Abend- Ausgabe Nr. 522 B253 49. Jahrg. Rebaktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Sernsprech«,, A7«ml Dönhoff 2S2 bi« 2?7 Tklogrammadross«! Sozwltomvtr-t Dorlia L L � � V0I.�SLl.�1"r FREITAG 4. November 1932 In Groß- Berlin 1 ll Pf. Auswärts....... 10 Pf. Jenteawegan der Gpzialdemokvattßchen Partei Deutschlands Aufnahme der Arbeit Beschluß der BVG.-Funktionäre Protest! Streik zum Hochverrat erklärt Der„Vorwärts" hat in diesen Tagen unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, wie er sich vom gewerkschaftlichen Stand- punkt aus zu den verworrenen Borgängen bei der BVG. stellt. Seine Gegnerschaft gegen die nationalsozialistisch-kommunistische Streikführung kann ihn jedoch nicht hindern, den a l l e r s ch ä r f st e n Protest zu er- heben gegen die Methoden, die die regierende Reaktion bei der Bekämpfung des Streiks in Anwendung bringt. Wir haben schon heute morgen festgestellt, daß das Verbot der kommunistischen Presse, das im Zu- sammenhang mit dem Streik erfolgt ist, eine durchaus unzulässige Maßnahme ist. Das gilt in noch höherem Maße von den wähl- losen Verhaftungen, die in der letzten Nacht erfolgt sind und von der Drohung, man werde gegen die Streitsührer unter Umständen mit dem Hochverrats- Paragraphen vorgehen. Aus der Zeit der kaiserlichen Regierung ist das Wort eines regierenden Barons de- kannt geblieben:„Hinter jedem Streik lauert die Hydra der Revolution." Wilhelm II. selbst drohte:„Zuchthaus jedem, der andere an freiwilliger Arbeit hindert!" Es ist kein Wunder, daß mit der Rückkehr der Barone in die Aemter— die nach dem Geständnis des Herrn Goebbels über den Rücken der Nationajsozialisten erfolgt ist— auch solche baronmäßige Auffassungen über das Streik- recht der Arbeiter zurückgekehrt find. Aller- dings würde die Verfolgung von Streiks als „hochverräterische Unternehmungen" noch weit über alles hinausgehen, was selbst die schlimmsten Scharfmacher zu Wilhelms II. Zeit gefordert haben. Heute gehen freilich die Appetite der Männer hinter den Kulissen noch weiter. Unter der Ueberschrift„Sein oder Nichtsein" veröffentlicht die„Kreuz-Zeitung" einen Alarmruf, der die Regierung Papen auf- fordert, zur Rettung des Staates die aller- schärfsten Maßnahmen zu ergreifen. Man bekommt fast den Eindruck, als ob die Harz- burger mit verteilten Rollen spielten. Haben die Nazis den Auftrag zu einem kleinen Putsch von unten, auf den man mit dem großen Putsch von oben antworten kann? Wir protestieren gegen die Ab- sichten der Reaktion und rufen das arbeitende Volk zur schärf- sten Wachsamkeit auf. Das erste aber jetzt: Am ö. November Liste 2 Sozialdemo- traten!_ Freilassung der Verhafteten Die Funttionärversammlung der Gewerkschaften hat ihre Forderung auf Freilassung der anläßlich des BVG.-Streits Inhaftierten dem Ortsausschuß des ADGB. zu weiterer Veranlassung übermittelt. Der Vorsitzende des Ortsausschusses. Genosse Bredow, hat sich daraushin sofort mit dem Polizeipräsidium in Verbindung gesetzt. Regie- rungsdirektor Mösle hat die Abteilung I de- austragt, die Angelegenheit zu überprüfen. Hoffentlich wird dem Wunsche der Gewert- schaften unverzüglich entsprochen. 5ieute vormittag kamen im Gewerkschastshaus über 400 Funktionäre der freigewerk- schaftlich organisierten Berliner Verkehrsarbeiter zusammen, um zu der durch den verbindlich er- klärten Schiedsspruch geschaffenen Situation Stel- lung zu nehmen. Die Funktionärkonferenz nahm den ruhigen Verlauf, den man von Zusammen- künften organisierter Arbeiter gewohnt ist. Genosse Schaum, der Bevollmächtigte des Gesamtoerbandes, schilderte den Funktionären den Verlauf der gestrige n Verhandlungen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Bürgermeister Dr. Elsas, und der Schlichtungsvcrhandlungen. Seit Jahren haben die Gewerkschaften es zuwege gebrocht, die öffentlichen Schlichtungsinstanzen bei der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Berliner Verkehrsarbeiter auszuscheiden. Die leichtfertige Auslösung dieses Streiks durch die RGO. zu rein politi- s ch e n Zwecken hat die Gewerkschaftsvertreter in die Schlichtungsmaschinerie gezwungen. Nicht der„revolutionären" Streikleitung, die bis jetzt nirgendwo zu finden gewesen ist, sondern den Verkehrs streik hat heute früh ein Todesopfer gefordert. In der Umgebung des Ztraßenbahnhofs in der Velziger Straße in Schöneberg war es in den ersten Morgenstunden wiederholt zu ernsten Zusammenstößen zwischen Strei- kendcn und Polizeibeamten gekommen. Zwischen 5 und fi Uhr wurde von der Polizei an zwei Stellen scharf ge> schössen, nachdem die Ausschreitungen größere Ausmaße angenommen hatten. So hatte eine Horde Nazis und.Kommunisten ein„V o rw ä r t s"- T r a n sP o r t a u t o gestürmt, die gebündelten Zeitungen wur- den vom Auto geworfen und auf dem Fahrdamm zerstreut. Ter Erschossene ist ein Einjähriger Nationalsozialist fturt N e P p i ch, der sich als treuer Staats- beamter— er tvar Vezirkszollkommissar beim Hauptzollamt Verlin-Süd— an den nächtlichen Krawallen beteiligt hatte. Gegen 5 Uhr früh sollen nach den Angaben der Polizei in der Nähe des Straßenbahnhofs in der Belziger Straße und am Rudos-Wilde-Platz eiwa 1000 Personen versammelt gewesen sein. Gegen 4.50 und 6.10 Uhr wurde die Menge vier- mal zerstreut unter Anwendung des Gummi- knüppels. Die Polizeibeamten wurden mit Steinen beworfen, und immer wieder ertönten die Rufe:„Bluthunde!"— und„Schupo verrecke!" Bei der zweiten Räumung des Rudolf-Wilde- Platzes wurde dann scharf geschossen. Kurz daraus machten die Beamten bei der Räumung der Wartburg- und Martin-Luther-Straße aber- mals von der Schußwaffe Gebrauch. Zwei unter der Menge weilende Nationalsozialisten, der 45 Jahre alte Bezirkszollkommissar Kurt Rep- p i ch aus der Rheinstrahe in Friedenau und der 25jährige Helmut Schulz aus der Rheinstraße in Friedenau wurden von den Kugeln getcosfen. Reppich wurde ins Schöneberger St.-Norbert- Krankenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Ein- lieferung starb. Der andere Verletzte erlitt einen freien Gewerkschaften haben es die Ver- kehrsarbeiter zu verdanken, daß der Manlellarif- verlrag bei den gestrigen Verhandlungen trotz Widerstrebens der Direktion der BVG. unverändert um ein halbes Zahr verlängert werden konnte. Trotz dieses Verhandlungserfolges haben die Gewerkschaftsvertreter den Schiedsspruch wenige Minuten nach seiner Berkündung einstimmig abgelehnt. Diese Ablehnung ist nicht nur des- wegen erfolgt, weil der Schiedsspruch das Lohnabkommen unbefristet läßt, son- dern in der Hauptsache deshalb, weil der Schieds- spruch eine Senkung der Löhne vorsieht. Von den Gewerkschaften wäre jeder Schiedsspruch abgelehnt worden, auch wenn er einen geringeren Lohnabbau oerfügt hätte.» Durch die Verbindlicherklärung des Schieds- spruches ist für die freien Gewerkschaften und ihre Mitglieder die Situation völlig klar. Die G e- werkschaften waren vor dem Streik nicht tarifgebunden und hätten auf Grund des Abstim- mungsergebnisses in nochmaligen Ver- Oberocmdurchschuß, sein Befinden gibt zu Be- fürchtungen keinerlei Veranlassung. Der Sturm auk da» ,,Vorzvärt»"-�uto Der Ueberfall auf das„V o r w ä r t s"- Transportauto wurde von Nationalsozia- listen und Kommunisten im trauten Verein aus- geführt. Wie die Wilden stürzte sich die Horde auf die gebündelten Zeitungspakete und warf die Zeitungen auf die Straße. Von einem Augen- zeugen des unerhörten Vorfalles wird uns hierzu berichtet: Kurz nach 4 Uhr erschien in der Belziger Straße 29, wo sich die Ausgabestelle des „Vorwärts" befindet, das Transportauto,»m die Morgenausgabe für den Stadtteil abzuliesern. Schon lange Zeit vorher hatten sich auf der anderen Straßenseite mehrere hundert Personen angesammelt. Der Wagen war noch nicht zum Stehen gekommen, als sich die ganze INeule auf das Auto stürzte, die klappe herunterriß und sich der Zeitungen bemächtigte. Die Bündel wurden auseinandergerissen und die Zeitungen auf dem Fahrdamm zerstreut. Als Beamte herbei- eilten, war das Zerstörungswerk bereits vollendet. * Nachträglich wird bekannt, daß bei den Zu- sammenstößen in der Nähe des Rudolf-Wilde- Platzes noch eine dritte Person von einer Kugel getroffen wurde. Es handelt sich um einen 21jährigen Nationalsozialisten Adolf Brinke! aus der Eisenacher Straße 59. B. hat einen Schuß in die linke Seite erhalten: er fand im Auguste- Diktoria-Krankenhaus Aufnahme. Insgesamt 245 Festnahmen Von gestern bis Heute sind insgesamt 245 Per- sonen von der Polizei festgenommen und der Politischen Polizei des Polizeipräsidiums zu- geführt worden. Zum größten Teil handelt es sich dabei um Streikende In diese Zahl sind aber auch die Festgenommenen einbegriffen, die sich im nächtlichen Wahlkampf Vergehen haben zu- schulden kommen lassen. Der weitaus größte Teil ist inzwischen aus dem Polizeipräsidium wieder entlassen worden. Handlungen mit der Direktion anders auf- trumpfen können als nach der Auslösung dieser Bewegung. Seit gestern abend 10 Uhr sind die G e w e r k- schaften wieder Tarifpartner. Sie fordern ihre Mitglieder aus. sich zur Ar- beitsausnahme zu melden und die Arbeit wieder aufzunehmen, wenn sie nicht durch Terror daran gehindert werden. Genosse Schaum richtete an die Funktionäre die Aufforderung, dafür zu sorgen, daß sich die Mitglieder der Gewerkschaften zur Arbeitsaufnahme nicht so sehr drängen sollen, wie es heute vormittag schon ein großer Teil der Unorganisierten und RGO.-Mit- glieder getan hat. Die Funktionäre lehnten es ab, über die Dinge, die sich gestern ereignet haben, noch zu dis- kutieren. Ein aus der Mitte der Versammlung gestellter Antrag, den Gewerkschaften und ihren Unterhändlern das vertrauen auszusprechen. wurde gegen drei Stimmen angenom- m e n. Obwohl die Streikbewegung nicht von den Gewerkschaften ausgelöst worden ist, mißbilligten die Funktionäre einmütig das Eingreifen der Polizei in den Arbeitskonflikt. Wenn es sich auch be! den gestern verhafteten BVG.-Arbeitern meist um Gegner der freien Ge- werkschaften handelt, werden sich die Verbände dennoch mit allen Kräften um ihre Freilaffung be- mühen. Mit begeisterten„F r e i h e i t!"- R u f e n wurde die vorbildlich verlaufene Funktionär- konserenz geschlossen. Von der Arbeitsaufnahme 2>vischenfäIIe— Arbeitende Nazis von Kommunisten angegriffen In den Nachmittagsstunden wurde auf allen Bahnhöfen versucht, die Arbeit wieder aufzu- nehmen. Auf dem Bahnhof 24 in Lichten- berg, dem U n t e r g r u n dba h n h o f Nol- len dorfplatz und dem Omnibusdepot T r e p t ow wurden die Freigewerkjchafter an der Wiederaufnahme der Arbeit durch betrieb?- fremde Elemente gehindert. Vom Omnibusdepot Treptow sind zwei Auto- busse heruntergefahren, die mit Nazis b e° mannt waren. Beide Autobusse wurden bald darauf demoliert und kehrten in das Depot zurück. In dem Lerfanmilungslokal der organisierten Straßenbahner in Tempel Hof hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaften zusammengefunden, um den Bericht der Funktionäre über die Funk- tionürkonferenz des heutigen Vormittags im Ge- werkschaftshaus entgegenzunehmen. Das Lokal wurde von Nazis und Kom- m u n i st e n gestürmt, die verlangten, daß auch ihnen der freigewerkschaftliche Funktionär Bericht erstatte. In diesem Lokal war auch die revolutionäre Streikleitung anwesend, die sich über die Lage informieren wollte. Die Freigewerk- schaftler lehnten es ab, mit den Unorganisierten zu diskutieren und suchten ein anderes Ver- sammlungslokal auf. Verhaftungen von gestern Die Polizei nahm am Donnerstagabend die Bezirksleitung der RGO.