Morgen-Ausgabe Nr.513 A251 49.Jahrg Rebaktton und Verlag, Verlin SW 68. Lindenstr. 3 5«cn)()r»d)«c. A 7«ml Dönhoff MZ bt«»7 Telegrammadresse- Sozlaldemotrai BerNn K L � 1.1 � WOLKSBLATT S&zUddeurtUcaU* wcdxltu Liste SONNTAG 30. Oktober 1932 In Groß- Verlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. Zentvawegau der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Der Konflikt ist offen! kleine Einigung bei Hindenburg— Braun protestiert gegen die Papen-Diktatur Heber die Aussprache beim Reichs- Präsidenten wird die folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: „Reichspräsident tv Hindenburg empfing heute den' Reichskanzler n Papen und den preußischen Ministerpräsidenten Braun zur Aussprache über die durch das Urteil des Staatsgerichtshofes ge- jchaffene Lage. Der Reichspräsident führte einleitend aus, daß der Streit zwischen Reich und Preußen über die Verordnung vom 20. Juli durch das Urteil des Staatsgerichtshofes erledigt sei, und daß er und die Reichsregierung sich in jeder Be- Ziehung auf den Boden des Urteils st e l l t e n, es müsse beiderseits der loyale Ver- such gemacht werden, eine praktische Zusammen- arbeit zu ermöglichen, die einerseits die dem preußischen Staatsministerium zuerkannten Rechte berücksichtige, andererseits die Befugnisie des Reichskommissars und die Notwendigkeit einer ein- heitlichen Reichspolitik wahre. Rlinifterpräsident Braun erwiderte, daß das preußische Kabinett sich selbstverständlich ebeusalls auf den Boden des Urteils stelle. Er gab daraus- hin eine Darlegung seiner Auffassung von den Folgerungen, die aus dem Urteil zu ziehen seien. Das Staalsminisierium müsse in die ihm zu- erkannten Rechte wieder eingesetzt werden. Die Befugnisse des Reichskommissars sollten, wenn sie überhaupt noch nötig wären, auf solche Blaß- nahmen beschränkt werden, die zur Ausrecht- erhaltung der Ruhe und Ordnung notwendig seien. Mit den personellen Veränderungen solle aufgehört werden. Ueber die Vereinsachung und Zusammensosiung der Berwaltungen im Reich und Preußen könnten alsdann Verhandlungen zwischen der Reichsre- gierung und der preußischen Regierung statt- finden. Reichekanzler v. Papen erklärte zunächst, daß die Reichsregierung die persönliche Inte- g r i t ä t des preußischen Ministerpräsidenten und seiner Amtskollegen nie angezweifelt habe und daß nur staatspolitische Erwägungen zu ihren Maßnahmen geführt hätten. Er legte dann seine Auffassung der Lage dar und betonte, daß der Reichskommisiar sich nicht darauf beschränken könne, nur für den Schuh von Ruhe und Ordnung zu sorgen, sondern weiterhin die gesamte Erekutive einheitlich in der Hand be- halten müsse. Daraus ergebe sich ohn« weiteres die Berpslich- tung, die als notwendig erkannte Reform der preußischen Verwaltung durchzuführen und damit die gesetzgebenden Körperschaften v o r z u b e- reiten. Personelle Veränderungen seien nur aus sachlichen Aründen vorgenommen worden. Der Reichskommissar werde der preußischen Staotsregierung die Möglichkeit geben, die ihr zuerkannten Rechte auszuüben, Eingriffe in die Ämtsbefugnisse des Reichskomm'siars aber nicht dulden. Der preußische Ministerpräsident betonte, daß er demgegenüber aus seinem eingangs dargelegten Standpunkt beharre und insbesondere der Durchführung der Verwaltungsreform ohne Ver- ständigung mit der preußischen Staatsregierung widerspreche. Eine Einigung hierüber wurde nicht erzielt. Im Laufe der Besprechung hob der Reichspräsident hervor, daß es zur Wiederherstellung gefestigter Verhältnisse weiterhin notwendig sei, die staatlichen Machtmittel Preu- ßens und des Reiches in einer Hand zu behalten und die Politik Preußens und des Reiches in einheitlichen Bahnen zu führen Zum Schluß gab er der Hoffnung Ausdruck daß Uber die Ausübung der Rechte, die der preu ßischen Staotsregierung nach der Entscheidung des Staatsgericht.hofes zuständen, eine Verständigung erzielt werden möge. Es wurde vereinbart, daß hierüber weitere Verbindung zwischen der preu- ßischen Staatsregierung und dem Reichskommissar gehalten werden solle. * Die Unterredung beim Reichspräsidenten hat mit einem feierlichen Protest des preu- ßischen Minister Präsidenten Otto Braun geendet. Die amtliche Mitteilung über diese Unterredung ist das öffentliche Zugeständnis, daß abermals ein offener schwerer Ver- fassungskonflikt ausgebrochen ist. Das Kabinett der Barone setzt trotz dem Leipziger Urteil seine diktatorischen Methoden fort. Es gibt dem Leipziger Urteil eine Auslegung, die sich an den Buchstaben klammert und dabei den Sinn vergewaltigt. Dies Urteil war eine moralische Niederlage des Kabinetts der Barone. Wenn dies Kabinett trotzdem auf seiner Haltung be- harrt, so zieht es sich in den Augen des Volkes zur ersten eine zweite noch schwerere moralische Niederlage zu. Denn das Recht steht klar auf der Seite der preußischen Stoatsregierung! Eine Verwaltungsvereinfachung in Preußen auch in den Zentralbehörden war von der rechtmäßigen preußischen Regierung geplant. Daß diese Maßnahme auf diktatori- s ch e m Wege durchgeführt werden soll, daß die Veschlüsie darüber bereits in Druck gegeben waren Das Preußisch« Staats mini st erium erklärt zu der Verordnung de? Reichskommissars für Preußen über die Auflösung des Preußischen Ministeriums für Volks- wohlfahrt folgendes: I. Eine Verringerung der Zahl der preußischen Ministerien war von der preußischen Staatsregie- rung für August dieses Jahres in Aussicht ge- nornmeni an der Durchführung dieses Planes ist sie durch den Eingriff des Reiches vom 20. Juli verhindert worden. Trotz der Bereitschaft der Staatsregierung zu einer Verständigung über diese Frage haben Reichsregierung und der Reichs- konnnisiar die Verordnung ohne vorherige Fühlungnahme mit der Staatsregie- rung erlasien. Die betreffende Nummer der preußischen Gesetzsammlung wurde zu gleicher Zeit ausgedruckt, in der die Unterhaltung zwischen Reichskanzler und Ministerpräsident Braun beim Herrn Reichspräsidenten stattfand. Damit hat die Reichsregierung nach Aufsasiung der preußischen Staatsregierung nicht nur die vom Staatsgerichts- Hof ausdrücklich gewünschte loyal« Zusammenarbeit mit der Staatsregierung außer acht gelasien, son- dern auch in ein unveräußerliches Hoheitsrecht der preußischen Staats- regierung eingegriffen, nämlich in dos früher dem Träger der Krone zustehende Organisations- recht hinsichtlich der Bestimmung der preußischen Ministerien. Für die Aufrechterhaltung der öffent- lichen Sicherheit und Ordnung ist ein solches vor- gehen des Reichskommissars keinesfalls erforderlich. (Ermächtigungsverordnung des Reichspräsidenten vom 24. August 1931.) IL Der Reichskommissar hat die Verordnung auf Grund der sogenannten Dietroms- zeller Ermächtigungsverordnung des Reichspräsi- denten vom 24. August 1931 erlassen. Diese Verordnung gibt aber nicht dem Reichskommis- i a r, sondern der Landesregierung das Recht, Notverordnungen zu erlassen Nach der Entscheidung des Staatsgerichtshofes ist Landes- regierung nur die preußische Staats- regierung. Wie es in den Gründen der Ent- noch vor der Unterredung beim Reichspräsidenten. zeigt, daß das Kabinett der Barone keine Ver- ständigung, wie sie das Leipziger Urteil vorschrieb, sondern ein Diktat wollte. Diese Verordnung ist abermals unterzeichnet: ,chas preußische Staats- Ministerium". Es gibt nur e i n preußisches Staatsministerium, und dies rechtmäßige preu- ßische Staatsministerium hat der Verordnung seine Zustimmung nicht gegeben! Das Kabinett der Barone verteidigt seine Haltung mit der Behauptung, daß sein Vorgehen dem Leipziger Urteil entspreche. Es stellt diese Behauptung aus nicht nur der preußischen, sondern auch der b a y e r i- s ch e n Staatsregierung gegenüber. Di« preußische Staotsregierung setzt dieser Behauptung e n t- schieden st en Widerspruch entgegen. Sie hat die Möglichkeit. Schritte gegen das Vorgehen des Kabinetts der Barone zu ergreifen, sei es vor dem Staatsgerichtshos, sei es im Reichsrat. Der neue Verfassungskonflikt in Preußen ist ein Teil des größeren allgemeinen Kon- f l i k t e s, eine Folge des organisierten Angriffs auf die Rechte des Volkes, wie sie in der Weimarer verfasiung niedergelegt sind. Dieser große Konflikt muß durchgekämpft werden am 6. November und weiterhin, bis das Recht des Volkes gesiegt haben wird! scheibung wirklich heißt, kann„an die Stelle der Landesregierung auch vorübergehend kein anderes Organ gefetzt werden". Es war daher aus diesem Grunde unzulässig, di« Verordnung auf Grund der Dietrr.mszeller Verordnung, noch dazu mit der Unterschrift„Preußisches Staatsministerium" zu erlassen. Terroristen verurteilt Die Königebe.-ger Nazis vor Gericht Königsberg, 29. Oktober. Im Terroristenprozeß gegen die National- s o z i a l i st e n wurde heute nach einstündiger Be- ratung folgendes Urtell verkündet: Burow wurde zu IM Jahren Zuchthaus. Müller zu 1 Jahr Gefängnis, Dargel zu S Mo- naten Gefängnis, die Angeklagten Günther. Gerhard Kuhn, Bruno Kuhn, Otto Kuhn, Liß. Gust und Wetzel zu je 9 Monaten Ge- f ä n g n i s verurteilt. Nachdem das Urteil gegen die 11 angeklagte» Nationalsozialisten verkündet und die Begründung gegeben war, trat das gleiche Sondergericht sofort erneut zusammen, um gegen die wegen der Tank- stellenattentate in Königsberg am 1. August a n- geklagten acht Nationalsozialisten zu verhandeln. Die Anklage legt sieben Angeklagten versuchte Brandstiftung an der Tankstelle beim Neuen Schauspielhaus zur Last und dem Buchhalter Erich Walter Anstiftung zu diesem Verbrechen. Wehrt euch! Recht muü erkämpit werden! Heute in einer Woche fällt abermals eine Wahlentscheidung! Diese letzte Woche des Wahlkampfes gilt es auszunützen, um die letzten Säumigen aufzurütteln und an ihre Pflicht zu mahnen. DerKampf um Freiheit und Recht des Volkes muß durchgekämpft werden! Alle großspurigen Versprechungen des Ka- binetts der Barone sind in Nichts zerstoben. Statt der Arbeitsbeschaffung— Fortdauer der Krise, statt der Belebung der Wirtschaft — neue Hemmungen durch eine unsinnige Handelspolitik! Auf der ganzen Linie nichts als Scherben und Trüm- mer und Verwirrung— außenpolitisch, innenpolitisch, wirtschaftspolitisch! Ge- blieben ist nur eins: der ungezähmte Wille der Barone und der hinter ihnen stehenden Herrenschicht nach uneingeschränkter Macht! Geblieben sind die finsteren reaktionären Pläne! Diese Regierung des absoluten Miß- erfolgs, die eine sachliche und moralische Niederlage auf die andere häuft, hat eine Woche vor dem Wahltag ein Programm der Konterrevolution verkündet, das einen Schlag ins Gesicht des Volkes darstellt! Alle ideologischen und schönrednerischen Bekleidungsstücke sind von dieser Regierung abgefallen, nackt und bloß steht sie vor dem Volke als die Verkörperung der Reaktion. Ein Gespenst böser Vergangen- heit ist wieder emporgestiegen und droht dem Volke! Wehrt euch! Wehrt euch in dieser Woche, wehrt euch am kommenden Sonn- tag, wehrt euch weiterhin ohne Unterlaß, bis dies Gespenst wieder in die Grube gefahren ist— für immer! 3 m Kampfe hat das Volk sich Rechte errungen, im Kampfe wird es seine Rechte verteidigen! Fest und unerschütterlich steht d i e Sozialdemokratische Partei im Sturm. Hinter ihrer Fahne schart sich die Kerntruppe der deutschen Arbeiterschaft, zu ihr stehen alle, die im Kampfe die Freiheit verteidigen! Sie kämpft gegen die Reaktion, sie kämpft gegen den Volksbetrug der Na- tionalsozialisten, gegen die Spalter der Ar- beiterschaft im kommunistischen Lager. Das Millionenheer, das sie um sich gesammelt hat, ist der Hort der politischen V e r n u n f t in Deutschland. Dies Millionen- lionenheer ist durch viele Schlachten und Stürme gegangen, fest und unverwüstlich das Ziel im Auge: ein freies Volk im sozial! st ischen Volks st aat! Für dies Ziel kämpfen wir. Wir werden weiter schaffen an seiner Verwirklichung, wenn die Regierung der Barone nicht mehr sein wird! Wir werden unsere sozialistischen Ziele ins Volk tragen. Mr rufen auf zur sozialistischen Organisation der Wirtschaft! Die Sozialdemokratische Partei hat ein Programm dersozialistischenAktion aufgestellt. Je klarer der Zusammenbruch des kapitalistischen Papen-Programms her- vortritt, um so stärker wird der Zwang zur sozialistischen Aktion. Die Sozialdemokratische Partei wird im kommenden Reichstag das Programm der sozialistischen Aktion in den Mittelpunkt des Kampfes stellen. Sie wird in Volksbegehren und Volksentscheid das (asCAsCIMsI Zeigt Bekennermut! Zeigt unsere Stärke! Ein preußischer Protest Beeintracbtigimg von Hoheitsrechten festgestellt werktätige Volk mobilisieren gegen die un- sozialen Notverordnungen der Barone, gegen den Raub der sozialen Errungenschaften. Jeder, der für uns wirkt und wirbt, ist getragen von dem unerschütterlichen Glauben an die sieghafte Idee des Sozialismus, von der Begeisterung für die demokratische Frei- heit des Volkes. Unser ist die Zu- kunftl Wenn der Spuk der reaktionären Ge- spenster. der falschen Propheten, der Kapital- söldlinge, der Volksbetrüger zerstört sein wird, den durch die Not geschaffene geistige Verwirrung emporgetragen hat, wenn das Heer der Enttäuschten zurückkehrt zur Ver- nunft, wenn es die Frage stellt nach dem Wege aus dem Elend des kapitalistischen Wahnwitzes, dann schlägt dieStundedes Sozialismus! Unsere Stunde! Vechandlungen mit England Um den Abbau der Hochschutzzölle Der britische Handelsminister hat am Donners- tag im Unterhaus mitgeteilt, daß eine Reihe von Ländern, darunter auch Deutschland, Verhand- lungen wegen einer Revision der englischen Zölle bei der Regierung beantragt hatte. Dieses Er- suchen sei bereits vor der Ottawa-Konferenz ge- stellt worden, und die britische Regierung hätte das Ausland mit dem Hinweis vertröstet, daß derartig« Verhandlungen bis nach der Entscheidung von Ottawa vertagt werden müßten. Soweit in diesem Zusanmienhang VerHand- lungen zwischen Deutschland und England in Frage kommen, dürften sie in erster Linie darum gehen, daß verschiedene englische Zollmaßnahmen dem Zusatzprotokoll des deutsch-englischen Ver- träges von 1g24 zuwiderlaufen, welches aus- 68 Jyogeszetiuuytu erscheinen In Berlin. Nur eine einzige von ihnen vertritt die großen Massen, die hinter der Sozialdemokratischen Partei stehen. ?ZZm UäUu haben bei der vorigen Reichstagswahl in Berlin Ihre Stimme für die SPD. abgegeben. Der // [/(Mwäcts // ist die einzige sozialdemokratische Tageszeitung in Berlin und das Zentralorgan der 9953986 Mcuiuec uud T-caueu die im Reiche für die SPD. gestimmt haben. Der„Vorwärt«" erscheint täglich zweimal und kostet bei freier Zustellung einschließlich ,\JgeAlwin krommel, der angeblich zufällig des Wegs kam, durch einen Steckschuß am linken Oberarm verletzt. Als der Tat verdächtig wurden der 2öjährige Expedient Johann Asmus und fein 24jShriger Druder, der Handlungsgehilfe Kurt Asmus fest- genommen, beide find Mitglieder der NSDAP. Die tschechoslowakische Regierungsbildung ist nun doch gelungen. Ministerpräsident ist der Agrarier M a l y p e t r. Sonst bleibt die Ministerliste un- verändert. Das Ernährungsministerium wird aus- gelöst, der tschechische Sozialdemokrat B e ch y n j e übernimmt statt dessen das Eisenbahn- m i n i st e r i u m. Die Gehaltskürzungen bei den Staatsbeamten(jährlich 600 Millionen Kronen) betreffen Monatseinkommen von mehr als 9000 Kronen(1125 M.). Die Kriegsbeschädig- tenrenten bleiben ungekürzt. Massenverurteilung japanischer Kommunisten. In den letzten drei Jahren sind in Japan viele Kommunisten verhastet worden. Jetzt hat man 97 zu Strafen zwischen zwei Jahren Ge- fängnis und lebenslänglichem Zucht- Haus verurteilt. Munitionslager explodiert. In Sao Paulo ist ein Munitionslager explodiert. Hierbei sind zwei Personen ums Leben gekommen und viele andere, deren Zahl noch nicht feststeht, oerletzt worden. Am Oisnstag, dem 1. diovemder, von den bekannten Stellen aus; Aäqoneiuc Die Flugblätter sind bereits am Montag ausgeliefert. Alle Genossinnen und Genossen, Reichsbannerkameraden, Jugend- und Sportgenossen beteiligen sich daran. Der Bezirksvorstand. SuWb Vülif cti&iMy M'Ci cht' Sie. aüc&h,! TELEFUNKEN 231 der beste mit Rückkopplung, den Telefunken je gebaut hat. Einschließlich Röhren RM 189,-* (Bei Gleichstrom RM 199,—) TELEFUNKEN 343derGro6empfangef mit sSelbst-Trennert macht alles automatisch. Einschl. Röhren RM 243l-<«- (Bei Gleichstrom RM 258,—>, Beide sind trennscharfe, starke und klangschöne Europa- Empfänger- kurz Telefunken- Apparate! Der 3-Kreiser macht alles automatisch— mit dem 2-Kreiser empfangen Sie fast ebensovieleSenderebensogut TELEFUNKEN DIE DEUTSCHE WELTMARKE Eine neue Theorie der Gewalt Das l�aizinstt der Barone droht Süddeutschland In den Kreisen des Kabinetts der Barone tritt immer stärker die Neigung hervor, unter völliger Beiseiteschiebung des Sinns und des Wesens des Leipziger Urteils dem Artikel 48 Absatz 2 der Reichsversassung eine Ausdeutung zu geben, die einer völligen Beränderung der Ber- s a s s u n g gleichkommt. Bon„unterrichteter Seite" wird der Telegraphen-Union eine Ausdeutung des Leip- ziger Urteils gegeben, die klar die Tendenz erkennen läßt, Deutschland unter die Diktatur der Barone, unter eine norddeutsch-ost- elbische Hegemonie zu bringen wie unter den Schatten einer Pickelhaube. In dieser Darstellung heißt es: „Das Leipziger Urteil vom 25. Oktober e r- weitert nun aber die Befugnisse des Reichspräsidenten unter Beibehal- tung des formellen Berfassungs- rechtes um ein Beträchtliches. Die Vertreter der Länder bzw. die Professoren Nawiasky (Bayern) und Anjchütz(Preußen) hatten gegen- über der Reichsregierung behauptet, daß die Länder keineswegs verpflichtet seien, sich bei der Beurteilung der politischen Lage an die Richt- linien der Reichsregierung zu halten; sie hätten vielmehr das Recht, die politische Rich- tung nach ihrem eigenen Ermessen zu beobachten. Die Vertreter des Reiches, besonders Prof. Carl Schmitt, hatten demgegen- über betont, daß der Reichspräsident zwischen der Politik des Reiches und der eines Landes eine Divergenz nicht zulassen könne, sobald diese zu einer für das Reich bedrohlichen innerpoliti- schen Spannung führe. Das aber sei der Fall, wenn z.B. die Politik des Landes Preußen. das drei Fünftel des Reichsgebietes umfasse und über die stärksten Machtmittel verfüge, mit der Politik des Reiches nicht übereinstimme. Der Staatsgerichtshof hat sich in diesem wich- tigsten Punkte der Auffassung der Reichsregic- rung angeschlossen. Er hat eindeutig entschieden: Der Reichspräsident könne im Falle drohender Gefahr nach Artikel 48 Absatz 2„die gesamten staatlichen Machtmittel des Reiches und Preußens in einer Hand zusammenfassen und die Politik des Reiches und Preußens in einheitliche Bahnen lenken". Obwohl Preußen und feine Regierung f o r- mal-juristisch selbständig bleibt, so bedeutet das demnach nicht, daß während der Geltungsdauer der Verordnung über die Ein- ietzung eines Reichskommissars vom 2». Juli das preußische Staatsministerium im Rahmen der ihm verbliebenen Zuständigkeiten eine vom Reiche abweichende Politik betreiben dürfte. Der Artikel 48 Absah 2 gibt also in Zukunsl dem Reichspräsidenten das unbestreitbare Recht, die Politik eines Landes, das die Politik des Reiches zu durchkreuzen beabsichtigt, durch geeignete Maßnahmen mit den Bedürfnissen des Reiches in Uebereinslimmung zu bringen, und zwar auch dann, wenn keine Pflicht- Verletzung des Landes gegenüber der Der empfindliche Klagges Eigener Bericht des„Vorwärts" Braunschweig, 29. Oktober. Eine öffentliche Versammlung der Eisernen Front in Braunschweig wurde von dem über- wachenden Polizeioffizier sofort nach der Eröff- nung aufgelöst, weil ein Versammlungsteilnehmer „Weg mit Klagges" gerufen hatte. Auf eine Frage der örtlichen Kampfleitung der Eisernen Front nach dem Grund der Auflösung antwortete das Polizeipräsidium Braunschweig am Sonnabend. Die Auflösung ist erfolgt, weil in dieser Kundgebung von Teilnehmern der Kund- gebung Zurufe des Inhalts:„Weg mit Klagges!" „Nieder mit Klagges!" gemacht worden sind und hierin die Beschimpfung eines leitenden Beamten Reichsverfasiung oder den Reichsgesetzen vor- liegt. Die einheitsbildende Funktion seiner Ver- ordnungsgewalt ist wohl durch das formale Verfasiungsrecht, aber durch keine inhaltliche Bestimmung, auch nicht durch die Be- schränkung aus Preußen(wie es die süddeutschen Länder wollten) irgendwie gebunden, sondern allein durch die Pflicht- mäßige Sorge für die geschichtliche Einheit von Reich und Volk." Das ist eine ganz eindeutige Drohung von O st- elbien nach Bayern. Baden und Württemberg! Es ist darin enthalten der unzweideutige Wink, daß Länderregierungen, die sich den reaktionären Plänen des Kabinetts der Barone widersetzen, das Schicksal der preußischen Staatsregierung zu erwarten hätten! Für den Fall also, daß im R e i ch s r a t sich eine Mehrheit gegen ostelbische Diktatur- und Hegemonialgelüste herausbildet, könnte das Kabi- nett der Barone nach diesen Deduktionen nach der gesamten Verwaltung der widerstrebenden Länder greisen, um sie unter Druck zu setzen! des braunschweigischen Staates, des Herrn braun- schweigischen Ministers des Innern, zu erblicken ist. Wenn es sie selbst angeht, ist die Nazigesell- schast außerordentlich empfindlich. Parteitag in Prag twampkxmQ nach Berlin Eigener Bericht des„Vorwärts" Prag, 29. Oktober. Der heute festlich eröffnete Parteitag der beut- schen Sozialdemokraten in der tschechoslowakischen Republik ist von nahezu 599 Delegierten besucht. Sofort nach der Wahl des Büros beschloß der Kongreß die Absendung eines Telegramms an die reichsdeutsche Sozialdemokratie, das die Lzofsnung ausspricht, daß dem heldenmütigen Kampf der Arbeiterklasse Deutschlands am 6. November sichtbarer Erfolg werde. Unter stürmischem Bei- fall begrüßte den Parteitag der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokratie H a m p l mit der Feststellung, daß die Solidarität zwischen beiden Parteien sich immer mehr steigert, je schwieriger die Verhältnisse werden. Die tschechoslowakische Sozialdemokratie werde sich in der Zusammen- arbeit mit der deutschen Bruderpartei durch keinerlei nationalistische Angrisse wankend machen lassen, denn diese Arbeit ist die Voraussetzung für die Entwicklung des Sozialismus im Staate. An dem Kongreß nahmen außer großen Dele- gationev tschechischer und polnischer Genossen als Vertreter der dsutschösterreichischen Partei Ren- n e r und Adelheid Popp, ferner Abgeord- nete der ungarischen, ukrainischen und georgischen Sozialdemokratie teil. Die Internationale hat ein Begrüßungsschreiben geschickt. Genossin Toni Sender hat gestern in der Frauenkonserenz ein großes Referat über den Faschismus ge- halten. * Den Hauptpunkt des ersten Verhandlungstages bildete ein Referat des Parleivorsitzenden und Fürsorgeministers Dr. Ludwig C z e ch. Nach einer Analyse der wirtschaftlichen Krisenerscheinungen wandte sich Dr. Czech den Problemen der Koa- litionspolitik zu. Czech schilderte sodann die Kämpfe und Leistungen der sozialistischen Par- teien in der Regierung und erklärte, daß alle Errungenschaften von beiden Parteien in engster Gemeinschaft erkämpft wurden. Unter stürmischem Beifall entlarvte Czech die„Argu- mente" der Hakenkreuzler und Kommunisten und schloß mit dem Bekenntnis zur internationalen Zu- sammenarbeit der Proletarier aller Nationen in der Republik. (Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Hierzu 4 Beilagen Der„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage..Volk und Zeit". I Bezugsyreise: Wöchentlich 75 Pk., monatlich 3,25 M.(davon 87 Ps. monatlich für Zustellung ins Haus) im voraus zablbar. Postbezug 3,07 M. einschließlich«0 Ps. Postzeitung, und 72 Ps. Postbestellgebsthrrn. Auslandsabonncmcnt 5,65 M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4,65 M. Sei Aussall der Lieteiuug wegen böh-rer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten aus Ersatz., Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimctcrzcile 36 Ps., RcNamezeile 1,50 M.