Morgen-Ausgabe Nr. 525 A257 49. Jahrg. SReftattlon nnb Verlag, Verlin SW 68, Lindenstr. 3 Fnnwrkch»! A 7 Ami VSnhvfs 2S2 bl« 207 Telegrammabrefs« i Oojtaliemohal B«rlw BERLINER VOLKS BLATT SONNTAG 6. November 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. Brzugibtblngung«, und Anzeigenpreise siehe NM Schluß de« redntrloncllen Teil« Jentvaloegan der Sozialdemokeatikche« Partei Deutschlands 6s lebe die Sozialdemokratie! Der legte Reichstag ist zu Ende gegangen mit einer parlamentarischen Niederlage größten Ausmaßes für das Kabinett der Barone. Er ist aufgelöst worden, weil„die Gefahr bestand", daß er die Notverordnun- gen des Reichspräsidenten aufheben könnte. Eine Regierung, die mit solcher Begrün- dung ein Volk zur fünften Wahl im Laufe eines Jahres auffordert, muß die Hoffnung haben, eine Mehrheit zu erobern, oder bereit fein, aus dem Urteil des Wahlaus- gangs die Konsequenz des Rücktritts zu ziehen, wenn die Wahl einen Sinn haben soll, der dem Geist der Verfassung entspricht. Die Regierung des Herrn von Papen kann weder auf die Mehrheit hoffen, noch ist sie zum Rücktritt entschlossen. Sie könnte ge- hofft haben, durch das Programm der kapi- talistifchen Offensive zwar nicht eine Mehr- heit des Volkes, aber eine Mehrheit von Parlamentsfraktionen zu erobern— aber sie muß heute wissen, daß eine solche Mehrheit für sie gegen alle Wahrscheinlichkeit ist. Die Regierung des Herrn von Papen ent- spricht deshalb nicht dem Geiste der Ver- fassung, ebensowenig die Wahl, vor die sie das Volk gestellt hat. Unmittelbar vor der Wahl hat die Regie- rung des Herrn von Papen weitreichende Programme zur Verfassungsände- rung verkündet, die eine völlige Umstoßung der Grundlagen der Verfassung von Weimar zum Ziele haben. Der Chef dieser Regierung hat versichert, daß seine Regierung d i e Macht und den Willen habe, ihre Pläne durchzuführen. Diese Ankündigung ist erfolgt, obwohl die Regierung des Herrn von Papen völlig im klaren darüber ist, daß sie auch nach der Wahl in hoffnungsloser Min- derheit im Volke und im Reichstag sein wird. Eine solche Regierung ist entschlossen, sich dem verfassungsmäßig kundgetanen Willen des Volkes in der Reichstagswahl nicht zu fügen. Sie steuert auf einen neuen Konflikt ernstester Art mit dem Reichstag hin, der heute gewählt wird. Damit ist das Wesen der heutigen Reichs- tagswahl bestimmt. Sie ist kein unmittel- barer Kampf um eine Regierungsmehrheit. Sie ist eine der Schlachten in der großen Auseinandersetzung zwischen der Demokratie und der volksfeindlichen Reaktion, die im Kabinett der Barone verkörpert ist. Unser Kampf ist deshalb heute abend um sechs Uhr nicht beendet! Heute abend um sechs Uhr entbrennt er aufs neue! Wenn das Kabinett der Barone die Grundlagen der Verfassung von Weimar angreisen. wenn es das Prinzip der Volkssouveränität verfälschen, wenn es das Volk entrechten will— wir stehen bereit zum Kampfe! Heute die Wahl, die das Kabinett der Barone in hoffnungsloser Isolierung auf- zeigen muß— morgen der Beginn des Kampfes um die Verfassung! Dieser Kamps fordert vor allem Klarheit! Die Sozialdemokratische Partei hat in voller Klarheit den Wahlkampf als Drei- frontenfchlacht geführt: gegen die Barone, gegen die nationalsozialistische Reaktion, gegen die Kommunisten! Die Barone mit ihren feudalen Macht- ansprüchen, die Nationalsozialisten. die nach der faschistischen Diktatur rufen— sie sind der Feind im Kampf um die demo- kratischen Volksrechte! Den Kommuni st en aber rufen wir zu: Die Zeit ist vorbei, wo ihr auf dem Boden der Demokratie das bequeme Spiel der Be- geiferung der Demokratie betreiben konntet! Ihr habt mit irrsinnigen Hetzparolen, mit widerlichsten Lügen und gewissenlosen Methoden den Boden für die Feinde der Volksrechte bereitet! Ihr habt unter Miß- brauch der Demokratie und geschützt von der Demokratie für die Reaktion gearbeitet. Ihr habt das Volk über den Wert der Demokratie belogen, wie ihr es über den Wert der sozia- len Errungenschaften belogen habt! Ihr habt Arbeiter, die für Demokratie und Sozialis- mus zu gewinnen waren, so weit verwirrt, daß sie jetzt in toller Verblendung Seite an Seite mit dem faschistischen Feind der Ar- beiterklasse und ihrer Rechte stehen! Wollt ihr es so weit treiben, daß ihr erst über den Verlust der Rechte des Volkes klagen müßt, wie ihr jetzt über die sozialen Errungen- schasten klagt? Der Kampf um die demokratischen Rechte des Volkes erfordert ein einiges Proletariat. das geschlossen den demokratischen Kampsboden verteidigen muß gegen Feudalismus und Faschismus! Heute gilt es, die Macht und die Stärke der Sozialdemokratie in ungebrochener Kraft zu zeigen! Die Schlammfluten der Lüge und der Verleumdung vermögen uns nichts an- zuhaben! Stolz verweisen wir der Verleum- dung gegenüber auf unsere Taten! Wir haben das Volk emporgeführt! Der Besitz der arbeitenden Massen an Bildung, an Recht, an Kraft, an Selbstbewußtsein— unser Werk! Der Anstieg der Lebenshaltung der deutschen Arbeiterschaft aus den Elendszeiten des vorigen Jahrhunderts bis zum Beginn der Krise— unser Werk! Die Freiheit des Volkes— unser Werk! Was wir geschaffen haben, werden wir verteidigen! Das Kabinett der Barone, das auf seine Macht und seinen Willen zur Durch- führung volksfeindlicher Pläne pocht, wird erkennen, daß der Sozialdemokratischen Partei Macht und Wille innewohnt, das Recht des Volkes, die Volkssouoeränität. die Verfassung zu verteidigen! Wir sind zum Kampfe entschlossen— heute wie morgen und fernerhin, bis zu dem Tage, an dem die reak- tionüren Mächte endgültig am Boden liegen werden, um nie wieder aufzustehen! Darum sagen wir heute der deutschen Ar- beiterklasse: laßt nicht ab vom Kampfe, wenn die Wahlschlacht geschlagen ist! Einer der schwersten Kämpfe eurer Geschichte steht be- vor, der Kampf gegen eine Reaktion, die euch weit zurückwerfen will bis ins vorige Jahr- hundert, die euch Rechte rauben will, deren Besitz euch auf alle Zeiten gesichert, deren Verlust euch als undenkbar erschienen ist! Wir zeigen euch den Feind, wir führen euch gegen den Feind! Wir heben in der Stunde der Gefahr und des Kampfes das stolze Banner der Sozialdemokratie hoch empor, damit sich die Arbeiterklasse um das Symbol der Freiheit schare. Front gegen die Reaktion! Es lebe die Sozialdemokratie! Was erwartet man vom 6. November? Rroptie�eiunsen und Vermutungen der Presse Was erwartet die Well als Ergebnis des k. November? Die Presse, der kämpfenden großen Parteien hat sich selbstverständlich während des Kampfes mit Prophezeiungen nicht abgegeben. Wer kämpft, glaubt an feinen Sieg. Ausländische Zeitungen und auch deutsche, die nicht in der vor- dersten Kampslinie stehen, haben sich aber aus- führlich mit der Frage besaßt, was wohl das Er- gebnis des 6. November fein könnte, und es ist nicht uninteressant, von diesen Vermutungen einen Querschnitt zu geben.— Was gaiiz allgemein er- wartet wird, ist ein RuekZanß der Wahlbeteiligung, die bei den beiden letzten Wahlen ganz außer- ordentlich stark war. Damals hatte der naive Glauben an den nationalsozialistischen Heiland gerade d i e Elemente scharenweise an die Urne gelockt, die sonst das geringste politische Interesse zeigen. Man nimmt an, daß ein Teil dieser ge- wohnheitsmäßigen NichtWähler diesmal wieder im politischen Winterschlaf liegen wird. Auch die Meinung, daß der Reichstag ja doch nichts mehr bedeute, das Wahlergebnis also gar nicht so wichtig sei, mag manchem Spießbürger als willkommenen Verwand dienen, diesmal wieder zu Hause zu bleiben. Die Beteiligung an der Reichstagswahl vom 31. Juli d. I. war mit 84 Proz. noch stärker als die bisher stärksten, nämlich 83 Proz. bei der Nationalversammlungswahl und 82 Proz. bei der Wahl vom 14. September 1930. Die geringste Beteiligung seit 1919 zeigt die Maiwahl von 1928 mit 75,5 Proz. Die Nationalsozialisten hatten bisher alle Prophezeiungen, daß sie ihren Höhepunkt schon überschritten hätten, enttäuscht. Trotzdem wird überall die Meinung vertreten, daß diesmal bestimmt ein Rückgang der national- sozialistischen Stimmen zu erwarten sei, da ein Teil des bürgerlichen Nazianhangs zu den Deutsch- nationalen, ein Teil der proletarischen Nachläufer zu den Kommunisten gehen werde. Man nimmt an, daß der Ablauf der Vorgänge vom 31. Juli bis zum 13 August stark enttäuschend ge- wirkt haben müsse, da es weder zu einer legalen Beteiligung Hitlers an der Macht noch zu einer illegalen Machtergreifung durch ihn gekommen sei. Zu Beginn des Wahlkampfes wurde vielfach ein förmlicher Zusammenbruch der Nazis prophezeit. Aber je höher die Unpopularität Popens stieg und je lauter sich die Nazis als Oppositionspartei ge- bürdeten, desto vorsichtiger wurden die Prophe- zeiungen. Dennoch konnte man bis in die letzten Tage hinein lesen, daß die nationalsozia- listischen Stimmen zurückgehen wurden. Die Deutschnationalen wurden zu Beginn des Wahlkarnpfes ziemlich hoch bewertet. Man nahm an, daß ihnen als der einzigen größeren Regierungspartei die amtliche Wahlbeeinflussung einen starken Auftrieb verleihen würde. Die katastrophalen Miß- erfolge der Papen- Regierung auf allen Gebieten haben aber diese Erwartungen sehr stark herabgedrückt Dazu kommt die Abneigung der industriellen Kreise gegen Hugenbergs Kontin- gentspolitik. Man ist ziemlich allgemein der Mei- nung, daß die Aussichten auf einen starken Wahl- erfolg für die Deutschnationalen noch vor vier Wochen viel größer waren, als sie es heute sind. Die Deutschnationalen haben in den letzten Tagen sehr stark mit der Beteiligung der Nazis am Berliner Verkehrs st reik agitiert, um das bürgerliche Publikum von der Abgabe natio- nalsozialistischer Stimmen abzuhalten. Das Zentrum einschließlich der Bayerischen Volkspartei wird allgemein als eine Partei betrachtet, der der Wechsel der politischen Ereignisse wenig anhaben kann. Der weltanschaulich gebundene Kern seines Anhangs hält ihm unbedingt die Treue und folgt willig seiner Führung, gleichviel wohin der Weg gehen mag. Diesem Kern hatte sich aber in der Brüning-Zeit ein Kreis bürgerlicher Elemente angeschlossen, die politisch heimatlos waren und beim Zentrum als der einzig übriggebliebenen bürgerlichen Mittel- partei von Bedeutung Zuflucht suchten. Dieser Kreis bildet einen unsicheren Faktor, durch seine Abwanderung könnten dem Zentrum gewisse Verluste entstehen Im allgemeinen nimmt man an, daß sich das Zenttum im Verhältnis zur Wahlbeteiligung halten wird. Die Kommunisten gellen in der bürgerlichen Presse als Gewinner des Wahlkampfes. Man prophezeit als Folge des wachsenden Massenelends und der aufreizend wirkenden Regierungspolitik eine erhebliche Zu- nähme der kommunistischen Stimmen. Kaum wird man irgendwo die Meinung oertreten finden, daß die kommunistische Politik besonders geschickt und erfolgversprechend sei. Aber man rechnet damit, daß breite im Elend sitzende Massen, die kaum noch eine Zeitung lesen, die aber ihren berechtigten Unmut irgendwie austoben wollen, der KPD. als der scheinbar„radikalsten" Partei ihre Stimmen zuführen werden. Dabei ist interessant, daß die Nationalsoziali st en die lautesten Ver- künder eines kommunistischen Wahlsiegs sind. Hier ist ganz ofsenbar der Wunsch der Vater des Ge- dankens. Hat doch die KPD. für die Nazis eine doppelte Funktion. Einmal muß sie ihnen bei allen ihren Attacken als Hilfstruppe dienen, zum anderen aber kann man sich nachher dem Bürger- tum als letzte Rettung gegen den drohenden Bolschewismus anbieten. In dieser Richtung war in der letzten Zeit Joseph Goebbels be- sonders tätig. Die Tage der Sozialdemokratie wurde als schwierig betrachtet, weil sie einen Dreifrontenkrieg gegen Papen, Hit- l e r und Thälmann zu führen hatte. Zwar hat die Sozialdemokratie, außer in einigen kleine- ren Ländern, längst keine Regierungsverant- wortung mehr zu tragen und befindet sie sich in einer unzweideutigen Oppositionsstellung. In der Opposition aber hat sie eine sehr starke Konkurrenz (fewäUti wicd vou 9 bis 6 UUc UsUZ Geht frühzeitig zur Wahl I Nehmt alle mitl auszuhalten, die in ihrer Demagogie ganz simpel- los ist. Diese Demagogie hat ihre Wirkung aus politisch unaufgeklärte Schichten, die immer noch Lärm als ein Zeichen von Mut und Entschlossen» heit betrachten und denen darum die national- sozialistische oder die kommunistische Opposition kräftiger zu sein scheint als die sozialdemokratische. In Anbetracht dieser Umstände war in der bürger- lichen Presse vielfach von der Möglichkeit sozialdemokratischer Verluste die Rede. Unsere Genossen in Berlin und im Reich werden gewiß am heutigen Tage noch alles tun, um solche Hoffnungen unserer Gegner zu ent- täuschen. Von den kleineren Parteien zu reden lohnt sich nicht. Es ist nicht anzunehmen, daß die heutige Wahl am F ü n f p a r t e i e n s y st e m. das sich in Deutschland herausgebildet hat, etwas ändern wird. Auch hundertprozentige Stimmengewinne der Splitter könnten das nicht. Und danach? Die politische Frage der Wahlen ist, ob aus ihnen eine regierungsfähige und regierungswillige Mehrheit hervorgehen wird. Der Zweitage-Reichs- tag vom 31. Juli sah so aus: Nationalsozialisten...... 230 Sozialdemokraten 133 Kommunisten 89 Zentrum...... 75 Deutschnationale 40 Bayerische Volkspartei.... 22 Außerdem gab es noch 7 Volksparteiler, 4 Staatsparteiler und 8 Abgeordnete noch kleinerer Gruppen. Summa 608. Die Nazis konnten also mit den Kommunisten eine Mehrheit von 319 bilden, mit dem Zentrum eine Mehrheit von 305, mit den Bayern 322. Die Deutschnationalen hoffen, die Nazis soweit schwächen zu können, daß ohne sie eine Mehr- heitsbildung nicht mehr möglich ist. Sie speku- lieren auf einen Bürgerblock der Harzburger Front mit dem Zentrum. Kommt dieses Geschäft nicht zustande, so bleibt als Rest eine Präsidialregie- rung, gleichviel, ob sie Papen oder anders heißt. Der Platz der Sozialdemokratie aber ist in dem einen wie in dem andern Fall in der O p p o- s i t i o n. Die Kontingentierung Oer Landbund an Papen Für die deutschnationale Preußenfraktion hat Herr von Winterfeldt und für den Reichslandbund �at dessen Präsidium den fälligen Protest gegen «i« Vertagung der Kontingentsfrage durch die Reichscegierung losgelassen. Für die D e u t s ch- nationalen spricht Herr von Winterfeldt recht zahm und behutsam von der leb- haften Besorgnis in deutschnationalen Kreisen, die durch die Vertagung entstanden sei und bittet dringend, die Kontingente sofort autonom sestzu- setzen. Die Deutschnationalen haben in der Kontin- gentsfrage noch zwei Seelen in der Brust. denn für sie gibt es neben der Landwirtschaft auch noch die Industrie. Der Landbund aber hatnureineSeele in der Brust, und das ist eine Iunkerfeele. Der Protest des Landbundes ist sehr viel deutlicher und sehr viel rücksichtsloser deshalb. Er steht in der Vertagung den Beweis, daß das R e i ch s k a b i- nett in seiner jetzigen Zusammen- setzung nicht gewillt und fähig ist. den „zur Rettung Deutschlands führenden Weg einer zielklaren Nationalwirtschaft" mit der notwendigen Entschiedenheit zu gehen. Zu entschlossenen Taten gehöre„ein einheitlicher und entschlosiener Führer- wille, den das Kabinett in wirtschaftlichen Fragen nicht besitzt". Ach, wenn man doch die Industrie in Deutsch- land abschaffen könnte! 66 JyCtyejzeiiuufy eu. erscheinen In Berlin. Nur eine einzige von ihnen vertritt die großen Massen, die hinter der Sozialdemokratischen Partei stehen. mOM UäUec haben bei der vorigen Reichstagswahi in Berlin ihre Stimme für die SPD. abgegeben. Der // Vbcwacts // ist die einzige sozialdemokratische Tageszeitung In Berlin und das Zentralorgan der 7953966' ihäuuu uud fcaueu die im Reiche für die SPD. gestimmt haben. Der„Vorwärts" erscheint täglich zweimal und kostet bei freier Zustellung einschließlich .l/oöt umI lue der Illustrierten Sonntagsbeilage in Tiefdruck, 75 Pf. pro Woche. Dienstag wäh't Amerika Voraiarscli des Sozialismus— Roosevelt oder Hoover? Von unserem Korrespondenten washingkon, im November. Je schärfer sich das Bild des vor dem Abschluß stehenden Wahikampfes um die Präsidentschaft abzeichnet, desto klarer wird auch in den beiden bürgerlichen Parteilagern die mit vielem Wider- willen hingenommene Erkenntnis, daß der sozialistische Präsidentschaftskandidat Norman Thomas diesmal mit einer in die M i l- l i o n e n reichenden Stimmenzahl aus den Wahlen des 8. November hervorgehen wird. Oer Hecht im Karpfenteich Die EOP.(Grand Old Party— große alte Partei), wie die republikanische Partei bezeichnen- verweise genannt wird, war die erste, die sich mit dieser besorgniserregenden Tatsache beschäftigte und mit vielem Ach und Weh feststellte, daß die Sozialistische Partei, deren Kandidaten sich fast ausschließlich auf die Probleme der Wirt- s ch a f t s k r i s e mit ihren zerstörenden Folgen für die Lohnempfänger und die Farmer konzen- trieren, dabei war, eine tiefe Bresche in das amerikanische Zweiparteiensystem zu schlagen: ja noch mehr, es war ihr sogar ge- lungen eine beträchtliche Anzahl fortschrittlicher Republikaner und liberaler Demokraten, die an den alten, längst überholten und ausgetrockneten Rezepten ihrer Partei längst den Geschmack ver- loren hatten, an sich zu ziehen und damit für den Sozialismus zu mobilisieren. Es dauerte nicht lange, als auch die Demokraten die drohende Gefahr erkannten und nach geeigneten taktischen Gegenstößen Umschau zu halten be- gannen. So wurden zu allererst die bürgerlichen Parteiredner und Propagandisten, deren übliche Prosperitätsschlagworte bei den erwachenden Massen nicht mehr so recht ziehen wollten, ange- wiesen, ihren Reden einige Tröpfchen ver- führerischen Sozialismus beizumengen, aus ihrer Parteihypnose aufzuwachen und im großen und ganzen„radikaler" zu sprechen. Bezeichnend für diese Entwicklung ist, wie die Demokraten, die als bürgerliche Opposition natür- lich in allererster Linie von der Unrast der Wählerschaft gegen das republiko- Nische Hoover-Regime profitieren, die Chancen der Thomas-Kandidatur einschätzen. Wie in führenden demokratischen Kreisen offen zugegeben wird, halten sie Thomas für besonders stark in den Jnöustriestähten des amerikanischen Ostens und bei der so gut wie voll- ständig ruinierten landwirtschaftlichen Bevölkerung im Westen. Trotzdem man nicht zuzugeben gewillt ist, daß das sozialistische Kandidatenpaar Thomas-Maurer imstande sein wird, einen ganzen Staat für sich zu gewinnen und dadurch die Stimmen der dort gewählten Wahlmänner zu kontrollieren, wird die Stellung der Sozialisti- schen Partei in New Port, Connecticut, New Jersey, Ost-Pennsylvania, Ohio, Wisconsin und anderen westlichen Staaten als überaus günstig betrachtet. Aber neben diesem unver- meidlichen Zuge der notleidenden Massen zur Sozialistischen Partei wird von dem amerikani- schen Bürgertum überdies mit Recht befürchtet, daß sich frühere Demokraten und fortschrittliche republikanische Elemente mit den sozialen Pro- grammpunkten der Sozialistischen Partei und ihren Forderungen auf sofortige durchgreifende Hilfe für die K r i s e n o p f e r einverstanden erklären und so die Parteikonstellation zum Nachteil der kapitalistischen Parteien ändern werden. Bssortsnisse bei den bürgerlichen Parteien Soweit die Republikaner um Hoover in Frage kommen, die seit Jahrzehnten bemüht sind, alle fortschrittlichen Elemente der Partei entweder mundtot zu machen oder rechtzeitig zu entfernen, können sie schwerlich etwas gegen diese Sachlage tun. Sie ergreifen also den besseren Teil der Tapferkeit, warten ab und wissen inzwischen nicht, was für sie selbst schädlicher sein könnte, eine Ab- Wanderung ihrer Liberalen zu den Demokraten oder zur Sozialistischen Partei. Wird die Frage aber so gestellt, dann liegt natürlich