(Industrie- gruppe Gemeinde und Verkehr) fest. Die Mit- glieder dieser Gruppe befanden sich in einer Ver- sammlung, die angeblich den Zweck hatte, einen Sympathiestreik der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke anzuregen. Ins- Gin Todesopfer des Streiks! Nazizollbeamter erschossen— ,,Vorwärts"-Transportwagen gestürmt HeuU a&cnd aäe u* da* Spodpatasl! gesamt wurden 52 Funktionäre festgenommen. Insgesamt hat die Polizei 270 Personen fest- genommen, darunter über IVO Streikposten. Die meisten der Festgenommenen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Unter den Verhafteten befindet sich der Vor- sitzende der.Lentralen Streikleitung", ein früherer kommunistischer Arbeiterratsvorsitzender der BVG., Albert K a i s e r. In der Versammlung der Streik- leitungen in den Residenzfestsälen trat Kaiser als Referent auf. Nachdem er von dem überwachen- den Polizeioffizier zweimal verwarnt wor- den war, wurde die Versammlung aufge- l ö st und Kaiser zum Polizeipräsidium mitge- nommen. Die Verhaftung der Funktionäre der REO. er- folgte in dem zentralen Streiklokal bei Schulz, Elisabethstraße. Hauptwerkstätte arbeitet 3n der Straßenbahn- Hauptwerk stall Userstraße wurde die Arbeit um 1 Uhr bereits in vollem Umfange aufgenommen. Revolverblattmanieren L�.-Zturinkiibrer will 20000 Mark für einen„Angriff"- Artikel Ein gewisser Bankdirektor a. D. Or. jur. Heinrich M o r r hat die Bankfirma Franz Woff u. Co. auf Zahlung von 11000 Mark ver- klagt. Morr verlangt diese Summe, weil er nach seinen eigenen Angaben den„Angriff", das nationalsozialistische Blatt, zugunsten der Bank- sirma bestochen hat! Der„Angriff" hatte im Mai 1032 wilde antisemitische Angriffe gegen die Firma im Stile eines Revolverblatte» veröffentlicht. Vier Wochen später trat er einen vollkommenen R ü ck z u g an und erklärte, daß all« Vorwürfe der Grundlage entbehrten. Morr behauptet in seiner Klage, daß er durch sein« J«hr einflußreichen Beziehungen"— er gab sich als SA.-Sturmführer aus—„die Angelegenheit geordnet" Hab«. Auf feine Veranlassung sei ein Artikel im „Angriff" erschienen, in dem die Bank vollkommen rehabilitiert wurde. Morr bietet dafür das Zeugnis des„A ngr if f"- R- d a kt e u rs Fanderl an! Für dies« Rehabilitierung im„Angriff" hat die Firma Wolf gezahlt: 100 M. an die Gauleitung der NSDAP. 4700 M. an den Dr. Morr in bar 3000 M. an den Dr. Morr in Wechseln. Morr ist jedoch nicht zufrieden, er will noch einmal 11 000 M. haben! Dies« ganze schmutzige Bestechungsaffäre ist gerichtsnotorisch. Der„SA.- Sturmführer Morr" ist eine Glanz type der„anti- republikanffchen" Nazipartei! In„Äudenstiefeln"! Vom PecK der Hakenkreuzler Dessau, 4. November. Das„Volksblatt für Anhalt" ist in der Lage, eine außerordentlich amüsante Mitteilung zu machen. Der anhaltisch« Nazi-Ministerpräfident Freyberg hat in Dessau und Bernburg einen sogenannten„freiwilligen Arbeitsdienst" eingerichtet, der mit vollständigen Uniformen zweierlei Garnitur ausgerüstet ist und den Eindruck einer militärischen Truppe macht. Die„freiwilligen Arbeitsdienst-Leute" sind mit Straßenschuhen und Stiefeln ausge- rüstet worden, deren Anschaffung allein bei der Dessauer kleinen Gruppe 4800 Mark erfordert hat. Damit ist aber nichtetwadi«anhaltisch« Wirtschaft belebt worden, sondern der kleine nationalsoziali st isch« Schuhhändler, dem der Auftrag zugeschanzt wurde, hat sich mit einer Schuhfabrik Heimann in Lands- berg a. d. W. in Verbindung gesetzt und dieser Fabrik den Lieferungsauftrog erteilt. Die natio- valsozialistischcn Privaffoldaten des nazi-anhaltt- fchen Ministerpräsidenten laufen jetzt also in jüdischen Stiefeln herum! Nazis oerraten Slidtirol Teilnabme an der Faschistenfeier Die Arbeitsstelle für Südtirol meldet: „An der Jehnjahresfeier des Faschismus in Bozen, die in Abwesenheit der Deutschen Südtirols vor sich ging, nahm, wie die Bozener Blätter mitteilen, auch eine ltv Mann starke Abteilung von National- sozialisten fdie Hälfte in Uniform) aus dem Deutschen Reich teil. Di« faschistische „Alpenzeitung" bemerkt dazu, daß diese „Gruppe von Hakenkreuzleru, durch das Band der gemeinsamen Idee mit dem Fa- schismns vereint, au der Feier des histori- scheu Tages offiziell teilnehmen wollte". Die Httlerleute standen, wie es weiter heißt, ans den Stufen des Tiegesdenkmals» Otto Wels Wer Pape« Aus der Vergangenheit eines deutschen Reichskanzlers Eigener Bericht des„Vorwärts" Hannover, 4. November. Otto Wels sprach am Donnerstagabend in einer Riesenkundgebung der hiesigen Sozialdemo- kratie in der großen Ausstellungshalle. Wels, der von der vieltausendköpfigen Menge stürmisch ge- feiert wurde, setzte sich besonders mit den Nattonal- sozialisten und der Papen-Regierung in scharfen Worten auseinander. Es gehe gegenwärtig in Deutschland um alles, um die Freiheit und um das Recht. Der Reichskanzler von Popen habe in München erklärt, daß die Regierung zur Durch- führung von Reformplänen nicht nur den Willen. sondern auch die Macht habe. Das rufe die Frage hervor, ob sie auch den Geist und das Recht dazu Hab«. Wels machte dann sensationelle Ausführungen über Herrn von Popen von früher und heule. Di« vieltausendköpfige Menge lauschte seinen Aus- führungen in gespanntester Zlufmertsamkett. „Dieser Reichskanzler hat in München von den „Feinden des Volkes" gesprochen und dort wie anderswo das Nationalbewußtsein für sich und sein« Regierung sozusagen so„kontingentiert", daß für das Voll und insbesondere für die Arbeiter nichts mehr übrig blieb. Dieser Reichskanzler, der sich national und sozialpolitisch angeblich von nie- rnand übertreffen lassen will, was 13 Jahr« preußi- scher Landtagsabgeovdneter. Niemand hat während dieser Zeit von seiner Existenz, seiner„kon- seroaiiven Gesinnung", seinem von ihm heute selbst so viel gerühmten„Mut zur Unpopularität" und was dieser Herr heute noch für sich proklamiert und reklamiert und viel beredet, etwas erfahren. Aber eben weil er so viel proNamiert, ist es an der Zeit, einmal in aller Oeffentlichkeit daraufhin- zuweisen, daß der heuttge Reichskanzler von Papen, als er, von niemanden gekannt, preußischer Landtagsabgeordneter war, einmal im Landtag reden— und ich glaube, es war das einzige Mal während seiner Abgeordnetenzeit— und von der Tribüne des preußischen Parlaments für das Saargebiet eintreten sollt«. Damals hat der Mann, der sich heute der Hoch- folget Bismarck» nennt, die ihm angetragene Rede für das Saargebiet mit der Begründung abgelehnt, daß eine derartige Rede seine verwandten im Saargebiel schädigen könne. Wenn er es bestreitet— wir bringen Zeugen für meine Behauptung! Und dieser Mann, der uns „Feinde des Volkes" tituliert und damit das Wort Wilhelms II. von den„vaterlandslosen Gesellen" variiert, dieser Mann tut heut«, als wenn ein Nationalheld, der nach Walhall gehört, gar nichts gegen ihn wäre... Man stelle sich vor, über einen sozialdemokratischen Minister würde nach seiner Ernennung auch nur ähnliches wie über Herrn von Papen bekannt— die rechtsradikale Meute hätte ihn wahrscheinlich schon zu Tode gehetzt! Dieser Reichskanzler nennt sich heute der Mann der„autoritären Staatsführung" und der„chrtst- lich-konservativen Staatspolitk". Sie finden Jhren Ausdruck darin, daß er mtt aller Wett in streit lebt. Nur dort jubett man ihm zu. wo er die Reichen subventioniert, als wäre Geld in Hülle und Fülle da. Dieser Reichskanzler regiert als der von„Gott Berufene", nur daß die Grundsätze des Christentums das Gegenteil von dem lehren, was dieser Reichskanzler tut. Dieser Mann der christlich-konseroativen Politik, also der Streiter für Ehrlichkeit und Wahrheitsliebe, dieser Mann stand dieser Tage vor einem Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtags, wo über Subventionen g«- redet wurde. Werdings nicht über die Subventio- nsn an die Schwerindustrie und bankrotte Agrarier, sondern über Zeitungssubventionen. Als der frühere Aufsichlsralsvorsitzendc des Berliner Zentrumsblaties„Germania", die Herrn von Papen zum Teil heute noch gehört, war der gegenwärtige Reichskanzler besonders berufen, vor dem Ausschuß zu erscheinen. Er hat dort aber nicht alles gesagt, was er als Landtags- abgeordneter und Aufsichtsratsoorsitzender der „Germania" praktisch über Zeitungssubventionen erfahren hatte. Das ist der Mann, der in der Gegenwart fast täglich so tut, als ob seine„Staats- fiihrung" haushoch über der anerkannten Arbeit früherer Reichskanzler stände! Wels schloß mit dem Ruf: Am 6. November gegen die Papen-Barone, gegen ihre Spitzen, die Hitler und Thälmann, für Liste 21 Brauner Terror im Lande Heichshannennann in Schweidnitz niedergestochen Arn Donnerstagabend gegen ff 11 Uhr wurde am Hauptbahnhof in Schweidnitz der Reichsbannerman» Schock- schal, der fich auf dem Heimwege von einer Löbe-Kundgebung der Eifer- nen Front befand, von mehreren unifor- mierten Nationalsoziali st en über- fallen und niedergestochen. Der lteberfallene trug mehrere schwere Messer- stiche davon und mußte sofort ins Kran- kenhaus übergeführt werden. Diese neue furchtbare Bluttat der schle- fischen Hakenkreuzler findet ihre Erklä- rung in der erregten Stimmung, die gegen- wärtig in Schweidnitz wegen des Reichen- bacher Attentats-Prozesses herrscht. Schweidnitz gleicht fett Donnerstag früh einem brauneu Heerlager. Hun- derte von SA.-Lenten treiben fich in den Straßen umher und terrorisieren, ohne daß die Polizei wirksam eingreift, polttisch Andersgesinnte. Die moralische Verant- wortnng für den blutigen Ueberfall trägt wieder einmal der berüchtigte Hei- n e s, auf dessen Befehl die Naziterroristen in Schweidnitz zusammengezogen wurden. Di« Gauleitung des Reichsbanners in Breslau hat am Freitagvormittag beim Breslauer Regierungspräsidenten wegen des Treibens der Nazis in Schweidnitz Vorstellungen erhoben und die sofortige Beseitigung der hakenkreuzlerischen Ter- rorbanden aus Schweidnitz verlangt. Heines Wird frech Eigener Bericht des„Vorwärts" Schweidnitz, 4 November. Im weiteren Verlauf der Verhandlung vor dem Schweidnitz« Sondergericht erfolgt die Derneh- nnxng von Heines. Er schlägt einen an- maßenden Ton an und erklärt, e» habe kein Befehl dazu gehört, gegen päschke vorzugehen, päschke gehöre wegen seiner Dis- famicrung der nationalsozialistischen Bewegung auf die Anklagebank. Er finde es mehrals verständlich, daß sich die SA.-Leute gegen die Hetzereien" Päschkes empörten. Obwohl ihn der Vorsitzende wiederholt zur Mäßigung mahnt, macht er unter Hinweis auf ein« nattonalsozialistische Verlustliste die u n o e r- schämte Bemerkung, zahlreiche National- sozialisten seien von„marxistischen Horden viehisch ermordet worden". Der Vorsitzende unterbricht ihn mit der Bemerkung, das zu sagen sei nicht zu- lässig. Heines fährt in seinen provokatorischen Aus- führungen fort und erklärt, er halle die von Hiller angeordnet« Beschränkung des Notwehr- rechtes nicht mehr für gegeben. Er erkläre überall ösfenllich, daß er jede Standarte auflöse und sedeu SA.