Abend- Ausgabe Nr. 518 B251 49. Jahrg. Rebaktton und Verlag« Berlin SW 68, Lindenstr. 3 F«rnsp?«ch-r«7 Amt Dönhoff 202 btt 297 T-legrammabress«! SozixllxmoKiU Berlin r■■-■ ■• n J l/fSlteM BERLINER VOLKSBLATT MITTWOCH 2. November 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts...... 10 Pf. DezuclSbebtngungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß deS redaktionellen Teils Jentvatovsa« der Sozialdemokratischen Oaeiei Deutschlands Anser Volksentscheid Die KPD. will ihn unterstützen Am 12. September hat die sozialdemokra- tische Reichstagsfraktion ein Volksbegehren beantragt, durch das jener Teil der Verord- nung des Reichspräsidenten vom 4. Septem- der, der sich mit sozialpolitischen Maßnahmen beschäftigt, außer Kraft ge- setzt werden soll. Es handelt sich um jene Bestimmungen, durch die der Reichsregierung die Ermächtigung erteilt wird, mit der So- zialpolitik und mit den Arbeiterrechten zu machen, was sie will. Die Kommuni st ische Partei hat sich gegenüber diesem Vorstoß der Sozial- demokratie zu einer klaren Stellungnahme lange nicht entschließen können. Sie war offenbar durch die bekannte Theorie vom sozialdemokratischen Hauptfeind, der unter allen Umständen zu bekämpfen sei, stark be- hindert. Jetzt endlich jedoch veröffentlicht die „Rote Fahne" einen Beschluß der kommu- nistischen Parteikonferenz, der besagt: „sofern es zu irgendeinem Zeitpunkt zur Durch- fiihrung eines Volksbegehrens oder Volksentscheids gegen die Nowerordrmng der Papen-Regierung oder gegen einen Teil derselben kommt, wird die Kommuni st ische Partei Deutschlands sich mit allen Kräften für dieses Volksbegehren und diesen Volks« entscheid einsetzen." Daß diese Erklärung in tolle Schimpfereien gegen die Sozialdemokratische Partei sörm- lich eingewickelt wird, versteht sich bei der bekannten Taktik der KPD. von selbst. Es wird dabei immer noch an der These sestge- halten, daß die Sozialdemokratie das Volks- begehren nur zu dem Zweck eingeleitet habe, „die Massen vom wirklichen Massenkampf abzulenken". Wie sich die KPD. an einer Aktion beteiligen kann, die nur dazu dient, die Massen vom wirklichen Massentampf ab- zulenken, das muß sie mit sich selber aus- machen. Uns genügt einstweilen ihre, wenn auch verspätete, positive Entscheidung zu- gunsten der sozialdemokratischen Aktion. Aus dem Reichsministerium des Innern hat man aber auch schon wieder lange nichts mehr gehört, wie man dort den Antrag der Sozialdemokratischen Partei be- handeln will. Bekanntlich hat man dort den Versuch gemacht, sich hinter die Bestimmun- gen der Verfassung zu verschanzen, wonach Volksentscheide, die die Finanzen des Reichs oder der Länder berühren, nur vom Reichs- Präsidenten eingeleitet werden können. Da der sozialdemokratische Antrag sich auf den sozialpolitischen Teil der Verordnung be- schränkt und den finanzpolUischen damit aus- drücklich ausnimmt, lasten sich die Vorwände des Reichsinnenministeriums nicht aufrecht- erhalten. So zog man sich bis auf weiteres hinter der Erklärung zurück, daß die Zu- lästigkeit des sozialdemokratischen Antrages geprüft werde. Da aber diese Zulässigkeit über jeden Zweifel erhaben ist, bedeutet die Hinhaltetaktik des Reichsministeriums des Innern nichts anderes als die Verweigerung eines wichtigen, in der Verfassung veranker- ten Volksrechtes. Von diesem Volksrecht haben die jetzigen Regierungsanhänger wiederholt, so zum Beispiel bei ihrer Aktion gegen den Poung-Plan, Gebrauch gemacht. Sie könnten der Arbeiterschaft das ihnen ver- fassungsmäßig zustehende Recht nicht ver- weigern, ohne sich mit den Geboten der poli- tischen Loyalität und den Vorschriften der Verfastung in Widerspruch zu setzen. Die Sozialdemokratie wird nicht locker lassen. Sie wird weiterkämpfen fi�r das Recht des arbeitenden Volkes. Und wenn die Kam- munistische Partei, sei es auch unter den ab- sonderlichsten Verrenkungen, sie dabei unter- stützen will, so kann ihr das nur recht sein! Der Krieg mit dem Süden „Abbruch der diplomatischen Beziehungen"— Kalter Hohn gegen den Reichsrat Die Offenherzigkeit, mit der der bayerische Ministerpräsident H e l d in Stuttgart über die Der- sassungstreue der Papen-Regierung gesprochen hat, hat in der Wilhelmstraße stark verschnupft. D i e Regierungspresse, als welche zur Zeit die Hugenberg-Presse anzusprechen ist, teilt infolge- dessen mit, daß eine „Einschränkung der Beziehungen zu Layern' in Aussicht genommen ist. Die Reichsregierung. Hocb die Preise! „Pfoten weg, du Arbeitsloser! Wie sagt doch Hitler so schön: Mein Nutz geht vor dein Nutz!" so wird erklärt, beabsichtige nicht, auf die Anklagen Heids zu antworten, sie werde aber aus seiner Rede in Stuttgart die Folgerung ziehen, daß der politische Verkehr zwischen Berlin und München, solange sich Dr. Held nicht entschuldigt hat, stark eingeschränkt wird. Es werde deshalb auch kein weiterer Besuch des Reichsvertrcters, Freiherrn von Lersner, beim bayerischen Ministerpräsidenten stattsinden. Die bayerische Regierung, so wird höhnend hinzugesügt, werde also einstweilen andere Wege benutzen müssen, um sich über die politischen Absichten der Reichsregierung zu unter- richten. Das bedeutet nicht viel weniger als einen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Regierung oder, da die anderen süddeutschen Re- gierungen mit der bayerischen übereinstimmen, zwischen dem Norden und dem Süden. Zum Ver- sasjungskonflikt in Preußen, der zu dem Reben- emanderbestehen zweier Regierungen gesührt hat, tritt also nun auch ein allerschärfster Konflikt zwischen den verschiedenen Teilen des Deutschen Reiches. Das ist das erhebende Ergebnis der Politik einer Regierung, die sich bei ihrem Amts- antritt als eine Regierung der nationalen Konzentration bezeichnet hat! Solange die Regierung von Papen glaubte, über die preußischen Stimmen im R e i ch s r a t ver- sügen zu können, war ihre Taktik daraus gerichtet, sich gegenüber dem Reichstag auf den Reichsrat zu stützen, ja, man munkelte davon, daß der Plan bestehe, mit jzilse eines willfährigen Reichsrats eine neue Reichsverfassung zu oktroyieren. In- zwischen hat sich durch den Spruch des Staats- gerichtshoss, der der rechtmäßigen Regierung Vraun-Severing das Recht auf die preußischen Stimmen im Reichsrat zuspricht, und durch den Konflikt mit dem Süden die Situation vollständig geändert, und die Regierung von Papen ist auch zum Reichsrat in eine Art Kriegszustand geraten. Kennzeichnend dafür ist die Art, wie die deutsch- nationale Regierungsprcsse vor dem Zusammentritt des Versasiungsausschusies des Reichsrats, der morgen erfolgen soll, über den Reichsrat herfällt. So macht der Hugenbergsche„Tag" unter der Ucberschrift„Was kann der Reichsrat wollen?" Hugenberg abgeblitzt Lei den sächsischen Industriellen Eigener Bericht des„Vormärts' Dresden, 2. November. Vei den ihm politisch sonst so nahestehenden sächsischen Industriellen ist Hugenberg dieser Tage gehörig abgeblitzt. Er hielt im Gesamtvorstand «inen Vortrag über die Kontingentie- r u n g, für die er lebhaft eintrat und wobei er behauptete, eine Kontingentierung brauche durch- aus nicht eine Autarkie zu sein. Er versuchte, diB Industriellen, die die verhängnisvollen Wirkungen der bisherigen Kontingentierungspolitik am eige- ncn Leibe schon deutlich oerspüren, für seine und die Pläne Popens und Brauns einzufangen. Damit hatte er kein Glück, zumal er sich auch noch vor diesem, mindestens ostiziell unpolitischen Gc- somtvorstand erlaubte, auf verschiedene Führer der Deutschen Volkspartei zu schimpfen. die von der Hugenbergschen Kontingenlierungs- Weisheit nicht überzeugt sind. Der Vorsitzende W i t l k c erteilte Hugenberg einen scharfen Rüssel, indem er erklärte, er be- daure außerordentlich die parteipolitischen Ausführungen des Redners, könne darauf ober nicht erwidern, um die Angegriffenen zu schützen, weil der Verband jede parteipolitische Stellungnahme aus seinen Kundgebungen und Arbeiten streng a u s s chl ö s s e und auch in dieser Sitzung einer Aussprache auf partes- politischer Grundlage kein Raum gegeben werden die Ländervcrtretungen i» wenig höflicher Form darauf aufmerksam, daß sie gar keine Be- d e u t u n g hätten. Der bestehende Reichsrat, so wird ausgeführt, sei eigentlich nur ein„Arbeits- ausschuß des Zentrums und seiner roten Eides- Helfer" und„eine Institution mit sehr bescheidenen Befugnissen". Zu politischen Kundgebungen habe er keinerlei Befugnis, und seine Meinungsäuße- rungen hätten für die Reichsregierung nicht die geringste verbindliche Kraft. „Also was soll das Theater um den Reichsrat?" ruft der„Tag" höhnisch aus.„Sollten seine Mit- glieder sich verleiten lassen, dieses ausbaufähige Organ des Reiches zum Werkzeug einer über- lebten Parteipolitik zu machen, so würden sie... die Institution des Reichsrats überhaupt ge- fährden." Das ist nun auch eine Kriegserklärung an den Reichsrat, eine offene Drohung mit Gewalt. Es scheint fast, als ob sich die Regierung von Papen innerpolitisch in dieselbe Situation begeben wollte, in die sie sich auch außenpolitisch schon hinein- manövriert hat, nämlich die einer völligen Isolierung.„Feinde ringsum— mag es sein!" Die„Tägliche Rundschau" freilich, der man Beziehungen zum Reichswehrministerium nachsagt, prophezeit, daß die Papen-Herrlichkeit den 6. No- vember nicht überdauern werde.„Man weiß vom Kabinett Brüning her", so schreibt sie,„wie schnell sich der Reichspräsident von seinen Mitarbeitern trennen kann, wenn er den Eindruck gewinnt, daß sie seine Erwartungen nicht erfüllt haben. Es ist anzunehmen, daß er nach dem 6. November sein Verhältnis zu Herrn von Papen einer Nach- Prüfung unterziehen wird." Wie jedes reaktionäre Experiment wird auch dieses mit einem ungeheuren Scherbenhausen enden und aufs neue den Beweis�rbringen, daß die sogenannte nationale Rechte nicht regierungs- fähig, sondern nur imstande ist, über das deutsche Volk maßloses Unglück zu bringen. könne. Hatte schon damit Hugenberg seine Nase weg, so legte nun Wittke erst recht los, als er in sachlicher Beziehung auf Hugenbergs Ratten- sängermelodien einging und betonte, daß die sächsische Industrie die Kontingen- tierungs maßnahmen der Reichs- regierung nicht gutheißen könne. Die Folgen der bisherigen Einfuhrdrosselung seien schon so verheerend, daß sich die Wirtschaftslage immer mehr zu einem Zusammenbruch zuspitze. Es würde der Arbeit vieler Jahre bedürfen, bis die Ausfuhr wieder ausgebaut und damit die Be- schäftigung eines großen Teils der sächsischen Industrie wiederhergestellt sein würde. Der deutsche Binnenmarkt könne einen großen Teil der Veredelungsproduktion der einheimischen In- dustrie nicht aufnehmen, sondern nur das Aus- land. Umgekehrt könnten die Rohstoffe aus dem Ausland nur mit ausländischen Zahlungsmitteln, die durch Ausfuhr hereinkämen, gekauft werden. Die aus der Kontingentierungspolitik herrührende Verärgerung im Ausland durch Stockungen des Absatzes der sächsischen Industrie und ihre Folgen wären gar nicht abzusehen. Obwohl diese Erklärungen von dem gesaniten Vorstand gebilligt wurden und hier nur Fachleute oertreten sind, wird Herr Hugenberg sich natürlich nicht eher überzeugen lassen, als bis die ganze Industrie und mit ihr die sächsische Arbeiterschaft dank seiner großen Ideen ruiniert sein wird. Ladour siegt Gemeindewahlerfolge in England London, 2. November. Bei den Wahlen in Z00 Gemeinden konnte die Arbeiterpartei 20 Sitze gewinnen, während die konservativen 13, die Liberalen 1 und die Unabhängigen 6 Sitze verloren. Die Arbeiterpartei konnte nur in Shessield und Leyton ihre Mehrheit nicht behaupten. Sie sicherte sich aber dafür die Oberhand in zwei Städten, wo bisher Konseroattv-Liberale am Ruder waren. Die Handgranaten Nazihomhenwerfer vor Gericht Allenstein, 2. November. Am Mittwoch um 9 Uhr begann unter großem Andrang der Bevölkerung der Prozeß gegen 16 Nationalsoziali st en, die angeklagt worden sind, Handgranaten in das Kaufhaus Abraham in Allenstein geworfen zu haben. Die Anklage lautet auf versuchten Mord, An- stistung zum versuchten Mord, Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz und Begünstigung zur Begehung eines Verbrechens gegen das Sprengstoffgesetz. Im Ermittlungsversahren haben die Angeklagten Teilgeständnisse abgelegt. Sie wollen einem höheren Befehl Folge geleistet haben. Nach der Verlesung der An- klage durch den Staatsanwalt begann der Vor- sitzende mit der Vernehmung der Angeklagten. Eine Reihe von Angeklagten soll trog der Kenntnis von dem beabsichtigten Verbrechen keine Mitteilung an die zuständige Behörde gemacht haben und somit gleichfalls schuldig geworden seir. Im Ermittlungsversahren haben die An- geklagten Teilgeständnisse abgelegt. Es wurde festgestellt, daß am Morgen des 8. August bald nach 1 UHr in das zu ebener Erde gelegene Ge» schüft van Abraham zwei Stielhand» g r a n a t e n geworfen worden waren, die aus cheeresbeftänden stammen. Nur eine der Granaten explodierte und setzte mehrer« Gegenstände im Laden in Brand. Die andere war gleichfalls abgezogen, muß aber feucht gewesen sein, so daß sie keinen weiteren Schaden anrichtete. Der im ersten Stock desselben Hauses wohnende Geschäfts- Inhaber sorgte dasür, daß der Brand gelöscht wurde. Als Beweggrund zu dem Anschlag wurde in den Geständnissen vor dem Untersuchungs- richte? angegeben, daß Hitler mit aller Bestimmtheit den Platz des Reichs- Präsidenten habe einnehmen wollen. Man habe beabsichtigt, ihn zu unterstützen, indem nian die linksgerichteten Kreise in Angst oersetzte. Die Angeklagten wollten einem höheren Befehl Folge geleistet haben. Ztach einheitlicher An- Weisung verweigern die meisten Angeklagten jetzt jede Aussage. Ansbach, Z. November. