Morgen- Ausgabe Nr. 539 A264 49. Jahrg. Redaktion und Ber kag- Berlin 5 XV 68, Lindenstr. 3 FernsprttH«!«7 Am, Dönhoff 292 M« M7 ■JettgtaramabKffe! EvziaNxmotral"Setlin VOLKSBLATT DIENSTAG 15. November 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts....... 15 Pf. BezugSbebtngungen unb n den Hunger st reik getreten. Die kommunistischen Festungsgefangenen in Bielefeld haben den Hungerstreik, den sie wegen der ftrafverschärfendcn Bestimmungen begonnen hatten, aufgegeben. Nachdem die Verhältnisse im Gerichtsgebäude durch Vertreter des Justizministeriums untersucht und festgestellt worden war, daß der beengte Hof nicht ausreiche, den Fcstungsgefangenen die Bewegung im Freier- zu ermöglichen, ist beschlossen worden, den Ge- fangenen täglich einen zweistündigen Aujencholt auf einem Sportplatz zu gewähren. Otto Bauer und Einheitsfront Vsrlmii(Himxen der beiden Internationalen sind der Weg Deutsches Kulissenspiel Eigener Beruht des„Vormärfs" Wien. 14. November. Auf dem sozialdemokratischen Parteitag referierte Ltto Bauer über„Faschis- mus. Demokratie und Zozialismus". Er führte in den Hauptzllgen aus: Die Grunderkenntnis des Marxismus, daß jede Umwälzung der wirtschaftlichen Basis auch den politischen und geistigen Ueberbau umwälzt, ist niemals so anschaulich bestätigt worden wie gerade jetzt. Nirgends ist das so deutlich sichtbar, wie in den Ereignissen im deutschen Reich, die auch für Oesterreich schicksalbestimmend sind. Deutschland hat l92S bis 1929 eine Zeit glänzender Konjunktur erlebt. Das war die Zeit, in der sich die deutsche Republik befestigt hat, in der die Rebellionen gegen die Republik von rechts und links aufgehört haben. Dann kam die Ivirtschastskrise und mit Ihr sosorl die un- geheure Flut des Jlalionatfafchismus. Der deutsche Parlamentarismus wurde zerstört und funktionsunfähig gemacht, die alten herrenklaffen konnten ihre Diktatur wieder aufrichten. In Mitteleuropa haben die Bauern, anders als 1917 in Rußland, nicht auf der Seite der Revo- lution gestanden. Sie haben sich vielmehr zum größten Teil auf die Seite der Reaktion geschlagen. Man muß das unserer Arbeiterjugend, die diese Zeit nicht miterlebt hat, immer wieder erklären. Deshalb konnte die mitteleuropäische Revo- lution über den Rahmen der bürgerlichen Demo- kratie nicht hinaustreten, deswegen konnte sie den Faschismus nicht töten, deswegen bleibt er in den Republiken einstweilen noch be- stehen. Aber wir müssen auch noch ein« andere Seite des Faschismus sehen Es gibt«inen großen Teil der arbeitenden Volksmasien, die mit der Bourgeoisie-Politik unzufrieden sind. Der von der Krise ruinierte Keinbürger und Bauer, der Angestellte und der Beamte, desien Gehalt gekürzt wird, sie lehnen sich gegen die Bourgeoisie- Politik auf und träumen in politischer Naivität und Unausgeklärcheit von einer Diktatur, die diesem allen«in Ende bereiten werde. Wir werden uns gewiß darüber nicht t ä u- s ch e n. daß man mit parlamentarischen Mitteln allein die Demokratie nicht oertei- digen kann. Wir müssen unseren Genossen immer wieder klarmachen, daß in dieser gegenwartigen Lage die Verteidigung der Demokra- tie gegen Reaktion und Faschismus die aller- wichtigste Aufgabe ist. Ob eine reoolutio- näre Situation die Demokratie sprengen muß, ob eine revolutionäre Situation einmal der Arbeiter» llasie die Macht in die Hand geben wird, darüber zu diskutieren hat heute keinen Sinn Wir müssen verstehen, daß heute und hier die Entscheidung nicht zwischen Kapitalismus und Sozialismus fällt, sondern daß wir im Augenblick vor einer ganz anderen Frage stehen: Umzingelt vom Faschismus auf allen Seiten, ist es die erste und wichtigste Ausgabe des Proletariats, hier eine Insel demokratischer Freiheit zu bewahren. In allen Ländern aktuell ist die Frage der C i n- h e i t s f r o n t de« Proletariats. Ich möchte vor ollem eines aus der Debatte ausschließen: Ein- heitsfrontmanöoer sind kein Weg zur Einheitsfront. Es gibt nach meiner festen Ueberzeugung nur einen weg zur Einheilsfronl des prolelariais im inlernalionalea Maßstab, da, sind direkte Derhandlungeu zwischen der Sozialistischen Arbeiterinternationale und der Komintern. (Stürmischer Beifall.) Rur von Internationale zu Internationale, nur zwischen Zürich und Moskau kann die Einheitsfront begründet werden. Wir müssen uns fragen, ob der Augenblick dazu reif ist. Heute schon die Verhandlungen einzuleiten, dazu ist der Moment noch n i ch t da. Ich bin überzeugt, daß dieser Augenblick kommen wird, weil geschichtliche Notwendigkeiten dies durchsetzen müssen. Aber mit der Einheitsfront ist da« Pro- blem der M a ch t e r o b e r u n g des Proletariats noch nicht erschöpft. Ich bin überzeugt, daß mit dem zweiten Sturz der englischen Arbeiter- regierung und den Ereignissen der letzten Jahre, besonders dieses Jahres im Deutschen Reich, das Ende einer ganzen Geschichtsepoche bezeichnet wird und der Beginn einer neuen Epoche, einer neuen internationalen Arbeiterbewegung begonnen hat. Wir stehen am Beginn einer Zeit mit schweren, langen Krisen, die nur von kurzen Erholungsperioden unterbrochen sein werden Darum müssen wir die Arbeiterklasie zu der materialistischen Erkenntnis erziehen, daß der Kapitalismus naturnotwendig aus seinem eigenen Wesen heraus nicht nur infolge der Bosheit seiner Träger zur Verelendung der Massen führt, wir müssen sie zu der Erkenntnis erziehen, daß der Weg nicht zurückführen darf zur Bourgeoisiepolitik, zur Monarchie und zu Diktaturen. Der Kapitalismus erlebt jetzt eine Weltblamage. Cr zeigt, daß er nicht imstande ist. in einer Zeit, die reich ist an N''brunqsmitteln. Rohstoffen und Maschinen, die Menschen mit allem Notwendigen zu versehen. Deshalb flutet die Welle des Faschismus hoch, und sie flutet auch in unser Land. Es ist der Augenblick, in dem wir uns einzig und allein zum Kampf gegen diesen Faschismus zu rüsten haben, um die Demokratie und die Freiheit der Arbeiterklasse aufrechtzuerhalten. Stürmischer, anhaltender Beifall folgte diesen Worten. Am Dienstag folgt das Referat Karl Renners über„Die Wirtschaftspolitik in der heutigen Zeit". Das Aergernis Der Fall Hussong Friedrich Hussong, der politische Leitartikler Hugenberg», tut sich viel darauf zugute, daß er seine Ueberproduktion an Galle— sie ist erheb- lich— gegen die Literatur verspritzt. Er hat sich zu Beginn oieser Woche«in neues Ziel er- koren, den„Fall Hauptmann". Bitte— es handelt sich weder um einen Kriminalsall, noch um einen Skandalfall, sondern um die bekannte Tat- fache des 7l>. Geburtstags. Das sieht bei Husiong so aus: „Das Aergernis neigt dem Ende zu. Zum unwiderruflich letzten Male findet in dieser Woche Gerhart Hauptmanns 70. Geburtstag statt..... Eine Reklameangelegenheit, ein Auf- putsch.... Von Anfang an ging Hauptmann auf fremden Krücken.... Man möchte uns diesen Stammler der ärmsten Enge als einen Geist und Genius von Weltweite auf- schwatzen usw. usw." So schrieb Friedrich Hussong am Montag in der Morgen ausgab« der Hugenberg-Presse. Es vergingen sechs Stunden, es erschien die Hugen- bergsche„Nachtausgabe", und, siehe da, das „Aergernis" neigte keineswegs dem Ende zu, sondern--- eine ganze Beilage der „Nachtausgabe" war ausgefüllt mit der„Reklameangelegenheit" Ger- hart Hauptmannl Hauptmanns Geburts- haus findet sich darin ebenso gewissenhaft ab- gebildet, wie der von der Gemeinde Salzbrunn ihrem Ehrenbürger Gerhart Hauptmann gesetzte Denkstein.„Auf Erinnerungsspuren in Gerhart Hauptmanns Heimat",.„Im Geburtszimmer de» Dichters".„Der Sohn Schlesiens", so lauten die Uederschriften— welch ein„Aufputsch"! Es wäre übermenschliche Grausamkeit, noch Salz in die Wunden des hereingefallenen Aerger- nisnehmers Friedrich Hussong zu reiben. Aber eine Erinnerung können wir uns doch nicht ver- sagen: als Gyrhyrt Hauptmann mst den„Webern". ? n b 1 i Ii u m: Wir wollen endlich wissen, was hier gespielt wird." Direktor v, P a p e n:„Geduld, der Vorhang wird gleich hochgehen," r Ks» dem„Florian Geyer" und dem„Fuhrmann Henschel" aus der Höhe seines Schaffens wandelte, da war es allerdings die Scherl-Presie, die in Untertanendemut mit Wilhelm II. diese„Rinn- stdnfunst" ablehnte. Aber wie hießen die Litera- turgötter, zu denen Scherls Holzböcke damals auf- blickten?— Wir nennen ihre Namen auf die Gefahr hin, daß keiner unserer Leser sich ihrer noch erinnert: es waren die Hofpoeten Wilhelms ll., Josef Laufs und Ernst von Wildenbruch.. Wir sind keine kritiklosen Hauptmann-Schwör- mer—«e sei auf den Artikel Hermann Wendel» verwiesen. Aber es bereitet uns doch einige Genugtuung, mit dem„Aergernis" Hauptmann sympathisiert zu haben, als Herrn Friedrich Hussongs Blatt in Laufs und Wildenbruch die Unsterblichen der deutschen Literatur vermutet«. GerharS-yauptmanu-Feier Festliche Ehrung in den Ausstellungshallen Am Vorabend des Heutigen 79. Geburtstag Gerhart Hauptmanns veranstallete die G e- nossenschaft deutscher Bühnenange- hörige? gemeinsam mit den Verbänden der deutschen Bühnen und des d e u t- fchen Schrifttums eine Gerhart-Hauptmann- Ehrung in der Ausstellungshalle II am Kaiser- dämm, die sehr starken Besuch auswies und an der der Dichter und seine Gattin teilnahmen. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man die Botschafter Spaniens, Rußlands und Italiens, den Schweizer, portugiesischen, irischen und rumänischen Gesandten, ferner zahlreiche Der- treter der Reichs- und Staatsbehörden, sowie viele prominente Persönlichkeiten der Berliner Kunst- und Vühnenwelt und des deutschen Schrifttums. Die Halle hatte festlichen Schmuck mit den Farben des Reichs, Preußens und Berlins erhallen. Gerhart Hauptmann wurde bei seinem Er- scheinen stürmisch von der Menge begrüßt Die III. Leonoren-Ouoertüre von Beethoven, gespiell vom Berliner Funkorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Eugen Jochum, leitete die Feier ein. Hieraus ergriff Oberbürger- m e i st e r Dr. S a h m zu einer Festansprach« das Wort. „Wir stehen am Vorabend des 79. Geburtstages Gerhart Hauptmanns", so führte er aus.„Das deutsche Volk rüstet sich, den Tag der Vollendung des siebenten Jahrzehnts zu einem Ehrentage für den großen deutschen Dichter zu gestalten. Berlin, das ihm zur zweite» Heimat geworden ist, erlebt heute die Ehr« und Freude, Gerhart Haupmwnn, den Führer, den Wegweiser einer neuen Ateratur- epoche im deutschen Kulturleben, in diesem Fest- räum zujubeln zu können." Der Pulsschlag der Weltstadt konnte auf den Dichter nicht ohne stärkste Einwirkung bleiben. Kein Wunder sei es gewesen, daß d>e schwermütig« märkische Landschaft auch Gerhart Hauptmann in ihren Bann gezogen habe. Wie sehr er in dieser zweiten Heimat Wurzel gefaßt habe, das zeige der Hintergrund von vielen seiner Werte, in denen viel„Berlinisch" enthallen sei. Dr. Sahm schloß: „Wir verbeugen uns heute in ehrfürcktiger Dank- barkeit und Bewunderung vor dem Genius Ger- Hart Hauptmanns, der seine Schöpfung willig der Menschheit bietet." Der Dichter Carl Zuckmayer brachte dann in begeisterten Worten den Dank der schafsenden deutschen Jugend und des deutschen Schrifttum» an Gerhart Hauptmann zum Ausdruck. Carl W a l l a u e r stattete sodann de» Dank des deut- scheu Theaters und der deutschen Schauspielerschast an Gerhart Hauptmann in beredten Worten ab. Nachdem Frida Leider den Schlußgesang der Brünhilde aus der„Götterdämmerung" vor- getragen hatte, dankte Gerhart Hauptmann selbst, von stürmischem Beifall umbraust, in be- wegten Worten für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Er wies dann daraus hin, daß man von seiner Person absehen und den Tag zu einer Ehrung der Kunst werden lassen möchte, die ohne humane Wesensart undenkbar fei. Das Wort „Kunst ist Religion" wandelle er dahin ab, daß seine Kunst sein« Religion sei. Gerhart Haupt- mann schloß mit dem Geständnis, daß er Freude und Stolz über die ihm zutell gewordene Ehrung empfinde, denn es gebe wohl nichts Schöneres, als das Bewußtsein, in der Achtung und Liebe der Mitmenschen beschäftigt zu sein. Nach weiteren stürmischen Ovationen für den Dichter schloß der'„Wachtauf"-Chor und die Ansprach» des Hans Sachs aus den Meistersingern unter Leitung von Prof. Dr. Max v. Schillings und mit Kammersänger Wilhelm Rode als Solisten die eindrucksvolle Feier. Hindenburg an Hauptmann Der Reichspräsident hat an Gerhart Hauptmann folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Hauptmannl Zu Ihrem 79. Geburtstag spreche ich Ihnen meine herz- lichsten Glückwünsche aus. Anläßlich Ihres 69. Geburtstags ist Ihnen die höchste Auszeichnung de» Reiches, der Adlerschild, oerliehen worden. So bleibt mir heute nur übrig, erneut der An- erkennung Ausdruck zu geben, die das deutsche Volk Ihnen und Ihrem dichterischen Schaffen entgegenbringt, und den Dank zu wiederholen, der Ihnen für Ihre Verdienste um die deutsche Kunst und nicht zuletzt für die Vertretung und Verteidigung des deutschen Gedankens in der Welt in so reichem Maße gebührt. Ich wünsche Ihnen ein langes weitere» Leben voll Gesundheit und Schaffenskraft und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr sehr ergebener gez.: vonHindenburg." Tagung der Kriegsopfer Zurück zur Demokratie! Eigener Bericht des„Vormärts" Königsberg. 14. November. Auf der Reichskonferenz des Reichs- bundesder Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und Kriegerhin- terbliebenen folgte nach der schon mitgeteil- ten Eröffnungsrede des Vorsitzenden P s ä n d n« r die Begrüßungsansprache. Den ersten Tagesordnungspunkt bildete ein Vor- trag von Univ.