Abend- Ausgabe Nr. 528 B 256 49. Jahrg. Redaktion und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5«nfi)rt(f)« a 7 Omi Dönhoff 292 bi4 207 Selegrammabteflei Sojtalbomottol'Bettln BERLINER VOLKSBLATT DIENSTAG 8. November 1932 In Groß- Berlin 1l) Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzelgenpreije siehe Morgenausgabe Jentvawvga« der �Sozialdemokratische« Partei Deutschlands Neaktionäre Pläne Neues Spiel mit Reichsta�sauklösunß? Das Häuflein der junkerlichen Reaktion gebärdet sich, als ob die neue V e r- f a f f u n g, die bei dem Freiherrn von Gay! fabriziert werden soll, schon in Kraft sei. Dann wäre nämlich der Reichstag nur noch eine Dekoration, eine spanische Wand vor der Willkürherrschaft ostelbischer Junker und Schlotbarone. Diese neue Ver- fassung der Reaktion ist zunächst nur ein Projekt, und je mehr der Freiherr von Gayl davon redet, um so größer wird die Empörung über diese Sorte von Projektenmacherei gegen das Volk! Was steht dahinter? Eine dünne Oberschict� des Besitzes, feudale Junker und Barone, und einige feuilletonisierende Staats- rechtslehrer, die sich an die Reaktion an- gehängt haben. Dagegen aber steht eine entschiedene Mehrheit des Volkes. Die Herren reden so viel von ihren neuen Versassungsplänen, daß sie nicht mehr Zeit haben, sich ihre äugen- blickliche Lage unter dem Gesichtspunkt der geltenden Verfassung zu überlegen. Massen-MaHregelung BVG. entläßt Tausende Die deutjchnationale Direktion der BVG. läßt hente mitteilen, daß sie außer den wegen Streikteilnahme bereits entlasse- n e n 1000 Angestellten noch weiteren lt>00 Fahrern und Schaffnern sowie 5 0 0 Ar- beitern die Entlasfungspapiere zu- gestellt hat. Diese Maßregelung von Tausenden von Angestellten und Arbeitern wird neue Gr- bitterung schaffen, hat die deutschnationale Direktion das beabsichtigt? Der A u s s i ch t s r a t muß unverzüglich ein- greisen und dafür sorgen, daß Maßreglungen onterbleiben. Sie offenbaren Ansichten, die sich mit der Verfassung nicht vereinbaren lassen. Man hört, die totgeborenen Projekte des Freiherrn von Gayl sollten dem Reichstag als Prüf- st ein vorgelegt werden. Man möchte den Verfassungsartikel, daß die Reichs- regierung des Vertrauens des Reichstags bedarf, dahin verkehren, daß der Reichstag das Vertrauen der Reichsregierung haben muß, wenn er sich versammeln will. Das Kabinett der Barone möchte„d e m R e i ch s- tag eine Chance geben". Was aber dann, wenn der Reichstag nicht so will wie Papen und Genossen? Man hört von den deutschnationalen Freunden des Kabinetts, daß es„kein Kunststück sei, mit dem Reichstag fertig zu werden". Das heißt, die Auflöserei soll fortgesetzt werden. Es ist möglich, daß die Herren, die ein« neue Verfassung fabrizieren wollen, mit ähnlichen Gedanken spielen. Wir erinnern sie beizeiten daran, daß die Verfassung von Weimar in Kraft ist, und wir empfehlen ihre Vorschriften ihrem Studium! Vielleicht läßt der Freiher von Gayl bei sich ein Zehn- männerkollegium zusammentreten, das sich statt mit den reaktionären Projekten, mit der geltenden Versasiung beschäftigt! Denn die Fortsetzung der Auflöserei wir sagen das beizeiten— würde mit der Verfassung völlig unvereinbar sein und würde einen Konflikt hervorrufen, gegen den die bi'herigen Verfassunaskonflikte Kinder- Nur kein varlament! Die Aensste der Rechten vor einer Mehrheitsregierung Auch den eingefleischten Papen-Anhängern dämmert es, daß nach diesen Wahlen die Situation der Baronsregierung unhaltbar ge- worden ist. Warum?— Man. kann die Sache drehen und wenden wie man will: es kommt doch immer wieder darauf hinaus, daß eine Regierung. die neun Zehntel des stimmberechtigten Volkes und des von ihm gewählten Parlaments gegen sich hat, eine Unmöglichkeit ist. Aber indem man dies bekennen muß, wiltert die Rechte eine Gefahr: daß nämlich die neue Regierung auf Grund parlamentarischer Mehrheitsbildung Zustandekommen könnte Man war doch so schön dabei, sich vom Parlament gänzlich unabhängig zu machen. Man ignorierte Reichstagsabsiimmungen und regierte, wie es einem paßte. Und das sollte sich jetzt ändern? Warnend erhebt die„Deutsche Zeitung"(schwarz- weihrot mit Hakenkreuz) den Zeigefinger: „Es kann nicht im Sinne einer verant- wortungsbewuhten nationalen Politik liegen, die Dinge überhaupt aufs Parlamen- t a r i s ch e zuzuspitzen. Mit dem Reichstag fertig zu werden, wird kein Kunststück fein." Das ist deutlich. Die„Deutsche Zeitung" möchte, wie sie weiter ausführt, daß Hitlex ugd Papen sich miteinander versöhnen und zusammen regieren. Wobei dann allerdings der— für die „Deutsch« Zeitung" nebensächlich«— Umstand bleibt, daß auch Hitler und Papen zusammen im Reichstag über nicht mehr als 43 Proz. der Stimmen, also nur über eine Minderheit ver- fügen. Aber die Nationalsozialisten werden be- schworen,„sich nicht von den Zentrums- intriganten wieder in parlamentrische Abenteuer verstricken zu lassen". Aus dem Umwege über Preußen würden angeblich schon in der nächsten Woche die Koalitionsver- Handlungen zwischen Zentrum und Nazis aufgenommen werden. Käme aber in Preußen wo noch die schwarzbraune Mehrheit besteht, eine Koalition zusammen, so sieht die„Deutsche Zeitung" Unheil voraus: „Im Reiche aber könnte es unter diesen Um- ständen am 6. Dezember, wenn der Reichstag zusammentritt, zu einem Zusammenbruch kommen, der die Tragik des 1 3. A u g u st weit hinter sich lassen würde. Wir können also nicht glauben, daß diejenigen Recht behalten sollten, die der Meinung sind, daß die NSDAP nunmehr versuchen wiro, in Preußen mit dem Zentrum und im Reich— wo eine„schwarz- braune" Mehrheit nicht mehr vorhanden ist— vielleicht aus andere Weise parlamen- tarische Scheinerfolge zu erzielen, die den Tod der Bewegung bedeuten würden." Die NSDAP., so wird daraus geschlußfolgert, müsse sich wieder stärker daraus besinnen, daß sie eine Bewegung, nicht eine Partei sei.— Aller- dings: eine stark abflauende Bewegung! Wenn sich aber jetzt die Nazis der Baronsregierung, ihren ingrimmig gehaßten„feinen Leute«" in die Arme werfen, so wird das noch zu ganz anderen Ein Steuer-Panama Sensation in franhreich— die Elite der Nation beteiligt Eigener Beridit des„Vormärls" Paris, 8. November. Der sozialistische„Populaire" enthüllt einen neuen Finanzskandal, der das größte Aussehen erregen wird. Der sozialistisch« Abgeordnete A l b e r t i n hat bereits eine Interpellation an- gekündigt. Es handelt sich um einen Steuer- betrug in größtem Maßstab, an dem etwa ZOO» Personen, in der Hauptsache Senatoren, Generäle, Adlige, kurz, die sogenannte Elite der Nation, beteiligt sind. Alle diese Pa- trioten haben sich durch die Basier Handelsbank seit Jahren die Kupons ihrer Aktien unter Um- gehung der 18proz«ntigen Steuer auf Wertpapiere auszahlen lassen. Der Direk- tor der Handelsbank brachte das Geld selbst nach 50 Jahre Zuchthaus! Ungeheuerliche Strafanträge in Greüswald Stralsund, 8. November. Noch«lftägiger Verhandlung vor dem Schwur- gericht Greifswald über den Nazisturm auf die Greif-wolder Arbeiterbaracken stellte heule morgen der Oberstaatsanwalt ungeheure Strasan- träge gegen die angeklagten Arbeiter. Für zwei Arbeiter forderte er je 1l> Jahre Zucht- haus, für«inen Arbeiter 8 Jobre Zucht- haus. Weiter forderte er Zuchthausstrafen von 7 bis zu ZJahren und Gesängnisstrafen von l Jahr S Monaten bis zu 4 Monaten. Jngesamt beantragte er 50 Jahre 9 Monate Zucht- Haus und 15 Jahre 1 Monat Gefängnis. Der Oberstaatsanwalt oersuchte in seinem Plädoyer den Beweis für die Schuld der Angeklagten dadurch zu et''-.'<1. daß er anführte, daß das Blut auf Erscheinungen führen, als zum bloßen Abflauen. Tod der Bewegung— so oder so! papen redet Reichskanzler von Papen hielt heut« morgen im Verein der ausländischen Presse eine Früh- stücksrede, in der er ausführte: „Sie werden von mir zunächst sine Aeuße- rung über die Lage erwarten, die durch den Ausgang der Reichstagswahlen bedingt worden ist. Ich kann meinen Gesamteindruck dahin zu- sammenfassen: Eine erfreuliche Zu- nähme des Verständniises für die Regierungsarbeit ist festzustellen. Keine Partei wird noch Berechtigung zu der Annahme haben, daß sie die Alleinherrschaft in Deutschland ausüben kann. Dagegen glaube ich die Hoffnung hegen zu dürfen, daß es nunmehr zu einer wirklichen nationalen Kon- zentration kommt: möge die erfreuliche Einigkeit, die das deutsche Volk heute in den großen Fragen der auswärtigen Politik durch alle Parteien hindurch beseelt, jetzt auch der Fülzrung der Gesamtpolitik die notwendige breite Grundlage schaffen! Personen- fragen spielen hierbei— ich habe es schon immer betont— k e i n e R o l l e. Di« sachlichen Ziele der Regierung, die Sie kennen, werden unverändert verfolgt werden." Das Ziel der Regierung ist demnach: Barons- Politik, wenn es sein muß, ohne Popen. D i« Stellung Papens ist erschüttert, er wartet schon auf den Nachfolger. Paris und übergab es den Aktionären in seinem Hotelzimmer. Der Staat ist dadurch um viele Millionen geschädigt worden. Das Finanzministerium bekam von der Sache Wind. Ein Polizeikommissar erschien in dem Hotel des Basler Bankiers und gab sich als dessen Beauftragten aus. Er konnte auf diese Weise eine ganze Menge von Titelinhabern, die Geld abheben wollten, kennenlernen und etwa zehn Listen von Kunden der Bank entdecken. Da aber zu den Aktionären sehr hoch- gestellte Personen gehören, so u. a. ein mit Tardieu befreundeter Senator, hat das Finanzministerium bisher gezögert, ein ge- richtliches Verfahren einzuleiten. Abgeordneter Albertin wird von der Regierung Auskunft for- dern, wann sie endlich gegen die Schuldigen gerichtlich vorgehen will. halten, um ihren Besuchern die Wahlergebnisse mitteilen zu können. Die Verkehrsgesellschaften, die der Beförderung von Reisenden zu Lande, zu Wasser oder in der Luft dienen, werden ihre Fahrgäste während der Reise durch Funk- spräche über die Wahlergebnisse ebenfalls auf dem laufenden hallen. Verboten! Zeitz, 8. November. Der Oberpräfident der Provinz Sachsen hat, nachdem er am Montag bereits das„Volksblatt" Halle verboten hatte, nunmehr auch den„Z e i tz e r V o l k s b o t e n" für zwei Tage verboten. Zur Begründung muß wieder jener Artikel herhalten, in dem die Massenmaßregelung preu» ßischer Beamter nach der Wahl durch die Papen-Barone angekündigt war. seiten der Nationalsozialisten geflossen sei und daß der Sturm auf die Baracken von den Ratio- nolsozialisten nicht hätte vorbereitet sein können, da nur 17 von ihnen den Heimweg, der an den Baracken vorbeisührte, angetreten hätten. Der Sturm auf die Baracken sei von den National- sozialisten nur aus Gründen der Abwehr erfolgt. Sie seien auf den Hos der Baracken gestürmt. weil von dort geschossen worden sei. Heute wählt Amerika 47 Millionen Wahlberechtigte New gort. 8. November. Die vereinigten Staaten stehen heute im Zeichen der Präsidentenwahl. Die Zahl der männlichen und weiblichen Wahlberechtigten be- läuft sich auf rund 47 Millionen. Die Tanzsäle und Kabaretts dürfen bis 5 llbr früh otten Rentengelber geraubt BauhühertaU in Bergfelde 3n Berg selbe an der Rordbahn wurde aus zwei Gemeindeboten ein Raubübersall ausgeübt. Die beiden Männer hatten l800 Mark Unterstützung sgelder bei sich. Unterwegs wurden sie von zwei Banditen mit vorgehaltenen Pistolen überfallen. Die Räuber flüchteten mit der Beute und entkamen. Gegen 9 Uhr früh hatten die Gemeindeboten auf der Kreissparkasse in Hohenneuendorf 1890 Mark Unterstützungsgelder für die Gemeinde Bergfelde abgehoben. Das Geld, zum Teil Scheine und zum Teil Silbergeld, verteillen die Gemeindeboten in zwei Aktentaschen, die sie an den Rahmen der Fahrräder befestigten. Auf dem Rückweg nach Bergfelde, am sogenannten Verbindungsweg zur Chaussee am Rotpfuhl, stellten sich den Radfahrern zwei Männer mit vorgehaltenen Pisto- l e n entgegen. Mit der Drohung, bei Widerstand zu schießen, zwangen die Wegelagerer die Beam- ten, von ihren Rädern zu steigen. Die Banditen schwangen sich auf die Fahrräder, an denen sich die AktentaschenmitdemGeld befanden, und fuhren in Richtung Frohnau— Hermsdorf davon. Die bisherigen volizeitichen Ermittlungen habe« t Das Ausland zum Wahlergebnis Niederlage von Hitler und Papen festgestellt ergeben, dah� noch ein dritter Täter mit im Bunde war. Dieser Mann stand einige hundert Meter von der Ueberfallstelle entfernt Schmiere, um seine Komplicen gegen etwaige Ueberraschun- gen zu decken. Bei der Absuchung des Geländes wurden ein brauner und ein grauer Schlapphut gefunden, die zweifellos von den Tätern auf der Flucht verloren wurden. Die Gestoh.enen Fahr- räder find ein Opel-Tourenrad mit der Nr. 8ö38SS und ein W. K. C.