auf der Hand, daß eine Abwanderung zu Roosevelt— wenn auch tränenden Auges— bevorzugt wird. Nicht allein, weil man diese im bürgerlichen Parteigestrüpp verlorengegangenen Schäfchen eines Tages wiederzufinden hofft, sondern einfach aus dem Grunde, daß von einem Wahlsiege Roosevelts eine durch- greifende Aenderung der amerikanischen Politik doch nicht zu erwarten ist und so mit dem gegenwärtigen System, das eine Erbschaft von mindestens dreizehn MillionenArbeitslosen hinterläßt, ruhig weitergewurstelt werden wird. Oie Erbschaft des Kapitalismus Gegenüber dieser passiven republikanischen Ein- stellung haben die Demokraten erkannt, daß es für sie vor allem darauf ankommt, die unsicheren bürgerlichen Kantonisten bei der Stange zu halten. Sie überlassen den Sozialisten also das Feld nicht kampflos, sondern sind mit allen Kräften und radikalen Phrasen bemüht, das Abströmen fortschrittlicher Schichten in das sozialistische Lager zu verhindern. Auf diesem Felde ist die sogenannte„Roosevelt Pro- gressive League" unter Bundessenator Norris be- sonders aktiv und krampfhaft bemüht, Unzu- friedene in allen Lagern mit ihrer eigenen Fort- fchrittlichkeit zu ködern. Ihre Erfolge sind keines- wegs zu unterschätzen und gerade ihren Anstren- gungen ist es zu verdanken, daß zahlreiche Demo- traten, die Roosevelts Reden nur eben als rhetorische Leistungen, nicht aber als ernstgemeinte Programmpunkte werteten und„als Protest" sozialistisch wählen wollten, wieder eingefangen worden sind. Die so reuig in das warme Partei- nest zurückgekehrten Demokraten geben offen zu, sie würden zwar lieber sozialistisch wählen, hätten sich aber überzeugen lassen, daß es in diesem Jahre wichtiger sei, Hoover zu schlagen als sozialistischen Gedankengängen und Wahl- parolen zu folgen. Auch ein Standpunkt, der charakteristisch für die politische und soziale Ahnungslosigkeit der amerikanischen wählerschask ist und gleichzeitig zeigt, wie leicht sich selbst denkende Menschen hierzulande durch die Größe und zahlenmäßige Stärke einer Partei wider ihr besseres Wissen beeinflussen lassen Das Wahlprogramm der Sozialistischen Partei, in deren vordersten Reihen Thomas, Hillquit, Maurer, Waldmann und zahlreiche altbewährte Kämpfer streiten, ist von derartigen Erwägungen nicht beeinflußt, fondern fordert, kühn in das Herz der Dinge greifend, die durchgreifende Soziali- sierung der Industrien und der natürlichen Reich- tümer, die das Fundament der amerikanischen Wirtschaft bilden. Es verlangt sofortige weit- gehende Krisenhilfsmaßnahmen, eine bundesamt- liche Sozialversicherung und die ent- sprechenden Verfassungsänderungen, die diese Sozialmaßnahmen auf schnellstem Wege möglich machen sollen. So und nur so wird an Stelle der jetzt bestehenden planlosen Wirtschaft mit ihrem Krisen- und Massenelend ein planvolles Wirt- schaftssystem gesetzt, das auch hierzulande ein Ende macht mit Armut, Not, Hunger und Elend und die Freiheit des arbeitenden Menschen garantiert. Oer Lohnraub an den U8�..»Arbeitern Washington, 5. November. Nach einer Statistik des Allgememen G-werk- schaftsbundes sind die Einnahmen der Ar- beiterschasl sei» 1329 um 25 020 Millionen Dollar(über 130 Mill. NU Red.) gesunken. Franklin Roosevelt Favorit Die Wahl erfolgt indirekt, d. h. die Stim- men werden nicht für den Präsiöentschaftckandi- baten, sondern für die W a h l m ä n n e r der be- teiligten Parteien— seit 1916 insgesamt 531— abgegeben. Von diesen Wahlmännern entfielen bei der Wahl Wilsons im Jahre 1916 277 auf die Demokratisch«, 254 auf die Republikanische Partei. Bei der Wahl Hardings im November 1920 erhielten die Republikaner 404, die Demokraten nur noch 127 Stimmen. 1924, bei der Wihl C o o l i d g e s, hatten die Republikaner 382, die Demokraten 136 und die einmalig bei dieser Ge- legenheit aufgetretene La Folette-Partei 13 Wahl- männer. 1918 endlich erhielt Hoover mit 444 gegen 87 die stärkste bicher bekannte republika- nische Mehrheit. Das Bild hat sich jedoch in der Zwischenzeit stark gewandelt und der demokra- tische Kandidat Franklin Roosevelt ist aucge- sprochener Favorit gegen Hoover in dem großen Rennen um die Präsidentschaft am Dienstag. Der verfassungsausschuß des Preußischen Staatsrats wird am Dienstag, dem 15. November, zusammentreten, um die Rechtslage zu erörtern, die sich durch das Urteil des Staatsgerichtshofs für den Preußischen Staatsrat in bezup auf dessen Verhältnis zu der alten Renlerung Braun auf der einen und zur kommissarischen Regierung Papen-Bracht auf der anderen Seite ergeben hat. Relchötagswahlen 1932 Erklärung zum BVG Streik Die Stellung der Gewerkschaften Zur Lage des BBG.-Streiks teilt uns der Gesamtverband im Namen der am Tarifvertrag beteiligten Gewerkschaften folgendes mit: Die Tarifbewegung des Berliner Verkehrs- personals über die Neuregelung der Löhne und des Manlellarisvertrage» ist seit der Verbind- lichkeilserklärung des Schiedsspruches und mil der Beschlußfassung der Funktionärversamm- lung am Freitag, dem 4. November, vormittags 10 Uhr. für die Gewerkschaften be- endet. Die vollzählig versammellm BVG.- Funktionäre haben gegen nur 3 Stimmen den Verbänden und verbändlern für ihre Haltung in dieser Bewegung ihr volles vertrauen ausgesprochen. Die Stillegung bes Berliner Verkehrs ist eine politische Aktion der vereinigten nationalsozialistisch- kommunistischen Terrorgruppea. ver Beweis ist durch die Aeußerung der„Roten Fahne" wird: vom 3. November erbracht, in der gesagt „Der Streik richtet sich formell gegen einen Lohnabbau von 2 Pf. pro Stunde..„ aber es geht um mehr als das.." Der„Angriff" vom 1. November schiebt ebenfalls in einem Artikel, der mit den Worten schließt: „Gebt Hitler die Macht!", die BVG.- Aktion aus ein politisches Gebiet. Unter den obwaltenden Terror- und Gewaltakte« war es den freigewerkschaftlich organisierten Ver» kehrsarbeitern nicht zuzumuten und ihnen nicht möglich, die Arbeit fortzuführen. Die freien Gewerkschaften sind der Meinung, daß der Terror, der sich aus den Strotzen breit macht, eine rein politische Wahlmoche der zusammenwirkenden Notionalsozialislischen und kommunistischen Parteien ist. Leitspriicli zur Wahl(frei nach Heine) Die viel haben, werden bald Und wer wenig hat, dem wird Wenn du aber gar nichts hast, Handle, schüttle ab die Last, Noch viel mehr dazu bekommen. Auch das Wenige genommen. Laß dich nicht von Recht begraben, Wähle rot und stürze Papen, Krisennot— Krisenlehren Otto Bauer vor der Freien Sozialistischen Hochschule Otto Bauer- Wien sprach am Sonnabend in der Freien Sozialistischen chochschule über die „Krise des Kapitalismus". Trotz aller Wahlarbeiten waren so viele Zuhörer, besonders jugendliche, erschienen, dah der Plenarsaal des Reichswirtschastsrats nicht ausreichte. Die Aussuhrungen von Otto Bauer lassen sich etwa wie solgt zusammenfassen: Die Geschichte der kapitalistischen Wirtschaft ist durch das Auf und Ab der Konjunkturbewegung charakterisiert. Bei genauerem Studium entdeckt man sehr bald längere Zeiträume, in denen die Wirtschast eine bestimmte Entwicklung nimmt. So zeigte die Zeit von 1815 bis 1847 nur wenige und Depressionen. Die Zeit von 1847 bis 1873 dagegen war durch lange Prosperitätszeiten, durch kurze Krisen und Depressionen gekenn- zeichnet. Von 1873 bis 1893 waren die allgemeinen Entwicklungstendenzen wieder abwärts geneigt. Schließlich waren die Jahre von 1895 bis 1914 im Durchschnitt Jahre guter Konjunktur. Sucht man nach den Ursachen dieser auf- fälligen langdauernden Schwankungen(der Na- tionalökonom spricht von„langen Wellen"), so kommt man aus drei Ursachenreihen, die die ganze Paradoxie. die ganze Naturwidrigkeit des kapitalistischen Wirtschaftssystems ins hellste Licht rücken. Es zeigt sich nämlich, daß die langen Perioden besserer Wirtschaftslage zusammenfallen mit kriegerischen Ereignissen; daß die langen Depressionszeiten Perioden des Friedens oder der Liquidierung vorangegange- ner Kriege sind. Als zweite Ursachenreihe für die„langen Wellen" zeigt sich der Einfluß der agrarischen Entwicklung. Immer wenn die Getreidepreise hoch waren(in Kriegszeiten), war die Entwicklung der kapitalistischen Industrie- Wirtschaft nach oben gerichtet. In die Zeiten lang- dauernder Depressionen fielen stets auch lang- dauernde Agrarkrisen. Als dritte Ursache für das Auf und Ab der„langen Wellen" ist d i e E d e l- Metallproduktion, die Gewinnung von Silber und Gold, zu nennen. In die Periode günstiger Wirtschaftslage von 1847 bis 1873 sollen vie großen Golifunde in Kalifornien und Austra- lien. Die südafrikanischen Goldfunde der neun- ziger Jahre leiteten die Prosperitätsperiode von 1893 bis 1914«in. Hält man sich die Entwicklung des letzten Jahr- Hunderts vor Augen, so ist klar, daß die Periode nach dem Weltkriege, der in so unge- heurem Maße in alle Wirtschaftsbeziehungen und alle wirtschaftlichen Gegebenheiten eingegriffen hat, nur eine Periode langdauernder De- pression sein kann. Der Krieg hat zu Kapital- fehlleitungen in allergrößtem Ausmaß geführt; er hat zahlreiche Agrarstaaten vier Jahre lang abge- sperrt, die dadurch zu vorzeitiger Jndustrialisie- rung gezwungen waren. Die Ausdehnung des Ein Schreckensurteil Eigener Bericht det„Vorwärtt Hannover, 5. November. Das durch seine unglaublich harten Urteile gegen Republikaner bekannte Gericht in Verden (Aller) fällte wieder einmal ein Schreckens- urteil gegen junge Arbeiter und Reichsbannerkameraden aus Walsrode. das überall, auch beim Bürgertum, Helles Eni- setzen hervorgerufen hat. Fünf junge Ar- b e i t e r wurden wegen einer harmlosen Schlägerei mit Nazis, wegen Landfriedens- bruch zu insgesamt 32>4 Jahren Zucht- Haus und 20 Jahren Ehroerlust verurteilt. Dabei waren die Ursachen der Schlägerei hannoversche Nazis, die in Walsrode einquartiert waren und sich brüsteten:„Wir haben in Hannover aufgeräumt und werden auch in Wi'�ode aufräumen." l Getreideanbaues, die unerhörten technischen Fort- schritte haben zu einer gewaltigen Ueberproduk- tion, zu einer unerhörten Zlgrarkrise in aller Welt geführt. Schließlich ist die Goldproduktion sehr gering, da die hohen Preise der Nachkriegszeit hohe Gestehungskosten für den Goldbergbau be- deuteten. Wir befinden uns also nicht in der End- krise, aber wir befinden uns in einer D e- pression, die lange anhalten wird, wenn sie auch eines Tages durch den Mechanismus der kapitalistischen Wirtschaft überwunden werden wird. Bon besonderer Bedeutung waren die Ausfüh- rungen Bauers über die Auswirkungen der öko- nomischen Entwicklung auf den Klassenkampf der Arbeiterklasse. Die erste Periode (1815 bis 1847), in der es den Kapitalisten schlecht ging, ist eine Zeit revolutionärer Kämpfe. Die Arbeiterklasse setzt sich gegen den Druck der Herr- schenden Klasse, die das Elend als ein„Natur- gesetz" hinstellt, zur Wehr. Die zweite Periode(1847 bis 1873) ist eine Zeit der Gewerkschaftsbildung, der gewerkschaftlichen Erfolge. Es gelingt der Arbeiterklasse, dem gut Die„autoritäre Staatsführung" macht sich das Regieren furchtbar einfach. Wo immer sie in der Oesfentlichkeit, vor allem in der Presse, unter die kritische Lupe genommen wird, setzt sie ihren Dementierapparat in Bewegung und sendet den Zeitungen, die nicht bedingungslos in jeden Lob- gesang auf sie einstimmen, sogenannte„Auf- lagen", die durch eine Notverordnung über die Presse juristisch erlaubt, aber deswegen politisch noch keineswegs überzeugend sind. So hat dieser Tage der Reichsminister und Preußenkommissar Dr. Bracht das„8-Uhr-Abend- blatt" zum Abdruck einer solchen Auflage genötigt, die schon in ihrer Form eine Beschimpfung des Blattes darstellte. Die Zeitung muhte an der Spitze der ersten Seite über die ganze Breite hinweg die Ueberschrift bringen„Erfundene Enthüllungen des„8-Uhr-Abendblalls" über die Vorgeschichte des 20. Juli!" Diese„auf- gelegte" Entgegnung deckt sich inhaltlich im wesent- lichen mit derjenigen, die der„Vorwärts" in seiner Abendausgabe vom Sonnabend von dem gleichem Dr. Bracht veröffentlichen mußte. Die Auflage an den„Vorwärts" erfolgte, trotzdem das„8-Uhr-Abendblatt" in seiner Freitag- nummer bereits ganz ausführliche Darlegungen des Rechtsanwalts Dr. Feder über die Unter- Haltung veröffentlicht hatte, die der Oberregie- rungsrat Diels mit ihm über die Affäre Abegg und über den Inhalt seiner Vernehmung nach , dem 20 Juli gehabt hat. Ueber diel« Unterhaltung war unmittelbar noch ihrem Stattfinden ein auejührliches Protokoll niedergelegt, dessen wesentlichen Inhalt cherr Dr. Fe�er im..8-Uhr-Abenoblatt" am Freitag veröffentlichte. Dessen ungeachtet muß der„Vor- wärts", der über die ursprünglichen Mitteilungen des genannten Abendblattes zusammenfassend refe- riert hatte, um seine Leser zu unterrichten, noch einmal die sogenannte„Enteignung" d«s cherrn Bracht veröffentlichen! Wir verzichten darauf, den preußischen Kom- missar davon zu überzeugen, daß er und sein Vor- gesetzter, von Papen, gegenwärtig zum min- besten die moralische Pflicht hätten, ihre Vorwürfe gegen Staatssekretär Abegg vor aller Oesfentlichkeit z u r ü ck z u- nehmen, nachdem sie in der Oesfentlichkeit er- hoben worden sind. Aber wenn selbst die Eni- scheidung des Staatsgerichtshose», der rentierenden Kapitalismus einen Teil seiner Rente abzunehmen. Die dritte Periode, in der sich der Kapitalismus wieder bedroht fühlte, brachte in Deutschland das Sozialistengesetz, in England den „neuen Unionismus", neue Methoden des gewerk- schaftlichen Kampfes. Die vierte Periode seit 1895 schließlich ist die Zeit der positiven Erfolge der organisierten Arbeiterbewegung, die zu einer wesentlichen Besserung der Lebenshaltung der Arbeiterklasse führte. * Dieser Wandel der taktischen Einstellung in Fragen des Klassenkampfes zeigt, daß die Ar- beiterbewegung nicht unbedingt an einer einmal eingenommenen Haltung, an einer bestimmten Einstellung festhalten darf. Neue Tatsachen erfordern neue Mahnahmen. Seit 1929 befindet sich besonders die mitteleuropäische Ar- beiterklasie in einer neuen Epoche, die durch die Verteidigung des Errungenen, nicht mehr durch fortschreitende Aushöhlung des Kapitalismus ge- kennzeichnet ist. Es ist notwendig, daß die Ar- beiterbewegung eine Umstellung voll- zieht und die neuen Bedingungen des Kampfes studiert. Das wird nicht von heute auf morgen geschehen können, daß die Ar- beiterklasse die Kraft und die Freiheit zur Um- stellung behält, das ist u. a. die Bedeutung des 6. November! die Vorwürfe gegen Abegg und die sie stützenden Angaben des Herrn Diels mit einer Hand- bewegung beiseite geschoben hat, die „autoritäre Staatsführung" nicht veranlassen kann, das Notwendige zu tun, so können wir auf weitere Bemühungen nach dieser Richtung verzichten. Von gleicher Wesensart, wie die Auflage in Sachen Abegg-Diels ist die„ausgelegte" Ent- gegnung der Reichsregierung auf die im„Vor- wärts" berichteten Ausführungen des Abg. Otto Wels über das frühere Verhalten des Herrn von Papen. Mit einer solchen Auflage werden Tatsachen zwar bestritten. Wenn Herr von Papen aber nicht das Recht der zwangsweisen Veröffentlichung seiner Entgegnung hätte, sondern darauf angewiesen wäre, das G e- r i ch t wegen dieser Behauptung anzurufen, so würden unter Umständen Zeugenaussagen produziert werden, die das Verhalten des Herrn von Papen in einem ganz anderen Lichte er- scheinen liehen. Auf diese Zeugen und somit auf diesen Weg hotte Abg. Otto Wels in seiner Rede in Hannooer ausdrücklich hingewiesen.' Aber für eine„autoritäre Staatsfllhrung" sind erzwungene Veröffentlichungen sicher bequemer, als ein umständliches und im Ausgang nicht ganz sicheres Gerichtsverfahren. Der Standartenpfarrer Seelsorger kür l�lordgesellen Eigener Bericht des„Vormärts" Schweidnitz, 5. November. Eine außerordentlich interessante Vernehmung im Bombenprozeß nahm einen breiten Raum in der Sonnabend-Vormittag-Verhandlung ein. Als Zeuge tritt der Pastor Fuchs aus Ditt- mannsdorf auf, der sich auch als „Standartenpfarrer" der Stan- darte 8 6 bezeichnet. Er wird unvereidigt ver- nommen, und bekundet: Als Polomski sich unter dem Namen Schmidt in Reichenhorst aufhielt, seien Sonntags zu ihm die Eltern Polomskis gekommen, die nach dem Aufenthaltsort ihres Sohnes fragten. Er, der Pastor, habe sich nicht berechtigt und verpflichtet gefühlt, den Eltern zu sagen, wo ihr Sohn sei. Er habe aber die Mutter dann ge- tröstet, ihr Sohn sei„gut aufgehoben". Wenn er als Standartenpfarrer einen einzelnen SA.-Mann seelsorgerisch betreue, stehe er in einem dien st lichen Verhältnis zu ihm. und er habe kein Recht, etwas über diesen Mann zu einem Dritten zu sagen, der nicht in einem dienstlichen Verhältnis stehe, auch nicht den Eltern. Pastor Fuchs macht bei feiner weiteren Der» nehmung Ausführungen über die Ermittlung des Aufenthaltsortes von Polomski durch den Kriminal- tommissar Iackenkroll. Widersprüche zwischen den Aussagen des Zeugen und denen des Kom- missars führen zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen der Verteidigung und dem Kommissar Iackenkroll, der dem Zeugen gegenübergestellt wird. Man hat den Eindruck, daß man den Kommissar meineidig machen will Heines be- stätigt das, indem er die Protokollierung der Aus- führungen des Kommissars verlangt, was der Vorsitzende indes ablehnt. Der Kommissar bleibt bei seiner Darstellung und gibt außerdem die bemerkenswerte Erklärung ab, dah er von vornherein der festen Ileberzeugung gewesen sei, dah der Pastor Fuchs sich der Be- günskigung schuldig gemacht habe. Pastor Fuchs wird dann über das Verschwinden der Autopapiere Polomskis gefragt. Er bekundet, er habe diese Papiere(Führerschein usw.) eines Tages auf seinem Schreibtisch gefun- den und nichts mit ihnen anzufangen gewußt. Beim Aufräumen seines Schreibtisches habe er diese Papiere tn den Papierkorb geworfen. Es wird ihm vorgehalten, daß dieses Verhalten für einen Mann, der selbst Kraftfahrer und obendrein bei der Standarte Referent für das Motorwesen gewesen sei, sehr merkwürdig anmute. Israel für Hitler! In letzter Stunde hat eine Anzahl von Hochschullehrern einen Aufruf zur Wahl von Nazis erlassen. Unter den Unterzeich- nern befindet sich Professor Dr. Otto Israel» Dresden. Im Ton und kinderleicht die Bedienung, die Vorzüge unseres Lautsprecher• Netz- Emp-föngers. 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Röhren BERLIN- „Auflagen" [Bequeme Regierungsmethoden der Barone Wohlfahrtsstaat für Ausbeuter Märchenhafte Unternehmergewinne Der Deutsche Textilarbeiter-Verband, der vor zwei Wochen in einer Eingabe an de» R e i ch s a r b e i t s m i n i st e r aus die Vereinbarung der Stadt Sarau mit dem dar- tigen Fabrikantenverein hingewiesen hat, in der an die Fabrikanten die Auszahlung der W o h l f a h r t s u n t e r st ü tz u n g für die Ar- beitslosen zugesichert wird, die von den Sorauer Fabrikanten eingestellt werden, hat nunmehr eine neue Eingabe an den Reichsarbeitsminlster gerichtet, in der auf ein ähnliches Abkommen der Gemeinde Rauscha, Kreis Görlitz, mit der Firma W. W i n k l e r A.