Nr. 205. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements= Preis pränum.: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg., Sonntags Nummer mit illustrirter Sonntags- Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mr. pro Quartal. Unter Kreuzband für Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungs- Preislifte für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Parteigenossen! Laut Beschluß des vorjährigen Parteitages findet der diesjährige in Gotha statt. Auf grund der Bestimmungen der§§ 7, 8 und 9 der ParteiDrganisation beruft die Parteileitung hiermit den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 11. Oktober nach Gotha- Siebleben in das Lokal ein. Zu den vier Jahreszeiten" Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Sonntag, den 11. Oktober, abends 7 Uhr, Vorversammlung. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Mandate. Montag, den 12. Oktober und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des geschäftsführenden Ausschusses. Berichterstatter: W. Pfannku ch. 2. Bericht über stattgefundene Kontrolle. Berichterstatter: H. Meister. 3. Berichterstattung über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: M. Schippel. 4. Die Maifeier 1897. Berichterstatter: A. Gerisch. Mittwoch, den 2. September 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: und in die gedruckte Borlage für den Parteitag Aufnahme| steine auf die Zeit von Mitte März bis Mitte November be finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegen zeichnung des Vertrauensmannes, sollen sie zur Veröffentlichung und Berathung gelangen. Die Adresse des Lokalkomitees ift: fchränkt ist, die Erlaubniß gegeben, jugendliche Arbeiter ( anstatt 10 Stunden) und Arbeiterinnen( anstatt 11 Stunden) a wölf Stunden täglich zu beschäftigen, wobei die Gesammtdauer der Beschäftigung 66 Stunden innerhalb einer Woche nicht überschreiten darf.( Der Reichstag hatte im § 139a fogar bis siebzig Stunden wöchentlicher Be fchäftigung gestattet!) Außerdem dürfen die Arbeitsstunden Wilhelm Bod, Gotha, Friemarerstr. 17. auftatt um 51/2 Uhr schon um 42 Uhr morgens beginnen Die Parteigenoffen, die zum Parteitag kommen, werden und können anstatt bis um 81, Uhr abends bis 9 Uhr ersucht, von ihrer Delegation dem geschäftsführenden Ausschuß abends dauern. Dafür sollten die Arbeitgeber in der Arbeits in der die Beitabschnitte in Hamburg und dem Lokalkomitee in Gotha rechtzeitig Mit- stätte eine Tabelle aufhängen, in der der Beschäftigung( Arbeitszeit und und Pausen) einzutragen theilung zu machen, damit dieses in bezug auf Quartier zc. die sind; wenn aber Aenderungen durch Witterungsverhältnisse nothwendigen Vorbereitungen treffen kann. erforderlich werden, kann sie der Arbeitgeber anordnen, ohne vorherige Anzeige an die Orts- Polizeibehörde zu erstatten; er braucht fie nur in der Tabelle zu vermerken. Mandatsformulare, mit deren Versendung Mitte September begonnen wird, sind durch das Bureau des geschäftsführenden Ausschusses, Hamburg- Eimsbüttel, Eichenstr. 4 I, zu beziehen. Die Genossen, welche Anträge einreichen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß etwaige, den Anträgen beigegebene Motive weder im Vorwärts" noch in der dem Parteitag vor zulegenden gedruckten Vorlage Aufnahme finden können. Die Genossen haben das Recht, ihre Anträge auf dem Parteitage entweder persönlich zu vertreten, oder durch befreundete Genossen vertreten zu lassen; außerdem empfiehlt es sich, wichtige Anträge vor dem Zusammentritt des Parteitages in der Parteipreffe zu erörtern. Die Motive aber in die Parteitagsvorlage Diese Verordnung des Bundesraths hat eine Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse zur Folge gehabt, und da laut§ 189a Absatz 5 solche Bundes raths- Verordnungen nur auf eine bestimmte Zeit erlassen werden dürfen und diese Verordnung gegen den bisherigen Schuh jener Biegelei Arbeiter nur bis zum 1. Januar 1898 Giltigteit hat, so erwächst für die Vertreter des Arbeiterschutzes in Presse und Parlament die Aufgabe, mit aller Energie dahin zu wirken, daß diese Bundesraths- Berordnung nicht verlängert wird. Selbstverständlich sind es so wie heit ihre Aufmerksamkeit widmen. Der„ Borwärts" hat wiederftets nur die sozialdemokratischen Zeitungen, die dieser Angelegen. aufholt auf die unhaltbaren Zustände in den Ziegeleien überhaupt und auf die Schädigung hingewiesen, welche die Ziegeleiarbeiter durch diese Bundesraths- Verordnung zu erbulben hatten. Nach bem auch in den Berichten einiger Fabrikinspektoren auf die oft standalösen Bustände hingewiesen worden war, hatte der teichstanzler die Gewerbeaufsichtsbeamten ers fucht, in den Berichten für 1895 ihre Wahrnehmungen mitzutheilen, die sie bei Durchführung der Arbeiterschutz- Be stimmungen in Ziegeleien machten. 5. Berichterstattung vom internationalen Arbeiter und Ge- zunehmen, verbietet sich aus räumlichen Rücksichten und um der werkschaftstongreß in London. Berichterstatter: A. Bebel 6. Das Proportionalwahlrecht. Berichterstatter: Dr. Bütgenau. 7. Die Frauenagitation. Berichterstatterin: Frau Klara Bettin. 8. Drganisation. Berichterstatter: J. Auer. 9. Anträge zum Parteiprogramm und Organisation. 10. Sonstige Anträge. 11. Wahl der Parteileitung. Parteigenossen! Wir fordern Euch nun auf, die erforders lichen Vorbereitungen zu treffen, insbesondere die Wahl der Delegirten und Einreichung der Anträge rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge müssen bis spätestens den 22. September in Sänden des geschäftsführenden Ausschusses, Adresse: W. Pfanntuch, Hamburg Eimsbüttel, Eichenstr. 4, I sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 8 Abfah 2 der Partei Organisation im Vorwärts" veröffentlicht werden 62] " Rienzi. Der letzte der römischen Volkstribunen. Roman von Edward Lytton Bulwer. waren. " Sie brauchen Dich nicht zu necken," fiel die Alte schnell ein," Du bist von edlem Blute und aus alter Familie, obgleich, wie ich Dir oft gesagt habe, ich nicht genau die Namen Deiner Eltern tenne; aber was schnitzelst Du da aus dem zähen Eichenholz?" damit verknüpften unvermeidlichen Wiederholungen willen. Hamburg, den 22. August 1896. Mit fozialdemokratischem Gruß Der geschäftsführende Ausschuß. Die Derringerung des Arbeiter geschehen. Bei den preußischen Berichten ist sehr zu tadeln, daß Schuhes in den Biegeleien. " Dies ist auch mit mehr und minder großer Sachkenntniß verabsäumt wurde, in einer Tabelle die Einzel mittheilungen übersichtlich aufammenzus Als die Arbeiterschutz- Bestimmungen der Reichs- Gewerbe- ftellen, aus denen zu ersehen wäre, wie viel Biegeleien und Ordnung 1890/91 umgestaltet wurden, protestirten unsere wie viel Arbeiter in betracht kommen. Daß eine solche Tabelle Fraktionsmitglieder im Reichstage vergeblich dagegen, daß im nicht vorhanden ist, erschwert außerordentlich den Ueberblick; ihr § 139 a anstatt der von fapitalistischer wie offiziöser Seite als Fehlen erklärt sich wohl aber dadurch, daß ein Gewerbe- Jnspektor so bedeutend" angepriesenen Verbesserung des Arbeiterschutzes( für Elbing) verabsäumte, außer der Zahl der gesammten Zieges eine Verschlechterung desselben vorgenommen wurde, indem der leien auch die der beschäftigten Arbeiter anzugeben, und daß die Bundesrath die bisher nicht vorhandene Erlaubniß erhielt, Beamten für Ostpreußen, Danzig, Elbing, Breslau, Arnsberg, in Biegeleien, deren Betrieb auf bestimmte Jahreszeiten Düsseldorf, Köln nicht angeben, wie viel Arbeiter in den Saison beschränkt ist, eine Verlängerung der für jugendliche siegel eien, die von Mitte März bis Mitte November betriebex der Arbeiter schon im§ 136 alten Gewerbe Ordnung werden, arbeiten. Wir meinen jedoch, daß das Reichsamt des festgesetzten zehn stündigen Arbeitszeit zu gewähren. Von Innern durch eine nach Eintreffen der Einzelberichte an die Be dieser Befugnis machte der Bundesrath 1893 auch amten gesendete Anfrage diese Lücke hätte ausfüllen können, Gebrauch und vom 1. Januar 1894 ab wurde den und es ist sehr zu bedauern, daß dies nicht geschah. Für die jenigen Ziegeleien, in denen das Formen der Ziegel- gesammten Ziegeleien, die der Gewerbe- Aufsicht unterliegen, " Das verhüte der Himmel! Er ist ein Mann, den Emsigkeit sein hölzernes Schwert. Das falte Beneynten Du immer vermeiden mußt, sei es im Guten oder im der Alten, seiner einzig en Erzieherin und Gesellschaft, hatte Bösen. Also der gute Tribun hat sich gegen die Freibeuter seine Neigungen zurückgestoßen, ohne die Heftigkeit seines erklärt?" Temperaments zu mildern, und wenn auch Angelo Villani Gewiß, ganz Rom weiß es." ursprünglich nicht bösartig war, so zeigte er sich doch Ja, für den Augenblick; das wird sich bald ändern." Er ist auch fromm, wie ich gehört habe; und man schon übermüthig und rachsüchtig, von der anderen Seite Deine Eitelkeit, Angelo, macht meinem alten Herzen vielen sagt, daß er Visionen hat und überirdischen Trostes sich jedoch vereinigte er mit einer schnellen Empfänglichkeit für Gram. Ich wollte, Du würdest bescheidener." erfreut," sagte die Alte mit sich selbst sprechend. Darauf freundliche sowohl als für beleidigende Behandlung viele " Bastarde müssen sich selbst ihren Namen gewinnen," wendete sie sich gegen Angelo und fuhr fort:" Du natürliche geistige Anlagen und eine große Gleichgiltigkeit sagte der Knabe tief erröthend." Sie necken mich schon, würdest also gern den Vorschlag seiner Gemahlin an- gegen die Furcht. Mehr im Wohlleben als im Luxus weil ich nicht sagen kann, wer mein Vater und meine Mutter nehmen?" auferzogen und durch seine Beschüzerin, die er nur unter " Ja gewiß, wenn Ihr mich entbehren könntet?" dem Namen Ursula tannte, zu äußerem Anstande an " Kind," erwiderte die Alte feierlich, der Sand meines gehalten, war seine äußere Erscheinung gesittet und einLebens ist fast ausgelaufen, und es ist mein Wunsch, Dich nehmend. Vielleicht war es auch mehr sein Benehmen, als unter Menschen zu bringen, die Dich gut erziehen und Dich seine Gesichtszüge, welche sich mehr durch geistigen Aus vor Ausartung schüßen. Ist dieses geschehen, so kann ich bruck, als durch Schönheit auszeichneten, was die Gemahlin mein Gelübde erfüllen und die übrigen Tage dem Herrn des Tribunen auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Seine widmen. Ich will weiter darüber nachdenken, mein Kind! Erziehung war die eines jungen Mannes, der zum gelehrten Zwar warst Du nicht bestimmt, unter dem Dache eines Stande sich vorbereitet. Er hatte nicht allein Lesen und Plebejers zu wohnen und an fremdem Tische gespeist zu Schreiben gelernt, sondern war auch schon in den Anfangswerden, aber in Rom meine letzte Verwandte, die des gründen des Lateinischen unterrichtet worden. Ihm sagten Butrauens werth war, ist gestorben und stille Recht jedoch diese Studien lange nicht so zu, als die Spiele seiner Ja, Thr lebt auch hier so einsam und abgeschlossen, lichkeit ist immer beffer, als glänzendes Verbrechen. Schulgenoffen, als die Aufzüge oder die Volksunruhen in daß Ihr nichts wißt und hört, sonst würdet Ihr erfahren Dein tecker Sinn beruhigt mich schon. Zurück, mein den Straßen, in die er sich stets gemischt hatte und aus haben, daß selbst der kühnste aller Räuber, Fra Monreale, Rind; ich muß in meine Kammer, um zu wachen und zu denen er sich immer mit großer Gewandtheit sicher und un sich endlich dem Tribunen unterworfen hat und aus seinem beten!" beschädigt zu ziehen wußte. Staftell entflohen ist, wie eine Ratte aus einem einstürzenden Mit diesen Worten gebot die Alte dem Knaben, der Am nächsten Morgen trat Ursula in des jungen Hause." das Gespräch mit ihr fortsehen wollte, Stillschweigen und Wie, wie?" rief die Alte, was sagst Du da? Hat zog sich zurück. dieser Plebejer, den ihr den Tribunen nennt, jenem gefürchteten Krieger so fühn den Handschuh hingeworfen? und hat Monreal das römische Gebiet verlassen?" „ Ein Schwert, um bem Tribunen gegen die Räuber beizustehen." Ach, ich fürchte, daß er, wie alle, die in Italien zur Macht gelangten, mehr wird gezwungen sein, Räuber anzuwerben, als daß er sie vertreiben tönnte." Angelo starrte nach der Thür, welche sie hinter sich zugezogen hatte, und sprach darauf bei sich selbst:" Die Alte spricht immer in Räthseln; ich möchte wissen, ob sie mehr Ja, es ist das Stadtgespräch. Aber Monreal scheint von mir weiß, als sie sagt, oder ob sie irgend verwandt für Euch eben so ein Popanz zu sein, wie für alle alte mit mir ist. Ich hoffe es nicht, denn ich liebe sie nicht Frauen in Rom. Hat er Euch je etwas zu Leide gethan?" sehr. Ich wünsche, sie brächte mich in Dienste bei der Ge" Ja!" rief die Alte mit so wildem Ton, daß selbst mahlin des Tribunen, und dann wollen wir sehen, welcher ber tecke Ruabe erschrat. von den Knaben den Angelo Villani noch einen Bastard Darauf bearbeitete der Knabe wieder mit verdoppelter " Dann wünschte ich, daß ich ihn finden könnte," sagte nennen wird!" er, indem er sein hölzernes Schwert schwang. Angelo Kammer. Biehe heute Morgen Dein blaues Wamms wieder an," sagte sie," Du mußt Dich heute heraus. puzen, denn ich will mit Dir in den Balast gehen." Was, heute?" rief der Knabe freudig, indem er aufsprang. Also soll ich wirklich in das Gefolge der Ge mahlin des großen Tribunen treten? " Ja, und die alte Frau verlassen, damit sie einsam sterben tann. Deine Freude steht Dir gut an, aber Unbankbarkeit liegt in Deinem Blute. Unbankbarkeit! D, sie hat mein Herz schon zu Asche verbrannt! Und die Deinige, Knabe, findet teine Nahrung mehr in dem verfallenden Staube." ( Fortfegung folgt.) haben wir ui>Z nus den Emzelberichtcn eine Znsammenstellung gemacht und die Zahl der von Elbing nicht angegebenen Arbeiter nach dem Durchschnitt hinzugerechnet; es ergiebl sich dann, daß 7Sö6 Ziegeleien im Betriebe waren; dieselben heichäftigten 106 488 männliche erwachsene Arbeiter, 11 6(38 A r- b e i t e r inn e n und 6400 jugendliche Arbeiter. Die Zahl der S a i s o n z i e g e l e i e n beträgt in einigen Bezirken 100 pCt. der gesammten Ziegeleien, in einigen S3, 95, 88 und 80 pCl. Bon der Vergünstigung, ivelche die Bnndesraths-Ber- ordnung den Unternehmern gewährt, machten nickt viel Ziegeleien Gebrauch; in manchen Bezirken nur 6—10 pCt, in andere» 15 und 20 pCt., in W e st p r e u ß e n kaum die Hälfte und zwar meistens in größere Ziegeleien, seltener in den kleineren, und in O st p r e u ß e n an drei Viertel. Daraus aber den Schluß zu ziehen, daß nur bei wenigen jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen der Arbeitstag länger als 10 resp. II Stunden gedauert hätte, wäre grundsalsck. Wenn, wie es der Fall ist, nur verhältnißmäßig wenig Unter- n e h m e r d a b e i e r w i s ch t wurden, wie sie die Arbeitszeit der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen ebenso lang danern ließen wie die der erwachsenen männlichen Arbeiter, so liegt dies daran, daß die Beaufsichtigung der Ziegeleien, wie die Berichte der preußischen Beamten wiederholt zugestehen, eine durchaus ungenügende ist. Und wenn so wenig Ziegeleien von der Vergünstigung, die Arbeitskraft noch länger ans- zubeuten. Gebrauch machten, so liegtdics, wie viele Beamte richtig er- klären, daran, daß die Ziegelmeister, fast durchweg Lente von niedrigster Bildungsstufe, von dem Erlaß der Verordnung zum Glück für die Arbeiter gar keine Ahnung haben, oder, da ihnen das Schreiben zu langweilig ist, sich mit dem Aufzeichnen auf die vorgeschriebenen Tabellen gar nicht erst befassen wollen. Sie haben das auch nicht nöthig, denn bei der durchaus ungenügenden Aufsicht können ste ja doch thun, was sie wollen. Der Beamte für Arnsberg schreibt: .Die Z i e g e l m e i st e r, die meistens den Betrieb selb- ständig leiten, haben selten eine genaue Kenntniß der bundesräthlichen Bestimmungen. Das einzige, was ihnen meistens bekannt ist, ist die Bestimmung, daß die jungen Leute unter gewissen Voraussetzungen 12 Stunden täglich beschäftigt werden dürfen. Hiervon haben ste dann auch recht hänsig Gebrauch gemacht, sich aber um die übrigen B e st i m m u n g e n weiter nicht gekümmert. In mehreren Ziegeleien war sogar auf den nach§ 138 Absatz 2 vorgeschriebenen Aushängen als Dauer der Beschäftigung 12 Stunden angegeben. Auf diese Weise hat die B u n d e s r a t h s- B e st i m m u n g eher eine Verschlechterung des früheren Zu st an des bezüglich der Beschäftigung der jungen Leute mit sich gebracht." Dieses Urlheil wird noch von anderen Beamten bestätigt; ebenso decken sich deren Anschauungen mit denen des Arnsberger Beamten hinsichtlich der Aufsicht. Er schreibt: „Die Orts-Polizeibehörden haben in vielen Fällen erst durch die eingehenden Revisionen der Gewerbe- Inspektoren von dem Vorhandensein besonderer Bundesraths- Vorschriften Kenntniß erhalten. Auf allen Ziegeleien, welche neben erwachsenen auch jugendliche Arbeiter beschäftigen, liegt der Verdacht nahe, daß eine unzulässig lange Arbeitsdauer der jngend- lichen Arbeiter vorkommt. Die letzteren müssen Hand in Hand mit den Erwachsenen arbeiten. Tie Er- wachsenen dehnen aber im Hochsommer ihre Arbeitszeit regel- mäßig auf 14 bis 15 Stunden täglich aus. An eine Schonung der jugendlichen Arbeiter wird von ihnen um so weniger gedacht, als der Verdienst nach der Anzahl der gemeinsam gefertigten Ziegel berechnet wird. Dem Ziegelmeister fehlt in der Regel jedes Verständniß für ein Rücksichtnehmen auf die jungen Leute." Der Beamte für Arnsberg hält es für nothweudig, daß die Vergünstigung, welche die Vundesraths-Verordnung bezüglich der Beschäftigung junger Leute gewährt, auf- ?i e h o b e n wird! Der Beamte für D ü s s e I d o r f, der reich- iche Erfahrungen sammeln konnte, ist der Ansicht. daß alle Arbeiten, die während der Arbeitszeit der erwachsenen männ- lichen Personen nicht unterbrochen werden können, überhaupt für die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen verboten werden müßten— während die Bundesraths-Vcrordnung die Arbeitszeit auf 12 Stunden verlängerte! Dabei werden die jugendlichen Arbeiter zu sehr schweren, anstrengenden Arbeiten benutzt, denen ein solch jugendlicher Körper nicht gewachsen sein kann, was auch viele Berichte ausdrücklich aussprechen. Verschiedene Be- amte haben die Sl r b e i t s l e i st u n g berechnet, die einem jugend- lichen Arbeiter beim Abtragen der nassen Steine, wozu er fast ausschließlich verwendet wird, zugemuthet ist. Der Beamte für Pommern schreibt: „Ein frisch gestrichener Ziegelstein wiegt etwa 3 Pfund. Ein geschickter Streicher fertigt am Tage 4000 Steine und darüber. Da der Abträger stets zwei Steine trägt und damit 15 Schritt beladen und 15 Schritt leer zurücklegt, so giebt dies am Tage 2000 x 80 Schritt 60 000 Schritt oder die Meile zu 24 000 Fuß und den Schritt zu 2 Fuß gerechnet, 5 deutsche Meilen, davon 21/» Meilen belastet Die Mkopiet von Th. Mloeus. Wenn man die Klage liest, die Kautsky in seinem „Morus und seine Utopie" äußert, als er aus die deutschen Uebersetzungen der Utopia zu sprechen kommt, da muß man sich eigentlich wundern, daß fast 8 Jahre vorübergingen, bis auf dem Büchermarkt eine neue Ucbersetzung der Schrift erschien. Man bedenke außerdem, daß die Staatsromane inzwischen sehr in Mode waren, so daß dem ersten sozialistischen entschieden überall das lebhafteste Interesse entgegengebracht worden wäre. Die„Utopia" ist der erste Staalsroman, der dem sozialisti- scheu Gedanke» Aeußerung verlieh. Bei ihrem Erscheinen er- regte sie solches Aufsehen, daß sich in kurzer Zeit mehrere Auflagen als nöthig erwiesen. Die ganze damalige gebildete Welt nahm an dem Werke, das sich zum ersten Male für den Kommunismus aussprach, den regsten Antheil. Leider wurde dies gerade zum Verderben des Verfassers. Auch König Hein- rich VIII. von England wurde auf Morus ausnierksam und ruhte nicht eher, bis Morus in seine Dienste ging. In kurzer Zeit, neun Jahren, brachte es Morus bis zum Kanzler des englischen Reiches; aber nur drei Jahre hatte er das Amt inne, das ihm den Tod bringen sollte. Thomas Morus wurde in London am 7. Februar 1478 als der Sohn eines Richters am Obergericht geboren. Mit 18 Jahren kam er zu Sir John Morton, dem Kanzler Heinrich VII., dem er bald durch seine ungewöhnliche Begabung ausfiel. Morus hat ihm in der Utopia ein schönes Denkmal gesetzt. Im Hause dieses bedeutenden Staatsmannes lernte Morus frühzeitig Menschen und Dinge kennen. 1492 ungefähr bezog er auf Veranlassung des Kardinals die Hockschule zu Oxford, um sich dem Studium der Klassiker deS Alterthums zu widmen. Aber sein Vater war wohl damit nicht einverstanden und nahm ihn daher plötzlich von dort weg. um ihn in einer RechtSschule unterzubringen. 1501 ließ sich MoruS als Advokat in London nieder. 1498 kam der berühmte niederländische Humanist Erasmus von Rotterdam nach England. Morus wurde mit ihm bekannt, und von da ab verband die beiden Männer eine unzertrennliche Freundschaft. Einem Briefe des Erasmus an Ulrich von Hutten au» dem Jahre 1519 ver> danken wir eine vortreffliche und ausführliche Charakteristik Morus und seiner Angehörigen(der Brief ist vollständig bei KautSkp. Seite IIS ff., wiedergegeben). 1505 vermählt» sich und 2'/- Meilen leer. Er befördertdabeiins- g e f a m in t eine L a st v o n 3 2 0 Z e n t n e r n." Daß solche Arbeit zu Plattfußbildungen Anlaß giebt, wie der Bericht für Pommern hervorhebt, und auch sonst den jugend- lichen Körper schädigt, ist ganz klar. Es ist daher unbedingt zu verlangen, daß die Bundesraths-Verord- nung, soweit sie die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen den Ziegeleibesihern zu noch größerer Ausbeutung überliefert, wie sie sonst durch die Gewerbc-Ordnung gestattet ist, aufgehoben wird. Roch besser wäre ein g ä n z l i ch e s V e r b o t solcher Arbeiten für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen, denn, wie gesagt, mit und ohne Erlaubniß durch eine Buudesraths- Verordnung werden die jugendlichen Arbeiter wieZ die Arbeiterinnen so lange beschäftigt als die erwachsenen männlichen Arbeiter, und zwar deshalb, weil eine genügende Kontrolle der Ziegeleien nicht besteht und zum theil auch kaum durchgeführt werden konnte, wie der Beamte für H ildesheim richtig schildert: „Die Annäherung des unifonnirten Gendarmen bleibt selten unbemerkt, eine Ueberraschnng während der Pausen wird ihm schwer gelingen und häufig sind die jungen Lente so gedrillt, daß ihre Aus- sagen wenig Werth haben." Das heißt: sie sind zn Lügen gedrillt! Ja, die Moral geht beim Kampf um den Profit dem Kapitalisnius im großen wie kleinen flöten! Und wenn, schreibt der Hildesheimer Beamte, die Ge- werbe- Anfsichtsbeamten mit Strenge vorgehen,„fo kann mit Sicherheil darauf gerechnet werden, daß die Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern in Ziegeleien beträchtlich abnehmen wird"; im Bezirk Breslau hat sie, wie der dortige Beamte schreibt, ans diesem Grunde schon abgenommen. So schwer das einzelne Arbeiterfamilien treffen wird, bis sie ander- weitige Beschäftigung fanden, so nothivendig ist das im Interesse der Arbeiter selbst. Eine körperlich und geistig verkrüppelte Generation wächst heran, wenn Frauen und jugendliche Arbeiter in den Ziegeleien so ausgebeutet werden können. Die Arbeiter- klaffe muß fordern, daß solche Buudesraths- Verordnungen be- seitigt werden. „Zum Schutz gegen die Schlange ihrer Qualen müssen die Arbeiter ihre Köpfe zusammenrotten und als 51 l a s s e ein g Staatsgesetz erzwingen, ein übermächtiges, gesellschaftliches Hinderniß, das sie s e l b st verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen."(Marx, Kapital. Bd. I.) Politische Aebevlrchk. 'Berlin, 1. September. Bronsart v. Schcllendorff soll doch noch Revanche für seinen Rücktritt erhalten. Auch sein Hauptgegner, der Chef des kaiserlichen Militärkabinets, General v. Hahnke, soll nach der„Tägl. Rundschau" ans seinem Amte scheiden. Aber während Bronsart v. Schellendorff sich mit der rein dekorativen Stellung eines General- Adjutanten begnügen muß, fällt General v. Hahnke die Treppen hinauf, er soll an stelle des General- Obersten v. Los Gouverneur von Berlin und Höchstkommandirender in den Marken werden. Zu de» zahlreichen Schwierigkeiten, die auf die türkischen Staatsmänner von allen Seiten anstürmen, kommt noch ein Konflikt mit Bulgarien, der, durch eine Ueberschreitung türkischer Truppen über die bulgarische Grenze verursacht, zu einem blutigen Zusammenstoß und einem Rundschreiben an die Großniächte geführt hat. Für den Augenblick scheint in Konstantinopel die Ruhe hergestellt zu sein, in Kreta, Makedonien und Armenien gährt es weiter. Man muß auf alle Eventualitäten bei der gegenwärtigen Situation im Orient gefaßt sein, wenn auch wohl konstatirt werden darf, daß von den Groß- mächten keine kriegerische Absichten im Schilde zu führen scheint.— Chronik der MajestätsbeleidigungS- Prozeffe. An? Breslau wird gemeldet: Der Arbeiter Heinrick Uhr hatte bei Gelegenheit des Osfizierfestschießens über die Erb- pri n zessin von Sachse n-Mei ningen gröbliche Redens- arten geführt. Er wurde verhaftet und auf grund des Z 97 des Reichs-Strafgesetzbuchs wurde Anklage erhoben.§ 97 lautet: Wer ein Mitglied des landesherrlichen Hauses seines Staates:c. beleidigt, wird mit Gefängniß von 1 Monat bis 3 Jahren b-e- straft. Der Staatsanwalt nahm an. daß die Erbprinzessin als Schwester des Kaisers noch als Mitglied des landesherrlichen Hauses zu betrachten sei. Vor etwa 14 Tagen stand bereits Termin gegen Uhr an, doch mußte die Verhandlung ver- tagt werden. da Streitigkeiten herrschten, ob die Erb- prinzessiii noch als Mitglied des landesherrlichen Hauses seit ihrer Vermählung mit dem Erbprinzen zu betrackten sei oder nicht. Heute fällte die hiesige Ferienstrafkammer die Entscheidung; Uhr wurde freigesprochen. Auf grund des Hansgesetzes, der Reichsgerichts-Entscheidungen und eingeholten Entscheidungen von berühmten Rechtsgelehrten stehe es fest, daß die Erbprinzessin, da sie eine standesgemäße Ehe eingegangen sei, nicht als Mit- ■ i Morus zum ersten Male, 1511 zum zweiten Male nach dem Tode seiner ersten Gattin, die ihm 3 Töchter und 1 Sohn hinter- lassen hatte. Als Advokat hatte Morus viel Zuspruch, ohne daß er dabei seine klassischen Studien vernachlässigt hätte. In welchem Ansehen er stand, erhellt daraus, daß er 1504 ins Parlament gewählt wurde. Er lud dort bald den Haß Heinrichs VII. aus sich, als er es durch seine Opposition durchsetzte, daß«ine vom Könige zur Ausstattung seiner Tochter geforderte Summe erheblich gekürzt wurde. 1510 wurde Morus Zivilrichter, 1515 Vertreter der Londoner Kansmannschast bei einer Gesandtschaft zur Abschließung eines Handelsvertrages mit den flandrischen Kauf- leuten. Bald nach der Rückkehr von dieser Gesandtschaft be- gann er die Utopia, die ein Jahr darauf(1516) in Löwen erschien. 1517 war Morus ein zweites Mal Mitglied einer Gesandtschaft nach Calais. 1518 ging er an Heinrich's VIII. Hof. Er wurde kurz nacheinander 1518 Referent über einlaufende Gesuche(Mastsr ok Requesto), Ritter(Knight), Gebeimrath (Privy Couneillor), 1621 Verwalter der Schatzkammer(Treasurer of tho Exchequer), 1523 Sprecher des Unterhauses, 1527 be- gleitete er Wolfen nach Amiens, 1528 Tunstall nach Cambray zum Abschluß eines Bündnisses mit Frankreich, 1529 wurde er schließlich Kanzler von England. Auf diesen Posten gehörte aber ein anderer Charakter, als es der gewissenhafte Morus war. Schon am 16. Mai 1532 legte er fein Amt nieder, nachdem er sich drei Tage zuvor im geheimen Rath gegen ein Gesetz erklärt hatte, durch das Heinrich die Einkünfte, die der Papst aus England bezog, aufheben wollte. Diesen Widerspruch konnte ihm der König nicht vergessen. Er suchte ihn aus jede Weise zu ver- Nichten. Er ging selbst so weit, ihn der engeren Verbindung mit einer betrügerischen politischen Wahrsagerin, dem heiligen Mädchen von Kent, zu beschuldigen. Wem fällt da nicht da? Ende Robespierre's ein, dem ähnliches(Einverständniß mit der „Mutter Gottes", Katharina Theot) vorgeworfen wurde, als es galt, ihn zu stürzen? Ende 1538 war im Parlament die Suprematsakte durch- gegangen, die Heinrich VIII. zum Oberhaupt der englischen Kirche machte, seine erste Ehe für ungiltig erklärte und die Tochter Elisabeth auS seiner zweiten Ehe mit Anna Boleyn zu seiner Nachfolgerin einsetzte. MoruS sollte dieses Gesetz durch einen Eid anerkennen. Er wollte nur den letzten Theil beschwören und wurde daher 1584 in den Tower geworfen. Räch glied des landesherrlichen Hauses Preußen zu betrachten sei. Man habe nun dem Erbprinzen an heim gestellt, Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung zu stellen, was derselbe aber ablehnte. Es mußte also Uhr straffrei ausgehen. Für die er- littene Untersuchungshaft entschädigt natürlich niemand den Arbeiter. Das gegen den Redalteur der„Märkischen Volksstimme", Genossen Schöpflin, eingeleitete Versahren wegen Majestäts- beleidigung ist eingestellt worden.— «» Tcntsches Reich. — Zu den Aufgaben der nächsten Reichstags- sessi on. Die Nachricht, daß den Bundesrath bei seinem Ende dieses Monats erfolgenden Wiederzusainmentritt außer dem Gesetz- entwnrf, betreffend die Olganisation des Handwerks, ein Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Arbeiter- Versicherungsgesetze, beschäftigen werde, und daß dieser Gesetzentwurf nebst umfangreicher Begründung dem Bundes- rath bereits zugegangen sei, wird der„Nordd. Allg. Ztg." als unrichtig bezeichnet. Wenn weiter die Abänderung der See- mannsordnung vom 27. Dezember 1872 als zu den nächsten Berathungsgegenftänden des Bundesraths gehörend genannt wird, so ist dazu zu bemerken, daß es noch dahin steht, wann eine be- zügliche Vorlage an den Bundesrath gelangen wird.— — Mit der Um wandet u n g der4prozentigen Reichs- und Staatsanleihen soll nun wirklich Ernst gemacht werden. Der bayerische Finanzminister, der die Er- mächtignng des bayerischen Landtages zur Konvertirung der An- leihen schon besitzt, hat mit dem Reichsschatzsekretär und dein preußischen Finanzminister über ein gleichartiges Vorgehen ver- handelt. Entsprecheiide Vorlagen sind, wie der„Rheinisch-West- fälischen Zeitung" aus Berlin geschrieben wird, für den Sieichstag, für den preußischen Landtag und andere Eiiizellandtage demnächst mit Bestimmtheit zu erwarten. Wie große Interessen bei dieser Umwandlung auf dem Spiele stehen, beweist die Thatsache, daß Preußen allein noch über 4 Milliarden, Bayern reichlich 1 Milliarde und das Reich 450 Millionen 4prozentige Staats- papiere besitzen, während die 3prozentigeii Anleihen der deutschen Staaten seil Jahr und Tag den Pari-Cours erreicht haben. Mit der Umwandlung der hochprozentigen in niedriger zu verzinsende Staatspapiere sind wir einverstanden; wir wollen nur wünschen, daß die erhebliche Zinsenersparniß nicht in Kriegsschiffen und ähnlichem angelegt werde.— — Zur Reform der Arbeiter-Bersicherungs. gesetzgebung wird dem„Reichsboten" anscheinend von einem parlamentarischen Berichterstatter geschrieben:„Die Regierungs- kreise scheinen sich endlich dahin schlüssig gemacht zu haben, dem Bundesrath und dem Reichstage eine Vorlage behufs Revision der Gesetzentwürfe betreffend die Unfall- Versicherung, Krankenversicherung, Alters- und Jnvali« ditäts- Versicherung zugehen zu lassen. Eine offiziöse Notiz deutet an. daß der Bundesrath möglicherweise schon im Besitze eines solchen Entwurfs(? Red. des„Vorm.") sei. Die öffentliche Meinung wird auch in diesem Falle mit recht daraus Anspruch erheben können, über die Grundzüge der beabsichtigen Reform baldigst auf authentischem Wege in Kenntniß gesetzt und namentlich in den Fachkreisen ge- hört zu werden, che die Vorlage an den Reichstag gelangt sein wird. Man wird sich erinnern, daß im vorigen Jahre vom Reichsgmt des Innern die Initiative ergriffen worden ist, die Gutachten der belheiligten Faktoren einzuholen. Eine Konferenz hat hierauf vom 4. bis 9. November im Reichs- amt des Innern getagt. Den Berathungen war ein vom Präsi- deuten des Reicks-Versicherungsamts Dr. Bödiier ausgearbeiteter Sievisioiisentwurf zu gründe gelegt worden, der von der Idee, die ganze Versicheruiigsgesctzgebuiig zu verschmelzen, getragen war. Die Unvollkommenheil der Gesetzgebung wurde selbst vom Regierungs- tische zugegeben, namentlich Präsident Dr. Bödiker und Handels« minister Frhr. v. Berlepsch wendeten eine scharfe Kritik an. Ersterer hob hervor, daß die Berufsgenoflenschaften und das Selbstverwaltungsprinzip die Probe gut bestanden hätten. An der Krankenverstcherung sei nicht viel auszusetzen. Schlimmer stehe es mit dem Alters- und Jnvaliditätsaesetz. Das Marken- kleben sei unhaltbar. Beim Markenkleben bestehe die Gefahr, daß bewußt oder unbewußt das Gesetz übertreten werde. Es werde auf dies- Weise Jmmoralität hervorgerufen. Die Berussgenossen« schaften könnten nach seiner Ansicht den größten Theil des Allers- und Jnvaliditätsgesetzes dahin übernehmen, daß ein bestimmter Prozentsatz(etwa 1 pCt.) am Schlüsse des Jahres eingelegt und von den Berufsgenossenschaften eingezogen werde.— Freiherr von Berlepsch gestand ebenfalls zu. daß über das„Klebe- gesetz" eine allgemeine Unzufriedenheit herrsche. Die Berufsgenossenschaften thäten ihre Schuldigkeit, dagegen mehrten sich bei den Orts- Krankenkassen trotz erheblicher Bei- träge die Fälle der Jusiisfizienz. Gegenüber diesem kritischen Verhalten von Regiernngsmitgliedeni hatten die anderen Mitglieder der Konferenz leichtes Spiel. In der Ver« nrtheilung des KlebesystemS beim Alters- und Invalidität»- gesetz war man einmüthig, konnte aber nicht zu einem greisbaren Vorschlage gelangen, besseres an die Stelle zu setzen. Die Hauptidee, die ganze Versicherungsgesetzgebung zu ver- langer qualvoller Haft begann endlich im Juli 1535 der Prozeß gegen ihn. Gedungene Zeugen besorgten das Nöthige. Morus wurde, des Hochverraths für schuldig befunden, zum Tode verurtheilt und am 6. Juli in Tower hingerichtet. Nach dem oben erwähnten Briefe des Erasmus war Morus von mittlerer Mannesgröße, Heller rosiger Gesichtsfarbe, hatte dunkelbraunes Haar und blaugraue Augen. DaS Hervorstechendste an seinem Charakter war seine durch nichts zu trübende Heiterkeit und seine Sucht zu scherzen, von der man in der Utopia manche hübsche Probe lesen kann. Von den viele» Schriften, die Morus verfaßt hat, ist die bekannteste und bedeutendste„Die Utopia" oder, wie der eigent- liche Titel lautet:„Ein wahrhaft goldenes Büchlein vom besten Stande des Gemeinwesens und von der neuen Insel Utopia. ebenso nützlich wie ergötzlich, versaßt vom vortrefflichen und hochberedten Thomas Morus. Bürger und Unterfheriff der be- rühmten Stadt London." Sie besteht, wie schon der Titel andeutet. aus zwei Büchern. Das erste, da? nach dem zweiten ver- faßt worden ist, giebt ein Gespräch wieder zwischen Morus. Hythlodäus, einem Reisenden, dem Morus den Bericht über die Utopia in den Mund legt, und Peter Giles, einem Freunde Morus aus Antwerpen. Diese Unterhaltung ist«ine strenge Kritik der zur Zeit des MoruS bestehenden Zustände, denen vann im zweiten Buche die Einrichtungen der Insel Utopia gegenüber- gestellt werden: beides meisterhaft in Darstellung und An- ordnung. Die Auffassung, die man über die Utopia hat, ist die ver» schiedenartigste. Bald stellte man sie als eins der bedeutendsten Werke des Humanismus hin, bald hielt mau sie nur für einen wohlgelungenen Ausbau des Platonischen Staates, bald sogar für nichts als den Ausfluß eines geistreichen, witzigen Kopfes, für eine Spielerei. Für uns hat die Utopia die Bedeutung, daß in ihr zum ersten Atale der Versuch gemacht wird, die Ausführung des kommunistischen Gedanken»»u zeigen, oder wie sich Ziegler treffend ausdrückt:„In der Utopia hat Morus ein Programm aufgestellt, das erst heute in allen wesentlichen Zügen das Pro- gramm einer großen und mächtigen Partei geworden ist und zur Stunde uns alle, Feind und Freund, beschäftigt und zur Ent- scheidung ruft." Der Urtext der Utopia ist lateinisch und zwar, wie sich da? bei dem mit klassischer Bildung vollgesogenen Humanisten Morus von selbst versteht,»in gute» Latein, da» grade au» diesem Grund» Schmelzen, fand dagegen nur wenige Anhänger. Auf alle Fälle hatte eigenmündig zu Gewaltthätigteiten gegen die die Befreiung der Arbeiter durch persönlichen Ehrgeiz geschädigt. die Konferenz fruchtbare Anregungen gegeben und das Reichsamt Sozialisten auf! In einer Unterredung mit einem Mit- Nun, diesmal werden die persönlichen Zwistigkeiten keinen des Innern, sowie das Reichs- Versicherungsamt veranlaßt, eine ernste arbeiter des monarchistischen„ Gaulois" äußerte er seine Freude dauernden Schaden anrichten, weil der Sozialismus durchgreifende Reform ins Auge zu fassen. Mag auch im Reichs über die neulichen Knüttelthaten in Nordfrankreich. Er nennt zu einer großen, amt des Innern selbst in einigen maßgebenden Kreisen noch das„ harte Schlappen, die der Sozialismus erlitten hat". Die bewegung sich ausgewachsen das ganze Land umfassenden Volksa hat. Der von den Alle Neigung bestehen, gewisse allgemein verurtheilte Einrichtungen, feigen Ueberfälle der von Unternehmer- Agenten aufgeftachelten manisten geschürte Kratehl hat blog Iotale Bedeutung. wie das Klebesystem, aufrecht zu erhalten, so hat man sich doch Banden sind ihm Akte der Eigenwehr des Voltes, das gegen Und auch in Paris geht es mit ihrem Einfluß bergab. Das nicht gegen die Erkenntniß verschließen fönnen, daß die die kollektivistischen Umtriebe die starken patriotischen Ueber- haben die letzten Gemeinderaths- Wahlen gezeigt. Komplizirtheit der Versicherungsgesetzgebung die Durchführung lieferungen fräftig hochhält. Mit unfreiwilligem Humor Die Art und Weise, wie die Allemanisten die Vorgänge auf und das Verständniß stark beeinträchtigt und ihre Popularität deutet er ferner die blutigen Vorgänge als ein günstiges dem Londoner Kongreß im Interesse der eigenen Richtung ausvermindert hat." Zeichen für die Fortdauer seines Ministeriums, welches zubeuten suchen, dürfte zum Ergebniß haben, die Grenzlinie öffentlichte eine er Schrift über mindert worden. Als Adlatus Der H " " " Frankreich. Türkei. Dr. Gustav Königs, Geheimer Ober- Regierungsrath darauf hinarbeite, dem Lande„ Ordnung und Frieden" zu zwischen ihnen und den Anarchisten vollends zu verwischen und im Handelsministerium, ist heute nach langem Leiden gestorben. sichern.- So allbekannt Meline's Beschränktheit ist, derartige damit ihren Einfluß auf die klassenbewußte Arbeiterschaft zu verEr war einer der verdientesten Beamten im preußischen Aeußerungen hätte ihm doch niemand zugetraut. So spricht kein nichten. Handelsministerium, einer der wenigen, dem es mit einer ent- Regierungshaupt eines zivilisirten Staates, sondern höchstens ein Spanien. schiedenen Sozialpolitik wirklich ernst war. strupelloser Bandenführer der südamerikanischen Putsch- Madrid, 1. September. Die tarlistischen Deputirten Berlepsch's tam er mit diesem aus der Rheinproving ins Republiken. Unser Liller Parteiblatt" Réveil du Nord" be haben die Absicht, dem Gesetzentwurf betr. die Subvention der preußische Handelsministerium. In seiner neuen Stellung verrichtet, die Knüttelhelden von Wahagnies hätten sich mit der Gisenbahnen Obstruktion zu machen. sehr freimüthige und und Lesenswerthe ihnen zugesagten Straflosigkeit gebrüstet. Nun haben sie mehr Einem Telegramm aus Manila zufolge griffen die Aufdie schweizerische Fabrikgesetzgebung. als das: die Verherrlichung ihrer Thaten durch den Minister ständischen die Linie der Stadtbefestigungen an, wurden. unüberwindliche Widerstand gegen alle seine Bestrebungen präsidenten und die Ausmunterung zur weiteren" Ronsolidirung“ jedoch zurückgeschlagen. im Intereffe der Arbeiterklasse hat seine Anlage des Ministeriums vermittelst des Knüttels. zu einem Nervenleiden ungünstig beeinflußt. So starb er viel zu der Meline'schen Verherrlichung von Kriminalthaten das Der tückische Zufall fügt es, daß gleichzeitig mit Rußland. früh und schied unbefriedigt aus seinem Wirkungsfreise, ins Petersburg, 1. September. Vom 13. d. M. ab( 1. Sepe dem er seine Ideale nicht verwirklichen konnte. Dekonomisch un- Bariser Zuchtpolizeigericht den Berantwortlichen des tember a. St.) wird der direkte Verkehr zwischen der wefisibiriabhängig gestellt, hat er seit dem ersten Auftreten seiner Krant: Gefängniß nebst 500 Franks Buße verurtheilte, und das Tfcheliabinst, und der Ural- Eisenbahn mit allen Eisenbahnen Anarchistenblattes Libertaire" zu 1 Jahr schen Eisenbahn mit der Zweiglinie Ratharinenburgheit auf sein Gehalt vollkommen verzichtet, was ihn nicht hinderte, stets in eifrigfter Weise thätig zu sein. gerade wegen Verherrlichung von Verbrechen". Es ist die des russischen Reiches für Reisende und Waarentransport ererste Anwendung der Dupuy'schen Anarchistengefeße, die um öffnet.Preußischer Kulturfortschritt. In den Präpa so unverständlicher ist, als die inkriminirten Artikel nach dem randen- Anstalten sollen, nach einer Mittheilung der„ Vossischen Geständniß des Staatsanwalts blos eine indirekte" VerZeitung", die Lektüre der Klassiker und der fremdsprach- herrlichung von Caferio's Attentat enthalten. Das Anarchisten Besagung des britischen Wachtschiffes nach der Botschaft marKonstantinopel, 30. Auguft.( Central News.) Ats die liche Unterricht beseitigt und der Zeichenunterricht be- blatt hatte sich nämlich darauf beschränkt, Caserio's Biographie Besagung des britischen Wachtschiffes nach der Botschaft marschränkt werden. Aus vielen Aus vielen Lehrerseminaren ist der zu entwerfen und die Motive des Attentats zu beleuchten. fchirte, um einer Requisition des englischen Geschäftsträgers zu Unterricht im Französischen thatsächlich bereits ver- Bei einigem guten oder vielmehr bösen Willen könnten die Polizei- entsprechen, wurde sie auf dem Wege dahin von einigen schwunden. Die Oppelner Regierung ordnete fürzlich, jedenfalls richter auch in nicht- anarchistischen Zeitungen indirekte" Ver- Armeniern um Schuß angefleht, welche von Türken hart beim Einverständniß mit dem Minister, die Vermehrung der brechen massenweise entdecken. drängt wurden. Die Blaujacken nahmen die Armenier Religionsstunden unter Einschränkung des naturwissenschaftlichen in ihre Mitte und schützten fie, Kolbenhiebe ausUnterrichts an. In den Mittelschulen ist ob allgemein oder theilend, vor dem blutdürftigen Mob. Als die That in nur in einzelnen Fällen, entzieht sich der Kenntniß der Weise übertreibt die fapitalistische Preffe die Bedeutung der Gesandtschaft bemerken, Paris, 31. Auguft.