-Tourenrad mit der Nr. 79 838. Die Täter waren etwa 23 bis 28 Jahre alt. Herrtot und Italien •AnnaKerimxsversucKe Stärkste Beachtung verdienen einige Worte des Ministerpräsidenten ch e r r i o t am Montag vor der französischen Presse nach einem Ministerrat über das Verhältnis Frankreichs zu Italien. Er sagte, daß man nicht vergessen dürfe, daß Italien nach dem Krieg ungerecht behandelt worden sei, nachdem es in schlimmer Zeit den Alliierten zur Hilfe geeilt wäre. Auch müsse man die innere von der äußeren Politik unterscheiden. Diese Worte haben bereits ein starkes Echo in England und natürlich auch in Italien selbst aus- gelöst. Auf die Wirkung in Jugoslawien darf man gespannt sein, da die„ungerechte Be- Handlung" Italiens am Kriegsende diesem Haupt- sächlichen Bundesgenossen Frankreichs auf dem Balkan zugutegekommen ist. Wichtiger ist indessen die Feststellung, daß Frankreich, nachdem es kürzlich die englisch- französische Freundschaft erneuert und den russisch- sranzösischen Gegensatz gemildert hat, ja sogar das Verhältnis zwischen Ruhland und seinen westlichen Nachbarn Polen und Rumänien zu bessern versuchte, nunmehr auch daran geht, an seinen stärksten Widersacher, Italien, Freund- schastsangebote zu richten. Das geschieht nicht nur etwa zur Beseitigung des Mißtrauens, das die Reise H e r r i o t s nach Madrid in Rom erzeugt hatte. Grund und Zweck dieses Liebeswerbenz liegen tiefer: es gilt, die Isolierung Deutschlands zu vollenden und den letzten großen Staat, der noch zuweilen Neigungen zeigt, Deutschlands Standpunkt gegen Frankreich zu unterstützen, von Deutschland loszulösen. cherriot verfolgt mit großer Besorgnis die Eni- Wicklung in Deutschland. Er glaubt an dem wachsenden Willen Deutschlands zum Revanche- krieg. Diese Befürchtung kommt in jeder seiner Reden zwischen den Zeilen zum Ausdruck. Daher sein Bemühen, die diplomatische Stellung seines Landes zu stärken. Es ist auch nicht daran zu zweifeln, daß bei Fortdauer des gegenwärtigen politischen Kurses in Deutschland es ihm gelingen wird, auch noch dieses Glied in der Kette der neuen Einkreisung Deutschlands zu schmieden! „Zschariot" Die JiKrenmärmei' der KPD. Nach ihrer ooraussehbaren Niederlage bei dem politischen Streit, den sie, in trauter Gemeinschaft mit den faschistischen Praunjacken, bei der Berliner Verkehrsgesellschaft inszenierte, verbreitet die KPD. ein Flugblatt, das mit der Behauptung beginnt,„Judas Ischariot war ein Ehrenmann gegenüber den Häuptlingen der SPD. und der reformistischen Gewerkschaften". Das ganze Papier ist mit einer einzigen Schlammflut gegen die Sozialdemokratie und den„Vorwärts" bedeckt! V e r a n t- wortlich dafür zeichnet der Abg. Ernst Schneller I Ohne auch nur ein Wort der Erwiderung auf dies Gesudel zu oerschwenden, verzeichnen wir, daß das Organ der braunen Bundesgenossen der KPD., der„Angriff", heute das Streitende mit der Balkenüberschrift verkündet:„Aommu- nisten würgen LVG.-Streik ab! R(ÖO. für Cohnraub!" Jetzt machen sie sich gegenseitig Vorwürfe und bezeichnen einander als Streikbrecher, nachdem sie eben erst gemeinsam mit gegenseitigen Betrugs- absichten die Arbeiter und Angestellten der BVG. in den Streik getrieben hatten, nur um die er- folgreiche gewerkschaftliche Vertretung auszuschalten und gleichzeitig einen Wahl- trick auszuüben. Die Arbeiter und Angestellten der BVG., die bisher ihre gewerkschaftliche Pflicht nicht erkannten und ausübten, werden aus den gegenseitigen Be- schimpfungen der sowjetrot-braunen„Streikleiler" jetzt entnehmen können, daß mit H a j a r- deuren kein ehrliches Spiel getrieben werden kann. Wenn sie für die Zukunft ihre Interessen klar und folgerichtig wahrnehmen wollen, müssen sie sich den Gewerkschaften an- schließen. Denn sie allein verfügen über die Er- fahrung und die Kraft, auch in schwierigsten Lagen die Arbeiterrechte zu verteidigen. Nicht aber die Schimpfbolde von der„NGO." oder der „NSBO.'I Expreßzug entgleist Brüssel, S. Rovember. Der internationale D-Zug 131 Parle— Amsterdam ist bei Puyssinghen. 13 Kilometer südlich von Brüssel, entgleist. Personen sind nicht verletz« worden, dagegen wurden wogen beschädig». Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 8. November. Leon Blum schreibt im„Populaire" zum Ergebnis der Reichstagswahl:„Die Sozialdemo- kratie verliert Stimmen, und zwar genau in dem Ausmaß, das sie s e l b st vorausgesehen hatte. Im Verhältnis zu den im Juli erhaltenen Stimmen beträgt die Verringerung zehn Prozent, unter Berücksichtigung der geringeren Wahlbetei- ligung fünf Prozent. Aber dieses leichte Nach- geben der Stimmenzahl läßt die Kraft der Arbeiterklasse intakt. Niemals ist eine Organisation zahlenmäßig stärker und in sich gefestigter gewesen, niemals hat sie eine euer- gischere und mutigere Wahlkampagne geführt. Die Verbindung zwischen der gewerkschaftlichen und der politischen Organisation hat sich in keiner Weise gelockert. Was man vor allem bemerken muß, ist die Tatsache, daß das Wahlergebnis eine rückschauende Rechtfertigung der Taktik darstellt, die die Sozialdemokratie seit fast zwei Jahren anwendet. Als Gegenleistung für den Stimmenverlust sichert sich die Sozialdemokratie endlich das Hauptresultat, dem sie alles geopfert hatte. Die Sozialdemokratie wollte Hitler den Weg zur Macht versper- ren und ihm die Gelegenheiten zu einer gewalt- samen Machtergreifung rauben. Das war zugleich das Ziel und die Regel, und daraus erklären sich die Handlungen und Unterlassungen, die am meisten die französische öffentliche Meinung Uber- rascht und bedrückt haben. Es ist heute nicht mehr die Rede davon, daß Hitler jemals die absolute Mehrheit erhält. Die Sozialdemokratie behält ihre Macht für die bevorstehenden Kämpfe. Der endgültige Mißerfolg des National- Der Berliner Verkehr konnte heute früh, wie bereits gestern angekündigt, in vollem Umfange wieder ausgenommen werden. Zur üblichen Stunde des Dienstbeginns halle sich aus allen Straßenbahn depols sowie aus den Bahn- Höfen der hoch- und Untergrundbahn und der Omnibusse das Personal wieder ein- gesunden, so daß der Verkehr in sahrplanmähiger weise in Gang geseht werden konnte. Lediglich die U-Bahnstrecke Alexanderplah— Cichlenberg- Friedricheselde konnte erst gegen S Uhr morgens aus betriebstechnischen Gründen wieder in Ver- kehr genommen werden, während sonst der erste Zug um 5.10 Uhr fährt. Während der Nacht waren noch an verschie- denen Stellen der Stadt kleinere Sabotageakte verübt worden, und zwar hatten meist unbekannte Täter Steine auf die Straßenbahnschienen gelegt, Drähte und Aefte auf die Oberleitungen geworfen und einige Schalthebel abgebrochen. Diese Schäden konnten aber durchweg vor Beginn des Früh- Verkehrs beseitigt werden. Der Polizeischug der Straßenbahnwagen, der schon gestern im Laufe des Nachmittags eingeschränkt werden konnte, hörte am heutigen Tage wieder voll- ständig auf, so daß die Straßenbahnwegen wieder das normale Bild zeigten. Es geht ohne Sondergencht ■Aber nur bei den Nazis Vor dem Candgericht ll haben sich fünf S A.- C e u t e zu verantworten. Zwei von ihnen, dem ZlsShrigen Arbeiter Fritz Degner und dem ZSjährigen. zweimal wegen Diebstahls vorbestraften Erich G r o ß k l a ß wird versuchter Totschlag, schwerer Candsriedensbruch und un- Schüsse aus Geldtransport Lebiverer Raubüberfall Düsseldorf. 8. November Am Montagabend gegen 9.30 Uhr sollte vom Schlachthof aus ein Geldtransport von 48 000 Mark zur Hauptpost geschafft werden. Als Begleiter de» Transports hatten fünf Personen in einer Kraftdroschke Platz genommen. Leim Ansahren des Wagens fuhr plötzlich ein zweiter Kraftwagen vor, au» dem eine Anzahl Schüsse auf die Insassen der Kraftdroschke abgefeuert wurden, vier Personen wurden verletzt. * Auch der Chauffeur erhielt einen Schuß am Unterarm, verlor jedoch nicht die Geistesgegen- wart, sondern gab Vollgas und fuhr in Richtung Münsterstraße davon. Auf der in der Nähe be- fiMichen Polizeiwache lieferte er das Geld ab, worauf sich die Verletzten in ärztliche Behandlung begaben. Einer von ihnen ist so schwer ver- mundet, daß er im Krankenhaus bleiben muhte, während die anderen nach Anlegung von Ver- sozialismus ist im wahrsten Sinne des Wortes der Sieg der Sozialdemokratie." Oer Marxismus gestärkt Eigener Bericht des„Vormärts" Amsterdam, 8. November. Die Reichstagswahlen werden in der nieder- ländischen Presse im wesentlichen unter dem Gesichtspunkt des Stimmenrückganges der Nationalsoziali st en kommentiert. Das sozialistische„H e t Volk" bezweifelt, ob die Regierung von Papen es als einen Erfolg bezeichnen könne, daß sich unter den Arbeiter- Wählern eine Verschiebung nach links bemerkbar mache. Das zeige, daß die V e r z w e i f l u n g s- st i m m u n g unter den Massen der deutschen Arbeiter eher wachse als abnehme. Soweit die Sozialdemokratie ihre ganze Energie gegen eine Verschmelzung der Junkerregierung mit dem Faschismus eingesetzt habe, habe sie einen u n- oerkennbaren Erfolg erzielt. Der„Telegraaf" ist der Ausfassung, daß das Ergebnis diesr Wahlen nur dann als be- friedigend bezeichnet werden könne, wenn man die Regierung von Papen als das letzte Hilfs- mittel gegen, den Hitlerismus betrachte. Etwa 30 von 33 Millionen Wählern hätten sich gegen die Reichsregierung aus- gesprochen. In jedem anderen Lande der Welt mühte das einen vernichtenden Eindruck machen. Der„Nieuwe Rotterdamsche Cou- r a n t" schreibt, eine nochmalige Reichstags- auflösung und abermalige Neuwahlen könnten befugter Waffenbesitz zur Last gelegt, den übrigen drei Nazis schwerer Candsriedensbruch. Das Ziel der Nazischießübungen waren diesmal in der Hauptsache uniformiert« Reichsbannerleute. Das Bemerkenswerte bei der Sache ist aber nicht. daß SA.-Leut« sich wegen versuchten Totschlags zu verantworten haben, sondern, daß sie nicht vor dem Sondergericht stehen. Im schreienden Gegensatz dazu steht der Fall Börnicke. Obgleich die den Reichsbannerleuten zur Last gelegte Tat fast zu gleicher Zeit geschah, mußten sie vor das Sondergericht und wurden jeder Rechtsmittel beraubt. Die SA.