-Mann ausschließe. der sich nicht zur Wehr setze. Seine Betelligung an der Reichenbacher Affäre, der Vorwurf der Begünstigung, oersuchte er zu bagatellieren. Es könne sein, daß er gesagt habe, Wagner und Polomski könnten auf die Sportschule geschickt werden. Das Darlehn von 150 Mark, das er der Frau Polomski gegeben habe, habe er ihr aus menschlichen Gründen gegeben, nicht um Polomski zur Flucht zu oerhelfen. Als Rechtsanwalt Bandmann an Heines die Frage stellt, ob ein Befehl zu dem Atten» t a t von einer Zentrale der SA. vorgelegen habe. erklärt Heines zunächst, daß er den Nebenkläger nicht antworte, verneint dann aber so nebenher die Frage. Ebenso die weitere, ob er wisse, w o• hev Ja eh n k e die Bombe habe. Als Bandmann endlich die Frage stellt, ob Heines auch Feststellungen über die Toten und Verletzten der Eisernen Front und des Reichs- bannsrs gemacht habe, antwortet Heines mit einer neuen Unverschämtheit. Er sagt, der Vertreter des Nebenklägers solle lieber fragen, wie groß die Angst der Juden am 13. August gewesen sei. Der Vorsitzende rügt Heines, der L a h u s« n> Anwalt Luetgebrune jedoch springt ihm bei. indem er die Frage de» Nebenkläger» al« Demonstration bezeichnet. Nach Heines wurde dann der letzte Angeklagte. „Stabführer" Hayn- Breslau vernommen. Der Angeklagte leugnet, sich der Begünstigung schuldig gemacht zu haben. Hierauf wird in die Beweisaufnahme eingetreten und zunächst der Nebenkläger P a e s ch k e vernommen. Paeschke schildert das Attentat und erklärt, er habe aus der Lage der Leiche Jaehnkes schließen können, daß der An- schlag ihm gelten sollte. Paeschke erklätt weiter, daß seit März 1932 die Gefahr sich für ihn so erhöht habe, daß ihn seine Partei- genossen nicht mehr allein gehen ließen. Von Mttte Juli ab sei die Hetz« gegen ihn noch gesteigert worden. Im Cafö und auf der Straße habe er zu hören bekommen, am 31. Juli werde er«nf- gehängt. Mussolinis Lockspitzel In der Schweiz offiziell entlarvt Eigener Bericht des„Vorwärts" Zürich, 4. November. Die Eiterbeule der italienischen Spitzelorganisation in der Schweiz scheint nun endlich ausge stachen zu werden. Ueber die Tätigkeit faschistischer Lockspitzel hat der Bundesrat(Eidgenössische Regierung) am Donnerstag eine amtliche Mitteilung er- lassen, in der es heißt: Die bisherigen Erhebungen über den ausländi- schen polizellichen Nachrichtendienst in Tessin haben ergeben, daß sich verschiedene Agenten in Tessin aufgehalten haben, um die politische» Flüchllinge zu beobachten, daß aber gelegenllich auch Schweizer Bürger kontrolliert worden sind. Einwandfrei wurde in den letzten Tagen festgestellt, daß einer dieser Agenten, Alberto Fin st ermacher, langjähriger Agent einer ausländischen Polizei, im Besitz von Sprengstoffen, Sprengkapseln und Zünd- schnür war und die Absicht hatte, dieses Material bei Flüchttingen unterzubringen, um sie der Teil- nähme an Sprengstoffverbrechen verdächttg zu machen. Diese Feststellung hat den Bundesrat veranlaßt, gegen die am völkerrechtswidrigen Nachrichtendienst Beteiligten eine gerichlliche Untersuchung einzuleiten und den Bundesanwalt anzuweisen, den eidgenössischen Untersuchungs- richter für die italienische Schweiz mit der unver- züglichen Durchführung der Untersuchung zu be- auftragen. Die Untersuchung hat sich auch auf Sprengstoffverbrechen und Gebrauch eines falschen Passes zu erstrecken. Es sind vier Personen in Haft. Hand in Hand mll der gerichllichen Untersuchung sollen auch polizeiliche Untersuchun- gen weitergeführt werden und zwar darüber, ob der Mißbrauch des schweizerischen Gastrechts auch von anderer Seite erfolgt ist. Sensation am Funkturm Mit dem Fallschirm abgesprungen «Ein sensationeller Vorfall spielte sich heute mittag gegen Vt2 Uhr am Funkturm ab. Ein Mann war unbemerkt aus die äußerste Spitze geklettert und mit einem Fallschirm abgesprungen. Der Fallschirm ösnete sich jedoch nur zum Teil und verfing sich an einer Eiseastrebe. Der Gurt de» Fallschirms r'ß bei dem Anprall ab und der Fall- schirmabsprlnger sauste in die Tiefe, wo er mit zerschmetterten Gliedern bewußtlos liegen blieb. Skerbend wurde der Mann, ein ZSjähriger Willi w a r b u r g ins Westend-Kran- kenhau» eingeliefert, w'e wir«fahren, hatte w. den Fallschirm selbst konstruiert, und v«mnlllch wollte er den Schirm ausprobieren. Aeberfall im Mietbttro In den gestrigen Abendstunden ereignete sich in Stralau ein Borfall, der großes Auffehen erregte. In der Krachfftraße befindet sich in einem Kellerraum oie Häuservera>allung der Häuser in der Kracht- und der anliegenden Bahrfeldtstraße. Gegen 19 Uhr betrat der 36jährige Wilhelm Jungblut im betrunkenen Zustand den Rauni und oerlangte von der Verwalterin Angaben über die Höhe der von seinem Vater bezahllen Miete. I., der aus der elterlichen Wohnung abgemeldet ist, erhielt von der Frau die Antwort, daß sie nicht berechtigt sei. darüber Auskunft zu geben. I. gab sich aber mit dieser Auskunft nicht zufrie- den, sondern drang immer mehr auf die Frau ein. Die Frau ergriff in ihrer Bedrängnis eine Hundepeitsche, die ihr aber von I. ent- rissen wurde, der nunmehr mit der Peitsche auf die Wehrlose einschlug, sie auf die Chaiselongue warf und mit den Fäusten bearbeitete. Vom alar- mierten Ueberiailkommando wurde der Bursche zum nächsten Polizeirevier befördert. Luftabrüstungspläne London. 4. November. Der parlamentarische Korrespondent des„News Chronicle" glaubr ebenso wie„Daily Mail", daß die Regierung in ihrem Lbrüstungsvlan vorzu» schlagen gedenke Militärflugzeuge ab- z u s ch a s s e n und Zioilslug zeuge i n t e r n o t i o- naler Kontrolle zu unterstellen. Der Kampf ums Recht Wiederaufnahmeprozeß Bullerjahn Der Volschewistenschreck Ein unzeitgemäßes Plakat der Nazis Bei Goebbels hat die Regie nicht geklappt. kZetzt erscheint an den Anschlagsäulen ein Nazi- plakat, das offenbar vor Wochen vorbereitet worden ist, aber in die heutige Situation paßt wie die Faust aufs Auge. Man sieht einen fürch- teclich großen, barbarisch abstoßenden Rotgar- disten mit grinsender Totenkopffratze bildlich dar- gestellt, der nach der Beschriftung des Plakats etwa folgendes sagt:„Bravo, Herr von Papen, Sie geben mit Ihren Notverordnungen uns Bol- fchewisten die letzte Chance." Und darunter wird dann in großen Lettern beteuert:„Der einzige, „Nu sag mal, Maxe, wie is det nu: sind wir für oder gegen den Bolschewismus?" der uns vor dem Bolschewismus rettet, ist Adolf Hitler." Den armen Nazispießern wind auch gar zu viel zugemutet. Gestern unterbreitete ihnen der„Angriff" mit lyrischem Schwung, daß die Nazi- straßenbahner Schulter an Schulter mit der heldenhaften kommunistischen REO. in den Streik getreten sind, gestern tobte man sich im Verbrüderungsrausch der beiden rrrevolutionären Fronten aus, und heute wird wiederum treuherzig und bieder an den Anschlag- faulen versichert, daß Adolf Hitler der einzige wahre Bekämpfer des Bolschewismus fei. „Schulter an Schulter mit der REO. auf zum Bernichtungskampf gegen den Bolschewie-mi,-'" Wer lacht da? Im Bullerjahn-Prozeß wurden im Anschluß an die gestrigen Verhandlungen zunächst einige stenographische Notizen des Angeklagten verlesen, lieber den kritischen 6. Januar heißt es darin, daß Bulleriahn das Empfinden hatte, er solle mit allen Mitteln am Betreten des Lagers verhindert werden. Sodann wurden die für heute geladenen Zeugen vorgerufen. Es sind dies die Lager- vermalter Fischer und Kliem, die Direktoren Schweitzer und Gebauer und der Kaufmann Artur Plaschke. Der weiter geladene Betriebs- leiter Groß hat telegraphisch mitgeteilt, daß er in geschäftlichen Angelegenheiten in Spanien sei. Da auf diesen Zeugen vom Senat der größte Wert gelegt wird, soll er nochmals telegraphisch auf schnellstem Wege geladen werden. Im übrigen wurden die Zeugen, nachdem der Borsitzende Senatspräsident Dr. Bünger sie zu äußerst ge- wissenhafter Aussage ermahnt hatte, zunächst wieder entlasten. Der Vorsitzende erklärte darauf: Wir haben gestern gesehen, daß das von der Revisionskom- Mission festgestellte Material überall verstreut war und nicht so ohne weiteres bekannt sein konnte. Wer, Herr Bullerjahn, kann nun nach Ihrer Mei- nung das oerraten haben? Sie sind doch Ober- Todeskrämpfe des Theaters Freudenspieler, die darben Retuschierte Opposition Von Rundfunks Gnaden Es ist ein Wunder geschehen: die Meinung der Opposition zu der freiherrlichen„An- kurbelungsaktion und zu der geplanten Der- fassungs„reform" der Regierung durfte im Rund- sunk zu Worte kommen! Selbstverständlich mit Maßen. Der Hauptschriftleiter des Drahtlosen Dienstes, Hans F r i tz s ch e, gab volle zwanzig Minuten lang im Programm der Deutschen Welle «inen„Rückblick auf das politische Vierteljahr", das im Zeichen der Opposition stand. Wenn auch die geziemenden Hinweise auf regierungsfromme Aeußerungen, die Herr Fritzsche einstreute, gefehlt hätten, so wäre der Vortrag doch eine Farce geblieben. Täglich werden von der Re> gierung, von Herrn von Schleichers Leuten, von Beumelburgs Drahtlosem Dienst, die Wünsche und Ruhmestaten unserer geliebten Freiherren stun- denlang durch den Rundfunk den Hörern vor- gesungen: für die Opposition stehen pro Vierteljahr zwanzig Minuten zur Verfügung, Zeit ge- nug, um einige zusammengetragene Aeußerungen. die dem Hörer kein Bild geben können, zu zitieren. Zwanzig Minuten für die politisch« Opposition eines Vierteljahres— fünfundzwanzig für die Schlacht bei Roßbach, die. als Lesestück für militärische Volksschulen, Hans Hennig Frei- Herr Grothe und Leutnant Jobst von Frankenberg und Proschlitz im Programm der Funkstunde vortrugen. Zwar ist die Funkstunde in letzter Zeit dazu übergegangen, für einen Vortrag fünfzehn Minuten zuzubilligen. Doch militärische Er- tüchtigung erfordert Opferbereitschaft— von den Hörern. Mittwoch abend brachte eine Hörfolge von Otto Zofs, der sonst schon manches brauchbare Hör- Manuskript geliefert hat. Diesmal hat er an- scheinend unter strenger Zensur gestanden. Seine „Dichter aus Großvaters Zeit e n" waren fürchterlich langweilig. Dahn, Julius Wolff, Ebers, Auerbach marschierten in langen Zitaten auf. Der trink- und naturfrohe Scheffel mußte eine sentimentale Ballade spenden. Von Freiligrath, dem glühenden Fmj>dtssänger des unterdrückten Volkes, wurde der.Löwenritt" zitiert, das technisch virtuose, für Freiligraths echte Kunst aber völlig uncharakteristische Gedicht, das er im Jahre 1835 als Fünfundzwanzigjähriger schrieb. Der Freiherren-Rundsunk versteht sich auf das Retuschieren! lr. Friedrich Wilhelm I, König von Preußen, der sich als Theaterintendant den Luftspringer und Athleten Enkenberg hielt, warf Schauspieler, die ihm nicht gefielen, kurzerhand aufs Bettelpflaster. So konnte man Unter den Linden Männer und Frauen mit edlen Gesichtern und kostümiert als Götter und Heilige treffen, die flehentlich ihre leere Hand ausstreckten. Aber man hat nicht gehört, daß einer von den abgedankten Komödianten ob- dachlos wurde, daß einer aus Angst vor deni Hungertod freiwillig den Tod suchte. Denn des Königs Untertanen hatten mehr Herz als ihr Monarch und unterstützten diese Armen, die vom Volk Freudenspieler genannt wurden. Heute, mitten in der Winterspielzeit 1932, ist das anders. Da betteln die Abgebauten, die nie wieder in den Betrieb eingebaut werden sollen, nicht mehr Unter den Linden, oder wenigstens nicht öffentlich und in ihrem Bühnenflitter. Da verbergen sie sich, und wagen sie sich hinaus, dann bügeln und sifyihen sie an ihren von der Not ab- gescheuerten Kleidern herum, damit sie nicht auf- fallen. Trogdem fft ihre Not viel größer als die ihrer Vorfahren vor ZW Iahren. Es ist eine ge- Heime und unbeschreibliche Not, die heute unter den Berliner Bühnenkünstlern grassiert. Und es ist nicht nur jener zwanzig Jahre lang als famoser Charakterspieler verhätschelte Joses Danegge r, der umsonst von Tür zu Tür klopfte, und der schließlich den Gashohn aufdrehte, um erlöst zu fein. Nur einige Beispiel«: in dem Künstlerbienev- Haus der Berliner Schauspieler, in der Künstler- kolonie nahe beim Breüenbachplatz, können fünszig Mietsparteien, lauter Theaterleute, ledig und ver- heiratet, ihre Miete nicht mehr bezahlen. Obwohl das Haus als soziale Einrichtung geplant war, als wir vor etlichen Jahren den Grundstein legten, besaßen wir doch nicht soviel Geld, um es als Armen- und Bettlerhaus einrichten zu können. Hypothekenzinsen und Staatsabgaben müsien be- glichen werden, sonst gerät dos Haus unter den Hammer. Kennt man diese Verzweislung, diese entsetzlichen Trauerspiel« unter den Freudenspielern genügend? Nein! Und doch geht hier mehr verloren als nur Körpergesundheit, Schönheit, Hoffnung. Gemordet wird hier nicht nur etwas Materielles, sondern die beste Kulturkraft unseres Volkes. Und Rettung ist fast unmöglich. Es müßte ja eine Rettung für lange Dauer sein, nicht nur eine Erquickung für den Augenblick. Denn alle diese Künstler, mögen viele von ihnen auch nur Kunsthandwerker sein, ver- lieren durch jahrelange Arbeitslosigkeit das, was der Kunstpsychologe die Disposition nennt. Das heißt: die Seelenfähigkeit des Schwungs und den Mut, statt der engen und eingeborenen Alltags- natur noch zahlreiche andere Verwandlungsnaturen herzuschenken. Diese Künstler bleiben imr noch Anwärter auf eine Kunst, der sie durchschnittlich bald gar nicht mehr gewachsen sein werden. Menschen- und Kunstfreunde haben das längst ein- gesehen und Schauspielertrainingsstätten, söge- nannte Studios, auch Regisseurtrainingsstätten