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das „Uffenheimer Tagblatt" wurden, wie von zustän- diger Stelle bestätigt wird, in Uffenheim zwei Nationalsozialisten verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis nach Ansbach ein- geliefert. Es handelt sich um den S A.- F ü h r e r Reis und um den SA.- Reserveführer Siewert. Die Äwangseinquartterung �Vokaunx muQ geräumt werden— Zurück ins Elend Wo Nazis regieren Der Gauleiter als Polizeichef Eigener Bericht des„Vormärts" Dessau, 2. November. Die Eiserne Front hatte für Donnerstag eine öffentliche Wahlkundgebung einberufen, in der Reichsbannerführer Major a. D. M a y r und Reichstagsabgeordneter S e e g e r sprechen sollten. Unter ausdrücklichem Hinweis auf den Fall Röhm war auf dem Plakat für die Kundgebung das Thema Mayrs:„Deutschlands braun« Schande", genannt worden. Mit der Begründung, die An- kündigung und das Thema bedeuteten ein« Auf- reizung zu Gewalttätigkeiten, hat der national- sozialistische Bürgermeister und Polizei- ch e f der Stadt Dessau, Hofmann, das Plakat be- schlagnahmen lassen und die Versammlung ver- boten, hosmann ist troh seines Bürgermeister- omts gleichzeitig noch immer bezahlter Gauleiter der Nationalsozialistischen Partei. Daraus ergibt sich, ivas es mit diesem Verbot auf sich hat. Von so offenem Mißbrauch polizeilicher Amts- befugniise sieht man im Reichsministerium des Innern aber nichts. Denn dort hat man Gründe jür die Entrechtung Preußens zu sammeln. Hilflos gestorben Der Tod des SA.- Proleten Frankfurt a. b. 0., 2. November. In der hiesigen bürgerlichen Presse veröffent- lichen die Nazis große Traueranzeigen, in welchen der Tod eines EA.-Mannes namens Walter Mathai bekanntgemacht wird.„Ehre und Pflichtbewußtsein ließen ihn für den Führer und die Bewegung sterben", heißt es in den Inseraten für den„im Dienst der Bewegung" Verunglückten. Wie sich nun herausgestellt hat, gehörte der tödlich Verunglückte einer Gruppe von SA.-Leutcn an, die unter Leitung eines SA.- Sturmführers die Aufgabe hatte, von dem Schornstein einer stillgelegten Grube in Booßen bei Frankfurt a. d. O. eine dort befestigte rote Fahne herunterzuholen. Dabei st ü r z t e Mathai aus 40 Meter Höhe ab und wurde m i t schweren Verletzungen von seinen Partei- genossen nach Hause geschafft, wo sie ihn einfach liegen ließen, ohne einen Arzt zu holen, weil sie den Vorfall nicht bekannt werden lassen wollten. Der Schwerverletzte starb dann an innerer Ver- blutung. Rechtzeitige ärztliche Hilfe hätte ihn retten können. Der versuchte Raub einer roten Fahne wird danach als Tat„für den Führer und die Bewegung" gefeiert. Der Mann ist tot, der ».Führer" redet weiter.... Um Felseneck Wieder erregte Szenen Im Felseneck-Prozeß kam es wieder zu äußerst erregten Auseinandersetzungen zwischen dem Vorsitzenden Landgerichtsdirektor B ö h m e r t und dem Verteidiger der Kommunisten Ein für den Prozeß ziemlich belangloser Zeuge Braune wurde über eine Aeuherung befragt, die Rechts- anwalt Dr. Litten, der ausgeschiedene kommunisti- schc Verteidiger, ihm gegenüber gemacht haben soll. Die Aeußerung soll gelautet haben, die Ein- wohner der Kolonie Felseneck mögen Belastendes beiseite schaffen. Trotz wiederholter Vorhaltungen bestritt der Zeuge mit aller Entschiedenheit, daß Litten ihm etwas ähnliches gesagt hätte. Er blieb auch dabei, als er dem Kriminalbeamten Rainer gegenübergestellt wurde Der Kriminalbeamte be- hauptete, Braune habe ihm von dieser Aeußerung Dr. Littens Mitteilung gemacht. Die Verteidigung beanstandete, daß aus einem Fall Felseneck ein Fall Litten gemacht werde. Es kam zu einem heftigen Wortwechsel zwischen Vor- fitzenden und Verteidigung. Dem Antrag, einen Die Zwangseiuquarkierung im Hause Thiemannstr. 19 in Neukölln beschäftigte heute morgen das Mieleinigungsaml. Wie erinnerlich, erschienen am 23. Oktober etwa 150 Erwerbslose vor dem Hause Thiemannstr. 10, drei Mann aus der Menge begaben sich in Be- gleitung einer Frau mit einem Kinde zum Portier des Hauses und baten ihn eine leerstehende Woh- nung zu zeigen. Ein Handwagen mit Möbeln war inzwischen herangerollt, die Möbel wurden sofort abgeladen und in die Wohnung gebracht. Als später der Hausverwalter die Frau auf- forderte, die Wohnung zu verlassen, erklärte sie, daß sie dazu nicht in der Lage sei, da sie keine andere Wohnung habe, daß sie bisher in einer Laube gewohnt habe, wegen ihres kranken Kindes jedoch nicht habe dableiben können. Das Wohl- fahrtsamt stelle ihr keine Wohnung zur Verfügung. In der heutigen Verhandlung vor dem Miet- einigungsamt war die Frau mit ihrem dreijähri- gen Jungen erschienen. Der Richter setzte die Rechtslage auseinander. Es handele sich wieder mal um einen sehr traurigen Fall. Es liege hier eine verbotene Einwirkung auf fremden Besitz vor, da nicht alle Mittel und Wege er- schöpft worden seien. Die Beklagte hätte sich an die Polizei wenden müssen, diese wäre dann verpflichtet gewesen, dafür zu sorgen, daß die Frau mit dem Kinde nicht obdachlos bleibe. Der Vertreter der beklagten Frau erwiderte darauf, daß keine eigenmächtige Einwirkung vorgelegen habe. Gesundheit und Leben des Kindes hätten in Gefahr geschwebt, die Frau habe unter keinen Umständen in der Laube bleiben können. Er sehe nicht ein, weshalb die Frau mit dem Kind die Wohnung verlosten solle, da außer dieser noch zehn weitere Wohnungen leer stünden, zudem 70 Prozent der Wohnungsinhaber überhaupt keine Miete zahle und der Rest dies nur unpünktlich tue. Der Vertreter der Wohnungsgesellschaft Thie- mannstraße erklärte, daß er die Not der Frau wohl anerkenne, die Rechtslage müsse aber wieder hergestellt werden. Die Gesellschaft sei bereit, eine Räumungsfrist von zehn Tagen zu gewähren. Wenn die Frau jetzt ein Urteil des Gerichts in die Hand bekäme, so würde das Wohlfahrtsamt ihr zweifelsohne eine Wohnung verschaffen. Die be- klagte Frau und ihr Vertreter weigerten sich, auf irgendeinen Vergleich einzugehen Die Wohnung würde erst geräumt werden, wenn das Wohnungs- amt eine andere Wohnung zur Verfügung gestellt haben wird. Der Richter verkündete darauf das Räumungsurteil, dessen sofortige Voll- streckbarkeit nur bei Hinterlegung von 200 Mark verhindert werden könne. Vor dem Gerichtszimmer wurde noch lange über das Urteil diskutiert. Es zeigt den Wahnsinn des kapitalistischen Systems, daß Erwerbslose sich ge- zwungen sehen, zu derartigen ungesetzlichen Mitteln zu greifen, weil das Wohlfahrtsamt nicht in der Lage ist, ihnen eine menschenwürdige Unterkunft zu verschaffen und die Wohnungsmieten uner- schwinglich sind. Menschen verkommen in Wohn- löchern, während Tausende von Neubmiwohnungen leerstehen. Gerichtsbeschluß über weitere Fragen zum Fall Litten herbeizuführen, wurde vom Vorsitzenden nicht Folge geleistet: dem Verteidiger wurde schließlich das Wort entzogen. Bilanz der Nacht 43 Pestnahmen Zu der letzten Nacht war wieder eine gesteigerte ..Tätigkeit" der Links- und Rechtsradikalen in den verschiedenen Stadtteilen zu beobachten. In einem Falle kam es zu einer folgenschweren Straßen- sch lacht zwischen hakenkreuzlern und Kommunisten. An der Ecke Kleine Andreas- und Krautstraße stießen kurz vor Mitternacht links- und rechts- radikale Trupps aufeinander. Es entspann sich «in wildes Handgemenge, bei dem drei National- sozialisten Verletzungen erlitten. Einer von ihnen mußte ins Krankenhaus am Friedrichshain ge- bracht werden. Von einer Polizeistreife wurde dem Straßenkampf ein Ende gesetzt. Neun Kom- munisten und fünf Nationalsozialisten wurden fest- genommen und der Politischen Polizei übergeben. Insgesamt wurden in der vergangenen Nacht 45 Personen, fast ausschließlich Hakenkreuzler uick» Kommunisten, festgenommen, die sich als Schmier- und Klebekolonnen betätigt hatten. Daß es im großen und ganzen nicht zu weiteren schweren Auseinandersetzungen gekommen ist, war aus- schließlich der erhöhten Wachsamkeit und dem ver- stärkten Patrouillendienst der Berliner Schupo zu verdanken. Der neue Knebel Lrachts„Gemcindeiinanzverordnung" Die Herren Kommissare in Preußen haben eine neue Notverordnung verfügt, die unter dem Vor- wand, der Sanierung der Gemeindefinanzen dienen zu wollen, einen neuen Anschlag gegen die Selbstverwaltung herstellt. Der Gemeinde- vorstand hat zukünftig bei allen Fragen des Haushaltes gegenüber den Beschlüssen der Ver- tretungskörperschaft ein Widerspruchsrecht. Eine völlige Neugestaltung soll das gemeind- liche Rechnungsprüfungswesen erfahren. Hierfür ist eine besondere Verwaltungsstelle, das Rech- nungsprüfungsamt, vorgesehen. Die neue Notverordnung wird die Finanznot der deutschen Gemeinden nicht aus der Welt schaffen, wie weit sie die Rechte der Selbstverwrl- tung weiter abzubauen bemüht ist, wird noch zu untersuchen sein. Den„VorwärtS"aufSLand! Ein Parteifreund, der zur Zeit eine Propaganda- ttournee auf dem flachen Lande durchführt, schreibt uns: Jeder, der für die Partei auf dem Lande tätig ist, macht die Erfahrung, daß man immer wieder, in jeder Versammlung, mit den primitivsten Dingen beginnen muß. Es ist nahezu unglaublich, mit welchen ollen Kamellen die sogenannten „nationalen" und nationalsozialistischen Agitatoren hausieren gehen. Da spuken die Barmat-Ge- schichten noch, Sklareks und Kutisker wollen über- Haupt nicht aussterben, und an allem, aber auch an allem hat natürlich das„System", das heißt also die Sozialdemokratie schuld. Auf der anderen Seite sind Geschichten wie die vom Pastor Münch- meier oder, um nur etwas aus der letzten Zeit zu nenn«n, der Lahusen-Skandal so gut wie unbe- kannt. Der Redner, der in öffentlicher Versamm- kung auf solche Dinge Bezug nimmt, muß möglichst mit den entsprechenden Gerichtsurteilen gewappnet sein, da er in den meisten Fällen sonst damit rech- nen muh, als Lügner und Verleumder hingestellt zu werden. Die breite Masse draußen aus dem Lande hat von diesen Dingen keine Ahnung, weil die Generalanzeigerpresse diese Dinge bewußt unterschlägt. Gegen diese Art von Beeinflusiung müssen wir uns energisch zur Wehr setzen. Hier können wir alle helfen. Bekanntlich heißt, fast jeder von uns hat verwandtschaftliche Beziehungen nach allen Teilen des Reiches. stammt der echte Berliner ja aus Breslau, das Nutzt diese Beziehungen aus! Schickt euren Freunden und Verwandten, soweit sie nicht schon selbst eine sozialistische Zeitung halten, ge- lesene Exemplare des„Vorwärts". Tut es h e u t e n"o ch! Ihr werbt damit nicht nur für die sozialdemokratische Presie, sondern tretet den Verleumdungen und Lügen der gegnerischen Pro- ganda tatkräftig entgegen. Auf diese Weise kann auch heue noch, wenige Tage vor der Wahl, noch mancher für uns gewonnen werden. Mietgelbraub! Portierfrau üherfallen Die Kriminalpolizei wurde in den heutigen frühen Morgenstunden nach der