-Leute aber dürfen sich im ordentlichen Verfahren verantworten. Zur Sache selbst ist folgendes zu sagen. Am 28. Juli hatte das Reichsbanner von Steglitz eine Versammlung im Albrechtshof. Als sie die Bergstraße passierten, kamen ihnen u n i f o r- mierte Nazis entgegen. Sie riefen Straße frei, wir schießen: es kam jedoch nicht zum Schießen, da das Ueberfallkommando sofort zur Stelle war. Es wurden einige Zwangs- gestellungen vorgenommen. Als die Reichs- bannerleute sich später auf dem Heimwege be- fanden, stellten sich ihnen wieder die Nazis ent- gegen, die den ganzen Abend auf und ab patrouillierten, sie feuerten etwa 20 bis 2 3 Schüsse ab und verletzten den Arbeiter Sayfart. Das Ueberfallkommando konnte in diesem Falle gleichfall» einige Zwangsgestellungen vornehmen, beim Angeklagten Degner fand man zwei Pistolen, die«ine wollte er vor längerer Zeit in der Münzstraße gekaust, die ander« von einem Kesinnungsgenosien erhalten haben. In der heutigen Verhandlung bestreiten sämtliche Angeklagte, sich an der Schießerei be- teiligt zu haben. Es sind zahlreiche Zeugen geladen. bänden wieder entlassen werden konnten. Zu ihrer Tat benutzten die Räuber einen Kraftwagen. den sie zwischen 19 und 21 Uhr in der Iosephinen- straße gestohlen hatten. Die polizeilichen Er- mittlungen sind im Gange. Zeugniszwang statt Bescfwerde-Erlediguajl Am 20. April 1932 wandte sich die Republikanische Beschwerdestelle Berlin auf Grund eines ihr zugegangenen Berichts an den preußischen Landrat in Osterode in Ostpreußen. Den Gegen- stand der Eingabe bildete die n a t i o n a l s o z i a- l i st i s ch e Betätigung des Verwalter» der Nebenstelle der Kreissparkass» in G> I ge n b u r g, von dem ausgesührt wurde, daß er während der Dienststunden seine Pgs. besuchen und durch sein ganzes Verhalten die Kreissparkass« schädigen soll, denn staatstreue Republikaner hätten schon deshalb ihre Guthaben abgehoben. Der Sparkassenoerwalter stellte darauf bei der Staatsanwaltschaft in Allenstein gegen„Un- lediglich den Kommunisten zugute kommen. Die marxistischen Parteien, wenn man Sozialdemokraten und Kommunisten zusammen- zähle, hätten trotz der Verluste der erfteren zu- genommen, wenn dies auch für den Augen- blick keine praktische Bedeutung habe, so könne es doch in einer späteren Zeit eine Rolle spielen. Italien riiekt von Hitler ab Eigener Bericht des„Vorwärts" Rom, 8. November. Die faschistische Presse schreibt die großen Wahlverluste Hitlers taktischen Fehlern zu, die für den Nationalsozialismus in letzter Zeit verhängnisvoll geworden seien. Nun sei in- sofern«ine neue Situation entstanden, al» eine Majoritätsbildung zwischen Nazis, Zentrum und Bayerischer Volkspartei unmöglich geworden sei. Ob die Nationalsozialisten sich künftig mit einem Teil der Macht bescheiden würden, sei die wichtigste Frage der nächsten Zeit. England glaubt an Rapens Sturz Auch die englische Presse hebt llberein- stimmend die Niederlage der Nationalsozialisten und das Anwachsen der Kommunisten als die wichtigsten Merkmale der Reichstagswahl hervor. Vor allem weist sie aber auf die Tatsache hin, daß das Ergebnis ein erdrückendes Miß- trauensvotum gegen die Regierung Papen bedeute, deren Stellung schwer er- schüttelt sei. bekannt" Strafantrag und benamrte den Geschäftsführer der Beschwerdestelle als Zeugen. Bei den wiederholten Vernehmungen des Geschäftsführers Falk vor dem Amtsgericht Eharlottenburg erklärte dieser, aus p o l> t i- s ch e n und Gewissensgründen den Namen des Gewährsmannes, den die Staatsanwaltschaft wissen will, nicht angeben zu können. Nunmehr hat deshalb die l. Strafkammer des Landgerichts III den Geschäftsführer zu einer Ordnungsstrafe von 30 M. verurteilt, also das Zwangsverfahren angesetzt, allerdings ihm dabei ausdrücklich in dem Beschluß.inständige Beweggründe" bescheinigt. Z8Z Abgeordnete Bin Nazi mehr Der Kreiswahlleiter des Wahlkreises Nr. 23 (Franken) hat dem Reichswahlleiter ein b e r i ch- tigtes Ergebnis gemeldet, da» um 31 981 gültige Stimmen höher ist als das zuerst gemeldet«. Der Anteil der Nationalsozialistischen Deutsche» Arbeiterpartei an dieser Sttmmenzahl beträgt 18 882. Die Berichtigung wirkt sich dahin aus, daß der NSDAP, ein weitere» Mandat auf chrer Reichslist« zufällt. Die Gesamtzahl ihrer Abgeordneten beträgt nunmehr 193: der Reichstag umfaßt damit insgesamt 383 Abgeordnete. 15 Jahre Eowjetrußlanb Lolderböbung für die Armee Moskau, 8. November. Wie alljährlich begann auch heute die Feier des 7. November mit einer großen Militär- Parade auf dem Roten Platz vor dem Kriegs- kommissar Woroschilosf. Während der Parade, an die sich große Demonstrationszüge an- schlössen, standen Stalin, Kalinin, Molotosf und andere Führer aus der Estrade des Lenin-Mauso- leums. An der Militärparade nahmen Truppen- teile aller Waffengattungen der Moskauer Gar- ntson. die Kadetten der Militärschulen und Mili- tärakademien, Militärformationen der GPU., Abteilungen der Organisation für Luft- und Gas- abwehr sowie Hörer der Hochschulen teil.„Is- westija" und„Prawda" veröffentlichen„Richtlinien". in denen das Zentralkomitee der Partei zur Fortführung der Generallinie auf dem Gebiete der Politik und Wirtschaftspolitik auf- ruft, sowie Dekrete des Rats der Volkskommisiare über eine neue Soldordnung für die Rote Armee und Flotte. Diese Sold- ordnung sieht u. a. eine gestaffelte Erhöhung der Bezüge der Roten Kommandeure um 42 bis 83 Proz. der bisherigen Bezüge vor. Die Bezüge der Angehörigen der Kriegsmarine auf hoher See werden um 100 Proz. erhöht. In Vorarlberg, dem westlichsten, überwiegend agrarischen Bundesland Deutschösterreichs, war Sonntag Landtagswahl. Die Mandatszahl war von 30 auf 26 herabgesetzt, was beim Per- gleich zu beachten ist Es erhalten Mandate: die Ehristlich-Sozialen 18(21). die S o z i a l d e m o- k raten 4(6). die Großdeutschen 1(i). der Landbund 1(2). die Nazis 2(0). die Kommu- nisten 0(0). Verkehr im Gang .letzt ohne Polizeischutz „Werkwährung",„Erg-Mark",„Sprunggeld" Die geschiedene Frau des früheren Land- gerichtsdirektors und jegigen Kammergerichtsrats Jürgens, dessen Prozeß vor fünf Jahren so großes Aufsehen erregt hat. hat sich jegl wegen zahlreicher Betrügereien vor dem Schöffengericht Schöneberg zu verantworten. Frau Jürgens schildert ausführlich, wie gut sie es bei ihrem ersten Manne, dem Großindustriellen Kugel, hatte und wie sie nach dessen Tod« im Jahre 1918 den damaligen Adjutanten des stell- vertretenden kommandierenden Generals von Hannover, den Hauptmann Jürgens, kennenlernte und heiratete. Frau Jürgens erzählt auch von dem angeblich politischen Einbruch in Oer �itknedsne v. Papeti:„An der Situation hat sich nichts Wesentliches geändert." Stargard. wo ihr Mann Landgerichtzdir«ktor war. Dieser„Einbruch" führte zur Anklage wegen Brandstiftung und Bersicherungsbetruges gegen Jürgens und Frau. Beide wurden von dieser Anklage freigesprochen, Frau Jürgens jedoch wegen falscher Eidesleistung zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Nach dem Prozeß lebten M« Eheleute kurze Zeit in einem Kloster Als der Larchgerichtsdirektor Jürgens für die 13 Monate, die er in Untersuchungshaft gesessen hatte, sein Gehalt ausgezahlt bekam, trennte er sich von der Frau und war zwei Monate lang unausfindbar. Frau Jürgens, die ganz ohne Mittel geblieben war, brach zusammen, kam ins Krankenhaus. Als man ihren Mann bei seiner Schwester in Pommern auffand und gegen ihn ein Disziplinar- verfahren wegen der Behandlung seiner Frau eingeleitet werden sollte, hielt grau Jürgens für ihn beim Kammergericht Fürsprache. Das Diszi- plinarversahren wurde eingestellt, ein Jahr später wurde Landgerichtsdirektor Jürgens Kammer- gerichisrat. Er drängte auf Scheidung, sie als Katholikin verhielt sich ablehnend, obgleich sie. wie sie heut- sagt, schon seit 19Z1 von ihrem Manne mißhandelt worden sei. Erst am 19. Oktober dieses Jahres wurde die Scheidung aus- gesprochen, beide Eheleute sind jür den schul- digen Teil erklärt worden. Der Kammergerichts- rat war bereits von dem Augenblick an, als der Schtldungsprozeß zu laufen begann, verpflichtet, 300 Mark monatlich.zu zahlen. Die Summe wurde später aus 250 Mark verringert, die Frau bekam aber niemal» ohne Klage da, Geld. Frau Jürgen» erössnete nun in der Landshuter Straße mit einem gewissen Krämer ein Woh- nungsvermittluugsbüro. Als das linternehmen nicht gut ging und Herr Krämer von der Angeklagten aufgefordert wurde, die Wohnung zu verlassen, da soll er gegen sie die Anzeige wegen Betruges erstattet haben. Erst später meldeten sich Eeschästsinhaber, die Frau Jürgens durch Warenentnahme geschädigt haben soll. Seltsame Kampfmethode Amtsräume n!» Nachtlager lllarschou, 8. November. Beim Warschauer Magistrat ist ein Konflikt ausgebrochen, der mit eigenartigen Mitteln geführt wird. Der Magistrat ist allen Beamten die Bezüge für die Dauer von 2� Monaten schuldig, und es bestehen keinerlei Aussichten. diese Schuld in Höhe von 700 Millionen Zloty in nächster Zeit zu begleichen, da die S t a d t k a s s e n leer sind. Die Beamten befinden sich in äußerster Not und leiden direkt Hunger. Sie entschlossen, ich daher in ihrer Verzweiflung zu einer eigenartigen Protestkundgebung. Sie sind am Montag mit Kissen und Decken usw. ausgerüstet in den Amtslokalen erschienen, da sie dort auch die Nacht verbringen wollten. Die Demonstration soll solange fortgescßt werden, bis die Beamten ihre Gehälter ausgezahlt er- halten. Ob die Beamten im Schlaf in den Amtzräumen zu ihrem Sehalt kommen, ist sehr fraglich. Kürzlich saß der Berichterstatter dem Schöpfer eines vielbesprochenen Arbeitsbeschaffungsplans gegenüber.„Wissen Sie", erklärt dieser,„es ge- hört ja Mut dazu, heute überhaupt noch ein Pro- jekt aufzustellen, wo schon 30 000 Arbeitsbe- fchafsungspläne herumschwirren..." „Wie bitte?"—„Jawohl,— 30 000 Projekte zur Rettung Deutschlands Und sie sind sogar g e- sammelt! Da ist an der Handelshochschule in Berlin ein Institut für Währung?- f o r s ch u n g gegründet worden und als eine seiner Angaben hat das Institut die wahrhaft köstliche Sammlung der Pläne zur Rettung Deutschlands, die ja meist mit der Währung zu- sammenhängt, übernommen." In einem Nebengebäude der Handelshochschule befindet sich da- Institut für Währungsforschung, geleitet von den Professoren Bonn und P a l y i. Dr. D L b l i n empfängt den Besucher und gibt ihm Einblick in seine einzigartige Sammlung: „Selbstverständlich darf ich mich nicht kritisch äußern,— wir haben rein wissenschaftlich zu re- gistrieren. Phantastisch ist es allerdings, was hier so massenhaft an Arbeitsbeschafsungsplänen auf uns einstürmt. Die Einsender betrachten meist eine solche Arbeit als ihr eigentliches Lebenswerk. Oft haben sie dieses Werk auch unter großen Opfern auf eigene Kosten drucken lassen, wenn sie es nicht vorziehen, uns um Vermittlung beim Reichspräsidenten zu bitten, damit das grund- legende Werk aus Reichsmitteln finanziert wird. Wir versuchen, alle uns ernsthast erscheinenden Vorschläge— mögen sie meines Erachtens auch ganz abwegig sein— zu beantworten. Schwierig ist das allerdings manchmal..." Dr. Döblin zeigt die ersten Proben aus seinem Schatzkästlein. Da ist zuerst die Empsehlung, alle Maschinen zu zerschlagen, dann würde es schon von selbst besser,— es folgt der sinnvolle Leitsatz: „Deutschland ist ein Erwerbslosenasyl, macht dar- aus eine Erwerbslofen-Siedlung!"—„Wirtschaft ankurbeln heißt Steuerschraube sinnvoll an- kurbeln!" und anderes mehr. Tiefschürfender ist schon ein anderer Plan: Sommers„Werkwährung" Erfinder der„Werkwährung" ist Geh. Medizi- nalrat Prof. Dr. Sommer-Giehen, er will sie auch zum Patent anmelden.