- G, in H a l b a u hin- gewiesen wird. Danach verpflichtet sich die Ge- meind« Rauscha. bei Einstellung von Wohlsahrtserwerbslosen durch die Firma winkler an diese 80?roz. der bisher gezahlten wohlsahrtsuntcrstühung zur Auszahlung zu bringen. Die Firma Winkler hat bei der Gemeinde Halbau den Versuch gemacht, eine gleiche Vereinbarung abzuschließen, ist hier damit jedoch abgerutscht, Daraus hal die Firma sich geäußert, daß künf- tig die Arbeiter von chalbau nicht mehr eingestellt würden. Die Firma Winkler hat sich aber nicht damit begnügt, die Wohlsahrtsunterstützung einzustecken, sondern verlangt durch Aushang einen Lohnabzug in höhe von lv Proz. für die Zt. bis 40. Arbeitsstunde. weil sie 29 Personen oder 5 Proz. der Belegschaft neu eingestellt hat. So werden den Frauen trotz der äußerst niedrigen Löhne Z3 bis 3S Pf., den Männern 45 bis 47 Pf, pro Woche abgezogen, die die Wohlsahrtsunterstützung für die Firma angenehm nach oben abrunden. Dazu kommt natürlich noch die Prämie für Neuein- st e l l u n g e n. Ist die Firma Winkler in halbau ein not- leidender Betrieb? Die Leser mögen selbst urteilen: Die vier bestbezahlten der\2 leitenden Angestellten(12 leitende Angestellte bei noch nicht 600 beschäftigten Personen) erhalten zusam- men die Summe von 318 190 M. jährliches Gehalt. Der Deutsche Textilarbeiter-Verbond weist ganz richtig in seiner Eingabe darauf hin, daß die Firma jährlich 221190 M. sparen könnte, wenn sich diese vier Angestellten jeder mit dem immerhin noch ganz ansehnlichen Gehalt von 24 000 M, jährlich begnügen würden. Die Herren Direktoren der Firma ziehen jedoch vor, Pfcnnigabzllge bei den Arbeiterinnen und den Arbeitern zu machen und darüber hinaus d'e Wohlsahrtsunterstützung der Arbeitslosen einzu- stecken. Das sind jedoch nicht die einzigen Sparmaßnahmen, die die Firma Winkler bisher gemacht Hat. In einer Aufstellung weist der Deutsche Textilarbeiter-Verband nach, daß die Firma Wintler seit 1927 infolge Ralionalisierungsmaßnahmen ungeheure Summen an Löhnen eingespart l>at. Durch Anschaffung neuer Spulmaschinen wurden 00 Frauen überflüsjig, was eine wöchentliche Lohnersparnis von 1267,20 M. aus- macht. Durch Anschaffung von zwei amerikanischen Tromlern wurden 36 Arbeiter über- flüssig— Lohnersparnis 760,32 M pro Woche. Durch Anschaffung neuer Schermaschinen sind 40 Frauen überflüssig geworden— 884,80 M, wöchentliche Ersparnis. Neue Andreh- Maschinen ersetzten 21 Arbeiter. Ersparnis an Arbeitslohn 430 M. wöchentlich. Durch Ein- fllhrung von Akkordarbeit wurde in der Schlichterei ein Gewinn von 130 M. erzielt. I» der Weberei ist der Gesamtlohn von 10 073 M. auf 7327,36 M. gesenkt worden, was der Firma eine Ersparnis von 234 5,64 M. wöchent- lich eingebracht hat. In der Putzerei wurden 32 Puherinnen durch zwei Maschinen erseht, an denen zwei Mann beschäftigt sind, hierdurch ersparte die Firma wöchentlich 328,90 M. In der Wäscherei sind durch Rationalisierungsmoßnahmen 594,88 M. wöchentlich eingespart worden. Die Folge war natürlich die Entlassung von Arbeitern. In der Färberei sind gleichfalls durch Aufstellung von Maschinen 48 Männer überflüssig geworden, was eine Lohnersparnis von 1403,44 M. wöchentlich ausmacht. Ebenso ist in der Mangelei eine Lohnersparnis von 639,13 M. erzielt worden. In der Versandabteilung schließlich sind 18 Arbeiterinnen durch Ausstellung von Maschinen überflüssig geworden, was ein« Ersparnis von 318,16 M. wöchentlich ausmacht. Aus dieser kurzen Aufstellung kann man ersehen, wie die Firma Winkler— und sie ist gewiß nichts weniger als eine Einzelerscheinung—„rationalisiert" hat, d. h. wie sie bedenkenlos Maschinen aus Maschinen ange- schasst und Arbeiter und Arbeiterinnen entlassen hat, die dann der össenllichen WoHl- sahrtspslege zur Last fielen. Einen ganz kleinen Teil dieser Entlassenen, dieser ins graue Elend der hoffnungslosen Arbeitslosig- keit Gestoßenen, will die Firma Winkler jetzt wieder einstellen. Natürlich nicht aus Mitleid mit den Arbeitslosen, sondern ganz einfach, weil sie Aufträge hat und diese Arbeiter und Arbei- terinnen braucht. Die„grundsätzlich neue Staatsführung" ermöglicht nun der Firma Wink- ler, die bei der Entlassung der Arbeiter und Arbei- terinnen ungeheure Summen verdient Hot. nunmehr nochmals bei ihrer Einstellung Lohnprämien und Lohnabzüge einzusacken. Das genügt dieser Firma aber noch nicht. Sie will darüber hinaus auch noch die Wohlsahrtsunterstützung haben, die diese Arbeiter und Arbeiterinnen bisher bezogen haben. Und weil die Gemeinde halbau auf dieses schmutzige Geschäft nicht eingegangen ist, werden die Arbeitslosen von halbau von d e r F i r m a W i n k l e r auf die schwarze L i st e gesetzt. Der Reichskanzler von Pape» hat bekannt- lich das Wort geprägt, daß dieser Staat aushören müsse, ein Wohlfahrtsstaat zu sein. Die Firma Winkler in halbau und die Gemeinde Rauscha haben das ganz offenbar so oerstanden, daß der bisherige Wohlfahrtsstaat für die Armen nun- mehr grundsätzlich neu nur noch ein Wohlfahrt?- staat für die Reichen und Ausbeuter sein soll. Wir fragen den Reichsarbeitsminister, der sich bisher zu dem Skandal von Sorau nicht geäußert hat, ob«r dieses schmutzige Geschäft von Groß- Verdienern auf Kosten der Wohlfahrtspflege billigt? Keine Anfallrente! folgen der Notverordnungspolitik Das Oberversicherungsamt Kiel mußte auf Grund der Notverordnung einen Einspruch des Landarbeiters B., der eine Insten- stelle in Größe von zwei Hektar besitzt, abweisen. Die Instenstelle ist ein Teil des Lohnes. Im Mai 1931 erlitt der Arbeiter bei der Bearbeitung seines Jnstenlandes einen Unfall und zog sich einen Fersenbruch zu. Er mußte vierzehn Wochen klinische Behandlung in Anspruch nehmen. Eine starke Erwerbsbeschränkung blieb bestehen. Die Berufsgenossenschaft bewilligte ihm eine Unfall- rente in höhe von 30 Proz. Aus der anderen Seite wurde ihm der Lohn um ein Drittel gekürzt und ihm zum 1. Oktober 1932 g e> kündigt. Jetzt, unter der Regierung der Freiherren und Barone, heißt es mit einmal: Da die Insten- stellen als„selbständige" Betriebe bei der Unfall- berussgenossenschaft gemeldet werden müssen, gilt dein Unfall, Landarbeiter B.. als ein solcher, den du in deinem„eigenen" Betriebe erlitten hast. Deine Erwerbsbeschränkung infolge des Unfalles beträgt nicht mehr als 30 Proz. Sie wird a u f U) i u ii ö ü e l. neuen yc u i u c t o ♦ � s nicht mehr entschädigt, was bedeutet, daß du ab 1. Oktober Unfallrente nicht mehr erhält st. So sieht die Auswirkung des neuen Meister- werks der Regierung der Grasen und Barone aus! Nicht nur, daß der Landarbeiter seine gesunden Knochen im Betrieb des Unternehmers (denn die Instenstelle gehört doch diesem und stellt einen Teil des Lohnes dar) zusetzt, er wird auch noch seine Arbeitsstätte los und zuletzt streicht man ihm die klägliche Unfallrente. Diese Bestimmungen müssen schnellstens ver- schwinden! Aeberstunden müssen he�aklt werden Das Reichsarbeitsgericht mußte diese Selbstver- ständlichkeit in der Klage gegen die Gummiwaren- fabrik C. Müller in Berlin-Weißen- s e e erst feststellen! Der Streit geht allerdings darum, ob erst von der 49. Stunde ab die Arbeit als Ueberstunden gilt. Der für allgemein verbind- lich erklärte Reichstarisoertrag der chemischen In- dustrie sieht für jede Ueberstunde einen Z u- schlag von 23 Prozent. Nach der bei der Beklagten geltenden unter Mitwirkung des Arbeiterrats geregelten A r- beitsordnung vom 15. August 1928, richtet sich die Dauer der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit ihres Betriebes nach den Vorschriften des jeweils geltenden Tarifvertrages. Es wurden in einer Woche 46 Vb Stunden gearbeitet. Während die Firma bis Frühjahr 1931 den Zuschlag für Ueberstunden zahlte, die über 46� Stunden in der Woche hinaus geleistet wurden, ging sie seit dieser Zeit dazu über, er st von der 4 9, Stunde ab den Zuschlag zu zahlen. Die Kläger behaupten, daß für die Berechnung der Ueberstunden die tägliche normale Arbeitszeit maßgebend sei und fordern demgemäß nach erfolgloser Anrufung der im Reichstarifvertrag vorgesehenen Schlichtungs- instanz Nachzahlung des Zuschlages für eine An- zahl von Februar bis Mai geleisteter Ueber- stunden. Das Landesarbeitsgericht aber hat die Klage abgewiesen. Gegen das Urteil kämpften die Kläger mit der Revision an. Das Reichsarbeitsgericht verhalf der Revision zum Erfolg. Das vor- instanzliche Urteil wurde aufgehoben und die Sache zur anderen Entscheidung und Prüfung der Ansprüche der Kläger an das Landes- arbeitsgericht zurückgewiesen. Die Kläger hätten die Ueberstundenzuschläge zu bean- fpruchen. Dos Gericht müsse nochmals prüfen. von welcher Stunde an die Zuschläge zu zahlen sind.(RAG. 240/32.) Gewerkschaftliches stehe auch 3. Beilage. Hierzu 3 Beilage» Der„Vorwärts"«rschemt wochenlägtich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volt und Zeit". I Bezugsvreis«: Wöchentlich 7Z Pf., monatlich 3.2ö M. ldavon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haust im voraus zahlbar. Postbezug 3,97 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitung, und 72 Pf. Postbestellaebllhrcn. Auslandsabonncmcnt ä,6ö M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 4.65 M. Bei Aussall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz.■ Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimcterzeilc 30 Ps., Retlamczeile 1,50 M.„Kleine Anzeige.»" das fettgedruckte Wort 20 Pf., iedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbcitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeilc 16 Pf. Anzeigenannahme im Hauptgeschäft. Lindenstr. 3. wochentäglich von 8'A bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich für Politik: Rndols Brcndcmtihl: Wirtschast: G. Sliagclhöser: Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner: Feuilleton: Herbert Lcp. rc: Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin./ Verlag: Vorwärts-Verlag®. nu b. H., Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Mengenabgabe vorbehaltenl Damen- Filzhüte u.-Kappen mod. 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Aber wenige Monate später, im Herbst, da mar das Heulen und Zähneklappen groll. Es mar noch sehr viel schlimmer gekommen und gegenüber den heutigen WohU fahrtssätzen der Kommissare muten beispielsweise die 22,05 M. Wochen unter Stützung des Hermann-Müller-Kabinetts für einen ledigen Erwerbslosen phantastisch an. Denn als nur 12 Nationalsozialisten im Deutschen Reichstag saßen, da lagen doch Freitags wenigstens noch ein paar Scheine auf dem Tisch. Heute, seitdem 230 N oto er or d nun g s- Jacken allein im Reichstag sitzen, lohnt es kaum, die paar Markstücke überhaupt noch einzuteilen: Miete, Elektrizitätsmann, Gasmann, Kohlenwann, Milchmann, Kleiderrate, schon ist der Traum aus. Nun scheint es allerdings, als märe man mit der albernen Redensart, es könnte nicht schlimmer kommen, etwas vorsichtiger geworden; dazu mar die Lektion zu derb. Dafür macht eine neue Redensart lustig die Runde:„Ach, uns ist alles egal, uns geht es so schlecht und so schlecht!' Diese Redensarten zeigen, wie notwendig es ist, noch in den heutigen letzten Stunden Hunderte oon Volksgenossen a n ihre o or nehm st e staatsbürgerliche Pflicht eindringlichst zu erinnern. Gerade an diesem 6. Nooember gilt es mehr denn je: nehmt alle mit I Als die Gebrüder Lahusen noch im Essighaus der alten Hansestadt Bremen bei der Schaffer- Mahlzeit schwelgten, stand Herr Hjalmar Schacht auf und sagte jenen berüchtigten Satz, daß jeder Deutsche heute von Kindesbeinen an ein Staats- rentner sei, der mit dem Eintritt ins Leben sein gemachtes Bett vorfinde. Das war eine andere Formulierung von der Wohlsahrtsanstalt, zu der man den Staat gemacht habe und gegen die Herr von Papen so laut bei seinem Regierungsantritt wetterte. Aber ehe Herr von Papen kam, tm mußten erst aus 12 Nazis 106 und schließlich 230 werden,„auf deren breiten Rücken die Barone dann behende in die Amtlichkeit geklettert sind," Und die Arbeitslosen Berlins werden sich vielleicht heute daran erinnern, wie sie dann in den Juli- tagen frühmorgens— am 1. Juni waren die Barone gekommen— in der Sonnen-Allee, am Friedrich-Krause-Ufer und in der Boxhagener Straße vor den Kassenschaltern ihrer Arbeits- ämter standen und tatsächlich überlegten: sollen wir nun dem Kassierer die abgebauten Groschen an den Kops schmeißen und ihm sagen, die drei Sechser könne er sich an den Hut stecken oder was sonst? Sie sitzen noch alle aus der 22,0S-Mk.-Zeit von 1929 auf dem Nachweis und wenn man dann einen Kumpel von damals trifft und man fragt ihn:„Wieviel kriegst du denn noch?", dann er- hält man zu Antwort:„10 Mk. für vierzehn Tage". Von der ganzen Sozialoersicherung scheint nur noch das Gerippe zu stehen und es ist eine Ausgabe des heutigen Tages, durch eine kluge Wahl auch der ramponierten Sozialoersicherung den weg zu einer neuen Blütezeit zu ebnen. Dabei kann man noch geteilter Meinung sein, wem es schlechter geht: den Erwerbslosen oder den Kurzarbeitern, So schickt uns ein Parteigenosse aus der Lausttzer Straße seinen Wochenetat ein. Seit mehreren Zahren verdient er wöchentlich nur noch 17,75 Mk. netto. Dem stehen aber folgende Ausgaben gegenüber: Demnach bleiben dem Mann für Essen, Trinken und Kleidung ganze 4,34 Mk. pro Woche, Aber das ist ein Mann vom Herbst 1932, der Arbeit hat! To6 durch Autarkie Hat der Arbeiter kein Geld, hat der Mittelstand auch nichts. Die Politik der Barone bedeutet den Ruin für ungezählte Existenzen, Da hat ein kleiner Unternehmer in Berlin einen ruhigen Handel mit Fischerei-Thermometern nach Kopenhagen, nach Gotenburg, nach Stavanger, nach Bergen, selbst bis nach England gehabt. Diese Thermometer sind dem Fischer nötig wie das tägliche Brot, denn er kann natürlich nicht wie ein Haoelangler erst loten, sondern muß den Stand der Fische aus bestimm- ten Temperaturen des Meerwassers berechnen, Nun war es den Herren Olofsen in Drontheim oder den Herren McLean aus Edinburgh voll- Nur mangelhafter Teilverkehr Berlin mulä weiter laufen— Ruhe in der Stadt Die Hoffnung der Berliner, daß sich der Straßenbahn-, Autobus- und 11-B ahnverkehr im Laufe des Sonnabends nach einem bescheidenen Beginn in den Vormittagsstunden weiter beleben würde, hat sich als trügerisch erwiesen. In den Nachmittagsstunden fuhren insgesamt 219 Straßenbahnen. die sich aus 31 Linien verteilten. Um 20 Uhr wurde der Betrieb wieder eingestellt, um am Sonntagmorgen bei Eintritt der Helligkeit wieder aufgenommen zu werden. Der BVG. stehen zur Zeit über 50d0 Mann Personal zur Verfügung. Inwieweit die weiterslreikenden Angestellten der Aufforderung der BVG.-Direktion zur Wiederaufnahme der Arbeit folgen werden. nachdem gestern die ersten tausend Entlassungen zugestellt worden sind, bleibt abzuwarten. In Berlin fahren in normalen Zeiten rund 72 Straßenbahnlinien mit etwa 1000 Wagen und ebensoviel Anhängern, Dazu kommen mehrere hundert Autobusse. Di« 219 Straßenbahnwagen, die gestern über die Schienen rollten und sich auf zahlreiche Stadtbezirke verteilten, kamen bei der Größe Berlins kaum zur Geltung. Selten wurde eine Straßenbahn gesehen, die dann zumeist auch nur schwach besetzt war, weil das Publikum noch Racheakte fürchtete, Auch der U-B ahnverkehr funktionierte sehr mangelhaft. Aus der Strecke Warschauer Brücke— Gleisdreieck, wo Betrieb in Aussicht ge- nommen war, blieben die Zugänge vergittert, * Im Laufe des Tages kam es an verschiedenen Stellen der Stadt zu Plänkeleien zwischen Radi- kalen und Arbeitswilligen, die jedoch in keinem Falle ernstere Ausmaße annahmen. Vom Berliner Polizeipräsidium wird über den gestrigen Tag folgender Bericht herausgegeben: Der Sonnabend ist ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen, Irgendwelche Angriffe oder Sabotageakte auf den im vermehrten Umfange aufgenommenen Verkehr der BVG. sind nicht erfolgt. Von der Politischen Polizei wurden im Verlaufe des gestrigen Tages 3 Mitglieder der geheimen Streik- leitung festgenommen. macht das Geschäft heute eine Firma in Plymouth, Südengland, Der Mann in Berlin, der vor dem Zollunfug monatlich seine 20 Aufträge aus Skan- dinavien hatte, bekommt jetzt in acht Wochen viel- leicht noch fünf. Es ist jedenfalls so viel, daß er noch an zwei Tagen in der Woche Arbeit hat, Das ist nur ein kleines Beispiel: aber der Mann ist kuriert: er wählt heute keine Barone, Hille iür Mieter! Aber alle Abzüge von Lohn und Beule schlagen um in eine unerträgliche Belastung des Bliel- kontos. Es ist oft genug ausgerechnet worden, daß Erwerbslose ihre ganze Unterstützung nehmen müßten, wollten sie immer pünktlich den Haus- wirt bezahlen. Aber nicht nur die Erwerbslosen leiden unter dem überhöhten Mietsanteil, sondern auch alle Werktätigen, Hier wird von Woche zu Woche die Mietzahlung hinausgezögert, bis plötz- lich nach vier Monaten eine gesamte Mietrate kommen gleich, woher diese Hilfsapparate kamen: sie kamen bereits seit 20 Jahren aus Berlin und so sollten sie weiter daher kommen, Bis eines Tages die fälligen Bestellungen aus Skandinavien und England ausblieben. Und was war der Grund? Der Heringszoll! Auch die nord- ländischen Fischer hatten jahrzehntelang ihren ruhigen Handel mit Fischen nach Deutschland, bis es dem Zollgebäude Deutschlands umgekehrt ging wie der Sozialoersicherung: magerte die eine zum Skelett ab, glich das Zollsystem schließlich einem undurchdringlichen Dickicht, Gegenwärtig ist ja die Tomatenkommission dabei, noch Stacheldraht herumzuwickeln. Nun brauchen die Fischer nach wie vor ihre Thermometer, aber sie sagen: wenn uns die Deutschen solch Theater machen mit unserer Butter und unseren Heringen, dann kaufen wir ihnen halt nichts mehr ab. Und wirklich ttirkung eines Jnserais: Jlnslnrm erwerbsloser Verkäuferinnen. überfällig ist. An irgendein Aufholen all dieser Mietschulden ist unter den heutigen Zuständen nicht zu denken, und so steht am Ende dieser Leidenswege die bittere Exmission. Hier stehen jetzt die Bedrängten aus und sagen: jahrzehntelang haben wir uns gemüht und gequält, um die Möbel und allen Hausrat anzuschaffen, wir haben unter Verzicht auf Essen unsere Wohnungen durchge- halten, aber jetzt will man uns auf die Straße setzen, jedoch die Landwirte, die nicht so unmittel- bar Not leiden wie wir, haben ihren Zwangsvoll- streckungsfchutz. Und die Mieter fügen fragend hinzu:„Wann rührt sich endlich eine Amlsstelle und macht Schluß mit den Exmissionen. Denn es war nicht unser« Schuld, daß wir allesamt unsere Arbeitsplätze verloren haben!" Aber in den Woh- nungen ist die Not bereits so groß, daß allein ein Notrecht für Exmittierte nicht mehr genügen wird, sondern bei Neu- wie Altbauten wird man sich endlich zu Senkungen bequemen müssen, Aber jetzt taucht für den Wähler die Frage auf: mit wem soll die Besserung der Lebenshaltung durchgesetzt werden? Vielleicht mit des Teufels Großmutter? Vielleicht mit den Hauswirten, die die Hakenkreuzfahnen zum Fenster hinaushängen haben? Aber ebenso wenig mit den Kommunisten. An dreißig Stellen in Berlin haben seit Monaten schon die Kommunisten Mieterstreiks angezettelt, ohne daß auch nur ein Erfolg abzusehen wäre. Dagegen war die Sache mit der W a n z e n b u r g in vierzehn Tagen aus der Welt geschafft und eine 40prozentige Mietsenkung durchgesetzt, als sich im„Vorwärts" die s o z i a ld e m o k r a- tische Landtagsfraktion des Preußen- Parlaments dieses Skandals am Molkenmarkt an- genommen hatte. Deshalb kann es für jeden Werktätigen heute nur eine Losung geben: Stärkt die Sozialdemokratie! Ab 9 Uhr früh alles zur Wahl und das kreuz in die Liste 2. fein Ausveriiauf kann für die guten Marken- Üdie billiger sein ob wir! 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Fauteuii 0.75 M., Sessel 1.25 M. VOLKSBÜHNE Theateram Bülowpiatz O 1, Norden 2944. Tätlich 8�4 Uhr E ft IkfllkS V von �arcel Pagrol »WM IM IM T Deutsch v.Bruno Frank Regie Heinz Hilpert. Dorsch, Tiedtke, Valetti, Siedel, Verhoeven, Stein, Almas BUSTER WEST CONCELLOS , MAX ADALBERT FRITZ GRÜNBAUM u.s.w. Nilu Schiet. Bahnhof S 0,8.15, Sigt. 2, S. 8.1 SU. Tel.: E 1 Weithsel 4031 Anneliese v. Dessau stäflLOper Charlottenbur.1 Fraunhofer 0231 Turnus III Sonntag. 6. Nov. 20 Uhr Rigoletto Ivogün, Rein mar, Pataky, Amerling Baumann Dirigent: Ladwig metropoi-Ttteaier I Täglich 8 Vi Uhr Srifji Massary Eine Frau, die weiß, was sie will! Sonntag V*5- Walzcrtraum TheateriWestens ISteinpl. 