Morgen- Ausgabe Nr. 501 A245 49. Jahrg. Redaktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 ScmtPKdjen A7 Ami DSnhoff 2S2 Kit 2S7 Telegrammabrefle, Sozialtemorral D-rlw BERLINER VOLKSBLATT SONNTAG 23. Oktober 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß deS redaktionellen Teils Zentralovgan der eSozialdemoSvaiischen Partei Deutschlands Nie Nazipleite von Oldenburg s.ur(ipsrhirhfp pinpr Wnhlnarole Braune Parteibuchwirtschaft und Krach Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Im Freistaat Oldenburg, der seit bald vier Monaten eine rein nationalsozialistische Regie- rung hat, spitzen sich die politischen Dinge außer- ordentlich scharf zu. Das Land befindet sich in einem argen Finanzdalles, der zur Folge hatte, daß an einzelnen Orten den V o l k s f ch u l- l e h r e r n schon seit Monaten das Gehalt nur teilweise ausgezahlt werden konnte. Darüber hinaus hat die Regierung sämtlichen Beamten am 1. Oktober eine neue Kürzung ihrer Bezüge beschert, die sich, je nach der chöhe des Amtes Zwischen 3 und 20 Proz. bewegt. Oldenburgs staatliche und städtische Beamte sind demnach gegenwärtig die am s ch l e ch t e st e n bezahl- t e n Beamten in ganz Deutschland, Und das in einem Lande, wo die Razis vor ihrer Ulachlübernahme täglich im Posaunen- lone erklärt hatten, sobald s i e an der Regie- rung wären, würde sich alles zum Bessern wenden. Auch auf allen anderen Gebieten haben die Nazis in Oldenburg aufs peinlichste versagt. Mit aller Entschiedenheit wandten sie sich noch kurz nach ihrer„Machtübernahme" gegen eine even- tuelle Schlacht st euer. Aber kaum waren sie zwei Monate im Amt, als zum Verdruß aller Bauern und Schlächtermeister die erst so verfemte Schlachtsteuer verfügt wurde! Ganz einseitig ist die P e r s o n a l p o l i t i k der Regierung, Daß man gleich zu Anfang das aus drei Ministern bestehende Kabinett ganz für sich mit Beschlag belegt hat, ist bekannt. Ebenso daß der Landtag radikal ausgeschaltet wurde, Man fürchtet dessen Kritik an den Dingen, Der einzige im Ministerium beschäftigte sozial- demokratische Angestellte wurde gekündigt, Zwei sonst gutbürgerliche S ch u l r ä t e wurden aus ihren Positionen entfernt, angeblich weil von ihnen Widerstände gegen den von der Regierung beabsichtigten neuen Schulkurs zu erwarten seien. Und das Neueste ist, daß man, nachdem man schon die Regierungspräsidentenstelle in Eutin mit einem nationalsozialistischen Abgeord- neten besetzt hat, jetzt auch die Präsidentenstelle in Birkenfeld einem Nazimann zuschanzen will. Der gegenwärtige Regierungspräsident, der zu den Demokraten zählt, sitzt zwar seit zwölf Jahren in seinem Amt: man hat auch nie gehört, daß gegen ihn etwas vorläge, nun aber kommt die Regierung und will dort einen Rlechsel vornehmen, um an die Stelle, die einen Juristen erfordert, einen Razilandtagsabgeord- neten. der von Berus Kaufmann ist, zu sehen. Das hat nun die Beamtenschaft auf den Plan gerufen Der Plan war doch allzu durchsichtig, Just d i e Partei, die sich früher nicht genug tun konnte in der ödesten Schimpferei über die an- geblich„unhaltbare" Beamtenpolitik des„ver- ruchten Systems", just diese macht solche Gc- schichten. Insbesondere sind es die Deutsch- nationalen, die jetzt Sturm gegen den Ministerpräsidenten, der in seinen Versammlun- gen gegenwärtig wieder tüchtig aus die Iu- den hetzt, Sturm laufen. In die Enge ge- trieben, behauptet nun die Regierung, der Bir- kenfelder Regierungspräsident wäre nicht mehr tragbar, da ein Teil der Bevölkerung„arg- wöhne", er hätte während der Besotzungszeit in Birkcnfeld mit den Franzosen„sympathisiert". Natürlich eine ganz und gar unbeweisbare„Arg- wöhnung", die sich ganz gewiß nur auf die dor- tigen Nazikreise erstreckt, denen Herr Dörr, so heißt der Beamte, schon längst unbequem ist. Vollends bunt ist die Geschichte geworden durch die Behauptung der Regierung, sie habe zur Zeit keinen geeigneten Juristen zur chand und müsse darum den Naziabgeordneten Wild, einen Kaufmann(!), dorthin setzen, Dabei gibt es in Oldenburg Dutzende von höheren Beamten, die sich für diesen Posten eignen. Freilich sind sie nicht Mitglieder der Razipartei. lleberhaupt sind die mittleren wie die oberen Beamten im Freistaat Verhältnis- mäßig zurückhaltend gegenüber dieser Partei geworden. Sie ahnen einmal, daß es mit der national- sozialistischen Herrlichkeit nicht allzu lange Zeit währen wird: zum andern stoßen sie sich an der ewigen öffentlichen Schimpferei des Ministerpräsidenten Röver, die bereits in weiten Kreisen einen Umschwung herbeigeführt hat. Das jüngste Beispiel ist der Streit Rövers mit der evangelischen Landeskirche, der damit endete, daß der Oldenburger Oberkirchen- rat Klage gegen den Ministerpräsi- deuten eingereicht hat. Der Streit nahm seinen Ausgang von dem Vortrage eines schwarzen Missionspredigers, der, aus Afrika stammend, in deutscher Sprache auf Veranlassung der obersten Kirchenbehörde in Nordwestdeutschland kirchliche Vorträge hielt. Der Ministerpräsident belegte diese Haltung der verantwortlichen kirchlichen Personen mit den schärfsten Ausdrücken und Drohungen, Revellion in der SA. Eigener Bericht des„Vorwärts" Kiel, 22. Oktober. Die Sozialdemokratische Partei Neumünster erhält sortgesetzt Zuschriften aus national- sozialistischen Kreisen über die unhaltbaren Zu- stände in der SA, Die, wie man in national- sozialistischen Kreisen sagt.„aristokratischc Führung" hat unter den Angriffen der SA, schwer zu leiden, zumal die K a s s e n v e r- h ä l t n i s s e in einer unglaublichen U n- o r d n u n g sind und mit sehr beträchtlichen Unterschlagungen gerechnet werden darf, Aehnliche Zustände herrschen in Husum, wo dieser Tage eine ganze SA,-Gruppe aus der Nazipartei ausgetreten ist. Dort sollte ein an den blutigen Vorfällen in Altona beteiligt gewesener und jetzt verurteilter SA.-Mann seine Strafe antreten. Da ihn die Führung vollkommen im Stich ließ, ist er und seine ganze Gruppe mit Protest aus der Partei ausgetreten. Thomas Mann für Sozialismus Lekenntim vor den V/iener Arbeitern Eigener Bericht des„Vorwärts" Wien. 22. Oktober. Im großen Saal des Wiener fozialdemokrati- schcn Volkshauses sprach heute abend der deutsche Dichter Thomas Mann vor sazialdemokrati- schen Arbeitern. Er erklärte: Es geschieht zum erstenmal, daß ich, der bürgerlich geborene Schriftsteller, vor einem sozialdemokra- tischen Arbeiterpublikum spreche. Ich empfinde das als epochemachend für mein ganzes Leben, Meine Ausführungen sollen nichts anderes sein als ein Bekenntnis der Sympathie für Ihre sozialistische Sache. Mann erklärte dann weiter in seiner Rede: Sozialismus ist nichts anderes als der pflicht- gemäße Entschluß, den Kops nicht mehr vor den dringendsten Bedürfnissen und Forderungen zu verstecken, sondern sich aus die Seite derer zu schlagen, die der Erde einen Menschen- sinn geben wollen. Der geistige Rkensch muß sich sagen, daß es in den wichtigsten Staaten Europas besser stünde, wenn in ihnen slolt der bürgerlichen oder seu- dalen Regierungen Arbeiterregierungen am Ru- der wären, daß dann ein gutes Stück aus dem Wege der Ordnung, vernunsl und Gesundung vorgeschritten werde. Das erste Bekenntnis des großen deutschen Dichters zur Sozialdemokratie wurde von den Wiener Arbeitern, die in gewaltigen Massen zu seinem Vortrag gekommen waren, mit jubeln- dem Beifall aufgenommen. Kabinett de Brvqueville Lelgien vor dem Wahlkampf Eigener Beridit des„Vorwärts" Brüssel. 22. Oktober, Das neue Ministerium de Broqueoille be- steht fast ausschließlich aus stark oerblaßten Grö- ßen früherer katholisch-liberaler Ministerien, dar- unter nicht weniger als vier Ministerpräsidenten, und.zwar de Broqueville selbst, Iaspar, Poulet und Theunis. Außenminister ist H y m a n s(liberall, Der Zweck dieses großen Aufgebots ältester Staatsmänner ist sehr durchsichtig. Es soll den aus- ländiscben Bankierkreisen einen günstigen Eindruck maazen und die große Aüs la nd san l« i h«. deren Abschluß bisher in London mißlungen ist, unter Dach und Fach bringen. Auch hoffen die Katholiken und Liberalen dadurch für den bevor- stehenden Wahlkampf, von dem die Regierungs- Parteien einen soziali st i schen Sieg besürch- ten, die Wähler im Interesse der bürgerlichen Par- teien zu beeinflussen. Was die Gerüchte von einem noch engeren Zusammenarbeiten mit dem französischen General st ab und der Festlegung eines neuen gemeinsamen französischbelgischen Verteidigungsplanes anbetrifft, so wird versichert, daß de Broqueville auf Drängen der christlich-dcmokratischcn und flämischen Katholiken auf die Verwirklichung dieses Planes wenigstens bis zum Zusammentritt des neugewählten Parla- ments verzichtet hat. Die Neuwahl der Kammer soll am 20,, die des Senats am 27, November er- folgen, ie Jubelnde Freude unter den Vlamen hat die Freilassung des Militärdien st ver- weigerers Seimones hervorgerufen, �nr Geschichte einer Wahlparole „G e g e n d i e R e o k t i o n!" so lautet die nationalsozialistische Parole in diesem Wahl- kämpf.„Gegen die Reaktion!" knallt es über die ganze Breite der ersten Seite in den nationalsozialistischen Blättern.„Gegen die Reaktion!" tönt es tausendstimmig aus den nationalsozialistischen Versammlungen. Ebenso unbedenklich, wie man dem Sozia- lismus seinen Namen gestohlen hat, ent- wendet man der Demokratie ihre ge- schichtlich berühmte Parole. Unter dem Ruf „Gegen die Reaktion!" kämpften im neun- zehnten Jahrhundert aufrechte Männer aus dem Bürgertum gegen Kaiser und Könige, Grafen und Barone, gegen Monarchie und Diktatur für Republik und Demokratie, für Meinungsfreiheit, gleiches Wahlrecht und parlamentarisches System. Wie so viele andere politische Fachausdrücke stammt auch das Wort„Reaktion" in seiner politischen Bedeutung aus einem Nachbar- lande, das uns in der Entwicklung vorange- gangen war und aus dessen Geschichte wir auch heute noch viel lernen können, nämlich aus Frankreich.„Gegen die Reaktion!" das ist die Kampfparole der„w e st l e r i- schen" Demokratie, Gegen die Reaktion spitzte ein D a u m i e r seinen Griffel, schlug ein BSranger seine Leier, schrieben die R o ch e f o r t und Clömenceau ihre glänzenden Leitartikel, Auch in Deutschland haben die bürgerliche Demokratie und der bürgerliche Liberalismus ihren Kampf unter der Parole geführt:„Gegen die Reaktion." Das war der Kampf der Börne und Heine, der Laster und Bamberger, der Eugen Richter und R i ck e r t. Besonders pflegte man die Jahre nach der Revolution von 1848 bis zum Anbruch der neuen Aera als die Zeit der Reaktion zu bezeichnen, von ihr handelt Aron Bern st eins, des„Volks- zeitungs"-Redakteurs berühmtes Buch:„Die Jahre der Reaktion." Die Reaktion aber, die deutsche Reak- tion zumal, hielt unter ihren Gegnern ge- naue Musterung und fand sie„undeutsch". Sie behauptete, daß biedere Untertänigkeit und Unterwürfigkeit vor dem Polizeistaat dem deutschen Nationalcharakter entspreche. Den aufrührerischen Ruf„Gegen die Reak- tion!" betrachtete sie als eine Erfindung von Juden und Franzosen: Ausländer, Fremde find es meist, Die unter uns gesät den Geist Der Rebellion, Dergleichen Sünder, Gottlob, sind selten Landeskinder. Das war nun freilich eine ungerechte Be- schimpfung des deutschen Volkes durch die reaktionären Mächte, Denn die Wurzeln der antireaktionären Gesinnung in Deutschland stecken in der klassischen Literatur und in der klassischen Philosophie, Erfreu- licherweise ist der Kampf gegen die Rück- wärtserei keine von außen her ins Land ge- ttsraus zur gtofkft WäUUduwdqt&UHty am Donnerstag, dem 27. Oktober, 20 Uhr, in denlennishallen, Wilmersdorf, Brandenburgische Str. 53 Redner: ALBERT GRZESINSKI und andere. icccUeini Ut. Massen! fterriots Besuch in Madrid Frankreichs strategische Wünsche tragene, sondern eine deutsche Angelegenheit. Tausende der besten Deutschen haben für sie gestritten und gelitten, haben für sie geblutet und in den Gefängnissen geschmachtet! * Aber wenn auch der Kampf gegen die Reaktion eine deutsche Angelegenheit ist, so doch bestimmt keine Angelegenheit der Herr- schaften, die sich heute„Nationalsozialisten" nennen. In ihrem Munde wird der geschicht- liche Ruf„Gegen die Reaktion!" zum reinen Hohn und Volksbetrug. Denn der National- sozialismus selbst ist eine durch und durch reaktionäre Bewegung. Hitlers Kampf gegen die„November- Verbrecher", fein Märchen vom„wohlgeord- neten Staatswesen", das die Sozialdemo- vis �rboitslosigksit ist ciss F'roblsm des Tages. Sie wird in unserm neuen Roman ScUüUsal HlascUine von STEFAN POLLATSCHECK als Folge der Maschinenherrschaft behandelt.— Der Roman erscheint vom Mittwoch an im„Vorwärts". kraten im November 1918 übernommen hätte, was sind sie anders, als eine offene Parteinahme für das reaktionäre Regiment Wilhelm II.? Der Kampf gegen Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit, der über- hitzte Nationalismus, das Abschwören der Vernunft, die Verherrlichung des Mythos, der Blutaberglaube, der Rassenwahn— was sind sie anders als Ausbrüche einer ultra- reaktionären Gesinnung? Wer jahrelang alle antireaktionären Kräfte im Lande als volksfeindlich und landesverräte- rifch bekämpft und beschimpft, wer in einer stupiden Rassenhetze mittelalterliche Instinkte hochgepeitscht hat, der hat wahrhaftig keinen Grund, über Reaktion zu klagen, er erntet die Früchte seines eigenen Tuns! Warum find denn die Prinzen, Fürsten, Grafen, Barone. Ossi- ziere a. D. usw. in hellen Haufen der Hakenkreuzfahne zugeströmt? Etwa um gegen die Reaktion zu kämpfen? Nein, sie sind ge- kommen, weil, wo ein Aas liegt, sich die Raben sammeln. Sie haben ganz richtig herausgespürt, daß hier für ihre Sache, für ihre Zeit, für ihre alte Herrschaftsstellung ge- arbeitet wird. Und wie richtig sie dabei kalkulierten, das zeigt eben die Regierung P a p e n! * Wenn ein Dieb nicht gefaßt sein will, läuft er und schreit aus Leibeskräften: .Haltet den Dieb"! Wenn die schlimmsten Reaktionäre Deutschlands, die Nationalsozia- listen, Angst haben, vom Volke als das er- kannt zu werden, was sie sind, dann brüllen sie:„Nieder mit der Reaktion!" Daß sie da- mit die Parole ihrer Feinde übernehmen und in bedenkliche Nähe von Juden und Fran- zosen geraten, stört sie nicht. Denn sie sind ohne Skrupel und ohne Scham! Wenn die Sozialdemokratie von der bürgerlichen Demokratie den Kampfruf „Gegen die Reaktion!" übernommen hat, so durfte sie das, weil sie auch die G e d a n k e n der Demokratie übernommen und über das Politische hinaus ins Soziale weitergeführt hat. Die Sozialdemokratie hat um so mehr Grund, dieses geistige Erbgut sorgfältig zu bewahren, als von der alten bürgerlichen Demokratie in Deutschland kaum eine Spur noch vorhanden ist. Die Last des Kampfes gegen die Reaktion liegt ganz auf ihren Schultern, und so ist es auch ihre Aufgabe, den Volksbetrug zu entlarven, den die Leute verüben, die„Gegen die Reaktion" schreien und für die Reaktion fechten. Auf den trüge- rischen Kampfruf der Nationalozialisten: „Gegen die Reaktion!" antworten wir: Jawohl, gegen die Reaktion! Das aber heißt: Gegen Hitler und Hakenkreuz! Paris, 22. Oktober. Sichere Znformationen besagen, daß be' dem bevorstehenden Besuch herrlots in Madrid von französischer Seile vor allem zwei Fragen be. handelt werden sollen. Die erste ist die erneute Bitte Frankreichs um das Durchs ah rtsrecht seiner Truppen im Kriegssall aus Bordasrika durch Spanien nach Frankreich, da die M'ttelmeerlinie Marseille— Algier durch Italien ständig bedroht sei und der englische Schuh im Mittelmeer als sraglich angesehen wird. 3m Zu- sammenhang damit sieht die zweite, die Tanger- bzw. Gibraltarsrage, praktisch beherrscht heule nicht mehr England, sondern Spanien die Gibraltarposition. Frankreich verlegt seine Ein- schissungsbasis seht nach Easablanca, wo Hafenerweiterungen vorgenommen worden sind. Auch die Bahn von Algier und Oran nach Easablanca ist seht als vollbahn ausgebaut. Frankreich ver- langs, dah Spanien die Sirahe von Gibraltar im Kriegsfall vor italienischem Zugr'ss unbedingt neutral hält, damit die französische Transportverbin- dung Easablanca— Mutterland ausrecht erhalten bleiben kann. * Die Annäherung Frankreichs an Spanien be» deutet einen Schritt mehr auf dem Wege der p o- litifchen undmoralischen Isolierung, in die Deutschland durch die Regierung des herrenklubs hineinmanövriert worden ist. Deutschland hat es großartig verstanden, sich die starken Sympathien, die es in Spanien genoß, zu verscherzen und das spanische Volk in die Arme Frankreichs zu treiben. Diese Entwicklung begann gleich noch dem Umsturz mit der widerwilligen An- Nazispuk �ilde antisemitische Hetzrede Der Deutschlandsender und die Berliner Funk- stunde haben zum Wochenende eine regelmäßig wiederkehrende Veranstaltung eingeführt, die den Titel trägt„Ketzereien am Wochen- ende"; sie begann an diesem Sonnabend. Der Redner wurde nicht genannt, auch aus telephonische Aasrage bei der Funkstunde wurde die Nennung seines Ramens verweigert. Dieser geheimnisvolle Unbekannte durste sich vor dem Mikrophon nach Herzenslust in nationalsozialistischen pöbeleien ergehen. Der ungenannte Sprecher unternahm es unter anderem, einen kürzlich vor dem Arbeitsgericht ge- führten Prozeß völlig zu verdrehen, um seine antisemitischen Pöbeleien auf den Markt zu brin- gen. Er beklagte sich über Liberale und Juden, die angeblich in Versen die deutsche Frau und Mutter ungestraft beschimpften. Auch den Fall D a u b m a n n zog der Ungenannte in den Kreis Das Leipziger Arteil Dienstaz Verkündung In dem Prozeß der preußischen Staats- regierung gegen das Reich ist der Termin zur Vertündung der Entscheidung auf Dienstag, 2 5. Oktober, mittas 12 Uhr, anberaumt worden. Die Sitzung findet wiederum im Haupt- saal des Reichsgerichts statt. Die Nazi-Gaalfchlacht Neun Monate Gefängnis Das Sondergerichl verurteilte gestern nnler Vorsitz des Landgerichtsdlrektors Tolk die achtzehnjährigen SA.-Männer Schäfer und W i l k e, die sich wegen der Vorfälle am 6. Oktober in der „Reuen Welt- anläßlich der deulschnationalen Versammlung zu verantworten hatten, wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu j e neun Monaten Gefängnis. In der Urteilebegründung führte erkennung der spanischen Republik durch das deutsche Auswärtige Amt. während Paris sich beeilte, als erste Macht den Sturz der Bourbonendynastie offi- ziell zu bestätigen. Die republikanische Bevölkerung Spaniens erblickt in der von der Regierung Papen geförderte monarchistische Offensive eine indirekte Bedrohung chrer eigenen Errungen- schaften Frankreich hingegen nutzt das wachsende Mißtrauen der Welt gegen die nationalistische Junkerherrschast in Deutschland, um sich überall neue Freundschaften zu sichern. Noch nie ist die Stellung Frankreichs in Europa so stark, noch nie die Stellung Deutschlands so trostlos gewesen wie jetzt, wo Papen unter Berufung auf die göttliche Vorsehung die Geschicke des deutschen Volkes gegen den klaren Willen seiner erdrückenden Mehrheit lenkt. Vor der parlamentseröHnunjJ in Frankreich Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 22. Oktober. Kammer und Senat treten am Dienstag wieder zusammen. In der Kammer wird wahr- scheinlich noch am gleichen Tage gemäß einem von herriot in einer Sitzung des Auswärtigen Aus- schusies gegebenen Versprechen eine I n t e r- pellationsdebatte über die Außen- Politik beginnen, die bis Ende der Woche dauern wird. Bisher sind acht Interpellationen über dieses Thema angemeldet, von denen die wichtigsten die des Sozialisten L ä o n Blum, des Nationalisten Louis Marin, des Radikalen Bergery und des zur Zeit keiner Fraktion ange- seiner Erörterungen, jedoch in der Form, daß er aus ihm immer noch ein Plus für die„nationale Bewegung" herausrechnete. Es bleibt doch immer angenehm, für eine nationalistische Hetze wenig- stens einen Vorwand zu haben. Von Geist zeigte der Vortrag nicht die geringste Spur. Er war nichts als ein Sammelsurium plattester Gemeinplätze, wie es die nationalsozia- listische Presse alle Tage liefert. Nun braucht die nationalsozialistische Presse keiner lesen, der sie nicht will. Wenn aber Millionen deutscher Rund- funkhörer für ihr Geld solche Dinge ins Haus bekommen, die die erdrückende Mehrheit von ihnen entrüstet ablehnt, so ist das ganz einfach eine Unverschämtheit. Die Telephone unserer Redaktion waren gestern abend nach dem Vortrag des geheimnisvollen Unbekannten d"--«' Anstagen und Proteste entrüsteter Hörer nahezu blockiert. Auch wir fragen: Wer war der Sprecher dieser unverschämten Sendung? Wer ist für diese skandalöse Veranstaltung verantwortlich? Landgerichtsdirektor Tolk aus, daß den Ange- klagten nicht widerlegt werden konnte, daß sie nicht in der Absicht, die deutschnationale Versamm- lung zu stören, in die„Neue Welt" gekommen seien. Es war ihnen auch nicht nachzuweisen, daß sie mitverantwortlich zu machen seien für die gefährlichen Körperverletzungen, die verschiedene Versammlungsteilnehmer davongetragen haben. Sie haben sich also der versuchten gefähr- lichen Körperverletzung schuldig gemacht. Und zwar haben sie die Tat aus politischen Motiven begangen. Die Mindeststrafe laut Notverordnung ist ein Jahr Zuchthaus. Das Gericht hat aber die Möglichkeit, da es nur bei einem Versuch geblieben ist, auch auf Gesängnisstrafe zu erkennen; es hat deshalb die für jeden der Angeklagten festgesetzten sechs Monate Zuchthaus in neun Monate Ge- fängnis umgewandelt. Gegen dies Urteil gibt es keine Rechtsmittel: die Strafe ist sofort zu voll- strecken. Die Wahl in LIGA. Sozialistische Beleuchtung Washington, 22. Oktober. Auf Einladung des Nationalen Presseklubs sprach hier vor der Presse der spzialdemo- k r a t i s ch e Präsidentschaftskandtbat Norman Thomas. Er erklärte, es bestehe kein wesent- licher Unterschied zwischen hoover und Roosevelt. Es sei ein leeres Gerede, wenn Roosevelt zetzt behaupte, er hätte die Farmer und Bergleute nicht in die gegenwärtige Verelendung geraten lassen. Al» Gouverneur in seinem eigenen Staat New Bork habe Roosevelt weder in der Frag« der Arbeitslosigkeit noch bezüglich der Aussaugung der Verbraucher durch die Elektrizitätswerke irgend etwas durchgesetzt. Genau wie hoover im Jahre 1928 nur gewählt worden sei, weil man seinen demokratischen Gegner, den Katholiken Alfred Smith, ablehnte, so werde diesmal Roosevelt gewählt werden, hörenden Abgeordneten Franklin Bouillon sind. Es besteht kein Zweifel darüber, daß die Außen- Politik der Regierung mit einer sehr großen Mehr- heit von der Kammer gebilligt wird. Die Kammer dürfte sich dann bis nach dem radikalen Partei- kongreß vertagen, der vom 3. bis 6. November in Toulouse stattfindet. Frankreichs neuer �.hrüstunZspIan Von unserem Korrespondenten Paris, 22. Oktober. Die Studienkommission des Obersten Lan- desoerteidigungsrates Hat am Sonn- abendvormittag unter Vorsitz Herriots die P r ü- fung des neuen französischen Ab- rüstungsplanes fortgesetzt. Mehrere Minister, die sich sonst durch hohe Ministerialbeamte oer- treten lassen, wohnten der Sitzung bei. Das ist darauf zurückzuführen, daß der Text des Planes noch nicht vollkommen fertiggestellt ist und die Minister der Landesverteidigung daher um ihre Ansicht befragt werden müssen. Nach der Sitzung erklärte einer der beteiligten Minister gegenüber Pressevertretern:„Diese vollkommen technische Beratung verfolgt hauptsächlich den Zweck, unsere Truppenbestände und Rüstungen zu verteidigen. Wenn man einen Unterschied zwischen einer Angriffs- und einer Berteidigungsarmee machen will, so ist das ein Scherz. Eine Armee ist offensiv oder defensiv, je nach den Absichten des- jenigen, der sie verwendet." Nach dieser Aeußerung kann man darauf ge- faßt sein, daß sich der neue französische Ab- rüstungsplan von dem Tardieuschen Plan nicht sehr unterscheiden wird. weil man hoovers überdrüssig sei. Der Verlauf des Wahlkampfes zeige das völlige Fehlen von Glauben an politische Grundsätze. Die einzige Idee sei, daß Roose- velt dem Land schnellstens wieder zum Bier- g e n u ß verhelfen werde. Fälle wie der von Ivar Kreuger und Samuel Insull seien ein Beweis für das morsche kapitalistische S y st e m in Amerika, das ganz unnötigerweise gegen Deutschland in den Krieg gezogen sei, nur weil I. P. Morgan seine großen Anleihen an die Alliierten hätte retten wollen. Thomas forderte am Schluß die graduierte Kapitalsteuer zur Be- schaffung von 4t> Milliarden Dollar, um Zwangs- Versteigerungen, Arbeitslosigkeit und Lohnkürzun- gen zu oerhindern. Schleicher dementiert Er versichert Papen seine Freundschaft Bon dem in Badenweiler weilenden Reichs- wehrminister von Schleicher geht dem W. T. B. folgende Erklärung zu: In Berlin wird die Nachricht verbreitet, daß ich meinen Aufenthalt in Badenweiler zu poli- tischen Besprechungen benutze, die den Bestand des jetzigen Kabinetts gefährden könnten. Eine geradezu absurde Idee! Abgesehen davon, daß«ch mit dem mir befreundeten Reichskanzler von Papen sachlich und politisch völlig übereinstimme, habe ich während meines Ausenthalts in Badenweiler noch keine politische Persönlichkeit größeren oder kleineren Formats gesehen oder gesprochen und gedenke das auch in Zukunft nicht zu tun. gez. von Schleicher. 