gegründet. Aber alles das ist nur Stückwerk. Denn die Zahl der Notleidenden ist viel zu groß. Dazu kommen noch die Ausbeuter dieser Not, die Spekulanten auf die Dummheit und Verdatterung, die sich bei denen einstellt, die nichts, gar nichts mehr haben, und die nicht aus Leichtsinn, sondern aus Verzweislung auf jeden Schwindler eingehen. Am schlimmsten und ver- hehrendsten machen sich da die Halunken breit, die politisch hetzen. Aus Luft, aus nichts anderem, gründen sie eine Theaterschule oder gleich ein ganzes Unternehmen und nennen das ein natio- nales oder ein nationalsozialistisches Theater. Und sie versprechen, allen Reinblütigen glänzende lagerverwalter gewesen und muhten über alles genau Bescheid wissen. A n g e k l.: Wenn ich nur eine Mutmaßung darüber gehabt hätte, hätte ich sie doch schon im Vorverfahren vorgebracht. Das ist eine Frage, mit der ich mich sehr oft und sehr eingehend be- schäftigt habe und ich bin doch zu keinem Ergebnis gekommen. Zudem hatte ich den Eindruck, daß das Bild, das der französische Leutnant hatte, aus mehreren Quellen stammte. Das ging z. B. daraus hervor, daß er Lager, die wir bereits umgeräumt hatten, nochmals an der alten Stelle suchte. Auf einen Vorhalt des Vorsitzenden, daß Buller- jahn als Oberlageroerwalter doch wissen müßte, ob und wieviel Revisionen schon vorher stattge- sunden hatten, erklärte der Angeklagte, daß in der Fabrik sehr häufig, oft wöchentlich zweimal, Revisionen erfolgt seien. Er selbst sei aber nie hinzugezogen worden. Vors.: Es muß doch nun auffallen, daß außer diesen ständigen Revisionen plötzlich eine solche Generalrevision stattfand, der eine um- fangreiche Verratsaktion zugrunde liegen mußte. A n g e k l.: Nach mehreren Jahren habe ich eine Art Erklärung dafür gefunden. Es handelte sich ja um Material, das niemandem Tage zu bereiten. Was geschieht aber? Die Speku- lauten, die mit den gemeinsten Instinkten ihres Publikums und ihrer Ausbeutungsobjekte, der Künstler, rechnen, müssen, nachdem sie einige Narren der Verzweiflung geschröpft haben, als Betrüger verklagt werden. So geschah es jetzt eben bei dem schnell verkrachten W a l l n e r- Theater. Alle, die ihnen auf den Leim gingen, genau so blind wie vor einem Jahr die Ge- neppten des nationalsozialistischen Theaters von Atexanoer Brailowskt, jemes Zeichens einer der besten Schallplattenspieler der Welt, in dieser Eigenschaft hier oft genug gerühmt, kon- zertiert« gestern in Berlin. Uno nichts oermöchte das Wesen des Konzerts(wie andererseits das der Platt«) deutlicher zu machen, als der Eindruck dieses Abends. Denn was man zu hören bekam. war technisch vollkommenes, intellektuell durch- leuchtetes, musikalisch geschmackvolles, wenn auch nicht immer überzeugendes— in keiner Weise aber mitreißendes oder gar sensationelles Spiel. Dessen charakteristische Eigenheiten: plastischer, sehr kühler Anschlag, motorischer Elan, gläsern klare. federnd trockene Lauftechnik, geringe Farben- Phantasie, geringe dynamische Schattierung— das find genau die Eigenschaften, deren die Platte be- darf. Was der Konzertspieler und Hörer darüber hinaus braucht, was die Platte nicht brauchen, was sie gar nicht wiedergeben kann: lebendiges Fludium, das Gefühl grenzenloser, wenn auch künstlerisch disziplinierter Souveränität über das Instrument, die Ueberwindung des Instruments durch den Menschen, all dies geballt in rhapsodi- schem Virtuosentum, das gar nicht selbstherrlich gemeint zu sein braucht— das hat, das oermag er nicht. In vielem ähnlich und doch ganz anders spielt Serge P r o k o f i« f f, der der Herkunft nach eine ähnlich« Mischung darstellt: östliches Slawen- tum, durch Frankreichs Musik, durch Pariser Klavierkultur geformt. Als Solist des zweiten Furtwängler-Konzerts bringt er sein S. Klavier- konzert zur Uraufführung. Eigentlich ist es Musik für Klavier und Orchester in 5 Sätzen. Verfügt über konzertante, nicht sehr verbindliche Haltung außerordentliche formale Intelligenz, ist amüsant. geistreich, von ein wenig unheimlicher, schon wieder ein wenig uninteressanter Glätte. Wie aber spielt das der Mann! Auch hier motorischer Elan, auch hier funkelndes Secco und glitzernde Kühle der Läufe und Passagen, auch hier intellektuelle Kontrolle. All dies aber sind nur Einzelzüge im Gesamtbild des souveränen, mitreißenden, des unübertrefflichen Klavierspielers Prokofieff, der das Handwerk nicht nur beherrscht, der es längst überwunden hat... Es ist ganz lehrreich, diesen romanisierten Slawen deutschen Pianisten gegenüberzustellen. G i e s e k i n g an erster Stelle, der bei aller Ferne von gefühlsseliger Romantik so wunderschön Schu- mann spielt, den Brailowski ins äußerlich Klavier!- stische, affektiert Französische transponiert. Ver- t r a m ferner, dem eine kluge, schlichte und selten gehaltvolle Wiedergabe der L-Dur-Phantasie- Sonate Schuberts glückte. Sie gehört im Grunde ja gar nicht in den Konzertsaal, bietet wenig Ansatzpunkts für Darstellungsmöglichkeiten, träumt in endlosen Wiederholungen so vor sich hin; es gehört schon viel dazu, die an sich geringe Span- wehe tat und ruhig liegenbleiben konnte. Dos Material wurde erst dann„gefunden", wenu es politisch ausgewertet werden konnte. In Wirk- lichkeit war es gar kein Kriegsmaterial, es hatte nur den Wert des Schrotts. Der Vorsitzende erklärte, diese Ansicht habe viel für sich, und fragte dann: Gab es überhaupt noch jemand außer Ihnen, der solchen Ueberblick hatte und alle Lagerplätze kannte?— Die Frage bejahte der Angeklagte auf das bestimmteste. Auf Fragen erklärt Bullerjahn, daß es seine Pflicht als Oberlageroerwalter gewesen sei, sich über die vorhandenen Bestände genau zu unter- richten. Vors.: Das will ich gern unterstellen. Sie sollen sich aber gerade vor der Revision genau er- kundigt haben. Das wird in der Anklage behaup- tet. Namentlich wird gesagt, Sie hätten sich über die Ecken und über den Inhalt von Schränken er- kundigt. A n g e k l.: Dazu lag für mich keine Veran- lassung vor, da ich genau wußte, was überall lag. Wenn ich mein Augenmerk auf die Ecken und darauf richtete, was in den Ecken lag, so war das eine Art Manie von mir, da auf diese Weise recht viel brauchbares Material, das sonst verloren- gegangen wäre, erhalten blieb. Otto Wilhelm Lange, liegen heute wieder aus der Straße— wie vor zweihundert Jahren die betrübten Freudenspieler Friedrich Wilhelm I. Aber kein barmherziger Bürger rührt sich jetzt, um ihnen zu helfen. In Todeskrämpfen liegt das Berliner Theater und das Theater im ganzen Reich beinahe auch. Nicht, weil das Theater an sich feine universelle Kulturbedeutung verlor, sondern weil allenthalben die Blutegel auftauchen, die sich aus der Armut und Seelenpein der hoffnungslosen Künstler ihre Suppe kochen und dann wie die schuftigen Deser- teure wegrennen, sobald selbst von ihren dllmm- sten Protektoren entdeckt wird, daß sie nur wider- wärtige Gesinnungslumpen und skrupellose Aus- beuter waren. Max Hochdorf. nung ununterbrochen aufrechtzuerh alten und jrc in jedem Takt so lebendig zu machen, wie es Bertram gelang. Luis Graveure feierte auch diesmal Triumphe: sie waren durchaus berechtigt. Welcher andere Sänger hat noch solche Mittel: diese Kraft. diesen Glanz der Stimme, diesen endlosen Atem vor allem und diese Kultur, die alle Register vom süßestem, oerhauchendsten Piano bis zum heldischen Ausbruch einschließlich eines unübertrefflichen meere. voce so vollkommen umfaßt! Hier ist ein außerordentlicher künstlerischer Will« am Werk. der seltene Naturanlagen zu formen weiß und Außerordentliches erreicht..Arnold Walter. Filmschwank und kein Ende UT Kurfürstendamm Man glaubt immer, daß es mit dem Schwank- unfug, der uns im Film serviert wird, nun nicht mehr weitergeht. Aber stehe, es geht doch noch weiter, und so kommt„Das Testament des Cornelius Gulden" zustande, der nun wirklich und definitiv ein Ende bezeichnen möge. Diese Häufung von Unwahrscheinlichkeiten, diese Summierung ältester Schwankmotive ist wirklich nicht mehr überbietbar. Ja, es ist wirklich eine „Erbschaft mit Hindernissen", wie es im Untertitel so schön heißt. Sie wird den Film noch ganz auf den Hund bringen, wenn er nicht endlich Schluß damit macht Der Filmschwank muß end- lich auf die biedermännischen Allüren verzichten und resolut den Mut zur ironischen Groteske finden. Aber was soll uns der reiche Onkel, der seinen Neffen enterbt und ein ganzes Haus von Mietern zu Erben einsetzt, weil es ihn nach einem Auto- Unfall freundlich aufgenommen hat? Was geht uns der reiche junge Mann an, der sich bei der Mutter seiner Angebeteten einmietet und als Parfümeriereifender jongliert? Ein besonderes Institut unter der Leitung der famosen Ida Wüst verwandelt das Haus in ein Spukhaus, um die Mieter herauszutreiben. Schließlich schwimmen alle Etagen unter Wasser. Der Schwindel wird aufgedeckt, und das kleine Mädchen kriegt den reichen Schatz. In den unmöglichsten Situationen wird dazu gesungen. E m o s Regie brilliert in den von ihm bereits früher ausgenützten Reizen einer Wasserpantomime. Magda Schneider und Georg Alexander find das Liebespaar, das am Manuskript stirbt. Julius Falken- ft e i n spielt wieder einmal den deppeten Onkel, der immer fragt, was ist denn los? Ja, was ist denn los mit dem deutschen Film?. s. Virtuosenkonzerte Brailowsky, Prokofieff, Graveure Letzte Tage des Wahlkampfes .Alle Kräfte angespannt!— Versammlungswelle auf dem Höhepunkt Tic Pcrsainnilungswelle der Berliner Tozinldemokrntic ebbt anch in den lebten Tagen des Wahlkampfes nicht ab. Gestern abend wurden in allen Bezirken der Ztadt wieder überfüllte Berfammlungen durch- geführt. Heute abend marschiert das arbeitende Berlin in den Sportpalast zur lebten grasten.liundgebung vor dem K. November. Einen glänzenden Beweis der Verbundenheit von Arbeitern, Angestellten und Beamten in der Eisernen Front bot die Kundgebung der Beleg- schaften des Bezirksamts Neukölln und des Ar- beitsamts Südost. Im überfüllten Städtischen Saalbau Neukölln sahen die Massen dichtgedrängt, der Saal war bald so Überfüllt, daß die Galerie in Anspruch genommen werden mußte. Das Tambonrkorps der Sozialistischen Arbeitersugend spielte mit jugendlichem Elan die Kampsweisen der Arbeiterschaft. Mitreißend gestaltete die Spiel- gruppc der SAJ. eine Nie-wieder-Krieg-Szene. Genosse Kreutziger hiell die Ansprache. In dem schweren Kampf, den wir jetzt sichren, sagte er, haben wir keine Unterstützung. Wir stehen allein. Aber wir werden den Kampf siegreich beenden. * Auch die Mahlsdorfer Sozialdemokraten litten eine außerordentlich gut besuchte Massenkund- gebung. Mit bewegten Worten gedachte Genosse Tempel der Freiheitskämpfer in den Gesäng- nissen. Der Referent, Helmut Klotz, hielt in ein- stiindigem, ausgezeichneten Referat Abrechnung mit unseren Gegnern. Stehend sang die Ver- sammlung die Internationale und stimmte be- geistert in die Freiheitsrufe ein, die sich der Aus- forderung des Vorsitzenden anschlössen, am 6. No- vember dem Sozialismus einen neuen Weg zu bahnen. Mit den Erwerbslosen Zu einer glänzenden Kundgebung für die Eiserne Front gestaltete sich die Versamm- lung der Erwerbslosen des Kreises Friedrichshain in den Andreas-Sälen. Zahl- reich waren die Opfer der kapitalistischen Wirtschast erschienen, um zu protestieren gegen eine Politik, die sie immer mehr ins Elend stößt: sie waren ge- kommen, um ihren Willen und ihre Entschlosien- heit zu bekunden, sich im Bunde mit der Sozialdemokratie energisch gegen eine Politik zur Wehr zu setzen, die sie nach der wirt- schaftlichen Verelendung nun auch noch politisch entrechten will. Viele von ihnen sind schon jähre- lang ohne Arbeit. Junge Menschen unter ihnen, die kaum den Segen der Arbeit kennen gelernt haben. Groß auch die Zahl der Frauen, die sich cingesunden hatten. Genosse B ü h r i g vom Metallarbeiter-Verband zeigte in einem groß an- gelegten Referat, daß die Kontingentierungsmaß- nahmen der Regierung Papen den Arbeitslosen auch noch die letzten 5)offnungen auf Arbeits- beschaffung nehmen. Gegen diese Politik müssen die Arbeitslosen gemeinsam mit ihren sich»och in Arbeit befindlichen Klassengenossen vorgehen. Die Versammelten stimmten, nach einigen anfeuernden Worten des Genossen B u ch m a n n, am 6. No- vember sozialdemokratisch zu wählen, begeistert in den Freiheitsruf der Eisernen Front ein. Ein Orchester erwerbsloser Genossen umrahmte die Veranstaltung mit eindrucksvollen musikalischen Darbietungen. Stillegung- nachöeeWahl! 