-Prof. Dr. hermberg-Jena über „Dirlschoflskrlse und Sozialpolitik".' Er brachte eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit der Funktion sozialpolitischer Mahnahmen in der kapitalisttschen Wirtschaft. Staat und Selbst- schutzoerbände haben nicht die Aufgabe, den Wirt- schaftsertrag, sondern den Menschen vor der Wirtschaftzu schützen! Prof. Hermberg schloß mit einem entschiedenen Bekenntnis zur be- wußten Planwirtschaft: die Kräfte müßten mobil- gemacht werden, um ein neues System bauen zu helfen. Auch der Vortrag des zweiten Bundesvorfitzen- den N o a über „Die Rot der Kriegsopfer" brachte aus reichhaltigem Tatsachenmaterial schwere Anklagen gegen den sozialreaktionären Kurs der Papen-Regierung. Nicht nur, daß materiell die Versorgungsberechtigten schwer geschädigt wurden, sondern auch in ihren Rechtsansprüchen, im Verfahren zu ihrem Rechtsschutz sind einschnei- dende Verschlechterungen durchgeführt worden, die zudem unzweckmäßig, uneinheitlich und planlos die Grundsätze von Versorgung, Versicherung und Fürsorge vermengen und verwischen. Bei den un- zulänglichen Fürsorgesätzen leben heute Millionen schon in bitterster Not, auch wenn sie nicht auf den Straßen sichtbar ist. Auch dieser Redner unterstrich das Versagen der Gesellschaftsordnung vor ihren Aufgaben, das an dem fehlenden sozial- politischen Schutz zuerst erkennbar wird, und zeigte auf, daß die Rechtsordnung den Eigentumsbegriff, die Staatsordnung das Herrschaftsprinzip und das Wirtschaftssystem die sozialen Abhängigkeitsver- Hältnisse überspitzt hat. An Einzelheiten bewies er, wie verhängnisvoll sich das Regieren einer unverantwortlichen Ministerialbürokratie unter dem Notoerordnungsregime ausgewirkt hat, und betonte, daß bei allen Schwächen des Parlamen- tarismus dieser noch weit besser funktioniert hätte als die heutige Derordnungswirtschaft! Der Re- serent umriß die dringlichsten Forderungen der Kriegsopfer im einzelne» und schloß unter leb- hastem Beifall der Versammelten mit dem Ruf: Zurück zur Demokratie, zurück z,um Recht! Aus den weitere» Beratungen der Konferenz verdient der Bericht des Reichstagsabgeordneten R o h m a n n- Stuttgart über die Tätigkeit der „Ciamae", der Internationale der Kriegsopfer, hervorgehoben zu werden, ferner das Referat von Landrat Dr. F o t h- Neustrelig über die Tätig- keit des Völkerbundes in der gleichen Richtung. Die Bundessekretärin H a r n o ß- Berlin erstattete über die Erziehungsbestrebungen der Kriegsopfer- verbände aufschlußreichen Bericht. Die Verhandlungen am Sonntag galten mehr innerorganisatorischen Angelegenheiten. I Preise nur Dienstag. Lebensmittelrusendungen von 5,00 M. an. Telephonische und schriftliche Bestellungen werden prompt erledigt. Verkauf soweit Verrat. Mengenabgabe vorbehalten* Wild und Geflügel Fische und Räucherwaren Gänse frisch...... Pfd. von 0,75 Enten.............. Pfd. von 0,78 Hasen gestreift und ans- geworfen............ Pfd. von 0,78 Rehblätter........ Pfd. von 0,75 Wildragout....... Pfd. von 0,30 Wurstwaren Dampfwurst.......... Pfd. 0,75 Fleischwurst........... Pfd. 0,85 Jagdwurst............. Pfd. 0,88 Wiener Würstchen..Pfd. 0,95 ff. Leberwurst........ Pfd. 0,98 Zervelat od. Salami Pfd. 1,15 Schinkenspeck....... Pfd. 1,18 Gekochter Schinken 0,32 Kabliau gross, ohne Kopf, im ganzen........... Pfd. von 0,20 Schellfisch im ganzen, Pfd. 0,30 Katbars............... Pfd. 0,22 Grüne Heringe.... 3Pfd.0,35 Schellfisch geränchert, Pfd. 0,30 Käse und Fette Harzer................. Pfd. 0,25 Margarine.......... 3 Pfd. 0,74 Kokosfett............ 3 Pfd. 0,88 Tilsiter voUfett......... Pfd. 0,68 Schweizer........... Pfd. v. 0,92 Erdbeer-, Aprikosen-, Kirsch-, Orangen-� yß KonfitÜreEimerca.ZPfd.l Seelachs geräuchert... Pfd. 0,38 Seeaal geräuchert......... 0,48 Sprotten geräuchert... Pfd. 0,32 Fettheringe in Tom., 2 Dos. 0,65 Gelsardinen..... 3 Dosen 0,88 Senfgurken..... Spez.-Dose 0,68 Kolonialwaren Kakao stark entölt....Pfd. 0,50 Sultaninen............Pfd. 0,26 Bassin-Reis............ Pfd. 0,15 Linsen.................. Pfd. 0,14 Viktoria-Erbsen....... Pfd. 0,18 Auszugmehl........... Pfd. 0.24 Backobst.............. Pfd 0,36 Pflaumen......... Pfd. von 0,25 Aprikosen........... Pfd. 0,44 Karpfen1' Hecl!!!0>S0 Strümpfe für Damen, Bemberg-Kunstseide, feine weiche Qualität....................... Paar Unterziehschlüpfer für Damen, fein gewirkt, weiss und zarte Farben........................ Stück 1,00 Handschuhe für Damen, gestrickt, reine Weile, mit ge- | mustertem Rand...................... Paar Hausschuhe Bücklinge 0,24 Obst und Gemüse Amerik. Aepfel...3Pfd. Kochäpfel............ Pfd. Tiroler Aepfel........ Pfd. Kochbirnen....... 2 Pfd. Kranzteigen......... Pid. Erdnüsse............. Pfd. Bananen............ Pfd. Zitronen.............. Dtzd. Rosenkohl............ Pfd. Sellerie............... Pfd. Spinat............... 3 Pfd. Grünkohl............3 Pfd. Zwiebeln........... 3 Pfd. Rotkohl............. 3 Pfd. Weisskohl......... 3 Pfd. Wirsingkohl........ 3 Pfd. Möhren............. 3 Pfd. Kartoffeln.......... 10 Pfd. 0,70 0,16 0.15 0,25 0.22 0.25 0,24 0,30 0,15 0,05 0.14 0,14 0.20 0,10 0.10 0,10 0,10 0,24 HirscSiS)lätterQ,50 Pfd. von 7 Kaninchen Q.ßl gestreift und ausgeworfen, Pfd. von 7 Frisches Fleisch Suppenfleisch Pid von 0,45 Schmorfleisch mvon 0,68 Ronladen...... Pfd. von 0,75 Kalbsschnitzel pedvon 1,28 Bratwursl........... 0,78 Eisbein ohne Spitzbein..Pfd. 0,58 Rindergulasch..... Pfd0,64 Kassler miid...... Pid von 0,74 Kalbskeule n zg ganz u.get., b.9 Pfd. schwer, Pfd. v. wg W Schweinekamm n n J u. Kotelett pfd.vonüj04 Molkerei- Butter .Pfd. 1,12 Heringssalat, Fleischsalat oder f| CO Mayonnaise....... Pia UyvP Katfee frisch gebrannt. Pfd. von 1,90 Jamaika- Rum- Verschnitt 40%. in sehr guter Qualität, Ltr.> 5 Ltr. 18,00 ohne Flasche K für Damen, mit ümschlaa, reine Wolle j W b# I und Kamelhaar, m. Filz- u. ledersohle, Paar yrrll l'-V, ftaafs Theater Dienstag, den 15. November staatsoper unter aen Linden 20 Uhr I d o m e n eo staatliches Schauspielhaus 20'4 Uhr Festvorslellung anläßl. des 70. Geburtstages Gerharl Hauptmanns Geschlossene Vorstellung Gabriel Schillings Flucht VOLKSBÜHNE Theater am Bfllewpiatz O 1, Norden 2944. Heute 7 Uhr Hauptmann» Feier einmalige Aufführung: Die Ratten in Premierenbesetzung Tagt. 5 u. 8/s Uhr BUSTER WEST Der komischste Tänzer der Welt CONCELLOS Die Könige d.Lufc MAX ADALBERT FR. GRÜNBAUM Kose- 1 heater OreSe frankfumr Stnli 13? 1-1. VieiAul E 1 3422 8.15 Uhr Der Zigeunerbaron Tagt. 5 u. 815 Stgs. 2, 5 u. 815 U. i Heute letzter Tagt ' Anneliese von Dessau I morgen BU SST AG o 5 und S13 Uhr „HEIMAT" Sonnt, nachm. Z Uhr bill. Preise BETRIEB KEMPiHSKIrT Winter ris Garten t 1 Flora 3434. Rauchen erlaubt I Birkmeyer und sein! Wiener Ballett |z Arconas 2 Burley'sj Hans Kolischer| [10 Brox/ Will Morris! Yra& Ottare usw. Morgen Bußtag iMedau-Schulel 2 Vorführungen; 5 Uhr und 8 Uhr 15. [Bewegung u.Musik j Stadl. Oper Charlotienbun: Fraunhofer 0231 Dienstag, 15. Nov. Turnus I 20 Uhr Rhein�old Rode, Burgwinkel. Thorhorg.Schirach. Kandl, Gombert Baumann. Braun a. G. Dir. Fritz Stledry Deutsches Theater Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Mittwoch 4 Uhr PiIdz FMdt Regie; MaxReinhardl Thimig, Fehdmer Claussen, KaySler, Wegener Kammerspieie Fntvorstellg. 11 Uhrnadits Michael Kramer von fierhart Haaptmanir Klopfer, Melzer. Triesch, Flockina v Platen, Kaiser Liebeneiner. RegieJCH�lartinj| metropoi-ineater I Täglich SV- Uhr 1 Zrihi Massary Schiller Bisinarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6715 Täglich SV* Uhr Robert und Bertram ilürtd Bra-u. Fnh Hindi, Stola Säneland Bußtag SVi Uhr Neidhardt von Gneiaenau DAS FILMISCHE ERLEBNIS] MMWWWW Komödienltaus Schitfbauerdamm 25 D 2 Weidend. 6304—05 HVi Uhr Bußtag H Uhr letzte 4 Aaffübruagen Auslandreise mit Felix Bressart Bußtag 7> j Uhr Der Biberpelz von Gerhart Hauptmann Insienierunp: Bamnwsky WWk'HMVSV? m Eine Frau, die weifi, was sie will! Tlieaierii.Wcslcns I Steinpl. 5121 1 Täglich 8% Uhr 1 Gifto A l p a r in Katharina Bußtag u.Toten- sonntag F�Uhr lugend mit Maria Paudler und Andree Mattoni Zimmer I Ball v. RM. 5.- an Z Bettanv.RM.IO.-ar Hotel- FrDhatOck kompl. RM. 1.50 Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. TUglich SV« Uhr auch Buhtag and Totensonntag Leopoldine Konstantin in: l»le Kacht zum 17. April Lessing-Ttieater Tägl SV. Uhr Grete Mosheim Oskar Homolka in Pygmalion Berlin Hotel EXCELSIOR. Eigent. Cort tkdmei Cafe und Halle: Täglich spielt L. Mischa mit seinem beröhraten Orchester — 10 Hei ren— Im Hause \ugasliner- KcUer Manchen• Berlin ('200 Fers. Sitzfl.) BdScibstbedienunq ' z UL 0.44» jLuO.QS Großer KOchenbetrieb Kleine Preise. Theater Im Ahmiralspalast Merkur 9901 Täglich 8>/, Uhr Hans Albers L i 1 i o m Bußtag u. Totensonntag geschlossen Mlifl MWM-MM Wahlkörper IV: f/Ä, Ein dramatischer Lubitsch- Film in deutscher Sprache nach dem gleichnamigen Bühnenstuck von Maurice Rostand Sinfonisches Vorspiel: Das Capitoi- Orchester Dirigent: Richard Ralph Premiere HEUTE 7 u. 9'- Vorverkauf 12— 2 Uhr Barbarossa 7058 AH ZOO CAPITOL 2, B* B, Bendows Bunte Bühne Kottbusser Straße 6 Oberbanm 3500 früher„Eilte-Sänger" .Hier können Familien Kaffee kochen' Tgl.B1/� ü Sonnt, nadim. Z''» Preise von 50 Pf. an P Theaier I. fl.-, stresemannstr. Täglich S1!*: U wahr. »diöiizuseiD v. Bernard Shaw Moissi, v Thell- mann, Bertens, Evans, Otto, Sitna, Wiemann. Deppe, de Kowa. 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April 193:2, an der teilgenommen haben: 1. Amtsgerichlspräüdent Frank als Borsitzender, Z. Iuftizoberfefrefär Bau«! als Ur- fundsbeamter, auf Grund der Hauvtverhandlung vom 1. und Z. April 1932 i(u Recht: I. Der Angeklagte Martin Gru» b e r, geboren am 28. Mai 18KS in Harthausen, vcrh., Schriftleiter bei Zeitung„Münchener Post" in München, ist schuldig eines foriqeictzten Pergehens der üblen Rachrede und wird deshalb gu einer Geldstrafe von zweitausend Reichsmark, für den Fall der Uneinbringfichleit einer Gefängnisstrafe von vierzig!ss Tagen verurteilt. If. Er hat Me Kosten des Verfahrens � zu traMi und die deni Privat» Apartes fläger Adolf Hitler, Sdiriftsteller. Schlafzimmer, und Führer der Rationalfozialisti->.n>t Äaufa fchen Deutschen Arbeiterpartei in sisäl-Rutzbanm, mo München, erwachsenen notwendigen dcrnstc Bauart, Auslagen zu erstatten. Dem Privatflager wird- die Be MJaMkörper- Versammlungen der arbeitslosen Mitglieder. Wahlkörper III: mittags 12'_■ Ahr, im Sihungsfaal des Vorbands hause«. Ciateaflr. 83 05: Eisen., Metall. Revolver, Ztarusiell■ und Bohrwerksdreher. Schraubendreher. Rundfchlelscr. Einrichter, Autamaten- «tnrichter, Rohrleger und Rohrleger heiser. den aor- mittag« 0 Ahr, tm Sthungssaal des Verbandshauses. Liuteastr. 85 85: Graveure, Zifeteure, Gürtler. Drücker Schleifer, Golvanifeure, Eisensormer. Retollsormer. Äeinmackier. Arbeite- rtnnen, Feilenhauer. Gietzerei- u. Hilss arbeitcr, Zigarettenmafchiaeaführer. Be- triebshondwcrtcr. Binovorführer. WahlkörperV-W'.na� mittag» 2 Ahr, im Sihongssaat des verbandshaufos, Ltnienflr. 8585: Hobler, Bohrer, Stohcr, Fröfrr, Schnitt- ardelter, Walzwcrkarbeitcr, Gold- und Silderarbeltcr, Mechaniker, Optiker. Uhr macher, Werkzeugmacher, Lcharffchleiscr, Arbeitcriaucn. Tagesordnung: Beratung der Anträge und Wahl der Delegierten zur Generalversammlung am 28. Ttoobt, 1932. Zutritt haben nur dicienigen Mitglieder. die im Vrrbanddbnch die Perussoezeich» nung haben, für welche die Perfammlungen cinderuicn sind Ohne Mitgliedsbuch und Arbeits- lofonkort« teil» Zutritt. Donnerstag, den 27. Aooember, abends 5 Ahr � VersammiuRd der Autogen- and ciektiofdiweiSer »owle Schweizerinnen (m£ofnl„S ch I c(i f che§ c t m a t", Rene Friedrichslratzc 1(nahe Zannowitzbrüde) Tages otönung: t. Branchcnangelegenhciien. 2. Per» ichiedenes. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Donnerstag, den IT. Aovember, abends 5 Ahr: Brandien'Versammlund der Meialldröcker und Pol.erer in Ewalds Bercinshaus, Etalitzer Etr. 128. Tagesordnung: I. Bericht der Branchenkommiffion. 2. Distulsion. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ist Pflicht aller Äollegen, einschließlich der erwerbslosen, an dieser Persamm- lung teilzunehmen. Donnerstag, den 17. Aooewber, abends 5 Uhr: »randieo-versanimiunS der dl ei all» nvd Revolverdreher sowie Drcherinncn im Lofal von Reinfe, Grünauer Str. 17. Tagesordnung: I.„Die Rowerordmingcn und die Gc- werlichaslen". Reieren: Kollege Fadian Disfuision. 3. Branchenangeiegenhctten. Mitgliedsbuch leginmieri: Zahlreicher Besuch wird erwartet. »diwnS!»dilunS! tioid- und Sffversdimtede Donnerstag, den 17. Aovember, abends 5 Ahr: vra n dien-Versa mmlung Im Dresdener Garten. Dresdener Str. 45. Tagesordnung: 1. Branchenangclegenheiten. 