Abend-Ausgabe Nr. 534 B 259 49. Jahrg. Redaktton und Verlagi Berlin SW 68, Lindenstr. 3 ?kinwr-chcr, Ol 7 Am! Dönhoff 292 bt« 297 ToKgrommabreff«! Oojialbemotcal«Bettln BERLINER VOLKS BLATT FREITAG 11, November 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts....... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jenteatovgan der Gozialdemokvaiifchen Partei Deutschlavds NattvnaleKonzentratwn ?roben aus Jen Na�ilänäern Die Nationalsozialisten haben ihre staats- männischen Fähigkeiten in einer Reihe von kleineren Ländern erweisen können. In Meck- lenburg, in Anhalt, in Oldenburg haben sie allein regiert. Das Ergebnis ist jämmerlich! In Mecklenburg begann ihre Amts- tätigkeit mit einem riesigen Geschrei über sozialdemokratische Mißwirtschaft, mit An- schuldigungen und Verleumdungen gegen die Marxisten in der Verwaltung. Die Ver- leumder wurden sehr kräftig bedient, sie wurden bald sehr stille! Sie hüllten sich in vornehmes Schweigen gegenüber allen Fra- gen nach den Ergebnissen ihrer Wirtschaft. Zögernd gab der nationalsozialistische Ministerpräsident G r a n z o w kurz vor den Wahlen zu, daß das Defizit des Landes 3,6 Millionen Mark belragen werde. Die Wahlen sind vorüber, man erfährt jetzt die Wahrheit: 6,6 Millionen Mark De- sizit! In Anhalt regiert der nationalsoziali- stische Ministerpräsident Freyberg. Seine Freunde deklamierten noch im Frühjahr, als die Linksregierung Deist-Weher noch am- tierte, daß sie dem Lande Millionen er- sparen würden. Unter der Regierung Deist-Weher betrug das Defizit 1,5 Millionen Mark. Diesen Etat lehnten die National- sozialisten ab. Seitdem regiert der National- sozialist Freyberg, und das Defizit des Landes ist auf 4 Millionen Mark gestiegen! In Oldenburg ist das Elend der Lan- dssfinanzen unter nationalsozialistischer Herr- schaft am tollsten. Die Finanzen sind völlig in Unordnung. Die Steuermoral des platten Landes ist seinerzeit von den Nationalsozia- listen selbst zerrüttet worden. Herr Schacht, der seinerzeit als Berater nach Oldenburg geschickt wurde, ist schaudernd entflohen, nach- dem er den Oldenburger Nazis zu verstehen gegeben hat: macht euren Dreck alleene! Dafür ist Oldenburg reich ge- segnet an Regierungsskandalen. In Braun schweig endlich geht die nationalsozialistisch-deutschnationale Herrlich- keit moralisch zugrunde. Die„nationale" Presse ist angefüllt mit Erklärungen und Gegenerklärungen, in denen sich die Führer der Regierungsparteien gegenseitig des Be- trugs, Bruchs des Ehrenwortes und des Meineides beschuldigen. Ein von den Deutschnationalen zur Nazipartei hinübergewechselter Abgeordneter Schmidt erklärt: der Vorsitzende der Hugenbergischen Landtagsfraktion, Professor Dr. Roloff, habe anonyme Artikel gegen einen anderen deutschnationalen Landtagsabgeordnelen ge- schrieben. Der Nazjpräsident des Landtages springt helfend bei und schreibt, die Hugenberger„schwärmen nur für Geld" und ihre Führer„verquicken egoistische Privatinteressen mit P o l i t i k". Umgekehrt bezeugen die Deutsch- nationalen gleiches von den Naziabgeord- neten, die eine„V e t t e r n- u n d In- t r i g e n w i r t s ch a f t" in Braunschweig eingerichtet hätten. Jeder Tag bringt ähii- liche und schlimmere gegenseitige Beschuldi- gungen und Erklärungen, woraus die Be- völkerung ersieht, wie es in einem Marxisten- reinen,„nationalen" Lande zugeht und wie die Reiniger und Eretter Hausen und wirr- schaften. Die Segnungen der„nationalen Konzentration" haben sich in diesen Ländern herrlich offenbart! Sie sollen jetzt aufs Reich ausgedehnt werden! Herrlichen Zeiten werden wir entgegengehen, wenn erst die Staotskünste von Mecklenburg und Anhalt, von Oldenburg und Braunschwcig aufs ganze Reich übertragen werden! Otto Braun bei paven tz Der preußische Ministerpräsident Otto B r a un Halte am Frcilagvormittag eine Besprechung mit dem Reichskommissar für Preußen und Herrn von Papen über die Ausführung des Leipziger Urteils. Diese Unterredung Hai nicht zu einem Ergebnis geführt. Sie soll viel- mehr in der nächsten Woche fortgesetzt werden. Am Donnerstag war bei den Reichsratsvertre- tcrn der Länder allgemein die Hoffnung verbreitet, daß bis zum Sonnabend über die loyale Aus- führung des Leipziger Urteils für die Reichsregie- rung eine Verständigung herbeigeführt sein würde, mit der Preußen sich zufrieden gebet» könnte. Diese Hosfnungen haben sich als irrig erwiesen. Es ergibt sich daraus, daß die Barone gegenüber den berechtigten Forderun- gen der rechtmäßigen preußischen Staatsregie- Die Barone verschleppen weiter rung nach Wiedergutmachung und Amtseinfetzung nicht nachzugeben gedenken, daß sie vielmehr die wirkliche Ausführung des Leipziger Urteils zum mindesten weiter hinauszögern wollen. Herr von Papen wird zunächst seine Reise in die Länder antreten. Das ergibt abermals eine Woche, in der das Leipziger Urteil nicht ausgeführt wird! Der 20. Juli Untersuchimgsaiissduiß gefordert Die sozialdemokratische Fraktion des Preußi- schen Landtags besprach am Donnerstag in Gegen- wart des Ministerpräsidenten Braun und der anderen der Partei angehörenden Minister das Ur- teil des Staatsgerichtshoss in Leipzig vom 25. Ok- tober. Ueber das Ergebnis der Sitzung wird folgendes erklärt: „Die Fraktion gelobte ihren Ministern weitere treue Gefolgschaft: sie verurteilte aufs schärfste, daß die kommissarische Regierung sich über Wort- laut und Geist der Entscheidung des Staats- gerichtshofs hinweggesetzt, die Minister nicht wieder ins Aint eingesetzt und der allein recht- mäßigen preußischen Regierung jede Einwirkung auf die Vcrwaltungsgeschäfte des Landes ver- weigert hat. Die Fraktion wird die sofortige Ein- bcrufung des Landtags fordern, um die Politik der Regierung Papen anzuklagen. Sie wird außerdem die Einsetzung zweier Aus- s ch ü s s c zur Untersuchung der Vorgeschichte des 20. Juli und zur Nachprüfung der Papenfchen Personalpolitik beantragen." Zeuge Zakob kommt nicht Ueberraschimg im Bullerjahn-Prozeß Leipzig, 11. November. Der sechste Tag des Bullerjahn-Pro- z e s s e s sieht neben R.-A. Dr. Rofenfeld auf oer Berte idigerbank auch R.-A. Dr. Sinz- h e i m e r- Frankfurt a. Main. Nach Eröffnung der Verhandlung teilt der Vor- sitzende, Senatspräsident Dr. B ü n g e r mit, der als Zeuge geladene Schriftsteller Jakob, der sich zur Zeit in Straßburg aufhalte, habe geschrieben, daß er nicht als Zeuge erscheinen werde. In dem Brief Jakobs heißt es, er sei in den Besitz einer recht vertrauenswürdigen Jnsormation ge- langt, nach der die R e i ch s a n w a l t s ch a f t etwas gegen ihn plane, falls er nach Leipzig komme. W i e dieses Etwas beschaffen sein solle, sei ihm zwar unersindlich. Er ziehe es unter diesen Umständen vor, sich nicht der Gefahr einer Verhaftung auszusetzen. Es sei hinreichend be- kannt, daß schon die Tatsache, daß ein Deutscher im Ausland wohne, genüge, um ihn des Verrats militärischer Geheimnisse verdächtig erscheinen zu lassen. Es liege nicht in seiner Absicht, seine Frei- heit oder Gesundheit zu gefährden. Er möchte hinzufügen, daß für die Prozeßführung ein Schaden aus seinem Fernbleiben kaum entstehen könne. Reichsanwalt Dr. Nagel erklärt hierauf: Ich weiß nicht, worauf die Befürchtungen des Zeugen Zurückgenommen! Line Bridanmg der„Börsen-Zeitung" Die Berliner„Börsenzeitunx" erläßt jolgende Erklärung: „In der unter meiner Verantwortlichkeit erschienenen Rummer 264 der„Berliner Börsen- Zeitung" vom S. Juni 1932 ist ein Artikel enthalten, der sich mit der Frage beschäftigt, aus welchen Liuellen die deulschscindliche Auslandspresse Informationen erhalte. Aeber die Persönlichkeit des Gewährsmannes dieser Presse wurden Andeutungen gemacht, die, wie ich zugebe, sich aus den Reichstagsabgeordnelen Dr. Bremscheid beziehen sollten, wenn er auch nicht mit Ramen genannt war. Ich habe mittleriveile sestgestelll, daß die Information, aus Grund deren ich Herrn Dr. Breitscheid verdächtigt habe, unrichtig gewesen ist, und stehe daher nicht an. die gegen Herrn Dr. Breitscheid erhobenen Vorwürfe mit Bedauern zurückzunehmen. Dr. Zügler." Die„Börsenzeitung" betreibt die Verfolgung führender Sozialdemokraten mit unwahren Be» schuldigungen geradezu alz Spezialität. Vielleicht mahnt sie dieser Fall zur Vorsicht! sich gründen. Die Reichsanwaltschaft hat bereits eine schriftliche Erklärung abgegeben, daß ein Ermittlungsversahren gegen den Zeugen nicht anhängig ist und daß auch keine Tatsachen bekannt sind, die Anlaß geben könnten, ein solches anhängig zu machen. Die Reichsanwallschast hat sich bereit erklärt, dem Zeugen gegenüber zu erklären, gegen ihn während der Dauer seiner Anwesenheit und zwei Tage nach seiner Entlassung wegen einer etwa vor einem seinem Grenzllbertritt von ihm begangenen, aber noch nicht bekannten Straftat ein Strasversahren gegen ihn nicht einzuleiten. Ein sogenanntes freies Geleit kann nicht in Frage kommen, weil das nur bei einem Beschuldigten gewährt wird. Einen Beschuldigten gibt es in diesem Falle aber nicht. R.-A. Dr. R o j e n f e I d erklärt, die Verteidi- gung lege größtes Gewicht darauf, daß der Zeuge das, was er im Wiederaufnahmcversahren erklärt habe, auch in der öffentlichen Verhandlung sage. Er bitte daher, dem Zeugen von der Eröffnung der Reichsanwaltschaft nochmals ausdrücklich Mit- teilung zu machen.— Dies wird zugesichert. Der Vorsitzende erklärt darauf, daß im Anschluß an die Berliner Berhandlungen noch eine Ange- legenheit zu erörtern sei, bei der es dem Gericht erwägenswert erscheine, die Oestentlichkeit wegen Gefährdung der Staatssicherheit auszuschließen. Die nichtöffentliche Verhandlung werde aber keinen großen Uinfang annehmen. Darauf wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Die Politik der BVG. Bürgermeister Blsas über den Verkehrsstreik— Debatte im Stadtparlament Gegen Schluß der gestrigen Stadt- verordnetensihung nahm nach der ausgezeichneten Rede des Sozialdemokraten kreuziger und nachdem der Kommunist W i s n e w s k i gesprochen hatte, Bürgermeister Elsas in seiner Eigenschast als Vorsitzender des Aussichtsrals der BVG. in längeren Ausführungen zum Verkehrs st reit Stellung. Seine Rede wurde vom Hause mit großer Kühle entgegengenommen. Der Bürgermeister bemühte sich, ohne daß bisher der A u s s i ch t s r a t sich mit dem Konflikt beschäftigt hat, Rkahnahmen der Direktion zu verteidigen, die schärfste Kritik erfahren haben. Seine Worte, daß der Verkehrs- gesellfchast jeder„Racheseldzug" sernliege, konnten bei der Tatsache, daß 2500 Arbeiter ihre Entlassungen in den Taschen haben, auch nicht überzeugen. Der Aussichlsrat hat jetzt die Pslichl, die t)altung der Direktion in dem ganzen Konflikt einer sehr genauen Nachprüfung zu unterziehen. Die Pede des Bürgermeisters Bürgermeister Elsas erklärte, daß die finanzielle Situation der BVG. infolge der un- günstigen Wirtschaftlage von Monat zu Monat schlechter geworden sei. Gewiß könne man eine Besserung nicht durch die Lohnsrage allein herbeiführen, aber man könne nicht vollkommen daran vorbeigehen. Der Bürgermeister wandte sich gegen die Aeußerung, es werde Rache- Politik getrieben. Man könne es doch wirklich nicht als Rochepolitik bezeichnen, wenn innerhalb von 48 Stunden nach dem Streik 30 Proz. der Belegschaft in ihre alten Rechte eingesetzt würden. Außer acht lassen dürfe man jedoch nicht, daß nach so schweren Erschütterungen der Berliner Wirtschaft und des Berliner Verkehrs nicht mehr ein so starkes Verkehrsbedürfnis vorliege. Der Bürgermeister gab dann im Zusammenhang mit der Behandlung dieser Fragen einen Ueberblick über die Einnahmegestaltung bei der BVG. 1329 beliefen sich die Einnahmen auf 204 Mil- lionen, 1330 nach der Tariferhöhung auf 215 Mil- lionen, 1931 nur noch 188 Millionen und für 1932 würde sich die Einnahme auf etwa 147 Mil- lionen belaufen. Der Redner verwies weiter auf die am 1. Januar d. I. auf Grund der Dezember-Notoer- ordnung 1931 durchgeführten Lohn- und Ge- Haltssenkung