1800 Mann arbeitslos Aus Peine wird berichtet: Die Ifelder Hütte in Groß-Iselde und das Walzwerk in Peine geben bekannt, daß die beiden Betriebe aus Mangel an Aufträgen am 6. November aus einige Monate in dem- selben Umfange wie bei der letzten Schließung stillgelegt werden. Von dieser Maßnahme werden etwa 1899 Mann betroffen. Tariflohn unbtSesinnung Einksradikale Unternehmer In der Keksfabrik von K e r st e n u. Sohn, Charlottenburg, Wilmersdorfcr Straße 52, werden etwa 35 junge Mädchen beschäftigt, zum größten Teil unter Tariflohn. Ein Vertreter des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränke- arbeiter konnte in Gegenwart des Inhabers der Firma diese Tatsachen feststellen. Darauf wurden die beiden Inhaber, Dr. Lander und I a- tobp, dermaßen erregt, daß sie den Gewerk- schaftsvertreter beschimpften, weil er Tariflöhne forderte. Bei dieser Beschimp- sung sagte Jakoby, das Monokel im Auge, daß er„viel weiter links stehe als die Bonzen", daß er nur„sein antifaschistisches Abzeichen vergessen" habe. Schließlich wurde der Gewerkschaftsvertreter wegen seiner Forderung auf Zahlung des Tarif- kohnes von I tätlich angegriffen und aus dem Betrieb verwiesen. Mit Freihcitsrusen verließ der Gewerkschaftsvertreter den Betrieb. An der Tür griff der„linksstehende Herr Jakoby den Gewerkschaftsvertreter noch einmal an. Die Belegschaft drängte den radikalen Monokelträger aber beiseite. Der Russe Dr. Lander und der Monokelträger Jakoby beschimpfen den Vertreter der Arbeiterschaft und greifen ihn tätlich an, weil er den Tarijlohn fordert. Der Tariflohn der Ge- werkschaft ist eine klagbare Forderung. Die Kalkulation der beiden linksradikalen Unter- nehmer ist eine Milchmädchenrechnung. Bauer hör zu! Ein ehrlicher Uandwirt sagt die Wahrheit Der pommersche Großgrundbesitzer und ehe- malige Minister im Kabinett Brüning, Schlange-Schöningen, schreibt in einen, kürzlich erschienenen Buch„Acker und Arbeit" über die von den Nazis und anderen Erzreak- tionären so himmelhoch gepriesene Autarkie folgende Worte:„Es gibt überhaupt keinen Berufs st and in Deutschland, der die Autarkie so scharf ablehnen müßte und der ein solches Interesse an einen, gesunden Jndustrieexport hat wie die L a n d w i r t s ch a f t." Diese nur zu richtige Ansicht begründet er damit, daß der Binnenmarkt zum großen Teil auf der Möglichkeit des Exports beruht, von dem heute noch in Deutschland insgesamt 8 Millionen Menschen leben. Da in diesem Jahr die deutsche Landwirtschaft den gesunkenen Bedarf an Nah- rungsmitteln so gut wie ganz decken kann, haben Zölle und Kontingente als Preisregu- latoren einen großen Teil ihrer Wirksamkeit verloren, so daß die Frage der Wieder-. erlangung der Rentabilität der Landwirtschaft einfach ein Teil des Arbeitslosenproblems ist: „Die Arbeitslosen wieder in den Produktions- prozeß einzuschalten, sie wieder kauskrästig für höher qualifizierte LebensmiUel, für Fleisch, Brot und Butter zu machen— das ist das Problem des Bauern geworden, und zur Lösung dieses Problems wird ein starker Wiederausbau des Exports sehr viel mehr beitragen, als eine Aut- arkie, die den Jndustrieexport so gut wie gänzlich unterbinden müßte." Vernunft ist ein Produkt, das auf ostelbischem Boden nicht gedeiht. Um so höher ist es anzu- erkennen, daß ein konservativer Großagrarier den Mut findet, die Wahrheit zu sagen. Viel Erfolg wird er damit aber bei den jetzigen Machthabern nicht haben. Die jüngsten Maß- nahmen zeigen, daß die Herren Barone nach wie vor gewillt sind, ihre Volk und Wirtschaft ins Verderben stürzende Politik fortzusetzen. Herr von Braun will die Kontingentierung bis zuckt bitteren Ende durchführen und den Groß» agrariern soll mit der neuen Getreidestlltzung wieder unter die Arme gegriffen werden. Wiederum beugt sich die„autoritäre Staats- führung" den Forderungen der Interessenten- yruppen und verschlimmert durch Subventionen und falsche Maßnahmen die Krise immer mehr. Es gilt, am 6. November dieser verantwor- tungslosen Politik Einhalt zu gebiete». Rundfunk am Abend Freitag, den 4, November 1932 Berlin: 16.13 Auf Nachtfahrt im l eherlaud-Transportauto(O. Heller). 16.30 Aus Leipzig: Nadiraitla�skonzcrt. 17.30 Das vergessene Buch(F. v. Zobeltitz). 17.40 Die geistige Wandlung iu der Arbeiterjugend (G. Krolzig). 18.00 W erke von Paul Juon. 18.30 Das neue Buch(W. Bcrgeugrueu). 18.40 Balladen und Lieder. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Die Lehre von Los Angeles(R. J. Hoke). 19.30 Unlerhaltungs- und Tanzmusik. 20.00 Aus Wien: Bunter Abend. 21.00 Zeitfuuk. Aus W ien: Bunter Abend. 22.23 W etter-, Tagesund Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: Nach- mittagskouzert. 17.30 Deutsche Männer im aullerdeiitschen Südosten(Prof. Dr. K. K. Klein). 18.00 Alte Musik auf alten Streichinstrumenten. 18.30 1 olkswirtschaftsfunk (Reichsmin. a. D. Graf Roedern). 18.55 Wetter- Bericht. 19.00 Wiss. Vortrag für Aerzte. 19.20 Stunde der Arbeit. 19.40 Luxemburger Land und Leut'(Dr. Majerus). 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 22.23 Wetter-, Tages- und Sportnad, richten. Aus Hamburg: Unterhaltungsmusik. Sonst: Berliner Programm. weller für Berlin: Bewölkungszunahme, am Tage mild, südliche Winde.— Für Deutschland: Im Westen und Nordwesten erneute Wetteroer- jchlechterung mit Niederschlägen. Im Süden und Osten noch trocken und vielfach heiter. „Volk und Zeil", unsere illustrierte Wochen- schrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Berantworttich sür Politik: Rudolf B r e n d e in ü h?; Wirtschaft: GS. K l i n g e lh ö s e r; Gewerkschaslöbe- wegung: I. T teil, er: Feiillletou: Herbert Le- t> e r e: Lokales und Sonstige«; Fritz Slarfiäbt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorwärtz-Berlog®. in. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei». Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3./ Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgeu-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlicht. Hierzu 1 Beilage. tür die Zeit vom 4. Nov. bis 7. Nov. I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 4. Nov. bis 7. Nov. (DIO Primus-Palast Potsdamer Straße 19. n«»r Kehüt/ionkönis: mit Adalbert. Weiß Ferdl, Gretl Tlieimer W. 5.15, 7.15, 9.15 Uhr S. 3.15, 5.15, 7.15, 9.15 Uhr Potsdamer Straße 38 ]Maia llnri mit Cürcta Garbo, liamon Xovarro W. 5. 7. 9 Uhr, S. 3. 5, 7. 9 Uhr Odeon.PotsdamerStr.75 Kin blonder Traum mit L/illan Horvey, Willy Frltsch, Willi Forst Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7, 9 Uhr Tarmstraße 12 Der Champ. Ein grandioser Tonfilm— Gnte» Beiprosrainni W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3, 5, 7. 9 Uhr A lexanderstraße 39-40 (Passage) Ich will nicht wissen, wer du bist mit I iane Haid— Scherben bringen Glück Den ganzen Tag geöffnet. S. ab 3 U. Alhambra Müilerstr. 136. Ecke Seeslraße. Her Champ. Ein grandioser Tonfilm— Gutes lieiprofframm W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl.. Kanlstr. 54. Der träumende Mund mit Elisabeth Bergner, Rudolf Forster W. 5, 7, 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr German ia-Palast Chart., Wilmersdorfer Sir. 53/ä4 Liehe in Uniform mit Harry Liedckc, Fritz Kampers B V. K1.9 Uhr. S. 3, 5, 7, 9 Uhr Franziskaner eÄÄ Um 9, 12, 3, 6, 9 Uhr beginnend: Wehe, wenn er losgelassen Um 10.30, 1.30. 4.30. 7.30 u. 10.30 Uhr beginnend: Teilnehmer antwortet nicht Kriminaltonfilm mit Dorothea Wieck, Gustaf Gründgens u. a. Neueste Emelka-Tonw ochen- schau Kolonnaden-Kino Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Gräfin �larixa mit Dor. Wieck. H. Tlarischka. Ch. Ander, Ve- rebes. Szakall— Tonbelpr.— Foxtonwoche— Jugend! Zulritt! Sonnlag; Wahlergebnisse! ■ Moabit s vi Ast/ VVochent. ab 6 Uhr ATluSROt Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 39. Sehnsucht 202 mit Schneider— Jonny stiehlt Europa mit Harry Fiel— Tonwoche Schlüter-Theater s�'sv. Schlülerslr. 17. Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Hehnsucht 20Ä mit M. Hchnei- der. Fr. Schulz— Der große Trick mit H. Moser Atrium Wochent. 7, 9% ü. Stg. 5. 7. 9�4 U. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Trenk. Der Roman eines Günstlings mit D. Wieck. II. Htüwe, Olga Tschechowa— P. Hör biger— Tonbelpr.— Jugendliche Zutritt! Q Zehlendorf-Mltte> 7*1 1 Beginn tägl. 5, 7. 9 Uhr £i€li Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Str. 56. Die Herrin von Atlantis mit Brigitte Helm— Gutes Tonbeiprogramm Steglitz Titania-Palast Steclitz. Schloßstr 5. EckeGutsmuthsstr. ITrauffuhr.: Die tialavornteUung der Fratellini» mit Mav, Dust. Fratellioo u, Gino, V Braun, Taehechawa, Abel— Tonbpr. Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65. Beginn: 7, 9 Uhr. Sbd., Stg. 5, 7. 9 Uhr Elebe. Scherz und Ernst mit Ch. Ander. Alexander, Sand rock— Gr Beiprogramm Rheinschloß-Lichtspiele Rheinstr. 60."W. 5, 7, 9, So. ab 3 Uhr Der träumende Mund mit Elis. Bergner. B. Forster— Großes Beiprogramm ��Jl«hdnebers�_� Alhambra TÖnmm Hauptstraße 30. Wo. 5, Slgs. 3 Uhr Husarenliebe mit Hansl\iese, Adalbert— Bühne: Kadrennen. Titania Schöneberg Wts Hauptstraße 49. Die— oder keine mit G. Alpar. M. Hansen— Tonbpr.— Tonw. Jugendliche haben Zulritt 1«ttaweif n fc Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W. ab 5.30. S. ab 3.30 Großtonfihn: Ein blonder Traum mit E. Harvey, Fritsch. Forst — Beipr.— Jugendl. haben Zutritt! W______ Tampalhof��� Vnrfürot W-'■ 9- sbd- Slg.5.7,9 Aariarsi stg. 3 vbr. Jgd.-Voral. Dorfstraße 22. Ecke Berliner Straße Eiebe in Uniform mit Harry Eicdtke. Ery Bos— Tonbeipr. Tivoli Täglich: 5, 7, 9 Uhr Sonnt.: 3, 5, 7. 9 Uhr Berliner Straße 97. Großtonf.: Der schwarze Husar mit Mady Christians, C. Veldt — Tonbeiprogramm > J/f_/• Mariendorfer W 7. 9, 'YIQ-Ll Tonlicbtspielc S. 5. 7. 9 Chausseestr. 305. Jugendl. ZutxiltI Ein blonder Traum gut Ullian Harvey,. W. Fritsch, W. Porst — XonbetprogrAinm Neukölln Frrolcinr Wochentags ab 6% LiXCElSlOT Sonntags ab 4 Uhr Kaiser-Friedrich-Straße 191 Ein blonder Traum mit Eilian Harvey, W. Fritsch— Tonbpr. Jugendliche haben Zulritt Kukuk Wochentags ab 6H Sonntags ab 4 Uhr Kollbusscr Damm 92 Der schwarze Husar mit Mady Christians, Conrad Veidt— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Mercedes-Palast s�ibsu: Hermannstr. 212. Aus d.Tagebuch einer Frauen ärztin— Banknotenfälscher von New York Primus-Palast u. Am Hermannplatz. Urbanstr. 72/76. Erste Mädchenliebe(8 Mädels im Boot) mit Karin Hardt, Th. Eoos — Ballhaus Goldener Engel mit E. Engisch. Kampers— Karin Hardt Freitag, Sonnabend 9 Uhr, Sonnlag 5 Uhr persönlich anwesend. Stern, Hermannstraße 49 Wochentags ab 6�4 Sonntags ab 4 Uhr; Der schwarze Husar mit Mady Christians, C Veidt— Tonbpr. Jugendliche haben Zutritt! Deutsch-Ämerik. Theater Köpenicker Str. 68 Wochentags 5, 7. 9 Uhr, Sonnt. 3 Uhr Ein blonder Traum m. Harvey. Fritsch, Forst— Beiprogamm Jugendliche haben Zutritt! Filmeck W. ab 6% U. Stg. ab 3 Ü. Am Görlitzer Bahnhof Chart. Ander, G Alexander in dem lustigen Tonfilm: Liebe, Scherz und Ernst Femer: Paul Wegener in dem Großtonfilm: Unheimliche Geschichten Luisen- Theater sig�bl u: Reichenberger Str 34 Liliun llarrrv. Willy FrK.rh in der Tonfihn-Operflle Ein blonder Traum Dazu: Große Internationale BiUmenschan Jugendliche baten Zutrittt Stella-Palast soi�t at* uhr Köpenicker Straße 12—14 Mady Christians. Conrad Veidt Otto Wallburg in dem Tonfilm Der schwarze Husar Große Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt j Treptow j Treptow-Sternwarte Sonnabend 8, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Venezuela. Südamerikas Tropenparadies(Film) ■» Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Gitta Alpar. Max Hansen in ihrer neuesten Tonoperette: Die— oder keine! Auf der Bühne: 2 Variete-Attraktionen. Jugendliche haben Zutritt Dr. Knauer und sein Orchester Lana-Palast sonn, isuhr Gr. Frankfurter Str. 121. Ton woche Der schwarze Husar mit Mady Christinns. C. Veidt— Bühne: Willy Rosen Schwarzer Adler Frankf. Allee 99 W 6. 