3n Wien ist die Zahl der unterstützten Arbeits- losen in der ersten Hälfte ves Monats September um 2491 aus 19 9 1 4 6 g e st i e g e n und damit um 27 413 höher als im Vorjahr, in welchem in der gleichen Zeitperiode ein Aufftteg um 857 zu verzeichnen war. „Der SJUidentenprm�" Revue im„Großen Schauspielhaus" „Der Studentenprinz"—, das ist natürlich das altvertraute Rührstück„Alt-Heidelberg, du feine, du Stadt an Ehren reich"— angeblich zu einem Singspiel, m Wahrheit zu einem Monstrestück, einer Revue vom ach so schönen Studentenleben und-lieben umgearbeitet und mit sehr an- gemesiener Musik von Romberg versehen: einer Musik, die zwischen„Im Volksliedton" und Schlagerschmiß«ine wunderliche Mitte hält. Maria Clsner gewinnt ihrer tragenden Rolle mehr menschliche al« musikalische Töne ab, Domgraf- Faßbender singt schön und mimt den Titelhelden mit Anstand. Trotz aller aufgewandten Mühe aber, aller Regiekunststücke und netter Einzelepisoden nur matter Erfolg— man freut sich de» verständigen Publikums. A. W. tsUt'zü späi zur Kontrolle der Wählerlisten, wenn du nicht heute noch— zwischen 10 bis 4 Uhr— hingehst und nachsiehst, ob du eingetragen bist. Wenn du das versäumst, dartat du dich nicht beklagen, wenn du am 6. November bei der Wahl zurückgewiesen wirst, weil dein VUnne feUtt! i im Rundfunk — Der Name des Hetzers wird verschwiegen Schulze gegen alle oder: Die deutsche Autarkie „Nachbar Holländer, Tomaten„Butter? Nee, lieber Nachbar„Verehrter Italiano, Apfelsinen„Merkwürdig, früher ging meine kaufe ich nicht mehr, die ziehe ich jetzt Däne, zu dem Zweck halte ich mir jetzt und Zi t r o n e n esse ich nicht mehr, ich Agentur so gut, und jetzt kauft mir selber im Balkonkasten," eine Ziege im Salon!" lebe nur noch von Früchten des Landes." kein Mensch mehr etwas ab." Der Fememord Brie! an den Reichsinnenminister Eigener Bericht des„Vorwärts" Braunschweig, 22. Oktober. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete T h i e l e m a n n hat das folgende Schreiben an den Reichsminister des Innern gerichtet: „Sehr geehrter Herr Minister! Braunschweig hat einen neuen Mord durch Ballonal- so zia listen erlebt. Der SS.-Mann Waller Kampe aus Salzwedel wurde durch den SS.- Mann Willi Kaune aus der Landstrahe bei Sickte aus einem Auto gestohen und durch sieben Schüsse niedergestreckt. Beide gehörten der sogenannten SS.-Slabswache, die im Hause Petritorwall 18» in Braunschweig untergebracht ist. an. Vor wenigen Tagen versuchte ein anderer SA.-Monn, Micha- lewsti. einen tätlichen Angriff aus Polizeibe- omte, die einen Stahlhelmumzug, der zu Ehren des Herrn Reichspräsidenten von hindenburg ver- anstaltet wurde, schützten. Michalewski beging im Gefänonls einen Selbstmordversuch, indem er ein 21 Zentimeter langes Brotmesser verschluckte. Ein anderer jugendlicher SA.-Mann, Elaus Hantel, der wegen eines Vombcnverbrechens in Haft sah, hat ebenfalls versucht, sich im Gefängnis zu töten. Weiter wurde der SA.-Mann S ch ö n s e l d am 11. Oktober mit einer Vrustschuhverlehung in das Landeskrankenhaus Braunschweig eingeliefert. AltraNnkS Der Lpalterkurs der KPD. Die Beschlüsse der Parteikonferenz der KPD., die aufs neue den Spaltungswillen der KPD. bekräftigen, sind die Ausführung der Beschlüsse des XII. Plenums der Exekutive der Kommunistischen Internationale. Ueber diese Ckki-Beschlüsse schreibt das Organ der Brandler-Eruppe.„Gegen den Strom": „Die falsche, u l t r a l i n k e, durch die Tat- sachen widerlegte Auffassung, dah die Ver- schärfung der Krise des Kapitalismus auto- matisch, von selbst, ohne Einwirkung der Kom- munistischen Partei, ohne daß diese ihre führende Rolle ausübt, zu einem revolutionären Aufschwung führen müsse, wird in den Thesen aufrechterhalten. Die Cinheitsfronttaktik figuriert in den Beschlüssen des XII. Plenums nur als„Einheitsfront von unten". und das ist nichts anderes, als die alte ultralinke Formel der Sabotage der Einheitsfronttaktik. Der „S o z i a l f a s ch i s m u s" ist wieder aufgelebt. Die Beurteilung der Lage in Deutschland ist ein Musterbeispiel politischen Stumpfsinns. Einerseits ist die fafchisti- sche Diktatur bereits„errichtet", andererseits ist die Arbeiterklasse„nicht geschlagen"— was ein Widerspruch in sich ist, denn die Errichtung der faschistischen Diktatur würde eine ent- scheidende Niederlage der Arbeiterklasse be- deuten. Die Bezeichnung der Papen-Regierung als„faschistische Diktatur" ist weiter nichts als Defaitismus, als verantwortungslose Panikmacherei: denn damit wird den Ar- beitern eingeredet, eine geschichtliche Entscheidung sei bereits zu ihren Ungunsten gefallen, während es heute gilt, alle Kräfte zu sammeln, um diese Entscheidung noch in letzter Stunde zugunsten der Arbeiter zu wenden. Die Ergebnisse des XII. Plenums zeigen, wie vergeblich die 'Hoffnung darauf ist, dah eine wirkliche taktische Wendung der Taktik der KPD., wie sie not- wendig ist, damit die Partei ihren Ausgaben gewochsen ist,„von oben", von den Instanzen kommen könnte Bei dem XII. Plenum lagen Schönseld lag vorher im SA.-Heim„Vater Jahn" am kleinen Exerzierplatz in Braunschweig. Ferner ist seht der in Luther a. Bbg. von seinen Partei- genossen übersallene SA.-Mann Lennecke in Goslar gestorben. Vraunschweig ist nach wie vor ein Unruheherd. Ich darf bei dieser Gelegenheit aus die von der sozialdemokratischen Landlogsfraktlon Ihnen vor- gelegte Denkschrift über die verhält- nisse bei der braunschweigischen Polizei verweisen. Zn vraunschweig wird nicht eher Ruhe eintreten, bevor nicht sämtliche SA.- Heime und UnterkunftsstSIten der Rationalsozialisten geschlossen w o r d e n s i n d. Da nicht anzunehmen ist, dah der natlonalsozialistische Innenminister, Herr klagges, gegen seine Porleisreunde, aus deren Reihen er ja sogar eine Hilfspolizei bilden wollte, vorgehen wird, gestatte ich mir. Sie noch einmal ausdrücklich aus die Verhältnisse in Vraunschweig Hinzuwelsen. Ich bitte Sie, das braunschwelgische Staotsminislerium veranlassen zu wollen, dah die SA.-Heime in Sraunschweig geschlossen werden. Erst wenn die in Braunschwelg zusammenge- zogenen obdachlosen Leute, die seht In den SA.- Heimen untergebracht sind, vraunschweig wieder verlassen haben, darf mit der Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung gerechnet werden." ja die Dinge obendrein so, daß es nach einer Wendung zusammentrat, die von oben und deshalb natürlich auch halb und inkonsequent war. Das Plenum hat den Rückfall in den ultralinken Kurs sank- t i o n i e r t." Diesem ultralinken Kurs, dem in Sowjetrußland Sinowjew und Kamenew geopfert worden sind, ist in Deutschland Heinz Neumann als Schlacht- opfer dargebracht worden. Verwirrung der kom- munistischen Arbeiter, Fortsetzung der Spaltungs- tätigkeit, Schwächung der deutschen Arbeiterschaft im Angesicht des Feindes— das bedeutet diese Kursbestimmung. Die Partei im Kampfe Diskussion mit Llebertragung Ein interessantes Experiment machten dieser Tage unsere Genossen in Kiel, indem sie eine Rede des Genossen Nälting, die in der Nordostsee- Halle gehalten wurde, samt der Diskussion und dem Schlußwort in zwei andere Lokale in Vor- orten von Kiel übertragen ließen. Es sprach ein kommunistischer und ein Naziredner je zwanzig Minuten ins Mikrophon, und auch die Antwort Nöltings wurde auf diesem Wege weitergegeben. Die Aufnahme der Reden in allen drei Lokalen war so gelungen, daß überall gleichzeitig Beifall. Widerspruch und Heiterkeit sie begleiteten, als ob der Redner anwesend wäre— nur die Zwischenrufe in den entfernt liegenden Sälen konnte der Redner natürlich nicht hören In großen Versammlungen in Hamburg sprachen die Genossen B r e i t-s ch e i d sowie die Kandidaten Erna tum Enden und Gustav Dahrendorf. Sie waren ebenso überfüllt wie die in Rendsburg und G l ü ck st a d t, wo Genosse Löbe, in Neumünster, wo Genossin Schroeder. in Stuttgart, wo Genosse Grzesinski sprach. In zwei überfüllten Sälen in Braun- schweig, wo die Genossen Thielemann und Gadermann sprachen, zeigte sich die ungebrochene Kompseskraft der Genossen in Klaggestan— ob- wohl eine Versammlung wegen des Zwischenrufs „Nieder mit Klagges" polizeilich aufge- l ö st wurde. Unter das„Gebot der Stunde" sprach im über- füllten Saal in Essen a. d. Ruhr Genosse Hilferding unter stürmischer Zustimmung der Versammlung. Sieben Wahlversammlungen im Landkreise Düsseldorf, zehn im Kreise Wuppertal, dreizehn in Hannover-Land, acht in Kassel-Land, neunzehn in Köln-Land, zehn im Bezirk München setzen die Versamm- lungswelle fort, die sich über das ganze Land er- gießt, ohne daß wir in der Lage wären, auch nur einen geringen Teil davon zu verzeichnen. Am Sonnabendabend in der Tonhalle in Düsseldorf sprach Genosse Breitscheid vor ßülX) begeisterten Kämpfern der Eisernen Front. Er geißelte die Außenpolitik der Regierung Papen, ebenso wie ihre reaktionäre Innen- und Sozial- Politik.— In der Stadthalle in Wuppertal- Elberfeld sprach Genosse Fritz Ebert am gleichen Abend vor 4000 begeisterten Wählern. Die Stimmung am Niederrhein ist glänzend, die Begeisterung für den bevorstehenden Kampf groß. Sie pfeifen aufs Recht Deutschnntionnle gegen Beamtenrechte Die„Deutsche Zeitung" macht den Polizei- Präsidenten Melcher und den Reichskommissar Bracht scharf gegen die Beamten des Polizei- Präsidiums in Berlin. Sie findet, daß noch viel zu wenig Deutschnationale ins Polizeipräsidium gebracht worden sind, und sie hetzt deshalb: „Man hat den Marxisten natürlich begreiflich gemacht, wie sehnsüchtig man darauf wartet, daß sie um ihre Entlassung bzw. Pensionierung einkommen. Aber sie denken nicht daran. Sie sitzen fest wie Kletten und hoffen auf die Rück- kehr der Herren Braun, Severing usw. hier scheint eine durchgreifende Säube- r u n g am Platze zu sein. Aber nicht etwa in Form einer Zwangspensionierung, denn damit würden die Parteibuchbeamten einen Teil ihrer Bezüge weitererhalten, worauf sie weder durch ihr herkommen, noch durch ihre „Tätigkeit" Anspruch haben. Man muh ihnen vielmehr eine Frist stellen, innerhalb der sie sich in ihrem alten Beruf nach einer neuen Stellung umsehen können." Unter Bruch der Verfassung und der Beamten- rechte sollen also Beamte, deren einziger Fehler es ist, daß sie nicht das deutschnationale Partei- buch in der lasche haben, einfach hinausgeworfen werden! Die Dreistigkeit, mit der die reaktiv- nären Hetzer auf das Recht pfeifen, ist bei dem allgemeinen Zustand des Rechts in Deutschland nicht weiter erstaunlich. Es hat aber immerhin sein gutes, daß diese Leute sich so offen herauswagen, die immer laut geschrien haben, wenn ein verfassungsfeindlicher Beamter in aller Form rechtens diszipliniert wurde. An die Zukunft denken die Herr- schaften in ihren reaktionären Hochgefühlen nämlich nicht. Greifenwettbewerb Die«lagd nach dem Alterspräsidenten Schönheitskonkurrenzen anmutiger junger Damen sind bekanntlich durch den Brachtfchen Zwickelerlaß verboten. Infolgedessen findet jetzt ein Greisenwettbewerb statt— und zwar bei der Kandidatenaufstellung zum Reichstag. Da- mit die Kommunistin Klara Zetkin nicht wie- der Alterspräsident des Reichstags werde, haben chr die Deutsch nationalen den um zwei Jahre älteren Oldenburg-Ianuschau als Rivalen entgegengestellt. Nun aber rücken die Nazis mit dem General Litzmann als Kan- diüaten an, der seinerseits den Januschauer um volle fünf Jahre schlägt. Litzmann ift 82 Jahre alt, für einen General ein noch jugendliches Alter. Den Deutschnationalen wird, wenn sie diesen Vorsprung wettmachen wollen, nichts weiter übrig bleiben, als ihr abtrünnig gewordenes Mitglied, den zur Volksrechtspartei übergegangenen Grafen v. Pofadowsky wieder aufzu- nehmen, da ja die Volksrechtspartei kaum ein Mandat erobern dürfte. Mit seinem Alter von 87 Jahren und entsprechender Länge des weihen Rauschebartes dürste der Graf Posadowsky nicht so leicht zu schlagen sein. Früher wurde dem Alterspräsidenten nur rein formal« Bedeutung beigemessen. Irgendein Wetteifer um diesen Posten bestand nicht. Viel- leicht aber sind jetzt gewisie Parteien so happig aus dieses Amt, weil sie meinen, daß der richtige, der gewählte Reichstagsprästdcnt, am Ende wiederum nicht zum Amtieren kommen wird...? Litzmanns Verwandtschaft Im„Israelitischen Familienblatt"(Nr. 40, k. Oktober) wird übrigens auf verwandt- schaftliche Beziehungen des Generals Litzmann zum Judentum hingewiesen. Dort wird das Schicksal der jüdischen Familie A r o n st e i n besprochen, der auch eine Frau L i tz m a n n entsprossen ist. Darüber heißt es: Frau Litzmann, die jetzt in einem evangelischen Kloster(soll wohl Stift heißen: Red. d.„D.") in der Nähe von München lebt, war die Gattin des verstorbenen Bonner Ger- manisten Geh. Rat Prof. Dr. B e r t h o l d L i tz m a n n, der wiederum mit dem n o t i o- nalsozialistischen Landtagsabge» ordneten General Karl Lehmann und dem Theologen Prof. Dr. Hans Litzmann ver- wandt war. Frau Litzmann war auch lite- rarisch interessiert und neben Borträgen in der literar-historischen Gesellichaft Bonn verfaßte sie sowohl unter ihrem Mädchennamen Grete Herzberg als auch unter ihrem späteren Namen und auch anderen Decknamen Dramen und Novellen. Wenn der Stahlhelmführer Duesterberg einen Abraham Selig zum Großvater hat, warum soll nicht der Nazi L i tz m a n n ein« Aronstein-Herzberg zur Verwandten haben? Der neue Botschafter von Hassell-Rom hat seinen Belgrader Gesandtenposten unter herzlichen Ehrungen durch die südslawische Oeffentlichkeit oerlassen. Schafft yfiuniUoH ftic den VCa' 0�er d Btol 10t ftev ÜtM Frslwlllloe Spenden auf Postscheckkonto 14157(Adolf Holz) WERTHEIM Leipziger Str., I. Stock: Ausstellung 99 von heute tt Technik u. Fortschritt im Haushalt Obstservice 4 Steingut, Handmalerei, 7TI«.>»VÄ Waschgarnitur A An Steingut, gold, 5 Teile taW Teegeschirr 9 Teile, Steingut, F»__ braun, moderne Form AeOV Steingut, Schwarzwäider Handmalerei, mit kleinen Fehlern Teegeschirr,�, 3.90 Teegesciiirr12,pQarr..5.75 Tischlampe Messing vernickelt, mit Kartonschirm Leselampe verchromt 2.90 8.75 Speisezimmerkrone Messing vernickalt, 4 � E 70 cm Seidenschirm| Wohnzimmerkrone 5 Flammen 16.75 WjhÜC&apUWot&e. 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Schöneberg, den 23. Oktober 1932. Einäscherung am 25. Oktober, nachm.>/, 2 Uhr, im Krematorium Wilmersdorf. WoifÄmaschinen iüäteßerollen lö no/iATSRATEH U Matwufe, strim-i: jeder Art und Preislage aus bestem Material in band werk- lieh solider und meisterhafter Verarbeitung kaufen Siedurchuns direkt vomTischlermeistcr VerKaufsgemeinschaft Berliner Tischlermeister, Möbelfabriken und verwandter Betriebe eGmbK Bcrlin Molkenmarkt 5 Kostenlose Lagerung-Fordern SiebifteProspekt H OeQtsdier Metallarbeiter-VerbaDil Verwaltungwielle Berlin Todes-Anzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Georg Kuntze geb. 6. Februar 1860, am 14. Oktober gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Die Orisvcrwaltnng. Verkaufe nalje Wald und •Baffer, Per ort- ftation Südosten, fertige Straße, nur ZSS Hl. in Raten. Eiloffert. unter K. IS 7 an �den.Borwärt»". Homöopathie Nieren-, Blasen-, Leber-, Gallen-, Magen-, Darm-, Innere u. Nmenl" �UnzHtr. 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Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jed« gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gesaS«, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer i» den beide» Abteilungen I und N 2. Ziehungstag 22. Oktober 1932 3n der heutige» Vormittagsziehnnq wurden Gewinne über 309 M. gezogen 2 Dswinas z» 100000 M. 331364 2®«txrinn«»» 1 0000 M. 232552 2©«toimu z» 5000 W. 1 85325 4©ttoiaae vx 3000 W. 68068 171888_________ 8©eainne ,u 2000 M. 49747 195677 273353 287024 24»eotira««n 1000®L 60113 139884 163392 175734 215363 227656 237753 242221 363953 370415 374161 396951 36«ewinne»n 800 M. 8237 3576 79713 S3053 110499 117543 141731 147309 250171 261730 235343 310353 326633 328761 331020 834173 333302 393403 43 Gewinn« ,>> 500 M. 3333 4479 9237 69515 79337 37365' 06630 121746 143667 175955 176543 131 506 213113 238563 295439 298751 29941 7 325333 354795 359280 388495 388097 383468 333523 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinns zu 6000 M. 397236 8»«Winne ,» 3000 W. 67668 169496 197076 388775 10»«Winne zu 2000 M. 22718 80736 296666 321298 331504 18»«Winne ,u 1000 M. 37117 100620 131684 207041 211630 291522 �°Ä s�wwne�800 M. 6485 110752 116428 121949 152908 164590 184075 194781 195391 236127 266384 279914 343300 381186 383744 3931 10 394426 48»«Winne ,» 500 M. 14791 21493 41371 58244 75876 110660 194284 206995 220352 237953 2632S7 265061 292556 303s81 306603 309211 311020 337093 328065 226397 343701 279147 398281 Die Ziehung der 2. Klasse der 40. Preuhisch-Süddeutschen (266. Preusz.) Staals-Lotterie findet am 18. und 19. Novbr. 1932 statt. plSnaerverztclserimö Die in den Monaten Januar, Februar, Marz 1SZ2 nerfeßten Pfänder tommen, soweit fic nicht erneuert worden sind, zur Verstetgerung: Bei Abteilung II. Elfässer Str. 74. oom Montag, dem 7. Nooemder 1932, ab 9 Uhr, in der Reihenfolge: Fahrräder ulw-, Kleider, Heizwert. Wäsche. Bei Abteilung I. Iägersträße 64. oom Montag, dem 14. Nooemder 1932, ob 9 Uhr, in der Reihenfolge: Juwelen,«Sold- und Silberfachen Ztri stall. Fahrräder. Gegenstände der Optit. Kleider. Pelzwert, Wälche. Für oerfallene Pfänder, welche erst nach dem Autfionsdeginn erneuert odcr ein» gelost werden, muß bestimmungsgemäß Auttionsgedühr berechne: werden. StsatHdie» Leihami. Am Donnerstag, 21. Ottober 1932, werden im Wege der Zwangsoollstreckung öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert: »Vi Uhr, Staatliche Psandfammer. Zägcrstraße 64: 3 Schreibmaschinen, Frisiertisch, 1 Posten Mänte!. 10 Uhr, Staatliche Psandfammer, Elsäffcr Straße 74: 1 Posten gebrauchte Büromöbel, mehrere Schreibmaschinen, Sosa, Spiegel, Har- montum, 1 größerer Posten meist neuer Tonsilmaoparafe(Lautsprecher. Platten» spieler usw.), Umformer, Elektromotore, 2 russische Bisam» Damenmäntel. Bollstreckungsstellen der Finanzämter im Bezirk des Landessinanzamtes Berlin Waffenscheinfreier SchuRbleistift d.r.g.h. Bester Selbstschutz. Schreckschuß- u. Gaswaffe. Mit Munition RM. 1,80 bei Voreinsendung a. Postscheck Bin: 14466. Händler und Grossisten hoher Rabatt. Schuhfix-Vertrieb G. Knitich, Berlin W 30. Bamberger Straße 30, IINSozialistischeArbettmugendGroß-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekretariat Berlin Sffl 68, Lindenstraße 2, oom 1 Treppe rechts. Vorsißenden-gonferen, morgen, Montag, 19''? Uhr, im Preußischen Land» iag. Tagesordnung: 1. Bericht oom BB. und BA. 2. Situaiionsbericht. 3. Verschiedenes. Alle 1. und 2. Vorsißenden sowie Iugendbeiräie müssen pünktlich erscheinen. Ohne Ausweis und Mitgliedsbuch kein Zutritt. heute, Sonntag. Nordost Ii 18 Uhr Heimabend Danziger Str. ß2, B. 3.— Nordost IT: 18 Uhr Leimabend Schönlonker Str. 11, Baracken.— Schönhauser Borstadt: 19 Uhr Heimabend Echönfließer Str. 7.— Böpenicker Viertel: 18"? Uhr Roter Treff.— Steglih 1: 19 Uhr Bunter Abend, Aidrechtstr. 47.— Zehten- dors.Dahlem: 18 Uhr AI.»Eck.— Friedrichshagen: Landwerbung.— Köpenick!: Landagitation, Reu. Zittau.— Tegel: 18 Uhr Heimabend Schöneberger Str. 3. — Humdoldthain: 19'-- Uhr Heiterer Abend, Puttbuffer Str. 22.(Referent Hans Fuhrmann.) y 1 1 1 i rn :, Werbebezirk Wedding: Werbeseier. 11 Uhr i» der„Aihambra", D Müller, Ecke Seestraße. Aus dem Programm: Film..Kameradschaft-— 8 ; Tambourkapelle— Epred>chor— SchaUpIatteu.— Eintritt 35 Pf., I Erwerbslose 10 Pf. Werbebezirk Webbing: Heimabende von 18 bis 22 Uhr in den Heimen Willdenowstr. ö. Turiner Ecke Seestraße und Lortzing. Ecke Graunstraße. Werbrbezirl Osten: 20 Uhr, Litauer Str. 18, Tranen. Abend. Werbebezirk Srenzberg: 20 Uhr Urbanstr. 167: Heiterer Abend. Referentin Elfriede Wollmann. Werbebezirk Neukölln:„Der Querschnittt' trifft sich 8'/« Uhr Bergstr. 29. Werbebezirk vberspree: 19 Uhr Heim Lausener Str. 2: Ein Blick hinter die Kulissen des Films und Theaters. Werbebezirk Reinickendors:(Züngeren. Kursus oormittags 10 Uhr in der Ingendherderge Lehnitz: Geschichte des Sozialismus. Neserent Heinrich Iarubowitz. Werbebezirk Müggelsee: Nächste Borstandssitzung Donnerstag, 27. Oktober, 20 Uhr, Parteihe:m, Köpenick, Echloßstr. 27. Morgen, Montag. Hansa: Bochmner Str. 8b: Fragekasienabend.— Mobil I: Waldenferstr. 20: Politische Saiire.— Moabit II: Bremer Str. 70: Aelterenadend.— Sportpalast: Senthiner Str. 17: Das Programm der NSDAP.— Arnswalder Platz II; Schönlanker Str. 11, B. 6: Warum konnten wir 1918 keinen soz. Staat erbauen? Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20: Freikörperkultur.— Fallplatz Ii; Sonnen- bürg er Str. 20: Sciuclie Fragen.- Humannplatz: Eleimstr. 35: tU-Min.» Referate.— Rordosten II: Danziger Str. 62: Polizei und Heer im heutige» Staat.— Schönhauser Vorstadf: Sonnenburger Str. 20: Als Landarbeiter in Kanada.— Friedrichshain: Diesteimener Str. 516: Die Mädel gestalten den Abend aus.— Stealauee Viertel: Goßlerstt. 61: Liederabend.— Hallelche» Toe: Porckstr. 11: Erlebnisse aus der Jugendfürsorge.— Kottbuffee Toe: Urban. strafte 167: Leseabend.— Luisenstadt:'Wassertorslr. 4: Leseabend.— Eichiamp: 17 Uhr EEG.: Schule Lärchenweg.— Baumschulenweg: Ernftstr. 16: Brettspiel- abend.— Zohannisthal: Rathaus: Heimabend.— Friedrichsseide: Sunterslr. 14: Literaturadend.— Karichorst: Treokowallee 44: Schulungskursus.— Freie Scholle: Egidnstr. 9: Heimabend.— Pantow RF.: Kisstngenstr. 48: Sehallplatten- abend.— SSG. Westen: 17—19 Uhr, Heim Rosinensir. 4. Werdebezirk Neukölln: Der„Querschnitt" probt pllnktlich 20 Uhr, Gang- hoserstraße. Werbebezirk Ticrgarten: Iüngeren-Arbeitsgemeinschast fällt aus. Nächster Abend Mittwoch, 26. Ottober, Bremer Str. 70. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schroatj-Rof-Oolb". ®e|d)äft6(teile: Berlin S. 14, Sebaftionftr. 37—38, Hol 2 St, Prenzlauer Berg iIungba): Diensrag, 25. Oktober,{Zusamnienlunst an bekannter Stelle.— Friedrichshain(Vortrupp): Mtttwoch, 26. Ok- tober, 19?L Uhr, Jugendheim Ebertgstr. 12.— Neukölln-Britz: Montag, 24. Okto» ��WMMMWaWWUWWM rod Albert Loewenthal ist am 21. Oktober verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Tranerfeier findet im Krematorium Vaumsä>ule»wea statt. Tag und Zeit werde» noch bekanntgegeben.— Treptow iKameradsd>aft>, Iungba: Montag, 24. Oktober, 20 Uhr, Heim Elsenstr. 3, Liederabend.— Bohnsdors-Grunau woch, 26. Oktober, 20 bis 22 Uhr, Heimabend, Jugendheim Pistoriusstr. 24.— Eharlottenburg, Kameradschaft Westend: Mittwoch, 26. Oktober, 26 Uhr, Mit» glieberoersommluna bei Iamin. Sophie.Chorlotte.Str. 8». Aktive Kameraden in Bunbesileidung. Pflichtveranstaltung. iflichtveranstaltung. Speachtiub„The Englisd Speakers". Heute, 21 Uhr, im Nordwest-Kastno, Alt-Moadit 35(nahe Gotzkowsknbrücke), englische Borträge und Diskussion. Käste willkommen. mit willkommen. Republikanische Rebnervercinigung. Montag, 20 Uhr, Vortragsabend Diskussion im„»Alten»Askanier", Anhaltstr. 11.„Juslizkrise." Gäste willkom Hierzu 3 Beilagen ärts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Mantags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit", i Bezugspreise: Wöchentlich 75. �____ zahlbar.»(Zostbezug 3,97 M. einschließlich 60 Hf. Pastzeitung, und 72 Pf. Postdestellgebühre».»Auslandsabonnemrn! 5,63 M. pro Mono!: fllr Länder mit crinäßigtem Drucksachenporto 4.65 M. Bei Ausfall der Lieieiung wegen höherer Gewalt besteht kein»Anspruch der»Abonnenten ouf Ersatz./ Anzeige»preise: Die einspaltige Millimeterzeile 30 Ps.. 