um 10 Proz., wobei er betonte, daß diese Einsparung nicht dem Unter- nehmen zugute gekommen sei, sondern der Notver- ordnung gemäß für Tarifsenkungen verwendet werden mußte. Zu der Entwicklung der Löhne und Gehälter in der Krise sagte der Redner, daß die Gehaltsauswendungen für Geschäftsführer und Direktoren sämtlicher städtischer Gesellschaften, die sich 1930 auf 2,45 Millionen beliefen, jetzt auf unter 1 Million herabgedrückt worden seien. Die Gehälter der vier Vorstandsmitglieder seien um 61 Proz. gekürzt worden. Er wandte sich weiter gegen den Vorwurf, daß die Direktion der BVG. daran schuld sei, wenn das Unternehmen heute so schwer zu ringen habe. Die U-Bahnbauten, die großzügigen Grundstückskäufe und Investierungen feien von der Versammlung mitbeschlossen worden. Er unterstrich die Wichtigkeit, mit allen Mitteln zu versuchen, daß ausschlaggebende Unternehmen der Stadl im kommunalen Besitz zu erhallen. Wie sich die künftige Lohnpolitik entwickele, hänge ganz Die Bombenleger vor Gericht Neue Enthüllungen über die Verbrechen der„nationalen" Erneuerer von der zukünftigen wirtschaftlichen Gestaltung ab, die natürlich niemand übersehen könne. Der Bürgermeister schloß, indem er erklärte, er hege die Hoffnung, daß seine Ausführungen dazu bei- trügen, der Oeffentlichkeit zu zeigen, daß nicht Willkllrlichkeiten, sondern wirtschaftliche Zu- sammenhänge die Maßnahmen der Gesellschaft veranlaßt hätten. Zum Einheitstarif er- klärte Elsas, daß in der Wirtschaftskrise der be- stehende Tarif sich immer stärker zu Lasten des Unternehmens auswirke. Hierauf wurde die Ver- sammlung geschlossen, nachdem ein national- sozialistischer Antrag, am Dienstag eine Sitzung einzuberufen, abgelehnt worden war. Die Stadt- verordnetenversammlung hält in der nächsten Woche am Donnerstag und Freitag Sitzungen ab. "k Bor Beginn der großen Etatsdebatte verab- schiedete die Stadtverordnetenversammlung eine Anzahl Vorlagen, unter denen die Zustimmung zu Notstandsarbeiten bei der S t a d t e n t- Wässerung im Betrage von etwa 300 000 M die wichtigste war. Zugestimmt wurde auch der Aenderung des Vertrages mit der Berliner An- schlag- und Reklamegesellschaft(Berck). wonach diese Gesellschaft nicht mehr einen bestimmten Betrag, sondern nur noch prozentuale Anteile vom Gewinn der Stadt zu zahlen hat. Die durch die Baronsregierung veranlaßte Reichstagswahl kostete der Stadt 50 000 M., die bewilligt wurden. Dekil-it wirtl ausgeglichen Nach dem Bericht des Stadtverordneten Iochum (Staatsp.) ist nunmehr der Stadthaushalt in Ein- nähme und Ausgabe auf 989 Millionen Mark festgesetzt worden, wobei ein Ausgleich für 67 Mil- lionen Mark fehlt. Diese 67 Millionen Mark sollen durch pflichtgemäße Zahlungen der Reichs- regierung einkommen, so daß auf dieser Grund- läge das seit dem Sommer schon um 56 Mil- lionen Mark gesenkte Defizit gedeckt wäre. TaZ der Abstimmungen Heute vormittag wurden in dem S t a d t v e r- ordnetenausschuß, der den Magistratsplan über die Umgestaltung Berlins bearbeitet, die Schluhabstimmungen der ersten Lesung vorge- nommen. Insgesamt hat der Ausschuß über 200 Abstimmungen erledigt. Die S ch l u ß a b- st i m m u n g ergab, daß die Mehrheit des Aus- schusses die 20 Bezirke bestehen lassen will. Die Bezirksversammlungen sollen jedoch verschwinden. Am Montag soll die zweite Lesung im Ausschuß durchgeführt werden, nachdem am Sonntag eine Redaktionskonferenz das Ergebnis der ersten Lesung zusammengefaßt haben wird. Hungerstreik auf Festung Wegen Verschärfung der Strafart Die in der Notverordnung vom 9. August ange- kündigten Verschlechterungen der Festungshaft, wodurch diese mehr oder weniger in eine Gefängnisstrafe umge- wandelt wird, sind nunmehr in Kraft getreten. Die Folge war, daß in der Festungsanstalt Bielefeld, in der Festung Wesermünde und auch im Straf- und Untersuchungsgefängnis Halle die politischen Gefangenen in den Hunger st reik getreten sind. Anter den Festungsgesangenen im Vieleselder Gerichtsgefängnis kam es gestern zu einer Revolte. nachdem ein Teil der Gefangenen am TNittwoch in den Hungerstreik getreten war. Unter Anführung des früheren Leutnants Scheringer kam es im Gemeinschaflsraum zu lärmenden Auftritten. Die Gefangenen zertrümmerten das Mobiliar und warfen ihr Eßgeschirr auf die Straße. vor dem Gefängnis rottete sich eine große Menge zusammen, die die Demonstrationen der Gefängnis- insasien mit erregten Zurufen begleitete. Auch in den Zellen wurde das Mobiliar zertrümmert, das Bettzeug zerrissen und durch die Luken auf den Korridor geworfen. Die Beamten der Gefängnisverwaltung hallen gegen die Lärmenden einen schweren Stand. Köx:ntS in Eutin Stoffregen unter Lohmher-Traufe Eutin, 11. November. Bürgermeister Stoffregen erhielt am Donners- tagnachmittag vom oldenburgischen Staatsministe- rium die telegraphische Bestätigung, daß seine Zurdispositionsstellung, die vom Regierungspräsi- deuten Böhmcker verfügt war, aufgehoben sei. Er sei damit wieder vorbehaltlos in sein Amt eingesetzt. Wenig später wurde dem Bürgermeister eine Verfügung des Regie- rungspräsidenten zugestellt, wonach er bis auf weiteres beurlaubt sei und ihm aufgegeben wird, sich jeder Dienstausübung zu ent- halten. Stoffregen hatte in der Verhandlung mit dem oldenburgischen Staatsminister Pauly verein- bart, nach seiner Wiedereinsetzung in sein Amt gegen sich die Einleitung eines Disziplinarver- jahrens und nach Aufnahme dieses Verfahrens seine Beurlaubung zu beantragen. Stoffregen hat nun gegen die neuerliche Ver- fügung des Regierungspräsidenten sofort tele- graphisch Beschwerde beim Staatsministerium erhoben. Eigener Bericht des„Vorwärts" Hamburg, 11. November. 3n dem großen Prozeh gegen die schleswig-holsteinischen Bomben- a t l e n t ä l e r, der gegenwärtig vor dem Sonder- gerichl in Altona abrollt, wurden am Donners- lag 20 Zeugen vernommen. In der Zeugenvernehmung schilderte der Gastwirt Schütterow aus Elmshorn, auf desjen Lokal eins der Attentate verübt worden war, die Vorgänge in der Nacht zum 1. August. Gegen 1.40 Uhr, als er mit seiner Familie schon im Bett gelegen habe, habe er gehört, wie ein Auto vorfuhr. Auf der Straße seien dann 8 bis 10 Schüsse gefallen und kurz darauf seien mit großem Getöse zwei Handgranaten explodiert, die an seinem Haus einen beträchtlichen Schaden an- gerichtet hätten. Seine Frau habe einen schweren Nervenschock erlitten, an dem sie bis heute noch leide. Ein zweiter Augenzeuge dieses Attentats, der Friseur Ahr, sagt aus, daß er von dem Auto aus, mit dem die Handgranaten- attentäter vorfuhren, mit Pistolen beschossen war- den sei, als er mit einigen Freunden in der Nähe der Gastwirtschaft stand. In Barmstedt, wo ein Attentat gegen ein kommunistisches Parteilokal geplant war. wurde die Handgranate aus Versehen in die Wohnung eines Arbeiters geschleudert, der mit seiner Fa- milie schon schlafen gegangen war. Wie durch ein Wunder wurde bei diesem Attentat niemand ver- letzt, aber die Handgranate, die im Schlafzimmer der Familie zur Explosion kam, richtete eine furchtbare Zerstörung an. Als der Vertreter der Nebenkläger, der„pro- duktion" und eines verletzten Reichsbanner- mannes, Rechtsanwalt Dr. M a g e n- Altona, an den Zeugen Stampf Fragen richten will, erhebt sich der hauptangeklagte Reichstagsabgeord- neter und Standarlensührer Moder und gibt den anderen angeklagten SS.-Leulen den Be- fehl, während des ganzen Verlaufs des Prozesses aus alle Fragen eines jüdischen Rechts- anwalts keine Antwort zu erteilen. Der Vor- sitzende des Sondergerichls weist dieses na- gebührliche Benehmen des Angeklagten zurück und macht darauf aufmerksam, daß die An- geklagten aus alle Fragen, die von dem Vertreter der Nebenkläger durch den Vorsitzenden gestellt werden, antworten müssen. Von großem Interesse sind die Aussagen des R?ichswehrfeldwebels a. D. Kurt Baum, der als Angestellter einer Wach- und Schließgesell- schast in der Nacht zum 1. August die Ausführung des Attentats auf das Haus des arbeitslosen Zimmerers und Reichsbannermannes G e h r tz in Glüsing bei Hohenwestedt beobachtete und auch die Täter später zur Anzeige brachte Dieser Zeuge, der mit den Angeklagten früher gut be- Naziterror in Rumänien Arheiterheim gestürmt— Bücher verbrannt und gestohlen Eigener Bericht des„Vorwärts" Bukarest, 11. November. In der Nacht zum Freitag überfielen 100 nationalistische Studenten, die zuvor eine Ttraßenmanifcstation gegen Ungarn veranstaltet hatten, das Bolkshaus der Sozialdemokratischen Partei. Tie Rowdys zertrümmerten die Büros und Fenster des Klubs und drangen in die Räume ein, die viehisch verwüstet wurden. Ans der Bibliothek wurden viele wertvolle Bücher auf die Straße geworfen, dort unter Geheule aufgeschichtet und verbrannt. Dabei vergaßen die Strolche nicht, be» sonders wertvolle Bücher mitgehen zu lassen. Die Bibliothekskasse wurde auf- gebrochen und vollkommen ausgeplündert. Obwohl der Hauswart sofort das nahe Polizeipräsidium anrief, erschien die Polizei erst eine halbe Stunde später. nachdem die Rowdys ihr Zerstörungswerk beendet hatte«. Tie sozialistischen Abgeordneten werden im Parlament, das in vier Tagen zu seiner Herbstsession zusammentritt, eine Interpellation einbringen. Sturmflut auf Kuba Bisher 1000 Tote New Potf, 11. November. Die Zvsel Kuba wurde von einem furchlbaren Tornado hximgesuchi. der riesige Verheerungen angerichtet hat. Nach den ersten eingetrosfenen Meldungen sind 300 Menschen dem Orkan zum Opfer gefallen. 300 000 Tonnen freundet war beobachtete in der Nacht des Atten- tats die Ankunft eines Lieferwagens, in dem sich sechs bis sieben SS-Leute, die er persönlich kannte, befanden und die sich in Richtung nach dem Haus des Reichsbannermannes G e h r tz be- wegten, wo auch später die Detonation erfolgte. Kein Sprengkörper? Feme-ffeines als Ehrenbold Schweidnitz. 11. November. In dem Prozeß gegen die Nazis, die das Attentat aus den Redakteur Paeschke in Langenbielau vorbereiteten, bei dem der Atten- täter I a e h n k e selbst durch den Sprengkörper zerrisien wurde, veranstalteten die Verteidiger gestern noch ein Z w i s ch e n s p i e l. Sie veran- laßten eine umständliche Sachverständigen-Ver- nehmung über die Frage, ob eine Kartusche überhaupt ein Sprengkörper im Sinne des Der ZadrverstaiTcIiAe Im Schweidnitzer AHenfaisprozeß behauptete der Sachverständige, daß die Kartusche, durch die iähnke in Stücke gcris>en wurde, kein Spreng- örper sondern ein Treibkörper sei. I•• Zj\r'\ „Ich werde jetzt dem Gericht die Ungefährlichkeit dieser Kartusche demonstrieren--" Rohzucker sind aus den Zuckerplanlagen ver- nichkek worden. Die zuletzt in New Jork eingegangenen Meldungen sprechen bereits von mehr als 1000 Menschen, die ihr Leben eingebüßt haben sollen. Besonders stark ist die Provinz PuertoPrin- c i p e heimgesucht worden, wo namentlich die Städte Santa Cruz del Sur und C a m a- g u e y verwüstet wurden. Da die Santa Cruz schützenden Dämme brachen, ergossen sich die Fluten in die Stadt. Glücklicherweise gelang es den meisten Einwohnern, sich in Sicherheit zu bringen. Im Hafen sind viele Schisse gesunken. Größer als in Santa Cruz ist die Zahl der Toten in Camaguey. Der Sachschaden ist in beiden Städten bedeutend. Viele Häuser bilden nur noch Trümmerhaufen. Die Verbindungen sind unter- brachen. Ruhe in Gens Die Demonstranten waren unbewailnet Eigener Bericht des„Vorwärts" Gens, 11. November. Die zweite Nacht nach dem Bluttag ist ruhig verlaufen. Einige junge Leute wurden beim Randalieren vor den Kasernen verhaftet. Das Militär hat sich nicht mehr in den Straßen ge- zeigt, durch die auch in dieser Nacht ständig Last- wagen voll Gendarmen fuhren. Bis lange nach Mitternacht bildeten sich trog des Verbots überall Ansammlungen. Kriminalbeamte suhren ständig in Taxis durch die Stadt und besonders durch die Arbeiterviertel, um jede Vorbereitung einer organisierten Demonstration melden zu können. Eine falsche Mobilisierung»- nachricht. die der Genfer Radiosender verbreitete, rief große Unruhe hervor und bewirkte. daß Hunderte Milizianten sich aus den Polizei- stationen zusammenfanden. Der Genfer Magistrat hat die veerdigungs- kosten für die Todesopfer übernommen, doch wird keine gemeinsame Bestattung erfolgen, da die Angehörigen der Opfer deren Beisetzung auf den zuständigen Friedhöfen gewünscht haben. Di« kantonale Parteileitung der Sozialisten erläßt Sprengstoffgesetzes sei. Das, nachdem durch diesen Sprengkörper der Attentäter selbst getötet worden ist! Nachdem der Nebenkläger Paeschke aus das Wort verzichtet hatte, ergriff als erster Ange- klagter Gruppenführer Feme-Heines das Wort. Er wolle nicht für sich selbst, sondern für seine SA.