7, 9 Uhr. S. 5. 5. 7. 9 Uhr Sehnsucht 20Ä mit M. Schneider. F. Schulz— Tonwoche— Bühnenschau Viktoria-Theater Frankfurter Allee 48 Tonlustspiel: Vielleicht bist du das größte Glück, ein Spiel von Liebe, Scherz und Ernst mit Chart. Ander, Alexander— Gr Beipr. „Elysium"«T W. 5.15. 6.30. 9.15. 8. 3. 4.30, 7, 9.15 Der Champ mit W. Beery, Coopcr— Srampolo mit Dolly IIa«». C. Diehl Flo ra-Lichtspiele iÄr Tägl 5. 7, 9 Uhr. Stg. S. 5, 7. 9 Uhr Der Cbamp. der Weitmeisier u.»ein Kiad— Verkehrt verheirate« Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10. W. 5.30 u. 9 Uhr. Sonnt. 3. 5.30. 9 Uhr l iebe, Scherz und Ernst mit Sandrock, Alexander— Voll- blut— Sonnt. 3 Uhr; JugendvorsteHi. � Neu-Uchtenbera> Kosmos-Lichtspiele Lückstr. 70. Stg. 2% Uhr: Jug.-Vorst. Kiki mit A. Ondra. II. Thimig Ein harmloser Fall mit Szakall — Neue Tonwoche jf'„ P„r,„L Mlg.— Donn. 6 Uhr Aino DUSCn UrcU.— 51g. 5 Uhr Alt-Friedrichslelde 3. F.in hlondor Traum mit i.ilian Harvey, 4V. Frit.oh, W. For»t — Tonbeiprogr.— Jugendl. Zutritt 9 Pankow j Palast-Theater Breite Str. 21a. W. 7,$4, So. ab43/a Mata Hart mit Greta Garbo. K. Xovarro— 8 Mädels im Boot IJ Wochentags 6.30, 9 Uhr 1 IVOlt Sbd.. Sonnt. 5. 7. 9 Uhr Berliner Str. 27. Jugendl. Zulritt Die— oder keine mit G. Alpar, M. Hansen— Tonbeiprogramm — Bühnenschau ■ T«9«l■ Filmpalast Tegel sig. Vu! Bahnhofstr. 2. Stg. 2 Uhr: Jug.-V. DI©— oder keine mit G Alpar, M. Hansen— Gr Tonbeiprogr. Jugendliche haben Zutritt! V*~„ Film Wo. ab 6 Uhr tiOSmOS Bühne S. 4�4. 6�. 8*4 Hauptstr. 6. Der gr. Erfolg: Der schwarze Husar mit Mady Christians, C. Veldt— Tonbpr. Union- Theater sVoc«; m. 1% Hauptstr. 3 Stg. 2 Uhr: Jug Vorst. Eine Nacht im firand Hotel mit Martha Eggerth— Beiden der Xacht Ftlmnnlnat Bea W b. 8.30 Uhr rumpaiasi sus va s�u. Berliner Str. 59. Großtonlilnu Ein blonder Traum mit Llllon Harvey, Fritsch, Forst_ Bei. Programm— Aarendüdie Zntritti VokMts --@- Siedlung„&reiheU" Sin Bericht aus dem£eben/ Ton 9£ans Senkner Tor einem Jahr Noch fm vongen Jahr mars ein Schuttabladeplatz, der die Gegend verschandelte. Di« Villen- bewohner auf der anderen Chausseeseite beschwerten sich(aber im Dunkeln ließen sie ihr hochherrschast- liches Gerumpel daraufwerfen). Es war eine trostlose Ecke, die durch das magere Gras nicht ansehnlicher wurde. Als dann aber Leute kamen, den Schutt weg- zuschaffen, Land absteckten und zu siedeln ansingen, da beschwerten sich die Anwohner noch viel mehr als zuvor. Es half ihnen nichts. Auf Handwagen fuhren die Siedler ihre Bretter und Teerpappe heran; um Türen und Fensterteile herum, die sie vom Abbruch gekauft hatten, zimmerten sie ihre Stuben mit Küche und Veranda. Sie beleidigten weder die hochherrschaftlichen Augen, noch die Ohren, noch die Nasen auf der anderen Chaussee- feite— nur die Politik von drüben. Mit der sicheren Bedachtsamkeit handwerkernder Leute zimmerten sie Brett an Brett, aus Eierkisten und alten Latten. Ueber die wetterfeste Pappe nagelten sie die Schniuckleisten; oder waren die Bretter gut genug, wurde das Häuschen angestrichen. Jeder hat Obstbäume und ein Stück Gemüseland; der eine will nächstes Jahr auch Blumen bringen, viele bauen sich kleine Ställe. Vornan, am Aus- gang zur Chaussee, wird dann eine Verkaufsstelle eingerichtet, wenn Frucht und Vieh gedeiht. Vor- läufig ist der Boden noch wie tot. Aber die kleinen kräftigen Bäume und Sträucher werden schon tragen. Die Männer schassen, ins Geschirr gestemmt, von weither die Dungfuhren heran, nach Feierabend. Freilich, mehr als die Hälfte ist arbeits- los. Der Feierabend ist vom Teufel. Nur, daß man wenigstens zu leben hat. Das Stückchen Land bekommen sie ngch, wer weiß aber, was im Früh- jähr sein wird: die„rote" Regierung ist verhaßt wegen ihrer Siedlung— und die Siedler auf den Klitschen sind verhaßt wegen ihrer Re- gierung. Wenn ihnen die Genossen nicht ge- Holsen hätten, stände hier heute kein Strauch und keine Wand. Einer ist Oktober exmittiert worden; da haben sie alle mit angepackt, daß er zum Winter wenigstens die Wohnlaube über dem Kopf hat. Der Winter bleibt zum Glück ohne große Källe. So werden sie die Anpflanzungen wohl über die tote Zeit wegbringen. Von drüben kom- men die Kinder, stehen am Zaun und buhsen neu- gierig hinein. Sie quatschen die Gehässig- leiten ihrer Eltern nach. Die drin hören das durch ihre dünnen Wände, wenn sie in den kleinen Stuben beisammen sitzen. Geld ist knapp. Jeder muß abzahlen für Bau- Material und Futter. Ziegen und Kleinvieh wollen fressen und bringen noch nichts Rechtes. Rauchen die winzigen Schornsteine über dem Pachtland, dann ist es drin doch längst nicht warm. Auf dem Herd kocht selten was anderes als Mehlsuppe, Kartoffeln und Zichorie. Fleisch? Höchstens ein Karnickel, sonst Hering mit Margarine. Die Kleinsiedlung an der Chaussee — so heißt sie vorläufig— ist in Verruf. Wes- halb?„Sozi"; Grund genug. Im Ortsanzeiger hat„ein Anwohner" gegen die.Lulturschande der roten Baracken" protestiert.„Diese prooo- katarische Beunruhigung der umwohnenden ruhigen Bürger— wenn bisher auch noch nichts Tät- liches geschehen ist." Zwei Tage darauf sieht sich die noble Redaktion gezwungen, folgendes abzudrucken:„Der anonyme Anwohner wirft uns lediglich unfern Sozialismus vor; soziales Verständnis beweist er damit nicht. Wären wir National sozialisten, so kränkte ihn keine„Baracke" und keine„Kulturschande". Hält es der anonyme ruhige Bürger etwa für Kultur, Mitmenschen einzig und grade ihrer Gesinnung wegen zu verdächtigen? 60 Proz. von uns Genossen sind arbeitslos; zum Teil feit Jahren— Arbeiter, Handwerker, Angestellte, Freiberufler, Akademiker. Bildung ist kein Wertmesser für Menschen; aber Kultur ist einer. Uns hält eine gemeinsame Kultur aufrecht: der Sozialismus ehrlicher Arbeit trotz allem. Weih der beunruhigte Bürger, was Arbeitslosigkeit bedeutet? Offenbar nicht. Hilft er Mitmenschen in ihrer Not? Schwerlich, sonst beschimpfte er unsere Not nicht, die einer dem anderen überleben hilft— sonst wüßte er, was Sozialismus ist. Schmidt, Dr.>-Jng. ohne Arbeit." Schauen in der liaeiil Anständigkeit ist allerdings eine schwache Ab- wehr. Der Winter geht hin; das Jahr 1032 kommt. Einer nach dem andern bringt die Kündigung nach Haufe. Von 40 Siedlern fahren im März noch 11 auf Arbeit. Stempel- und Wohlfahrtsgeld wird einem zu- fammengekürzt; bis zur Ernte ist's lang hin... Genosse Brand wohnt vorn»ach der Chaussee zu. Im Winter hat er einen kleinen Plag vor für die Siedlung sein. Sauber gestrichene Stühle dem Haus gebaut. Hier soll später eine Art Messe und Tischchen werden herausgestellt. Sträucher sasien den Platz ein. Dies und das Stück kommt dazu, bis die Anlage freundlich aussieht.„Unserc Terrasse" sagen sie und lachen— mit heimlichen Sorgen. Nicht um die Ernte. Bäume und Sträucher, Spargel, Mohrrüben und Bohnen, Gurken und Erdbeeren gedeihen. Ader die Hühner und Enten... Die Futterpreise ziehen infolge der Zollerhöhungen an; große Farmen gehen kaputt. Zwei Genossen sind Gärtner; der Blumen- verkauf muß die Futtermehrkosten decken. Die von der anderen ChSusseeseite schicken erst die Hausangestellten vor, dann die Kinder. Schließlich kommen sie selbst, gespreizt wie Städter auf dem Lande, neugierig und sensationgekitzelt (teils wegen der Arbeiter, teils wegen der„roten Akademiker"). Aber die Ware ist preiswert und schmeckt. Ueber die Tierliebe der Siedler fährt ihnen sogar ein verblüfftes Erstaunen in die„ge- bildeten" Köpfe. Einen Stoß bekommen die Beziehungen steilich am 1. Mai. Die Eiserne Front ist auf- gestanden, die drei Pfeile fliegen durchs zer- risiene Land, in dem die getarnte und schließlich demaskierte Soldateska umgeht. Da erhält die Siedlung ihren hoffenden, kämpfenden, not- abwehrenden Namen:„Freiheit!" Die Beunruhigung wächst; Beunruhigung von der der ruhige Bürger nichts sieht, weil er beide Augen zudrückt. Die Männer der Siedlung nehmen die Sorgen mit in den Schlaf. Kaum eine Nacht, in der die Hunde nicht anschlagen. Trotzdem sinden sie den einen Morgen ihre drei schönsten Obstbäume mit abgeschlagenen vollen Aesten. Manch einen schmeißt die Wut um— aber die Besinnung ist größer. Was alle Genossen im Reich über sich bringen, das können sie auch: Ruhe halten, frei- willige Disziplin. Das ist kein brauner Müsch- kotendrill, sondern— Kultur, S oz i a l i st e n t u m. Die Preuhenregierung weicht der uni- formierten Gewalt. Schutzlos geworden: jeder einzelne fühlt und weiß das. Nächsten Morgen ein Zettel am Eingang:„V e r r e ck. M a r r i st e n- gesindel!" Am Nachmittag Polizei: Haus- suchung nach verborgenen Waffen. Nicht ein Man schreibt uns: Erst die Nachkriegszeit, erst republikani- sche Regierungen haben das berufliche Bildungswefen Preußens zu voller Blüte ge- bracht. Der Wille der gewerkschaftlich organi- sierten Arbeitnehmerschaft, die Bedürfnisse der Wirtschaft und die Einsicht chrer Träger gaben die entscheidende Wendung zum Berussbildungs- gedanken. Wie das berufliche Bildungswesen Preußens unter der Regierung Braun— Handelsminister Dr. Schreiber, Staatssekre- tär Dr. S t a u d i n g e r und Ministerialdirektor Merten seien als die führenden Männer des Handelsministeriums erwähnt— emporblühte und in den letzten Notjahren seinen Stand behaupten konnte, wird erst eine spätere Zeit voll zu würdi- gen wissen. Die Maßnahmen der kommissarischen Preußenregierung zerstören jäh das Ge- schaffen«. Die Handelshochschulen kommen ans Kultusministerium(siehe Protest der HH. Berlin in Nr. S17 des„Vorwärts"). Kreise der Wirt- schast, die die Handelshochschule Berlin z. B. weitestgehend finanziert haben, sind anscheinend ebensowenig gefragt worden wie der Lehrkörper. Die Ausbildungsstätten der Handels- und Ge- wcrbelehrer werden also aus der Verbindung mit der Wirtschaft gelöst. Die Zuweisung der Gewerbe- und Haus- Haltungsschulen an das Kültusministerium (die dort ihren spezifischen Charakter bald ver- lierm dürften und so voraussichtlich dem Unter- gang geweiht sind) macht einen Schnitt durch das berufliche Schulwesen der Frauenseite. So sind beispielsweise die Haushaltungsschulen durch- weg eng mit den Berufsschulen— die ja beim neuen„Ministerium für Wirtschaft und Arbeit" verbleiben— verknüpft: gleiche Gebäude, gleiche Leitung, ineinandergreifende Lehrpläne, gemein- same Lehrmittel, Beschäftigung der Lehrkräfte an beiden Schulen. Wie die„Vereinfachung", um den Wortlaut der Verordnung zu gebrauchen, hier aussehen soll, weiß niemand; man kann eher von vollkommener Desorganisation sprechen. Die eigene Schulabteilung für die bei dem neuen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit ver- bleibenden Berussschulen fällt fort, das Schul- wesen dürfte der Sozial- und Gewerbeabteilung angehängt werden. Daß„konservative" Kräfte kommisiarischer Regierungen es so eilig haben,„ihr" Preußen zu zerschlagen, mag wie ein Treppenwitz der Weltgeschichte anmuten. Daß diese„kon- seroativen" Kräfte so selbstherrlich sind, daß sie Sachkenntnis und sachverständigen Rat nicht be- Pistolenhahn. Die Spaten müssen sie den Siedlern lassen. Die Kinder von drüben haben sich mit den Kin- der» der„Freiheit" allmählich befreundet; die an- gelernten bösen Rede» sind vergessen. Die Jung- tiere der Siedler werden das geliebte Spielzeug. Beim Genossen Brand sind fünf Kätzchen, von schwarz bis weiß. Ersäufen? Gibts einfach nicht. Braun und blond steckt die Freizeit über zu- sammen. Die Mütter von drüben laufen angst- voll über die Chaussee und beglupen mißtrauisch diese Tier- und Kinderrepublik. Die schöne Ernte versöhnt sie etwas, wenn auch der Damm weiter die Grenze zwischen zwei Welten bildet. Die Väter kommen»ach und Fremde; lassen sich alles zeigen. Wie schwer einem das freundliche Gesicht gemacht wird. Manche Schnüffelnase schiebt sich bis in die Ecken, dumme freche Worte platzen da- zwischen, hinterher liegen Flugblätter auf dem Tisch, revolverschnäuzige Schimpfereien. Der An- zeiger hetzt von neuem. Bald zetern die Parteien, rattenfängerisch über„Agrarschande", bald schreien die Händler scheinbar selbstlos über unerlaubte Konkurrenz. Äer Terror bricht Ion Eisern halten die Siedler an sich, was ihnen nachts zerstört wird, richten sie bei Tag wieder, so gut es schafft. Die Terrasse sieht immer freund- lich drein; die sorgenharten Männer und Frauen mühen sich darum. Notzeit drückt, Gesahr greift um sich: unerträglich für diese Menschen, die ihr Fleckchen Erdbaden lieben. In der Natur Frucht und Ernte— Zerstörung von Mensch gegen Mensch. Immer neue Not statt Ruhe, Bedrohung statt Friedensarbeit. Sogar die Kinder werden verstört, weil sie kaum noch ein Lachen sinden. Der Terror bricht los; zuerst in O st preußen; überall Attentate, Bomben, Brände. Lllgengeifer frißt sich ein, zerstört, vernichtet. „Im Kriege wars nicht so schlimm."