die ausgedehnte weltliche Schulbewegung durch Schließung der Sammelschulen nicht aus der Welt schaffen. Der Druck der Reaktion kann eine Kulturbewegung nicht aushalten. Druck erzeugt Gegendruck, der sich schon jetzt im Herbst bei den Schulanmeldungen bemerkbar machte. In Sachsen z. B. ist bei der Herbsteinschulung die Zahl der Abmeldungen vom Religionsunter- r i ch t um durchschnittlich 3 Proz. gestiegen(in Leipzig sind 31 Proz. aller Lernanfänger, in manchen Orten über SO Proz. vom Religions- Unterricht abgemeldet). Der Bundesvorstand nahm in verschiedenen Resolutionen zu den schulpolitischen Fragen Stellung. Er fordert von den Reichs- und Länder- regierungen genügende Bereitstellung von Geldern zur Einführung oder zum AusbauderSchul- und Mütterspeisung. An dieselbe Adresse richtet sich die Forderung, allen unbemittelten Arbeiterkindern grundsätzlich Schulgeld- s r e i h e i t zu gewähren, Studienbeihilsen in größerem Maße zu bewilligen, die Zahl der Ausbauklassen und-schulen nicht einzuschränken, sondern zu vermehren. Gegen den nationalsoziali st ischen Terror an den Schulen, der moralisch ver- wüstend wirkt, geht ein scharfer Protest an die Oesfentlichkeit. Es wird die völlige Gleichberechtigung der dissidentischen Lehrer gefordert. Zur Frage des Reichsschulgesetzes wurde folgende Resolution ein- stimmig angenommen: „Das Rundschreiben des Reichsinnenministers an die Unterrichtsminister aller deutschen Länder, sowie zahlreiche Pressemeldungen kündigen neue Verhandlungen über das Zustandekommen eines Reichsschulgesetzes an. Die freien Schulgesell- schasten bekämpfen aufs schärfste ein von der Reaktion beabsichtigtes Reichsschulgesetz, das nicht die Forderungen der Reichsoerfassung erfüllt. Der Bund der freien Schulgesellschasten fordert die bekenntnissreie weltliche Schule, die sür alle Kinder ohne Rücksicht auf ihre Bekenntnis- und Weltanschauungszugehörig- keit offen steht, da nur sie die Gewissens- und Meinungsfreiheit für Kind und Lehrer gewähr- ieistot." A. H. War Ii ii fööHcher: Ein neues SludenlenrecM? Gegen die Automohildieh stähle 80 Prozent aller Autodiebstähle könnten vermieden werden Die Vereinigung krastsahrender Journalisten halte zu einem vortrage über das leider so aktuell gewordene Thema der Autodiebstähle in das Haus der Deutschen Presse eingeladen. Zuerst sprach der Leiter des Polizeidezernats zur Bekämpfung der Automobil- und Motorraddieb- stähle, Kriminalkommissar Werneburg. Polizei und Justiz sind auf? eifrigste bemüht, die Auto- diebstähle, die eine erschreckende Höhe angenom- men haben, zu bekämpfen. Sind doch im Jahre lSSV 1200, im Jahre 1931 sogar 2400 und bis September 1932 schon 1800 Wagen gestohlen worden. Und das nur in Berlin. Allerdings ließen sich nach der Meinung des Vortragenden etwa 80 Pro z. aller Dieb st ähl« ver- meiden, wenn nicht unglaubliche Sorg- l o s i g i e i t der Besitzer dazu beitrügen. In launiger Weise schilderte der Vortragende einige dieser Fälle. Ein Saufmann fährt mit einem?D-Zug morgens vom Lehrter Bahnhof nach Hamburg, läßt seinen Wagen vor dem Lahnhos stehen, um ihn abends nach seiner Rückkehr wieder zu benutzen. Ein anderes Mal fährt er sogar drei Tage fort: jedesmal findet er den Wagen wieder vor. Ws er aber einmal gar fünf Tage den Wagen am Bahnhof stehen ließ, war er verschwunden. Diebe und Hehler arbeiteten Hand in Hand. Oft begnügen sich die Diebe mit dem Entwenden von Einzelteilen. Da findet man Wagen ohne Räder, ohne Polsterung, ohne Licht und Starter- Maschinen und ohne Motor. Oft werden Wagen in ganz anderem Zustande wiedergefun- den, sie sind so verändert, daß sie vom eigenen Besitzer nicht wiedererkannt werden. Die Wagen werden dann nicht nur in andere Städte, fondern sogar ins Ausland gebracht, um dort verkauft oder in verschleierten Auktionen verstei- gert zu werden. Nicht nur Berlin, sondern alle Großstädte der Welt haben darunter zu leiden. In letzter Zeit sind eine Menge Hehler und Um- änderungswerkstätien unschädlich gemacht worden. Wenn auch, so schloß der Dortragende, die Kri- minalpolizei mit allen modernen und technischen Mitteln versuche, den Dieben beizukommen, so bleiben doch noch eine Menge Wünsche übrig, die nicht in der Hand der Kriminalpolizei liegen. Der Verkehrsrichter Amtsgerichtsrat T i e tz be- leuchtete die Materie aus der richterlichen Praxis. Auch die Rechtsprechung tue alles, um die Autodiebstähle zu bekämpfen. Aber die gesetzlichen Bestimmungen lassen eine Bestrafung nicht immer zu. Denn Diebstahl ist nur, wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, dieselbe sich rechtswidrig zuzueignen. Run werden aber nicht all« Wagen im rechtlichen Sinne gestohlen: die vorüber- gehende Benutzung eines Wagen»(Schwarzfahrt) Ist kein Diebstahl im Sinne des Gesetzes. Wer einen Wagen wegnimmt, um damit gestohlenes Gut zu befördern, den Wagen aber irgendwo stehen läßt, hat ihn noch lange nicht gestohlen. Das ist nur eine Gebcauchsanmaßung. Ebenso kann nicht als Dieb bestraft werden, wer einen Wagen von einem bestimmten Ort wegnimmt und ihn dann wieder hinstellt. Der Redner for- derte zum Schluß die Ausdehnung der Recht- sprechung auch auf den Gebrauchsdiebstahl und Radfahrer, aufgepaßt! Geschäftemacher wollen euch schröpfen Mach einer Meldung der Telegraphen-llnion sind seit längerer Zeit Bestrebungen im Gange, eine herabminderung der Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind und eine Fürsorge gegen Fahrraddiebstähle dadurch zu erreichen, daß man für Fahrräder ein Nummernschild, ähnlich dem der Motor- räder einführt, und daß jeder Fahrer von der Polizei eine Zulassungsbescheinigung auegestellt erhält, die Immer mitgeführt werden muß. Ein„Konsortium zur Förderung von Radsahrerinteressen" hat nach der TU.-Meldung dem Reichskanzler bereit« eine Denkschrift über- mittelt, wonach die öffentlichen Versicherung«- anstalten mit einem Entwurf einer beantragten Kraftoerkehr»- und Radfahrerordnung beschäftigt sind. Man will»ine chaftpflichtversiche- rung für all« Radfahrer«inführen und dafür «ine Versicherungsprämie pro Rad und Jahr von 1 Mark erheben. Wir wissen nicht, wer dieses„Konsortium zur Forderung von Radfahrerinteressen" ist, schleier- Haft ist auch, wer dieser im Verborgenen arbeiten- den Institution das Recht gibt, Interessen der Radfahrer zu vertreten. Die maßgebenden Okga- nisationen, der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität, die