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Von unbekannten Tätern wurde dort die 74 �ahre alte Ehefrau Auguste liönicke in Ab- Wesenheit ihres Mannes, eines Markt- Händlers, und ihres Tohnes, in ihrer Wohnung überfallen, gefesselt, geknebelt und erstickt. Die Bluttat wurde von dem Ehemann der Ermordeten, dem Obsthändler ttönicke, selbst entdeckt, als er von seiner Arbeit auf dem Winter- feldtPlah-Markt mittags gegen Ä Uhr nach Hause kam. Tie bisher unbekannten Mörder erbeuteten eine.stassette mit 4ZVV Mark Bargeld. Der Obsthändler Könicke und seine 74 Jahre alte Frau Auguste wohnen bereits seit langen Jahren im Hause L u t h e r st r. 19, wo sie vor längerer Zeit ein Obstgeschäft betrieben. Vor mehreren Jahren gaben sie das Geschäft auf, blieben jedoch in der dahinterliegenden Zwei» zimmerwohnung wohnen. Der Lebens- unterhalt wurde von dem Händler und seinem Sohn, der bei den Eltern wohnte, durch Obsthandel auf verschiedenen Märkten im Westen Berlins be- stritten. Am gestrigen Sonnabend waren der alte Könicke und sein Sohn, wie gewöhnlich, auf den Markt am Winterfeldtplatz gegangen und hatten die alte Frau seit dem frühen Morgen allein in der Wohnung zurückgelassen, wie das immer an Markttagen geschah. Als der Mann gestern mittag in seine Wohnung, deren Fenster sämtlich nach dem Hof des Hauses Lutherstr. 19 gehen, zurückkehrte und das Schlafzimmer betrat, bot sich ihm ein entsetzlicher Anblick. Aus dem Bett des Sohnes lag angekleidet die alte Frau könicke, deren Hände und Züjze an die Bellpfosten gefesselt waren und der ein Beltkissen über den Kops gebunden war. Außerdem steckte der Greisin ein Knebel aus Stoff- resten im Mund. Sonst wies der Körper keinerlei äußere Verletzungen auf, der Tod war bereits seit längerer Zeit, vermutlich durch Ersticken, ein- getreten. Die alarmierten Hausbewohner benach- richtigten sofort die Polizei, und nach kurzer Zeit erschien die Mordkommission Vunge-Sommer am Tatort. Von den Beamten wurde, gemeinsam mit dem Ehemann, festgestellt, daß eine Kassette mit mehreren tausend Mark Bargeld und wertvollen Esfekten geraubt war. Da die Türschlösser voll- ständig in Ordnung waren, ist anzunehmen, daß die Mörder durch ein F e n st e r der im Erd- geschah liegenden Wohnung eingestiegen sind, das wegen des schönen Wetters zum Lüften der Woh- nung geöffnet war. Die Mordtat muß zwischen 8 Uhr und 8.15 Uhr begangen worden sein, denn um 8 Uhr war die alte Frau K., die leidend'st und nur selten die Wohnung verläßt, noch von einer Hausbewohnerin gesehen worden, während einer anderen Nachbarin, die sie um 8.15 Uhr besuchen wollte, nicht mehr geöffnet wurde. In der Küche sand man das Gebiß der alten Frau wie wir schon in kürze mitgeteilt haben, sind für die zweite Reichstagswahl dieses Zahres, für den wahlgang vom S. Rovember, bei dem Kreiswahlleiter für den Wahlkreis II Berlin innerhalb der gesetzlichen Einrichtungsfrist nicht weniger als 32 Reichswahlvorschläge eingereicht worden. Neben welche Liste der denkende Arbeiter, der denkende Angestellte, der denkende Beamte sein Kreuz setzt, das wissen wir: es ist die Liste 2 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Neben dieser Liste des wirklich klassenbewußten Proletariats werden in Berlin bei der Wahlschlacht vom 6. November eine wirk- lich ernsthafte Rolle wohl nur noch die Listen bis und die Brille, so daß anzunehmen ist, daß sie von den in die Wohnung eingedrungenen Tätern beim Feueranmachen am Herd überfallen, dann in die neben der Küche liegende Kammer des Sohnes geschleppt und ermordet wurde. An- scheinend ist es aber zuvor zwischen der Greisin und den Tätern zu einem heftigen Kampfe gekommen. Kratzwunden an Händen und im Gesicht deuten schon darauf hin. In dein großen Zimmer, in dem die alten Leute schliefen, steht dicht am Fenster ein Schreib- t> s ch. Dieser wurde von den Mördern aufge- brachen und durchwühlt, wobei sie 4599 Mark Bargeld fanden. Anscheinend fehlt auch noch ein goldener Ring. Die Mörder haben sich mit dieser Beute vermutlich begnügt und sind dann durchs Fenster geflüchtet. Möglicherweise sind es ihre Fußabdrücke, die auf dem durchnäßten Boden im Garten des zweiten Hofes gefunden wurden. zur Nummer 5 spielen. Schon 6 bis 12, die früher ziemlich große Parteien verkörperten, sind bei der allgemeinen politischen Entwicklung in Deutsch- land heute zu Splittern herabgesunken. Wer aber sein Kreuz in eine der noch höher liegenden zwei- stelligen Listen setzt, der kann ebenso gut in seinen Wahlzettel Hannepampel oder Käsebier setzen, seine Stimme ist sowieso verloren. Das trifft, um nur einige für den links eingestellten Ber- lmer verführerische Namen zu nennen, ebenso für die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands wie für die Sozialrepublikanische Partei, die Radikal- demokratische Partei, die Liste„Enteigneter Mittelstand", die Kampfgemeinschaft der Arbeiter und Bauern, die Deutsche Sozialistische Kampf- bewegung, die Einheitsbewegung aller Schaffen- den, den„Radikalen Mittelstand" und was der schönen Namen sonst sind, zu. Diese Splitter- gruppen werden in einem Wahlkreis und be- sonders bei den hellen Berlinern ganz bestimmt nicht die 69 999 Stimmen erlangen, die Voraus- setzung für ein Mandat sind. Jede Stimme, die für Splittergruppen abgegeben wird, ist verloren. Der Erheiterung halber seien noch einige andere von den allzu vielen Listen mit Namen angeführt. Da gibt es z. B. eine„Deutsche Kaiser- parte i". Wir wissen nicht, ob sie für den Schloßherrn von Doorn, den Helden von Charlc- ville oder den Prinzen Domela kämpft. Eins aber wissen wir: sie kämpft auf aussichtslosem Posten. Daneben steht eine„Nationalistische Kampfbewegung", deren Parole„Für H i n d e n- bürg und Papen" lautet. Sie steht in Kon- kurrenz mit der„Deutschen Präsidial- parte i", die in den letzten Tagen, nachdem sie sich an den Berliner Litfaßsäulen vor einigen Wochen durch ein Riesenplakat angekündigt hatte, besonders viel genannt wurde. Sie hatte näm- lich, um die zur Erreichung eines Wahlvorschlages notwendige Zahl von Unterzeichnern zu erringen, Werber angestellt, die für jede Unterschrift für diese Deutsche Präsidialpartei 1 Mark oder 59 Pfennig boten. Die Berliner Kreiswahlleitung ist dabei, nachzuprüfen, ob diese Art Unter- schriftenwerbung. sagen wir ruhig, ob dieser Unterschriftenkauf zulässig ist. Der Spaß wird erhöht, wenn wir von einer „Partei für krisenfreie Volkswirt- s ch a f t" lesen. Für krisenfreie Volkswirtschaft sind wir alle, und wir Sozialisten wissen, daß eine wirkliche Wirtschaftsgesundung nur durch einen Sturz des Kapitalismus herbeigeführt werden kann. Diese Splitterpartei führt aber den Nebentitel„Freiwirtschaftliche Partei Deutsch- lands". Das sagt genug. Was die Liste„G e- rechtigkeitsbewegung Meißner" be- deutet, ahnen wir nicht. Vielleicht ahnen es kaum die Gründer. Wie wir zuverlässig erfahren, hat der Staatssekretär beim Reichspräsidenten, Dr. Meißner, mit dieser Liste 31 nicht das geringste zu tun. Zweiunddreißig Wahlvorschläge in Berlin, dar- unter manche lächerliche und alberne. Wir wissen, was wir zu tun haben, wir kämpfen, werben und stimmen für die Liste Z, für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands! Törichte Wahlvorfchläge Oer IVsstnwit? der Splitterparteien Grundlage Wohlbehagens Gefolge . kalte, unbena tische Jahreszeit Oronlenstr. 40 Chausieestr. 113 Am Oronionplofa Beim Stettinar Bahnhof Königstraße 33 Wilmersdorf erstr. 108 Am Bhf. Aioxandarplota Am Bahnhof Chortottanbura Nachdrudi von Wort und Bild verboten 1 Das Drama im Bellevuepark �Vexen Totschlags an der Frau vor Gericht Bot bcm Landgericht I spielt seit gestern der lehtc Akt einer unglücklichen Ehe. Die Tat des Lehrers hilges. der am 2. Zuli d. 3. im Bellevuepark in so gräflicher weise in Gegenwort des vierjährigen Söhnchens seine Ami durch einen Kehlschnitt mit einem Basiermesser lölele, nötigt durch ihre tragischen Berwicklungen menschliches Berständnis ab. Die Elternschaft der 240. Gemeindeschule, in der Pilgers unterrichtete, hat sich einmütig hinter ihn gestellt. Rektor Planck hat ihn als einen außer- ordentlich hilfsbereiten, in seinem Lehrcrberuf voll ausgehenden Menschen geschildert, an dem die Binder mit größter Liebe hingen. Und dieser ethisch außerordentlich hochstehende Mensch, der für eine Jdealgemeinschaft wie geschaffen schien, hat eine Tat begangen, die mit seiner Persönlichkeit in keiner Weise in Einklang zu bringen ist. Hilges, jetzt 32 Jahre alt. Sohn eines Polizeibeamten, kam nach dem Tode seiner Mutter ins Militär- Waisenhaus nach Potsdam, besuchte aus Wunsch seines Vaters die Präparandenanstalt, machte im Jahre 4921 die Lehrerprüfung, arbeitete ein Jahr lang als wissenschaftlicher Laborant und wurde 1920 in der 240. Gemeindeschule fest angestellt. Im Juni desselben Jahres heiratete er. Die Wohnungsnot zwang zum Zusammenleben mit der Schwiegermutter. Das Verhält- nis wurde bald ein unerträgliches. Die Frau hatte für die Interessen des Mannes nur geringes Verständnis. Es gab tausend Sticheleien und immer wieder Zank. Als im Jahre 1928 die Schwiegermutter während eines Streites tätlich wurde, zag Hilgers fort. Er strengte eine Ehe- scheidungsklage an, versöhnte sich aber in der zweiten Instanz mit der Frau, als diese ihn wegen des inzwischen geborenen Sohnes darum bat. Als die Frau im Jahre 1931 an der Tuberkulose er- krankte, brachte Hilgers trotz seines geringen Die Tovesbuße Folgen eines Dununenjungenstreiches Einen Dummenjuagenftreich hat gefiern abend der 21 3ahre alte Friedrich Stubbe aus der Bereinsftraße in Berlin-Johannisthal freiwillig mit dem Tode gebüßt. St. hatte vor einigen Tagen, wie berichtet, mit dem 13jährigen Joachim B. aus Adlershof eine nächtliche Motorradfahrt unter- nommen. Unterwegs ging ihnen das Benzin aus und sie oersuchten in eine T a n k st e l l e gemalt- sam einzudringen. Eine Schupopatrouille be- obachtete die„Einbrecher" und nahm sie fest. Der Dreizehnjährige, der eine Ueberweisung in die Fürsorge befürchtete, nahm sich die Sache so zu Gerzen, daß er sich vor einigen Tagen in der Königsheide eine Kugel in die Schläfe schoß. Mit der schweren Verletzung irrte der Unglückliche noch eine ganze Stunde in der j)eide umher, bis er zusammenbrach, von Passanten auf- gesunden und ins Elisabethhospital gebracht wurde. Der 21jährige Stubbe, der sich für den Dummenjungenstreich verantwortlich fühlte, fand seit dem Selbstmordversuch seines jugendlichen Be> gleiters keine Ruhe mehr. Gestern am späten Nachmittag entfernte sich der junge Mann aus der Lchrergehaltes die 2000 Mark auf, die sie zu einem längeren Kuraufenthalt benötigte. Nach der Rückkehr war die Entfremdung größer als früher, ein weiteres Zusammenwohnen mit der Schwieger- mutier war unmöglich. Hilges mietete sich eine Wohnung in Wittenau; die Frau weigerte sich. ihm zu folgen. Die 100 Mark Unterhalt monatlich genügten ihr nicht— auch wegen der Zusammen- fünfte mit dem Sohne machte sie ihm Schwierig- leiten. Sie verklagte ihn auf Erhöhung des Unterhalts. Am 1. Juli erhielt Hilges eine Vorladung vor das Amtsgericht. Am 2. Juli suchte er seinen Anwalt auf und erfuhr, daß die Frau noch wenigstens drei Jahre lang besonderer Pflege bedürfen würde. Auf dem Rückweg zur Schule kaufte er sich, angeblich zu biologischen Zwecken, ein Rasiermesser. Dann kam ihm der Ge- danke, nach dem Bellevuepark zu gehen, um hier mit seiner Frau eine Aussprache zu haben.„Als die Frau mich sah", erzählte er vor Gericht,„warf sie mir einen derartig niederträchtigen und höh- nischen Blick zu, daß ich außer mir geriet. Sie sagte zu mir; Jetzt liegst du wohl auf de» Knien vor mir." Was weiter geschah, will Hilges nicht wissen. Er erinnert sich nur, daß er einen großen Sprung machte, daß er mit der Frau zu Boden fiel, er sah etwas blinken und später viel Blut. Gleich darauf stellte er sich einem Schupobeamten. Eine halbe Stunde später starb die Frau an Verblutung. Am Dienstag werden Sanitätsrat Dr. L e p p- mann und Medizinalrat Dr. W o ck e r ihr ärztliches Gutachten erstatten. Hilges wird von Prof. Dr. Alsberg und Rechtsanwalt Dr. Müller- Strohmeyer verteidigt. Wohnung seiner Eltern. Er ging nach der Königs- Heide, derselben Stelle, wo der 13jährige B. be- wußlos aufgefunden wurde, und brachte sich dort einen Kopfschuß bei. Spaziergänger hörten den Schuh fallen. Als sie hinzueilten, fanden sie Stubbe bereits tot auf. 25 Fahre Mädchen-MUelschtile Im Städtischen Saal, Bergstraße 147, seiert die Neuköllner Mädchen-Mittel- schule ihr 2Sjähriges Bestehen. Der große Saal ist übervoll. 800 Junge, die Schülerinnen, die jetzt die Schule besuchen, dann ehemalige Schüle- rinnen und schließlich das gesamte Lehrpersonal, darunter viele, die die Lehranstalt mitbegründen halfen. Rektor Winter, der Leiter der Neu- töllner Mittelschulen, gibt einen Rückblick auf den Werdegang der Schule, auf ihr rapides An- wachsen. Im Oktober 1907 begann man mit 3S0 Schülerinnen, im nächsten Jahr waren es bereits weit über 500, das steigerte sich dann von Jahr zu Jahr. Für jede Lehrkraft, die mit» arbeiten half am Wachsen des Instituts, hat der Rektor ein anerkennendes Wort; er ruft sie alle namentlich auf— wie das eben in der Schule so Brauch—, und sie kriegen ihre„Eins". Er gedenkt seines getreuen Mitarbeiters Nyhdol, der leider nur ein Jahr der Schule angehörte, seiner Kollegen Rosenow, Densch und des verstorbenen Leid. So wie unter der Lehrerschaft stets ein gutes, herzliches Verhältnis herrschte, war dies auch zwischen Lehrern und Schülerinnen der Fall, es wurde immer der Grundsatz bcsolgt: ein Kind ist wie das andere, es gibt keine Bevorzugten; dem einen wie dem anderen muß man mit einfichts- vollem Verständnis den Weg ins künftige Leben bereiten Helsen. Es folgten dann noch weiter An- sprachen aus dem Kreise der Lehrerschaft, die Jugend gab Lieder und Sprechchöre zun. Besten, das Ganze bot ein überaus harmonisches Bild der Gcmeinfchast zwischen Erzieher und Jugend. Neue Notküchen Erlolg der Erwerbslosenhille Die Nolgemeinschast Berlin zur Errichtung von Küchen und Heimen für Erwerbslose baut das Erwerbslofenhilfswerk flelig aus. In den verschiedenen Stadtgcgenden sind Ar- beitslose augenblicklich damit beschäftigt, neue Küchen herzurichte», damit am 1. November mit dem Kochen begonnen werden kann. Di« Mittel für die neuen Küchen, die jeweils bis zum Früh- jähr gesichert sind, sind zum großen Teil durch nachbarschaftliche Hilfe ausgebracht worden, außer- dem aber auch durch größere Zuwendungen von Firmen und Spenden von Privatpersonen. Neue Küchen entstehen jetzt in der Charlotten- burger Straße in Weißensee, in der Waldemar- straße, in der Mauerstraße, in der Gitschiner Straße und der Lindenstraße, In Lichtenberg hat sich unter Mitarbeit aller Wohlfahrtsverbände ein großer Küchenverein gebildet, der die Räume schon bereit hat. Auch hier hofft man, die notwendigen Gelder schnell beisammen zu haben, so daß die Arbeit bald beginnen kann. Die Küchen in der Mauer- und Waldemarstraße befinden sich in Räumen der Bewag, die bisher unbenutzt waren, und zwar steht in einem Fall ein ganzes Speichergebäude zur Ver- fügung, das neben der Küche ein Heim beher- bergen wird. Die Mittel, um hier zunächst für 400 Personen zu kochen, hat dankenswerterweise die Bewag gespendet. Es ist beabsichtigt, diese Küche sehr schnell durch nachbarschaftliche Hilfe noch zu erweitern. Auch in der Mauerstraße hat die Bewag, die dem Gedanken der Erwerbslosen- Hilfe überaus großes Interesse entgegenbringt, Milte! bereitgestellt, um 200 Personen zu speisen. Die Notgemeinschaft Berlin hofft, in allernächster Zeit in zunächst 15 Küchen kochen zu können. Die Methode der Selbsthilfe hat sich bisher in allen Fällen durchaus bewährt, und es ist zu hoffen, daß sie auch weiter in den breiten Schichten der Berliner Bevölkerung Unterstützung und Förde- rung finden wird. Die Geschäftsstellen befinden sich Berlin W 8, Wilhelmstraße 46. Telephon A 1 Jäger 1042, und Berlin C. Ihaerstr. 31, Telephon K 4 Alex. 1826; Postscheckkonto: Berlin Nr. 152 242. SA.-Blann als Fahrradmarder. Dem Boten einer Berliner Firma wurde gestern nachmittag am Engelufer das Fahrrad gestohlen. Ein Polizei- beamtet hatte den Dieb beobachtet und in einer Autodroschke nahm er die Verfolgung des Mannes auf. Nach wilder Verfolgung, bei der es kreuz und quer durch die Straßen des Berliner Süd- ostens ging wurde der Fahrraddieb an der Ecke Neander- und Schmidftraße gestellt. Auf der Revierwache wurde der Bursche als ein 26jähriger SA.-Mann Eduard G. aus der Frieden- straße festgestellt. Der„Vorwärts" wirbt Irländische Wirtschaftler von der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite kehren heute mit dem Flugzeug von einer Studienreise nach Dublin zurück. Das Luftfahrzeug, das heute früh den Tempelhofer Flughafen oerläßt, wird rund 100 Exemplare des S o n n t a g-„V o r w ö r t s" mit sich führen, die am Zielort verteilt werden. Wie wird das Wetter? Für Berlin: Anfangs noch ziemlich Heitsr, später stärkere Bewölkung, vereinzelt Schauer, mäßige Abkühlung, jedoch bald wieder aufheiternd.— Für Deutschland: Im Süden und Osten noch Fort- dauer des heiteren und warmen Wetters, im übrigen Reiche oftweftwörts fortschreitende mäßige Abkühlung mit Schauern. Sparen, aber nicht am falschen Fleck. In Not- zeiten ist mancher geneigt, aus sogenannten Spar- samkeitsgründen nach billigen Ersatzmitteln zu suchen. Das ist grundfalsch. An einem Beispiel fests gezeigt; Die qualitativ hochwertige Chloro- dont-Zahnpaste ist im Preise etwas höher, als i» jüngster Zeit angepriesene billige Zahnputzmittel, ober die Chlorodont-Zahnpslegemittel sind preis- werter, weil sie vorzüglich in der Wirkung, spar- sam im Verbrauch und von höchster, stets gleich- bleibender Qualität sind. Doch Taxi-Girls in Berlin! Wie wir erfahren, werden im„Taxi", dem Warenhaus des Ver- gnügens, Neue Känigstr. 61— 64, dreißig Taxi- Girls beschäftigt, denen von der Direktion ein gutes Einkommen garantiert wird. Somit ent- lallen die Bedenken des Gewerbeamts. Ob sich diese neue Berussklasse in Deutschland einführt, wird die Zukunft lehren. Bheuma-BZetter kommt! Mit Nässe und Kälte kommt auch der Rheumatismus mit feinen quälenden, stechenden Schmerzen wieder. Machen Sie es wie tausende anderer Leidensgenossen: Trinken Sie zur Vorbeugung und Heilung Zinßer- Rheumatismus-Tee. Es gibt kein anderes Mittel dagegen, für welches so viele Dankschreiben vor- liegen. Lesen Sie nur einmal die heutige Anzeige von Dr. Zinßer u. Co. in Leipzig, die wird Ihnen Mut machen! Berschleuderl! Man traut feinen Augen nicht und doch ist es Wahrheit! Tausende von Frauen überzeugten sich am Freitag, daß tatsächlich sehr wertvolle Stoffrests verschleudert worden sind, die man mit Leichtigkeit für Tischdecken, Kissen usw. verwerten und dadurch mit fast geschenkten Waren zur Verschönerung seines Heims beitragen kann. Solche Veranstaltungen sind nur in einem Total- ausverkaus möglich, wie ein solcher jetzt bei der Otag, dem großen, bekannten, sehenswerten SpezialHaus, das sich entschlossen hat, seine Pforten zu schließen, stattfindet. Man staunt, was man für 10 Pf., 20 Pf. und 50 Pf. erhält. An jedem Freitag soll zwischen 9 und 16 Uhr, solange der Totalausverkauf bei der Otag stattfindet, der Resteverkaus vor sich gehen. Der Totalausverkauf, der von der Otag, Leipziger Ecke Markgrafen- straße, noch weiter durchgeführt wird, bietet am Montag neue Ueberrafchungen! Frauenveranftaltungen: Dienstag, den 25. Oktober: I«. Kreis. 20 Uhr bei Huckwitz, Berliner Allee 193: Droht ein neuer Krieg? Referent Hans Bauer. «3. Abt. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42: Soiialiftischer Aufbau. Referent Genosse Schiroiauer. 79.1. Adt. 20 Uhr im Ledigenheim Lindenhof: Kampfbereit fllr Lifte 2. Res«. rcnt Dr. Julius Moses. 87. Abt. 20 Uhr bei Eck ister, Marienfeldc,»irchstr.«8: Eriiiehung gegen den Krieg. Rcfcrcntin Luise Kahler, M. d. L. 9«. Abt. Bei«uhfcld, Eclchower Str. 20: Wo steht die KPD. im Kanipf« gegen die Reaktion? Referent Dr. Martin Dentfchkron. 1«>. Abt. Bei George am Bahnhof Treptow: Will Hitler Sozialismus? Refe- rentin Kläre Schuck. 122. Adt. 20 Uhr bei Porath, Marzahner Str. 31: Ernstes und Heiteres. Bortraaender Heinz Wagner unter Mitwirkung der Arbeiter-Laienfpieler. 137. Adt. Im Bolkshaus, Sckarnwebcrstr. 114: Kampfbereit fllr Lifte 2. Refe- rentin Helene Schmitz, M. d. L. Mittwoch, den 26. Oktober: 71. Abt. 20 Uh im Lokal Winfter, Breite Str. 23: lfreiwilliger Arbeitsdienst — Arbeitsdienstpflicht. Referent Dr. Walter Groß. 90. Abt. 20 Uhr bei Sckabeiko, Wcichsclstr. 3: Die Sozialdemokratie im Kampf für die Rechte der Arbeiterklasse. Refcrentin Helene Schmitz. M. d. L. 1l3. Abt. Im Tivoli, Weichselstr.«: Ein politischer Rarrenspiegel. Bortra. gende Briedel Holl. 143. Abt. 20 Uhr bei Iarius, Waidmannslust, Fllrst.Bismarck.Stratzei Er» zichung gegen den Krieg. Referentin Susanne Räder-Srotzmann. Donnerstag, den 27. Oktober: 141. Abt. 20 Uhr bei Koffmann, Edelweitzftr. 3: Wie werbe ich kür die Partei? Referent Genosse Kriedemau». Freitag, den 28. Oktober: 102. Abt. AfA-Hof. Wir beteiligen UN» am 28. Oktober am Kabaretwbend in Nicderfchöneweide, Aula der Volksschule, Hasselwerder- Ecke Berliner Straße. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 2. Krei» Tiergarten. Dienstag, 23. Oktober, pllnktlich 20 Uhr, im Reichs. gesundheitsamt, Klopstockstr. 18, Vortrag über die Pfundspende. Erscheinen aller Helferlinnen) und Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt ist erforderlich. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Groß-Berlin. Morgen, Rontag, Bastclkursus im Heim Borckstr. 11. Beginn BBiDWf pünktlich 19 Zü Uhr. Thema: Hol, arbeiten. Zeder Helfer bringt sich sein Werkzeug selbst mit. Gebraucht werden: Hammer. Zange, ill/il' Nr Holzraspcl, Säg« lFuchsschwanz). Außerdem bitte» wir um Rück» WM. Iii gab« der ausgeliehenen Zeichnungen. i Tiergarten: Montag Jungfalken, Dienstag Rote Falken und Mitt» woch Restfalkcn Falkenoolloersaminlung. Heute Westhasenbesichtigung mit Eltern. Treffpunkt 2'/* Uhr Kleiner Tiergarten. Kreuzberg: Morgen, Montag, um 17 Uhr kommen alle Falken zur Werbe- Veranstaltung nach der weltlichen Schule Dieffenbachstr. 00—81...Der Rote Kasper spielt." Alle bringen ihre Freunde mit.— Alle Heiser, die sich für den Bastelkreis der Falken verpflichtet haben, kommen morgen, Montag, zu dem letzten zentralen Bastelkursus nach der Borckstraße. Näheres siehe oben. Er. scheinen Pflicht.— Kreishelsersitzung infolge de» zentralcu Bastelkursus aus- nahmsweise Dienstag, 23. Oktober. 20 Uhr, ebenfalls Porckstraße.— Der Falken- rat tagt Mittwoch, 28. Oktober, 18 Uhr, ebenda. Jede Gruppe muß ihre Per- tuter schicken. Die Falken bringen Bleistift und Papier mit. Kr«i» Neukölln: Heute, Sonntag, findet für un« eine Sondervorstellung de» Films„Das blaue Licht" in der Sternwarte statt. Der Abmarsch ist um 13 Uhr vom Hertzbergplatz aus. Unkosten 20 und 30 Pf.— Falienrat:«ir tagen morgen, Montag, um 171� Uhr im Heim Ganghoferstraßc.— Abt. Aufbau: Morgen, Montag, um lgzh Uhr, Elternversammlung in der Schule Kaiser. Friedrich-Ltr. 4.— Abt. Sturmfalke: Heute, Sonntag, besuchen wir das Arbeiterschutzmuseum. Tresspunkt um 10 Uhr am Rathaus Neukölln. Eltern willkommen. tlharlottenburg: Die für Montag angesetzte Elternversammlung kann infolge der Frauenkundgebung nicht stattfinden. Der neue Termin wird an dieser Stelle bekanntgegeben. Dienstag Helfersitzung im Heim Rostnenstraße. Beginn Ig Uhr. Der Falkenrat tagt am Mittwoch, 20. Oktober, von 17 bis 19 Uhr im Heim Rosinenstraß«. StepliD: Jeden Donnerstag, ISli Uhr, Schwimmen In der Stabila.— Abt. Albrechtstraßc: Jugendheim Albrechtstr. 47. Dienstag, 17 Uhr:„Barum Kinder. freunde?"— Abt. Friesenstraße: Schule Friesenstraße. Mittwoch, 17 Uhr: Zause- stunde.— Abt. Lickterselde: Oberrcalschutc Ringstr. 3, 17 Uhr. Rote Falken: Mittwoch„WirtschafAiche Fragen". Jnngfalken: Freitag Brettspiele.— Abt. Lankwitz: Schule Schulstraße. Rote Falken: Dienstag, l, Uhr: Bunte Stunde. Iungfakken: Donnerstag, 17 Uhr:„Warum Kinderlreunde?" Abt. Köpenick: Morgen, Montag, von 10 bis 18 Uhr, Heim Dahlwitzer Straße, lustige Lichtbilder. Alle Rest-, Jung- und Rote Falken müssen unbedingt erscheinen. Wir svrechen Uber unser Basteln. Wir fange» ganz vunkllich an. Mütter sind herzlich eingeladen.