2. Brr- ichiedenes. Es Iii Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu cridieinen Mllgliedsbuch legitimiert: Donnerstag, den 17. Aanember, abends 5:. Ahr: »randien-VersamnilimS der bdmltlarbelter uud der Kolleginnen und Kollegen der MetalUrarz- warcn-öelricbc im Verband-Haus. Sitzungszimmer 4, 4 Treppen, Elsäiser Siraße 88—88, Eingang B. Tagesordnung: I. Bortrag 1 Branchcnangelegenhciien und Verschiedenes Ohne üllilgliedsbuch lein Zutritt. Es ist Pflicht aller»olleginnen und Kollegen, an dieser Bcrjammlung teifzu- nehmen. vi« Ortsverwaltung, KLEINE ANZEIGEN iniiiiiiiiiiitiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiniiiiiiiiriimniiuiiniiiiiniiiiiiniiiiiiiiiiiuiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiuniitiiiiiiiiiiiiiHUiit Preise: UberschriFtswort 20 Pfennig, Textwort 10 Pfennig Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8 mal 7*/« 7c, 12 mal 10%, oder T000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20 7o- Annahme durch den Verlag, Lindenstraße 3(Vi? bis 5 Uhr), sämtliche Vorwärts-Filialen und-Ausgabestellen, sowie alle Annoncen-Expeditionen ueme Tapeten S.tillat. Kolonie- strasic 9, Mövst m. prima arbeit, Tischler- Reichsmark Schlafzimmer 250— 850, Dielen. garnituren 20—70. Kamerling, Äafta. nienallee 56(Ecke Fehrbellinerstraße). Radio fugnts zugesprochen, die Perurtsi- Moritz Hir- lung des Angeklagten auf dessen fchoantz, Südosten, Kosten durcki einmalige Einrückung �kalitzerstraßc 25, der Urteilslormel in der für amt- Hochbahn Kottbusser liche Bekanntmachungen üblichen Tor. Filiale: An- "' dreasstraße 30.* Art in die Zeitungen a)„Münchener Vost" in München, Vatentmatrai,-» «s»- flESr I; �Monate nach Wetttn Ehaise- Rechisfrast des Urteils Sff-ntNch �"»ues. Walt-r._ Das°U«eil"i«�urch Betufungszutürf-igl'?�"-" ScinJ IfflUIMWMlieB| nähme rcchisfräilig geworden. � Üch gebe!".____. es als Vertreter des Privatflagcrs be-?m Marstall- Rähmaschinen. Radioanlagen. alle Marken, gegen Gewerkichastlcr taten. Borsührung kaufen Möbel billig kostenlos. Oftfunk in der MobelfabrifiSzilajt, Neander- Elsäfscrftr. 88— bd.Istratze 18. Etagen- vorn 1 Treppe, im gefchäfl. Telephon Gewerfschafishaus iüannowitz 9435.' der Metallarbeiters Teilzahlung ae- staltet. Man achte aus den Namen Fitzner. 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NOV. 1932 E R STE B E 1 LAG E MMN Sie Mutter Wolffen?" Lin LtreikTUK 6urek �rl�ner— Die Ueberlebenden aus Hauptmanns„Biberpelz4 Es war ein Experiment, aber ein auf Anhieb peglückles: auf der Strafte in Erkner einfach die beiden ersten besten Frauen anspreche», dart die ,;wci, die beim Grünkramfritzen var der Tür stehen, und sie fragen�„Guten Margen, Frau Nachbarin, kennen Sie Mutter Walffcn aus Hauptmanns„Biberpelz"?" Sofort sprudelt es nur so los:„Aber wieso denn nicht, ich wohne 50 Jahre in Erkner", und die andere fällt gleich mit ein:„.., und ick bin in Erkner jeborn, wie werden wir denn Mutter Wolffen nicht kennen!" Dann kann man alles hören, was man will: von der Mutter Wolffen— wir lassen es jeweils bei den Hauptmannfchen Namen— von ihrem Julius, den nun schon seit dreißig Jahren der Rasen deckt, vom Amtsvorsteher von Wehrhahn, von den Töchtern Leontine und Adelheid, mit denen die Erknerschen Frauen von Herne noch zusammen gespielt haben, und selbst an den Amts- diener Glasenapp kann man sich noch gut er- innern. Nicht minder wie an den Herrn Ger- hart Hauptmann, der hier in Erkner vor etwa vierzig Jahren seinen„Biberpelz" ge° schrieben hat. Wir haben es uns längst ange- wähnt, Gerhart Hauptmann zu sagen, aber für Erkner ist der heute Siebzigjährige immer nach der Herr Hauptmann, der in dem kleinen Haus am Ende der Friedrich- und am Anfang der Fürftenwalder Strafte gewohnt hat. Heute wird in diesem Hause, wie hierzulande üblich, Bier feilgehalten. Die 36iüt:ri?e er�aKIt Aber während die älteren Frauen von Erkner alle noch einmal gern den Herrn Hauptmann sehen möchten, sie wissen ganz gut, daft er neu- lich in der Volksbühne bei einer„Ratlen"-Auf- führung war, hat die Mutter Wolffen keine Sehn- sucht nach dem Herrn Hauptmann, Es ist noch nicht allzu lang« her, da fragte man die heute 8ßjährige Frau— ja 1846 ist sie geboren—, ob sie sich noch an den Herrn Hauptmann erinnere, doch sie schnitt das Gespräch kurzerhand ab, in- dem sie ein wenig barsch sagte:„Ach, von dem will ich n i ch t s w i s s e n", und sie fügte noch hinzu, daß sie den Schiffer Wulkow überhaupt nicht gekannt habe. Vor zwei Jahren, da führten übrigens die Gymnasiasten von Erkner den „Biberpelz" auf und schickten Mutter Wolffen zwei Freikarten, aber wer nicht kam, war Mutter Wolffen. Denn es hat ihr durchaus keine Freude bereitet, die Hauptperson aus dem„Biber- pelz" zu sein; nur ein kleines Beispiel, wie es ihr mitunter erging: da flogen des Nachbars Hühner in ihren Garten, Natürlich schimpfte Mutter Wolffen, sie hätte kein Futter für fremdes Vieh- zeug, jagte das Federvieh wieder über den Zaun, aber da stand schon die Nachbarin und murmelte: „Na ja, Biberpelz, det kenn wa!" Mutter Wolffen kam erst als verheiratete Frau mit ihrem Julius nach Erkner, Geboren wurde sie in Schlesien. Julius war ein großer. dunkler Mann, den jeder Erkneraner— so nennen sich die Leute van Erkner— in seiner blauen Schifferbluse kannte. Und die Mutter Wolffen, ja, die kannte eigentlich jeder nur bei der Arbeit. Sie hat es auch einmal selbst gesagt zu einer Frau:„Man wundert sich manchmal, mit wie wenig Schlaf man in feinem Leben ausgekommen ist." Und die paar Menschen, die mit ihr zu- sammen auf einem Grundstück wohnen, können es nur bestätigen, wie sie seinerzeit um 3 Uhr in der Frühe aufgestanden ist und Holz aus der Heide holte, die Mädels und die Enkel großzog und dann Tag für Tag am Waschtrog stand. „N u r k e in Schmalz" war zeitlebens ihre Devise, und es hat schlieftlich nicht nur für die Butter gelangt, sondern sogar zu einem Grund- stück. Hier lebt sie den Sommer über in einem winzigen Häuschen aus rote», unverputzten Back- steinen. In der Ecke steht sauber gemacht ihr Bett, auf det» Küchentisch stehen noch ein paar Kaffeetöpfe, nur in der Kochmaschine brennt jetzt kein Feuer mehr, denn den Winter Über wohnt Mutter Wolffen in Berlin bei ihrem Enkelkind. Immer nocL auk dem Posten Sie ist jetzt alt, und das Gehen fällt ihr schon sehr schwer. Und wer mit ihr sprechen wollte, müßte schreien. Das ist so plötzlich über sie ge- kommen, denn vor zwei Jahren, da stand sie noch in ihrem Garten und grub ohne fremde Hilfe ihr Stück Kartoffeln um. Doch die Augen sind nach die alten, von denen sie ein- mal gesagt hat, es stimmte, es wären Katzenaugen, und so braucht sie, wenn sie die halbe Nacht auf- bleibt und beim Scheine ihrer Petroleumlampe die Zeitung oder die Bibel liest, noch heute keine Brille. Dennoch ist sie beim Morgengrauen schon wieder auf den Beinen: wenn Erkner erst ge- mächlich erwacht, dann hat um 5 Uhr morgens Mutter Wolffen bereits ihr Bett gemacht und sich Kaffee gekocht. Sie ist eine ruhelose Frau ge- blieben, trotzdem sie augenscheinlich keine Sorgen weiter hat: von Erkner bezieht sie ihre Klein- rente, und das Zinshaus, das auf ihrem Grund- stück gleich vorn an der Strafte steht, bringt auch etwas ein. Im Sommer kommt immer Leontine: Adelheid ist wie ihr Vater Julius schon lange tot, Im Verlauf des Verkehrsstreiks war es am 4, November früh in S ch ö n e b e r g in der B e l- ziger Strafte und am Rudolf-Wilde- Platz zu schweren Zusammenstöften zwischen Polizei und Angehörigen der Nationalsozialisti- schen und Kommunistischen Partei gekommen. Ein„Vorwärts"- Transportauto war gestürmt und umgeworfen worden, herbeieilende Polizeibeamte kamen durch Stcinwürfe in ärgste Bedrängnis: sie mußten zur Schuftwaffe greifen. Ein Nationalsozialist, der Bezirkszollkommissar beim Hauptzollamt Berlin-Süd, Kurt Reppich, wurde, wie erinnerlich, tödlich getroffen. Dieser Borfall bot dem„A n g r i s f" Veranlassung zu einer unerhört wüsten Hetze. Er schrie am 4, November nach der Mordkommission und nannte zwei Beamte,„einen gewissen Skr- nyschewski und einen gewissen Gröning", mit Namen. Man beschuldigte diese Beamten durch den Ruf nach der Mordkommission geradezu der vorsätzlichen und überlegten Tötung. Der stell- vertretende Reichskommissar Bracht schickte dem „Angrist" daraufhin eine Auflagenachricht. Es hieß darin:„Einen Polizerbeamten Berny- fchewski gibt es nicht... Einen Beamten Gröning oder ähnlichen Namens gibt es überhaupt nicht." Zum Fall Gröning druckte der„Angriff" dann«ine Berichtigung des Vaters von Gröning ab, die angeblich„die Behauptung der Auflage- nachricht Lügen straft". Der Vater Grönings hatte nämlich mitgeteilt, daß sein Sohn zur Zeit Polizeianwärter auf der Polizeischule in Bran- Leontine kommt aus Duisburg, wohin sie ver- heiratet ist, und immer noch erzählt sie die Ge- schichte mit ihrem Finger und der Sichel, Denn ganz in der Frühe hat Leontine in den Wald nach Blaubeeren oder nach Grünfuttcr gehen müssen. Mit einer großen Kiepe auf dem Rücken und der Sichel in der Hand, Da hat sich dann Leontine eines Tages gottsjännnerlich mit der Sichel in den Finger geschnitten, die ganze Schürze war voll Blut, als sie zurückkam, aber die erste Frage Mutter Wolsfens war:„Wo hast du die Sichel gelassen?" Eine Enkelin ist in Berlin ver- heiratet, und hier lebt Mutter Wolffen jetzt im Winter, * So hat die alte Frau alle Figuren aus dem „Biberpelz" überdauert. Wehrhahn, Krüger, Males, Glasenapp und wie sie alle hießen,„Na- türlich haben wir auch den Herrn Amtsvorsteher gekannt— sagen die Frauen aus Erkner— er war doch unser Standesbeaniter und hat uns verheiratet, aber gern sind wir nicht hingegangen. Er schimpfte immer so. Ich bekam damals, als ich heiratete, es find nun 35 Jahre her, meine eingezahlten Beiträge von der Jnvalidenversiche- rung zurück. Ich hatte die Formulare aber zu Hause ausgefüllt, und da machte er Krach mit mir, ich solle so etwas in Zukunft vor seinen Augen schreiben und den Vornamen deutsch und den Vatersnamen lateinisch. Ja, ja, Herr, wir kennen die ganze Biberpelz-Geschichte. 50 Jahre bin ich jetzt schon in Erkner." denburg ist.„Nun steht", sagt der„Angriff", „einwandfrei fest, daß in Schöneberg die Leute von der Polizeischule Brandenburg eingesetzt worden sind." Unter diesen Leuten hätte sich auch der Schupoanwärter Gröning befunden. In- zwischen war, das fügen wir besonders hinzu, auf die Behauptung des„Angriff" hin' der Bater Eröniygs mit Drohbriefen bedacht worden. Zwei Tage später findet sich im„Angriff" in bescheidenem Druck eine Darstellung, nach der die Redaktion durch den Ministerialdirektor Dr. Schütze vom Jnirenministcrium folgende Darstellung er- halten habe:„Zu der Frage, ob die Polizeibeamten Brzeski und Gröning sich unter der Schupo be- funden hätten, erklärte Ministerialdirektor Dr. Schütze, daß Brzeski seit längerer Zeit in Ur- laub sei, und daß es zwar einen Gröning auf der Polizeischule in Brandenburg gebe, daß dieser Beamte jedoch in Schöneberg nicht eingesetzt worden sei. Ueberhaupt hätten Brandenburger Beamte in Schöneberg keine Verwendung ge- sunden... Zusammenfassend ist zu bemerken, daß wir uns davon überzeugen konnten, daß die in unserer Entgegnung enthaltenen Angriffe und Vorwürfe ebenfalls im wesentlichen nicht gerechtfertigt waren..." Es handelt sich hierbei wohlgemerkt um keine Auflagenachricht. Dann aber fügt der„Angriff" hinzu:„Es be- stehen allerdings in einzelnen Punkten grofte Unterschiede zwischen den Aussagen der vernom- menen Beamten und Zeugen und den Bekundun- gen unserer Zeugen." Das glauben wir gerne, denn der Wert nationalsozialistischer Zeugenaus- sagen ist für uns durch unzählige Aussagen vor Gerichten und namentlich vor den Sondcrgcrichtcn lange klargelegt. Dieser Wert ist nämlich gleich Rull. Wir wollen zu dem kläglichen Rückzug des„An- griff" nur noch eins bemerken: Nach unserer lleberzeugung wurde die infame 5)ctzc gegen die Beamten getrieben, nur weil sie dem National- sozialismus fernstehen. Zwei vom Sturm 92 Grteil erst heute zu erwarten Die Verhandlung des Sondergerichts gegen die beiden Angeklagten vom Sturm 92, die mit zwei weiteren Komplicen in der Nacht vo>n 4. zum 5. November in der Stadt im Auto herum- fuhren und in die Weichen der Straßenbahn- schienen Zement gössen, wobei auf die Polizei ge- schössen wurde, konnte auch gestern nicht zu Ende geführt werden. Der Polizeibeamte, der zwischen 7 und 19 Uhr morgens Dienst tat, sagte aus, daß der Zement so„weich wie Lehm" war, während der Beamte, der am frühen Nachmittag den Zement zu ent- fernen hatte, ihn als«teigig" bezeichnete. Die Straßenbahnwagen wurden durch den Zement nicht behindert, weil die Weichen nicht umgestellt zu werden brauchten. Im Gutachten des Sach- verständigen hieß es, daß eine Gefährdung des Transports, d. h, eine Entgleisung des Straften- bahnwagens nicht ausgeschlossen gewesen wäre, wenn die Wagen in umgekehrter Richtung hätten fahren müssen. Der Staatsanwalt beantragte dar- auf für jeden der Angeklagten wegen Trans- portgefährdung 3 Jahre Zuchthaus. Es handelt sich in diesem Falle um ein Komplott, das aus polirischen Gründe», um dem Staat Schwie- rigkeiten zu bereiten, auf Befehl begangen worden ist. Die Rede des Naziverteidigers war nur in- sofern von Interesse, als er anerkannte, daß die Angeklagten aus politischen Gründen und auf Befehl gehandelt haben. Nach fast anderthalbstündiger Beratung erschien das Gericht, um die Angeklagten darauf aufmerk- jam zu machen, daß sie auch aus einem anderen rechtlichen Gesichtspunkte, nämlich dem der N ö t i- g u n g, verurteilt werden könnten. Da der Ver- teidiger der Angeklagten nicht mehr anwesend war, wurde die Urteilsverkündung auf heute, Dienstag, vertagf. Es hat fast den Anschein, als sollten die beiden SA.