( Eig. Ber.) In geradezu phantastischer Wildiz Riost bekannt wurde, ließ die Pforte der englischen Religionsunterricht verstärkt, dagegen der Zeichenunterricht ver- Sonnabend Versammlung, in der die Mehrheits- Dele- erinnern mögen, daß sie sich in einem fremden Lande befinden. daß die Marinetruppen sich gation über den Londoner Rongreß Bericht Der Geschäftsträger antwortete der türkischen Regierung, daß die - Vom Pastor Göhre. In einer start besuchten Ver- erstattete. Der ganze Verlauf dieser Versammlung, englischen Seeleute die schlechte Behandlung der Armenier sammlung des neuen evangelischen Arbeitervereins in Frank- wie auch aller früheren zum gleichen Zwecke einberufenen nicht unthätig mit ansehen konnten und daß sie im gegebenen furt a. D. sprach am Sonntag Abend Pfarrer Göhre über: Versammlungen, hat lediglich die altbekannte Thatsache bestätigt, Fall genau so handeln würden, wenn die türkischen Truppen nicht Seine Amtsniederlegung und die neuesten Vorgänge in der das Vorhandensein von unüberbrückbaren prinzipiellen und per- Schuß gewähren könnten. chriftlich- sozialen Bewegung. Herr Göhre führte aus, daß fönlichen Gegensägen zwischen den Allemanisten und Anarchisten der Pfarrer als solcher nicht für einen Stand oder Klasse ein- einerseits und der sozialdemokratischen Arbeiterpartei anderer- artige Behandlung gefallen lassen muß, dann scheint es mit ihm Wenn sich ein Staat in seiner eigenen Hauptstadt eine dertreten tönne und dürfe, deshalb habe er, in Erkennung der Lage feits. Diese Spaltung" ist weder das Produkt des Londoner ganz ernstlich zu Ende zu gehen. des vierten Standes, durchbrungen von der Nothwendigkeit einer Kongresses noch hat sie sich in der legten Versammlung Reform der heutigen Lage der Arbeiter, fein Pfarramt zuerst offenbart. Neu war an der Versammlung nur niedergelegt, um sich blos noch ganz der Menschheit widmen zu die Theilnahme Vaillant's, dessen Haltung jedoch fönnen. Seine unabhängige wirthschaftliche Lage mache es ihm sehr vortheilhaft von derjenigen der übrigen Redner abstach. ebenfalls zur Pflicht, im Interesse des arbeitenden Voltes thätig während Alle mane, Guérard( Sekretär der Eisenbahner: barnim, die am vorigen Sonntag in Eberswalde im Auf der Parteikonferenz für den Wahlkreis Ober zu sein, sowie auch das Bestreben, dem vierten Stande ganz an- Gewerkschaft), der Anarchist Tortelier u. a. m. in der Restaurant zur Mühle abgehalten wurde, waren 7 Orte durch zugehören. Redner erklärt des weiteren, daß er und seine gehässigsten Weise den Londoner Kongreß, die deutsche Gefiunungsgenoffen deshalb nationale Sozialisten" feien, weil Sozialdemokratie und namentlich die zweite französische 28 Delegirte vertreten. Aus den Berichten derselben ging her= fie ihre Forderungen in dem Rahmen des deutschen Vaterlandes Delegation herunterriffen, beschränkte sich das Haupt der vor, daß der Agitation in diesem Kreise besonders die unauskämpfen wollen. Den Internationalismus halte er insoweit Blanquistischen Organisation auf eine trockene Darlegung die Geldmittel, über welche der Kreis zu verfügen hat, sind günstigen Erwerbsverhältnisse der Arbeiter hinderlich sind; auch berechtigt, als er zur Fühlung diene. Die Partei werde sich auf seines Standpunktes in bezug auf die Taktik. Und gerade infolge dessen gering. dem Boden der christlichen und monarchischen Anschauung auf- aus seiner Rede ging hervor, daß er nicht um Haaresbreite Dennoch konnten aus den eins bauen, sei aber ferne davon, in Liebedienerei zu erfterben, von seinen früheren Ansichten abgewichen ist. In prinzipieller denen Orten verhältnißmäßig bedeutende Summen für aussondern immer offen und ehrlich ihre Ueberzeugung gegen jeder Hinsicht steht er also nach wie vor der sozialdemokratischen Essener Verurtheilten wurde eine besondere Sammlung veranwärtige Streits gespendet werden und auch für die mann zu vertreten. Redner führt ferner noch aus, weil er als Arbeiterpartei unendlich näher als den Allemanisten. Gewiß staltet. Trotz der Schwierigkeiten, womit die Arbeiterbewegung nationaler Sozialist" treu zur Monarchie und dem kommt es momentan nicht so sehr darauf an, was Vaillant in diesem Kreise zu thun hat, konnten die Genossen konstatiren, Baterlande halte, darum sei er auch für ein starkes sprach, sondern darauf, daß er in einer allemanistisch- anarchisti- daß die Organisationen, die zum großen Theile von der letzten Heer, um fich wehren zu können, sowie für schen Versammlung sprach. Auf die Dauer ist eben ein Zusammen Reichstagswahl herrühren, den Machinationen der Gegner standeine starke Flotte zum Schuße des Handels. Herr gehen der Blanquisten mit den Allemanisten unmöglich. Nachdem Göhre geheime und direkte Wahlrecht aus mit dem Hinweise, daß das Animosität gelegt hat, wird das alte Verhältniß zwischen den einandersegung über gewerkschaftliche und politische Organisation, spricht sich dann für das allgemeine gleiche, fich die durch die Kongreß- Vorgänge hervorgerufene persönliche gehalten haben. Die Diskussion über die auf der Tagesordnung stehenden Punkte war lebhaft. Namentlich war es die AusProportional- Wahlsystem die bessere und gerechtere Methode sei. verschiedenen Richtungen des französischen Sozialismus leicht die reges Interesse hervorrief. Es handelte sich hauptsächlich um ., Wir haben viel von den Sozialdemokraten gelernt, vor allem in wieder hergestellt werden können. puncto Organisation", so schloß der Redner ,,, viele ihrer Forderungen Eberswalde, 100 Die Versammlung selbst hatte nichts von einem„ Volksber Streit zwischen beiden Richtungen anerkennen wir, deshalb hoffe ich, daß mit der Zeit auch die Sozial- gericht" an fich, als welches sie von der Bourgeoispresse hinschon feit geraumer Zeit tobt, ohne bis jetzt einen demokraten das Gute an unserer Sache erkennen, so daß gestellt wird. Trotz der unentgeltlichen Reklame, die von dieser die Stassenverhältnisse zu bessern, zufriedenstellenden Abschluß gefunden สิน haben. Um wir uns später verständigen, um dann zusammen in dieser ver- Presse für die Spaltungs"-Versammlung gemacht wurde, war wurde beschlossen: Die befferten" Sozialdemokratie fämpfen zu können. An den Vortrag ste höchstens von 6-700 Personen besucht, von denen die einzelnen Drte haben einen von den Vertrauens fnüpfte sich eine lebhafte Diskussion, an welcher sich Lehrer Senn- Mehrzahl obendrein mit tübler Theilnahmslosigkeit personen festzusetzenden Beitrag an den Kreisvertrauensmann abwald, so wie die Genossen Schöpflin und Zappay betheiligten, die heftigsten Ausfälle der Allemane, Guérard 2c. über sich er- zuliefern. wobei von unseren Genossen auf das Merkwürdige in den Ausgehen ließ. Den größten rednerischen Erfolg hatte bezeichnender Bresse, die schließlich durch Annahme folgender Resolution er Recht lebhaft war auch die Auseinandersetzung über die führungen des Herrn Pfarrers Göhre hingewiesen wurde, weise der Anarchist Tortelier, dessen drittes Wort„ bledigt wurde:" Der Parteitag beschließt unter Anerkennung der Abdaß er für die Hebung der Lage des Volkes eintreten schen vor der Politik" war. Die zu Gericht figende", will und nebenbei aber auch für den Militarismus, denn als will sagen, klatschende Minderheit der Versammlung war blatt" entspricht nicht den Anforderungen, die von ländlichen gegen das„ Boltsblatt" vorgebrachten Beschwerde: Das„ BolksSozialpolitiker und Christ müßte er doch gegen eine solche also mehr anarchistisch als allemanistisch. Daher erklärt Institution auftreten, die dem Volfe die besten Kräfte raubt und sich auch, daß Herrn Allemane's Bannflüche gegen gegen die Kreiſen in Beziehung auf die Agitation an eine Zeitung gestellt mit dem chriftlichen Standpunkte sehr schlecht in Einklang zu bringen sei. Des weiteren betonten unsere Genossen, daß an ein Busammengehen nicht zu denken sei, indem die jeweilige Voraussetzung dieser beiden Parteien es einfach unmöglich mache. Frankreich. Paris, Ende Auguſt.( Eig. Bericht.) Ministerpräsident Meline, der sanftmüthige" Befchwichtigungspolitiker, he gt yt binden können. W " Parlamentarier" so wenig Eindruck machten. Ist es doch hier stadtbekannt, daß die bösen Pariser Wähler einzig daran schuld sind, daß Herr Allemane zu feinem Deputirten oder mindestens Gemeinderaths Mandat gekommen ist. Der Vergleich mit dem Fuchse und den fauren, weil zu hoch hängenden Trauben drängte fich da jedermann von selbst auf. sammlung sprach, meinte traurig:" In Frankreich wurde stets Ein Arbeiter, mit dem ich auf dem Heimwege über die VerPartei- Nachrichten. " ein anderes Blatt einzuführen, und empfiehlt durch lebhafte werden müssen. Der Parteitag sieht aber vorläufig davon ab, Agitation die weiteste Verbreitung des Blattes zu fördern." er Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war die Gefindes Ordnung, wozu folgende vom Genoffen Salomon vorgelegte Resolution gestellt und angenommen wurde:" In Erwägung, daß daß die Anträge, welche in dieser Sache von den Vertretern der bie preußische Gesinde Ordnung ein Ausnahmegefeß füreine bestimmte Klasse von Arbeitern und Arbeiterinnen ist; in Erwägung ferner, Sozialdemokratie im Reichstage eingebracht wurden, von den nicht leicht ins Deutsche zu übertragen ist. Die erste Uebersetzung faft nichts als eine Kompilation aus Kautsky und Ziegler. Die Ueber- gesammten gegnerischen Parteien abgelehnt worden sind; in Ers überhaupt war eine deutsche( 1524). Es ist eigenthümlich, daß segung selbst schließt sich geradezu sklavisch an den lateinischen Urtext. wägung endlich, daß die Solidarität der Sozialdemokratie es ers am Ende vorigen Jahres in Deutschland eine lateinische Aus- Es ist dabei namentlich im Anfange des Werkes ein unglaub- fordert, unablässig gegen eine derartige Rechtlosigkeit von gabe*) erschien und auf diese zuerst auch diesmal wieder eine liches Deutsch herausgekommen. Arbeitern und Arbeiterinnen zu kämpfen, bis dieselben rechtlich deutsche.**) Eine gute Ueberfeßung muß den Sinn des Urtextes wieder den anderen Arbeitern gleich gestellt sind, beschließt die KreisEs giebt im ganzen 4 deutsche Uebersetzungen der Utopia. geben in Anlehnung an ihn, aber ohne der deutscher Sprache un- versammlung, den am 20. September in Berlin tagenden Die zwei erften sind heute veraltet, die dritte von 1758 ist nur recht zu thun. Ich will nicht von Säßen sprechen, die so ineinander- Provinzial Parteitag der Provinz Brandenburg zu in wenigen Exemplaren vorhanden. Die vierte Uebertragung geschachtelt sind, daß man sie mehrere Male durchlesen muß, um suchen, dahin beschließen zu wollen, daß eine Beit festvon H. Rothe ist bei Reklam in Leipzig zuerst 1846 heraus fich in ihnen zurecht zu finden, aber es finden sich maffenhaft gesetzt wird, bis zu welcher in der Provinz Brandenburg an gekommen und später in die Universalbibliothek( Nr. 513. 514) Ausdrücke, die wir heute in anderer Bedeutung oder über- allen Orten, wo dies möglich ist, Maffenversammlungen abzuübergegangen. Kautsky fagt über sie folgendes, das man mit haupt gar nicht mehr brauchen. Die Ueberfeßung bekommt dadurch halten sind, welchen eine die Abschaffung der Gesindeordnung gutem Gewissen unterschreiben kann:" Sie foftet nur 40 Pf., ist eine Art Modergeruch nach Mittelalter, der dem Leser den ganzen fordernde Refolution zur Annahme empfohlen wird." aber feinen Schuß Pulver werth." Sie ist in der That voller Genuß beeinträchtigt. Das Dratel des Fürsten einzuholen" Als Vertrauensmann des Kreises wurde Genosse Salomon Fehler und Unsinn. ( Seite 26), weil im Lateinischen„ oraculum" steht, muß natürlich in Wriezen wiedergewählt, als Reichstagskandidat für die Bei der neuen Uebersetzung ist es sehr zu bedauern, daß heißen, den Rath, oder Seite 26 eignet ihn", statt ist ihm eigen"; nächste Wahl Genosse Bruns nominirt. Mit dem freudig Berfasser und Herausgeber den Fleiß und die Liebe für die Seite 33 kläglich", statt beklagenswerth"; Seite 36 vernußen", gegebenen Versprechen, nach Kräften die Sache der Sozialdemos bedeutende Schrift nicht mit dem nöthigen Geschick haben ver- statt" abnußen"; Seite 44" bie träge fich Gehabenden" statt die, kratie zu fördern, trennten sich die Delegirten. welche sich träge zeigen". Dann hartnäckig„ Gallia, gallicus" Die Parteikonferenz für den 8. weimarischen Reichswiedergegeben mit„ Gallien, gallisch". Es ist nämlich Frankreich tags- Wahlkreis Jena- Neustadt, die am Sonntag in Jena gemeint. Zur Zeit des Morus gab es kein Gallien mehr. tagte, nahm eine Resolution an, worin erklärt wird, es sei zum Man beschuldige mich nicht der Kleinigkeitskrämerei, aber Bedürfniß geworden, mit Ausnahme der„ Reußischen Tribüne" Das Buch ist gut ausgestattet; Druck und Papier sind vor wer die Uebersetzung liest, muß zugeben, daß sie durch diese Dinge sämmtliche Thüringer Parteiorgane zu einem einzigen großen züglich. Der Uebersezer, wahrscheinlich ein Philologe, hat großen an Verständlichkeit und Schönheit einbüßt. Ebenso hätte ich die Blatt zu verschmelzen, um die Presse dadurch leistungsfähiger zu Fleiß und umfassende Kenntniß durch die Zusammentragung alles Randgloffen, die ja gar nicht von Morus selbst herrühren, ganz machen und für die Gesammtpartei einen größeren petuniären möglichen Materials in den Anmerkungen bewiesen, sodaß wir uns geru entbehrt. Die Briefe des Erasmus, Budaeus, Aegidius und Nußen zu erzielen. wundern, wenn der Herausgeber die Abfaffung der Einleitung nicht Buslidius, ferner die drei Gedichte wären auch besser wegihm übertragen, sondern sie selbst geschrieben hat. Sie ist daher geblieben. Dies alles ist nicht von Morus und hat mit der Montag in der Stadthalle stattfand, sprachen die Reichstagss In einer großen Volksversammlung in Mainz, die am eigentlichen Darstellung der Utopia so gut wie nichts zu thun. Abgeordneten Moltenbuhr- Hamburg und Ulrich Offen " Th. Morus, Utopia, herausgegeben von Bittor Michels Die Briefe wechseln in jeder Ausgabe. Daraus allein kann bach über die bevorstehende Reichstags- Erfahwahl im Kreiſe und Theobald Ziegler, Berlin 1895. Diese vortreffliche Aus- man schon ersehen, wie wenig fie im Zusammenhang mit der Mainz- Oppenheim und über die Landtagswahlen in Hessen. Im gabe ist neben dem sorgfältigst revidirten Text mit einer Ein- Utopia stehen; im übrigen sind sie nichts als Empfehlungen Anschluß an beide referirte Redakteur Dr. David Mainz. leitung von Ziegler verfehen, die der Bedeutung Morus und namhafter Männer, die man nach der Sitte damaliger Beit Am Schluffe der Versammlung wurden die Genoffen Dr. David seines Wertes vollständig gerecht wird. Das philologische Zu den Büchern gern beigab. Auch die Gedichte und Randgloffen und Schriftfeher Philipp Haas Mainz zu Landtagsbehör( von Michels) macht vollends das Buch für jeden Morus- finden sich nicht in allen Ausgaben. Eine weise Beschränkung Kandidaten für die Stadt Mainz, sowie Dr. David als forscher unentbehrlich. wäre also ganz am Blaze gewefen. Wenn gar die sonst sehr Kandidat für den Reichstags Wahltreis Mainz Oppenheim * Th. Morus, Utopia, überfekt und mit sachlichen An- schönen Nachbildungen der Bilder, Beisten 2c., die der alten Ausmerkungen verfehen von Dr. Ignaz Emanuel Wessely, nebst gabe entnommen sind, nicht gebracht worden wären, wäre es dem einem Vorwort des Herausgebers. München 1896. 11.- 18. Seft Buche insofern zu gute gekommen, als sich sein Preis( 2 Mart der Sammlung gesellschaftswissenschaftlicher Auffäße, herausge- brofchirt) ficher erheblich vermindert hätte. geben von Eduard Fuchs. Also auch diese deutsche Uebersetzung wird darum nicht die Ende 1895 erschien auch in Oxford eine lateinisch- englische Verbreitung haben können, die man der Utopia des Morus Ausgabe der Utopia( beforgt von Lupton). Der englische Text wünschen möchte. ist nur ein Neudruck. Ich will bemerken, daß der Standpunkt, von dem aus ich diese Ausgabe betrachte, der ist, ob sie für die Verbreitung unter der deutschen Arbeiterschaft geeignet ist oder nicht. proklamirt. # Gestern beendete Genoffe Biebknecht seinen VersammlungsAus Offenbach wird uns unterm 29. August geschrieben: Cyklus für die Landtagswahl bes Offenbacher Landreises. Er hat in 11 Ortschaften gesprochen. Aus Würzburg wird uns unterm 81. August gemeldet Borgestern sprach Siebknecht in der riesigen Budwigshall Paida über den Internationalen Arbeiterkongreß. Gestern hielt er zur Weihe des der sozialdemokratischen Partei Würzburgs von Frauen und Jungfrauen geftifteten Banners die Festrede, welche, da der anwesenden Frauen wegen Politit" verboten war, eine unpolitische sein mußte. " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Gewerkschaftliches. Sämmtliche Mittheilungen von Organisationen, vor allemt folche über Ausstände oder Aussperrungen, müffen stets den Stempel der betreffenden Organisation tragen. durch ihre Organisation, welche Arbeitslosen- Unterstützung ge. Unfall gelten müsse. Speziell im vorliegenden Falle sei anzute währt, wenigstens etwas geschützt sind, so werden dieselben wohl nehmen, daß es sich um einen Betriebsunfall handele, weil N. die schlechte Zeit aushalten können, ohne anderen Arbeitern Kon- durch den Betrieb der Gefahr, einen Sonnenstich zu erleiden, turrenz zu machen. Voraussichtlich wird nach der Präsidenten- besonders ausgesetzt war. wahl in Nordamerika auch wieder die Handschuhindustrie etwas aufleben. Gerichts- Beitung. heran, fam Aus Gera meldet die„ Reuß. Tribüne":" Ein polizei- In Worms ist am Montag das städtische Arbeits: Nach fiebzehnstündiger Arbeitszeit ins Gefängniß! liches Verbot gegen die Verbreitung von Flugblättern amt eröffnet worden. Die Geschäftsordnung bestimmt u. a. Der Berlin- Hamburger Schnellzug entging in der Nacht des scheint bevorzustehen, wenigstens ergiebt dies folgender Bericht folgendes: Der Betrieb der Arbeitsnachweisstelle ist derart ein 7. Juni d. J. mit genauer Noth einer entfeßlichen Gefahr. An aus der Stadtraths- Sigung vom 27. August, allwo es also heißt: zurichten, daß alle Gesuche der Arbeitgeber und Arbeitnehmer dem Uebergange über die Chaussee von Spandau nach Bichels Das fürstliche Landrathsamt hat sich nach den angestellten Er- möglichst rasch und zufriedenstellend erledigt werden. dorf fuhr ein Motorwagen der Spandauer Straßenbahn direkt mittelungen mit dem Erlaß einer Verordnung, betreffend das Ju Sachen der Wohnungsfrage wollen, wie der bürger- durch die geschlossene Barriere und auf den Schnellzug los. Verbot der Vertheilung von Flugblättern, einverstanden erklärt. liche Pforzheimer Anzeiger" berichtete, die sozialdemokratischen Der Maschinenführer des Schnellzuges hatte die Gefahr des Man will das weiter Erforderliche veranlassen. Immer nur Mitglieder des Pforzheimer Bürgerausschusses Busammenstoßes bemerkt und mit aller Kraft gebremst. drauf mit derartigen Verboten, die große und starte Sozial- beim Stadtrath beantragen, 1. eine amtliche Untersuchung, ähnlich Der Motorwagen fuhr bis auf einen Meter Entfernung demokratie bleibt deshalb doch die große und starke Sozial- dem Vorgehen anderer badischen Städte, über die Wohnungsver- an den dritten Wagen des Schnellzuges demokratie und wird noch immer stärker werden, trotz alledem!" hältnisse zu veranstalten; 2. dem Bürgerausschuß eine Vorlage aber hier glücklich noch zum Stehen, ohne daß außer der zerzu machen über Bewilligung von Mitteln, um auf Rechnung der brochenen Barriere irgend welcher Schaden angerichtet wurde. Gemeinde die nöthigsten Wohnungen herstellen zu können, und Gegen den Führer des Motorwagens, den Maschinisten Wilhelm 3. eine Aufstellung sämmtlicher Plätze( Grund und Boden), Willberg, wurde Anklage wegen fahrlässiger Gefährdung zweier Eisenbahntransporte erhoben. Der Angeklagte gab aut welche im Besitze der Stadt sind, anfertigen zu lassen. Bei diesem Antrag wird von dem Gesichtspunkt ausgegangen, seiner Entschuldigung an, daß zwei Postillone vor ihm her geAchtung, Lederarbeiter( Portefeuiller) Berlins! Be- daß die Nothlage auf dem Wohnungsgebiete weder durch die fahren seien, die ihm die Aussicht versperrt hätten, so daß er Privatspekulation noch durch genossenschaftliche Thätigkeit zu be- das Haltesignal, die rothe Laterne, nicht habe sehen können. Als willigt hat noch H. Adam jun. Es wird dringend ersucht, in feitigen fei, denn die Privatspekulation rechne auf hohe Rente er dann die Laterne sah, war es trotz allem Bremsen zu spät, folgenden Geschäften nicht zu arbeiten: Bornemann, Außerdem habe er und die genossenschaftliche Thätigkeit sei in Pforzheim durch um vor der Barriere zu halten. Schmidtstr. 15; 2oth u. Weinland, Dresdnerstr. 88/89; Unternehmungen wie die Baugenossenschaft in Miskredit gedie Fahrt u m 7 Uhr morgens begonnen 12 Uhr Krasemann, Melchiorstr. 7; Heymann u. K o., Dresdnertommen. und der Vorfall habe sich furz vor straße 82/83; Eichler, Sebastianstr. 6; Sommer, Reichenbergerstr. 181. Die Lohnkommission. Konkursstatistik. Nach der vorläufigen Mittheilung des Nachts, also nach 17 stündigem Dienste abge 20 Minuten Mittag und Abendbrot Pause Achtung, Glafer Berlins! Montag, den 7. September, faiserlichen statistischen Amts tamen im zweiten Wierteljahr 1896 pielt. Während der Beit habe er nur inapp 34 abends 8 Uhr, findet eine große öffentliche Versammlung der Sinne, b. V. Fälle wirthschaftlichen Zusammenbruchs( gegen 1922 gehabt, weshalb er im höchsten Grade ab Glafer Kommandantenstr. 20( großer Saal) statt. In derselben im ersten Bierteljahr) neu zur Kenntniß, und zwar wurden 130 gespannt gewefen sei. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt wird die Lohnfommission über ihre bisherige Thätigkeit berichten.( 175) Anträge auf Konkurseröffnung wegen Mangels eines vor. Gabriel, warf die Rechtsfrage auf, ob überhaupt die Ges Wir machen es nun den Kollegen zur Pflicht, eifrig für regen aussichtlich auch nur die Kosten des Verfahrens deckenden Massen- fährdung eines Eisenbahn Transports vorliege. Eine Beschädie Besuch dieser Versammlung zu agitiren. Rein Kollege darf uns jei nur um einen Meter zu weit gefahren und habe zwar Nur wenn alle Mann am Plaz sind und ihre volle von den letzteren hatte in 989( 1111) Fällen der Gemeinschuldner die Barriere zerstört, diese sei jedoch kein Eisenbahn Transport. fernstehen, noch durch persönliche Sachen sich beeinflussen lassen. betrages abgewiefen und 1587( 1747) Konkursverfahren eröffnet; gung eines Transports habe nicht stattgefunden, der Angeklagte Schuldigkeit thun, wird uns die jetzige Bewegung zum Vortheil ausschließlich die Konkurseröffnung beantragt. Beendet wurden Der Gerichtshof entschied, daß für das Vorhandensein des zur gereichen. Die Lohnkommission der Glaser Berlins und Um- im zweiten Bierteljahr 1896 1719( 1438) Ronkursverfahren, und Anklage stehenden Delikts nicht die Frage, ob ein Schaden zwar durch Schlußvertheilung 1140( 943), durch zwangsvergleich entstanden, maßgebend sei, sondern die begründete Besorgniß der 433( 360), wegen allgemeiner Einwilligung 42( 43), wegen Gefährdung das Delikt erfülle. Diese Besorgniß war begründet, Achtung, Schuhmacher Berlins! In der Schuhfabrit Mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Maffe herbeigeführt durch die mangelhafte Aufmerksamkeit von East ein u. Panitsch sind Differenzen ausgebrochen. 104( 92). In 572( 492) beendeten Ronkursverfahren war des Angetlagten. Mochte derselbe nach dem langen Dienst Sämmtliche Arbeiter haben die Arbeit niedergelegt. Der Streit ein Gläubigerausschuß bestellt gewesen. bei Himmelreich, Johannisstr. 20, und Machill, Brunnenstr. 151, dauert unverändert fort. Buzug ist fernzuhalten. Die Agitations Kommission. gegend. J. A.: W. Starte, Boeckhstr. 34. fonnten: % von reichlich 161/2 Stunden im hohen Grade abgespannt sein, noch einmal ganz besonders anspannen! Die Abspannung be so mußte er doch an dieser gefährlichen Stelle alle seine Kräfte freie ihn zwar nicht von aller Schuld, wohl aber sei dieselbe ein Grund für mildeste Beurtheilung, weshalb nur auf a wei Tage Gefängniß erkannt worden sei. Lag nicht statt der Anklage gegen den ausgeschundenen Maschinisten der Gedanke näher, die eigentlich Schuldigen, in diesem Falle nämlich die Direttoren der Spandauer Straßenbahn für den Fall strafrechtlich haftbar zu machen? Diese haben durch die übermäßige Ausbeutung eines Mannes, der auf gefahrvollen Boften gesetzt war, sich einer Handlung schuldig gemacht, die mit der härtesten Strafe noch milde gefühnt wäre. So lange die Staatsgewalt nicht diejenigen scharf beim Kragen packt, die einzig um des Profits willen Leben und Gesundheit sowohl des Publikums als auch der Arbeiter pflichtvergessen aufs Spiel setzen, solange werden sich auch immer Fälle, wie der gegenwärtige wieder ereignen. Jetzt hat der Maschinist zwischen der Hungerpeitsche und dem Gefängniß zu wählen, während die Deutschen Reich enthält das foeben ausgegebene dritte Heft der Ueber die Ergebnisse der Rekruten Prüfungen im " Vierteljahrshefte zur Statistik des Deutschen Reichs" Nachweise Auf Beschluß des Jnnungsvorstandes der Bäckeriunung für das Ersasjahr 1895/96. Danach hatten von den 250,661 Re" Germania" in Berlin findet am Donnerstag, den 3. Sep: fruten, welche in die Armee und Marine eingestellt wurden, tember, nachmittags 3 Uhr, im Innungshause, Chauffeeftr. 103, 249 373 Schulbildung in deutscher Sprache, 914 Schulbildung eine Versammlung sämmtlicher Bäckergesellen, nur in fremder Sprache, und 374 waren ohne Schulbildung. welche bei Mitgliedern der Innung in Arbeit stehen, statt. d. h. solche, welche in feiner Sprache genügend lesen oder ihren Folgende Tagesordnung ist aufgesetzt: 1. Die Noth- Vor- und Familiennamen nicht leserlich schreiben konnten. wendigkeit ärztlicher Untersuchung in Arbeit In Prozenten der Gesammtzahl aller Angestellten betrug die stehender Gesellen. 