— Die Postkarten müssen abgcrecknci werden. Hohenschönhausen: Montag Spielen Dingelstädter Straße, rechte Schulbaracke, von 17 bis 19 Uhr, Donnerstag. 27. Oktober, sind wir im neuen Jugendheim. Hauptstraße, von 17>z, bis IgZtz Uhr. Sterbetafel der Groß-Derliner partei-Organifation 9. Abt. Unser langiährtger Genosse. Funktionär und Kreisbannerträger Georg Skoruvva ist nach kurzem aber schwerem Leiden am 20. Oktober verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung finde: am Mittwoch. 20. Oktober, 17'/- Uhr. im Krematorium Serichtstraße statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 41. Abt Unser Genosse Herbert Ziebauer, 21 Jahre alt, ist am Mittwoch. 19. Oktober, verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dienstag. 23. Oktober, 10 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Um rege Beteiligung bittet der Abteilungsvorstand. 37. Abt. Unser Genosse, Mussklehrer Hermann Franz. Goethestr. 33/30. ist im 00. Ledcnsiahre verstorben. Ehre seinem Andenken. Trauerfeier Montag. 24. Oktober, 13V, Uhr, Krematorium Wilmersdorf. Zahlreiche Beteiligung erbeten. Qa9äy-AiyyxAat uxeße.(An zu einem Preis, den Sie zu zahlen sicher bereit sind: fOr RM 189,— (einschL Röhren). Das ist der Telefunken 231, ein Mehrkreis-Empfänger für Europa- Empfang mit eingebautem Sperrkreis, geeichter Skala und allen Bequemlichkeiten.(Wenn Sie Gleichstrom haben RM 199,—.) Mit eingebautem Freischwinger• Lautsprecher kostet er nur RM 29,— mehr. Groß-Berlin «ini.nf.,.™«.» h.-l.«..h-nn»» V* W jm> eI1 Bog®f jltUjcfrctattB» i. Kos, z ZreovlN recht», zu richte» klusenbungei, für diese Rudrit stnd v« r l i» SW SS, Liadenitraße i. Beginn nflcr Veranstaltungen iO'A Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? 2. Sreis Tiergarten. Ächtung, ÄMeUungsvorstimde! ti» ist unbedingt dafür �Torge zu trogen, dak die Leuchtlransparente zur Wadl wie vcrodredet zwecks Umänderung dl, foäteftens Montag friid dei Schmidt. Wieleffftr. IV. ab. geliefert werden.— Achtung, Erwerbslose. Alle Erwerbslosen werden bier. mit zu einer wichtigen Zusammenkunft am Miilwoch. 2S. Oktober.!l'- Ui>r, in den Arminiussälen, Bremer Str. 7i7l!. sreundlichst eingeladen. Für freie Bewirtung ist gesorgt. Um recht viinitlichc. Erscheinen wird gebeten. Z. Stei». Die Parteimitglieder werden aufgefordert, sich beute U Uhr an der Werbeveranstaltung der SAZ. in der Albambra. MUller» Ecke Seestrabe. zu beteiligen. Programm: Film„Komeradschaft". Svrechchor, Schallvlatten. Eintritt 35 Pf. Srei». Montag, 7. November, deginnt im Fugendbeim Nolinenftr. l der Kursus des Genossen Dr. Karl Schröder„Der Klassenltaat". Umsana des Kursip S Abende. Korgeld l.Stt M.. Erwerbslose frei. Anmeldungen sind an den Äreisbildungsobmann Bruno Pcterfcheck. Kerschelstr. 5. zu richten. lt. Krei« Achtung! Die Besvrechuna mit den Obleuten des Agitations-Sonder. dienites um mm großen Saal. ZZ. Abt. Der Werdeausschuß der SPD. des Bezirksamts Friedrichshoin ver. anstaltet heute lt Uhr eine politische Matinee im Eoncordia.Palast, Andreas» straße St. Eintritt td Pf. 33. Abt. Alle abkömmlichen Genossen heule, Sonntag. 23. Oktober. 11 Uhr, zu Bartusch, Friedcnstr. 38. 34. Abt. gn unserer Mitgliederversammlung am 12. Oktober tm lkokal Berg. schloßhöhe ist eine Brille gefunden worden, die beim Gen. Riedel. Aller- straße 37, abzuholen ist. ist»? sinket nicht am Montag, sondern erst am Mittwoch. 28. Oktober. 20 Uhr, im Lokal Piccadilln, Ebersstr. 3l>, statt. Treffpunkt Eingang ZNontag. den 24. Oktober: Krei». Wichtige Zusammenkunft aller SV?.»Kleingärtner bei Hcinßc, Harfusstr. 17. Abt. Funktionärsißung bei Mathia. Linienstr. 30. Funktionärllhung bei Kühner. Funktionärkonscrenz bei Dose, NordHafc» s. Außerordentliche Funltionärsltiung dei Munzberg. Stettiner Straße. Zusammenkunft sllngerer Parteimitglieder bei Kroll. Utrechter Str. 21: Abt. Abt. Abt. Abt. 1»«. 123. 12g. Anleitung zur Diskussion mit politischen Gegner». Abt. 20 Uhr außerordentliche Funktionärsißung bei Kramer. Abt. 20 Uhr Funktionärsißung bei Rechenberg. Abt. 13 Uhr Funktionärsißung dei Lcnible, Schreinerstr. 33. Abt. Funktionäroersammlung bei Fonekeit, Reichenberger Str. 73«. und 62. Abt. in Siemensstadl. Außerordentliche Mitgliederversammlung. Referent Robert Breuer: Der Kampf um die Rechte der Arbeiterklasse. Abt. 20 Ubr treffen sich sämtliche Funktionäre bei Lehmann. Die Frage» bogen lWahlarbeit und ArbeiterwoHlsaHrt) werden von den Bezirksfllhrern abgeliefert. Abt. 18 Uhr Veranstaltung für die erwerbslosen Parteimitglieder im Wald» kater, Stubenrauch. Ecke Kaiser-Wilhelm-Straßc. Bortragend« Friedel Kall. und 12». Abt. Die Genossen werden gebeten, am Montag die öffentliche Kundgebung>n Buchholz bei Kähne, Berliner Straße, durch Besuch zu unterstllßen. Abt. 18>/, Uhr Besprechung mit den Bezirksführern Im Türkische» Zelt. Dienstag, den 25. Oktober: i. Krei». 15 Uhr Versammlung oller erwerbslosen Parteimitglieder im Kacke» schen Kos. Rolenthaler Str. 40/41:, So*. Aktions-Programm. Referent Kenrn Zohanlen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 4. Krei«. Sißung der Zeitungslominission bei Krug. Daiuiger Str. 71. Jede Abteilung muß vertreten sein.— 17 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Altersheim Danziger Str. 32. Referent Bruno Lösche. Rezitationen Martha John. 3. Krei» Arbeiterwohlsahet. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Keim Tilsster Str. 4/5. 15 Uhr: Berlin in der Wirtschaftskrise. Referent Paul Mieliß. Unterholtungsteil. 7. Krei»...Engere" mit Abteilungsleitern im Rathaus, Zimmer 1. ». Kreis. 20 Uhr Sitzung des Kreisvorstandrs mit den Abteilungsleitern, um 21 Uhr mit den Bezirksverordneten im Viktoriagarten, Wilhclmsaue. 13. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Röstcl, Puttlißstr. 10: Parteitaktik. Taktik der Parteien. Referent Dr. Kans Cohn. 13. Abt. Mitglilderoersammlun» bei Krüger, Kufsstenstr. 34 Ecke Schering- straße: Unsere Wahlarbeit. 1». Abt. 15 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder bei Münzberg. Stettiner Straße. ... Ab«. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Buchholz. 31. Abt. 20 Uhr Funktionärsißung bei Goldschmsdt, Stolpische Str. 33. 33. Abt. Funktionärsißung bei Bauer. Tilsster Str. 27. Mittwoch, den 26. Oktober: 2. Krei». 15 Uhr Versammlung aller erwerbslosen Parteimitglieder in den Arminiussälen, Bremer Straße:..Erwerbslosenversicherung, Wohlsahrt». fürsorge und Sozialdemokratie." Referent Wilhelm Reimann. Da» Thema lautet für die Mitgliederversammlungen: ,, Unser Kampf gegen die Reaktion" 2. Abt. Mitgliederversammlung bei Lohann. Brüderstr. 13: Unsere Wahl. arbeit. Resercnt Genosse Schmahl.. 4. Abt. Mitgliederversammlung bei Brandis, Stralauer Str. 10. Referent Kans Kauer... 5. Abt. Zahlabende: Bez. 100 und 103 bei Perschke, Seorgenlirchstr. 14. Referent F. Sirius. Bez. 200 bis 202 bei Lehmann. Bartelstr. 7. Bez. 207 und 203 bei Mathia. Linienstr. 30. Referent K. Schulze. 20. 24s. 23. 23. 23. 2». 3». 32. 34. 33. 37. 33. 41. 43. 47. 31. 32. 33. 37. 32. 72. 31. »»«. 10«. 121. 123. 127. 133. 133. 130. Abt. MitgNeberversammlung Im Rosentbaler Kos. RofenWaler Str. 11/12. Referent Dr. Martin Dcutschkron. Abt. Mitgliederversammlung im Nordischen Kok, Fnvalidenstr. 123. Referent Dr. Bruno Broccker. Abt. Di« Mitgliederversammlung am Mittwoch sollt mit Rücksicht ans die bevorlt-hendc öfsentliche Kundgebung aus. Dafür 20 Uhr Funktionärsißung bei Rickert. Steinmeßstr. 33«. Abt. Zahl» und Diskusssonsabende: Bez. 727 bis 733 bei Faber: Bez. 732 bis 730 bei Kusenbach. Abt. Zahlabende in den bekannten Lokalen. Abt. Mitgliederversammlung bei Tempel, Prinzenallee 45. Referent Sieg. fried Aufbäuser. M. d. R. Abt. Mitgliederversammlung im Kermannshain, Earmen-Snlva. Straße. Laubenkolonie Kermannshain. Referent Bruno Lösche. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Abt. Mitgliederversammlung im Saalbau Friedrichshain. Referent Emil Barth. Abt. Mitgliederversammlung in, Kaus der Arbeiter»üamaritcr. Zostßstr. 4. Referenttn Luise Kähler. M. d. L. Abt. Zahlabend aller Gruppen in den gewohnten Lokalen. Abt. 20 Uhr Zahlabende ln den bekannte» Lokalen. Bei Klug. Danziger Straße. Reserent Gen. Dr. Konisch. Abt. Mitgliederversammlung in den Kalino-Festsälen. Pappel-Alle« 15. Referent Mar Urich. Abt. Mitgliederversammlung bei Ewelt, Gr. Frankfurter Str. 30. Referent Siegsried Leo. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung in der Schule Litauer Straße: 10 Fahre Faschismus in Flalien und die Lehren für Dculschland. Referent Dr. Richard Milchler. Abt. Erlra.Zahlabende in den beiannie» Lasglen. Bezirisführer laden ein. Abt. Mitgliederversammlung lm Schuftbeiß-Paßenhofer. Landsberger Allee 25/27. Reserent Dr. Ernst Frgenlel. Abt. Oefsentliche Wäblerkundgcbung der 33. Abt. Näheres s. Spiegel im ..Vorwärts". Die ordentliche Mitgliederversammlung im Oktober fällt aus. Abt.»Mitgliederversammlung im Friesenschlößchen. Friesenstr. 14. Referent Paul Bernstein. Abt. Mitgliederversammlung In der Schulaula Görlißerstr. 51. Referent Gen. Kaneduth. Abt.»20 Uhr im Saal 1 be, Gewerkschaftshauses. Engeluser. Mitglieder» Versammlung. Referent Hermann Kornisch. M. d. L. Abt. Der qevlante Filmabend und die Abieilungsversammlung am 23. Ok- lober fällt aus. Die Genossen beteiligen sich an der Kundgebung am 27. Ok» tober. Zahlabend 2. November. Abt. Mitgliederversammlung mit Gästen bei Koste, Kaiserin-Augusto» Allee 31.»Referent Gen.»Bllhrig. Abt. Zahladende in folgenden Lokalen: Schweikert, Lur, an dem leßtcren beteiligt stch der Zablabend Äamer. Abt..»20 Uhr Mitgliederversanunlung mit Gästen im Schiller-Restaurant, Charlottenbura.»Bismarckstr. 110.»Reserent Georg Maherholz, M. b. L. Abt. Sieme»»stadt. 20 Ubr Mitgliederversammluiig bei Marsand,„Heide- krua", Siemensstadt. Referent Robert Breuer. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Rosenau. Laubacher Ecke Parziner Straße: Ursachen der Wirtschaftsnot. Referent Gen.«arg. Abt. Mitgliederversammlung im Gesellschaftszimmer de» Ratskellers, Lautervlaß. Referent Senru Fobansen. Abt. 20 Übe Mitgliederversammlung mit Gästen im Buschkrua. Rudower Allee Ecke Svätbstraße. Abt.»Mitgliederveisammlung bei Ruvvcrt. Neuköllner Str. 257. Referent Gen. Kecußiger.. Abt. Karlshorst. 20 Uhr Persammlung sllngerer Parteigenossen bei Kruger, Iunker.Iörg» Ecke Dönhofsstraßc. Abt.»20 Uhr hei Sssbuer, Wilhelm Ecke Bahnhosstraßc, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder: Die Steinvelftelle als Agitatiansfeld für die S»PD. Referent Dr. G. Eberlcin. Abt. Bezirk Beiße Taube.»20 Ubr Mitgliederversammlung bei Rußki, Dingclstädter Str. 25.»Referent Gen. Baurichler. . Abt. Sißung der Funktionnäre der Eisernen Front bei Kiebne, Residenz. straße 0: Aufgaben der Funktionäre der Eisernen Front bis znr Wohl. Referent Paul Becker, M. d. L. Zutritt nur gegen Parteibuch und Funk» tionärausweis. Abt. Zahlabende: Bezirk Ost bei Okrent, Bahnhof. Bezirk West bei Sütte, Koiserplaß. .«bt. Mitglieherversamtnlung im Alien Krug. Donnerstag, den 27. Oktober: 7. Kreis. 15 Uhr Erwerhslosen-Verlammlung im Jugendheim Rostnenstr. 4: Die Erwerbslosen in der»Wahlarbeit. Referent Paul Bernstein. 12. Kreis. 150- Uhr Erwerbslosen-Zufammentunft in Stegliß, Schule Friesen» straße. Fortsetzung des Vortrages de« Gen. Dr. Gregor Bienstock. 23. und 23. Ab». Mitglieder der Konsumgenossenschaft: Versammlung in den Schwedter Festsälrn, Schwcdter Str. 23 lsrllber Büttner): Die Lage der Konsumaenossenschaft. Parteibuch und Einkaufskarte stnd vorzuzeiaen. 105. Abt. 13'/, Ubr Zusammenkunft erwerbsloser'Parteimitglieder bei Kater- bäum, Sedanstr. 3.... 124. Abt. 13'- Ubr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder, Melanchtbon- straße 33: Arbeitslosigkeit und Wahlkompf. Reserent I. P. Mover. Freitag, den 28. Oktober: Sektion blinder Parteigenosse». Versammlung bei Schulz. Adalbertstr. 21: Sozialistische Aktian. Referent Gen. Theuner. 5. Krei, ArbeiterwoHlsaHrt. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglioder im Seim Tilsilcr Str. 4/5, 15'/- Uhr Lichtbildervortrag: Pom Berliner» Osten. Referent Stadtrat Willi Günther. tl. Abt. Zahlabend bei Niederstraß, Emdener Str. 52. Eichwalde. 20 Uhr Filmadcnd in Walthers Bierhallen, der Film„Kameradschaft". Gäste willkommen. am Bahnhof. Es läuft Sonnabend, den 2g. Oktober: 132. Abt. Mitgliederversammlung bei Klug. Dorsstr. 2. Referent Karl Ketzscholb. Freitag, den 4. November: Eichwalde. 20 Uhr öffentliche Wählerversatninlung in Walthers Bierhallen, am Bahnhof. Gen. Bierbllcher spricht über: Wir zeigen den Ausweg— Rur Sozialismus bringt Freiheit und Bwt. Frauenveranstaltungen. 70. Abt. Heute mittag Besschtigung der Gemeinschastssüche Bedding. User- straße 15. Tresspuntt pünktlich lOV, Uhr, Bohnhos Schdncberg. Kaltestelle der Straßenbahn 23. Nachzügler 11'/», Uferstr. 15. Genossinnen und Gc- nassen anderer Abteilungen willkommen. 30. Abt. Der Adteiilingsfrauenabenb fällt au«. Die Genossinnen nehme» ge- schlössen an der Frauen-Kreis-Beranstaltung am 25. Oktober im Piccadilln teil. Näheres s. Notiz im Spiegel. ZNontag. den 24. Oktober: 4. Abt. Bei Brandis. Straiouer s>r. 10: Unser Kampf gegen die Reaktion. Referenl Heinz Läwi. Das Erscheinen aller Genossinnen ist»Pflicht. Abt. Bei Rickert. Steinmeßstr. 33a. Reserentin Gertrud Eisfelder. Abt. 20 Ubr bei öcholtz, Lev'tzowstr. 21: Erziehung gegen den Krieg. Referentin Susanne Räder-Großmann. Abt. Bei Lausch. Bredow» Ecke Wiclesstroße: Bevölterungspolitik. Referent Dr. Robert Man. Abt. Fm Swinemünder Geselllchaftshaus, Ewinemünder Str. 42: Wie diskutiere ich mit politischen Gegnern? Referenti» Lola Maper. Abt.»Pei Leuschnrr. Ackerstr. 110: Ernst der Wahl. Referent Julius Breitenfeld. Abt. Bei Klinge, Sellerstr. 14: Gefährdung der BolksgefundHeit durch die Papen-Rotverordnung. Referent Genosse Fahiunke. Abt.»Bei Wende. Koloniestr.>47: Kampfbereit für Liste 2. Referenttn Helene Schmitz, in. d. L. Abt. Bei Keibutzki, Danziger Str. 45: Die politische Macht der Frauen. Referent Dr. Deutschkron. Abt.»Bei»Wenzkr. Eormen-Evlna» Ecke Kofemannstraße: Unsere Stellung zur Arbeitsdienstpflicht, Reserentin Genossin Ella Kan. Abt. Bei Schmidt. Kniprodestr. 100: Erziehung gegen den Krieg. Reserentin Else Michaelis. Mitgliedsbuch dient als»Ausweis. Äbicr � Metzer Str. 23: Will Hitler Sozialismus? Referent Adolf Abt. 20 Uhr bei Golbcr, Oderberger Str. 30: Droht«in neuer Krieg? Referent, n Nora Senke. ?bt- Bei Klug, Danziger Sir. 7l: Wo steht die KPD. im Kampf gegen die Reaktion/ Referent Dr. F. Schlestnger. Abt.»Bei Pohst. Lnchenrr Ecke Stargarder Straße: Programm der Herren — Programm der Arbeiter.»Referent Hans»Marc. Abt.»Sei Ewest. Gr. Frankfurter Str. 30: Ein Abend bei Zille. Mit Licht» bildern»nd Schallvlatten. Reserentin Erika»Riedel. Abt. Bei»Wertalla. Hobenlohestr. 3:»Was ist Marrismu»? Reserentin Elisabeth Liebing. Abt. In der Tilsster Str. 4/5, 1 Treppe: Politik im Eiukaufskorb. Referen. »in Genossin Bielk». Kr�q. R!f.«nt'FMngg� � Ziehung gegen den Walter�Ra-�""� � 27: Will Hitler Sozialismus? Referent Abt. In der Patzenhofer Brauerei. Landsberger Allee 25/23: Erziehung gegen den Krieg. Referentin Hilde Kirchhcimer. Abt. Bei Ewest, Gr. Frankfurter Str. 3V: Die Frauen im Kampf für den Eozialsmus. Reserentin Helene»Michaelis. Ab». Fm Fuaendhelm, Lindcnstr. 4, LichtbildervorMrung von der Bundes. sckmle des ADGB. und Vortraq Nwrgot Wolf. ?, Dreibunds, r. 11: Unser Kampf gegen die Reaktion. Referent'Mar Briiiitzer. Abt. Bei Schult, Morlendorfer Str. 5: Freiwilliger Arbeitsdienst— Arbeitsdienstpflicht. Reserentin Dr. Luise Morgenstern. Abt. 2« Uhr bei Höhlkc, Bcramannstr. 30: Kampfbereit ftir Lifte 2. Reserentin Luise Kähler. M. d. L. Abt. Bei Krepp, Planufer 75/73: Freiwilliger Arbeitsdiciist— Arbeits» dicnstpfticht. Reserentin Lisa Albrecht. Abt. Bei Winczier, Reichenberger Str. 104: Freiwilliger Arbeitsdienst— Arbeitsdienstpflicht. Referent Genosse Scharfstädt. Abt. Bei Chwilkowsti. Wrangelstr. 37: Freiwilliger Arbeitsdienst— Arbeitsdienstpflicht. Referent Friedrch Elchlevv. Abt. Bei Buschmann, Ritterstr. 33: Was ist Marxismus? Referent Dr. Walter Groß. Abt. Wegen de» Kreisfrauenwerbeabend» findet unser Frouenabend erst am 31. Oktober statt. Abt. Frauenabend findet nicht statt. Dafür Beteiligung an der Kreis. Veranstaltung im Türkische» Zelt. Abt. 20 Uhr im Bahnhofsreftaurant Wurzbacher: Frauenpflicht am 8. November. Referent Genosse Baurichter. Gefangsvorträgc Eharlotte Kofftnann. bis 73. Abt. 20 Uhr bei Kulka, Louenburger Str. 21: Freiwilliger Ar. beitsbienst— Arbeitsdieiistpflicht. Referenttn Dr. Mario Hirsch. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Die Genossinnen beteiligen sich an der Besprechung über die Winterhilfcarbeit 20 Uhr im Bezirksverordneten. sstzungssaal de« Reue» Schoneberger Rathauses. Rudolf.Wilde.Plaß. Abt. Bei Schmidt, Kaiser.Friedrich. Ecke Elbestraße. Referent Genosse Rad daß. Abt. Im Jugendheim, Kanner Str. 42/40: Ernstes und Heiteres. Bor. tragende Elfriede Wollmann. Abt. Bei Horn. Hermannstr. 100 CGlashalle): Das Einkommen der Ar- briter im Bergleich zum Lebenebcdarf. Referent Genosse Petersen. Abt. I» der Lesehalle Rogat. Ecke Iisestraßc: Freiwilliger Arbeitsdienst. Reserentin Dorothea Burkhardt. Abt. AsA-Hos. Im Neutivoli, Neue Krugallee: Rechtsfragen des Tages. 3. II. 13. 14. 13. 17. 20. 24. 24-. 22. 23. 23. 20. 3«. 32. 33. 34. 32. 33. 37. 33. 3». 40. 41. 42. 43. 42. 43. 43. »1. »5. 37. 3». 77. »2. »3. «2. 08. 102. 103. 104. 118. IIS. 140. Referenti» Erna Tichauer. : Wo steht die KPD. im Abt. Bei Trompter, Frischen- Ecke Luisenstraße: Kampf gegen die Reaktion? Referent I. P. Mover. «bt. Bei Pomp, Hasselwerder. Ecke Berliner Straße: Mütter, Frauen in der Zeitpolitik. Reserent Max Gillmcistcr. Abt. Bei Tempel, Gudrunstr. 7: Wie diskutiere ich mit meine» poli- tischen Gegnern? Referent Artur Reichardt. «dt. Bei Schade, Rusche- Ecke Normannenstraße: Will Hitler Soziaiis MUS? Referenti» Käthe kern. Abt. Diskutierabend an bekannter Stelle. Fortsetzung der Frauenveranstaltungen auf 2. Seite 1. Beilage. Rfossuciii woM, immer preiswert! Clnfcnftungcn für diese Rubrik sind Berlin SB 68. Lindenstraße Z, parieinachn'chten�W�fürGroß-Berlin stets an das Bezirtssetretaria. 2. Hof. 2 Treppen rechts, zu richten llnsere Nächstenpartei- undSetriebsveranstaltungen „Die«ozialdemokratic im Kampf gegen kapitalistische Verelendung, für sozialistischen Aufbau." Werbeausschust der TPD. im Bezirk Friedrichshain. Sonntag. 23. Oktober, vonnittoas 11 Uhr, im Concordia- Palast, Andreasstraße 64, politisches Matine. Eine Kundgebung zur Reichstagswahl am 6. November. Politische Ansprache Bürgermeister Mielitz. Rezitationen: Martha John. Gesang: Ebert-Manz-Quartett. Kollektiv des R. V. Vorwärts. Eintritt 40 Ps. 17. Kreis Lichtenberg. Sonntag, 23. Oktober, vormittags 11 Uhr, Sondervorstellung in den Kosmos-Lichtspielen, Lichtenberg. Lückstr. 70. Vorführung des Filmes„Niemandsland". Ansprache der Genossin Lisa Albrecht. Eintritt 40 Pf., Erwerbslose 20 Ps. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, 24. Oktober, 20 Uhr, in> Türkischen Zelt, Charlotten- bürg, Berliner Straße 53, ösfentliche Frauenkundgebung. „Gegen Reaktion und Unterdrückung— für Frieden und Freiheit". Referentin Marie Juchac'z, M. d. R. Fahnen- einmarsch, Rezitationen. Eintritt frei. 8. Kreis Spandau. Montag, 24. Oktober, 20 Uhr, Unterhaltungsabend für Er- werbslch'e in Kochs Festsälen, Spandau, Feldstr. 52. Referent Arthur Crispien, M. d. R. Musik, Rezitationen, Gesang. 12. KreiS Tteglih. Montag, 24. Oktober, 1914 Uhr, Frauen-Werbeveranstaltung in Lehmanns Festsälen, Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31. „Kämpfbereit für Liste 2." Ansprache Paula Kurgaß. Rezitationen Martha John. Fahneneinmarsch. Musikkapelle der SAJ.-Neukölln. 133. Abt. Buchholz. Montag, 24. Oktober, 20 Uhr, bei Kaehne, Buchholz, Berliner Straße 39, öffentliche Kundgebung.„Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Rudolf Wissell, M. d. R. 11. Kreis Schöncberg. Dienstag, 25. Oktober, 20 Uhr, Frauen-Wahlkundgebung im Piccadilly, Schöneberg, Ebersftr. 80.„Gegen Ausbeutung und Not— für Sozialismus, Freiheit und Frieden." Refersntin Käthe Kern, Rezitationen Elfriede Wollmann, Fahnen- einmarsch. 17. Kreis Lichtenberg. Dienstag, 25. Ottober, 1914 Uhr, Kundgebung in der Schulaula Lichtenberg, Schlichtallee(an der Hauptstraße».„Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Karl Litte, M. d. R. 33. Abt. Dienstag, 25. Oktober, 1914 Uhr, Wählerkundgebung in der Alten Taverne, Alt-Stralau 23— 26.„Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Stadtrat Karl Mermuth. ZV. Abt. Spandau. Dienstag, 25. Ottober, 20� Uhr, Wählerversammlung im Paradiesgarten, Spandau, Seegefelder Straße 54/55.„Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Dr. Otto Friedländer. 8«. Abt. Maricndorf. Dienstag, 25. Oktober, 1914 Uhr, Kundgebung in der Aula der Eckener-Oberrealschule Mariendorf, Kaiser- Ecke Rathausstraße. „Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Bernhard Göring. BVG. Bahnhof li, Tegel. Dienstag, 25. Oktober, 19)4 Uhr, bei Tornow, Tegel, Schlieper- Ecke Treskowstraße, Belegschaftsversammlung.„Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Max Brinitzer. 3. Kreis Wedding. Mittwoch, 26. Oktober, 19)4 Uhr, 5 öffentliche Wählerver- sammlungen in folgenden Lokalen: Löwenbrauerei, Hoch- Ecke Badstraße. Referent Lorenz Breunig. Oberer Saal der Atlantiksäle, Behmstraße, am Bahnhof Gesundbrunnen. Refe- rent Hans Gottfurcht. Unterer Saal der Atlantiksäle. Refe- rent Stadtrat Karl Mermuth. Pharussäle, Müllerstr. 142. Referent Bürgermeister Paul Mielitz. Hochschulbrauerei, Amrumer Ecke Seestraße. Referent Dr. Hermann Schützinger. 38. Abt. Mittwoch 26. Oktober, 19)4 Uhr, öffentliche Wählerkund- gebuna in den Residenz-Festsälen, Landsberger Str. 31. Refe- rent Erich Kuttner, M. d L. 3». und 4». Abt. Mittwoch, 26. Oktober, 20 Uhr, Wählerkundgebung im Ceciliensaal der Kammersäle, Teltower Str. 1— 4. Referent Richard Barth. 42. Abt. Mittwoch, 26. Oktober. 20 Uhr, Kundgebung in Kleins Fest- sälen, Blücherstr. 61. Referent Bruno Woyda. 43. Abt. Mittwoch, 26. Oktober, 20 Uhr, Kundgebung in Rabes Fest- sälen, Fichtestr 29. Referent Heinrich Schliestedt. 44., 45. und 48. Slbt. Mittwoch, 26. Oktober, 19)4 Uhr, öffentliche Wählerkundgebung im Deutschen Hof, Luckauer Str. 15. Referent Karl Litke, M. d. R. 82. Abt. Steglitz. Mittwoch, 26, Oktober, 20 Uhr, im Parkrestaurant Südende Wählerkundgebung. Referent Arthur Crispien, M. d. R. »9. Abt. Britz. Mittwoch, 26. Oktober, 19)4 Uhr, öffentliche Wählerkund- gebung bei Becker, Britz, Chausseeftr. 97. Referent Otto Tost. 108a Abt..Köpenick. Mittwoch, 26, Oktober, 19)4 Uhr, Kundgebung bei Seidler, Uhlenhorst, Mahlsdorfer Straße Referent Dr. Helmut Klotz. 128. Abt. Pankow. Mittwoch, 26. Oktober, 19)4 Uhr, Kundgebung im Gesell- schastshaus, Pankow, Berliner Str. 102. Referent Dr. Otto Friedländer, Versammlung der Cisernen Front der Anstalten Herz- berge und Wuhlgarten. Mittwoch, 26, Oktober, 20 Uhr, bei Tempel, Lichtenberg, Gudrunstr, 7, Referent Ludwig Diederich. 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, 26. Oktober, 15 Uhr, im Türkischen Zelt, Charlotten- bürg, Berliner Straße 53, öffentliche Erwerbslosenversamm- lung.„Arbeit und Brot durch Umbau der Wirtschaft." Referent Max Brinitzer. Bezirksamt Prenzlauer Berg. Mittwoch, 26. Oktober, 16�4 Uhr, im Versammlungssaal des Hufeland-Haspitals, Fröbelstr. 16/17, Versammlung aller beim Bezirksamt beschäftigten Arbeiter,'Angestellten und Beamten. Tagesordnung:„Umgestaltung Groß-Berlins." Referent Stadtrat Dr. Heuer. Aron-Werke Charlottenburg. Mittwoch, 26. Oktober, 16)4 Uhr, bei Reimer, Eharlottenburg, Kirch- Ecke Grünstraße, Versammlung aller SPD,-Genossen, Freigewerkschaftler und Hammerschaftsmitglieder,„Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung," Referent Karl Hetzschold. 18. Kreis Weistensee. Donnerstag. 27, Oktober, 15 Uhr, im Lokal„Zum Pferde- markt", Weißensee, Schönstraße, öffentliche Erwerbslosen- Versammlung.„Arbeit und Brot durch Umbau der Wirt- schaft." Referent Karl Hetzschold. 