pestalozzisiraßc in Charlotlenburg alarmiert, wo ein Ucberfall auf die portierfrau des Hauses verübt worden war. Dem Täter sollen 1000 M. kassierte Mietgelder in die Hände gefallen sein. Die Ueberfallene, eine K4jährige Frau P r i e- mel, gibt der Polizei folgende Darstellung des mehr als seltsamen Ueberfalles. In den frühen Morgenstunden sei sie mit ihrer Tochter mit Reinigungsarbeiten im Vonderaufgang beschäftigt gewesen. Etwa um �6 Uhr habe sie sich nach unten begeben, um ihre Wohnung auszusuchen. Sie sei gerade dabei gewesen, die Tiir auszu- schließen, als ein Mann hervorsprang und aus sie einschlug. Der Fremde habe sie in die Wohnung gestoßen und auf das Bett geworfen, wo sie dann infolge der Aufregung ohnmächtig geworden sei. Dies« Gelegenheit habe der Täter benutzt, um ein Schlüsselbund an sich zu reißen und das Vertiko aufzuschließen, in der eine Zigarrenkiste mit 1000 M. Mietgeldern stand. Mit der Beute sei der Täter entkommen. Sonderbarerweise kami die Ueberfallene von dem Räuber keine Beschreibung geben. Im Hause hat auch kein Mensch etwas von dem Ueberfall bemerkt. Die Ermittlungen der Kriminal- polizei gehen weiter. Tobsüchtiger im Wohlfahrtsamt Im Wohlfahrtsamt Neukölln spielten sich heute vormittag turbulente Szenen ab. Ein Unter- stützungsempfänger, der 28jährige Kürschner Richard L., verlangte eine Sonderzuwendung, die ihm abgelehnt werden mußte. Der Mann geriet darüber so in Wut, daß er begann, die Büro- einrichtung zu zertrümmern und auf die Beamten einzuschlagen. Der Tobende wurde schließlich überwältigt und der Kriminalpolizei übergeben. L. hatte einige Verletzungen erlitten, so daß er auf der nächsten Rettungsstelle behandelt werden mußte. Sensationelle Verhaftung ' Gestern abend erfolgte in der Landshuter Straße 6 auf Veranlassung der Staatsanwalt- schaft die Verhaftung der geschiedenen Frau des Landgerichtsdirektors Jürgens, Maria Jür- gens, durch Beamte des zuständigen Polizei- reviers. Frau Jürgens, die bereits im Jahre 1027 im Mittelpunkt eines Strafverfahrens stand, ist jetzt wiederum in ein Kreditbetrugsverfahren verwickelt. Ihre gestrige Festnahme erfolgte, weil Frau Jürgens schon zweimal nicht zu dem Haupt- Verhandlungstermin des gegen sie eingeleiteten Verfahrens erschienen war und die Verhandlung deshalb oertagt werden mußte. Genosse Earl Severins, der trotz schwerer Er- kältung seine Versammlungsreise fortsetzte und noch vorgestern in Hanau gesprochen Hai. ist an einem heftigen Bronchialkatarrh erkrankt und bettlägerig. Er muß daher für die letzten Tage des Wahlkampfes ausscheiden. Don zuständiger Seite wird in Abrede gestellt, daß Reichskanzler v. Papen am Tage seiner Er- nennung zum Reichskanzler den Grafen d' O r- m e s s o n in Paris telephonisch angerufen und mit dessen Tochter gesprochen hätte, um die fran- zösische Presie für seine Regierung günstig zu stimmen. „Roter Stern" verboten! Die Bilderbeilage der„Roten Fahne",„Der rote Stern", ist vom Berliner Polizeipräsidium bis zum 3 0. Ja- nuar 19 3 3 oerboten worden. Die Nummer 38 der Bilderbeilage enthielt einige textliche und bildliche Darstellungen, die Herr Welcher als An- reizung zu Gewalttätigkeiten ansieht. Eine kommunistisch« Geheimdruckerei wurde in der Altstadt von Frankfurt a. M. von der Kriminalpolizei ausgehoben. Eine Druckmaschine, Material und Druckstöcke wurden beschlagnahmt. Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Halbjähriges verbot. Die Wochenschrift„Das andere Deutschland" ist mit Verfügung vom 1. November vom Polizeipräsidenten bis zum 30. April 1933 verboten worden. Die estnische Regierungsbildung ist nach vier- wöchigen Bemühungen vollzogen. Ministerpräsi- dent ist P a e t s(Agrarier), der Außenminister R e i und der Verkehrsminister I o h a n s o n sind Sozialdemokrat«», in die übrigen Mi- nisterposten teilen sich Agrarpartei und nationales Z«ntrum. Zum Auswechseln! Das verwandelte hiaziflughlatt „Bekanntlich" haben die Nationalsozialisten nie etwas von Papen wissen wollen. In einem Flug- blatt, das die dicke Ueberfchrift„S o z i a' r a u b" trägt, vergießen sie Krokodilstränen über die Not der Aermsten der Armen. Wer ist schuld daran? Papen und— die SPD.! Dieses Mal hat aber der deutfchblütige Herr Karoly Kampmann, der für das Blatt verantwortlich zeichnet, Pech ge- habt. Im Juli hat er nämlich fast wortwörtlich das gleiche Flugblatt heraus- gebracht— aber eben nur f a st wörtlich. D a- m a l s wandte er sich dagegen, daß„der gesamte Zentro-Marxismus auf die Notverordnung der Regierung Papen"„m i t h e u ch l e r i s ch e m G e- schrei" zeige. Heute werden die Kürzungen der„Papen-Notoerordnung" vom 15. Juni aus- drücklich registriert. Im Juli- Flugblatt ließ man sie„versehentlich" weg. Damals bekämpfte man vor allem das ZentrummitBrüning. Seitdem man nun koalüionsfreundlich geworden ist, geht das nicht mehr. Achtmal war im Juli- Flugblatt von der „Brüning-Notverordnung" die Rede. Im Flugblatt zum 6. November steht dasür acht- mal das Wort„SPD.- Notverordnun g". Aber es kommt noch besser. Am Schluß hat man den Text etwas geändert. Das sieht dann so aus: Flugblatt zum 3 1. I u l i. g. N o v e m b e r. „Voller Entsetzen steht„Voller Entsetzen steht man vor diesem Trüm- man vor diesem Trüm- Merfeld, das wir Herrn Merfeld, das wir der Brüning und sei- SPD. und Herrn nen roten Hel- von Papen ver- fern verdanken. Be- danken. Bezeichnend zeichnend für dieses für das Notverord- Brüningsche Notverord- nungssystem ist.. nungssystem ist... Anderseits hat die Wer konnte ze ver- Regierung Brü- gesien. daß die SPD. ning ihr Schuld- es war. die die Schuld konto aufs höchste mit trug für Versagung von Maßnahmen antisozia- Waisenrenten und Kin- ler Art belastet, wie derzuschusien..." Z. B. der Versagung von Waisenrenten und Kinderzuschüssen.. Am 31. Juli schonte man die„feinen Leute" um Papen. heute nimmt man aus das Zentrum Rücksicht, das man zur„Machtergreifung" braucht. Diese Politik zum Auswechseln ist tatsächlich zug, Auswachsen! Die denkenden Wähler aber gehen an solchen Schwindelmanövern nicht achtlos vorüber. Sie werden dem Spuk ein Ende machen durch die Wahl der Liste 2 So- zialdemokraten! Der Mißerfolg Herriots Korps-Brüder Die neue„lierren"-�Io6e ?n der„Deutschen Corpszeitung"(Nummer 7, Oktober 1932) finden wir mit Stolz aufgezählt, welche„alten Herren" der vornehmen fludentifchen Korps zu den von der neuen„autoritären" Staatsführung Ernannten gehören. Wir finden da folgende Namen: Der Ministerialrat Dr. Landfried Hhe- naniae-Skraßburg zum Ministerialdirektor im preußischen Staatsministerium und zum ständigen preußischen Bevollmächtigten im Reichsrat. Der Ministerialrat Dr. Suren Teutoniae- Gießen zum Ministerialdirektor im preußischen Ministerium des Innern. Der Ministerialdirektor Dr. o. Lenden Palaiiae-Donn zum Senatspräsidenten beim preußischen Oberoerwaltungsgericht. Der Oberlandesgerichtsrat F r e g e Dandaliae- Heidelberg zum Oberverwaltungsgerichtsrat. Der Regierungspräsident a. D. Kutscher Sueviae- Tübingen zum Oberpräsidenten in Königsberg. Der Vizepräsident Thon Rhenaniae-Straßbnrg zum Oberpräsidenten in Kiel. Der Landrat Graf D e g e n f e l d Saxoniae- Göltingen zum Oberprästdenten in Breslau. Der Legationsrat Frey tag Sueviae-Zreiburg zum Gesandten in Lissabon. Der Landrat Graf zu Rantzau Soxoniae- Göttingen zum Polizeipräsidenten in Kiel. Der Oberregierungsrat Frhr. v. Norden- f l y ch t Saxoniae- Göttingen zum Polizeipräss- denten in Magdeburg. Der Regierungsrat v. Kottwitz Saxonia«. Göttingen zum Polizeipräsidenten in Kassel. Der Landrat Wackenzapp Sueviae- heidel- berg zum kommissarischen Polizeipräsidenten in Gleiwitz. Der Regierungsrat Rabe o. Pappenheim Hasso-Borussia« zum kommissarischen Polizeipräsidenten in Erfurt. Der Oberregierungsrat Kretzfchmar Saxo- niae- Göltingen zum Regierungsdirektor beim Polizeipräsidium Berlin. Der Landrat Menget hasso- Nossovioe wurde mit der Vertretung des Vizepräsidenten beim Oberpräsidium der Provinz Brandenburg beauf- tragt. Zur Vervollständigung fei erwähnt, daß der Reichskanzler P a p« n und der Reichsinnen- minister Freiherr v. G a y l selbst„alte Herren" der Corps Saxonia«. Söttingen. Borusfiae-Heidelberg und Hasso- Borussia« sind. Es Ist also ganz wie in der Vorkriegszeit: neben dem konservativen Parteibuch gilt nur noch das Mitgliedsbuch eines feudalen Korps als Ausweis für Beförderungen! Gestern las man's smders Vorgestern teilte die Berliner Funk- st u n d e mit:„Die Veranstaltung am 3. N o v e m- ber„Arnold Krieger liest eigene Erzählungen" fällt aus." Gestern wurde bekanntgegeben, daß an Stelle dieser Sendung Herrn Beumelburgs Untergebener Hans F r i tz s ch e. Hauptschristleiter des D r a h t l o s e n Dienstes, einen„Rückblick auf das politische Bierteljahr(Die Opposition)" geben würde. Es handelt sich dabei offenbar um einen Wahlvortrag für die Regierung, der von dem D e u t s ch l a n d- sender als A u fl a g e v o rtro g an alle Sender weitergegeben werden sollte. Heute wird erklärt, daß Arnold Krieger doch zu der ursprllng- lich festgesetzten Zeit lesen darf. Ist man sich in der Scholz-Burg in der Masurenallee nicht einig darüber geworden, wen man als Opposition be- handeln solle? Oder haben andere Sender dazu Bedenken geltend gemacht? Dr. Franz Mariaux zeigt« sich jn seiner „S t i m m e z u m T a g" wieder von der gewöhn- ten„Aktualität". Fritz Otto Busch sprach wohl- retuschiert— man„trank seinen Portwein" „sie sangen lustige U-Boot-Lieder' von einem Flug über Flandern: der ganz« Bericht war eine wenig geschmackvoll eingekleidete Werberede für die Luft- Hansa. Im„Zeitdienst" der„Deutschen Welle" gab es einen Bericht über einen evange- tischen Kirchenkongreß. Die übrigen Abenddarbie. tungen bestanden in der Hauptsache aus sehr viel geistlicher Musik und entsprechen den Betrach- tungen.__— lz. In der Volksbühne am Bülowvlah findet Freitag die Erstaufführung t?on Marcel Jß a g n a l s Komödie „?■ annv", deutsch von Bruno s r a n k, in der Regie Heinz Hilperts statt. Maria Rajdl wurde von der Charlottenburger Oper eingeladen, am Freitag in der„Boheme die Minii zu singen. Eigener Berich i des„Vorwäris" Paris, 2. November. Der Besuch Herriots in Madrid scheint nicht das gewünschte Ziel einer Vertiefung der fran- zösisch-spanischsn Freundschaft erreicht zu haben. Nach den Berichten der Pariser Presse hat sich der Ministerpräsident darüber selbst Rechenschaft ab- gelegt, daß in Spanien eine ziemlich scharfe Propaganda gegen Frank- reich existiert, die nicht nur durch den P r o t e st- st r e i k der Studenten bis zum Ende des französischen Besuchs, sondern auch durch g e- hässige Rtaueranschläge und Z e i- tungskarikaturen zun« Ausdruck kommt. Der Ministerpräsident hat daher bei einem Emp- fang der spanischen Presse in der französischen Boi- schast die Frag« gestellt, was man Frankreich vor- werfe. Er, Herriot. habe die lleberzeugung, daß Frankreich nach dem Krieg eine edelmütige Geste nach der anderen gemacht habe. Der Chesredakteur der Zeitung„El Liberal" erklärte darauf: Man wünsche in Spanien, daß Frankreich in eine Revision des versailler Friedensvertrages in bezug auf die Kriegsschuldklausel einwillige. herriot erwiderte: Es sei Ausgabe der Gefchichts- forfchung, das Urteil zu fällen. Frankreich Als Hauptfeind gilt den Kommunisten auch bei der diesmaligen politischen Entscheidung die So- zialdemokratische Partei. Aber auch die immer wieder erneuten Angriffe auf die Kulturverbände des Proletariats beweisen, daß hinter der Parole Einheitsfront von kommunistischer Seite n i e eine ehrliche Absicht steht. Seit einigen Jahren ist der Arbeiter> Sängerbund das Spal- tungsobjekt der KPD. Durch den 1931 gegründeten kommunistischen Sängerbund„Kampf- gemeinschast" wollte man den Arbeiter-Sänger- bund„erledigen". Im August 1932 fand in Berlin eine Konferenz statt. Dabei erklärte der Vorsitzende des kommunistischen Sängerbundes Fröhlich, daß die Kampfgemeinschaft sich„in einer völligen Stagnation und Isoliertheit befindet". Auch der Kassierer Mende konnte das nachweisen durch den Kassenbestand von 34,89 Mark. Trotz dieses Mißerfolges geht aber der Krieg gegen den Arbeiter-Sängerbund weiter. Die Kriegsfanfare blies der bekannte kommunistische Kompanist Hanns E i s l e r. Besser wäre es, wenn er Komponist bliebe und nicht kommunisti- scher Agitator würde. Wird es sonst nicht zum Widerspruch, für den Arbeiter-Sängerbund und den Sozialistischen Kulturbund zu komponieren, um dann gegen beide als„sozial- faschistische Verbände" zu krakeelen? Eisler gab in seinem Referat die Parole aus, den Ar- beiter-Sängerbund zu iprengen— oder seinen Apparat zu erobern. Alles selbstverständlich unter der Parole„Einheit?