2. Der Maximal Arbeitstag. Bahl derjenigen, welche weder lesen noch ihren Namen schreiben Aus Halle a. d. S. meldet das Boltsblatt": Der im Erfahjahre 1885/86 1,08 Steinfegerstreit ist wahrscheinlich beendet. Nachdem die Junungsmitglieder mit Ausnahme der ortsabwesenden Herren Reinig und Stephan, aber für diese mit verbindlich für heuer und nächstes Jahr einen Stundenlohn von 43 Pf. gegen bisher 40 Pf. zugesichert haben, erklärte eine Steinfeger- Bersammlung sich mit 81 gegen 25 Stimmen für Annahme des Vorschlages. Stellt man für die Bezirke, von welchen die meisten Mann- Direttoren in alten Ehren Tantièmen schlucken. Verlangt waren für heuer 42 Pf. und für nächstes Jahr schaften ohne Schulbildung gestellt wurden, das erste und das 45 Pf. Stundenlohn. Der Streit hat gerade vier Wochen gelegte der vorstehend genannten Jahre gegenüber, so tamen dauert. Die Haltung der Ausständigen ist musterhaft gewesen; Analphabeten auf je 100 eingestellte Rekruten in den Regierungsfein einziger wurde zum Streitbrecher, nur vier Magdeburger bezirken: Steinfeger nahmen während des Streits die Arbeit auf. " " " Posen 1891/92 0,45 1886/87 0,72 1892/98 0,38 1893/94 0,24 1887/88 0,71 1888/89 0,60 1889/90 0,51 1890/91 0,54 1894/95 0,22 1895/96 0,15 1885/86 1895/96 8,02 1,22 Marienwerder Gumbinnen 8,84 0,81 6,70 0,77 Königsberg. • 4,47 0,72 Oppeln. • 2,76 0,57 Danzig. Bromberg. 3,61 6,72 0,41 0,33 war, Ein eigenthümlicher Rechtsfall spielte sich am 29. August vor der 2. Straftammer am Landgericht I. ab. Der Buchhalter Dawerbuth war angeklagt, in den Jahren 1895/96 seinem Chef gegen 1800 M. unterschlagen und zur Verdeckung seiner That Urkunden gefälscht zu haben. Er hatte in den Monaten Sep tember 1895 bis Februar 1896 zu wiederholten Malen Gelder Aus Wald bei Solingen wird berichtet, daß der Ausstand bekommen um an die fte Gläubiger feines Chefs der Schlüsselbohrer der Firma Wipperfürth u. Co. durch die Bost abzusenden, er schickte jedoch die Beträge nicht in zu gunsten der Arbeiter beendigt ist. Die Attordarbeit wird abvoller Höhe ab, sondern eignete sich von denselben Theilbeträge gefchafft, jeder erwachsene Arbeiter erhält 18 M. Minimallohn, Maß an. Um die Entdeckung zu verhindern, änderte er in dem Post regelungen werden nicht vorgenommen. Außerdem hat sich der bereit erklärt, Unternehmer selbstverständlich freiwillig Quittungsbuch, in welchem über die fleineren Summen quittirt ab den die Zahlen eg Anschein so daß sämmtliche Versicherungsbeiträge aus seiner Tasche zu bezahlen. Die hatte, als wenn er die richtigen Beträge zur Poft Arbeiter der Konturrenzfirmen rühren sich gleichfalls, eine Lohn- Ueber die Arbeits- und Lebensverhältnisse der chine in vollem Umfange erhöhung durchzuführen. Bei einer ist am Mittwoch bereits, fischen Kulis schrieb ein kürzlich nach China ausgewanderter gegeben hätte. Der Angeklagte war ohne daß die Arbeiter vorstellig wurden, auf einzelne Sorten und dort in an yang beschäftigter Stahlgußarbeiter:„ Unſer machte darauf aufmerksam, daß der Angeklagte am 8. August Han geständig. Sein Vertheidiger, Rechtsanwalt Freudenthal, 1 Pfg. pro 100 zugelegt worden. Eisenwerk liegt direkt am Fluffe Han. Die Arbeits- und Verdienst: wegen mehrfacher Unterschlagungen im Gesammtbetrage von Die Brauer Regensburgs haben durch ihre Lohnkommission verhältnisse sind einfach schauerlich. Wenn ein Europäer dieses 200 m., um welche der Angeklagte, außer den obenerwähnten fämmtlichen Brauereien folgende Forderungen unterbreitet: Elend nicht mit eigenen Augen steht, so glaubt er nicht daran. 1800 m., seinen Chef durch gleiche Manöver gefchädigt hat, be 1. die gefegliche Sonntagsruhe; 2. die Arbeitszeit soll an Werk- Das reine Arbeitsvieh sind die armen Chinesen und das Schreck 1800 M., seinen Chef durch gleiche Manöver geschädigt hat, be tagen von 5 Uhr morgens bis 6 Uhr abends dauern, davon lichste ist, daß er einmal ein Kuli ist oder von Kulis abstammt straft worden sei, indem in der Anklage und dem Eröffnungsa kommen eine Stunde Frühstücks- und 1/2 Stunde Mittagspause und zeitlebens ein solcher bleibt. Ein guter Kuli verdient täglich beschluß und dem Urtheil wegen der 200 M. angenommen wurde, weg; die Vesperzeit fällt weg; 3. den Jour habenden Keller- 130 bis 150 Rüsch( 1 Rüsch= 0,24 Pf.). Da der hiesige Dollar daß nicht eine Reihe von Unterschlagungen, sondern eine ein burschen oder Mälzern soll der Nachtdienst durch genügend freie nach deutschem Gelde 2,24 M. hat, so erhalten die Kulis für 8ige fortgefegte Unterschlagung vorliege. Die herbei Beit am Tage entschädigt werden; 4. der Haustrunk soll durchweg ihre Arbeit 30-40 Pf. Ueber 40 Pf. tommt feiner von diesen geschafften Borakten ergaben, daß der Angeklagte thatsächlich am 8. August wegen einer fortgesetten Unterschlagung verfür Kellerburschen 7 Liter, für den in der Mälzerei beschäftigten armen Leuten. Nun kann so ein Kuli für 20-25 Pf. pro Tag urtheilt worden. Rechtsanwalt Freudenthal plädirte für 8 Liter betragen; 5. der Minimallohn soll für die ersten leben, aber wie leben! Zweimal täglich, morgens 9 Uhr und Einstellung des Verfahrens, da angesichts der Verurtheilung am Burschen 110, für die anderen 90 M. betragen; die Lohnaus nachmittags 3 Uhr, ißt er Reis mit Wasser, und das ist seine 8. August für eine neue Straftlage fein Raum sei, während zahlung soll alle 14 Tage stattfinden; alle Nebenbezüge und ganze Nahrung. Eine Wohnung hat der Kuli nicht. Wo er seitens der Staatsanwaltschaft eine Zusagstraße von 6 Monaten Trinkgelder fallen weg; 6. freies Roalitionsrecht; richtige und arbeitet, da schläft er auch, das heißt unter freiem Himmel. beantragt wurde. Der Gerichtshof stellte das Verfahren gute Behandlung; 7. reinliche und gelüftete Schlafstellen und Kleidung besitzt er nur so viel, um seine Blößen zu bedecken. ein, da nach dem Urtheile vom 8. Auguft die Strafflage tonBadegelegenheit. Schuhe, Strümpfe u. s. iv. kennt er nicht. Wenn man als Kulturmensch so etwas zum ersten Male sieht, wird einem fumirt ist. Ein schwerer Unfall auf dem Karouffel führte gestern den Aus den Niederlanden. Der Landarbeiter- Ausstand in schrecklich zu Muthe. Einige Chinesen haben wir auf unserem Zjummarum( Provinz Friesland) hat mit dem Siege der Werk, die stehen sich besser. Sie find Kanton- Chinesen( von der Karouſſelbefizer Heinrich 3ake aus der Goltstraße unter der Antlage der fahrlässigen Körperverlegung unter Außerachtlassung Arbeiter geendet. Auch die Arbeitseinstellung an der Garn- Stadt Kanton) und arbeiten als erste Schmelzer, erste Buddler, der Berufspflicht vor die erste Straftammer am Landgericht II. spinnerei in Gonda ist beendigt. Der Fabrikant hat die For- Schmiede, Schloffer u. s. w. Sie verdienen bis zu 30 Dollars derungen größtentheils bewilligt. Der große Glasarbeiter- Aus- pro Monat( 67 M.) Diese Leute leben nach ihren, das heißt als am 7. Juni, einem Sonntage, nachmittags vier Uhr das in Schöneberg aufgestellte Karouffel des Angeklagten zum ersten stand in Maastricht dauert unverändert fort. chinesischen Verhältnissen sehr gut, tönnen auch noch sparen, da Male in Gang gesetzt wurde und in vollen Schwung fam, eine Frau und Aus Brüssel meldet das Herold'sche Bureau unterm hier das Leben billig ist. So tostet ein Dugend Eier 4-5 Pf., 1. September: Der soeben aus Cardiff hier eingetroffene Direktor ein Pfund Rindfleisch 9-10 Pf. Da nun die Bedürfnisse eines flogen plöglich zwei Wagen, in denen benachbarter Zaun, der ihren Flug aufhielt, zusammendaß die Agitation in bent englischen Hafengebiet den rauchen fann, so vermag eine Familie von 4-5 Personen ganz brach. Die Frau und die beiden Kinder wurden bewußteiner der größten industriellen Werte von Süd- Wales erklärt, Chinesen gedeckt sind, wenn er Reis essen, schlafen und Opium zwei Kinder saßen, mit solcher Behemenz herab, daß ein Großindustriellen die größte Besorgniß einflößt. Die Doc gut immer chinesisch betrachtet- mit 25 M. für den Monat los unter den Trümmern hervorgezogen. Die eingeleitete Unterarbeiter in Cardiff, Hull, Southampton, London, Liverpool auskommen. Europa bedauere ich, wenn China seine Industrie und in den schottischen Häfen hätten erklärt, der Ausstand werde so entwickelt hat, daß es nichts mehr von Außen bezieht, sondern suchung hat ergeben, daß die abgestürzten Wagen auf der Platt. in allen Häfen Großbritanniens ausbrechen, wenn die englischen feine Produkte ausführt." Dodarbeiter mit den Arbeitgebern teine Verständigung erzielen sollten. dem Soziales. form des Karoussels nicht befestigt waren und so infolge der Schleuderkraft während der schnellen Umdrehung herunter fallen mußten. Der Angeklagte, ein altersschwacher Greis, mußte als Besiger des Karoussels für die richtige sachgemäße Aufstellung verantwortlich gemacht werden; da die Abgestürzten aber schwerere Verlegungen nicht erlitten haben, so ließ der Gerichts. hof Milde walten und erkannte nur auf 30 M. Geldstrafe. Depeschen und lehte Nachrichten. Soziale Rechtspflege. Reichs- Versicherungsamt. Beim Schießen von Sperlingen hatte sich der landwirthschaftliche Arbeiter B. so Zur Krisis in der Handschuhindustrie Hahnau's in erheblich verlegt, daß seine Erwerbsfähigkeit herabgemindert Schlesien schreibt der„ Proletarier aus dem Eulengebirge": Bon wurde. Er erhob dann bei der zuständigen landwirthschaftlichen den am Ort befindlichen vier Handschuhfabriken, die in günstigen Berufsgenossenschaft Anspruch auf eine Unfallrente, wurde jedoch Wilhelmshaven, 1. September.( W. T. B.) Die vor zwei Zeiten über 300 Handschuhmacher beschäftigten, ist in einer der mit der Begründung abgewiesen, daß ein landwirthschaftlicher selben, der von Edward Thomas, der Betrieb bereits Betriebsunfall nicht vorliege. Das Schiedsgericht und auch das Monaten im Seebataillon und in der Matrosenartillerie aus. waren aber feit 14 Tagen eingestellt. Am vorlegten Sonnabend wurde auch Reichs Versicherungsamt anderer Meinung gebrochene Augenkrankheit ist, wie amtlich bekannt gegeben wird, in den Fabriken von Payser sämmtlichen Handschuhmachern und verurtheilten die Genossenschaft zur Rentengewährung. erloschen. Die Rasernements find von den betreffenden Marine gefündigt. Dadurch vermehrt sich die Zahl der Arbeitslosen um Das Retursgericht führte in seinem Erkenntniß aus, daß es im theilen wieder bezogen worden. 50, so daß dann 100 Handschuhmacher ohne Beschäftigung sind Interesse der Landwirthschaft liege, wenn der Ueberhandnahme und im ganzen nur noch 10 in Arbeit stehen. Welcher Gegensatz: der Spaßen vorgebeugt werde, ebenso wie das Entfernen der in guten Zeiten über 300, jetzt nur 10, die Arbeit haben! Vor Raupen von Bäumen und Feldfrüchten und die Vernichtung der einigen Jahren waren Arbeitslosigkeit und geringer Verdienst den Feldmäuse. Der Unfall des Klägers B. sei deshalb als Unfall Handschuhmachern noch unbekannte Dinge. Während in diesem beim landwirthschaftlichen Betriebe zu behandeln. Der Arbeiter A. war eines Tages bei seiner Arbeit, Jahre in anderen Industrien ein Aufschwung zu verzeichnen ist, befindet sich die Handschuhindustrie im Niedergang, d. h. nur die er in einem Thalfessel zu verrichten hatte, den Sonnenstrahlen die Exportfabrikation. Die Exportfabrikation von Handschuhen besonders ausgefeßt gewesen und hatte infolge dessen einen Hitin Frankreich, Belgien, Desterreich, Deutschland und Italien hat schlag erlitten, dem er dann auch erlag. Seine Wittwe verlangte ihr Abfazgebiet hauptsächlich in Amerifa. Durch die dort die gefeßliche Unfallrente, ohne indeß einen günstigen Bescheid herrschenden Zustände in wirthschaftlicher und politischer Beziehung zu erzielen. Das Reichs- Versicherungsamt als leyte Instanz Zur Begründung wurde aus erklärt sich der Niedergang der Handschuhindustrie in den genannten sprach ihr jedoch die Rente zu. europäischen Ländern. Da die Handschuhmacher in Deutschland geführt, daß ein Hißschlag sich so schnell entwickele, daß er als Berantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berliu. Truck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Konstantinopel, 1. September.( Meldung des Wiener t. t. Telegraphen- Korrespondenz- Bureau.) In allen Konsulaten laufen Bittgefuche um Verproviantirung der in Geschästen ein gesperrten armenischen Wärter und um Befreiung der Armenier aus dem Gefängnisse ein. Die Beamten des österreichisch ungarischen Konsulats ges riethen bei der Beschüßung österreichisch ungarischer Bürger und Geschäfte wiederholt in gefährliche Situationen. Die türkische Polizei leistete bei derartigen Vorkommnissen stets forrett Hilfe. Allgemein gilt als sicher, daß die revolutionäre Attion der Armenier von dem Londoner Komitee geleitet wird und die Vorbereitungen von den Unterkomitees in Athen und Odessa ge troffen werden. 1 Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. S03. Mittwoch, den I. September 1896. �M> 13, Jahrg. Arbrv den Doqliokk. Wir wandten uns kürzlich gegen Anträge, die der Partei- f euosse v. Elm in Beziehung auf eine generelle O r g a n i» ation des Boykotts dem Hamburger Gewerkschafts- kartell vorgelegt hatte, die aber von diesem abgelehnt worden waren. Auf unsere Polemik sandte Genosse v. Elm eine Er- widerung, um deren wörtlichen Abdruck er bat. Da der Boykott als Waffe im Kampfe gegen das Unternehmerthum jetzt mehr und mehr in Schwang kommt, wird die Diskussion über dies Thema nicht ohne Nutzen sein. Wir kommen aus diesem Grunde dem Elin'schen Wunsche auf wörtlichen Abdruck seiner umfang- reichen Erwiderung nach, und schicken zur Oricntirung»och voraus, was wir geschrieben hatten. Im Anschluß an die Elm'sche Er- widerung werden wir unseren Standpunkt zum Boykott darlegen. In Nr. 1S0 des„Vorwärts" im„Gewerkschaftlichen" ver- öffentlichten wir folgenden Artikel: Das Hamburger Gciverkschaftskartell faßte in seiner Sitzung vom S. August Beschluß über einen Antrag, den wir wegen seiner symptomatischen Bedeutung hier wörtlich wiedergeben. Er war von dem Genossen v. Elm gestellt und lautete: „Das Hamburger Gewerkschaftskartell beschließt und empfiehlt allen Gewerkschaftskartellen folgende leitende Grundsätze bezüg- lich des Verhaltens derselben bei Streiks und Boykotts: 1. Ueber Zweckmäßigkeit und Berechtigung von Streiks haben, soweit es sich um Angehörige von Zentral- verbänden handelt.die betheiligten Arbeiter und der Vorstand der Organisationen derselben zu entscheide», und hat jede Erörte- rung in öffentlichen Sitzungen der Gewerkschaftskartelle über diese Punkte während der Dauer des Kampfes im Juteresse der Arbeiter zu unterbleiben. Ist eine Gewerkschaft außerstande, mit eigenen Mitteln einen Streik durchführen zu können, so hält sich das Kartell nur dann verpflichtet, für Unterstützung der Streikenden einzutreten, wenn seitens der Leitung der Gewerk- schaft vor Eintritt in einen Streik eine Verständigung mit dem Kartell über die Aufbringung von Mitteln herbeigeführt worden ist. Die Erörterung und Entscheidung hierüber erfolgt in einer geschlossenen Delegirtenversammlung. zu welcher bei wichtigen Fällen die örtlichen Vorstände der Gewerkschaften heranzuziehen sind. Die in diesen Sitzungen gemachten Mittheilungen über die vorhandenen Kassenbestände der in eine» Streik eintretenden Ge- werkschaft sind von den Anwesenden als streng vertrauliche zu behandeln. 2. DaS Recht, einen Boykott zu verhängen, ist Sache des G e w e r k s ch a f t s k a r t e l l s des Ortes, wo sich die zu boykottirende Firma befindet. Wünscht das betreffende Kartell den Boykott über mehrere Orte oder über ganz Deutsch- land auszudehnen, so hat es die Angelegenheit der General- k o m m i s s i o n, resp. falls diese solches für nöthig erachtet, dem Generalausschuß der Gewerkschaften Deutsch- l a n d s zur Prüfung zu unterbreiten. 3. Die Gewerkschaftskartelle aller Orten find verpflichtet. die nöthigen Maßnahmen zur wirksamen Durchführung eines von der Zentralleitung als berechtigt anerkannten Boykotts zu ergreifen, und hat zede öffentliche Kritik über die Berechtigung und Zweckmäßigkeit eines be- schlosfenen Boykotts in den Sitzungen der übrigenGewerkschaftskartellezu unterbleiben 4. Die A r b e i t e r p r e s s e i st verpflichtet, für die Durchführung eines beschlossenen Boykotts energisch Propaganda zu machen und hat die Aufnahme aller Annoncen, welche sich gegen den Boykott richten, namentlich aber solcher, in welchen gegen die Berechtigung des Boykotts argumentirt wird, zu ver- weigern. 5. Das Recht, einen Boykott für beendet zu erklären, haben weder die streikenden Arbeiter noch die Redaktion der Arbeiterpresse. Zu einem derartigen Beschluß ist einzig und allein das Geiverkschaftskartell desjenigen Ortes, wo sich die boykottirte Firnia befindet, berechtigt." Dieser Antrag zeigt deutlich, wohin es führt, wenn man gewerkschaftliche Methoden anderer Länder, z. B. Amerika's, ohne weiteres auch in Deutschland praktiziren will. Wir haben in Deutschland eine sozialdemokratische Wähler- schaft von l1/» Millionen! Diese ist zwar gut genug, einen Boykott zu vollstrecken, aber darüber mitzureden, ob der Boykott berechtigt und durchführbar ist oder nicht, das soll ihr nach dem Elin'schen Antrage nicht zustehen. Die Massen und ihre Organe sollen überhaupt nicht mitrede», sondern die Gewerkschastsorganisationen, zuletzt natürlich die Generalkommission, die zudem unier der Arbeiterschaft notorisch keine große Autorität besitzt, solle» diktiren können, was ihnen paßt. Und die Arbeiterpresse, die dabei in erster Linie ihre Haut zu Markte zu trage» hätte, wäre„verpflichtet", für jede» solchermaßen sanktionirten Boykott„energisch Propaganda zu machen", ganz gleich, ob sie den Boykott billigt oder nicht. Und was am Ende in Hamburg als richtig empfunden iverden mag, das soll nun am liebsten gleich in ganz Deutschand ein- geführt werden. Das Hamburger Gewerkschaftskartell hat sich ein Verdienst erworben, als es den Elin'schen Antrag ablehnte. Die Ab- stimmuiig ist um so bedeutungsvoller, als sie namentlich erfolgte und fast eine Zweidrittel-Mehrheit gegen den Antrag ergab. Für de» Antrag stinimten SS, dagegen dS Delegtrte. »* Auf diesen Artikel sandte uns Genosse v. Elm folgende Erwiderung, deren Abdruck er auch von den übrigen Arbeiterblättern erwartet, die sich in unsere m Sinne äußerten: Anträge bezüglich Boykotts und Streiks.' I» Nr. 190 des„Vorwärts" sind meine Anträge, welche ich kürzlich im Hamburger Gewerkschaftskartell gestellt habe, wieder« gegeben und wird im Anschluß daran erklärt, daß sich das Ham- burger Gewerkschaftskartell ein Verdienst dadurch erworben habe, daß es meine Anträge ablehnte. Da nun auch andere Partei« blätter sich in gleich abfälliger Weise über meine Anträge äußern, wird mir die Redaktion wohl gestatten, mich als Antragsteller selbst einmal zu der Sache zu äußern. Zunächst läßt der„Vor- wärts" unerwähnt, daß Punkt 1 des Antrages seinem wesent- lichsten Inhalte nach vom Hamburger Gewerkschaftskartell an- genommen wurde; über Streiks und Bykotls wird für die Folge nicht mehr in öffentlichen Sitzungen des Kartells, sondern in Sitzungen, zu welchen nur die dazu bestimmten Vertreter der Ge- werkschaften Zutritt haben, verhandelt und beschlossen werden. Was die Ablehnung der übrigen Punkte anbelangt, so würde das Lob, welches der„Vorwärts" dem Hamburger Gewerkschafts- kartell spendet, sofort verstummen, wenn ihm die Gründe der Ablehnung bekannt wären. Gegen die Anträge betreffend Boykott und Presse sprach nur ein Genosse, und dieser erklärte ausdrücklich, daß er grundsätzlich mit meinen Anträgen einver- standen sei und daß er nur aus rein taktischen Gründe» um Ab- lehnung meiner Anträge bitte. Eine einheitliche Regelung der Boykottfrage sei nothwendig, doch könne es eventuell zu Kompetenzkonflikten führen, wolle man, wo der Gewerkschafts- kongreß dieses nicht ausdrücklich beschlossen habe, jetzt der General- kommissio» oder dem Generalausschuß der Gewerkschaften Deutschlands die Aufgabe zuertheilen. über Boykotts Beschlüsse »u fassen. Ueber die Pflichten der Presse Beschlüsse zu fassen, hielt der Genosse für überflüssig, da nach seiner Meinung sich die Redaktionen um derartige Beschlüsse nicht nur nicht kümmerten, sondern in vielen Fällen noch ihre höhnischen Randglossen dazu machten. Die Redaktion des„Vorwärts" wird nach dieser kurzen, aber wahrheitsgemäßen Erläuterung zu den Gründen der Ab- lehnung meiner Anträge mit mir darüber wohl einig sein, daß die latente Anerkennung, welche sie den Gegnern meines Antrages aussprach, besser unterblieben wäre. Noch weniger am Platz halte ich die ganz unuöthige Au- rempelung der Generalkommission bei dieser Gelegenheit, die »ach dem„Vorwärts"„notorisch keine große Autorität unter der Arbeiterschaft besitzt". Die Meinung des„Vorwärts" in Ehren— aber die Thatsache steht nun doch einmal fest, daß die o r g a n i s i r t e Arbeiterschaft Deutschlands durch ihre Vertreter resp. kürzlich die Institution der General- kommission nahezu einstimmig als nothwendig und nützlich an er- kannt hat. Zudem sind die Mitglieder der Generalkommission an meinen Anträgen so unschuldig wie ein Lamm, da sie absolut nichts von denselben gewußt haben. Ich bin nicht mehr Mitglied der Generalkommission und habe mit keinem Mitgliede derselben auch nur ein Wort über meine Anträge gesprochen. Die Veranlassung zur Stellung meiner Anträge ist nun nicht, wie der„Vorwärts" annimmt, meine Kenntniß amerikanischer gewerkschaftlicher Methoden, vielmehr sind es Dinge, welche sich bei uns zu Hause ereignet haben, welche mir eine Regelung der in meinen Anträgen behandelten Punkte als dringend geboten erscheinen ließe». Die Thatsache» selber werden meine Anträge denen, welchen dieselben ohne Kenntniß der Verhältnisse vielleicht befremdlich erscheinen, zum mindesten erklärlich niache», dieselben sind nach meinem Dafürhalten auch für weitere Kreise von Interesse. Die Arbeiter der Margarinefabrik des Herrn Mohr-Bahren- selb waren von diesem ausgesperrt worden; mehrere große Volks- Versammlungen, als auch das Gewerkschaftskartell von Altona hatten den Boykott über die Mohr'sche Margarine erklärt. Da diese nun nicht nur in Altoua-Ottensen konsumirt wird, sondern in ganz Teulschland, wandten sich die Boykotlkommission, die Vertreter der ausgesperrten Arbeiter und auch der Vertrauens- mann der Partei von Ottensen zn wiederholten Malen an die Redaktion des Zentralorgaus der Partei, den„Vorwärts", um Aufnahme eines Appells an die deutsche Arbeiterschaft bittend, den Boykott in allen Orten Deutschlands zu erklären, Ivo Mohr's Margarine in Arbeiterkreisen konsumirt werde. Auch an die Redaktionen der Partei-Organe in Sachsen, wo die Margarine des Herrn Mohr sehr gut eingeführt sein soll, wurden ähnliche Aufrufe gesandt. Ob die letzteren diese veröffentlichten, weiß ich nicht, mitgetheill wurde mir, daß eS nicht geschehen sein soll; von der Redaktion