(Aerzte sind überhaupt sehr häusig Versasser dieser Rettungspläne!) Die Grundlage dieser neuen Werkwährung des Prof. Sommer bildet die allgemeine einjährige Arbeits- dienstpflicht für Männer und Frauen. Als ein- heitlicher Maßstab für die Messung der körper- lichen und geistigen Arbeit wird das„W e r k" eingejührt: i Werk— Leistung eines tüchtigen 30000 �ndkrisenreziepte Maurers in einer Stunde, ausgedrückt tn Kubik- maß. Als Geld dienen vom Staate ausgegebene Werk-Garantiescheine, die ausdrücklich eine„Ge- währ des Staates zur Lieferung von deutschen Arbeitsprodukten in einer bestimmten Zahl von Werk" enthalten sollen. Ebenfalls auf die These Geld � Arbeitseinheit ist der„Praktische Weg zur Erneuerung Deutsch- lands" gebaut, den Heinrich Helms gesunden hat. Allerdings ist sein Projekt die„geldlose Wirtschaft". Die Reichsmark soll in Zukunft „gleich dem Wert der Leistung einer Stunde durchschnittlich gesellschaftlich notwendiger Arbeit sein!"—„Nach Verwirklichung dieses Planes haben alle Leute Geld, keiner hat noch Schulden oder Zinspflichten, und keiner hat noch Steuern zu zahlen",— sagt Herr Helms... Das hat uns eigentlich bisher noch kein Partei- führer versprochen. wann kommt die„Erg-Mark"? Diplomingenieur Sigmund Start wiederum geht ganz andere Wege. Als Direktor eines Elektrizitätswerkes hat er entdeckt, daß die E l e k- trizität die Rettung Europas fei! Als„Auf- erstehung der europäischen Wirtschast" schlägt er die Rationalisierung der Elektrizitätserzeugung Europas vor. Die Rettung Europas aus dem Chaos fei zwar picht die Elektrisierung,— wohl aber die Elektrifizierung der Wirtschaft. Zur Be- schaffung der Mittel werden nicht mehr als 4S bis SO Milliarden Mark benötigt, die eine neu zu gründende internationale Bank durch Ausgabe eines neuen Geldes beschaffen soll. Die Deckung für dieses Geld bilden kurzfristige Stromliefe- rungsoerträge, und der Name des neuen Geldes ist Energie- oder kurz„E r g- G e l d". Kokosnüsse und Vogeleier Die„Allgemeine deutsche Reichsbewegung für die Rechte der Gesamtheit"— Vorsitzender Dr. Otto Rauth, Leipzig— legt ein Reichs-. Programm vor. Danach muß alle in Deutschland brachliegende Arbeits- und Produktionskraft sofort ausgenutzt werden. Weshalb liegen deutsche Schifle unbenutzt in den Häsen, während aus den Fidschi-Jnseln Kokosnüsse und Eier der wilden Vögel der Abholung harren? So wird jeder deutschen Produktionskraft der Weg zur Be- tätigung gewiesen. Die Mittel sollen zum großen Teil durch„Geldkreditkarten" beschafft werden. Aehnliche Wege gehen zahlreiche andere Pro- gramme: Weshalb züchten wir nicht unsere Seide in Deutschland, weshalb bauen wir nicht deutschen Tabak? Weshalb muß die glänzende Ernte dieses Jahres für die Preise verhängnisvoll werden, weshalb wird das überflüssige Getreide nicht ein- Rundfunk-Antiquariat Braun und Braun Mit Dr. Franz M a r i a u x hat die B e r l i n e r Funk stunde unzweifelhaft ein Talent entdeckt, das den freiherrlichen Scholz-Kurs erfaßt hat. Seine„Stimme zum Tag", sofern sie nicht mangels antiquarischer Themen ausfällt, ist ebenso wie die„Ketzereien am Wochenende" Beweis dafür. Allerdings hat er in den„Ketze- reien" ein- solche Perle wie den Hugenberg-Nazi Kühn noch nicht wieder präsentiert. An den letzten beiden Sonnabenden wurde reichlich inhaltloses Geschwätz losgelassen. SelbstverstäMich stamm- ten auch die Redner der letzten Wochen ebenso wie Herr Kühn aus dem regierungsgenehmen Lager. und selbstverständlich bliesen sie den erwünschten Wahlgrundton, wenn sonst ihr Lied falsch war. Nebenher wurde am letzten Sonnabend einiger Unsinn zum BBG.-Streik zusammen- geklöhnt. Der sanfte Dr. Harald Braun kündigte am Montag eine neue Sendefolge an„W i r wollen helfen". Die Berliner Proletarier. die Herr Harald Braun zu kennen vorgibt, reden so:„Mein Vater war so, was man einen recht- lichen Mann nennt." Diese Sprache stammt aus Hebels„Schatz kästle in", aus der Zeit um 1800: sie entspricht also dem derzeitigen Rundfunk. Nach dieser ersten Sendung können wir auf die weiteren Darbietungen in dieser Reihe wirklich gespannt sein. Da kennt Alfred Braun seine Berliner und sein« Zeit anders. Grund genug, ihn so sellen wie möglich vor das Mikrophon zu lassen. Immerhin durfte er in der Wahlnacht eine kurze Reportage„Hinter den Kulissen des Wahlergebnisses" geben, die von lebendigster Anschaulichkeit war. Ms er aller- dings ein eben geprüftes Gesamtergebnis durch- lagen wollte, brühwarm aus dem amtlichen Wahl- büro, wurde er vom Funkhaus schleunigst unter- brachen. Dort hatte man kein Verständnis dafür, daß die Hörer sich freuten, eine den Nachrichten des Drahtlosen D i e n st e s weit vorauseilende Zählung zu erfahren. Die Rundfunk- beamten halten auf jeden fstall ihre Befugnisse fest! —-Iz. Genuß- und Leistungsmenschen Vortrag Pro!. Dessoir Weil es nicht einmal zwei Individuen gibt, die einander in ihrem Wesen völlig gleichen, weil die Charaktere der Menschen so unendlich vielfältig und verschiedenartig sind, hat man zu allen Zeiten nach einem Ordnungsprinzip gesucht, um sich in der Fülle der Erscheinungen zurecht zu finden. Die Schranke aber, so erläuterte Prof. Dessoir in seinem Vortrag in der„Gesellschaft für PsychologieundCharakterologie'.an der jeder Versuch einer Tharakterkunde sich immer stoßen wird, ist die Veränderlichkeit und Viel- schichtigkeit der Charaktere. Trotzdem hat man nie ausgehört, zu glauben, daß es Grund- charaktere gibt,— Typen, in die die Mensche» sich zwanglos einordnen lassen. Moliürc z. L.. der große französische Lustspieldichter, glaubte auf Grund einer einzigen hervorstechenden Eigen- schaft— Geiz, Menschenscheu oder Hypochondrie— Typen aufstellen zu können: dieser Versuch aber mußte, wie alle ähnlichen daran scheitern, daß hier aus einer Eigenschaft, aus einer in- haltlichen Bestimmung ein Typus ab- geleitet werde. Eine brauchbare Charakterkunde aber könne allein auf formaler Grundlage,— etwa der Verschiedenheit von Rhythmus und Tempo— oder mit Hilfe einqr Ziel- f e tz u n g gewonnen werden. Diesen letzteren Gesichtspunkt legi Professor Dessoir zugrunde und teilt danach die Menschen in zwei große charakterologische Gruppen, die in jeder Hinsicht von«inander grundverschieden sind. Ob es diesseitige oder jenseitige Menschen, Genuß- menschen oder Leistungsmenschen sind— das allein entscheide über den Charakter. Glück oder Pflicht. Genuß oder Aufgabe, sinnlicher oder sittlicher Eros!— lautet die Parole. Darin liege keine moralische Bewertung. Nur das langgesuchte Ordnungsprinzip fei damit gefunden. Für den fach vom Staat aufgekauft und durch die Wohl- fahrtsämter verteilt? Weshalb wird keine Brücke geschlagen zwischen dem Ueberfluß an Erzeugung und dem Ueberfluß an Bedarf? Die Vriesmarkenwährung Entschieden originell ist der Vorschlag des „R«ichs-gegen-Zins-Bundes"(Grundhof, Flens- burg-Land). Zwecks Förderung des geldlosen Wirtschaftsverkehrs erhält jeder Deutsche ein Konto beim„Reichspost-Guthabenamt", das „Reichspoft-Gutscheine" unter„P o st w e r t- zeichendeckung" jedem Kontoinhaber leih- weise überläßt. Der neue Währungsschlüssel lautet:„Eine Postmark gleich 10 Jnlandsbrief- porti". Mit diesem Postgeld kann man alles bezahlen. Tröstlich ist, daß der Gutschein 10 In- landsporti- ersetzt, und daß wir deshalb unsere Miete nicht mit 3-Pfennig-Briefmarken zu be- zahlen brauchen... Jenes Geld jedoch, das zum Zwecke der An- kurbelung den meisten Beisall finden wird, ist zweifellos das„Sprung- oder Rollgeld". Herr A. N. Huter verficht es. Die Bank für internationale Zahlungen in Bafel soll ein neues Geld in unbegrenzter Menge herausgeben, das als zusätzliches Einkommen gratis an gewisse Ein- kommenskreise verteilt werden soll! Innerhalb eines Jahres wird das neue Geld in landesübliche Zahlungsmittel umgetauscht— aber nur Kauf- l e u t e bekommen es eingetauscht. Man muß dieses Geld also sofort für Ware ausgeben, denn der Zeitpunkt des Umtauschs wird geheimgehalten, und wer es noch im Portemonnaie hat,— hat verloren. Ein verlockendes Spiel! Auch eine Inflation Man blättert und blättert, ganze Regale füllen die Pläne. Und jeder einzige ist überzeugt, etwas ganz Neues, das Ei des Kolumbus, gefunden zu haben. „Auch die Frau muß heute ihren Mann stehen! Wir haben zuviel Respekt vor dem Mann gehabt! Zahlreiche Männer haben Arbeitsbeschaffungs- Programme ausgearbeitet. Was ist daraus ge- worden? Nichts! Aber keine Frau hat sich bis- her vorgewagt!— Ich wage es!" Frau Anna Brösemann aus Berlin NW 7 wußte bei der Drucklegung ihres teuren Manuskriptes leider noch nicht, daß sich vor ihr schon etwa 9000 deutsche Frauen„vorgewagt" haben. „Wir haben zwar keine Inflation— aber eine Inflation an Jnflationsporschlägen!" sagte ein kritischer Professor, nachdem er dieses merk- würdigste aller deutschen Archive besichtigt hatte. Genußmenschen ist das Sinnliche Mittel- punkt des Lebens: das Leben ist ihm etwas Selbst- verständliches: selbst die Wissenschaft wird zum Hausmittel dieses mit allen Fasern bejahten Lebens gemacht. Sie ist für ihn in erster Linie Technik,— dazu da, uns behilflich zu sein, die Natur zu meistern.„Ein sicheres Amt, ein kluges Weib", sagt Hegel nach seiner Hochzeit,„das ist das Letzte für den Menschen." Der Leistung sm ensch dagegen macht sich das Leben schwer: ein Zug von Traurigkeit liegt über seinem ganzen Dasein. Das Leiden ist dazu da, um ausgekostet zu werden: das satte Behagen wird verabscheut. Man lebt nicht, um zu genießen. sondern um etwas zu leisten,— und koste es selbst Leben und Gesundheit. Dr. L. H. Neunzehnter Zsiännerkursus in Tinz. Die Heim- Volkshochschule Schloß Tinz ladet zur Teilnahme an ihren: neunzehnten Männerkursus ein. Auf- nähme finden Bewerber im Alter von 18 bis 30 Jahren, die keine höhere als Volksschulbildung genossen haben. Die Bewerber haben einen selbstgeschriebenen Lebenslauf einzureichen. Das Schul- geld, in das die Kosten für Wohnung und Ver- pflegung einbegriffen sind, beträgt für Thüringer- ISO M., für die übrigen Reichsdeutschen 180 M., für Ausländer 200 M. Hierzu tritt die Verpflich- tung, durch regelmäßigen Arbeitsdienst an der Erhaltung der Schule mitzuarbeiten. Für Arbeits- lose ist Sonderregelung möglich. Auskunft und Prospekte durch die Schulleitung. Der Kursus beginnt am 1. August 1933 und dauert bis 20. Dezember 1933. Die Bewerbungen find bis Ende Dezember einzureichen. Münch- Slislung für die Nationalgalerie. Im Munch-Raum des ehemaligen Kronprinzenpalais fand soeben eine Stiftung ihren Platz: Prof. Kurt Glaser schenkt« der Galerie zur Erinnerung an seine verstorbene Gattin ein Hauptwerk aus der Frühz«it des norwegischen Meisters. Das Bild stammt aus dem Jahr« 1889 und zeigt die„Musik auf der Karl-Johann-Straße in Kristiania. Es ist das erste der Bilder, in denen Münch die Lehre des sranzösischen Impressionismus sich wesentlich angeeignet hat. In der Humboldt-Hochjchule veranstaltet am 12. Nr- vember v-ns Otto Knispcl eine Filrnvor- fichtung: D-s Riesengebirge(8 Uhr. Kriedrichstr. 110); am 11. unb 12. November eine Aufführung der seebs glichen Konzerte von I. S. Bach(8 Uhr, Lutzowstr. 818). Tic Urania bringt Freitag, 8.lö Uhr, Lnifenstr. 59, einen Filmvortrag von Tr. Paul Hatschek:„T v n f i 1 m und Radio, die Fortschritte des Jahres 1032". Ottawa und„Fremde" Die internationale Auswirkung der Verträge Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat jetzt einen ersten Versuch unternommen, die wirtschaftliche Auswirkung der auf der britischen Reichskonferenz in Ottawa festgelegten Zoll- erhöhungen und Kontingente Englands sowie der Vorzugszölle der Dominien an Großbritannien zu untersuchen. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß vor allem die Exportintereffen der fkandinavi- scheu und südamerikanischen Länder durch die Ottawa-Verträge bedroht seien. Nahezu zwei Drittel der dänischen Gesamtau-sfuhr und je 25 Proz. der holländischen und schwedischen Gesamtexporte fanden bisher auf dem englischen Markt Absatz. Ausschlaggebend war hierbei für olle drei Länder die Ausfuhr von Molkerei- Produkten,— bei Dänemark rund 94 Proz. der Englandgeschäfte und bei Holland und Schweden 28 bzw. 21 Proz.—, die am schärfsten, durch die Kontingentierung in Mitleidenschaft gezogen werden. Die neuen englischen Zoll- und Kon- tingentsmaßnahmen für Eier, Speck und Molkereiprodukte müssen also zwangsläufig zu einer schweren Lähmung des Exports dieser drei Länder führen. Die schwersten Rückschläge müssen diese Maßnahmen für Dänemark haben, das ßg Proz. seiner Gesamtausfuhr auf die Cnglandexporte von Molkereiprodukten, Eiern und Speck vereinigt. Auch für die südamerikanischen Staaten liegen die Verhältnisse sehr schwierig. So ist rund ein Fünftel der argentinischen Gesamtausfuhr durch die Weizenzölle und Gefrierfleischkontin- gente gefährdet. Die Vereinigten Staaten werden durch die Ottawa-Verträge mit einer Exportgröße von bisher 309 Millionen Dollar bei einer Ge- samtausfuhr von 3,8 Milliarden Dollar betroffen. D e u t s ch la n d wird mit seiner Einfuhr nach England durch die Vorzugszölle und Kontingente weniger in Mitleidenschaft gezogen als mit dem Export nach den einzelnen Dominien, wo die englische E x p o r t i n d u st r i e mit Zoll- vorsprängen von 10 bis 30 Proz. des Wertes schwer zu schlagen sein wird. FntlastunK bei Junkers Robert Bosch kauft Badeofenwerk Die Firma R o b o r t Bosch A.- G. hat nach längeren Verhandlungen jetzt das Badeofenwerk von Junkers gekauft. Bosch zahlt für dieses Werk etwas über 2 Millionen Mark. Durch das Hereinfliehen dieser Mittel ist nach Meinung der Iunkers-Verwaltung die Abwicklung des letzten noch ausstehenden Vergleichsversahrens g e- sichert. Die Gläubiger rechnen für den bevorstehenden Vergleichstermin, der am 8. November stattfindet mit einer Verbesserung des Vergleichsvorschlages da sei der Vorlegung der ersten Vorschläge, die einen Forderungsverzicht von S0 bis 60 Proz. forderten, sich die Lage bei Junkers verbessert hat, wozu die Abstoßung des Badeolenwcrkes wesentlich beigetragen hat. vinzen, Kreise und Städte, bis zum ZI. Dezember d. I. zu verlängern. Mit einer weiteren Verlängerung dieser Frist ist nicht zu rechnen. Die deutsche Regierung ist zugleich bemüht, die Ein reichungsfristen sür die Silber- und Valuta- anleihen sowie für die nachträgliche Einreichung von Obligationen gleichfalls noch hinauszuschieben Wetter sür Berlin: Zeitweise etwas aufheiterm des Wetter, sonst diesig bis neblig. Temperatur wenig verändert.— Für Deutschland: In Nord- Westdeutschland noch meist trübe mit geringen Niederschlägen, später etwas aufheiternd, sonst überall neblig bis diesig, zeitweise aufheiternd, schwach windig, Temperatur wenig verändert. Friedrich Lesche, der der V o l k s f ü r s o r g e Gewerkschaftlich-Genossenschaftlichen Versicherungs- aktiengefellschaft 20 Jahre lang als Porstands- Mitglied angehört hat, ist in den Ruhestand getreten. Er hat der Volksfürsorge während dieser 20 Jahre seine volle Kraft gewidmet und hier Dienst am Proletariat getan. Neu als ge- schäftsführendes Vorstandsmitglied ist Emil Thiele gewählt worden, der bisher Mathe- matiker und Prokurist der Volksfürsorge war. Das deutsch- polnische Aufwertungsabkommen. Die polnische Regierung hat sich bereit erklärt, die Einreichungsfrist für den Umtausch der vom polnischen Staat zu übernehmenden Vor- kriegsanleihen, darunter auch Anleihen der Pro- 20.15 Aus München;„Der Corregirfor"(Oper von H. Wolf). 22.00 Wetter-, Tages- und Sport nadi richten. Hörberidit vom Fest der Sportpresse. Königs Wusterhausen: 16.30 Aus Leipzig: Xachmittagskonzert. 17.30 Der Schein als Zerstörer der Kultur. 18.00 Vom Seelenleben der Kulturvölker. 18.30 Ernteausfall und Ernteverwerfung. 18.55 Wetterbericht. 19.00 Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 19.30 Zeitdienst 19.50 Luxemburger Land und Leut'. Sonst: Berliner Programm. Danach: Aus Hamburg: Spätkonzert. Vollständiges Europaprogramm im..Volksfunk", monatl.% Pf., durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. Rundfunk am Abend Dienstag, 8. November Berlin: 16.15 Auf Stellungssuche in USA.(H. Reichmann). 16.30 Aus Leipzig Nachmittagskonzert. 17.30 Besuch in einem Hünengrab(L. Schreyer). 17.45 Streichquartette. 18.30 Bücherstunde. 18.55 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Unterhaltungsmusik. 20.00 Zeitfunk. Hierzu 1 Beilage. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: G. Klingelhöfer: Gewerkfchaftsbe- wcgung: I. Steiner; Feuilleton: Herberl Le- p ö r c'; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich tn Berlin' Verlag: Vorwärts-Verlag G m. b H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 03, Lindenstr 3 Bezugs- bedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" verösfentlicht. Zhe&let Ltclilsptele usw fffiaU Theater Dienstag, den 8. Novembe: staatsoper Unter den Linden 19»/, Uht Die Zauberflöte staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Gabriel Schillings Flucht VOLKSBUHNE Theater am Bttlowpiatz D 1. Norden 29U. Tfiglich S»4 Uhr von Marcel Pagro' l P« ro n W Deutsch v.Bruno Franh Regie Heinz Hilpert. Dorsch, Tiedtke, Valetti, Siedei, Verhoeven, Stein, Almas 4 tthr Täglich ix 9 ühr Da sensaf ionsHa Kabarett-Pro gramm) Abendpreise 1— 3 Mk. Nachm. G«decR 1.25 Jeden Soenalioml 1 1', Uhr: kzchtvoratell Toni GirKmeyer und sein Wiener Ballett 3 Arconas, 2 Kols Jans Keuscher usw ciora 3434 Rauchen eis. Das führende Vhrietc Stettiner Sänger Reichsballen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. meiodie des gsücks und das November-Prograram 1 Mi. Oper -narionenbur Fraunhofer 0231 Dienstag. 8. Nov. 20 Uhr Turnus IV Macbefh Reinmar, Gentner- Fischer a. G. Andrdsen, G'ttlieb- Feher, Ludwig Dir. Fritz Stiedry v.ui., CASinO- THEATER— Lothringer Strafte 37. iiiiiiiimiiiMiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiimiiiiiimiiiniiiii Sonntags auch nachm. 4 Ühr Die Ueöß blülit in Werder Berliner Volksstück in 4 Bildern mit Gesang und Tanz. Für die Leser Gutschein 1—4 Personen Parkett 0.50 M. Fauteuil 0.75 M., Sessel 1.25 M. 5 e h i II e r Bisraarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6716 Tätlich 81/« Uhr Robert und Bertram llfnd Brun. Frih Hintf Senta Sötuland Stg. 13 3" r, ühr Robert und Bertram b Preis 0 40 bis 2,00 � B. B. B. Bendows Bunte Bühne Kottbnsser StraSe 6 (rüher„Elite- Sänger" .BlerttSnnen Familien Kaffee troctien' Igl.8»4 II Sonnt, nathm. l'/i Preise von 50 Pf. an Deutsches Theater Weidend. 5201 8 Uhr W Fidiidi « Höing Sdnnipiil ton H. v. Blehl Regie: MaxReinh ardt Thimig, Fehdmer Ciaußen. Kayßler, Wegener Kammerspieie 8 Uhr Zum 1. Male Hidiael Kramer von Berfiart Honpiraann Klöpfer. Meizer. Triesch, Flockina v Platen, Kaiser, Liebeneiner. Reeie: K H.Martin Komödlenhaus Schiftbauerdamm 25 0 2 Weidend. 6304—05 Täglich 8V4 Uhr Auslandreise v.lMensidieru.lIirsd)leld Felix Bressart Maria Paudler Paul Heidemann Kose- liieater IroBe Frankfortir Straft 137 lel. Weiduai E? 3422 8,15 Uhr Der Zigeunerbaron ftottöalx leipivqer SU.Vtt-AlS NeueKfinigst.ei-E4 Knpfergrab 2182 4 Uhr 8 ühr TANZ George Nettelmann u. 12 Attraktionen 1 Bombenstimmung —•Eintritt frei!■■ SchokoladengroBhandlung Alfred Strecker Sfrofauet Sit. 32, am ntoltenmactt Große Auswahl(ür Biederkäufer in nur Marken- Schokoladen Berlins 2» JAHRSM OfcBTCuOeO Qerichtstraßo 57 PROGRAMM für die Zeit vom 8. Nov. bis 10. Nov. »ROGRAMM tür die Zeit vom 8. Nov. bis 10. Nov. (DOlO Primus-Palast Polsdainer Straße 19. Der Schützenkönig: mit.�lax Adalbert. Weiß Ferdl, Gretl Thelmcr- W. 5.15, 7.15. 9.15 ühr Potsdamer Straße 38 Die, oder Keine mit Gitta Alpar, Max Hanhcn Jugendliche haben Zutritt! W. 5. 7. 9 Uhr Odeon.PotsdamerStrJS Viiebe in Uniform mit Harry Uedtke. Fritz Kampern W. 5. 7. 9 Uhr Turmstraße 12 Ich will nicht wiH.co wer du bl.t mit Liane Haid.(iuKt. Fröhlich W. 5. 7. 9 Uhr Alexanderstraße 29-40 (PasNage) Erste Jliidchenllebe(8 Mädels im Boot) mit Karin Hardt, Theod. Loos, Helm. Kionka Den ganzen Tag geöffnet Alhambra Mülierstr 136. Ecke Seeslraße. Liebe, Scherz und Ernst mit Adele Nandrock, Paulsrn, C'harl. Ander, G. Alexander W 5, 7, 9 Uhr Germania-Palast Charl., Wilmersdorfer Sir 53/54 Theodor Körner mit Dorothea HTeck. Donigraf-Faß- baender, Lissi Arna Jugendliche haben Zutritll W. 5. 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl. Kanlslr 54. Ein blonder Traum mit Lilian llarvey, Willy FritMch. Willi Forst Jugendliche hab«n Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr > tzrleOrlchsf at � Fmnrisbnnor Georgenslraße, I TanZlSRaner E. Friedrichsir. Um 9. 12, 3, 6. 9 Uhr beginnend: Ich will nicht wissen. wer du bist mit Liane Haid, Gustav Fröhlich Um 10.30, 1.30. 4 30, 7.30 u. 10.30 Uhr beginnend: Aan braucht kein Geld mit Heinz Rühmann Neueste Emelka-Ton Wochenschau Kolonnaden-Kino S?„0 Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Vollblut mit: Clark Dahle.— Musikalische Kiste mit Dick und Dof.— Jugendliche Zutritt ■ Neablt B Artnvhnf Wochent ab 6 Uhr nnuilioi Sonnlags ab ä Uhr Perlebcrger Str. 29. Grodtonfilm. Qaick mit Lilian llarvey, Hans Aflicr».— Tonbeiprojgtra mm.— Tonwochc Schlüter-Theater Schlülerstr. 17. StR. 3 Uhr: Jusd.-V. Sehnsucht 202 mit 31. Schnei- der. Fr. Schulz— Der irrußc Trick mit H. Hloser > Wilmersdorf'H Afrinm Wuchern. 7. ü. mTlum stg 6. 7 9�4 U Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung: Annemarie, die Braut der Kompagrnie m. Lucie Englisch, Hörbi�er. P�ulig;.— Tonfilmbeiprogrramn) U. lehlendorf»Mitte> Zelt Beginn tägl. 5, 7. 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Sir 56. Sehnsucht 202 mit.tlagda Schneider, Fritz Schulz.— Gutes Tonbeiproj{:ramm i Stagllt«% Titania-Palast»u Steglitz Schloßstr 5 Ecke Gutcmuthsstr Uraufführ.. Die Galavorstellung der Fratellinis mit Max, Gust. Fratellino u. Gino. A. Braun, Tschechowa, Abel— Tonbpr. Friedenau Kronen-Lichtspiele Bheinstraße 66 Beginn; 7. 9 Uhr. Sbd., Stg. 5, 7. 9 ühr Jlensch ohne\amen mit Werner KrauO..�laria Bard, Hei. Thimig:.— Toubeiprogramm Rheinschloß-Lichtspiele Rheinstr. 60. W. 5. 7. 9. So. ah 3 Uhr Zwei vom Südexpreß mit Ernst Busch. Otto W ernicke. Trude Berliner.— Beiprogramm S�höneberg \'ariet6 Tonfilm Alhambra Hauptstraße 30. Wo. 5. Stßs. 3 Uhr Sturm auf Jlarakescb.— Bühne: 5 intern. V ariete Attraktionen Titania Schöneberg Wh® Hauptstraße 49. Tonwoche Liebe in Fniform mit Harry Liedtke, Ery Bois. Kampers. — Tonbeiprogramm Film-Palast Kammersäle Teltower Str 1 W ab 5.30. S ab 3.30 Großtonfilm: Husarenliebe mit "tfax Adalbert.— Verhaftung: um mtternacht �___TefnpeihQ���J Knrfürit � 7' 9' Sbd Sl* b.?. 9 nuriursi �tg 3 Uhr. Jgd.-Vorst Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße Wie sag: ichs meinem Hann? mit Renate?lüller. Otto Wall burif.— Tonbeiproffraram Titln Ii Täglich: 5. 7. 9 Uhr / IVOU Sonnt.: 3. 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 97 Großtonfilm: Wolkenstürmer, der gewaltige Fücgorlonfilm in deutscher Sprache.— Tonbeiproffrainm > Mariendorf T| f: Mariendorfer W 7, 9. UmMai Tonlichtspielo S ö. 7. 9 Chausseestr. 305. 2 Tonfilme; Scampolo, ein Kind der HtraOc.— Das Haus an der Grenze Neukölln Frro lein r Wochentags ab 6% EZCeiolOr Sonntags ab 4 ühr Kaiser-Friedrich-Straße 191 Der schwarze Husar mit Mady Christians, Conr. Veidt.— Ton beiprogramm.— Jugend!. Zutritt Kukuk Wochentags ab 6!