- front" Vor kurzem hatte derselbe Eisler die Frage ausgeworfen, wie sich der Arbeiter-Sänger- bund verhalten würde wenn die Chöre der Kampf- gemeinschast sich wieder zum DAS anmelden ZeKuI�-Clecladrtmskeier in der Deutschen Kunstgemeinschaft In den Räumen der„Deutschen Kunstgemein- schaft" im Berliner Schloß" fand gestern eine Gedächtnisfeier für Heinrich Schulz statt, aus dessen Initiative die Gründung der Gemein- schast zurückzuführen ist. Sie ist. wie Dr. Max O s b o r n in feiner Ansprache ausführte, ganz und gar die persönliche Tat dieses einzelnen Mannes und ging aus den beiden Grundzügen in seinem Wesen hervor: aus seiner leidenschast- lichen Hingabe an die Idee der Volksbildung und seiner aus dem Herzen strömenden Freude an der Kunst. Unermüdlich warb er in den ver- schiedensten Kreisen, an den verichiedensten Stellen, bis er schließlich sein Ziel erreicht hatte, eine Jn- stitution zu schaffen, die als eine lebendige Mitt- lerin zwischen Künstlerschaft und Publikum wirken konnte. Der Erfolg hat bewiesen, daß Heinrich Schulz auf dem rechten Wege war Wer ein so sinnvolles, in dieser kunstfremd gewordenen Gegen- wart doppelt unentbehrliches gemeinnütziges Werk vis keise nach Lpamen erfolglos werde dieses Urteil mit Ruhe abwarten. Denn man könne doch nicht leugnen, daß Frankreich und Belgien 1914 überfallen worden seien. Der Ministerpräsident fügt« hinzu, man werfe Frankreich immer vor, daß es sich der Ab- r ü st u n g widersetze. Frankreich verlange im Gegenteil die Abrüstung und werde in den nächsten Tagen in Genf den dritten Abrüstungsplan unter- breiten. Was könne man also von Frankreich noch mehr verlangen? Es gebe allerdings noch eine finanzielle Frage, aber in Lausanne habe Frankreich auf alle Reparationen verzichtet. Wolle man schließlich noch Frank- reichs Hemd hoben? Dann müßte man nach Frankreich kommen und es sich holen. Der Berichterstatter des„Matin" bemerkt dazu, der Ton dieser Erklärungen beweist zur Genüge, daß Herriot von gewissen, durch seine Reise her- vorgerusenen Rückwirkungen überrascht worden sei. Der sozialistische„Populaire" weist in einem Ar- tikel über die Gründe der Unzufriedenheit in Spanien daraus hin, daß die Anwesenheit des Abg. M a l v y. der während seines Aufenthalts in San Sebastian zu große Sympathien für P r i m o de Rivers gezeigt habe, unangenehm berührt habe. Außerdem werde Maloy in Spanien als Schütz- würden! Und nun init einem Male der erneute Angriff auf den Arbeiter-Sängerbund? Ist das die Folge eines neuen Parteibesehls? Es scheint so, weil auch die übrigen„Eroberungsmittel" den bekannten kommunistischen Anweisungen ent- sprechen: straffere Fraktionsbildung in den DAS.- Chören: in die„reformistischen Bereine" sollen tüchtige, aber nicht bekannte Kommunisten geschickt werden, um die Opposition vorwärtszu- treiben: es soll den DAS.-Chören das Angebot gemeinsamer Veranstaltungen gemacht werden. aber die Kommunisten sollen sich„an die unteren Einheften" des DAS. wenden. Auch die Diskussion gab Aufschluß über den „Einheitsfrontwillen" der KPD.-Sänger. So wurde haupssächlich den Kommunisten in Württem- berg vorgeworfen, daß sie bei der Spaltung des DAS. im Gau Württemberg„trotz richtiger Anweisung falsch gearbeitet haben". Wahrscheinlich sind die 16 aus dem Gau Würftem- berg durch die Kommunisten herausmanövrierten Chöre noch nicht genügend„Erfolg". Um die kommunistische Sängerbewegung zu stützen, ver- langte Kilian-Halle„Näherrücken an links- bürgerliche Schichten" Ein anderer Redner stellte resigniert fest, daß„mit den DAS.-Chören doch nichts zu machen wäre". An diesen Vorgängen können die politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiter den zer- setzenden Kampf der Kommunisten auch auf kul- turpolitischem Gebiet erkennen. Der oerstärkte An- griff der KPD. gegen den Arbeiter-Sängerbund verlangt vom organisierten Proletariat aktives Eintreten für die Arbeitersänger Nur dann kann die Sprengungs- und Eroberungsabsicht der KPD. wirkungsvoll abgeschlagen werden. Kl. aus dem Nichts hervorzauberte, der hat sich ein bleibendes Verdienst erworben. Anschließend wurde die Wahl des ersten und zweiten Vorsitzenden vorgenommen, die aus Pros. August Kraus und Architekt K r ö p p e r siel. In der geschäftlichen Aussprache wurde her- vorgehoben, daß die Regierung sich bereiterklärt habe, die Deutsche Kunstgemeinschaft weiter zu fördern. Ein Vertreter des Kultusministeriums wird in den Arbeitsausschuß eintreten. Oer neue?rinA von Hoinhurg Deutsches Theater In der neuen Inszenierung des Kleistjchen „Prinzen von Homburg" durch Max Rein- Hardt hatte die Besetzung des Prinzen mit Gustav Fröhlich versagt. Ein neuer Mann ist an seine Stelle getreten. Clous Clausen, der schon in der Volksbühne Ausmerksamkeit geweckt hafte. Ein« hochausgeschossene Gestalt mit Hage- rem. fast asketischem Gesicht, blonoem Schopf und ein paar blauen Augen, die manchmal unheimlich leuchten. Die Stimme hat viele Register, wird aber im Affekt fast unverständlich. Der Affekt aber, die Leidenschaftlichkeit, beherrscht ihn ganz und gar. Die Worte kommen stoßweis«, katarakt- ortig herausgeschossen Man kann nicht immer folgen, hat aber den Emdruck des 5?ochgesteigerten des über die normalen Grenzen Hinausgewachse- neu(was gut zur Rolle paßt). Die Dialektik Kleistens, oie zwischen visionärer Verzücktheit und erbarmungswürdiger Todesfurcht pendelt, wird voll erlebt. Die liebenswürdige Anmut, die dem ling des Pariser Polizeipräfetten Chiappe be- trachtet, der die nach Frankreich geflüchteten spanischen Republikaner ständig verfolgt, und nachher zu große Rücksicht auf die Exkönigssmnilie genommen habe. Schließlich sei man beunruhigt über den polftischen Zweck der Reise Herriots Man behaupte, daß Frankreich ein Abkommen über militärische Operationen in Marokko mit Spanien abschließen wolle. Man habe aber in Spanien genug von der sogenannten friedlichen Eroberung Marokkos und möchte sich so schnell wie möglich des Protektorats über Marokko entledigen. Wenn dies noch nicht geschehen sei, so sei das auch auf den Wunsch Frankreichs zurückzusühren. Auch die Auslandspresse war zu dem Empfang geladen. Herriot wieg alle Vermutungen über den Zweck seiner Reise zurück. Er sagte, daß er von der deutschen Presse trotz seiner'Auf- richtigteit schlecht behandelt würde. Auf die Bemerkung eines spanischen Journalisten, daß doch bei der Resse der Gedanke an ein Bündnis Frankreich-Spanien naheliege, antwortete Herriot, daß kein Mensch das Recht habe, an dem Wort eines französsschen Ministerpräsidenten zu zwei- sein. Er sei als Freund der spanischen Demokratie in Madrid und wolle Spanien nicht in Konflikte bringen. Prinzen alle Herzen gewinnt, die weiche Musika- lität sind freilich diesem Darsteller noch nicht er- reichbar, er ist noch zu nordisch und sein Mienen- spiel scheut nicht die Grimasse. Aber er wird noch wachsen und auch weiter ringen um die tiefere Beseelung, die diese Kleisssche Gestalt wie keine zweite verlangt. Die sonstige Besetzung war die gleiche gebliebe». Man erfreut« sich an dieser Versammlung Pracht- voller Männergestaften wie Friedrich K a y ß l e r (Kurfürst), Eduard von W i n t e r st e i n(Feld- marscholl) und Paul We gener(ein unvergeß- licher Obrist Kottwitz) K. H. D. ,, Zigeuner Baron i i Rose-Theater Hat es, so denkt man unwillkürlich, das Rose- Theater wirllich nötig, den„Zigeunerbaron" unter Paul Roses Regie in so überftieben pompöser Ausmachung mit allen ihm erreichbaren Schikanen dekorativer Jllusionstechnik zu spielen? Aicherer- sefts: kann und darf es sich dies leisten, die eine Hälfte des Werks gleichsam überzubelichten, die andere im Dunkeln zu lassen, das Lyrisch-Senti- mentale. Gesangliche, Opernhafte stark herauszu- arbeiten, das Burleske. Komödienhafte dagegen stiefmütterlich zu behandeln? So wenig Ferdi- »and A s p e r(der sehr anständig singt) ein Zsupau war, so wenig er den drastischen Humor dieser längst weltberühmt, auch im Darstellungsstil längst typisch gewordenen Figur auch nur im entfernte- ste» herauszubringen vermochte, so wenig hatte W i l l i R o s e als Graf Homonay zu geben: beim Werberlied versagt er vollständig. Auch Kurt M i k u l s k i ist gerade kein hinreißender Conte Earneox. Viel besser steht's um die Sänger und Sängerinnen: Erich Suckmann und Traute Rose, der Zigeunerbaron und sein Zigeuner- mädchen, haben mit den angenehm vertrauten Liedern viel berechtigten Erfolg. In Gerti Kuthan(Arsena) scheint das Rose-Theater eine wertvolle Entdeckung gemacht zu haben: sie ist blutjung, ein großes Theatertalent offenbar, und hat eine hül sche, leicht ansprechende, sehr beweg- liche(vorläufig nur noch zu flache) Stimme, w. „Kai aus der Kiste". Die Märchen- und Kinder- stücke setzen jetzt wieder ein, wo es gen Weih- nachten geht Meist werden die alten wohl» bekannten Stoffe aus der Märchenwelt wieder ausgegraben und mehr oder weniger gut drama- tisiert und manchmal auch modernisiert. Aber eine Kinderkomödie gibt es, die ganz aus dem Leben von heute geholt ist und vielleicht mehr wie die alten Stücke die Kinder interessiert. Es ist Renee Stobrawas„Kai aus der K i st e". Sie wird jetzt wieder im„Deutschen Künstlertheater" gespielt und findet bei den Kindern rasenden Beifall. Wir haben einen Zwölfjährigen gebeten, uns darüber zu berichten, und er schreibt uns folgendes: „In„Kai aus der Kiste" wird gezeigt, wie der Zigarettenkönig Mr. Allan aus Amerika in Deutschland einen Reklamekänig für seine Ziga- reften sucht. Zwischen dem Straßenjungen Kai, der in einer Kiste zu Mr. Allan kommt, und dem diplomatierten Reklameagenten Alexander Ku- balski setzt Mister Allan einen Wettstreit fest: Wer in zwei Tagen 159 verschiedene Reklame- arten vollführt, soll Reklamekönig werden. Kai vereitelt mit seinem Verein.Schwarze Hand" jegliche Reklameversuche Kubalskis und wird schließlich Reklamekönig. Das Stück ist so packend, daß man das, was folgt, gar nicht mehr er- warten kann, und auf dem Rückwege nach Haufe noch die Lieder der Schwarzen Hand summt und singt." UM. ty-OO.- Üaeqdd und wedi/ottc V-ccist sind für die Leserinnen des„Vorwärts" durch Teilnahme an dem Preisausschreiben des..Vorwärts" zu gewinnen Verlangt werden für den Wettbewerb kleine literarische Beiträge Niederschriften und knappe Sk;zzen. deren Tnema trei gewählt wercen kann. Die Emsendungen müssen bis zum 1 Dezember 1932 eingegangen sein Neue Abonnentinnen erhalten auf Verlangen kostenlos den Abdruck der Bedingungen für die Beteiligung an dem Wettbewerb. Einheitsfront und DASB. Kommunistische Spaltbazillen Die alte neue Parole I�omimmistisctis Streikhetze bei der BVG. „Wer für die Einheitsfront ist, wer gegen die faschistische Diktatur kämpfen will, der muß eintreten für den Streik bei der BVG..." Die„Rote Fahne" gibt dieses Zitat aus der „Kampsrede" des Herrn Walter Ulbricht wieder. Die KPD. als politische Partei möchte die Ge- legenheit des Lohnstreits bei der BVG., in dem die Belegschaften heute durch Urabstimmung ent- scheiden sollen, nicht vorübergehen lassen, um ihren Wahlparolen aufzuhelfen. Die kommunistischen Drahtzieher wissen sehr wohl, daß die BVG. unter Druck gestellt ist, die Löhne in ihren Betrieben denen der städtischen Werksarbeiter anzugleichen. Ihre darüber hin- ausgehenden Lohnkürzungsabsichten sind durch das Eingreifen des G e s a m t v e r b a n d e s zurückgewiesen. Wie in jedem anderen Falle, in dem die Ge- werkschaften auf dem Wege der Verständigung einen Konflikt beilegen, schreit auch hier die Kommunistische Partei über„Verrat der Ge- wcrkschaftsbürokratie". Sie braucht nun ein- mal Streiks zu ihren politischen Zwecken und propagiert den Streik unter allen Umständen, nicht um der Sache der Arbeiter willen, um des Streiks willen. Ein Streik bei der BVG., durch den das ganze Berliner Verkehrsleben mit einem Schlage lahmgelegt werden kann, wäre für die KPD. ein gefundenes Fressen. Ein solcher Streik trifft zwar nicht die Besitzenden, denen ein Auto oder Motor- rad zur Verfügung steht, er würde in erster Linie die große Masse der noch in Arbeit stehenden Berliner Arbeiter und Angestellten treffen. Die Betriebe außer der BVG. werden heute auch indirekt kaum betroffen, wenn die Arbeiter und Angestellten verhindert sind, rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Die Gewerkschaften scheuen keinen Kampf, wenn er unvermeidlich ist und einige Aussicht auf Erfolg hat. Ein Streik bei der BVG. aus an- deren als gewerkschaftlichen, aus politischen Gründen ist ein Schindludertreiben mit der arbeitenden Bevölkerung Berlins. Er wird da- durch nicht besser, daß aus den gleichen Gründen die Nazis mittun. Das BVG.