des„Vorwärts" weiß ich bestimmt, daß dieselbe die Ausrufe der Arbeiter nicht zum Abdruck brachte. Die Gründe dafür sind mir unbekannt, da die Redaktion weder im Briefkasten darüber eine Eklärung abgab, noch die Boykott- kommission brieflich hierüber unterrichtete. Um nun ihre Sache dennoch an die Oeffcntlichkeit zu bringen, versandte die Kommission noch im letzten Augenblick ein Zirkular an die im„Vorwärts" bekannt gegebenen Redner der Mai-Versammlungen, diese ersuchend, eine Resolution zu ihren gunsten am 1. Mai zu befürworten. Ein Theil der Redner in Berlin, welche dieses Zirkular noch rechtzeitig genug erhalten haben, werden sich desselben jedenfalls noch entsinnen. Die geringe Sympathie, welche die Redaktionen der Arbeiterblätter diesem Boykott über ein fast ausschließlich von Arbeitern kousumirles Nahrungsmittel entgegenbrachten, war dann weiter die Veranlassung, weshalb die Delegirten der Fabrikarbeiter aus Ottensen eine Resolution zu gunsten des Boykotts auf dem Gewerkschaftskongreß einbrachten, welche von demselben ja auch nahezu einstimmig angenommen wurde. Bezüglich der Redaktion des hiesigen Partei- Organs, des „Hamburger Echo", war in Arbeiterkreiscn sehr bald die Meinung vorhanden, daß dieselbe den Boykott verurtheile. Besonders gab dazu Veranlassung die Aufnahme eines Inserats, worin Mohr'sche Margarine empfohlen wurde. Ein weiterer, das Verhalten der Presse bei Boykotts be« rührender Vorfall ist folgender: Stattgehabte Verhandlungen hatten scheinbar zu einer Einigung zwischen Herrn Mohr und keinen Arbeitern geführt. Am darauf folgenden Tage brachten hierüber sowohl das „Hamburger Echo" als auch der„Vorwärts" eine Notiz, in welcher erklärt wurde, daß demnach der Boykott als beendet zu betrachten sei") Die Einigung war jedoch nicht zu stände gekommen, da Herr Mohr, seinem ausdrücklichen Versprechen entgegen, eine Reihe älterer Arbeiter, namentlich Frauen, zu maßregeln beabsichtigte. Unter diesen Umständen war die Notiz bezüglich der Beendigung des Boykotts jedenfalls ein nicht wieder gut zu machender Fehler und bezweckte nun mein Antrag, der artigen Vorkommnissen für die Folge vorzubeugen. Der Boykott von Mohr's Margarine war beschlossen vom Altonaer Gewerkschaftskartell, von von vielen taufenden von Arbeitern besuchten Volksversammlungen in Ottensen, Altona, Hamburg, Wandsbeck, Harburg, Lübeck und ebenfalls noch in einer ganzen Anzahl von Städten in der Provinz Schleswig-Holstein. Ein Antrag auf Unterstützung der Streikenden brachte die An- gelegenheit auch vor das Forum des Hamburger Gewerkschafts- kartells. Infolge Unterstützung mehrerer anderer Streiks waren die Mittel des Kartells damals sehr knapp. Anstatt nun einfach zu erklären, wir sind zur Zeit außer stände, Gelder für die streikenden Mohr'sche» Arbeiter bewilligen zu können, gefielen sich mehrere Redner darin, gegen den Boykott selbst zu polemisiren. Dieses geschah in einer Weise, wie man solches von zielbewußten Arbeitern während der Zeit, wo die Arbeiter mitten im Kampf standen, nicht erwarten sollte. Selbst verständlich waren diese Erörterungen für die kapitalistische „Mohren"sreuiidliche Presse ein gefundenes Fressen. Ein aus- sührlicher. tendenziös zugestutzter Bericht erschien im Hamburger Fremdenblatt und anderen Blättern. Herr Mohr, als gewiegter Geschäftsmann, nutzte die Situation selbstverständlich für sich aus. Er ließ den Bericht drucken und versandte denselben zu- sammen mit noch einem anderen Zirkular an seine Kundschaft. In mehreren Distrikten Hamburgs und Altona's wurden beide Zirkulare sogar als Flugblatt von Hans zu Haus verbreitet. In seinem Begleitschreiben bemerkt Herr Mohr zu dem Bericht über die Kartellsitzung: „Ich erlaube mir, Ihnen beiliegend den Bericht über eine am Mittwoch in Hamburg stattgesundene große sozialdemo- kratische Volksversammlung(gemeint ist die Kartellsitzung) zu ") Die betreffende Meldung war uns aus Hamburg tele- graphirt worden. Wir veröffentlichten sie in der Nummer vom 22. April; sie lautet wörtlich wie folgt:„Aus Hamburg wird uns telegraphirt, daß der Ausstand in der Mohr'schen Margarine- äbrik gestern durch einen für beide Theile nicht verletzenden Ver- gleich beendet worden ist. Infolge dessen ist der Boykott über die Mohr'sche Margarine aufgehoben." übersenden. Sie wollen daraus gefl. ersehen, daß die sozialdemo- kratischen Redner, obgleich meine Gegner, selbst erklärt haben, der Boykott mir gegenüber sei machtlos, weil meine Margarine besser sei als alle Konkurrenzfabrikate." Letztere Aeußerung war thatsächlich von einem Delegirten der Maurer in jener Kartellsttzung gemacht worden. Nach den vorstehenden Schilderungen halte ich mich zu der Annahme berechtigt, daß im Interesse der Arbeiterbewegung jeder Genosse mit mir wünschen wird, daß in Zukunft derartige Fehler vermieden werden. Eine einheitliche Regelung der Boykottfrage erscheint mir dringend nothwendig. Meinungs- Verschiedenheiten können wohl nur darüber bestehen, wie diese Regelung am besten zu bewerkstelligen ist. Gegen meinen Vorschlag führt der„Vorwärts" nun die lys Millionen sozialdemokratischer Wähler ins Feld. Leider er- fahren wir nicht, wie diese V/z Millionen Menschen, sofern es sich um einen Boykott in ganz Deutschland handelt, ihrer Mei- nung Ausdruck verleihen sollen. In in jedem in Frage kom- inenden Ort cinzuberusenden Volksversammlungen? Nach dem Berliner Bierboykolt, wo doch nur eine Stadt in Frage kam, äußerte schon der Genosse Auer in einem Artikel über denselben im„Sozialpolitischen Zentralblatt": „Kein Organ ist ungeeigneter, wichtige, faktische und prin- zipielle Fragen zu würdigen und zur Entscheidung zu bringen, als sogenannte Volksversammlungen. Die Zusammensetzung solcher Versammlungen wird stets vom Zufall abhängen, und der Zufall wird deshalb auch stets ihre Beschlüsse beherrschen. Da aber, wo es sich um Entscheidungen von höchster taktischer und prinzipieller Wichtigkeit handelt, da kann und darf der Zufall nicht das entscheidende Wort sprechen." Einen direkten Vorschlag, welcher Instanz die Ent- scheidungen zu übertragen wären, macht auch der Genosse Auer nicht. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung kann aber darüber Unklarheit gar nicht herrschen. Boykotts werden erklärt im Interesse der politischen Partei bei Saalverweigerungen ec. Selbstverständlich werden sich die Gewerkschaften und ihre Organe nicht anmaßen, hierüber die Entscheidung treffen zu wollen, obwohl dieselben dadurch oft unangenehmen Störungen ausgesetzt sein können. Boykotts sind aber unter Umständen nothweudige Folge wirth- schaftlicher Kämpfe; in solchen Fällen halte ich einzig und allein die Gewerkschaften und ihre Organe für be- rufen, ein Urtheil abzugeben. Die l'/e Millionen sozial- demokratischer Wähler kommen dabei jedenfalls zu ihrem Recht. Wie viel Prozent von diesen IVs Millionen sollten wohl keine Arbeiter sein? Und soweit dieselben Arbeiter sind, ist es nach den Besch! iissen der sozialdemokratischen Partei ihre Pflicht, sich den Gewerkschaften anzuschUeße». Den Pflichtvergessenen und Saumseligen gewissermaßen als Prämie für ihre Unterlassungssünden noch ein besonderes Recht einräumen zu wollen, wäre imJnteresse der Organisirung der Arbeiterklasse das Ver- kehrteste, was geschehen könnte. Soweit die sozialdemokratischen Wähler aber ihre Schuldigkeit auch in gewerkschaftlicher Beziehung thuii, haben sie als organisirte Arbeiter durch die von ihnen ge- wählten Vertreter das Entscheidungsrecht. Die örtlichen Gewerk- fchaftskartelle und sofern es sich um allgemeine Boykotts für das ganze Reichs handelt, die Generalkommission oder der General- ausschuh sind nach meinem Dafürhalten die einzigsten Jnstitu« tionen, welchen man eine Entscheidung bei Boykotts im wirth- schastlichen Kampfe und die zur Durchführung desselben noth- wendigen Arbeiten übertragen kann. Obgleich die Redaktion des„Vorwärts" es nicht ausspricht, so nehme ich doch an, daß sie das Recht der Entscheidung über Boykotts einzig und allein für die Partei und ihre Organe be- ansprucht. Im Interesse der Partei und ihrer Vertreter scheint mir dieses durchaus nicht rathsam zu sein. Boykotts, welche ihren Ursprung im wirthschaftlichen Kamps der Ar- beiter haben, sind erfahrungsmäßig aus mehr als einem Grunde in Deutschland recht schwer durchzukämpfen. Würden die Partei und ihre Organe zu entscheiden haben, so würde jede Niederlage der Arbeiter bei einem Boykott auch für die politische Partei die schlimmsten Nachwirkungen haben können. Der Berliner Bierboykott scheint mir ein warnendes Beispiel in dieser Richtung zu sein. Würde der Ausgang des Kampfes ein noch ungünstigerer für die betr. Arbeiter gewesen sein, als er es in Wirklichkeit war, so hätte darunter das Ansehen der Partei und ihrer bei dem Boykott betheiligten Vertreter zweifellos gelitten. Nun bin ich keineswegs der Meinung, daß ohne Rücksicht auf die politische Situation größere wirthschaftliche Kämpfe und Boykotts unternommen werden sollten, doch meine ich, läßt sich eine Verständigung mit den Organen der politischen Partei� herbeiführen, auch ohne daß diese selbst als die entscheidenden Körperschaften vor die Oeffentlichkeit zu treten brauchen. Was meinen Antrag bezüglich der Presse betrifft, so ist derselbe wohl am meisten mißverstanden worden. Ich bemerke, daß das Hamburger Gewerkschaftskartell wiederholt den Wunsch ausgesprochen habe, daß Vertreter des„Hamburger Echo" in den Sitzungen des Kartells zugegen sein möchten. DaS Recht, sich an den Debatten zu betheiligen, ist denselben noch nie bestritten worden und habe gerade ich selber bei Erörterung meiner Anträge ausdrücklich erklärt, daß ich es sogar für wünschenswerth erachte, wenn die Vertreter der Arbeiterpreffe an den Verhandlungen über Boykotts theilnehmen. Aber— ist ein Boykott einmal von den dazu bestimmten Organen endgiltig beschlossen, dann erachte ich es allerdings für Pflicht der Redaktionen der Arbeiterblätter, dafür energisch einzutreten. Die Arbeiter- presse soll und muß sein eine Waffe im Kamps« der Arbeiter gegen das Kapital; keineswegs kann ich deshalb den Redakteuren der Arbeiterblätter das Recht zu- gestehen, entgegen de» Beschlüssen der Arbeiter ihrer P r i v a t m e i n u n g über einen Streik oder einen Boykott der auf dem Papier ihnen zur Verfügung stehenden Arbeiterzeitung Ausdruck zu geben. Meine unmaßgebliche Meinung ist, daß Redakteure sich kein Sonderrecht vor anderen Genossen aneignen dürfen. Im Kampf muß Disziplin herrschen, anders sind keine Siege zu erringen. Der wirthschaftliche Kampf hat für mich dieselbe hohe Be- deutung wie der politische. In politischer Beziehung haben wir im Kampfe mit den Gegnern bisher immer einheitlich und ge» schloffen gehandelt; im wirthschaftlichen Kampfe war dies bisher leider nicht immer der Fall. Dem doch wohl berechtigten Wunsche, eine größere Einheitlichkeit anzubahnen, sind meine Anträge entsprossen, und hoffe ich dadurch eine Anregung ge» geben zu haben, daß diese Frage in den Kreisen der Genossen einmal ernstlich erörtert wird. A. von Elm. «» « Bei der Darlegung unseres Standpunktes zu der Elm'schen Erwiderung wollen wir gleich mit deren Kern beginnen, näm» lich mit der von Elm gewünschten„e i n h e i l l i ch e n R e g e l u n g der Boykottfrage". Elm setzt voraus, daß eine einheit- liche Regelung durchführbar ist, wenn die General- kommission oder der Generalausschuß der Ge- werkschasten mit dahin gehenden Funkttonen betraut werden. Aber die Erfahrungen, die man mit der viel ver- suchten einheitlichen Regelung der Streiks gemacht hat, lassen den Schluß zu, daß ebensowenig wie die Arbeiter bei Streiks ans die Reglements von Zenlralinstanzen Rücksicht nehmen, wenn ihnen das Reglement nicht paßt, sie ebensowenig in Boykott- angelegenheilen den Anordnungen der Generalkominission oder des Gewerkschaftsausschusses gehorchen würden. Zenkralisations- bestrebungen solcher Art haben sich bisher stets als verfehlt er- wiesen, und möglicherweise sind die dezentralen Neigungen der Arbeiter in dieser Beziehung auch eher von Nutzen als das Gegentheil, denn sie erhalten die einzelnen Arbeiterkreise regsam, machen sie kampfsähiger. während sie notorisch gar zu leicht er- schlaffen, wenn sie ihr Wohl und Wehe ganz in die Hände einer Zentralinstanz legen. Einen Boykott über ganz Deutschland durchzuführen, ist ganz unmöglich; hierzu gehören lange Borbereitmigen, Organi- sationen und Geldmittel, über die wir nicht verfügen. Könnte man Boykotts durch Versammlungsbeschlüsse allein durchführen so wäre Elm's Vorschlag diskutabel, da aber dazu ganz anderes gehört, so ist ein Boykott über ein ganzes Land undurchführbar, Aber angenommen, es wäre eine einheitliche Regelung des Boykotts durch die von Elm gewünschte Zentralinstanz möglicy, so kann die Gesammtheit des arbeitenden Volkes doch niemals auf das natürliche Recht verzichte», mit darüber zu reden, ob ein Boykott am Platze und ob er durchführbar ist. Das Gegen- theil hieße an die Stelle des demokratrschen Beschlußfassungs- rechts einen Absolutismus setzen, der durchaus nicht genießbarer wird, weil seine Ausüber Gewerkschaftsvorstände und General- kounnission sind. Jeder Arbeiter hat das selbstverständliche Recht, seine Lage dem Unternehmer gegenüber zu verbessern, aber diesem Rechte parallel läuft die Pflicht, vor allen Dingen selber dafür einzutreten. Sind schon die Gewerkschaften mit wenigen Mitgliedern ihrer Ohnmacht halber gar zu leicht geneigt, de» Boykott anzuwenden, weil die Opfer dieses Kampfmittels von den Massen getragen werden, so ist das noch viel mehr der Fall bei de» Arbeiter». die keiner Organisation angehören; diesen gegenüber bedeutet die Unterstützung des Boykotts durch die Massen vielfach weiter nichts als eine Prämie auf die gewerkschaftliche und politische In- differcnz. Wenn den Arbeitern gewohnheitsmäßig durch den Boykott geholfen wird, so halten sie es für überflüssig, ihrer Gewerkschaft länger als nur im Falle der augenblicklichen Roth sich anzuschließen und jahrelang Beiträge zu zahlen. Die Massen des arbeitenden Volkes können sich aber nicht allzu häufig den mitunter sehr großen Mühen und Nachtheilen sowie den Gefahre» eines Boykotts aussetze», sonder» die Gewerk- schastcn dürfen das von ihnen nur verlangen, wenn es sich wirk- lich um berufliche Konflikte von allgemeiner Bedeutung handelt, und darüber in letzter Instanz zu entscheiden, muß man wohl oder übel den Massen selbst überlasse». Die Meinung, nur die gewerkschaftlich organisirten Ange- hörigen des arbeitenden Volkes hätten em Recht, darüber zu be- stimmen, erledigt sich schon durch die Thalsache, daß zur erfolgreichen Führung eines Boykotts die Theilnahme der trotz Bestehens von Gewerkschaften nicht geiverk- schaftlich organisirten Arbeiter nöthig ist. Aber man bedarf auch der Unterstützung derjenigen Kategorien des arbeitenden Volkes, die keine Gewerkschaften haben, z. B. der in Kommunal- und Staatsbetrieben beschästigten Arbeiter und Beamten, sowie der Privatbeamten, des Dienstpersonals. All diese Kreise ge< horchen nicht dem Kommando einer Gewerkschaftsvertretung, sondern, soweit sie zu gewinnen sind, befolgen sie nur die Be- schlüsse der Volksversammlungen oder der durch allgemeine Wahl ernannten Arbeitervertretungen, sowie die Vorschläge der Ar- beiterpresse. Mag Genosse Auer die Volksversammlungen noch so gerinh einschätzen, es giebl nun einmal keinen auderSn Ort, wo die Masse ihren Ansichte» und Neigungen Geltung verschaffen kann, wie eben dort. Wenn Volksversammlungen unfähig sein sollen. Boykottsragen zu entscheide», dann dürften sie noch viel weniger befähigt sein, über sozialpolitische und über Fragen der sogenannten hohen Politik mitzureden. Die Agitationskraft unserer Pariei beruht aber neben der Presse in der Hauptsache in der Volksversammlung. Beweis dafür die Anstrengungen der Gegner von der Ostsee bis zu den Alpen, uns die Versammlungslokale abzutreibe». Wenn Volksversammlungen verkehrte Beschlüsse fassen, so liegt das vor allem daran, daß diejenigen, die über eine Sache ei» anderes Urtheil haben, ihre gegentheilige Mei- nnng nicht in der Volksversammlung zum Ausdruck brachten. Freilich hängt die Zusammensetzung der Volksversammlungen stets vom Zufall ab, aber das schließt nicht ein. daß sie deshalb in der Regel falsch entscheiden müßten. Entscheidungen, die z. B. von Delegirten getroffen werden, sind nicht viel seltener dem Jrrthum unterworfen, als Entscheidungen der Massen selbst. In der Hauptsache kommt es daraus an, ob der Volksversammlung ein klares Bild dessen gegeben wird, ivorüber sie beschließen soll. Ist das der Fall, dann wird ihre Entscheidung meist richtig aus- fallen. Im übrigen ist die Boykottfrage im speziellen nicht zu regle- mentiren, sondern nur von Fall zu Fall zu entscheiden. Ein Boykott, der aus bedeutungsvollen Ursachen heraus von einer Gewerkschaft gewünscht wird, darf allerseits auf Unterstützung rechnen; ein Boykott um verhältnißinäßig geringer Dinge willen dagegen nicht, so wichtig sie auch den be- treffenden Arbeitern erscheinen. Zu bestimme», wie ein Boykott zu organisiren ist, dazu bedarf's keiner Zentralisation. Die Gewerkschaft, die ihn für nöthig hält, mag sich an die Arbeitervertretungen der verschiedenen Orte wenden, wo die Waaren der betreffenden Firma geführt werden. Weist sie nach, daß der Boykott nöthig, so wird jeder Ort ihn durchführen, vor- ausgesetzt, daß er durchführbar ist. Kein Ort aber kann sich diktiren lassen, was er thun soll. Sofern z. B. die Durchführung des Boykotts in einem Orte für die Arbeiterschaft dieses Ortes unmöglich ist oder Aussperrungen, kurz Gefahren mit sich brächte, die vielleicht zu dem Nutzen, den der Boykott für die ihn ver- langende Gewerkschaft günstigstenfalls hätte, in keinem Verhältniß ständen, so muß es dem betreffenden Orte freistehen, den Boykott nicht zu verhängen. An diese Seite der Angelegenheit scheint Genosse v. Elm gar nicht gedacht zu haben. Das arbeitende Volk in seiner Gesammtheit kann sonach nicht darauf verzichten, auch zu Boykotts wirthschaftlicher Natur Stellung zu nehmen. Und das Instrument der Gesammt- heit ist eben die Volksversammlung. Dadurch erledigt sich die Meinung v. Elm's, daß wir der sozialdemokratischen Partei das formale Recht der Entscheidung übertragen wissen wollten. Daß Genosse v. Eli» über die Befähigung der Volks- Versammlungen, in Boykottfragen mitzureden, selber nicht so gering denkt, als er sich den Anschein giebt, wird dadurch er- wiesen, daß er sich in Sachen des Mohrffchen Boykotts mit darauf beruft, dieser Boykott sei u. a. von mehreren großen Volksversammlungen erklärt worden. Nun, wenn's beim Mohr- scheu Boykott am Platze war, warum soll die Volksversammlung nicht auch sonst den Ausschlag geben? Genosse v. Elm will nun zu seinen Anträgen, gegen die wir das nöthige wohl gesagt haben, infolge der Behandlung des Mohr'schen Margarine-Boykotts durch den.Vor- wärts" und das.Hamburger Echo" gekommen sein. Dadurch wird es nöthig, die Ursachen zu nennen, die zu dem Boykott der Mohr'schen Margarine führten. Wir geben deshalb unter anderem folgende seinerzeit im„Vorwärts" veröffentlichte Notizen wieder: I» der Mohr'schen Margarwefabrik in Altona waren Differenzen ausgebrochen, weil einige Angestellte der Fabrik durch grundlose Denunziationen ihre Mitarbeiter bei deren Vorgesetzten verdächtigten, die Fabrikleitung sich aber weigerte, die Denunzianten den Arbeitern namhaft zu machen. Schließlich wurden zwei Denunzianten ermittelt und von der Fabrikleitung den Arbeitern bekannt gegebe». Die Arbeiter und Arbeiterinnen richteten nun in einem Schreibe» an Herrn Mohr das Ersuchen, daß die Denunzianten für ihr verwerfliches Handeln bestrast werden sollten, der eine durch vier Wochen langes Aussetzen der Arbeit, der andere durch Enthebung von seinem Vorarbeiterposten. Herr Mohr lehnte es ab, aus dieses Ersuchen einzugehen und verwies die Arbeiter, als diese sich über die Angelegenheit besprechen wollten, aus der Fabrik, worauf die Arbeiter einmüthig die Arbeitsstelle verließen. Vis zur Regelung der Angelegenheit wird die Arbeit in der Fabrik ruhen. Nur fünf von 300 Ar- beitern und Arbeiterinnen arbeiten von dem alten Personal weiter. Der Fabrikant sucht, wie wir hören, Ersatz in anderen Städten.(„Vorwärts" v. 10. April 1836.) Die streikende» Arbeiter und Arbeiterinnen der A. L. Mohr'schen Margarwefabrik in Altona fordern: 1. Sämmtliche Streikbrecher sind zu entlassen; 2. alle aus- gesperrten Arbeiter und Arbeiterinnen find wieder an- zustellen; 3. die Vorgesetzten haben die Arbeiter bester zu behandeln wie bisher; 4. der Arbeiterausschuß ist als Vermittelungs- Körperschaft bei Arbeiter- Entlassungen an- zuerkennen; 5. die Mißstände sind zu beseitigen, deren Ab- stellung der Arbeiteransschuß mehrfach bei Mohr beantragt hat; 6. für die Küper von Ältona-Ottense» isi eine Betriebsiverlstalt zu errichten; 7. der I. Mai ist als Feiertag freizugeben. Die für die Mohr'sche Fabrik bei Zwischenmeistern arbeitenden Küper, an welche das Ansinnen gestellt worden ist, Streikbrecher zu werden, werden auch unverzüglich vorgehen und die ihnen geeignet erscheinenden Schritte thun, um nicht nur den ausgesperrten Arbeitern zum Siege zu verhelfen, sondern auch für sich selbst etwas zu erringen.(„Vorwärts" vom 11. April.) Ueber die Mohr'sche Margarwefabrik in Altona ist von einer über 2000 Personen besuchten Volksversammlung der Boykott verhängt worden, weil Herr Mohr jegliche Vereinbarung mit seinen im Streik stehenden Arbeitern schroff zurückgewiesen hat. Die Versammlung wurde aufgelöst, weil der Vorsitzende der Aufforderung des überwachenden Beamten nicht nachkam, einem Redner dos Wort zu entziehen, der einige Polizeibeamte wegen ihres schneidigen Verhallens gegenüber streikenden Kaffee- sortirerinnen kritisirt hatte.