Morgen- Ausgabe Nr. 547 A 268 49. Jahrg. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: A7 Amt Dönhoff 292 bis 297 Telegrammabresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts BERLINER VOLKSBLATT SONNTAG 20. November 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. Bezugsbebingungen und Anzeigenpreise fiehe am Schluß des rebattionellen Teils Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Pressesache! Auf Grund des§ 5 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen vom 14. Juni 1932 RGBl. I S. 297 ersuche ich um Abdrud der in der Anlage beigefügten amtlichen Entgegnung in der nächsten für den Drud nicht bereits abgeschlossenen Nummer des Borwärts". Die Entgegnung ist am Kopf der ersten Seite des Hauptblattes über die beiden ersten Spalten hinweg abzudruden. Die Ueberschrift ist in einer Schriftgröße nicht unter 4 Cicero( fett), der Tert nicht unter Borgis( fett) zu setzen. Gegen den nachfolgenden Tert des Blattes ist die Entgegnung durch einen mindestens 2 mm starken Horizontal balken abzugrenzen. Ich weise darauf hin, daß gemäß§ 5 Abs. 2 Saz 2 der VO. vom 14. Juni 1932 eine Stellungnahme zu der Entgegnung in der gleichen Nummer, wie überhaupt jeder einleitende oder begleitende Zusatz, z. B. über die Verpflichtung der Zeitung zum Abdruck der Entgegnung, unzu Täffig ist. Bei Zuwiderhandlung gegen mein Ersuchen wird gemäß§ 6 Abs. 1 Ziffer 6 der VO. vom 14. Juni 1932 verfahren werden. Der Kommissar des Reiches: gez. Dr. Bracht. Hitlers Vortrag ,, Rettung vor Bolschewismus" Am Der Reichspräsident hat den Empfang von Parteiführern zum Zwecke der Neubildung der Reichsregierung vorläufig abgeschlossen. Sonnabend wurde außer Hitler der Staatsrat Schäffer München empfangen. Die Unterredung Hindenburg- Hitler begann mit ,, Erläuterungen" Hitlers zu den Vorgängen am 13. Auguft. Dieser Teil der Unterredung ging auf Wunsch des Oberofaf unter vier Augen vor sich. Hitler setzte auseinander, daß er am 13. August in einem Gespräch mit Herrn von Papen zwar das Amt des Reichskanzlers, aber teineswegs die Macht für sich allein gefordert habe. Den weiteren Besprechungen wohnte Staatssekretär Meißner bei.. Sie wurden in erster Linie durch Erklärungen Hitlers über die politischen Notwendigkeiten der Gegenwart", wie er sie sieht, ausgefüllt. Er soll zu beweisen versucht haben, daß Deutschland vom Bolschemismus bedroht und die Nazipartei die einzige Rettung jei. Er hat, wie es meiter heißt, u. a. ein Berbot der KPD. und für seine Partei die Führung in der Regierung gefordert. Seinen persönlichen Anspruch auf das Amt des Reichskanzlers hat er, wie zuverlässig verlautet, gegenüber Hindenburg diesmal nicht wiederholt. Nazis behaupten, daß der Reichspräsident Hitler heute nicht mehr so ablehnend gegenüberstehe mie noch vor mehreren Wochen; doch wollen sie angeblich Frick als Reichskanzler vorschlagen. Einem Wunsche Hindenburgs entsprechend werden nun die Partner und Anhängsel der im Entstehen begriffenen schwarz braunen Roalition, vor allem Zentrum und Nazis, untereinander die Möglichkeiten zur Schaffung einer parlamentarischen Mehrheit für ein neues„ Präsidialkabinett" prüfen. Die erste Besprechung Zentrum- Nazis wird am heutigen Sonntag geführt. Vom Zentrum verhandeln Joos und Stegerwald, und von den Nazis Hitler, Frick und Göring. Werden Zentrum und Nazis einig, so werden vor allem die Christlich- Sozialen befragt werden, ob sie sich zu einer Mehrheitsbildung zur Verfügung stellen. Die