-Kameraden sprechen. Er sei weniger durch die Strasanträge als solche erschüttert ge- wesen als dadurch, daß der Vertreter der Anklage Zuchthaus und Ehrverlust für seine Kameraden gefordert hätte. In seinen weiteren Ausführungen griff Heines wiederholt den Staat als den Schuldigen für die poli- tische Entwicklung an und mußte wiederholt vom Vorsitzenden unterbrochen werden. Heines wandte sich dann gegen die Ausführungen des Oberstaats- anwalts und meinte, des Rätsels Lösung wäre der marxistische Terror, der jahrelang gegen die SA. ungestraft geführt worden sei. Polomski erklärte, daß er nur den Befehl seines Vorgesetzten ausge- führt hätte Der Angeklagte Staats gab die Erklärung ab, daß er nur im Sinne der Kameradschaft gehandelt habe. Urteil heute nachmittag heule vormittag richtete der Vorsitzende nach Eröffnung der Verhandlung noch einmal an die Angeklagten Wagner und Polomski einige Fragen, um dann zu erklären, daß die Auge- klagten abzuführen und um 15.30 Uhr wieder vor- zuführen feien. Das Gericht zog sich zur Beratung zurück. Wieder eine Bombe! Attentat auf Farteisekretariat Dresden, 11. November. 3n der Nacht zum Freitag ist vou einem bisher noch unbekannten Täter zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk im Vordergebäude der „Dresdner Volkszeituug" ein Spreng- slosfkörper niedergelegt worden. Da die Räume des sozialdemokratischen Parteifekre- tariats im ersten Stockwerk liegen, unterliegt es keinem Zweifel, daß der Anschlag gegen da» Sekretariat geplant war. Nach den Sprengslossanschlägen, die von den National- sozial isten gegen sozialdemokratische Zeitungen. u. a. auch in Zreilal bei Dresden, verübt wurden, ist es klar, wo die Täter zu suchen sind. hätte jemand von den abends nach hause kommenden Hausbewohnern aus den Spreng- körper getreten, so wäre er voraussichtlich schwer verletzt worden. einen energischen Protest gegen die Verhaftung Nicoles, mit dem sie sich im völligen Ver» trauen solidarisch erklärt. Nationalrat Dicker, der Parteivorsigende, hat als Ver- teidiger Nicoles einen Antrag auf Freilassung gegen Kaution eingereicht. Die Regierungskreise machen gar kein Hehl Saraus, daß sie an eins Freilassung nicht denken und an einer raschen Erledigung des Verfahrens kein Interesse haben. Nicoles droht, wenn er schuldig befunden wird. Gefängnis von 3 bis 10 Iahren. Von den ge- schlagenen Soldaten hat nur einer noch ärztliche Hilfe notwendig, es ist auch nur e i n Gendarm leicht am Kopf verletzt. Es steht außer allem Zweifel, daß kein Demonstrant irgendeine Waffe oder ein Schlagwerkzeug bei sich getragen hat. In Paris verhaftet Oer Bauhmord in der Lutherstraße Die Entwicklung der Untersuchung des Raub- mordes in der L u l h e r st r a ß e 13 hat eine sensationelle Wendung genommen. Unter dem ve-dachl der Anstiftung und Beih'lse wurde aus Ersuchen der Berliner Mordkommission iu Paris die 27 Zahre alt« Tänzeria Charlotte Kleber v e r h a s t e t. Die Tänzerin wurde in das Pariser Ulilersuchrngigesängnis gebracht. Auf Grund des bisher schon vorliegenden Materials erließ der Berliner Untcrsuchungsr'chler kereits Haftbefehl gegen Charlotte K. Das Auslieferungsverfohren wurde sofort eingeleitet. Zum Polizeivizepräsidenlen von Berlin wurde der Regierungsdirektor beim Berliner Polizei- Präsidium Mösle ernannt: er führte schon seit einiger Zell die Geschäfte von Dr. Weiß. Gömbös und Mussolini haben in Rom ver- handelt und ihre volle Uebereinstimmung über weitere gemeinsame Politik Ungarns und Italiens verkündet.— In der Antrittsaudienz beim Reichs- Präsidenten von Hindenburg sprach der neue italienische Bolschaster Cerruttis mehrmals von der„faschistischen Regierung- seines Landes. „Vaterland der Arbeit" Verstörte Illusionen eines Rußlandgläubigen Literatur-Ncbsl-Preis Ein Kompromiß Gemeldet wurde schon, daß di« Stockholmer Unsterblichen den Nobelpreis für Dichtung an den Englänver John Galsworthy gaben. So wurde ein bürgerlicher und liebenswürdiger Jro- niker der englischen Gesellschaft und ein meisten- teils erfolgreicher Kolportagedramatiker gekrönt. Galsworthy trampelte als manchmal unzufriedener «ohn zeitweise ein bißchen auf der gehobenen Lürgerklass«, zu der er selber gehörte, herum. Doch alz obersten MoraLotz verkündete er in seinem berühmten Geserationenroman von der Forsyte Saga den Spruch: Wer kein Optimist ist. der ist kein patriotischer Engländer. Und derart wollte Galsyz�rthy auch die ganze Welt ausgelegt wissen. Zunächst kommt der großbritische Imperia- liemus, gemildert durch allerhand humanitäre Züge und Zierden.? doch das Grundelement aller Volks- existenzen, das Soziale der Massen, es wurde kaum berührt. Die Stockholmer Staatsanwälte und Richter zeit- genösflscher Dichtung hätten es in der Gewalt ge- habt, für die soziale Weltliteratur ihr Verständnis zu bezeugen. Sie wollten aber ab- fichtlich die Augen schließen. Ueberhören wollten sie die Tausende von Bittstellern, di« zunächst er- suchten und dann gebieterisch forderten, daß etwa der amerikanische Sozialist Upton Sinclair oder Maxim Gorki zu bedenken seien. Das lehnten die Stockholmer mit Vehemenz ab. Sie begründeten ihre Weigerung damit, daß es ihrer Objektivität nicht erlaubt wäre, in einen noch nicht entschiedenen Meinungsstreit einzugreifen. Sie wiesen besonders darauf hin, daß Gorki sich ganz und gar in die Dienstbarkeit de» Bolschewismus begeben habe. Einen Augenblick wurde in Stockholm erwogen, «inen von den russischen Emigrantenschriftstellern, etwa M« r e f ch k o w s k i, zu krönen. Aber auch oarauf verzichtete man schließlich, weil man weder für noch gegen das russisch« Problem und seinen Widerhall in der Belletristik Stellung nehmen wpllt«. Ein anderer Ausweg aus solchem Dilemma wurde bedacht. Es gibt ja noch in der Welt solche rein ästhetisch wirkenden und nicht weltanschaulich verwirrenben Meister der Focm w-x«twa Paul B a l e r y in Frankreich, Stefan George in Deutschland und in Griechenland gar den wunder- vollen, universellen Lyriker Kostis Palamas, Aber mit soviel Ereisenangst vor dem Betasten problematischer Zündstofse wollten sich die Stock- holmer Akademiker wieder auch nicht belasten. Deshalb griffen sie nach einem Kompromiß uno erwählten, etwas liberalisierend, ja etwas ver- legen, den Schriftsteller Galsworthy, der zwar den Tugendpreis verdient, der aber heute längst nicht mehr jenen Geist repräsentiert, der aus allen Voltestiefen moderner Dichtung genährt wurde. Oer NokeIprei8 für Chemie Der Nobelpreis für Ehemie ist von der schwedi- schen Akademie der Wissenschaften dem amerikani- schen Forscher Dr. Irving L a n g m u i r für seine chemischen Untersuchungen und Entdeckungen zugesprochen. Langmuir, der in Deutschland studiert hat, ist Leiter der« Forschungsanstalt der General Electric Co. Cr hat besonders die luft- leeren Röhren, die als Leuchtröhren für Reklame ausgenützt werden, erforscht.— Die beiden Nobel- preise für Physik werden nicht verteilt. Der Preis von 1931 wird dem Reservefonds zugeführt und der von 1932 für das nächste Jahr zurück- gestellt. Zum erstenmal seit einer ganzen Reihe von Jahren ist keiner der Nobelpreise an Deuschland gefallen. Mit Ausnahme des Friedensnobelvreises, deiien Verteilung vom norwegischen Storting be< schlössen wird, sind nunmehr alle diesjährigen Preise verliehen._ Ter Männ-rchor„Solidarität 18SZ". Mitgl. d. TAT.. veranstaltet Sonntag, den 13. Novenibcr. 8 Uhr im Konzertsaal der Hochschule für Musik, Charlottenvurg, ein Wohltätigkeitskonzert unter der Leitung Emile Thilos In dem rcichhastigen Programm werdm zwei Uraufsührungcn von Tbiloschen Ebörcn geboten Es wirken mit: Sara Wittenberg fKlavier) und Paula Lindberg lGesang). Hauptmanns Weber, 1927 unter der Regie von Jried- rich Zelnik als Stummiilm gedreht, werden von der D e g« t o am Sonnabend, 23.lo Uhr, im Marmorbans gezeigt. In der Volksbühne am Vül-wplah findet Sonntag, den 13. November, eine NachmittagSvor- ü e l l u n g ron ,,F a n n v" in der roNsländigen Äbend- besehung zu kleinen Preisen statt. Pcginn Uhr. „Eabricl Schillings FlnOt" wird Dienstag, den 15., im Staatlichen Schausvielhaus zum li?:enmal mit Eliiabech Lergner gegeben lohne öffentlichen Karten- verkauf). Die letzten Vorstellungen mit öffentlichem Berkauf finden bis einschließlich 11. November ltatt. Ein Kommunist, der neun Jahre lang aktiver Funktionär, darunter Unter- bezirksleiter der NGO. und S t a d t v e r- ordneter in einer mitteldeutschen Stadt war. schreibt uns: Getrieben durch die ungeheure Not, in der ich mich mit meiner Familie seit Jahren infolge Cr- werbslosigkeit befinde, habe ich vor einigen Mo- naten versucht, eine Arbeits st elle in der Sowjetunion zu bekommen. U. a. wandte ich mich an den Bevollmächtigten des Volkskom- missariats für die Schwerindustrie der UdSSR. in Berlin, Lindenstr. 94. Die Sache schien auch nach meinem Wunsch zu verlaufen, denn Mitte Oktober wurden mir Arbeitsverträge und die übrigen Papiere zugeschickt und mir mitge- teilt, daß nach Unterschreiben und Einsendung dieser Dinge die Abreise in die UdSSR, zum Arbeitsaniriik am 29. Oktober erfolgen könne und ich mich zu diesem Zwecke an dem Tage bei ihnen im Büro zu melden hätte. Visum und dergleichen wollten sie beschaffen und sollte von mir dort empfangen werden. Die Fahrt bis zur polnisch-russischen Grenze sollte jedoch von mir bestritten werden. Da ich als Erwerbsloser die Summe von 42 M. nicht aufbringen konnte, wandte ich mich an das Wohlfahrtsamt halber st ad t, und mir wurde auf meinen An- trag eine Fahrkarte ausgehändigt. Ich mußte allerdings dort eine Erklärung unterschreiben, nach der ich dafür auf längere Zeit keinen Anspruch auf W o h l f a h r t s u n t e r- stlltzung mehr habe. Das tat ich natürlich ohne Bedenken, denn ich war ja überzeugt, jetzt der Erwerbslosigkeit auf immer entrinnen zu können. Meine Frau suchte sogar noch die letzten Pfennige zusammen, um mich noch mit dem Not- wendigsten für die Reise zu versehen. Auch sie hoffte ja, daß es bald mit dem Hunger für uns alle vorbei wäre. Aber wer beschreibt mein Entsetzen, als ich ani vorgesehenen Reisetermin im Büro in Berlin ankam. Alle meine Hoffnungen wurden dort mit einem Schlage zerstört. Im Wartesaal sahen schon eine ganze Anzahl Auswanderer. Ich wurde jedoch zuerst ausge- rufen, und man teilte mir in aller„Höflichkeit" mit, ich müsse wieder nach Halberstadt fahren. denn die Botschaft hätte meine Einreise nicht genehmigt. Nun hatte ich keinen Pfennig Geld in der Tasche. Mein ganzes Vermögen bestand aus einer Fahrkarte von Halberstadt nach Stolpze, der pol- nisch-russischen Grenzstation, und das Hallerftadter Wohlfahrtsamt hatte von mir die Erklärung, daß ich auf Wohlfahrtsunterstlltzung verzichte. Was sollte ich nun in einer solchen Situation anfangen? Ich hielt es für selbstverständlich, daß ich min- bestens die Unkosten, die mir durch die Reise von Halberstadt nach Berlin entstanden waren, vergütet bekomme, denn selbst jeder Unternehmer hätte ja eingesehen, daß er schadenersatzpflichtig ist, wenn er einen Arbeiter aufordert, seinen Wohnort zum Arbeitsantritt zu oerlassen und ihn dann wieder zurückschickt. Die Herren in der Lindenstraße waren jedoch anderer Meinung. Sie können sich scheinbar nicht vorstellen, was es für einen Ar- beitslosen bedeutet, wenn er seine Erwerbs- losenunterftützung aufs Spiel ge- setzt hat. Mit größter Seelenruhe versuchten mir die Herren ihre Unschuld zu beweisen und erklärten mir dann, wenn ich kein Geld hätte, dann müßte ich eben zur Polizei gehen, mich dort obdachlos melden, und dann würde mich die Polizei schon zurückbefördern. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Neun tzahre lang habe ich als kommunistischer Funklionär für die Derleidigung der Sowjel- union gekämpfk, und deren offizielle verlreker empsehlen mir seht, mich obdachlos zu melden. weigern sich, ihren selbslverstöndlichslen prole- tarischen Pjlichlen nachzukommen. Das ist die vielgerühmle Solidarität der offiziellen Sowjet- und Parleibürokratie. Nach längeren Auseinandersetzungen wurde mir jedoch versprochen, daß von sisiten der Botschaft noch einmal nach dem Auswärtigen Amt in Moskau telegraphiert werden sollte, und in einigen Tagen könnte ich eventuell noch fahren. Ich sollte nur jeden Tag nachfragen, ob Antwort aus Moskau da ist. Trotz meiner elenden Lage schöpfte ich wieder ein wenig Hoffnung. Zwei Wochen lang fragte ich nun täglich nach meinem Visum. Zwei Wochen lang trieb ich mich ohne einen Pfennig Geld und fast ohne Essen in Berlin herum und wartete... Während dieser Zeit war zu allem Unglück auch noch meine Fahrkarte nach Stolpze ungikltig ge- worden und somit auch dieses Geld für mich ver- loren. Ich hatte vorher versucht, die Karte bei der„Jntourist", dem Russischen Reisebüro, ein- zulösen, aber auch dort wurde ich mit einem Achselzucken abgefertigt. Was kümmert diese Leute ein verzweifelter Arbeitsloser? Auch die „Sowjets" machen einen Unterschied zwischen solchen Leuten, die nichts besitzen, und solche», die sich Gesellschasts- und Jagdreisen nach der Sowjetunion leisten können. Man braucht nur die Plakate und Prospekte der„Jntourist" anzu- sehen. Als ich nun am 9. November nochmals dem Vertreter des Volkskommissariats für die Schwerindustrie meine mißliche Lage schilderte, gab er mir wieder den weisen Rat wie am ersten Tage, nämlich mich durch die Polizei nach Halber- stadt abschieben zu lassen, und weigerte sich noch wie vor, auch nur einen Pfennig Schadenersatz zu bezahlen. Ein Grund für die Verweigerung des Visums wurde mir nicht angegeben. Nach meinen Vermutungen ist er darin zu suchen, daß ich wegen„Trotzkismus" aus der KPD. ausge- schlössen worden bin. offenbarte sich dem Reporter ein geradezu glück- erfülltes Leben inmitten von glitzerndem Weih- nachtsschmuck, dessen Herstellung die Menschen in Lauscha gegen Bezahlung obliegen dürfen. Der Berliner Herr kam aus dem munteren Lachen gar nichts heraus. Seit ihrer Kindheit arbeiten die Menschen hier in der Glasindustrie? Vau Jahr zu Jahr geht der Absatz mehr zurück, man ist sechs bis acht Monate arbeitslos? Die Arbeit am Glasofen, bei Temperaturen zwischen 1290 und 1490 Grad, schädigt Kopf, Augen, Lungp� Das schwere Rohglas für die Heimindustrie muß von den Frauen in Kiepen herangeschlcppt werden? Sobald im Gespräch mit Arbeitern sich die Wirklichkeit ihres Lebens andeutete, schwenkte der im Dienst des freiherrlichen Rundfunks stehende Reporter ab Er war sich bewußt, daß seine Vorgesetzten von ihm Optimismus erwar- teten. Reportage aus einer der hungernden Thü- ringer Gemeinden? Nicht doch: ein kitschiges „lebendes Bild": in der Werkstatt des Weihnachts-' mannes. Es wirkte wie Hohn. Die Deutsche Welle machte Propaganda für den freiwilligen Arbeitsdienst in einem un- gewöhnlich schlechten„Lehrspiel" von Wil- Helm Hermanns„Aber Menschenskind, wohin?" Die Moral der Sendung war: ein Sohn, der seinen Erwerb und seine auf ihn an- gewiesene kranke Mutter im Stich läßt, erweist sich als vollwertiger Mensch, da er den Weg zum Arbeitsdienst findet: Gegner dieses Arbeitsdienstes find Strolche und Einbrecher.—\z. Konzert der T ypographia Im wohlgefüllten großen Hochschulsaal gab Prof. Martens mit seiner Typographia ein Herbstkonzert, das sich durch die Originalität der Vortragsfolge und eine durchweg vortreffliche Ausführung auszeichnete. Bearbeitungen humo- ristischer älterer Lieder für Chor, Streichorchester und Klavier oder andere Instrumente), wie der wirksame„Heuschreck" W. Sommers durck) Gustav Beckmann, das klangfrohe und farbenprächtige„Lied vom Gutzgauch" durch H. K. S ch m> d und das elementar einschlagende Original-„Lumpenlied" von H. Martens selbst erwiesen sich als sehr zugkräftig. In den ernsteren Gesängen, welche der Elitechor ebenfalls mit vorbildlicher technischer und musi- kalischer Ausgefeiltheit vortrug, zählt wohl auch die sonst humoristisch gemeinte hochstehende„Tanz- liedsuite" des Müncheners JosephHaas, eines Meisters überlegener kontrapunktischer Kunst für �-cappclla-Chor. Hermann Diener, der aus- gezeichnete Geiger, der mit Lotte H a m p e l ein entzückendes Haydnsches Duo spielte, leitete in „Des Mannleins Weltreise" das Kammerorchejter und die Singstimme mit feinster Hingabe, die sich hier einmal ausnahmsweise lohnte. Denn Her- mann Heiß beschämt in diesem atonalen popu- lären Werkchen manchen„Führer" durch wirk- lichen Humor und aparten Klangsinn. N. M. Tie Kamera zeigt ab heule R. Oswalds Film ,L> r e y f u s". Ab Dienstag wird der Russeufilm „Erde" wiederholt. Musikalische Momentbilder Furtwänglers Johannes-Passion Uoberwältigend, auf Uebarwältigung gestellt schon der äußere Eindruck: Menge und Aufbau der Ausführenden. Solisten wie Ria Gmster, Kerstin Thorborg, Patzak, Bockelmann und Schey: das Philharmonische Orchester, der Bruno Kittel- sche Chor in weißen Festgewändern? dies sichtbar. hötbar von der Orgel übertönt— ein Rieseninstrument das Ganze, dessen Präzisionsregister Furtwängler regiert: so erklingt Bachs Passion nach dem Johannesevangelium. Erklingt als reines Konzertwerk, willkürlich gekürzt, willkürlich geteilt. In wunderschönen, viel zu schönen. Selbst- zweck, ja, starre Stilidee gewordenen Ueber- tonungen und Uebersteigerungen der dynamischen Abstufungen. In unl> cimlich er Glätte, der sich nicht nur der süße Crzengesgesang des Evange- listen(Patzak), der sich die jäh ausbrechenden Turbae(Chöre) noch einordnen Das späte Spiel voll Spannung, Steigerung, Entladung überspielt den anderen, den stärkeren Gehalt, verwischt die Architektur, die kammermusikalische Wiedergabe wohl leichter und sicherer zum Ausdruck brächte als dieser orgelüberdonnerte Gesang des großen Cbors. Uebersteigerte Quantitäten verändern immer auch die Qualität entscheidend. Furtwänglers Bach, das war es. Jochnm als Erzieher Dem Funkhörer wird er mit dem Programm des letzten Konzerts in der Philharmonie nicht viel Freude gemacht haben. Konrad Becks„Inno- m i n a t a", gelegentlich der Wiener Uraufführung hier besprochen, Busonis Geigenkonzert, dessen sehr schwierigen und undankbaren Solopart Maurits van den Berg mit schönem Ton und untadeliger Technik spielte, sowie B r a h m s' Erste Sinfonie— dies sind Stücke, die Me nicht gerade sonderlich für das Mikrophon geeignet erscheinen Daraus kam es Jochum(leider) wohl auch nicht so sehr an als darauf, am Funkorchester Erziehungsarbeit zu leisten— und zu zeigen. Da ist zu sagen, daß die Qualität des Orchesters sich wesentlich gebessert hat, soweit sie von„gut" auch noch entsernt sein mag/ Auch Jochum ist sicherer geworden, ohne auch jetzt freilich Proben über- durchschnittlicher Begabung oder Reise zu liefern. Er hat es schwer: nicht nur das Funkorchester, auch sich selbst noch gilt es zu formen, zu erziehen... Cortot spielt Debussy, Chopin Ist dies nun etwa das echt französische Klavier- spiel, das unter den nervösen Händen dieses schmalen, energiebesessenen Mannes Alfred Corwt aufklingt? Das so gar nichts von dem an sich hat, was wir uns unter lateinischer Formsicherheit, romanischer Glätte, Pariser Kloviervirtuosentum vorstellen? Ach, die» große und tiefe Spiel wird eine Ausnahme sein wie alle» Große und Tiefe-, eins von den hundert Gesichtern französischer Kunst, sicherlich aber»in» der markantesten und liebenswertesten Profile. Debussys„Pre- l u d e s" habe ich nie linearer, Chopin nie farbiger gehört: was nicht etwa heißen soll, als vernachlässige der Mann etwa Chopins ausdrucks- volles Linienspiel oder Debussys glutvollen Farbenreichtum: im Gegenteil. Sein Spiel(wie schön ist das) ist begreiflich nicht rechl zu fassen, ist reich, vielseitig, lebendig, lebensprühend. Musi- kalisches und Poetisches, Struktur und(freilich nur vermutete) Programmidee gehen merkwürdig in- einander über, ergänzen einander: Widerstreben- des ist in klarer Einheit gebunden.— All dies aber sind ja nur Formeln für die starke und dank- bare Empfindung von Echtheit und Größe. >rnc>Iä Walter. IMolnars„Liliom" Hans Albers im Admirals-Palast Franz Molnars Vorstadtlegende war vor zwei Jahren der größte Erfolg der Volksbühne. Karlheinz Martin hatte meisterlich die Regie geführt und für diesen ursprünglich ungarischen Stoff die Berliner Form gesunden. Jetzt ist diese Aufführung mit der guten Musik von Theo M a ck e b e n und in der Ausstattung von Walter Bornemann im Theater im Admiratspalast wieder ausgenommen worden. Der Erfolg war gestern abend wieder ebenso stark wie bei der Premier«, und so wird der Direktor Rolert Liede- mit für die nächste Zeit sich keine Sorgen zu machen brauchen. Wieder stand Hans A l b e r s als Schaukelschleuderer Liliom im Mittelpunkt des Spiels. Er ist der klassische deutsche Liliom ge- worden, volketümlich bis in die Fingerspitzen, robust und gefühlvoll zugleich. Der Film, der sein« Kräfte nicht voll auszunutzen verstand, hat ihn wenigstens nicht verdorben? dos bewies der gestrige Abeno, wo er wieder das Publikum nicht nur zum Lachen trieb, sondern auch d«n Ernst und tieferen Gehalt dieses Menschen der Gesellschaft spüren ließ. Die übrige Besetzung war fast die gleiche wie früher: vor allem ist Berta D r e w s hervorzuheben, die die hörige Liebe und das Liebesleio des Dienstmädchens tief menschlich perkörperte. Grete Bäck, Gina Falkenberg, Leonhard Stecke!(der verschlagene Penner)— sie alle waren im Ensemblespiel fest verankert Neu nur L. A. Mosheim, di« die kess« Mar'« spielte. Der große Schauapparat des Rummelplatzes funktionierte noch nicht ganz exakt. Auch sonst zog sich die Aufführung stark in die Länge. Aber das wird ja bei den Wiederholungen bals ausge- glichen werden. D. Heiteres Elend Eine Reportage aus dem Thüringer Wald, aus der Glasbläsergemeinde Lauscha, wurde von der Funkstunde Berlin gesendet. Es John Qalsirorlhif Kundgebung zur Kirchenwahl Der Bund religiöser Soziali st en, der bekanntlich für die am 13. November stattfinden- den Kirchenwahlen innerhalb der evangelischen Kirche in mehreren Berliner Gemeinden eigene Wahlvorschläge autgestellt hat, um— als einzige Gruppe— der kirchlichen Reaktion und dem An- stürm des Faschismus auf die Kirche krastvollen Widerstand entgegensetzen zu können und die Kirche in ein positives Verhältnis zur sozial! st ischen Bewegung zu bringen, veranstaltet am Freitag, dem 11. November, abends 8 Uhr, in„Kliems Festsälen", Hasen- Heide 13— 15, eine öffentliche Kirchenwahlkund- gcbung. Dort werden die Genossen Gewerkschafts- sckretör G ö r i n g- Berlin, Regierungspräsident a. D. von H a r n a ck- Zehlendorf und Herr Pfarrer Rackwitz- Neukölln über die Bedeutung der Kirchsnwahlen und über das Thema: S o- z i a l i s m u s und Christentum Hand in Hand" sprechen. Alle Berliner Genossen, die an der zukünftigen Gestaltung der evangelischen Kirche interessiert sind, und besonders alle sozialistisch ge- sinnten Mitglieder der Kirche werden vom Bund religiöser Sozialisten zum Besuch dieser Kund- gebung und zur Beteiligung an der Kirchenwahl aufgerufen. Rundfunk am Abend Freitag, 11, November Berlin: 16.13 Deiifsdies Kunstturnen (F. P. Wiedemann, H. Mock). 16.30 Klassische Walzer 17.30 Das vergessene Bach(Munke- pnake). 