„Kleine Anzeige n" das fettgedruckte Bort 20 Pf.. ledes wertcre Wort lll Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Famitienanzeigen Millimeterzeile lS Pf. Anzeigenannahme im pauptgeschäit. Lindenstr. 3, wochentaglich von 8>,h bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich für Politik: Richard Schwartz: Wirtschaft: S. Klingelhöser: Sewerlschaftsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Lep rc: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Ott» Hengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorwärts-Derlag®. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts.Buchdruckcrei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SB- 68. Linoenstr. 3. Relnw. StOffO einfarbig, ver- ichledene Geweb«.. Mtr. 0*95 T a g h e m d Träferform, mit Stickerei_ reich farniert........ 0« 95 Damen-Schlupf- ha n ds ch u he Wildleder- Imiution, xanz_ gefüttert........... 0.95 Damen-Strümpfe könstl. 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Indanthren bedruckt 9.75 T ournay• Velours» Vorleger durchge- webt, mit Franse, 60/ 1 35 cm 9.75 Leselampe verchromt, mit Schirm 9.75 Zinkwaschwanne 100 cm 0, 12er Zink 9.75 Morgen Eröffnung der Ausstellung: // Der gedeckte Tisch it Porzellane: Staatliche Porzellan-Manufaktur, Berlin Gegr. 1815• Berlin C2- S p a n d a u e r St r a B e— Königstraß ERSTE BEILAGE WMrts SONNTAG, 30. OKT. 1932 Am oergangenen Montag sind die oerzroei feiten Mütter des Hauses Köpenicker Straße 33/34 auf ihr IV ohlfahrtsamt gegangen und haben, als man sie von Pontius zu Pilatus jagte, dem Amt einfadi ihre hungernden Kinder oor die Tür gesetzt. Nun meiß so ziemlich jedermann, daß auf den Wohlfahrtsämtern keine Scheffelsäcke voller Dukaten stehen und die Existenz jener Stapel von Verfügungen, Vorschriften und Paragraphen, die respektiert sein mollen, ehe der Kassierer einen Zehnmarkschein, aufs Zahlbrett legt, schafft kein noch so gut gezielter Faustschlag auf den Arbeitstisch eines Magistratsrats aus der Welt. Auf der anderen Seite jedoch sind die Opfer der Krise, die mahrlich ihr Hungerleiden mit einer Lammsgeduld ohnegleichen nun schon Jahre hindurch ertragen, in ihrer Erbitterung so gleichgültig gemorden, daß sie nicht mehr danach fragen, ob der Taler, um den sie bitten und barmen, gebunden ist an irgendeinen Reichszuschuß, den der Reichsfinanzminster dem Stadtkämmerer zahlt oder nicht. Brot mollen die Armen, um ihren Hunger zu stillen! Und der Beweis, daß in Berlin Hunderte, menn nicht Tausende von Menschen hungern, kann täglich hundertfältig geliefert werden. Die Leute beißen nur immer noch die Zähne zusammen und verraten nicht einmal dem Nachbar, mie oft sie sidi am Tage an der Tischkante festhalten müssen, um nicht umzufallen. Oder mie oft sie vor Hunger nicht einschlafen können. Dazu keine Kohle und kein Sück Holz im Haus und der schrecklichste aller Winter vor der Tür! Die Stullen vor dem Fenster Wenn nicht ein arbeitsloser Werkzeugmacher den nachfolgenden einfach erschütternden Fall auf dem Nachweis erzählt hätte, dann hätre er nie den Weg in die Oeffentlichteit gemacht: da gehen dieser Tage zwei Arbeitslose in einem Haus in der Reinickendorfer Strohe die Treppe hinunter. An einer Wohnungstür hören sie schreckliches Wim- mern. Sie horchen, aber das können keine jungen Hunde, das müssen kleine Kinder sein. Niemand öffnet auf Klopsen. Nun sagen die Nachbarn im Hause— natürlich alle selber arbeitslos— ja, ja, das sind kleine Kinder, die schreien vor Hunger. Die Mutter war vor zwei Tagen ins Krankenhaus geschafft worden. Der Vater der vier Kinder ist schon lang« erwerbslos, daß er erst einmal die Jahreszahl ausrechnen müßte, wenn ihn jemand fragen wollte, wann er das letztemal Arbeit hatte. Aber dieser Vater ist nicht zu finden, seitdem man seine Frau ins Kranken- haus geschafft hat, irrt er, halb verrückt vor Ver- zweiflung, durch Berlin. Seitdem haben die Kinder nichts gegessen. Als sie vor ein paar Tagen noch auf dem Hos spielten, hatten sie kein Hemd und keine Hose, nur jedes ein Kleid an. Die Frau eiwüitii* entgegen mußte ins Krankenhaus, weil sie jeden Kanten Brot den Kindern gegeben hatte. Sehr viel Blut haben sie ihr zugeführt— sagen die Nachbarn—, jegt gehts ihr etwas besser." Am besten hat es der Zwölfjährige, den speist die Schule, aber die anderen wimmern vor Hunger. Nun holen die Ar- beilslosen Stullen, binden sie an eine Schnur und lassen sie solange vor dem Fenster der Hungernden hängen, bis die Kinder sich die Stullen in die Woh- nung holen. Kommt die Frau aus dem Krankenhaus, geht die Zucht von vorn los: sie ißt nichts, damit die Kinder nicht ständig nach Brot schreien. Krück um Koteletts Das mit dem An-der-Tischkante-Fefthalten, damit die Leute nicht umfallen, das ist durchaus keine Redensart. So schildert ein Erwerbsloser sein Essen für sich und seine Frau:„Wir essen morgens jeder eine Schmalz st ulle und trinken einen Topf Malzkaffee. Zum Befper holen wir uns fünf Salztuchen für einen Groschen, die müssen trocken gegessen werden, sonst kommen wir nicht aus. Abends essen wir Margarine- st u l l e n, während der Tomatenzeit legten wir uns Tomaten auf die Stullen. Pro Nase darf aber unser Abendbrot nicht mehr als S Pf. kosten. Das Mittagbrot ist genau abgezirkelt, zum Bei- spiel Montags holen wir ein halbes Pfund Pfiffer- linge, macht 15 Pf., ein achtel Pfund Speck, macht 10 Pf., dazu für 2 Pf. Petersilie, sind 27 Ps. Oder Dienstags: ein Kopf Wirsingkohl für 12 Pf., dazu ein Pfund Kartoffeln für 3 Pf. und ein halbes Pfund Knochen für 13 Pf., macht zusammen 28 Pf. Denn wir müssen leider von unseren 12 M. Unterstützung 6 M. für die Miete zurück- legen. Dann kommt so alles andere, wie 35 Pf. für Licht, jedenfalls eine Zigarette rauchen, wäre Sünde." „Sage mal, wie ist denn das nun mit den F l e i f ch k a r t e n?"„Na, da habe ich einen schönen Fall erlebt. Ich nehme im vorigen Jahr meine Fleischkarte, damals gab es ja noch 30 Pf. Verbilligung pro Pfund, heute nur noch 20 Pf., und gehe zum Schlächter. Wir hatten einen der- maßen Heißhunger auf Fleisch, daß ich gesagt hatte, jetzt hole ich ein Pfund Kotelett. Ich komme nun in den Laden und sage«in Pfund Kotelett bitte! Der Mann schneidet ab und sagt: macht eine Mark! Ich hole sieben Groschen oor und meine Fleischkarte. Fängt doch der Mann einen Krach an:„Wat, keene Arbeit und denn een Pfund Kotelett koofen und mir mit die Karten hier anje- loofen kommen. Wat braucht ihr Kotelett. Fett- backe werde ick euch vakoofen, da könnt ihr eure Karten herjeben und braucht bloß eenen Sechser zuzahlen!" So ungefähr hat der Mann getobt. Also nun ist man schon arm und dann muß man sich noch dumm und dämlich kommen lassen. Eine Schande ist das!" Sieken arme Brüder Wenn heute sieben Brüder zusammenkommen, dann ist das eine kleine Erwerbslosenversamm- lung. Keiner kann dem anderen eine Scheibe Brot geben, weil jeder selber nichts zu essen hat. Stundenlang können solche Familien aufgezählt werden, hier ist eine: Bruder 1. Er hat eine kleine mechanische Werkstatt in Mitteldeutschland und geht längst zur Wohlfahrt. Cr kann sich über- Haupt nicht mehr daran erinnern, wann der letzte Kunde bei ihm geschellt bat. B r u d e r 2 ist Maurer. Er hat kürzlich zwei Wochen lang Arbeit gehabt. Zur Strafe muß er erst wieder drei Wochen Karenzzeit durchmachen, ehe er Unter- stützung erhält. Ueberrechnet er sich die gesamten fünf Wochen, hätte er ebensoviel an Unterstützung gehabt, wie er an Nettolohn bekam. Was die Bürokraten aus der Arbeitslosenversicherung ge- macht haben, das schreit nachgerade zum Himmel! B r u d e r 3 ist Angestellter. Früher wog er 170 Pfund, seitdem er auf dem Wohlfahrtsamt sitzt, aber nur noch 119 Pfund. Wenn die Arbeits- losen sich die Stempelkarte holen, müßte man sie wiegen und nachher noch einmal, wenn sie auf der Wohlfahrt gelandet sind. Die Wiegekarten müßte dann Herr Dr. Schacht bekommen. B r u- d e r 4 ist Schlosser. Er sammelt Bretter zum Laubenbau. Denn seine Wohnung kann er nicht Preisbeg1 Früher glich Preis etwas �.System sbegrilf® Ziehen _ und »s C i die?rei rofden- i darau« Oranienstr. 40 Chousseesfr. 113 An Oroaieoplolx Bei« StoMinw Bahnhof KönigstraBe 33 Wilmendorferstr. 1 08 «•IW.AinsetecB4gCr 4ahilli»l CkarlottMbur» mehr halfen. Bruder 5 ist ebenfalls Schlosser. Besser gesagt: Bruder 4 und 5 waren Schlosser. Nr. 8 war 15 Jahre bei Bergmann in Rosenthal. Nachdem er sich genug geschunden hatte, bekam er an seinem 30. Geburtstage den Sack. Dazu 80 M. Abfindung. Undank ist halt der Welten Lohn. Bruder 6 ist Werkzeugmacher. Seit zwei Jahren sitzt er auf der Wohlfahrt. Mit seinem Po-Io-Spiel hält er den Familienrekord: 260mal. Bruder 7 hat Arbeit bekommen, nachdem er zwei Jahre keine hatte. Erst wurde er Wagen- wäscher bei der BVG., jetzt ist er Zugabfertiger. Bringt 30 M. in der Woche nach chause. Alle sieben Brüder sind verheiratet. Die vierzehn Menschen haben insgesamt drei Kinder.„Es genügt, wenn wir hungern," sagen sie. Lpulr auf dem Nachweis Dazu werden die Arbeitslosen zum Narren ge- halten. Neulich klingelt es auf dem Mechaniker- nachweis.„Ist gut— sagt der Vermittler in den chörer— 30 Mann." Die Arbeitslosen denken, der Vermittler ist plötzlich weich geworden. Doch es ist Tatsache, 30 Mechaniker werden verlangt, 00 Pf. Stundenlohn, zur Nachtschicht, Radiosachen. Das heißt: Abzüge und Fahrgeld ab, waren die Männer mit einem Zwanzigmarkschein nach chause gekommen. Obwohl der Tariflohn 93 Pf. ist, wagten doch die Unternehmer— aus den chunger der Erwerbslosen spekulierend— einen derartigen„Lohn" anzubieten I Dabei war es erfreulich, daß die armen Ar- beitslosen ihren arbeitenden Kollegen nicht in den Rücken fielen. Am 8. November werden sie jedoch der Papen-Reaktion ihre Rechnung präsentieren und ihre Stimme abgeben kiir die Lo�ialdemolcratie, Liste 2 Der Namenlose „Ich weiß es nicht" Nach der Ueberführung des sonderbaren Pasta- giers des D-Zuges 35 vom Krankenhaus am Friedrichshain in die Irrenanstalt in Herz- berge hat der Mann seinen aufgenommenen Hungerstreik gleich wieder aufgegeben. In An- Wesenheit der Psychiater wurden dem Manne seitens der Kriminalbeamten verschiedene Fragen vorgelegt, für die er immer nur die eine Antwort hatte:„I ch w e i ß e s n i ch t!" Diese Redewen- dung brachte er stets gequält heraus und tat so, als könne er sich auf nichts mehr besinnen. Man wird den Eindruck nicht los, daß der Unbekannt« simuliert. Die Aerzte haben keinerlei K r a n k h e i t s s y m p t o m e bei ihm feststellen können. Mit einer merkwürdigen Starrheit jcheint der Mann ein großes Geheimnis zu hüten, hinter das bisher noch niemand gekommen ist. Der Namenlose trug gute Kleidung, insbesondere 'einen Anzug von gutem Schnitt, fast neue hell- graue Gamaschen, die das Firmenzeichen„Onix" und die Initialen„Art. 3008. D." tragen. Aus der Siswüste Line 2eppeIin».AussteIhin8 Die Internationale Gesellschaft zur Erforschung der Arktis mit Luftfahrzeugen(Aeroarktik) hat im Alten Chemischen Museum der Technischen Hochschule in Charlottenburg eine Aus- st e l l u n g über die A r k t i s f a h r t des Luft- schiffes„Graf Zeppelin" eröffnet, die neben einer historischen Abteilung vornehmlich die Instrumente, Beobachtungsmethoden und ihre Er- gebniste zeigt, sowie die mannigfache Ausrüstung, die das Luftschiff mit sich führte. Die Ausstellung wurde eröffnet von dem Prä- sidenten der Aeroarktik, Dr. Hugo E ck e n e r, der bekanntlich den„Graf Zeppelin" auf seiner arkti- scheu Forschungsfahrt ebenso wie auf seinen früheren Fahrten geführt hat. Er wies darauf hin, daß viele von. der Entwicklung der Luftfahrt eine völlige Revolutionierung des Verkehrs und Verdrängung der früheren Verkehrsmittel er- warten. Eckener selbst ist stark beteiligt an den Be- mühungen, einen regelmäßigen Luftschiffverkehr mit Amerika zu entwickeln, aber trotzdem glaubt er, daß wir die komfortablen Schnelldampfer noch sehr lange brauchen werden. Aber auf dem Ge- biet der wissenschaftlichen, geographischen und meteorologischen Forschung, besonders in der eis- starrenden Arktis und Antarktis, ist die Luftfahrt AuMvnslokal als Warenhaus Käufer mit Rucksack und Einholenetz Man ißt seit Jahr und Tag an fremfcein Tisch und trägt am Leibe, was andere abgelegt. So hat man sich daran gewöhnt, der Nutznießer alles Ueberflüsstgen, Ausrangierten zu sein. Wenn heute zwei aus der Legion der Bedürftigen heiraten, dann gibt es keinen elterlichen Hausrat und schon gar keine Wäscheaussteuer. Da muh zum Teil das Wohlfahrtsamt die Hochzeitsgesch'enke liefern, zum anderen Teil sieht man zu, für ganz, ganz wenig Geld das Allernotwendigste zu erstehen. Aus diesen Gründen sind die Auktionen, wo Hausrat zwangsweise oder freiwillig versteigert wird, übersüllt. Und das Gesicht des Publikums wie auch sein Kaufinteresse haben sich gegen früher stark geändert. Sonst waren es eigentlich nur die handeltreibenden Möbel- und Pelzhyänen, die durch gerissenste Bietewttik den Privatleuten und auch sich untereinander die Auktionsobjekte abzujagen suchten und die all den sonstigen häuslichen Kleinkram überhaupt nicht oder höchstens für Pfennige aufkauften. Heute sieht es auf einer Versteigerung ganz anders aus. Das Publikum besteht aus auffallend viel Frauen. In dichten Reihen belagern und be- drängen sie den Tisch, wo Kaffeegeschirr, Gläser, Kristall, Haus- und Küchengeräte aufgebaut sind. Mit sehnsüchtigen Augen umfassen sie>das reiche Lager, alles könnten sie brauchen, es fehlt ja überall. Die Gläserbatterie und die Kaffeeservice, das Küchenbackwunder und die Schale aus Bleikristall und erst recht das Waschservice. Und der Auktionator animiert! „50 Pfennig, meine Damen, das prima Küchen- lxickwunderi" Aller Augen sind hypnotisch aus das Kleinoo aus Aluminium gerichtet: 60, 70, 80 klingt es aus Hausfrauenmunde, es klettert bis gegen eine Mark, und neiderfüllt sehen es die anderen im Arm der einen verschwinden. Mehrere Kaffeeservice erzielen sogar sehr gute Preise, ebenso die Kristallsachen: zwischendurch ramscht dann eine Frau«in paar kleine unnötige und auch unschöne Vasen, Döschen und Schölchen für eine halbe Mark: jetzt kommen die Gläser dran. Es herrscht eine Aufmerksamkeit und ein Interesse, daß man glauben müßte, es wird daheim getafelt und pokuliert, daß es so seine Art hat. Schließ- lich spricht eine kräftige Mannesstimme den Schlußpreis, worauf der Hammer nieversaust und der Käufer seine gläserne Habe an sich nimmt. Bloß die Sektgläser hat er verschmäht: aber die nimmt jetzt seine Nachbarin, ein altes Frauchen. das anfangs heftigst mitgeboten hatte. Für das halbe Dutzend eine halbe Mark hat sie zu zahlen und sie ist selig, wenigstens etwas Gläsernes er- wischt zu haben.„Na, Muttchen, noch aus die alten Tage een Schampus kippen?" meint schmun- zelnd ihr Nachbar. Sie wirst ihm«inen grimmi- gen Blick zu und verschwindet: vielleicht dämmert es ihr, daß sie da was Komisches erstanden hat. Froh und glücklich ist eine Frau, die preiswert ein Waschseroice kaust: beherzt nimmt sie in die eine Hand den Krug, in die andere die Schüssel und holt ihr kleines Einholenetz hervor. Nanu, wie soll denn das darin verstaut werden? Jetzt steckt sie den Krug in das Netz, klemmt die Schüssel unter den Arm, nickt vergnügt nach allen Seiten: plötzlich schreit ihr einer nach:„Frau das rutscht ja!" Auf ein Haar wäre all die Herrlichkeit zu Scherben geworden. Schnell reicht ihr jemand einen Zeitungsbogen, den wickelt sie so notdürftig um.„Ich muß bis oben nach der Schönhauser Allee," meint sie.„Aber doch nicht etwa zu Fuß mit der Porzellanfuhre?" schreit ein kefser Junge. „Na und ob!" Sie schleppt und geht lachen� Bald ist der große Tisch ratzekahl, alles, alles hat seinen Mami oder eigentlich seine Frau gefunden. Magere Sofakissen und verblichene Gardinen, das Schreibzeug und die Vase mit dem Sprung. Jetzt kommt der Perfianermantel und der Herrenpelz dran: das ist natürlich ein müßi- ges Unterfangen: bei der Anfangszahl von 50 M. kriegen sie alle einen Mordschreck, worauf der ge- wiegte Auktionator sagt:„Legt es zu den übrigen!" Um die großen Möbelstücke feilschen und balgen sich dann die Leute vom Bau, da wird ge- kaust und widerrufen, faule Witze und Grobheiten fliegen her und hin. Ganz nach hinten zurück- gedrängt und mundtot gemacht, stehen jetzt die Frauen und starren bloß all das Unerreichbare an: die weißlackierte Küche, für 30 M. hätte man sie weg, das nette Spind, lederbezogene Stühle und dort in der Ecke das schöne Sofa das man so notwendig gebrauchen könnte. Alles ist schon längst losgeschlagen, da stehen die Frauen noch immer uno debattieren untereinander, streicheln das Sofa und ziehen die Schubfächer des Küchen- schrankes aus, in die sie doch nichts hineintun dürfen... Billixe Fracht für Arbeitslose Die Reichsbahn hat sich bereit erklärt, die Frachtermäßigung für verbilligte Kohlen an Arbeitslose und andere Hilfsbedürftige in diesem Winter in demselben Umfange zu gewähren wie im Vorjahre. Die Frachtermäßigung beträgt demnach auch in diesem Jahr wieder 60 Pf. je Tonn«. berufen, ganz neue Methoden zu entwickeln und dadurch zu sehr wertvollen Ergebnissen zu ge- langen. In Zukunft werden wir vielleicht auch Expeditionen zu längerem Aufenthalt aus- setzen und wissenschaftlichen Stationen in der Arktis Proviant, neue wissenschaftliche Hilfsmittel und auch Ablösung bringen können. Die Erkennt- nis solcher Möglichkeiten und der Wille, sie aus- zunutzen, ist reichlich vorhanden, aber es fehlt an der Gunst der Zeit und der Umstände. Eckener schloß mit der Hoffnung, daß die Zeitumstände bald solche Besserung erfahren mögen, daß die jetzt gebundenen Forscherkräfte frei werden für die wissenschaftliche Erforschung mit Luftfahrzeugen. Professor Weickmann, Direktor des Geophysikali- fchen Instituts in Leipzig, gab dann einen allge- meinen Ueberblick über den Aufbau der Aus- stellung und Professor Gruber-Iena sowie Dr.-Jng. Aschenbrenner verbreiteten sich über die interessanten Ergebnisse der photographischen Auf- nähme- und Auswertungsverfahren wahrend der Fahrt des„Grafen Zeppelin". Die Ausstellung wird bis zum 13. November täglich von 10— ISVi Uhr geöffnet fein. Der Eintrittspreis beträgt für Erwachsene 50 Pf., für Ju- gendliche unter 18 Jahren 20 Pf. Reiche Beute! Beladenes Lastauto gestohlen Sin überaus verwegener A u l o r a u b wurde gestern am hellen Tage in der w a l l st r a ß e im Zentrum Berlins verübt. Gegm 14.20 Uhr hielt vor dem Hause Nr. 16 das Lieferauto der Firma Karl O. K a i n aus der B ü l o w st r a ß e 2 7. Der Wagen, der mit Radioapparaten, Röhren und Lautsprechern voll- beladen war, hatte die Erkennungsnummer IA. 33144. Der Chauffeur und fein Begleiter führten in der Wallstraße eine Lieferung aus. Als die Männer nach wenigen Minuten wieder auf der Straße erschienen, war das Auto plötzlich verschwunden. Autodiebe, zweifellos waren es Spezialisten, hatten sich die Gelegenheit zunutze gemacht, um mit dem Auto davonzufahren. Das fiel in der belebten Straße, in der ständig zahl- reiche Fahrzeuge halten, nicht besonders auf. Der Wert de» gestohlenen Gutes beträgt weit über 12 000 Mark. Zweifellos werden die Diebe ihre Beute in Sicherheit bringen und den Wagen dann irgendwo stehen lassen. Beamte des Autodiebstahldezernats haben die Nachforschungen ausgenommen. Der Abschiedskuß Viel Lärm um nichts Ewer von den vielen Unglückseligen, deren Strafregister von Jahr zu Jahr unheimlich an- wächst, erhält vom Schösfengericht Neukölln wegen Einbruchdiebstahls zwei Jahre Zuchthaus. Di« Verhandlung verläuft ohne Störung. Auch in der Berufungsverhandlung verhält sich der An- geklagte vollkommen ruhig. Er beteuert nach wie vor feine Unschuld. Sein Vater ist als Zeuge anwesend. Während der Beratungspause ordnet der Vorsitzende an, daß bei der Urteilsverkündung besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Ein Wachtmeister nimmt vor dem Angeklagten Aufstellung,«in zweiter hinter ihm. Der Ange- klagte scheint von dem Urteil stark betroffen. Als sich sein Vater von ihm verabschieden und den Sohn küssen will, ruft der Vorsitzende Land- gerichtsrat van Haut in scharfem Ton«: Der An- geklagte ist abzuführen. Der Wachtmeister berührt den Arm des Angeklagten. Dieser schreit: Faß mich nicht an— und packt den Beamten an der Brust. Der andere Beamte umschlingt den An- geklagten von hinten. Der erste Wachtmeister ver- setzt dem sich Sträubenden mit dem Gummi- knüppel einen Schlag über den Kopf, der Ange- klagte flüchtet nun durch die Tür zum Unter- suchungsgesängnis. Die Beamten laufen hinterher. Der Vorfall hat einen Strafbefehl auf zwei Monate. Gefängnis wegen Be- drohung und Widerstandes gegen die Staatsge- walt zur Folge. In der Verhandlung vor dem Amtsgerichtsrat Herzfeld erklärt der Angeklagte u. a., es fei zu dem Vorfall nur gekommen, weil er sich vom Vater nicht habe verabschieden können. Im übrigen behauptet er, sich in Abwehr be- funden und niemanden bedroht zu haben. Als das Gericht sich zur Beratung zurückzieht, darf der Vater diesmal an den Sohn herantreten, ihm die Hand reichen und ihm«wen Kuß geben. Dos Gericht ermäßigt die Strafe auf drei Wochen Ge- iängni«. Dem Angeklagten wird zugute gehalten, daß das Verbot, sich vom Vater zu verabschieden, obgleich er nun auf lange Zeit hinaus von der Familie getrennt werden sollte, ihn in verstand- liche Erregung versetzt habe. Der Angeklagte bittet um eine Bewährungsfrist. Der Richter meint, daß es zwar nicht üblich sei. einem vielfach vorbe- straften Menschen Bewöhrungsirist zuzubilligen. daß dies jedoch in diesen, Falle bei guter Führung im Gefängnis vielleicht doch möglich fem.würde. Veiui. Verigssen.des Gerichtssaal� darf der Sohn dem Vater wieder die Hand reichest und ihm einen Kuß geben... Explosion im Laboratorium Im Laboratorium der C h e m i s ch- T e ch n i- schen Reichsanstalt in Plötzensee, Jungsernheide, ereignete sich gestern«in folgen- schwerer Unfall, bei dem zwei Laboranten Ver- letzungen erlitten. Die beiden Laboranten experi- � mentierten mit Hülsen, in denen sich geringe Puwermengen befanden. Aus nockz ungeklärter Ursache entzündete sich der Inhalt eines Behälters explosioartig und eine Stichflamme schoß hervor. Die Angestellten erlitten erhebliche Brandwunden und mußten ins Virchowkran kenhaus ge- bracht werden. Die Verlegungen sind glücklicherweise Nicht allzu gefährlicher Natur. Das ausgebrannke Auto, das gestern morgen im Grunewald von Spaziergängern aufgefunden wurde, ist jetzt als das Eigentum eines na- tional sozialistischen Oberführers W i l k e aus Stettin, der Mitglied des nationalsozialistischen Kraftkorps ist, festgestellt. Der Wagen wurde am Freitagmittag in Stettin vor den Parteiräumen der Organisation von unbe- kannten Tätern gestohlen. Der �lüschow-Film im Planetarium am Zoo. Aus dem Flugzeug„Tsingtau 1313" unternimmt Plüschow Den ersten Flug in das unerforschte §ochgebirge des Feuerlandes, wo der Tod seinen orschungen ein Ende setzte, weinen Film zeigt das Planetarium vom 1. November ab täg- lich um 3, 5, 7 und 9 Uhr. B fitlf&Ci0 Pll Uebcrlaken Schlafdecke M eta 1 1 bettstelle Pf�A-XLAP? LinftIV mir O/l u.. 