5121 1 Täglich 8% Uhr I Gitta| A l P a r in Katharina Stgs VsSUhr Försterchristel Komödienhaus Sciullbauerdamm 25 0 2 Weidend. 6304—05 Täglich S'/i Uhr Morgen mm 25. Male Auslandreise ».OestBrreidierü.llirsdifeld Felix Bressart Maria Paudler Paul Heidemann Theater im Admiraisaaiast Premiere 10. November Hans Albers Liliom lessing-Theater Tägl 8V. Uhr Grete Mosheim Oskar Homolka in Pygmalion Schiller Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(CI) 6715 Täglich 8Vk Uhr Robert und Bertram Alfred Braun, Fritz Hindi. Santa SSneland Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. rn msiodie ; desGlüchs und das November-Programm Rose- Theater Grofle frankfurter Slrale 132 iel. Weidisei E 1 3422 2.30 Uhr Aschenbrödel 5.30, 8.45 Uhr Der Zigeunerbaron Deutsches Theater Weidend. 5201. 8 Uhr Piim FMi von Hmg Schautple! ran U. a. Kleid Regie: MaxReinhardt Thimig, Fehdmer Gustav Fröhlich, Kayßler, Wegener Kammerspiele Ab 8. November Nidiaei Krämer von Gerbart Hanptmann Regie: K H.Martin —Theater Id.- Stresemannstr. Täglich 8V.: In wahr, msdnstiii v. Bernard Shaw \loissi, v Theli- mann, Bertens, Evans, Ötto.Sima, Wiemann, Deppe, de Kowa. B. B. B. 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Stock, Sthungssaat 2 Wsbtttvrver-Versammtuuü aller invalldeu-ktitSlleder In dieser Versammlung wird SleUung genommen zu den Antragen, die zu der am 28. November 1932 tagenden Generalversammlung eingereicht worden stnd. Mitgiiedsduch und Invaiidenausweis legittmierti Die OrtiTCi-wallung. Schokoladengroßhandlung Alfred Strecker Stralauer Str. 32, am znolfeamard Große Auswahl iür Wiedertäufer in nur Marten-Schotoladen Marktbal!en8tän(!e zu vermieten NuKeletherxer Nitr. tiS. Lüro H I Pkalzdurg 322» IX-mnlirhHt Sli-iitTnun«! Waffenscheinfreier Schußbleistift o.r.g.m. Bester Selbstschutz. Schreckschuß- u Gaswaffe. Mit Munition RM. 1,80 bei Voreinsendung a. Postscheck Bin: 144 68 Händler und Grossisten hoher Rabatt. Schu�fix-Vertrieb G. Knftsch, Berlin W 30. Bamberger Strafe 30. fifl. nipli!» Verband Groß-Berliner Melkereibesitzer-Vereine EV. 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Die Wirtschaft ist euer Schicksal— Entscheidet mit dem Verstand, nicht mit dem Gefühl Ginge es nach dem Gefühl, so müßte man diese sogenannte deutsche Wirtschaft, die heute selbst die noch Beschäftigten hungern läßt, in Klump schlagen. Folgte man aber diesem Gefühl, so wäre zum Bessermachen nichts mehr da. und' die Ernte hielte der Tod. Es geht ums Besfermachen. wenn heute gewählt wird Und da soll jeder, der heute wählt, sein Gewissen erforschen, was er tut. Und jeder Arbeiter und Kleingewerbetreibende, der zur Wahl geht, soll sich prüfen, ob er nicht auch mitschuldig an dem Elend ist. das heute in Deutschland herrscht. Herren der Regierung, vor und hinter den Kulissen, sind heute Schlotbarone und Junker. Als ob es kein 1S18 gegeben hätte! Volksrechte, Arbeiterrechte werden mit Füßen ge- treten. Leibesnot wird offen und geheim verlacht. Achtung vor Seelennot gibt es vielleicht noch, wenn das Seelchen sich einen Mcrcedes-Lurus- wagen leisten kann. Spätere Geschlechter werden nicht begreifen. daß es 1932 ein Deutschland gegeben hat, in dem Demokratie und Freiheit, die einzigen Rechtsgarantien eines arbeitenden Voltes, miß- achtet wurden. Und dennoch gibt es das! Nicht nur bei den Junkern und Schlotbaronen— die leben davon — sondern bei denen, die kein anderes Kapital haben als ihre Arme und ihren Kopf. Bei den Nazis sind Millionen junger Proleten, die— leider— nichts vor und nichts hinter sich haben. Schwärmen für ein Drittes Reich, eine neue Welt, wissen nichts davon, daß es nicht ums Zusammenhauen, sondern nur umz Bessermachen gehen kann. Da stnd Millionen Kleingewerbe- treibende, Handwerker, kleine Bauern, die nur Proleten auf jämmerlicher eigener Klitsche sind. Die laufen mit Fürsten und Prinzen, die sie früher geknebell haben, mit Monopol- und Kartellkapitalisten, deren armselige Prvzentverkäufer sie sind, und mit den Junkern, die mit der Bauernnot Schindluder treiben, um auf chrem Besitz zu bleiben. Sie alle leben und sterben aber mit der Demokratie, Volksfreiheit und Volksrschten, leben und sterben mit dem arbeiten- den Volk in diesem Industriestaat Deutschland, denn wie die Arbeiter können sie sich ihrer Peiniger und Ausbeuter nur durch die demokra- tischen Volksrechte erwehren, die den bedrückten Masten allein Macht und Respekt sichern. Soll man von den Kommunisten noch reden. die die Arbeiter das elende Heute mit einem phantastischen Morgen vergessen lassen wollen, für die es selbstverständlich ist, daß man mit der Fata Morgana einer unmöglichen Sowjetrußland- Kopie Demokratie, Freiheit und Volksrechte verlachen darf, allen Lehren von Karl Marx und Lenin zum Trotz? Die geistige Tragödie der deutschen Kommunistischen Partei ist zu furchtbar, es wären Eulen nach Athen getragen, wollte man die Miß- achtung der demokratischen Volksrechte durch die Kommunisten noch im einzelnen belegen. Und es läßt sich beweisen, daß nur die Mißachtung und llnkerschähung der Demokratie durch Nazis und Kommunisten die Elendsdiktatur der Zunker und Schlotbarone ermöglicht ha«. Mit der Rot des Volkes wird Schindluder getrieben, seit der Reichstag arbeits- unfähig geworden ist. Er ist aber arbeits- unfähig, seit Kommunstten und Nazis jede demo- kratifche Regierungsbildung, die allein Schlot- barone, Junker und die ebenso gefährliche Bürokratie im Schach halten kann, unmöglich ge- macht haben. Ein arbeitsfähiger Reichstag, mit von den Masten stark beeinflußter Regierung hätte das riesenhafte Ansteigen der Arbeitslosigkeit großenteils verhindern können. Er hätte den Papenschen Lohn- und Unter- stützungsraub unter allen Umständen oerhin- dert, denn der erfolgte nur, weil die Besitzenden steuerlich geschont und den Junkern neu« Subven- tionen gegeben werden sollten. Bei Brünings Lohnabbau hätte für eine voll entsprechende Preissenkung gesorgt werden können, was die Kaufkraft erhalten hätte. Der systeinatische Kauf- kraftmord wäre verhindert, Hunderttausenden wäre die Arbeit erhalten, der Jugend wäre nicht der Weg ins Nichts gewiesen, den Gemeinden wäre eine höhere Steuerkraft erhalten und den Unterstützten und Rentenbeziehern wäre nicht das letzte Stück Brot noch verkleinert worden. Ein arbeitsfähiger Reichstag hätte aus der Mißwirtschaft der Groß- kapitalisten im Westen und der Groß- grundbesitzer im Osten die Konsequenzen gezogen. Die Regierung Brüning— sie hatte mit dem Zugreifen unverzeihlich lang gezögert, aber auch, weil es keine richtige Parlaments- kontrolle mehr gab— wurde in dem Augenblick gestürzt, als sie den Ruhrstahllrust an die Kandare nehmen mußte und im Osten, da, wo jjie Junker nicht mehr zu hallen waren, siedeln wollte. Ein arbeitsfähiger Reichstag hätte den Finanzstall der Schwerindustrie und der Junker ausräumen müssen, und niemals wäre es zu Butter- und Kontingentskriegen, zu neuen S 0 l>- Millionen-Subventionen für die Junker, zur Abfchlachtung der Preußenkasse, Die dem Reich nahestehende Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik A.- G. in Düsseldorf kann das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931/32 nach Abzug von un- verändert hohen Abschreibungen in Höhe von 2,01 Millionen Mark und Absetzung von 300 000 Mark Sonderreseroen mit einem Ueberschuß von knapp 90 000 Mark abschließen. Einschließ- lich der in Reserve gestellten Gewinne ist also der Ueberschuß fast so hoch wie im vergangenen Jahr, wo 393 762 Mark Reingewinn ausgewiesen wurden. Seit Jahresmitte hat das Unternehmen 330 Arbeiter und Angestellte neu in den Betrieb aufgenommen. Die im Besitz der Gute Hofsnungshütte befind- liche Osnabrücker Kupfer- und Draht- werk A.- G. schließt zuzüglich des vorjährigen Verlustes von 120 000 Mark das Geschäftsjahr 1931/32 mit � einem Gesamtverlust von 2,27 Millionen Mark ab. Zur Deckung des Ver- luftes wird der gesetzliche Reservefonds mit 1,86 Millionen Mark und die Sonderrllcklage mit 100 000 Mark ausgelöst. Der danach verbleibende Verlust von 310 000 Mark wird vorgetragen. Von einer Sanierung durch Zusammenstreichung des Kapitals ist nicht die Rede. Die Collet u. Engelhard Werkzeug- Maschinenfabrik A.-G. in Oftenbach a. Main, die zum Todesstoß gegen den Export gekommen, die immer wieder nur neue Arbeitslosigkeit erzeugt oder neue Arbeitsgelegenheiten zerstört haben. Ein arbeitsfähiger Reichstag hätte eine vernünftige Arbeitsbeschaffung sichergestellt, weil 2200 Millionen Steuergutschein- subventionen mit den damit verbundenen unge- heuerlichen finanziellen Abenteuern eben von keinem Parlament hätten beschlossen werden können, wenn die Volksrechte schützende Parteien mitzubestimmen haben. Wir hätten eine groß- zügige öffentliche Arbeitsbeschaffung ohne Finanz abenteuer bekommen, die schon längst Hunderttausenden neue Arbeit gegeben hätte! Soviel bedeutet es, wenn eine Demokratie funktioniert oder nicht funktioniert. Sieht sich der Wähler aber heule um, wer für alle diese Dinge rechtzeisig Verständnis hatte, wer für Freiheit und volksrechte, gegen Lohnabbau und für gerechte Preissenkung, gegen vesiherhaltung und Schonung der Schlotbarone, gegen Kontingente und Exportgesährdung, gegen Sleuergutscheinsubventionen und für össentliche Arbeitsbeschaffung wirklich ehrlich gekämpft hat — waren das die Nazis und die Kommunisten? Das waren allein und zwar ganz allein die Sozialdemokraten! Ums Bessermachen geht's. Um die Wieder- erkämpsung von Freiheit und Volksrechtcn geht's. Gegen den Hunger und die Not der Massen geht's. Hier nützen kein Drtttes Reich und kein Sowjet- deutschland. Hier helfen keine Phrasen, hier hilft keine Gemüts-, hier hilft nur klare und harte Verstandesentscheidung, die den härtesten, zähesten, entschlossensten Kampf für Demokratie und Volks- wohl will. Dieser Kampf wird nicht geführt von Nazis und Konununisten; dieser Kampf wird nur geführt von der Sozialdemokratie. Volk, wähle heute Liste 2. zum Jnlerestenkreis des Klöckner-Konzerns gehört, hat das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931/32 überraschend günstig abgeschlossen. Der Umsatz konnte um 27 Pro z. erhöht werden, da die Herstellung neuer Typen große Verkaufs- erfolge mtt sich brachte. Der Betriebsüber- s ch u ß hat sich mit 790 000 Mark fast verdreifacht, so daß trotz hoher Abschreibungen nicht nur der Vorjahrs vertust von mehr als 263 000 Mark getilgt, sondern darüber hinaus noch ein kleiner Reingewinn vorgetragen werden konnte. Die Beschäftigung des Werkes ist bis zum Frühjahr 1933 gesichert, jedoch machen sich in letzter Zeit im Auslande starke Gegenwirkungen gegen die deutsch« Kontingentspolitik fühlbar. ohne Dividende Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.-G.(MAN.) hat auch in dem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 1931/32 trotz stärkster Auftragsschrumpsung noch mit einem Ueberschuß von 24 734 Mark abschließen können. Dieser Reingewinn ermöglichte sich aber nur durch Heranziehung von 1,2 Mil- lionen Mark Gewinnreserve aus dem vergangenen Jahr, so daß tatsächlich im letzten Jahr ein Verlust von mehr als 1 Million entstanden ist. Die Belegschaft ist im letzten Betriebsjahr von 11 400 aus 7960 Man gesunken. Auch in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres war der Beschäftigungsgrad noch sehr gering. Erst in letzter Zeit haben sich die Anfragen bei allen Abteilungen des Unternehmens erheblich gebessert und teilweise durch Aufttagserteilung auch zu einer Stärkung des vorliegenden Auftrags- bestandes geführt. Dividende hei RWE. Vorstand schlägt 5 Prozent vor Für die auf den 26. November angesetzte Auf- sichtsratssitzung wird das Präsidium der Rhei» nisch-Westfälischen Elektrizität s- werke A.-G., des mächtigsten Stromoersor- gungsunternehmens in Deutschland, einen Divi- dendenvorschlag von 5 Proz. machen. Das RWE. wird also für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931/32 die gleiche Dividende wie im Vorjahr ausschütten, nach- dem man 1931 die Zlktionärsgewinne um die Hälfte gekürzt hatte. Offenbar enthielt die im vergangenen Jahr vorgenommene Kürzung eine gewisse Krisenreserve, so daß bei der ver- hältnismäßig günsttgen Entwicklung des Strom- absatzes— der Rückgang beträgt schätzungsweise nur 10 Proz.— mit nur unwesentlich verrin- gerten Ueberschüssen zu rechnen ist. Deutschland und die Schwei? Wirtschaftliches Zwischenabkommen perfekt Zwischen Deutschland und der Schweiz ist jetzt nach einer Verhandlungsdauer von mehr als zwei Monaten ein provisorisches Wirtschaftsabkommen getroffen worden. Auf zoll- und kontingentspoli- tischem Gebiete beseitigt dieses Abkommen einige der g r ö ß t e n H ä r t e n, Die nach der Kündigung des deutsch-schweizerischen Handelsvertrags im Fe- bruar d. I. den Wirtschaftsverkehr der beiden Länder redrosselt hatten. Einzelheiten über dieses Abkommen sind von den zuständigen Stellen noch nicht veröffentlicht. Soviel steht aber fest, daß Deutschland sich zu Zollsenkungen bei der Einfuhr von Schweizer Uhren, Textilien, Schokoladen und verschiedenen Chemikalien bereit erklärt hat. Luch bei dem viel- umstrittenen Punkt einer Zollsenkung für Auto- mobilteile dürfte Deutschland einige Zugeständnisse gemacht haben. Für die Schweiz sehr wesentlich sind ferner Erleichterungen im Devisenverkehr mit Deutschlano, besonders für den Besuch deutscher Touristen. Die Schweiz ihrerseits hat eine An- zahl Kontingente, die für den deutschen Ex- port sehr hemmend wirkten, heraufgesetzt, wodurch die deutsche Exportindustrie wenigstens in einem gewissen Rahmen wieder mehr Ellenbogenfreiheit im Verkehr mit der Schweiz gewinnt. Wenn auch dieses Abkommen im Rahmen der gesamten Deutschen Handelspolitik nicht überschätzt werden darf, so bietet es doch insofern einen kleinen Lichtblick, als hier zum erstenmal seit der internationalen Zoll- und Kontingentswelle im vergangenen Jahr ein Wirtschaftsabkommen getroffen wurde, das nicht neue Hinder- nisse für den Handel errichtet, sondern die gröb- sten Hemmungen beseitigt. Zwar ist Dieser Vertrag mit der Schweiz nur bis Ende März 1933 befristet, aber es läßt sich hoffen, daß auf dem Wege der Verständigung beide Länder in abseh- barer Zeit wieder zu einem neuen langfristigen Handelsverträge gelangen. Die(Großhandelspreise Die vom Statistischen Reichsamt für den 2. November berechnete Großhandelsindex- ziffer ist mit 94 gegenüber der Vorwoche u n- verändert geblieben. Die Indexziffern der Industrieabschlüsse Widerstandsfähiger Maschinenbau in Teppichen, Gardinen und Läufersfoffen von den ÄAII I IHNFNWF DTF einfachsten bis zu den koslbarslen müssen wegen |?ll ww CM C Geschäftsaufgabe schnellstens geräumt werden! LEIPZIGERECKE MARKGRAFEN- STRASSE HalbJJr o ftauptgruppen lauten: Agrarstoffe 87,7(+0,5), Kolonialwaren 82,2(—0,0), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,9(—0,3) und industrielle Fertigwaren 114,4 Proz.(unverändert). Für den Monatsdurchschnitt Oktober stellt sich die Großhandelsindexziffer aus 94,3 (—0,8) Proz., Hauptgruppen: Agrarstoffe 88,0 (— 1,1), Kolonialwaren 83,4(—1,5), industrielle Rohstoffe und Halbwuren 88,2(—0,7) und indu- strielle Fertigwaren 114,7(—0,4) Proz. Große Zeit Was soll ein„wirtschaftlicher Generalstab?" Wir leben wieder in einer„großen" Zeit. Jetzt entdecken auch Wirtschaftsführer zweiter und dritter Garnitur an sich soviel napoleonische oder mussolinische Züge, um die„Vcrant- Wartung für unpopuläre Maßnahmen auch gegen den Willen des Volks" zu übernehmen. So empfahl sich in einem Vortrag vor den Berliner Kaufleuten und Industriellen Herr Dr. Fischer von der Reichskreditgesellschaft der Reichsregierung für einen„wirtschaftlichen Generalstab", dem zehn möglich st wenig interesse-gebundene Männer ange» hören sollten. Sollen wir jetzt als Gegenstück zu Herrn von Gayl's Zehnmännerkollegium auch eines für Wirtschastsfragen bekommen? Es hatte nicht den Anschein, als ob diese Idee dem Haupte des Dr. Fischer entsprungen sei Der Zweck dieses Kollegiums soll sein, unpopuläre Maßnahmen zu treffen. Hier sei die Verant- wortung für eine Entwicklung von vier bis fünf Jahren zu übernehmen. Zur Illustration wies Dr. Fischer des öfteren auf Musiolinis Maßnahmen hin. Er glaubte auch bemerken zu müssen, daß das preußische Ausbau- werk von 1806 bis 1813 eine Stütze in der E r b- Monarchie gehabt habe, während die Präsi- dentschaft ein Moment der Unruhe sei! Die Steuerpolitik der vergangenen Jahre charakteri» sierte der Redner als„aus Expropriation abgestellt". Natürlich war er gegen den Ab- bau der Gehälter in subventionierten Betrieben. Den Zusammenbruch des kapitalistischen Systems am 13. Juli 1931(Danatbank) als die„logische Folge der staatlichen Wirtschaftspolitik" hinzu- stellen, ist zu l ä ch e r l i ch. um als Verdrehung zurückgewiesen zu werden. Danach kann man sich ausmalen, welcher Art die„unpopulären Maß- nahmen" des autoritären Zehnmännerkollegiums sein werden! Elektrifizierung marschiert 1 050 540 Kleinabnehmer in Berlin Auf der Generalversammlung der B K L-(Ber- liner Kraft- und Licht A.-G.) machte der Vor- sitzende des Aufsichtsrates, Bürgermeister Dr. Elsas, interesiante Angaben über die Energiewirtschaft in der Reichshauptstadt In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat die Bewag, die Betriebsgesellschaft der BKL., 532 gegen 680,4 Millionen Kilowattstunden er- zeugt und von fremden Werken 376,5 gegen 353,6 Millionen Kilowattstunden bezogen. Eigen- erzeugSng und Strombezug sind um etwa 12,1 Proz. zurückgegangen und dementsprechend sank auch die verkaufte Arbeitsmenge von 891,4 auf 775 Mll- lionen Kilowattstunden Interessant ist, daß trotz der anhaltenden Krise die Elektrifizierung der Haushalte Fortschritte gemacht hat. So kannte die Zahl der Nieder- spannungs-Abnehmör noch um rund 29 000 auf insgesamt 1 050 540 steigen. Dagegen ist die Anzahl der Hochspannungs-Großabnehmer infolge von Betriebsstillegungen um 21 auf 663 zurück- gegangen. Im Versorgungsgebiet der BKL. wer- den etwa 7 2 Proz. aller Wohnungen mit Strom versorgt: Ende 1930 waren es 66 Proz., 1928 rund 53 Proz. und Mitte 1925 erst 24 Proz. Im einzelnen läßt die Entwicklung des Energie- Verbrauches bemerkenswerte Rückschlüsse auf die Krisenrückwirkungen bei den verschiedenen Berliner Wirtschaftszweigen zu. Von dem gesamten Strom- verkauf entfielen auf Januar bis September 1932 1931 Niederspannung?- abnehmer.. 257,6 gegen 283,0—— 10,6 Proz. Hochspannungsabnehmer.. 317,3„ 381,4—— 16,8„ Verkehrsunternehmungen. 200,0„ 222,0—— 9,9„ Am stärksten war also der Verbrauchsrückgang bei den Großabnehmern. Von diesen ging der Verbrauch bei der elektrotechnischen In- dustrie am allerstärksten um31.1 Proz. gegen- über der gleichen Zeil des Vorjahres zurück, bei der Maschinen- und Metallindustrie um 22,5 bis 27,5 Proz., bei der chemischen Industrie um 12,3 Proz. t. Kreis Mitte: Lohann, Brüderstr. 16. Kupfergraben 4654. 2. Kreis Tiergarten; Schmidt, Wiclefstr. 17. Hansa 663. 5. Kreis Wedding: Voß, Antwerpener Str. 6. Wedding 7014. 4. Kreis Prenzlauer Berg: Klug, Danziger Str. 71. Vineta 0725. 5. Kreis Friedrichshain: Ewest, Große Frankfurter Str. 30. Alexander 2125. 6. Kreis Kreuzberg: Laudahn, Luisenufer 52. Moritzplatz 5531. 7. Kreis Charlottenburg: lugendheim, Rosinenstr. 4, Fraunhofer 1970. 8. Kreis Spandau; Brendemühl, Morltzstr. 16. Spandau 3912. 9. Kreis Wilmersdorf: Kulka, Lauenburger Str. 20. Emser Platz 1120(Pfalzburg). 10. Kreis Zehlendorf: Stockmann, Machnower Str. 2. Zehlendorf 2194. 11. Kreis Schöneberg: Will, Martin-Luther-Str. 69. Stephan 4049. 12. Kreis Steglitz: Lehmann, Lankwitz, Kaiser-Wilhelm-Str. 29-31. Lichterfelde 2313. IS. Kreis Tempelhof: Pommerening, Berliner Str. 100. Südring 0545. 