17.40 Liedbegleitung auf der Laute (W. Gerwig). 18.00 Das neue Buch. 18.10 Douaumont— Erlebnis und Symbol (W. Möller). 18.23 Zehn Minuten Funkhilfe (E. Nespcr). 18.35 Cellomusik. 18.53 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Sdiallplattenkonzcrt. 19.30 Chorgesänge. 19.53 Schallplattenkonzert. 20.15 Bei Max Pech- stein. 20,30 Douaumont{Funkdrama von F. W. Möller). 22.00 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30 Aus Washington: Wo rüber man in Amerika spricht(K. G. Seil, Wachsplatten). Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Funk. 16.30 Aus Leipzig: N'adi- mittagskonzert. 17.30 Deutsche und fremde Erbmasse im deutschen Recht. 18.00 Alte deutsche Violinsonaten. 18.30 Weltpolitische Stunde. 18.35 W etterbericht. 19.00 Raubtiere und Dickhäuter vor Kamera und Büchse. 19.20 Stunde der Arbeit 19.40 Zeitdienst 20.00 Ans Köln-Deutz: Bunter Abend zugunsten der Winterhilfe. 21.10 Aus Reutlingen: Opernabend. 22.13 Wetter-, Tages- und Sporfnadr- richten. Sonst: Berliner Programm. N oUständiges Europaprogramm im..Volks- funk'", monatl. 96 PL, durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten. 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Das Voltskino Königstadt, Schönhauser Allee 10, veranstaltet am Sonntag, II', Uhr, eine Matinee: Winter in Deutschland, worauf wir besonders hinweisen. 5?offe für Leib- und Bettwäsche, Kleider- u. Seidenstoffe aller Art zu enorm billigen Preisen Verkaufszeit O-S Uhr. Sonnabends 8-2 Uhr Mechanische Feinwsberei Adiershof A.- G. Reich und Länder. Das Kartell der Repu- blika nischen Berbände Deutsd>lands veranstaltet einen Ausspracheabend über dieses aktuelle Thema am Dienstag, dem 13. No- vember, 2V Uhr, im Demokratischen Klubhause, Berlin W 10, Biktoriastr. 24. Staatssekretär K r ii g e r hält das Referat, an das sich eine Aus- spräche anschließen wird, bei der u. a. Staats- fekretär A b e g g, Ministerialdirektor Dr. B a d t und Ministerialdirektor Dr. Brecht das Wort ergreifen werden. Eintrittskorten für die Beran- staltung durch die Gcsd)äftsstelle, Berlin NW 40, Kronprinzenufer 191, Telephon: A2 Flora 5690. 5. kreis: Achtung, Afll-Arbeiter! Morgen vor- mittag 10 Uhr, Sitzung des Fraktionsvorstandes bei Wittsd)us, Petersburger Straße 5. � Weiter für Berlin: Dunstig bis nebelig, am Tage etwas lichter, sonst vorwiegend bewölkt. keine oder nur unerhebliche Niederschläge, etwas zunehmender Wind, Temperatur wenig ver- ändert— Für Deutschland: In Süddeutschland etwas Niederschlag, in Nordwestdeutsd)lond leicht aufheiternd, sonst überall dunstig bis nebelig und bewölkt bei strichweise leichten Nässen. Tcm- peratur unverändert, etwas zunehmende Winde. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochen- schrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Hierzu 1 Beilage. Pcrantwortlich für Politik: Rudolf Brendcmühl: Wirtschaft: G. Klingelhöfer: Gcwerkschaflsbc- wegung: I. Steiner: Feuilleton: Herbert Le- p v r e: Lokales und Sonstiges: Frist Karstadt; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin.< Ber- lag: Borwärts-Berlag G. m. b H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindcnstr. 3./ Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Blorgen-Ausgabe des„Vorwärts" veröfsentlicht Staats Tticalcr Freitag, den II. November siaatso�er unter den Linden 1 9�2 Uhr.— Erstaufführung I d o m e n e o Staatncnes Schauspielhaus 20 Uhr Gabriel Schillings Flucht VOLKSBÜHNE Theater am Bülewplatz O 1. Norden 1944. Täglich 8% Uhr E FU Ofi von Marcel Pa iro1 ■ WM It I Deutsch v Bmno Frtnk. Regie Heinz Hilpert. Dorsch, Tiedtke, Valetti, Siedel, Verhoeven, Stein, Almas 4 Uhr Tävllch Z-- 9 Uhr Du sensatimeila KabarBtt-ProgTainm Abendpreise I— 3 Mk. Nachm. CedecK 1.25 Jeden So�nahcnritty. Ohr; NschtvcrelelkiTic »MM $tädi.0p€r Charlottenburu Fraunhofer 0231 Freitag, 11. Nov. 20 Uhr Turnus IV Madame Butterfly Berger. Feher. Müller, Quttmann, Kandl. Qombert. Pechner. Dirigent: Ladwig Siedlung Britz Restaurant und Cafä»Erich Jänicke« empfiehlt seine Lokalitäten Ausschank bester Kindl-Biere (auch außer dem Hause) gute Speisen und Getiänke Sonnabend u. Sonntag Unterhaltungs-Musik Neue Känigst. 61-64 Kupfeigrab 2132 4 Uhr 8 Uhr TANZ Cieorge NeUeimann □. 12 Attraktionen Bombenstimmung •»—Eintritt frei.'— B. B. E Bendows Bunte Bühne Kottbnsser StraSe 6 früher„Elite- Sänger" .HlcrhOnnen Faralller Kaliee koeden' 1,1.6(4» Sennt. nadm.l1 t Preise von 50 Pf. an namsn-üäiiial zu ganz niedrigem Preisen Maßanrertisuns spez. für starke Damen Paul LmcH, Damen-MälUel-Fa&riK u Hdlg., Neukölln, Reuierstr. 63 »v.uhr GAShlfl-IHEflltR s,''UhT Lothringer Strafe 37. iiiiiimmtimtiimiifiiimiiiimiiiMiiiiinuininiiiiiiimiiniiimiti Sonntags auch nachm. 4 Uhr Die iMs WM in Weriler Berliner Volksstück in 4 Bildern mit Gesang und Tanz. Für die Leser Gutschein 1—\ Personen Parkett 0.50 M. Fauteuil 0.75 Sessel 1.25 M. Über 25 Jahre altbewährteA Haus- und Einreibemittel bei Rheuma, Ischias, Äopf-, Rerven u.Erkältuugsfchmerzen Ermüdung» Strapazen, Sport. Karmelitergeift Amol in allen Apotheken und Drogerien. PRO GRAMM für die Zeit vom 11. Nov. bis 14. 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Scherz und Ernst mit Georg Alexander Neukölln Fvrolfinr Wochentags ab 6 Vi LiXCeiSWT Sonntags ab 4 Uhr Kaiser-Friedrich-Straße 191 Die, oder keine mit G Alpar, Wax Hansen.— Jugendl. Zutritt Kukuk Wochentags ab 6% Sonntags ab 4 Uhr Kollbusser Domra 92 Eine von uns(Nach dem Roman Gilgi) mit Brigitte Helm. Mercedes-Palast su.6äb 1 u. Herraannstr. 212. Galavorstellung der Fratel- lini.— Erste Jlädchenllebe (Acht Mädels im Boot) Atrium ��Wllmorsdorl��J Wochent. 7, 9% U. Sig 5. 7. 9t4 U. Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Uraufführung: Annemarie, die Braut der Kompagnie m. Eucle Englisch, Hörbiger, Paulig.— Tonfilmbeiprogramm W Zehlendorf'Mitte> T /? Beginn lägl. 5, 7, 9 Uhr itdli Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Str. 56. Ein blonder Traum mit Kilian Harvey, Fritsch. Forst, Hörbiger.— Jugendliche haben Zutritt Brigitte Helm in GUgi £zne von uns mit O. DleBl, nach dem im„Vorwärts" erschien. Roman von Irmgard Keun Kukuk Vom 11. bis 14. Novambsr im fVeuböIIn. Kollbumaer Dermin 92 Filmeck W. ab 6V2 U. Stg. ab 3 U. Am Görlitzer Bahnhof Liebe in Uniform mit Harry Liedtke Harru Liedtke heule pers. anwesend Willy Vogel, der Ausbrecherkönig(Strafsache van Geldern) mit Frit� Kampers, Ellen llichter Luisen-Theater s'!:a ab'l a Reichcnberger Str 34. Tonfilmopcrcüe: Die, oder keine mit Gitta Alpar. �lax Hansen Zwei glückliche Tage mit Paul Hörbiger Jugendliche haben Zutritt! Steglitz Titania-Palast Steglitz. Schloßslr 5. EckcGutsmulbsstr Annemarie, die Braut der Kompagnie mit Englisch. Hörbiger.— Montag Uraufführung: Friederike mit M. Christians, Vlallburg, Hans II. Bollmann Franziskaner Um 9, 12, 3. 6. 9 Uhr beginnend: Die Koffer des Herrn O. F. Um 10.15, 1.15. 4.15, 7.15 u. 10. 15 Uhr beginnend: >Volkenstärnier Ein packender Fliegerfilm Neuest© Emelka-Tonw ochen- schau Friedenau Kronen-Lichtspiele Rheinstraße 65 Beginn: 7. 9 Uhr. Sbd., Stg. 5, 7. 9 Uhr Ich will nicht wissen wer du bist mit Liane Haid, G. Fröhlich.— Gr. Tonbeiprogramm Rheinschloß-Lichtspiele Rheinslr. 60. W. 5, 7. 9, So. ab 3 Uhr Tonopereüc: Die, oder keine mit G. Alpar. 51. Hansen.— Jugendliche Zutritt Alhambra Hauptstraße 30. Wo. 5. Stgs. 3 Uhr Verhaftung om Mitternacht.— Bühne; 6 intern. Varleteaitrakt. mveli,'Bergmannsfv. 5/7 w ab 5J0 lJhr Stg, ab 3J0 Uhr Brigitte Helm in „Gilgi Eine von uns" mit 44. Dielll nach dem im„Vorwärls" erschienenen Roman von Irmgard Kenn Dazu; Der Champ(Der Weltmeister), der große amerikanische Boxtonfilm in deutscher Sprache Stella-Palast slntÄ Köpenicker Straße 12—14 Kcnate Müller in dem größten Lacherfolg Berlins: Wie sag ich« meinem Mann? mit Alexander, Wallbarg, üst Auf der Bühne: Faul Beckers. der Fliegcntülenheinrich Treptow J Vom Freitag, 11. bis Montag. 14, NoV Britrittr Krim,(önsitar IMotll, Krnst liusrh in dem Tonfilm Kristall- PnlaMt Prinzenallee 1—6 Flimpala.t BallHOlimieder Badstr 16 Marientiad-Thcater Badstr. 35 36{| Nach dem Roman von Irmgard Keun Außerdem der große Tonfilm:„Der»rhrel der Mau»" mit Joan Uloudell und Jame» Casney 1* Gilgi Eine von uns" TempelhoF tfnrfXref w 7' 9' Sbd Stg 5' 7' 9 IxuifÜTol Stg. 3 Uhr. Jgd.-Vorst Dorfstraße 22 Ecke Berliner Straße Gilgi, eine von uns mit Brig. Helm, G. Dieiil.— Tonbelpr. Tivoli Täglich: 5. 7, 9 Uhr Sonnt.: 3, 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 97. Tonopcret'c: Die sag Ichs meinem Mann? mit Ida Wüst.— Tonbeiprogramm ���Harl«ndor�_J /• Marlendorfer W 7, 9, WQ-Lt Tonlicbtspiele S. 5. 7. 9 Chausscestr. 805. Tonlustspiel: Husar enlieb© mit Jfax Adalbert, Hans! Xiete.— Tonbeiprogramm Primas-Palast �'a� v.' Am Hermannplalz, ürbanslr 72/76. Der Weltmeister(Der Champ) mit Beery, C'ooper.— Liebe in I niform mit Liedtke.— Freitag, 8.10 Uhr: H. Liedtke persönlich anwesend.— Sonnlag, 2 L'hr: Gr. Konzert. �latinee. Stern, Hermannstraße 49 Wochentags ab 6H Sonntags ab 4 Uhr Bieter Schulze gegen alle mit Ida Wüst, Faul Kemp.— Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt! � SUdetten"b Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 6J W. 5. 7. 9 Ubr. S. 3..i. 7.? Uhr Die, oder keine mit t» Alpor, Han.en.— ftr. Belprocromm Jugendliche haben Zutritt; Treptow-Sternwarte Sonnabend 8. Sonntag 4, 6. 8 Uhr: Die Affen v. Suchum. Igdenbu. der große Jäger.(2 gr. Filme) ■ 0'ten_ 9 Germania-Palast'b 36 u Frankfurter Allee 314 Der schwarze Hu*ar mit IVIady Christian«, Conr, Veidt Bühne: Ä große Variete-Attraktionen Dr. Knauer und sein Orchesler Jugendliche haben Zutritt! PROGRAMM für die Zeit vom II. Nov. bis 14. Nov. Flora-Lichtspiele�� tä'gl 5.' 7. 9 Uhr. Stg. 3, 5, 7. 9 Uhr Der blonde Traum mit Lillan Harvey, Willy Fritsch. Willi Forst.— Tonbeiprogramm Volks-Kino Kenigstadt Schönhauser Allee 10. W. 5.30 u. 9 Uhr. Sonnt. 3 5.30. 9 Uhr Ein blonder Traum mit LHian Harvey, Willy Fritsch.— Tonbeiprogramm.— Jugendl. Zutritt Sonnlag, 11.15 Uhr vorm.: Matinee Winter in Deutschland Neu-Lichtenberg Kosmos-Lichtspiele l Löcksir. 70. Stg 2% Uhr: Jug.-Vorsl, Der träumende Hund mit Elisabeth Bergner, Rud. Förster. — Tonbeiprogramm ■ iFrledrtchsfelde��p Mtg.— Donn. 6 Uhr hino uUSCn Breit.— Stg. 5 Uhr Alt-Friedrichsfeldc 3 Ich will nicht wissen, wer du bist mit Liane Haid. Gustav Fröhlich.— Tonbpr.— Tonw. Luna-Palast-b mir Gr. frankfurter Str. 121. Tonw oche Der Champ mit Beery, Cooper. — Husarenliebe mit �la.v Adalbert. Hansi\iese Schwarzer Adler a"«1"» W 6. 7. 9 Uhr S 3. 5. 7. 9 Uhr Die, oder keine mit G. Alpar. .Ifax Hansen.— Tonbeiprogr. — Bühnenschau.— Jugdl. Zutritt Viktoria- Theater 3abu5 Frankfurter Allee 48 Jlleter Schulze gegen alle mit P. Kemp, Ida Wüst.— Diva in Vertretung W W Prenzlauer „HjSlUin\\]ee � Beginn: Wo. 545, Sonnt. 3 Uhr Schloß im Ifond mit Ä- Chevalier.— Liebe in Uniform mit Harry Liedtke Pankow 3 Palast- Theater Breite Str. 21a.\V. 7. g�.-S. ab 4% U. ?fieter Schulze gegen alle.— Ich will nicht wissen, wer du bist mit Liane Haid, Fröhlich TV,. /J Wochentags 6.20, 9 l'hr JlVOll Sbd., Sonnt, ab 4% Uhr Berliner Straße 27. 2 Grofilonfilmc: Liebe in Uniform mit Liedtke. Freitag u. Sonnabend pers. anwesend und verteilt Autograirane.— Schloß im>lond mal Maurice Chevalier V Tegel P Filmpalast Tegel sm<-/ u! Bahnhofslr. 2. Stg. 2 Uhr: Jug.-V. Bieter Schulze gegen alle mit Kemp. Ida Wüst-— Diva in Vertretung.— Tonwoche rr l'ilm tiOSmOS Buhn Wo. ab 6 Uhr S 414. 6%. 8% Hauptstr. 6. 2 Grofltonfilme: Kiki mit Anny Öndra. Herrn. Thimig.— Die zwei vom Südexpreß Union-Theater s'0«. Hauptstr 3 Stg 2 Uhr; Jug Vorst. Die singende Stadt mit Brig. Helm, Jan Kiopura.— Tonbeiprogramm.— Tonwoche Prtmrynlnci ßei W 6« 30(Jhr rUnXpQlQSt-iiizs 4� AU ü Berliner Str. 50. Großtonfilm: Die, oder keine mit G. Alpar. Hausen.