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I. gegen die Lehrersfrau Ziehm aus Fürsten- berg und ihre Mutter, die Witwe Elisabeth itadewig aus Potsdam, wegen gememfchaftlichen Mordes an dem Schüler Hans Ziehm ausge- fprochene doppelte Todesurteil wurde vom 2. Strai- senat des Reichsgerichts entsprechend dem Antrag des Reichsanwalts rechtskräftig b e> st ä t i g t. Auch die verhängten Nebenstrafen auf lebenslänglichen Ehroerlust und eine gegen Frau Ziehm wegen versuchter Anstiftung zum Meineid und versuchten Totschlags an einer Frau Winkel ausgesprochene lZ4jährig« Zuchthausstrafe haben Rechtskraft erlangt. Frau Ladewig hatte den siebenjährigen Stiefsohn ihrer Tochter in der Nacht vom 18 zum lg. November v. I. mit chlorsaurem Kali vergiftet, das sie dem Jungen in einem Glase Wasser darbot. Die Begleitumstände der Tat, ins- besondere die Beschaffung des Gutes durch Frau Ziehm, deuteten darauf hin, dasi der Mord in ollen Einzelheiten von den beiden Frauen be- sprachen und sorgfältig vorbereitet worden war. Zunglehrer in Not Zum Räuber geworden Tragische Verhältnisse offenbarte die Festnahme eines Fahrraddiebes in der Nähe des Potsdamer Platzes, der sich auf dem Revier als ein 31 Jahre alter L e h r e r B. entpuppte. Der Junglehrer war durch Familienverhältnisse an den Rand des Ruins geführt worden und beging Schul- einbräche, bei denen er Schreibmaschinen stahl. Als das nicht mehr ausreichte, um sinan» ziellen Verpflichtungen nachzukommen, betätigte er sich in den Nachmittagsstunden als Fahrrad- d i e b und wurde dabei erwischt, wie er am Pots- damer Platz dem Boten einer Berliner Firma das Rad stehlen wollte, als dieser es auf einem Be- stellgange an die Hausmauer stellte. Der Junglehrer B. hatte sich vor geraumer Zeit verheiratet, lebte aber in der Folge keineswegs in glücklicher Ehe mit seiner Frau. Es kam zu Aus- cinandersetzungen.. B. lieh sich scheiden. Er hatte zuvor eine komplette Wohnungseinrichtung gekauft, die auf Teilzahlung ging. Er konnte nun bald seinen Verpflichtungen nicht mehr nach- kommen und zog nach Auslösung der Ehe zu seinen alten Eltern. B. kam schließlich soweit, daß er nicht mehr in die elterliche Wohnung ging, sondern in der Schule, an der er als Hilfslehrer tätig war. nachts über schifest' Dabei stellte er fest, daß sich in einem Raum eine.Schreibmaschine befand. Da er nun dringend Geld brauchte, stahl er diese Maschine, versetzte sie und bezahlte da- von seine Schulden. Das Geld reichte aber immer noch nicht aus. Einmal. auf diese Idee gekommen, beging B. sechs weitere Einbrüche. Inzwischen hotten ihm gute Freunde geraten, sich an Renn- wetten zu beteiligen, da damit viel Geld zu oerdienen sei!? Es kam natürlich so, daß B. da- bei alles verlor. Jetzt betätigte er sich als Fahrraddieb und zahlte aus dem Versatz der Räder weiter seine Schulden ab, bis er jetzt er- wischt und der Polizei übergeben wurde. Fmser Platz und Wilmersdorf Die Oberpostdirektion Berlin teilt mit, daß die Vermittlungsstellen mit S e l b st a n s ch l u h- betrieb Emser Platz(Rufzeichen U 6) und Wilmersdorf(Rufzeichen H 7) in Berlin- Wilmersdorf 1, Pfalzburger Straße 42, in der Nacht zum 2 7. November in Betrieb ge- nommen werden. Die neuen Vermittlungsstellen gehören zum Fernsprechamt West in Berlin- Wilmersdorf 1, Pfalzburger Straße 42. Eine Sitzung des Stadlporlamentes ist für die nächste Woche nicht vorgesehen. Fluqraketentag in Tempelhos. Am kommenden Sonntag wird die Direktion der Berliner Flug- hasengesellschaft zum erstenmal in Berlin der Oefsentlichkeit Raketenflüge zeigen. Ingenieur T i l i n g, Osnabrück, wird in der Zeit von 3 bis %5 Uhr drei Aluminiumflugraketen, die eine Höhe von 3 Meter und eine Flügelspannweite von 4 Meter haben, abschießen. Für die Tombola beim Mohltätigkeilssest für das Erholungsheim der Berliner Feuerwehr E. V. am 3. November in den Festräumen des Zoologischen Gartens sind u. o. Freifahrten I. Klasse mit den Dampfern vom Norddeutschen Lloyd und von der Hamburg- Amsrika-Linie gestiftet worden. Aleranderplah vor der Vollendung. Das größte und schwierigste siädlebauliche Unternehmen Euro- pos. die Neugestaltung de» Alexanderplatzes, ist jetzt in das lebte Stadium getreten. Während die große Rasenfläche in der Mitte de- Platze« ihrer Fertigstellung entgegengeht und die legten Spuren der Fundamente des alten Aschinger-Hauses, des früheren Königstädtischen Theaters, im Zusammen- hang mit der Schaffung des neuen Untergrund- bahnausganges zum Alexonderhochhaus beseitigt werden, sind in zwei Stockwerken dieses Baues die Einrichtungen für den neuesten Aschinger-Be- trieb eingebaut worden Heinrich Lurose 80 Zohre alt! Am 31. Oktober feiert der allen Weddinger Arbeitern als unerschütterlicher alter Kämpfer bekannte Genosse Heinrich Burose seinen 8l>. Ge- burtstag. Seit dem Jahre 1872 ist Genosse Burose in der Parte! und Gewerkschaft organisiert. Schon unterm Sozialistengesetz hat er seinen Mann ge- standen. Wie ein Junger verfolgt er auch heute noch als alter„V o r w ä r t s"- L e s e r und regelmäßiger Besucher aller Parteiveranstal- tungen alle Vorkommnisse und Geschehen. SPORT Rennen zu karlshorst. Lazel-Holbblut-Jagbrcnnen: 1. Waldmeister oder 3<1saison eine eihnachtsausstellung in der Spielwarenobtei- lung eröffnet, und zwar ein Zirkus-Barietö. In acht Kojen sind allerlei ergötzliche mechanische Szenen zu sehen, z, B. eine Balalaikakäpell«, ein waschechtes Iiujitsu-Match, Löwendressuren und eine Niggerjazzband. Außer dieser Hauptattrak- tion zeigt natürlich das Spielwarenlager auch sonst alle erdenklichen Herrlichkeiten, von der vier- leisigen Eisenbahn, Elektrobetrieb, bis zum be- 'eidenen Gummibällchen. Trotz der vielen Berbesierungsmaßnahmen. die Telefunken bei seinen neuen Apparaten durchgeführt hat, ist es gelungen, das Preis- Niveau besonders bei kleineren und mittleren Empfangsgeräten sowie bei Lautsprechern nicht unerheblich zu senken. Darin liegt angesichts der bedeutenden Verbesserungen eine beachtliche Stei- gerung Appara: der Preiswürdigkeit der Telefunken- Ipparate. Auch die in Durchführung begriffene Verstärkung der Großsender wirkt sich im Sinne einer Verbilligung des Empfängers aus; denn es wird in der nun beginnenden Saison möglich sein, mit den Telefunken-Volksempfüngern, die eben- falls zu immer größerer Leistungsfähigkeit bei weiter vereinsachter Bedienung entwickelt worden sind, einen recht befriedigenden Fernempfang zu erzielen. Preisrälsel. So etwas war wirklich noch nicht da! Nämlich der 8tägige Werbeverkauf im Gleiser-Haus am Alexanderplatz. Bei jedem der 30 ausgestellten Zimmer steht man vor einem „Preisrätsel". Wie ist es möglich, ein poliertes Schlafzimmer für 485 M. oder ein schön ge- formte«, großes poliertes Herrenzimmer für 560 M. zu oerkaufen? Wie kann man ein Speisezimmer aus Bubinga mit 2 Meter großem Büfett, Ausziehtisch und Stühlen für 465 M. herstellen? Diese Preise sind wirklich so unoor- stellbar niedrig, daß jeder, ganz gleichgültig, wann er Möbel braucht, die Gelegenheit wahrnehmen müßte, sich eines der Ausstellungszimmer im Gleiser-Haus am Alexanderplatz zu sichern. Derschleuderl! Tausende von Frauen über- zeugten sich am Freitag, daß sehr wertvolle Stöfs- reste verschleudert worden sind, die man mit Leichtigkeit für Tischdecken, Kissen usw. verwerten und dadurch mit fast geschenkten Waren zur Der- schönerung seines Heimes beitragen kann.— Solche Veranstaltungen sind nur in einem Total- ausoerkauf möglich, wie ein solcher jetzt bei der O t a g, Leipziger Straße Ecke Markgrasenstraße, dem großen, bekannten, sehenswerten Spezial- haus, da» sich entschlossen hat, seine Pforten zu schließen, stattfindet. Man staunt, was man für 10 Pf.. 20 Pf. und 50 Pf. erhält. Alle diese Reste rühren aus den Beständen der ersten Tage des Totalausverkaufs her. Es dürfte sich hier eine nie wiederkehrende Gelegenheit bieten. An jedem Freitag soll zwischen 9 und 4 Uhr, solange der Totalausverkauf bei der O t a g stattfindet, dieser Resteverkauf vor sich gehen. Ungeahnte Mengen anerkannter Qualitäten werden jetzt auf den Markt geworfen. „wohin mit dem alten Teppich?", so fragt sich manche Hausfrau, dje sich schon lange einen rienen Teppich kaufen und ihren alten doch nicht einfach wegwerfen will— aber:„Wohin mit dem alten Teppich?" Geben Sie ihn der Winterhilfe und zwar über das größte Teppichspezialversandhaus Berlins: über Fischer>5: Wolfs in der «pandauer Straße! In der richtigen Erkenntnis, daß zur Linderung der Rot neben Speise, Trank und Kleidung auch etwas Wohnlichkeit gehört, hat sich dieses größte Teppich-Spezialhaus Berlins entschlossen, gebrauchte Teppiche in Zahlung zu nehmen und sie der Winterhilfe zu spenden. Fischer& Wolfs holt die Teppiche gratis ab und gibt zum Beispiel für einen Teppich in der Größe von 3X4 Meter einen Gutschein über 20 M,, der beim Kauf eines neuen Mercedes- Wdllplüsch- teppichs in Zahlung genommen wird. Warum zeigt der Herr seine Füße nicht? Er trägf bei diesem Wetter noch leichte Sommerschuhe.— Aber morgen geht er zu Leiser, denn morgen beginnt die grosse Leiser-Woche für den Herrn. Die elnzigortige Auswohl kräftiger, stropozierfähiger Winterschuhe und die erstoun» lieh niedrigen Preise, wie sie für Schuhe noch nie da waren, werden nicht nur ihn, sondern alle Männer Berlins überraschen. der meistgetragene Herren-Schuh Berlins WERTHEIM Ausstellung, I. Stock: Die Küche von heute Technik U.Fortschritt im Haushalt Kleiderstoffe Velvetona entzückend. Druckmuster Meter 68 pi 1.20 1.20 1.75 Seidenstoffe Ratine-Jacquard neue Muster, für Morgenröcke, Meter Jersey imit für Blusen und Besätze, fescfae Ausmusterung, Mtr. Reinwollene Craquele-Streifen aparte Farbstellungen, Mtr. Waschkunstseide mit Baumw., in zarten Pf. Farben, ca. 90 bn, Mtr. 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Senil Söndiad -Theaier id.-, Stresemannstr. Täglich 81/»: n wahr. Kthnnzuseln v. Bernard Shaw Maissi, v Theli- mann, Bertens, Evans.Otto, Sima, Wiemann, Deppe, de Kowa. Komödlentiaus Schlffbauerdamm 25 D 2 Weidend. 6304—05 Täglich S1/* Uhr Auslandreise v.Oestefr«idieru.HiRdifelil Felix Bressart Maria Paudler Paul Heidemann TbeateriWestens Steinpl. 5121 Letzte Tjge I Tägi. 4>/, u 8:-i Stg. 2 Vi, 5 u. 8 Vi Körster- ch r i st e l Wömer, Stiiwe, Lichtenstein I. Vorst. 0.30-1,60 Z.Vorst. 0,50-2,50 Lessing-Theaier Tägi 8 Vi Uhr Grete Mosheim OskarHoraolka in Pygmalion �Theater im— jAdmlralspaiast 1 Täglich 8>4 Uhr Gitta A l p a r in Katharina Ab 1. November | im Theater des Westens metropoi-itieater I Täglich 8 Vi Uhr~ Zntzi Massary Eitse Frau, die weit, was sie will! Sonntag nachm. V*3 u. 5 Walzertraum Rose- Tliealer Greil Fmktarltr Streit 132 Iii. Wtidtsal k 1 3422 2.30 Uhr Ganouenehre 5,30 8„4a Uhr Der Hauptmann von Köpenick — Theater am— Scbiffbauerdamm 0 2 Weidend. 9955 Täglich 8-4 Uhr die„Truppe 1931" spielt „Da Hegt der HundbegraDer Komödie m.Musik «. I B. 0a Ob Bendows Bunle Bühne Kottbusser Straße 6 früher„Elite-Sänger" Ab 1. November „Hier können Familien Kaffee kodien 3 1 Tägi 8l/i Uhr, Sonnt, nachm SVs Preise von 50 Pf. an I Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. Letzte Woche! „Und abends wird getanzt" und das Oktober-Programm Sophien-Festsäle Berlin N, Sophien Str.17-18 Fernspr.: Weidendamm 0543 Säle für Vereine, Festlichkeifen, Versammlungen usw. Von 50 bis 1 200 Personen fassend. Kegelbahnen. Günstige Bedingungen. II Montag, den 31. Oktober nadim. Z Uhr 0X a" oe4 ,v. v v.„ 5»� "-»» ovW «.V *-0.. „-f 9 VO»' ZWEITE BEILAGE Der Kampf für Freiheit und für Brot Vorwärts unter den Fahnen der Sozialdemokratie! Als einmal in diesem Wahlkampf ein sozial- demokratischer Redner mit besonderem Nachdruck zum Kampf um die politische Freiheit, zum Kamps gegen die Wiederkehr der Mächte der Vergangen- heit, für die Demokratie, für die Selbstbestimmunz des Volkes in Staat wnd Wirtschaft aufgerufen hatte, trat ihm ein Kommunist entgegen, der seine Ausführungen mit der Formel begann:„Der Referent hat viel von Freiheit und Demokratie ge- sprachen, wir aber wollen wissen, woher wir das Geld nehmen sollen, um in den nächsten Tagen zu leben." Der Versuch, den Kampf um das tägliche Brot, um die Lebensmöglichkeiten und den Aufstieg des Proletariats in einen Gegensatz zu stellen zum Kampf um die politische Freiheit, ist nur ein demagogischer Winkelzug. Die Freiheit im Staate, das Recht aus Selbst- bestimmung. die Idee der Rechtsgleichheit oller Menschen und die Freiheit des Geistes sind werte, die der Mensch, wenn er aus der Barbarei zur Kultur aussteigt, um ihrer selbst willen braucht und liebt, für die die Arbeiterschaft als die Klasse, die heute berufen ist, den Ideen des menschlichen Fort- schrittes zum Siege zu verhelfen, auch dann mit oer äußersten Hingab« kämpfen würde, wenn dieser Kamps um die Freiheit mit dem Kampf um das tägliche Brot und den sozialen Aufstieg keinen unmittelbaren Zusammenhang hätte. Aber in einer Zeit, in der Millionen dem nackten Elend gegenüberstehen, ist es verständlich, wenn manche der Opfer der kapitalistischen Krise, durch Elend zermürbt, das Gefühl haben, daß der Kampf um Freiheit und Demokratie erst dann in vollem Maße zu ihrem eigenen Kampf werden kann, wenn erzugleichderKampsgegenwirt- schaftliches Elend, der Kampf um das tägliche Brot ist. Die Monate oer Baronsherrschaft, die hinter uns liegen, sind ein geradezu ideales Beweis- Material dafür, daß es den vermeintlichen Gegen- satz zwischen dem Kampf um die Freiheit und dem Kampf ums Brot für die breiten Massen der proletarischen Bevölkerung nicht gibt. Denn in oem Maße, in dem es auf dem breiten Rücken der pseudosozialistischen Hitler-Partei den Herren, die die Vertreter der Herrschaftsschichten der Ver- gangenheit sind, gelungen ist. die politische Nestau- ration zu betreiben, haben sie auch durch ihre Wirtschasts- und Sozialpolitik enthüllt, wie sehr eine undemokratische„autoritäre" Regierung darum bemüht ist, die wirtschaftlich* herrschenden zu begünstigen auf kosten der Proletarier. Mit dem Vorstoß gegen den„Wohlfahrtsstaat", mit der Kürzung der Arbeitslosen- unter st ützungen und der Renten der Kriegs- und Arbeitsinvalioen und ihrer Hinter- bliebenen iing es an. Dann kam die zweite große Notverordnung der Papen-Regierung mit dem Programm der„kapitalistischen Offensive" Sie enthielt den Frontalangriff auf das kollektive Arbeitsrecht, das mit der politischen Demokratie entwickelt worden war, sie enthielt für die Arbeiter vielfältige Me- thooen des Lohn drucks und gleichzeitig die Versuche, den Kamps der Arbeiter iim ihre ma- ieriellen Lebensbedingungen durch die Gewerk- schaften einzuengen. Diesem Druck auf die Lebenshaltung der Ar- beiter und die Existenzmöglichkeiten der arbeits- losen Proletarier stand auf der anoeren Seite gegenüber die üppige Entfaltung des Systems der Subventionen für die herrschenden kapitalistischen und großagrarischen Schichten. Während auf der«inen Seite Finanz- not die Begründung zu oen durchgeführten und weiter angekündigten sozialpolitischen Abbaumaß- nahmen liefern mußte, wurden aus der anderen Seite künftige Steuereinnahmen großzügig an Unternehmer verschenkt und wurde die Verschul- dung des Reiches zum Zwecke der Subventionie- rung privilegierter Schichten, vor allem zur Be- fitzerhaltung von Agrariern beoen kenlos erhöht. Unter dem Deckmantel der Ruhmreden für die private Initiative der Unternehmer im Kapitalis- mus, von der man eine Krisenüberwindung er- wartet, werden in Wirklichkeit von der regieren- den Herrenschicht immer mehr Risiken der privaten Wirtschaft auf den Staat übernommen, und es wird die Entfaltung einer planmäßigen öffentlichen Wirtschaft zu- gunsten der Gesamtheit unterbunden. Man begründet das Wirtschastsprogramm der kapitalistischen Ossensive mit dem erstrebten An- s ch l u ß der deutschen Wirtschaft an eine erwartete Besserung der Weltkonjunktur. Aber in- dem man diese unsichere Formel gebraucht, treibt man in Wirklichkeit wieder als selbstherrlicher Funktionär einer hauchdünnen Schicht von Inter- essenten eine Handelspolitik, die nicht zum Anschluß an eine Besserung der Weltkonjunktur führen kann, sondern nur zu einer Selbstblockade der deutschen Wirtschaft, die allen Besserungstendenzen am Arbeitsmarkt Knüppel in den Weg legt und geeignet ist, den Massen oen Brotkorb noch höher zu hängen. Der Kampf um die Kontingentierung der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist zu einer Tragödie der deutschen Wirtschaft geworden. Zuerst hat der Freiherr, oer im Reichs- ernährungsministerium regiert, die Liste der ein- zuführenden Kontingente oerkündet. Schon diese Berkünoung rief einen Abwehrsturm in den für die deutsche Exportindustrie wichtigsten Absatz- ländern mit schweren Schädigungen des industriel- len Absatzes hervor. Dann sollten diese den land- wirtschaftlichen Interessenten versprochenen Kon- tingente nicht einseitig verkündet, sondern durch Verhandlungen mit den betroffenen Ländern zur Die„Kölnische Zeitung" oersteht es nicht nur, sich warm für die deutsche Schwerindustrie einzu- setzen, sie hat jetzt auch ihr Herz für die armen spanischen adligen Großgrundbesitzer entdeckt, die von der jungen spanischen Republik ent- eignet worden sind. In einem Artikel über „Die spanische Bodenreform" vom 27. Oktober wird das Los der Aristokratie und der spanischen Granden, der„letzten Träger des Geistes und der Tradition der gestürzten Monarchie in der Repu- blik" beklagt und bejammert. Erschüttert erfährt der Leser, daß lZ7 herzöge. 122 warquis, 89 Grafen und 2 Ritter von der Schärfe des Gesetzes betroffen werden. Erstaunt fragt sich der Leser, weshalb diese 340 spanischen Adligenfamilien auf den Artikelschreiber der„Kölnischen Zeitung" einen so herzbewegenden Eindruck gemacht haben, daß er darüber ganz zu Durchführung gelangen. Die berühmte„Torna- tenkomrnission" brachte aber nur eine Sammlung von Körben aus den euro- päischen Nachbarländern heim. Es war der Herrenregierung gelungen, Deutschland Handels- politisch in der Welt ebenso zu isolieren, wie ihr das in der allgemeinen Politik durch den Rückzug von Genf und die Begünstigung der Aufrüstungspläne der Generale ge- lungen ist. Von der Mißachtung des Parlaments zur sozial- politischen Reaktion, von der Knebelung der Pressefreiheit zur kapitalistischen Subventions- Politik, vocki rechtswidrigen Vorgehen gegen die preußische Regierung über Zwickelverordnung und Schuloerbote als Konzessionen an das Muckertum bis zur außenpolitischen und handelspolitischen Absperrung mit ihren schweren Schäden für die deutschen Arbeitsmöglichkeiten stellen die Aktionen der autoritären Freiherrnregierung eine ge- schlössen« Einheit dar, ein Bild der antidemokratischen und anti- sozialen Restauration. Der Kampf gegen diese unkontrollierte Cliquenherrschaft, deren Existenzmöxlich- keit nur gegeben war durch das Anwachsen der antidemokratischen Flügelparteien, der Nazis und der Kommunisten im Reichstag, kann nur geführt werden und muß geführt werden als ein Kamps um die Wiederher st ellung der poli- tischen Freiheit, um die Wiederaufrichtung und Sicherung der Demokratie. Nur auf dem Boden der Freiheit und der Demokratie kann die Arbeiterklasse wirksam den Kampf ums Brot, den Kampf um soziales Recht, den Kampf gegen den Kapitalismus für den Umbau der Wirtschaft zum Sozialismus führen. Nicht die Spur eines Gegen- iatzes besteht zwischen dem dringenden Ruf nach Brot und Arbeit für die Massen und dem Ruf nach Freiheit, Frieden und Demokratie. Der Kamps um die politische Freiheit, den wir unter den Fahnen der Sozialdemokratie in diesem Wahlkampf führen, ist zugleich der Kampf gegen die w'rtfchaftliche Drivilegienherrschast, der Kamps für das Brot der Massen. FriU Naphtali. vergessen scheint, daß in Deutschland mehrere Millionen Familien von ar- beitslosen Arbeitern und Angestellten schon lange unter einem unvergleichlich viel härteren Schicksal zu leiden gezwungen sind. Denn jene 340 adligen Familien brauchen ja keineswegs zu hungern: der Korrespondent schreibt nämlich selbst: „Es klingt beschämend, daß die Entrechteten, falls sie über keine andere Einnahmequellen verfügen, um eine Pension beim Staat nachsuchen dürfen." Wenn wir das auch durchaus nicht„beschämend" finden können, so sind wir doch nunmehr völlig beruhigt: entweder haben sie andere Einnahme- quellen, was für die Mehrzahl der 340 Fälle zu- treffen dürfte, oder aber sie haben die Möglichkeit, vom Staate eine Pension zu bekommen, die sicher die Wohlfahrtsunterstützung, die bei uns bewilligt wird, noch um einiges übersteigen dürfte. Man wirft uns immer vor, daß wir so wenig SONNTAG, 30. OKT. 1932 national sind, weil wir nicht gegen das Elend der deutschen Arbeiterschaft kämpfen, sondern die Ausbeutung der Arbeiter in aller Welt besei- tigen wollen. Wenn aber einem K a p i t a l i st e n in irgendeinem Lande etwas genommen werden soll, dann schreien die Kapitalisten in allen Län- dern Zeter und Mordio. Es ist die Bestätigung der alten Erkenntnis, die schon Karl Marx aus- gesprochen hat: Das Kapital hat kein Vaterland! Frotite leiden nicht Braunkohlenkonzerne in der Krise Die großen Konzerne im deutschen Braun- kohlenbergbau haben die Krisenjahre mit Glanz überstanden. Weder 1930 noch 1931 sind irgendwie nennenswerte Einbuhen am Profit festzustellen gewesen. Besonders charakteristisch für die Krisen- sestigkeit des Braunkohlenbergbaues ist der jetzt veröffentlichte Abschluß des Lausitzer B u b i a g- Konzerns, der jetzt Geschäftsbericht und Bilanz für das am 30. Juni beendete Betriebsjahr 1931/32 vorlegt. Obwohl das Berichtsjahr also den Tiefpunkt der Krise umfaßt, weist das Unternehmen einen Be- triebsgewinn von 8 gegen 8,6 Millionen Mark im Vorjahr auf. Dieser Senkung von nur 7,1 Proz. steht aber ein Unkostenrückgang von 17 Proz. gegenüber. Zur künstlichen Niederhaltung des Reingewinns sind die Abschreibungen auf die Anlagen mit 3,3 Millionen Mark fast so hoch wie im vergangenen Jahr, obwohl im Berichtsjahr nur etwa 800 000 Mark gegen 8,3 Millionen Mark im Vorjahr in die Anlagen gesteckt wurden. Trotz dieser beispiellosen Thesaurierungspolitik liegt der Reingewinn mit 2,16 Millionen Mark nur wenig unter dem Stande des Vorjahres, so daß die Aktionäre wie in den besten Konjunkturjahren wieder ihre zehnprozentige Dividende erhalten. Was braucht auch der Profit des Braunkohlen- Magnaten zu leiden, wenn alle Krisenlasten bereits auf die Schultern der Belegschaften und der Kon- sumenten abgewälzt sind! Die Löhne der Braun- kohlenkumpels sind teils durch die Notverordnun- gen, teils durch die Lohnattacken der Unternehmer auf das ärgste gedrosselt worden. Ein großer Teil der Arbeiter liegt aus der Straße. So ist die Be- legschast bei der Bubiag im Berichtsjahr aus 3042 Mann gesunken, liegt also um nahezu 30 Proz. unter dem bisher tiefsten Stande von 1924. Die heute noch beschäftigten 3000 Mann leisten aber in der Kohlenförderung 10 Proz. mehr und in der Brikettproduktion 18 Proz mehr als die rund 4230 Mann starke Belegschaft des Jahres 1924. Diese Leistungssteigerungen werden mit rigorosen Lohnabbaumaßnahmen bestrast, die Unternehmer aber erhalten zu ihren Profiten noch Steuer- g u t s ch e i n e und die Befugnis zu weiteren Lohn- droffelungen. Das ist die„Ankurbelung" des Ka- binetts der Barone. Die Bteuergutscheine Zu Geld gemacht und was dann? Die Steuergutscheine, die als Steuergeschenk zur Wirtschaftebelebung und als Lohnprämie bei Neueinstcllungen gewährt werden, kommen jetzt in den dank- und börsenmäßigen Handel. Sie werden ab 1. November in Nennbeträgen von 100. 