-Leute nur wegen Nötigung verurteilt werden, für die als Höchststrafe ein Jahr Gefängnis gilt, während die Streikenden, die, einerlei, ob in be- rechlicher older unberechtigter Empörung, Steine gegen Straßenbahnwagen geworfen oder in die Schienen gelegt haben, zu schweren Zuchthaus- strafen verurteilt worden sind. Brand im fonkehtionsviertel Mit der Bekämpfung eines schweren Schaden- f e u e r s war die Feuerwehr gestern abend mehrere Stunden lang im Berliner Konsektions- viertel beschäftigt. Ein Kleider- und Stosflager der Firma Baruch u. Meyer im Hause Jerusalemer Strafte 18 brannte völlig aus. Der Schaden geht hoch in die Tausende. Die Firma hat ihre Räume im 1. Stockwerk des linken Seiten- slügels. Etwa um 18.39 Uhr wurde in den Kon- sektionswerkstätten und dem angrenzenden Lager starker Feuerschein bemerkt. Kurz darauf schlugen aus den Fenstern auch schon die hellen Flammen empor. Für die darüberliegenden Konfektions- betriebe bestand eine Zeitlang höchste Gefahr. Durch starkes Wassergeben aus mehreren Schlauch- leitungen konnte der Brandherd jedoch um 29 Uhr eingedämmt werden. Die Enfftehungsursache ist nach unbekannt. Zusammengebrochene Hetze Der„Anjjrikk" beschuldigte Polizeibeamte zu unrecht 3a£aJce sudlleatedingung. jfü/z xfuie Cigawfte, aber erst durch die Kunst der richtigen Mischung und durch hochentuiickeJte Fabrikations-Methoden entsteht eine tFlKnO! Jhn Name ist für Kenner ein dualitätsbegrift und mirbttür sich allein, sodoQ auf unsachliche Zugaben in Form von UJertmarKen. Guischeinen oder Stickereien verzichtet werden kann. Der Juno-Raucher weiß schon, was er ujill! Tumult im FelseneS-Vrozeß Der Jelseneck-Prozeh, reich an Iwischensällen, erleble gestern lumultszenen, die alles bisher Dagewesene in den Schallen stellen. Aus Anordnung des Dorsihenden, Landgerichtsdireklors B ö h- mcrl, muhte die Polizei eingreisen, die gegen die kommunistischen Angeklagten mit Knüppeln vorging. Ausgangspunkt der unerhörten Vorgänge im Gcrichtssaal war das Leiden des kommunistischen Angeklagten h e r l i n g. Dieser ZZjährige insan- tilc junge Mensch, äußerst elend aussehend, laboriert an einem nervösen Magenleiden, verfällt bei ausregenden Vorgängen im Gerichlssaal in Krämpfe und muhte sich in den letzten Tagen wiederholt übergeben. Er befindet sich zwar im Gcsüngnislazarett, die Aerzle erklären ihn für oerhandlungsfähig: es liegt bei ihm keine organische Krankheit vor. Am Montngmorgon, vor Beginn der Aerhand- lung, gab die Verteidigung die Erklärung ab, daß die kommunisttschcn Angeklagten am Sonnabend in den Hungerstreik getreten seien und in ihm zu beharren beabsichtigen, bis der Angeklagte Her- f'oliTe! greift mit Knüppeln ein ling von einem Privatarzt untersucht worden sei. Das Gericht nahm die Erklärung zu Kenntnis. Im Lame des Vormittags muhte die Ver- Handlung fünfmal unterbrochen werden, weil der Angeklagte cherling sich ständig übergab. Als dies das sechste mal geschah, erklärte der Ange- klagte Wenzel, er könne das nicht mit an- sehen, wie sei» Genosse hier zugrundegerichtet werde: er wolle an der Verhandlung nicht mehr teilnehmen. Die Angeklagten Reese und A n- d r e e erklärten sich solidarisch mit dem Ange- klagte» Wenzel. R.-A. Dr. Löwenthal drohte, sein Verteidigeramt niederzulegen. Das Gericht be- schloß auf Antrag des Staatsanwalts Stenig, die drei Angeklagten von der Verhandlung auszu- schließen und die Anordnung, sie abzuführen. Darauf erhoben sich sämtliche inhaftierten Ange- klagten und folgten, trotz des wiederholten Be- fehls des Vorsitzende», dazubleiben, den drei Aus- geschlossenen. Nunmehr griff auf Anordnung des Vorsitzenden die Schupo ein. Einige Schupo- beamte sprangen über die Barriere und liefen den Davoneilenden in den Gang zum Untersuchungs- gefängnis nach. Zu gleicher Zeit erlitt der An- geklagte Herling einen Tobsuchtsanfall. Justizwachtmeister und Schupowachtmeister stürzten sich auf ihn, hielten ihn fest und legten den noch immer wild um sich Schlagenden auf den Zeugentisch. Vom Gesängnisgang schollen unterdes Schreie der Angeklagten zum Gerichts- saal herauf, die, einer nach dem andern, zurück- gebracht wurden. Als einer der Angeklagten sich noch im Gerichtssaal sträubte, schlugen Polizei- beamte auf ihn mit dem Gummiknüppel ein. Schließlich waren wieder sämtliche Angeklagten zur Stelle. Im Saale herrschte unglaubliche Er- regung. Die Angeklagten schrien und waren nicht zu beruhigen. Die Verteidiger protestierten laut gegen die Gewaltanwendung und gegen die Prü- gel, Landgerichtsdirektor Böhmert rief dem Rechtsanwalt Dr. Pincus zu:..Es ist eines deut- fchen Anwalts unwürdig, sich renitenter Ange- tlagter anzunehmen." Der ganze Vorfall wurde zu Protokoll ge- nommen. Die Angeklagten beschwerten sich über die Behandlung durch die Polizei. Die Verteidi- ger verlangten Ergänzung des Protokolls. Das Gericht fuhr darauf aber in der Vernehmung des Zeugen fort. Am die neue Stadtverwaltung �dbsit im Ausschuss beendet— Frist wird verlängert Der Verfassungsausschuß der Stadtverordnetenversammlung trat gestern zu einer eingehenden Besprechung der vom Redaktionsausschuß entworfenen neuen Fassung des Gesetzentwurfs zusammen Zu sämtliche» Abänderungsanträgen stellten die Vertreter der s o z i a l d e m o k r a- tischen Fraktion den Amrag auf Wieder- Herstellung der M a g i st r a t s v o r l a g e. Dem- gegenüber beschloß die Mehrheit, die 20 bestehenden Bezirke beizubehalten und insofern eine Reu- regelung zu schaffen, daß deren Zahl künftig durch ein einfaches Ortsgesetz nach Anhörung der beteiligten Bezirksämter verringert werden kann. Weiter wurde beschlossen, die Stadtverordneten den einzelnen Bezirksämtern zuzuteilen und die Zahl der Bezirksverordneten in der gleichen Höhe wie bisher zu belassen. Abgelehnt wurde dagegen bei Stimmenthaltung der Kommunisten mit 10 gegen 8 Stimmen der Antrag auf Beibehaltung der unbesoldeten Stadträte in den Bezirken. Zum Schlüsse lehnte der Ausschuß die Ueber- gangsbestimmungen nach der Fassung des Ma- giftratsentwurfs und nach den verschiedenen Parteianträgen ab. Eine Schlußabstimmung über das ganze Gesetz wurde nicht vorgenommen und die Ueberweisung der Vorlage an die Voll- Versammlung der Stadtverordneten beschlossen. ic Aus dem Rathaus wird bekannt, daß Herr Dr. Bracht jetzt geneigt sei, die Gnadenfrist, die Berlin zur Verabschiedung und Selbstgestal- tung des neuen Verwaltungsgesetzes bis zum 15. November gesetzt war, bis zum 1. D e z e m- b e r zu verlängern. Professor Dr. Alsberg ein Bild von dem Ver- hältnis der eigenllichen Gegner in diesem Streit, des Geheimrats C a r o und des Herrn I g n a z P e t s ch e k. Es sei Herrn Coro als so merkwürdig vorgehalten worden, daß er in diesem Prozeß mit seinem Beweismaterial, mit der Quittung, nicht herausgerückt sei. Es sei vollkommen be- greiflich, daß Coro sein Ziel darin sah, seinen alten Freund Ignaz Petschek. der ihm nun so übel mitspielte, erst einmal vor dem Richter die Hand hochheben zu sehen, um ihm zuzurufen: Halt, schwöre nicht, ich will dich nicht meineidig werden lassen. Sein ganzes Verhalten sei aus einem von ihm hier gebrauchten Wort zu erklären: Er wollte sehen, wie weit Ignaz Petschek gehe. Gerammt! I�eicbswebrokki�ier verunglückt 3m Berliner Westen, an der Ecke ko n st a n z e r und der we st sälischen Straße ereignete sich gestern nachmittag ein ebenso schwerer wie eigenartiger Unfall. Der 34 Jahre alte Reichswehroberleutnant Hans Wolfgang Schach wurde an der Ecke mit seinem Auto von einein anderen Wagen mit großer Wucht seitlich gerammt. Der Offizier verlor dabei die Gewalt über die Steuerung, fuhr auf den Bllrgersteig und das Auto prallte mit so großer Gewalt gegen eine zwei Meter hohe Mauer, daß diese in einer. Länge von etwa 5 bis k Meter einstürzte. Das Auto wurde völlig zertrümmert und Schoch flog im hohen Bogen auf den Bürgersteig, wo er mit einem doppelten Schädelbruch bewußtlos liegen blieb. Der Verletzte wurde ins Geriraudten-Krankenhaus gebracht. zweifelten Arbeitslosen haben keine Lust/ erst in stundenlangen Wegen die Stiesel abzutragen und dann in Konflikt mit der Polizei zu geraten, bei dem sie doch den Kürzeren ziehen. So bestand die geplante Riesendemonstration der„Kartoffel- holer" gestern in Neukölln aus ganzen hundert Mann. Frevelhaftes Spiel Ffobn für Erwerbslose In N e u k ö l l n und Britz wurden in den letzten Tagen von Kommunisten Zettel mit folgendem Wortlaut verteilt: „Die Stadtverordneten- Versammlung vom 13. Oktober 1S32 hat auf Antrag der Kommunisten 766 000 Zentner Kartoffeln von den städtischen Gütern für die Erwerbslosen bewilligt. Wollt Ihr Kartoffeln haben? Ja? Dann erscheint Montag 10 Uhr vormittag Rathaus Britz mit Kartoffelsäcken zum Abholen der Euch zustehenden Kartoffeln. Vertrauensleute der Erwerbslosen." Selbstverständlich wissen die Urheber dieser Zettel genau, daß alle Erwerbslosen, die auf den Schwindel hereinfallen, den Weg umsonst machen. Die Wintcrbeihilfen, die dank sozialdemo- kratischer Arbeit im Rathaus auch in diesem Elendswinter den Hilfsbedürftigen gewährt werden sollen, kommen selbstverständlich nicht auf den Rathäusern zur Verteilung. Es ist ein Hohn auf die Not der Erwerbslosen, was hier von den Kommunisten getrieben wird. Aber selbst die ver- Earo-Velfchek .Abscbeulicbster Prozeß allerZeiten' Der Earo-petschek-pcozeh, von der Oessenllichkeit wegen der das ganze 3nterelse beanspruchenden Wahlen wenig oder gar nicht mehr beachtet, geht nun allmählich doch seinem Ende entgegen. 3m Mittelpunkt der letzten Woche stand die grohe Verteidigungsrede des Rechtsanwalts Professors Dr. A l s b e r g für seinen Klienten E a r o. Professor Alsberg hat seine Rede in Fort- sehungen bereits an vier Tagen gehalten und sie am Sonnabend beendet. Alsberg kam, nachdem Juftizrat Davidsohn und Rechtsanwalt Rott sechs Tage lang für Petschek plädiert hatten, am 4. November zum erstenmal zum Wort und er begann sein Plädoyer mit folgenden charakteristischen Ausführungen. Das Amt des Anklägers ist hier unter Mißbrauch der Institution der Nebenklage in die Hand eines rachedurstigen Privatinteressenten, des Neben- klägers Dr. Petschek, gefallen. Mit einer nie erlebten Hartnäckigkeit ist hier ein Prozeß wegen einer Lappalie in Szene gesetzt worden, der einen Rekord an Abscheulichkeit darstellt. Muß nicht jedem von uns, der nicht in diesem Saal das übrige Weltgeschehen aus den Augen verloren hat. angesichts dieser beschämenden Tat- fache ein würgendes Gefühl im Hals aufsteigen? Gibt«s einen erschütternderen Kontrast, als den zwischen den Sorgen des Herrn Petschek und den Sorgen und Nöten, die außerhalb dieses Gerichts- saals die heutige Menschheit bewegen? Selbst, wenn Geheimrot Coro so schuldig wäre, wie er in Wahrheit unschuldig ist, wäre dieser Kampf des Schwiegersohns gegen den Schwiegervater mit dem„erhabenen" Ziel, den Großvater der eigenen Kinder vor der Welt als zuchthauswürdigen Ver- brccher hinzustellen, einer der abscheulichste» Prozesse aller Zeiten. Im weiteren Verlauf seines Plädoyers gab OZympiade-Weckruf Lerlin rüstet 3n einer Prefsetonserenz machten gestern Oberbürgermeister Dr. S a h m, der städtische Olympia- kommissar Obermagistratsrat Dr. L i e b r e ch t, der Vorsitzende des Reichsousschusses für Leibesübungen Exellenz Lewald und Generalsekretär viem Mitteilungen.über die Vorbereitungen zur Organisation der Olympiade im 3ahre ISZö. Der Oberbürgermeister wies auf die Tatsache hin, daß im nächsten Jahr die große Ausstellung der landwirtschaftlichen Gesellschaft wieder in Berlin stattfindet. Berlin sei das Herz Deutsch- lands, von dem aus Lebensmut in alle deutschen Gaue strömen solle. Der Weckruf für die Berliner Olympiade im Jahre 1036 habe in allen Kreisen außerordentlichen Widerhall gefunden, und Berlin könne sich dieser großen Aufgabe nicht ent- ziehen, auch schon aus dem Grunde nicht, weil die Durchführung der Olympiade in Berlin einen gewaltigen Aufschwung für die Reichshauptstadt verspreche. Auf die Frage der Finanzierung ein- gehend, erklärt Dr. Sahm, daß Mittel in nennens- wertem Umfange bisher nicht vorhanden feien, daß aber die Reichs- und Staatsbehörden an der Lösung dieses Problems sicherlich mithelfen würden. Die Bedeutung der olympischen Spiele sei außerordentlich groß, denn zum ersten Male seit dem Weltkrieg werde Deutschland im Jahre 1936 Gelegenheit haben, der Welt seine Leistun- gen nicht nur auf dem Gebiete des Sports, sondern auch auf künstlerischem und kulturellem Gebiete zu zeigen. Obermagistratsrat L i e b r e ch t, der Olympia- kommissar für Berlin, betonte, daß es zur Auf- gäbe der Stadt gehöre, die Zugangsstraßen zum Stadion auszubauen, außerdem sollen in un- mittelbarer Nähe des Stadions Parkplätze für 3000 Automobile geschaffen werden und im Ein- vernehmen mit dem Verkehrsamt sollen die städtischen Verkehrsmittel so ausgebaut werden, daß sie täglich hunderttausend Besucher ohne Schwierigkeiten zum Stadion hinschaffen können. In wenig Worten Die 12. Große Strafkammer beim Land- gericht III verurteilte den seit 30 Jahren im Post- dienst stehenden Briefträger I b s ch, der eine An- zahl Einschreibebriefe auf Postamt W. 50 beiseite- gebracht und den Inhalt zu sich genommen hotte. wegen schwerer Amtsunterfchlagung zu 1 Jahr Zuchthaus und 2 Jahren Ehrverlust. Die Gemeinde Ferch Hot bei der Potsdamer Regierung einen Antrag auf Erhaltung des Land- fchaftsbildes am Schwielowfee gestellt. Die Ge- ineinde verlangt, daß die landschaftlich besonders schöne Gegend bei Ferch als reines Wohngebiet erklärt wird, Gaststätten und Klubhäuser sollen dort nicht mehr errichtet werden. Auf einer englischen Kohlengrube in Uschaw Moor lGrafschast Durhams ereignete sich eine E x p l o- s i o n. Die Zahl der Opfer steht noch nicht fest. Bisher wurden zwei