14. Kreis Neukölln: Parteibüro, Fuldastr. 55/56. Hermannplatz 1702. 15. Kreis Treptow; Pamp, Niederschöneweide, Hasselwerder Straße Ecke Fennstraße. Oberspree 0376. 16. Kreis Köpenick: Stadttheater, Friedrichstr. 6. Köpenick 0360. 17. Kreis Lichtenberg: Seipke, Kronprinzenstr. 47. Andreas 1220. 18. Kreis Weißensee: Gallas, Lehderstr. 122. Weißensee 0877. 19. Kreis Pankow: Meyer, Türkisches Zeit, Breite Str. Pankow 4266. 20. Kreis Reinickendorf: Volkshaus, Reinickendorf-West, Schamweberstr. 114. Reinickendorf 3621. Museen ohne Besucher Wie man heute in die leeren Säle bringen könnte Berlin hat eine große Anzahl von Museen, die über die ganze Stadt oerteilt sind. Leider ist es heute noch so, daß sie nur einen geringen Widerhall in der Bevölkerung finden. Zwar ist die Zahl der Besucher in den legten Iahren ziem- lich stabil geblieben, aber ihre Zusammensetzung hat sich wesentlich geändert. Nur zum ganz ge- Flügewruch! Die Ursache der Flugzeugkatastrophe lieber den Flugzeugunfall im Spesiart, der fünf Menschen das Leben gekostet hat, hat die Untersuchung zu folgendem Ergebnis geführt: Flugzeugführer Schulz hat Teile der Strecke Nürnberg— Frankfurt a. M. in Wolken stiegen müssen. Es herrschte starker Gegenwind. Ueber dem Spessart ist der Flugzeugführer— wahrscheinlich in dem Glauben, das Gebirge bereits passiert zu haben— nach unten durchgestoßen, um vor Frankfurt rechtzeitig Erdsicht zu erhalten. Beim Herauskommen aus den Wolken befand er sich in einem engen, von bewaldeten Höhen um- gebenen Talkessel. Das jähe Hochreißen des Flug- zeuges aus der unerwarteten, gefährlichen Lage hat offenbar jene Ueberbeanspruchung des Trag- werts heroorgerüfen, der kein Flugzeug gewachsen ist. Der linke"Flügel ist bei diesem Vorgange abgebrochen. Der Befund der abgebrochenen Fläche läßt die Ausklärung des Unfalles als ein- wandfrei erscheinen. Der Motor ist nach dem Stande der Instrumente bis zum letzten Augen- blick in Ordnung gewesen. ringen Teil kommen die ungeheuren Mittel für die Unterhaltung der Museen wieder aus den Ein- trittsgeldern heraus. An den Tagen, wo ein Eintrittsgeld erhoben wird, sind die Säle voll- kommen leer. Wie der Direktor des Naturkunde- museums in einem Gespräch erklärte, sind an den Zahltagen mehr Aufsichtsbeamte als Besucher im Museum. Nicht viel anders ist es bei den übrigen staat- lichen Museen. Im September dieses Jahres wurden dort insgesamt 121 530 Besucher gezählt, davon waren aber 97 985 an den zahlfreien Tagen gekommen. Von der Verwaltung wurde die daraus erkennbare Vermutung bestätigt, daß gerade seit 1932 zahlreiche Erwerbslose in die Museen kommen. Die Verwaltung der staatlichen Museen unter- nimmt von sich aus alle möglichen Versuche, um weitere Kreise zu interessieren. Dauernd werden Sonderaus st ellungen unter einem be< stimmten Gesichtspunkt veranstaltet. So sind jetzt gerade wenige, aber besonders hervorragende Meisterwerke der Landschaftsmalerei zu einer Ausstellung vereinigt. Auch durch Rundfunk- vortrüge versuchen die Museen zu werben und durch geschlossene Führungen, hauptsächlich an Sonntagen, das Verständnis für die Kunstwerke zu erleichtern. Ebenso finden im Pergamon- Museum jetzt lausend Abendoorträge mit ver- schiedenen Themen statt. Leider sind all diese Veranstaltungen mit besonderen Kosten verbunden, die für einen Arbeiter oder gar Erwerbslosen einfach unerschwinglich sind. Dabei stehen Hunderttausende von Menschen täglich auf der Straße, sitzen in tristen Wärme- hallen oder kalten Wohnungen, die sicher froh wären, in freundlicher Umgebung eine Ablenkung zu erhalten. Aber wie soll ein frierender. hungriger Arbeitsloser F«ude an alten Gemälden oder naturwissenschaftlichen Sammlungen haben? Nur selten wird er allein den Weg in ein Museum finden. Um überhaupt aus einem solchen Zufallsbesuch eine wertvolle geistige Be- reicherung werden zu lassen, bedarf es einer ge- fchloffenen Führung und dem Hinweis auf be- stimmte Dinge in den Mufeen, damit der unvor- bereitet« Beschauer nicht vor der Unzahl der für ihn fremden Dinge erstickt. Unser Vorschlag Was konnte also praktisch getan werden, um den Museen zu einem lohnenden Besucherstamm und den Erwerbslosen zu ein paar Stunden der Erhebung an grauen Wintertagen zu oerhelfen? Es müßten geschlossene Führungen für Erwerbs- lose organisiert werden. An den geeigneten Stellen (Arbeits- und Wohlfahrtsamt) hätte die Propa- ganda einzusetzen. Wir können uns sehr gut vor- stellen, daß man einen Weg findet, durch Reichung einer Tasse Kaffee und einer Schrippe, auch in bescheidener Weis« eoenwell im Rahmen der Winterhilfe für das leibliche Wohl dieser Besucher zu sorgen. Die K o st e n würden nicht allzu groß sein, da der Eintritt in die Museen frei ist und aus der anderen Seite würden die Wärmestuben, die in diesem Winter sicher stark beansprucht werden. dadurch entlastet. Vielleicht lassen sich sogar direkt aus dem Kreis der Erwerbslosen(Künstler, Lehrer usw.) geeignete Führer finden. Dadurch würde wahrscheinlich auch die allzu trocken-wissenschast- liche Form vermieden und die Verbindung mit dem Alltag hergestellt. Täglich besuchen im günstigsten Falle etwa fünftausend Menschen die sämtlichen Berliner Museen. Zum großen Teil stehen die warmen. freundlichen Ausstellungsräume leer, während draußen über eine halbe Million freudlos zu leben gezwungen sind. Schafft ihnen einen Weg zur Freude und Ablenkung, übt so in bestem Sinne geistige Nothilse! Briefkasten Hotel. Durchsuchungen sind möglich. Nach der Snt» scheidung eines Oberlandesgerichts sind falsche Eintragun- gen im Fremdenbuch nicht als Urkundenfälschung anzu» sehen. Einem zuständigen Beamten, z. B. dem Polizei. beamten gegenüber, darf sich jedoch niemand eines falschen Namens bedienen.— Röntgental. Bei der Selbstvcrstcherung müssen zur Aufrechterhaltung der An- wartfchaft während zweier Jahre nach dem auf der Luit- tungskarte verzeichneten Ausstellungstage mindestens 4ll Beiträge entrichtet werden.— A. Ob Sie mit Ihrer Klage vor dem Arbeitsgericht durchdringen werden, kann niemand vorher wissen. Sie können daher Ihrer Gewerk» fchaft keinen Vorwurf daraus machen, daß sse Ihnen keine bestimmte Antwort erteilt hat. Zweifellos stellt es eine Verletzung des§ Sä BRG. dar, wenn der Arbeitgeber einem Mitgliede des Betriebsrates eine schlechter bezahlt« Arbeit Uberträgt. Bei Nachweis eines Verschuldens ist er schadenersatzpflichtig.— L. B. W. Fremde Häuser oder Sartenzäune dürfen nicht bemalt oder beklebt werden. Das Bemalen oder Bekleben eines Hauses stellt eine ver- botene Eigcnmacht dar. Es ist Sache des Hauseigentümers oder dessen Vertreters, die Beschmierungen zu entfernen. — W. S. Das war das„Äonzerthaus" von Bilse. Das ideale Blitzlicht. Für mancherlei photo- graphische Ausnahmen ist Blitzlicht unentbehrlich. Man braucht dann aber nicht mehr zum explosiven Blitzlichtpuloer zu greifen, sondern nimmt das neue, gänzlich ungssährliche, rauchfreie, bequem zu handhabende und sicher zündende Blitzlicht, den neuen Osram-Vacublitz. Aeußerlich sieht er wie eine Glühlampe aus und wrd auch wie diese an die Lichtleitung angeschlossen oder mittels Uebergangegewindes in eine Tasten- lampe geschraubt. Innen enthält er eine Metall- folie, die sich beim Schließen des Stromes ent» zündet und in st« bis st« Sekunde abbrennt mit einer Lichtfülle, die auch bei Verwendung btlltger Kameras gut durchgeiichtete Aufnahmen ermög- licht. Genaue Angaben der jeweiligen Belichtungs- baten enthält die Verpackung des Osram-Vacu» blitzes.—. Der Einkauf von Waren, die der Käufer nicht zu beurteilen vermag, von dessen Herstellung und Qualität er nichts wissen kann, br-ngt jeden Käufer in Verlegenheit. Teppiche sind eine solche Warengattung, daß es dem Interessenten nur möglich ist, nach dem äußeren Schein die Wahl zu"treffen Er bedarf infolgedessen einer Ein- kaufsquelle, die sein ganzes Vertrauen besitzt. Er bedarf eines Hauses, das ihm eine überreiche Auswahl bietet. Die Firma Teppich Burjch, Deutschlands größtes SpezialHaus für Teppiche, Gardinen und Möbelftosfe. sagt in einem Jtlse- rat, daß die guten Markenteppiche aller renom- mierten Firmen bei ihr zu kaufen sind, die kein Ausverkauf billiger berechnen kann, und daß sie immer für die oerkauften Waren die Gewähr übernimmt, daß die Qualität das hält, was der Name verspricht. Es wäre schade um?hre Hände— wenn Sie sich noch wie zu Großmutter? Zeiten damit ab- muhten, die Wäsche umständlich vorzuwaschen. statt einzuweichen. Das Einweichen mit Henko ist ein ganz großer Fortschritt für die Hausfrau und viel besser für das Gewebe. 1 Paket Henko reicht für 4 bis 5 Eimer Wasser. Die Zigarettenfabrik Lande ist dafür bekannt, daß sie ihren Rauchern aparte Ueberraschungen bringt. Seit einigen Tagen liegen den Lande- Packungen Fiimstarbilder bei, die aus wundervoll seidig glänzendem Atlasstofs gedruckt sind. Hier- für ist ein Sammelalbum herausgebracht worden, das über 200 Filmftar-Biographien enthält Aber was den Raucher noch mehr interessieren wird: die Qualität des Tabaks ist dabei noch verbessert worden, jetzt enthält die Lande-Zigarette die neue prämiierte Mischung aus natur-fermentierten Tabaken.— Ausstellungsläden, in denen Sie die neuen Atlasstofjbilder, die Alben usw. besichtigen können, befinden sich Friedrichstraße 115, Pots- damer Straße 132 und im Europa-Haus am Anhalter Bahnhof. An den // i/zdag,„tyomädt BERLIN SV/ 63. LINDENSTR. 3 Ich abonniere den„Vorwärts" zweimal täglich frei ms Haus mit der illustrierten Sonntagsbeilage in Tiefdruck /» Volk und Zeit" zum Preise von 75 Pf. pro Woche. Name:............ Wohnung:_______ BEITRITTSERKLÄRUNG An den ÜetdcUwedaudliMtiuciuSVJ) (SozialdemokratischePartei Deutschlands) SEKREIARIAT: BERLIN SW 68, LINDENSTR. 3 Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands• Bezirk Berlin An Beiträgen entrichte ich: Eintrittsgeld............. 50 Pf. \a/ u- m8nnl.ä20Pf. ...... Wochenbeitrage kto�'.......» Summa.. Pf. „1932 ____________________»den............... Vor- und Zuname:.................................. geboren am____________......... zu___________________ Staatsangehörigkeit:______________________________ Beruf:.................................................. Bei welcher Gewerkschaft?________________ Wohnung:.................................... Bei der Aufnahme Ist sehr erwünscht, daß außtrdem Eintrittsgeld mindestens die Beiträge für einen Monat(4 Woc �en» gezahlt werden, Postscheckkonto: Berlin Nr. 14 157. Adolf Holz, Kassierer. Berlin bW68. (Lichterfelder Ersaizkasse für sämtliche Berutszweige V. a. O.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung; Berlin N 24, Oranienburger Straße 67 Ummbannm fü» utetr flobrtf stnb B c 1 1 1 a SB 68 tiinbenitra�r J Parieinachrichien/A�für Groß-Berlin st«»« an ba» Sezirtsl»sr«lar»n i. So». 2 Treovev'eAU. ju richte» Veffinn aller Veranstaltungen tS� Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heule, Sonnkag, ö. November. Kreis. Heute, Sonntag, pünktlich 1« Uhr, Abteilungsleiter bei Laudahn, Luifenufer 52 ffüt die Mitglieder der Eisernen Front findet nach Abschluß der Wahlhandlung ein zwangloses Beisammensein mit Bekanntgabe der Wahl. rcsultate bei Lehmann, Kaiser-Wilhelm-Str, Ig— ZI, statt. Abt. Alle Parteimitglieder treffen sich zur Wahlarbeit in den bekannten slahlabendlokalen. nicht zur Wahlarbeit eingeteilten Genossen treffen ssch 8 Uhr bei Kopprasch, Binetaplatz 8. «dt. Abteilungswahllokal Müller, Svarr- Eck- Triftstrasse. Abt. Z-ntralwahllokal Pontke, Schul. Ecke Christianiastrasse. «d>. 8lA Uhr Zusammenkunft aller Funktionäre in der Geschäftsstelle. Zur Wahlhilke melden sich in der Geschäftsstelle Utrcchter Str. II sämtliche Mit. glleder, die in ihren Bezirken nicht gebraucht werden. Abt. Abteilungslokal am Wahltag 5>ehn, Wärther Str. IS. Soziale Beratungsstelle jeden Werktag ab 1« Uhr bei Paul Krause, K�chhannstr. 12. Beratung für jedermann. . Genassen Hermann Winkelmann zu seinem 7g. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. Abt. Zur Wahlarbeit melden ssch alle Genossen und Genosssnnen in ihren Zahlabendlokalen um~V, Uhr. Abt. Alle Parteimitglieder, die noch nickt zur Wahlarbeit eingeteilt ssnd, Straß" Zwischen lg und 12 Uhr bei Rosenau, Barziner Ecke Laubacher Bbt. Heute, 7 Uhr, Materialausgabe an bekannter Stelle. Ab g Uhr melden ssch aste nicht zur Wahlarbeit eingeteilten Genossen bei Lehmann, Kaiser. Wilbelm.Str. 2g-Zl. Abt. Zentralwabllokal Jägerheim, Wildenbruchstr. 81. Alle nicht einaeteil. ten Genossen erscheinen dort. Im gleichen Lokal Berkündung der Wahl. retultate durch Lautsprecher. Abt. Die Bezirkzfllhrcr und der Abteilungsvorstand um g Uhr an be- ka unter Stelle. ?!bt. Aste Parteimitglieder ab 8� llbr ,nr Wahlhilke bei Pamp. Abt. Wahllokal ist Biamarckstr. 7t, Taubenbärs?, Alle Parteimitglieder, die nicht eingeteilt find, haben ssch dort pünktlich 8>i> Ubr zu melden. Abt. 8 Uhr Aasgabe der Umbängevlakatc im Partciheiml Abteilungswahl. bilra im Stadttheater. Nicht eingeteilte Genossen melden sich dort zur Wahlarbeit. Ab/, C ll« nach nicht zur Wahlarbeit eingeteilten Genossen treffen ssch bestimmt i'm 8 Ubr bei G�tt,. Berliner Str. 93. Abt. Die Bezirksfübrer trelk-n ssch Sanntaq Illv, Uhr im Türkischen Zelt. Illorgen, ZNonlag, 7. November. Kreis. Beginn des Kursus im Jugendheim Rossnenstr. 4:„Der Klassen- staat", Referent Dr. Karl Schröder. Anmeldung im Jugendheim. Kreig. 20 Uhr in der weltlichen Schule Weissenlee. Parkstrasse, Beginn der Vortragsreihe„Diktatur und Demokratie", Referent Genosse Auerbach. 8 Abende, jeden Montag. Häraebühr 1.50 M,, Erwerbslose frei. Abt, 10 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in der Johannis- Masse lGemcrkschaftshans).„Die Ergebniste der Reichstagswahl." Abt. 19 Ubr Funktionärsshung an bekannter Stelle. Abt. Fun'tianärsshung bei vbiglo, Stralsunder Str. 11. Abt. Funktianärkanserenz bei Kienzcl, Usedamstr. 12. Abt. Fundtienärkanferenz bei Dose, Rardhafen 0. Abt. Funktianärsstzung bei Eckade, Közlincr Str. 9. Abt. Tun'tjenäikonferenz bei Schrepel, Grünthaler Str. IZ. pünktlich 19 Uhr. Abt. Funktianäroersammlung in der Geschäftsstelle. Ab». Unserem Genossen Hans Hönisch zum 70. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Abt. Bei Heibusski Funktionärssssung. SA.-Gruppe, geitungskommissson und die beland-rs bestellten Genossen. Abt. Fi'nktianärssssung. Abt. Funktionärnersammluna bei Schult. Maliendorfer Str. 5. Abt. 10 Ubr bei Krepp, Planufer 75— 76. Abt. 19 Uhr Porstgndssst>"Ng, 20 Uhr Funktianärsshung. Abt. 19 Ubr Vorstand bei Walter, 20 Ubr Fi-nkttanärstssung. und 199,. Abt. 1961 Uhr Zusammenkunft jüngerer Porteimitglieder im Parteiheim Echlossstr 27. Diskussion über den Wahlausgang. Dienstag, S. November. 4. Kreis. 17 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Porteimitglieder im Alters. heim D'nziqrr Str. 62.„9, November 1918 bis 1932", Referent Dr. Walter Gross. Musskalische Unterhaltung. 5. Kreis. Arb'itermohllahrt: 15 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimit. glieder im Krim Tilsster Str. 4— 5., 9. November 1918 bis 1932", Referent Alkred Markmiss, Ilnterhaltunqsteil Genosse Scheele. I. Krüs. Arbeiterwohlsabrt! Zulommentunst erwerbsloser Parteimitglieder 15 Uhr im Jugendheim Urbanstr. 167. I. 12. 2. 15. 17. 20. 21. 28. 37. 40. 57. 72. 84. 92. 97. 104. 105. 108. 127. 129. 7. 18. 14. 15. 10. 17. 18. 19. 21. 22. 24. 30. 41. 43, 48, 52. 108. Beginn 9. Kreis. 20 Uhr wichtige Sitzung der Zeitungsobleute bei Sandmann, West. fälifchc Str. 42. Vollzähliges Erscheinen dringend notwendig. 10. Abt. 19 Uhr Vorstandssitzung, 20 Uhr Funitronärsttzung bei Stein, Hol- steiner Ufer 14. 13. Abt. 20 Uhr Funktionärsstzung bei Röstel, Putlitzstr. 9. 22. Abt. Funktionärsitzung an bekannter Stelle. 25. Abt. 20 Uhr Funktionäre an bekannter Stelle. SAI.-Gruppe Arnswalder Platz I veranstaltet zu: gleichen Zeit in der Schule Schönlanker Str. 11 (Baracke) eine Rcvolutionsgedenkstunde. Mitglieder der 25. Abteilung sind herzlichst eingeladen. 58. Abt. Die Parteimitglieder beteiligen ssch restlos an der Werbeveranstaltung der Konsumgenossenschaft um 20 Uhr im Rankehaus, Ronkestr. 4,„Wirt. säiaftskrife und Konsumgenossenschaften", Referent Adolf Temnitz. 85. Abt. 20 Uhr erweiterte Borstandssitzung bei Pommerening. 128./I29. Abt. Revolutionsfeier für die erwerbslosen Parteimitglieder im Jugendheim Sörschstrasse. Beginn 15 Uhr. Mittwoch, S. November. Das Thema lautet für die nachstchenden Mitgliederversammlungen ,,9. I�ovemder 1918 bis 1932" f.®e' ��han, Brliderstr. 16. Referent Dr, Paul Krische. »?!??• Saal 1 des Eewerkfchaftshauses, Enocluier. Resrrentin Käthe Kern. .' Sin Kegler- Eck, Ouissowstr. 146. Rcfercntin MalhilSe Wurm, M. d. R. 10, Abt. 20 Uhr im Passcnhofer, Turmftr. 26. Referent Göttlich Reese, 11. Abt. Bei Scholz, Levctzowstr. 21, Re-'ercnt Friedrich Elchlcpp, 12. Abt. Beusselstr. 32, Referent Otto Mener, M. d, L. 13. Abt. In den Arminiushollcn, Bremer Str, 72. Referent Dr. Julius Moses. 28. Abt. In den Schwedter Festsälen, Schwedter Str, 23(früher Büttner). Referent H. Löfflet. 29. Abt. Im Altersheim Danziger Str. 62. Referent Dr. Muhle. 44. Abt. In der Echulaula. Mariannenstr. 47. Referent O. Boss. 52. Abt. 20 Uhr bei Koffke, Koiserin»Augusta.Allee 81. Referent Dr. Walter Gross. 58. Abi. 20 Uhr im Rankehaus, Rankestr. 4. Referent Sans Marx. 68. Abt. 20 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Referent Bruno Lösche. 79a. Abt. 20 Uhr im Ledigenheim Lindcnhos. Endtstr. 37. Referent Dr. Deutsch. krön. 90. Abt. In der Aula der Karl-Marx-Schul«, Kaiser-Friedrich. Strasse 210. Referent Dr. Richard Milchler. 100. Abt. Bei Ruvpcrt. Neuköllner Str. 257. Referent Arthur Schweitzer. 104. Abt. Bei Kubat, Brllckenstr. 13. Rcierent Kurt Bourichter. 106. Abt. Im Logenhaus Fricdrichstr. 56t Die Neuorganisation der Stadt Berlin. Referent Stadtrat Earl Wermuth. 198». Abt. Die Zusammeniunft erwerbsloser Parteimitglieder findet nicht am 9., sondern erst am 23. November statt. III. Abt. 20 Uhr bei Seimann, Woltersdorfer Str. 100. Referent Jockel Meier. 114. Abt. Im Logenkasino Knorrpromcnade 2. Referent Siegfried Leo. 122. Abt. 2V Uhr bei Porath, Marzahner Str. 31. Referent.Heinz Löwi. 122a. Abt. 20 Uhr bei Döring, Köpenicker Str. 180,191: Freiwilliger Arbeits. dienst. Referent Hans Lehnert, 123. Abt. 20 Uhr in der Schüssenklause, Hönower Strasse 5. Referent Kurt Heinig, M. d. R. 124. Abt. 20 Uhr Novemberfcier bei Anders, Bahnhofftr. 35 37. Festrede Kurt Löwcnstein. M, d, R. 124a. Abt. 20 Uhr bei Draber. Uhlandstr. 10. Referentin Frida Rosenthol. 127. Abt. 20 Uhr bei Gocsse, Berliner Str. 93. Referent wird in der Persamm- lung bekanntgegeben. 128. Abt. Im Gesellschaftsbaus, Berliner Strasse, Rovember-Feier. Referent Emil Barth. 131. Abt. 20 Uhr bei Pfeifer. Nordend, Blankenfelder Strasse. Referent Robert Breuer, Buchkontrolle. 138. Abt. Im Alten Forsthaus, Auguste-Biktoria-Strasse, Referent Dr. Gott- Harb Eberlcin. 149». Abt. Bei Heese, Reinickendorf-West, Berliner Str. 73, Referent Dr. Otto Friedländer. Donnerskag. 10. November. 3. Kreis, 15 Uhr Zusammenkünfte erwerbsloser Parteimifgliedcr: Willdenow- strosse 5: Revolution und Konterrevolution. Referent Dr. Gregor Bienstock. Putbusser Strosse 22: Arbeitsrechtlich« Fragen. Referent wird in der Ber- onstattung bekanntgegeben. 5. Kreis. Arbeilerdildvnesschule. Besinn des Kursus Karl Schröder»Der Klasscnstaat" vllnktlich l9>'- Uhr!m Heim Tilstter Sir. 4 5. 12. Kreis. 15 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder in der Schule Steglitz, Friesenstrasse: 9. November 1918 bis 1932. Referent Hans Lehnert. Freitag. 11. November. 