200, 1000, 10 000 und 20 000 Mark an der Berliner Börse amtlich notiert, wo- mit sie handelsfähig werden. Die fünf Fällig- leiten zum 1. April 1934, 1933, 1936, 1937 und 1938 werden je besonders notiert. Die Makler- gebühr beträgt% Proz. vom jeweiligen Nennwert. Durch die Handelsfähigkeit der Steuergutscheine Das Kapital hat kein Vaterland Die armen arbeitslosen spanischen Adligen rannen biete zu Gelb gemacht werden. Tarauf itügi sich die Erannung der Regierung Pagen, daß eine Belebung der Wirtschaft durcb Austrage der Unternehmer erfolgen kann. Von den L o h n p r ä m i e n für Neueinstellungen Hot bisher nur ein» e r i ch w i n d e n d kleiner ? e i l der Berechtigten Gebrauch gemocht, was für die Belebung der Wirtschaft nicht viel er- warten läßt. Wenden die Unternehmer die Scheine aus den Steuergeschenken nicht einfach nerfilbern, ohne neue Auftrage zu geben? Wir furchten es: denn Geschenke sind immer �aulheits- Prämien für die Unternehmer gewesen. Ztackisdter Straßenbau Aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierimg ist ein Betrag von 20 Millionen Mark für Straßenbauten in größeren Städten in Aussicht genommen worden. Die Mittel sollen lediglich für Um- und Ausbauten, in Ausnahmefällen auch Neubauten von Straßen ver> wendet werden, die in den Außenbezirken der Städte liegen und hauptsächlich die Funktion "in Fernverkehrsstraßen oder Ringverbindungen Zur Umgehung des Ctadtinnern haben. Straßen- strecken im Stadtinnern werden aus diesen Mitteln nicht behandelt. Die Beträge sollen den Städten unter Berücksichtigung arbeit-- und verkehre- politischer Gesichtspunkte zugeteilt werden. Frankreichs Krise VerstaatHchung der Eisenbahnen? Die französischen Eisenbahnen, die sich zum größten Teil noch in privatkapitalistischen! Beim befinden, leiden nicht erst seit dem Uebergreifen der Weltkrise auf Frankreich unter einem chronischen Defizit. Im Gegensatz zu Deutschland. England und den Bereinigten Staaten kam Frankreich erst im Frühsommer 1031 in die Depression hinein. Der gunstige Stand der französischen Bolkswirtschort hinderte aber nicht, daß schon das Betriebsjahr 1930 bei den Erfenb ahnen mit einem Milliarden- Defizit abschloß. Das vergangene Jahr und beson- d«rs das laufende Jahr 103Z hat die Defizitwirt- schast ins Ungemessene gesteigert. So betrug die Untertülanz der französischen Dahnen in Milliarden Franken(1 Frank=; 13,6 Pfennig): 1030 1,68 1031 2,04 1032 etwa 4.0(geschätzt) Schon m. vergangenen Winter hatte sich ine Situation im französischen Eisenbahnwesen derart zugespitzt, daß anläßlich einer Kammerdebatte wegen cheraursetzung der PersoneMarii« die 'ozialistifche Fraktion durch den Abg 'hlis Mach einen Gefetzentwurf einbrachte, der die Berstastlichu n.g. des fr.onzösis ch.s.n E-fenbahn nstzes zum Fiele hatte. 'Dreier sozialistische Antrag wurde damals von der Kammer abgelehnt. Jetzt aber sieht sich in- rolge der anhaltenden Derschlechterung der finrni- Stellen Lage der französische Minister für öffentliche Arbeiten Daladier gezwungen, vor dem Derkehrsausschuß der Kammer einen Plan zu entwickeln, der einen großen Schritt vorwärts am dem Wege der Verstaatlichung des französischen Eifenbahnsystems bedeutet. Daladier will samt- liche französischen Eisenbahngesellschaften— es gibt mnf große Prioatkonzerne und zwei staatliche Gruppen— zu einer Einheit verschmelzen und dem StaatdasRechtz urKontrolle vor- behalten. Vessers VesdiäftigunA Saisonbelebung in der Wollindustrie Die saisonmäßige Besserung des Beschäftigung?- grobes hat sich in der Wollindustrie kräftiger durchgesetzt als im Baumwollgewerbe. Seit dem Juli ist die Absatzkurve ständig aufwärts gegangen. Die Kammgarnspinnereien arbeiten zur Feit meistens in Doppelschichten, zahlreiche Unternehmen auch in drei Schichten. In Westdeutschland. Sachsen und Thüringen haben bei gleichzeitiger cheraussetzung der Arbeitszeit Neueinstellungen in größerem Umfang stattgesunden, und in einigen Bezirken macht sich sogar ein Mangel an Facharbeitern bemerkbar. Auch die Berlin Sonntag, 30. Oktober 6.1a: Gymnastik 6.35; Aus Bremen: Hafenkonzert. 8: Für 4en Landwirt, 8.5a: Morgenfeier. U0.05: Wettervorhersage. II; Für die Kinder. 11.30; Aus Leipzig Bach-Kantate. 12.10: Aus Breslau: Mittagskonzcr*. 14: Plternstunde. 13.30: Orchesterkonzert. 17.30: Menschen vor dem Beruf. 18.05; Brahms-Konzert. 18.35: Wir ■ ehalten um auf 1922. 15.50: Wilhelm von Scholz liest eigene Prosa. 19.2kl: Schallplattenkonzert. 19.55; Sport: nachrichten. 20: Rudolf Presber liest eigene heitere Dichtungen- 20.30; Aus Wien: Cmmericb Kaiman zu seinem Geburtstag". 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschl. Hörbericht von dem Clshociceykampf B. S. C. 22.45: Aus Wien: Tanzmusik. Montag, 3t, Oktober 6.15: Gymnastik. 6.35; Aus Breslau; Fruhkonzert. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30: Wetter meidungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Die vollständige Familie. 15.35; Rokokolieder. 15,55: Klaviermusik. 16.15; Ein 300jähriger Gedenktag Tan Vermeers van Delft. 16.30: Unterhaltungsmusik- 17.30: Alte Gegner— neue Freunde. 17.45: Doktor Ueberau erzahlt 18.05;.Alte Fiotensonaten 18.35; Ein Gesprach über Malerei. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstundc teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Wohnen als Aufgabe. 19.30: Aus der Stadtkirche Wittenberg; Lutherische Vesper. 20.15: Au« Leipzig;..Wittenberg'. Eine Funkfolge. 21: Wir erinnern an... 21.15; Luther und die Hausmusik 22: Wetter». Tages- und Sportnachrichten- 22 30: Au« Hannover: TTnterhaltuna�Vonz�rt. Dienstag, 1. November 6-15; Gymnastik. 6.35 Aus Hamburg. Fruhkonser 11.30. Aus Königsberg; Mittagskonzen 12.40; Die. Viertelstunde für den Laadwin 14. Schallplattenkonzert 15.20; Politik— ein Zankapfel m der Familie. 15.3? Orgelmusik 15.55. Lieder 16.15. Menschen zwischen Stadt und Land 16.80: Aus Leipzig; Ntcamittagskonzen. 17.30; Zwiegespräch über das Hörspiel:.Eine allerchrist- Tichstc Welt". 17.45. Jugendstunde. 15.05: Geistliche Chöre. 18.30: Bücherstunde. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Ueber den Zeiten von Hans Frentz. 19.30. Schallplattenstunde. 20,30:..Eine all erchristlichste Welt". Eine Dichtung für den Rundfunk- 21.15: Zeitfunk. 21.30; Bach-KVmrert. 22.15 Wetter-. Tages- und SportnachrIcbt",D. Mittwoch, 2. November 6.15; Gymnastik. 6.35: Frahkoczert 11.80; Aus Leipzig; Mittagskonzert, 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Scballplatten-Konzert 15.20: Kindheit ohne Ende. 15.88: Klassische Klavjcrsoaaten. 16.15; Erdbeben auf dem Balkan. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagskonzert 17.30: Zum 105. Geburtstag Lagardcs. 17.45: Jugendstunde. 18: Die Berliner St Hedwigskirche. 18-55; Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10; Gesichter des Todes. 19.30; Schallplattenkonzert. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Sinfonie-Konzert. 21: Wir stellen vor... 21.15: Dichter aus Großvaters Zeiten. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus London: Belsazars Fest. Oratorium, 28.15: Tanzmusik. Berichte aus den Wollkämmereien lasten auf«ine fühlbare Belebung schließen, jedoch wäre es ver- fruht, bei dem ausgesprochenen Saison- charakter der jetzigen Winterausträge aus dieser Belebung schon konjunkturelle Schliisje zu ziehen. Für 5 Millionen Mark Schwellen Die Reichsbahn will zur Förderung des Ar- beitsbeschasfungsprogramms der Reichsregierung für S Millionen Mark cholzschwellen taufen. Dos geschieht, obwohl sie aus früheren Käuten so- viel Vorräte hat. daß kein Bedarf vorliegt. Räch der Erklärung der Reichsbahngeiellschait soll dadurch bei den Waldbesitzern und den Schwellen- DonnerstaZ, 3. November 6.15.' Gymnastik. 6.35; Aus Leipzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.30; Eine landwirtschaftliche Instruktion. 14; Schallplattenkonzert. 15.20; Die weiße Frau in Südafrika. 15.55; Lieder aus vergangenen Tagen. 16.15: Wie geht's? Nur eine Redensart? 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30; Werkstätten auf dem Meeresgründe. 17.45: Kinderkalender November. 18.05; Arien alter Meister. 18.30: Zwiegespräch über die Schlacht bei Roßbach. 18.58: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Schubert-Konzert, 19.40: Arnold Krieger liest eigene Erzählungen. 20: Unterhaltung auf mancherlei Art. Saxophon-Quartett. 22: Wetter Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Freitag, 4. November 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30: Aus Hamburg; Mit- fagskonzert 12.30; Wettermeldungen für den LandwiU. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Die Krankenstube. 15.35: Lieder. 16.15: Auf Nachtfahrt im Ueberland-Transportauto 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30; Das vergessene Buch. 17.40: Die geistige Wandlung in der Arbeiterjugend. 18- Werke von Paul Juon. Klavierkonzert. 18.30: Das neue Buch. 18.40; Balladen und Lieder. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Die Lehre von Los Angeles. 19.30: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 20: Aus Wien: Bunter Abend- 31; Zeitfunk Anschl,: Fortsetzung des Bunten Abends.(Aus Wien) 22.25: Wetter-, Tage«- und Sportnachrichten Ansohl,: Unterhaltungsmusik Sonnabend, 5. November <.1S� Oyrnnastik. 6.35. Ai.s Känissbcrg: rrühkonjsr1 II: Crottnun? der Ausstellung von Lehrltngserbeiten und Oesellenstuokea des Berliner und Mtrkisehen Hendsverks U.30; Aus Königsberg: Mlttegskonrert. 12.30: Wettermeldungen für den Lendu'irt. U: SehallpUttenkomert 15.20: Jugendstunde. 15.40:>iu6 Politik den Charskter verderben?"!6.05: Orchesterkongftrt- 18s Deutsches Sprachgut. 15.20; Vtoünntasik von Prang Schuber*. 18.55: Ehe Punkstunde teilt mit., 10. Stimme rum Tag 19.10; Zehn Minuten Sport. 19.20: Für den Siedler und Klemgirtner. 19.30: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 1945 Schallplattenkonrert. 20.30; ,Der Waffenschmied" Komische Oper von Dortging. Ansch!.: Wetter-, T»g»«. und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 30. Oktober 6.15. Aus Berlin; Gymnastik. 6.55: Aos Bremen Hafen- kotigen. 8: Uebertragung aus Berlin. 21: Der Lebensraum der Pamille. 11.30; Aus Leipzig. Bach-Kantate. 12.10: Aus Breslau: Mittagskongert. 14: Eiternstuijde. 14.30: Stunde des Landes. 15: Dichterstunde. 15.0: Zum 40. Todestage von Cmln Pascha. 16: Aus Känigsberg: Unterhaltungskonzert. 17: Zur Winterhilfe in den N'ot- gebieten Deutschlands. 17.15: Aus Königsberg: Port- setgung des Unterhaltnngskongertes. 18: Junge Generation spricht. 18,40: Zehn Minuten Lyrik. 18.50: Heitere Musik auf alten Instrumenten. 19.20: Aus Berlin; Schallplatten- kongert. 19.55: Sportnachrichten aus Berlin. 20: Das Reich der Deutschen. Anschl.: Uebertragung aus Berlin. Montag, 31. Oktober 16: Pi4a«ogi$cher Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmit- tagskonzert. 17.80: Tier und Umwelt. 18: Musizieren mit erzeugern soviel Arbeit beschafft werden, daß die eingearbeiteten Leute gehalten werden können Die Großhandelspreise sind in der Woche vom 19. zum 26. Oktober weiter von 94,3 aui 94 Proz. gesunken. Ruckgänge gab es bei ollen Warengruppen. Dos sieht nicht nach Wirtschafts- belebung aus. Gesetzliche Regelung des Hopfenanbaues? Am Donnerstag hat im Reichsministerium für Er- nährung und Landwirtschaft eine Besprechung mit Vertretern des Hopfenbaues, der Lrauindusttie und des Hopfenhandels über die Frage einer ge- jetzlichen Regelung der Hopfenanbau- fläche stattgefunden. Eine Einigung wurde zwischen den Beteiligten nicht erzielt. unsichtbaren Partuctn 18.30: Die Knegsschuldfrage 18.55: Stunde des Landwirts. 19.35: Viertelstunde Punk- 'echnik 19.49; Zeitdienst. 21.10: Kongert. Deutschland- sendet: 19.39: Ueber-ragung aus Berlin 21.40: Von der Deutschen Welle: Gotische Fenster und Stetuen. EinHörfolge. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrl-bteo Anseht.; Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 1. November 16.39: Aus Leipzig. Sachmittagskonzer' 17.39; Deutsete Manner Im auGerdeutschen Südosten. 18: Neue Musik. pädagegik 18.30; Volkswlrtschaltslunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Philosophische Lese stunde 19.30: Zeitdienst. Deutschlandsender: 20: Aus Hamburg; Freie Straßen— freies Land Eine musikalisch-literarische Hörfolge. 21.10: Aus Hamburg: Köngen 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten Anschl.: An« Plensburg: Vordmarkkougert. Mittwoch, 2. November 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nach- raittagskoniert. 17.30; Nordisches Cbristecram»is Weg weiser. 18: Schallplattenkongert. 18.30: Volk und Rasse, 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschalt. 19: Englischer Sprachunterricht. 19.35: Stunde des Beamten. Deutsch- tandseeder: 20: Aus Wien: Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen.Mannes, von Hugo von Hollmanns- thal. 31.10; Aus Stuttgart: Das Zijcher-Trlo spielt. 22.10: Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. Anschl.: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 3. November 16. Pädagogischer Punk. 1640; Aus Berlin Nachmct- 'agskonrert. 17.50: Das txgarlindlsche Deutschtum und -eine Sonderstellung in Südosteuropa. 18: WlrtsehaJts- revoluüon und berutsstindische Ordnung. 1840: Die deutsche Dichtung vor dem Weltkriege. 18.55: Wetter- hertcht für die Landwirtschalt. 19: Stunde des Landwirts 1945: Wegweiser durch die Zeit. 19.40: Zeitdienst. Deutsehlendsender: 20: Aus Prankfurt a M.: Orchesterkongert. 31.45: Aus Prankfun a. M.: St Hubertus. Von iagd und Jägern. 22.45: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschl: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 4, November 16. Pädagogischer Funk.!640: Aus Leipzig Nach- mittagskongert 1740: Deutsehe Minner in außerdoutschei Südosten! 18: Alte Musik auf alten Streichinstrumenten 1840; Volkswirtschiftsfunk. 18.85: Wetterbericht für die- Landwirtschaft 19; Wissenschaftlicher Vortrag für Aergte 1940: Stunde der Reichsregierung. Deutschlandsender 20: Uebertragung aus Berlin. 21: Tages- und Sportnach richten. Anschl.: Uebertragung aus Berlin. Danach: Auf Hamburg. Unterhaltungsmusik 22.25: Weber-, Tagesund Sportnachrlchtene Sonnabend, 5. November 16: Warum im Herbst die Blätter fallen 1640: Au' Hamburg: Nichmittagskongert 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit 17.50: Literarische Visionen 15.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Deutsch für Deutsche. 18.35; Wetterbericht für die Landwirtschaft 19: Frangö- sischer Sprachunterricht 19.40: Christus, die Sehnsucht und das Aergemis der Welt Deutschlandsender i 20; Aus Stuttgart: Südfunfcmisehung. Heitere Stunde. 21 i Aus Köln: Die Schule der Welt. Em» Berliner Komödie von Friedrich dem Großen. 22.25! Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. Anschl.: Uebertragung aus Bettln. -Vi;''''ff;•■■■. i'V' Keine Wabvl ins'Blaue unternehmen Sie, wenn Sie auf der Suche nach Winterkleidung uns mit ihrem Besuche beehren. Denn eine oroMsere Aimm schöner, praktischer u. wertvoller Waren [haben Sie noch nicht gesehen, iQerade für Ihre Figur ist das Passende fix und fertig vorrätig!.Und das zu Preisen, deren Tiefstand, der Zeit entsprechend, nicht Oberboten werden kann. Darum; xu Sadiel Modell Mäntel, •Kleider u. Komplets In anermeJMIdier Fülle. in allen Schönheiten der neuesten Mode. 1 Diese bewundernswerten Schöpfungen, die sonst nur in ersten Meßislont anzutreffen sind, hosten nur einen Brndüetl 1 dessen, was dort gefordert wird Hochclegautc PeMnlel J," Bisamrücken edlem in fabelhafter Qualität und vornehmer Verarbeitung aar 198: üngewöhnlfcb schöne Pelzjadten aus verschiedenen Pelrarten, auf elegantem Futter, in bester Ausführung. in A Serien aar 45 59 89 füris wm 20 Ikhr aeöfsnei. * ZK-isgn-xo-'i!'!!«»« bar.«®8. fax htx Sreite;«ccaatM«!«er». Peak»». Deihemee, Mitte und Areuzberq. Dienstsq, 1. November, 191�, ZIHr. xn der 197. Geinewdeschule. Dav,ig?r Straße??<5 Miauten von der Hochbahustatioa ?>oa?»geL Strafe). Tagesordnuag: Die Ziivaestaltanq Groft'Berlias in i�rer Vv?- v'trfvnq auf die Schuf?. Rpsci-ent: Dr. t'ftroa'ski. �rschrinon ist Pilichtl ij- ATh*tt?(�einsch. Saal. öffnnnz 17 Uhr. Beginn der vrograinms lg Übe. anschließend Tanz. Eintritt« Dn Ginnerbslole 55 Pf. Kinder 10 Pf. Die Karten dir Li. »irksfiihrer lind bis spätestens Anfang der Veranstaltung beim Genossen Kubsa) ab,urechn?n. gg. Abt. Di- Funktionars treffen sich WJb'■•9 Ubr bei S*o!t- Vdbmisch« Straße 43. H. Abt. Sonntag früb g Uhr Sitzung der Vizirksstibrer und der Genossen mr die Porwarts-Werbimg bei Schröder. Stiinmetzstraßs 12. *>. Bbt. ssur Bormarts.Agitat'.on tr-ff-n sich die Genossen ll> Uhr frflS bei ... Kntzki, Leine. Site Herinannlticße. Nähece Mitteilunaen dort. Abt. Heute Flugblattverbreitung IN den Laubenkolonien. Treffpunkt sstr alle Part-irnitglieder S.ld Ubr früh am Wittenauer fKnrdbabnbof sUbr). Worge«, ZNontog. 31. Oktober: g. Kreis. Achtung. Abteilungsleiter! Di« Handzettel für d'e Donnerstag. Versammlung sind»om Genossen Stsrnhöfel abzuholen. l?. Kreis, Arbeiterbilbungsschul- Steglitz. Der Kursus der Genossin Küthe Kern wird um 20 Uhr anstatt im Lesesaal der Stadtbücherei in der Real» schule Sieglitz, Flora straße 13, fortgesetzt. 13. Kreis. Alle erwerbslosen Genossen der Eisernen Front beteiligen sich an der Werbearbeit vor dem Arbeitsamt Tempelhof. 41, Abt. Außerordentliche Fahlabende in den beZannlisn Lokalen. 55. Abt. 10. Gruppe. 20 Uhr Zahlabend bei Rohrig. Schloßstratz« 45. 58. Abt. Funktionorsstzung. 04. Abt. Die Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder füllt au«. 07. Abt. 18'/« Uhr kume Besprechung der Funktionäre an bekannte: Stell«. >01. Abt. 19 Uhr Borftandssitziinq an bekannter Stelle. >0». Abt. Pünktlich 18 Uhr Treffen im Lokal F-hrenthol,, Wilhelm. Eck- Kirchstratze ,ur gemeinsamen V-uteilung der Sand, eitel ,ur Kundgebung am 2. November und des neuen vom Bezirksvorsland beraueaeaebenen Fluzblatte«. 118, Abt. FunktionS�onserenz an bekannter Stelle. Dienskag. 1. Rovember: h Streit. Mitwirkend» Lpovtltt und Zugsnd für d»n ffahnensukmarsch in den Gerrianisälen cm 1. Novemdcr treffen sich ün Hinteren Raurn nsm großen«Saat um IS1/» ILHr. ffahnen sind mitzubringen, 4 Kreis. 17 Uhr Ermekchstofenversammlung im Mersheim. D«rnziger «Straße 62. Refersntin Änna Geyer. Lieder zur Lame. ■V Kr>.»is ArSeiterwohlfahrt. 15 ITfjc Grwerb swfenzusammenkun kt im Keim, Titsiter Straße 4. AmumpotiLische Information. Referent Gottlieh Reese Unterhattun. gsteit. Zt. 9Ctt FunktisnLrkonferenz M Reche. 33.®bt. 18 Uhr Sitzung des Abteitungsvorftandes bei Mswget. Koveimikus, GÄ2 Ltdauer Straße. 40. Abt. ftimftionärfonfcrenji, Hagstbergerftraße 20* 63. Abt, 20 Uhr Borstandssitzung mit den Zahlabendteitern Bei Lux. 71. Abt. Mitgliederversammlung und Zahlabend an bekannter Steve.«.Justiz und Politik". Referent: Rechtsanwalt Dr. Katz. Ferner. Einteilung der Wahlarbeit. 94. Abt. Bezirke 70 u. 96 Zahlabend Bei Schröder. Steinmetzstraße 52 98. Abt. 15 Ubr. treffen sich alle erwerbslosen Genossen bei?et6?. ÄnefeBeifr ftraße 135, 103. Abt, Ab 18 Uhr allgemeine ZllugblattverB reitung zur öffentlichen Versammlung von den bekannten Lokalen aus. Bsteiliauna oll-r Genossen ist Pflicht. 131» Adt. Die erwerbslosen Genossen trffen sich jeden Dienstag von 15 Uhr ab im Iugendbeim, Lindenstraße 47. Dienstag, 1. Rovembfr. Rezitationen dpr Genofssn Margarete ssichtner. Alittwochtz 2. Itovember: 1. ASt. Im Sackeschen Hof, Rosenihaler Straße 40/41. Mttgltederversamm. .uvg...Unser Kampf gegen die Reaktion." Referent Genosse Rooch. 4. Abt. Mitgliederversammlung in der Belvedere. Alezanderstraße 21. Rur Fahlabend Hack-r Einteilung der Wahlarbett. «. Abt. Ezira-Fahlabende In den bekannten Lokalen. tagt Donnerstag. 7. Abi. Fahlabends in den bekannten Lokalen. Dreffpunkt 18 Uhr 19. Abt. Fablabend« in den bekannten Lokalen. 20. Abt. Gruvvenversammlungen. 32. Abt. Die Fahladende finden in sümtlichen Griwvcnlokalen statt. 33. Abt. Zahlabende in folgenden Lokalen: Witt, Boigtstraße 38: Lembfe. Schreineistroße 38; Graubner. Boigtstraße 25; Kelm, Rigaer Straß« 85; Schule, Sawariterstraße 20. 37, Abt. Zahlabende: 1. Beilrk bei Fepke, Ebertpstratze 7; 2. u. 3. Bezirk der Serusch. Ebertnstr. 10; 4. bis 8. Bezirk bei Ralchke. Matiernstraße 14. 38. Abt. 19 Uhr, Bezirksführer zu Bartusch. Ab 20 Uhr außerordentliche Fahlabende in allen Bezirken an bekannter Stelle. 54. Abt. Fahlabende im Jugendheim und bei Möller. Fvanklinstraße 19. Wohlarbeiten. 57. Bbt. 17'!, Uhr alle Mitglieder zur'iflugblattvsrbreitung bei Arndt, Kant. straße 51. Di« alteren Genossen bereits Dienstag, ab 16 Ubr. ebendort. 77. Abt. Fablabends mit Gasten an folgenden Stellen: Lokal Mild«. Smone, bsrg, Rollendorsstraßs 16. Referentin Helene Schmitz, M. d, L. Lokal Iüraenr. Schonederg, Barbarossastr. 5». Referent Bruno Lösch«. Lokal Müller, Schünebera, Martin.Luther.Straße 78—79. Reserent: Genosse �cuner. Lokal Will, Tchönebsrg, Martin.Lutber Straße 69. Referent Maz Brinitzer. Tbema an allen Abenden:..Was hat dl« Sozialdemo. kratie für die Arbeiterklasse geleistet?' 91. Abt. 38., 45. u. 46. Bez.: Ertra.Fablabend, 20 Uhr, bei Rausch. Flug. bafenstratze. 29.-37. u. 44. Bez.: Freitag, 4. November, 20 Uhr, bei Palm, Matnzer Straße 16, Extra. Foblabend, 04. Abt. Fahlabende in folgenden Lokalen: 42. u. 68. Bezirk: Lokal Lenk, Selchower Straß« 6: 67. u. 68. Bezirk: Lokal Brauer, Schillerprome» nade 38: 71., 94. u 05. Be-iick: Lokal Gchrodsr, Stsinmetzftraße 52: 97. u. .. Bezirk: Lokal Kowalla, Dkerstraße 15: 40., 69. u. 93. Bezirk: fallen aus. Abt. Fahlabende in folgenden Lokalen: 99., 100. u. 125. Bezirk bei Kutzki, Leine. Ecke Sermannstraße: 128. u. 134, Bez. bei Gramfe, Rogat. Ecke Sermannstraße: 128. u. 130. Bez. bei Helmke. W-rtbepl-tz: 131. 133. v. 183. Bez, bei Lckermann. Emfer Ecke Oder.Siraße. 115. Abt. 20 Ubr Fahlabende in folgenden Lokalen: 1. u. 2, Gruvve bei Stöber: 3. Gruvve bei Radtke: 4. Gruvpe bei Se'pk'', Borber. 18': Ubr, Funktionarsstzung bei Stöber. 118. Abt. Zablabende in den bekannten Lokalen. 124«. Abt. Funitionürntzung bei Draber. Uhlandstr. 18. 181. Abt. 20 Ubr Funktionürverfammluna in der Wolfstzchlucht, Treskowstraße. 140. Abt. Mitgliedekversammlung mit Gasten bei WoitschaS'. Ernst, Ecke Kon, radstraß'..Llnser Kampf gegen die Reaktion." Referent Dr Fuliu« Roses. 140,. Abt. 20 Uhr Wahlhelse»Sttzunz bei Heese, Berliner Ski 7tz, Donnerstag. 3. Noveinber: 18. Kreitz. 15 Wr Erwerbslosenzufammenkunft in der Aula des Sneeums, Wsißenses. Pistorius, Eck« Parkstroß»...Satzire in beitt'gsr Feit." Re. ferent Hans Tauer. Vezirksausschutz für ArbetterwohlfShrt. Am Sonnabend, 5. November, 19'/, Uhr, findet im Saal« de» Raichtzwrrt- tzchaftsrats, Belltzvuestraße 15, ein. Dortrag de» Genossen Otto Bauer, Wien, über:„Die Krise des Kapitalismus" statt, veranstaltet von der Freien Sozia, listischen Hochschule. Wir machen unsere interessierten Genossinnen und Genossen darauf aufmerksam. Karten zum Preise von 0,50 M. sind in der Gefchüftsstelle der Ar�etisiwoblfahrt, Lindenstraß« Z. Z. Hof, 2 Treppen, zu haben. 8. Kreis Wedding. Montag, 31. Oktober. 19>/> Uhr. Sitzung de« erwerterttzn Kreisausschusse» in der Putbusser Straße 22. Wichtige Tagesordnung! 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 1. November, im AItsr»herm Danziaer Straße 62. wichtige Helfcrsstzuna. Die Kre.isfrauenleiteriN wird gebeten, an dieser Sitzung bestimmt teilzunehmen. 8. Are!» Kreuzierg. Montag. ZI. Oktober. 20 Uhr. bei Krüger, Grimmstraß« 1. Sitzung der Abteilungxleiterinnen und.leiter, die in der Winterhilfe tätig sind. 11. Krei» Schoneberg. Dienstag, 1. November. 20 Uhr, Helfirsstzung der Arbeiterwohlfahrt mit den Bezirkspflegern im Neuen Schönebsrger Rathaus, Fimmsr 144, Tagesordnung: Winterhilfe, Gefangenenfürsonge, Verschiedene?. Pollzäblioe? und pünktliches Erscheinen, erbetzen. Arbeiisgemeinfchaft der Sinderfreuade. Bastelkursus pünktlich 19>- Uhr. Thema: Holzarbelten. Bringt euch yull« Werkzeug mit! S Friedrich-haw. All» Bastelhelfer treffen stch zum Kurfu« am Diens- taa im Heim Diestslmeverstraße. Kreuzberg. Baftelirel». Der Bastelkreiz kommt am Mittwoch um 17 Uhr in der Wassertorstraße zusammen. Rot, und Iungsalken, bringt euch Laubsägen. Bleistifte, Pappe, Holz, Scheren und kleine Astgabeln mit! Nestfallen sammeln. bis dahin leere Streichholzschachteln und bringen ebenfalls Schere und Bleistift mit,— Der Sinqekreis ist Mittwoch. 17 Uhr. im Heim Urbanstraße 167.— Der Kursus für Erste Kilse tagt in der Weltlichen Schule Diessenbachstraß«. Beginn Mittwoch, 17 Uhr. Es nehmen je 5 Falken von jeder Zisl-Falken. Gruppe daran teil. Für die übrigen Falten beginnt im Januar ein neuer Kursus.— Badeo letzt nicht mehr Dienstags. Wir beteiligen uns an den Badeabenden de? Schwimmvereins„Röve'. Alle Falken müssen ihren Falienauswei» an den Badeiagen mitbringen, außerdem 12 Pf. Badegeld. Der genaue Tag wird noch an dieser Stell« bekanntgegeben. Zempelhos. Morgen. Montag, Helfersttzung bei Pommeraning, Berliner Straße 100 Neukölln. Montag, 31. Oktober, von 18 bi« 19 Uhr Helferbe.sprechung der Nestfalkenhelfer>m Keim Gonghoserstraße. Soheiischöshansen. Montag, 31. Oktober, von 17 bis 19 Uhr Svielsn in hetz Schulbaracke Dingelstäbter Straße.— Donnerstag, 3. November, kommen nochmals oll« Falken im neuen Jugendheim, Hauptstraße, von 17'/> bis lOV- Uhr zusammen.. Krei, Reuiölln. Die Beranstaltung„Falken gedenken der Revolution" sinbat am Dienstag, 8. November, im Soalbau Bergstraße statt.