Tote geborgen. In S a ß n i tz wurde eine größere Baufirm» eingeäschert. Zahlreiche Arbeiter sind dadurcy brotlos geworden. Der Schaden beläust sich aws etwa 200 000 Mark. Der holländische 15 000-Tonnen- Dampfer„P. C. Hooft" wurde im Hase« von Amsterdam durch Feuer fast völlig zerstört. Der Brand entstand, während das von einer Oftindienreife zurückgekehrte Schiff zur Vertilgung von Ratten mit Blausäure vergast wurde. Das mißhandelte Kind 500 l�tark Belohnung ausgesetzt Das verbrechen an der sechsjährigen Rosemarie B o d d i n aus der Lorhingstrahe ist trotz aller Bemühungen der Wordkommission noch immer ungeklärt geblieben. Der Polizeipräsident Hot jetzt die bereits vor zwei Tagen angekündigte B e- I o H n u n g von 500 Mark ausgesetzt. Besonders an da» Publikum geht die Bitte der Polizei, an der Ausklärung des scheußlichen Verbrechens mitzuhelfen. Alle Angaben, mögen sie noch so belanglos erscheinen, können für die Polizei sehr wertvolle Fingerzeige enthalten. Eine Reihe von verdächtigen Personen ist bereits vernommen worden. Kriminalkommissar Zapf e, der mit dem Fall betraut ist, ist mit feinen Be- amten schon vielen Spuren nochgegangen, ohne bisher zu einem Resultat zu kommen. Erfreu- licherweise hat sich der Zustand der schwerverletzten Kleinen in den letzten beiden Tagen soweit ge- bessert, daß direkte Lebensgefahr nicht mehr be- steht. Sollten heute die Aerzte des Lazarus- krankenhauses einer kriminalpolizeilichen Vernetz- mung des Kindes zustimmen, dürfte man Zweifel- los ein gutes Stück weiter kommen. Durch die Aufmerksamkeit eines Kriminalbeam- ten ist am Belle-Alliance-Plag ein« üble Affäre aufgedeckt worden, in deren Verfolgung fünf Man- ner oertzoftet wurden, die sich an Knaben unter 14 Jahren vergangen hatten. Die Betreffenden stehen im Alter von 3A---45 Jahren und sind «in Bäcker, ein Kunsthändler, ein Pressephoto- graph, ein Kaufmann und ein Buchhalter. Die Festgenommenen wurden bereits dem Unter- fuchungsrichter vorgeführt, der sofort Haftbefehl gegen sie erließ. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Teils heiter, teils etwas wolkig, nachts Frost, nachlassender Wind um Süd.— 3n Deutschland: In Ostdeutschland mäßiger Frost, in West- und Süddeutschland nachts leichter Frost, sonst überall teils heiter, teils etwas wolkig bei nach- lassenden südöstlichen Winden. Der„Sturmvogel", Flugverband der Werk- tätigen E. V., veranstaltet Dienstag, 15. November, 20 Uhr, durch seinen Gauleiter, Kamerad Erbrecht in der Aula der Zinnowwald-Schule in Zehlendorf-Mitte einen Werbelichtbildervortrag über„Segelslug". In Anschluß daran soll auch in Zehlendorf eine Ortsgruppe des„Sturmvogels" gegründet werden. AcUiuuty! infolge lokalschwieriglceiten beginnt der Au�eoedsudiicUc Beü am Sonnabend, dem 26. November, im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, leipziger Straße Z. bereits um 16 Uhr(4 Uhr), da uns der Saal am Sohntag, dem 27. November, nicht mehr zur Verfügung steht. Der Bezirksvorstand. MllfamHaasframnbeheaMASßr Suppen, sm F Sammeln. Sie MAGGI- öutschsine* esJßhni sieht, Jugendweihen des Frühjahrs .Amnelcjunzen müssen sofort vorgenommen werden Die Anmeldungen für die Friihjahrsjugend- weihen 1983 bitten wir, unter Zahlung der Ein- schreibegebuhr nan 50 Pf. f o f o r t bei den nach- stehend aufgeführten Anmeldestellen vorzunehmen: Ablüuung: V.-Sp.- Borwarts-Epedilion. scrnwlhmssbejitl Mitte:— 10 Uhr, Frei. tags bis 19 Uhr, Sonnabends bis 13 Utir.— Frciaewert. lchastlichc Iugendlcntrale. SO. 18. iknaelnier 24 23- Sloct. Limmer 28 igeöftnet 9 bis 17 Ubr. Frciloas bis 19 lltir. «onnabends bis 13 Uhr).— Wöllstein. 6. 14, Prinzen strafte 83(S.,6p.).— P. Dobroblaw. R. 37. Swinemllnder strafte II, Ziestaurant.— Ti-rqartcni s. Iosevb, S!W- 21. Wilbclmshavcner Str. 48(V.-Sp. K «edding: P. Krause, 3!. 83. MlMer. Ecke Ulrechlcr Strafte(B..öp.>.— P. Kroll. R. 83. Uirechter Str. 21 (Restaurant).— Ä. Ändersion, R. 31, Stralsundcr Str. 19 (SSiubmacherei).— B. Hönisch. R. 31. Walistr. 9(V.-Sp.). — Ä. Fischer, R. 20, Bastianstr. 7 tV.-Sp.). Prenzlauer Berg: W. Hossmann, N. 38, Lnchener Str. 8 sRestaurant).— P. Dölz. R?'. 33. Fmmanuelkirchstr. 24 lP.,Sv.>.— E.(Serth, R. 113, Greifenl>age»er Str. 22 (V.-Sv.). Friedrichshain: F. Arndt. O. 17. Marklisttr. 38(V-Sp). — M. Wanmann, 0. 34. Königsberaer Str. 37(Pbato. laden, Eingang Kausflur).— N. Melle. O. 34, Peters, burger Plaft 4(V.-Sv.).— L. Bittsstnift, C1. 34, Peters- burgcr Str. 3(Restaurant). Kreuztcrg: E.<8. Schmidt, SW. 81. Bacrwaldstrafte. an der Sneisenaustrafte(B.-Sp.i. Urban. SO. 36. Launfter Pia* 14 13(V.-Sv).- P. Licr. 60. 38. SMuitnnftr. 9 (Restaurant).— D. Freidenker Verband E. V.. SW. 29, (bnciscnauirr. 41. Hof III, 1. Stock(geöffnet 8 bis 16 Ubr>. — Sekretariat der Zugcndweidcn der Sozialisten, Frei» denker und Gcwcrlfchafien Berlins, SW. 68, Lindrnftr, 2, vorn 1 Tr.(geöffnet 9 bis 17 Ubr, Mittwochs und Freitags 9 bis 19 Ubr, Sonnabends 9 bis 13 Ubr). ckharlattenburg: Ebarlottenburg, Scscnbeimer Str 1, vart.(V.>Sv.).— Frau Ioachimie. Ebarlottenburg, Kaiser- dämm 93, Eingang Rognibstraftc(V.-Sp.). 14 bis 18 Ubr. — F. Bunge. Ebarlottenburg, Rostncnstr. 4. v. IV.— Svandgu:..Polksblatt".Buchbandlung. Spandau, Pols- damcr Strafte. Sämtliche rionsum-Lebensniittelabgadc- stellen in Spandau: K. Blaft. Svandau, Hopvenrader Weg 37: R.(boldmann. ösiemensstadt, Halstesteig 7: M. Böbm. Haselborst. Doumcstrofte: K. Schovvan. Staaken. Torweg, fr. Delbriickstr. 24: Krzoek. Faltensee. Krupv- strafte 8: E. Eckert, Brieselang. Birkenallee 13: chedig Frisör). Keftln a. d. H.— Wilmersdorf: Frau Ungerer, Wilmersdorf. Hanauer Str. 43, Eieblting.- Feblendorf: Keine Anineldestellel Anmeldung in Schöneberg oder Wilmersdork.— Schancberg: Ralbmann. Schöneberg. Bei» ziaer Str. 27(V.-Sp.>.— Frau Klawilter. Schöucbecg, Apostel-Baulus-Str. 7.— S. Echandt. Friedenau. Bache- strafte 9.— Stcglift: F. Hambur, Eieglift. Schloftste.>03. — Wild. Stubig. Stcglift. Ringftr. 7, Gartcubans III.- K Schönweticr. uichterfelde. Verlängerte Wilbclmstr. 29. — Konsum Lankwit!. Kaiser-B' Nclm-Str. 43. Tcmpetbof: Für Tcmvelbos: Mar Siese. Slollbergstr. 9. — Rich. Hille. Molttestr. 11.— Für Aiariendorf: Augitst Tibor, Kalserstr. 31, I.— Paul Ralbmann. Lourweg 24. � Für Marienfeldc: Frift Greulich. Adolfstr. 33.— Für Lichtenrade: Kurt Saugkobl, Ublandstr. 83. Reukölln: P.-Sp. Reukölln, Eicgfrieditr. 28/29, 14 bis 18 Ubr.— P.-Sp. Neukölln. Neckarstr. 2, 14 bis 18 Uhr. — Parteibüro Neukölln, Fulda strafte(Köealpassagei. Auf- gang V, 17 bis 19 Ubr.— A. Schwarft. Brift. Groftstedlung. Liningstr. 38.- Treptow: E. Mcckrlbnrg. Treptow,(nratft- strafte 30(V.-Sp.).— A. Bader. Obcrfchönewcide. Bilbel, mincnbofstr. 17(Figarrengeschaftl.— Richard Rcwka, Adlcrshof. Sedanstr. 27, I.— Alfred Ullrich. Adlershof. Posadowsknstraftc"— 6. Köpenick: C. Willam, Alle Doblwiftcr Str. 73.— Karl Krob». Parisiusstr. 23.— R. Krüger. Babnboistr. 16.— W silbcrschmidt. Cschcnstr. 3.— F. Purwift, Kieftcr Str. 6 (Laden).— R. Eckart. Strafte im Wald 22.- Fr. Klein. Grünau, Friedrichstr. 12.— Earl Dahl. Grünau. Fäger- strafte 18. bei Kubrt.— Keimgnn. Bohnsdorf, Walters- dorfer Str. 100(Restaurant).— O. Graul. Bobnsdorf, Paradiesstr. 3.— 0. Engel. Friedrichshagen. Löckniftstr. 3. — Felir Triebe!, Friedrichshagen, Friedrichstr. 81.— G. Fahrentbolz, Friedrichshagen. Kirchstr. 28.— F. Schade, Rabnsdarf, Müblenwcg 3. Lichtenberg: Rektor Sänger, Schule Friedrichstrafte.— Rektor Pricbc, Lichtenberger Schule, Marktstraftc.— Rektor Sndow. Schule Leovoldstrofte.— Rektor Lenz. Schule Echarnweberstrofte.— Rektor Schlicker, Psarrstraftc.— A. Rakewift, O. 112, Gärttierstr. 6. Weiftenfee: Walter Fanell. Parkstr. 13. � Vlko Gallas. Lchderflr. 122.— Anton Wiese, Lebderstr. 2.— Adolf Brandt. Parkstr. 83(8. Schulet.— Leu, Sedanstr. 90.— Otto Kufahl, Amalien str. 20.— Andreas Hemel. Gabler- strafte 7.— Georg Matlbes. Pistoriusstr. 102.— Mgrguordt, Sobcnschönhaufen. Berliner Str. 83(Siestauran». Pankow: Kotisumverkaufsstelle» In Pankow: Wollank- strafte 102. Berliner Str. 47, Breite Str. 16. Kissingen- strafte, Brcbmestraftc, Trcllcborgcr Strafte. Achtermann- strafte.- Konsumverkaufsstellen i» Riedcrschänbanfcn: Kaiscr-Wilbelni-Etr. 79, uaiscrweg 60.— B. Pansegrau, Buchbolz. Babnbofstrafte 13. Reinickendorf: Schöncwerk(für Rcinickendori-Ost und Rofentbal). Provinzstr. 48 iRestauran».— Bolkshaiis(für Reinickendorf-West und Wittenau), Scharnweberstr. 114. — Tornow. Tegel. Echlieper- Ecke Treskowstrgftc(für Tegel. Boriigwalde, Keiligenfec).— Aufterdein nedmen alle Haus- kafsierer des„Deutschen Freidenker-Vcrdande» E. V." An- Meldungen für die Fugetidweihen entgegen. Aoppelmord! �Voknkeus in Lrand gesteckt ZI e u si e t t i n, 14. Zlovemder. Am Sonntagmorgen entstand aus dem Grundstück des Landwirts Zahnke in Trocken-Glienke ein Brand, der die Scheune und den Biehstall mit allem Znoentar vernichtete. Als die herbeigeeilten Feuerwehrleute in das inzwischen ebenfalls in Brand geratene Wohnhaus eindrangen, fanden sie im Schlafzimmer die beiden Eheleute in ihren Betten verbrannt auf. Das Zimmer selbst war ein Bild der Berwüslung. Die Schränke waren aufgerifsen und der Inhalt log verstreut im Zimmer umher. Die Eheleute find aller Wahr- scheinlichkeit nach von Einbrechern in ihren Betten mit einem Beil erschlagen worden. Um dann einen Brand vorzutäuschen, haben die Töter in allen Räumen Brandherde gelegt. Die kriminal- Polizei aus Söslin hat sofort die Untersuchung eingeleitet. Schwarz-weih-rote Hunbe Alljährlich zieht an einem Sanntagvormittag der Perein der Bernhordiiierzüchter zu propagandistischen Zwecken durch die Straßen des Berliner Westens. Da trotten solch ein paar gut- wütig dreinblickcnde, braungeslcckte Tölen gesenk- tcn chauptee an der Hand ihrer Besitzer daher und werben um Aufmerksamkeit und Beitritt in den Verein. Das ist soweit ein Privatvergnügen der Leute, die sich diese kostspieligen Hunde leisten können. In diesem Jahr jedoch haben sich die Bernhardinerhundeseelen plötzlich veranlatzt ge- sühlt, auch ein bißchen in Politik zu machen. Sic gehen eben mit der Zeit und haben erkannt, dos nur, was„deutschen" Ursprungs ist, unbc- dingt auf Erfolg zu hoffen hat und so haben sie sich einen Bers zurechtgemacht, der ungefähr so lautet:„Wir tragen die schwarzweißroten Farben, wir tragen das schwarzweißrote Band, drum wer- den wir vor allem der deutsche Hund genannt!" So und nicht anders! Der alte Spruch mit dem „aus den Hund kommen" soll wohl a»« l t» SB 68, Linden strafte 8. parieinachrichten�vmür Groß-Berlin stets an das»ezirk-fekretartat i. Hof, 2 Treppen recht», zu richte» 'Beginn aller Veranstaltungen 19/4 Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? t. Krei». Mittwoch, 16. November(Bufttag), im Eaalbou Friedrichshain, Buftlagskonzcrt. Mitwirkende: Männerchor Friedrichshain, Eltern- und Kinderchor der weltliche» Schule Danziger Strafte. Neuköllner Musikver- «inigunz 1912. Eintritt 50 Pf., Erwerbslose 20 Pf. Eintrittskarten sind bei den Bezirksführern und Aoteilungskafstercrn zu haben. Die Abteilungs- leiter rechne» hentc in der Kreisvorstandssttzung ab. t. Kreis. Heute. 16 Uhr. an bekannter Stelle, Zusammenkunft crwerbslaser Partrinntglieder. Vortragender: Theo Maret. 12. Kreis. Donnerstag, 17. November, löift Uhr, in der Schule stcglift, Friefenstraftc, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder. Vortragen. der: Puggi Muck. 18. Kreis. Donnerstag. 17. November, 17 Uhr, in der Aula des Lnzeums Pistorius. Ecke Parkstrafte, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder. -Vortragender: Genossc Klewift. 28. Kreis. Dannerstag. 17. November. Zusammenkünfte erwerbsloser Partei- Mitglieder an folgenden Stellen: Rcinickcnborf-Oft: 13 Uhr Schule Hoppe- straft». Mitwirkung der Freien Turnerschaft Reinickendorf. Reinickendorf- West: 16 Uhr Außenspielplaft. Portroaende: Stella Hon. Wittenau: 1642. Ubr im Jugendheim Reue Schule. VDortragcnde: Toni Dackel. Tegel: 13 Uhr im Jugendheim Schöncberger Str. 3. Vortragender: Genossc Klewift. 7. Abt. Die Bezirksführer holen umgehend die Monatsschrift„Unscr Weg" ad und bringen sie zur Verteilung. 22. Abi. Donnerslog. 17. Oktober,: bei Bartsch, Föhrer Ecke Fehmarn) ung. , Zusammenkunst jüngerer Parteimitglieder > trnstrafte.„Das brachten uns die Wahlen?" Referent Heinz Löwi. 23. Abt. Mittwoch. 16. Oktober, 20 Uhr, treffen sich hie lungeren Parteinut... "c.jjüejjer bei Grimewvlb, Kameruner Str--!», zu-einem gesellige:, Abenft, 23.»dt. Mittwoch, lb. November.'Vanderluig der illnftere» PortelinitgN'eder. ......-.--—•-■ Rückkehr zwischen 17 und 18 TUf. Treffpunkt 8 Ubr Bahnhof Weiftenfee. Rückkehr 33. Abt. Die Bezirksführcr rechnen noch heute die Bufttagsdillctt» mit dem Ableilungslassierer od._.. 37. Abt. Donnerstag. 17. November. Zusammenkunft aller Mitglieder der 7. und 127. Adgabestelle der Kansumgenosscnschaft bei Roschke, Matter»- strafte 14. zu einer iurzen Besprechung._ 81. Ab». Heute. 20 Uhr. Eltcrnvcrsamnilung der Kindcrfreunde und Partei. genassen in der Schule Offenbackier Str. 3s.„Erziehung in Schule, Familie und Oraanilatian.— Freitag, 18. November, 20 Uhr, bei Klabe, Händlern- strafte 60— 61, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder.„Erundprableme des Morrismus". Referent Genosse Gnrewitfch. 82. Abt. Die Milgliederversammluna findet nicht am 16., sondern erst am 23. Ravember ftalt. Ferner wird um Rückgabe der leihweisc heraus- aegebenen Parteifahncil gebeten. Die Ablieferung fall bis zum 23. Rovem- der beendet fein und bei Sibellhase. Aharnstr. 