— Oiadame hat Bcüucb BEILAGE VseKUs FREITAG, 11. NOV. 1932 WaifenUillHanä an der tfrosil SEum ll.liovember 1918/ Von Sierberl Srifler Die Division mar«ine jener Neuformationen, die im Januar/Februar 1917 ausgestellt wurden. Sie bestand vorwiegend aus den jüngsten Kriegs- jahrgängen. An den großen Abwehrschlachten des Jahres 1917 hatte die Truppe teilgenommen und in de» Ossensioen von 1918 als Sturmdioision schwere Verluste erlitten. Nachdem sie während der Mai-Osfensioe 1918 bis zur Marne vorgestoßen war, wurde sie Mitte Sommer 1918 für vier kurze Wochen aus der brcnzlichen Marnc- front gezogen und in eine ruhige Stellung vor B e r d u n gebracht. Die Ruhezeit war unge- nügend. Sie reichte kaum hin, die Formationen durch Ersaß leidlich auszufüllen:„ausgeruht" waren die dezimierten, überanstrengten Kompag- nie» nicht. Die Schlacht um Guise. Trotzdem wurde die Division schon wieder Mitte August nach dem Durchbruch der Entente bei C a m b r a i eingesetzt. Die ununterbrochene mörderische Abwehrschlacht forderte schwerste Ver- luste unter den jungen Soldaten. Die Material- Überlegenheit der Gegenseite trat von Tag zu Tag stärker heraus: Tanks, schwere und schwerste Artillerie, Flieger, Gas: ständig frische Truppen. Unter fortwährenden Kämpfen ging es zurück. Ohne Ablösung: Ersatz kam nicht: abgekämpft bis zum letzten tat die Truppe ihre Pslicht. Die sagenhaften„Ausnahmestellungen" waren mar- kierte Linien: nach dem Verlust der Siegfried- stellung kam zu den nicht abreißenden Rückzugs- kämpfen ununterbrochener Schanzdienst. 4. November 1918: Schlacht um Guise. Di« Materialüberlcgenheit auf der anderen Seite wuchs ins Ungeheure. Mit allerschwersten Brocken wurden die kümmerlichen deutschen Löcher zu- sammcngeschvssen. Schwere englische Schiffs- geschütze beschossen das chinterland bis 39 Kilo- meter hinter der Front; Ersatz, Material, Muni- tion, Verpflegung kamen nicht heran. Drei Tankbataillone griffen an: dahinter Welle aus Welle gegnerischer Insanterie. Die dünnen — ach, wie dünnen— deutschen Linien standen. Feldartillerie kam vor und knallte mit ihren aus- geleierten Kanonen noch einmal die Tanks zu- sammen. Aber viel, viel Blut kostete das. Wenn der„Feind" gewußt hätte, wie wenig hinter den deutschen Linien war, keine Reserven, nur die dünnen„ersten Linien", sonst nichts, dann wäre er trotzdem durchgekommen. Der Wider- stand war auch umsonst; in der Nacht kam der Rückzugsbefehl. Die Machbarabschnitte waren überrannt. Störung-seuer schwerer Kaliber lag aus den Rückzugsstraßen. Eine 38-Zenti- meter-Granate zerschmetterte an einem Dorsein- gang eine ganze Kompagnie. Die Schwer- verwundeten blieben liegen. Keine Verpflegung: Regen, hoffnungslos, gehetzt, grau, übermüdet, er- schöpft, doch diszipliniert, ging es nach hinten. Nachhut.... Plänkeleien an den nächsten Tagen. Am 7. November1918 zwei Stunden Vorwafsen- stillstand. Die deutsche Wasfenstillstandskommission fuhr in unserem vorgeschobenen Abschnitt durch die Linien. Welche plötzliche, unerwartete Freude! Alles schlief auf der Stelle ein. Zu früh gesreut! Der Kampf ging weiter. Das war bitter. Seit dem 5. November Nachhutbataillon. Ohne Aussicht aus Ablösung. Die Tornister wur- den gefahren. Von Hecke zu Hecke ging es sprung- weise zurück; einige Schüsse aus langsam folgende französische Kavallerie oder Panzerwogen, dann weiter. Oder stundenlange Knallerei, damit die Bagage hinten Zeit bekam, zu flüchten. Schlimm waren diese Novembernächte. In Gruppen von drei bis sechs Mann lag man weit vorn in einigen flachen Löchern. Dahinter wurde geräumt, die Straßenkreuzungen gesprengt, die großen Alleebäume umgelegt, quer über die Straße, die Brücken verbrannt. Unter allen Umständen mußte die Nächte über die„Front" gehalten werden. Hungrig, wie man war, übermüdet. Dazu das Gefühl trostloser Verlassenheit: Hinter der„Front" war niemand mehr, alles geräumt. die Straßen unpassierbar. Unmittelbar vor den deutschen„Stellungen" der Feind. Oder war er schon dahinter? Niemand wußte es. Die Un- sicherheit war lähmend. Im Morgengrauen eilends neben den zerstörten Straßen, im Schlamm der Felder zurück. Viel Zweck hatten die Ver- Wüstungen des nordfranzösischen Landes trotzdem nicht; am Nachmittag des nächsten Tages war schon wieder die Fühlung mit dem Feinde da. Seine vorzüglichen Verkehrsmittel überwanden die Widerstände des zerstörten Geländes. Der 9. November war ein strahlend Heller, frostklarer Tag. Leider! Französische und englische Flieger verfolgten den deutschen Rückzug von früh an. Zu Dutzenden! Deutsche Kampsflieger gab es nicht mehr. Die Flieger konmen auf jeden einzelnen Soldaten fast Jagd machen. Die MG.-Kugeln spritzten im Straßen- schlämm auf. Man türmte über die Felder Bomben krachten zwischen die Bagage. Während der kurzen Mittagsrast— es gab einen Becher Kaffee: Verpflegung war fett einer Woche nicht mehr«mpfangeu worden— umkreisten jede deutsche Formation gut ein Dutzend Flieger. So- lange die Truppen hielten, ratterten alle deutschen Maschinengewehre zur Abwehr. Im Augenblick des Abmarsches aber krachten die Bomben. Zwischen die Fahrzeuge, unter die Infanterie. Einer bekam einen breiten Splitter mitten durchs Herz. Mit zwei mächtigen Stößen pumpte das Herz den Körper blutleer, in dicken Lachen stand es auf der Uniform. Bis zum Dunkelwerden hetzte» die Flieger die erschöpften deutschen Sol- baten. Schwerverwundete Deutsche blieben zurück. Sie lttten furchtbar: bettellen:„Nehmt uns mit, Kameraden!" Es ging nicht: hinter uns der Feind! Viele Tote kostete der Tag, an dem in der Heimat die Revolution ausbrach. Wir wußten nichts davon. Man ahnte höch- stcns, daß hinter der Front etwas nicht in Ord- nung sein könne. Die Verbindung mit dem Hinter- land war abgerissen. Post gab es schon wachen- lang nicht mehr. „Wassenstillstand. Herr Leutnant, Wassenstillstand!" Am 11. November 1918, dem letzten Kriegstag, früh 4 Uhr Alarm: Die Kompagnie muß vor. Fröstelnd standen die paar Gruppen herum: der Hunger quätte, die Müdigkeit peinigte. Seit Tagen kein Essen! Die eiserne» Rationen waren längst verzehrt. Schweren Herzenz rück- tcn wir ab. Vor uns lag eine frisch eingesetzte südafrikanisch« Division. In der Nacht war aus Versehen— es gab ja keine„Stellungen" mehr— eine Kompagnie davon vor die deutschen Maschinengewehre gelaufen. Zu Hausen türmten sich die Toten. Auch für diese Buxen aus Kap- stadt und Iohannisburg starb es sich schwer am 11. November 1918! Nur die beiden Posten gruben sich ein, die andern legten sich in ein Häuschen an der Straße. Ab und zu ein Schuß, hin und wieder eine Gruppe „Ratscher" vor das Haus. Aha, die feindliche Ar- tillerie war nach! Da, gegen 11.39 Uhr fuhr ein Radfahrer un- gedockt den steilen Berg herunter, zu uns hin. Nor der Tür schon schrie er:„W a s f e n st i l l st a n d, 5) e r r Leutnant, W a f f e n st i l l st a n d!" Wir sahen uns betroffen an: Der Mann mußte verrückt geworden sein! Doch er schrie wieder: „Befehl von der Division, Waffenstillstand!" Da hörten wir auch schon von der„anderen Seite" brausendes Hurräääh! Es mußte doch wohl stimmen? Der Leutnant sagte kurz:„Der Krieg ist aus. Wir haben ihn verloren. Aber wir haben unsere Pflicht getan, bis zum letzen Tag. Darauf ein dreifaches Hurra!" Von der Höhe des Bataillonsstabes blies der Hornist:„Das Ganze halt!" Wer dabei war, wird das nie vergessen. Ungeheurer Jubel bei der französischen Zioilbevöl- kerung. Von überall her strömte die Bevölkerung ins Freie, über die„Front".„La g u e r r e f i n i!' Mützen flogen in die Höhe, Purzelbäume wurden geschlagen, die Engländer umarmt. Die spontane Freude eines Volkes, das unter vier Jahren Besatzung gelitten hatte. Wir gingen aus die englischen Linien zu. Die Tommys grifsen zu den Gewehren. Wir schnallten ab, winkten. Sie trauten dem Frieden nicht. Endlich standen wir uns auf einige Meter gegenüber: Wir, eine Gruppe frierender hungriger junger Burschen, ohne Mäntel, abgelumpt, zerrissen, verdreckt, verlaust: die Eng- länder: Kerle wie die Bären, in Gummi. Leder, Wolle. Vom Scheitel bis zur Sohle alles vom besten: Kleidung, Bewaffnung, Verpflegung, alles. So wars im einzelnen und so wars im ganzen. Hier zahlenmäßig und materiell überlegene, aus- geruhte Riejenheere, dort kleine Gruppen müder, halbverhungerter, kaum noch kampsfähiger Sol- baten, wenn auch diszipliniert bis zur letzten Stunde. Alleräußerstenfalls, wenn wir nicht vorher zusammengeschossen oder gelangen worden wären, hätten wir noch zwei bis drei Tage kämpfen können. Dan» wäre es aus gewesen, weil wir dann einfach körperlich vernichtet gewesen waren. Dann kam die Grippe... Das war die Front, wie sie am letzten Tage aussah. Sie wurde nicht erdolcht. Dos erfand man erst später. Der Wafsenstillstand war hart, gewiß. Aber wäre er nicht gekommen, so wären die gelichteten Kampfkörper des deutschen Heeres in den nächsten acht bis vierzehn Tagen völlig aufgerieben worden. Und der heute so gepriesene Front g e i st? Den gab es damals auch noch nicht. Wir hatten unsere Pflicht bis zum äußersten getan. Aber in jedem von uns, in jedem, griff im Augenblick des Waffen- stillstands ein Gefühl ungeheurer Er- l e i ch t e r u n g Platz. Alles andere war vergessen, nur: Der Krieg ist aus, es geht heim! An Hitler, Seldte, Stahlhelmschnaps und Frontgeist dachte keiner. Ein englischer Ossizier trennte die diskutierenden Gruppen. Am Nachmittag des 11. November hätten unsere Stellungen gestürmt werden sollen. Dann gings zurück. Todmüde und halb verhungert zwar. aber guter Dinge. Aus einem verlassenen Artillerie- stall kratzten wir die von den Pferden in den Dreck getretenen Zwiebäcke auf und verschlangen heißhungrig das zerkrümelte, gefrorene Zeug. Vom nächsten Tage an gab es wieder warmes Essen. Dann kam die Grippe. Sie und die Engländer jagten uns zum Rhein. Am 3. Dezember wurde er von uns, als der letzten deutschen Truppe dieses Abschnitts, überschritten, 12 Minuten vor der fest- gesetzten ZZeit. Sonst wären wir, trotz Waffenstill- stand, alle noch gefangen worden. 9m Klavembemebel Woli&en eines polWfchen gefangenen/ Ton S. Richards Neunzehnhundertochtzehn! Die Monate vergehen. An den Fronten ttirmen sich die Opfer. Auch auf unserem Zuchthpussrieb- Hof reiht sich Hügel an Hügel. Der Tod hält große Ernte: draußen in den Gräben und hier unter den politischen Verbrechern. Wir sind krank und elend. Zwei Jahre warten wir schon auf das Ende des Krieges, aus die Früchte einer schweren, unterirdischen Arbeit Wir können kaum noch laufen und uns nicht mehr erwärmen. Da unten aus dem Hof und in den Gängen sind keine Menschen mehr, nur noch Schemen eines früheren Lebens. Und wir sind erst 24 Jahre alt! In den kalten Nächten schreit keiner mehr von uns. Niemand klopfi an die Wände. Nur ein Stöhnen ist in der Lust, wie das Röcheln der. Agonie. Täglich werden Abteilungen von An- stoltsinsassen gewogen. Jede Woche bin ich dran. 19, 29, 39 Pfund Gewichtsverlust im Monat registriert die Waage des Arztes. Aber diese Registraturen helfen nicht Es muß draußen sehr schlimm stehen. Ich merke es an den Briefen, die so selten und doch oft genug kommen. Zensurierte, fast schwarze Briese. Auch an den Mienen der Wärter. Fast täglich kommt einer in die Zelle herein und will sich unterhalten. Sie wissen nicht viel, diese Beamten, die immer unten bleiben müssen, sich nie rühren dürfen. Es sind primitive politische Gespräche, aber ich erfahre doch mar ches und bekomme neue Hoffnungen. Plötzlich werden wir abtransportiert und kommen in ein„sichereres" Zuchthaus. Und schon nach einer Woche„Sicherung" werden wir krank. Wasser und vieles andere, kurzum... der Hunger. Wochenlang liege ich im Lazarett. Neben mir stöhnt ein Elsösser, fast ein Junge noch, ein Deser- teur. Ich soll chm seine Briefe schreiben. Kaum sind wir genesen, da sperren sie uns wie- der in die Ilolierzellen. Nun schreien wir all- nächtlich wieder in den Zuchthaushos hinaus, und das hallende Echo der Wände gibt gute Antwort. Ohne diese