� Sonntags ab 4 Uhr Kottbusser Damm 92 Der schwarze Husar mit Jlady Christians, Conrad Veidt— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Mercedes-Palast suj6� u! Hermannstr. 212. Aus d.Tagebuch einer Frauenärztin— Banknotenfalscher von Xew York Primus-Palast ws,g6ab33u; Am Herraannplalz, ürbanslr 72/76. Dienstag, 8.15 Uhr: Einmaliges Opern-Gastspiel Die Hochzeit des Figaro (60 Mitwirkende und gr. Orchester) Ab Mittwoch- Erste Jlädchenliebe(8 Mädels im Boot) mit Karin Hardt. Th. Loos. Ballhaus Goldener En�el mit Fr. Kampers. Lucie Englisch Stern, Hermannstraße 49 Wochentags ab ßVz Sonntags ab 4 Uhr !tfiefer Schulze jgegen alle mit Ida Wüst, Trude Hesterberg:. — Toabeiprog:ramm Jugendliche haben Zutritt! W Südosten W Deutsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 68 Liebe, Scherz und Ernst mit Adele Sandrock, Alexander. — Vollblut Filmeck W. ab ßfa U. Stg. ab 3 U. Am Görlitzer Bahnhol Hubert �larischka, Dorothea Wieck, Szöke Szakall in dem Tonfilm Gräfin Mariza dazu d/s Expeditions-Tonbild Auf Allig:atorenjasd Jugendliche haben Zutritt! Luisen- Theater s12a abl u. neichenberger Sir 24 Fritz Kampers, P Horbs,*rer in dem musikalischen Lustspiel Drei von der Kavallerie Brigitte Helm in dem Großtonfilm Die Herrin von Atlantis Stella-Palast ILm.abVuhr Könenicker Straße 12—14 Dolly Haas. Carl Ludw. üiehl. Paul Hörbigrer in dem Tonfilm Seampolo, ein Kind der Straße ferner Gunther Plüschows letzter Film Ikarus Trepto w-Stern wa rte Donnerslas, 8 L'hr; Die Affen von Snt'hum.— Igdenbu, der große jager.(Zwei grobe Filme). > 0'ten■ Germania-Palast s Frankfurter Allee 314 Dolly Haas, Carl Ludw. Diehl in dem Sittendrama Seampolo, ein Kind der Straße Große Bühnenschau Dr. Knauer und sein Orchester Lana-Palast wabstmr Gr. Frankfurter Str. 121. Ton woche Der schwarze Husar mit Hady Christians, C Veidt— Bühne: Reka(Musik) Sch warzer Adler \y 5 7» Uhr S 3 5. 7. 9 Uhr Durchlaucht amüsiert sich.— Die Flucht von der Teufels- insel.— Tonwoche. Viktoria-Theater s?«0 ab 3 u5 Frankfurter Allee 48 Tonlustspiel: Vielleicht bist du das große Glück, ein Spiel von Liebe, Scherz und Ernst mit Charl. Ander, Alexander— Gr Bcipr. D Nordosten FT'oinm Frenzlauer ,,£tl SlUm Allee 56 W. 5.15, 6.30, 9.15. S. 3. 4.30. 7. 9.15 Der Champ mit W. Beery, ( ooper— Seampolo mit Dolly Haas. C. Diehl Volks-Kino Königstadt Schönhauser Allee 10. W. 5.30 u. 9 Uhr, Sonnt. 3 5.30. 9 Uhr Bin blonder Traum mit Bilian Harvey, Willy Fritscb.— Ton beiprogramm.— Jugend], Zutritt > Nau-Hchtenbera Kosmos-Lichtspiele iemf'8% Lückstr. 70. Stg 294 Uhr: Jug.-Vorst. Liebe, Scherz und Ernst mit Charl. Ander.— Kasernenhof u. Blechmusik.— Vene Tonw. Frledrichsfelde"fc Kino Busch! uhr Alt-Friedricbsfelde 3 !tlan braucht kein Geld mit Heinz Rühmann. Ida Wüst.— Tonw.— Tonbeipr.— Jgdl. Zutr. W Pankow W Palast-Theater Breite Str. 21a. Wochent. 7. 9 Uhr. Der träumende Hund mit Elisabeth Bersner, Uud. Förster. — Tonbeiprojerramm TV««� /; Wochentags 6.30, 9 Uhr / IVO II Sbd., Sonnt 5. 7. 9 Uhr Berliner Str. 27. Großtonfilm: Der träumende Tlnnd mit Elisabeth Berg:ner, Rud. Forster. — Tonheiprojjramra « Tegel B Filmpalast Tegel stg u.i'ul Bahnhofslr. 2. Stg. 2 ühr: Jug.-V. Die— oder keine mit G. Alpar, M. Hansen— Gr. Tonbeiprog:r. Jugendliche haben Zutritt! Kosmos Bühn. Flora-Lichtsp eh Tägl 5, 7, 9 Uhr, Stg 3. 5. 7, 9 Uhr Der blonde Traum mit Lilian Harvey. Willy Fritsch. Willi Forst.— Tonueiprogramm Wo. ab 6 Uhr S 4%. 6H. 8-4 Hauptstr 6. Tondcppelprogramm: Marco, der Clown.— Murnaus letztes Werk:.Tabu" Union-Theater s'�j eli, m Hauptsir 3 Sic 2 Uhr Jub Vorst Eine Vacht im Grand Hotel mit Wartha Eg�erth— Helden der\acht Beg W 6 8.3(i ühr iriimpQlast g,.. � u Berliner Str. 59. Großtonfilm: Dum blaue Lieht mit Leui Rie- fenstahl, 71. Wieniann.— Gutes Tonbeiprog:ramm DIENSTAG, 8. NOV. 1932 Vsmörls —---©—- X.»rill ein bauen... $rief aus der ZProvinst/'Don trlch&reu$e Die Versteifung der Wirtschaftskrise hat die in den Großstädten wohnenden Arbeitslosen ausge- powert: alle entbehrlichen Wertgegenstände sind ins Leihhaus gewandert: der Wäsche- und Kleider- vorrat ist ausgebraucht: bei den sich häufenden Exmissionen werden die letzten pfändbaren Möbel- stücke versteigerb Welcher Berliner Erwerbslose hat in diesem Winter noch einen halbwegs an- ständigen Mantel anzuziehen? Die Wohl- fahrtsjoppen sind die Mehrzahl in den «tempelämtern.„Ein Achtel M a r i e ch e n!" sagte ein ausgemergelter Mann, der vor mir dran war, als ich neulich in einer Konsumzweigstelle in Berlin N. meine Einkäufe machte. Er warf die fünf einzelnen Pfennige mit trotzig-wütender Ge- bürde auf den Zahltisch, Er schämte sich. Zu Hause liegt noch ein trockenes Brot im Schrank. Morgen erst wird es„Stütze" geben. Das vor- handene, Barvermögen besteht aus fünf einzelnen Pfennigen, Also: Ein Achtel Margarine. So lebt der Arbeitslose in Berlin, in Hamburg, in den anderen Großstädten, So war es, In den Kleinstädten und auf dem Lande kam der Erwerbslose bislang immer noch besser durch, Die arbeitslos gewordenen Handwerker und Ar- beiter, die auf dem flachen Lande wohnen, haben meist ein Grundstück. Die Miete, die dem Großstadterwerbslosen über die Hälfte seiner Unterstützung verschlingt, fällt fast ganz aus, Denn Ortslasten, Brandkassengeld und Repara- turen erreichen niemals die Höhe der Summe, die der Großstädter(und da vor allem der Berliner!) für Mietegeld in seinen Etat ansetzen muß. Dann: das zum Grundstück gehörende Acker- und Gartenland wirft einen ansehnlichen Zuschuß ab. Soviel wenigstens, daß im Sommer kein Ge- müse gekauft zu werden braucht und der Winter- bedarf an Kartoffeln gedeckt wird. Weiter: die erwerbslosen Dorfinsassen können bei den Bauern in Tagelohn arbeiten. Die Männer verdienten hier(Lüneburg-Land) bislang 3 Mark, die Frauen 2 Mark je Tag bei voller Kost, Nie- mand hat hier bis jetzt zu hungern brauchen, Der Erwerbslose in der Kleinstadt fand zwischendurch immer noch wieder Arbeit. Die Haus- und Grundbesitzer der Umgebung vergaben notwendige Reparaturen M Schwarzarbeit und zahlte«, mit ßebenMwtteln.« Allele., Aubellslote- halfen bei den Erntdarßeikeni Pnd:' dse Bande zwischen Kleinstadt und Land sind enger als die zwischen Großstädter und Landbewohner: der Verwandte vom Lande, der dann und wann ein Futterpaket schickte, erschien im Etat des Klein- stadterwerbslosen als beachtenswerter Aktivposten. So i st es, Jetzt ist die Vorzugsstellung der auf dem Lande wohnenden Arbeitslosen erschüttert. Die von der P a p e n-R e g i e r u n g verordnete B edür f- t i g k e i t s p r ü f u n g hat die auf dem Lande wohnenden Erwerbslosen auf eine Stufe mit ihren Leidensgenossen aus den Großstädten gestellt. Die von Schiele eingeleitete und von Papen weiter betriebene Zollpolitik zugunsten der Groß- agrarier läßt den kleinen und mittleren Bauern eine immer magerere Rente aus seinem Boden ziehen. Die in Hannover ehemals gutgehende Schweinezucht liegt infolge der unsinnigen Futter- gctreidezöllc vollkommen danieder. Kein Wunder, daß die T a g e l o h n s ä tz c Neigung zeigen, sich dem Vorkriegsstande anzupassen, als Männer 1 Mark und Frauen 50 Pfennig verdienten. Ein lediger Landarbeiter, der zuwenigst 12 Stunden am Tage arbeiten muß, erhält jetzt 6 Mark Lohn je Woche und Kost und Wohnung, Wer bei einem Gemüsebauern in Arbeit steht, muh dreimal in der Woche— zu den Markttagen— 22 Stunden arbeiten. Dann wird nämlich bis nachts um 2 Uhr Rosenkohl geputzt und Mohr- rüben gebündelt. Und um S Uhr mutz schon wieder das Weh gefüttert werden,,. Der Lohn beträgt bei dieser Arbeitszeit auch nur 6 Mark je Woche und Kost und Wohnung, Und die Verdienstnwg- lichkeiten werden immer weniger Eine Kleinstadt, wie Lüneburg, die vor gut einein Jahre noch ein behäbiges Aussehen zur Schau trug— ehrwürdig und ein wenig hochmütig fast standen die alten Palrizierhäuser da, mit den Giebeln nach der Straße, abendlicher Bummel der Hängezöpfe vom Lyzeum und der bunten Mützen des Gymnasiums, sonntägliche Kleidcrparaden der Kleinstädter, die einander in die Kochtöpfe gucken und weiter nichts wissen, als sich darüber aufzu- regen,— wer jetzt nach Lüneburg kommt, der ist über einige Veränderungen erstaunt. Da ist erst einmal eine allgemeine(und im Gegensatz zu dem Früheren erschreckend ausfallende) Herab- setzungderLebenshaltungzu vermerken. Diese sonntäglichen Kleiderparaden, bei denen über den weniger nobel oder„standesgemäß" ange- zogenen Mitbürger die Nase gerüinpit wurde— die haben aufgehört Man kann jetzt im schlechten Anzüge durch das sonntägliche Lüneburg gehen, ohne Spießruten laufen zu müssen. Dann: an Werktagen sind frühmorgens auffallend viele Männer in den Straßen zu sehen: sie trollen mit Markttaschen ausgerüstet zu den Wochenmärkten: Arbeitslose. Am Rande der Stadt ist eine Elendssiedlung entstanden: in fürchterlich primitiven Holzbaracken hausen dort die, denen die Miete in der Stadt unerschwinglich geworden ist. Da herrscht so ungefähr dieselbe Stimmung wie in Berlin N. Und der Geruch des Elends zieht lähmend durch die winkligen Gassen der Stadt... Der Verwandte vom Lande fällt für den Erwerbslosen in der Kleinstadt jetzt aus. Die fortgesetzten Lohn- und Unterstützungskürzungen haben einen katastrophalen Kaufkraftschwund be- wirkt, der in erster Linie wieder den kleinen bäuer- lichen Besitz— den Verwandten vom Lande— getroffen hat, der ohne Stützungsaktionen und Subventionen wirtschaften muß. Die Umsätze der Geschäftsleute sind in diesen letzten Monaten gleich- falls verheerend zurückgegangen. Die Ladenglocke scheppert— und der Inhaber stürzt bedrückt in den Verkaufsraum: es könnte der G e r i ch t s v o l l- z i e h e r sein, der ihm die letzte Ware pfänden kommt,..(Das ist bestimmt nicht übertrieben!) Man geht jetzt daran, aus eigene Faust das drohende Verhängnis der allgemeinen Verarmung abzuwenden: Vertreter aller Berufe und aus allen Wirtschaftszweigen haben sich zu einer„Arbeits- gemeinschaft Niedersachsen" zusammengefunden, um die einheimische Wirtschait anzukurbeln. Vor kurzem hat eine gutbesuchte Versammlung der Arbeitsgemeinschaft stattgefunden. Den Vorsitz führte übrigens der aus dem Bombenlegerprozeß bekannte und später amnestierte Hosbesitzer B e ck e r- Rottorf Der Redner führte aus: Die Arbeitsgemeinschaft will durch Belebung der Bautätigkeit die Wirtschaft ankurbeln, Ihr Ziel ist, allen Interessenten ein Eigenheim zu ermög- lichen und dadurch Arbeit zu schaffen. Das nötige Kapital wird durch Verrechnungsscheine der Arbeitsgemeinschaft ausgebracht. So wird es. Beispiel:.1 will ein Haus bauen. Er hat aber kein Geld, Er tritt der Arbeitsgemein- schaft bei.(Eintrittsgeld 5 Dl.; Wochenbeitrag 20 Pf.) Der Bau wird nun begonnen. Der Bau- meister legt nach der ersten Woche seine Rechnung vor. Sie soll, airgenommen, über 2000 M, lauten, Er bekommt dafür eine Gutschrift von der AG, die über 2000 M, ausgestellt ist. Damit bezahlt er die Ziegelei und seine Arbeiter, Die Arbeiter er- halten Verrechnungsschecks in Höhe ihres Wochen- lohnes. Diese Schecks werden von den der AG. angeschlossenen Geschäften in Zahlung genommen, Bei jedem Umsatz nimmt die AG. 2 Proz. Nach- laß vom Rechnungsbetrage. Der Baumeister be- koinnit also nicht 2000 M,, sondern 2000— 2 Proz. — 40— 1960 M, Der Arbeiter erhält nicht 60 M. Wochenlohn, sondern 60— 2 Proz,— 58,80 Dl. Der Kpämer erzielt für ein Pfund Kaffee nicht den Preis von 3 M., sondern von 3— 2 Proz.