5. Kreis Arbeiterbildungsschnle. Pllntilich 19V, Uhr Beginn des Kursus Dr. Gerhard Krcnssig.Umbau der Wirtschaft" im Heim Tilstter Str. iö. 15V, Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parlcimitglieder im Heim Tilsster Strasse 4 5, Lichtbildervortrag: Militarismus und Abrüstung. Rcierent Gen. Striegnitz. Frauenveranstaltungen. 7. Kreis. Montag, 7. November, beteiligen ssch die Fronen möglichst zahl. reich an dem Kursus der Arbeilerbildungsschtile im Jugendheim. Dr. Karl Schröder:„Der Klassenstaat". 6. Abende. 1,50 M., Erwerbslose frei. 74». und 74b. Abt. Dienstag, 8. November, 20 Uhr, hei Schnorre, Winfried. Ecke Berliner Strasse. Arbeitsgemeinschaft:„Das Kommunistische Mani- fest", Referent Genosse Budzislawsli. 85. Abt. Montag, 7. November, 20 Uhr, bei Pommerening, Berliner Str. 10V. „Ausgang der Wahlen", Referent Genosse Hille. 93. Abt. Dienstag, 8. November, Herbstausilug. Treffpunkt 9 Uhr Kaiser- Etiedrich. Ecke Saalestrage zur Fahrt nach dem Erholungsheim der Brenn» offgefellschaft. Um rege Beteiligung und pünktliches Erscheinen wird ge- eten, 98. Abt. Montag, 7 November, bei Teich, Knesebeckstr. lS5, Ecke Bendastrasse. „Wahlausgana und Wahlrechtsrcform", Ref. Mathilde Wurm, M. d, R. 123». Abt. Der F�auenabcnd fällt aus. 139. Abt. Donnerstag, 10, November, 20 Uhr, Helfcrinnensstzung in der Baracke Lindaucr Straße. 138. Abt. Freitag, 11. November, Diskufflonsabend an bekannter Stelle. al. Arbeiterwohlfahrt: Mittwoch, 9. November, 19 Uhr, Nähabend Röntgcathai, im Schulhaus. Donnerstag, 10, November, Frauenabend bei hofftr. 76. Referent wird im Frauenabend bekanntgegeben. icifel, Bahn- Sozialistische Studentenschaft. Ortsgruppe Berlin: Dannerstag, 10, November, 20 Uhr, im Ecwerkfchafis. Haus, Engclufer 24, Ortsgruppenmitgliederversammlung, Tagesordnung: 1. Die Lage nach den Wahlen. 2. Geschäfts, und Kassenbericht. 3. Verschiedenes.— Sektion Hochschule iür Politik: Mitgliederversammlung Montag, 7. November, 20 Uhr, in der HfP.— Sektion Handelsbochschnle: Mitgliederversammlung Dienstag, 8, November, 20 Uhr, im Bund, Albrcchtstr. 11, Grth. II.— Selüoa ficimcr. Beginn Dienstag, 8. November, 20 Uhr, im Bund. Daselbst eventuell Dcrembarung eines anderen Wochentages. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrk. 6. Kreis Krcu-bcrg. Dienstag, 8. November, 20 Uhr, bei Krüger, Grimm. ftrasse 1, Sitzung der Obleute, die bei der Winterhilfe tätig ssnd. Die Adressen aller Genassen, die bei der Kleidersammlung helfen, bitte mit- bringen. Teilabrechnung der Lotterie. 26. Kreis Rcinickcndarf. Dienstag, 8. November, im Jugendheim Reinickendorf. Oft, Baracke Lindauer Strasse. lOfh Uhr, Sitzung des Fachansschusses für Winterhilfe. Anschliessend Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Kreis Kreuzberg, Abt. Süden: Wir tagen jeden Montag und Witt- woch von 17 bis 19 Uhr im Heim Dieffenbachstr. 60. Erscheinen aller Falten ist Pflicht. Reinickendorf: Montag, 7, November, Kreishelfersstzung, Jugend» heim Wittenau, Neue Schule, 20 Uhr. Donnerstag. 10, November, 171h Uhr, Falkcndelegierte, Wittenau, Turnhalle Rolcnthaler � Strasse 14.— Heimabende: Abt. Reinickcndors Ost: Baracke Lindauer Strage. Nesttalken Montag und Donnerstag 15>h bis Iii/,. Uhr, Rote Falken Montag unb Freitag 171h bis 191h Uhr.— Abt. Freie Scholle: Jugendheim Egqdistrasse. Rcstfalkcn Dienstag und Freitag 151h bis 17V Uhr, Rote Falken Dienstag und Freitag von I71h bis 191h Uhr.— Abt. Wittenau: Jugendheim Neue Sckule, Hauvtsttasse. Nestfalken Dienstag von 17 bis 19 Uhr, Rote Falken Montag und Freitag von 17 bis 19 Uhr,— Abt. Neinickendori-West: Aussenloielplotz Seidelstr. 1 Montag und Donnerstag 161h bis I9ih Uhr.— Abt. Tegel: Jugendheim Schöneberger Str. 3, Montag und Donnerstag von 18 bis 20 Uhr.— Abt. Rolenthal: Schulaula Schillcrstr. 11, Montag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr,— Abt. Waidmannslust: Schule Kurhaus. strosse, Montag und Donnerstag von 17 bis 19 Uhr,— Kreisocranstoliung: Jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr Spielen und Turnen Wittenau, Rosen» thaler Str, 14, HahenichönOausen. 7, November Spielen von 17 bis 19 Uhr in der Schul. barocke Dingclstädter Strasse. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Orqanisation 24. Abt. Unser Genosse Julius Schal,, Iablonskistr, 0. ist plötzlich am Hcrzschlaa verstorben. Ehre seinem Andenken! Beerdigung Mittwoch, 9, Ro- vember, 15 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee, Rege Beteiligung notwendig. 37. Abt. Unsere langjährige Genossin G m i I i e R e I h c r ist am 3, Rovcm- ber verstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Dienstag, 8. November, um 161h Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung bittet die Abtcilungsleitung. Werbegutscheine der Freien Gewerkschaften werden von der Lindcar-FaHrracSwerk Q.-S». Unternehmen der Freien Gewerkschaften, eingelöst. Für I Gutschein si'- d zu beziehen: 3 Oedcen Peter-Temoo....... oder 1 Satr kompl. Bereifung Phonix-Stabilet oder I Undcar-Batterie-Blende mit Batterie. Geqen 2 Gutscheine: I Nählich 7..... Gegen 3 Gutscheine: 1 lindcar-lichtan'age im Werte von RM. 3,— im Werte von RM. 3,50 im Werte von RM. 3,50 im Wert© von RM. 6,— im Werte von RM. 10,— Berliner Filialen: Bln. SW.68, Alte Jakobstr.l 48/155; Bln. 80.16. 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Architekten, Bauführer, Chemiker, Ingenieure, Techniker, Kunstgewerbler finden ihre Interessenvertretung, Rat und Hilfe durch Rechtsschutz und Unterstützungen, Berufskrankenkasse usw. in der freien Gewerkschaft aller Techniker, dem Bund dertechnischen Angestellten und Beamten Haupt- und Orts Verwaltung Berlin NW40, Werft straße 7 BANK UND SPARKASSE ALLER ARBEITNEHMER IST DIE BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, S BERLIN Zentrale: S 14, Mürkisches Ufer 33 W a II s t r a B e 62, 69 Depositenkasse: SWi ■ V*-....• .4»,.. V;' V* f .'.. � Im Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands sind 200 000 Eisenbahner, Arbeiter und Beamte, zusammengeschlossen, weil sie wissen, daß nur diese Organisation ihre Interessen wirksam vertreten kann. Der Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands führt zur Zeit einen erbitterten Kampf um die Erhaltung des Arbeitsplatzes eines jeden Eisenbahners und uTn die sozialen Einrieb» tungen. Darum, Eisenbahnarbeiter u.-beamte, hinein in die Einheitsorganisation der Eisenbahner >•• i•'"• �" DRITTE BEILAGE SONNTAG 6. NOV. 1932 ROMAN von STEFAN POLLATSCHEK] (Copyright Saturn-Verlag.) „Ich weiß nicht, welchen Arbeiter Sie meinen", sagte Hanau, während er Hand- griffe an einer neuen Maschine versuchte. „Aber erinnern Sie sich doch, Sie selbst haben es mit seinem Abbau so besonders eilig gehabt." „Mein Gott, wir haben damals viele ab- gebaut, das ist ja auch schon so lange her. Ich kann mich wirklich nicht erinnern." „Ist ja wohl auch gleichgültig!" sagte Meltlin in einem müden, resignierten Ton und war schon wieder weitergegangen. Tagsüber gab es eine Menge Konferenzen, Besprechungen aller Art waren zu führen, Besuche abzufertigen, Berichte zu oerfassen. Es galt Reisende zu empfangen, die Be- stellungen durchzusehen, die Zeichnungen für die neue Kesselanlage zu kontrollieren, und überdies hatte Albert seinen Besuch für die Abendstunde avisiert. Aber um sechs Uhr er- eignete sich etwas bisher Neues. Weltlin, an seinem Schreibtisch sigend, schob mit einem Male den großen Papierberg von sich�sprang auf und rief zu seiner Sekretärin:„Susi, ich kann nicht mehr! Ich ersticke! Komm, laß uns zum Abendessen irgendwohin ins Freie fahren. Ich lasse?n Wagen kommen!" Im Auto war Weltlin auffallend schweig- sam, atmete schwer und angestrengt. Susi sah ihn von der Seite prüfend an, und zum ersten Male sah sie schwere, harte Falten auf der Stirn des geliebten Mannes, Falten um Mund, Nase und Augen. Im Ohr hatte sie die Stimme ihrer besorgten Mutter:„Susi, Susi, was soll daraus werden? Der Mann ist um dreißig Jahre älter als du, könnte dein Bater sein, ist verheiratet, hat er- wachsene Kinder in deinem Alter. Eines Tages ist dann der Altersunterschied nicht mehr zu überbrücken— was soll daraus werden?" Damals hatte Susi gelacht, aber nun kroch ein fremdes Gefühl in ihr hoch: Furcht. Furcht— wovor? Vor den Runzeln, dem Alter, der Krankheit, dem Ende? Und doch wußte sie, daß keine Macht der Welt imstande sei, sie von diesem Menschen zu lösen... Dann saß man auf der Anhöhe in dem eleganten Hotel und sah schweigend die Lichter der unten liegenden Stadt. Behutsam fragte Susi:„Was hast du, Wilhelm?" „Ich weiß es nicht. Ich bin so merkwürdig erregt." „Sorgen, Wilhelm?" fragte das junge Mädchen mit leiser Stimme und strich zart und unauffällig den Arm des Mannes. „Nicht mehr als sonst. Aber ich fühle mich so sonderbar. Ich weiß nicht, was mir ist! Ich bin wohl sehr nervös." Weltlin versuchte zu lächeln, aber es gelang ihm nicht, er spürte es und wurde ärgerlich. „Du solltest zum Arzt gehen", sagte Susi leise. „Ach wozu? Es fehlt mir bestimmt nichts. Ich bin überarbeitet, das ist alles." „Könntest du nicht ausspannen, auf ein paar Tage fortfahren?" „Du weißt doch am besten, Susi, daß ich jetzt von der Fabrik nicht fort kann." Man schwieg und nahm schweigend das Mahl ein. Susi blickte nicht auf. Kummer war in ihr und Sorge. Was mochte Wilhelm wohl fehlen? Daß er krank war— von weitem konnte man es sehen. Und da saß sie nun und konnte nicht helfen. Was hatte ihr Leben noch für einen Wert, da man dem geliebten Menschen doch nicht helfen konnte? ... Und Weltlin saß da und trank in kleinen Zügen leichten weißen Wein. Bin ich schon so alt, dachte er, daß ich dieses liebe Geschöpf an meiner Seite nicht mehr als Freude und spätes Geschenk des Lebens empfinden kann?' Warum weise ich ihre Güte so schroff zurück und verschließe mich vor ihr? Ist es das Alter, das sich meldet? Was geht mit mir vor? Ich werde nicht länger schweigen dürfen. ich muß ihr ein liebes Wort sagen! Doch es gelang ihm nicht... Man schwieg, betrachtete den Lichterglanz der Stadt und dann fuhr man schweigend nach Hause. Im Wagen überlegte Weltlin. welche Weisung er' nun dem Chauffeur geben solle. Nach Hause— wo ist dieses Heim? Seine Wohnung, die er mit Gattin und Tochter be- wohnte? Die kleinen, bescheidenen Räume, die er für immer seltener werdende festliche Stunden für Susi und sich gemietet hatte? Das große Zimmer, das Susi mit ihrer Mutter am anderen Ende der Stadt bewohnte und tvo er oft in früheren Zeiten zu Gaste weilte? Wo war nun dieses Zuhause?!... Und das kleine, zierliche Fräulein Susi an seiner Seite saß schweigend da und horchte in sich hinein. Welche Stimme regte sich da? Wenn Wilhelm nur heute nicht in unser Nest wollte, wenn er nur heute mich direkt nach Hause brächte! Nach Hause— wo ist das? Ist es das Zimmer, in dem ich mit der Mutter wohne, ist es das kleine Heim, in das wir nun immer seltener kommen? Ach, ich weiß es nicht, ich bin so müde. „Ich werde dich wohl direkt nach Hause bringen, Susi", sagte Weltlin.„Ich habe ganz vergessen, daß Albert sich für abends angesagt hat. Nun war er wohl vergebens in der Fabrik gewesen. Ich werde noch in sein Kaffeehaus gehen. Vielleicht treffe ich ihn dort." Wilhelm war froh, auf diesen Gedanken gekommen zu sein und während des Sprechens wußte er nicht, ob er wirklich in jenes Kaffeehaus gehen werde. Nachdem er aber Susi nach Hause gebracht hatte, ging er doch hin. In dicken Schwaden hing der Rauch über dem großen Raum, man konnte die Luft förmlich schneiden. Wilhelm hatte Mühe, zu sehen, zu atmen. Am Stammtisch der jungen Leute ging es hoch her: bald bemerkte Weltlin, daß sein Sohn nicht anwesend war und wollte sich entfernen. Doch da sprang der Mähnige auf:„Ach'bleiben Sie nur, Herr Weltlin! Oder sagt es Ihnen nicht zu, unter uns zu weilen, seitdem Sie ein so viel genannter Industrieller, ein so mächtiger Mann geworden sind?" „Ich suchte nur meinen Sohn Albert", sagte leise Weltlin und nahm gegenüber dem Mähnigen Platz Albert spricht heute in einer Versammlung der Arbeitslosen. Es ist ein amüsanter Zu- fall, daß er gerade in einer Versammlung solcher arbeitsloser Menschen spricht, die durch Sie brotlos geworden sind." „Durch mich?" „Aber klammern Sie sich doch nicht an das Wort! Ob durch Crusius, der der Erfinder, oder durch Weltlin, der der Nutznießer dieser Erfindung ist, das ist doch wohl belanglos! Ueberdies haben sich hier symbolisch Er- finder und Nutznießer in ein Gesellschafts- Verhältnis begeben." Weltlin lächelte und fühlte, daß dieses starre Lächeln nur eine Maske war. Was aber war hinter dieser, seiner eigenen Maske? Unfähigkeit zu erwidern? Mangel an Inter- esse? Furcht, dieser Jugend nicht mehr ge- wachsen zu sein? Müdigkeit? Das war es wohl, er fühlte sich sehr müde. Am liebsten wäre er gegangen, aber er bezwang sich. „Ja, Herr Weltlin", hörte er den noch ffialtaden der ZeH/ Ton Qerharl'.Herr manu Itloflar 'Diis Wort wird getrogen..! Wenn ein Parteiführer stirbt und die Straßen heraufkommt zum Himmelstor, Steht eine schimmernde Saalschutzwache von Engeln flügelrauschend davor; Und wenn der Parteiführer spricht:„Laßt getrost mich hinein! Ich habe den Kampf nicht gescheut, und ich kannte kein Müßigsein, Ich habe die Dumpfen gerüttelt, ich habe die Stumpfen geschüttelt, Ich wurde von Bütteln gejagt und von Gegnern niedergeknüttelt, Ich habe gestanden im Stickstaub der Säle mit letzter Kraft, laßt also getrost mich hinein, denn ich habe das meine geschafft—"— Wenn so der Parteiführer spricht, ruft es dunkel vom ewigen Tor: „Der Himmel verschließt sich dir nicht, doch ein weiter Weg ist davor!" Und das Tor tut sich auf—— und dahinter, grell übersonnt, Streckt sich ein Friedhof voll schwarzer Kreuze zum Horizont. „Millionen", ruft es,„die willig zur Urne kamen, Haben einst solche Kreuze gemalt in den Kreis hinter deinem Namen, Millionen, die einst auf dich ihr bißchen Hoffnung gesetzt--: Hier sieh nur die Kreuze jener, die du enttäuscht und verletzt, Hier sieh nur die Kreuze jener, denen dein Wort du gebrochen, Denen du nichts gehalten, und denen du viel versprochen— Hier mußt du nun gehen allein, ohne Wegzehr und leitende Hand, Ob auch dich senge die Sonne, und ob du auch sinkest in Sand----" Und der Parteiführer geht durch der Kreuze Millionenzahl, Gemalt von Männern und Weibern im dämmrigen Wahllokal, Und wie er die Kreuze betrachtet beim endlosen Wandern, Sieht er auch, wie sie einst wurden, eines neben dem andern: Welche sind da, die wurden gezogen sorgsam und überlegt, Senkrecht und grade der Strich und der Querstrich im rechten Winkel gelegt, Andre sind da, erregt gestrichtelt mit zitternder Hand, Dünn wie die letzte Hoffnung, greisenhaft ungewandt, Derb zeichnende, gläubige Tugend, steil steigende Sehnsucht nach Glück, Millionen warfen das Kreuz ihres Lebens auf ihn zurück, Und um ihn wird starrendes Holz jeder dürftige Bleistiftstrich: „Du hast mir Befreiung versprochen, doch wann befreitest du mich? Und hast du Falsches versprochen, und hast du nur Stimmen verbucht Aus Arglist, aus Leichtsinn, aus Ruhmgier— sei ewig verflucht!" Und selten nur winkt ein Kreuz dem Ermattenden zu: „An mir warst du schuldlos. Das Böse war stärker als du." Der Parteiführer geht den Weg der Vergeltung durch Sonne und Sand. Weiß keiner, ob er bis hin zum Richtspruch des Himmels fand, Gemeißelt in Gold am Ende von Kreuz und Pfad: „Das Wort wird gewogen mit der Waage der Tatl" immer nicht endenwollenden Redestrom des Mähnigen.„Sie haben das, was die Herren Kapitalisten vor Ihnen getan haben, zur höchsten Vollendung, zur wirklichen Meister- schaft gebracht. Sie lassen Arbeiter sich jähr- zehntelang schinden, lassen sich Ihr Vermögen durch diese Leute verdoppeln und verdrei- fachen, dann lassen Sie sich künstlichen Ersatz für diese Kulis konstruieren, lassen die Ma- schinen arbeiten und werfen die lebenden Menschen auf die Gasse. Mögen sie ver- recken! Es ist eigentlich Methode in Ihren Handlungen." „Sie sind viel zu klug, junger Mann, um nicht einzusehen, daß Sie verdammten Un- sinn schwatzen", sagte Weltlin,„und ich kann Ihnen doch keine Belehrung erteilen, die bei einem kleinen Knaben der Elementarklasse am Platze wäre. Meine Arbeiter haben meinen Besitz nur deshalb vermehren können, weil ich ihnen Gelegenheit zur Arbeit gab, sie hätten kaum arbeiten können, wenn ich meine Fabrik verkaust und selbst nicht ge- arbeitet hätte." „Komen Sie doch nicht mit so abgedrosche- nen Redensarten", rief der Langmähnige, aber Weltlin, matt und von der seltsamen Müdigkest, die ihn seit dem Morgen nicht verlassen hatte, bis zur Erschöpfung be- nommen, fuhr fort:„Und wenn ich die Er- findung nicht ausgenützt hätte, dann hätte sie eben ein anderer ausgenützt. Aber auch der hätte die Arbeiter nicht auf einem Posten behalten können, auf dem sie überflüssig ge- worden sind." (Fortsetzung folgt.) ZKlaSfifche Philosophen 3>lalo 1427—3/17 r. Chr.) Ein altes und wahres Sprichwort drückt sich zwar sehr richtig und treffend dahin aus, daß gleich und gleich sich gern gesellt, aber was für eine Gleichheit es ist, das ist großer Unklarheit unterworfen und bringt daher auch große Ver- wirrung bei uns Menschen zuwege. Es gibt näm- lich zwei Arten von Gleichheit, welche zwar nur einen Namen führen, aber doch in Wahrheit in vielen Dingen einander beinahe entgegengesetzt sind. Die eine kann jeder Staat und jeder Gesetz- geber leicht in die Besetzung der Ehrenstellen ein- führen, nämlich die Gleichheit nach Maß, Zahl und Gewicht, indem er sie durch Anwendung des Loses bei der Verteilung derselben herstellt; die eigentlichste und beste Gleichheit dagegen ist nicht mehr so leicht für jedermann zu erkennen, denn nur Zeus hat über sie das Urteil und die Eni- scheidung, und den Menschen ist allezeit nur weniges von ihr verliehen; soviel aber immer nur Staaten oder Privatleuten von ihr zuteil ge- worden ist, das bringt lauter Gutes zuwege. Sie nämlich ist es, die dem Größeren mehr und dem Kleineren weniger zuteilt und ihre Gaben über- Haupt im rechten Verhältnis zu der Natur eines jeden verleiht. Und demgemäß verteilt sie denn auch die Ehrenstellen nach dem Verhältnis, indem sie denen, welche reicher an Tugend sind, auch reichere Ehren erweist, und denen, welche sich da- gegen an Tugend und Bildung umgekehrt ver- halten, gleichfalls das ihnen hiernach Gebührende zukommen läßt. Und das Recht und die Gerechtig- feit, welche eben hierin besteht, sind doch wohl auch unsere eigentliche Staatsklugheit, und eben nach ihnen müssen wir auch jetzt bei der Gründung unseres jetzt im Entstehen begriffenen Staates hinstreben und diese Art Gleichheit bei derselben vor Augen haben, und ebenso muß, wer sonst ein- mal einen neuen Staat begründet, ebendies Ziel bei seiner Gesetzgebung seinem Blicke vorschweben lassen: nicht die Herrschaft eines oder mehrerer Tyrannen oder des ganzen Volkes, sondern viel- mehr die des Rechts, welches, wie gesagt, eben darin besteht, daß ungleichen Leuten dasjenige verliehen werde, was der Natur eines jeden gleich- kommt und entspricht. (Aus der Attcrsschrlft„Die Gesetze".) 