-Personal darf sich bei seiner Heuligen Urabstimmung durch die kommunistische und nationalsozialistische Streikhehe nicht unter Druck sehen lasseni die deutschen Unternehmer sich vor Streiks schützen und der Streikversichcrungsgesellschaft der Ver- einigung der Deutschen Arbeitgeberverbändc ihren Tribut entrichten. In dem Reklameprospekt wird weiter gesagt' „Die Jahresberichte der Arbeitnehmer- verbände weisen zwar eine erhebliche Minde- rung ihrer Vermögen und ihrer Mitgliederzahlcn auf. Aber überall' ist ihr ernstes Bestreben zu erkennen, aus Kosten anderer Untcrftützungskassen die Kampffonds möglichst stark zu erhallen. Von einem der größten gemischtgewerblichcn Ärbeitgeberverbände wird uns hierzu geschrieben: „Je schwächer die Finanzen der Gewerkschaften werden, um so mehr verlegen sie sich darauf, durch kleine Teilaktionen an empfindlichen stellen mit geringen Mitteln den gewünschten Nutzeffekt zu erzielen, und es ist unverkennbar, daß sie damit bei der allgemeinen Wirtschafts- läge vielfach leichtes Spiel haben können. Da- gegen können sich die Betriebe, die von andern Betrieben oder Verbänden heute nur schwer unierslützt werden könneii, nur schützen durch die Versicherung gegen Streikschäden." Die Logik d«s„Streikschutz" ist einleuchtend: Je geringer die Streik„gesahr", je geringer die Streikschutzsorgen der Unternehmer, je schwächer das Geschäft d'es„Streikschutz", um so mehr müssen die Unternehmer ermuntert werden für den„Streikschutz" zu zahlen. Deutsches Unternehmertum, wahre deine heilig- sten Güter— im„Streikschutz!" Rundfunk am Abend Mittwoch, den 2. November 1932 Berlin: 16.15 Erdbeben auf dem Balkan (W. Brandes). 16.30 Aus Hamburg: Nadi- mittagskonzert. 17.30 Lagardc(Zum 105. Geburtstag.)(M. Krammer.) 17.45 Jugendstunde: Verschollene Städte(M. Raschke). 18.00 Die Berliner St.-Hedwigs-Kirche. 18.55 Die b unkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Gesichter des Todes(E. W iechert). 19.30 Walzer(Schallpl.). 19 55 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20.00 Sinfoniekonzert. 21.00 Wir stellen vor.(Dr. M. H. Boehm). 21.15 Dichter aus Großvaters Zeiten(O Zoff). 22.15 Wetter-, Tages- und Sportnachrichteu. 22.30 Aus London: Belsazars Fest. 23.15 Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Eunk. 16.30 Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30 Nordisches Christentum als Wegweiser(L. v. Kohl). 18.00 Haydns Elötenuhr(L. Koch) 18.30 A olk und Rasse (Prof. F. Kern). 18.50 Wetterbericht. 18,55 Englischer Sprachunterricht(Marga v. Kuhlwein, Lektor W. Mann). 19.35 Stunde des Beamten(Dr. Richhardt) 20.00 Aus Wien: Jedermann 21.10 Aus Stuttgart; Das Zilcher- Trio spielt. 22.13 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Sonst: Berliner Programm. Der größte Ozeandampfer der Welt, das fran- zösische Passagierschiff„Normandio" mit 75 000 Tonnen Wasserverdrängung, 313 Meter Länge und 40 Meter Breite ist in St. Nazaire vom Stapel gelaufen. Wetter für Berlin. Bewölkt bis trübe, mild, etwas Regen, mäßige südwestliche bis westliche Winde.— Für Deutschland. Im Süden Deutsch- lands Bestand der herrschenden Witterung, im Norden und Osten feuchtmildes Wetter mit ein- zelnen leichten Regensällen. Hierzu 1 Beilage. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemiihl; Wirtschaft: G. K l i n g e l h o s e r; Gewerkschafts bewegung: I. Steiner; Feuilleton: Herbert Lepvre: Lokales n. Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto H e n g st; sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorwörts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Bcrlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW 68, Lindcnstr. 3. I Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen- Ausgabe des„Vorwärts" veröffentlicht. Theaiet Ltclilsptele usw Originelle Werbung für die£iHe 2 Dieses Bild wurde im Bezirk Tempelhof ausgenommen. L.e!zen8imitimA8t«)8ten Im Oktober 119 Prozent Das Statistische Reichsamt teilt mit: Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungs- kosten im Oktober 1932(Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und sonstiger Bedarf) beläuft sich für den Durchschnitt des Monats Oktober 1932 aus 119,0 gegenüber 119,5 im Vormonat. Der Rückgang beträgt somit 0,4 Proz. An dem Rückgang sind die Bedarfs- gruppen Ernährung, Bekleidung und sonstiger Be- darf beteiligt. Es find zurückgegangen die Index- Ziffer für Ernährung um 0,8 auf 109,0, Beklei- dung um 0,8 auf 113,9, sonstiger Bedarf um 0,4 aus 164,1. Die Indexziffer für Wohnung ist in- folge Erhöhung der städtischen Gebühren in einer Erhebungsgemeinde etwas(auf 121,6) gestiegen. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung hat sich infolge des weiteren Abbaus der Sommer- Preisabschläge um 0,6 auf 136,0 erhöht. - St- Stilles Geschäft Auch beim Streikschutz Der„Deutsche Streikschutz", die Entschädigung-- gesellsä�ift der Vereinigung der Deutsche» Arbeit- geberverbände für Streikverlustc, Berlin W 62, Burggrafenstraße 11, ermuntert die Unternehmer, doch ja den Streikschutz nicht zu vernachlässigen. Im Jahre 1932 sei es bisher zwar nur bei ein- zelnen Firmen und örtlichen Verbänden zu größeren Ausstandsbewegungen gekommen, dafür crmahnten die großen Streiks außerhalb der deutschen Grenzen die deutschen Unternehmer an die ständig drohende Streik- gesahr: „Der zweimonatige Ausstand der belgischen Bergarbeiter, der Kamps in der englischen Textil- industrie, der Streik in der holländischen Schisfahrt und im Hasen von Gdingcn, die Ausstände in Ostoberschlesien, in der galizischen Erdölindustrie und andere." Gewiß, wenn schon die Erdölarbeiter in G a l i z i e n streiken, dann ist es höchste Zeit, daß voi.K5vriH�e Theater am Bülowpiatz 0 l. Norieo 2944. Lrtite 2 AottOnrg. 8 ülir Die Ratten Änn' Dorsch, Klopfer, Wernicke. Verhoeven, Hormey. Fein, Stein, Thau, Kurz Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.13 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. melodie des 6IQCHS und das November-Programm Kabarett fürAlle Willi Schaeflers »-rrnberfthStr.SO 14 Uhr ncBehtx 9 Uhr Das lusatinuU* Etbintt-Progruia Abendpreise 1— 3 Mk. Nach«. GodecK 1.S5 J«a«n Sonnatena 1 1 y, Uhr: NactitYOrtUUuTK; Stadl. Oper Ctierlofteilbiirr' Fraunhofer 0231 Turnus III Mittwoch, 2. Nov. Zu Uhr Ein masHentiaii Land a. G. Thor borg, Berger, Pa- taky. Husch, Destal, Diner. Gonszar Dirigent: Fritz Busch a. G. Et«£iB Bb Bendows Bunte Bühne Kottbnsser StraHe 6 früher„Elite- Singer" .Blsr können Familien Kallee kochen' Tst.lHII Sennt. nidiiii.3'/. Preise von SO Pf. an Rose- Thealer Colt fnnkfnrlti Stnli 13? id. Itidnil t? 3422 5.15 und 8 30 Uhr Der Zigeunerbaron Deutsches Theater Weidend. 5201 8 Uhr Piinz Friedri von iomdari Sda-stiel vra fl.>. Kleist Regie: MaxReinhardt Thimig, Fehdmer Gustav Fröhlich, Kayßler, Wegener Kammerspiele 8 Uhr Stose Sternd mit Paula Wessely MUvä» letpiiqer «v.üh, CASIIIO- THEATER" � Lothringer Sirahc 37. •iiitiimiiiitimmuiiiMnminmmmiiitiiiiiiHiiiiiiiiiniiiiiHnuB Nor nods bU 3. November auch Sonntags nachm. 4 Uhr Königin der lufl Am 4. November zum 1. Male: tüe liebe mm in Werder Gutschein für die Leser 1—» Personen Faut. 0.75 M., Sessel 1.25 M.. Park. 04p M- Inserate im A vorwärts sickern Lrfolgl Reskiiaat Berlins Komödlentiaus Schltfbauerdamni 25 0 2 Weidend.«304—05 Täglich H'li Uhr Auslandreise v.OBtmeidKrii.liirsdifeld Felix Bressarl Maria Paudler Paul Heidemann Schiller' Blsniarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6715 Täglich 8V» Uhr Robert und Bertram »Ifrtd Eraan, Ftih Hirsd. SnlaSMid Cinlenbungen füt Meie Ruhr» sind D 1 1 1 i o 699 68 tiinbenftratze S parte, nachrichten�M� für Groß-Berlm stets an das'Sejtrfslctretartat l. Stf. 2 Treupel, rechts, zu richten Ä.�trcis Tiergarten. Donnerstag, 3. November, 191- Uhr, Kundgebung im Moabitcr Gefellschaftshaus, Wiclefstr. 24., Referenten: Dr. Kurt Löwen- stein, M. d. R. und Frieda Gladafch. 6..Wreis Kreuzberg uns 14. Kreis Neukölln. Donnerstag, 3. November, 15 Uhr, Erwerbslofcnkundgebung in Kliems Festsälen, Hafenheide, großer sacrl.„Die Papen- Regierung und der Erwerbslose." Referent Dr. Theodor Haubach. kL Kreis Spandau. Donnerstag 3. November, pünktlich 20 Uhr, Wählerverjamm- lung in der Jubiläumsturnhalle Spandau, Askanierring Ecke Moltkestraße. Referent Erich Kuttner, M. d. L. B. K.reis Wilmersdorf. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, Kundgebung im Viktoria- garten. Wilmersdorf, Wikhelmsaue 114, Referent Dr. Richard Lo�mann. 11. Kreis«chöneberg. Donnerstag, 3. November, 1914 Uhr, zwei Kundgebungen: im Rathaus Friedenau, Lauterplatz, Referent Fritz Schroderi in der Siedlung Lindenhof. im Ledigenheim, Referent Dr. Julius Moses. 75. Abt. Wannsee. Donnerstag, 3. November. 20 Uhr, im.Lindenhaf", Wähler- versanmilung. Referent Genosse Schneider. S2. Abt. Steglitz. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, in der Aula des Real- gymnasiums, Steglitz, Elisenstr. Referent Genosse Breunig. 85. Abt. Tcmpelhof. Donnerstag, 3. November, 191- Uhr, Kundgebung im Real- aymnasium, Tempelhof, Kaiferin-Augufta-Slraße. Referenten Richard Hille, Käte Fröhbrodt. S2. Abt. Neukölln. Donnerstag, 3. November, 191(1 Uhr, zwei Kundgebungen: Lokal Behm, Neukölln Äildenbruchftr. 15, Referent Erich Radsatz: Lokal Bürgersäle. Neukölln, Berqftr. 147, Referent Genosse Lücke. i>3. Abt. Siedlung Tammweg. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, Kundgebung im Bärwinkel. Referentin Anna Geyer. 105. Abt. Lberfchöneweide. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr,, Kundgebung in Mörners Blumengarten. Referent Karl Litke, M. d. R. 108. und 108a Abt. Köpenük. Donnerstag, 3. November. 19� Uhr, Kundgebung im Stadt- theater. Marktplag. Referenten: Dr. Otis Friedlauder und Paula Kurgaß. Spiellruppe„Der Querschnitt". Tambourkorps. 121. Abt. Karlshorst. Donnerstag, 3. November, 191- Uhr, Kundgebung im Deut- schen Haus, am Bahnhof Karlshorst. Referent Robert Breuer. 122. Abt. Biesdorf. Donnerstag. 3. November, 20 Uhr. Kundgebung in den Schillersälen. Biesdorf, Königstrohe 120. Referent Friedrich «tampfer, M. d. R. 123. Abt. Kaulsdorf. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, Kundgebung bei Escherich, All-Kaulsdorf. Referent Siegfried Leo. 121. Abt. Mahlsdorf. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, Kundgebung bei Anders, Mahlsdorf. Bahnhofftr. 35/37. Referent Dr. Helnruth Klotz. Fahneneinmarsch der„Eisernen Front" und Mitwirkung des Tambourkorps des Reichsbanners. 127. Abt. Hohenschönhausen. Donnerstag, 3. November, 19>- Uhr, Kundgebung bei Schulze, Hohenschönhausen, Hauptstraße 8/9. Referent Emil Barth. 12«. Abt. Pankow. Donnerstag, 3. November, 1914 Uhr, Kundgebung bei Lindner, Pankow, Breitestr., Marktplatz. Referent Kurt Heinig, M. d. R. im enosse Kreutziger. 134. Abt. Buch. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, Kundgebung bei Göpfert. am Bahnhof Buch. Referent Bürgenneister Paul Mielitz. 13«. Abt. Reinickendorf-Lst. Donnerstag, 3. November, 191- Uhr, Kundgebung im Schützen- haus, Reinickendorf-Oft, Rcsidenzstraße. Referenten: Genosse Ortmann, Gertrud Hanna, M. d. L. und Henry Johansen. 137. Abt. Reinickendorf-Wcst. Donnerstag, 3. November, 19'A Uhr. Kundgebung bei Müller. Reinickendorf-West, Scharnweberüraße 14. Referent Otto Meier, M. d. L. 113. Abt. Waidmannslust. Donnerstag. 