„Haben wir nötigen(weshalb man die Kreise der Wirtschast, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ferner die Ge- werbe- und Handelslehrerschaft ebensowenig wie den Lehrkörper der Handelshochschule befragt hat), versteht sich, wenn man das Gesamtbild ihres Wirkens ins Auge faßt, am Rande. In diesen Maßnahmen steckt ein so blutiger Dilettantismus, daß sie nur erklärbar sind, wenn man weiterreichende Absichten sieht. Man hält eben die Zeit für gekommen, die Be- rufsbildung der werktätigen Jugend ganz erheblich einzudämmen. Man möchte wahrscheinlich die alte Fortbildungsschule, Abendunterricht für ge- lernte, völlige Berussschulfrecheit für ungelernte Berufe. Der Einfluß der Gewerkschaften ist durch- aus unerwünscht. Die Abwürgung einer möglichst berufsnahen, wirtschaftszugewandten Ausbildung der Gewerbe- und Handelslehrer mag nicht bloß aus der Unterstellung der Handelshochschulen unter das Kultusministerium, sondern auch aus dem Kampf gegen die berufspädagogischen In- stitute(die die fachlich-methodische Ausbildung der Gewerbelehrer wahrzunehmen haben) ersichtlich sein. Hier sekundieren die Nazis. Wenn eingeweihte Kreise auch behaupten wollen, daß diesbezügliche Anfragen im Landtag mit ihren Angriffen gegen Genossen Staudinger und Ministerialdirektor Merken, desgleichen gegen den dem Zentrum angehörenden Oberregierungsrat Hufnagel mehr der persönlichen Initiative eines sich zurückgesetzt fühlenden Mannes aus fach- lichen Erwägungen entsprängen, so darf doch nicht übersehen werden, daß ihre Wirkung gegen das berufliche Bildungswesen vorhanden ist und an- scheinend auch gewünscht wird. In diesem Zusammenhange sei weiterhin er- wähnt, daß sich hartnäckig das Gerücht erhält, als beabsichtige die kommissarische Regierung die gesetzliche Bestimmung über Erlaubnis der Schul- aufsichtsbehörde zur Schließung von Be- r u f s s ch u l e n aufzuheben. Danach würden also die Gemeinden das Recht haben, ihr Berufsschul- wesen beliebig einzuschränken bzw. ganz aufzu- geben. Schon einmal drohte diese Gefahr, aber die Regierung B r a u n- S e v e r i n g hat sie ad- gewehrt. Ist es jetzt so weit? Daß Herr von'Papen mit den stümper- haften, die gesamte Wirtschaft schwer schädigenden Mahnahmen seiner Beauftragten sich weder Freunde bei den einsichtigen Wirtschastskreisen, noch bei den werktätigen Massen, noch bei der Handels- und Gewerbelehrerschaft schafft, dürfte ihm bekannt sein. Nur die Parteien der Weimarer Koalition, insonderheit eine starke Sozial- d e m o k r a t i e. bieten die Gewähr für Erhaltung und Ausbau des beruflichen Bildungswesens, worauf die werktätigen Schichten Anspruch haben! 4. NOV. 1932 noch nicht genug von den vier Jahren?"„Diese Menschen verdienen ihre Freiheit nicht."„Darum hassen sie auch alles, was Freiheit ist und heißt." Wachen werden bestimmt; die Polizei wird noch einmal um Schutz gebeten, den sie bisher als„nicht erforderlich" abgelehnt hat. Werrn nur der Wald nicht so nah wäre. Mit dem Stock, den Hund bei Fuß, geht der Siedler Rade die zweite Wache. Seit vier Jahren arbeitslos, Musiker, Frau mit zwei Kindern. Verhungert wären sie ohne Hilfe der Genossen. Was hat man früher von den Dingen gewußt... Man hat gespielt, komponiert, geträumt— halt. war da nicht was? Der Hund ist unruhig, gibt aber nicht Laut.. Man hatte sein Brot und dann— aus. Sozialismus: Harmonie, was sonst? Warum wollen die Menschen nicht zusaminen-' klingen, jeder an seinem Part? Es geht: hier; Haus an Haus, und doch jedes in feiner eignen Art... Der Hund zerrt an der Leine. G e- st alten an, Waldrand— zwei, fünf, viele — im Laufschritt Alarmpfeife, er schreit. Drüben ein Kommando, in den Wohnstuben Gelaufe, Rufen, rasende Bereitschaft. Jetzt sind sie am Zaun, ein neues Kommando— Schüsse... Der Alarmrufer schreit, stürzt hin, reißt sich hoch. Die Horde trampelt durch die lieben Anlagen, über die Beete. Rufe, irgendwoher Kinderweinen. Plötzlich ein Aufflammen, ein zersplitterndes Krachen. Schatten verkrallen sich ineinander. Feuerschein zuckt hoch. Ein neues gröhleudes Kommando und die braunen fleckigen Schakale hetzen ins Walddunkel zurück. „Rodes Haus brennt—."„Brandbombe." Kaum die Tücher im Mund, stürzen zwei, drei in den Qualm.„Die Kinder." Drei wimmernde, brandverwundete Menschenbündel.„Wo ist Rode?"„Hatte doch die Wache."„Laus: Arzt, Ueberfallkommando, Feuerwehr." Einer rast über den Damm Die Pumpen jachern, aber die Schläuche schaffens nicht. Wind kommt auf. Wenn es nur nicht übergreift...„Wo ist Genosse Brand?"„Und Wenzel?"„Zwei Mann suchen." „Schnell herkommen." Der Musiker liegt mit dem Kops auf einem Beetrand; aus dem Hals stößt das Blut.„Schlagaderschuß— verblutet." —„Hier, Hilfe", ruft von drüben einer. Brand ist vornübergestürzt, mit Brustschutz. Wenn nur erst der Arzt käme. Das Feuer grenzen sie ein, aber Rodes Haus brennt wie Zunder ab. Immer noch keine Feuer- wehr.„Ist Wenzel da?"„Nein."„Wo habt Ihr ihn zuletzt gesehen?"„Die Braunen hallen ihn eingeschlossen."„Wenn sie chn nur nicht verschleppt haben."„Ich geh' suchen. Tyras, komm." Eine halbe Stunde— und niemand zu sehen. Drüben haben die Anwohner den erregten Mann erst nicht ins Haus und dann nicht ans Telephon lassen wollen.„Natürlich, Kommu- nisten", sagt der Herr Amtsrichter geistesgegenwärtig.„Pack schlägt sich, Pack verträgt sich." Die Feuerwehr findet schließlich einen Haufen verkohlter Bretter zum Ablöschen.„National- sozialisten? Ausgeschlossen", erklärt der neu eingesetzte Polizeileutnant. Wenzel ist noch nicht gefunden: der Sucher nicht zurück. Eine Streife schwärmt gegen den Waldrand aus. Ei» Ruf, undeutlich. Ein paar hundert Meter tief im Gehölz liegt der Vermißte, der Stock neben ihm. Ein Arzt, der sich endlich eingefunden hat, konstatiert schwere, innere Verletzungen.„Und die im Gesicht?" fragt ihn einer. Der Arzt zögert. „Tritte von Nagelstieseln." Einige haben noch weitergesucht, weil der Hund wieder anschlug. „Da liegt ja noch einer." Taschenlampe— die braune Uniform. Der betäubte Belastungszeuge kommt zu sich und wird mit fünf lieber- fallen«» auf die Wache gebracht. Die Fahne der„Freiheit" weht halbmast. Fünf Menschen liegen verbrannt und zerschlagen auf den Tod. Den Sechsten bringen sie erstarrt und versteint zu Grab«. Die Brandstifter und Mörder sind ermittelt.— Die Genossen der„Freiheit" erleben eine gerichtliche Sühne, die ihnen zum Verlust und Schmerz noch den Hohn bringt. S'asit! Ernte. Ernte? Wozu?? Wer schützt uns? Ist das ein Volk? Ist das ein Leben?... Die Genossen schließen sich noch enger zusaminen, grauengezeichnet... Nun wieder aufbauen? Gibt es denn noch eine Zukunft? Sie haben ihren Treusten zur Erde gebracht. Nun ernten sie, was ihnen geblieben ist und graben ihren Schmerz in die Erde. Sie sind still geworden... Aber in sich tragen sie, was sie in ihre Kinder einsäen, das es bleibend aufgeht: Freiheit. ümmer weg damil! 3)ie dlerren Wommismre zerslören die Sierufsschule An die Arbeitersportler! Demokratie oder Diktatur— das ist die Frage Ueber die Arage nach der Slaalssorm soll am 6. November bei der Reichs tags mahl entschieden werden. Wir freien Turner und Sportler haben von jeher für die Demokratie gestritten und unsere Aufgabe ist es. auch am ö. November wieder mit in der vordersten Front des Kampfes für die Forderungen der sozialistischen Arbeiterbewegung zu stehen. Das Schicksal der sozialistischen Arbeiterbewegung ist zugleich das Schicksal der freien Arbeiter- Turn- und Sportsache. Nnriueinemsreien demokratischen Staat ist die weitere Enwicklung der Arbeiterkulturbe- wegung gesichert. Aber nur eine grohe. demokratische Grundsätze vertretende Partei kann einem solchen Staat den nötigen Rückhalt geben. Das ist allein die Sozialdemokratische Partei, und darum stehen wir für fle ein. Wir wenden uns gegen die Diktatur, die uns mit Ausnahmebestimmungen belegt. Das einseitig gegen uns als Sportler angewendete Um- zugsverbot, mit dem sogar rein sportliche Veran- staltungen untersagt werden, muß fallen. Auf- Märsche und Kundgebungen der„Deutschen Turnerschaft", bei denen es nicht minder politisch zugeht, werden wohlwollend gestattet„Sport- feste" der nationalsozialistischen SS.- und SA.- Truppen dürfen stattfinden. Ist das demokratisch? Die ärgsten Gegner der Demokratie von rechts und links, Nationalsozialisten und Kommunisten sehen in der Arbeiter-Turn- und Sportbewegung ihren gemeinsamen Feind. Nalionalsozialislen schlagen unsere Genossen nieder, zerstören Heime und Anlagen: die Kommunisten dagegen versuchen ihr Zerstörungswerk von innen unter der lügnerischen Waske ihrer„Einheitsfront". Sie scheuen sich aber auch nicht, in den Parlamenten öffenllich gemeinsam mit den Nazis gegen For- derungen für die Vereine der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege zu stimmen. Immer waren es die Vertreter der Sozial- demokratischen Partei, die allein für die Forderungen der Arbeitersporwereinc standen. Sorgt durch aktive Wahlbeteiligung dafür, daß am K. November diese Partei so gestärkt wird, daß sie noch mehr als bisher zur Stütze des fozioli- ftifchen Arbeitersports werden kann. Für die Demokratie! Für die Freiheil! Für die Sozialdemokratie! Der Bundesvorstand des Arbeiter-Turn- und Sportbundes. E. Gellert. A rheiter-Fußball Nur Schüler« und Jugendspiele Auch für die Fuß-, Handball- und Hockeyspieler besteht selbstverständlich am Sonntag Spielverbot. Der Vormittag ist lediglich für Jugend- und Schülerspiele freigegeben. In der Jugend- klaffe spielen: Alemannia— Lichtenberg, 10 Uhr: Vorwärts-Wedding— Borsigwalde. 10 Uhr; Nor- mannia— Fortuna, 11 Uhr; Nowawes— Minerva, 11 Uhr. Schülerspiele: Rot-Weiß/Minerva gegen Elstal, 10 Uhr; Alemannia 1— Vorwärts- Wedding 1, 9 Uhr: Vorwärts-Wedding 2— Alemannia 2, 9 Uhr; Nowawes— Weißensee, 10 Uhr; Pankow— Vorwärts 31, 10 Uhr; Normannia 1 gegen Fortuna 1, 10 Uhr; Normannia 2 gegen Fortuna 2, 9 Uhr; Mahlsdorf 1— Saxonia 1, 10.30 Uhr; Mahlsdorf 2— Saxonia 2, 9.30 Uhr; Wilmersdorf— Hansa, 10 Uhr. Die Spielplätze hat uns die Kreisfußballeitung nicht angegeben, wir können deshalb zu unserem Bedauern auch nicht mitteilen, wo die Mann- schoften spielen. •Arbeiter-Wasserball Volkssport Weißensee und Freie Schwimmer Charlottenburg II tragen morgen Sonnabend um 21 Uhr im Wellenbad das nächste Serienspiel der .�.-Klasse aus. Weißensees größere Spielerfahrung wird den Ausgang dieses Spiels wesentlich beeinflussen. Schiedsrichter ist der Neuköllner Frohn. Am Sonntag findet wegen der Reichstagswahlen kein Spiel statt. Arbeiker-Hockey. Um den Jnteresflerten Gele- genheit zu geben, auch in Reinickendorf-Ost Hockey spielen zu können, hat die Freie Turnerschast Groß-Berlin dort eine Hockey-Abtellung ge- gründet. Die erste Sitzung findet heute Freitag, 20 Uhr, im Lokal von Kiehne, Residenzstr. 