3>as fflambacher£efl Johannes B ü h l e r s Werk„Das Ha m- bacher Fest,„Deutsche Sehnsucht vor hundert Iahren"(herausgegeben mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft der pfälzischen Presse. Verlag Julius Waldkirch, Ludwigshafen a. Rh., 1332) ist eine Festschrift anläßlich des hundertjährigen Jubiläums des Hambacher Festes, der berühmten Demonstration der deutschen Republikaner und Demokraten in der Pfalz. Der Verfasser hat ein- gehende Archivstudien gemacht und gibt eine ge- naue und anschauliche Schilderung der Situation von 1832. Leider sind die sozialen Ideen der da- maligen demokratischen Borkämpfer, wie des Dr. Wirth, nur sehr knapp und einseitig behandelt. Den Kampf gegen die Geldaristokratie eines wirk- lichen, volkstümlichen Revolutionärs, wie Wirth es war, mit nationalsozialistischen Rezepten von heute zu vergleichen(S. 134), ist mindestens unglücklich. A. R. 300 HHal Struwwelpeter ä)as TTluseum der Bilderbücher/ Sine einzigartige Sammlung verläßl Berlin Schronkc, Truhen, Kisten, Büfetts, Schachteln, Schubloden— der freundliche alte Herr mit dem grauen Spitzbart muß in allen Ecken und Winkeln seiner kleinen Wohnung am Lietzensee in Berlin herumstöbern, wenn er dem Besucher seine Schätze zeigen will. Herr Karl Hobrecker und seine Frau müssen ihren Bedarf an Wohnraum aus das Aeußerste einschränken, denn jedes erdenkliche Plätzchen ist vollgestopft mit Büchern. Ein büchernärrisches Ehepaar also? Ja, ober in dieser Narrheit liegt Liebe und System. Hobrecker besitzt die beste und umfangreichste Sammlung von Kinderbüchern. Es ist eine S p e z i a l- Wissenschaft, die vielleicht von seriösen Bibliophilen ein wenig über die Achsel angesehen wird. Sie sollten sich einmal von den Hobreckers durch das Wunderland dieser Bibliothek der Kleinen führen lassen. „Kinderbücher sind im allgemeinen schöner als die Bücher für Erwachsene", behauptet Karl 5)obrecker. Wir wollen es ihm erst nicht glauben. Aber dann greift er in die Schränke, Regale und Kisten. Da ist das älteste unterhaltende Kinder- buch der Welt, 1540 erschienen:„Esopus 'Fabel n". Mitte des sechzehnten Jahrhunderts vollzog sich der Uebergang vom moralisierenden Traktatbüchlein, von der handgeschriebenen Fibel zum Kinderbuch, das nicht nur den Verstand, sondern in erster Linie die Phantasie der Kleinen beschäftigen will. Zweihundert Jahre später, in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. gibt es bereits eine umfangreiche Jugendliteratur. Wir sehen die erste illustrierte Ausgabe der Grimmschen Märchen aus der Zeit der Befreiungskriege. Die Hochblüte der Romantik bringt, etwa um 1840— 1850, die„große Zeit" des Kinderbuches. Hobrecker besitzt die Erstausgabe des„Struwwelpeter" von 1845: das heißt, der Frankfurter Arzt Heinrich Hofsmann nannte sein Bilderbuch„Lustige Geschichten und drollige Bilder", und erst die jungen Leser griffen die„Nr. VI" heraus, die einprägsame Fabel vom ungekämmten und ungewaschenen Jungen, und nannten das ganze Buch danach:„Struwwel- peter". Unter diesem Titel sind in der Zwischen- zeit rund dreihundert Ausgaben dieses beliebtesten Bilderbuches erschienen: von jeder besitzt Herr Hobrecker ein Exemplar! Während wir die Kinderbücher von Lud- wig Richter, Pocci, Hosemann und S p e ck t e r bewundern dürfen, läutet es an der Flurtür, und eine schüchterne alte Dame kommt zu Besuch. Sie bringt eine dicke Mappe mit: Manuskript und Vorlagen eines Kinderbuchs, das sie geschrieben und gezeichnet hat. Das Ehepaar Hobrecker soll sein Gutachten abgebend Die beiden find in ihrem Element... Hier dient Sammlung lind Forschung nicht der theoretischen Wissenschaft. sondern dem wirklichen Leben— dem Kind, das aus so umfassender Erfahrung profitieren soll. Hobrecker hat sich verschiedentlich und mit großem Erfolg selbst an die„Konsumenten" der Kinder- literatur gewandt: mit seinem„Rapunzel- b u ch", das die schönsten deutschen Märchen zusammenfaßt, und mit seinem Werk über alte vergessene Kinderbücher: für den Kunsthistoriker ist seine Arbeit über die Kunst im Leben des Kindes gedacht. Ein Vierteljahrhundert unermüdlicher Arbeit war erforderlich, um diese Sammlung von etwa 12000 Kinderbüchern zu schaffen und zu ordnen. Karl Hobrecker kommt vom Bildlichen her: er studierte Photochemie bei Professor Miethe an der Berliner Technischen Hochschule. In dieser Zeit begann er seine und seiner Frau eigene Kinderbücher zu sichten, bei Bekannten in Kellern und Böden herumzustöbern und die Beute systematisch zu ordnen. Nichts wurde wahllos zusammengetragen, und wenn 'Herr Hobrecker heute auf seinen Spaziergängen von Bücherwagen zu Bücherwagen wandert, von Antiquar zu Antiquar, dann geht es ihm um die Auffüllung chronologischer Lücken, um die Er- gänzung der ganzen wissenschaftlich einwandfreien Sammlung, in der das modernste Kinderbuch ebensowenig fehlt wie die kostbare Inkunabel. Daneben sammelt Hobrecker auch Spielzeug. Bilderbogen, ja sogar Reklame- und Zugabe- artikel für Kinder. Am Sonntag nimmt der alte Herr die Laubsäge zur Hand und bastelt an einem kleinen Spielzeugschrank herum... Kann man von dieser seltsame» Leidenschaft leben? Bringen die umfassenden und wertvolle» Bibliographien Hobreckers über das Kinderbuch so viel ein, um den Unterhalt zweier Menschen zu bestreiten und zudem die Erweiterung der Sammlung zu finanzieren? Leider nicht: Hobrecker sah sich gezwungen, seine Lebensarbeit .den staatlichen Bibliotheken zum Kauf anzubieten. .Die Berliner Behörden lehnten ab. Aber das ueugegründete Institut für Völker- Pädagogik in Mainz hat sich Hobrecker und sein Werk jetzt verpflichtet. Der Gelehrte wird demnächst mit seinen Kostbarkeiten noch Mainz übersiedeln, wo man ihm seine Existenz als Kustos der Sammlung bis an sein Lebensende gesichert hat. Di« Abteilung„Das Jugendbuch der Völker" im Institut, das der internationalen 'Verständigungsarbeit dienen will, nimmt das Museum der Bilderbücher auf. Man kann dem tapferen alten Herrn seine Hochachtung nicht versagen. Und man muß seine Geschicklichkeit bewundern, mit der es ihm gelang. .zwölftausend Kinderbücher in— unzerrissenem Zustand auszutreiben. Bücher, die von Er- wachsen«» gelesen werden, sind nqch ein paar Jahren oder gar Jahrhunderten nur selten noch in museumsreifem Zustand. Aber gar Kinder- bücher! Haben wir nicht alle unsere jugendlichen Kräfte darauf verwandt, den„Struwwelpeter". den Hauff und Grimm zu einem trübseligen Rest verschmierter Papierfetzen zu machen? Hätten wir damals den braven Herrn Hobrecker gekannt, wir wären vielleicht sorgsamer mit unseren Büchern umgegangen. Lgon Barsen. 12 lUonarchen im Exil Dr. Otto Ernsts„Zwölf Mo n a r ch e n im Exil"(Phaidon-Verlag, Wien 1932) ist«in hübsch geschriebenes, anschauliches Buch über die gestürzten Monarchen unserer Zeit. Die tragi- komische Reihe geht von Wilhelm ll. in Doorn. über Otto von Habsburg, Alfons Xlll. bis zu Amanullah. Man sieht, wie die gekrönten„Herren" sehr unherrisch werden, sobald sie auf dem gleichen Boden stehen müssen wie die anderen Menschen. Ein Napoleon und ein Trotzki bleiben auch im Exil groß. Der durchschnittliche Dynast ist ohne Krone nichts. R- -Das JCeben des tllenfchen Was Dr. Fritz Kahn im ersten Band seines fünfbändigen Wertes„Das Leben des Mcn- s ch e n" sFronckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart) versprach, hat er inehr als gehalten. Jetzt, da der letzte und fünfte Band des Werkes vorliegt, steht der Fachmann wie der Laie bewundernd vor die- ser großen Symphonie des menschlichen Lebens und seines Aufbaus. Kahn Hot wirklich den gc- samten gewaltigen Stoff von den Grundproblemen der Lebenskunde bis zu den höchsten Aeußerungen des Geisteslebens in lückenloser Folge zur Dar- stellung gebracht. Mit einfachen, klaren Worten führt er uns durch das Labyrinth unseres Körpers. Man glaubt sich in einem seltsamen Land von technischer, chemischer und physikalischer Vollkommenheit. Jeder kleinste Baustein fügt sich der unbeschreiblichen Organi- sation, die von einer vollendeten Demokratie be- herrscht wird. Da arbeiten Laboratorien, Kraft- anlagen, Schaltwerke, da rauscht es unermüdlich durch Kanäle, da wird signalisiert und gefunkt, da stehen Armeen bereit, um sich gegen Eindringlinge zu verteidigen. In den nie ruhenden Werkstätten des Leibes gibt es nur«in Ziel, ein Arbeits- Programm: das Leben. So rollt ein Panorama ab, spannender als jeder Roman: von der ersten Begegnung zweier nacheinander verlangenden Zellen, vom schöpferischen Urkcim, bis zum letzten Augenblick, wo der lebendige Odem mit einem stillen Seufzer oerklingt. Ein pädagogisches Genie hat die nur dem izach- mann vertrauten Begrisfe. Formeln und Vor- gönge in eine verständliche Sprache übersetzt. Die Forderung Schopenhauers, komplizierte Dinge mit einfachen Worten auszudrücken, wurde hier mehr als erfüllt. Eine besonders wichtige Unterstützung bilden die schematischen Darstellungen unter den vielen Bildern. Das größte oller Wunder wird uns hier erschlaffen: der Mensch! Cj. G. Jllte Sprüche Ein schändlich Laster ist der Geiz. Die Menschen er zum Bösen reizt. Der Geiz entstellet Frau und Mann, Macht blind, daß man nichts sehen kann. Wer begehret fremdes Gut, Darob oft seins verlieren tut. (J-h. Fisch-rt. IS. Sahrh.) lSesammelt und beardeitet von Malter Meckauer.) Wochenprogramm des Berliner Rundfunks Berlin Sonntag, 6. November. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Ländwirt. 8.55: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 11: Junge Dichter. 11.30: Aus Leipzig: Badh-Kantate. 12: Aus Flensburg: Mittagskongert. 14: Eltcrnstunde. 15: Aus Stuttgart: Tempo-Tempo. Singspiel für Kinder. 16; Orchesterkonzert. 18: Alltag der Weltgeschischte. 18.15: Unterhaltung auf mancherlei Art. 19: Orchesterkonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Unterhaltungsmusik. Während des Abendprogramms: Bekanntgabe der Wahlresultate bis zur Feststellung des vorläufigen Endergebnisses. Montag, 7. November. 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Breslau: Frühkonzett. 11.30; Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Frau von vorgestern— die Frau von morgen? 15.35: Bunte Stunde. 16.15: Erholung im Sommer oder im Winter? 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30; Qorilla- tang unter dem Aequator. 17.45; Jugendstunde. 18.05; Klaviermusik. 18.30: Dürfen wir Ihnen raten? 18.50; Mittflltjngcn des Arbeitsamts. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Interview mit einem Sportquartett. 19.10; Unterhaltungsmusik. 20: Fritz Reuter zu seinem Geburtstag. 20.45: Lieder. 21.15: Wir erinnern an... 21.30: Albrecht Schaeffer liest eigene Dichtungen. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Dienstag, 8. November. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40: Die Viertelstunde für den Landwirt 14. Schallplattenkonzert. 15.20: Deutsche Frauen an deutschen Küsten. 15.35: Robert-Schumann-Konzert. 15.55: Lieder. 16.15: Auf Stellungsuchc in USA. 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.30: Besuch in einem Hünengrab. 17.45: Streichquartette. 18.30: Bücherstunde. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 20: Zeitfunk. 20.15; Aus München:„Der Corregidor", Oper von Hugo Wolf 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Hörbericht von dem„Fest der Sportpresse". Mittwoch, 9. November. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Herbtspazicrgang. 15.35; Heitere Opernduette. 16.05: Hörbericht aus dem Städtischen Obdachlosen-Asyl in der Fröbelstraße. 16.30: Aus Hamburg: Konzert. 17.30: Hans Friedrich Blunck liest eigene Balladen. 17.50: Für die Kinder. 18.05: Camillo Hildebrand. Gesänge nach altjapanischen Dichtungen. 18.30: Gelebtes Leben. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Schallplatten- Stunde. 20; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20.05: Sinfoniekonzerl. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Tanzmusik. Als Einlage: Hörbericht vom Sechstagerennen im Sportpalast. Donnerstag, 10. November. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Leipzig: Frühkonzert. 9: Schulfunk. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.40: Hörbericht aus dem Institut für Ackerbau. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Ein Kapitel Küchenlatein. 15.35: Bunte Stunde 16.15: Sturmgeister über der Nehrung. 16.30: Kammermusikstunde für Freunde der Hausmusik. 17.30: Luthers Erbe in der Gegenwart. 17.55; Jugendstunde. 18.05: Lieder von Eduard Behm, 18.25: Die Straße nach Marokko. 18.50: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungs- und Tanzmusik. 19.30: Aus Lauscha in Thüringen: Lametta. Engelhaar und Christbaumschmuck. 20; Aus dem Schall-Archiv. 29.50: Wir stellen vor... 21.05: Johannes Müller unterhält Sie. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Freitag. II. November. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Konzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Spanisches Frauenleben. 15.35: Lieder. 15.55: Klaviermusik. 16.15: Deutsches Kunstturnen. 16.30: Aus Leipzig: Klassische Walzer. 17.30: Das vergessene Buch, in Erinnerung gebracht von Munkepunke. 17.40: Jugendstunde. 18: Das neue Buch. 18.10: Douaumont— Erlebnis und Symbol. 18.25; Zehn Minuten Funkhilfe. 18.35: Cellomusik. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Schallplattenkonzert. 19.30: Chorgesänge. 19.55: Fortsetzung des Schallplattenkonzertes. 20.15; Bei Max Pcchstsin(Besuch in einem Künstler-Atelier). 20.30: Douaumont. Ein Funkdrama von Eberhard Wolfgang Möller. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Washington; Worüber man in Amerika spricht. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 12. November. 6.15: Gymnastik. 6.35; Aus Königsberg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Studentenleben in Amerika. 15.40; Gegenseitige Hilfe in der Tierwelt. 16.05: Orchesterkonzert. 18; Was sucht das Publikum im Theater? 18.35: Deutsches Sprachgut. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10; Kammermusik für Bläser. 19.55; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20; Eine Stunde Wildwest. 20.50: Ketzerei am Wochenende. 21.05: Blasorchesterkonzert, 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Als Einlage: Hörbericht vom Sechstagerennen im Sportpalast. Königswusterhausen Sonntag, 6. November. 6.15; Aus Berlin: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8; Uebcrtragung aus Berlin. 9; Musikalische Morgenstunde. 10.05: Aus Berlin; Wettervorhersage. II; Dichterstunde. 11.30; Aus der Gustav- Adolf-Kapelle Lützen: Gottesdienst. 12.15; Aus Leipzig; Gustäv-Adolf-Oedenkfeier in Lützen. 13: Aus Flensburg: Mittagskonzert. 14; Elternstunde. 14.30: Kammermusik. 15; Stunde des Alters. 15.20: Zehn Minuten Lyrik. 15.30: Wandern und Sehen. 16: Aus Berlin: Orchesterkonzert. 18; Stunde des Landes. Ab 19: Uebcrtragung aus Berlin. Montag, 7. November. 16: Pädagotitcher Funk. 16.30; Aus Berlin: Nach- mittasskonzerl. 17.30; Deutsche Männer im außerdeutschen Südosten. IS: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Die Kricgsschuldfrage. I8.SS: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Viertelstunde Funktechnik. 19.38: Heinrich Michaelis zum Gedächtnis. Deutschlandsender: 30: Aus Könijsberg: Simon Dach. Fine Hörfolge. 21: Aus Dublin: Europäisches Konzert. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Uebcrtragung aus Berlin. Dienstag, 8. November. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Der Schein als Zerstörer der Kultur. 18: Vom Seelenleben der Naturvölker. 18.30: Ernteausfall und Ernteverwertung. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 19.30: Zeitdienst. 19.50; Luxemburger Land und Leut'. Deutsch- landsender: 20.16; Uebcrtragung aus Berlin. Danach: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 9. November. 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Deutsche und fremde Erbmasse im deutschen Recht. 18: Ocstliche Volksmusik. 18.30: Volk und Rasse. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Englischer Sprachunterricht. 19.35: Stunde des Beamten. Deutschlandsender: 20; Aus Leipzig: Unterhaltungsstunde. 21: Tages- und Sportnachrichten. 21.10: Aus Königsberg: Turandot, Prinzessin von China. Märchen von Schiller. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Wien: Abendkonzert. Donnerstag, 10. November. 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Luthers Erbe und die Gegenwart. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.30: Rußland und das Abendland 18.55: Stunde des Landwirts. 20.30: Aber Menschkind, wohin? Dcutschlandscndcr: 19.30: Aus Leipzig: Militärkonzert. 21; Aus Köln: Sinfoniekonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Aus Hamburg: Deutscher Tanz von 1900 bis 1932. Freitag, 11. November. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nach- mittagskonzert. 17.30: Deutsche und fremde Erbmasse im deutschen Recht. 18; Alte deutsche Violinsonaten. 18.30: Weltpolitische Stunde. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19: Raubtiere und Dickhäuter vor Kamera und Büchse. 19.20; Stunde der Arbeit. 19.40; Zeitdienst. Deutschiandsendcr: 20; Aus Köln-Deutz: Ausschnitt aus dem Bunten Abend zugunsten der Winterhilfe. 21.10; Aus Reutlingen; Opernabend. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebcrtragung aus Berlin. Sonnabend, 12. November. 16: Wie berechnet man Ebbe und Flut? 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50; Literarische Visionen. 18.05; Musikalische Wochenschau. 18.30: Deutsch für Deutsche. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. 19; Französischer Sprachunterricht. 19.40; Stille Stunde. Deutschlandsender: 20.05: Aus Koblenz: Orchesterkonzert. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: Uebcrtragung aus Berlin. /Mfl. WO.- Baeyeld(md wedeoih V-ceist sind für die Leserinnen des„Vorwärts" durch die Teilnahme an dem Preisausschreiben über den Roman„Gilgi, eine von uns" zu gewinnen. Verlangt werden für den Wettbewerb kleine literarische Beiträge, Niederschriften und knappe Skizzen, deren Thema frei gewählt werden kann. Ein Lebensabriß, ein Bürotag, eine besonders typische oder bedeutsame Szene aus Leben und Beruf, und auch Erlebnisse außerhalb des Arbeits- beieichs sollen kurz geschildert werden. Glaubt jemand ein besonders abenteuerliches oder die Not der Zeit kennzeichnendes Lebensschicksal hinter sich zu haben— das gilt besonders für die zahlreichen Opfer der Wirtschaftskrise—, so ist auch dessen Beschreibung willkommen. Die Einsendungen müssen bis zum 1. Dezenter 1932 beim Verlag„Vorwärts", SW 68, Lindenstr. 3, eingegangen und mit dem deutlichen Kennwort„Gilgi" versehen sein. Neue Abonnentinnen erhalten auf Verlangen kostenlos den Abdruck der Bedingungen für die Beteiligung an dem Wettbewerb, JlisU du JkeJjt: 1. 1 Barpreis 350 RM. 2. 1 Modernes Original N o r a• R a d I o- Empfangsgerät, Wert 265 RM. 3. 1 Mercedes- Kleinschreibmaschine, Wort 240 RM 4. 1 L I n d c a r- Damenfahrrad, Wert 66 RM. 5. 1 Sparbuch der Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.