142. Abt..Heiligensee. Donnerstag, 27. Oktober, 1914 Uhr, Kundgebung im Lokal Dorfaue, Dorf Heiligensee. Referent Robert Breuer. Aschinger-.Konzern. Donnerstag, 27. Oktober, 17 Uhr, Versammlung im P. d. C., Rosenthalerstraße 36. Referent Max Brinitzer. Charit«. Donnerstag, 19 Uhr, im Hamburger Hof, Unterbaumstrahe, Versammlung der Eisernen Front. Referent Gottlieb Reese. Bezirksamt Charlottcnburg und Arbeitsamt West. Donnerstag, 27. Oktober, 1914 Uhr, Hammerschaftsversamm- lung bei Röhrich, Charlottenburg, Schloßstraße 45, Ecke Hebbelstraße. Referent Mar Gillmeister. Arbeitsanstalt und Waisenhaus Gummelsburg. Donnerstag, 27. Oktober, 16 Uhr, Lokal Ponzontek, Lichten- berg, Hauptstraße 87. Thema:„Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung." Referent Hans Bauer. 3. Kreis Wedding. Freitag, 28. Oktober, 1914 Uhr, im Swinemllnder Gestllfchafts- haus, Swinemünder Str. 42. Referent Dr. Otto Friedlönder. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Freitag, 28. Oktober, 1914 Uhr, Kundgebung in der Schulaula Gleimstraße 46. Referent Bürgermeister Paul Mielitz. 15. Kreis Treptow s Frauen). Freitag, 28. Oktober, 19)4 Uhr, Werbeveranftaltung in der Aula der Volksschule Niederschöneweide, Hasselwcrdcr Ecke Berliner Straße. Politisches Kabarett„Rote Rotte". An- spräche Klara Bohm-Schuch, M. d. R. 83. Abt. Lichterseldc. Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr, Kundgebung in den Lichterfelder Festsälen, Lichterfelde, Zehlendorfer Straße 5/6. Referent Robert Breuer. 88. Abt. Lichtenrade. Freitag. 23. Oktober, 19'4 Uhr, Kundgebung bei Dreißig. Lichtenrade, Ost-Kclonie, Buckower Weg 61. Referent Otto Meier, M. d. L. 104. Abt. Niederschöneweide. Freitag, 28. Oktober, IO'-j Uhr, Beteiligung am„Politischen Kabarett" der„Roten Rotte", in der Attla der Polksschule Niederschöneweide, Hasselwerder Ecke Berliner Straße. An- spräche Klara Bohm-schuch, M. d. R. l40g Abt. Wittenau. Freitag, 28. Oktober, 19)4 Uhr, öffentliche Vcrsainmlung bei Eberhard, Wittenau, Lübarser Straße. Referent Franz Künst- ler, M. d. R. TPT.-Fraktion Bezirksamt Pankow. Freitag, 28. Oktober, 20 Uhr, Wahloersammlung im Türkischen Zelt, Pankow, Breitestraße 14.„Der Kampf um die Lebens- rechte der Arbeiterschaft." Referent Dr. Julius Moses. Clsner A.-G., Gehring u. Reimers G. m. b. H., Wilhelm Greve A.-G. Freitag, 28. Oktober, 17 Uhr, öffentliche Veleg.fchaftsveriamm- lung, im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45.„Die Arbeiterklasse im Kampf um ihre Lebensrechte." Referent Karl Litke, M. d. R. BVG. Bahnhof 17. Britz. Freitag, 28. Oktober, 1814 Uhr, bei Schrammer, Britz. Chausseestraße 123, Versammlung.„Lohn und Arbeit im Lichte der neuen Staalsführung." Referent Karl Hetzschold. Arbeitsamt Nord. Freitag. 28. Oktober. 1614 Uhr, Erserne-Front-Verfammlung in der Hochschulbrauerei, Seestr. 15. Referent Fritz Schröder. OK.. 07.. 08. Slbt. Neukölln. Freitag. 28. Oktober, 19 Uhr, Kundgebung in der Albrecht- Dürer-Oberrealschule, Neukölln Emser Straße 134. Referent Arthur Crispien, M. a. R. 52. und K2. Abt. Siemensstadt. Sonnabend, 29. Oktober, Nachtvorstellung im Kino Siemens- stadt, Nonnendammallee. Film:„Kameradschaft." Bortrage, Vereine und Versammlungen Polizri-Sportocrei» Berlin c. Abt. Einheitskur, schrist. Regelmäßige Uebungsabende an allen Wochentagen, außer Sonnabends �und Sonntags,� oon l9>4 bis Uhr im Polizei- Schulgebäude, Hannoversche Str. 28— 30, 2. Stock, Zimmer 10. Anfänger-, Fortbildungs- und Redeschrlftlehrgänge. Auch für Zivile. Auskunft erteilt gern Erich Zwickert, Neukölln, Pannierstr. 18. Arbeiter- Laienspieler-Berband E. 33., Bezirk Berlin und Brandenburg. Dienstag, 2ü. Oktober, Treffpunkt der Gruppen 1 und 1 um ISH� Uhr am Bahnhof Biesdorf zur Mitwirkung an der Frauenveranstaltung der 122. Abteilung. Freie Haus- und Grundbestßervereinigung Groß-Berlin e. B. Monatsver» fammlung Freitag, 28. Oktober, IBft Uhr, im Lehrervereinshaus, Berlin C., Alexanderstr. 41. Dr. Th. Tichaucr spricht über„Wissenswertes vom Grund- buch". Aebeitcr-Radio-Bund Deutschlands E. 33., Ortsgruppe Groß-Berlin. Untergruppe Charlottenburg: Freitag, 28. Oktober, bei Lehmann, Eharlottenburg, Königswea 8.—■ Friedrichshain: Montag, 24. Oktober, bei Wertalla, Hohenlohe- straße 3: Messungen an Apparaten.— Lichtenberg: Freitag, 28. Oktober, Biblio- lbek, Äeichsclstr. 28: Ausgangstransformator, Tonblende.— Neukölln: Freitag, 28. Oktober, bei stlamt, Berliner Str. 100:„Berechnung von Widerständen". Referent: Ing. Kirsch.— Prenzlauer Berg: Dienstag, 2Z. Oktober, bei Klug, Berlin NO. 55, Danziger Str. 71: Gruppenabend.— Kreuzbcrg-Tempclhos: Freitag, 28. Oktober, bei Thiele, Furbingcrstr. 9: Gruppenabend.— Gesund drunnca: Freitag, 28. Oktober, Kleines Gewerlfchaftsb „Eiserne Front und Rundfunkhörer". Spandau. Eschenweg 10. .aus. Stettiner Straße: Spandau: Anschrift: Oskar Linkev Werbegutscheine der Freien Gewerkschaften werden von der Lindcar- Fahrradwerk A.-G., Unternehmen der Freien Gewerkschaffen, eingelöst. Für 1 Gutschein sind zu beziehen: 3 Decken Feter-Temoo....... im Werte von RM, 3,— oder 1 Satz kompl. Bereifung Rhönix-Stabilet im Werte von RM. 3,50 oder I Undcar-Batterie-Blende mit Batterie. im Werte von RM. 3,50 Gegen 2 Gutscheine: I Nählidit..... im Werte von RM. 6,— Gegen 3 Gutscheine: 1 lindcar-üchtanlage. im Werte von RM. 10,— „Vorwärts"-Leser kauft in den Geschäften, die im„Vorwärts" inserieren. Dort werdet Ihr gern gesehen! Wcvaut kommt es an? Daß man qualitätsreiche Kleidung erhält, die dauernd Freude macht. Daß man unter den modernsten Schöpfungen nach persönlichem Geschmack wählen kann. 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Frankel in Neustadt(Oberschlesien) und das des Fabrikanten- Vereins in Sarau(Niederlausitz) gebührend kenn- zeichneb � Die genannte Firma hatte bei dem zuständigen Schlichter für Schlesien auf Grund des Z 7 der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit vom S. September 1932 be- antragt, die für sie geltenden tariflichen Lohn- sätze um 13 Pijoz. kürzen zu dürsen. Die Firma begründete ihren Antrag damit, daß sie einmal ein notleidender Betrieb im Sinne des fj 7 der angezogenen Verordnung sei, zum anderen Male aber vom§ 1 benannter Ver- ordnung keinen Gebrauch machen könne, da sie nichtinderLage sei, Neuein st ellungen vorzunehmen, weil sie bereits bis jetzt eine Reihe angeblich überflüssiger Arbeitskräfte mit durchgeschleppt hätte. Trotz der vom Textilarbeiter-Verband ge- äußerten Bedenken hat der Schlichter der Firma unterm 7. Oktober, rückwirkend ab 2. Oktober, ge- stattet, die bei ihr an und für sich erschreckend niedrigen Tariflohnsätze wie folgt zu kürzen: Bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden und darüber um 12 proz. ZK bis einschl. 39 Sld. um 10„ 32 bis einschl. 35 Std. um 8„ unter 32 Stunden um..... 5„ Nachdem die Firma diese„Ermächtigung" er- langt hatte, wandte sie sich an den Magistrot der Stadt N e u st a d t, um mit ihm die gleiche Ver- einbarung zu treffen, die dieser mit dem Sorauer Fabrikantenverein am ö. September getrosfen hat. Diese Vereinbarung gewährt den Mitgliedern des Vereins Lohnbeihilsen für jeden unter- gebrachten Wohlsahrtserwerbslosen der Tertil- industrie und für jede anrechnungsfähige Woche und zwar 7 Mark für Lcdige und je nach der Ainderzahl 9 bis 14 Mark für Verheiratete. Die Firma F r ä n k e l, die dein Schlichter er- klärte, sie könne keine Neucinsiellungen vor- nehmen, erklärte hinterher der Gemeinde Neustadt gegenüber, sie könne etwa 60 bis 80 Wohlfahrts- erwerbslose einstellen, wenn auch sie diese Lohn- beihilsen bekomme.' Die Textilunternehmer von Sorau ober, zu- sammengeschlossen im Fabritantenvercin, ver- langten von ihren Belegschaften, daß die dort ebenfalls erschreckend niedrigen Tariflöhne zur Abgeltung der Notverordnung um 11 r e s p. 12 Proz. gekürzt werden sollten. Nach um- fangreichen Verhandlungen machten die Textil- industriellen als letztes Angebot zur Abgeltung der Notverordnung den Vorschlag, eine allgemeine Kürzung um 8 Proz. durchzuführen. Dabei verschwiegen sie geflissentlich die zwischen ihnen und der Stadt Sorau getroffene Ver- einbarung. Der Textilarbeiter-Verband hat nun errechnet, wie sich für einen Textilindustriellen in Sorau, der vom Sl 1 der angezogenen Verordnung Ge- brauch macht, die E i n st e l l u n g von Leuten finanziell auswirkt. Dabei wurde der für den Unternehmer am günstigsten liegende Weber an zwei Stühlen, verheiratet, mit drei Kindern, als Beispiel herangezogen: Weber an zwei Stühlen über 130 Zentimeter, tariflicher Akkordrichtsatz 56,2 Pf. 46 Stunden zu 56,2 Pf.... 22,48 M. 52 Arbeitswochen im Jahr.. 1168,96 M. Reichszuschuß in Form von Steuergutscheinen auf Grund der Notverordnung vom 4. September 1932.. 460,— M. Zuschuß vom Magistrat Sorau auf Grund der Vereinbarung v. 6.-September 1932(52 mal 14 M.)........ 728,— M. Kürzung der Tariflöhne auf Grund der Notoerordnung v. 4 September 1932 1,86 M. pro Jahr....... 93,60 M. Summa 1221,60 M. Aus dieser Aufstellung ergibt sich, daß ein Textilfabrikant in Sorau an diesem einen Weber, wenn er ihn ein Jahr lang beschäftigt, aus den ihm zustehenden Zuschüssen einen ll e b e r s ch u ß über den von ihm an den Weber gezahlten Lohn in Höhe von 52,64 W. hat. Diese Summe ist aber nur das Bruttoergebr.is, da der Gesamtlohn des Webers hier als Bruttolohn an- geführt ist, von dem sämtliche soziale und sonstig« 'Abzüge abgehen. Für den Unternehmer noch viel günstiger wirkt sich die Einstellung von Hilfsarbeitern aus. Wir legen hier einen Hilfsarbeiter, der ver- heiratet ist, mit einem Kind, und seinen Tarif- lohn zugrunde. Es ergibt sich rechnerisch folgen- des Bild: hilssarbeiler-Tariflohn 41,3 Pf. 46 Stunden a 41,3 Pf.= 16,52 M. X 52 Arbeitswochen..... 859,04 TU. Reichszuschuß in Form von Steuergutscheinen auf Grund der Notverordnung vom 4. 9. 32 466,—„ Zuschuß vom Magistrat(16,56 M. X 52).......... 546,—„ Lohnkürzung von 8 Proz. auf Grund der Notverordnung vom 5. 9. 32.......... 68,72„ Summa: 1014,72 TU. Demnach hat ein Textilunternehmer in Sorau bei einem Hilfsarbeiter im Jahre einen Ueberschuß über den dem Hilfsarbeiter ge- zahlten Lohn in Höhe von 155,68 Mark. Auch hier ist zu berücksichtigen, daß sich diese Summe erhöht, da von dem Bruttolohn des Hilfsarbeiters die sozialen und sonstigen Abzüge abgehen. Der Unternehmer hat aber für die neueinge- stellten Wohlfahrtserwerbslosen kein Risiko zu tragen. Er hat die Arbeitskräste völlig umsonst, da die ihm zustehenden Zuschüsse die Lohnsumme überschreiten. Er hat einmal den Gewinn aus den Ueberschüssen dieser Zuschüsse gegenüber der Lohnsummc. zum anderen Mal den vollen Gewinn aus der Arbeitsleistung des einzelnen über- Haupt, da derselbe sein Lohnkonto nicht belastet. Wie unberechtigt im übrigen die Notverordnung in vielen Fällen angewandt wurde und noch wird, ließe sich in einer endlosen Reihe von Beispielen hier aufführen. Hier nur ein typischer Fall. Es handelt sich um die Firma Cohn- Reichenbach i. Schl. Die Firma beschäftigte im ersten Quartal 1936 468 Arbeiter(ohne An- gestellte). Im August 1932 beschäftigte sie 246 Arbeiter. Sie stellte etwa 166 Personen mehr ein und verlangte eine Lohnkürzung von 1214 Proz. auf die gesamte Lohnsumme der Wochenarbeitszeit von 46 Stunden. Bei den an und für sich niedrigen Löhnen in der schlesischen Textilindustrie mußte diese Lohnkürzung auf die Belegschast wie ein Funke im Pulverfaß wirken. Eine genaue Untersuchung dieser Angelegenheit ergab folgendes Bild. Im letzten Geschäftsjahr haben die Unternehmer dieser Firma für ihren persönlichen Bedarf an Bezügen folgende Beträge entnommen: Cohn, Georg.. 49 857,66 M. Arbeitseinkommen 34 564,—„ Sondereinkommen Cohn, Bruno.. 49 934,—„ Arbeitseinkommen 23 438,—„ Sondereinkommen Cohn, Hulda.. 56 266,—„ Cohn, Betty.. 43 566,—„ Dies sind Nettosummen, die die vier Betriebs» inhaber für sich in Anspruch nehmen. Rechnet man diese vier Jnhaberbezüge zusammen, so ergibt sich eine Gesanügehaltssuinmc von 251 334,60 M. Demgegenüber steht im selben Geschäftsjahr die Gesamtlohnsumme der 246 Personen umfassenden Belegschast des Betriebes mit 230 256 M. Somit sind die Bezüge der vier Betriebs- inhaber noch um etwa 20 000 M. im Zahre Die skandalöse Personalpolitik der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversiche- rung, die schon wiederholt im„Vorwärts" an- geprangert werden mußte, hat in letzter Zeit Formen angenommen, die über den Kreis der Be- troffenen hinaus die Aufmerksamkeit der Oejfentlichkeit erheischen. Wie diese„soziale" Versicherungseinrichtung unter rigoroser Verletzung der von ihr selbst aner- kannten Rechte mit dem Personal umspringt, zeigten die Ausführungen des Genossen Soldes in einer gut besuchten Versammlung des in der R e i ch s g e w e r k s ch a f t Deutscher Kom- munalbeamten und-angestellten im G e- samtverband organisierten Arbeitsamts- personal?. Dauerangestellte, also solche, die nur beim Vorliegen eines wichtigen Kündigung?- grundes entlassen werden dürfen, und denen bei ihrem Uebertritt von der Stadtgemcindc Berlin zur Reichsanstalt ausdrücklich ihre bisherigen Rechte in bezug auf Kündigungsschutz, Besoldung, Ruhe- geholt usw. garantiert worden sind, wurden unter Mißachkung ihrer Dienstvertröge nach jahr- zehnlerlanger Dienstzeit kurzerhand gekündigt» Als Dauerangestellte waren diese Arbeitnehmer infolge ihres beamtenähnlichcn Verhältnisses von höher als die Gesamtlohnsumme der 246 Personen zählenden Belegschaft. Um nun für den Betrieb noch besondere Vorteile von der Lohnseite her zu erzielen, geht man folgenden Weg. Die einzelnen Lohnsummen werden z u- sammengelegt und die sich dann ergebende Endsumme wird als Belastung der Gestehungskosten von der Lohnseite her dem Schlichter oder sonst irgendeiner sich mit der Lohnfrage beschäf- tigenden Behörde unterbreitet. Diese Belastung von der Lohnseite her erscheint außerordentlich hoch und auf Kosten der so schlecht verdienenden Arbeiterschaft wird dann versucht, die„Gestehungs- kosten" zu senken, aber nur vom Lohnkonto der Arbeiter. Erst wenn man die Gehalts- und Lohn- summe spezialisiert, erkennt man, wodurch das Gehaltskonto am stärksten belastet wird, nämlich durch die Bezüge der Betriebsinhabcr. Diese Be- züge sind in den letzten drei Jahren die gleichen geblieben, während die Löhne der Arbeiter durch die verschiedenen Lohnkürzungen ganz erheblich herabgedrückt wurden. Wenn bei dieser Sachlage eine Firma dann noch weitere Lohnkürzungen auf Grund der Not- Verordnungen vornehmen will, nachdem ihr die 466-Mark-Prämie noch zusteht, so ergibt sich, daß hier mit der Notverordnung bei solch horrenden Bezügen der vier Betriebsinhaber schlimmster Mißbrauch zum Schaden für die Ar- beiterschaft getrieben wird. Da die vom Vorstand des Textilarbeiterverbandcs erbetene Rücksprache mit dem Reichsarbeits- minister zur Untcrbreitung solcher Mißbräuchc auf Grund der Anwendung der Notverordnung nicht zustandegekommen ist, sah er sich genötigt, diese typischen Fälle schriftlich niederzulegen. Wir können nur wiederholen: ?ort mit cken Lotmcli'llckveroi'ckmjnß! der Angestellten-, Kranken- und Arbeitslosenver- sicherungspflicht befreit, weil ihnen ja der Rechts- anspruch auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenver- sorgung ausdrücklich zugesichert war. Ueber diese Rechte geht jetzt die Reichsanstalt mit einem Federstrich hinweg. Gnädig erklärt sie sich bereit, einzelne der Gekündigten als Arbeiter weiter zu beschäftigen. Andere Angestellte, z. T. mit mehr als zehn- jähriger Beschästigungszeit, denen durch das 2lr- beitslosenversicherungsgesetz ebenfalls ihre bei der Stadtgemeinde Berlin erworbenen Rechte gewahrt bleiben sollten, hat die Reichsanstalt bereits aus dem Angestellten- in das Arbeiterver- hältnis übergeleitet, um sie schließlich als Arbeiter ohne Ruhegeld zu entlassen. Soziale Bedenken schaltet die Reichsanstalt bei der Durch- führung ihrer rücksichtslosen Abbaumahnahmen völlig aus, obwohl es sich bei den Entlassenen u m Familienväter im Alter von über 66 Jahren handelt. Trotzdem erst in den letzten Tagen die Absicht einer neuen Gehaltskürzung bei den Be- amten vom Reichsfinanzminister entschieden dementiert worden ist, hat die Reichsanstalt auf Anweisung des Reichsfinanzministers eine erneute einschneidende Kürzung der Gehälter ihrer Be- Die ReichSanstalt VerwerklicKe Bersomrlpolitilc Konkurrenzblüte Der ZdA. soll büßen «nnten und Dauerangesteltten angeordnet. Ab 1. November sollen bereits diese Abzüge einsetzen, die im einzelnen tl> Haltskürzung wird als„A n g I e i ch u n g" an die Gehälter der Reichsbeamten frisiert. In der Versammlung kam die Empörung des Arbeitsamtspersonals über den fortgesetzten Rechtsbruch der Reichsanftalt in scharfer An- klage zum Ausdruck. In einer e i n st i m m i g an- genommenen Entschließung wurde die Erwartung ausgesprochen, daß es dem Gesamtoerband im Zusammenwirken mit den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen und der Sozialdemokra» tischen Partei gelingen möge, die bisher von der Reichsanstalt selbst anerkannten Rechte ihrer Ar- beitnehmer zu erhalten. Die Versammlung klang aus in dem Mahnruf, alles daran zu setzen, a m 6. November den politischen Hintermännern der Reichsanstalt für ihr arbeitnehmerfeindliches Verhalten die Quittung zu geben. Berliner Theater Vor dem Schlichtungsausschuß Am Montagvormittag wird beim Schlichtungs- ausschuß im Taristonflikt mit den Berliner pri- oaten Theatern verhandelt. Der Konflikt ist, wie im„Vorwärts" mitgeteilt, dadurch entstanden, daß sich der Verband Berliner Bühnen» l e i t e r zunächst weigerte, den von ihm zum 30. September gekündigten Manteltarif für das technische Bühnenpersonal wieder abzuschließen. Ein Lohnabkommen besteht für die Bühnen- orbeiter in den Privattheatern schon seit Ende April nicht mehr. Die Theaterdirektoren wollten gegenüber ihren Bühnenarbeitern in jeder Be- ziehung freie Hand haben. Da vom Gesamtoerband alle Vorberei- tungen für einen Kampf zur Wiedereinführung tariflicher Lohn- und Arbeitsbedingungen ge- troffen wurden, bequemten sich die Direktoren schließlich doch zu Tarifverhandlungen, machten ober derartige Angebote, daß die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen werden mußten. Sie verlangten neben einer erheblichen Verschlechte- rung der Manteltarisbestimmungen eine Lohn- kürzung um 16 Proz. Würde diese Forde- rung verwirklicht werden, dann wären die Löhne der Bühnenarbeiter in den privaten Theatern im Laufe eines Jahres um 39 Proz. geringer. Von dem Ausgang der Schlichtungsverhand- lungen am Montag wird es abhängen, ob ein Streik bei den Berliner Privatbühnen verhütet werden kann. „Nationale" Berichtigung Reichsbahn-Obersekrekär Westhusen, den wir in einem Artikel über die Reichsbahnwirtschaft am 8. Oktober erwähnt hatten, schickt uns jetzt auf einem Briefbogen mit dem Kopf der Bezirks- leitung der„Arbeitsgemeinschaft nationaler Reichsbahnbeamten und Anwärter E. V." eine Berichtigung: „Es ist n i ch t wahr, daß ich Propaganda- briefe für die nationalsozialistische Beamten- agitation an die Dienststellenvorsteher der Strecken: Berlin-Lehrter Bahnhof, Spandau-Nauen, Span- dau-Schönhausen a. E. und Bahnhof Bredow oer- schickt habe. Wahr i st, daß ich an die genannten Dienst- stellenvorsteher für die Arbeitsgemeinschaft natu» naler Reichsbahnbeamtcn und Anwärter ein Schreiben richtete, in dem ich um Weitergabe der Wahlunterlogen an den Wahloorstand ersuchte, weil mir die Namen derselben nicht bekannt waren. Es ist nicht wahr, daß ich diesem Schreiben einen Dienstsiegel mißbräuchlicher Weise beifügte. Wahr ist dagegen, daß ich lediglich einen ein- fachen eigenen Gummistempel, der die Bezeichnung meiner Dienststelle trug, verwendete." * Wahr ist, daß W e st h u s e n in seiner dienstlichen Eigenschaft als Reichs- bahn-Obersekretär aus Dien st papier, „mit seinem eigenen Gummistempel, mit der Be- Zeichnung seiner Dienststelle" an die Dienst« stellen ein Schreiben zu den Beamtenrats- wählen gerichtet hat. Darin hat er als Ziel seiner nationalen„Arbeitsgemeinschaft" angegeben, alle Reichsbahnbeamten, ohne Unterschied der dienst- lichen Stellung, „im nationalen Geiste zu einen und von dem seellosen Marxismus zu befreien.. „Da es mir als B a n n f ü h r e r des Bannes Nordwest-Berlin mit seinen 67 selbständigen Dienststellen noch nicht möglich gewesen ist, alle D i e n st st e l l e n mit Obmännern zu besetzen, bitte ich die Herren Dien st vor st eher, im Jnteresie unserer nationalen Aufbauarbeit dabei mitzuhelfen, daß unsere Vorschlagsliste„national und sozial" paritätisch mit den Vorschlagslisten der Gewerkschaften behandelt wird." Kurzum es ist wahr, was wir berichteten. unwahr, was der Herr Reichsbahn-Oberfekrelär westhujeu„berichligt", bis auf das Dienstsiegel. Es war nur ein D i e n st st e m p e l. KindkralsFabrikarbeiter Einem amtlichen Bericht ist zu entnehmen, daß in Bombay im Jahre 1931 3841 Kinder in den Fabriken beschäftigt waren, während die entsprechende Zahl sich im Jahre 1939 auf 4389 belief Ferner stellt der Bericht betreffend die Durchführung des Fabrikgesetzes von 1911 in Birma fest, daß in dieser Provinz die Zahl der in Fabriken beschäftigten Kinder im Jahre 1931 S7 4 gegenüber 622 im Jahre 1939 betrug. Der Bericht betreffend die Durchführung des indischen Fabrikgesetzes in Bengalen stellt für das Jahr 1931 eine ausfallende Abnahme der be- schäftigten Kinder in den erfaßten Betrieben fest. Die Durchschnittszahl der in diesen Betrieben be- schäftigten Kinder belies sich im Jahr« 1931 auf 7281 gegenüber 16639 im Jahre 1939 und 23 936 im Jahre 1929. Da in derart peinlichen Fragen die Unternehmer nicht allzu mitteilsam zu sein pflegen und amtliche Berichte in solchen Ländern auf Wegen zustande kommen, aus denen der Unternehmer oder seine Angestellten mit der Lampe vorangehen, muß man die amtlichen Berichte nicht als unbedingt richtig hinnehmen. Jedenfalls zeigen selbst die amtlichen Berichte, daß Kinder in Fabriken beschäftigt werden. Die„auffallende Abnahme" in Bengalen ist auffälliger als glaubhaft. Lerlin Sonntag, 23. Oktober. 6.15: Gymnastik. 6.3S: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11; Für die Kinder. 11.30: Aus Leipzig; Bach- Kantate. 12.05: Aus Bamberg: Der Dom zu Bamberg. Ein Hörbericht 12.35; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 14: Elternstunde. 14.30: Blindcnkonzert. 15.30: Orchesterkonzert 15.50: Aus dem Stadion, Köln: Hockey. 16.05: Fortsetzung des Orchesterkonzerts. 17.30; Karl Nils Nicolaus liest eigene Prosa. 18: Heimat zwischen Spree und Havel. 18.20; Sonaten für Violine und Klavier. 19: Zeitfunk. 19.15: Der Qeistjge in der Nation. 19.45: Sportnachrichten. 20: Berliner Humor in alten Possen. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanz- niu&ik. Montag, 24, Oktober, 6.11: Gymnastik. 6.35: Aus Breslau: FrObkentert. 11.30: Aus Hannover; Schloßkonzert. 12.30: Wetter- meldunzen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Hausfrau und Berufsschule. 15.40: Die Zusammenarbeit der bildenden Künste mit der Architektur der Gegenwart. 16.05; Lebensangst und ihre Abwehr. 16.30; Robert Franz zum 40. Todestag. 17.05: Virtuose Violinmusik. 17.39: Jugendstunde. 17.50; Mit den deutschen Loggern auf Heringsfang. 18.10: Ergebnisse des Wettbewerbes: Wer kann erzihlen. 18.55: Die Funk-Stunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Heitere Stunde(Schallplatlen). 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Aus Hamburg: Eine heitere Stunde von Reedern, Kaufleulen und Stiften in Schuppen. Speichern und Kontoren. 21: Zeitfunk. 21.15: Franz-Schubert- Konzert. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 25. Oktober. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Prühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Vom richtigen Einkaufen. 15.40; Ein Ritt über Land. 16.05; Gründe der Schlafstörungen und Wege zur Heilung. 16.30; Aus Leipzig: Konzert. 17.30: Doktor Ueberall erzählt. 17.50; Bücherstunde. 18.10: Unterhaltungsmusik. 18.55: Die Funk-Stunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Fortsetzung der Unterhaltungsmusik. 19.30: Klangcharaktcr in deutschen Mundarten. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Chöre. 20.30: Stein. Hörspiel von Hans Henning Freiherr Grote. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Mittwoch, 26. Oktober. 6.15» Gymnastik. 6.35: Prühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30; Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Was trinken unsere Kinder? 