(„Vorwärts" vom 12. April.) Nun hat der Berliner Parteitag in Beziehung aus die Anwendung des Boykotts folgende Richtschnur gegeben: Der Boykott ist für den politischen und gewerkschaftlichen Kampf der Arbeiterklasse eine Waffe, die nur unter der aktiven Theilnahme der großen, heute noch nicht organisirten Massen wirksam in Anwendung gebracht werden kann. Ter Boykott kann daher mit Aussicht aus Erfolg nur in den Fällen i» Vorschlag gebracht werden, wo es sich um Fragen handelt, an denen weite Arbeiter kreise nut tiefgehendem Interesse betheiligtsind, insbesondere auch um Zurückweisung von Bestrebungen, welche eine poli- tische Schädigung der Arbeiterklasse bezwecken. Unter keinen Umständen aber darf der Boykott zu einem Mittel der politischen oder wirthschaftlichen Vergewaltigung werden zu dem Zwecks, die politische Gesinnung oder persön- liche Ueberzeugung zu strafen, oder die äußere Bekundung einer politischen Meinung oder deren Bethätigung zu er- zwingen. Daß der Mohr'sche Margarine- Boykott diesen Voraus- setzungen nicht entsprach, war uns klar. Außerdem hätte seine Durchführung speziell in Berlin einen ungeheuren Apparat erfordert, der schlechterdings in einer die Massen so wenig interessirende» Sache nicht zu beschaffen gewesen wäre. Deshalb gingen wir auf das Verlangen der Altonaer Boykottkommission nicht ei», einen Ausruf zu veröffentlichen, worin die Arbeiterschaft Berlins und Deutschlands zur Theilnahme an diesem Boykott ersucht werden sollte. Besonders unterrichtet haben wir die Kommission nicht, da sie aus einer anderen Notiz des„Vorwärts" schon darüber orientirt war, daß wir den Boykott nicht billigten. Die Differenzen mit Mohr wurden beendet, brachen aber wegen Zurückweisung von 13 Arbeiterinnen aufs neue aus, bis sie durch folgende Erklärung der Boykottkommission endgiltig beigelegt wurden:„Herr A. L. Mohr in Bahrenfeld ließ uns unterm 27. April durch seinen Sohn sagen, daß alle 13 streiken- den Frauen wieder anfangen konnten zu arbeiten. Da wir Herrn Mohr zun. zur Abgabe einer derartigen Erklärung nicht für berechtigt hielten, haben wir die Arbeiter der Firma Mohr ver- anlaßt weiter zu streiken. Da wir inzwischen erfahren haben, daß Herr Mohr zun. die Erklärung im Namen seines Vaters ab- gegeben hat, so bedauern wir sehr. Herrn A. L. Mohr zu unrecht öffentlich des Wortbruchs beschuldigt zu haben." Daß nach dem allen die Arbeiterpresse einfach die Pflicht hatte, für einen Boykott solcher Art leine Propaganda zu machen, ver- steht sich unseres Erachtens von selbst. Auf diesen Boykott, der doch genügend darthut, daß er nicht einwandssrei war, stützt aber Genosse v. Elm seine Boykottorganisation!— Sonach können wir das Urtheil über seine Ausführungen ruhig der Gesammtarbeiterschast überlassen! Lalmles. Den Parteigenossen Berlins theilen wir mit, daß die Absicht besteht, am 17. September in Parteiversammlungen zum Parteitage in Gotha Stellung zu nehmen. Wir empfehlen des- halb, für diesen Tag keine Versammlungen irgend welcher Art einzuberufen. Falls die Vertrauenspersonen der einzelnen Kreise an stellt besonderer Versammlungsinserate ein gemeinsames auf- geben wollen, bitten wir, sie dieS unserer Expedition mit- zutheilen. Ten Mitglieder» dcS WahlbereinS für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis zur Nachricht, daß am Sonntag, den 6. September, ein Familienausflug nach P f e r d e b u ch t bei Köpenick stattfindet. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof S Uhr 40 Minuten. Der Vorstand. Ein Jahr ist es heute her, daß das Jubeljahr auf seiner öhe angelangt war. Ein Jahr ist es heute her, daß der deutsche aiser Wilhelm II. bei dem Paradediner im Weißen Saale des Schlosses die bekannte Rede mit folgender Wendung hielt: „Doch in die hohe Festesfreude schlägt«in Ton hinein, der wahrlich nicht dahin gehört. Eine Rotte von Menschen, nicht werth. de» Namen Deutscher zu tragen, wagt es, das deutsche Volk zu schmähen, wagt es, die uns geheiligte Person des allverehrten verewigte» Kaisers in den Staub zu ziehen. Möge das gesammte Volk in sich die Kraft finden, diese unerhörten Angriffe zurückzuweisen. Geschieht es nicht, nun, dann rufe ich Sie, um der hochverrätherischen Schaar zu wehren, um einen Kamps zu führen, der uns befreit von solchen Elementen. Schon am nächstfolgende» Tage begann seitens der Staatsanwaltschaft der Kamps gegen die Sozialdemokratie. Der berühmte Septemberkurs begann. Hier wurde in der Frühe des 4. September unser verantwortlicher Redakteur Pfund von Schutzleuten aus dem Bette ge- holt und in Untersuchungshaft gebracht. Das gleiche Schicksal traf unsere Kollegen Roland und Rautmann, obgleich ihnen allen nichts ferner lag, als feige zu fliehen. Zugleich wurden verschiedene Nummern unseres Blattes wegen angeblicher Majestätsbeleidigung konfiszirt, unter ander» eine, die drei Wochen lang gänzlich unbehelligt geblieben war. Am 29. Oktober standen die drei Redakteure vor demselben Richter Brausewetter, der wenige Wochen später in der Nacht des Wahnsinns starb. Dieser Mann erkannte unter dem Kops- schütteln der gesammten unabhängigen Presse gegen Roland auf sechs Monate, gegen Pfund auf neun Monate und gegen Rautmann auf zwölf Monate Gefängniß. Rautmann und Roland büßen noch ihre Strafen ab; eine von unserer Seite im Reichstage gegebene Anregung, die unter solchen Umständen ge» fällten Urtheile zu kassiren, hatte bekanntlich keinen Erfolg. Man müsse an dem gesunden Empfinden des deutschen Volkes verzweifeln, wenn der Septemberkurs nicht in weitesten Kreisen die lebhaftesten Sympathie» und Erfolge eingebracht hätte. Schon am 7. September konnten wir der Berliner Bevölke« rung unseren Dank für die thatkrästige Unterstützung aussprechen» die sie uns angedeihen ließ, indem sich der Abonnentenstand unseres Blattes innerhalb weniger Tage von 45 000 auf 31 000 hob. Dann folgte bei den Stadlverordnetenwahlen am 6. November eine Vermehrung der Stimmenzahl von 7077 auf 12 683. Inzwischen hatte am 3. November unser Genosse Lütgenau in Dortmund einen herrlichen Wahlsieg erfochten. Mit über 3000 Stimmen Mehrheit überwand er unter dem frischen Eindruck der vorhergegangenen Ereignisse seine» nationalliberalen Gegner Möller. Und weiter ging es von Erfolg zu Erfolg, in Sachsen, im Elsaß, in Hessen, überall errang die Sozialdemokratie der Verfolgungen zum Trotz Triumphe, welche ihre Gegner rathlos machten. Das ist da? Fazit, das wir aus dem Septemberkurs zu ziehen hatten. Und weiter geht es in rastlosem Kampfe unserm Ziele entgegen. Hoch die Sozialdemokratie! Die gestrige Hcrbstparade verlief wie in früheren Jahren. Straßenabsperrungen in ansehnlichstem Umfange. Wie berichtet wird, machten die Rotten von Gigerln und halbwüchsigen Burschen, welche die Musikkapellen der heimkehrenden Regimenter zu begleiten pflegen, diesmal einen ganz besonderen Spektakel. An der Wilhelm- und Leipzigerstraßen-Ecke wurden die Burschen von den Schutzleuten auseinander getrieben. Konservative. nationalliberale und freisinnige Blätter thun entzückt und die„Vossische Zeitung" faselt sogar von einem„Lieblings- schauspiel für die Bevölkerung Berlins." Die Bevölke- rung Berlins stand gestern in ihrer übergroßen Mehrheit an der Arbeitsstätte und würde sich, wenn sie befragt würde, höflichst aber entschieden jeden Vergleich mit dem Volk ver- bitten, dem gestern angeblich ein Liebliugsschauspiel geboten wurde. Abermals prügelnde Sicherheitsbeamte! Fast kein Tag vergeht jetzt, an welchem nicht die unabhängige Presse genöthigt ist, Klagen über Ausschreitungen einzelner Beamte» zu berichten. Die Gendarmengeschichte im Treptower Park, über die wir nach eine», hiesige» Blatt schon am Sonnlag kurz einiges brachten, hat nach einer Schilderung in der„Berl. Ztg." ein viel schlimmeres Aussehe», als anfangs anzunehmen war. Der an der Affair« Hauptbetheiligte, ein Herr L. aus der Leipzigerstraße, giebt dem Blatt unter Namens- und Wohnungsnennung von mehr als 20 Augenzeugen folgende Schilderung des kau», glaubliche» Vor- falles: Am 27. v. M. hatte ich zu einer Privatfestlichkeit ein« Anzahl Familien nach dem von meinem Bruder A. Lindstedt ge» mietheten Lokal„Spandauer Thurm" in Alt-Berlin geladen. Der Inhaber des Lokals hatte bereits gleich nach 11 Uhr mit seiner Frau dasselbe verlassen, die übrigen Dame» und Herren unter« hielten sich in ruhiger Weise, gesungen wurde nicht und einige waren bereits im Begriffe zu gehen, als plötzlich— es war kurz nach 12 Uhr— der Gendarm Lack aus Weißense« in daS Lokal trat und in schroffstem Tone Feierabend bot. Als Gast« geber machte ich denselben darauf aufmerksam, daß dies eine ge« fchlossene Gesellschaft sei, er möchte das Lokal verlassen, wir würden auch unaufgefordert gehen. Als diese Unterredung mit dem Gendarni geführt wurde, suchte» manche erst ihre Garderobe, die, da das Lokal klein ist, übereinander hing und daher schwer zu finden war. Dabei war es erklärlich, daß die Thür, welche innen mit Kleidungsstücken behängt war, zugemacht wurde und so der Gendarm von der Gesellschaft abgeschnitten wurde. Die Gäste waren eben dabei, die Garderobe von der Thür abzunehmen, alS dieselbe mit einer so furchtbaren Wucht aufgestoßen wurde, daß eine Dame zur Erde fiel und Gläser und Leuchter von dem Tische flogen. Mich drückte der Gendarm Lack nun mit solcher Gewalt an die Wand, daß ein Gast zu ihm sagte:„Lassen Sie doch den Herrn los, Sie erwürgen ihn ja!" Zu gleicher Zeit war auch ein ander Gast, Herr K.. der Dame behilflich, welche durch das Aufschlagen der Thür hingestürzt war. Der Gendarm ließ von mir ab und packte jetzt St., welcher in gebückter Stellung war, so gewaltsam im Genick, daß beide Knopflöcher des Kragen? zer» rissen und ihm die Kehle so zugeschnürt wurde, daß es ihm nur mit Aufwendung aller Kräfte möglich war, etwas Luft zu schaffen. I» diesem Augenblick stürzte der zweite Gendarm Constabel aus Weißensee ins Lokal und faßte, ohne nach der Ursache zu fragen, einen Herr» H. aus der Eharlottenstraße an der Brust und warf ihn die Treppe hinunter. H. sagte dem Gen- darm, daß er seine Frau wenigstens zufrieden lassen sollte, statt einer Antwort wurde nun aber auch Frau H. aus dem Lokal gebracht. Hierauf wurde ein Herr Z. von den beiden Bendarmen vor das Haus geschleift, mit Fäusten auf den Kops geschlagen und dann abgeführt. Mehrere Herren gingen nun»ach der Gendarmerie-Wache, um die Angelegenheit zu Protokoll zu geben. Dort wurde ihnen jedoch diese Bitte nicht gewährt, sondern nur die Namen notirt. Als wir. so schreibt L. in der Wachtstube waren, wollten unsere Damen vor dem Hause aus uns warten und näherten sich dem Fenster. Als der Gendarmerie- Wachtmeister dies bemerkte, ging er hinaus und befahl den Damen fortzugehen, widrigenfalls er sie verhaften lassen würde. Die Damen gingen zurück und wurden von zwei Gendarmen verfolgt. Frau H. fragte dabei den sie vorwärts treibenden Gendarm, wo sie denn ihren Mann wiederfinden würde, darauf wurde ihr die Antwort:„Sie sollte machen, daß sie raus komme, was sich nach 12 Uhr im Park herumtreibe, wäre doch nur Lumpengesindel." Frau H. sagte darauf weinend, sie wende sich doch an den Gendarm, um Schutz zu suchen, er möchte doch noch eine Frage erlauben. Darauf erwiderte der Gendarm, indem er Frau H. an der linken Schulter anfaßte, umdrehte und wiiterschob:„Ach was, hier ist gar nichts zu erlauben, machen Sie, daß Sie rauskominen, alles, was sich hier i m P a rk e»ach 12 Uhr noch herumtreibt, sind in meinen Augen nur H...." Nun kam aber, immer nach derselben Quelle, der Szeye zweiter Akt. Ein Herr Fr. aus der Leipzigerstraße, sowie der Buffetier Herr A. hörten diese Aeußerung nud waren darüber so empört, daß Herr A. den Gendarm darüber zur Rede stellte, indem er sagte, wie er anständige Damen so iusnltiren und beschimpfen könnte. Der Gendarni forderte hierauf Herrn A. auf, ihm zur Wache zu folgen, was dieser sofort that. Als sie einige Schritte g e g an g e n w ar en, ka in n och ein zweiter Gendarm dazu, sie schleppten nunHerrnA. insGebüsch und bearbeiteten ihn mit Füßen und Fäusten der- artig, daß er laut um Hilfe rief und bat, sie sollten ihn doch loslassen, sie schlügen ihn )« sonst to dt. Herr A. blutete aus Nase, Mund und Ohren und war derartig zugerichtet, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte, zur Wache wurde er zedoch nicht gebracht. Die arretirlen Herren K. und Z. wurden auf der Wache aufgefordert, sich zu legitimiren. Währenddem stand der Fuß- (jendarm Voßmayer aus Lichtenberg, der in der Drillichjacke im Nebenranm gesessen hatte und an dem ganzen Vorfall nicht betheiligt war, auf und gab dem Herrn K. mit den Worten:„Das A.. lächelt noch", einen Faust- schlag hinter die Ohre». Vorher hatte Voßmayer schon die Aeußerung fallen lassen:„Ihr habt doch Revolver bei Euch; hättet Ihr doch ein paar Kerle niedergeschossen." K. und Z. wurden alsdann in je eine Zelle gesperrt, wobei Herr K. von Voßmeyer einen derartigen Stoß und Faustschlag ins Genick bekam, daß er gleich an die gegenüberliegend» Wand flßg. Bei diesem Ein- fchließen äußerten sich die Gendarmen mit den Worten: in mehreren Fällen Rutscher, deren Fuhrwerte geringfügige| Gendarm Schneider geöffnet, welcher nach seinem Begehr fragte; Macht Ihr Gesindel, daß Ihr reintommt, Zusammenstöße mit elektrischen Wagen gehabt hatten, zu einigen aber ehe Kettner sein Anliegen vorbringen konnte, hätte wo Ihr hingehört." Herr 3. Klopfte bald und Tagen Gefängniß verurtheilt wurden, weil das Gericht auf der hinter Schneider stehende Bornemann unbarmherzig bat, man möchte ihm doch in Der talten Belle die elektrischen Wagen das Gesetz über den Kleinbahnen auf ihn losgeschlagen und und ihm außer den schon mitfeinen Ueberzieher erlauben, worauf der Gendarm Voßmeyer betrieb anwendete. Die Fuhrwerksbesizer sind hingegen der getheilten Verlegungen noch mehrere Schläge über Auge, äußerte:„ Wenn Sie nochmal tlopfen, schnüren wir Meinung, daß dieses Gesetz in Berlin unter feinen Umständen Rücken und Arme beigebracht, bis ein dritter erst hinzuIhnen die Knochen zusammen." Noch 3/4 Stunden zur Anwendung gelangen dürfe, weil dadurch besonders in gekommener Gendarm ihn aus den Händen Bornemann's befreite. waren die Herren gefangen und wurden dann vom Oberwacht verfehrsreichen Straßen sämmtliche Fuhrwerke den elektrisch be- Kettner wurde dann zwar für verhaftet erklärt, aber auf Anmeister entlassen. triebenen Wagen gegenüber in die bedenklichste Lage tommen ordnung des Amtsvorstehers Boddin sofort durch einen Amtsa Um uns, so schließt der Bericht, nicht des Widerstandes gegen würden. Außerdem hätten die Direktionen der elektrischen diener und einen Heilgehilfen nach seiner Wohnung transportirt, die Staatsgewalt schuldig zu machen, mußten wir sämmtliche Straßenbahnen, wenn für diese das Gesetz über den Kleinbahnen nachdem er durch den telephonisch herbeigerufenen Dr. Nagel die Schläge und sonstige Ausartungen ruhig hinnehmen. betrieb wirklich Geltung haben solle, auch die Pflicht, an den erste Hilfe erhalten hatte. Soweit die Darstellung Kettner's. Die Berliner Zeitung" ist begierig, ob sich die Behörde Kreuzungspunkten zum Schuße des Publikums und der Die schon im besten Gange befindliche Untersuchung dürfte wohl diesmal zu einer Antwort aufraffen wird. Nun daran übrigen Wagen Beamte und Signalvorrichtungen bald völlige Klarheit in die Affäre bringen. wird es nicht fehlen, es wird eine Antlage geben. Im Laufe aufzustellen. der Verhandlung wird sich dann ja feststellen lassen, wie weit Das Panoramagebände im Landes- Ausstellungspark wird, die ganz unglaublich flingenden Angaben auf Wahrheit beruhen. wie ein hiesiges Blatt meldet, im nächsten Monat vollständig Bestätigen sich aber dieselben, dann mag die Berliner Zeitung" abgebrochen werden. Mit dem zum Abbruch gestellten Gebäude Die bürgerliche Presse macht ihrem Groll darüber Luft, die freisinnigen Landtags- Abgeordneten ver- sollen auch die Bilder Pergamon, Brand von Rom und Kon- daß der Amtsvorsteher von Treptow am letzten anlaffen, daß fie jeden einzelnen Mißhandlungsfall im ftantinopel verkauft werden. Sonntag plößlich verordnet hat, sämmtliche Rioske, an denen Abgeordnetenhause zur Sprache bringen, gerade fo, Pläne der Ausstellung, Führer, Kataloge, Postkarten und wie es die Sozialdemokraten im Reichstage machen. Alsdann Das Treiben eines hiesigen Jukaffo- Bureaus hat wieder Beitungen verkauft werden, während der Kirchenstunden von werden sie den Minister veranlassen tönnen, öffentlich Rede einmal eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Be- 10 bis 12 Uhr zu schließen. Ebenso wird bedauert, daß der und Antwort zu stehen. Bislang hat die bekannte freifinnige drohung gezeitigt. Das Bureau war von einem österreichischen Einzelverkauf von Lotterieloosen für diese Beit untersagt worden Feigheit die Abgeordneten an dieser Pflichterfüllung verhindert. Fabrikanten beauftragt, von dem Berliner Kaufmann R. einen ist. Was würden die entrüsteten Leute erst sagen, wenn sie Bielleicht geben diese Vorkommnisse, in denen anscheinend Wohlhabende den Mißhandlungen ausgesetzt waren, jetzt den freisinnigen Landtags- Abgeordneten Gelegenheit, sich endlich auch einmal zu etwas Nützlichem aufzuraffen. " " " die Gewerbe- Ausfellung 1896. einen streitigen Posten einzuziehen. Klage Antrag war vorher die vielen gegen die Sozialdemokraten gerichteten Maßregeln zu nicht erfolgt. Das Bureau bedrohte nun den Kaufmann K., daß kosten bekämen, die alle im Namen des Gesetzes verordnet sind, es ihn in seine schwarze Liste aufnehmen werde, falls er nicht und die bisher natürlich stets den Beifall der gutgesinnten Presse umgehend zahle. Da R. in seiner Antwort darauf hinwies, daß gefunden haben? die Sache nicht genügend geklärt sei, erfolgte verschärfte Drohung, worauf R. Anzeige erstattete. zerge ex In eine unangenehme Lage tamen Montag die Pächter des Nordparkes infolge eines im Resselhause stattgefundenen Aufsehen erregt in taufmännischen Kreisen der Selbstmord Rohrbruches einer Dampfmaschine. Durch den entstandenen des Kaufmanns Rudolf Böhme, der Jerusalemerstraße 66 feit Defekt blieben das Kaiserschiff, die Restaurants der Alpenwiese einer Reihe von Jahren eine anscheinend gut prosperirende und das Alpenpanorama ohne Beleuchtung und mußten zum Glas- und Spiegel- Manufaktur betrieb. Böhme hat sich in seiner theil ebenso wie die Haupthalle bei eintretender Dunkelheit ge= Hornstraße 17 belegenen Wohnung vergiftet. schlossen werden. Die Zillerthalbahn war infolge des Vorkomme wurden erft in der Nacht beendet. nisses den ganzen Tag außer Betrieb. Die Reparaturarbeiten bindermeister Karl Jänice am Montag in seiner Wohnung in In seinem Kleiderspinde hat sich der 72 jährige Buchder Frankfurter Allee 20 erhängt. Chamiffo's Grabhiigel auf dem alten Jerufalemer Kirch hofe in der Bellealliancestraße befindet sich, wie in Zeitungsberichten beklagt wird, in einem geradezu troftlosen Zustande. Wer hat auch im Zeitalter des Militarismus und des Polizisten thums Ursache, sich um den Grabhügel eines Schmierfinken zu fümmern? Der Kerl hat es in der Armee ja nicht einmal bis zum Hauptmann gebracht. fahren. Kunst und Wissenschaft. Literarisches. " Aus der Strafauftalt Moabit erzählt das letzte Berliner Statistische Jahrbuch" mancherlei traurig Interessantes. Jm Etatsjahr 1893/94 war der Gefangenen bestand am Jahresaufang 593, der Zugang 360, der Abgang 365, der Bestand am Jahresschluß 588, der tägliche Durchschnitt 576. Nur bei 299 neu zugegangenen Gefangenen werden über die persönlichen Berhältnisse Angaben gemacht; die wichtigsten davon sind die folgenden: Von den Eltern war bei 32 Gefangenen der Bater, bei 21 die Mutter, bei 8 beide vor dem 14. Lebensjahre des Kindes gestorben. Unebelich geboren waren 36 Gefangene( 12 pt.). Die Erziehung hatten 252 im Elternbause, 22 bei Fremden, 25 in öffentlichen Anstalten genossen. Auf dem Neubau am pathologischen Institut der Charitee Die Schulbildung war Elementarbildung bei 294( aber ist Montag Nachmittag der 59 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Vom Planeten Mars. Einer Rabelmeldung zufolge ist, vollständig nur bei 5, mangelhaft bei 289!), höhere als Grebert aus der Pallisadenstraße 54 verunglückt. Ein schwerer wie der Vossischen Zeitung" gemeldet wird, auf der LickElementarbildung bei 4; ohne Schulbildung war 1 Gefangener. Balfen fiel ihm auf ein Bein und verletzte es start. Der Ver- Sternwarte in Kalifornien am Morgen des 28. August von den Von den Berufen waren Arbeiter und Tagelöhner" mit unglückte wurde gleich nach dem Unfalle in der Charitee unter- Astronomen Hussey und Holden eine neue überraschende Erschei allein 103 vertreten. Das Alter war: 18-21 Jahre gebracht. nung auf dem Planeten Mars beobachtet worden. Die Erscheinung bei 68, 21-25 bei 100, 25-30 bei 54, 30-40 bei 73, 40-50 bei stellte sich als eine hell glänzende Hervorragung über die Licht2 Gefangenen. Verheirathet waren 94, verwittwet oder grenze des Planeten hinaus dar, die sich am einfachsten als ein geschieden 5, unverheirathet 198; bei 2 fehlt hier die Angabe. hoher von der Sonne erleuchteter Berggipfel, dessen in tieferem Der Wohnort war Berlin bei 116 Gefangenen, Brandenburg Niveau liegende nächste Umgebung zum theil bereits das ( ohne Berlin) bei 107, ferner Schlesien bei 34, Provinz Sachsen Dunkel der Nacht bedeckt, erklären lassen wird. Diese Entdeckung bei 10, Pommern bei 10 u. s. w. Vom Lande waren 85. Die wird nun auch an den europäischen, mit mächtigen Teleskopen Verurtheilung erfolgte allein in 175 Fällen wegen Diebausgestatteten Sternwarten weiter verfolgt werden, und sie wird stahl oder Unterschlagung. Vorbestraft waren 218 Geneues Licht über die Gestaltung der Oberfläche des uns jetzt am Gelyucht wurde gestern der Führer eines Kohlenwagens, nächsten stehenden Planeten verbreiten. Wie wir gelegentlich der fangene. In der Trunkenheit hatten 4 ihr Verbrechen begangen, 9 waren Gewohnheitstrinker. In Getstestrant der 38jährige Kutscher Hermann Wendtlandt. Er hatte in der kürzlichen Mittheilung von der in Arizona entdeckten Verheit verfielen in der Anstalt im Laufe des Jahres 11 Personen dem Peitschenstiel ins Gesicht geschlagen und fuhr dann, um sich Mars jezt bis in den Winter hinein immer näher, und wird Wollinerstraße anscheinend ohne Veranlassung einen Arbeiter mit doppelung des Marstanals Ganges bemerkten, kommt uns der ( 2 pCt. der Durchschnittszahl), 1 nach einer Haftdauer von unter 3 Monaten, 2 von 3-6 Monaten, 4 von 6-12 Monaten, 1 von der durch sein Verhalten aufgebrachten Boltsmenge zu entziehen, er sich immer deutlicher und günstiger beobachten lassen; die unter 2 Jahren, 3 von 2-5 Jahren.( Bei den meisten dürfte schleunigst davon. Er wurde jedoch eingeholt und vom Wagen dabei ausgesprochene Erwartung, daß wir jetzt am Vorabende die Geisteskrankheit schon vor der Einlieferung bestanden haben.) heruntergeriffen. Hierbei gerieth er unter die Räder seines Fuhr neuer Entdeckungen an jenem berühmten Planeten stehen, hat In der Frrenabtheilung waren am Jahresschluß 39( 62/3 pet. werks und erlitt so bedeutende Verlegungen am Arm und am aller Gefangenen). Es starben 19 Gefangene, 1 an einer Rücken, daß er in einem Krantenwagen in die Charitee über- nun durch die jüngste Rabelmeldung schon eine Bestätigung er äußeren Krankheit, 1 an Brustfellentzündung, 1 an Zungen- geführt werden mußte. entzündung, 14(!) an Tuberkulose, 2 durch Selbstmord. Polizeibericht vom 1. September. Gestern früh erschoß Mit welcher Frivolität einige Blätter ohne jegliche sich der dem Trunte ergebene 50 jährige Kellner Albert S. in Die neueste Nummer des ,, Wahren Jacob" wird in Urfache Privatangelegenheiten, die niemanden etwas angehen, feiner in der Blumenstraße gelegenen Wohnung.