• G mit einer Einlage von 50 RM. Ferner zehn Preise im Werte von 5 bis 35 RM „Liebling" Tinteazwerg 4k7C M Fnednek- LeipugtrStr.lIJ, Eck* Mautritr. Viele Zehntaus, j* schreibt wie Blei Straße 74, Tauentzienstr.4 a.WittenbtrgpL im Gebrauch aber mit Time•• 143 163, ISS Spiltelmarkt IS QoldjinkecJca. ünterm V-apen-Stern Keine Belebung des Arbeitsmarktes Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Buchbinder und Papierverarbei- t«r hielt vin Donnerstag iin Gewerkschaftshaus ihre Ouartalsgenerolversammlung ab. Der Bc- nollmochtigte Genosse I m h o s ging in seinein Ge- schäftsbericht aus die rein politischen sowie aus die wirtschafts- und sozialpolitischen Ereignisse des Z. Quartals ein, die unter dem Papen- Stern ftorrden. Der Verband hotte sur viele Mitglieder Ein- s p r ü ch e zu machen gegen die Festsetzung der Arbei.tslosenunterstugung, die insolge des Hetztempos beim Abbau der Unterstutzungen viessach sehr oberslächlich berechnet wurden. Be- sonders empört waren die Arbeitslosen darüber, daß sie in der legten Zeit behandelt wurden, als erhalten sie nur aus Gnade ihre Unterstützung, ob- gleich sie jahrelang ihre Beiträge zur Arbeitslosen- Versicherung gezahlt haben, Der Arbeitsmarkt hat trog der Papen-Notver- ordnung keine Belebung ersahren. Auch im 3. Quartal mußte wieder sestgestellt werden, daß sich viele Arbeitslose aus dem Nachweis gar nicht mehr meldeten und demzufolge auch nicht mehr registriert werden konnten. Die Ar- beitslosen melden sich nicht mehr zur Stempelkon- trolle, entweder wegen der A u s s i ch t s l o s i g- keit, Arbeit zu erlangen oder wegen de- U n t e r st ü tz u n g s r a u b e s, der es ihnen nicht mehr gestattet, Fahrgeld zum Arbeitsnachweis auszugeben. Diese erschreckende Tatsach« erklärt auch den„Rückgang" der eingeschriebenen arbeite- losen Berussangehörigen auf dem Arbcitsnach- weis. Genosse Imhof schilderte zum Schluß seines Be- richts die Ursachen imd den Verlauf der einzelnen Lohnbcwegu ng'e n im 3. Quartal, insbeson- dere ober auch die Bewegungen, die auf Grund der Septembernotverordnung zur„Belebung und Vermehrung der Arbeitsgelegenheit" geführt wor- den sind. Aus dem Kassenbericht ging hervor, daß insolge der einschneidenden Aenderungen im Unter- stützungswesen kein Zuschuß von der Hauptkasse mehr notwendig war, sondern seit langer Zeit wieder einmal ein Ucberschuß von rund 700<1 Mark an sie abgeführt werden konnte. Auch die L o k a l k a s s e konnte, allerdings nur durch den Verzicht der Funktionäre auf einen erheblichen Teil der ihnen zustehenden Entschädigungen, einen Ueberschutz von 1300 M. erzielen. In der kurzen Diskussion versuchte ein Kommu- nist, gegen die Ortsverwaltung Stimmung zu machen, indem er sich mit dem Verkehr-streik be- schästigte, womit er jedoch bei der Versammlung kein Echo fand. Falsche Sparsamkeit Die Spitzengcwerkschaften haben>n einer Eingabe an den Reichsarbeitsministcr gegen die scharfe Einschränkung des Heilverfahrens in der Invaliden- Versicherung Front gemocht. Die Ausgaben für die freiwilligen Leistungen in der Invalidenversicherung waren bis zum Jahre 1930 auf 99,3 Millionen Mark gestiegen i durch die Auf- sichtsbehörde ist für 1932 der aufzuwendende Be- trag auf 50 Millionen Mark beschränkt worden. Nun soll eine neue Einschränkung er- folgen. Die Gewerkschaften fortiern, daß die Einengung der freiwilligen Leistungen wieder auf- gehoben wird. Eine zu weitgehende Einschränkung des Heilverfahrens führt in vielen Fällen zu einem f r ü- Heren Eintritt der Invalidität und damit zu einer Erhöhung der Renten- l e i st u n g e n. Auch eine durch neue Sparmaß- nahmen erzwungene Stillegung zahlreicher Heil- anstalten hat ihre Kehrseite; denn schließlich müssen die Heilanstalten doch irgendwie instand- gehalten werden. Ankurbelung Wer sabotiert? Bremen, 5. November. Die Absatzschwierigkeiten in der deutschen Hoch- scefischerei haben sich infolge des Abschlusses des deutsch-isländischen Fischtank-Abtommens so ver- schärft, daß die Reedereien gezwungen sind, 4 0 Proz. der in der Frischfischwirtschast beschäf- tigtcn Dampfer nunmehr aufzulegen. Hierbei darf man Herrn von Papen, der gegen die iinaginären Saboteure seines imaginären An- kurbelungsprogramms im Rundfunk wettert, wohl fragen, wer hier sabotiert. Uns will scheinen, daß das gesamte Ankurbelungsprogramm solche nega- tivcn Erfolge aufzuweisen hat. Löhne der Bauschlosser bleuer Tarif durch Schiedsspruch Der Tarifkonslikt im Berliner Bauschlosser- gewerbe ist insolge der Annahme eines Schiedsspruches des Schlichtungsausschusies durch beide Parteien beigelegt worden. Entstanden war dieser Kpnslikt durch die maß- losen Abbauforderungen der Unternehmer, die den Lohn- und Manteltarif gekündigt hatten. Die Unternehmer verlangten zunächst einen Abbau derLöhneumlOProz. und in der zweiten Tarisverhandlung bereits 14 Proz., weiter das Recht zur Anordnung der neunten und zehnten Arbeits st unde, sowie die Ver- schlechtcrung der Tarifbestimmunge» über den Urlaub, die Fahrgeld- und Laufzeit- entschädigung und noch einiges mehr. Der Schiedsspruch weist die Lohnavbauforderung der Unternehmer zurück und läßt die alten L ö h n e b e st e h e n. Das Verlangen der Unter- nehmec, die neunte und zehnte Arbeitsstunde ohne Zustimmung der Betrcebsvertretuno anordnen zu können, erfüllt der Schiedsspruch ebensowenig wie die Forderung, den im Manteltarif verankerten Schutz der Vertrauensleute der Organi- sationen wegen ihrer Tätigkeit als Gewerkschafts- funktionäre aufzuheben. In der Urlaubsfrage sind die bisherigen Bestimmungen gleichfalls b e- st e h e n geblieben mit Ausnahme der Bestimmung über den Urlaubsanspruch, die dahin geändert wird, daß der Anspruch aus Urlaub nicht mehr nach dreimonatiger, sondern erst nach sechsmonatiger Beschäftigung entsteht. Nicht unbeachtliche Verschlechterungen bringt der Schiedsspruch jedoch hinsichtlich der Fahrgeld- und Laufzeitentschädigung bei Montage- arbeiten. Bisher wurde bei Arbeiten, auf Man- tagest�llen, die zwischen 2 und 5 Kilometer von der Werkstatt entfernt lagen, das Fahrgeld zurück- erstattet und bei Montagestellen, die mehr als 5 Kilometer entfernt waren, außerdem noch die Laufzeit voll bezahlt. Jetzt wird bei einer Ent- fernung von 2% bis 71/- Kilometer nur das Fahr- geld erstattet und erst bei Entfernungen über IVi Kilometer hinaus aufgewendet wird. Die Montagezuschläge von 7 Pf. pro Stunde bei Arbeiten von über vierstündiger Dauer sollen in Zukunft nicht mehr gezahlt werden bei Arbeiten auf den Bauten, die von Hausbesitzern mit HilsedessogenanntenSO-Millionen- Fonds ausgeführt werden. Die Bauschlosser haben diesem Schiedsspruch trotz großer Bedenken zugestimmt. Fuhsel statt Kunst Die Künstler mögen hungern Die Funkstunde hat die arbeitslosen Musiker abgebaut; sie hat nun auch die ar beitslosen Schauspieler hinaus- gesetzt. Im Jahre 1931 hatte die Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger eine Funk- gemeinschaft gegründet; von ihr wurden im Lause von rund 11 Monaten insgesamt 327 er- werbslose Schauspieler der Funkstunde zugeführt, die zusammen«in Honorar von 23 000 M. erhiel- ten. Die meisten der veranstalteten Sendungen waren sowohl dem Inhalt als auch der Funk- gestaltung nach künstlerisch durchaus vollwertig. Allerdings wurde unter Herrn Düstes Regie der Funkgemeinschaft das aufzuführende Werk vorgeschrieben, ohne daß für sie oie Mög- lichkeit bestand, ein ungeeignetes abzulehnen. Außerdem gestand man den Künstlern nur zwei Mikrophonproben zu, so daß infolgedessen die letzte Aufführung die Künstler ohne ihr« Schuld nicht von der gewohnten günstigen Seite zeigte. Inzwischen waren auch die Nazis an den In- tendanten Dr. Duske herangetreten; ihr„Kampf- bund für deutsche Kultur" nahm für sich in An- spruch, als„Gemeinschaft erwerbsloser Künstler" behandelt zu werden, was sie indessen nie und nimmer ist. Die Nationalsozialistische Partei hat diesen„Kulturbund" als regelrechte Partei» Veranstaltung aufgezogen und nimmt ihn auch als solche für sich in Anspruch: also ist es auch ihre Pflicht, für die Künstlerhonorare aufzu- kommen. Dr. Duske lehnte das Auftreten der nationalsozialistischen Theatertruppe vor dem Mi- krophon Zwar ab, l ö st e jedoch gleichzeitig die Verbindung mit der völlig überparteilichen Bllh- nengenossenschaft, die sich der erwerbslosen Künst- ler ohne Rücksicht auf ihre Parteizugehörigkeit an- genommen hatte. So werden von der Funkstunde, die über einen jährlichen Etat von 19 Millionen nur für Programmzwecke verfügt, Künstler brotlos gemocht, aus Angst vor den Nazis, und wahrscheinlich auch, weil Schallplattensendun- gen billiger sind. In der von der Funkstunde ebenfalls beschäftig- »en Razikapelle F u h s e l hat es übrigens Krach gegeben, der das Ausscheiden von einer Anzahl Mitgliedern zur Folge gehabt haben soll. Die Mitglieder dieser Nazitopelle mußten zu Löhnen spielen, die weit unter. dem Tarif logen. Für Sonnabend, wo die Spielzeit oft bis in den Morgen ging, war seit einiger Zeit der Satz aus 0 Mark„erhöht" worden. Es scheint, daß solch patriarchalischer„Kunstbetrieb"— alles für die Führer, nichts für die Arbeitenden— auch der Funkstunde vorschwebt. Professor Dr. klatt vom Volkshochschulheim Prerow spricht am Montag, dem 7. November um S Uhr über:„Alte und neue Lebensform" in der sozialen Frauenakademie Schöneberg, Barbarossastr. 65.(Eintritt 80 Pf., Erwerbslose- 20 Ps.). aRvv>.-• ..•.-*'- v-*•>• . W KAWMM V<-•* V '. 7�- �- V:• v-' w mm I � 'm. i 4„ ? 0� Das ist hartes Ulasser. Ich mache es u/eich! Hartes, d.h. kalkhaltiges Wasser taugt nicht zum Waschen, weil der Kalk die Schaumkraft des Waschmitlels und damit die Waschwirkung vermindert. Deshalb muß das Wasser im Waschkessel weich sein. Weich wie Regenwasser wird es, wenn Sie vor Bereitung der Waschlauge einige Handvoll Henko in den Kessel schütten, f H 91 /Mb Henko Zum Einuueichen der UUäsche Zum UUeichmachen des UUassers Henkcl's UUasch-und Bleich-Soda Nehmen Sie zum Aufwaschen. Spülen und Reinigen HenkelB(m� tiLacne Anzeigen, wirkungsvoll und billig- Überschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8mal 7K>%, 12 mal 10%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, lOOOO Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr.3(%9— 5 Uhr], sämtl. Vorwärts-Filialen u. Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen | ueritöüie| Kochherde, Kachelöfen eigener Herstellung, lieber nehme Töpferarben tcn. Ofenbau. Prin> zenstraste SV. Linoleum. Abfälle, Kilo 40 Pf, Platten in allen Größen, Vorlage» etc. Luanthof, Wil» hclmstraßc 5ä, an der Leipzigerstraße.» Tevvichhan» Emil Lcfonrc, Berlin, seit 4g Iah- ren nur Oranien» straße 15«. stafi- lungserlcichterung ohne Aufschlag. 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November unser verehrter Mitarbeiter und Kollege, der Tischler-Invalide Franz Lucht In jahrzehntelanger Zusammenarbeit erwies sich der Verstorbene alseinerunsererBesten Durch seine vorbildliche Treue und Kollegialität erwarb er sich das Vertrauen und die Freundschaft seiner Mitarbeiter Infolge seiner steten Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit hat er sich selbst ein dauerndes ehrendes Andenken gesichert Berlin, den 5. November 1932 Geschäftsleitung u. Personal der Vorwärts-Buchdruckerei Einäscherung; Mittwoch, den 9. November, 17 Uhr, im Krematorium GerichtstraBe. Unserer heutigen Austage liegt ein Prospekt der Firma Hermann Ttelz, Berlin, bei, worauf wir unsere Leser besonders hinweisen. jlgSoziaiistischeArbei'teri'ugendGroß-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugends-kretariat Berlin SW 08. Lindenstraße 2, vorn 1 Treppe rechts. Alle Genossinnen und Genossen stehen heute den zuständigen Parteiabteilun. gen zur Wahlarbeit zur Verfügung! heule, Sonnlag: Norden: 18 Uhr Heimabend, Putbusser Straße 23.— Fallplatz I: Wahlarbeit. Trenpunkt 9 Uhr bei Zeuge.— Steglitz I: Wahlarbeit. Treffpunkt 8 Uhr bei Schellhase.— Zehlendorf-Dahlem; Tresspunkt 9 Uhr AI.-Eck.— Britz: 19 Uhr Abhören der Wahlresultate, Ideal-Halle.— Neukölln I: Von 8 bis 22 Uhr im Heim. Wahlarbeit.— Neukölln VII: Heimabend Bergstr. 29.— Köpenick I: Be» teiligung an der Wahlpropaganda. Mitgliederversammlung, Bunter Abend.— Tegel: Schöneberger<-tr. 3: 18 Uhr Heimabend.— Riederschönhauseu: Wahlhilfe an bekannter Stelle.— Nordost I: Alle Genossen beteiligen sich an der Wahlarbeit der 24. Abt., soweit sie noch einer anderen Abteilung angehören.— Neukölln 14: Treffpunkt zur Wahlarbeit 9 Uhr Ilse- Ecke Schierkestraße. 19V- Uhr Seimabend Konner Straße.— Wedding-Rord: Treffpunkt zur Wahlarbeit 8 Uhr ..Vorwärts"-Spedition, Ulrechter Straße. 18 Uhr Heimabend Turiner Straße.— Britz: Treffpunkt zur Wahlarbeit 9--) Uhr Zwickelplatz. Werbebezirk Mitte: Alle Genossen beteiligen sich an der Wahlarbeit. Treff- Punkt 8 Uhr bei Lohan, Brüderstraße 17. 19 Uhr Heimabend Waisenstr. 18. Werbebezirk Schöneberg: Treffpunkt zur Wahlarbeit 8 Uhr bei Koschenz, Apostel-Paulus-Str. 27. Werdebezirk Prenzlauer Berg: Der Heimabend findet umständehalber nicht im Altersheim, sondern in der Turnhalle Schönfließer Str. 7 statt. Wir hören Wahlresultate und bringen rote Ruirdfunksatire. Unkostenbeitrag 10 Pf.. Beginn 19 Uhr.— Gruppenleiter! Rechnet die Karten von der Filmveranstalwng heute ab. Morgen, Montag, 20 Uhr: Hansa: Bochumer Str. 8b: Der Ausgang der Wahl.— Moabit I: Waldenser. straße 20: Mitgliederversammlung.— Moabit II: Bremer Str. 70: Wir und der 9. November.— Aruswaldcr Platz II: Schönlankcr Str. ll, Baracke 3: Urteile des Londcrgerichts.— Falkplatz l: Sonnenburger Straße 20: Gewerkschasts- frage».— Falkplatz II: Sonnenburger Straße 20: Tagespolitik.— Hohenschön. Hausen: Schule Dingelstädter Straße: Leseabend.— Kumaanplatz: Gleimstr. 35: Warum in der SAI.?— Nordost II: Danziger Str. 02. B. 3: Was ist Wirtschaft?— Schönhauser Vorstadt: Sonnenburger Straße 20: Hugo Haasc und die deutsche Revolution.— Baltenplatz: Tilsiter Str. 4 5: Nach den Wahlen.— Stralauer Viertel: Goßlcrstr. 01: Die Wahlen.— Kottbusser Tor: Urbanstr. 107: Llederabend.— Luisenstadt: Wassertorstr. 4: Mitgliederversammlung.— Char- lottenburg-Tüd: Sprecstr. 30: Arbeitsgemeinschaft.— Neukölln III: Ganghoser- Straße:� Funktionärsitzung.— Vaumschulenweg: Ernsfftr. 10: Die Wahlen.— Johannisthal: Rathaus: Mitgliederversammlung.— Freie Scholle: Egidystr. 9: lO-Minuten-Rcserate.— Pankow RF.:»issingenstr. 48: Mitgliedcrversammlunq. Werbebezirk Neukölln:„Der Querschnitt" probt 19-/- Uhr Kanner Straße. Werbebezirk Pankow: Karow, Frundsbergstr. 9: Gemeinsame Funktionär- sstzung der Gruppen Buch, Buchholz und Karow. stdiFreie Gewerkschasts-Iugend Berlin Heute, Sonntag, 0. November, finden folgende Veranstaltungen statt: Östkreis: Jugendheim Guntcrstr. 44, 19 Uhr. Lustiger Abend.— Nordost. kreis: Jugendheim Gleimstr. 35, 18 Uhr. Wenn geschlossen, bitte ans fcnster klopfen.„Aus dem Leben eines Bergarbeiters."— Südostkreis: Jugend- >eim Tempelhof, Germaniastr. 4— 6, 18 Uhr.„Winter in den Bergen."— »lordkreis: Jugendheim Willdenowstr. 5, 18 Uhr. Offene Singestunde mit der Nordkapelle. Lugendgruppe des'Zentralverbandes der Anaesteliten Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wcdding: Jugendheim Turiner Ecke«ecstraße. Revolutwnsgedcnkabend.— Nordost ll: Jugendheim Schönlanker Str. 11.„Der 9. November 1918."— Weißcnsec: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Revolutionsgedenkabend.— Urban: Jugendheim Hobrccht, Ecke Sandcrstraße. Ein Abend mit Büchern.— Die Freie Angestelltcnbank e. G. m. u. H. tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Per- bandähaus, Hcdcmannstr. 12. Berliner Gewerkschaftsschule. Birtschastspolitischer Ausspracheabend Dienstag über„Sanierung und Er- Haltung gefährdeter Unternehmen". Behandelt werden in dieser Aussprache u. a. auch die Durchführung des 2. Teiles der Notverordnung vom 5. September in Verbindung mit den Ausgaben der Amortisations- und Industrie-Finan- zierungs-A.-G. Eine vorhergehende Anmeldung ist zu diesem Abend nicht erforderlich. Ein Hörerbcitrag wird nicht erhoben. Zutritt haben alle frei. gewerkschaftlich organisierten Kollegen und Kolleginnen. Achtung, Iungbuchdruckcr! Dienstag, 17 Uhr, im großen Saal des Ge» werkschaftshauses, veranstaltet unsere Lehrlingsabtcilung eine„Revolutions- Gedenkfeier". Vortrag des Genossen K. Schröder:„Vom 9. November 1918 bis heute". Gesang und Rezitationen. Wir erwarten zahlreiches Erscheinen. Verein der Berliner Buchdrucker u. Schristgießer. Der Lchrlingsausschuß. Bezirksamt Reinickendorf, SPD.-Bctriebsfraktion. Donnerstag, 10. No- vember, 19 Uhr, bei Marks, Rcinickendorf-West, Berliner Str. 70. Fraktions- Versammlung.„Die geplante Zusammenlegung der Berliner Verwaltungs- bezirke", Referent Paul Mielitz. Vortrage, Vereine und Versammlungen »V* Reichsbanner„Schwarz-Rot Gold-.i lMEM G e| ch ä f t s st e 1 1 e: Berlin S. 14 Ssbastionstr 37—38 Hol 2 T: nKjJVOr Gauvorstand. Die Rechtsberatungsstelle des Gauvorstandes, in welcher den Kameraden in allen Rechtsfragen, die im Zusammen- hang mit ihrer Reichsbannerbetätigung stehen, Rat und Hilfe gewährt wird, ist Dienstags und Freitags von 10 bis 17 Uhr mit einem rechts, kundigen Kameraden besetzt. Kameraden, die von dieser Einrichtung Gebrauch machen wollen, müssen die obengenannten Zeiten unbedingt einhalten.— Tiergarten, 2. Kameradschaft: Montag, 7. November, 20 Uhr, Kamcradschafts- Versammlung bei Röstel, Putlitzstr. 10. Buchkontrollc. Referat.— Prenzlauer Berg>Jungba): Dienstag, 8. November, an bekannter Stelle.— Friedrichshain (Vortrupp): Mittwoch, 9. November, 19»s Uhr, Jugendheim Ebcrtystr. 12.— Krcuzbcrg: Dienstag, 8. November, 20 Uhr, Zug vin, Mitgliederversammlung bei Siedentops, Muskauer Str. 35: Zug IX, Mitgliederversammlung bei Eich- holz, Cuvrystr. 23.— Mittwoch. 9. November, 20 Uhr, Mitgliederversammlung bei Bartsch, Forster Str. 17.— Zehlcndors(Kameradschaft): Dienstag, 8. Novem- ber, 20 Uhr Mitgliederversammlung im Vercinshaus.— Steglitz lOrtsverein für Steglitz, Lichterfclde und Lankwitz): Sonntag, 0. November, abends, gemein- same Runofunkabhörstunde der EF. in Lehmanns Festfälen, Lankwitz, Kaiser- Wilhelm-Str. 29—31.— Weißensce(Iungba): Mittwoch, 9. November, 20 Uhr, Heimabend im Jugendheim Pistoriusstr. 24.— Tegel(Kameradschaft): Sonntag, 0. November, 14 Uhr, Bootshaus.— Bohnsdors-Grünan(Iungba): Dienstag, 8. November, 20 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim Wachtelstr. 1.— Wasser- sportabteilung, Zug Tegel: Sonntag, 0. November, ab 14 Uhr, Bootshaus. Pflichtveranstaltung.— Winterspörtabteilung: Skitrockenkursus. Beginn Donnerstag, 10. November, 20 Uhr, Lehrervercinshaus, Rosenbcrg-Saal. Gebühr für Mitglieder 2,50 M., für jugendliche Mitglieder frei und für Angehörige 4 M. Arbeiter-Samariker-Vund e. v., Kolonne Berlin. Geschäftsstelle: RO. 43. Iostystr. 4. Telephon: kl 3 Königstadt 5440. Montag, 7. November. Bohnsdorf: Lokal Heimann, Waltersdorfer .. Straße 100.— Kleingärtner: Geschäftsstelle, Tegeler Weg 43.— Dienstag, 8. November. Friedrichshain: Lokal Bauer. Tilsiter Str. 27.— Schöneberg: Lokal Gehrke, Ebersftr. 00.— Donnerstag, 10. November. Wedding: Lokal Himmel, Sottschedstr. 5.— Charlottenburg: Jugendheim Rosinenstr. 4.— Pankow: Jugendheim Kissingenstraße.— Reinickendorf: Schule Reinickendorf. Ost Letteallec.— Freitag, 11. November. Tiergarten: Lokal Mallonck, Lübecker Straße 3.— Kreuzbcrg: Lokal Krepp, Am Urban 20.— Steglitz: Lokal Rohde, Lid)terfelde, Roonstr. 29.— Treptow: Lokal Döhling, Elsenstr. stOO.— Lichten- berq: Lokal Seipkc, Kronprinzcnstr. 47.— Montag. 14. November. Neukölln: Lokal Sauer. Pannierstr. 54.— Köpenick: Lokal Krllqer, Schöncrlinder Etr 5.— Beißcnsee: Lokal Bohacck, Bilhelmstr. 29.— Freitag, 18. November. Mitte: Schule Givsstraße.— Neukölln: Britz, Hanncmannstr. 40.— Sonnabend. 19. Ro- vember. Prenzlauer Berg: Lokal Hoffmann. Lychener Etr. 8.— Donnerstag, 24. November. Reinickendorf: Lokal Matter. Eichbornstr. 94. sprachklnb„The English Speakers. Heute, 21 Uhr. im Nordwest-Kasino, RB. 87, Alt. Moabit 55(nahe Gotzkowskybrücke), englische Vorträge und Dis- kvfsion. Deutsche Liga für Menschenrechte E. V., Ortsgruppe Nord. Im Rahmen einer Erinnerungsstunde an den 9. Slovember spricht Pastor i. R. Francke am 9. November um 20-, Uhr im Restaurant..Humboldt-Hütte". Brunnenstr. 94, Uber das Thema„Die Humanität der deutschen November-Revolution". Gäste willkommen. Republikanischer Rrichsbuud. Die diesjährige Jahresversammlung der Orts- grnppe Berlin des DRR. findet Dienstag, 8. November. 20 Uhr, im Demo. kratischen Klubhaus, Berlin B.>0. Biktoriastr. 24, statt. Rcichstagsabgeordneter Kurt Heinig hält das politische Referat. Eintrittskarten für Mitglieder sind in der Geschäftsstelle, Berlin NW. 40, Kronprinzcnufer 19 1(Telephon A 2 Flora 5090), erhältlich. „Vorwärts"-Leser kauft in den Geschäften, die im„Vorwärts" inserieren. Dort werdet Ihr gern gesehen!