3. November, 1914 Uhr. Kundgebung im Berg- schloß Waidmannsluft. Referent Max Heydemann, M. d. L. Bezirksamt Neukölln und Arbeitsamt Südost. Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, Kundgebung im Städt. Saalbau Neukölln, Bergstr. 147. Referent Genosse Politisches Kabarett, Rezitationen, Musik. Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbcamten und -anwürter. Donnerstag, 3. November, 20� Uhr, bei Heiles, Prenzlauer Allee 239, Ecke Metzer Str., Versammlung.„Lohn und Arbeit unter der neuen Staatsführung." Referent Albert Horlitz. Ehrich u. Graeb. Donnerstag 3. November, 161- Uhr, Eiferne-Front-Kund- gebung bei Döhling, Treptow, Elsenstraße 100.„Unser Kamps gegen die Reaktion." Referent Dr. Richard Mischler. Bezirksamt Weißcnsee. Donnerstag, 3. November, 19K Uhr, im Lokal„Zum Pferde- markt" Weißenfee,«chönftraße„Der Kampf um den neuen Reichstag." Referent Max Gillmeister. AEG. Donnerstag, 3. November, 171- Uhr, im Nordischen Hof, Jnvalidcnstr. 126. Referent Genosse Oltersdorf. Ohne AEG.» Ausweis kein Zutritt. ei lage -@- Ass ist£iUmows--- Theodor Oiörner in Wahrheit und �Dichtung/ Ton Werner Gieqemann Nazis und„deutschnationale" Monarchisten zan- ken sich heute zu Wahlpropaganduzwecken ein wenig— zum Schein. Nach den Wahlen werden sie wieder einig sein. Bis dahin müssen sogar die neuen patriotischen Filme als Zankäpfel herhalten. Bei„Die Tänzerin von Sanssouci",„Der schwarze Husar" und dem„Theodor-Körner-Film"— sagt „Der Angrifs"—„handelt es sich nicht um Film-Kunst, sondern um Filmindustrie, um Geschäft mit nationalen Themen", und der�Äörner-Film sei der„technisch schlechteste dieser Serie". Der„F r i d e r i c u s" dagegen versichert, der Körner-Film sei„in der Tat ein deutsches Heldenlied von hohen künstlerischen Gra- den". Dasselbe monarchistische Blatt freut sich, daß der„künstlerischen Bollendung des Schwarzen- Husaren-Films sogar der Exkronprinz, „auch ein Totenkops-Husar, der jetzige Herr auf Oels, mit seiner hohen Gemahlin starken Beifall spendete". Der„jetzige Herr auf Oels" löste dann beim Verlassen des Films auch gleich noch das Arbeitslosen-Problem: er gab einem Ar- beitslosen zwei Mark, der ihm daraus oersicherte: „Wenn Willi an der Spritze wär', hätten wa alle längst wieda Arbeet, vaschtehste!" Noch ein paar Almosen, und Deutschland ist gerettet. Leider sind die Historiker durchmis nicht darüber einig, mit welchen Mitteln Deutschland gerettet werden kann. Gerade Theodor Körner und „die schwarze Schar" der Lützower, die „Schar der Rache", waren Rettungsmittel, deren Brauchbarkeit besonders von den amtlichen preußi- schen Geschichtsschreibern stark bezweifelt wird. „Der Angriff", der Zwar den Körner-Film schlecht findet, spricht doch mit Begeisterung von dem „heldischen Geiste des Dichters und Soldaten" und widmet gleichzeitig dem anderen Lützower, dem„Turnvater Iah n", einen besonders ver- ehrungsvollen Aufsatz, ,zu seinem 80. Todestage". Dagegen hat sich einer der angesehensten unter den amtlichen preußenschwärmerischen Historikern, Professor Hans Delbrück von der Berliner Universität, ganz aus die Seite der Kritiker gestellt, die in den Lützowern vor allem sehen wollen. Diese Krititer stützen sich nament- lich auch aus die Erinnerungen, die ein Lützower, der spätere Universitätsprofessor E i s c l e n, ver- äisentlicht hat. Diese Erinnerungen werden von den preußischen Historikern als vollgültige Quelle angesehen, obgleich die Offiziere der von Wil- Helm II. begründeten Regimenter von Lützow gegen diese Erinnerungen protestiert haben. Früher hatte auch„B a t e r Jahn" schon kräftig protestiert. Begreiflicherweise, den» gerade von diesem„recken- haften Turnvater" wird in den Erinnerungen be- richtet, er sei„ein abgesagter Feind alles Biwakierens gewesen, habe seine kostbare Gesundheit vor den Unbilden der Witterung ntög- fichft unier Dach und Fach zu bergen gesucht und habe sich bei Beginn eines jeden Kampfes gern dem Gefolge der Höchstkommandierenden beigesellt und lieber den Galopin gespielt als sich tätig im Be- reich der Kugeln getummelt... an einem Wacht- jeuer wurde Jahn nur selten, in der vordersten Gefechislinie niemals gesehen." Die preußischen Reaktionäre wollen immer ihre Preußen als Führer in den„Befreiungskriegen" gegen die Diktatur Napoleons gefeiert wissen. Aber Preußen war das r ü ck st ä n d i g st e Land. Di- Oesterreicher. Spanier, die Engländer, die Aegizpler und Russen tämpslen längst gegen Napoleon, als der halbvertrotkclte Preußen- könig noch durchaus nicht kämpfen wollte. Der Freiherr vom Stein(nichtpreußischer Herkunft!) versuchte vergebens, ihn zum Kamps zu zwingen. Nur dem russischen Kaiser gelang es endlich. A u ch T h e o d o r K ö r n e r sog die Bs- geisterung zu seinen ersten Freiheitsliedern keines- wegs etwa aus Preußen, sondern aus den Kämpfen der tapferen Oestcrreicher und Tiroler, die lange vor Preußen erwachten. Die Bürger und Bauern in Preußen wollten durchaus nicht Soldat spielen, weil es kein verachteteres und ge° prügelteres Wesen gab als einen Soldaten des fridcrizianisch-preußischen Heeres. Erst G n e i- s e n a u erzwang allmählich die Abichaffung der bardarischen Folter< und Prügelstrafen, mit denen Friedrich der Große seine Soldaten tapser gemacht hatte. Doch blieb der Ton im preußischen Heer noch so, daß 1813, als jedermann zum„frei- willigen" Dienst gezwungen wurde, ein großer Andrang in die sogenannten„Freikorps" einsetzte, wo der Soldat swie in der Truppe Schills!) weni- ger niederträchtig mißhandelt wurde. Der Gewährsmann der„Preußischen Jahr- buchet'" E i s e l e n berichtet in seinen Erinne- rungen:„Es darf nicht verschwiegen werden, daß bejonders im Ansänge das Korps Lützow ohne Rücksicht jeden aufnahm, und daß es daher zum Teil aus dem ärgsten Gesindel bestand... Viele hatten die dunkle Vorstellung von den An- nehmlichkeiten eines Freikorps, wobei sie wohl an eine zügellose Schar dachten, die zu ihrem Wahl- spniche hat: Erlaubt ist, was gefällt. Viele aber auch hatte die Eitelkeit für Freiwillige jzu gelten, ohne genötigt zu sein, sich selbst zu beklei- den und auszurüsten, herbeigelockt." Wie man aus einer halbamtlichen Veröffentlichung des späteren Regiments Lützow erfährt, mußte sehr bald die Lützowsche Freischar„wegen Jnsub- ordination" gesäubert werden. Damals schrieb der schöne Friesen, der neben Körner als Schmuckstück des Korps galt, eine Denk- schrift über die„Ursachen des seit längerer Zeit so häusig gewordenen Zurücktreten? vom Lützow- schen Freikorps". Darin heißr es:„Die Ange- wordenen, Ueberläufer in der Regel, vermeinten in den Reihen des Freikorps das bessere Kricgslos zu finden, immer voran zu sein, und so den Magen und den Säckel reichlich zu be- spicken." E i s e l e n berichtet, daß angeblich„die Grenze zwischen dem Mein und Dein nicht immer streng geachtet wurde. Zoten, Blasphe- mien, die schmutzigsten Lieder hörte man fortwährend, und nicht selten wurden Gesinnungen laut, die keine besonders günstigen Erwartungen von dem Gedeihen des Korps erweckten." Daneben aber gab es„ein« beträchtlich« Zahl gebildeter junger Männer, die einen Verein von Wissenschaft und Kunst, von Einsicht und Geschicklichkeit ausmachten, wie man in dem Unssange nicht leider wieder beisammen finden wird. Viele von ihnen sind in der Folge zu be- deutenden Aemtcrn in Staat, in der Kirche und in der Schule gelangt... Ein fremder Beobachter hätte glauben mögen, er sei aus eine zu wissen- schastlichen Zwecken ausgerüstete, unter einer be- wassneten Bedeckung wandernde Expedition ge- stoßen. Wo sich in Quartieren Instrumente san- de«, gesellten sich auch bald geübte Spieler zu ihnen und erschallten Gesänge, die bewiesen, daß nicht rohe Kehlen sie ertönen ließen. Hier schienen reisendeVirtuosen eingekehrt zu sein. Dies Schon vor Jahr und Tag wurden in allen Leih- bibliotheken, besonders in solchen mit ländlicher Herrenklubkundschast, Bücher über den schönen Adolf besonders gefragt. Die großen Konjunktur- macher merkten aber erst nach dem Erfolg Adolfs, woher der Wind weht. Was das Börsenblatt für den Buchhandel seit sieben Monaten Tag für Tag an nationalsozialistischer Literatur anzeigt, über- trifft alle Vorstellungen. Man sollte glauben, daß eine solche Bewegung eine Fülle glänzen- der Talente zutage brächte. Aber daß das nicht der Fall ist. zeigt der Scholzfunk täg- lich. Wie er mit seiner lähmenden Banalität die wenigen geistigen Menschen der Rechten entsetzt, so ist auch das Niveau dieser nationalistischen Konjunkturliteratur beschämend. Man braucht nur anzusehen, was diese neue Bücherslut heran- spült, um zu merken, was für ein Bruchzeug und Kruppzeug da heraufkommt. Bücher über Adolf und seinen Anhang sind noch immer große Mode. Alle dies« Bücher versuchen, den großen Führer dem„Herzen" des Volkes, das er retten will, nahezubringen. Ueber Gregor S t r a ß e r erscheinen gleich zwei Biographien. Ein beliebter Held der Bücherschmierer ist Hör st Wessel. Um den Ruhm, sein einzig autorisierter Biograph zu sein, schlagen sich gegenwärtig in Inseraten 5) ans Heinz Ewers, der durch die erotischen Extravaganzen seiner Alraune ge- miß besonders berufen ist, den Idealismus des Dritten Reiches zu repräsentieren. Aus seiner Seite steht die Familie Wessels, die„Erklärungen" sür ihn abgibt, während die Gegenpartei Herrn Erwin R e i t m a n n als den Besitzer der wahren Wissenschast von Horst Wessel feiert. Diesem Kampf fehlt es nicht an Pikanterien. Reitmanns Wessel-Buch ist nämlich im Steuben- Verlag erschienen, der zwar kein echter Nazi- verlag ist, aber über einen Propagandabrief des Herrn R ö h m verfügt, der sich damit wieder ein- mal in die Nesseln gesetzt hat, da er die Familie Wessel desavouiert. Daneben entsteht bereits eine kleine Lite- ratur über die SA. W. Glaser beschreibt nach der Ankündigung des Verlags, wie „Frauen und Bräute rebellisch wur- d e n".„Szenen köstlichen Humors von... Gefängnisverhören" usw. Daß die Ange- klagten ost über die Langmut ihrer Richter zu lachen halten, ist bekannt. Ein anderer schreibender SA.-Mann schildert„Kämpfen und Sterben in der SA.". Hier wird, nach der Verlagsangabe,„zum Erlebnis die Erringung und Errich- t u n g des 3. Reiches". Die Leser werden sich war die liebenswürdige Seite des Korps, die ihm viele Freunde und Freundinnen erwarb." Aber von„Disziplin" fand sich„a u ch n i ch t eine Spur... Der Geist des Räsonierens, um mich dieses hergebrachten Ausdrucks zu bedienen, war herrschend in beiden Bestandteilen des Korps. Hatten die Führer auch nicht immer Widersetzlich- keit zu fürchten, so hatten sie doch mit Unmut und Unlust zu kämpfen, und wurden nicht selten Zielscheibe des Witzes... Selbst durch satirische Zeichnungen ließ man seinen Spott aus. So lief eine solche von einem bekannten Manne um, der sich gewöhn- lich in der Begleitung eines zarten jungen Men- schen zeigte... Eine andere rief den Ritter von der traurigen Gestalt ins Leben zurück... Es fehlte durchaus an Exerziermeistern, oder die vor- handenen zeigten sich als unbrauchbar." Statt „Gewandtheit und Energie": „Neigung zum Trünke". Die älteren preußischen Offiziere bequemten sich ungern zu dem neuerdings geforderten säuberlichen Ton.„Ebenso unverständig war die Verachtung, womit ältere Offiziere bisweilen von den Füss- lieren sprachen. So äußerte ein solcher Offizier, als eine Kompagnie ausmarschiert ivar, ziemlich vernehmbar gegen einen vorübergehenden Be- kannten: Gutes Kanonenfutter! Solche Kränkungen vergaßen die Soldaten nicht leicht... Die Korpsführer ließen sich unter den Soldaten nicht sehen. Nur einmal erschien der Major von Lützow in Zobten, ein stattlicher Mann von einem einnehmenden Aeuße- ren... gestehen wir es, die Führer hatten eine Aufgabe übernommen, der sie nicht gewachsen waren... Man überließ die Organisation, die Disziplin untergeordneten Personen. Man wollte das Korps fertig machen lassen, und sich dann an die Spitze setzen." Man hoffte, das Korps auf 30 000 Mann zu bringen, kam aber nie aus 4000. Die Unfähigkeit Lützows, des zwecklos Umherziehenden, wird heute wohl von niemandein inehr bezweifelt. '' 1 1 1'' wundern können, wie dieses Buch den Ereignissen nur so vorausjagt. Denn das 3. Reich wird weder „errungen" noch„errichtet". Natürlich nehmen alle diese Bücher den Mund so voll, wie es die Autoren von ihrem Führer gelernt haben. Herbert Volck schreibt ein„vulkanisches" Abenteurerbuch„Rebellen um Ehre". Was sich so alles als Rebell vorkommt! Auch dieser Begriff ist von der Linken gestohlen.