Union Deutscher Radfahrer und der Bund Deutscher Radfahrer haben sich jeden- falls in dieser Angelegenheit Noch nicht gemeldet, ja sie haben bisher Maßnahmen, die in der Rich- tung der oben bezeichneten lagen, ganz energisch abgelehnt. Man kann sich nicht vorstellen, wie durch die Einführung von Nummernschilder Verkehrsunfälle vermieden werden sollen: jedenfalls hat noch nie- mand bewiesen, daß Motorrad- und Autounfälle deshalb zurückgegangen sind, weil Nummern- A rbeiterspo rt-Exam en Leistungsprufungen für alle Sportler Die Zentralkommisston für Ar- beitersport und Körperpflege hat in Zusammenarbeit mit den ihr angeschlossenen Ver- bänden L« i st u n g s p r ü s u n g e n für die Mit- glieder eingeführt. Meldestellen für Prüfungen sind die ZK.-Verbandsleitungen: die Prüfungsob- nähme erfolgt durch die technischen Leiter und Kampsrichter der Verbände. Wer die Absicht hat, seine sportliche Leistungsfähigkeit prüfen�zu lassen, meldet sich durch seinen Sportverein b'ei der in Frage kommenden sportlichen Bezirksleitung, der sein Verein zugeteilt ist. Jede Meldung wird mit der Zustellung der Bedingungen und Leistung»- listen für die Prüfung beantwortet. Von den in süns Gruppen eingeteilten Arten der Leibesübungen hat jeder Bewerber innerhalb eines Zeitraumes von zwölf aufeinanderfolgenden Monaten nach freier Wahl aus eder Gruppe eine Leistung auszuführen. Gruppe 1 enthält: Schwimmen, Wasserspringen. Tauchen, Retten. Gruppe 2: Hoch- und Weitsprung. Längssprung(Riesenspcung über das Pferd), Skilauf, Ringen. Gruppe 3: Laufen, 100, 400. 1S00 Meter. Gruppe 4: Diskus-, Speer- und Hammerwerfen, Kugel- und Stein- stoßen, Gewichtheben, Reck- und Barrenturnen. Eislaufen, Schwimmen, Kampfspiel«(Fußball, Handball, Tennis, Hockey), Rudern. Paddeln. Gruppe Z: Schießen, Radfahren sowie Skilaufen, Eislaufen und Schwimmen über lange Strecken und 10 000-Meter-Lauf. Der Zweck der Leistungs- Prüfung Ist es, durch eine fünffache Gutleistung einen Leistungsbeweis für Herz- und Lungenspann- kraft und für den Besitz von Körperschulung, Körperkraft, Auedauer und Schnelligkeit zu er- bringen. Eishockey Die kanadischen Pariser Der Sportpalast hatte wieder einen großen Tag im Eishockey: gegen eine Pariser Mann- schaft trat der Berliner Schlittschuhklub an. Die Pariser hatten ihre Mannschaft, die zum Wochen- ende in der Seinestadt gegen den BSE. spielte, in Anbetracht der vom BSC. gezeigten Spielstärke wesentlich verbessert, was aber nicht verhinderte, daß sie in Berlin nur ein 2:2 Unentschieden herausholte. Ueber die Mannschaftszusammenstellungen dieser Amateurspielcr, die in der Saison von Stadt zu Stadt, von Land zu Land reisen, ist«in Wort der Kritik am Platze. In der Parijer Mannschaft die Gebrauchsanmahung. Auch schon deshalb, weil unbefugte Benutzer dieser Wagen durch ihr unsachgemäßes und, weil sie sich ständig verfolgt fühlen, hastiges Fahren in den Straßen schon viel Unhell angerichtet haben. Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r, der dann das Wort nahm, forderte S e l b st s ch u tz der Autobesitzer. Es gäbe aber auch Fälle, wo ein Autodiebstahl von dem Besitzer gar nicht ungern gesehen werde(siehe Dersicherungsentschädigung). Die Berliner Polizei könne er für ihre in letzter Zeit erfolgreiche Bekämpfung der Autodiebstähle und für Wiedererlangung des gestohlenen Gutes nur beglückwünschen. Mit der jetzigen Recht- sprechung sei allerdings kaum auszukommen, da die Autodiebe durch allerlei Spitzfindigkeiten dem Gericht immer wieder nachweisen wollen, einen Autodiebstahl nicht beabsichtigt zu haben. Wie schwierig aber eine Umstellung der Gesetze im Wege normaler Verhandlungen sei. zeigen am besten die schon seit mehreren Jahren schwebenden Beratungen der Strasrechtsreform. Diese Lücke im Gesetz müsse aber schleunigst ausgefüllt werden. Durch voloerordnung soll schon in allernächster Zeil eine Slrafbestimmung geschaffen werden. um das Problem der Autodiebstähle endlich zu lösen. Nach dieser Verordnung soll die Entwendung, aber auch die unbefugte Benutzung von Fahrrädern und Motorbooten mit Ge- fängni« bis zu drei Jahren und 3000 M. Geldstrafe bestraft werden, auch wenn Diebstahl im juristischen Sinne nicht vorliegt. Friedrichsfelde 04" und„Sparta" aus. Die Lichtenberger, die mit meist neuen Leuten antreten, werden trotzdem den Spartanern den Sieg nicht leicht machen. Jiu-Jitsu-Kämpf« leiten den Abend ein. Der Eintritt ist frei. Beginn 20 Uhr. Gerälekampf Moabit— Mitte. Den Anfang zur neuen Gerätekampfserie machen Freitag. 21. Ok- tober, die Mittelstufenturner des«porwereins Mvabit und der FIGB.-Mitte. Beide Mann- fchaften verfügen über gute Cinzelkönner. Den Ausschlag dürste also die Gymnastik geben. Der Kampf findet in der Halle in der Waldenferstrahe in Moabit statt und beginnt um 19.50 Uhr. Oberstufenturner 1. Sreis. Der Bezirk Osten der FTGB. ladet hiermit all- geübteren Turner ein, in Anbetracht des bevorstehenden Städte- kämpfe an einem gemeinsamen, zielbewußten Trainingeabend am Freitag, 21. Oktober, in der Turnhalle Straßmannstr. tz um 20 Uhr teilzu- nehmen. Schwarzes Brett FSV.«iäcts 31. Sitzung jetzt jeden Freilatz. 20 Uh-, bei Schade. Normannen. C-te Ruschcstratze. Zur V-rvoll. ständigung de« Mannschaften werden noch Spieler ' Turn, und Sportperein Eiche-Nöpenick. Donnerstag, 20. Oitoder. 20 Ul;t Sandball-riiiiung der Milnnermann. fchaftcn auf dem Eiche-Vlatz. Sonnabend, 22. Ottober, 20 Ulir. Mitgliederverfamluna auf dem Slche.Platz. '----'"«litt. Sonnerstaa. 20. Lt. 1904 Uhr. Nreisaefchitstaftell«, Slsitsker Str. 80. Rttdcracrcin Soliegia. Freitag. 2t. Okober, Fahrten- ansetznng ,um Abrudern. Alle Mttglteder mllilen er- scheinen. Sonntag» 23. Ottober. 8Zj Uhr, Zreffin im Bootehaus... «ZV. Rat- Weiß. Handdallipteler-Männermonnschaften. Versammlung heut», 20 Uhr. bei Ufert, Kleimftr. SS. S-imabeNd heute im Jugendheim Sonnendurger Str. 20 um 20 Uhr nur fllr Frauen und Mitdchen. t.«caitl. Sitzung der Sportleiter Sonntag. 10 Uhr, im „Älien Sierhituschen". Kampfrichter um 14 Uhr Im Lokal. iZtoppuhren nicht vergessen. Der Repudlilanifche Motarradllub Berlin f. D. veran. staltet am 23. Oktober eine Besichttgunaoiahrt zum Schlff». Hebewerk nach Ltep« bei Hohenfinow. Start! 8 Uhr Stadt- dahnhof iöeitzensee. Eilst« herzlich willkommen. Arbeitcr-Sportlegelklub VorwSrte. TralnlngSabend>«. den Sonnabend um 18 Uhr ln der Sporthalle Alexan. drtnenstr. 