13a, erfolge». 99s. Abt. Mittwoch. 16. November, gehen die jüngeren Porleimitglieder zu- fammen mit den Kindersreunden und der TAI. auf Fahrt. Treffpunkt 6.30 Uhr am Vilschkrug. l(18s. Abt. Donnerstag, 17. November, veranstaltet die hiessge Fadlaruvpe des Deutschen Freidenker. Perbandes von 20 bis 20>� Uhr im Lokal Jungklaus, Kaiser-Bilhelin-Str. 3, eine» Kirch» iiaustrittsaocnd. Gescftlilbc Notariats- gediihr 2 M. Legitimation ist mitzubringen.— Freitag, 18. November, Sinung aller Funktionäre bei Schulz. Bahnhafstr. 34. 199. Abt. Mittwoch. 16. November, pünktlich 19 U- Uhr, im Lokal Fabreiitholz, Wilhelm. Ecke Kirchftrafte. Treffen zur gemeinsamen Flugblattverbreltung. Arauenveranstalkungen: 4. Kreis. Die Arbeitsgemeinschaft niuft umständehalber in dieser Woche aus- fallen. In der»äckisten Boche wieder an bekannter Stelle. 15. Abt. Wegen der Porständekonferenz am 17. November findet unsere Funk- fipnärinnenslftung erst am Montag. 21. November, statt. 122».«dt. Heute, 29 Ubr. Frauenabend bei Döring, Köpenicker Str. 189—191. ..Unsere Vorkämpfer". Referent August Niemann. 138. Abt. Freitag. 18. November, an bekanntet Stelle. Frauenabend.„Aus " Referent wird im Frauenabend bekanntgegeben. unserer Bewegung." Bezirksausschuf; für Arbeiterwohlsahrk. 4. Kreis Prenzlauer»ctg. Dienstaj, 13. November, 20 Uhr, im Altershelm Danziger Str. 62, wichtige Helfernftung. Arbeissgemeinfchoft der kinderfreunde. Mitte: Der Treffpuiilt zur Hclferfahrt heute 17 Uhr Steltiner Bahnhof. Tiergarten, Abt. August Bebel: Nestfalken Bufttag Treffohrt, Ast ......... ilaft.---------- morsch 9 Uhr Falkenp Tempelhos: Mittwoch 23 Pf. Fahrgeld. nd wir von 15 vis 18 Uhr im Jugendheim Marienboef: Die Jungfallen kommen am Freitag zusammen. Morgen Schnifteljagö. Treffen für Maricnd orfer Falken um 1% Uhr Bahnhof Martendorf, die Morienfelder Falken tieffen sich 76-, Uhr a» der Kaifcrallcc Eck,~'..... obltuke____.... fallen: Alle Jungfalkengruppcn beteiligen sich heute, Dienstag, um l?'/.) Uhr, an der Vollversammlung des Kreise» im Heim Kanner Strafte. Lichtenberg, Abt. Mahlsdorf: Morgen Schnifteljagö»ach dem Rahnsdarfcr orst. Treffpunkt 9'.z Ubr Bahnhvf Mablsdorf. Friedenau: Heute. Dienstag.� 29 Uhr. Strafte. Berliner Strafte. 30 Pf. mitbringen. Neukölln, Elternableutc: Heute, Dienstag, Eiftmig der Eltern- ule aller Gruppe» um 29 Uhr im Kreisheim Gaiighaferstrafte. Jung- Forst. Treifpuutl»>,6.... �''eute. Dienstag, 29 Uhr, Sltcrnvcrsaminlung. Ossenbachcr „Erziehung in Schule, Familie und Organisation". Thema: Sterbetafel der Groß-Verliner Partei-Organisation 8.«bt. Unser«envsse Johann Jenkowski ist verstorben. Ehre ■•"----- Dienstag, 15. November, 14>4 Uhr, auf dem Berliner Allee. feinem Andenken! Beerdigung Dienstag, 15. Nor Hedwig, und St..Piu?.Frfcddof. Hohenschönhausen. ilZSozialistischeArbeiterjugendGroß-Verlin Einsendungen für dies» Rubrik NUI an dos Iugendl-kretariat Berlin SW 68. Lt-ibenstrafte 2. vorn 1 Trepp« recht». Abteilungsleiter! Reicht umgehend da- Dezember-Programm und den �"'Dlllc°tar?sch°s'0rch«lt-k der S«Z.: Morgen, Mittwoch, 14 Uhr. Probe im Heim Lind-nstr. 4.- Großer«unter Abend Sonnabend. 19 November, im . Gesellschaftshaus". Pankow. Berliner Sir. 102. Beginn 19 Uhr. Eintritt 30 Pf. Kotten stnd im Eckretoriot erhältlich. heute. Dienstag. 20 Uhr. «rtonaplaft: Elifabelhlirchstr. 19: Glaftbrcnncr-Abcnd.- G-wcrtlchajtsdans: Köpenicker Str. 92: S-tmlcher Reichstag.- R-lenthaler«"stadt: Liederabend. - Zentenm: Waifenstr. 18: Vortragsabend.-Siunnenpla»: D.NIiche Schule. vanl. Eck, Wlefenstrafte:„Entstehung der NoDAP.. und ihr Programm. »efundbrnnRen 1; Goleitburger Str. Si„Wozu ,>» Staat?"- vefund- brunucn: Koloniestr. 22:�„Was unternimmt der Staat gegen die Arbeits Ziele der Arbeiterarganisatioilen und Grad ihrer Verwirllichuna".— Arnim- plaft: Sonnenburger Str. 20: Lustiger Abend.— Arn-walder Plaft I: Schön- lankcr Str. II. B. 3:„Politische und staatsrechtliche Stellung der Frau".— Ballan: Mandelstr. 2:„Warum freie Gewcrlfchaftcn— Hclmholdplaft: Ko.stanienallec 81: Heimabend.— Nordost 1; Fahrt fällt heute aus. Morgen Treffvunkt 7 Uhr Bhf. Weiftenfee.— Weiftenfee: Eofelcr Str. 2: Heimabend.— Franlfnrtcr Viertel: Frankfurter Allee 307:„Der Krieg in Latein-Amcrika".— Husenheide: Wossertorstr. 4: Tagespolitischc Fragen.— Köpenicker Viertel: Manlcuffclstr. 7:„Sexuelle Fragen", 2. Teil.— Rcichendergcr Viertel: Reichen- dcracr Str. 67 lFeuerwchr):„Der moderne Krieg".— Südwest: Lindenstr. 4: 10. Minuten- Referate. Marge» Treffpunkt zur Fahrt 7>„ Uhr Bcllc.Alliancc, lllaft.— Friedenau: Offendacher Str. 3a; Lustiger Abend.— Schönederg I: auptstr. 15:„Was brachte uns der 9. Ravember 1918?"— Schönederg II: SAD."— Eichkamp: 19'.. Uhr beim Genossen Haafc. Im Hornisgrund: Abend ohne Programm.— Westend: Sportplaft Westend: Tagespolitik.— Steglift It Svielabend mit anfchl. Rachtfpaziergang.— gehlenborf-Dahlem: ginnawwald. schule, Schlieffen. Ecke Voelckestraße:„Italien"(Leiterin: Gerda Lankcs).— Lichteneadc: Darfstr. 36: Schallplatienabend.— Vrift: Hannemannftr. 41:„Was ist Kavitnl?"— Neukölln l: Sander- Ecke Hobrcchtstrafte:„Demokratie oder Diktatur", l.— Neukölln M: Fahrt nach Kremmen. Treffpunkl>9 Uhr Konsum- ecke.— ReniSlln IV: Kanner Strafte: Heimabend.— Neukölln Vill: Nütlistraftc: „Was unternimmt die Ardeiterklasse?"— Neukölln IX: Schule Mariendartcr Weg:„Leben wir unter dem Faschismus?"— Neukölln XI: Flughafenstr. 68: Arbeitsgemeinschaft.— Schineweide I: Berliner Str. 31:„Film und Theater-'. — Treptow: Elfcnstr. 3:„Keftrrcicn am Wochenanfang", anfchl. Fahrt.— Köpenick t: Grünauer Sir. 5: Valkstaiizabend.— Köpenick N: Dahlwifter Strafte 13:„Folge» der Reichstagswahl".— Lichtenberg. Nordwest: Dossestr. 22: ..Einführung in die Weltwirtschaft", l. Teil.— Hermsdori: Roonstrafte: 1090 Worte: Hiller. � Liib----------'" borf-Oft: Lindauer Strafte „Freie Sportvereinigunii" Schule:„2. und 3. Jiitcriiatlonale". � Riedcrfchönhaulen: Litidxilfvr. 47: Brett. und Gesellfchoflslviclc.— Buchhol,: Berliner Str. 19: lv.Minulen.Referate.— Pankow l: Görschstr. 14:„Was wird nun?" Wcrbebezirk Prenilauer Bera,„Rote Rotte": Fahrt nach Briclelang. Treff. punkt 19 Uhr Bhf. Prenzlauer Allee.— Dannerstag Varstandssiftung. Morgen. Mittwoch. Falkplaft l: Schnipselfahrt durch den Krämer. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee.- Baltenplaft: Wanderung durch Alt-Berlin. Treffpunkt 13'e Uhr Wedcrwiese(Narmaluhr).— Lichtenberq-Miktr: Echnipselfahrt. Treffpunkt 7 Uhr Stralau.Rummclsdurg. 19l� Uhr Heimabend.— Rahlsdorf: Geländespiel. Gb�reie Gewefkschasts-Iuqend Berlin | Heut», Dienstag. 13 Osthafcn:~ November, um 19') Uhr, tagen die Gruppen: Jugendheim Goftlerstr. 6l.„Warum muß ich organisiert fein?"— Steglitz: Jugendheim Flemmingstr. 141).„Arheltsdienstpflicht — freiwilliger Arbeitsdienst."— Moabit: Jugendheim Bremer Str. 69—70. Wir find unter uns.— Spandau-Wilhelmstadt: Jugendheim Spartplaft Eceburger Straße.„Die Stellung der Frau im Recht."— Pankow: Jugendheim Kifstnae», strafte 48, Zimmer 3.„Streik in der Krise."— Treptow: Jugendheim Elsen- stroftc 3(am Bhf. Treptow).„9. November 1918 und heute."— Frantineter Allee: Jugendheim Litauer Str. 18.„Die Weber."— Landoberger Plaft! Jugendheim Diestelmenerstr. 3. Diskussion über Tages» und Gewerkschaft»- presse.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22.„Rulid' UM den Zwickel."— Ren. Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. 44. Wir lesen von Polarforschern.— Osteiide: Jugendheim Karlshorst, Treskowallee 44(Kantschule). Bunter Abend. — Artonaplaft: Jugendheim Schule Elisabethkirchstr. 19.„Was ist iind was will der Sozialismus?"— Schönewcide: Jugenddeim Hasselwerdcrltrafte, Mädchenschule im Keller.„Freundschaft— Kamerabschaft— Liebe."— Ahl hos: Jugendheim Adlcrshof, Bismarckstr. 1. Werheabend. vlcrs. Iugendaruppe veel Zentralverbandes der Angestellten Leute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt:»efnnb. � vrunnen: Jugendheim Schönstedtstr. 1. Vortrag:„Deutschland vor 1918", Referent: Bernstein.— Llchtenbeeg: Jugendheim Gunterstr. 44. Arbeit». gemeinichast:„Ein Sireiszug durch das Gebiet der Malerei", Leiter: Rudi Bär. — Nordwest: Jugendheim Lehrter Str. IL— IS. Ein Abend mit Schallplatten.— Die Perstcherungsgelelllchaf»„Sorgenfrei" A.-G. lagt ausnahmsweise heute van 17 bis 19 Uhr im Berbandshaus, Hedeinannstr. 12. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". G e, ch ä i 1 s st e II»: Berlin s. 14 Erbafttanstr. 87—88. Hak 2 Tr Kameradschaft Boumschulenwcg, AsA-Hpsi Am Svnntag, 18. Nopem» der. verstarb plötzlich unsen Kamerad, der ehemalige Reichslagsabge. ordnete Hermann Müller- Lichtenberg. Di» Kameradschaft wird sich ge- schlössen an der Tranerieierlichkeit beteiligen. Näher» Anweisung erfolgt»och.— Wasscrfportadtcilung, Zug Tegel: Mittwoch. 16. November, Wanderung nach PiNiiow-Schleuse. 10 Uhr Endhattestelle Hciiigensce oder 13 Uhr Bhf. Borgsborf. Deutscher Arbeiter-Sängerbund. Gau verlin. Geschäslsstelle: P. Schneider, Berlin RS. SS. huselandstr. 31. 9. Bezirk: Mittwoch, 16. November. 10 Uhr, Gesamtprobe für alle Männerchörc in der Aula der Albrrcht.Dürci.Schulr in Neukölln, ___... Str. 184—187. am Bahnhof Neukölln.— Sonnabenö, 19. November, 19 Uhr, Gelamtprode für di« Gemischten Ebbte des Bezirk« in Köpenick im Stadttheater. Friedrichstr. 1.— Berliner Lcndnoi Tbor: Die Ehorübungsstuiide findet ausnabinsweife anstatt Dienstag am greitaa, iL. November, 1914, Uhr, ttott- Mönnrrchor Friedrichshain: Achtimjj! Heutc. Dienstag, 191 Prrbe mit Orchester im Brauerei.Ausfchank .............. Uhr. huktheift.Patzenhosrr, Landsberaer Alle». Am Miilwoch(Bufttag), 19 Uhr, Generalprobe im Saaldau Frietrichs. Hain. Erlcheine» aller Sangesbrüber Pflicht. Polizei-Sportverein Berlin r. B-, Abt. Emheitoinrzfcheift. Regelmäßig« Aebungoabcnd» an allen Wochentagen, außer Sonnadend«. von 19>� dt» 214ft Uhr im Pallzei-Schulgebäude, Hannaverlche Str. 28—80. 2. Stock, Zimmer 10. An, fönger-, Forlbildungs- und Nedefchrlftknrse. Auch für Zivitc. Auskunft erteilt Erich Zwkckert, Brrlin.N-ukölln. Pannierftr. 18. Verein Freie Sammlee Berlin. Diensiag, 15. November. 19' z Ubr. im Lokal Schumacher. Wallstr. 32—33(Nähe Spittclmarkt), Tauschabend. Gesinnung». freunde stel» willkommt»- Landsmannschaft der Echleswig-Halsteiner zu Berlin— 1892. Ecschäfisstellc: s. 14, Prinzcnstr. 61. Mittwoch, 16. November(Bufttag). 19 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 43, Wohltätigkeitsveranstaltung. Lichtbilder- und Demo»- stratiansvortrag:„Das Wunderelement Radium". Nachdem: Geschäftliche Mit- teilungen, Aufnahme neuer Mitglieder. Weihnachtsfeier., gemütliches Bei- fommcnfci». Landsleute, Gäste, Plattdeutsche— Damen und Herren— sind sehr willkammcn. Deutscher Alpenvercin Berlin e. V. 17. Nvvcmbcr, 21 Uhr. in der Aula des Falk-Rcalgymnasiums, Berlin. Llltzowstr. 84"'< Uhr, große Kapelle. SiaHnodort. Südwest inglifh fiicclc Perfeverance. Heute, 21 Uhr, im Bräu-Stübl, Neue Kleine HUlte, R. 63, Müllrrstr. 176, am Wedbingplatz, englische Vortrage und Diokutston. Ahe. Longsellow English Debatting-EIvb, Bülowstr. 104. illiam Walter Wann über„B. Sackville-Best". heute, 2044 Uhr, spricht Säfte willkommen. Für die Leweife herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meiner lieben Frau, unfcrcr geliebten Mutier. sagen wir allen Perwandten, lieben Frenriben und Beionnlen. dem Wirt und den Mietern de« Hause» Streu- straft« 14, dem Gartenbauverein Schön- straft«, Kollegen und Penftonären der K. G. B. sowie dem Herrn Redner unsere» aufrichtigsten Dank. Lrnst Heinzel und Kinder. Alle» Freunde» und Beton»»«» die traurige Nachricht, daß unser ttebcr Pater. Graftoater»nd Schwiegervater. der Schlosser Franz Hoppe im 63. Lebenojohre»ach längerer Kronlheit am 13. November fanst rnttchlaim ist. Um still« Teilnahme bitten Klara und Wim Hoppe Famlllg Karl Hoppe Fpmllle Hall««oppe Wailloraar Hopp« und Fiau Fmii Hoppe un» Frau itfnn Richter Die Trauerteier stndel am Donner»- tag. dem 17. November. I6>/, Uhr, im Krematorium Laumschuleiuveg jiait- Zicdöne KrÄnis liefert preiKwert Bluaien-Meier PrenrUuer AHee 222 Tel. Humboldt 0632 icronacrs wlrkiam sind die KLEINEN ANZtKiEN in derG esa Ii) I aufläge des „Vorwärts" und iroirden» imuiutn Noch ein Wahlstreik der KPD. Die Arbeiter werden zu Wahlzwecken geopfert Aus Selb in Bayern wird uns geschrieben: Die foininiimstischc NGO. im trauton Verein mit den Nazis entfachte am Freitag, dem Ai. Oktaber, bei der Firma K r a u t h c i m m Adelberg in Selb einen wilde» Streit. Der Streik wurde zuin Zwecke kommunistischer und nazio- tischer Wahlpropaganda unter folgen- dem Vorwande vom Zaun gebrochen: Die Firma vermehrte die Belegschaft um 13 Proz. und schlug einen Lohnabzug für die 31. bis 40. Stunde von 27 bzw. 30 Proz. an. Dies liehen sich die RGO. und Nazis ruhig gefallen. Die freien Gewerkschaften versuchten wiederholt zu verhandeln, jedoch waren die Ver- Handlungen infolge der Zerrissenheit der Belegschaft ohne Erfolg. Die Neu- einstellungen überstiegen 23 Proz. und die Firma gab durch Anschlag bekannt, die Löhne laut Not- Verordnung für die 31. bis 40. Stunde um 43 bzw. 30 Proz. zu kürzen. Die f r e i g e w e r k- schaftlich Organisierten machten gegen diesen Anschlag abermals Front und erreichten durch Verhandlungen, dah die Werk- Der NetchsbunoderKriegsbeschädig« t e n, der älteste und größte