— 0,06 — 2,94 Dl. Nach SOmaligem Umsatz ist der Rech- nungsbetrag in der Wirtschaft aufgehoben. Das hat den Zweck, die Verwaltungskosten zu beseitigen. Denn: Herr X zum Beispiel hat ein Haus, das 10 000 Dl. kostet. Er hat diese 10 000 M. in monatlichen Raten von 30 M ab- zuzahlen. Für je 1000 M. 3 M im Monat. 30 Jahre lang Zinsen werden nicht erhoben. Dadurch, daß einerseits die AG. die Forderung von 10 000 M. an T hat(die erst in 30 Jahren einkommt), andererseits die Mitglieder für Lei- stungen und Lieferungen Forderungen an die AG. haben und berechtigt sind, ihr jeweiliges Guthaben gegen Leistungen oder Lieserungen an andere Dlit- glieder weiterzugeben, so hat die AG. während der 30 Jahre die Arbeit der Verrechnung der Konten zu leisten. Das würde ziemliche Kosten verur- fachen. Durch den Umsatznachlaß sind die Schmie- rigkeiten behoben. Und 2 Proz. Rabatt gibt jeder gern, der Aufträge, Löhne, Barzahlung für ge- lieferte Ware empfängt. Das ganze Experiment stützt sich darauf, daß Waren und Arbeitskraft sich in einem geschlossenen Wirtschaftskreis austauschen lassen Je größer der Kreis, desto besser. Im Anfang werden insofern noch Schwierigkeiten auftreten, als verschiedene Stellen: Grossisten, Aemter, Behörden, Verkehrs- institute usw. usw. keine Verrechnungsscheine an- nehmen werden. Die Arbeiter sollen deshalb 20 Proz. ihres Lohnes m Bargeld ausgezahlt be- kommen. Die Grossisten werden von der AG. mit Bargeld befriedigt werden. Die AG. muß also zu Beginn solche Baulustigen bevorzugen, die bereits einen Bauplatz und möglichst auch 20 Proz. der Bausumme aus der Hand haben. Später wird die Zuteilung nur nach der Reihensolge des Ein- tritts erfolgen. Sine Stadt Stirbt an einer DMafckine S)er„Jireield" Jtpparat/ Stündlich 10000 Rasierklingen D i e Maschine. In Krefeld stellt man jetzt für«ine Million Mark eine höchst komplizierte Mo- schine auf, die wie ein schweres Geschütz ihre Stellung bezieht... die Mündung drohend Über den Rhem in das Herz des Bergijchcn Landes gerichtet. Diese Dlaschnie frißt cndloje Mnder dünnen Stahls und gibt in Massen fertiggepackte Rasier- klingen von sich. In einer einzigen Stunde soviel, daß ein Mensch sein ganzes Leben damit ausreicht, vom 17. bis zum 72. Lebens- jähre, wenn er sich täglich rasiert uno jede Klinge nur zweimal benutzt: das sind 10 000 Stück. Der Apparat entwickelt eine Fruchtbarkeit, die man nur mit der des Koloradokäfers oder eines Fisches vergleichen kann: die aber selbst diesen Tieren noch dadurch überlegen scheint, daß sie an keine Paarungs- oder Laichzeit gebunden ist, sondern Tag für Tag, Jahr für Jahr von gleich- mäßiger Proauktion bleibt: 25 Millionen Stück im Jahr. Dieser Automat frißt aber nicht nur Stahl- bänder, sondern verschlingt auch einen Absatz- markt, der bisher einer ganzen Industrie Arbeit und Brot gegeben hat: er verschlingt also, falls er sich bewährt, diese ganze I n d u st r i e, oie älteste dieser Branche, die vor 30 Jahren, gleich- zeitig mit der amerikanischen Firma Gillette, die Rasierklinge auf den Markt brachte: die S o l i n- ger Rasierklingen-Industrie. D e r O r t. Ist man von: Wuppertal nach Höhscheid empor- gestiegen, so liegt etwas tiefer ausgebreitet«ine ganze Stadt zu unseren Füßen. Aber man ist er- staunt, nichts von dem Wald von Fabrikschloten zu bemerken, den man von einer Industriestadt erwartet. Nur vereinzelt zeigen hohe Kamine größere Werke an. Im übrigen hat man das Bild zusammengewachsener Kleinstädte. In den Straßen aber fällt bald ein Stampfen auf, ähnlich dem der Dampfhämmer des Ruhr- gebiets: Sie Gesenkschmieden. Das ist zu- nächst alles, was man von der Stahlwarenfabri- kation dieser Stadt wahrnimmt, deren Fabrikate in aller Welt gekauft wurden. Dann erst bemerkt man auf Schritt und Tritt an kleinbürger- lichen Häusern unauffällige Schilder:„Stahl- warenfabrik",„Gesenkschmiede",„Rasierklingen- fabrik",„Fabrikation feiner Stahlwaren",„Be- steckwaren-Fabrik". Dort also sitzen diese Fabrikanten, deren Er- Zeugnisse Kontinenten bekannt sind, in Neben- räumen, Anbauten und Werkstatt-Hinterhäusern. Die großen unter ihnen, mit wirklichen mooernen Fabriken und einigen hundert Arbeitern, haben etwa eine Million Mark Kapital: die kleinsten eine oder zwei Dlajchinen im Werte von einigen tausend Mark, eine Werkstatt und zwei, drei Ar- beiter. Eigenartig ist die Arbeitsteilung dieser Industrie Da stanzt einer dieser kleinen llnter- nehmer aus einem Stahlband Küchenmesser uno härtet sie. Diese rohen, ungefchlifsene» Messer kommen dann zu dem nächsten„Unternehmer". der sie glatt schleift und poliert. Ein anderer vernickelt sie. Dann wird die Schneide g e- schliffen, der H o l z g r i f s befestigt, und dann kommen sie zur Ablieferung an 0en eigentlichen „Fabrikanten", der sie kontrolliert, verpackt und versendet.(Dos fertige Fabrikat aber kostet heute im Einzelhandellnur 10 bis 20 Pfennig.).- Gerade diese halb' h ä n d w e r k l'l'che Orgäni-' sation der Industrie schuf ihr in der Bergangen- heit den großen Namen. Viel länger als in an- deren Gewerben konnten'die meisterlichen Spezia- listen mit der Maschine konkurrieren: und sie geben auch heute das Rennen nicht auf. Obwohl sie Schritt für Schritt an Boden verloren haben. Maschinen und Automaten leisten heute in manchen Artikeln ebenso präzise Arbeit wie individuelle Be- arbeitung, ja, einzelne Fabrikate sind erst durch Automaten zu dem geworden, was sie heute sino. So ist die Rasierklinge, als Massenartikel, ohne Schleifautomaten und Majchincnstanzen kaum noch zu denken. Aber die Solinger Spczialarbei- ter, deren jeder früher den Feldherrnstab de- Unternehmers im Tornister hatte, verelenden 0a- bei immer mehr und werden proletarisiert. Die Industrie. 5)ier in Solingen wurden einst die ersten Ver- suche angestellt, ein völlig gefahrloses Rasieren zu erreichen, aus denen sich der erste Rasierapparat mit einem Stück Rasiermesser, einer hohlgeschlifse- neu Klinge, herausbildete. Das war 1902. Wenige Jahre später konstruierte ein Solinger Fabrikant, Robert Middeldorf, den ersten Sicherheit s- rasierapparat mit dünner, zweischneidiger Klinge, den gleichzeitig und unter Patentschutz die amerikanische Gillette-Compagnie herausbrachte. Noch heute streiten beide Firmen um die geistige Urheberschaft. Mit dem Kriege nahm die Zahl der Klingen- Verbraucher ungeheuer zu. Aber der halbmecha- nische Produktionsprozeß mit Schleif- und Pack- automaten erforderte immerhin ein kleines Kapi- tal. So ging die Rasierklingenfabrikation in die Hände größerer Unternehmer über. Nur das Packen der Klingen wurde lange Zeit an Heim- arbeiter vergeben. Als dann der„Hessesche Klingenpackautomat" erschien, änderte sich das teilweise. Bemerkenswert aber ist. daß von vielen Firmen der Packautomat außer Betrieb gesetzt wurde, da Heimarbeit sich augenblick- l i ch billiger stellt. Billiger als die Arbeit einer nun doch einmal vorhandenen Dlaschine! Für das Packen von 1000 Klingen erhält der Heimarbeiter heute 50 bis 60 Pfennig. Dazu sind fünf bis acht Arbeitsgängc erforderlich: 1. das Stearinpapier wird gefalzt: 2. die Klinge wird hineingelegt: 3. Zusätzen des Stcarinpapiers; 4. Falzen des farbigen Umschlags: 5. fzineinlegen der Klinge: 6. Zufalzen; 7. Falzen des Zehner- kartons: 8. Hineinschieben der zehn Klingen und Schließen. Diese Arbeiten werden meist von ganzen Familien ausgeführt. Je nach der Zahl der Angehörigen werden die Handgriffe des Hineinlegens und Zufalzens auch in einem Arbeitsgang ausgeführt, so daß aber stets mindestens fünf Arbeitsgänge bleiben, für 50 Pf. also 5000 5)andgriffe. Von einer vier- bis fünfköpsigen Familie werden durchschnitt- lich 8000 bis 10 000 Stück für 4 bis 5 Mark pro Tag bei angestrengtester Arbeit geleistet. Die Preise für Klingen wurden in den letzten Jahren sinnlos unterboten. Für die besten Quali- täten zahlte man 1910 noch 20 Pfennig pro Klinge(Fabrikpreise). 1925 nur noch 8 Pfennig, unh heute nur noch. etwa. 3 /Pfennig. Germgere OulalitMn[inst bis auf etwa 1,2 Pfennig gesunken, ja es sollen schwedische Angebote von 0,7 Pfennig gemacht worden sein. Der Stunden- Abeitslohn ist deshalb- heute..für geübte S�tzeite« rinnen auf etwa 30 Pfennig gesunken. Die Unternehmer. Da tauchte— vernichtend für die ganze So- linger Rasierklingenindustrie— dieser Riesenautomat amerikanisch-schwedischer Erfindung auf, der so vorzüglich konstruiert sein soll, daß er in Verbindung mit einer neuen, außerordentlich fein- körnigen Stahlsorte von großer Härtefähigkeit eine Klinge erzeugen will, die nicht nur den besten Rasierklingen ebenbürtig ist, sondern sie sogar übertrifft. Dieser Vollautomat, der sämtliche Arbeitsgänge selbständig in höchster Präzision erledigen soll, wurde im vorigen Jahre von der AEG. auch den Solinger Industriellen angeboten Er forderte eine Investierung von 1 Million Mark. Für den einzelnen Industriellen in Solingen war dieses Kapital zu groß. Aber auch ein ge- meinsamer Ankauf kam nicht zustande, obwohl die Gefahr, die Erfindung könnie von anderer Seite ausgenutzt werden, auf der Hand lag. In Kreisen der Solinger Industriellen herrschte nämlich die Ansicht, daß die vollständig automatische Her- stellung von Qualitätsschneidewaren nicht m ö g- l i ch sei, daß dazu unbedingt eine solche Tradition und Erfahrung gehöre, wie sie nur Solingen be- säße. Sie vergessen dabei, daß die fortschreitende Technik mit immer präziseren Dlaschinen tatsäch- lich individuelle Qualitätsarbeit v o l l st ä n d i g ersetzen kann. Schon der fabrikmäßig her- gestellte Schuh verdrängte den Maßschuh vollstän- dig. Eine Rasierklinge ist zudem ein typischer Massenartikel, der nach kurzem Gebrauch fort- geworfen wird. Er ist durch diesen Charakter geradezu für maschinelle Massenanfertigung prä- destiniert. Solingen produziert jährlich annähernd 500 Millionen Klingen. Bedeutet schon die Jnbetrieb- nähme eines Automaten, der 25 Dlillionen Klingen im Jahre herstellt, eine empfindliche Schädigung für diese Industrie, so würden 2 0 Automaten diese Industrie vollständig vernichten. Aufgestellt wird der erste Automat von den Kreseldcr Edelstahlwerken, einem Tochterunternehmen der V e r e i n i g t e n S t a h l- werke, dem Riesenkonzern der westlichen Schwerindustrie, hinter dem ein Kapital von 775 Millionen Mark steht. Im Vergleich dazu sind selbst die größten Solinger Industriellen winzige Kleinunternehmer. Und genau in der gleichen Weise, wie bisher die kapitalkräftigeren Solinger Industriellen immer neue Zweige der handwerklichen Kleinindustrie zum Erliegen brachten, genau so werden sie jetzt selbst durch das Vordringen der kapitalkräftigeren Schwerindustrie bedroht. Paul Scfaenk. Allerlei Arbeitersport Die Fußbalberie— Geräteturnen steigt wieder— Nächste Schwimmfeste Nun kann auch der vierte Bezirk im 1. Kreise mit seinen F u ß b a l l s p i e l e n um die Bezirksmeisterschaft beginnen. Mit Ausnahme der Abteilung B stehen die Abteilungsmeister fest. In der Abteilung A hat Hertha-Luckenwalde nach schweren Kämpfen die Spitze erobert. Lange Zeit sah es aus, als würde der neue Meister Teltow heißen, denn im Handgalopp wurden alle Gegner von Teltow geschlagen. Erst muhte Hertha dran glauben, dann kam der Verbands- und Kreis- meister Luckenwalde I dran, dem Minerva folgte. Erst in der zweiten Runde machten sich einige Schwächen bemerkbar. Und diese Schwäche kostete den Teltoworn die Spitze. Luckenwalde l und Hertha schoben sich mehr in den Vordergrund, bis «s im letzten Spiel Hertha gelang, seinen Orts- rivalen, wenn auch nur knapp, zu schlagen. Die Teltower vergaben alle weiteren Aussichten durch die 4: 1-Niederlage, die sie sich in Trebbin holten. Ueberhaupt die Trebbiner! Wer hätte gedacht, daß diese Mannschaft zum Schluß plötzlich so austaut, daß sie als Favoritenschreck gilt? Verhältnismäßig gut hat auch Minerva W abgeschnitten. Bedenkt man, daß Minerva zu Beginn der Serie eine große Krise durchmachen muhte, bedenkt man weiter, daß die Mannschaft m't in der stärksten Abteilung spielte, so ist der Erfolg doppelt zu rechnen. Etwas verworren liegen die Dinge in der Ab- teilung B. Luckenwalde V, Luckenwalde II und Woltersdorf 1910 streiten sich hier um die Füh- rung. Wer es aber schaffen wird, kann sich erst in den letzten Spielen entscheiden. Den beiden Luckenwalder Mannschaften kann man wohl die größere Chance geben. Der Volkssport Neukölln, erst eine gefürchtete Mannschaft, ließ zum Schluß der Serie nach. Ueberraschend gut hielt sich die junge Fichte-Mannschaft. In der Abteilung E befinden sich die eifrigen Jüterboger an der Spitze der Tabelle. Auch hier brachte erst der letzte Spielsonntag die Entscheidung. Mit nur einem Verlustpunkt mehr liegt an zweiter Stelle Lucken- walde III. Den Stand der Spiele zeigt folgende Tabelle: Abteilung A Verein Spiele gew. unentsch. vcrl. Punkte Hertha..... 