„Sol- datische" Töne sind die große Mode. Daher schreibt Friedrich Wilhelm Heinz unter dem Tttel„Die Nation greift an" die Geschichte des „soldatischen" Nationalismus. Und für die W a h l- zeit, fordert ein anderer Verlag, soll„reihen- weise" ins Fenster„Der Marsch auf Berlin" von F. C. Roegels gestellt werden. Schutzumschlag dazu stammt von einem Mann namens„Higgins". Wo bleibt die Autarkie? Oder ist dieser Name selbst ein Schutzumschlag um einen noch undcutscheren Namen? Hübsch müssen übrigens auch die Theater- st ü ck e der Nationalen Volksbühne fein. Ich finde bereits die Dramen Nummer 21 und 22 angekündigt. Da rede man noch, daß wir die jüdischen Theaterstücke von Shaw oder Haupt- mann brauchen. Natürlich gibt es«in Drama „5)orst Wessel", das den Untertitel hat„ein ernstes Stück". Ein anderes heißt„Wetterleuchten", ein von dein marxistisch verseuchten Strindberg ent- lehnter Titel. Das Stück ist für die Frauen- der NSDAP, bestimmt. Offenbar spielt man also in der Partei getrennt Theater, wie in der Politik: eins für die Kapitalisten, eins für die Arbeiter. Eine Tragödie für sich sind die Ankündigungen religiöser, mystischer, ideologischer Bücher. Ent- hüllen doch auch sie die entsetzliche Leere dieses Rummels. Da wird angekündigt:„Bücher der Deutschkirche haben Dauerwert." Und was bringt der Verlag der Deutschkirche? Schris- ten über den Adel(!), den Deutschen Heiland, Wodan und Jesus! Da heißt ein Buch von Rudolf Haas(natürlich ist es ein„Zeitsanal", billiger wird es nie gemocht)„Reinheit und Gemeinheit". ein zweites„Nationalsozialismus und Luther- tum", ein weiteres„Die Erlösung vom Wahn des Goldes" und was es noch an Verschwommen- heiten mehr gibt. Jeder Tag bringt auch neue Kriegsbücher, Militärromane, an deren Abfassung die ältesten und jüngsten Jahrgänge gleich talentlos beteiligt sind. Da gibt's ein„H o r r i d o h L ü tz o w" von dem hundertjährigen Rudolf Herzog, einen S e y d l i tz von Eckart von Naso, der vielleicht besser ist, wieder mal einen wmvoctt, 2. NOV. 1932 gut als ein Haupticyuidiger für das Bluttad beiKitzen, in dem sein„Freikorps" von württembergi» jchen Truppen aufgerieben wurde. Darüber heißt es in Professor Delbrücks„Preußischen Jahrbüchern": „Ein Würgen Hub an, so erbamungslos wie ekel- eregend, die Rollen waren dabei vertauscht: Lützows wilde verwegene Jagd wurde nun selbst von einer wutschnaubenden Meute ge- hetzt und in einem wüsten Kesseltreiben rubel- weise hingeschlachtet, deutsches Wild von deutschen Jägern." In diesem Blut- bad wurde auch Theodor Körner schwer ver- wundet. Aber sein überlanger, schmächtiger Kör- per(so schildert ihn einer seiner Freunde) erholte sich noch einmal. Das Verderben erreichte ihn erst einige Monate später. Uebrigens meinen die „Jahrbücher":„Auch die Tradition von Theodor Körners Einfluß und Bedeutung ist nur zur Hälfte wahr... Im eigentlichen Heere wurden seine Gedichte damals ebensowenig ge- s u n g e n wie heutzutage. Soldatenlieder waren sie nie." Wahr bleibt trotzdem, daß Körner Lützows Adjutant gewesen ist, was ihn, der nicht reiten konnte, das Leben gekostet hat. Der Bericht aus dem Regiment von Lützow aus dem Jahre 1892 stellt fest, daß die Pserde der Lützower wegen der schlechten Sättel „auf den großen Märschen häufig gedrückt wurden, zumal viele der jungen Leute schlechte Reiter waren und ihre Pserde bei dein ersten Druck nicht richtig zu behandeln verstanden". Besonders schlimm mar Körner daran, der, weil er nie reiten gelernt hatte, sich zur Fußabteilung gemeldet hatte und als poetischer Adjutant Lützows trotzdem reiten mußt«. Aus dem Bericht feines Freundes Amadeus Mendt scheint hervorzugehen, daß Körner seinen Tod deshalb fand, weil„er sich zu wenig auf kunstfertige Behandlung seines Rosses verstand". Sein Pserd, das ihm durchgegangen zu sein scheint, trug ihn mitten in den Feind hinein. Man muß hoffen, daß heute diese Donquichotc- rien nicht wiederholt werden und daß nicht wieder irregeführte junge Leute als„Sturm-Abteilungen" und„gutes Kanonenfutter" zur Schlachtbank ge- führt werden. Hätte Friedrich der Große seine Bauern und Bürger befreit, statt sie zu ver- sklaoen, hätte Napoleon nie Erfolg in Preußen haben können. Dann hätte selbst nicht ein Goethe die französische Diktatur dem polizeiwidrig dummen preußischen Königtum vorgezogen. „Gegenremarque". dessen Verfasser„zum Wieder- aufbau des deutschen Wehrwillens" geschrieben hat, dann Schriften militärpolitischer Art, ein „Felddienst-ABC sür den Schütze n", das schon im 26. Tausend vorliegt. Sollte das jeder vierte Reichswehrmann gekaust haben oder ist das mehr eine Berlitzschool für den Bürgerkrieg? Und daß es in einer solchen Hausse nationalisti- scher Schwarten nicht auch an monarchistischen Büchern fehlt, ist selbstverständlich. Da gibt es ein angeblich„erfolgreiches" 2,80-Mark-Buch„Der Kaiser". Da erscheint bei Cotta, dem Verleger Goethes, eine wissenschaftliche Arbeit über den „Kaiser im englischen Urteil", das ihn als den Mann des„reinen W o l l e n s" aufzeigt. Bravo, das brauchen wir: Männer des reinen Wollens. Aber damit wir die auch haben, hat der katholische Domprediger Engelhart ein Buch „F ü h r e r t u m" geschrieben, das enthält„Ge- danken an alle, die Führer sind oder die es werden wolle n". Mit einem Wort, da Führer sein sich heute als das ganz große Geschäft herausgestellt hat, herrscht jetzt ein lebhafter Andrang zu diesem einträglichen Beruf, in dem gewiß noch sür viele Platz ist. Und wie es Bücher gibt: Wie sag ich's meinem Kinde, oder Ich war kahl, jetzt kann ich stottern, so muß man eben auch Schnellkurse sür Führer anbieten. Das Buch behandelt daher nach Verlagsangabe „die gehobenen(!) Fähigkeiten des Führertums", „hilft einem unbedingt bestehenden Mangel ab". Daß daneben die völkerverhetzende Literatur ein schönes Geschäft geworden ist. versteht sich von selbst. Da schreibt ein Herr Tiele „Leiter der Kulturabteilung des deutschen Ost- bundes", also einer der Millionen Kostgänger des „Wohlfahrtsstaates" ein Buch„Polen greift a n". Wenn ein Buch wie das berüchtigte „Achtung, O st m a r k e n r u n d f u n k" ein Schlager war, folgen solche Doubletten in Fülle. Und was ist aus unserer schönen D a u b m a n n- Literatur geworden? Durch den Zufall einer rechtzeitigen Enthüllung eingestampft. Dafür geht die Werbetrommel für die Erinnerungen des P a o l i S ch w a r tz, der mit seinein gewiß trau- rigen Schicksal nun ein großes Geschäft machen will und vom 22 Oktober bis ti. Dezember bereits 27 Vortragsabende angekündigt hat. So wird es gemacht! Statt daß diese typische Kriegs- t r a g ö d i e zur Bekämpsung des Krieges aus- gebeutet wird, dient sie einer neuen Kriegshetze. Zu diesen Büchern ist nur eins zu sagen: Einen verlorenen, ja sogar einen gewonnenen Krieg kann ein gesundes Volk auch moralisch heil über- stehen. Aber die Verhetzung einer Nation durch eine Literatur dieser Art kann kein Volk heil überstehen. An ihren Folgen wird Deutschland noch Jahrzehnte geistig kranken, wenn die eigent- lichen Kriegswunden längst verheilt sein werden! eine Band« unsähiger, disziplinloser und ge. sn«cr9°' HV 80 1 lationalistisch ffiücherpest Qübenaus dem tölkischen Büllhorn/ Ton 3elix Slössinger Freiheit" Geschichte eines kommunistischen Rudervereins Ueier den Ruderverein„greifet t", der im Jahre 1928 die Bedingungen für das Verbleiben im Arbeiter-Turn- und Sportbund nicht erfüllte und mit fliegenden Fahnen zum kommu- nistifchen Sportoerband überging, werden uns Mitteilungen gemacht, die die tolle Mißwirtschaft in den unter kommunistischer Parteikontrolle stehenden Sportvereinen ins hellste Licht fetzen, Mit einem Darlehen von 73 WO Mark, das seinerzeit eine Arbeiterorganisation unter selbst- schuldnerischer Bürgschaft der Stadt Berlin hergab, erbaute sich„Freiheit" in Erkner ein schönes großes Bootshaus. Nach dem Uebertritt ins kommunistische Sportlager dachte von den leiten- den Männern im Verein selbstverständlich niemand mehr daran, die Verpflichtungen dem Geld- geber gegenüber zu erfüllen. Wenn die Mitglieder, die selbst noch erhebliche Summen zum Boots- Hausbau beigesteuert haben, vom Vorstand Aus- künste verlangten, so wurden diese verweigert! eine„Kommission" des Vorstandes regelte alles von sich aus und ließ die Mitglieder völlig im unklaren. Ohne Wissen der Mitglieder, offenbar aus Befehl zweite genommen, eine vom Liebknecht-Haus her, wurde Hypothek von 45 000 Mark ausgerissensten Manipulationen gewisser Börsenjobber erinnern. So trat eines schönen Tages der Vorstand aus dem Verein aus und gründere den„Wassersportverein Spree", der, ohne einer Spitzenorganisation anzugehören, in der Weltge- schichte herumfunktioniert. Im Verein„Freiheit" wurde eine Baugenossenschast gegründet, die zur Verschleierung der VennögensverHältnisse beitrug. Bier neue Viererboote wurden angeschafft, von denen niemand weiß, ob und wie man sie bezahlte. Sehr unwahrscheinlich ist doch wohl, daß der Bootsbauer die Boote dem Verein geschenkt Hot! so muß also der Borstand oder irgendeine„Kom- Mission" Vereinsgelder zum Kauf der Boote verwendet haben, obwohl man die Arbeiterorgoni- sation und die Stadt Berlin als Geldgeber aus- lallen ließ. Um weiter im Dunkeln arbeiten zu können, nahm man einen„Wassersportverein Möwe" auf, so daß eine große Majorität vor- standsfteundlicher Kommunisten im Verein vor- Händen war. Wie diese ganze mehr als dunkle Angelegenheit ins reine gebracht werden soll, ist Sache der im Verein verbliebenen Komm»- nisten und- der Stadl Berlin, braucht wurde. deren vertrauen arg miß- so daß das Bootshaus jetzt also, wenn man die Darlehen der Mitglieder einberechnet, mit über 129 999 Mark belastet ist. Angeblich soll der kommunistische Sportverband diese Hypothek ge- geben haben, aber niemand hat je etwas von den: Geld gesehen, hier liegt offenbar ein Fall vor, der beweist, wie der kommunistische Sporwerband (lies! Kommunistische Partei) die einzelnen Ver- eine an sich bindet. Die Selbständigkeit der Ver- eine ist bekanntlich längst ausgehoben, alles steht unter dem Diktat der Parteileitung. Den Mit- gliedern von„Freiheit" die sich Sorge um die Verzinsung und die Amortisation einer so unge- Heuren Belastung machten, wurde jede Auskunft verweigert, so daß es schließlich dazu kam, daß eine Anzahl von ihnen dem Verein die Beiträge sperrte, um so wieder in den Besitz ihres eigenen Darlehens zu komme». Sie traten dann aus dem Verein aus, wurden jedoch von diesem verklagt mit dem Ergebnis, daß der Verein unrecht bekam. Inzwischen hatte auch die Stadt Berlin ihre Rechte an das Bootshaus geltend gemacht und die Boote pfänden lassen: ein geordneter Sport- betrieb war nicht mehr möglich. Das Brozefsieren kostete den verein an die 4090 Mark: ein„juristischer Ausschuß" arbeitete ebenso im Dunkeln wie der oben bezeichnete Finanzausschuß des Vorstandes. Die Transaktionen der Kommu- nisten im Verein»ahmen Formen an, die an die Während schon vor zwei Jahren an 49 Mit- glieder aus„Freiheit" austraten und den „W assersportverein F r a t e r n i t a s", der dem Arbeiter-Turn- und Sportbund ange- hört, gründeten, so ist auch jetzt wieder eine Se- Zession im Gange. Leute, die die Verantwortung für das Treiben der Kommunisten glaubten nicht mehr tragen zu können, sind rücksichtslos ausge- schlössen worden, andere folgten ihnen und in absehbarer Zeit wird von dem ehemals großen Verein„Freiheit" nichts mehr übrig sein als eine Schuldenlast, die die Mitglieder tragen müssen. Heute abend! Das Kartell für Arbeitersport und Körperpflege ruft die Berliner Arbeitersportler zu einer großen k/alMuutdfyc&uuty am Mittwoch, 2. November, 20 Uhr, ins Lehrervereinshaus, Alexanderplatz. Redner: Fritz Wlldung und Dr. Haubach. AOe-s tciü üh! i'amus Dteru Der Generalsekretär predigt den Sportlern Moral Herr Dr. D i e m, der Generalsekretär des Reichsausschusses für Leibesübungen, der mit der deutschen Sportexpedition zu den o l y m p i- schen Spielen nach Amerika