— Rote Fallen. Heut? um 16 Uhr üben wir im Kreisheim: anschließend Heimnachmiitaz.— Z.-F� und R.-Z.-Helfer. Am Montag um 18 Uhr im Kreisheim Arbeitshesprechung. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 18. Abt. Am 25. Oktober verstarb unerwartet unser Funktionär und lang, führtger Parteioenoss« Paul I d e. Martin-Opitz-Srioße 4. Ehre seinem An. denken! Einäscherung Dienstag, 1. November. 18'.! Uhr. im Krematorium Gerichtftraße. Um rege Beteiligung wird gebeten. 28. Bbt. Am Donnerstag verstarb im Alter v8n 42 Fahren unser Senvsse Sein, Doppel. Franseckistraß«. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Montag. 31. Oktober, 14'/» Uhr auf dem Friedhof Siesenstraße. 91. Abt., 46. Bezirk. Unser Genosse, der Tischler Ernst Riedel. Flug- hasenstraß« 5. ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Genosse Riedel war 36 Jahre Parteimitglied: er hat stet« an allen Arbeiten rege teilgenommen. Ehre seinem Andenken! Einäscherung Montag, 31. Oktober, 19 Uhr, tsi Krema. torium Serichtstraße. Um reg« Beteiligung wird gebeten. ÄÄ vtz.t; MM.i - V iÄ>\: ,f r.vI STiH'Xviiv smw- WO.! |» I btlMt»-1 ■ .um;.-.?. 7 '■i>'•/ MU U'-- / I Beginnt Montag froh 9 U h r 1 1 1 • T t Damenstrumpfe kOnstlicho Waschseide, schwärt, ooor Hcrren-Fanta») siosocken, mod. Muster-.Pf- DTrägerhemden' weiß Hemdentoch mit. farbiger Blende......... Pf. Jumperschürzen iaspe. mit farbigem Paspel oder G u m tn i plortenschörzo gemustert, besond. groß Pt.' Selbstbinder Ri es« n a utwa h I in ge- schmadcvollen Dessins Pf.' □'Taschentücher Mocco. mit farbigen Muschel kanten 3 StOoc Pf. Handtücher Ooiper, ca. 36x100 cm, mit farbiger Koni», gos. u. gab.' Hemdenpassen bis ca. 120 cm weit, solide Stickerei...... Stüde Pf. 38 Servietten- r\ o Packung, 2S große, 25 Tee-*2\fJ servleten, 25 Tropfdecken_ W fi in C e 1 1 o p h a n........ Pf. Vsr Ditib G7HMveMH(44l4 Damenstrümpfe kflnstU Waschseide, L Wahl, oder Herrensodcen, Wolle| plattiert, schön. Mel. Paar Pf. 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Schwindende Kauskrast der Blassen und Absperrung Deutschlands vom Weltmarkt bedrohen besonders den Arbeitsmarkl der Angestellten. Die volksfremde feudale Staalssührung nennt sich eine.autoritäre Regierung". Die echte Autorität einer Staatsmacht kann aber nur aus der Grund- läge des Vertrauens der schaffenden Volkskräfte erwachsen. Die Volksherrschaft soll durch ein geschichtlich längst überholtes konfer- vatives herrenrecht abgelöst werden. Seit wonaten ist die Demokratie in der neuen Slaatsführung zu einem Fremdkörper geworden. wird dieser Entwicklung durch die Wähler am ö. November kein halt geboten, so müssen mit dem Abbau der Demokratie auch der Arbeitsschutz und das kollektive Arbeitsrecht ihre Heimstätte in Deutschland verlieren. Die Kräfte des vorkriegszeitlichcn monarchistischen Deutschlands holen zum Schlag gegen die republikanische Staats- und Sozialversassung aus. Um die Herrschaft eines versagenden und absteigenden Kapitalismus ausrecht zu erhalten, sollen die Angestellten und Arbeiter ihrer demokratischen Abwehrwasfen beraubt und jedes Einflusses in Slaal und Wirtschaft ent- äuhert werden. In diesem Wahlkamps messen sich die sozialen Kräfte des republika- Nischen Deutschlands mit den kapitalistischen Mächten der Gegenrevolution. Die Verteidiger demokratischer Grundrechte im politischen und sozialen Leben stehen gegen eine faschistische Gewaltherrschast. Scheingefechte, wie sie von den Faschisten gegen die feudale Staatsgewalt geführt werden, dürfen die Angestellten nicht täuschen. Die getrennt marschierenden Gruppen der Reaktion sind entschlossen, nach dem 6. November ihren sozialen Vernichtungskampf gegen das arbeitende Volk gemeinsam durchzuführen. Der Aufmarsch der Wähler für die Eiserne Front muh gleichzeitig zur Mobilisation der grohen Armee des anlikapitalistischen Deutschlands werden, um die Reaktion zu überwinden. Angestellte, Arbeiter und Beamte umfassen mehr als zwei Drittel aller Wähler. Ihr Arbeitsschicksal liegt in ihrer Hand. Kolleginnen, Kollegen, denkt am 6. November an Lohnabbau und soziale Not. Der lehle Reichstag vom Zt. Juli hatte eine kommunistisch-nationalsozialistische Mehrheit, und er hat damit das Elend gesteigert. Denkt an die sozialen Errungenschaften der lehken t0 Zahre. Sie sind unter dem mahgeblichen Einsluh der Sozialdemokratie gewonnen, durch die Reaktion und ihre Helfer wieder gefährdet und teils zerstört worden. Nur ein sozialistisch-republikanischer Reichstag kann Deutschland aus der verhängnisvollen Isolierung von heule befreien. Nur ein arbeitsfähiger Reichstag kann wiederum den Anschluß an die Weltwirtschaft. Arbeit und Brot bringen. Autarkie ist das Ziel der Reaktion, Autarkie ist Not und Hunger für die Besitzlosen. wählt einen Reichstag für sozialistische Bedarfs- und Planwirtschaft und ihr wählt den weg ins Freie. habt am 6. November den willen zum Sieg der Eisernen Front und ihr habt die Macht zur wirtschaftlichen und politischen Freiheit. Ge- staltet die Eiserne Front zur breiten Massenfront aller antikapilalistischen Kräfte, zum Willenszentrum für die Einheit aller Kopf- und Handarbeiter. Kämpft mit uns gegen Diktatur und Reaktion— für Recht und Freiheit. Gegen Faschismus und Kapitalismus— für Frieden und Sozialismus. Afa-Bundeövorftand. Immer neue Entlassungen! In der Staatlichen Porzellanmanufaktur Die Schönfärber der Papen-Regierung re- gistrieren jeden einzelnen Fall, in dem ein Betrieb nach dem 15. September Einstellungen vorge» nommen hat, um zu beweisen, daß die konservativ- autoritäre Regierung auch der Arbeitslosigkeit mit Verordnungen beikommen kann. Alles, was das glänzende Bild trüben könnte, wird verschwiegen. Während man jubelt, daß die Privatindustric Arbeitslose einstellt, werden aus Staatsbetrieben die Arbeitnehmer auf die Straße geworfen. Die Staatliche Porzellanmanufak- tur in der Wegelystraße wurde selbstverständlich durch die Krise nicht verschont. Sie brauchte eine» Zuschuß, der ihr durch Beschluß des Landtages vom Finanzministerium auch gegeben wurde, so- lange die Regierung Braun-Severing am Ruder war. Jetzt weht ein anderer Wind. Das Finanzministerium hat die Zuschüsse, die sich für das ganze Jahr 1931 auf 80 009 Mark beziffern, verweigert, trotzdem im Handelsausschuß am 13. Oktober erneut ein Antrag auf Weiter- gewährung der Zuschüsse angenommen wurde. Der Reichskommissar hat die Direktion aufgesor- dert, 85 Arbeitnehmer zu entlassen, damit die Manufaktur ohne Zuschüsse auskommt. Bei Beginn der Krise, als die ersten Entlassun- gen gewerblicher Arbeitnehmer erfolgte(die Be- legschaft wurde seitdem von über 600 auf 300 verringert), verlangte der Arbeiterrat, daß dementsprechend auch die Zahl der leiten- den Direktoren und Angestellten einge- schränkt und alle nicht notwendigen Ausgaben wegsallen sollen. Die Direktion wie der maß- gebende Referent im Ministerium erklärten, dies sei nicht möglich. heute sieht man ei», daß der Arbeiterrat Recht hatte. Jetzt wo es zu spät ist und hundert- tausende, die gespart werden konnten und als Zuschüsse für die Manufaktur gezahlt werden mußten, soll auch hier abgebaut werden. Für die Privatindustrie ist Geld in hülle und Fülle da, für die Staatsbetriebe schein! man eine Ankurbelung für überflüssig zu halten. um so mehr, als die Staatsbetriebe der Privat- industrie ausgeliefert werden sollen, hält man die Manufaktur schon reif dazu? Es sollen jetzt Arbeitnehmer entlasten werden, die bis zu 40 Jahren und darüber hinaus in der Manufaktur gearbeitet, ihre Beiträge zur Pensionskasse gezahlt haben, vor dem Um- schwung mit niedrigen Löhnen vorlieb nehmen mußten, mit dem Hinweis auf die spätere Pen- sionierung und nun um ihre Hoffnungen geprellt werden. Ein Illustration, wie die Staatsbehörden den Willen hindenburgs ehren, die sozialen Rechte der Arbeiter nicht anzutasten. Für die Pensionen hoher Militärs hat das Finanz- Ministerium Geld. Wenn es aber um die wohl- erworbenen Rechte der Arbeitnehmer geht, stolpert man nicht über„Zwirnsfäden" und fühlt sich auch nicht an Beschlüste der Bolksvertretung gebunden. Man überläßt die Arbeiter dem Elend und der Wohlfahrtsfürsorge und belastet die Gemeinden. Die Arbeiterschaft hat es in der Hand, dies« Mißwirtschaft zu ändern, indem sie sich in der für sie zuständigen Organisation, dem Verband der Fabrikarbeiter(Keramischer Bund) zusammenfindet und darüber hinaus am 0, November für die Liste 2 stimmt. Ankurbelung? E» wird schon wieder entlassen Zu der im„Vorwärts" vom 19. Oktober 1932 veröfsentlichten Notiz mit der Ueberschrist „Kleine Anfrage" über die Mehreinstellung von Arbeitskräften in der Schokoladenfabrik G e- brüder Stollwerck A.-G.. Köln, wird uns vom Verband der Nahrungsmittel- und Ge- tränkcarbeiter geschrieben: In diesem Schokoladenbetrieb wurden im Juli 1404 Personen beschäftigt, im August 1500(in diesem Monat wurden 60 Personen neueingestellt), im September 1005(Neueinstellungen 140). In den beiden Monaten August und September sind somit nur 200 Personen neu eingestellt worden, Es trifft aber nicht zu, wie der MTB.-Handels- dienst mitteilt und durch die der Papen-Regierung nahestehende„DAZ." weitergeleitet wird, daß 800 Arbeiter auf Grund der Notverordnung der Reichsregierung neu eingestellt wurden. Die Mehreinstellungen sind in der Schokoladenindustrie jedes Jahr in den Monaten vor Weihnachten notwendig. Diese sogenannte Weihnachts- faison erledigt in kurzer Zeit Mehrausträge für die Festtage. Durch die in den letzten Iahren zur Einführung gelangten besseren Maschinen ist jedoch in der Schokoladenindustrie ein starker M ll ck g a n g der Betriebsbelegschasten eingetreten und die Saisonzeiten drängen sich auf wenige Wochen zusammen. Auch bei Stollwerck ist b e- reits heute schon ein Rückgang der beschäftigten Personen zu verzeichnen, weil die Hauptarbeit für Weihnachtsartikel b e- reits erledigt ist. Die DAZ. und der WTB.-Handelsdienst haben durch ihre unrichtige Mitteilung der Oefsentlichkeit vormachen wollen, daß ausgerechnet in der Süß- warenindustrie durch die Papen-Notoerordnung sofort eine Besterung eingetreten sei. Mit diesem Schwindel sollte bestimmt versucht werden, Papen als den Retter der Wirtschaft hinzustellen. Streik in Lancashire Lohnkürzung abgelehnt Manchester, 29. Oktober. Eine neue Krise bedroht die Baumwollindustrie von Lancashire. Das auf der Basis der Lohn- senkung um 18)-� Pence je Pfund Sterling am 23. Oktober abgeschlossene Uebereinkommen, das am 31. Oktober in Kraft treten sollte, ist mit einer überwältigenden Mehrheit von Vertretern der Spinnereiarbeiter, hauptsächlich aus den Bezirken von Bolton und Oldham, abgelehnt worden. In Ausführung dieses Ablehnungsbeschlustes werden die Arbeiter die Arbeit in denjenigen Spinnereien, wo die Lohnkürzung in Kraft ge- setzt wird, am 31. Oktober nicht wieder aus- nehmen. Betroffen sind 150 000 Arbeiter. Beamtenabbau Papen-Regierung macht den Anfang Durch das Eintreten der Sozialdemokratie in der Nationaloersammlung 1919 ist das B e r u s s- b e a m t e n t u m in der Reichsversastung ver- ankert worden. Leider ist das Beamtenprogramm der SPD., worin sie sich grundsätzlich für das Berufsbeamtentum einsetzt, bei den Beamten nicht genügend bekannt. Die demagogische Agitation der reaktionären Parteien ist deshalb bei den Beamten nicht ohne Erfolg geblieben. Um so mehr dürsten sie jetzt enttäuscht sein, daß ausgerechnet das Kabinett Papen, das sich auf die Deutschnationale Volkspartei stützt, den ersten entscheidenden Schritt zum Abbau des Berufsbeamtentums getan hat. Nach einem Erlaß des Reichsministers der Fi- nanzen, Graf von Schwerin-Krofigk. werden in der Zollverwaltung auf abseh- bare Zeit keine Beamtenanwärter für den einfachen mittleren Dienst mehr eingestellt. Der Zweck ist die Ersetzung der Hälfte der Grenzzollbeamten durch Ange» st e l l t e, die jedoch nach spätestens drei Jahren wieder entlassen werden müssen. Mehr als 2500 Veamlenstellen gehen dadurch für die Unterbringung von Beamtenanwärlern verloren. Ein netter Anfang, der nach den Wahlen Schule machen wird. Das sollte allen Beamten zu denken geben. Auch am nächsten Sonntag. Neue Anschläge Gegen die Sozialversicherung Die Vereinigung Deutscher Arbeitgeber- verbände Hat, wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, einen Entwurf zur vollständigen„Re- organisation" der Sozialoersiche- r u n g ausgearbeitet. Dieser Entwurs soll schon in den nächsten Tagen der Reichsregierung über- mittelt werden. Wie alle bisherigen sozial- politischen Resormvorschläge aus Unternehmer- kreisen, so zielt auch dieser Entwurf aus eine weitere Kürzung der schon stark geschmäler- ten Renten für Invaliden, Witwen und Waisen, Auch die Arbeitslosenversicherung soll in den Bereich der Reform einbezogen und wahrscheinlich vollständig zerschlagen werden. Die Knappschaft, die Sonderversicherung der Berg- arbeiter, soll ebenfalls nicht verschont werden. Die Fachgruppe Bergbau wurde mit der Ausarbei- tung besonderer Reformvorschläge beauftragt. * Der gemeingefährlichen Maulwurfsarbeit der Unternehmeroerbandssyndizis muß mit a m nächsten Sonntag begegnet werden. Aber auch die Gewerkschaften müssen gestärkt werden, um die„Reorganisation" der Sozialoersicherung wie die Reaktion sie auffaßt, abzuschlagen. Wieder jung und frisch »Ich, Frau Wilhelmtne Dickmann, Weide- nau-Eieg, Mückerstraße, litt lange Zelt an Gicht und Blutandrang nach dem Kopfe, sodaß ich die Treppe nicht mehr steigen konnte. Seitdem ich Zinsser- Knoblauch- Saft gebrauche, fühle ich mich wieder jugendlich uud frisch und ist der hohe Blutdruck völlig verschwunden und das Treppensteigen fällt mir nicht mehr schwer".— Nehmen Sie auch Knoblauchsast, aber.Zinsser" muß es sein. Er wirkt appetitanregend, reinigt Blut und Darm, schafft gesunde Säfte und leistet bei Arterienverkalkung, zu hohem Blutdruck, bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallen- leiden, bei Asthma, Rheumatismus und allen Stoffwechselstörungen gute Dienste. Eine Fasche kostet Mk. 3.—, eine Versuchs- flasche nur Mk.l.—.Geruchlos und ohne Geschmack sind Knoblauchöl-Kapseln und Knoblauch-Tabletten. Schachtel je Mk 3,—. 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RGO. vereinbart Zusammenarbeit mit Streikbrechern Die RGO hat in Berlin nicht nur den„sieg- reichen" Streik bei der.Krastag" zu verzeichnen� sonder» auch einen ähnlichen„Erfolg" bei der Eisenkonstruttionssirma Steffen» u. Nölle Vor etwa einem Monat woilie die Firma die Akkordarbeit befeitigen und ihre Arbeiter nur noch im Lohn ocfchäftigen: sie verlangte von ihnen fedoch trotz der IS- bis 20prozentigen Aer- diensttlirzung die gleiche Leistung wie im Akkord. Die Forderung der Firma be- deutete z. B.. dah die Stundenverdienste der Schirrmeister von durchschnittlich l.ZO M und die der Kolonnenführer von durchschnittlich 1,19 M. auf SZ Pf herabgesetzt worden wären. In den Verhandlungen mit dem Metoll- orbeiteroerband gestand die Firma zu den Tariflöhnen noch«ine Sonderzuloge von 8 Pf zu. so daß der Lohnobbau durch die Ver- Handlungen schon halbiert war. Trotz der War- n u n g e n des Metallarbeiterverbandes, der noch- mals mit der Firma verhandeln wollte, trat die zum größten Teil aus Unorgani- sierten bestehende Belegschaft am 3. Oktober in den Streik, der von der RGO.„geführt" wurde. Die Oesfentlichkeit wurde über den Stand der Bewegung durch die„Rote Fahne" irregeführt. Am l6. Oktober behauptete sie z. B., daß neben Nazis auch SPD.- Leute Streikbruch leisten, was in einer darauffolgenden Streikver- sammlung mit großer Mehrheit, also auch von den RGO.-Leuten, als Lügenmeldung fest- gestellt wurde Am 29. Oktober gab die„Rote Fahne" auch ihren„Irrtum" zu. Am 23 Oktober erschien in der„Roten Fahne" eine Photographie, die die angeblichen M a s s e n st r e i k p o st e n bei der Firma Stessens u Nölle zeigte. Auch diese Photographie wurde in einer Streikversommlung herumgereicht und als grob« Fälschung erkannt. Das Bild zeigte weder den Fabrikeingang noch Streikende der Firma Steffens u. Nolle. Als es der Firma allmählich gelungen war ungefähr 59 Streikbrecher aus dem Lager dei Nazis und Stahlhelmer zu gewinnen, verhandelte schließlich die Streikleitung mit ihr. wobei sie das Ergebnis erzielte, daß für alle Gruppen ein um 2 Pf höherer Stundenlohn festgesetzt wird al» vor Ausbruch des Streiks dem DMV. angeboten worden war Die in der„Roten Fahne" aufgestellte Behaup- tung, daß zwischen den früheren Löhnen und den durch den Streik erzielten nur noch eine Differenz von 2 bis 4 Pf. besteht, ist ein g r o b e r S ch w i n- d e l. Diese Differenz beträgt in Wirklichkeit immer noch 3 bis 17 P f pro Stunde. mit Ausnahme der beiden unteren Lohngruppen der Transportorbeiter, wo kein Lohnabbau er- folgt, während das Angebot an den Metall- arbeiterverband einen Abbau von 2 bis 3 Pf. enthielt Die Arbeit ist am Mittwoch nach über dreiwöchigem Streik wieder aufgenommen worden. Mit diesem mageren Ergebnis hätte sich die RGO mit den Unorganisierten bestimmt nicht zufrieden gegeben, wenn es der Metall» arbeiterverband vor dem Ausbruch des Streiks auf Grund nochmaliger Verhandlungen mit der Firma erzielt hätte. Da es sich sedoch um eine„revolutionäre" Belegschaft handelt, und der Streik von der RGO. geführt wurde, feiert man einen großen Sieg. Die Mitglieder des kommu- nistifchen Cinheitsnerbandes haben jedoch eine Vereinbarung mit der Firma getroffen, in der es u. a. heißt: „Die streikende Belegschaft versvricht. diejenigen Leute, die während des Streiks arbei- teten, und auch solche die während des Streiks eingestellt wurden, n i ch t zu belästigen." Wie lange wird es noch dauern, bis die Unter- Zeichner dieser Vereinbarung mit den streikbreche- rischen Nazis und Stahlhelmern eine gemeinsame Aktion ähnlich wie bei der„Krastag" ankurbeln werden? Als erledigt erklärt � 84 Zikter 4 BRG. Amtlich wird erklärt: „Seit einiger Zeit werden in der Presie angeb- liche Pläne des Reichsarbeitsministeriums zur Aenderung des Z 84 des Betriebs- rätegesetzes erörtert. Es soll eine teilweise Aufhebung des Einspruchs gegen Kündigungen wegen unbilliger chärte bevorstehen, von der eine vollständige Beseitigung dieses wichtigen Schutzes der Arbeitnehmer in der Krise befürchtet wird. Die Befürchtungen sind grundlos. Was den Erörterungen tatsächlich zugrunde liegt, ist ein« Anregung, die von einzelnen öffent- lichen Körperschaften an das Reichsarbeitsministe- rium herangetragen war, durch eine vorüber- gehende Aenderung des§ 84 Ziffer 4 des Betriebsrätegesetzes die Möglichkeit zu erleichtern. daß langfristig erwerbslose Familienväter im Aus- tausch gegen jüngere Hilfskräfte auf einige Zeit beschäftigt würden. Gelegentlich von Besprechungen mit Vertrerern der Spitzenverbände der Arbeitgebs'' und der Gewerkschaften ist diese Anregung erörieri worden; dabei hat, wie jeder Teilnehmer weiß, der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums betont, daß nicht ein Vorschlag des Ministeriums, sondern eine Anregung von Städten zur Erörte- rung steht. Di« Gewerkschaften haben die Anregung einmütig abgelehnt. Damit ist die Sache erledigt." „Verrat" bei Israel? In den letzten Tagen wurde das Gerücht ver- breitet, daß es in dem Kaufhaus N. Israel iT\ der Königstraße zu einem ernsten Konflikt mit dem gewerblichen Personal gekommen und ein Streik unvermeidlich sei. Da die RGO. in ihrer bekannten gehässigen Art den Arbeiterräten der Firma in einem Flugblatt„Verrat" der Jnter- essen der gewerblichen Arbeiter vorwirft, gibt uns der Gesamtoerband folgende Darstellung über die Differenzen bei der Firma N. Israel, die den Gerüchten zugrunde liegen: „Am 20. Oktober wurde dem gesamten gewerb- lichen Personal durch einen Anschlag am schwarzen Brett mitgeteilt, daß die übertariflichen Löhn« sofort um die Hälfte gekürzt undabl. Januargänzlich fortfallen sollen und auch keine Weihnachtsgratifikation mehr ge- währt werden soll. Diese unvermittelte Bekannt- gäbe löste eine spontane Abwehraktion aus; die gewerblichen Arbeiter erschienen am nächsten Morgen zwar im Betriebe, übten jedoch passive Resistenz Daraufhin zog die Firma nach Verhandlungen mit dem Arbeiterrat den An- schlag wieder zurück, woraus die Arbeit ge�.en Mittag geschlossen wieder ausgenommen wurde. Dieser ganze Konflikt und die damit verbundene Gerüchtemacherei hätte vermieden werden können, Acfoiisg&HeiMcUafi sMUaidefftokcaüscUec D<*Uide**! Am 26. Oktober hat sich eine Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Dentisten gebildet. Alle organisierten Kollegen werden gebeten, dieser Arbeitsgemeinschaft beizutreten. Entsprechende Aufnahmegesuche und Zuschriften sind zu richten an Kollegen Bernhard Buchholz, Berlin-Neu-Lichten- berg, Rupprechfstraße 6. Telefon: E5 Lichtenberg 2092. wenn der Berater der Firma nicht so Willkür- l i ch und einseitig über die Interessenvertretung der Belegschaft hinweg derartige Maßnahmen ge- troffen hätte, wie es leider geschehen ist." Es ist zu erwarten, daß sich ein derartiges Vorkommnis bei der Firma N. Israel, die auch mit ihrer Personalpolitik keinen schlechten Ruf hat, nicht wiederholen wird. Der RGO. aber, die diese spontane Abwehraktion für sich auszunutzen versuchte, dürfte klar geworden sein, daß sie bei dem vollzählig freigewerkschaftlich organisierten ge- werblichen Personal der Firma N. Israel keine Sympathien hat. Nazi-Betrlebsratövorsitzende MuQten abgesetzt werden Dem Betriebsrat der„Allianz", Lebensversicherungsbank A.-G. gehörten als Vor- sitzender und als dessen Stellvertreter zwei Nationalsozialisten an, die in enger Verbindung mit der nationalsozialistischen Be- trle»»zelte ihr Amt zur Begünstigung nationalsoziallstischer Propaganda mißbrauchten und ihre Aufgabe die Interessen der gesamten Arbeitnehmerschalt zu vertreten, vernachlässigten Natürlich konnte die n i ch t n a t> o n a l s o z i a> li st ische Mehrheit des Betriebsrats diesem Treiben der beiden Vorsitzenden nicht gleich- gültig zusehen. So beschloß denn die Mehrheit des Betriebsrats, den beiden Vorsitzenden wegen Pflichtverletzung das Vertrauen zu entziehen. Infolge dieses Beschlusses fand eine Neuwahl der beiden Vorsitzenden statt, aus der als erster Vorsitzender ein Mitglied des Allgemeinen Verbandes der Bersicherungsangestellten und als Stellvertreter ein Mitglied des Zentralverdandes der Angestellten hervorging. Die beiden abgesetzten Vorsitzenden beantragten beim Arbeitsgericht, ihre �Absetzung und die Neuwahl als ungültig zu erklären. Sie sind der Meinung, daß sie während der ganzen Dauer der Amtsperiode des Betriebs- rats ihrer Aemter nicht enthoben werden können — Di« Gegenseite beruft sich dagegen aus die bestehende, seinerzeit mit Mehrheit beschlossene Geschäftsordnung, welche bestimmt: „Entzieht der Betriebsrat den Vorsitzenden das vertrauen, so muß eine Neuwahl stattfinden." Das Gericht wies das Verlangen der Antrag- steller zurück. Es erklärte die Absehung für berechtigt und die Neuwahl al» gültig. In der Begründung wurde u. a. gesagt, die Absetzung während der Amtsperiode sei zwar im Betriebs- rategesetz nicht ausdrücklich vorgesehen, aber sie sei auf Grund der Geschäftsordnung zulässig. Diese Auffassung werde bestätigt durch eine analoge, vom Reichsarbeitsgericht be- stätigte Bestimmung über die Betriebsoerlretung bei der Reichsbahn. Die Absetzung der Antrag- steller sei aus Grund der Geschäftsordnung erfolgt. Die Trinkgelvfrage Vor dem Reichsarbeitsgencht Ein Gastwirt bekam einen Psändungs- und Ueberweisungsbeschluß für den Lohn seines Hausdieners, der für sein uneheliches Kind nicht sorgte. Der Gastwirt machte geltend, daß der Hausdiener nurKostundLogis von ihm bekäme und im übrigen vonden Gästen direkt entlohnt werde. Die Gäste seien nicht gezwungen, Trinkgelder zu zahlen, ebensowenig sei zwischen ihm und dem Hausdiener eine Vereinbarung über die Trinkgelder getroffen worden. Das Landssarbeitsgericht erkonnte diesen Ein- wand nicht an und unterstellte einen still- schweigenden Vertrag zwischen dem Gast- wirt und dem Hausdiener dahingehend, daß der Hausdiener sich im Wege der Ausrechnung direkt bezahlt machen könne. Da» Reichsarbeits- g e r i ch t war gegenteiliger Meinung und wies die Klage ab. In diesem Falle handle es sich nicht um Trinkgelderablösung durch einen pro- zentualen Aufschlag, sondern hier liege ein Der- hältnis zwischen den Gästen und dem Hausdiener vor. Die Hingabe des Trinkgeldes an einen Haus- disner sei freier Wille der Gäste und ein aus Entwicklung beruhender Brauch Nach Ansicht de» Reichsarbeitsgeriebts bestehen zwischen dem Haus- diener und dem Gastwirt keine Rechtsbindungen bezüglich einer Entlohnung für den Gästen ge- leistete Dienste.