- Vormittags an die Deffentlichkeit zerren, dafür finden wir in der arbeiter wurde die 39 Jahre alte Wäscherin Sophie B. in ihrer Wohnung den Kreisen der Parteigenossen sicher viel Beifall finden. Die feindlichen Germania" ein Beispiel. Das Blatt bringt binder Albert F. in seiner Wohnung in der Frankfurter Allee er- interesse wird sich aber auf den durch zahlreiche Stizzen und in der Paulstraße und nachmittags der zweiundsiebzigjährige Buch- farbigen Illustrationen sind ausgezeichnet gelungen. Das Hauptfolgende wichtige Neuigkeit: Gegen bas Anarchisten- Ehepaar Reinhold hat der Anarchist hängt aufgefunden. In der Sickingenstraße lief vormittags die Porträts treffend illustrirten Artikel über den internationalen Schneider Töbs eine Klage auf Zahlung von 31 M. eindreiviertel Jahre alte Tochter des dort wohnhaften Töpfers Kongreß in London tonzentriren. Außerdem enthält die verForderung datirt noch vom Jahre 1889 Wunderlich gegen einen mit Sand beladenen Arbeitswagen, gerieth schwenderisch ausgestattete Nummer eine ausführliche Geschichte angestrengt. Sollten fich die Reinhold'schen Eheleute als zahlungsunfähig erweisen, so unter die Räder und erlitt außer einem Bruch des linken Ober- des Sedantages und ein großes doppelseitiges Kunstblatt Der will Töbs auf den von den„ Genoffen" für Frau Reinhold ge- feiner Mutter nach dem Krankenhause Moabit gebracht. Der schenkels schwere innere Verlegungen. Das Kind wurde von Zug der Eroberer". ftifteten sogenannten„ Frau Reinhold- Fonds" Arrest legen lassen." Bekanntlich hat die„ Germania" bei Gelegenheit der Samm- Führer eines Kohlenwagens, der 38jährige Kutscher Hermann lungen für die Märtyrerin sowohl Frau Reinhold selber wie Wendtland schlug in der Wollinerstraße, anscheinend ohne Berauch die Sozialdemokratie in Böbelmanier zu beschimpfen gesucht. anlassung, einem Arbeiter mit dem Peitschenstiel ins Geficht und Köpenick. Nachdem den Genossen in Adlershof das AbNichts als der Nerger darüber, daß die Arbeiter solchem Gegeifer fuhr dann, um sich der durch sein Verhalten aufgebrachten Volks. halten einer Lassallefeier am Ort unmöglich gemacht war, ist zum Trok in der Zuchthäuslerin" das Heldenweib ehrten, wird menge zu entziehen, schleunigst davon. Er wurde jedoch eingeholt ihnen, durch die sonderbare Handhabung des Vereinsgesetzes das pfäffische Blatt veranlaßt haben, nunmehr in einer gleich- und vom Wagen heruntergeriffen. Hierbei gerieth er unter die Räder feitens der Köpenicker Behörde, die am Montag arrangirte Wie bekannt, ift giltigen Privatangelegenheit die Frau mit Schmutz zu bewerfen. am Rücken, daß er in einem Krankenwagen in die Charitee über es in letzter Zeit in Köpenick wiederholt vorgekommen, daß die Frauen seines Fuhrwerts und erlitt so bedeutende Berlegungen am Arm und Versammlung gleichfalls vereitelt worden. Der Umbau der Alsenbrücke wird zunächst noch auf sich geführt werden mußte. In der Schankwirthschaft von Reck- bei öffentlichen Versammlungen von der Theilnahme ausschlossen beruhen müssen. Das Polizeipräsidium hat dem vom Magiftrat ling im Erdgeschoß des Hauses Fichteftr. 30 stürzte die 48 Jahre wurden. Das gleiche Verlangen stellte der überwachende Beamte aufgestellten Entwurfe für den Umbau der Brücke die landes- alte verehelichte Schlosser Anna Weißkopf, geb. Beder, durch eine in der Versammlung am Montag und wurde, da die Versammpolizeiliche Genehmigung versagt, weil die für die Brücke ge- offenftehende Fallthür in den Reller und trug außer einer Wunde lung seinen Anordnungen nicht folgte, die Auflösung verfügt. planten zwei Deffnungen von je 25 Meter Weite an stelle der an der Stirn anscheinend schwere innere Verlegungen davon. Da wegen derselben Gesetzesverlegung die Genossen in Köpenick jegigen drei Deffnungen von je 16,53 Meter eine erhebliche Ver- Sie wurde in einem Trageforbe nach dem nahen den Beschwerdeweg beschritten haben, so will man zunächst die schlechterung der Verkehrsverhältnisse für die dortige Schifffahrt Krankenhause am Urban gebracht. Gestern Nachmittag endgiltige Entscheidung in der Angelegenheit abwarten. Er herbeiführen würden. lief das Pferd eines im starken Trabe vom Spittel wähnen wollen wir dabei, daß die Behörde der Meinung ist, gemarkt in die Leipzigerstraße einbiegenden Geschäftswagens schieht die Anmeldung einer Versammlung von einer Person, die gegen das Gespann eines Omnibus der Linie Reichenberger- Mitglied eines Vereins ist, so habe man es mit erweiterten Vertraße- Neues Thor". Hierbei drang die Deichsel des Geschäfts- einsversammlungen zu thun, auf die jene oben geforderten Einwagens dem Handpferde des Omnibus in die Brust, so daß es schränkungen Anwendung finden. Eine Rechtsauslegung, die uns ganz mit einem Neudeck'schen Wagen in das Depot der Omnibus- unhaltbar erscheint, da man so den Unterschied, den das Gesetz Gesellschaft gebracht werden mußte. Das Pferd des Geschäfts- zwischen öffentliche und Vereinsversammlung macht, vollständig wagens erlitt ebenfalls eine Berlegung an der Brust. Gestern aufhebt und die Einberufung einer öffentlichen Versammlung Abend fiel der angetrunkene Stallmann Franz W. bei dem Ver- uns unmöglich erscheint, denn wer von unseren Parteigenossen fuche, mit einer Gondel an der Klaudiusbrücke anzulegen, in die ist nicht Mitglied irgend eines Vereins? Die Genossen haben Spree, vermochte jedoch ohne fremde Hilfe das Ufer zu erreichen. nunmehr am Donnerstag aufs neue in dem Lokal Hotel KaiserDie im Monat Juli vorgenommenen Kontrollen von Abends gerieth auf dem Stralauer Blaze die 1/2 jährige Tochter hof eine Versammlung einberufen, zu der die Parteigenossen um Nahrungsmitteln ergaben folgendes: Bei der Schmelzkontrolle des Zimmermanns Friedrich Bergemann unter die Räder eines recht rege Theilnahme ersucht werden. von Butter wurden 16 Proben als verdächtig beanstandet und Poftwagens und erlitt eine Quetschung des rechten Oberschenkels. zur chemischen Untersuchung eingeliefert. Von diesen wurden eine Heute Nacht entstand vor dem Hause Friedrichstraße 133 a Probe als Margarine erkannt, drei Probeu waren Mischbutter mit eine Schlägerei, bei welcher der 23jährige Musiker May Ebel sehr erheblichem Zusatz von Margarine, vier weitere Proben mußten den 20 Jahre alten Hausdiener Emil Strüwert durch einen Ein Gewesener Von Gottes Gnaden" erfährt im als dringend verdächtig bezeichnet werden, Margarine zu enthalten; Messerstich am Halse lebensgefährlich verletzte. Ebel, der von Leipziger Tageblatt" folgende ergößliche Beleuchtung: Von der Nachweis der Fälschung war jedoch nicht mit Sicherheit zu er- dem Publikum deshalb gemißhandelt und leicht verlegt worden Heinrich LXXII. Kürzlich ist an dieser Stelle Heinrich's bringen. Von gebranntem Kaffee wurden 20 Proben untersucht. war, wurde nach Anlegung eines Verbandes verhaftet, während des LXXII., souveränen Fürsten von Reuß Lobenstein- EbersIn einem Falle bestand sogenannte„ Kaffee Effenz" vorwiegend sein schwer verletzter Gegner in die Universitäts- Klinik auf- dorf, unter deffen Regierung die Schlacht bei Harra" geschlagen aus gebranntem Zucker und Zichorienextrakt, mit nur geringen genommen wurde. Auf der Oberspree bei der Station Sedan worden, Erwähnung gethan. Wenn die Revolution vom Jahre 1848 Spuren von Kaffein. Sogenannter Malztaffee" war lediglich fand gestern ein Zusammenstoß zwischen den Dampfern Hertha" etwas Gutes gethan, so ist es das gewesen, daß dieser kleine gebrannter Roggen. Zwei Proben„ Kaffeefchrot" erwiesen sich und Hewald" statt. An Bord des" Hewald" waren feine, an Despot, der seine 24 000 Unterthanen Jahre lang drangals ein Gemisch von gebrannten Rüben und Zichorienwurzeln. Bord der Hertha" etwa acht Baffagiere. Beide Dampfer falirt und fujonirt hat, hinweggefegt worden ist. In Die Bezeichnung als Kaffee ist für derartige Waare ungeeignet und wurden leicht beschädigt. Personen wurden nicht verlegt. bezweckt eine Täuschung. Von sechs Proben Pfeffergurten waren drei und von acht Proben„ Selterswasser" ebenfalls drei durch Y Kupfer ziemlich erheblich verunreinigt. Die letzteren waren von " Neue Straßen. Das Polizeipräsidium hat dem von den städtischen Behörden beschlossenen Projekte zur Aufnahme von brei neuen Straßen( 42a, 43a und 44a) in dem Bauviertel vor dem Landsberger Thore zugestimmt. Diese drei neuen Straßen laufen parallel mit der Landsbergerstraße und den Straßen 42, 43 und 44. Gleichzeitig hat sich das Polizeipräsidium mit der 43 und 44. Gleichzeitig hat sich das Polizeipräsidium mit der Aufnahme einer neuen Straße( 48a) in derselben Abtheilung des Bebauungsplanes auf dem Weißbach'schen Grundstückskomplex einverstanden erklärt. Aus den Nachbarorten. herumziehenden Händlern aus fupfernen, nicht genügend verzinnten Jn Rigdorf findet am Donnerstag in Rummer's Lokal, Ballons entnommen. Dagegen waren zehn untersuchte Proben von Berlinerstr. 55, eine Volksversammlung statt, in welcher die Scheibenäpfeln sämmtlich frei von Bintfalzen und anderen Broschüre Sedanfeier und Sozialdemokratie" verlesen wird. metallischen Verunreinigungen. Von zehn untersuchten Thee Frauen und Mädchen sind besonders eingeladen. " Versammlungen. Vermischtes. der rücksichtsloseften Weise ging er mit seinen Untergebenen um, Beleidigungen und Mißhandlungen einzelner Personen waren nichts Ungewöhnliches. Bu einigen Soldaten, die sich bei einer Jagd als Treiber ungeschickt benommen hatten, sagte er:„ Ihr erls glaubt wohl, ich brauche erst jemand, um Euch todtschießen zu lassen? Hier ist mein Schrotgewehr und mit dem will ich Euch so viel Blei in den Leib jagen, daß Ihr genug haben sollt!" Einen Baron v. S., der im Jahre 1847 proben erwies sich ein Imperial- Thee" bei unverhältnißmäßig Von der letzten Gendarmerie- Affäre in Rigdorf. Dem mehrere Nächte am Bette seiner Frau während der schweren hohen Aschengehalt als durch mineralische Stoffe beschwert. Von Rixdorfer Tageblatt" theilt der verletzte Schloffer Kettner mit, Entbindung derfelben zugebracht hatte, sette der Fürst, 21 Weinproben waren drei Medizinal- Ungarweine" tünstlich daß er weder einen Auflauf provozirt, noch ein solcher statt- als v. S. zum ersten Male wieder bei Serenissimus erschien, zur gezuckert. Die Befunde bei Milch ließen diese wiederholt als zu gefunden habe. Er sei lediglich in der Abficht nach dem Amts- Rede darüber, daß er die Niederkunft seiner Frau nicht gleich fetteren und die Bezeichnung( als Voll, Halb- oder Magermilch) hause gegangen, um dort zu melden, daß er auf den Köllnischen gemeldet habe. v. S. entschuldigte sich damit, daß er 36 Stunden der Waare nicht entsprechend erscheinen. Im ganzen wurden im Wiesen von 5-6 Mann angerempelt und überfallen worden am Bette seiner schwer leidenden Frau zugebracht habe. Monat Juli in 1075 Geschäften Milchrevisionen vorgenommen fei. Er bemerkte, daß aus dem Fenster des Bimmers Nr. 25 entgegnete darauf der Fürst, Sie sind wohl eine Hebamme ge= und im ganzen 44 482 Liter Milch untersucht, wovon auf grund ein junger Beamter sah, und da ihm auf sein Klopfen an worden?" Außer seinen Passionen für Jagd, Pferde, Reifen und der Untersuchung in 40 Geschäften 410 Liter vernichtet werden der Hausthür nicht geöffnet wurde, schlug er mit seinem das schöne Geschlecht hatte dieser über 7/2 Quadratmeilen regierende mußten. Schirm mehrere Male auf das Fensterblech desjenigen Fensters, Fürst dann und wann auch noch Beit, seine Herrscherpflichten ausGegen den elektrischen Bahnbetrieb wollen hiesige aus dem der Beamte vorher herausgesehen. Er habe also nicht zuüben. Dann bekümmerte er sich um die kleinsten Kleinigkeiten in Fuhrwertsunternehmer in einer Versammlung Stellung nehmen. gegen die Scheiben geschlagen, dies sei überhaupt unmöglich, da seinem Lande, erließ Verordnungen, an denen nichts geändert Beranlassung dazu hat in erster Linie der Umstand gegeben, daß bie Fenster zu hoch feien. Nun wurde die Hausthür durch den werden durfte und deshalb oft die Lachmuskeln seiner getreuen " So!" " Unterthanen in Bewegung setzten. So erschien im Jahre 1844| Europa's stellt Bartholdt in einer neuen Statistit auf. Das| Macht: Schlagen Sie in Liebknecht's Fremdwörterbuch nach. ein Erlaß, der folgendermaßen begann: Seit 20 Jahren wieder schlechteste Bildungszeugniß bekommt danach Portugal, in welchem-100. Auf Zahlung der Alimente tönnte erst nach der zum ersten Male an meine Regentenpflichten erinnert, erfahre Lande es unter 100 Bewohnern mehr als 67 giebt, welche weder Geburt eines Kindes geklagt werden. Eine vorherige Klage ist ich, daß Lobenstein des Nachts unbewacht schläft, während lesen noch schreiben können. Italien hat trot feiner vielen erst nach Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches( 1. Januar Hirschberg nicht übel disziplinirt ist." Eine andere Pro Universitäten auch noch nicht einmal der Hälfte seiner Landes- 1900) möglich. Gegen die Heirath mit der anderen tann aus Tlamation Heinrich LXXII. beschäftigte sich mit dem Besuch finder diese schwierigen Künste beibringen können. Wesentlich den früheren Beziehungen kein Recht zum Einspruch entnommen der fürstlichen Gärten seitens Fremder. Der Schluß dieser beffer stehen schon Polen, Ungarn und Rußland, wo die werden.- W. C., Lüdenscheid. Konzessionspflicht besteht nach im Jahre 1844 in der Geraischen Zeitung" erschienenen Bahl der Analphabeten zwischen 35 und 40 pet. schwankt. Ansicht der meisten Gerichte schon jetzt. Darin ändert sich vom Bekanntmachung lautete:„ Mit der Dunkelheit hört der Besuch In Desterreich erreicht diese noch immerhin 32,7 pct. 1. Januar 1897 ab nichts. Sie können es trotzdem deshalb auf auf. Warum? Weil dann die Begriffe Anständig" und" Un- Dann folgt Griechenland mit 25 pet. Zwischen 10 und 20 pCt. einen Prozeß ankommen lassen, der allerdings wenig Aussicht anständig" sich verwirren." Bekanntlich war auch Lola Montez, des Lesens und Schreibens Unkundige zählen die europäische auf Erfolg hat.- A. R., Dresdenerstraße. 1. Ja. 2. Nein. die später in München Anlaß zur Revolution gab, eine Zeit Türkei, Belgien und Rumänien. Alle übrigen Staaten Europas A. O. B. 1. Ja; Sie können nur zum Ablauf des auf das Yang als„ Gaft" des Fürsten auf Schloß Ebersdorf. Auf die haben unter 10 pet. Analphabeten; über 5 pet. haben Böhmen, Sterbequartal folgenden Halbjahres fündigen oder der Erbschaft Dauer behagte dem Fürsten das exzentrische Wesen der Lola, die Mähren, Spanien, Irland, unter 4 pet. Frankreich, England, entsagen. 2. Entsagen Sie der Erbschaft, dann nein, sonst ja. 3 das oberste zu unterst tehrte, nicht, und er befahl seinem Holland, unter 8 pet. Schottland, Deutschland, unter 2 pCt. Schwarzwald. Da Sie nicht abbestellt hatten, sind Sie zur Adjutanten, der Lola mitzutheilen, daß fie binnen 24 Stunden Norwegen und weniger als 1 pGt. Schweden, die Schweiz und Bahlung verpflichtet.-5189. Ja.-A.$. 68. 1. Vom volldie Staaten seiner Durchlaucht zu verlassen habe. Nach einigem Dänemart. endeten 42. Lebensjahre ab. 2. Ja. 3. Nein. 4. Etwa 200 Doll. 5. Ja. Sträuben verließ die Sennora mit einem Reisegeld von 2000 Thirn. Wachsthum von London. Nach der vom Norden 24. 1. Das hängt vom Inhalt der Statuten ab. Ebersdorf. Dem Fürsten ließ sie zum Abschied sagen, daß 20. Märg 3. hat sich ergeben, daß sich die Einwohnerschaft 2. Nein. – D.§. 5. Ja.- H. S. Leider ist die Forderung H. fie zum Verlassen seiner Staaten nicht 24 Stunden bedürfe, von London seit der Zählung von 1891 genau um 221 000 Per Ordnung. d. J. des Wirths berechtigt. W. Guhl. Die Liquidation ist in sondern nur eine Viertelstunde Zeit. Noch vieles ließe sich von sonen vermehrt hat. 1891 wurden 4 232 118, jetzt 4 453 118 GinW. B. Beide Fragen sind zu verneinen. dem Beherrscher dieses Kleinstaates erzählen; eine Schilderung feines Charakters hat ein Eingeweihter im Jahrgang 1866 der wohner gezählt. Gartenlaube" gegeben. Wie schon gesagt, mußte dieser kleine Tyrann im Juli 1848 abdanten, nicht ohne daß er vorher noch Druckfehlerberichtigung. In der holländischen Korresponein letztes Wort an sein Volt" gerichtet hatte. Diesem letzten denz( Nr. 202 des Vorwärts) liest man:" Die unabhängige Wort" folgte kurz darauf die Abdantungsanzeige, beginnend: Organisation der Arbeiter ist eine Institution geworden, die man Stationen. Meinen zahlreichen auswärtigen Freunden und Bekannten die nur noch von katholischer Seite anzupreisen wagt." Goll Anzeige, daß ich die Regierung niedergelegt habe." Am heißen statt anzupreifen": anzugreifen. 17. Febru ar 1858 starb dieser ehemals souveräne Fürst in Dresden." Ein kompromittirter Tenor. Einige große Zeitungen haben erzählt, daß Francesko Tamagno als Sänger mit 200 Franken Honorar für drei Monate anfing und nun für fünfzig Konzerte 750 000 Franken bekommen hatte. Tamagno beschwert sich nun bitter darüber, daß seit diesen Notizen jeder Tag ihm mindestens 80 Briefe um Unterstützungen bringe, und daß seine Villa in Salsomaggiore von armen Sängern und Schauspielern belagert werde, die den berühmten Kollegen" anbettelten. Tamagno schließt pathetisch: Was" habe ich den Beitungen gethan, daß sie mich so um meine wirklich hartverdiente Ruhe nach der anstrengenden amerikanischen Tournee gebracht haben und mir die Bettler der ganzen Lombardei auf den Hals hetzten?" Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Baht) Berlin Witterungsübersicht vom 1. September 1896. Barometers stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur nach Celsius ( 50. 4° R.) Swinemünde Hamburg 761 3 wolkig 19 760 bedeckt 17 760 Still bedeckt 18 762 Still bedeckt 15 764 SW 3 halb bedeckt 14 762 Still Nebel 15 776 Still bedeckt 10 776 ND 1 wolkenlos 12 765 NNW 3 762 762 MNM 3 SW 3 wolkig bedeckt 13 13 heiter 12 . anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Wiesbaden Rostockerstraße. Die Höhe der Gerichtskosten hängt von München der Höhe der Strafe ab. Für Wohnung und Beköstigung im Wien Gefängniß ist nach richtiger Rechtsanschauung nichts zu zahlen; Haparanda. der preußische Fiskus ist anderer Ansicht und begehrt 80 Pf. pro Petersburg. Tag. Nach Einführung des Bürgerlichen Gefeßbuches ist seine Sort Forderung zweifellos hinfällig, falls nicht inzwischen eine Novelle Aberdeen. die desfallsigen Gesetzbuch- Bestimmungen ändert. 201. Nach Paris. richtiger Ansicht sind derartige Heimarbeiter als gewerbliche Arbeiter zu erachten, denen vierzehntägige Ründigungsfrist zusteht. Wetter- Prognose für Mittwoch, den 2. September 1896. A. M. 41. 1. und 2.: Ja. Ein wenig kühler, zeitweise aufklärend, vorwiegend trübe und Runge. Die Beschwerde wäre unter Darlegung des Sachverhalts bei der Ober Staats- regnerisch bei mäßigen südwestlichen Winden. Die Verhältnißzahl der Analphabeten in den Ländern anwaltschaft( Lindenstraße 15) einzulegen. Wissen ist Berliner Wetterbureau. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 2. September: Opernhaus. Geschlossen. Alexanderplatz- Theater. Spezial- Ausstellung Alexanderstr. 40. Direktion: Mar Samst. Die offizielle Frau. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Puhlmann's Henes Opern- Theater.( Roll.) Vaudeville- Theater. Lohengrin. Schauspielhaus. 1812. Deutsches Theater. Der Talisman. Schönhauser Allee 148. Heute, Mittwoch: Leffing- Theater. Das Glück im Grosse Sedan- Feier. Winkel. Berliner Theater. König Heinrich. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Raiser Friedrich Barbarossa. Rendenz- Theater. Der Stellvertreter. Vorher: Erlauben Sie Madame! Neues Theater. System Ribadier. Borher: Besuch nach der Hochzeit. Theater Unter den Linden. Die Lachtaube. Schiller- Theater. Wohlthäter der Menschheit. Belle- Alliance- Theater. 25 Jahre Deutsch. Hierauf: Berliner Raubvögel. Bentral- Theater. Eine tolle Nacht. Alexanderplat- Theater. Die offi zielle Frau. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Konzertpark. Spezialitäten- Borstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Bor ftellung. SON Central- Theater. Alte Jakobstr. 30. Direktion: Richard Schultz. Mittwoch, den 2. September 1896: Gr. Festprogramm. Viktoria- Brauerei Garten resp. Saal. Lützowstrasse 111/112 ( nahe Potsdamer Platz). Hente, sowie täglich( außer Sonnabends): KAIRO ab 7 Uhr nachm. ohne Gewerbe Ausstellungs- Billet zugänglich. Kasseneröffnung 10 Uhr vorm. Um 5 u. 8 Uhr nachmittags in der Arena: Hochinteressante Massenschaustellungen von 400 Beduinen, Arabern, Fellachen etc. mit Pferden, Dromedaren, Eseln etc. Die berühmten Reiter- Fantasias d. Beduinen. Kenzert von 5 Kapellen. Entree 50 Pf. Kinder unter 12 Jahren die Hälfte. Elitetag, Montag: Entree 1 M. Illuminationsabend, j. Freitag. Entree ab 5 Uhr nachm. 1 Mark, Stettiner Alt- Berlin. Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Castan's ApolloTheater. Panopticum. 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Friedrich Wilhelmstädt. Theater Chausseestr. 25/26. Direktion: Max Samst. Kaiser Friedrich Barbarossa. Anfang 8 Uhr. Morgen: Kaiser Friedrich Barbarona. Feldschlößchen 142 Müllerstraße 142. Telephon: Amt Moabit 1213. Sonntag, den 6. September cr.: Grosses Konzert und Brillant- Pracht- Feuerwerk. Anfang 4 Uhr. Enfree 20 Pf. Säle zu Festlichkeiten u. s. w. Theodor Boltz, Detonom. Ensemble von Meysel. Passage- Panopticum. 42 wilde Weiber 2 aus Urania. Taubenstr. 48/49. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung täglich geöffnet v. 10 Uhr vormitt. ab. Eintritt 50 Pf. abends Wissenschaftl. Theater 8th. Sternwarte Invalidenstr. 57–62 Lehrt. Stadtbahnhof täglich geöffnet von 7 Uhr abends ab. Eintritt 50 Pf. = Im Theater Saale täglich 8 Uhr abends Vorträge mit Experimenten und Dahomey. Broßen Bichtbildern ausgestattet. Näheres die Tagesanschläge. Nachm. 5-7; Abends 9-11 Uhr. Vorstellungen täglich. Bolossy Kiralfy's ,, Orient" Olympia Riesentheater. Grösstes Schaustück der Welt! Ca. 1000 Mitwirkende! Den geehrten Vorständen der Vereine zur gefl. Kenntnik, daß der Saal in Kaufmann's Variété, Königskolonnaden 3, zu Matineen und sonstigen Vergnügungen, unter Mitwirkung ber Mitglieder meiner Spezialitäten- Bühne, zur Verfügung steht. Gute Küche u. bestens gepflegte Blere. Norddeutsche Sänger Heute, Mittwoch: 3um 124. Male: Die Ult- Parodie Alle fünf Barrisons Dazu: Eingezogen oder: Reservistenfreuden. Hochdrastisches Ensemble. Außerdem: Hoffmann als: Dichter Nebel" und Horst als: ,, Balletense". Anfang Uhr. Entree 50 Pf. Am 30. September: Letzte Vorstellung in den Reichshallen. Kaufmann's Variété Königs- Kolonnaden( Stadtbahnhof Alexander- Platz). Heute: Auftreten von: Yean u. Osrani mit ihrer urfom. Pantomime: ,, Retour du bal". Grandjeau& May. Ein Spaziergang auf dem Drahtseil. The Original Hill& Hull, Grotesque- Excentriques." Mr. P. Carro, Ventriloquist. Syran u. Syré, Zauber- Parodisten. Geschw. Blanche, Humorist. Gefangs- Duettisten. Feen- Palast Burgstrasse 22. Direktion: Winkler u. Fröbel. Sonnabend, den 5. September cr.: Wieder- Eröffnung der mit neuen Lichteffekten und groß artigen neuen Heizanlagen versehenen Riesenräume. Gala Festvorstellung. : Sensationelles Riesen- Programm. Anfang 71/2 Ubr. Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Reservirter Play extra. Alcazar. Variété and SpezialitätenTheater I. Ranges. Dresdenerstrasse No. 5253. Annenstrasse 42 43. Vornehmster Familien- Aufenthalt. Mittwoch, den 2. September: Grosse Fest- und EröffnungsVorstellung. Durchweg neues Programm. Grand- Konzert der neu engagirten Haus- Kapelle unter Leitung des Kapellmeisters Martin. Anfang 712 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. W. Noack's Sommer- Theater. Brunnenstr. 16. Täglich: Konzert und Theater- Vorstellung. Neu! Neu! Banditenffreiche. Operette in 1 Akt von Suppé. Sportmädel. Burleste mit Gesang und Tanz von Geride. R. Wagner, Liederfänger. Elli Vernon, Kostüm- Soubrette. Geschw. Vanoni, Duettisten. Paulsen, Inftrumentals Humorist. Bruno Brauns und Miss Lydia, Jongleure und Equilibristen. Ladner's Das Kongo- Giger!. Johannisthal, Burhans, Heinrich Kalnberg u. f. w. Anfang präzise 72 Uhr. Die Direktion. Kaiser Wilhelmstraße 6. Empf. meinen gr. schatt. Garten, Saal, Vereinsz., Regelbahn, Billard, Sommer, wohnung u. Ausspannung.[ 58948. Berantwortlicher Redakteur: Anauft Jacobey, Berlin. Für den Juferatentbeil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Badina in Berlin. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 205. Der V D Versammlungen. " B Mittwoch, den 2. September 1896. 13. Jahrg. Nach Sonnabend oder spätestens Montag eine nochmalige öffentliche Kollegenschaft zu vertreten. Rulic spreche von einem SchlagVersammlung einzuberufen, die sich ausschließlich mit der Tarif- den die Kommission erhalten habe. Derselbe sei darauf zurück Der Verband der Bauarbeiter, 3ahlstelle Rix berathung zu befassen hat. zuführen, daß die Kollegen nicht mit der wünschenswerthen Eindorf Briß hielt seine regelmäßige Mitgliederversammlung am 16. August ab. Die Abrechnung des Kassenbestandes von der Versammlung der in der Herren- und Knabenkonfektion be tam Zimm auf eine in der vorigen Versammlung von Muscheck Zu dem Schiedsspruch des Einigungsamtes nahm eine müthigkeit hinter der Kommission standen. Die Refolution wurde darauf einstimmig angenommen. Unter" Verschiedenes" vorher bestandenen Freien Vereinigung" fonnte noch nicht er: schäftigten Schneider und Näherinnen, die am Montag in folgen, weil die restirenden Mitglieder ihre Beiträge noch nicht Gründel's Saal tagte, Stellung. Timm berichtete über die vorgebrachte Anschuldigung zurück, welche dahin geht, Timm sei geregelt haben. Die Abrechnung soll nun in der Versammlung Verhandlungen des Einigungsamtes und führte aus, daß durch von den Konfektionären bestochen worden, um einen für dieam 13. September geschehen. Demnächst soll eine öffentliche die vorgenommenen Erhebungen desselben amtlich bestätigt ſelben günstigen Ausgang des Streiks herbeizuführen. Es sollten Versammlung abgehalten werden; Drt und Zeit wird durch worden sei, was seitens der Arbeiter fchon seit Jahren über nun die Urheber dieser Auschuldigungen ermittelt werden, was Plakate bekannt gegeben. ihre Lohnverhältnisse festgestellt wurde. Obwohl die jetzt feft. einige Schwierigkeiten machte. Der von Muscheck zuerst genannte Ge ( Filiale Berlin) hielt am 20. Auguft seine Monatsversammlung Wünschen der Unternehmer entsprechen und sich im allgemeinen Gerücht an Muscheck im Vertrauen" mitgetheilt habe, für die Der Verein graphischer Arbeiter und Arbeiterinnen gelegten Tariffäge im großen und ganzen den früher geäußerten währsmann wußte von nichts, dagegen war ein Kollege in der Versammlung anwesend, welcher zwar zugab, daß er das fragliche abrese pe& heilte mit, daß ber Streit ber, Bräger von in ben chengen bergen, welche durch die vereinbarung vom Priester u. Eyck nach vierwöchentlichem Ausstande zu unseren 19. Februar gesteckt worden sind, haben die betheiligten Ron Endlich, nach mehrfachem Hin- und Herreden tauchte eine Frau Wahrheit der Behauptung wollte er allerdings nicht einstehen. gunsten beendet ist. Der von Brandenburg her bekannte fektionäre in ihrer großen Mehrzahl doch den Tarif Karnowski auf und erzählte, bei der ersten Lieferung nach dem Oberdrucker Herr Weidemann kann es dennoch nicht lassen, an abgelehnt, zum theil init der Begründung, daß sie jeden Neueintretenden die Frage zu richten, ob derselbe auch schon höhere Löhne, als die darin festgesetzten, zahlen, Streit habe der Konfektionär Saalfeld mit bedeutsamem Lächeln Mitglied des Vereins sei. Bu dem Punkte„ Graphisches Kartell" und der Tarif daher für sie feine Bedeutung habe. su ihr gefagt:" Na, der Timm hat sein Geld in der Tasche; er führte Kollege Schöpke nochmals der Versammlung die Demnach habe es den Anschein, als ob diejenigen Unternehmer, hat ja von den Konfektionären 6000 m. bekommen." wichtigsten Beschlüffe vor Augen. Die Diskussion brachte welche jetzt für bessere Arbeiten etwas höhere Löhne zahlen, sich diesen Feststellungen erklärte Timm, daß er nunmehr gegen die Meinungsverschiedenheiten über den Nutzen des Kartells. Letzteres für terechtigt hielten, diese Löhne auf die Tarifsätze herab- Urheber und Verbreiter der Anschuldigung vorgehen werde. wurde mit 23 gegen 20 Stimmen angenommen. Die Firma zudrücken, welche doch nur für die minderwerthigsten Arbeiten Rigdorf. In einer Voltsversammlung, die am 27. August Weiland 11. Bauch wit verkürzte die Arbeitszeit der festgesetzt sind. Um nicht den Anschein zu erwecken, als ob die in den Viktoria- Sälen stattfand, referirte Frl. Baader über Drucker von 91/2 auf 9 Stunden, die der Lithographen Arbeiter dieser Auffassung beipflichten, müßten dieselben gleich das Erziehungswesen nach den Beschlüssen des Londoner Konauf 8 Stunden. Das Sommerfest vom 20. Juni hatte einen falls den durch Schiedsspruch festgelegten Minimallohntarif ab: gresses." Rednerin kritisirte die gegenwärtige Erziehungsweise Ueberschuß von 151,60 m., die öffentliche Versammlung einen lehnen. Der ursprünglichen Tarifvorlage des Einigungsamtes, der Jugend und besprach die Umgestaltung derfelben im Sinne von 13,20 M. Antrag Sillier, in türzerer Zeit zu den Vor- welche drei verschiedene Qualitäten mit entsprechenden Lohnfäßen der Londoner Resolution als eine durchaus durchführbare. als burchführbarette schlägen des Dr. Quarck Stellung zu nehmen, wurde an- annahm, hätte man zustimmen können; den bloßen Minimal- sei einfach Pflicht der Gesellschaft, die den Kindern die Mütter genommen. Am 6. September findet das Sommerfest der tarif müsse man aber ablehnen. Redner empfahl folgende nehme und sie in den Dienst des Kapitals zwinge, auch für das graphischen Gewerkschaften in der Neuen Welt", Hafenhaide, Resolution: leibliche und geistige Wohl der von ihnen beraubten Kinder in aus ftatt. 10 Mitglieder wurden aus dem Verein ausgeschlossen. Die Versammlung der in der Herren- und Knabenkonfektion reichendem Maße zu sorgen. Die Vortragende durchging sodann beschäftigten Arbeiter kann dem vom Einigungsamt des Berliner die einzelnen Forderungen, die verschiedenfache Besprechung in Im Fachberein der Musikinstrumentenmacher sprach am Gewerbegerichts durch Schiedsspruch festgesetzten Minimallohn Versammlungen und Presse erfahren haben, und ermahnte die Montag den 24. Auguft der Reichstags Abgeordnete Bubeil ihre Zustimmung nicht geben. Versammelten, hauptsächlich die Frauen, unentwegt dahin zu über: Welchen Nutzen zieht die Gewerkschaft vom letzten Das Einigungsamt hat die Preisfestsetzungen für höhere agitiren, daß gelegentlich der Wahlen die Wähler sich ganz genau Streit?" Referent gelangte, nachdem er einen Rückblick auf Leistungen, wie sie in der Vorlage den Parteien unterbreitet zu vergewissern haben, ob auch die sich zur Wahl stellenden die geschichtliche Entwickelung der Gewerkschaften in Deutschland und sogar von Konfektionären für durchführbar erklärt Kandidaten ernstlich bestrebt sind, für eine Jugenderziehung geworfen und den heutigen Stand der Industrie beleuchtet hatte, zu wurden, gestrichen, so daß 11112 ein Tarif dem Schluß, daß es für die Gewerkschaften immer schwieriger werde, geringsten Leistungen festgestellt wurde. für die im Sinne der Londoner Resolution voll und ganz einzutreten. Aber auch diefen( Lebhafte Zustimmung.) In der sich hieran schließenden Diskussion einen Lohnfampf fiegreich zu Ende zu führen. Zu dem legten Streik durchzuführen lehnen die Konfektionäre in ihrer Gesammtheit ab. wurde von seiten der Frauen auf die mangelhafte Bekleidung Der Klavierarbeiter übergehend, machte der Referent der Lohn Obwohl die Vereinigung der Konfektionäre die Macht dazu hat, im allgemeinen und besonders auf die vielfach gänzlich fehlende tommission den Vorwurf, nicht mit genügender Ueberlegung ge- unterläßt sie es absichtlich, ihre Kollegen, welche weniger zahlen, Fußbekleidung der Schulkinder hingewiesen; die unzureichenben handelt zu haben. In der Diskussion verwahrten sich Must row, zur Zahlung der im Tarif festgelegten Mindestfäße, die in Schulräume sowie die Verschiedenartigkeit der Lesebücher derGrundmann, Sellig, Böttcher, Südiger und allen wesentlichen Punkten mit den von der Vertretung felben Klasse wenn auch verschiedener Kommunalschulen, wurden Bloziehs entschieden gegen die Angriffe des Genossen der Konfektionäre in der Vergleichsverhandlung vom als ebenfalls dringend abstellungsbedürftig hingestellt. Ver Bubeil. Gie betonten, daß der Referent nament 19. Februar 1896 vorgeschlagenen Sägen übereinstimmen, zu wunderlich sei, daß trotz des jüngst verkündeten Verlich der durch die Aussperrung der Arbeiter geschaffenen veranlassen. durch die geschenkt habenbei Frühstück- und Beitungen Austragen nicht mehr Situation gar keine Beachtung geschenkt habe. 3ubeil Obwohl ferner der Schiedsspruch hervorhebt, daß die von schulpflichtigen Kindern ausführen zu lassen, dieses suchte hierauf nochmals feinen Standpunkt zu vertreten. Mindestsäge nur für die geringste Qualität der Arbeitsleistung immer noch der Fall ist. Die Genossen erklärten, für Da es mittlerweile bereits 1 Uhr geworden und noch 10 Redner gelten, benutzen die Geschäfte, welche beffere Sachen anfertigen die Verwirklichung der Forderungen an zuständiger Stelle eingezeichnet sind, wird der Antrag angenommen, die Versamm- lassen und erhöhte Anforderungen an die Arbeitsleistung stellen, nach besten Kräften zu wirken; doch sei bei dem reaktionären lung zu schließen und die Diskussion in der nächsten Versamm den Schiedsspruch, um unter Berufung der darin festgesetzten Verhalten der besitzenden Klasse gegenüber unseren Forderungen lung fortzusetzen. Zu dieser hat der Referent sein Erscheinen Löhne die bisherigen Preise noch weiter herabzudrücken. hente schon über die Erfolge nach dieser Richtung hin der Bericht zugesagt. Wenn die Unterneher in ihrer Gesammtheit dafür eintreten zum nächsten Kongreß zusammenzufassen in: Religion: gut, Eine öffentliche Versammlung der in der Kürschnerei- würden, den Mindesttarif überall durchzusetzen, so würde er als Parademarsch: recht gut. brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am Mittel zur Anbahnung geregelter Verhältnisse in der Konfektion 31. Auguft im alten Schützenhause in der Linienstraße. Ein- unsere Zustimmung erhalten. Wenn er aber jetzt dazu benutzt gangs berichtete Bier, Delegirter der Gewerkschaftskommission, wird, um die Löhne noch weiter herabzudrücken, so sind wir außer über die Thätigkeit derselben. Hoppe gab den Nechenschafts- stande, diesem Tarif unsere Zustimmung zu geben. Würde bericht der Vertrauenspersonen vom ersten Halbjahr 1896. Hier- es geschehen, so berufen die Konfektionäre sich in ihrer das Votum der Arbeiter, nach betrugen die Einnahmen nebst Bestand von 1895 ins- Charakterlosigkeit noch auf gefammt 298,34 M., die Ausgaben 188,05 m., fomit verbleibt um ihrem brutalen Vorgehen einen Schein von Recht zu geben. ein Bestand von 101,29 M. zu verzeichnen. Auf Antrag der Deshalb lehnen wir den Minimaltarif des Ginigungsamts ab. Revisoren wurde der Kassirer entlastet. Den Berufsangehörigen Die Versammlung bedauert, daß der Versuch des Einigungs. wurde hierbei dringend die fleißige Entrahme der Sammelbons amts, geordnete Zustände für die Konfektion zu schaffen, gescheitert empfohlen. Betreffs der Firma Salbach berichtete Regge, ist. Es bleibt den Arbeitern fein anderer Weg, als durch eine daß, wie seinerzeit die Abstellung verschiedener Mißstände dortselbst geschlossene Organisation sich bessere Zustände zu erringen; desverlangt wurde, vorerst die Frage entschieden werden mußte, ob hand- halb muß es die Pflicht aller in der Konfektionsbranche bewerksmäßiger oder Fabritbetrieb vorliege. Der nunmehr eingetroffene schäftigten Arbeiter sein, in den Verband deutscher Schneider und Bescheid des Staatsanwalts erkläre den Betrieb als handwerksmäßig. Schneiderinnen einzutreten, um dadurch die Konfektionäre zu Regge durchging die fünf Punktationen, die den handwerksmäßigen zwingen, den Forderungen der Arbeiter stattzugeben. Betrieb von einem Fabritbetrieb unterscheiden sollen, und kam zu Alle Diskussionsredner sprachen sich für Ablehnung des dem Resultat, daß thatsächlich doch Fabrikbetrieb vorliege, wenn Tarifs aus. Mus check meinte, man möge die minimalen Ersich nur noch feststellen lasse, daß die Firma auch für weitere rungenschaften festhalten, und sich in der nächsten Saison weitere Geschäfte arbeiten lasse, bisher war dies noch nicht möglich. Vortheile erkämpfen. Kulid war der Ansicht, daß jetzt das Jedenfalls sei eine nochmalige Recherche des zuständigen Gewerbe- eingetroffen fei, was er schon längst vorausgesagt habe. Man Inspektors nothwendig. Hierzu gab ein Redner die Er- hätte sich gar nicht in Verhandlungen mit den Konfektionären klärung ab, daß er längere Zeit bei Salbach in Arbeit einlassen sollen. Die Kommission habe den Schlag verdient, gestanden, und während zwei Winter ausschließlich für welcher ihr durch diesen Ausgang der Verhandlungen versetzt Konfettionsgeschäfte, also nicht für den eigenen Be- worden sei. Frau Gubela bemerkt mit bezug auf den Bericht darf der Firma, gearbeitet habe. Den Hauptpunkt der des Vorwärts" über die Sigung des Einigungsamtes vom Versammlung bildete die Berathung des ausgearbeiteten Tarifs 14. Auguft, daß sie wohl zur Abgabe ihrer ablehnenden Erfür die Mützenbranche. Gemäß der Vielseitigkeit dieser Branche flärung autorisirt war und verliest zum Beweise dessen die an war der, der Versammlung vorliegende Tarif ein umfangreicher, sie ergangene Einladung des Einigungsamtes. Dem dessen gewissenhafte Durchberathung längere Zeit in Anspruch gegenüber führt imm aus, daß nehmen muß. Es wurde daher, als man nach Mitternacht noch fage, Frau bots, Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch Abend von 9-10% Uhr: Südoft schule, Waldemarfiraße 14: Geschichte.( Neuere Geschichte von der Reformation bis zur Gegenwart mit besonderer Berücksichtigung der Entwickelung des Sozialismus und der politischen Parteten Deutschlands) Herr Dr. G. Pinn.- Norbschule, Mülleritraße 179 a; Deutsch.( Literatur des neunzehnten Jahrhunderts. Auffazlehre.) Herr Heinrich Schulz. Die Schulräume find zur Benutzung der Bibliother und des reichhaltigen Zeitfchriftenmaterials schon von s ühr an geöffnet. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neus mann, Pafewalterftr. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Arbeiter Rancherbund Berlins und Umgegend. Aenderungen im Bereinstatender sind zu richten an Karl Stiller, Kleine Frankfurters Straße Nr. 7, 1 Tr. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Ane Buſchriften, den Bund betreffend, sind zu richten an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. ,, Longfellow", English Conversational-& Reading- Club. Meeting every Musik- Verein Andante. Heute, abends 9 Uhr, Fennstr. 5 bei Krüger, Uebungsstunde. Bersammlung mit Frauen im Restaurant„ Kommandanten- Garten", Komman Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner. Heute Abend 8% Uhr dantenstr. 10-11. Landsleute, Damen und Herren find willkommen und werden als Mitglieder aufgenommen. atung Wednesday, 9 o'clock at Tettenborns, 91 Wall Street. Guests are welcome. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend von 7-8 Uhr abends statt. C. B. 37. Zur Eheschließung isterforderlich: Einwilligung der Verlobten, Ehemündigkeit( das männliche Geschlecht wird mit vollendetem 20., das weibliche mit vollendetem 16. Lebensjahre ehemündig) und die zustimmende Erklärung derjenigen, deren der Bericht nur Einwilligung nach dem Gesetz erforderlich ist( Eltern, Bormund). Gubela habe die fragliche Erklärung für Ausländer haben außerdem durch ein Attest ihrer Ortsbehörde nicht mit der Besprechung der einzelnen Positionen der einen ihre eigene Person abgegeben, wogegen die Kommission durch nachzuweisen, daß sie nach dortigen Gesetzen zur Eingehung Hälfte fertig war, beschlossen, so bald wie möglich, am kommenden Bersammlungsbeschluß autorisirt war, die Ansicht der gesammten einer Ehe berechtigt sind. Fahrräder prima Fabrikat, niedrigste Rassepreise, Theilzahlungen bei 50 M. Anzahlung und wöchentlich 5 M. gestattet. Kleine Hamburgerstr. 24/25. 33 Zum eichenen Stab" Karl Schöning 57642 Köpenickerstr. 68, Hof part. empfiehlt Saal, zwei Vereinszimmer. Regelbahn noch mehrere Tage frei. Möbel, Spiegel, Polsterwaaren Reelle Waare. می Franz Tutzauer Tischlermeister, Blücherstr. 14. Ganze WohnungsEinrichtungen in Nussbaum u. Mahagoni NO zu soliden Preisen. poterivaaten, Möbel, Birthschafts- Einrichtungen, von Brockhaus u. 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Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 3. September, abends 8, Uhr: Die Lohukommission. 131/4 Achtung! Zimmerer. Donnerstag, den 3. September, abends pünktlich 8½ Uhr, bei Röllig, Nene Friedrichstr. 44: Oeffentliche Versammlung der Platzdeputirten. 288/20 Das Erscheinen sämmtlicher Vertreter ist nothwendig. Die Lohnkommission. Achtung! Maurer. Achtung! Donnerstag, den 3. September, abends 82 Uhr, Allen Bekannten und Kollegen die im Lokale des Herrn Hoffmann, Alexanderftr. Nr. 27c: traurige Mittheilung, daß mein lieber Mann, der Monteur [ 1886 Franz Aue nach kurzem schweren Leiden am 30. v. M., 51/4 Uhr, sanft entschlafen ist. Die Be Außerordentliche General- Versammlung erdigung findet Donnerstag, nachmitt. im Lokale von Buske, Grenadierstr. 33. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Timm über das Buch von P. Kampffmeyer: Geschichte der modernen Gesellschaftsklassen in Deutschland. 2. Diskussion. 3. Wahl eines zweiten Vorsitzenden. 4. Wahl der fünf Hilfsmänner. 5. Vereins. angelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei folgenden Genossen Richter, Filzschuhgeschäft, Neue Königstr. 90; Wittchow, Kleine Hamburger und Elſafferstraßen- Ecke; Knetzsch, Hirtenstr. 10; Schmidt, Quisenstr. 5; Wendlandt, Marienburgerstr. 382; Bolze, Landsbergerstr. 41. 245/7 4 Uhr, von der Leichenhalle des Dankesfirchhofes aus, statt. Die trauernde Wittwe. Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung und die prächtigen Kranzspenden bei der Beerdigung meines mir unvergeßlichen Mannes Georg Gericke, sage ich allen Berwandten und Bekannten, vor allen dem Verband der Metallarbeiter und den Kollegen, sowie dem Herrn Chef der Firma Levy Söhne, für die Unterstügung, welche mir zutheil geworden [ 186b Berein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands. ist meinen herzlichſten Dank. Chemigraphen- Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 3. September er., abends 8 bei Zubeil, Lindenstraße Nr. 106. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Paul Jahn. fussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet 1hr, 2. Dis103/16 Die Verwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Berband. ( Zahlstelle Berlin.) Wwe. Marie Gericke geb. Mocksch. Ordentliche Mitgliederversammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Zages Ordnung: 1. Der internationale Sozialistenfongreß in London, dessen Beschlüsse und welche Lehren haben wir daraus zu ziehen? 2. Diskussion. 3. Die Abrechnung vom 14. Stiftungsfest. 4. Vereinsangelegenheiten." Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. 130/12 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Donnerstag, den 3. September 1896, abends 8, Uhr, Swinemünderstr. 35: Große öffentliche Volksversammlung. Tages- Ordnung: 2/5 1. Vortrag des Herrn Waldek Manaffe über stampf ums Dasein". Frauen sind besonders eingeladen. Die beleidigenden Worte, welche in dem Lokal Frankfurter Allee 119 gegen 2. Diskussion. Frau Francke gefallen sein sollen, nehme [ 193b] D. Rieck. ich zurück. Ich nehme hiermit meine Beleidigung gegen Frib Plage zurück. R. Tange.[ 1926 Die Beleidigung, die ich gegen Frau Karraß gethan haben soll, nehme ich hiermit zurück und erkläre die Frau Karraß als eine ehrwürdige und an ständige Frau. Achtungsvoll[ 1846 Morgen, Mittwoch, den 2. September, abends 8 Uhr: Fran Wiſchnewski, Oppelnerſtr. 15 v. 4%. Vertrauensmänner- Versammlungen: Ich bitte die Fahrgäste, die am Sonntag, den 30. August, abends 111/4 Uhr, auf dem Bahnhof SavignyMoabit: Bei Holzbecher, Thurmstraße 84. play gesehen haben, wie der Beamte Westen und Südwesten: Bei Zubeil, Lindenstr. 106. Die Werkstatt- Kontrollkommission dieses Bezirks ist zu dieser VersammTung eingeladen. Südosten: Bei Rautenberg, Dranicnjir. 180. Osten: Bri Thiel, Fruchtstr. 36a( oberer Saal). Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt: Bei Märschel, Schönhauser Allee 28. Wedding und Gesundbrunnen: Jn Raabe's Salon, Kolbergerstr. 23. Tages- Ordnung: Werkstatt- Angelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Achtung! Die Ortsverwaltung. Gürtler. Achtung! 76/7 Heute, Mittwoch, abends 8½ 1hr, bei Herrn Meguer, Oranienstr. 184: Vertrauensmänner- Konferenz. Jede Werkstatt muß vertreten sein. mich die Treppe hinabgestoßen hat daß ich arbeitsunfähig geworden bin ihre Adresse an Unterzeichneten einfenden zu wollen. W. Bahr, Ludwigskirchplatz 8, Wilmersdorf. P ortièren Restbestände 2 bis 8 Chals, à 2,50, 3, 4, 6 bis 15 Mark. Probe- Chala bei näherer Angabe franco zu Diensten. mit Portièren- Abbildungen gr. u. fr. Bracht- Katalog Haus Berlin S., Oranienstraße 158. Die Einberuferin: Frau Krause. Citronensaftkur von vielen Aerzten verordn. u. m. überraschendem Erfolge angew. gegen Gicht, Rheumat., Gallenstein, Magen-, Leber-, Nieren-, Haut, Blut- u. a. 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