fuhr, hat sich dieser Tage in Frankfurt a. M. öffentlich über die olympischen Spiele geäußert. Er sagte: „Man solle sich nicht, koste es was es wolle, aus die Kanonenzucht verlegen. Wenn man auch nur um Fingerbreite die bisher im deutschen Sport hochgehaltene Linie verlasse, dann hätten die olyinpischen Spiele für Deutschland jeglichen Wert verloren. Auch eine größere internationale Be- tätigung in Länderkämpfen usw. halte er nicht für wünschenswert." Herrn Dr. Diem scheinen diese Gedanken erst in Amerika gekommen zu sein, als er die geschlagene Truppe verließ und sie allein in die Heimat fahren ließ. Selbst wenn man annehmen will, daß Diem zu denen gehört, die nicht den Rekordsport unter allen Umständen haben wollen, so muß sein Einfluß als General- sekretär doch sehr gering sein. Monate-, fast jähre- lang ist doch die Oesfentlichkeit damit traktiert worden, daß man alle anderen Teilnehmer an den olympischen Spielen als Nichtskönner und Trottel hinstellte und nur die deutsche Delegation als die siegende erwartete. Jetzt ist es anders ge- kommen und Herr Dr. Diem findet, daß eine internationale Beteiligung Deutschlands nicht „wünschenswert" ist! „Die große und unaufhörliche Ausgabe des deut- schen Sportes sei es", sagte Diem weiter,„alle zu erfassen und Talente zu suchen und zu fördern. Auch wünsche er eine bessere moralische Er- Ziehung." Das letztere scheint im Hinblick auf die Katzbalgereien der Sportler untereinander in Los Angele», die sich sogar zu Messerattentaten steigerten, dringend erforderlich. Von einer Moral war nach den Berichten aller bürgerlichen Blätter nichts zu merken. Für die olympischen Spiele 1936 in Berlin erscheint Herrn Dr. Diem nicht so sehr das fi- nanzielle, sondern das technische Problem im Vordergrund zu stehen. Es komme auf den G e i st an, mit dem Deutschland diese Spiele durchführen werde, sagte er in Frankfurt. Es erscheint uns auch notwendig, daß die Gäste, die 1936 in Ber- lin erwartet werden und schließlich die deutschen Lejucher selbst, einen anderen Eindruck von dem bei den bürgerlichen Sportlern herrschenden Geist bekommen, als es in Los Angeles der Fall war. Wenn die deutsche Turn- und Sportbewegung in letzter Zeit an Boden verloren hat(wie Diem selbst zugeben mußte), so ist das nicht allein aus die Sportler zurückzuführen, sondern aus die Führer, die den llngeist hochkommen ließen, wo- bei selbstverständlich die Moral vor die Hunde ging!_ Trocken-Skikurse Wie in jedem Jahre beginnt jetzt der republika- nische Wintersport-Verband in Berlin mit seinen Trockenskikursen. Der erste Kursus be- ginnt mit einem unverbindlichen Einsührungs- abend Donnerstag, 19. November, 29 Uhr, im Rosenbergsaal des Lehrer-Vereinshouses am Alexanderplatz, wozu alle Interessenten herzlichst eingeladen sind. Die Kursusgebühren sind so nie- drig wie möglich sestgesetzt. Für den ganzen Kursus von vier praktischen Doppelstunden ein- schließlich Leihskier bezahlen Mitglieder 2,59 M., NichtMitglieder 4 M., jugendliche Mitglieder kosten- los. Anmeldungen und Auskünfte: Deurschcr Wintersport-Verband, Berlin NO. 33, Elmsstr. 19. Automobilstreik? Die Klubs gegen die hohe Belastung Wie der Deutsche Touring Club mit- teilt, hat sich sein Präsident, Kommerziencal Schröder, an die Präsidenten der übrigen großen deutschen Automobilverbünde mit dem Appell ge- wandt, eine gemeinsame Phalanx im Kamps gegen die Ueberlasrung des Kraftverkehrs zu bilden. Der Gedanke eines gemeinsamen Protest- streiks müsse in Erwägung gezogen werden, wenn es sich auch zunächst nur um einen Demon- strationsstreik handeln solle. Der Deutsche Touring Club sei sich wohl bewußt, daß ein allgemeiner Krastverkehrsstreik schwerwiegende Folgen für die deutsche Volkswirtschaft nach sich ziehen könne. Er sehe aber sonst kein Mittel, um die Forderun- gen der deutschen Kraitverkehrswirtschast durch- zusetzen. Die Klübs wie auch die anderen Auto- besitzer wehren sich bekanntlich gegen die völlig ungerechtsertigte Höhe der Benzinpreise: sie fordern weiter eine Herabsetzung der Autosteuer. Kunstturnen Die Gerätewettkampfserie Auch in den Ansängerklassen der Arbeitcrturner steckt gutes Material. Den Beweis lieferte der Kamps zwischen den Männermannschaften Tem- pelhoss und Norden I. Wenn man auch von Glanzleistungen nichl sprechen kann, so muß doch die Feststellung gemacht werden, daß gerade durch die Scrienwettkämpse die Leistungen immer besser werden. Die Tempelhoscr waren an allen Ge- räten noch etwas unsicher, während Norden ruhiger turnte. Am Pferd müssen beide Mann- schasten»och tüchtig üben, um bessere Leistungen zu vollbringen. Am Reck waren die Tempel- hofer ihrem Gegner durch bessere Einzelleiswngen etwas überlegen, dagegen hatte Norden am Barren die besseren Turner. Die Gymnastik- Übungen wurden van beiden Mannschaften gut vorgeführt. Ergebnisse: Tempclhok: Barren U.">, Pscrd 142, Beck l'il, Äqmnasti! ai, insgesamt 16U Punkte. Norden: Barren löl, Pferd 14«. Neck 14«. Gymnastik 31. insgesamt 476 Punkte. 3m Kcrätcdurchschnilt erzielte Tempelhos 67, Norden 66 Punkte. Pech hatte der Bezirk Süden im Kamps gegen Lichtenberg. Ein Turner Südens zog sich am Pserd eine Verletzung zu, so daß er den Kamps am Reck nicht mehr mitmachen konnte. Dadurch gingen seiner Mannschaft mindestens 39 Punkte verloren. Die dichtbesetzte Halle in der Holtey- straße sah gute Kämpfe. In der Hauptsache ist das gute Abschneiden der Lichtenberger am Pserd zu vermerken: in der vorigen Serie wollte es an diesem Gerät gar nicht klappen. Bei Süden ist, wie auch bei allen Mannschaften, die hervor- ragende Gymnastik besonders hervorzuheben. Ergebnisse: Süden: Barren 154, Pferd 148, Reck(nur vier Mann) 123. Gymnastik 38, insgesamt 163 Punkte. Lichtenberg: Barren 119, Pferd 155, Reck 162, Gymna- stie 38, insgesamt 499 Punkte. Redmet man bei Süden noch den fünften Turner am Reck mit 30 Punkten, so er- gibt sich ein Gerätedurchschnitt von 87 Punkten, wogegen Lichtenberg 93 erzielte. * Die Ringkampsserie. Am Freitagabend stehen sich in der Turnhalle Danziger Straße 30 31 die beiden Ringermamischasten der Vereine„Alt- Wedding" und„Lichtenberg-Friedrichsselde" im fälligen Serientamps gegenüber.'Beginn der Kämpfe 19,39 Uhr. Wohlfahrt ist Plage! Das preußische Wohlfahrtsministerium, das auch die Leibesübungen zu betreuen hatte, ist ausgehoben worden. Das Ministerium hatte unter der verständigen Leitung Hirtsiescrs unter den obwaltenden Umständen alles getan, was in seinen Kräften stand, um den Sportvereinen zu Helsen. Es hatte oftmals einen schweren Strauß mit dem Finanzministerium um die Mitlel aus- zusechten, und es hat sich immer aus die Seite der Sporioereine gestellt, wenn im Landtage die Leibesübungen besprochen wurden. Der Reaktion, die keine slaalliche Wohlfahrtspflege will, war es ichon lange ein Dorn im Auge. Nun ist es zur Strecke gebracht worden und seine Ausgaben wurden anderen Ministerien zugewiesen, wo sie nun zu den Nebenjachen gehören werden. Die Leibesübungen soll nun wieder das Kultus- Ministerium betreuen. Dort weiß man die alle „Cabineisordre von 1834/39" tresslich zu Hand- haben, mit der man auch der Adols-Koch-schule den Garaus gemacht hat. Wenn das Volk nicht endlich erkennt, wohin der Weg geht, wenn es nicht am kommenden Sonn- lag den Herrschasten die reaktionäre Suppe gründlich oersalzt, dann gehen wir wieder Herr- lichen Zeiten entgegen. Dann wird den Arbeiter- sportvereinen wieder die Jugend sortgetrieben, und ihre Turnwarte gehen wieder ins Gefängnis. Darum wehrt euch, wählt Svzialdemo- traten! Liste 2 macht euch frei! Polizeiboxer im Sportpalast. Der Berliner Polizeisportvercin wartet am 2. Dezember im Sportpalast mit einem großen Boxkampsabend aus. Es finden zwölf international besetzte Kämpfe statt, an denen die besten Polizeiboxer aus Deutschland. England, Italien, Ungarn und der Tschechoslowakei teilnehmen werden. Der Vorverkauf(Geschäftsstelle des Polizei-Sport-Verein. Chausseestraße 96. Passage. Laden 39. Kaufhäuser Tietz und A. Wertheim in der Leipziger Straße) ist eröffnet. Rennen zu Strausberg. Nach dem großen Erfolg der Sonntagsrennen wird die Hcrbstsaison in Strausberg am Donnerstag, 3. November, 13 Uhr, sortgesetzt. Das wieder aus acht Kon- kurrenzen bestehende Programm bringt in ge- wohntem Wechsel Rennen aus der Hindernisbahn und aus der Flachen. Zugend des Arbeitersports. Zu der großen Kundgebung der Eisernen Front Freitag, 4. Na- vember, treten alle Jugendlichen um 19 Uhr in Sportkleidung zum Fahneneinmarsch in der Vor- halle des Sportpalastes an. Schwarzes Brett »rc>- Wg. 3- ötrafec faltbootfoyKt Berlin. Zusaminenkunst Donner-: inoemtiec, 00 Uhr. Unions.Festsäle. Sreitswatder £21. Kesaintveronstaltung für_ alle(Stuppcit: „Rtlm.ailetrei". Alle»»litt an zur«ahtoersaminluni, Mittwoch, 2. November, 70 Uhr, im Lehreipereinshauo. «urteil für Arbeitersport und«örperpslege. Bezirk Mitte. Sundertschast Mitte tritt heute. IS'S Uhr, zum«aalschut, im Vehrervereinshaus an. Anzug: Mühe, Windiacke, Arm- l> Sreic Schwimmer Iehlendors. Der Badeabend fallt heute aus. Alle Mitglieder nehmen an der Wahlpersammlung der Partei in, Lindenpark teil, vportlerhundertichaftler in dunklem Jackett und Schillerkragen Wi Uhr antreten. «SV. Bot, Weih. Alles trifst sich zur Kundgebung un Lchrervcreinstiatts um 18 llhr am Elysium, Danztfler Strohe Ecke Prenzlauer Allee. Donnerstag Portrag im Jugendheim Sonnenburger Straße. PsL. Osteing. Das heutige Hallentraimng rollt aus. Alles beteiligt sich an der.Kundgebung im Lehrervereins. Haus, 29 Uhr. Freie Basiersahrer Auswärt». Mittwoch. 2. November. 2V Uhr, vollzähliges Erscheinen zur Wahllundgebung rm Lehrervereinskaus. Hundertschastsmitglieder treten bereits »m Uhr jm Vorraum an. Teunis-Slot«roß-Berlin, Abt. Reulilln. Mittwoch kein Hallenbetrieb, alles beteiligt sich an der Kundgebung im Lehrervereinshaus.._ «eichedannee-Wassersport-Abteilung, Zug«öpenick. Sonn. taq, 6. November, 8 Uhr, Bootshaus. Pfltchtveranjtaltung. Stimmscheine besorgen. � Alter-abteilung. Vi». Proles, vft. Freitag.«. November. nach der Uebungsstunde bei Ballschmidt, Friedenstr. 96, Ad. teilungsversammlung. 00 iimmiiimimniimiimmmminiiiiinmimnmmiMiiimmiinmniiinnmniniminiiramminmmiimiiiminmiiiiniiimiiiiminniinnMmiiiiiiiinmnHiimnmminmi Kreuzworträtsel Die Nr. 7, 16, 22 und 25 waagerecht ergeben, zusammen gelesen, eine Mahnung zur Reichstags- wähl. Visitenkartenrätsel pr-r� qi8-[ M2! Äl 21 83 I2li Wen wählt Fräulein Kortos in den Reichstag? Rösselsprung T 1 Waagerecht� 1. Hochherzig: 3. Gedanke; 7. Was tut der Staatsbürger am 6. November; 8. Handlung; 19. Gattungsbegriss; 13. Gewässer; 14. Teil im Gesicht: 15. Bezeichnung: 16. Zu- sammenstellung: 17. kleine Axt: 19. Mädchenname; 22. Zahl: 23. Stadt in der«chweiz: 24. Männer- name; 23. zweitgrößte politische Partei in Deutsch- land; 26. Organ der Sozialdemokratie. Senk- recht: 1. Fürwort; 2. vertrauliche Anrede; 4. Tierprodukt; 3. Fürwort; 6. Ausruf der Bewunderung; 8. Klang; 9. Papageienart: 11. alkoholisches Getränk; 12. Getränk; 17. Sportschlitten: 18. Lebensbund; 29. Gegenteil von alt; 21. Fisch. hi. Gruppenrätsel Die Buchstabengruppen tsürf fteß strit iitcc nicht reihe tchfc tenni nurmu bettel itund hlech «kämp tigge nundb und recht sind mit einer be- stimmten Zahl auszuzählen. Richtig aneinander- gereiht ergeben sie dann einen Vers, den die So- zialdemokratie für ihren Kampf aus ihr Banner geschrieben hat. hl. �tiklosimgell der letzten Rätselecke Ernste Frage: 1. Hausen: 2. Dieb: 3. Reibeisen: 4 Büchse: 3. Montage: 6. Auswärts: 7. Ahle: 8. Ring: 9. Kannen. Aus die Reichs- tagswählerinnenl' V« r st e ck r ä t s e l: Lvei Pfeile seien deine Begleiter, Eiserne Front, marschiere weiter! Pape» oder Goethe? Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren.(Goethe.) Diamanträtsel:. 1. Lee; 2. Ratte: 3. Koes- lin: 4. Schlitten: 5. Wählt Liste 2; 6. Eiszapfen: 7. Antimon: 8. Bazar, 9. Bob. Sozialisten, wählt Liste 2. Ergänzungsausgabe: Gedanke, Gen- darmen, Papagei, Pentagramm, General, Genre- bild, Hundertschaft, Germane, Kreuzotter, Zur- sorge, Defizit, Mohammed, Krawatte, Ticsensce, Zürüenberg, Sokrates, Zikade, Adele. Lissabon, Muskatnuß.— Gegen Papen, gegen Hunger- kreuz! Für Demokratie, für Sozialismus!