(RAG. lSö. 32.) Wer darf Einberufer sein? Oer Betriebsrat, nicht der Unternehme Der Schleifer G. war bei der Metall- warenfirma Loevy In Berlin beschäftigt und gleichzeitig Betriebsobmann. Am l6. Februar 1032 hat die Firma durch ihren Betriebsleiter eine Belegschaftsversammlung einberufen und die Belegschaft a b st I m m e n lassen, ob der Betriebsobmann, der nach Meinung der Firma zu wenig Arbeit leiste,« n t- lassen werden soll. Die Belegschaft stimmte mit Mehrheit für die Entlassung. Der Entlassen« klagt. Die Entlassung sei recht- sich nicht wirksam, da die Beleglchaftsver- sammlung nicht durch ihn als Obmann. sondern von der Geschäftsleitung«niberufen worden sei. Auch hätten vier Angestellt« an der Abstimmung teilgenommen. Die Stim- men der Angestellten seien ausschlaggebend bei der Abstimmung gewesen. Der Kläger erblickt in der Entlassung einen Verstoß nach§ 98 des BRD. und oerlangt seine Weiterbeschäs- tigung oder Fortzahlung seines Lohnes. Die beklagte Firma erklärt, daß die Einberufung der Belegschaftsversammlung ordnungsmäßig er- folgt sei Es war zu prüfen, ob die Einberufung der Belegjchailsversammiung auch durch den Ar- deitgeber wirksam vorgenommen werden kann und ob es zuiälsig ist daß de- Arbeitgeber an der Einberufung einer Leleglchoitsveriainmlung mit- wirken kann Arbeitsgericht und Landesorbeitsger'.cht haben die Klage abgewiesen md reltgesteUt daß in dem Vorgehen des Beklagten kein Verstoß nach 8 98 des BRG. zu erblicken se. Es habe eine ordnungsmäßige Be>egicha-ti.veijoMiNluvg stattge- fanden und die Abstimmung habe eine Mehrheit für die Entlastung des klagenden Betriebsobmanns erbracht Um in dief-r Frage eine g r u n d! ä g- liche Entscheidung herbeizuführen, legte der Kläger gegen das vorinstanzliche Urteil Re- vision ein. Da» Neichsarbeilsgerichi hob das vorinstanzliche Urteil auf und wies die Sache zur nochmali- gen Verhandlung und anderen Entscheidung an das Landesarbeitsgericht zurück Es sei nach dem Betriedsrätegesctz unzulässig, daß der Arbeitgeber eine Belegschaftsversammlung ohne die Zustimmung des Betriebsrat» einberufen kann.(RAG. 272/32.) Die Urabstimmung bei der BVG. Ist am TNIN- wach; nicht, wie in unserer gestriaen Abend- ausgabt versehentlich angegeben, am Montag. An den \Jcdaty„tyoewads BERLIN SW68, LINDENSTR. 3 Ich abonniere den„Vorwärts" zweimal täglich frei ins Haus mit der illustrierten Sonntagsbeilage in Tiefdruck „Volk und Zeit" zum Preise»an 75 Pf. pro Woche. // Name; Wohnung:_______ BEITRITTSERKLÄRUNG An den ÜuUelMvu&(u*ddediM,duS?J) (SozialdemokratischePartei Deutschlands) SEKRECARIAT: BERLIN SW 68, LINDENSTR. 3 Hiermit erkläre ich meinen Bei'ritt zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands• Bezirk Berlin An Beitrögen entrichte ich: Eintrittsgeld............. 50 Pf. ...... Wochenbeiträge.......„ Summa............ Pf. ..............«den____________________ 1932 Vor- und Zuname;................................. geboren am..................... zu.................. StaatsangehärigkeiH____________________________ Beruf:-----—__________________________________ Bei welcher Gewerkschaft?________________ Wohnung:________________________________ Bei der Aufnehme let sehr erwönecht, deS außerdem Eimrittsgeld mindestens die Beiträge tür einen Monat(4 Wocnen) gerahlt werden. Postscheckkonto; Berlin Nr. 14 1 j7. Adolf Holz, Kassierer, Berlin bW68. A 1184. Was fang' ich an mit msiner Sahnsucht Stow-Fo«. Das Glück macht eine Frau so schön. EngL Woitz. AOhOw m* ToozorcK. RM 2,- E 938. LaSSk6-Tlnze. Zwei altböhmisdie Tänze. Berliner Philharmoniker. Dirigent: Erich Kleiber. Polka aus„Schwanda, der Dudelsackpfeifer". Berliner Philharmoniker. Dirigent: Alexander Von Zemflntky.»...... RM 3,- • ff--tSl:;5-. vsen 3.30, Anoden lOO Volt 2 83. m. 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Perdand»- und«ranchenangrlearn- belli n Dt» veelraueoalrnle Mllflen bestimm: um 0 litte anwesend sein. Ohne Mitglledoduch lein Zutritt. AdinmS, IS. BeilrHI Vir VertronenomSuner Ronterrnz de, 13. Bcjlrta tönt im IRenai Tlooembat aua. AtfUiiniL Betriebsrate! Dte«etrteb.täle> Zeitichrtsl Rr.>8 tti erichtenen und tann gegen Parzetgnng der Legt tmaitonolatte de» Betriebsrat.. Odmanne. Im Berdandshauie. gintmer 8 täglich dt» 5 Uhr, Freitags dts 7 Uhr, ent» Nammen werden Aditnng. 2. Beilrkl milftood). den 2. Tlaocmb.t.»ach. mittag» S'h Ahr, im Cetal von (Balla». wetbeasea, Cehbtrstt. 122 BezIrKsmtieileaer' Versammlung Tagesordnung Bortrag de» Üollegm Paul II ckert Uber: .vi» Semertschoste» t» der Btlla" Ohne Mttgltedsbuch lein ftumtt. Es ist Pflicht aUerÄolleglnnen und ffollegen. an dieser Persammlung letlzunehmen vt» OrtsverwaUNag. iienüiliei UmiizMi-Mii VetwattoBgMlclIc Derlia Todee-Anzelge Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der vilssardriter August Rogasch ged 9 August 1807, am 23. Ottoder gestorben iTt Ehr« seinem Andenken! Dte Beerdigung ftndei am Montag. dem 81. Ottober, nachmittag» Z»/,lldr. aus dem Frtrdhat in Marzahn statt. Rege Beteiligung erwartet Die OrtsverwaUnB«. BERNHARD' S Winterneuheiten mnfl Jede Dame sehen! Mäntel ».7A 77.«. 19.75 »»tlfpl l"!' entrllek. "'Ulilei pelikrawatie «a.?� 7t.7A 22.59 Klpitfpr ,n schönsten Meiaer Macharttn 2150, 10.7», 12.7t, 9.75 Herrliche Bluten and Pnlloter fiberans hillig W.Bernhardiichf. Belle-Alliance-Str. 105 u. 101 Gläß&lhle Raparaturwark statt für graphisch« Haschlnan- Drah»-ai— FrBs»ret Hobalel- Ufl.ö, an der Lcipzigerstraße� Tevvickihan» Emil Lcfo-re. Berlin, seit 49 Ial>- re» nur Oranien. strafte 158. 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Ab 19 Uhr im Saal 1 des Gewerkschaflshauses, Engclufer 24— 25, Vortrag übet; Land und Volk diesseits und jenseits des Schwarzwaldes. Ernstes und Heiteres aus Schwaben und dem„Musterländle". Liäitdilder, Film, Volks. lieber, Musik. Zu dieser Veranstaltung sind auch Erwachsene, Verwandte und Bekannte herzlichst eingeladen. Unkostenbeitrag 10 Pf. Erwerbslose frei.— Südostkreis; Ab 19 Uhr im Jugendheim W. 35, Genthiner Str. 17(Fabrik- gebäudc), Traven-Abend.— Südkreis: Ad 18 Uhr im Jugendheim Neukölln, Bcrgstr. 29. bosemann eröffnet die Wintersaison.— Rordkrcis; Wir besuchen das Planetarium.— Rordoftkreis: Ab 18 Uhr im Jugendheim Weißensee, Caseler Str. 2. Zwangloses Treiben. Brett- und Unterhaltungsspiele. Zuqenvqruppe 0es ZentraiverbanVes ver Angestellten Morgen, Montag, finden folgend« Veranstaltungen statt: Wedding! Jugendheim Turiner Ecke Seeftraße. Arbeitsgemeinschaft: Berufsaus. sasiung und Arbeitsfreude im Zeitalter de» Hochkapitalismus. Referent: Huhn. — Nordost Ii: Jugendheim Schönlanker Str. 11. Aussprache: Jungen und Mädel in der sozialistischen Jugendbewegung. Leiter: Weigelt.— Weiftensee: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Arbeitsgemeinschaft: Wie höre ich Musik? Leiter: Dr Herbert.— Urban: Jugendheim Hodrecht, Ecke Eanderftrafte. Hinter den Kulissen des Theaters.— Die Freie Angestelltenbank e. G. m. b. H. tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Verbandshaus, Hedemannstr. 12. Berliner(Kelverkschaftsschule. Für Betriebsräte ist der arbeitsrechtliche Informationsabend am Diens- tag, dem 1. November, 19 Uhr, Engelufer 24— 25, Saal 3, bzw. Saal 5. Leiter des Abends ist Genosse E. Bührig. gutritt haben alle freigewerkschaftlich organisierten Kolleginnen und Kollegen. Eintritt frei. Ohne vorherige An- Meldung. Neuer Kursus am Donnerstag, dem 3. November, 19>g Uhr, im Leibniz- Gomnasium, Marianncnplatz 27—28. Demokratie und Diktatur.— Macht und Recht. Leitung Genosse Haubach. Behandelt werden alle wichtigen aktuellen Tagesfragen. Aufgezeigt werden: Die Bedeutung der Demokratie.— Das Ver. bältnis der Demokratie zur Diktatur.— Rechtsstaat und Demokratie.— Demo- kratie und Führung. Im Verlauf des Kurses werden als Beispiel für den Unterricht aktuelle Ereignisse' aus allen Ländern herangezogen. Anmeldungen können aus dem 1.«ursusabend erfolgen. Schlaf- und Speisewagen-Personal der Mitropa. Am Donnerstag, dem 3, November, l9'(. Uhr, findet im Rosenthaler Hof, Roscnthaler Str. 10—12, eine öffentliche Betriebsversammlung statt. Thema: Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung. Referent: Genosse Scharlau vom Hauptvorstand des Gcsamtverband.s. Das Erscheinen aller ist das Gebot der Stunde. Der ssraktiousvorstand der SPD.— Die Eiferne-Front-Leitung.— Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafs-Angestelltcn, Gcsamtverband. SPD.-Buchdrucker des 8. Bezirk». Am Montag, dem 31. Oktober. 19 Uhr. im Restaurant von Schneider, Kreuzbergstrdße, Zelt 2, Fraktionssitzuna mit reichlickier Tagesordnung. Zahlreichen Besuch erwartet Der Fraktionsnorstand. Graphische Hilfsarbeiter, Srwerbslosenfraktio». Dir Versammlung am Man- tag, dem 31. Oktober, fällt ans. Der Fraktionsnorstailtz. Fmuenvefanstaltungen: 4. Kreis. Die Arbeitsgemeinlihaft am Mittwoch, 2. November, 18 Uhr. findet diesmal im Bezirksamt, Zimmer 29, stall. 7.«reis. Montag, 31. Oktober, 18'/, bis ISVt Uhr, Frauensprrchchorgrupp«. Wichtige Zusammenkunft im Jugendheim. 17. Kreis. Heute, Sonntag, 30. Oktober, vorm. 11 Uhr, Eonderveranstaltung. Es läuft der Film„Niemandsland". Ansprache: Käthe Kern. Näheres siehe im Spiegel dlfeniucher Kundgebungen. Karten sind ausverkauft. 3. Abt. Montag. 81. Oktober, 20 Uhr, im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufcr 24/25, Helene Schmitz, M. d. L.:„Kampfbereit für Liste 2!" 3. Abt. Infolge der öffentlickien Wahlkundgebungen fällt unser Frauenabend am 31. Oktober aus. 7. Abt. Montag, 31. Ottober, bei Arndt, Schröderstraße 2. Lisa Albrecht: „Kapitalistischer Zusammenbruch oder sozialistischer Aufbau?" 18. Abt. Montag, 31. Oktober, bei Lenz. Demminer Straße 10, Dora Iurkat: �Kampfbereit für Liste 2!" 18. Abt. Montag. 31. Oktober, bei Sachs«, Lindower Strafte 28, Nova Senke: „Die sozialistisch« Familie." �..„.._.- II. Abt. Montag, 31. Ottoder, in der roten Schule,«otenbrrrger Strafte, Ge- nosse Rieck:„Warum politischer Kampf?"., 11. Abt. Mittwoch, 2. November, 20 Uhr, bei Kroll, Utrechter Strafte 11, Vor. trag des Genossen Sariig. Bericht von Bernau..__. 22. Abt. Donnersiaa. 3. November, im„Ratskeller". Limburger Strafte, Dr. Wal- ter Groß:„Erziehung gegen den Krieg." �... 17. Abt. Montag, 31. Oktober, im..Sportrestaurant", Cantianstraft«, Heinrich Iakudowic,:„Unser Kamvf gegen die Reaktion." 44. Abt. Montan. 31. Oktober, bei Ewald. Skalitzer Strafte 128, Luise Kühler, M. d. L.:..Kampfbereit für Lifte 2!" 48. Abt. Die Kartell für unsere Kundgebung am 2. November im„Orpheum" sind bis Dienstag, 1. November, abend» bei Lochmann, Rcichenberger Straße 81, abzurechnen. 47. Abt. Montag, 31. Oktober, in der Schule Waldemarstrafte 77, Heinz Löwi: „Freiwilliger Arbeitsdienst— Ardeitsdienstpflicht." 31. Abt. Montag, 31. Oktober, bei Schelldach, Königin-EIisabeth-Strafte 8, ltzelix Fliqg:„Kampfbereit für Liste 2!" 52. Abt. Montag, 31. Oktober, 20 Uhr, bei Wolter, Kaiserin-Augusta-Allec 52. Dr. M. Schomann:„Will Hitler Sozialismus 7" 74. Abt. Montag. 31. Oktober, 20 Uhr, im„Waldhaus", Spandauer Strafte 50, Ausspracheabend:„Wie diskutiere ich mit meinem Gegner?" Leitung: Erna Magnus. 75. Abt. Montag. 31. Oktober. 20 Uhr, im.Lindenhof". Wilhelmvlatz, Dr. Deutfchkron:..Kampfbereit für Lifte 2!" 79» Abt. Montag, 31. Oktober. 20 Uhr. im Ledigenheim, Lindenhof, Marie Knnert, M. d. R.:„Kampfbereit für Liste 2'" 88. Abt. Montag, 31. Oktober. 20 Uhr. bei Rohrmann Ausspracheabend. 89. Abt. Dienstag, 1. Zlovember, bei Stein, Sanderstrafte 10, Lisa Albrecht: „Kampfbereit für Liste 2!" 91. Abt. Montag, 31. Oktober, bei Grimm, Boddinstrafte 1011: Maria Krisch«: „Erziehung gegen den Krieg." 37. Abt. Montag, 31. Oktober, bei Kutzki, Leinestraft« 1, Ecke Lermanustrafte, Friedrich Elchlepp:„Was ist Marxismus?" 98. Abt. Der Frauenabend findet erst am 7. November statt. Alle Genossinnen beieiligen sich dafür am Montag an der Kundgebung in der„Neuen Welt". 114. Abt. Montag. 31. Oktober, bei Schwarzer. Gabriel-Max-Strafte 17, Genosse Heinrich:„Bersassungsresorm der Stadt Berlin." 123» Abt. Dienstag, 1. November, Frauenadend. Näheres sieh« Dienstaz-Borw. 127. Abt. Dienstag, 1. November, Gunther Sdzeele:„Berfassungsfragen." Lokal wird am Dienstaa bekanntgegeben. 138. Abt. Wir veranstalten Dienstag. 1. November, einen Serbstausflug nach Hohcnncucndorf. Treffpunkt I3'/> Uhr am Schloßplatz, Bahnhofstraße: Nach- zügler Hohenneuendorf, Biktoriastrafte 8. Um rege Belciligung wird gebeten. 139. Abt. Heute fahren wir gemeinsam nach dem„Residenz-Kino": Treffpunkt um 10'> Uhr Endhaltestelle der Straßenbahn.— Montag, 31. Ottober, in: Jugendheim, Schöncberger Str. 3. He». Kürsdiner:„Politik und Kochtopf." 148» Abt. Montag, 31. Oktober. 20 Uhr, bei Schulze. Dorsaue, Dr. Reinemann: „Strafrechtsfragen." Vorträge, Vereine und Versammlungen FKK Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Delchätlsstelle: Berlin£.14. Ecbastianstr 37—38 Hot 25t. KkJiyV Kreis Osten. Dienstag, 1. November. Mitte und Friedrichshain: Nr*� Antreten 19 Uhr zum Saalschutz, Germaniasäle, Chausscestraße.— Fricdrichshai»(Vortrupp). Mittwoch, 2. November, I9?i Uhr, Jugendheim Ebertystr. 12.— Krenzbera. Montag, 31. Oktober. Die Jugcndversammlunaen finden an den bekannten Orten statt. Dienstag, 1. November, 20 Uhr, Mit- gliedcrversammlunaen: Zug 1 bei Scehak, Willibald-Alexis-Str. 5. Zug 4 bei Gründler, Zimmerstr 30. Zug 5 Rittcrstr. 1. Mittwoch, 2. November, 20 Uhr, Mitgliederversammlungen: Zug 2 bei Krepp, Planufer 7578. Zug 3 im Zug- lokal Kreuzbergsir. 1.— Neukölln-Britz. Montag. 31. Oktober, 13(4 Uhr, An. treten aller arbeitsfreien Kameraden zum Eaakschutz bei Kliems, Hafenheidc. 18 Uhr Antreten aller Kameraden zum Saalschutz bei der Kundgebung der SPD. in der„Neuen Welt".— Treptow(Kameradschaft). Iungba. Montag. 31. Ok. lober, Filmabcnd, Elsenstr. 3, 20 Uhr.— Bohnsdors-Grünau(Iungba!-- Diens- tag, I. November, 20 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim Wachtclstr. 1.— Pankow. Montag, 31. Oktober. 19 Uhr, Antreten aller Kameraden ans Pankow und Niederschönhausen in Uniform im Schloß Schönhausen. Lindenstr. II. Tambourkorp» mit Instrumenten. Mittwoch. 2. November, 19 Uhr, Antreten aller Kameraden aus Pankow und Niedcrschönhausen in Uniform Bahnhof Seinersdorf. Tambourkorp» mit Instrumenten.— Weiftensee(Iungba). Jeden littwoch, von 20—22 Uhr, Heimabend im Jugendheim Pistoriusstrafte 24. Arbeiler-Samariter-Vund e. v., Kolonne Berlin. Seschäftsstelle: RO. 43. Iostpftr. 4. Telephon: E 3»önigstabt 5440. t'-WaF." Heute, Sonntag, 30. Oktober, in der Geschäftsstelle, Iostpftr. 4, VSSK? Herbstvergnügen der Abteilung Friedrichshain. Beginn 17 Uhr. Eintritt 30 Pf. Gäste sind herzlich willkommen. Sprachclub„The Eaglifh Speakers". Dienstag, 1. November, 21 Uhr, im Nordwcstkasino, NW. 87, Alt.Moabit 55(nahe Sotzkowfkpbrücke), eng- lische Vorträge und Diskussion. Gäste willkommen. Arbeiter-Laienspielcr-Perband S. V. Bezirk Berlin und Brandenburg. Dienstag, 1. November, 1gw> Uhr. in den Gcrmaniafälen, Chaussecstr. 110, zur Mitwirkung an der öffentlichen Kundgebung der SPD., Kreis Mitte, treffen sich die Gruppen 1 und 4._ Gesellschaft für Soziale Reform, Ortsgruppe Berlin. Geschäftsstelle: Berlin W 30, Nollendorfftraße 31—82. Sozialpolitischer Diskussionsabend Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, im Saal des Wirtschastspolitischen Ausschusses im Rrichswirtschaftsrat(1. Stock), Bclleouestr. 15(Privatstraße), nahe dem Potz. damer Platz. Die Aussprache wird eingeleitet durch einen Vortrag von Herrn Professor Dr. Wilhelm Polligkeit. Vorsitzenden des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsoge, über: Die Richtsatz-Politik in der öffentlichen Fürsorge. VIERTE BEILAGE Der Rundsunkhandel klagt Bexelute Fernempfänger— Hetzprogramm wirkt sich aus Vorwürts SONNTAG, 30. OKT. 1932 Mit Beginn des Herbstes kündigt sich iedes Jahr eine neue Rundfunksaison an. Der gute Empfang in der kalten Jahreszeit und die Hausgebundenheit im Winter stellt das Rundsunkgerät in den Mittel- Punkt des Feierabends. Von Feierstunden am Rundfunk, von guten Programmen kann man ja nicht mehr sprechen! Sehr interessant ist es, wie im Rundsunkhandel die diesjährige Saison verlaufen ist. Immer setzt nach der Schließung der Funk- ausstellung ein lebhafter Publikumseinkauf im Radiokleinhandel ein. Die Krise, die Not, unter der weite Bevölkerungsteile leiden, hat den Rund- funkhandel in der diesjährigen Saison bis auf ein Mindestmaß heruntergesetzt. Aber außer der wirt- schoiilichen Krise haben auch die Programme da- für gesorgt, daß Leute, die selbst an die Anschaffung eines Rundfunkgerätes dachten, jetzt vom Rund- funk nichts hören wollen Die Hörer, die ihre Teilnahme am Rundfunk abgemeldet haben, und es sind nicht wenig« in Berlin, verkaufen ihre Empfänger zu billigsten Preisen, und so ist es auch zu verstehen, daß noch niemals auf dem Markt so viele gebrauchte Empfänger waren wie heute. Die Rundfunkinduftrie sagt zwar etwas von einer nicht schlechten Saison, aber was nützt es, wenn der Kleinhändler bei der Industrie Empfänger kauft, die dann doch bei ihm liegen bleiben. Diese Eni- Wicklung kann man nicht das nennen, was kauf- männisch„gesunder Absatz" heißt. So ergänzt dieser Rundfunk die wirtschaftliche Krise, und beide sorgen dafür, daß das Radiogeschäft 1932/33 zu einer der schwärzesten Seiten in der Geschichte des deutschen Rundfunks und des deutschen Funk- Handels wird. Wie schuldig das Programm am Niedergang des Funkhandels und damit am Niedergang des Rundfunks überhaupt ist, zeigen die Aeußerungen vieler Funkhändler. Selbst Kunden, die es sich auch heute noch in der schweren Zeit leisten können, einige hundert Mark für ein großes Funkgerät auszugeben, kaufen das Gerät nur dann, wenn der Funkhändler den Fernempfang garantiert, und vor allen Dingen, wenn das Gerät so selektiv ist, daß man Berlin und Königswusterhaufen ganz ausschließen kann! Fernempfang war ja immer der Traum jedes Funkhörers, aber früher interessierte man sich doch auch vor allen Dingen, wie der Orts- empfang im neuen Apparat ist. Heute kommen die Kunden zu dem Radiohändler und sagen:„Also Berlin interessiert uns überhaupt nicht. B e i dem Programm ist man ja auf Fern- empfang angewiesen!" Und Laien, die glauben, es wäre technisch möglich, sagen:„Können Sie nicht an diesem Apparat eine Vorrichtung an- bringen, daß man Berlin überhaupt mcht hört und der Fernempfang ganz ungestört hereinkommt, denn nur Fernempfang kommt ja heute in Frage!" Was Rußland verschweigt Eine schwere Eisenhahnkatastrophe Im Weltkrieg war es üblich, schwere Eisenbahn- Unglücksfälle, Explosionskatastrophen usw. streng geheim zu halten, damit der„Feind" nicht etwa auf den Gedanken kam, daß derartige Vorfälle vorsätzlich ausgeführt, der Ansang einer inneren Zersetzung im Lande des„Gegenfeindes" sei. Rußland hat die Gepflogenheit der Geheim- Haltung bis heute beibehalten. So erfährt man erst jetzt durch einen Prozeß gegen fünf Angestellte der Kursker Eisenbahnlinie, daß sich am 16. Oktober beim Bahnhof Lublino, II Kilometer von Moskau entfernt, ein Eisenbahnunglück ereignet hat, das Menschenleben forderte. Der Prozeß wird in einer Sondersitzung des Obersten Gerichtshofes in Lublino verhandelt. Hauptongeklagte find der Stationsvorsteher von Lublino, ein Fahrtdienstleiter und ein Signalist. Der Stationsvorsteher soll, wie die Anklageschrist besagt, durch Freigabe des Hauptgleises, das ein Schnellzug passieren mußte, für«ine Rangier- lokomotive mit zwei leeren Güterwagen das Unglück verursacht haben. Auf diese Rangier- lokomotive fuhr der Schnellzug auf. StraOenhahn-Lmienänderungen Ab 1. November d. I. treten die folgenden Veränderungen im Straßenbahnbetriebe in Kraft: Die Linie 84, Altglienicke— Bahnhof Friedrichshagen, wird von der Berliner Straße(Hirsch- garten) statt über Müggelseedamm, Friedrich- straße über Fürstenwalder Damm, Bahnhof Fried- richshagen, Friedrichstraße, Müggelseehamm bis Wasserwerk Müggelsee geführt. Die jetzt zwischen Bahnhof Friedrichshagen und Wasserwerk ver- kehrenden Pendelwagen kommen damit in Fort- fall. Die Linie 187, Behrenstraße— Rahnsdorf, verkehrt von Hirschgarten statt über Fürsten- walder Damm über Müggelseedamm, Friedrich- straße(Bahnhos Friedrichshagen), Fürstenwalder Damm nach Rahnsdorf. Die Linie 93 wird zur Herstellung der Verbindung Treptow— Potsdamer Bahnhos von der Anhaltstrahe über Strese- mannstraße, Köthener Straße(statt Schöneberger Straße) geführt. Für BoNsfreiheU! wie stark und unerschütterlich der Kampswille der Berliner Republikaner ist, das zeigte sich wieder einmal deutlich bei einer Kundgebung der Eisernen Front des Berliner Nordens in den Germaniasälen. Schon lange vor Beginn war der Saal dicht be- setzt. Sport- und Wanderverein Republik, Volks- spart Wedding, Berliner Sängerchor 1990 und das Reichsbanner Wedding waren die gemeinsamen Veranstalter. Nach dem Einzug der Fahnendele» gation gedachte Kamerad G u r s k y derer, die für die Freiheit ihr Leben ließen, und derer, die für die Freiheit in Zuchthäuser und Gefängnisse ge- sperrt wurden. Während sich die Fahnen senkten. erklang das Lied vom guten Kameraden. Genost« Dr. M i f ch l e r sprach zum Thema„Volks- freiheit durch Freiheitswehr". Er wies auf das Jubiläum des faschistischen Italien hin, gedachte des Freiheitskämpfers M a t t e o t t i und fuhr fort:„Die braune Pest, die Südtirol verraten hat, soll nie in Deutschland triumphie- ren."(Stürmischer Beifall.) Mischler wies dann in kräftigen Worten auf den Dreifronten- kämpf hin, den wir gegen Papen, gegen die Nationalsozialisten und gegen die Kommunisten zu führen haben. Seine Rede wurde immer wieder von begeisterter Zustimmung unterbrochen. Die Darbietungen unserer Sänger und Sportler wurden mit Jubel und Beifall aufgenommen. Ge- nosse Gursky schloß nach einer mitreißenden Schlußansprache die Kundgebung mit dem be- geistert aufgenommenen Kampfruf„Freiheit!" Seinen öS. Geburtstag beging der ehemalig« Bildhauer Hermann S e h r i n g, Köpenicker Straße 49. Genosse Sehring ist wohl eines der ältesten Parteimitglieder Groß-Berlins. parteinachrichten�Mfür Groß-Berlin Einsenvunge» für diel« Rubrik sind Vt Jf stet» on da»«eztrtisekretaria. v e r l t n ES S8, Lindemtrob« Z, 2. Hot, 2 Treppe« recht», zu richten Unsere nächsten Partei- und Betriebsveranstaltungen „Tie Sozialdemokratie im Kampf gegen kapitalistische Verelendung, für sozialistischen Aufbau." 17. Kreis Lichtenberg. Sonntag, 39. Oktober, vormittags WY* Uhr, in den Kosmos- Lichtspielen, Lichtenberg, Lückstr. 79. Vorführung des Films „Niemandsland". Referentin Käthe Kern. Die für den 23. Oktober gelösten Eintrittskarten haben ihre Gültigkeit. 20. Kreis Reinickendorf. Sonntag, 39. Oktober, vormittags WA Uhr, Wahlkundgebung der Frauen im Residenz-Kasino, Reinickendorf-Ost, Residenz- straße 142. Vorführung des Films„Kameradschast". An- spräche Maria Krische. Eintritt 39 Pf. Blankenfelde. «onntag, 39. Ottober, 16 Uhr, Kundgebung bei Tinius. Re- ferent Franz Böhme. Bezirksamt Neukölln. Beschäftigte der Straßenreinigung. Montag, 31. Oktober, 15 Uhr, im Lokal Münzer, Neukölln, Boddinstr. 57. Referent Stadtrat Lücke. Deutsche Niles-Werke. Montag, 31. Oktober, 16� Uhr, Eiserne-Front-Veranstaltung bei Huckwitz, Weißensee, Berliner Allee 193.