Bund der Kriegsopfer, hat in Königsberg, wo er in diesen Tagen seine 21. Reichskonferenz abhielt, in gemeinsamer Front mit der Arbeiterschaft scharf und klar Kampfstellung gegen die Papen-Regierung bezogen. Das von der Papen-Regierung den Kriegs- opfern als„Geschenk" angebotene Zusatz- st i m m r e ch t ist scharf abgelehnt worden. Der Bundesvorsigende P f ä n d n e r erklärte, daß die im Reichsbund oereinigten Kriegsopfer die von der Reichsregierung angekündigte Bersafsungs- reform für überflüssig und für die fort- schrittliche Entwicklung der deutschen Sozialpolitik sowie der Kriegsopferversorgung g e s ä h r l i ch halten. Der Reichsbund stehe seit seiner Gründung im Jahre 1917 auf dem Boden der Gleich- berechtigung aller Staatsbürger. Die Kriegsopfer wollten keine Vorrechte, fondern gleiches Recht für alle. Die Kriegsopfer hätten von dem Zusagstimmrecht auch nicht den geringsten Nutzen, wenn die Reichs- regierung init Hilfe einer Verfassungsreform ihren bisher bereits gesteuerten antisozialen Kurs auf viele Jahre hinaus festlege und die soziale Ent- rechtung der breiten Volksmassen wieder herstelle. Die Kriegsopfer wünschten nichts dringlicher als die Rückkehr zu geordneten versa s- sungs mäßigen parlamentarischen Verhältnissen: denn sie hätten bei der Wahrung ihrer sozialpolitischen Interessen mit der bisher zu Unrecht oft geschmähten Parlamentsdemokratie die besten Ersahrungen gemacht. Im Mittelpunkt der Beratungen stand ein Vortrag des Nationalökonoms Prof. Dr. Her m- berg von der Universität Jena über das Thema: Wirtschaftskrise und Sozialpolitik. In der Krise— so lautete im wesentlichen der Gedankengang Hermbergs— verweigert die Wirtschaft der Gesellschaft die Mittel zur Erfüllung ihrer sozialpolitischen Pflichten, und aus Sorge um den Fortbestand des erschütterten Wirtschafts- apparats trauen sich die Organe des Staates nicht, auf dem notwendigen Schutz des Menschen zu bestehen. Die Sozialpolitik wird in der Krise zur unzureichenden Armenhilfe. Die Betrachtung des Erwerbslosenhaushalts zeigt mit aller Deutlichkeck, daß die Sozialpolitik ihre Ausgabe in der Wirtschaftskrise nicht erfüllt. Gegen die Gesellschaftsordnung ist der schwere Vorwurf zu erheben, daß der Staat praktisch nicht in der Lage ist, die durch die Krise notwendig gewordene Korrektur in der Verteilung der Verbrauchsein- kommen durchzuführen. Wenn sich aber einerseits die öffentliche Hand in der Krise nicht stark genug erweist, um die Forderungen der Sozialpolitik durchführen zu können, und wenn andererseits Wirtschaftstrisen als notwendig« Begleüerscheinun- gen der kapitalistischen Touschwirtschast hingenom- men werden müssen, so muß Sozialpolitik über bloße Korrekturen hinaus leilung diese 43- b;w. bOprozentigc Kürzung nicht durchführte. Die Berliner und Nürnberger NGO.-Leitung mußte aber unter ollen Umständen einen Streik machen, denn die Reichs- tagswahl stand vor der Tür. Den Ver- zweifelten und Unorganisierten wurde einge- trichtert, die Arbeiterschaft könne ihre Lage nur durch einen Streik verbessern. Auch wurden ihnen reichliche Geldunter st ützungen und k r ä f- t i g e s Essen versprochen. So kam es, daß die Belegschaft auf die Versprechungen hereinfiel und die Arbeit niederlegte. Schon in der ersten Woche mußten die Streiken- den erfahren, daß ohne Pulver und gewissenhaste Vorbereitungen kein Streik geführt werden kann. Die Streikenden mußten aus Kommando der RGO.-Aührer bei den Klassengegnern um Geld und Lebensmittel betteln. Die Mittel gingen aber sehr spärlich ein, so daß nur dünne Suppen an die Streikenden abgegeben werden konnten: von Geldunterstützungen war wenig zu spüren. Die REO. hat in ihrem„Grenzboten" ge- einer anderen Wirtschaftsordnung zustreben, in der durch planvolle Leitung der Wirtschaft Krisen vermieden werden und die öfsent- liche Hand stark genug ist, eine Verteilung durch- zuführen, die von den Menschen als gerecht anerkannt werden kann. Die Notder Kriegsopfer wurde von dem zweiten Bundesvorsitzenden N o a durch Vergleich der Leistungen des Jahres 1927 mit denen des Jahres 1932 beleuchtet. In der Frage der Renten- Versorgung machte Noa auf die Z e r st ö r u n g des Rechtsanspruchs in der Versorgung aufmerksam, wodurch die Kriegsopfer ähnlich wie die Arbeitslosen durch eine Kette von Nowerord- nungen schwer geschädigt wurden. Die vom Reichstag geschaffenen Kannanspruche hätten Leistungen und Personenkreis vergrößert, die von der M i n> st e r i a l b ü r o kr a ki e geschaffe- nen Kannansprüche dagegen hätten beides ver- mindert. Diese Unterscheidung in der Not- Verordnungsgesetzgebung zeige deutlich, daß zuni Wirken der Organisation die Wiederherstellung der Demokratie dringend notwendig sei. * Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten ver- anstaltet auch in diesem Jahr am T o t e n s o n n- t a g wieder eine Feier zum Gedenken der im Weltkrieg gefallenen oder an den Folgen ihrer Verwundungen später gestorbenen Kameraden. Die Feier findet im Plenarsaal des Reichstages statt. Sie wird von der Funkstunde Berlin und der Mehrzahl der deutschen Sender sowie der Ravag aus Wien übertragen. NGO. macht Streik Die(iewerllsctmkt muß helfen Bei der Gummiwarenfabrik G. M ü l- ler in Weißensee war am 18. Oktober der Abteilung Stopserei ein A b b a u d e r A k k o r d- preise um 10 bis 20 Proz. angekündigt worden, gegen den die Belegschaft mit Recht auf- begehrte. Anstatt jedoch den Fabrikarbeiter- verband zu beaustragen, mit der Firmen- lcitung in Verhandlungen zu treten, übte am 21. Oktober zunächst die Abteilung Stopserei p a s s i v e R e s i st e n z. Als die Kelegschaft dieser Abteilung daraufhin fristlos entlassen wurde, trat die gesamte Belegschaft unter„Füh- rung" der RGO. am 23. Oktober in einen Soli- da r it ä t s st r e ik. Von der gesamten Belegschaft, die 330 Kopse zählt, sind leider nur 30 Mann sreigewerkschast- lich organisiert. Die RGO. wußte nicht, wie sie die Bewegung zu einem einigermaßen erträglichen Ende führen sollte. Einen Tag nach der Reichstagswahl beschloß eine Streikver- sammlung mit ausdrücklicher Zustimmung des RGO.-Vertreters den Fabrikarbeitervor- band zu beauftragen, mit der Firma zwecks Beendigung der Bewegung zu verhandeln. schrieben, die Firma Krautheim u. Adelberg hätte um Verhandlungen gebeten. Als Herr.Krautheim entgegnete, daß sie in ihrem„Roten Grenzboten" das Gegenteil behaupten, verleugneten sie ihre eigene Schreibweise, Sie hatten gor nicht mehr de» Mut, Streikende zur weiteren Verhond- lung zur Firma zu schicken. Während die Kam- munisten und Nazis in der„Zentrolhalle" große Sprüche klopften, schrieben die großen Schreier an Herrn Kraulheim und denunzierten sich gegenseitig, ja sie gaben sogar der Firma preis, wer die an- geblich Schuldigen sind! Die RGO.-Streik- leitung bat die Firma, im Betrieb eine Versamm- lung der Streikenden abhalten zu dürfen. Dort sollten die ihrem Schicksal Ucberlassenen den Streik abbrechen. In dieser Versammlung brachten die Irregeführten ihre Entrüstung zum Ausdruck über das frivole Spiel der RGO.- Leitung, die jetzt kein Interesse mehr an dem Streik zeigte, denn die Wohl war vorüber. Die sich selbst überlassenen Streikenden liefen wie die Schafe in den Betrieb und das Ergebnis ist, daß eine Anzahl Personen auf der Strecke bleiben. Dem Vertreter des Fabrikarbeiteroerbandes ge- lang es, die von der Firma beabsichtigte Maß- regelung von 30 Arbeitern bis auf 12 herabzudrücken und für die Wiedereingestellten die Beschäftigung mit den alten Rechten zu er- wirken. Weiter wurde vereinbart, daß die Akkordpreise zunächst nicht gekürzt werden, sondern über eine Herabsetzung der Akkorde zwischen der Firma und der Betriebs- Vertretung und, im Falle des Scheiterns dieser Verhandlungen, vor der tariflichen Schlichtungs- instanz verhandelt werden soll. Hätte man dem Fabrikarbeiterverband sofort nach dem Entstehen des Konfliktes Gelegenheit zum Eingreifen gegeben, wäre sicherlich nicht nur die Regelung der Akkordstreitigkeit auf der jetzt vereinbarten Grundlage möglich gewesen, sondern auch die Entlassung der 12 Arbeiter vermieden worden. Zurückgeholt höhne üer graphischen Hilfsarbeiter Der Verband der graphischen Hilfsarbeiter und -arbeiterinnen hatte den Reichslohntarif für das Hilfspersonal in den Buchdruckereien und Zeitungsbetrieben zum 11. November ge- kündigt mit dem Ziel, die Löhne wieder aufzubessern, die durch den bindenden Schieds- spruch, der am 16. September in Frankfurt am Main gefällt wurde, ganz erheblich herabgesetzt worden sind. In den Verhandlungen am 8. und 9. November kam eine Einigung nicht zustande, da die Unter- nehmer nochmals eine Lohnsenkung verlangten. Es wurde schließlich ein Schiedsspruch ge- fällt, der für den größten Teil der Tarifkreise mit Wirkung ab 12. November Lohncrhöhun- gen bis zu 1 M. pro Woche vorsieht. Dem Schiedsspruch haben beide Parteien zu- g e st i m m t. Der neue Reichslohntarif gilt bis zum 30. April 1933. Mit diesem Schiedsspruch ist e i n T e i l des Unrechts wieder gutgemacht worden, das den Hilfsarbeitern in den Buchdruckereien und Zeitungsbetrieben mit dem Schiedsspruch vom 16. September zugefügt worden ist. Dem ziel- klaren Vorgehen der Vertreter des Verbandes der graphischen Hilfsarbeiter, auf deren Konto dieser Verhandlungserfolg gebucht werden muß, wird es bestimmt gelingen, auch das infolge des Krisen- sturmes verlorengegangene Terrain wiederzu- gewinnen. KrMk und Antwort �Vas wir tun müssen Ein Sozialrentner, der bei der letzten Wahl kommunistisch gewählt hat. schreibt uns, unter Hinweis auf die fortdauernden lieber- schüsse in der Angestelltenversichcrung, daß es doch nicht notwendig sei, den Rentnern immer noch 6 M. monatlich abzuziehen. „Weshalb wird das nicht", heißt es dann in der Zuschrift,„zum Gegenstand einer Protestbewegung gemacht? Für uns bedeuten 6 M. sehr viel Geld, aber vielleicht verstehen Sie das nicht. Wenn da nicht bald etwas mehr Aktivität entwickelt wird, dürfen Sic sich über einen weiteren Ab- marsch von Wählern nicht zu wundern brauchen." Es folgen dann noch einige beleidigende Unterstellungen, die wir übergehen. Sie find dem Register der konununistischen Agitation ent- nommen. Blan könnte dlesen und andere Kritiker fragen, warum sie sich nicht an die 100 Kommunisten und die 196 Nationalsozialisten in> Reichstag�wenden, die doch zum guten Teil mit ihren Stimmen gewählt worden find? Aber es ist nun einmal so, daß die proletarischen Wähler, die bei Wahlen irgendeinen„radikalen" Stimmzettel abgeben, weder von den Kommunisten»och von den Nationolsazialisteii eine Beflerung ihrer Lage er- warten. Dafür sind eben die freien Gewerkschaften, dafür ist die vielgeschmähte Sozialdemokratie da. Wird es nicht besser, sondern nur schlechter, wenn die sozialdemokratischen Wählerstimmcn von über 9 auf 81-, von SV: auf 8, von 8 aus 7,2 Millionen zurückgehen, gleichzeitig die der anti- parlamentarischen und antidemokratischen Kla- maukparteien anschwellen, wer trägt die Schuld? Natürlich die Sozialdemokratie. Es hätte keinen Zweck, wenn wir hier an- führten, daß der„Vorwärts", daß die gesamte sozialdemokratische Presse nicht ein-, sondern zehn-, hundertmal gegen den Abbau der Sozialrenten, gegen die gesamte urreaktionäre Notoerordnungs- Politik protestiert hat. Daß die Gewerkschaften, daß unsere Partei dasselbe getan haben und weiter tun werden, nicht während eines Wahlfeld- zuges, um proletarische Stimmen zu fangen, sondern gerade dann, wenn der Protest einige Aussicht hat praktische Folgen zu zeitigen. Es hätte auch keinen Zweck, nachzuweisen, daß Kom- munisten und Nationalsozialisten mit Vorliebe solche Anträge einbringen, deren Ablehnung und Undurchführbarkeit einigermaßen sicher ist. Denn diese Protestler, diese aus wirtschaftlicher Not Verbitterten lesen nur noch gelegentlich eine Zeitung. So weiß auch der Sozialrentner, der uns in seiner Zuschrift die bittersten Vorwürfe macht, nichts, aber auch gar nichts von unserer täglichen, unermüdlichen Sisyphusarbeit, wieder gut zu machen, was die Sozialreaktion, gestützt durch den Klamauk und die Sozialistenfresierei der extremen Parteien, zerstört. Das ganze Problem, das es zu lösen gilt, ist nicht irgendeine„Umstellung", sondern die Aus- dehnung unserer Propaganda auf die Schichten, die Zeitungen nicht lesen und Versammlungen nicht besuchen. An die Millionen Arbeitslosen und Sozialrentner, die sich längst keine Zeitung mehr leisten können, die verbittert in ihren Wohnlöchern hocken und mit Befriedigung die Tiraden der Extremisten an den Anschlagsäulen lesen, an die kommen wir nicht oder nur ganz selten heran. Aus ihnen rekrutiert sich aber das Gros der kom- munistischen, ein nicht unerheblicher Teil der nationalsozialistischen Stimmen und ein wesent- licher Teil der NichtWähler. Sie über unsere Tätigkeit auf dem laufenden zu halten, würde sie davor bewahren, in Gleichgültigkeit, Zweifel und Verzweiflung zu verfallen und eine leichte Beute der extremen Demagogen zu werden. Erfolgreiche Abwehr Der Streik bei der Porzellanfabrik Kahla A.- G. in Kahla(Thüringen) ist b e- endet. Die Direktion lenkte ein. Sie hielt es für ratsam, auf zwei Drittel ihres Notoerordnungs- abzugs zu verzichten. Daraufhin entschied die Belegschaft einmütig, den Kampf zu beenden. Der Streik wurde in seltener gewerkschast- licher Geschlossenheit geführt. Opfer— wie das bei RGO.