schweren Mauern könnten wir uns nicht verständigen. Ein Wärter kommt angeschlürft. Hoffentlich keine Nachtvisitation. Der Wärter schließt an meiner Tür. Ich springe auf die Pritsche. Ein neugierig glänzendes Gesicht schiebt sich herein: „Sind Sie W... s?" Fragend sehe ich da- technische WuUurdenhmale Manchmal entdeckt man aus Wanderungen durch abseitige Gebiete, oder in kleinen Städten, die srllher einmal wirtschaftliche Bedeutung durch günstige Lage an Handelsstraßen hatten, alte, oft schon zerfallende Gebäude und Bauwerke: Speicher, längst außer Betrieb gesetzte Mühlen, alte Brücken: hier und dort findet man noch auf einer alten Burg das Tretrad zur Wasserförderung in Betrieb— die rasende technische Entwicklung unserer Zeit ist spurlos daran vorübergegangen. Verstreut m allen Gauen Deutschlands findet man diese Merkzeichen technischer Entwicklung, diese Denkmale alter Technik. Verstreut, und besonders dort findet man sie, wo Menschen wenig hin- kommen, abseits vom Strome der modernen tech- Nischen Entwicklung und Industrialisierung, die diese Zeugen einer vergangenen geruhsameren Zeit vernichtete, wie sie oftmals gewaltsam das Bild ganzer Landschaften veränderte und ihnen den russigen Stempel der Arbeit aufdrückte. Es ist daher ein Verdienst des Schöpfers des Deutschen Museums, Oskar von Miller, daß er die Initiative zur Erhaltung dieser alten, besonders kennzeich- »enden technischen Arbeitsstätten ergriffen und Maßnahmen zum Schutz dieser technischen Kultur- denkmale angeregt hat, wie es aus dem Gebiete der Kunstdenkmale schon lange geschieht. In Wort und Bild wird das Deutsche- Museum demnächst in seinen Räumen einen großzügigen Bericht darüber geben, was in Deutschland an technischen Kulturdenkmalen heute noch zu sehen ist, was geschützt wird und was unbedingt noch geschützt werden sollte. Aus dieser großen Aufstellung wurde ein kleiner Teil Bilder zusammengestellt— etwa 259— und in einem schön ausgestatteten Buche herausgegeben:„Technische Kultur- d e n k m a l e", Verlag F. Bruckmann, A.-G., München. Dieses Buch wird nicht nur den„Fachmann" interessieren, da wir ja alle mittelbar oder un- mittelbar der Technik und ihrer Entwicklung unter- warfen sind. Es spiegelt die Entwicklung der Arbeit, und das ist die Entwicklung der Mensch- heit. In erläuternden Aufsätzen werden an diesen Denkmalen der Arbeit Produktionsmethoden vergangener Zeiten gezeigt: die besonderen land- schaftlichen und klimatischen Bedingungen, die in einer Zeit, da der Mensch mehr als heute der Natur unterworfen war, von ausschlaggebender Bedeutung waren, und Art und Ausführung dieser Anlagen wesentlich bestimmten, ausführlich gewürdigt Aus dem Eigenleben einzelner Land- schaften hervorgegangen an bestimmte Wirtschafts- weisen gebunden, stellen diese Maschinen und Bauanlagen der alten Zett vielfach Heimat- gebundene Sonderarten dar, die das Bild der Landschaft oft mitbestimmen und sich harmonisch in sie einfügen. R. J. Gesicht a». In diesem Hause gibt es sonst keine Namen, nur Nummern. Der Wärter sucht nach Worten. Etwas Unerklärliches gurgelt er heraus: „Sicher, sicher. morgen sind Sie frei!" Ich lache wütend auf.„Glauben Sie's nur: ja, ja. Revolution ist: in Kiel, in Hamburg, und sogar unsere Regimenter machen nicht mehr mit!" Er sagt das fast resigniert. Ich höre die Worte und glaube nicht daran. Aber der Wärter geht nicht fort. Vorsichtig frage ich, dann lebhafter und hastiger. Der Wärter hört zu, antwortet, wie er kann— und geht nicht fort. Wie anders das alles ist! Schließlich muß der Wärter gehen. Ich springe auf die Nähmaschine am Fenster und schreie, schreie, so put ich kann, den Kameraden die Noch- richt zu. Nur der kleine Elsässer drüben antwortet nicht. Ich muß an der Wand lauschen und höre kein Klopfen, nur«in Schluchzen, wie nach langem Weinen. Frühmorgens hatte er sich erhängt! Gewehrkolben donnern in aller Frühe an die Tore. Matrosen, Soldaten begehren Einlaß. Im Hause entsteht Tumult. Schwere, eisenbeschlagene Stiefel donnern die Treppe» herauf und hallen grollend über die eisernen Gänge. Zelle um Zelle wird geöffnet. Ich höre das alles und habe keine Erklärung'dafür. Das ist fremd in diesem Hause, wo das Leben nur in Filzschuhen vorüderstreicht. Schwere Schritte nähern sich meiner Zelle. Die Tür wird aufgerissen Matrosen stehen im Tür- rahmen, lachen und winken.„Mensch!... Du! ... Komm doch raus!" Ich kann mich nicht vom Flecke rühren. Ein Schauer rieselt mir den Rücken hinab. Es wird so leer, so leer! Sie haben mich hinausgetragen. Nebe» dem Zuchthaus liegt die Kaserne. Aus dem Hofe versammelt sich eine Demonstration. Jemand spricht aus dem Fenster. Dann tritt einer der Matrosen vor, die mich geholt haben, meine Freund«. Ich sehe, wie er rot wird vor Verlegen- heit. Er sucht Worte. Vor den Kesseln der Schiffe verlernt man das Reden. „Kameraden! Das Werk ist also getan, der Krieg ist zu Ende. Wir gehen nach Hause. Aber ihr sollt dafür sorgen, daß alles, was gelittd-n wurde um dies« Stunde, was an Opfern gebracht wurde um diesen Tag, nie vergeblich ge- wesen i st!" Der Metrose dreht den Gewehrriemen in seinen Händen, sucht weiter nach Worten und schweigt dann doch. Was so er auch über solch harten All- tag reden? Die Menge ruft und ruft. Und dann tritt einer aus unserem Hause vor. Er nimmt nur die Mütze ab— eine instinktive Geste. In der erwartuncs- vollen Minute, die zwischen der Geste und seinen Worten liegt, entblößen sich alle Köpfe im Hofe. Totenstille herrscht ringsum. Seine Worte hallen weit über den Platz hinaus: „Brüder, gedenkt der Toten, die für unsere Frei» bett starbeul" i Arbeiter-Rasenspiele am Sonntag Fußball— Handball— Hockey Die Arbeiterfußballer setzen am Sonntag ihre Serie fort. Im 1. Bezirk spielen: Krisen I gegen BSV. 31 I(Fürstenwalde), j)erzfelde gegen Mahlsdorf(Möllenstraße), Lichtenberg I gegen Normannia(Kynaststraße). 2. B e z i r k: Im 2. Bezirk spitzt sich der End- kämpf um die Meisterschaft zwischen Adler<18 und .()ansa 31 zu. Die Spiele beider Mannschaften sind deshalb von besonderem Interesse. Ferner spielen: Adler 08 gegen Vorwärts- Wedding(Kissingen- straße), Hansa 31 gegen Pankow(Chrtstiania- straße), Borsigwalde gegen Nord(Spandauer Ecke Konradstraße), Saxonia 28 gegen Zehdenick OS (Exer). 3. Bezirk: Der 3. Bezirk ist mit den Spielen um die Bezirksmeisterschaft am weitesten voran. In dem Spiel Rathenow-Süd gegen Nowawes 04 fällt schon die Entscheidung. Nachdem die Rathenower gegen Havelberg überraschend unter- lagen, Nowawes aber haushoch gegen denselben Gegner gewann, dürfte in den Nudelbergern am Sonntag der erste Bezirksmeister des 1. Kreises feststehen. 4. Bezirk: Trebbin gegen Schöneberg(Ebel- straße), Volkssport Neukölln gegen Woltersdorf (Stadion Neukölln). Die beiden anderen Spiele der Abteilung entscheiden die Meisterschaft. Lucken- walde V empfängt in der Hetzheide Fichte. Die Berliner find in großer Form und können die Turner, die nur mit einem Punkt führen, sehr leicht um die Meisterschaft bringen: denn im anderen Spiel, Luckenwalde II gegen Vorwärts 31, werden die Turner vor ihren eigenen Zuschauern— wenn auch mit Anstrengung— Sieger bleiben. Fußballverein Einigkeit-Staaken sucht zum Sonntag Gegner für 1. und 2. Mannschaft aus eigenem Platz m Spandau, Wilhelmstraße. Rück- spiel wird zugesichert. Zum Bußtag wird Gegner auf eigenem oder fremdem Platz gesucht. Angebote an Paul Burnewitz, Staaken, Am Krug 8, oder unter Spandau C 7 7150, Freitag von 17 bis 19 Uhr. Handball FTEB..Slld°st-Eickc. ZTGB.-Baumschulenwcg- Athletik» fernheide: Freie Schwimmer Charlottenburg— RV. Bor» würts 2 um 14% Uhr. Eiches neuer Platz Der Turn- und Sportverein„Eiche Bohnsdorf" hat sich durch Arbeitsdienstpflicht seiner Mit- glieder einen neuen Sportplatz geschaffen, der unmittelbar am Schloß Falkenberg gelegen ist. Mit dem Platz ist ein Umkleideraum sowie ein eigener Wirtschaftsraum entstanden. Da die Ar- beiten nunmehr abgeschlossen sind, wird der Spiel- betrieb eröffnet. Aus diesem Grunde hat sich Eiche die im Kreisgebiet gut bekannte Freie Turnerschaft Rathenow eingeladen. Spielbeginn 13,15 Uhr. Wir geben dem Ptatzbesitzer die besten Siegesaussichten, zumal er bei Rathenow seinerzeit 6:5 gewann und die Mannschaft gut verbessert hat. Der leuchtende Handball. Zum zweitenmal treten die Arbeiter-Handballer mit einer Neue- rung auf den Plan. Auf dem Sportplatz in der Niebuhrstraße am Bahnhos Charlottenburg zeigen am Sonnabend die beiden Mannschaften der FTGV. Nordring und Nordost einen Kampf mit dem leuchtenden Handball. Das Spiel, das um 19,30 Uhr beginnt, findet unter den denkbar günstigsten Bedingungen statt. Herrscht doch um diese Zeit bereits vollkommene Dunkelheit, so daß durch die Scheinwerferbeleuchtung alle Spieler deutlich zu erkennen sind. Die Hockeyserie Das sonntägliche Hockeyprogramm bringt wieder ewige recht interessante Paarungen. So soll sich in dem Spiel von Tennis-Rot gegen den Verein für Leibesübungen Ostring entscheiden, wer in der Gruppensührung die Vormachtstel- lung behalten wird. Die Tennisspieler haben ihre Mannschaft bereits gut eingespielt und haben die größere Chance. Beginn 12 Uhr auf Platz Ost, Laskerstraße. Der freie Hockeiklub Spandau. der ebenfalls noch in der Spitzengruppe ist, hat sich des stark nach vorn gespielten Athletiksport- klubs zu erwehren, und so werden die Spandauer auf eigenem Platz in der Wilhelmstraße kaum zu schlagen sein. Beginn um 15 Uhr. Der Ar- beitersportverein Rot-Weiß erwartet auf dem Platz in der Schönhauser Allee um 15 Uhr den Sportverein Moabit und dürfte nach seiner guten Leistung in Kottbus knapper Sieger bleiben. Tennis.Rot 2 hat die schwere Aufgabe, dem Ber liner Meister Volkssport Neukölln-Britz ein achtunggebietendes Resultat abzuknöpfen, wenn auch von vornherein mit einer Niederlage zu rechnen ist. Beginn 13.30 Uhr auf Platz Ost. Der Männerturnoerein Bernau wird den Arbeitersport- verein Schöneberg bei sich zu Gast haben und den Schönebergern einen guten Kampf liefern. Be- ginn 13 Uhr am Wasserturm. Der Arbeitersport- verein Rot-Weiß 2 und der Sportverein Moabit 2 treffen sich um 13.45 Uhr in der Schönhauser Allee. Die Freie Turnerschaft Groß-Berlin Tem- pelhof und der Verein für Leibesübungen Ostring 2 tragen um 15 Uhr im Volkspark Mariendorf ein Pflichtspiel aus.— Bei den Frauen hat Rot- Weiß in der Mannschaft des VfL. Ostring einen ebenbürtigen Gegner. Beginn um 12.45 Uhr in der Schönhauser Allee. Tennis-Rot 1 mutz gegen die 2, Abteilung antreten. Beginn 15 Uhr auf Platz Ost. Die Nacht der Jagden Tietz-Schön die stärksten Männer im Sechstagefeld— Kroll ausgeschieden In der Abteilung A. trifft der Kreismeister Volkssport Wedding mit der FTGB.-Süden 2 um 10,40 Uhr auf dem Platz in der Katzbachstraße zusammen. Wedding gilt ganz selbstverständlich als Favorit. Anders sieht es dagegen in dem Spiel Turnerschaft Brandenburg gegen die Sportvereinigung Nowawes aus, das um 15 Uhr in Brandenburg beginnt. Wir erwarten hier ein knappes Resultat für Nowawes, wären aber über ein Unentschieden oder einen Brandenburger Sieg nicht überrascht. Zur gleichen Zeit stellen sich auf dem Gemeindesportplatz in Hennigsdorf dig Freie Turnerschaft und die FTGB.-Nordring i>em Schiedsrichter. Hier wird Nordrings tech- nische Ueberlegenheit den Ausschlag geben, doch ist der Eifer der Hennigsdorfer nicht zu unter- schätzen. In der Abteilung B müßte es die FTGB.-Süden gegen Volkssport Wedding 2 um 11,50 Uhr sehr leicht haben. Wedding wird jedenfalls auf dem Katzbachplatz schwer kämpfen müssen. Auf dem Platz im Neuköllner Stadion treffen um 15,40 Uhr Volkssport Neukölln und Eintracht Mahlsdorf zusammen. Mahlsdorf ist den Neuköllnern nicht mehr gewachsen und glaubt selbst nicht an einen Sieg. Der ASV.-Schöneberg tritt aus eigenem Platz, Rubensstratze, gegen die FTGB.-Stralau um 15 Uhr an. Trotz des Platz- Vorteils rechnen wir mit einem gleichwertigen Spiel. Bezirisklasse Ostcm Eich!