107. Saft« herzlich willkommen. schllder eingeführt wurden. Die Ausstellung einer Zulafsungebefcheinigung für Radfahrer Ist um so überflüssiger, als es bisher den 13 Millionen Fahrräderbesttzern in Deutschland auch ohne eine solche Bescheinigung möglich war, ihr Fahrrad zu benutzen. Automobile werden bekanntlich auch ge- stöhlen, obschon sie Nummernschilder in letzter Zeit sogar solche mit geprägten Ziffern— tragen. Es Ist mit Bestimmtheit vorauszusagen, daß die Zulassungsbescheinigungen nur neuen Aerger mit den Polizeibehörden bringen werden und das in einer Zeit, wo immer größere Bevölkerungs- masien infolge ihrer verminderten Einnahmen zum Fahrrad als Verkehrsmittel abwandern. Dt» sehr geringfügigen Unfälle, die durch Radfahrer verursacht werden, rechtfertigen nicht die erneute finanzielle Belastung der Fahrradbesitzer mit Versicherungsprämien. Hinter der ganzen Geschichte scheinen prosit- süchtige Versicherungsleut« zu stehen, die für ihre Jnteresien die Behörden In Anspruch nehmen wollen. Zu der ganzen Angelegenheit erzählt uns ein würdiger Greis folgende Geschichte: Als es in eis- grauer Zeit Mode wurde, auf einem Fahrrad zu fahren, bildeten sich auch allerlei„Konsortien", die dem neuen Sport- Und Verkehrsmittel feindlich gesinnt waren. Man führte damals auch Nummernschilder ein. machte die Benutzung von einer Zulassungsurkunde abhängig und schikanierte die Radfahrer auf alle erdenkliche Art und Weise. Ja die Königlich-Britische Geographische Gesell- schast forderte sogar ein allgemeines Verbot des Radfahrens. weit die Gummis auf den Rädern die Meridiane und Parallelkreife auf der Erdkugel adradieren wür- den. spielten einig« Kanadier mit, die sich— wie et heißt— studienhalber in Paris aufhalten. Sie firmieren als Franzosen, ebenso wie der BSE. in früheren Jahren Kanadier belchäitigte, die dann eben Deutsche waren. Ja. wir haben schon den mehr als interessanten Fall erlebt, daß ein schwedischer Spieler eine Saison lang im Berliner Schlittschuhklub als Deutscher spielte, um dann im nächsten Jahre als Schwede In einer fchiwedl- scheu Mannschaft gegen Berliner anzutreten. Das Ist eben nur vom Standpunkt der bürgerlichen Eishockeyspieler zu verstehen! Sonja Henie wurde durch die Wienerin Fritzi Burger ersetzt, die übrigens jetzt auch Berlinerin geworden ist. Sie und Ernst Beter abfolvlerlen ein erstklassiges Kunstlaufprogramm, ohne jedoch an die Meisterleistungen Sonjas heranzureichen. knapper Sieg des Schlillfchuhklubs. Im Eis- hockeyrllckfpiel zwischen dem Berliner Schlittschuh- klub und der Pariser Auswahlmannschaft gelang den Berlinern ein Sieg, der mit 1: 0(0: 0, 1:0, 0: 0) knapp genug ausfiel und dem Spielverlauf nach nicht einmal ganz oerdient war. Serienringkämpfe der Arbeiter-Athleten. Den zweiten Mannschaftskampf tragen am Freitag, 21. Oktober, in der Turnhall«. Bürgerhelmstr. 4, die beiden S-Siaffeln der Vereins„Lichtenberg- Rundfunk am Abend Donnerstag, 20, Oktober Berlin: 16.03 Vorn Zunftzwang zur Ge- werbefreilieit(P. Markwald). 16,30 Unterhaltungsmusik. 17.30„Sdiönstes Ferienerlebnis"(R. Christian). 17.50 Selbstbewußtsein(A. Beyer). 18.10 Uuferhaltungs- und Tanzmusik. 