„Was droht uns in der nächsten Zeit?" Referent Max Urich. Betriebsfraktion der sozialdemokratischen Arbeitnehmer (Zentrale Verwaltungen). Moittag, 31. Oktober, 19!� Uhr, im Hackeschen Hof, Rosen- thaler Str. 49/41, Parterresaal.„Kommunale Arbeitnehmer und Reichstagswahl." Referent August Kunze. 4. und 5. Kreis Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Montag, 31. Oktober, 29 Uhr, Kundgebung im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain. Referenten Dr. Otto , Friedländer, Gertrud Hanna, M. d. L Fahneneinmarsch der Eisernen Front. Musikalische Darbietüngen des Tambour- und Bläserkorps des Reichsbanners Friedrichshain. 0. Kreis Kreuzberg. Wir beteiligen uns um 19)4 Uhr an der Kundgebung des 14. Kreises Neukölln in der„Neuen Welt". Näheres siehe Notiz des 14. Kreises Neukölln. 14. Kreis Neukölln. Montag. 31. Oktober. 19)4 Uhr, Kundgebung in der„Neuen Welt", Hasenheide. Referenten Friedrich Stampfer, M. d. R., Erich Schmidt von der sAJ. Ferner Ansprache des General- jekretärs des Internationalen Gewerkschaitsbundes, Genossen Schevenels. �Fahneneinmarjch, Musik. Mitwirkende: Spiel- Iruppe der SÄJ. und das Reichsbanner. 30. Abt. Spandau. Montag, 31. Oktober, Wähleroersammlunc� im Lokal Halleda, Spandau, Pionierstr. 3. Referent Fritz Schröder. 62. Abt. Siemensstadt-Haselhorst. Montag, 31. Oktober, 29 Uhr, Wählerversammlung bei Weidner. Siemensstadt, Sternfeld. Referent Kurt Heinig, M. d. R. 99. Abt. Britz Montag, 31. Oktober, 19)4 Uhr, Frauenkundgebung in der Jdealhalle, Britz, Hannemannstr. 42.„Frauen im Kampf gegen Unterdrückung und Rot." Referentin Susanne Räder-Groß- mann. Pankow und Niederschönhausen. Niontag.JZI. Oktober, 19)4 Uhr, Jungwählerversammlung im Schloß Schönhaufen. Niederschönhausen, Lindenstraße. Re- ferent Dr. Ernst Fränkel. BVG. Hauptwerkstatt Grunewald. Montag, 31. Oktober, 19 Uhr, im Roten«aal der Kammer- säle. Teltower Str. 1/4, Betriebsversammlung.„Soziale Reaktion und freie Gewerkschaften." Referent Gen. Oltersdorf. BVG. Bahnhof 13 Halensee. Morrtag, 31. Oktober, 19 Uhr, Hammerfchaftsoersammlung bei «andmann. Westfälische Str. 42.„Gegen Reaktion und Lohnabbau für sozialistische Wirtschaftsführung." Referent Gottlieb Reese. Hamelsche Druckerei und Verlagsanstalt. Montag, 31. Oktober, 16 Uhr, bei Scholz, Leoetzow- Ecke Jagowstraße. Betriebsversammlung.„Demokratie oder Dik- tatur?" Referent Emil Barth. Zentralverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands. Kreis Neukölln. Montag, 31. Oktober, nachmittags 4 Uhr, Kundgebung in Kliems Festsälen, Hasenheide. Reserent Gen. August Karsten, M. d. R. Parteimitglieder, soweit sie Versicherungsrentner sind, sind besonders eingeladen. Kreis Berlin-Mitte. Montag, 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr, Kundgebung in den Sophiensälen, Sophienstr. 16/17. Referent Gen.' August Karsten, M. d. R. Parteimitglieder, soweit sie Bersicherungs- rentner sind, sind besonders eingeladen. Bezirksamt Kreuzberg. Montag. 31. Oktober, 29 Uhr, Kundgebung in den Kammer- sälen, Teltower Str. 1/4.„Die Republik ist in Gefahr." Re- ferent Karl Litke, M. d. R. «Oft. Berlin. Montag, 31. Oktober, 16)4(4)4) Uhr, im Gewerkschaftshaus, großer Saal, Engelufer 24/25, Kundgebung.„Der Kampf um die Lebensrechte der Arbeiterklasse." Referent Reichstags- abgeordneter Kurt Heinig. 1. Kreis Mitte. Dienstag, 1. November. 19)� Uhr, Kundgebung in den Ger- mania-Sälen, Ehausieestr. 119. Reserent Friedrich Stampfer. M. d. R. Unter Mitwirkung des Laienspieler-Verbandes und der Reichsbannertapelle Friedrichshain. 3. KreiS Wedding. Dienstag. 1. November, 19)4 Uhr, fünf öffentliche Kund- gedungen: oberer Saal der Atlanttk-Säle, Behmstraß« am Bahnhof Gesundbrunnen. �Referent Dr. Otto Friedländer: unterer Saal der Atlantik-Säle, Referentin Frieda Gladosch: Pharus-Säle, Müllerftr. 142, Reserent Siegfried Aufhäuser, M. d. R.: Hochschulbrauerei, See- Ecke Amrumer Straß«, Referent Max Heydemann.�M. d. L.: Swinemünder Gesell- schaftshaus, Swinemünder Str. 42, Reserent Dr. Otto Suhr. 7. Kreis Gharlottenburg. Dienstag, 1. November, 29 Uhr, Kundgebung im Türkischen Zelt, Charlottenburg, Berliner Str. 53. Referent Paul Mielitz. 11. Kreis Schöneberg. Dienstag, 1. November, 19)4 Uhr, Kundgebung in der Hohen- zollernfchule, Schöneberg, Belziger Ecke Eisenocher Straße. Referent Erich Kuttner, M. d. L. 17. KreiS Lichtenberg. Dienstag, 1. November, 19)4 Uhr, Kundgebung in der Schul- aula Parkaue, Lichtenberg, an der Möllendorffftraße. Re- ferentin Gertrud Hanna, M. d. L. 84. Abt. Lankwitz. Dienstag, 1. November, 29 Uhr, Kundgebung in Lehmanns Festsälen, Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Str. 29/31. Referent Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. 99a Abt. Britz. Dienstag, 1. November, 19)4 Uhr, Werbeveranstaltung der Frauen im Lindenpark, Britz, Chausseestraße. Vorführung des Films„Freie Fahrt". Reserentin Käthe Kern. 100. Abt. Johannisthal. Dienstag, 1. November, 29 Uhr, Kundgebung im Logenhaus, Johannischal, Friedrichstr. 61. Referent Dr. Julius Moses. 139. Abt. Tegelort. Dienstag, 1. November, 19)4 Uhr, öffentliche Versammlung im Lokal„Zum Schwan", Tegelort, Scharfenberger Str. 31. Re- ferent Otto Meier, M. d. L. AEG. Hennigsdorf. Dienstag, 1. November, 15)4 Uhr, bei Woller. Hennigsdorf, Versammlung.„Lohn und Arbeit unter der neuen Staats- führung." Referent Karl Litke, M. d. R. Schultheiß-Patzenhofer Brauerei Abt. II. Dienstag, 1. November, 16)4 Uhr, bei Förster, Dreibundstr. 11. Versammlung der Eisernen Front.„Unser Kamps um die Lebensrechte der Arbeiterklasse." Referent Genosse Ollersdorf. Vterdegufeekeiiie der Freien Gewerkschaften werden von der Lindcar- Fahrradwerk A.-G.« Unternehmen der Freien Gewerkschaften, eingelöst. FOr 1 Gutschein sind zu beziehen: 3 Decken Peter-Temoo....... im Werte von RM. 3,— oder 1 Satz kompl. Bereifung Phönix-Stabilet im Werte von RM. 3,50 oder I Lindcar-Batterie-Blenae mit Batterie. im Werte von RM. 3,50 Gegen 2 Gutscheine: I Nählicht..... im Werte von RM. 6,— Gegen 3 Gutscheine: 1 Lindcar-Liditanlage. im Werte von RM. 10,— — s.-., usw."-------------- 9mäm touWMiw! Wenn Eure Männer ihre Lebensversicherung verfallen lassen möchten: helft ihnen, sie in Kraft zu halten! Helft mit. an anderer Stelle so viel zu sparen, daß Euer Beitrag eingezahlt werden kann! Nur dann seid Ihr und Eure Kinder auch in dem schlimmsten Fall geschützt! Uuautiue ZükÜH#— also£egeHive»ic(iemH�f »«ch in schweren Zeiten gibt es Mittel«nd Wege.»« eine Lebensversicherung in Kraft a», I»»rh-l»»». Fragt de» Bersicherungs- Fachmann— er wird Euch sachgemäß berate»! KU Arbeitsamt Mitte vnt» Landesarbeitsamt Brandenburg und Bezirksamt Mitte. Dienstag, 1. November, 16)- Uhr, Versammlung im Hackeschen Hof, Roseathaler Ttr. iQ/il..Lamm um den Sozialismus." Referent Dr. Richard Rhschler. Mitwirkung der„Roten Rotte". Rezitation Martha John. Otis-Borsigwalde. DiensTug, 1. November, 16 Uhr, Betriebsversammlung bei Lddewig, ckichbornstrahe. Referent Max Fechner, M. d. L. Lindear-Werke. Dienstag, 1. November, 16K Uhr. Betriebsversammlung im Betrieb. Kantine. Referent Genosse Biihrig. Spinnstoff-, Armit- und Goerz-Werkc, Teltow. Dienstag, 1. November, 16 Uhr, im Lokal Schwan. Betriebs- Versammlung.„Gegen die Barone— für das Volk." Re- ferent Emil Barth. Behala Westhafen. Dienstag, 1. November, 17 Uhr, im Sturmeck, Fehinarn- Ecke Föhrer Straße, Eiferne-Front-Versammlung.„Lohn und Ar- beit unter der neuen Staatsfilhrung." Referent Bruno Lösche. Loewe Radio. Dienstag, 1. November, 16 Uhr, in Pichlers Viktoriagarten, Lankwig, Viktoria- Ecke Siemensstrahe, Eiserne-Front-Ver- sammln ng.„Unsere Abrechnung mit der Reaktion." Referent Kollege Schröder. BBG. Bahnhof 2� Lichtenberg. Dienstag, 1. November. 18)? Uhr, bei Hensel. Lichtenberg, Hubertus- Ecke Wagnerstrahe, Belegschaftsversammlung. „Löhn und Arbeit unter der neuen Staatssiihrung." Referent Max Brinitzer. BBG- Betriebsh. 15 und 22 Weihensee. Dienstag, 1. November. 19 Uhr, in der Sportklause, Weihen- see. Berliner Allee 193. Kundgebung der Eisernen Front. „Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung," Referent Hermann Harnisch, M. d. L. ftadewe. Dienstag, J. November, 20 Uhr. Hammerschaftsversammlung im Lokal Matschte, Kurfürsten- Ecke Lutherstraße,„vozialis- mus oder Faschismus?" Referentin Klara Bohm-Schuch, M. d. R. 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoelz, 2. November, 1ö Uhr, in den Airdreas-Festsalen, Andreasstr. 21. Erwerbslosen-Kundgebung.„Die Paven- Regierung und der Erwerbslose." Referent Genosse Bührig. Ohne Eintrittskarte kein Zutritt. S. Kreis Kreuzberg. Mittwoch. 2. November, lOftl Uhr, Werbeoeranftaitung der Frauen, Friedenskundgebung im Orpheum, Hasenheide. Bor- führung des Films„Verdun". Referentin Klara Bohm- Schuch, M. d. R. Unkostenbeitrag 23 Pf. Erwerbslose 10 Pf. 10. Kreis Zehlendorf. Mittwoch, 2. November, WA Uhr, öffentliche Versammlung im Lindenpark. Zehlendorf. Berliner Ecke Gartenstrahc. Re- ferent Spftlieb Reese. 5. Abt. Mittwoch, 2. November, WA Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosen- lhaler Str. 11/12. Referent Max Kreutziger. 8. Abt. MittBöch. 2. November, 20 Uhr. Kundgebung im Nationalhof. Bülowstrahe. Referent Friedrich Stampfer, M. d. R. SS. Abt. Staaken. Mittwoch, Z. Nopember. 20 Uhr, Wählerversantmlung im Sportpalast. Staaten, Jnh. Reschke, Elchholzbahn. Referent Max Hendsmann, M. d. L. »7. Aht. Marienfeldy. Mittwoch, 2- November, lg)- Uhr. Kundgebung bei Lierse, Marienfekde, Dorfftrahe. Referent Dr. Gerhard Kreyhig. »2. Abt. NeukSll». Mittwoch, 2. November. 19Z4 Uhr, zwei Kundgebungen im Lokal Jägerheim, Neukölln, Wildenbruchftr. 81. Referent Hermann Harnisch. M. d- L.: und im Lokal Borchordt, Neu- kölln, Roseggerslr. 9. Referent Albert Falkenberg. 100. Abt. Rudow. Mittwoch, 2. November, 19 Uhr, öffentliche Versammlung im Juliuspark, Rudow. Referent Erich Kuttner, M. d. L. 101. Abt. Treptow. Mittwoch, 2. November, 19)- Uhr, bei Gloger, Viktoriagarten, Treptow. Am Treptower Park 23/26 Referent Max Gill- meister. 103. Abt. Tberschoneweide. Mittwoch, 2. November, 20 Uhr, Kundgebung bei Wöllstein, Adlershof, Bismarckftr. 72/73. Referent Mar Urich. 109. Abt. Friedrichshagen. Mittwoch, 2. November, 19)- Uhr. Kundgebung im große» Saal des Gsfellschaftshaufes, Friedrichshagen, Friedrichstr. 137. Referent Siegfried Aufhäuser, M. d. R. llv. und III. Äbt. Grünau und Bohnsdorf. Mittwoch, Z. November, 20 Uhr, Kundgebung im Gefellfchafts- Haus Grünau, Friedrichstr. 36/37. Referent«iegiried Leo 120. Abt. Friedrichsfelde. Mittwoch, 2. November, 20 Uhr. bei Tempel, Friedrichsfelde, Prinzenallee 43, Kundgebung. Referent Otto Ortmann. 125. Abt. Weihensee. Mittwoch, 2. November, 19)- Uhr. im Schloß Weißensee, Berliner Allee. Referent Dr. Kurt Löwenstein, M. d. R. 130. Abt. Heinersdors. Mittwoch, 2. November. 19)- Uhr, im Heinersdorfer Krug, Heinersdorf. Berliner Straße. Referent Otto Meier, M. d. L. 138. Abt. Hermsdorf. Mittwoch, 2- November, WA Uhr, im Lindengarten, Herms- � 2.°�. berliner Straße. Referent Dr. Richard Mifchler. 139. Abt. Tegel. Mittwoch, 2. November, WA Uhr, Kundgebung im Strand- schloß Tegel, Uferstr. 2. Referent Dr. Otto Friedländer. 139s Abt. Tegel Freie Scholle. Mittwoch, 2. November, 19 H Uhr, Werbeoeranstaltung der Frauen im Schollenkrug, Tegel-Freie Scholle, Hermsdorfer Mtartb* Wrtrf nKiMiMrt Nor------ r «traße. Vorführung der Lichtbilderserie„Der Kampf der 141. Abt. Roscnthal. Mittwoch, 2. November, WA Uhr. bei Manthey, Rosemhal. Hauptstraße, Kundgebung. Referent Dr. Otto Suhr. Bewag. Mittwoch, 2. Nopember, 17 Uhr, Belegschaftsversammlung in den Germania-Sälen. Chausfeestraße 110.„Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung." Referent Dr. Richard Lohmann. T renstein u. Koppel und Kaisers Kaffeegeschäft. Mittwoch, November. 16)� Uhr, im Lokal Alpensranz, Staakener str. 3. Betriebsversammlung.„Proletariernot und Proletarierzwietracht." Referent Emil Barth. Bezirksamt Treptow. Mittwoch, 2. November, WA Uhr, bei Gloger, Viktoriagarten, Treptow, Am Treptower Park 23/26. Referent Max Gill- ineister. BVG. Nordend Bahnhof 3. Mittwoch, 2. November, 19� Uhr, im Türkischen Zelt, Pankow. Breitestr. 14, allgemeine Belegschaftsoersammlung. Referent Fritz Schmidt. cksaw Bezirksamt Wedding. Mittwoch, 2. November, 16 Uhr. Kundgebung in der Hachschul- brauerei. See- Ecke Amrumer Straße...Unser die Welt trotz alledem." Referent Max Fechner, M. d. L Reichsdruckerei. Mittwoch. 2. November. 16 Uhr, Kundgebung in den Armin» Sälen, Kommondantenstr. 58/39.„Reichsdruckerei— Reich— Reichstagswahl." Referent Siegiried Aufhäufer, M. d. R. Werner, Lüüowstrahe, und umliegende Betriebe. Mittwoch. 2. Nooeinber, 16 Uhr, Eiferne-Front-Versammlung im Lokal Bärensprung, Lützowstr. 7.„Lohn und Arbeit unter der neuen Staolsführung." Referent Karl Hegfchold. BVG. Vahnhof 1 1 Lichterfelde. Mittwoch. 2. November. 20 Uhr, bei Rofeiithal, Lich>er,clde, Händelplntz 2, Belegfchattsversammlung.„Lohn und Arbeit. unter der neuen Hsaatssührung." Referent Hans Bauer. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege. ZRittwoch, 2. November, 20 Uhr, Kundgebung im Lehreroerems- haus, Alexandei platz.„.Kutturreaklion und Reichstagswohl.' Referenten Genosse Wildung und Dr. Theodor Haubach Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin fiinlenlmngen für Kiele pudök nur an ras Iugendl-lretarist Berlin 6® 6S Lindenstrab' 2 aom 1 T--VV- rechts. Abteilnng-l-iter!«eicht sofort das Nooeinberprogromm und den Berichts. bogen ein. heute. Sonntag, 30. Oktober: Arnswalder Platz Ii Schönlanter Str. 11. IS Uhr Sprechchorprobe, on !!«,-»>,>»>„lse»,, d._--»„»kiskl 1» tzistzar h?. H. 18 Uhr Bftin _________ ii VSajOliluiiic«. wir- 4*. I" W»----'"' r-----.. schließend veimybend. Nordost l: Dansilger«Ztr. V- U- JS lshr»nnv abend.— Nordost Uj Schönlanter Straße sParacken). 18 Uhr Heimaoend. Schönhayser Vorstadt: Schönfkießer Str. 7. Uhr Heimabend.«arschauer Viertel: Besuch des Geselligen Abends der Partei de� EWeft�G,M�MYik' fnrter Str. 30(18 Ulir).—»ottbnlier Tor: Urdaniir.>6,. Ii Uhr H°lNlabend. -- Britz: Bunter Abend.- tzöpenick Ii: Bohlwitzer Str. Ib. 18 Uhr Volks» tanzabend.— Tegel: Schitncderger SN. 8. 18 Uhr Schallplatienobend. Jeder bringt j oder Iii Pf, mit.__ Derbebezirk Wcdding: 18 Uhr Seimabend Wikldonowstr. o. Wcrdebs-irt Osten: Litauer St». 18. Iii Uhr politifch-satirncher Abend. Referent:»ans FuhmiaNN.......„ Weebebezirt Reutölln: Der Querschnitt probt bis 1114 Uhr Berg» strahe 00. Stullen mitdringen. Morgen. Montag. 3!. Oktober. 20 Uhr: Hansa: Bochumer Str. 8K Iugrndinternationale.— Bioobit l! Waldenser. strotze 20. Lustiges Monatsende.— Moadit Iii Bremer Str. 70. Berliner Sttinor.— Sportpalast:(benthiner S>r. 17. Wie kamen die Balscheoiikl zur Macht?— Falkplatz I: Kundgebung im ZrjedrichsbS'n. Treffpunkt 18>, Uhr Rote Ecke.— Friedrichshain! Diestelinenerffr. S—«. Die Burfchen gestalten den Abend aus.— Stralauer Biertsfi Kotzierftr. vi. Luftiges Monatsende.— Hohenschönhausen: Heimabend Dingelsiadter Stratze.—'Warschauer viert«!: �'........"■-- che»»»«> Hm«. Tresfpunkt zur Kundgebung 19 Uhr'Litauer Str. 18.— Hallcsch stratze 11. Mitalirdcrverfammlupg.—»otthusfer Ts«: Urbanfir. dichtuna.— Luitenftadt: Wassertorstr, 4. Lustiges Monatsende. Reichen dergcr Viertel: Die angesetzte Funktioniirsttzung stillt aus.— schönebarq Ii: 187, Arbeiter- Hauptstr- Ist. Funktioiidrkoiiierenz. Sichkamp: 17 Uhr SEE. SSch. Westen: Rastnenstr. 4. Schstleraiiliclegenheile».— Baumschulenwcg: Ernststr. lv. Wie stellen wir uns den soziaUstifchen Staat vor?— Johannisthal: Rathaus. Kampfliederabend.— Friedrichstelde: Sunterftr. 44. Varrund« Tischtennis. Schönhausen. Alle Genosfinn.'n und Genossen beteiligen sich Berdcdezirk Wedding: Tresspnnkt 18 Uhr Prinzenallee(Falkeneckei. Wir beteiligen uns an der Kundgebung des Wcrbebezirks Pankow. Tambourkapelle Dienstag, 10 Uhr. in den Pharussälen. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Wir beteiligen uns geschloffen an Z der Kundgebung im Saalbau Friedrichshain. Fahnen mitbringen. W Falkentracht. Wsrbebezirl Reutäll»: All- Henossen beteiiigsn sich an der»und gebung der Partei um 10>j Uhr„Neue Welt". Falk,ntracht. Werbebezirk Pankow: Iungmdhierversammlung im Schlotz Schön. Hausen, Lindenslratze. Alle Kruppen sind um 10 Uhr zur Stelle. Werbebezirk Tempelhof: Dienstag. 1. Nopember, Mitgliederversammlung in der Schuldaracke Rintgenssiratze. Sugend und Äahk. Auftfauup uu~- MCtS(facJUäftCS ett* vm* üAce 100000 Üuäc Idact vu* dee üufacUsieui. bis zu dec Uosi&acsicu, das siud HUtUöU£W#cdCj schueU peeäuud seiu 8). ROMAN von STEFAN POLLATSCHEK\ die Trde überqueren, auf Luxusschiffen die Meere durchsegeln. Wohlan, die Maschine wird so viele Automobile erzeugen, daß jeder Mensch sie besitzen kann, die Maschine wird Güter für alle hervorzaubern, so viele, als man braucht und besitzen will. Der Reich- tum war ein Privileg weniger Menschen bis heute— morgen wird die Technik alle reich (Lopvrixdt Saturn-Verlag Da war nun aber dieser Crusius, den man so lange aus den Augen verloren hatte. Der saß irgendwo im Reich als Malhematikpro- fessor, nur hie und da hörte man von ihm. Mit einem Male aber stand sein Rame mit großen Lettern in den Zeitungen, er wurde als der eines Wohltäters der Menschheit, als der eines Heros gefeiert. Eine große Erfin- dung folgte der anderen, man nannte ihn den deutschen Edison, überall sah man sein Bild, in allen Erdteilen horchte man auf den Mann-, Hemdkragen, Zigarren, Straßen wurden nach ihm benannt. Als Crusius an das große wissenschaftliche Institut der Hauptstadt be- rufen wurde, hatte ihn Weltlin besucht. Der Iugendgenosse war bescheiden, liebenswürdig, man kam sich wieder nahe wie einst und man konnte ein großes, reiches, ruhmbedecktes Leben aus nächster Nähe miterleben. Es war, als fiele ein Abglanz davon auf einen selbst. Als dann der große Mann auch in die Fa- milie kam, mitunter an einer Mahlzeit teil- nahm, wurde das Band inniger, er ver- wähnte die Kinder des Freundes, brachte ihnen Spielzeug und Zuckerwerk. Zu jener Zeit war die Ehe Weltlins schon ins Wanken geraten. Die Frau war längst nur mehr zur Mutter der Kinder geworden, nichts verband mehr die Gatten, die sich einst geliebt hatten. Immer weiter und tiefer wurde die Kluft und als Weltlin des Hinübergleitens seiner Frau zu seinem Freunde gewahr wurde, kam kein Gefühl des Schmerzes, der Trauer, der Enttäuschung auf. Auch daß der Jugend- freund nun in die Entfernung rückte, schmerzte nicht so, als er befürchtet hatte. Es gab anderes auf der Welt... Die Jahre rückten unbarmherzig, hart, gewaltsam vor, Runen gruben sich ins Gesicht, das Haar wurde schütterer, Furcht kroch hoch, daß eines Tages alles zu Ende fein könnte, es hieß einpacken vor Torschluß, ehe es zu spät wurde... Gewaltsam riß sich Weltlin zusammen, ge- waltsam zwang er sich, der vertrauten Stim- me zu lauschen. Kein Wort hatte er bisher aufzunehmen vermocht und doch schien es. als wäre der berühmte Mann bereits am Schlüsse feines Vortrages. Da vernahm er das Wort„Maschine", horchte auf und die Bilder, die er gesehen, versanken ins Wesen- lose. Seine Fabrik stand da, drohend reckte sich das Gebirge seiner Sorgen empor, der Alltag gewann wieder Gewalt über ihn. Nun hörte er den Vortragenden: �„Und so wird die Technik zur Befreierin des Menschengeschlechtes aus Not, Elend Entrechtung, Versklavung. Nur sie allein vermag dies. Blicken Sie um sich, verehrte Anwesende, Sie sehen Schalter an den Wän- den und ein Griff genügt, um ein Meer von Licht hervorzuzaubern. Sie können hier an diesem Apparat einen Knopf bewegen und nach Wahl die Stimme der Welt hören: ja, was ich eben zu Ihnen spreche, hören im gleichen Augenblick ungezählte Menschen in allen Ländern. In Paris, Rom, Kopenhagen, aber auch in Amerika, in Asien, in Gebirgen, Tälern, auf dem Meere kan man es hören, vernimmt man Ihren Atem, Ihr Räuspern, Ihre Bewegungen. Raum und Zeit sind Überwunden, wohin Sie blicken, allüberall ist alles im Werden begriffen, eine neue Zeit nimmt von uns Besitz, wir leben rasch und wissen nicht, vor welchen Wundern wir mar- gen stehen. In dreitausend Iahren hat sich die Welt nicht so sehr verändert, wie in den letzten hundert Iahren. Und dies alles hat nur die Technik bewirkt, meine Hochverehr- ten. Nicht Künste und Wissenschaften waren es, die uns nach oben trieben, nur die Technik, unsere Herrscherin, unsere Königin, un- sere Wohltäterin hat dies bewirkt! Und ich wage zu behaupten, daß wir erst im Anfang der Entwicklung stehen, trotz all unserer großen Errungenschaften, trotz aller Siege über die Widerwärtigkeiten der harten, grausamen Natur. Denn was sehen wir, meine Herrschaften? Noch immer sind M'l- lionen Menschen die Sklaven der Maschine. Sie machen jahraus, jahrein dieselben öden Handgriffe, statt über die Maschine zu Herr- schen. Sie plagen sich in Betrieben und Werkstätten, in Fabriken und Bergwerken, und nur Wenige genießen die Früchte dieser Arbeit und Mühen. Aber dies muß nicht für alle Ewigkeiten so bleiben und es ist nicht schwer, zu sagen, daß in naher Zukunft die menschliche Arbeitskraft überflüssig sein wird, Unsere Enkel, nein, unsere Kinder be- reits werden über uns lächelnd die Nase rümpfen. Die Maschine wird unsere Arbeit verrichten, immer mehr, immer intensiver, in einem größeren Umfang. Nicht in der nnglei- chen Verteilung der Güter liegt das Problem unserer Zeit, sondern nur in der zu geringen Produktion. Nur wenige Menschen können heute im Automobil fahren, in Flugzeugen machen, die Maschine wird uns befreien, wir werden Herren der Welt werden, statt Sklaven der Natur zu bleiben. Wahrlich, es ist eine Lust zu leben!" In dem kleinen Künstlerzimmer drängten sich die Menschen. Weltlin, ein wenig be- nommen, müde, unruhig, war gekommen, um Crusius die Hand zu drücken. Aber der be- rühmte Mann war von vielen Menschen um- geben. Von weitem sah Wilhelm seine Frau und Tochter, nickte ihnen zu, unschlüssig, ob er bleiben oder gehen solle. Doch Erna trat auf ihn zu:„Es ist gut, Vater, daß du gekom- men bist. Wir gehen mit Crusius ins Espla- nade zum Abendessen. Bitte, komm mit, Vater! „Das kann ich nicht, mein Kind. Mir ist's nicht danach, unter Menschen zu gehen." „Du mußt mit Crusius sprechen, Vater." „Ich kann nicht, Erna! Bedenke doch..." „Das sind alles Sentiments, Dater, du mußt es tun! Nur er kann dir helfen!" „Und deine Mutter, die dort steht und an seinen Lippen hängt?" „Das alles sind Begriffe von gestern. Vater! Wir leben ftn Heute!" „Möglich", sagte Weltlin, reichte seiner Tochter die Hand, nickte der Gattin zu. „Grüß mir Crusius!", sagte er noch und war aus dem kleinen Raum getreten. In der Garderobe drängten sich nach die Menschen, Unter ihnen war Albert, der, ob- schon er zwei Garderobezettel in der Hand hielt, auch noch den seines Vaters an sich nahm. Weltlin überrascht und ein wenig be- wegt— nie hatte er solche Freundlichkeit von seinem Sohne erfahren— wartete in einer Ecke. Da kam der schwer bepackte Albert, am Arm auch einen Frauenmantel tragend. „Erlaube, Vater, daß ich dich mit meiner Freundin, Fräulein Vera Wagner, bekannt- mache!" Wilhelm verbeugte sich und sah ein zartes, schmales Wesen mit blonden Haaren und hoher, reiner Stirne.— Wird dies die Mutter meiner Enkel?— mußte er sofort denken und lächelte selbst über sich.„Ich will nicht stören, Albert", sagte er dann, doch der Sohn erwiderte:„Das tust du nicht, Vater. Wir gehen noch in ein Kaffeehaus. Wenn du mit uns kommen willst,,." sForts. folgt.) 