15.40: Sterbende Segelschiffahrt. 16.05: Zelttunk. 16.30; Aus Flensburg: Unterhaltungskonzert. 17.30; Jugendstunde. 17.50: Die doppelte Wirklichkeit der Geschichte. 18.10: Niccolo Paganlni zum 150. Geburtstage. 18.55: Die Funk-Stunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 21; Der Zauberbaum. Musikalisches Lustspiel von von Gluck. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Vor einigen Wochen wurde in einem ge- meinsamen Aufruf des Ortsausschusses des ADGB. und des AfA-Ortskartells auf die Not- wendigkest der Unterstützung der Berliner Konsumgenossenschaft hingewiesen. Ueber diesen Ausruf gerieten die Kolonialwaren- und Feinkosthändler Berlins sehr in Harnisch. Sie sannen auf Revanche und kamen schließlich aus den Gedanken, den Zentralverband der Ange st eilten von den Verhandlungen aus- zuschließen, die infolge der Kündigung des Gehaltstarifes der Angestellten durch die Arbeits- gemeinschaft Berliner Kolonialwaren- und Fein- kosthändler zum 39. September notwendig ge- worden sind. In einem Schreiben an den ZdA. begründen die Händler diese sonderbare Forderung nach einen Hinweis auf den Aufruf der Spitzenkörper- schaften der Berliner freien Gewerkschaften folgendermaßen: „Die Beteiligung eines Tarifvertragskon- trahenten an einen den anderen Tarifvertrags- kontrahenten wirtschaftlich schwer schädigen sollenden Aufrufs verstößt nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft gegen die Tarisver- tragstreue(!), wie überhaupt gegen Treu und Glauben. Tarifverträge sollen dem Arbeitsfrieden und damit dem wirt- schaftlichen Frieden dienen, aber der Ausruf fordert den denkbar schärfsten wirtschaftlichen Kampf gegen den Lebensmitteleinzelhandel. Da der Zentralverband der Angestellten den Unter- Zeichnern des Aufrufs angeschlossen ist, sieht sich die Arbeitgebergemeinschaft aus den angeführten DovoerstsZ, 27. Oktober. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Dresden: Frühkonzert. 11.36: Aus Breslau: M'ttagskonzert. 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Wie können wir unsere Kinder vor Erkältung schützen? 15.40; Moderne Wikinger. 16.05; Zimmerpflanzen im Winter. 16.30: Lieder. 16.55: Kammermusik. 17.30: Die junge Generation. 17.50; Landschaftliche Politik. 18.10: Erdachte Gespräche von Paul Ernst. 18.55: Die Funk- Stunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10; Chorgesänge. 19.30: Schallplattenstunde. 20.10: Beethoven- Konzert. 20.50: Tages- und Sportnachrichten. 21: Zeit- funk. 21.10: Die Geschichte vom„Blauen Diamant" von Erich Franzcn. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Danach Tanzmusik. Freitag, 28. Oktober. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.36: Solisien- konzert. 12.30: Wettermeldungen für den Lendwirt. 14: Sehallplaltenkonzert. 15.20: Das Interesse an dem lieben Nlchsten— Teilnahme oder Klitsch? 15.40: Chinesen unter sich. 16.05; Der Hörer und sein Apparat. 16.30: Lieder. 16.50; Aus Dresden: Unterhaltungskonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Das neue Buch. 18: Karl Heinz Hillekamps. Vorlesung aus seinen Dichtungen. 18.20: Radfahren und Volkssport. 18.35: Bunte Stunde(Schall- platten). 18.55: Die Funk-Stunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Fortsetzung der Bunten Stunde. 20: Literatur. Anschließend Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Igor-Strawlnsky-Konzert. 22.30: Aus Washington: Worüber man In Amerika spricht Anschließend aus Magdeburg; Orchesterkonzert Sonnabend, 29, Oktober. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Königsberg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.10: Von der Deutschen Reitschule In Zehlendorf: Scbleppjagd hinter Hunden. 15.25: Die junge Generation. 16; Blasorchesterkonzert 18: Zum Weltspartag. 18.20: Deutsches Sprachgut. 18.35: Schallplattenkonzert 18.65: Die Funk-Stunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Fortsetzung des Schallplattenkonzerts. 19.45: Ketzerei am Wochenende. 20: Sinfoniekonzert 21.05: Tages- und Sportnachrichten. 21.15: Heiterer Abend. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 23. Oktober. 6.15; Aus Berlin: Gymnastik. 6.35; Aus Hamburg: Halenkonzert. 8: Uebert ragung aus Berlin. II: Dichter- stunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12.05: Aus Bamberg: Der Dom zu Bamberg. Ein Hörbericht 12.35: Aus Königsberg; Mittagskonzert 14; Elternstunde, 14.30; Die Lyrik der Gegenwart. 15; Jakob Böhme. 15.30: Aus Berlin; Orchesterkonzert. 15.60: Aus dem Stadion, Köln: Hockey. 16.05: Aus Berlin: Fortsetzung des Orchesterkonzerts. 17.30: Der Lebenskampf der Ostmark. 18: Deutsche Volkslieder. 18.30: Vom Reich der Deutschen. 19: Aus Königsberg; Aus Ostpreußens musikalischer Vergangenheit. 19.60: Stunde des Landes. 20.30: Doutschlandsender: Aus Leipzig: Die Freunde von Sala- manka. Heiteres Singspiel von Franz Schubert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. (Brünben zur Zeit außerstande, mit ihm Per- Handlungen zwecks Abschlusses tariflicher Ver- einbarungen zu führen." Der ZdA hat den Kolonialwarenhändlern ver- geblich den Unterschied zwischen Wirtschast und Arbeitsfrieden klarzumachen oersucht. Nur ein geringer Teil der Unternehmer hat begriffen, daß im Tarifvertrag nur die Entlohnung«- und Ar- bettsbedingungen festgesetzt werden können, keines- falls aber, wo die Arbeiter und Angestellten kaufen sollen. Das Verhalten der Unternehmer ist aber um so grotesker, als sie selber eine Genossenschaft, die„Edeka", haben, deren ZSjähriges Bestehen sie jetzt mit großem Pomp feiern. Wie können die Herren auf den Einfall kommen, ihren Konkurrenzkampf gegen die Konsumgenossenschaft auf dem Rücken der eigenen Angestellten ouszufechten! Wenn die Kolonial- warenhändler Berlins nicht mehr f« gute Umsätze und demzufolge auch nicht mehr so hohe Ver- dienst« erzielen wie vor einigen Jahren, so ist daran wirklich die Jahrzehnte bestehende Konsum- genossenschast nicht schuld, sondern mit der Wirt- schastskrise die Unternehmer, die sie zu andauerndem Lohndruck ausnützen, zu denen auch die Berliner Kolonialwarenhändler gehören. Zur Charakterisierung der Entrüstung der Unternehmer des Kolonialwarenhandels genügt die Tatsache, daß sie auch von den von ihnen nicht in Acht und Bann erklärten Gewerk- schasten einen neuen Geholtsabbau ver- langen. Der ZdA. wird trotz der Weigerung der Unternehmer, mit ihm zu verhandeln, die Angestellten auf seiner Seite haben, wenn er sie zum Kamps gegen neue Gehalts- kürzung aufruft, Montag, 24. Oktober, 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Bertin: Nachmittagskontert. 17.30: Die Entstehung der neuhochdeutschen Schrittsprache. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Die Kriegsschuldlrage. 18.65; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Viertelstunde Funktechnik. Ab 19.30: Stunde der Regierung. 20: Deulsehlendsender: Uebertragung aus Berlin. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21,10: Aus Hamburg: Heiteres Konzert. 22.20: Wetter-, Tagesund Sportnachrichten. 22.45: Aus Köln: Nachtmusik und Tanz. Dienstag, 25. Oktober. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Tier und Umwelt. 18: Heutige Musikpädagogik. 18.30: Volkswirtschallsfunk. 18.55- Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Elnheitskurzachrlft für Fortgeschrittene. 19.30: Zeltdienst. 20; Deutschlaotfaender: Uebertragung aua Berlin. 22.30: Aus Hamburg: Spätkonzert Mittwoch, 26, Oktober. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nach- mittagskenzert. 17.30; Nordisches Christentum als Weg- welser. 18; Musiker-Studien. 18.30: Die Frontstellung Indiens und Ostasiens gegenüber dem Abendland. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Englischer Sprachunterricht. 20.20: Felix Tlmmermanns erzählt aus seinem Leben und Schallen. 19.30: Dentschlandsenden Uebertragung aus Berlin. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Aus Wien: Wiener Abend. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 27. Oktober. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nach- mlttagskonzcrt. 17.30: Der Erfinder des Mikroskops (zum 300. Geburtstag A. von Leuvenhoeks). 18: Musikalischer Zeltspiegel. 18.30; Die Gefahren des elektrischen Stroms. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschalt. 19: Stunde des Landwirts. 19.21: Für und Wider. Wegweiser durch die Zelt. 19.40: Zeitdienst. 20.10; Deulschlaodsender; Uebertragung aus Berlin. 21: Aus München: Uraufführung.„Im Fernen Osten." Hörspiel. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.40: Aus Königsberg: Unterhaltungskonzert Freitag, 28. Oktober. 16: Pädagogischer Punk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30: Die deutsche Dichtung vor dem Weltkriege. 18: Die Bedeutung des evangelischen Pfarrhauses für die Geschichte des deutschen Volkes. 18.30: Volkswirlschaltsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. Ab 19.30: Stunde der Retchsreglerung. 21.45: S. M. S.„Emden" vor Penang. 20; Deutschlandsender: Aus Hamburg: Mozart-Konzert. 21.20: Aus Hamburg: Sinfonie H-Moll von Franz Schubert. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 29, Oktober. 16; Die Studentensprache. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Denkwürdige Reden. 18.08: Musikalische Wochenschau. 18.30; Deutsch für Deutsche. 18.65: Weiterbericht für die Landwirtschaft 19: Stille Stunde. Ab 19.30: Stunde der Reichsregierung. 20: Deutschland- senden Aus München: Konzertstunde. 20.45: Aus München: Bunter Abend. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks A 1188. Im Gasthaus»Zum Goldenen Stern«. Wol«rli«d. Ist das nicht wundervoll 7 Foxlrot.(Adalbert Lutter mit Tanzordiester)_____ E 1153. Friderlciana: Märsche Friedrich» des Großen. I. und II. Teil. Berliner Philharmoniker. Dirigent: Erich Orthmann ( Theater, Lichtspiele usw. flttats Theater Sonntag, den 23 Oktober itaatsoper unter cen Linder. 18/i tsiilhanlt*. üneisenau Preis 0 40 bis 2,00 r> Theater in.-i Stresemannstr. Täglich SVe; Willi, tl v. Bernard Shaw Vüoissl, v Thell- mann, Benens. Evans.Orto, Sima, Wiemann. Deppe de Kowa. bpltln Schulders nltberObBte JOlöwsn ii.10 Sensationen S(i»t.2i4,»l.»H»' Tägl. Su.BVi U. PUlre scboii.SOPt ja biekn.ennHIjtePreiie meiropoi-itieater Täglich SV, Uhr »ritzi I Massary in Elae Fna. die weit, wu sie«Uli Sonntag nachm.«/»3 u. 5 Valsertranm P Thealer lm»i tmiralspa asi äglich 8*4 Uhr Gitta A l p a r I I | Katharina I V/ALLNER-THEATER Wiid 8.15„Mitschuldigen" „Satyios" von üoethe— Musik. Moxar Preise 0J0 bis 3,- M.— Sonnt. 5 u P.tSUhi Vorverkauf täglich ab 10 Uhr Stettiner Sänger Reichshallen-Theater (Dönhoffplatz) ' Dir. MejseL Dir. Meysel. Täel 8.15 Uhr, Sonntag, 3�0 Uhr(ermäßigte Pr Das neue Programm mit der Posse „Und abends wird getanzt" Rennen zu IKARISHORST Heute 12i Uhr Jagdrennen der Dreijährigen TheateriVestenF ISteinpl 5121 täglich 4"/, u 8% Stg. PU. 5 u. 8V, Förster christe Wömer, S Owe, Lich'ensteln I. Tont. 0.30-1,80 2. Vcnt. 0.50-2.90 — Theater am— Schiffbauerdamm D 2 Weidend. 8S66 Täglich 814 Uhr die.Truppe 1931" spielt ..Da llect Oer Hundbeoraiieir Komöd em Musik Blumen lllllllllllllllllllllllllilllllllill Paul Golletz Mariannenstr. 3 F 8, Oborbaum 1303 Deutsches Theater Weidend. 5201 8 Uhr Piin Midi von Homlig Sduaspld m H. ,. Rliht Regie: MaxRe inhardt Kammerspiele 8 Uht Schnltes Bühne Heiterer Ludwig- Tboma-Abeod Die Brautschaa Erster Klasse Rose- rneater Cnl, fmllortir Straf, 137 TP. Wiidtr I I 3427 2J0 Uhr Banouenehre 5,30 8..4- Uht Der Hauptmann von Köpenick lessing-meeier Tägl 8t/, Uht Grete Mosheim Oskar Homoika in Pygmalion Thealer des Westens fe, Kantatr, tt, Bhf. Zoo Stelnpl. 81 Kl Der Sensationserfolg Försterchristel HILDE WÖRNER, HANS STOWE, EDUARD LICHTENSTEIN. Heute 3 Voistellungen 274, 5 und 8V4 vdr I. Vorst. 30 Pf-- 1,50 M- II. u. III. Vorst 50 Pf— 2,50 M Torverkaul ununterhrodien r9as/ iPev-l HAUSJACKE aus reinwollenern sduueren Flausdt-Cheolol, bequem und mollig, sechs Farben, RM 1 2.50 Leineweber 3», II» C, KtttlatBcbar Fltchmarkt KÄ Kabarett lür Alle , 4 Uhr TXfllcb 2" 9 Uhr | Das MnsaÜBDSiläKabariit-Profraiiim Abendpretss 1—3 Mk. Nachm. CdMk I.2J__ | IwIot Sa-rattnn 1 1 V, Unr: mctitrwfrtttHtng Sophien-Festsäle Berlin N, Sophien Str. 17-1 8 Fernspr.t Weidendamm 0543 Säle för Vereine, Festlieh- keiten, Versammlungen usw. Von 50 bis 1 200 Personen fassend. Kegel bahnen. G ü n s t i a e Bedinqunaen. MiMMMvi-VeU AdUonui Aditangi Bau' n. GeldsdiranKsdilosser ®i, für montan, b 24. Otfobat 10(2, moclcftti Bcanmeaaetfammlung und Uectcaucnsenänncc-ftonfcccnt fällt aus Ein ntuec Termin für dt, Brandtcn. Versammlung wird nach betonnigegiben Ciensfag. den 25. Offobat 1032, naAmiftaga 4 aflion?- Referent: Kollege Haaf« (Hauptvorstand.) 2»ruppenangelegenheiten. Ss ift Pflicht aller Betriebsräte obiger Eruvpen. an diefei Versammlung teil. wnehmen. Mugiiedsduch und BetriebsrkUeauswei» legMmt»«! Vanneralaa. den 27. Otlobe» 1032, abend» t Ahr. Im EtemertschaH». han», Engelnlrr 24-25 Gruber Saut BrandieN'Ver,ammIuaS der Rukrteger und Heiler. Tagesordnung: L Berbands- unb Branchenangelegen. hellen 2. Verschiedenem Unsere erwerbslosen Kollegen machen wir daraui auimerfinm. daß Erwerdsloien. Beriammiungen nicht mehr siatifinden Alle erwerdsiosen Kollegen nehmen an den Branchenversammiungen teill Mitgltedsduch legitimiert! Zahlreicher Besuch wird erwarteL Die OrUvcrwalhmg. auf gepflegt hält doppelt so lange/ Denken Sie daran» daß Ihnen Persil die Freude am Tragen der hübschen Sachen recht lange erhält. Einfach« schonend und billig ist die Pflege mil Persill Umständlichkeilen gibt es nicht. 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Die zentralen Kurse und die Seminare be- ginnen im I a n u a r 1 S 3 3. Die Bibliothek der Arbeiterbildungs- schule steht allen Hörern und auch anderen Parteigenossen Diens- tags, Donnerstags und Freitags unentgeltlich zur Verfügung. Es wird gebeten, dieses Programm aufzubewahren. Die genauen Kursusdispositlonen findet man im Oktoberhest der Zeitschrist„Unser Weg" abgedruckt. l. ztreis Ritte.„Autxrtie— StaatsIaPitalismu»— Planwietschalt. Dr. Gregor B i e II st o ck. Jeden Donnersing, lS>4 Uhr, sophienschule, Wein- meisterstr. IS— 17. B-JlbeniK. Hörgeld 1,30 SR. Beginn: 10. November. 2. Suis Tiergarten.„Ziele und Rethoden unsere« Ztamole«." Professor D e n i ck c. Zcden Donnerstag, 20 Uhr, stokal Röstet, Pullit,. Ecke Salzwedler Elragc. 0 Abende. Hörgeld 1,30 M. Beginn: 10. 2!ovember. 2.«reis Aedding.„Der Sozialistisch« Umba» drr Wirtschaft.- Dr. Alfred B r a u n t h a I. Jeden Freilag, 2it Uhr, Weltlich« Schule, Panl- Ecke Wiesen- strahe. 0 Abende. Hörgeld 1,30 M. Beginn: 11. Rooemder. t. Steei« Prenzlauer Berg.„Der»tassenftaat.- Dr. Rarl Schröder. Jeden ssreitag, Uhr, Weltliche Schule, Dunzigrr Str. 20. 0 Abende. Hörgeld 1,30 M. Beginn: u. November, 3.»reis Friedrichshain.„Der»iasseastaat." Dr. Karl Schröder. Jeden Donnerstag, Igt., Uhr, im Heim Tilstter Str. t— 5. 6 Abende Hörgeld 1,30 R. Beginn: 10. November.—„Aedeitsdeschalsuaa und Umbau der Wirtschalt." Dr. Gerhard» r e>I ß i g. Jede» Freitag, Igt� Uhr, 7m Heim Tilstter Sir. 4—3. >: Abende. Hörgeld 1,30 M. Beginn: II. November. 6.»reis»reuzdera.„Der»lasteaftaal.- Dr. starl Schröder. Jeden Dienslag, Igz�, Uhr, Jugendheim Urbanstr. 107. 0 Abende, Hörgeld 1,30 M. Beginn: 0. November. 7.»reis Charlotte» bürg.„Der lU»ff«»ft»»t,' Dr. Karl Schröder. Jeden Montag, 19>,b Uhr, Jugendheim Rosinenstr. 4. 0 Abende, Hörgeld 1,30 M, Beginn: 7. November, B.»reis Spandau. Abteilung Neustabt:„Arbeiisbelchassuaq tut nat". Dr. Alfred B r a u n t h a l. Jeden Donnerstag, ISlg Uhr, Ooerrealschulc, Moltke. Elte Friedrichstraste. 0 Abende. Beginn: 10. Stovember.— Abteilung Wilhelmstad«:„Vom Absolutismus zur parlamentarischen Demotratie". Dr. Frist Zander. Jeden Dienstag, IVA Uhr, Oderrealschulr, Rplile- Elle Friedrich- siraste. 0 Abende. Beginn: 8. November,— Abteilung Altstadt: Die Genosstnnen und(Senoffeii der Allstadt werden gebeten, sich an einem der obengenannten Kurse zu beteiligen.— Abteilung Staaten:„Vom Wesen der Wirtschast and ihren E-csesten". Frijj Fink. Jeden Dienstag, 1913 Uhr, bei Soffmann, Staaten, Bahnhotstraße, 0 Abende. Beginn: 8. November.— Abteilung Tiemensstadt:„Der sozialistische Mensch-, Karl B e n e b« ck. Jeden Donners. tag, 1919 Uhr, 10. November „Pom Zunftmeistl..________„________________„_______ �___ arbeitet. Karl 9 c rt e b c cf. Jeden Dienstag, 1919 Ühr" Oberrealschule, Roltlc. Ecke Fricdrichstraße. 6 Abende. Beginn: 8. November.—„Kreuz und auer durch die Trümmer de« Kapitalismus." Frist F i n l. Jeden Donnerstag, 1919 Uhr, Obcrrealschul», Rolttc- Ecke Fricdrichstraste. 8 Abende. Beginn: 10. November.— KursusfilrGenossinnen:„Politische Tagessraaen". Margarete P a n t e». Jeden 2. Montag, 1919 Uhr, Turmzimmer im Rats- teller. B Abende. Beginn: 14. November, 10. Kreis Zehlendorf.„Sozialismus, wie ihn Marx degründete, und wie ihn Hitler sich dcnlt." Mathilde Wurm. Jeden Donnerstag, 19>9 Uhr. Finno- Waldschule, Schlicsfcnslraste. 0 Abende, Hörgeld 1,30 M. Beginn: 10. November. 11. Kreis Schöneberg,„Demotratie und Diktatur." Dr. Franz N c u m a n n. Jeden Donnerstag, 20 Uhr, bei Will, Martin-Luther-Str. 09, 0 Abende. Hör- geld 1,30 M. Beginn: 10. November. 12. Kreis Steglist.„Sozialismus, wie ihn Karr begründete, und wie ihn Hitler sich dentt." Grundlagen des wistenschaillichen Soziansmus. Käthe Kern. Jeden Montag, 20 Uhr, Lesesaal der Stadtbiicherei, Grunewaldstr. 2. 8 Abende. Hörgeld 2 M. Beginn: 3. Ottober(hat bereits begonnen), 13.»reis Tcmpelhof.„Arbeitsbcschassung und Umbau der Wirtschast." Dr. Gerhard K r e n st i g. Der Kursus ist als eine Distussionsgcmeinschafr ge- dacht, an der sowohl Anfänger als Forlgeschrittene teilnehmen lönncn. Jeden Donnerstag, l9>9 Uhr, Nadelarbeilsraum der Mädchen. Mittelschule Mariendorf, Kurfllrstenstrastc, B Abende. Hörgeld 1,50 M, Beginn: 10. November. 14.»reis Nenlölln.„Demotratie und Diktatur," Dr. Ernst Fraentel. Irden Freitag, 20 Uhr, Jugendheim Bergstr. 29. 6 Abende. Hörgeld l,3v M. Beginn: 11. November.—„Japan— China— Indien." Dr. Otto Manchen. Jeden Dienstag, 20 Uhr, Jugendheim Bergstr. 29, 0 Abende. Hörgeld 1,30 M, Beginn: 8. November. >5. Kreis Treviow.„Der Weg zum Sozialismus." Dr. Schlesinger. Jeden Montag, 191.., Uhr, Niederschoneweide, Schule Berliner Str. 31, 0 Abende, Hörgeld 1:30 M. Beginn: 7. November, 17. Kreis Lichtenderg.„Neoalutiou und Gegenreoolution." I. P. M a n e r. Jeden Donnerslag, 20 Uhr. Bibliothel, Weichselstr. 28.«i Abende. Hörgeld 1,30 M. Beginn: 10. November. 18. Kreis Beistensee.„Demotratie und Diktatur." Dr. Walter Auerbach. Jeden Montag, 20 Uhr, Weltliche Schule, Parlslraste. 0 Abende, Hörgeld 1,50 M, Beginn: 7. November, 20. Kreis Neiaickeadors.„Probleme der Planwirtschaft im Licht« der rnlst. scheu Crsahrnagen." Dr. Solomon Schwarz. Jeden Freitag, 20 Uhr, Wittenau, Neue Schule, Hauvtstraste, im Jugendheim. 0 Abende. Hörgeld 1,30 M, Beginn: II. November, »�reie Gewerkschafts-Iugend Verlin I Heute finden solgende Veranstaltungen statt: Arbeitstagung der Gruppenleiter im Gewerkschaflshaus, Engelufer 24—23, Jugendheim des Gesamtverdandes. Beginn 10 Uhr.— Tressen zu« Mödchenturlns in der 1......|..... Ahrgeld 00 Pf. zur . zur Fahrt nach der Bundesschule in Bernau,— Schlestsches Tor: Wir besuchen unsere Toten in Friedrichsfelde.— Südosttreis: Ab 19 Uhr im Jugendheim des Gefamtoerdandrs, Engelufer 24— 25, Ausgang B, pari., Zimmer 4.„Als Berliner Talschleiche mit der Strahlensallc durch Nordtirol," lOriginalphoios, Rezita- tionen und Lieder von Franz Hosemann.)— Rordkeeis: Im Jugendheim Rrinickendorf-Oft, Lindauer Straße(Baracke). Ein literarischer Abend oon uns vortrug:„Proletarische Zeichner: Zille— Baluschek".— Iugcndgrupoe des Verbandes der Rabrungsmittel- und Gctränkcarbeitcr: Ab 17 Uhr Werbeveran- staltung in den Restdenz-Festsälen, Landsberger Str. 31, Sorgt für guten Besuch. — Am Donnerstag, 24. Rooemder, wird im Festsaal des Film- und Bildamtes der Stadt Berlin. Leoestowftr. 1—2, der Tonfilm„Niemandsland" aufgeführt, Rezitationen: Martha John. Einlast l9>.9 Uhr, Beginn 201� Uhr. Unkosten- beitrug 35 Pf. Karten in der Freigewerkschafilichen Iugendzcntrafe von 9 bis 17 Uhr, Freitags bis 19 Uhr, Sonnabends bis 13 Uhr(Engelufer 24—25, Zimmer 20s. Iugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, folgende Beranstaltungcn: Webding: Jugendheim Turiner Ecke Secstrastc. Bortrag mit Lichtbildern:„Die Bundesschulc des ADGB. in Bernau als Stätte der Ardeiterbildung". Rrterent: Schilling.— Nordost II: Jugendheim Schönlankcr Str. 11. Arbeitsgemeinschaft Nr. l: „Fragen der Jugenderziehung".—.Beistense«: Jugendheim Pistoriusstr. 24. -trciszüge durch die Literatur", 1. Teil.— Urban: Jugendheim Hobrccht- Ecke Sanderstraste, Arbeitsgemeinschaft 2, Abend:„Tausend Worte Hitler, Sie de- Haupte», gegen die„feinen Leute" zu sein". Leiter: Krebs.— Die Freie An- gcftelltevbank t. S. m. u. H. tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Bcrbandshaus, Hedemannflr, 12. Berliner Gewerkschaslsschule. Der nächste wirtschaftspolitische Ausspracheabend der Berliner Kewerkschafts- schule ist am Dienstag, 25. Oktober, um 19 Ubr, im Saal 3 bzw. 3 des Berliner Gewerkschaftshauses, Engelufer 24—23. Thema:„Autarkie unser Schicksal?" Leiter des Abends ist der Genosse Dr. Otto S u h r. Jeder frei- gewerkschaftlich organisierte Kollege bzw. Kollegin kann an dem Ausspracheabend teilnehmen. Vorherige Anmeldung ist nicht notwendig. Hörerbeitrag wird nicht erhoben. Berufskundliche Vorträge des DMV. Morgen, Montag, 1919 Uhr, beginnt der Kursus Uber„Verbreunungskraft- Maschinen und Kraftfahrzeuge". Vortragender ist Dipl.-Ingenieur E. Ehr- Hardt. Teilnehmergebühr beirügt 4 M. Arbeitslose Kollegen und Lehrlinge zahlen 2 M. Lehrstosf-Uebersicht: Der Verbrennungsmotor, seine Arbeits- weife und sein Aufbau. Polizeiliche und gesetzliche Vorschriften, Verkehrs- ordnung, Verhalten während der Fahrt. Der Lehrstoff wird allgemeinoerständ- lich behaadelt. Es können also auch Kollegen, die niäit im Motoren- und Auto- mobilfach beschäftigt sind, sich aber auf diesem Gebiete Kenntnisse aneignen wollen, an dem Kursus teilnehmen. Die Porträge werden mit Lichtbildern und vrakiischcn Vorführungen unterstützt. Den Teilnehmern ist Gelegenheit gegeben, sich in der eigenen Fahrschule des Vortragenden der Kraftfahrzeugprllfung zu einem bedeutend ermäßigten Preise zu unierziehen. Der Lehrgang umfaßt etwa 20 Vorträge mit wöchentlich 2 Lehrstunden an jedem Montagabend. Anmeldungen für den Kursus werden in der Jugend» abteilung und vor Beginn de« ersten Abends entgegengenommen. Die Vor. träge sind im Sitzungssaal des Verbgndshauses. Berlin N. 54, Linienstr, 83—85, Zugang Elfässer Str. 86—88, Eingang B.»ollegen, die Interesse an ihrer theoretischen und oraitischen Fortbildung haben, werden gebeten, an diesem Kursus teilzunehmen. Die Oetsverwaltuug. Deutscher Bekleibung-arbeiterverbaud, Filiale»erliu. Serren- und Knaben- tonsetlion, Zuschneider, Schneider. Bügler. Näherinnen: Branchenversammlung Dienstag, lg>., Uhr, in den Residenz, Festsäle», Landsberger Sir. 31. Tages- ordnung: Bericht von den zentralen Tarif, und Lohnverhandlungen. Mitglieds- answeis legitimiert. Die Branchenkammilsson. Zentralwerkstatt der Gaswerke. Dienstag, 25, Oktober. 1519 Uhr, Lokal Lcning, Mühlenstr. 58, SPD..FrartionsversammIung, Thema:„Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung". Referent: Karl Oltersdorf. SPD.-Betriebsfraktion beim Virchow-Krankeuhaus. Dienstag, 25. Oktober 1519 ühr. Lokal Sturmeck, Fährer Str. 7, Fraktionsvcrsammlung, Alle Mit- glieder mllssen erscheinen. Deutsche Riles-Berk«. SPD.-Fraktionssttzuna am Montag, 24. Oktober 16k' Uhr, bei Huckwitz, Berliner Allee>92. SPD.-Mitgliedsbuch ist mitzubringen! Rational-Negiftrier-Kasse». Mittwoch, 20. Oktober, 10 Uhr, im Lokal Ga ****•-« CT)„.•» 12 VT—. � tfez 4 OO CYT%— 1 2— 1—- VV--__.....v..__ brinus. Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 182. Fritz Kummer. Wohin treiben wir?" Referent: DRITTE BEILAGE SONNTAG, 23. OKT. 1932 Ziel und Weg zum Sozialismus Sozialistischer Aufbau oder„Sowjet-Deutschland"? Das Umbauprogramm der freien Ge- werkschaften und die Anträge der sozialdemo- lratischen Fraktion wurden von den K o m m u- n i st e n selbstverständlich als neuer Arbeiter- verrat der Sozialfaschisten„entlarvt". Es wäre aber vergeblich, die Kommunisten nach besseren, noch-den„echten" Sozialisierungsvorschlägen zu fragen: sie haben keine, sie haben nur ein Schlag- wort: Sowjet-Deutschland. Keiner der kommunistischen Arbeiter hat irgendeine klare Vorstellung vom Inhalt, der durch dieses Schlag- wort gekennzeichnet werden soll. Man hat nur eine gesühlsmähige Einstellung, ja einen Glauben, daß die Verhältnisse in Sowjetruhland auf Deutschland übertragen werden sollen. Da es aber bei den Kommunisten keine Auseinander- sctzung mit dem Problem Sowjetrußland geben darf, und sie oerpflichtet sind, alles, was in Ruß- land geschieht, gutzuheißen, so nehmen sie sich selbst jede Möglichkeit der Nutzanwendung der russischen Erfahrungen für andere Länder. Wir dagegen haben gar keinen Grund, alles, was in Rußland gemacht wurde und gemacht wird, von vornherein als falsch und un- brauchbar abzulehnen. Wenn wir uns die Wege der Verwirklichung des Sozialismus überlegen, müssen wir bereit sein und sind in der Tat bereit, aus den russischen Erfahrungen zu lernen— ganz unbeschadet der Einsicht, daß in Rußland kein sozialistischer Aufbau vor sich geht. Aller- dings muß man sich vor allem darüber klar wer- den, welche Erfahrungen zu prüfen und zu berücksichtigen sind. Wenn man von den in Rußland neugebauten und sicherlich in vielen Fällen technisch hervorragenden werken als„sozialistische Leistungen" spricht, so beruht das auf einem M i ß v e r- st ä n d n i s. Nicht einmal die glänzendsten Leistungen der modernen Technik haben an sich etwas mit dem Sozialismus zu tun. Man spricht auch vom polnischen Hafen in Edingen, der an Stelle eines winzigen Fischerdorfes entstanden ist, als von einem„Wunde r", von einer groß- artigen Leistung. Für solche Wunder gibt es Tausende von Beispielen. Es-macht gewiß einen starken Eindruck, wenn in technisch rückständigen Ländern, wie Rußland oder Polen, solche „Wunder" der Technik entstehen. Sie zeugen aber von keiner neuen Wirtschaftsform, von keiner neuen Gesellschaftsordnung, sondern lediglich von der U e b e r n a h m e der in der kapitalistischenWirtschaft entstandenen Technik. Nicht in den technischen Lei st un gen liegt das Bedeutsame des russischen Versuches, und an diesen technischen Leistungen haben wir nichts zu lernen: das können unsere Ingenieure, die auch in Rußland gerne beschäftigt werden, ebenso gut. Am wertvollsten an dem russischen Versuch ist die nachgewiesene Durchführbarkeit der Plan- Wirtschaft. Trotz aller Mißerfolge der russischen Planwirtschaft darf das seftgestellt werden. Es ergibt sich nämlich aus der Untersuchung der russi- schen Planwirtschaft, daß ihre Mängel und Miß- erfolge nicht aus dem Grundsatz der Planwirtschaft entstehen, sondern aus Umständen. die ganz genau erkannt werden können, und die in einem Lande wie Deutschland entweder nicht vorhanden oder zu beseitigen sind. Die Planwirtschaft in Deutsch- land kann jedenfalls nicht dieselbe sein wie in Rußland. Deuls6)land braucht nicht erst industrialisiert zu werden: es verfügt über eine vorzügliche technische Aus- rüstung, die eine gewaltige Erweiterung der Pro- duktion zuläßt und die, falls es nötig wird, ohne Mühe noch, weiter ausgebaut werden kann. In Ruhland bewirken krampfhafte Bemühungen, die einzelnen Produktionszweige schnellstens zu erweitern(in vielen Fällen aus militärischen Er- wägungen) ständige Störungen. In Deutschland wird diese Gefahr nicht bestehen. Die russischen Erfahrungen zeigen aber auch, wie wertvoll es ist, wenn die Wirtschaft von einer zentralen Stelle verwaltet wird, wie nämlich manche sehr heftige Erschütterungen auch unter russischen Verhältnissen dadurch verhindert werden können, daß von der zentralen Stelle aus die Kräfte in einer bestimmten Richtung kon- zentriert werden. Ganz außerordentliche Schwierigkeiten entstehen in Rußland dadurch, daß ein enorm hoher Anteil des gesamtwirtschaftlichen Ertrages für den Ausbau der Grund st osfwirtschaft und der Produktionsmittelindustrien verwendet wird. Daher die Entbehrungen der Bevölkerung, die freiwillig nicht ertragen werden können. Da für die genannten Produktionszweige zu viel, wird für die Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung viel zu wenig(und viel zu schlecht!) produziert. In Deutschland haben wir ein solches Miß- Verhältnis n i ch t zu befürchten Es wird sich viel- mehr um die Beseitigung der in der kapitalistischen Wirtschast unvermeidlich entstehenden Mißoerhält- nisse zwischen den verschiedenen Produktions- zweigen handeln. Vor allem scheitert aber die russische Planwirt- schast an der Unzulänglichkeit der Ar- beitskräste.(Das für Rußland sowie— anders gestaltet— für Deutschland außerordentlich wichtige Problem: Stadt und Land, bedarf einer besonderen Betrachtung.) Viele Ab- sichten werden nicht erreicht einfach deshalb, weil sie viel zu hohe Anforderungen an die russischen Arbeiter darstellen. Durch den brutalen Zwang werden Anstrengungen er- wirkt, die auf die Dauer nicht ausgeholten wer- den können. Die menschliche Kraft bricht zu- sammen, und dadurch wird auch die Erfüllung des Planes gestört. Wiederum besteht ein solches Pro- blem für Deutschland mit seiner kulturell und der technischen Ausbildung nach viel höher stehenden sowie zahlenmäßig relativ viel stärkeren Arbeiterschaft nicht. Allerdings setzt die Her- stellung eines richtigen Verhältnisses zwischen den Anforderungen und der Leistungsfähigkeit voraus, daß jede Blöglichkeit der Ausbeutung beseitigt wird. Und hiermit kommen wir zum wichtigsten Problem des sozialistischen Aufbaues. Hier muß auch die schärfste sozialistische Kritik des russischen Versuches einsetzen. Das Problem ist: wer b e st i m m t die Ge- staltung des gesamtwirtschaftlichen Planes und da- mit die Anforderungen an diejenigen, die diesen Plan zu erfüllen haben? Ist das eine diktatorische Minderheit, so bedeutet das nichts anderes, als daß eine neue herrschende Oberschicht entstanden ist, die imstande ist, den Arbeitenden die Anstrengungen aufzuzwingen, die in keinem Verhältnis zum Nutzesfekt der Arbeit für die Ar- bettenden selbst stehen. Das wird keine Beseiti- gung, sondern eine neue Form der Ausbeutung sein. In Rußland gibt es eine solche neue Herr- 'schende Schicht, und das ist für die breiten arbeitenden Massen kein Segen, sondern ein Ver- hängnis. Und das ist kein Sozialismus, sondern das Gegenteil vom Sozialismus, der, nach dem treffenden Wort von Otto Bauer, die Selbstbestimmung des Volkes in seinem Arbeitsprozeß ist. Mit anderen Worten: der Sozialismus setzt die Verwirklichung einer vollkommenen Demo- kratie und nicht die Beseitigung der Demokratie durch Errichtung einer Minderheitsherrschaft vor- aus. Der Weg zum Sozialismus wird durch das Ziel bestimmt. Marx und Engels, die einmal(im De- zember 1914) von Lenin als„die großen Reprä- sentanten der konsequenten Demokratie im neun- zehnten Jahrhundert" bezeichnet wurden, habe» den notwendigen Zusammenhang zwischen dem Sozialismus und der Demokratie ganz klar gesehen. Sie haben es gesehen, daß die Arbeiter- klasse ihrer erst eroberten Herrschaft verlustig wer- den kann(Engels in der Einleitung zum„Bürger- krieg in Frankreich"), wenn sie sich nicht durch die vollkommene Demokratie gegen die Herrschaft einer neuen Oberschicht sichert. Sie haben die russische Entwicklung vorausgesehen! Und wir dürfen nie die Worte von Engels(aus dem Vorwort zu„Die Klassenkämpfe in Frankreich") vergessen: „wo es sich um eine vollständige llmgestallung der gesellschaftlichen Organisation handelt, da müssen die Massen mit dabei sein, selbst schon begriffen haben, worum es sich handelt, für was sie eintreten sollen." Arbeit durch Gemeinden Praktische Vorschläge des Deutschen Städtetages Der engere Vorstand des Deutschen Städtetages hat jetzt nach eingehender praktischer Vorbereitung seine Beratungen über die kommunale Arbeitsbeschaffung beendet. Die Städte haben die Regierungspläne zur Arbeitsbeschaffung, so heißt es in dem Kommu- nique des Städtetages, von vornherein unter- stützt, und da die Kommunen seit jeher die größten öffentlichen Auftraggeber gewesen sind, ist die kommunale Arbeits- beschassung in diesem Zusammenhang von be- sonderer Bedeutung. Erst die verheerenden Folgen der Ueberlastung der Städte durch die Arbeits» lofenfürsorge haben die Arbeitsbeschassung völlig lahmgelegt. Arbeiten von volkswirtschaftlichem wert finden sich in den Kommunen in großer Zahl. In erster Linie gehören hierzu der Kleinst- wohnung sb au, der Bau von Straßen, vor allem von Ausfall- und Zugangsstraßen und Ausbesserungsarbeiten großen Stils. Auch die Kleingarten- und Stadtrandsiedlungen sowie Meliorationen gehören in den Rahmen emes kommunalen Beschafsungsprogramms. Diese Arbeiten werden vor allem in den Groß- städten durchzuführen sein, in denen sich die großen Massen der Arbeitslosen zusammenballen. Voraussetzung dieser kommunalen Arbeits- beschaffung ist, daß die Finanzierung auf einem volkswirtschaftlich einwandfreien Wege durch- geführt wird. Alle Wöhrungsexperimente sind zu vermeiden. Die Hergabe von ungedeckten zinslosen Krediten größten Ausmaßes, wie dies von anderer Seite vorgeschlagen worden ist (Gerecke-Plan), kann deshalb nicht in Frage kommen. Es wäre, so sagt das Kommunique des Deutschen Städtetages, auch mit den Regeln einer gesunden Finanzwirtschaft unvereinbar, die laufenden Lasten durch eine Kreditausweitung scheinbar zu beseitigen und damit die wirkliche Lage nur zu verschleiern, anstatt sie zu bereinigen. Da die Gemeinden die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung nichtauseigenerKraft durchführen können, müssen anderweitig Mittel zur Verfügung gestellt werden. Der Deutsche Städtetag fordert daher, daß die Reichsregierung den kommunalen Betrieben und der kommunalen Arbeitsfürsorge auf der gleichen Basis Steuer- g u t s ch e i n e zur Verfügung stellt, wie das Papen-Programm es für die private Wirt- schast vorgesehen hat. Dieses Arbeitsbeschaffungsprogramm des Deut- schen Städtetages zeichnet sich ebenso durch seine klare Abgrenzung wie durch seine praktische Durchführbarkeit aus. Besonders erfreulich ist, daß der Vorstand des Deutschen Städtetages scharf von dem phantastischen Gerecke-Plan abrückt, der mit seiner Hauptforderung der„zinslosen Kredite" sich einem ungehemmten Inflationismus hingibt. Die Forderung, für die kommunalen Be- triebe Steuergutscheine zu erhalten, ist durchaus berechtigt. Wir haben bei der Veröffentlichung des Papen-Programms bereits darauf hinge- wiesen, daß diese Sonderbehandlung der öffent- lichen Betriebe in keiner Weise vertretbar ist. Es ist jetzt an der Reichsregierung, sich umgehend zu den Vorschlägen der kommunalen Spitzenorgani- sation zu äußern. �inirnax- Verluste Sanierung hat noch nicht genügt Die bekannte Fabrik für Feuerlöschapparate, M i n i m a x- A.-G. in Berlin und Neuruppin, hatte im vergangenen Jahr auf Grund der Notver- ordnung zur Erleichterung der Kapitalherabsetzung als erstes Unternehmen«inen scharfen Sa- nierungsschnitt vorgenommen. Das Kapital wurde im Verhältnis 5: 1 von rund 4 auf 0,8 Mil- lionen Mark zusammengestrichen, obwohl der aus- gewiesene Verlust von knapp 0,54 Mill. M. durch oie Reserven reichlich gedeckt werden konnte. Aber dieser Eingriff, der seinerzeit von einem Teil der bürgerlichen Wirtschaftspress« als zu scharf angesehen wurde, hat nicht ausgereicht, um d'as Unternehmen im jetzt abgelaufenen Geschäfts- jähr 1931/32 vor neuen Verlusten zu bewahren. Obwohl im vergangenen Jahr« bei der Sanierung 3,25 Millionen an außerordentlichen Abschreibungen vorgenommen wurden, waren Beteiligungen und Außenstände noch nicht endgüUig bereinigt, denn bei der vorliegenden Bilanz mußten nochmals 105 000 M. für Sonderabschreibungen abgesetzt werden. Es müssen bei dem Unternehmen noch geheime Verlustquellen bestanden haben, Sie die Verwaltung der Oeffentlichkeit vorenthalten hat. In erster Linie dürften diese Verlustquellen wohl bei dem ausländischen Vertriebsapparat von Minimax zu suchen sein. Di« Entlassung von fünf Direktoren im vergangenen Winter läßt 20 Jahre Rheuma- ttsmus Ich litt 20 Jahre an Rheumatismus und gebrauchte dagegen Zinffer-Rheumatismus- Tee. Räch Verbrauch Ihres Tees bin ich von meinem Leiden vollständig befteit worden. Die vorher angewendeten Mittel hatten nichts geholfen. 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Bemerkenswert an diesem Verlustabschluß ist, daß rund die Hälfte dieser Verluste zu Lasten von Rückstellungen und Abschreibungen a u s zweifelhafte Forderungen im Ost- h i l f e g e b i e t gehen. Die Verwaltung bemerkt hierzu, daß diese hohen Sonderabschreibungen not- wendig waren, da die Kreditwürdigkeit der Ab- nehmer im Gebiet östlich der Elbe durch die Ein- sllhrung des Sicherung?- und Entschuldungsoer- fahren? weiterhin verloren hat. Man kann sich denken, daß Unternehmungen, die die Aus- Wirkungen der Osthilseverordnung derart am eigenen Leibe spüren mußten, den verstärkten Vollstreckungsschutz, den die letzte Papen-Notver- ordnung gebracht hat, mit sehr gemischten Gefühlen aufnehmen müssen. Den Auslandsabsatz konnte die Vedag mengen- mäßig noch erheblich steigern, jedoch sind die Erlöse durch die Valutenentwertung in England und Skandinavien sehr stark gesunken. Jetzt fehlt nur noch, daß Jndustrieunternehmungen, die schon durch die Osthilfe und die anderen Agraroer- ordnungen schwere Verluste aus sich nehmen mußten, auch noch durch eine rigorose Kontingents- Politik ihre Auslandsmärkte verlieren. Dieses „In-die-Zange-nehmen" nennt sich dann Ankurbelung. Sduriz den Sparern! Die Gründung eines Volksbundes In Berlin ist jetzt ein„Volksbund zum Schutze ersparten Vermögens gegen Angriff auf Ver- tragsrecht und Währung" gegründet worden. Der Volksbund will eine tatkräftige Vertretung der deutschen Sparer und Besitzer f e st- verzinslicher Wertpapiere sein. Die Jnter- essenvertretung von Aktienbesitzern gehört dagegen nicht in den Aufgabenkreis des„Volksbundcs", Das Ziel, das sich der Volksbund gesteckt hat, geht auf Einhaltung des Vertragsrechts und die Stabilität der Währung aus, weil nur auf diesem Wege das allgemeine Vertrauen wieder geschaffen werden kann, das durch die Ereignisse der letzten Jahre erschüttert ist. Besonders scharf wendet sich der Volksbund gegen die Kräfte, die die Sanierung be- stimmter Wirtschaftskreise einseitig auf Kosten der Besitzer des mühsam erarbeiteten deutschen Sparvermögens durchführen wollen. lenrer Butterfriede Der Finnland gezahlte Preis Der Buttcrkrieg seit Anfang dieses Jahres war sehr teuer. So ist Z. B, im ersten Halbjahr 1932 der deutsche Export nach Dänemark um 52 Proz. gefallen. Der jetzt geschlossene Butter- frieden ist es auch. Zu der Erhöhung des Vertragszolls von 50 auf 75 M. hat sich Finnland nur bereit erklärt, wenn gleichzeitig Deutschland auf die Bindung von Zollsätzen für Kleie, Glühlampen, elektrische Maschinen und Spezialapparate ver- zichtet, so daß der finnische Einfuhrzoll für diese Waren erhöht werden kann. Die Position Kleie ist unbedeutend, aber die deutsche elektro» technische Industrie hat um Jahre 1931 für 6,3 Millionen Mark nach Finnland exportiert. Gewiß ist die neue Regelung der Buttereinfuhr gegenüber der bisherige» vernünftiger, da jetzt die Butterexporteure gerechter behandelt werden und auf handclsvertraglichem Wege eine Eini- gung herbeigeführt worden ist. Aber die neue Zollerhöhung ist wieder nur auf Kosten des Jndustrieexports möglich gewesen. Auf der anderen Seite ist die Zollerhöhung für die Landwirtschaft keinen Pfifferling wert, denn jede durch eine Zollerhöhung er- zwungcne Preissteigerung im Inland bedingt einen sofortigen Rückgang des Butterabsatzes. Aber die Agrarseldwebel in den landwirtschaft- lichen Organisationen müssen ja„Erfolge" vor- weisen, um ihre Daseinsberechtigung zu beweisen. Statistisches Zahrbuch sür 1932. Das Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich für 1932 ist soeben neu erschienen. Im allgemeinen blieb dies unentbehrliche Nachschlagewerk unverändert. Aber die deutsche Produktionsstatistik erhielt einen drei- teren Raum, Die Entwicklung des deutschen Ar- bcitseinkommens wurde neu aufgenommen. Der internationale Teil wurde erweitert, so der Nach- weis über die Weltproduktion, über die Borräte auf den Weltmärkten, über das internationale Finanz- und Schuldenwesen. - JL i,,'in.........- iiimii..--wwiiiw.yi»«— tma—arnj sW».»W•TFt i fitetne Anzeigen und btUtg- Uberschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal T/;%, 12 mal 10?,;; 1000 Worte Abschluß 10?Z, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, lOOOO Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.3(>39— 5 Uhr), sämtl.Vorwärts-Filialen U.Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen £5 | verHBiiie|[ Tevvichbau» Emil Scfme, SScrlin, seit 49 Iab- wn nur Oranien» fttafi« 158. Sflfi- lunaserleidiletun« ohne Aufschlag, Eue. »ialkataloa kostenfrei. Linoleum. Reste Kilo 49 Pf, Platten in allen Größen, Vorlagen etc. Ouanthof. Wil» helmstraßc 55, an der Leipzigerstraße.' 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Sehr lange, sehr ruhig hält Pit Tilgis matte, kleine Hand— schenkt ihr, was eben zu schenken ist— ein bißchen menschliches Mitatmen. Sehr wenig. Sehr viel. Und gleichgültig verstehende Wände umschließen Zwei kleine wenige Menschen. Ein Tropfen Weh im Raum— ein Tropfen nach innen gemeintes Nichts im Raum— ein Tropfen zerlittenes Atmen im Raum— ein Tropfen süße, junge Ueberflüssigkeit im Raum. Und draußen so viel! Nazi-Leute verprügeln Kommunisten— Kommunisten verprügeln Nazis— alle haben recht— weil alle glauben, sie haben recht. Furchtbar viel Zeitungen schreiben— rechts und links— und rechts und links ist nicht mitten hinein. Und die Welt hält sich den Bauch vor Lachen — pinselt mir nur eure Gesinnungsfarben ins Gesicht— ein einziger, winziger Regentropfen wäscht sie ab... mit mir könnt ihr's ja machen— na ja— so viel sinnvoll-sinnloses Rumgelärme— und eine kleine Wolke öffnet den Mund und spuckt euch ins dumme Ungesicht— so ganz nebenbei. Passiert sehr viel auf der Welt und geschieht nichts— eben weil viel passiert—' heftig zur Erde ge- schriener Sophismus, der wioerprallt— verschluckt euch man nicht... passiert sehr viel draußen... Und die Sonne verliebt sich mal wieder in die Erde— küßt so allerhand buntes, grünes, blumiges Spielzeug aus ihr heraus... liebt sich wärmer und heißer am eigenen Spiel— und in der Abendausgabe vom Stadtanzeiger wird heute eine kleine Notiz stehen— unbeteiligt bedauernd und feststellend... vier Menschen an Gas ge- starben... Steht nicht auf der ersten Seite, die Notiz, und ist nicht sehr lang— passiert ja so oft so etwas und geht eigentlich keinen sonderlich viel an... Und tonlos und stockend erzählt Gilgi dem Freund, was heute abend in der Zeitung stehen wird, erzählt noch ein bißchen darüber hinaus... Sie will Pit an- sehen, aber ihr Blick fließt leer und weit an ihm herunter— ist ganz unfähig. Gegen- ständliches einzufangen... „Was für ein Mensch ist man denn, Pit! Glaubst du, ich könnte jetzt traurig sein— glaubst du, ich könnte eine Träne weinen— weil das geschehen ist... ja, ich weiß es, aber ich weiß es auch nicht— es dringt nicht in mich hinein— nur daß ich da schuld habe, Pit— die Schuld— aber— ich versteh' das alles nicht.. Stumm sinkt sie in sich zusammen— ein graues Häufchen Elend. Pit wird's ganz un- heimlich zumute. Lebt die denn noch? Wenn sie heulte und jammerte! Aber die ist schon zu gar nichts mehr fähig... Und eben noch ehrlich ergriffen von dem traurigen Per- zweiflungsgefchehen da hinten in der kleinen Dachkammer— packt ihn jetzt verbissene, sinn- lose Wut— nie hat er Lebende so gehaßt wie diese armen Toten. Das Mädel hat man mir kaputt gemacht, das lebendige Mädel... „Du— Gilgi!" Er steht vor ihr, das rost- rote Haar fällt ihm hartsträhnig ins weiße Gesicht-- das Mädel— das mir so viel wert ist...„Du, Gilgi— quatsch nicht von Schuld— wenn einer sowas tut, dann ist er am Ende— was hast du denn damit zu tun? Daß du statt gestern abend heut' morgen hin- gegangen bist! Mach' dich nicht lächerlich, be- komm' nicht den Märtyrerwahn, du dumme Gans. Glaubst du, von dir hinge Tod und Leben ab— bist du so widerlich größenwahn- sinnig? Ich sage dir, die hatten keine Spur von Lebensfähigkeit mehr, die hingen von jedem Zufall ab— und tausend Ringe hätten da letzten Endes nicht mehr geholfen... Schuld sind ganz andere Dinge, aber nicht du... Und wenn du jetzt so anfängst— na, dann kann wohl bald nichts mehr auf der Erde geschehen ohne daß du dich schuldig daran fühlst.. Schütteln und schlagen möchte man das kleine, tote, graue Häufchen Elend, damit wieder Leben hineinkommt, damit's wieder der gerade, ftrafffchultrige, energievolle kleine Mensch wird... Gilgi bewegt sich kaum— hört ganz weit, weit fort Pit sprechen... Gedanken wandern ...„Pit, du sorgst unter allen Umständen dafür, daß ich nach Berlin fahre heut' abend?" „Natürlich. Tu' ich." Pit ist zu allem be- reit. Es ist ganz gut. wenn sie fortfährt— nur—„Warum willst du denn überhaupt noch Berlin?" Ja, warum! Gilgi sieht Pit an— als wenn der's wüßte!'Warum will sie eigent- lich fort? Martin! Aber in einer halben Stunde kann ich bei ihm sein..„Warum Pit? Ja... Weiß schon, Pit. weiß schon." Sie zieht ihn neben sich. Ihre Augen sind blickvoller, ihre Hände lebendiger— ganz klar sieht sie den Weg...„Pit, ich kriege ein Kind Ich mächt' es gern haben. Es ist doch ein großes Glück, daß ich gerad' von dem einzigen Mann, den ich wirklich liebe, ein Kind haben werd'. Ist auch eine große Verantwortung— und das ist gut. Alle, alle Kräfte, die in mir sind, will ich an- strengen und brauchen müssen— müssen.. Pit begreift nicht ganz—„Ja, aber der Mann?" ihr Gesicht mitten durchreiht.„Kannst sicher sein, Pit, ich tu' das, wozu ich am wenigsten Mut brauche. Ich Hab' keine Angst— so für mich allein— ich bring' mich durch und das Kind auch. Und Pit", immer klarer werden Gilgis Augen,„sehr sinnvoll das alles, Pit — ohne das Kind, ohne dieses ganz starke Muß wär's schwerer gewesen. Keinen Schutz Hütt' ich gehabt— und so allein— irgendein Mann vielleicht— auch ohne Liebe— nur eben... du weißt ja schon, Pit— ich kenn' mich doch. Aber ich will keinen andern, weil ich ja doch nur Martin lieb habe. Und wenn ich dann später eine Existenz habe— ganz fest— und das Kind— Pit, glaubst du nicht auch, er würde dann zu mir kom- Preisausschreiben 400 RM. Bargeld und wertvolle Preise Der große Erfolg, den der jetzt im„Vorwärts" und in zahlreichen anderen sozialdemokratischen Zeitungen erscheinende Roman von Irmgard Keun „Gilgi, eine von uns" unter den weiblichen Angestellten gefunden hat, veranlaßt den„Vorwärts", ein besonderes Preisausschreiben für seine Leserinnen zu veranstalten. Alle weiblichen Angestellten, die den„Vorwärts" lesen, haben das Recht der Teilnahme an dem Wettbewerb, insbesondere alle Stenotypistinnen, Büroangestellten, Verkäuferinnen. Auch neu eintretende Abonnentinnen können sich an dem Preisausschreiben beteiligen. Der bisher erschienene Teil des Romans wird ihnen auf Ersuchen kostenlos nachgeliefert. Verlangt werden für den Wettbewerb kleine literarische Beiträge, Niederschriften und knappe Skizzen, deren Thema frei gewählt werden kann. Bin Lebensabriß, ein Bürotag, eine besonders typische oder bedeutsame Szene aus Leben und Beruf, und auch Erlebnisse außerhalb des Arbeitsbereichs sollen kurz geschildert werden. Glaubt jemand ein besonders abenteuerliches oder die Not der Zeit kennzeichnendes Lebensschicksal hinter sich zu haben— das gilt besonders für die zahlreichen Opfer der Wirtschaftskrise—, so ist auch dessen Beschreibung willkommen. Xisle der amgeselstlen Preise: 1. 1 Barpreis 350 RM. 2. 1 Modernes Original N o r a- R a d i o- Empfangsgerät, Wert 265 RM. 3. 1 M e r c e d e s- Kleinschreibmaschine, Wert 240 RM. 4. 1 L i n d c a r- Dameefahrrad, Wert 66 RM. 5. 1 Sparbuch der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G. mit einer Einlage von 50 RM. Ferner zehn Preise im Werte von 5 bis 35 RM. Bedingungen für die Beleiligung: 1. Die Manuskripte sollen nur einseitig beschrieben, mindestens drei und höchstens fünf Schreibmaschinensoiten lang sein. 2. Allen Einsendungen ist die Abonnementsquittung des„Vorwärts" und ferner ein für die Rücksendung bestimmter Freiumschlag beizufügen. 