9. statt. Auskunft erteilt: Willy Schierwogen, Reinickendorf-Ost, Viermaldstötter Weg i°>. Das Sechstagerennen Die Liste der Fahrer Der sportliche Leiter des am 9. November im Sportpalast beginnenden 2 8. BerlinerSechs- tagerennens präsentiert nunmehr seine Starterliste, die dreizehn Mannschaften umfaßt. Erfreulicherweise ist man doch noch mit Fvnda- Maidorn einig geworden, während der Franzose Broccardo, den Berliner Radsportfreunden wohl- bekannt, als Ersatz für den durch Sturzoerletzungen außer Gefecht gesetzten Schweizer Richli ver- pflichtet wurde. Die Starterliste Hot folgendes Aussehen: P. van Kempen-Pijnenburg. Broccardo-Guimbretiere, Buschenhagen-Resiger, Bresciani-Bulla, Tietz-Schön, Funda-Maidorn, Kroll-Mieche, Buse-Maczynski, Gebr. Nickel, A. Buysfe-Billiet, Rieger-Ehmer, Siegel-Thierbach, Ahlers-Becker. 7,4 Millionen Die Sporttreibenden in Deutschland Im neuen Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich wird die Statistik der Verbände und Vereine für Leibesübungen und die Zahl ihrer Mitglieder bekanntgegeben. Die Statistik be- ruht auf den Feststellungen der Verein« und ihr« Spitzenverbände— im besonderen des Reichs- ausschusses für Leibesübungen und der Zentral- kommission für Arbeitersport und Körperpflege— nach dem Stande vom Jahresanfang 1932. Eine Zusammenfassung zeigt folgendes Bild: 37 117 Turn-, Spiel- und Sportvereine einschl. Schwimmvereine mit 3 903 143 Mitgliedern; 2032 Wassersportoereine mit 183 375 Mitgliedern: 400 Wintersportvereine mit 130 000 Mitgliedern: 13 800 Radfahr- und Maschinensportvereine mit 737 000 Mitgliedern; 12 831 sonstige Vereine (Schieß-, Reit-, Fahr-, Kegler- und Angleroereine) mit 672 280 Mitgliedern. Die Angaben der Ab- schnitte„Jugend- und Wandervereine" sind in dieser Zusammenstellung unzulänglich. Im Reichs- ausfchuß der Deutschen Jugendverbände sind, wenn man— um die Gefahr der Doppelzählung aus- zuschalten— selbst die stärkste Gruppe„Verbände für Leibesübungen" mit rund 1 600 000 Jugend- lichen abzieht, noch rund 3 000 000 Jugendliche zusammengeschlossen, die in chrer überwiegenden Mehrheit Leibesübungen regelmäßig treiben. Der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen um- faßt 67 900 Vereine mit rund 6,2 Millionen Mit- gliedern, die Zentralkommisfion für Arbeitersport 15000 Vereine mit rund 1,2 Millionen Mit- gliedern. Sportgedanken vor 150 Jahren Sie waren damals so neu wie heute Der Sport gehört zu unserem Leben. Der Gedanke, durch vernünftige sportlich« Betätigung der Gesundheit zu dienen, wird ja gerade von den Arbeitersportlern im Gegensatz zu den auf Rekordleistungen eingeschworenen bürgerlichen Sportvereinen gepflegt. Sport darf niemals Selbstzweck sein. So paßt auch nicht jeder Sport für jeden, und darum sollte auch jede sporllichc Leistung im Zusammenhang mit der jeweiligen, gesundheitlich zulässigen Äistungsfähigkeit des Sponlers betrachtet werden. Diese Gedanken.sind in den letzten Jahren durch verständige Sport- ärzte immer und immer wiederholt worden. Sie muten daher auch völlig modern an. Allein auch hier hat der gute und weise Ben Akiba wieder einmal recht gehabt: Nichts ist so neu. als daß es in irgendeiner Art nicht schon früher einmal da- gewesen oder gedacht worden wäre. Vor mehr als 130 Jahren, gegen Ends des 18. Jahrhunderts, ließ der in Nürnberg lebende Arzt Gottlieb Ackermann in der Martin-Jakob- Bauerschen Buchhandlung ein Werk mit dem langatmigen Titel„lieber die Krankheiten der Gelehrten und die leichteste und sicherste Art, sie abzuhallen und zu heilen" erscheinen. In diesem Werk finden sich folgende ganz modern an- mutende Regeln für die Ausübung des Sportes: „Die erste, vorzügliche und unstreitbar die wichtigste Regel bei dem rechten Gebrauch der Leibesübungen ist diese: Man erwähle solche Uebungen, die dem Körper angemessen sind und treibe keine derselben zu weit. Ein Mensch, der sich bewegen will und von dem Vorteil der Be- wegung fiir seinen Körper überzeugt ist, muß daher"anfangs nie starke Bewegungen unter- nehmen, sondern erst sehen, ob er gelinde Be- wegungen ohne Nachteil ertragen könne. Wenn er alsdann durch diese seinen Körper vorbereitet und zu härteren Arbeiten gestärkt hat, dann kann er nach urÄ nach zu stärkeren Bewegungen über- gehen. Wer auch hier läßt sich das Matz der Bewegungen nicht auf Stunden und Minuten einschränken, sondern die Wirkungen der Be- wegung selbst bleiben die allgemeine Richtschnur, nach welcher die Größe und der zu erwartende Vorteil von der Bewegung abgemessen werden muß. Ein Mensch muß sogleich mit der Be- wegung anstehen(das heißt aufhören. D. Red.), wenn er müde wird und eine Erschöpfung der Lebensgeister verspürt, denn die Bewegung soll keine Ermüdung, sondern«ine Erholung für jeden sein. Also ist bei jedem Körper die Be- wegung auf einen gewissen eigenen Zeitpunkt eingeschränkt, der ohne Nachteil nicht überschritten werden kann. Diesen Zeitpunkt allgemein zu bestimmen, ist unmöglich, weil er mit der ver- schicdenen Beschaffenheit eines jeden Körpers selbst in dem genauesten Verhältnis stehen muß. Die Müdigkeit und unsere Empfindung bestimmen ihn am besten." Diese Regeln sind in der Tat das A und O des ganzen zweckmäßig betriebenen Sportes. Wer Tag um Tag im Büro oder in der Werkstatt tätig ist, kann seinem Körper nicht ungestraft Ueberleistungen abverlangen. Und so liegt das große Verdienst der Arbeitersportbewegung gerade darin, diesen Gedanken, der schon vor anderthalb Jahrhunderten konsequent zu Ende gedacht wurde, zum Segen der werktätigen Bevölkerung verwirklicht zu haben. Dr. Ackermann aber, den wir hier zitieren, hat sich noch ein weiteres Verdienst erworben. Er hat das grundlegende Werk der modernen Gewerbehygiene, das Ramäzzini über die„Krankheiten der Gewerbetreibenden" verfaßte, ins Deutsche übersetzt und sich damit in die erste Reihe derer gestellt, die für eine Besserung der Arbeitsverhältnisse eintraten. Schwerathletik Von Ring und Matte Die bundestreuen Arbeiterathleten hohen trotz der schweren Krisenzeit ihre sportliche Tätigkeit noch erhöhen können; neben den Serien- und Mannschaftskämpsen tragen alle Sparten Freundschaftskämpfe untereinander aus. Die noch offenen Bundesmeisterschaften der Heber und Ringer beanspruchen ebenfalls größtes Interesse. Im Heben hat der langjährige Bundesmeister „Lichtenberg-Friedrichsfelde 04" gegen Augsburg den Titel zu verteidigen; bei den Ringern sind die Gruppenmeister jetzt bei den Zwischenrunden. Auch im Berliner Kreis des Bundes warten die Sportler mit großen Kämpfen auf. Anfang Dezember tritt die Berliner Städtemannschaft im Ringen gegen den Bundesmeister im Ringen in Ludwigshafen an, daneben werden im Kreisgebiet die Serienkämpfe um die Kreismeisterschast durch- geführt. Auch in der Jiu-Jitsu-Sparte geht es voran. Am meisten haben sich aber die Ar- beiterboxer vorgenommen; am 8. N o- vember kämpft in Berlin der mitteldeutsche Meister„Vorwärts"- M a g d e b u r g gegen die Kreismeistervereinigung„Lichtenberger Faust- kämpfer" und am 22. November startet die durch Norddeutschland reisende Mannschaft des Bruderoerbandes Dänemark in Berlin. Auch die A r b e i t e r a r t i st e n sind nicht müßig. Am 2 0. November wird in der Neuen Welt ein großer Artistenwettstrest durchgeführt, zu dem aus dem ganzen Reich ein sehr gutes Meldeergebnis vorliegt._ Seelig— Devos verlegt Durch den Verkehrsstreik mußten die für Donnerstag nach dem Berliner Boxring„Neue Welt" angesetzten internationalen Boxkämpfe mit der Begegnung zwischen Meister Erich Seelig und dem Belgier Rent Devos verlegt werden. Sie finden nunmehr in der gleichen Zusammensetzung am Montag, 7. November, statt.— Der Dortmunder Schwergewichtsboxer Walter N e u s e l, nach seinem Siege gegen Larry Gains stark ge- fragt, wird seinen nächsten Kampf am 24. No- vember in London gegen ben Italiener Rigurello bestreiten. Der nach Frankfurt a. M. für den 26. November geplante Neusel-Kampftag muß unter diesen Umständen ausfallen. Weiter schwe- ben Verhandlungen, Neusel am 9. Dezember im Berliner Sportpalast mit einem guten beut- schen Gegner zusammenzubringen. Schwarzes Brett wir machen nochmals daraus ansmerksam. daß der Arbeiter-Turn- und Sporlbund für den Wahl- sonnlag(6. November) ein generelles Spiel- und Starkverbot für olle Sparten„erlassen hat. ★ Sezirkilartil tmpeUtaj. Alle»� fitf) an aa Beniner Str. 100. Wäh?arbeit. Die Svottler�undertschakt trifft iich' zur Einteilung um W, Uhr im gentr-Im-hll-r-l Pommerening. Freie Suertvereinizung Pankow. Treffnunkt der Sportler »ur Wcchiarbeit am sonntag im Lokal Mithlenea, Mühlen» strahe, am U-Bahnhof. »<" 1 %________________ sammlung heute, Freitag, 20 Uhr, straße 4. Touristenverein„Die Naturfreunde'. Freitag, 4. No» Fußballabte iluna. Bet Dader, fiifft fingen- Photoarbeitagemelnschaft Öden: Frankfurter Faltbootabteilung: Johanniostr. 15.— Südost: Man» teuffelstr. 7.— Charlottenburg: Spreestr. SO.— Treptow Singer-Str. 50, l.— Musikarbeitsgemeinschaft Humboldt» Hain: gugendbeim Graun- Ecke Lortzingstraße.— Montag, 7. November. Malgemeinschaft: Manteuffelstr. 7.— Photo- stammabteilung: Iohannisstr. 15. Skttrockenkurse der«rbeiterspartler. Der nächste Sursu» beginnt 7. November, 20zi Uhr, Charlottenburg, Schul» Taifsrrn.Augusta.Allee 74. Der Kursus im Südosten findet vorläufig noch nicht statt. ASP. Schöneberg-Friedenau 07. Leichtathleten heute, iszi Uhr. RStherstraße, Lauftraining. Turnertechniker IS Uhr Rätherstraße. Montag. 20 Uhr. Belzizer Straße. Training der Handball» und Hockenivteler.(Der Rubens- platz ist Sonntag gesperrt.) »UUtf» Idealer Freitag, den 4. November staatsopsr unter den unden 20 Uhr Eine Nacht In Venedig staatliches schsuspiainaus 20 Uhr Gabriel Schillings Flucht VOLKSBÜHNE Theater am Biilewpiatz D I. Nordes 2044. Zum I. Mal. 8 dir r- aa hlhl V von Marcel Pascnoi » MIT(X» Oeatschv. Bruno Frank Regie Heinz Hilpert Dorsch, Tiedtke, Valetti. Siedel. Verhoeven, Stein, Almab Stettiner Sänger Relchshallen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 rn enniöigten Preisen. meiodfa des giqgKs und das November-Programra 8iihris Garfen* Tom oirKmeyer und sein wiener Ballett 3 Arconas, 2 Holls Hans Kolischnr usw. Flora sasa nauoitan an. Das führende Viarie+ej »"-ehr CÄSIHO- THEATER Lothringer Strahe 17. imuiiiuiliiiiiiiiniiitiiiiiiiiiiimuiiuuiiuuiiiiiiuiiiiiiiiiiuiuiin Sonntags auch nachm. 4 Uhr Die Lieiie blüht in Werder Berliner VoIksstQck in 4 Bildern mit Gesang und Tanz. Für die Leser Gut- senein i—« Personen Parkett 0.50 M. Fauteuil 0.75 M., Sessel 1.25 M.. 4 ühr Täglich ix 9 Uhr | Das sansationeüe Eabimt-Frogruua Abendpreise 1— S Mk. I Reell m. GedocK 1.23 JedM.5orngbenti t 1 H vir: NachlvoreteHanc Deutsches Theater Weidend. 5201. S Uhr Prai Fiiedridi MlWiW Sdugsjiil im H, r. IDciit Regie: MaxReinhardt Thimig. Fehdmer ClauBen. Kayßler. Wegener 8 Uhr Stose Siemd mit Paula Wessely KomSdlenliaus Schllfbagerdanim 25 0 S Weidend.«504—05 Täglich»k Uhr Auslandreise v.(l!stkml(iivD.SIndifiM Felix Bressart Maria Paudler Paul Heidemann Schiller Bismuckstr.(Knie) Steinpl.(CI) 6715 Täglich S'/t Uhr Robert und Bertram Alfred Bnag. Fritz Hindi. Senta Skaelaad Inserieren bringt Erfolg! namon-iwantei zu ganz niedrigen Preisen Ma Banfertl g ii ks sper. für starke Damen Paul LincK. Damen-MlBtei-FaDrUt iL Hdig., Neukölln, Rentcntr. 09 Rose- Theater GroBi frankfurter Straße 137 Iii. Weidsei E 7 3422 8,15 Uhr Der Zigeuner- baron Ba B. Ba Bendows Baute Böhne Kottbosscr StraBe 6 hllder„Elite- Sänger" .BierRönneaFamillon Katlee kocüen' T9I.R4 II Sonnt, nidiin. ZV, Preise von 50 Pf. an Siedlung Britz ig Restaurant und Caf6»Erlen Jtinicke« empfiehlt seine LokolltSten Ausschank bester Kindl-BIere (auch außer aem Hause) gute Speisen und GetiSnka Sonnabend u. Sonntag Unterhaltungs-Musik Über 25 gahre altbewährte» Haue» und Elnreibemlttel bei Tstheuma, gächia». Stopf', fXtrota u. Ertaltnngtsihmerz«» Ermüdung, Strapazen, Sport, Kormelltergeift Amol im allen Apocheken und Drogerte»