18.35 Die Funkslunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Zur Unterhaltung(Sdlallpl.). 20.00 Aus Breslau: „Kepler". Drama von H. Rehberg. 21.00 Kammerordiestorkonzert. 22.00 Wetter-, Tages- und Soortnachriditen. Tanzmueik. 24.00 Orchesterkonzert. Königs wusterliäusen: 16.00 Päd- agögischer Funk. 17.30 Soziale Probleme des Grenz-. und Auslanddeutsditums(Prof. Dr. K. C. Thalheim). 18.00 Musikalischer Zeitspiegel. 18.30 Die Bedeutung des Indizienbeweises(Ob.-Staatsanw. B. Köhler). 18.55 Wetterberidit, 19.00 Stunde des Landwirts. 19.23 Für Und wider. Wegweiser durch die Zeit(Dr. R. Pediel). 19.40 Zeitdietast. 20.05 Aus Bern: internationales Konzert. 21.50 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Aus Köln: Nachtmusik und Tanz. Sonst: Bertiner Programm. Hierzu 1 Beilage. Verantwortlich kür Politik: Richard Schwartz: Wirtschaft: G. Klingelhöser;_B bewegung: I. Steiner: Feuilleton! Herbert« spare: Lokales u. Sonstiges: gritz K a r st» d t f ÄNzeigen: Otto Hengst: lömillch in Berlin. I Verlaa: Porwaris-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Bnchdrnckerei und Berlagsanstalt PaNl Singer lt. Lo., Berlin SW.(58, Slnbetlftr. 3. I Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des„Br-rwSrls" verösfenilicht. thealer. Ctchlsptele usw Theater Donnerstag, den 20. Oktober SMatsoper unter den Linnon » Uhr Die Macht des Schicksals Staatlicnes Schauspielhaus 20 Uhr Wilhelm Teil Vt/m« 4- Ä* siam. oper Chanoiienbur Fraunhofer 0231 Turnus I Donneistag.20. Okt 20 Uhr Tosca Nemelh.Talön a Q. Roda, Kandl Heyer Dirigent; Ladwic Schiller Oroimaubtr. iO, 1 StoinpL IC 1) 6716 Tätlich 8"« ehr Robert und Bertram tlfrad Inn, Frlti Hindi, IntaSiaeU Stg. nachm. JU. ■hilnrlt v. bmiimo Preis 0 40 bis 2,00 Deutsches Theeier Weidend. 5201 8 Uhr PriiR W« M«mW tduirpei m H.». Kliltl Regie: MaxReinhardt Hammerspieie 8 thi Schalles Bühne Weiterer Ludwig- Thoraa-Ahend Die Srautschau Erster Klasse to, ubr CASIftO-THEATEfl � Lothringer Mfahe«», illiliiiiiiiliiiiiiltMiirtllliiiiiniiiiiliiinillitiiilllltliliiiiiiHiiiiiiiiii Audi Sonntags nachm. 4 Uhr Humor! Stimmung: Man lacht Tränen über Direktor Hans Berg als fanta(ulchen. Gutschein lür di: Lese: 1—4 Personen FauL 0.76 M., Sessel 1 26 M., Park. OJU M Steltiner Sänger Reichshallen-Theater _(Dönhoffplau) jjJS Dir. Illeysel. Dir. neysei. \ M Tägl 8.16 Uhr, Sonntag. (\ 3.30 Uhr(ermäBigte Pr Das neue Programm mit der Posse («Und abends wird getanzt" VOLKSBUHNE Theater am Bttioerriaia >>.«or Jen»»44. TAxllch B Cht Die Ratten ÜÄ.«»'." Regie: Hein« Hilpert Käftt Dorsch, Eagen Kiöpfef, Otto Wernfcke Restaumnl Berlins WALLN ER-THEATER Tägiidi 8.15„Mitschuldigen" „Satyros- von Uoethe- Musik: Mozart Preise 0.50 bis 3,- M.— Sonnt, 5 u 8,15 Uhr Vorveikauf täglich ab 10 Uhr Kose- 1 heater Grote Fmtlenei Slnli 13 11. Weldtu:' 3422 8.15 Uhr Der Hauptmann von Köpenick B. B. B. ßendows Bunte Bühne Kottbnsser Strafle 6 früher„Elite- Sänger" LMe oitii WMi\ Tji. B Uhr. Soanf. iidinJVt Preise von 5u Pf. an Änsecate im ül vorwärts Otfietn erfolg! Gloiidestiilaüoi) zum weißen Hirscti WHt-rglratfe 106. f cke J>rfnaeniiiruHti rrUhstückstube— M'ttaastlseü 40 PK duigepfle�te Biers Willy Seidifts