-Streiks üblich ist— blieben nicht auf der Strecke. Der Kampf trug viel zur Stärkung des gewerkschaftlichen Gedankens in Kahla bei. Tagung des ZGB. Am 17. und 18. November tagt der v o r st a n d des Internationalen Gewerkschafls- b u n d e s in verlm. um die durch den V e r l r a g von Onchy und d°e bevorstehende Welt- wirtschaftskonserenz ausgeworfenen Ära- gen zu besprechen. Gleichzeitig wird der Vorstand den Bericht des Antikriegskomitees ent- gegennehmen und die Tagesordnung des für Juli 1933 vorgesehenen Kongresses des Internatto- nalen Gewerkschaflsbundes in Brüssel fest. legen. Zur Behandlung kommen außerdem eine Reihe organisatorischer Fragen, insbesondere der Gewerkschaftsbewegung in Argentinien, Jugoslawien, Griechenland und Kanada. Hierzu 2 Beilagen Kriegsopfer und Arbeiter Tagung des Reichsbundes in Königsberg Der„Vorwärts" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsdeilage„Volk und Zeit", i Bezugsvlcis«: Wöchentlich ,b Ps., monatlich 3,2i M. sdavon 67 Ps. monatlich liir Zustellung ins Haust im voraus zahlbar. Postbezug Z,g7 M. einschließlich«0 Ps. Postzeüung. und 72 Pf. Postbestcllgebllhren.«luslandsabonnemint 5, KZ M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto t.kä M. Vej Ausfall der iliefciung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersaß. I Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile Zll Pf.. Reklamczeile 1,50®.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Ps.. jedes weitere Wort 10 Pf. Rabatt laut Tarif. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im S a u p t g e s ch ä s l. Lindenstr. 3. wochentäglich von Slb bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich für Politik: Rudolf Brcndemühl; Wirtschaft: mänien vor. Daß dabei die Donauländer Deutsch- land und Bulgarien, offenkundig aus oußenpoliti- schen Gründen, ausgelasien waren, ist schon da- mal? allgemein aufgefallen. Aber es zeigte sich auch zweierlei, was auch bei allen Warten dieser Pläne in der Zukunft zu beachten sein wird: Erstens ist die Donau allein noch lange kein Wirtschaftsband zwischen Agrar- und Industrieländern Ost- und Mittel- europas: es fehlt vor allem das Gegengewicht für den Transport der Massengüter Getreide, Vieh, Erdöl stromaufwärts, und daher ist die Bedeutung der Donau als Verkehrsweg in Wirklichkeit ge- ring. Zweitens ist nicht nur keine Zollunion, son- dern überhaupt keine engere wirtschaftspolitische Verbindung der Agrar- und der Industrieländer Ost- und Mitteleuropas nutzbringend durchführ- bar, ohne daß ein großer Industriestaat mit von der Partie ist. Eine engere Wirtschaft- liche Verbindung stößt auf ungleich geringere Schwierigkeiten, wenn sie zwischen Ländern er- folgt, die einander schon vorher ergänzen: das gilt in besonderem Maße, wenn agrarische Ausfuhrländer daran beteiligt sind. Meistbegünstigung, Unionen, Präferenzen. Ueber die Mittel einer solchen ökonomischen Annäherung besteht immerhin etwas mehr Ein- Verständnis als über die Beteiligten. Noch vor wenigen Jahren glaubte man in der Meist- b e g ü n st i g u n g das Zaubermittel zu einem Umbau der europäischen Wirtschaftspolitik zu sehen: mittlerweile hat sich bekanntlich heraus- gestellt, daß sie bei gleichmäßig protektionistischen Staaten zum Haupthemmnis wirtschaftspolitischer Erleichterungen werden kann. Dann haben der Schober-Curtius-Plan und der T a r- d i e u- P l a n den Gedanken der Z o l l u n i o- n e n hervorgehoben: aber hier zeigten sich sogleich (von den politischen Widerständen gerade gegen diese Lösungen ganz abgesehen) die Schwierig- leiten eines völligen Zollabbaues auf privat- wirtschaftlicher Grundlage. Nunmehr knüpft man stärkere Hoffnungen an ein System der Vorzugszölle. Auch die Exekutive der S o z i a l i st i f ch e n Internationale hat sich in ihrer Züricher Tagung vom Mai 1932 in der Resolution„Zur Frage der Donauföderation" indirekt dazu be- kannt, allerdings nur unter der Voraussetzung, daß das allgemeine Z o l l n i v e a u dadurch nicht erhöht, sondern gesenkt wird, und unter Ab- lehnung jeder imperialistischen„Kontrolle" über die beteiligten Staaten. Bleibt noch die Frage, welches das große In- dustrieland sein kann, das die notwendig« Ergän- lich auch, daß die Schrumpfung de» Um- satzes auf 110 Millionen, der damit mcht mehr weil über dem Umfang des Eigen- und Fremd- kapitals liegt, den Anlaß hierzu gegeben hat. Man kann in diesem Zusammenhang allerdings fest- stellen, daß im Vergleich mit anderen Montan- konzernen bei der Gutehofsnungshütte eine g s- fährliche Ueberkapitalisierung am wenigsten Platz gegriffen hat, denn bei Schluß des Geschäftsjahres 1930/31 betrug die Zinslast auf 1000 Mark Umsatz berechnet nur 1.5 Proz. gegen 5,6 Proz. beim Stahlverein, und die Ueber- nähme der Anleche auf die Nürnberger Gesell- schast eröffnet hier noch sehr interessant« Aus- sichten in der Richtung, daß die Mittel dieser Dollaranleihe im wesentlichen durch Nürnberg zu Expansions- und anderen Finanzierungszwecken verwendet wurden, während Oberhousen seine Rationalisierung aus laufenden Mitteln„über Betrieb" finanziert hat. Angaben über die Entwicklung der Belegschaft während des zweiten Krisenjahres macht der Ver- waltungsbericht nicht. Aber er enthält Hinweise genug, die die furchtbare Verelendung der öetriebsbelegschast erkennen lassen. So sanken Löhne und Ge- h ä l t e r durch Abbau und Lohndruck von 63,3 auf 38,3(!!) Millionen. Hüttenbetriebe, Stahl- und Walzwerke erlitten eine bisher noch nicht erlebte Produktionsdrosselung. Von acht Hoch- öfen arbeiteten im Durchschnitt nur 2,44. Die wocheuarbeitszelt au den einzelnen Wal- zenstrahen sank zeitweise aus eine Schicht(!!). Im Durchschnitt wurde im Thomasstahlwerk und an den Walzenstraßen an drei Tagen, im Martin- werk an vier Tagen wöchentlich gearbeitet. Diese verheerende Arbeitskürzung bei mehrfach abge- bauten Löhnen zeugt von einer geradezu er- schütternden Verelendung der noch im Betrieb verbliebenen Eisenarbeiter. zung für einen wirtschaftspolitischen Block der Donaustaaten bieten könnte. Geographisch kommen von vornherein nur zwei Länder in Frag«: Italien und Deutschland. Davon steht Italien mit fast allen genannten Staaten in ungleich gc- ringeren Wirtschaftsbeziehungen als Deutsch- land. das in der Handelsstatistik aller mittel- und südosteuropäischen Länder mit großem Vor- sprung führt, im übrigen ja den Versuch sogar einseitiger Präferenzen gegenüber Ungarn. Ru- mänien und Oesterreich bereits vorbereitet hat. Eine Linderung der mitteleuropäischen Dauer- krise würde gewiß auch im Interesse der Wsatz- Möglichkeiten der anderen europäischen Länder liegen, und deshalb sind die Fragen des Donau- raumes eine Angelegenheit der ganzen Inter- nationale. Wer vergessen wir niemals, daß es sich bei allen diesen Dingen noch lange nicht um eigentlich sozialistische Forde- rungen handelt und daß auch ihre völlige Durchsetzung die Ursachen der k a p i t a l i st i- schen Krisen ebensowenig beheben würde wie die besonderen Krisengründe gerade der mittel- europäischen Wirtschaft. Wenn es sich aber darum handelt, zu aktuellen Fragen der Wirtschaftspolitik noch unter dem kapitalistischen System Stellung zu nehmen, so kann dies weder im Sinn liberaler Illusionen. noch etwa gar im Sinne protektionistischer Eng- stirnigkeit erfolgen, sondern nur aus Grundlage einer einheitlichen, halbwegs organisierten Wirt- schastspolitik in größeren Teilen Europas. Wobei wir niemals vergesien werden zu betonen, daß eine wirkliche Organisierung der Wirtschaft, ein völliger Abbau des Zollwahnsinns erst auf Grundlage sozialistischer Planwirt- s ch a f t möglich werden wird. A. L. Zahlungsaufschub! England und Frankreich an Amerika Am 15. Dezember ist der Zahlungstermin für die Rückzahlung von europäischen Schuldzinsen und Tilgungsraten aus Ländern der früheren Entente an die Vereinigten Staaten fällig. Die Summe, die von England aufgebracht werden müßte, beträgt 95(4 Millionen Dollar, was bei dem gegenwärtigen Tiefstand des Pfundes einem Gegenwert von 28 Millionen Papierpfund ent- spricht. Das Herannahen dieses kritischen Zah- lungstermines, der wesentlich zu den scharfen Pfundschwantungen der letzten Zeit bei- getragen hat, hat jetzt den Stein ins Rollen ge- bracht. England hat bei der Regierung der Ver- einigten Staaten um Zahlungsaufschub ersucht und diesem Schritt hat sich die f r a n- zösische Regierung angeschlossen. In den Noten dieser beiden Länder wird noch- mal» die unheilvolle Wirkung der Kriegsschulden aus die Weltwirtschast betont und in der franzö- fischen Note wird unter Hinweis auf die Der- Handlungen in Lausanne(Lösung des deutschen Reparationsproblems) und in Stresa festgestellt, daß Frankreich ein durchaus aktives Inter- esse an der wirtschaftlichen Wiederherstellung Europas bewiesen habe. In diesem Geist schlägt die französische Regierung der amerikanischen Regierung eine gemeinsame neue Prüfung der Schuldensrag» vor. Welche phantastischen Ziffern die Kriegs- Verschuldung erreicht, wird am besten bei England verdeutlicht, dessen fundierte Schuld 4.6 M i l- liarden Dollar erreicht, wovon England 202 Millionen Dollar zurückgezahlt und an Zinsen rund 1,15 Milliarden Dollar erstattet hat. � Einer Reutermeldung zufolge hat Präsident Hoooer seinen Nachfolger Roo'eoelt zu einer Besprechung über die Schuldensrage eingeladen. Hoooer hat Roosevelt telegraphisch mitgeteilt, daß entsprechende Ersuchen auch von anderen Staaten, deren Zahlungen am 15. Dezember fällig seien, eingehen würden. Diese Staaten werden voraus- sichtlich Italien und Belgien sein. Autarkie-Ersatz! Von IG.-Farben freundlichst angeboten! Die Wirtschaft»- und zollpolitische Ehe der Schlotbarons und der Krautjunker, die im Jahr« 1379 durch Bismarcks Schutzzollvorlage geknüpft wurde, hatte schon das Jubiläum der goldenen Hochzeit hinter sich, bis sie in diesem Jahre über der Frage der Autarkie und der Kontingente in die Brüche ging. Der Bruch fand in dem Pro» t e st p r o g r a m m des Ruhrbergbaues gegen die Kontingente sichtbaren Ausdruck Jetzt sind auf beiden Seiten Leute am Werk, die die Bruchstell« zukitten wollen. Wie immer, wenn sich die Barone finden, sollen die Kosten von den breiten Massen, von den Konsumenten getragen werden. Einer dieser Leute ist Herr E a r l B o s ch, einer der maßgeblichen Leute der IG-Farben. Er hat vor dem„Verein zur Wahrung der Jnteresien der chemischen Industrie"(einer der Klubs, in denen heute„autoritäre" Politik gemacht wird!) eine in vieler Hinsicht interesiante Rede gehalten. Kein Wunder, daß er bei dem Riesenexportgeschäft der JG.-Farben gegen Kontingente und Autarkie sprach, und zwar mit unwiderleg- lichen Argumenten. Wichtig auch, daß er für die Handelspolitik die Beibehaltung der Meist- begünstigungsverträge forderte. Größte Beachtung aber erfordern die Ausführungen darüber, wie die Landwirtschaft zum Verzicht auf ihre«xport- feindlichen Forderungen bewogen werden soll. Da heißt es: wenn die innere(!) Preisbildung für Agrarprodutte durch die Handelsverträge ge- stört werde, so mühten innerorgani- s a t o r i s ch e Maßnahmen ausgleichend wirken. Für die Anpasiung der landwirtschaftlichen Pro» duktion an den Konsum seien unter anderem organisatorische Maßnahmen(Zusammen- fassung der landwirtschaftlichen Deredelungspro» duktion) notwendig. Das ist nicht mehr und nicht weniger als der Rat an die Landwirtschaft, sich nach dem Muster der Schwerindustrie und der Ehemi« in Kartellen auf dies« Weife künstlich erhöht wird, da» ist schon geschehen auf dem Gebiet der Zuckerwirt» schast, das ist anscheinend geplant für Weizen. Das Ziel ist immer das gleiche: Preiser- höhung im Inland und Berschleude» rung des Ueberschusse» ans Ausland zu Vertu st preisen. Die Idee der Agrarkartelle ist zuerst von de« Großagrarier von Knebel-Daeberitz pro- duziert und dann von der Schwerindustrie propagiert worden. Wenn die JG.-Farben jetzt diesen Autarkieersatz vertreten, dann geschieht es natürlich in der Hoffnung, daß ihre eigen» Monopolpolitik(Stickswffpreise!) von der Land- Wirtschaft jedenfalls nicht mehr bekämpft werd«« wird. Verlängerter Reichsbankkredit Luther war in Basel Der Verwaltungsrat der Bank für internatio- nalen Zahlung-ausgleich in Basel, der sein« 25. Sitzung abhielt, hat bei Anwesenheit de» Reichs bankpräsidemen Dr. Luther die Verlänge» rung des Anteils der BIZ. an dem der Reichs- bank gegebenen Kredit von 90 Millionen Dollar für weitere drei Monate beschlossen. Der Kredit war bis zum 5. Dezember 1932 befristet. Voraussetzung für die Verlängerung bildet die Der- längerung der gleich hohen Antelle der Bank von Frankreich, der Bank von England und der Jede- ral Reserve Bank of New Pork, worüber die Ver- Handlungen noch nicht abgeschlossen sind. Es dürf» len joboch diese Verhandlungen zu dem gleichen Ergebnis führen. Die größte asiatische Funkstatton ist am Freitag in Nanking eingeweiht worden. Sie arbeitet mit 75 Watt. Die Hannoversche Bodeakred'tbank hat auf der Börse 1,01 Millionen 4l4prozentige Liquidation«» goldpfandbriese 1932 eingeführt. Am 30. Sep. tember besonden sich in Umlauf Goldhypo- rhekenpsanddricfe im Gesamtbetrag« von 65.97 Millionen und Goldkommunalsch ldoerschreibungen im Gesamtbetrage von 25,78 Mill. M. Schone weiße Zähne erhalten Sie bei tLgllchem Gebrauch von Chlorodont» der Zahnpaste von htiohster Qualil ilt. Sparsam im Derbrauch. Tube Sil Pf. und 80 Pf. Verlangen Sie nur ilhlorodont und weisen Sie jeden Ersatz dasilr zurück, Was wird aus Mitteleuropa? Sozialistische Wirtschaftspolitik im Donauraum