3>ie eifernen �iere Parabel/ Ton Viurl SchmeHaser Klipp klapp klapp klapp! Klipp klapp klapp klapp! klang es lustig im Viervierteltakt. Der Bauer, sein Sohn und zwei Knechte schwangen auf der Tenne die schweren hölzernen Dreschflegel, daß die Körner nur so aus den Aehren sprangen. Sie waren guter Dinge: eine reichliche Ernte war glücklich unter Dach und Fach gekommen, jetzt waren sie bei der Winterarbeit, die sie warm machte, obschon draußen eine stramme Kälte war. Die Körner, die zur offenen Tenne hinaus in oen Schnee flogen, pickien geschwind die Hühner und Spatzen fort � so kam nichts um von dem Segen. Plötzlich liefen die Hühner kreischend ausein- ander, die Spatzen flogen auss Dach, und vor dem Scheunentor stand ein buckliges altes Mann- chen und sah den Dreschern zu. Als die eine Pause machten, um die Garben zu wenden, sagte er: „Ihr mögt euch gut plagen und könntet e, doch viel einfacher haben." „Einjacher?" fragte der Bauer.„Hexen können wir ja wohl nicht." „Von hexen ist keine Rede," meinte das Mann- chen.„Aber ich habe ein eisernes Tier, das die Arbeit frißt. Am Ende könntet ihr das ge- brauchen." „Warum nicht'?" lachte der Bauer.„Was soll es denn kosten?" „Es kostet zweierlei," antwortete dos Mann- chen.„Erstens müht ihr mich im Haufe be- halten bis zu meinem Tode, und zweitens müßt ihr dafür sorgen, daß keiner eurer Leute wegen de» Tiere« Hunger leidet. Wenn ihr mir das in die Hand versprecht, will ich euch da» Tier geben." „Das wäre ja nicht viel," sagte der Bauer. Er dachte sich: wie lang« kann das alt« Männchen schon noch leben? Und worum sollte ein Mensch wohl eines Tieres wegen hungern? Er schlug also ein, und am nächsten Tage brachte das Männchen ein sonderbares Wesen auf den Hof. Das war nicht aus Fleisch und Bein wie«in anderes Tier, wohl aber aus Eisen und Stahl mit etwas Messing hie und da. Anstatt der Bein« hatte e, Aolben und Räder und sein Maul war nicht vorn, sondern hinten. „Man tut ihm Feuer in sein Maul," erklärte das Männchen,„und gibt ihm vorher satt zu trinken. Nachher werdet ihr staunen!" Es war also wirtlich ein sehr seltsames Tier, und der Bauer und seine Frau hotten eigentlich Furcht vor ihm. Aber Furcht brauchten sie schon gar nicht zu haben, meinte der Alt«. Sie sollten es nur einmal probieren, dem eisernen Tier Feuer ins Maul zu legen. Der Sohn des Bauern hatte am ersten Mut und tat, was da, Männchen gesagt hatte. Da fing das Tier an zu brummen und zu schnaufen, warf seine Kolben hin und her und dreht« seine Räder schnell und immer schneller, und«irklich fraß es Arbeit immer mehr und mehr, und ehe JIM. böO.- Bcutydd unel wedt/otU Pxüse- sind kür die Leserinnen des„Vorwärts" durch die Teilnahme an dem Preisausschreiben über den Roman„Gilgi, eine von uns" zu gewinnen. Verlangt werden für den Wettbewerb kleine literarische Beiträge, Nieder- schrifteri und knappe Skizzen, deren Thema frei gewählt werden kann. Ein Lebensabriß, ein Bürotag, eine besonders typische oder bedeutsame Szene aus Leben und Beruf, und auch Erlebnisse außerhalb des Arbeitsbereichs sollen kurz geschildert werden. Glaubt jemand ein besonders abenteuerliches oder die Not der Zeit kennzeichnendes Lebensschicksal hinter sich zu haben— das gilt besonders für die zahlreichen Opfer der Wirtschaftskrise—, so Ist auch dessen Beschreibung willkommen. Die Einsendungen müssen bis zum 1. Dezember 1932 beim Verlag„Vorwärts", SW 48, Lindenstr. 3, eingegangen und mit dem deutlichen Kennwort„Gilgi" versehen sein. Neue Abonnentinnen erhalten auf Verlangen kostenlos den Abdruck der Bedingungen für die Beteiligung an dem Wettbewerb. Jlisit du ausQuebzUu Vxeist: 1. 1 Barpreis 350 RM. 2, 1 Modernes Original N o r a- R• d i o- Empfangsgerät, Wert 245 RM. 3. 1 M e r c e d e s- Kleinschreibmaschine, Wert 240 RM. 4. 1 L i n d C a r- Damenfahrrad, Wert 44 RM. 5. 1 Sparbuch der Bank der Arbeiter, Angestallten und Beamten A,-G. mit einer Einlage von SO RM. Ferner zehn Preise im Werte von 5 bis 55 RM. flch's die Leute versahen, war das Getreide ge- droschen, die Spreu van dem Korn getrennt und da« leere tztroh in Ballen fein säuberlich zu- sammengepackt. Der Bauer und sein« Frau schsugen die Hände über dem Kops zusammen ob des Wunders: dann brachten sie voller Freude den Alten in die schönste Stube vom Haus, gaben ihm zu essen und z» trinken, so viel er mochte, und zeigten ihm dann sein Bett, und das war so weich, wie man sich'» nur immer wünschen kann. Aber dann gingen die beiden nach einmal auf den Hof zu ihrem Wundertier, da« nun satt und behaglich in einer Ecke stand und von Knechten iind Mägden angestaunt wurde. Die Frau klopfte und streichelte seinen eisernen Leib, und da geschah ja nun daz wunderbarst«: das Tier legte— klack! ein goldene« Es. Die Frau macht« einen Freudensprung, nahm sorgfältig das goldene Ei in ihre Schurze und trug es ins Haus. Der Mann uns der Sohn lies«» hinterdrein. Sie wußten sich vor Glück nicht zu fassen, denn am anderen Tage, während ihr eisernes Tier schon wieder brummend und schnau- send die Arbeit fraß, be, zahlte ihnen der Gold- schmied für das Ei mehr Geld, als sie in einer ganzen Woche sonst verdient hatten. Das alte bucklige Männchen verlebte gute Tage auf dem Hof, und die Knechte, die nun nicht mehr zu dreschen brauchten, wäre» auch nicht böse. Es blieb ja noch andere Arbeit genug, und wenn sie ein Stündchen mehr aus der Ofenbank sitzen und ihre Pfeife schmöken konnten, war es sein Bauer und seiner Frau vu? recht. Freilich der junge Bauer meinte, man könne nun gut«inem Knecht kündigen, aber sein Vater sagte, nein: wo solle der denn jetzt im Winter Arbeit bekommen? Da war« dann ja schon einer, der wegen d«s eisernen Tiere« hungern müßte und das wäre gegen den Abspruch. Das eiserne Tier aber fraß unverbrossen seine Arbeit und legte treu und brav jeden Abend sein goldenes Ei. Die Bauersfrau sammelte dl« gol- denen Ei«r wie die von d«n Hühnern, und als sie einen Korb voll hatte, gab sie sie dem Wunöertier zum Ausbrüten. Was soll ich euch sagen: hrei Woche» später rollte ein Schwärm kleiner eiserner Tiere um das alte, fraß munter die Abfälle der Arbeit und wuchs kräftig und stabil heran. Als sie aber groß wurden, zeigte es sich, daß sie ganz verschieden geartet war«n. Sie fraßen bei- leibe nicht alle dieselbe Arbeit wie aas alte:«Ins machte sich daran und pflügte den Acker, ein an- deres«ggte, ein drittes sät«,«in viertes fuhr nur so henim, aber vi«l schneller als die anderen, dar- um nahm man es als Wagen— und so ging es fort. Bald gab es aus dem Hos kein« Arb«>t mehr, di« nicht von einem eisernen. Tier gesressen wurde, und es war ein seines Leben, ba« die Leute hatten. Zwar brummte der jung« Bauer oft. nun könne Rc�{Up fa&ewH&Mfr FörJedermaftft'�ürie lUMOPHON 12 geschaffen.. An lO 1,1z JQ und oft.noch mehr Stationen werden gut empfangen, Eine he» sondere Freude bereitet die% Wiedergabe. Dabei ist der PreifiO niedrig," denn, Vür RM,,112� bhne Röhren Iccistet lUMOPHONj2f. Die Uwopl�n* Erzeugnisse sind Per einkrsft�mpfsngerw'föver Schlrmgitfer.Röhren. Beleuchtete Skqla mit Nomen der Groß-§en- der, Mit-Selektipnswöhier und einaeboutem dynamisehen Lout- Sprecher. Preise: RM. 11 2�-'sst die Komblnofion. RM. 34.30 Für die Röhren bei Wechselstrom und RM. 37.80 für die Rohren bei, Gleichstrom. Lein Name« «wn doch die vielen unnützen Esser abbauen, aber sein Vater lieh sich darauf nicht ein: er hatte»er- sprachen, daß wegen der eisernen Tiere keiner seiner Leute hungern sollte, und dabei mußte es bleiben. Gab es jetzt wenig zu tun für sie: gut, dann sollten sie eben auch ein bequemeres Leben führen, als sie es bis jetzt gekonnt hatten. Das alte Männchen nickte freundlich zu, und so ging alles seinen guhen Gang. Aber dann starb eines Tages der Bauer und kurz nach ihm feine Frau. Und als die beiden be- graben waren und der junge Bauer die Wirtschaft übernommen hatte, war nun freilich sein erstes, daß er alle vom chofe jagte, die er glaubte ent- behren zu können. Knechte und Mägde, denen es lang« Jahre gut gegangen war, mußten ihre Bündel schnüren und sie zogen traurig vom chofe, es war offenbar, daß sie ins Elend gingen, denn sie waren nun alt geworden und keiner würde sie mehr haben wollen. Das alte Männchen zwar stellte den jungen Bauer zur Rede und erinnerte ihn an dos, was ihm versprochen worden war, als es das erste eiserne Tier auf den Hof gebracht hatte: aber der junge Bauer meinte: wenn es ihm nicht passe, was er angeordnet habe, könne er getrost auch gehen. Ihm würde keine Träne nachgeweint. Das alte bucklige Männchen sah den jungen Bauern betrübt an: „Von jetzt an wird Unsegen auf den eisernen Tieren ruhen!" sagte es und weiter nichts. Danach packte es gleichfalls seine Habseligkeiten zusammen und verließ auch den Hof. „Schnickschnack!" meinte der Bauer.„Jetzt soll der wahre Segen erst kommen!" Wir hatten ja früher schon gesehen, wie leicht und schnell sich die eisernen Tiere vermehrten und daß immer neue Arten daraus entstanden. Dar- auf baute der Bauer seinen Plan. Er ließ näm- lich von Stund an seine Tiere nicht mehr Arbeit fressen, als unbedingt nötig war, sondern er ließ sie sich vermehren und verkaufte die Jungen. Nun, es ist wahr: er wurde in kurzer Zeit ein so reicher Mann, daß er bald nicht mehr wußte, wie reich er eigentlich war. Aber das ist nun einmal so, je mehr Geld einer hat, desto mehr will er haben, und unser Bauer konnte den Hals schon gar nicht voll kriegen. So kam es, daß die eisernen Tiere bald über die ganze Erde verbreitet waren. Er dachte natürlich gar nicht daran, den Käufern zu sagen, daß wegen der eisernen Tiere kein Mensch hungern dürfe, und da ergab es sich bald, daß sehr viele Menschen ihretwegen hungern mußten, denn die gefräßigen Kolosse verschlangen alle Ar- beit, und die Menschen, � die darauf angewiesen waren, von der Arbeit zu leben, fanden kein« mehr. Nach einiger Zeit waren so viel« eiserne Tiere auf der Erde, daß die Arbeit auch für sie knapp wurde und dennoch wurden es immer mehr und mehr. Sogar Bilder und Theater und Musik machten nun schon eiserne Tiere, aber die alle waren ja verhältnismäßig noch harmlos gegen andere, die für den Krieg gebraucht werden sollten. lind immer weiter vermehrten sich die Tiere ins llngemessene. Die Menschen schienen ganz überflüssig geworden zu sein. Soviel Arbeit gab es gar nicht auf der Erde, wie die eisernen Tiere fressen wollten und endlich mußten auch sie hungern. Aber die ertrugen den Hunger weniger ge- duldig als die Menschen: sie fielen über alles her, was ihnen in den Weg kam: Pflanzen und Vieh und Menschen, und fraßen sie. Und da sie schnel- ler und stärker waren, fiel ihnen alles ande-e leicht zur Beute. Dörfer und Städte, Aecker und Wälder wurden dabei verwüstet— es war oas Chaos. Verzweifelt flohen die Menschen hierhin und da- hin, aber nur wenige konnten sich in unwegsamen Gegenden vor den wildgewordenen Bestien ver- bergen. Als dann die eisernen Tiere nichts mehr zu fressen fanden, weder Arbeit noch sonst etwas, war es freilich bald mit ihnen vorbei. Sie standen trübselig in Wind und Wetter herum, setzten Rost an, und mit der Zeit verdarben und zer- fielen sie. Die übriggebliebenen Menschen aber begannen in der Wildnis, wohin sie geflüchtet waren, wie- der selbst die Erde zu beackern, um ihren Hunger zu stillen: zu pflügen, zu säen, Korn zu schnei- den, zu dreschen, und dabei machten sie eine merk- würdige Entdeckung, nämlich: daß die Arbeit eine Freude ist, wenn man sie selber tut. Und da konnte bald keiner von ihnen mehr begreifen, wie man sie früher von den eisernen Tieren hatte fressen lassen können, bloß um sie los zu werden. ★ Und durch die Jahrhunderte erhielt sich die Sage von dem unglücklichen Zeitalter, wo den Men- schen.zuerst die Arbeit von eisernen Bestien weg- gefressen war, bis sie dann selbst von ihnen ver- schlungm wurden. Womu Jimgrabungen &rof. X. Woolley gibt Jlntrvort Der englische Archäologe t!. Leonard W o o l- leb, der durch seine Ausgrabungen in Chaldäa — im Lande Ur— weltbekannt geworden ist, gibt in einem neuen interessant illustrierten Buch („Mit Hacke und Spaten") eine Quint- cssenz seiner Ausgrabungsmethoden. Kein Mensch nimmt an, daß die Ausgrabung von Altertümern ein wissenschaftliches Ziel an sich sei. Obwohl das Auffinden vergrabener Schätze stets als Sensation wirkt, so ist doch die immer wachsende Anteilnahme, mit der£>ie Oessentlichkeit die archäologischen Arbeiten verfolgt, keineswegs auf die dramatischen Zwischenfälle beschränkt, die sich bei den Ausgrabungen ereignen mögen. Hinter der bloßen Romantik steht etwas von wirklichem, bleibendem Wert. Im ersten Augenblick ist es schwierig, Ent- deckungen wie das Grab Tut ench Amuns, oen P a l a st d e s M i n o s auf Kreta und die Königsgräber in Ur unter dem richtigen Winkel zu sehen: sie sind etwas so unerhört Neues, daß si« sich, losgerissen aus allen Zusammenhän- gen, unserem inneren Auge in einer übermäßigen Größe darstellen, uns blenden und in ihren Um- rissen verschwimmen: später treten sie dann zurück, reihen sich den anderen Gegenständen in unserem Blickfeld«in und werden zu Bestandteilen des ge- schichtlichen Hintergrundes, gegen den wir alle, be- wüßt oder unbewußt, unsere Rolle spielen. Als Schliemann die Schätze von Mykenä fand, war das erste, was die Welt aufhorchen ließ. seine Annahme, daß damit Homers Gesänge als buchstäblich wahr bewiesen seien. Heute wira man sich kaum mehr darüber streiten, ob in jenen Grä- bern die Leichen Agamemnons und Klptämnestras unter goldenen Masken ruhten, aber niemand denkt an Homer oder die Anfänge griechischer Geschichte, ohne im Unterbewußtsein das Abbild mykenischer Pracht uno Schönheit zu haben. Heute entrollt die Naturwissenschaft vor unseren Augen ein Rundbild, das unseren Urgroß- vätern in seinen Anfängen als G o t t e s l ä st e- runz erschien: für sie erschütterte es die Grund- festen des Glaubens, für uns baut es das Denken auf breiteren und vernünftigeren Voraussetzungen auf. Die Wissenschaft rechnet die Zeit nach Mil- lionen von Jahren uno dehnt den Raum in die Unendlichkeit: indessen mindert der weitere Aus- blick in keiner Weise unser Interesse an den Din- gen von heute und morgen, ja er scheint unser Tun stoben seilst: 3)er Weg Am Wege stand ein brauner Baum, Darin die Bienen sangen, Dann ist ein weicher Wolkenflaum Sacht drüberhin gegangen. Und als die Wolke fern entschwand, War Mond und Sternbild da. Die Bienen schwiegen. Und das Land Lag allem Himmel nah. Da wollt der Weg an braunen Baum Still wie ein Kind sich lehnen, Die Arme durch den Abendraum Zu Dorf und Stern hindehnen. Der braune Baum sang ihn zur Ruh, Das Dorf hielt bei ihm Wacht. Mit Mond und Sternen deckte zu Den müden Weg die Nacht. Und nur mein Schritt sprach in den Traum, Der mählich nun begann, Und sprach den Stern und sprach den Baum Um gute Fürsprach' an. Da hob der Weg sich sanft empor, Als ob mein Herz er frug, Und kam wie ein guter Nachbar mir vor, Der in seinen warmen Mantel mich schlug. Aus Robert Seitz„Echo der Ebene". Verlag„Die Rabenpresse1', Berlin. und Lassen kaum zu beeinflussen. Und doch ist er da, biloet einen Teil unseres Bewußtseins, und je mehr wir die Weite erforschen, um so besser können wir uns selbst verstehen. Die Archäologie tut auf beschränktem Gebiet ein gleiches: sie besaßt sich mit einem Zeitraum, der sich über einige tau- send Jahre erstreckt, und ihr Forschungsgebiet ist nicht das Weltall, nicht einmal das Menschenge- schlecht, sondern der mooerne Mensch. Wir graben und sagen aus, daß diese Töpfe und Schüs- sein, jene Perlen und Waffen aus dem Jahre 3000 und 4000 vor Christi stammen: der Beschauer ist versucht, sich laut über ihr Alter zu verwundern und sie nur auf Grund ihres AUers zu bestaunen. Ihr wirklicher Reiz liegt jedoch in der Tatsache. daß sie neu sind. Wenn das bloße Alter der Wertmesser sein soll, so ist alles, was wir aus- graben, unbedeutend im Vergleich zu oem iossilen Ei eines Dinosauriers— und überdies: was be- deuten 6000 Jahre im Dasein des Menschenge- schlecht?, das wir nach geologischen Perioden be- rechnen müssen? Die Bedeutung unseres archäo- logffchen Materials liegt darin, Saß es L i ch t a u f die Geschichte von Menschen wirft, die uns sehr ähnlich waren, auf ein« Zivilisation, die mit der heutigen eng verbunden ist. Wir können uns nicht von unserer Ver- gangenheit scheiden: immer spüren wir die Einwirkung früherer Verhältnisse, und nicht zumindest dann, wenn wir ihrer spotten: unsere Anschauungen und Handlungen formen sich durch Ersahrung: das ist so wahr, daß aller Fortschritt aufhört, wenn Ueberlieferung fehlt oder in sinn- loser Konvention erstarrt, wie es der Fall bei den australischen Buschleuten fft. Die Vergangenheit. an die wir anknüpfen, muß uns in gewissem Sinne zugehören, die Vorgänge müssen sich auf Menschen beziehen, die in hohem Grade m ähnlichen Ver- Hältnissen lebten wie wir, die Erfahrung muß sich von Geschlechtern oder Einzelpersonen herleiten, die uns innerlich verwandt waren: der Wert des Vergangenen steht im Verhältnis zu der Lücken- lofigkeit der Kette, die uns mit ihr verbindet. Vor 100 Jahren pflegte der politische Denker zu Vergleichen und Schlußfolgerungen die römische oder griechische Welt her- anzuziehen, denn diese schienen seinerzeit verwandt zu sei, aber damit hörte er auf: die griechische Kul- tur stellte sich ihm als ein Gebilde dar, das ohne weitere Vorgeschichte im Zustande der Vollkommen- Heft in Erscheinung getreten wäre und somit kaum Gelegenheit böte, Entwicklung und Ursprünge zu untersuchen. Heute wissen wir, daß der moderne Mensch seine Laufbahn nicht im Jahre 300 v Chr. begann, ja vielleicht nicht einmal 5000 v Chr. Bon der Blüte attischer Kultur ausgehend, können wir rückwärts arbeilen und die Wurzeln auftinden, die sich weithin verbreiten und immerdauernde Blüten sprießen lassen: je nach der Beschaffenheit des Bodens und der Pflege, die ihnen zuteil ward, weisen sie Verschiedenheiten auf, aber alle stammen sie aus der gleichen Art: im Lichte dieser Er- kenntnis können wir den gegenwärtigen Zustand und oas zukünftige Wachstum besser beurteilen und beobachten. Dieses Wissen nun dient nicht nur dem Spezialisten, dem beruf-- mäßigen Geschichtsforscher. Die Ausweitung der Welt berührt uns alle, wird zu einem Teil der allgemeinen geistigen Erbschaft, und die B e- rechtigung der Archäologie liegt gerade darin, daß sie jedermann angeht. Gerhard Sterrmann Wo/Iar; ttere Herben in ffiüchern Man findet sie hundertmal, und neunundneunzig- mal beachtet man sie gar nicht. Sie liegen zwischen den Seiten der Bücher, die man sich lieh, oder die man vor Jahren ergriffen las und nun enttäuscht noch einmal durchblättert, oder die man vom Bücherwagen erhandelte. Mücken sind es manchmal, zuweilen Fliegen, oft auch kleine Käfer- oder Spinnenwesen, für die der Laie keinen Namen weiß: immer sind sie ganz flach gepreßt, kaum höher scheinen sie als die gedruckten Buchstaben, auch nicht größer— formloser mir; so stören sie; so öffnet man lässig die Lippen, man muß den Mund nicht einmal spitzen, und indes das Auge schon weiter liest, weht ein winziger Hauch den grauen Klecks vom Papier— neunund- neunzigmal. Warum wohl es doch einmal geschieht, daß man den Klecks empfindet als das, was er ist: als ein Stück gestorbenen Lebens? Vielleicht ist das Buch zufällig sehr alt, und man denkt: Mein Gott, der Mann, der dies Spinnentierchen im hastigen Weiterblättern unter den knisternden Seiten be- grub, sah vielleicht aus wie der Bücherwurm bei Spitzweg, oder sogar wie ein Bibliochekar aus einem Stich von Chodowiecki... vielleicht auch hat die tote Mücke irgendeine dunkle Beziehung zu der Textstelle, auf der sie starb... oder viel- leicht ist einem nur gerade so zumute, daß einen der Tod in jeder und noch in dieser kleinsten und leisesten Form anzupacken vermag. Vielleicht ist dies Tiersterben in Büchern ja auch seine sinn- loseste und selffamste Form: es war ja keine Hand da, die diese gepreßten Jnsektenkörper in die Falze legte, als Lesezeichen oder als Zeichen der Er- innerung, wie man mit Pflanzen tut— hier war keine Absicht, hier ist nicht einmal ein Zusammen- hang zwischen Leben und Tod; Bücher gehören nicht zum Lebensraum einer Fliege oder einer Mücke oder selbst einer Spinn«, uns es ist merk- würdigerweise überhaupt nicht zu erklären, warum sie, die der flinken und derben und jagenden Hand entfliegen und entfliehen, von einer lässig um- geblätterten, leichten Papiersläche zur Strecke ge- bracht werden können. Vielleicht lag dies Buch am offenen Fenster, und der Wind schlug es jäh zu, und diese Mücke fand nicht mehr heraus; viel- leicht war jene Fliege eine Winterfliege, schwer- fällig von Schwangerschaft, und wußte die Flügel nicht mehr zu brauchen und so konnte jenes Heft si« begraben. Aber doch bleibt es unerklärlich, wie viele Tode auf eine so sinnlose Art gestorben werden; denn gibt es etwas Sinnloseres und Lächerlicheres als ein« Fliege, die an einem Buch stirbt? Und wenn das an einem Tier geschieht, das Flügel hat: was soll am Menschen werden? Was wäre vergeblicher, als gegen den Tod sich zu wappnen? Denn des Menschen Geist arbeitet sinnvoll, aber die Arbeit des Todes ist ohne Sinn; niemand vermag die Gestalt vorherzusagen, in der er kommen wird, niemand das Buch auf dem Fensterbrett und den Windstoß, der es zuschlagen wird, in seine Lebensrechnung oder in seine Diagnose einzukalkulieren... Es bleibt also nichts, als den kleinen toten Rest ehemaligen Lebens zwischen den Buchstaben liegen zu lassen, wenn man gern erinnert wird, oder ihn wegzublasen, wenn man gern vergißt; es gibt keine Beziehung und keinen Kampfplatz zwischen dem traurigen Gast aus Chitin und der Druckerschwärze zwischen Tod und Geist, sie schlagen aneinander vorbei: es bleibt also nichts, als— weiterzublättern... Jan Termeer ran 3)elft Zu Keinem 300, Qeburlslage am 30. Okiober Man weiß nicht viel von dem Leben eines der größten Maler, die je gelebt haben. Nicht einmal sein Geburtstag ist bekannt; getauft wurde Jan Vermeer am 30. Oktober 1632 in Delft, von dem er den Beinamen trägt, und das er selten verlassen hat. Mit 20 Jahren heiratete er, bekam viele Kinder und lebte wohl nicht in sehr- guten Verhältnissen, da er bei großer Sorgsalt wenig gemalt hat: man kennt noch nicht 40 Bilder von ihm. 1675 schon ist er in Delft gestorben, das er berühmt gemacht hat durch sein Werk und vor allem durch die zwei kostbaren Ansichten der Stadt: das Straßenbild der Sammlung Six und den„Blick auf Delft" im Haager Mauritshuis, ein Landschaftsbild von unwahrscheinlicher Voll- kommenheit der Malerei, entrückt ins Visionäre durch die außerordentliche Wirkung eines von Wolkendünste» filtrierten Sonnenlichts. Und dies ist das Kennzeichnende seiner Kunst überhaupt, daß er die einfachsten Dinge der Wirklichkeit in eine überwirkliche Sphäre hebt durch die Kraft seines Lichts. Durch seinen Lehrer, den früh gestorbenen Fabritius, ist Vermeer ein Enkelschüler Rembrandts. Aber wie schon Fabritius das Rembrandtsche Halbdunkel durch Umkehrung der Helligkeitswerte ihres barocken und mystischen Sinnes entkleidete, so entfernt Vermeer allen übersinnlichen Gehalt vollends aus seiner Malerei und begnügt sich damit, das Wunder des Lichts und der reinen Farbe an alltäglichen Gegenständen zu offenbaren. Gleich- wohl bleibt es bei ihm das Wunder, und es wäre verkehrt, Vermeer für einen bloßen Realisten zu halten, weil er Menschen seiner Zeit in holländischen Zimmerchen voller Möbel, Stoffe, Glasfenster und Küchengeräte dargestellt hat. Das unterscheidet ihn von allen anderen Interieur- malern der Holländer, von seinem Schüler Pieter de Hooch, Mieris, Dou usw.: daß er das Geistige und Unendliche Rembrandts erhalten und in die Schilderung des Trivialen übertragen hat. So steht er in der großen Malerei der Barock- zeit und seiner holländischen Heimat als Gleich- berechtigter neben dem ein Menschenalter älteren Rembrandt: als Meister des Lichtgeheimnisses und der geruhigen Anschauung von Wirklichkeften. ?aul F. Scfamidt Jubiläums-Ausstellung xeo gedeckte Tische erwarten Siel Jubiläums-Sonderverkauf von Haus-, Küchen- und Tischwäsche mit Webfehlern Landeshuter Leinen- und Gebildweberei Größtes Spczialgcschärt für Leinen, Wäsche, Brautansstattungen Leipziger Straße zo-jz• Kurfürstendamm Z27 Jahre Grflnfeld Aua den 70 Jobiläumi-Angcbotcn: Kücfaenhandtucfa Reinleinen, grau-weiß-»» gestreift, mit farbiger Borde, 43X100. 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