3. Die Einsendungen müssen bis zum 1. Dezember 1932 beim Verlag „Vorwärts", SW 68, Lindenstr. 3, eingegangen und mit dem deutlichen Kennwort„Gilgi" versehen sein. 4, Der„Vorwärts" behält sich das Recht vor, die mit den ersten drei Preisen ausgezeichneten Arbeiten, ohne besonderes Honorar, zu veröffentlichen, ebenso andere Arbeiten zu dem üblichen Honorar. Das alleinige Nachdrucksrecht an der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Arbeit geht auf die Paramount Film A.-G. über, deren Tonfilm„Eine von uns" nach dem Roman von Irmgard Keun in den nächsten Wochen herauskommt. 5. Angestellten des Verlages und der Redaktion des„Vorwärts" ist eine Beteiligung am Wettbewerb nicht gestattet.— Der„Vorwärts" übernimmt keine Gewähr iür etwa verloren gegangene Einsendungen. 3)as 3>reisgeriehl: Irmgard Keun. die Verfasserin des Romans„Gilgi, Eine von uns". Theodor Glocke, Verleger. E. G. Techow, Pressechef der Paramount Film A.-G. Te ein Vertreter aus Redaktion und Verlag des„V o r w ä r t s". Die Entscheidungen der Preisrichter sind endgültig und erfolgen unter Ausschluß des Rechtsweges. Das Preisgericht kann auch Arbeiten auszeichnen, die nicht allen Bedingungen des Wettbewerbs entsprechen. Der„Vorwärts" behält sich Erweiterungen der ausgesetzten Preise vor. „Ja, siehst du, Pit, auch wenn das Kind nicht wär'— ich müßt' fort von ihm— um meinetwillen und um seinetwillen. Ich kann nicht arbeiten, Pit— mit ihm zusammen. Ich hab's ja versucht und gesehen und erlebt, wie's geht. Ich liebe ihn eben zu sehr— so in jeder Beziehung, und wenn ich ihn nur seh', dann ist mir alles andere gleichgültig, ganz tief, tief gleichgültig. Ich kann mir noch so viel Mühe geben, daß es anders sein soll — nutzt alles nichts. Und siehst du, Pit, ich muß arbeiten und Ordnung haben... er hat nicht soviel Geld, daß ich davon mitleben könnte— abgesehen davon, daß ich's auch nicht gern wollte, wenn er genug hätte. Und er gibt so viel aus mit mir— und auf einmal ist das bißchen Vermögen zu Ende, und dann stehen wir beide da und wissen nicht weiter. Und er ist gar nicht gewöhnt, für Geld zu arbeiten. Er versteht nichts davon. Und weißt du, ein Mensch kann sich wohl von sich aus ändern— aber einen andern ändern wollen, heißt sich und ihm nur das Leben schwer machen. Er hat mich wohl wirklich lieb jetzt und würd' sich vielleicht umstellen— mir zuliebe. Aber ganz abge- sehen von der äußeren Schwierigkeit— auch sonst ist das furchtbar schwer. Ja, wenn er das später ganz unbeeinflußt und ganz langsam und allmählich und vor allem ganz, ganz freiwillig tut— dann— ja, dann... Aber jetzt! Durch das Kind— plötzlich und gezwungen! Und ich würd' immer nervöser und angstvoller und immer, immer kraft- loser und wär' nur noch auf ihn angewiesen ... ach, Pit— aus meiner schönen Liebe soll nicht so'n Strindberg-Drama werden..." „Und du willst ganz allein mit dem Kind. Oh. du hast Mut!" Gilgi lächelt— ein armes Lächeln, das men und stolz und froh sein, und alles würde gut? Ach, das liegt noch weit. Erst mal das Schwere. Du siehst aber ein, Pit, daß ich fahren muß? Und wenn ich fortlaufen will — zurück— dann wirst du mich mit Gewalt zum Zug bringen, nicht wahr?" Pit nickt.„Kunnst dich drauf verlassen. Aber du wirst Schwierigkeiten haben, Gilgi." „Gott sei Dank, Pit! Ich sehne mich krank danach, endlich mal wieder Schwierigkeiten zu überwinden." „Aber das Kind, Gilgi! Ist ja immer noch so'ne Sache— ein Kind ohne Vater!" „Will dir was sagen, Pit, es gibt so viel Ehen, wo Vater und Mutter sich widerlich zanken— na, da hat's ein Kind, das nur'ne Mutter hat, immer noch besser. Wenn das Kind gesund ist und wenn ich's ernähren kann— olles andere ist mir vorläufig egal. Ich bin ja nun mal furchtbar unmoralisch, Pit. Mir fehlt da ein Sinn— wo andere Moral haben, ist bei mir ein leeres Loch. Warum ein uneheliches Kind was Un- moralisches sein soll, versteh ich einfach nicht. Und Pit— ein Gutes: meine Selbstsicherheit in diesem Punkt ist derart unerschütterlich, daß sie sich auch auf andere überträgt." „Ja, aber— wirst du denn Arbeit finden?"(Schluß folgt.) tKlajiilche tPhilofophen Aristoteles, 384— 322 v. T h r. Wer aber nicht in Bemeinschast leben kann, oder ihrer, weil er sich selbst genug ist, gar nicht bedarf, ist kein Glied des Staates und demnach entweder ein Tier oder ein Gott. Darum haben denn alle Menschen oo» Natur in sich den Trieb zu dieser Gemeinschaft, und der Mann, der sie zuerst errichtet hat, ist der Urheber der größten Guter. Denn wie der Mensch in seiner Vollendung das vornehmste Geschöps ist, so ist er auch, des Gesetzes und des Rechtes ledig, das schlechteste von allen. Die bewaffnete Ungerechtigkeit ist am ärgsten, und der Mensch tritt ausgestattet mit den Waffen seiner intellektuellen und moralischen Fähigkeiten ins Dasein, Massen, die, wie sonst leine, so ganz entgegengesetzt gebraucht werden können. Deshalb ist er ohne Moralität das ruch- loseste und roheste und in bezug auf Geschlechts- und Gaumenlust das allergcmeinste Geschöpf. Die Gerechtigkeit aber, der Inbegriff aller Morali- tät, ist ein staatliches Ding. Denn das Recht ist nichts anderes als die in der staatlichen Gemein- schaft herrschende Ordnung, und eben dieses Recht ist es auch, das über das Gerechte entscheidet. Voraussetzung der demokratischen Verfassung ist die Freiheit. Das ist ja die gewöhnliche Rede, daß die Bürger bloß in dieser Verfassung Freiheit genießen: denn das, sagt man, setze jede Demo- kiatie sich zum Ziele. Ein Stück der Freiheit ist aber damit gegeben, daß man abwechselnd gehorcht und befiehlt. Denn das demokratische Recht besteht darin, daß alle das gleiche der Zahl nach haben, nicht dem Verdienste nach, und wenn das Recht darin besteht, so ist notwendig die Menge der entscheidende Faktor, und ist not- wendig das, was die Mehrheit beschließt, das Endgültige und dieses das Recht; denn man sagt, daß jeder Bürger das gleiche haben müsse; und so ist die Folge, daß in den Demokratien die Armen mehr gelten als die Reichen. Denn sie bilden die Mehrheit, und was die Mehrheit be- schließt, das gilt. Dies ist denn das eine Zeichen der Freiheit, daß alle Demokratien als die Be- grisfsbestimmung der demokratischen Verfassung aufstellen; ein zweites aber ist, daß jeder in der Republik lebt, wie er will; dies soll der Freiheit eigen sein, wenn anders es den Sklaven charakterisiere, daß er lebt, wie er nicht will. Dieses Moment bedeutet also eine zweite Be- grisfsbestimmung der Demokratie, es treibt aber das Prinzip, wonach man womöglich keinem oder doch nur abwechselnnd gehorcht, aus sich hervor und erfüllt insofern das Postulat der gleichen Freiheit für alle. WS», 13 , �v- — d*® V® xnP9e o S*0' rt-f Jliki und das JiätSEchen Sine fflundegefchichle/ Don Heel 3)off Ich ging mit Lolott spazieren. Auf halbem Wege trafen wir Kiki, die mir, aus der Suche nach Mietje, entgegen kam. Vorsichtig kletterte sie den Abhang hinunter, wobei ihr dicker, voller Leib hin- und herschwankte. Wedelnd kommt sie auf mich zu. Mit erhobenem Kopf, den Leib fast am Boden, hängt sie sich an meinen Rock. Ich streichle sie. Dann geht sie auf Lolott zu. Sie lecken einander das Maul, beschnüffeln sich... sonderbar... sie kennen sich und wissen, daß sie beide Weibchen' sind... Kiki zögert... „Ob ich zu Mietje gehe, oder ob ich die Freundin und Lolott begleite?" Sie bleibt mitten auf der Straße stehen. Ich drehe mich nach ihr um und mache ihr ein Zeichen, mit mir zu kommen. Sie folgt mir, bleibt aber noch einmal stehen. Ich sehe sie an: sie wedelt, wackelt mit dem Rücken und mit dem Leib, wagt aber nicht weiterzugehen. Ich rufe sie, und nu läuft sie auf mich zu, reibt sich an mir und sieht mich zärtlich an:„Ja, ich komme mit dir, du bist so nett zu mir, ich komme mit dir." Sie trottet nun neben Lolott her, ihre Last, die ganz offensichtlich Lebendiges birgt, nach rechts und links schaukelnd. Im Hause begibt sie sich schnurstracks zum Of«n, legt sich dahinter nieder, den dicken Leib dem roten Topf zugekehrt, in dem die Suppe kocht. Kiki gehörte zu einem Wurf von sieben Jungen, den die Hündin eines reichen Bauern auf unserer Straße zur Welt brachte. Der Bauer hatte jeden Tag ein Junges an der Wand seines Hauses zerschmettert, bis nur noch dieses eine hier übrig war. Das hatte er leben lassen, damit die Mutter ihre Milch los würde, denn er wollte nicht, daß die alte Hündin, die seine mit dürrem Holz be- ladene Karre zog, am Fieber erkrankte. Als das Kleine ober größer wurde, verlangte es zu essen, und der Bauer wollte ihm nichts geben. Da wollte Remy es von ihm haben. „Für 3 Franken kannst du es bekommen." Remy besaß keine 3 Franken, und seine Mutter ließ sich bitten. „Nun, so gib mir sechs Eier, und es gehört dir." Die kleine Frau, die keinen Hund wollte, gab auch die Eier nicht. „Nun, so komm heute nachmittag mit mir zum Heuen, und es gehört dir," sagte der Bauer. Und Remy ging mit ihm arbeiten, von 1 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends. Als er wieder nach Hause kam, trug er den kleinen Hund in seinen Armen. Alle Kinder betrachteten ihn eine Woche lang als ihr Spielzeug. „Mietje, sie quälen das kleine Tier, erlaub' das nicht!" Mietje hinderte sie daran, es tot zu quälen. Uebrigens hatten sie bald genug davon, sich mit ihm zu beschästigen. Und die kleine Hündin, denn es war ein Weibchen, ließ sich von Mietje adop- tieren, und Mietje fühlte sich so geschmeichelt, daß sie mich fragte, wie sie es nennen sollte. „Kiki," entschied ich. Und Kiki, die sich unter gutem Schutz fühlte, verließ Mietje nicht mehr. Als Kiki größer wurde, färbte sich ihr hell- graues Fell gelblich und schwärzlich und auf dem Rücken war ein kleiner dichterer und dunklerer Teppich. Sie hatte einen dicken, herabhängenden Schwanz. In ihrer ganzen Haltung war etwas von einem Schakal. Eines Tages bemerkte auch Door, daß das Tier ein unnützer Esser sei, ein Maul mehr... „(Sieb seinen Teil lieber einem Huhn, das legt ein Ei dafür!" Und er wollte Kiki hinauswerfen. Zwei- oder dreimal mußte Mietje das Tier beschützen. Weinend kam sie zu mir. Aufgebracht über diesen Geiz, riet ich ihr, Interesse gegen Interesse zu stellen, und ihm zu sagen, daß sie das Haus oerlassen würde, wenn man ihr, für alle ihre Arbeit, nicht einmal erlauben würde, diesen kleinen Hund zu behalten, der mit einer Brotkruste und einer kalten Kar- tofsel zufrieden war. Sie tat es, und seitdem hatte Kiki ihren Platz hinter dem Ofen. Als die Hündin läufig war, hatte Mietje sie in den Stall gesperrt, aber die Hunde des Dorfes hatten in der Nacht ein Loch unter die Tür gegraben und waren scharenweise eingedrungen, so daß die arme Kiki genug hatte. Beinahe wäre sie krepiert. Seitdem schließt sie Mietje zu dieser Zeit immer in einen Schweinetrog ein. Dorthin können die Hunde nicht gelangen, ohne erst an einem anderen Trog, mit zwei Schweinen, vorbei- zukommen, und das wagen sie nicht. Von Zeit zu Zeit sucht Mietje unter der Menge Hunde einen aus, der Kikis Größe hat, und sperrt ihn mit ihr zusammen in den Trog. „Ihr Ruf leidet nicht darunter," sagte sie naiv zu mir. Kiki gehört also jetzt zum Hause. Für die anderen ist sie wie irgendein'Hausgerät, ohne Bedeutung. Für Mietje hingegen ist sie wie alles, was sie in diesem Hause liebt, an dem sie mit ganzer Seele hängt und das ihr Lebens- inhalt ist. Und Kiki gehört zu meinem Hause: ihr dicker Leib ruht in der Ofenecke aus, hinter dem Korb mit den Kienäpfeln. Uebrigens ist ihre hervor- ragendste Eigenschaft die Bescheidenheit. Sie leert Lolotts Napf erst aus, wenn diese sich satt ge- fressen hat, sie holt sich nur Leckerbissen, wenn man sie ruft, sonst sieht sie mit halb geschlossenen Augen von weitem zu, wedelt diskret mit dem Schwanz und steckt die Zunge ein wenig heraus. Ebenso bescheiden wartet sie auf die Liebkosungen: schüchtern kommt sie näher, zitternd vor Auf- regung. Sie weiß, daß sie zuerst lüstig gefallen, dann nur geduldet worden ist, und daß ihr Platz hinter dem Ofen und ihre Beköstigung von ihrer Bescheidenheit und ihrer Liebenswürdigkeit ab- hängig sind. Und dann— sie ist dafür geboren, anzubeten. Mein Mann war früher ärgerlich, wenn sie uns auf unseren Spaziergängen begleitete:„Sie sieht nach nichts aus," sagte er. Mir genügte Lolott. Wie hätte man aber dieser Ergebenheit, die nichts abschreckte, widerstehen können? Wenn wir sie weggejagt hatten, und ich mich umschaute und sie mit einer Armensündermiene mitten aus dem Wege hocken sah, sagte ich zu meinem Mann: „Laß sie doch mitkommen: sie geht ja auf ihren eigenen Beinen!" Jetzt fragt er, wenn wir aus- gehen:„Wo ist Kiki?" Und wenn ich sie nicht sehe, erkundige ich mich:„Wo ist denn Kiki?" Und wenn Mietje sie nicht um ihren Rock herum spürt, fragt sie ganz unruhig: Kiki?" ,Ia, wo steckt denn Kiki, die Hündin eines Armen, oder vielmehr eines Bauern, was schlimmer ist, darf keine Jungen aufziehen, weil sie dann zuviel frißt. Und Door sagt immer wieder, daß die Hühner, die Kikis Anteil bekommen würden, dafür Eier legen würden. Deshalb hat man ihre fünf Jungen lebendig in der Erde verscharrt. Und Kiki, die nicht wußte, wo man sie vergraben hatte, fand die Stelle und kratzte dort tagelang herum. Viele, viele Tage fand sie an nichts Ge- fallen und folgte Mietje mit herabhängendem Schwanz. Da die Ratten das Getreide zernagen, und da ein Nachbar, aus natürlicher Freude am Blut- vergießen, alle Katzen, deren er habhaft werden kann, tötet, hatte die kleine Frau nur noch einen Kater, der aber nicht für den ganzen Hof ge- nügte. Sie verschafften sich also eine kleine Katze, ZDiskuffion um Der„Vormärts" Deröff entlieht nachstehend einige Zuschriften über„Gilgi, eine von uns". I. Mit nachfolgendem gestatte ich mir, mein Urteil über„Gilgi, eine von uns" Ihnen zu übersenden: Gilgi, eine von uns? Wohl schwerlich kann man sie dazu rechnen; sie ist vielmehr eine von wenigen. Schon durch Krons lebt sie in für diese Zeiten äußerst angenehmen Verhältnissen. Wer von den vielen Jugendlichen kann selbst bei Arbeit über derartige Annehmlichkeiten oersügen, wie sie Gilgi in Gestalt eines Extrazimmers und den vielen anderen Dingen besitzt. Ist es doch bei den meisten jungen Mädels nicht einmal möglich, ein eigenes Zimmer daheim zu besitzen. Wer außerdem noch über derartige Toiletten wie Gilgi verfügt, wem Puder und Schminke und alle die Kleinigkeiten so wichtige Angelegenheiten sind, der ist wirklich nicht zu denen von uns zu rechnen. Mag Gilgi auch hin und wieder so etwas wie sozialistische Anwandlungen bekommen, so sind sie letzten Endes doch nie echt; sie und immer nur sie selbst bleibt sich die Hauptsache. Wie schnell wird übrigens die tüchtig« Gilgi, die ihr Leben so sicher meistern will, aus der Bahn geworfen. Sehr fest sind wohl alle ihre Ziele nicht gewesen, w«nn sie sich durch einen Mann, mag sie ihn auch noch so lieben, so ganz und gar um- bestimmen läßt. Nein, von Charakter kann man da gewiß nicht sprechen, denn an seinen Zielen festhalten, so lange ihnen nichts Ernstes in den Weg tritt, zeigt noch nichts; erst bei so ent- AkuUiiche Fingerabdrucke Sltras Heues für die ZPolisiei Der erstaunliche Siegeszug der elektro-akusti- schen Physik in den letzten anderthalb Jahr- zehnten hat sich nicht damit begnügt, eine Fülle von künstlerischen und wissenschaftlichen Gebieten zu erobern, ohne die das moderne Leben gar nicht mehr denkbar wäre— man braucht nur auf Rundfunk und Tonfilm hinzuweisen—, ihre Erkenntnisse ziehen immer weitere Kreise und dringen in die entlegensten Gegenden der prak- tischen Anwendung. So soll neuerdings die Polizei mit dem Gedanken umgehen, sich für ihren Erkennungsdienst der Tonauszeichnung durch physikalische Mittel(Oszillogramme) zu bedienen. Zu diesem interessanten, durchaus zu verwirk- lichenden Plan einige Erklärungen. Ebenso, wie unter Millionen Menschen keine zwei gleichen Fingerabdrücke zu finden sind, so verschieden ist auch die Stimme jedes einzelnen Menschen von der anderer. Nun sind aber be- kanntlich die menschlichen Sinnesorgane recht unvollkommen; es gibt Apparate, die unendlich viel genauer, seiner, zuverlässiger arbeiten als etwa Auge oder Ohr. Es würde also nicht ge- nügen, sich aus den Stimmklang zu verlassen, selbst wenn man ihn mechanisch festlegen würde tz. B. auf der Schallplatte). Allein die Physika- tischen Eigenschaften der Stimme, also die Be- schaffenheit ihrer Schallwellen, sind imstande, ein exaktes Bild zu geben. Jeder Schall kann aufgezeichnet werden, und die Apparate, durch welche das möglich ist, nennt man Oszillographen. Das Grundprinzip dieses Apparates sieht einen kleinen Spiegel vor, der an zwei seinen Drähten im Feld eines Elektromagneten ausgehängt ist. Bei Strom- schwankungen, hervorgerufen durch einen be- stimmten Schall, werden Drehungen des Spiegels um seine(vertikale) Achse veranlaßt. Auf diesen Spiegel fällt eine konstante Lichtquelle, die durch die Spiegeldrehungen seitlich hin und her ge- warfen wird. Je nach der Lautstärke und Höhe des einwirkenden Schalls sind die Wellenlinien der durch die Spiegeldrehungen verursachten Licht- linie höher oder tiefer. scheidenden Momenten, wie sie Gilgi durch das Bekanntwerden mit Mart-n entgegentreten, zeigt es sich, ob alle Grundsäge wirklich so festgewurzelt waren. Gewiß hat Gilgi auch Seiten, die sie uns näher bringen. Ihre selbstlose Hilfsbereitschaft, wie sie sie gegen ihren ehemaligen Freund Hans zeigt, ihre ehrliche Selbstkritik sind sympathische Züge, aber trotzdem ist sie doch keine von uns, sondern immer nur eine von wenigen. Lila RsnsKv. II. Ist Gilgi eine von uns? Nein! Sie ist eine, die eine von uns werden könnte, wenn... ja wenn sie eine von uns wäre. ICauI. III. Als Abonnentin des„Vorwärts" möchte ich mir eine Kritik über den Roman:„Gilgi, eine von uns" erlauben. Ich möchte keine langatmigen und gelehrten Ausführungen über sogenannte Pro- bleme machen, sondern kurz gesagt, ich und viele andere Genossinnen verstehen einfach nicht, wie der „Vorwärts" einen derartigen, literarisch und in jeder Beziehung wertlosen Roman aufnehmen konnte. Der Roman ist für mich Kitsch und ich möchte einmal wissen, wie die Kritik des„Vor- wärts" ausfallen würde, stände derjelbe Roman in einer anderen Zeitung. Der Roman ist eine Beleidigung des wirklich arbeitenden Mädchens. Hoffentlich ist er bald zu Ende, denn von Kapitel zu Kapitel wixd es mir schummeriger zu Mute. Freiheit! Prau Emma Lang-hans. Wenn man einen Stein ins Wasser wirft, so entstehen kreisförmige Wellen, die um so größer werden, als sie sich von der Einwurfsstelle ent- fernen. In ähnlich wellenförmiger Bewegung muß man sich die Schallwellen vorstellen. Ihr Bild kann für den Augenblick projektiert werden, kann aber auch auf den Filmstreifen(zusammen mit dem Ton) gebannt werden. Natürlich gibt es hierfür eine ganze Reihe von Konstruktionen des Oszillographen. Wir können also ein Hörbild der Stimme drehen, bei dem zu dem jeweiligen Ton zugleich das physikalische Bild dieses Tons als wellenförmige Linie mit verschieden starken Aus- schlügen sichtbar wird. Genau so, wie das Wunder der Natur es zu- stände bringt, daß kein Mensch dem anderen in allen Teilen gleicht, so gleicht auch keine Stimme völlig einer anderen. Infolgedessen muß die Kurve der jeweiligen stimmlichen Klangwellen, der Amplituden würde der Techniker sagen, jedesmal anders sein, selbst für den Fall, daß zwei Stimmen— was übrigens selten genug vor- kommen mag— sich für das menschliche Ohr kaum voneinander unterscheiden sollten. Ueberdies behaupten die Physiker, selbst eine Verstellung der Stimme ändere nichts an ihrem Oszillogramm(was man übrigens mit allen Vor- behalten aufnehmen muß!); wäre das wirklich Alfred Stichard llleyer: ein schwächliches Tierchen, das noch zu jung war, um abgesetzt zu werden. Deshalb siechte es dahin, hatte kranke Auge» und war unsagbar schmutzig. Kikis Milch schien versiegt. Ich weiß nicht, wie es gekommen ist, aber die kleine Katze wird von Kiki gesäugt und Kiki gibt sich hinter dem Ofen mit Genuß dieser Handlung hin, das Kätz- lein am Bauch, das schnurrend an der Zitze her- umknetet, während Kiki sie putzt, leckt und nach ollen Richtungen reinigt. Aber ihre Zunge ersetzt keine Katzenzunge, und so ist das kleine Geschöpf voller Läuse. Nur, es ist nicht mehr verlassen, wird gehegt und gepflegt, verwöhnt und gelieb- kost und ist ganz rundlich und mollig geworden. mit einem seidigen Fell und einem langen Schweis Wenn Mietje die Kühe melkt, legt sich das Kätzchen aus ihre Knie und Kiki an ihre Seite, in Erwartung der Schale warmer Milch, die sie ihnen gibt. Kiki gerät ganz außer sich, wenn ihr Pflegling auf den Nußbaum klettert und stöhnt, bellt und läuft wie toll um den Baum herum. Sogar Door hat gelächelt, als er die beiden Glücklichen hinter dem Ofen sah: „So ist's recht, so verdient sie doch, was sie frißt, denn die Katze wäre ohne sie krepiert, und wir brauchen sie für die Scheune." (Autorisierte Uebersetzung aus dem Französischen von Lina Frender.) der Fall, so könnte tatsächlich das Hörbild einer Stimme vortreffliches Material zur Jdentisizie- rung einer Person abgeben, und man kann ver- stehen, warum die Polizei an der Weiterentwick- lung dieses Zweiges der elektro-akustischen Physik besonders interessiert ist und zur Veroollständi- gung ihres Erkennungsdienstes Oszillogramme neben den Fingerabdrücken einführen möchte. K. L. Heue£yrik Im Verlag„Die Rabenpresse"(Berlin), auf dessen Verdienste um die junge Dichtung wir schon öfter hinwiesen, ist eine neue Reihe Lyrik erschienen. Vertreten sind mit je einem Band Alfred Richard Meyer(Munkepunkes fünfzig törichte Jungfrauen), Werner Bergen- g r u e n(Der Wanderbaum), Robert Seitz (Echo der Ebene) und Timm Borah(Berlin im Licht). Auch hier ist es ins Auge fallend, wie sehr die moderne Lyrik ihre Kraft aus dem Naturerleben und aus der Auseinandersetzung mit der Natur zieht und wie stadtsern sie ist. Der Grundton ist noch schlichter und anspruchsloser als bisher. Es ist kein Krampf und kein Bemühen um Ein- fachheit mehr in dieser Dichtung, sondern man ist einfach und deshalb echt. Neue Perspektiven er- öffnet die Serie nicht. Aber wir finden in ihr den tieferen Gehalt der Lyrik wieder, den man in der Verkrampftheit einer verflossenen Periode ver- mißte. Mit der Stadt setzen sich in der vorliegenden Serie lediglich Alfred Richard Meyer, dessen Persönlichkeit zu bekannt ist, als daß sie noch einer Analyse bedürste, und Timm Borah auseinander, bei dem es interessant zu beobachten ist, wie er von der etwas senilen Dekadenz der vorigen Generation zu einer Sachlichkeit fort- schreitet, die für die Erklärungen der heutigen Großstadt endgültige Formulierungen findet. Be- sonders die Prozeßbilder verraten, daß hier ein scharfer kritischer Beobachter ins Dichterische ein- mündet. Zeigt die Serie etwas von dem rückläufigen, dem reaktionären Zuge unserer Zeit? Mit Ein- schränkung ja. Die Rückkehr zur Natur, das Sich- wieder-Versenken in den Schoß der Erde ist ebenso Zeichen kämpferischer Müdigkeit wie der Verzicht auf das formale Experiment. Insofern kann man von einer gewissen Reaktion sprechen. Aber diese Reaktion, die gewiß in zeitlichem Zusammenhang mit der politischen Reaktion steht, hat mit dem Wesen dieser Art rückläufiger Bewegung nicht das geringste gemein. Sie kann im Gegenteil Vor- läuferin der naturnotwendig sich vorbereitenden künstlerischen Opposition gegen die geistige und politische Dunkelmännerei unserer Zeit sein, wenn sie im Formalen und Geistigen die Wiederbesin- nung auf den Ernst der künstlerischen Mission, auf die sittliche Mission des Dichterwortes bedeutet. Wir werden im Verlauf der Zeit Proben aus den einzelnen Heften verösfentlichen. Eopero. &olmiclie Wirtfcliafl (April 1915) An manches noch so kleine polnische Haus ist ein richtiger griechischer Tempel geklebt. Auf der anderen Seite sind Fenster und Tür mit kreischend blauen und ockergelben Ornamenten belebt. Drinnen aber blickt über einen riesigen, von Fliegen umsummten Bottich Buttermilch, Lieber eine sechzehnjährige stillende Mutter, die strotzenden Brüste ganz nackt vom Drilch, Lieber eine mit ihren sechs Ferkeln hereinpolternde und dampfend schmatzende Sau Gold in Gold Unsere Liebe Frau Von Czenstochau. (Aus Alfred Richard Meyer„Munkepunkes fünfzig törichte Jungfrauen" (Verlag: Die Raban�resse. Berlin)