14 12 1 1 23: 3 Luckenwalde I.• 13 10 1 2 21: 5 Teltow..... 13« 2 3 18: 8 Wilmersdorf... 12 4 4 4 12: 12 Minerva.... 13 6— 7 12: 14 Trebbin.... 12 4— 8 8: 16 Schöneberg... 13 2 1 10 5: 21 Friedenau... 14 1 1 12 3: 25 Abteilung B Schivimmkonkurrenzen Die Arbeiterschwimmer veranstalten während des Winters eine Reihe von Schwimmwett- kämpfen, deren Termine wir hiermit bekannt- geben: 13. November: Schwimmfest von„Möve" im Stadtbad Neukölln, Ganghoferstraße. Am gleichen Sonntag findet ein internes Schwimmfest von„Hellas" in der Gerichtstraße statt. Am 20. November steigt der Städtekampf Leipzig- Magdeburg- Berlin in Leip- zig. Der 27. November bringt ein bundesoffcnes Schwimmfest in Dresden, der 4. Dezember ein solches in Brandenburg an der Havel. Eine Hallenbadweihe und Schwimmfest findet am 4. Dezember in Braunschweig statt. An den meisten auswärtigen Schwimmfesten sind Berliner Zlr- beiterschwimmer beteiligt. Die Kunsttumer Da durch den Wahlkampf die Turnhallen viel- fach für Versammlungszwecke gebraucht wurden, andererseits aber auch die Turner und Sportler selbst an den Versammlungen beteiligt waren. mußten die Gerätewettkämpse ausfallen. Aber bereits heute geht es schon wieder weiter. In der Boehkstraße stehen sich die beiden Ober- stufenmannschaften von FTGB.-Süden und dem Sporwerein Moabit gegenüber. Wer denkt nicht an die schönen Kämpfe, die sich die beiden Mann- schaften in der vorigen Serie lieferten? Wer denkt nicht noch gern an die Ausscheidungskämpse um den Kreismeistertitel, an denen auch beide Mann- schaften hervorragend beteiligt waren? An den einzelnen Geräten sind Turner zu finden, deren Leistungen zu den besten den Kreisgebiets ge- zählt werden müssen. Wenn daher die Kampf- richter den Kampf um 20 Uhr beginnen, dann Seelig schlägt Devos Gestern im Ring„Neue Welt" Der Boxring„Neue Welt" konnte gestern seine am Freitag wegen des Verkehrsstreiks ab- gesagten Kämpfe durchführen Im Mittelpunkt stand die Begegnung zwischen den Mittelgewichtsmeistern von Deutschland und Belgien, Erich Se�e l i g- Berlin und Rene Devos. Der Kampf war eine Enttäuschung insofern, als der Belgier während der ganzen acht Runden eine äußerst passive Haltung an den Tag legte, so daß Seelig immer Vorteile hatte. Nach seinen gegen Seelig gezeigten Leistungen hat Devos ganz erheblich von seinem einstigen ausgezeichneten Können eingebüßt, er wurde von dem Berliner hoch nach Punkten geschlagen. Eine schwere Niederlage holte sich O f s e r m a n n- Neuß von dem starken Zwickauer Bantam- gewichtler L i st. In dem ständigen lfanen Schlag- auetausch zog der Westdeutsche bald den kürzeren. Offermann wurde wiederholt zu Boden geschlagen und war zu Beginn der vierten Runde so fertig, daß er an den Seilen hilflos zusammensackte. Der Ringrichter brach nun das ungleiche Treffen ab. Sieger List durch technischen k. o. Der Eng- länder Poung Spears zeigte sich dem tapfer und gut boxenden Hannoveraner E y b e l auf Grund seiner hervorragenden technischen Fähig- keiten nach Punkten überlegen, obwohl er physisch erheblich im Nachteil war. Ebenfalls nach Punkten gewann der Berliner Moehl seinen ersten Kampf als Professional gegen den ehemaligen deutschen Meister P f i tz n e r. Im abschließenden Treffen holte sich der Berliner S e i s l e r durch besseres Boxen den verdienten Punktsieg über den norwegischen Leichtgewichtsmeister F. Andersen. Geliert wieder MdR. Unter den in den neuen Reichstag gewählten Abgeordnelen befindet sich auch der Vorsitzende de» Arbelter-Turn- und Sportbundes. Genosse Cornelius G e l l e r t- Leipzig, der auch schon Abgeordneter im aufgelösten Reichstag war. Heute: Arheiterhoxer Im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11—12 stehen sich heute um 20 Uhr die Arbeiter- boxer der Vereine„Vorwärts"-Magdeburg und „Lichtenberger Faustkämpfer" In einem Städte- kämpf gegenüber. Neben diesem Kampi, der die besten Boxer der Städte in den Ring bringt, werden Einladungs- und Herausforderungs- kämpfe geboten._ Was zu berichten ist „Empor zur Sonne", der von den Schweizer Naturfreunden aufgenommene Bergfilm, führt in das Land Wilhelm Tells und zeigt die erhebende Schönheit der Landschaft. Skifahrer und über- Haupt alle Wintersportler wird dieser Film ganz besonders interessieren. Die erste und einmalige Ausführung des Films in Berlin, veranstaltet von der Ortsgruppe Berlin des Touristenvereins„Die Naturfreunde", findet am Donnerstag. 10. No- vember, im Städtischen Lichtspieltheater Neu- kölln, Bergstraße 147, statt. Karten zu beiden Ausführungen, 18 und 20 Uhr, zum Preise von Z0 Pf.(Erwerbslose und Jugendliche 20 Pf.) in der Geschäftsstelle, Berlin N 24. Iohannisstr. 13, Laden, oder an der Abendkasse. „Eine llebungsslunde mit Vierjährigen." Dieses Thema behandelt Bezirkskinderleiter Otto Schif- t a n am Mittwoch, 9. November, in einer gemein- samen praktischen Uebungestunde mit Leitern und Helfern von Kleinkinderabteilungen. Leiter und Helfer treffen sich 19.45 Uhr in Britz, Chaussee- straße 137, Eingang Turnhalle, Kinder nicht mit- bringen. Fahrverbindung: Straßenbahn 0, 49 bis Britz, Chausseestraße Ecke Gradestraße. Straßen- bahn 27 bis Britz. Chausseestr. Arbeller-Iurn- und Sportbund. 1. krei». Am Freitag, dem 11. November, 20 Uhr, findet in der Turnhalle Berlin N, Graunstrahe, ein Jiu- Iitsu-Kursus statt. Interessenten mögen sich dort einfinden. Das kaslenrudern der Reichsbanner-Wasser- sporlableilung beginnt. Der Zug Köpenick der Reichsbanner-Wassersportabteilung beginnt Don- nerstag, 10. November, 21 Uhr, in den Ruder- anlagen von Sand, im Stadtbahnbvgsn am Bahnhof Tiergarten, mit dem Kastenrudern. Unter Leitung eines Trainers werden dort jeder- zeit Anfänger ausgebildet. Der Beitrag ist den heutigen Zeiten entsprechend. Um die Jugend- lichen von 13 bis 20 Jahren zum Wassersport Heranzubilden, ist eine Jungbanner-Ruderriege gegründet worden, die ebenfall« Anfänger aus- bildet. Ergänzungssport wie Handball, Faustball, Leichtathletik wird nebenbei betrieben Der Bei- trag ist sür die Jugendlichen ermäßigt. Auskunft erteilt: Herbert Stöber, Berlin, Steiumetzstr. 63. wird die Halle bestimmt einen starken Besuch auf- weisen. Weitere Kämpfe finden statt: am 13. No- vember Süden 2 gegen Nordring in der Halle Boehkstraße, am 17. November Lichtenberg l gegen Moabit und Lichtenberg Frauen gegen Süden in der Holteistraße im Osten, serner Volkssport Wedding Frauen gegen Mitte in der Pankstraße. Am 18. November Moabit 2 gegen Karlshorst in der Waldenser Straße, am gleichen Tage in Karlshorst, Treskow-Allee, Karlshorst 2 gegen ATuSV.-Friedrichsfelde. Alle Kämpfe be- ginnen um 20 Uhr In diesem Zusammenhang sei nach darauf hingewiesen, d'aß der Eintritt zu allen Kämpfen frei ist, so daß es jedem Jnter- essenten der Turnbewegung und des Gerätewett- turnens möglich ist, die Kämpfe zu besuchen. Schwarzes Brett FTGB. Bezirk Mitte: Borstandssitzung heute. Dienstag, 22 Uhr, nach dem Turnen.— Bezirk Lichtenberg: Donnerstag, 10. November, 20 Uhr, Funktionär�ttzung im Vereins- lokal. Freie Schwimmer Zehlendorf. Dienstag, 8. November, 20 Uhr, Vortrag(Äeorg Gradtke:„Neuzeitliche Festkultur", Lindenpark, Berliner Str. 8. Der Badeabend am Mitt- woch findet bestimmt statt. Badezeit von 20 bis 20% Uhr für Kinder, 20% bis 21% Uhr für Erwachsene. Nudervercin Collegia. Heute, Dienstag, bei Thunack, Vorstandssitzung. Sonnabend, 12. November, Bunter Abend der Sparte im Fricdrichshain. Sonntag, 13. No- vember, Arbcitssonntag für alle männlichen Genossen. Touriftenverein„Die Naturfreunde". Dienstag, 8. No- vember. Abt. Mitte: Iohannisstr. 15: Portrag über Musik mit Schallplatten.— Wedding: Willdenowftr. 5, Zimmer 4: Revolutionsfeier.— Humboldthain: Willdenowftr. 5, Zimmer 18: Revolutionsfeier.— Gesundbrunnen: Pank- Ecke Wiesenstraße:„Tiere der Heimat(Epi. Lampasiak).— Norden: Sonnenburger Str. 20:„Demokratie oder Dikta- tue".— Friedrichshain: Frankfurter Allee 307(Ebert- Eaal):„Arbeiterbewegung in London(Albrecht).— Ober- ichöneweide: Launner Straße.— Mittwoch, 9. November. Osten, Jugend: Frankfurter Allee 307.— Musikarbeits- gemeinschaft Groß-Berlin, 3. Abt., Ortsgruppe Köpenick: Im Jugendheim, Zimmer 2, Grünauer Str. 3.— Donners- tag, 10. November. Bflichtveronstaltung der Ortsgruppe Berlin: Zwei Filmausführungen,„Empor.�ur Sonne", um 18 und 20 Uhr im Städtischen Filmsaal Neukölln, Bergstraße 147(Straßenbahnlinien 6, 15, 21 und 47, U-Bahn bis Bergstraße). Eintritt 50 Pf., Erwerbslose 2V Pf. Er- scheint alle! tA o\\ o z Auch auf dem bescheidensten Gabentisch ein gutes und doch billiges Buch. Eine Gelegenheit! Eine Fundgrube! Ein Fest für den Bücherfreund! Sie suchen doch Geschenke? Für jeden etwas! Und billig! So billig wie nie wieder! Sonderangebot für Organisierte! Gültig nur bis 31. Dezember! das WeiUwuUisbucU von 193Z AUGUST BEBEL, Aus meinem Leben Alle drei Teile in einem Band. Ganzleinen. Früher 8.50 jetrt 3.7o BEBEL, Die Frau und der Sozialismus Jubiläumsausgabe. Leinen. 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Liebesopfer Früher 3 50 jetzt 0. 05 SELINGER, Der Rachen Früher 2.— jetzt 6 66 BONNELYCKE, Lokomotivführcrgesdiichteii Früher 2.80 jetzt 1.56 FAUST, Die letzte Schicht Früher 2.80 jetzt 1.56 GOTTGETREÜ. Haben Sie gelesen, dali...? Früher 2.80 jetzt 1. 56 BIGIN'G, Ruadi, der Tiger Früher 2.80 jetzt 1. 50 Friedrich Wendel's berühmte Karihaluren- sammiungen Auf feinstem Kunstdruckpapier. in Ganzleinenbänden, hervorstechende Qualität der Aus-- Führung, mit zahlreichen Bildern Der Sozialismus in der Karikatur Früher 11.— jeist 3.75 Das 19. Jahrhundert in der Karikatur Früher 7.50 jefet 2.85 Hans Balusdiek. Monographie Früher 12.— jetzt 8. 75 Kimlerbncher nur noch ein Drittel des Preise» Hurleburles Wolkenreise Widiwondelwald Der Wiinsdiebold Was wird aus Waldemar? Was tut Marianne? .Nur noch 6.56 6.65 1.85 Jugendbücher KRAFT, Fliegen u. F'unken Früher 3— jetzt 1.46 ZWETZ, Die Jungen von 1848 Früher 2.80 jeirt 1.46 BRAND, Ulenbroolc Früher 2.60 jetzt 1.16 BRAND, Islandreise Früher 4.20 jetzt 8.85 DANTZ, Peter Stoll Früher 2-40 jetzt 1.66 DANTZ, Peter Stoll, der Lehrling Früher 2.40 jetzt DANTZ. Wollmieze Früher 3.— jetzt GERLACH. Jungkämpferinnen f rüher 5.50 jeirt 1.86 l.WO 8.— Kommen Sie zu uns! Kein Kaufzwang! Sehen Sie sich unsere große Ausstellung an! Buchhandlung J.H.W. Dietz Nfl. Berlin SW 68, Lindenstraße 2(Am Halleschen Tor)