-, Köpenick 2— Friesen-Fitrsten- walde um IS Uhr Eiche-PIatz. FSB. Strausberg— FT. Kalkberge um 15 Uhr in Strausberg. TCP. Kaulsdorf— BfL. Ostring um 13 Uhr DUrerstraßc. FTistB-Ltchten, bcra— Ciche.Bohnsdorf 2 um Iii Uhr Houffstrasie. FT. Gallun— FT. Zeuthen um 14 Uhr.. FT. Klcinbcstcn— FT. Wildau um 13 Uhr.— Frauen: FTGB.-Slldost— Eiche» ■ I m__ Uhr. Bohnsdorf um 11 Uhr.. Eport-Club um 10 Uhr. Be,irl»tlaffe Norden: MTB. Bernau— SV. Moabit um 11 Uhr in Bernau. FT. Schwante— FTGB.-Zlordost 2 um 13 Uhr. ASV. Wedding— Bolksfport Gedding 2 um 14% Uhr Platz Rehbcrge. FT. Neurupvin— FT. Velten 2 um 14 Uhr in Neuruppin. FT. Bötzow— Volkssport Aeißensee um 14% Uhr.— Frauen: Volkssport Wcd» ding— FT. Velten um 14 Uhr Platz Rehbergc. Bexirkoklasse Westen: FT. Bornstedt 2— Baumwerdcr 2 um ll Uhr. FT. Bornstedt— Baumwerder um 12 Uhr. Charlottenburger Schwimmer— FTGB.-Spandau um 13 Uhr Platz Iungfernheide. Bezirkoilasse Süden: FT. Wilmersdorf— Volkssport Neu» kölln S um 11 Uhr Ciceroplatz. FSB. Teltow— MTV. Snerenberg um 11 Uhr in Teltow. FS. Fehlendorf— FTGB.-Südcn 3 um 13 Uhr Spandauer Etratzc. FT. Wilmersdorf 2— FSB. Fichte um ggf, Uhr Ciceroplatz. ASV. Neukölln— ATV. Ruhlsdorf um>1 Uhr Platz K Neu» köllner Stadion.— Frauen: Luckenwalde u— FT. Treuenbrietzen um 13.10 Uhr. Luckenwalde A— Luckenwalde 1. Abt. 2 um 13.10 Uhr. FE. gchlendorf-FSV. Fichte um 14 Uhr Spandauer Straße. Frohe Stunde— FTGB.»Süden um 12 Uhr Platz Grenzallee. FS. Tempel» Hof— ASV. Schönebcrg um 11 Uhr Platz Tempslhof. Serie der Ruderer und Kanufahrcr: Auf Sau Platz Normannenstraste spielen: RV. Vorwärts— FTGB..Kanu um 11 Uhr. RV. Vorwärts 3— FTGB..Ruderbezirk um 12.10 Uhr. Auf dem Platz in Spandau, Seeburger Strahc: RV. Collegia— Freie Kanufabrer Spandau um 10 Uhr. altbootfahrer Berlin um IOV2 Uhr. Auf dem Platz Jung- Es wäre nicht zu oerstehen, daß sich die Wirt- schaftskrise nicht auf die große Veranstaltung im Sportpalast auswirken sollte, die unter dem Namen Sechstagerennen läuft. Gestern abend waren recht große Lücken auf Rängen und Tribünen festzustellen: sogar der Heuboden, der billigste Platz, hätte noch Besucher ausnehmen können, das beste Zeichen dafür, daß auch dem sogenannten kleinen Mann, der von alters her Radrennen als seinen Sport ansieht, selbst diese kleine Abwechslung nicht mehr möglich ist. In der Nacht füllten sich dann die teuren Plätze noch ein wenig, als Theater, Variete, Kabarett und Film ihre Pforten schlössen. Wir sprachen von einem Notstands-Sechstage- rennen. Nicht erst der Besuch brauchte dafür den Beweis zu erbringen. Die Aufmachung der ganzen Veranstaltung ist den Zeiten angepaßt, resp. durch sie veranlaßt. Die Büfetts sind leer, Salzstangen-, Rauchwaren-, Schokoladenoerkäufer machen keine Kassee: an der Bar, die früher stark frequentiert war, langweilen sich die geschminkten Mädchen, Konservenmusik muß mehr als sonst die lebenden Musiker ersetzen. Früher warf die Direktion über 100 000 Mark für die Fahrer aus, diesmal sind es nur 65000. Dreizehn Paare teilen sich in diese Summe; sie fühlen also auch den Lohnabbau. Trotzdem ist das Haus bei Stimmung. Laut, sehr laut wird über jede über das normale Maß hinausgehende Aktivität der Fahrer quittiert. Nur eines versteht man immer noch nicht: Warum nämlich die lächerliche Neutralisation des Rennen in den Vormittagsstunden nicht auf- gehoben i st! Es ist wirklich nichts als Quälerei für die Fahrer, die während dieser Zeit nicht recht schlafen und nicht recht fahren können. Wer zum Sechstagerennen geht, opfert in 95 von 100 Fällen die Nachtstunden dafür, und deshalb sollte man die Nacht als Hauptaktionszeit belassen und den Vormittag für Ruhe freigeben. Alle würden davon profitieren, die Fahrer, das Publi- kum und nicht zuletzt die Veranstalter! * Gestern nacht war es aus den Latten etwas verrückt. Es ging das Gerücht, daß die Renn- leitung für die Zählung und Registrierung der gewonnenen und verlorenen Runden, der Spurts und der geplatzten Reifen mit den dazugehörenden Hauptabschürfungen eigens Mathematiker und Statistiker berufen habe. Nach einer Unzahl von Jagden, in der sich insbesondere der Senior der Mannschaften, Oskar Tietz, ganz hervor- ragend schlug, ergab sich um 12 Uhr folgen- der Stand des Rennens: Spitze: Tietz-Schön, Buschenhagln-Refiger. Eine Runde zurück: Funda-Mai- Ab« unterhalt geworden ist. Es gibt viele Artisten, die von Jugend auf nichts weiter kennen als das Rampenlicht der Bühnen. Die Liebe zu diesem � Beruf, die Freude an artistischen Leistungen hält sie immer wieder an ihrem Beruf fest. Auch die Arbeiterartisten haben diese Freude an Leistungen der Akrobatik in den verschiedensten Formen. Wenn sie neben ihrer beruflichen Tätigkeit sich in den Abendtrainingsstunden zusammenfinden und immer wieder neue akrobatische Tricks probieren, so tun sie das nur aus Liebe zu diesen Körper- Übungen Allerdings werden die artistischen Dar- bietungen der Arbeiterartisten nicht zu geschäft- lichen Zwecken ausgenutzt. Lediglich die Freude am Können und anderen dieses Können vor- führen zu können, das ist es, was sie zu dieser Tätigkeit veranlaßt. Reichlich sind die Meldungen zu diesem Reichs- Artistenwettstreit eingelaufen, nicht nur aus Berlin, auch aus Braunschweig, Schkeuditz, Mag- deburg, Chemnitz, Dessau, Dresden, Freithal, Finsterwalde und Leipzig. Man bekommt ein richtiges großes Varieteprogramm zu sehen. Die einzelnen Nummern werden durch ein Schieds- gericht auf Leistungsfähigkeit. Ausmachung und Bühnenfertigkeit gcwertet. Es verlohnt sich da- her, dem Artistenwettstreit beizuwohnen, Reichs- tagsabgeordneter Franz K ü n st l e r wird Be- grühungsworte sprechen. Saalerösfnung bereits um 15 Uhr, Vorverkauf in der Geschäftsstelle der Bundestreuen Athleten, Gubener«tr. 59, bei Frohne sowie bei Brüller, Neukölln, Kaiser- FriedrichStr. 77, und im Bezirksoerband der SPD., Lindenstr. 3. zurück: Gebrüder Nickel. 2 Runden dorn. Siegel-Thierbach(die gestern dis zum Abend allein die Spitze hielten), Buse-Maezynski.'6 Runden zurück: Broccardo-Guimbretiere. Bulla-Bresciani, Rieger-Ehmer. -l Runden zurück: van Kempen-Pijnenbura, Bupsse-Billiet, �roll-Miethe. 5 Runden zurück: Ahlers-Becker. Ein M a s s e n st u r z vor den Kabinen, der recht gefährlich aussah und Reifenschaden zur Ursache hatte, kostete Kroll die weitere Teil- nähme am Rennen. Cr mußte aufgeben, sein Partner Miethe blieb Ersatzmann. Jedenfalls gaben die Fahrer keine Ruhe, immer wieder setzten die Jagden ein, immer wißKer wurden Rennen gewonnen und verloren, so daß es fast unmöglich war zu kontrollieren und zu registrieren. Als das Rennen am Freitag früh um 6 Uhr neutralisiert wurde, lagen E ch ö n- T i e tz, die in dieser Nacht am weitaus besten gefallen konnten, mit R u n d e n v o r s p ru n g allein an der Spitze vor Maidorn-Funda und Gebr. Nickel. Sehr gut fuhren auch wieder Buschenhagen- Resiger, die starken Franzosen Broccardo-Guim- bretiere und die Belgier Buysse-Billiet legten sich eine gewisse Zurückhaltung auf, während die Holländer P. van Kempen-Pijnenburg auch in dieser Nacht absolut nichts zeigten. Bei Eintritt der Neutralisation(31. Stunde: 833 Kilometer) war der Stand des Rennnens folgender: Spitze: Tietz-Schön, 230 P.; e i n e R u n d e z u r ll ck: 2. Waedorn-Funda, 301 P.; 3. Gebr, Nickel, 81 P.;, w e i Runden zurllck: 4. Buschcnhagcn.Rrstaer, 187 P.: drei Runden zurllck: 3. Siegel-Thiervach, 188 P.: Ii. Broccardo-Guimoretiere, 99 P.; 7. P. van K-rnpem» Pijnenburz, 36 P.: v i e r R u n d c n z u r ll ck: 8. Ricgcr» Ehmcr, 33 P.: 0. Buse.Maczpnsli, 28 P.: 10. Bulla-Bres» ciani, 20 P.: sechs Runden zurück: 11. Bunsse- BiNiet, 116 P.: zehn Runden zurück: 12. AHIers» Becker, 42 P. Mt-itie Ersatzmann, Was zu berichten ist Tilden u. Co. im Sportpalast. In der Zeit vom 25. bis 27. November finden im Berliner Sport- palast internationale Tenniswettkämpfe der Be- rufsspieler statt. Auf einem vorschriftsmäßig her- gerichteten Platz wird man die Tilden-Gruppe mit Big Bill Tilden, seinem Landsmann Barnes, den Gebrüdern Karl und Jan Kozeluh sowie die beut- schen Meister Roman Najuch und Hans Nllßlein im Kampfe sehen. Zockey Florians Befinden ernst. Der am Sonn- tag in Strausberg mit Kermak schwer gestürzte junge Jockey K. Florian liegt noch immer in sehr ernstem Zustande im Rüdersdorfer Krankenhaus. Die Leitung des Krankenhauses teilte am Dienstag- abend mit, daß Florian die am Montag vorge- nommene Bauchoperation gut überstanden habe. Es liegen aber noch andere schwere Verletzungen vor, als daß man den jungen talentierten Reiter bereits außer Lebensgefahr bezeichnen könne. �ieusel-Schonrath verlegt Der für Freitag, 18. November, im Berliner Sportpalast vorgesehene zweite dieswinterliche Loxgroßkampftag kann nicht stattfinden, da einer der Hauptkampfteilnehmer, Walter R e u s e l- Bochum, plötzlich an Grippe erkrankt ist. Neusel ist bekanntlich der Gegner von Schönrath-Kre- seid in der Ausscheidung zur deutschen Schwer- gewichtsmeisterschast, und die Sportpalastleüuug hat sich infolge Aussalls dieser Hauptnummer ihres Programms dazu entschlossen, die ganz« Veranstaltung aus einen späteren, noch nicht fest- stehenden Termin zu verlegen. Schwarzes Brett T«»vi»-Rot, Prenzlauer Berg. Sonnabenö, 12. Novem- ber, ab 13 llbr, Saudballtraining, Sportplatz Laskerstratze. Sonntag, 13. November, vom Spillelmarti mit der Dienstag, 13. November, Frauentraining, Tennisballe, Koppcnstr. 76, 18 bis 22 Uhr. Freie Turnerfchait Srotz-Berlin. Wegen der starten Nachfrage nach Eintrittslartcn zum Wintergarten müssen diese bestimmt bis Sonnabend, 12. November, in der Ge» ichästssielle abgerechnet werden. Nichtverrechnete Karten gelten als verlauft. Turn-»nd Sportverein„Eiche-, Kopenick. Sonntag, A rbeiter-A rtisten Großer Wettstreit in der Neuen Welt Am Sonntag, 2 0. November, werden die Arbeiterathleten des vierten Kreises einen A r- t i st e n w e t t st r e i t abhalten. Diese Veranstal- tung, die in jedem Jahre wiederholt wird, ver- einigt in der„Neuen Welt", Hasenheide, über 16 erstklassige Darbietungen. Wie oft wird der Zuschauer von den Dar- bietungen der Artisten in Variete und Zirkus in Spannung gehalten. Ein Beruf, der nicht immer so glänzend bezahlt wird, wie die Aus- machung es zeigt. Gar mancher kann ein Lied vom Kampf um Lohn und Brot singen. Hinter dem freundlichen Bühnengeficht lauert oft Sorge und Not. Und doch, dieses Festhalten, dieses An- klammern an den Beruf, der ihnen zum Lebens- Schloßplatz: �lllerssportler: 8 Uhr Lindenstraße lPost), Freie Kanusahrer Spandau. Sonntag, 13. November, 10 llhr, zweite» Serienspiel gegen Collegia I, Sportplatz Spandau, Wilhelmstraße. Nnderverein Collegia. Tresf zur Bußtagswanderung um 8Zb llhr: Wanderer: Spanoau-West, Bahnhof: Radfahrer: Zpandau-Marlt. Turn- und Sportverein„Eiche'-. Köpenick. Alterssportler treffen sich am Sonntag zur Partie schon um 7ZH llhr an der Post. FTGB., Bezirk Lichtenberg. Treffpunkt für die Winter» gartenveranstaltung Sonntag, 13. November, 10 Uhr, Bhf. Stralau-Rummelsbura, Eingang Sonntagstraße. Radsahrcr„Solidarität". Sonntag, 13. November, Abfahrt dtzr Ortsgruppe nach Kirschgarten, Weltrestauranl. Sammilstart in Hirschgarten. Wcltrestaurant, 13 llhr. Die Abteilungen starien: Prenzlauer Berg: 13 Uhr Holder, Oderberaer Str. 20, Friedrichshain: 13 Uhr Petersburger Platz. Neukölln: 8Vz und 13 Uhr Hohenzollernplatz. Bahn- iahrer 13 Uhr Bhf. Neukölln. Moabit: 13 Uhr Schmidt, Wiclefstr. 17. Für alle anderen Fahrten Startverbot.— Achtung, Fahrwarte I Dienstag, lö. November, 20 Uhr, Fahrwartesigung, Lohann, Brüderstr. 18—18. Freie Wasfersahrer Köpenick 1024. Sonntag, 13. Novem- bei, Ausslug nach dem Naturschutzgebiet in den Mllggel. bergen. Frauen treffen sich 8 llhr Bhf. Köpenick, Männer öve Liv 8 Uhr Stragenbahnhaltestelle Köpenick(Krankenhaug). Nach Rückkehr, 13� Uhr, im Bootshause gemeinsamer Mittag». tisch. DAS HERREN-BEKLEIDUNGSHAUS