gleiche Frage will man auch an die Deutschnationalen und die Deutsche Bolts partei richten. Man hofft, Mitte der Woche dem Reichspräsidenten Borschläge fachlicher und personeller Art unterbreiten zu Fönnen. Die Wahrheit über den Ohlauer Landfriedensbruchprozeß Jn Nr. 420 vom 6. September 1932 hatte „ Der Abend" eine Auslassung des Rechtsanwalts Dr. Braun- Magdeburg über das Ergebnis des Ohlauer Landfriedensbruchprozesses vor dem Sondergericht in Brieg veröffentlicht. Hierin wurden die Prozeßzleitung durch das Gericht und die Haltung der Staatsanwaltschaft abfällig fritisiert. Diese Darstellung ist teilweise entstellt, teilweise unwahr. Es wird daher folgendes amtlich festgestellt: Es ist unzutreffend, daß nur der Borsitzende den Prozeßzstoff beherrscht habe, die beisigen den Richter dagegen gänzlich unvorbereitet" gewesen seien. Ein Beisitzer hatte die Akten vor der Hauptverhandlung 4 Tage lang gründlich durchgearbeitet; der andere Beisitzer war mündlich eingehend über den Prozeßstoff unterrichtet. Die Behauptungen über die Staatsanwaltschaft, von deren Plädoyers gesagt worden war, sie beantragte Freispruch für Angeflagte, deren Berurteilung sie ausdrücklich gewünscht hatte, sie begehrte Strafe, wo fie Freisprechung anheimstellen wollte", beweisen eine sehr geringe Kenntnis des Artikelschreibers von dem Prozeßstoff. Die Zusammenstöße in Ohlau zerfielen in 4 getrennte Gruppen strafbarer Handlungen. Da die einzelnen Angeklagten nicht an allen 4 Phajen beteiligt waren, mußte die Staatsanwaltschaft bei einigen Angeklagten dementsprechend teils Freispruch, teils Berurteilung wegen der einzelnen strafbaren Handlungen beantragen. Die Behauptung, die Staatsanwaltschaft habe nicht nach dem Ergebnis der Hauptverhandlung, sondern nach den Ermittlungsaften plädiert, war von Rechtsanwalt Braun schon in der Hauptverhandlung aufgestellt und ist seinerzeit sofort als unrichtig zurückgewiesen worden. Die Beweiserhebung war jo erschöpfend, daß die Verteidigung nur selten ihrerseits Fragen an die Zeugen zu stellen hatte. Das Gericht hatte den Beweisanträgen der Verteidigung bis zur äußersten Grenze stattgegeben; ein unerheblicher Beweisantrag ist abgelehnt worden; alle sonstigen Beschränkungen der Beweisaufnahme find im Einverständnis mit der Verteidigung erfolgt. Der Verkehr der Angeklagten mit den Berteidigern ist nur unterbunden worden, soweit er mit einer geordneten Prozeßführung nicht vereinbar war. Dafür ist den Verteidigern jederzeitige Unterbrechung der Berhandlung zweds Rücksprache mit den Angeklagten angeboten worden. Die Verhandlung ist nicht überhafttet worden; die Angeklagten selbst haben, wie ihre Anteilnahme an der Berhandlung beweist, dieser gut folgen können. Die groben Irrtümer des Rechtsanwalts Braun find offenbar darauf zurückzuführen, daß er sich vor dem Prozeß wie auch nachher mit dem Sachverhalt nicht in hinreichender Weise vertraut gemacht hat. Bereits lange vor der Hauptverhandlung standen die alles Wesentliche enthaltenden polizeilichen Ermittlungsaften den Verteidigern zur Verfügung; trotzdem erklärte Rechtsanwalt Braun, der 11 Tage vor Prozeßbeginn um Bertagung gebeten hatte, da er wegen anderer Sachen schwer abkömmlich sei, bei Beginn der Hauptverhandlung, er habe die Affen erst in letzter Stunde durchgelesen. Bei der Urteilsverkündung war er nicht anwesend; bei der Abfassung seines Artikels lagen ihm die schriftlichen Urteilsgründe noch nicht einmal vor. Die in dem Artikel enthaltenen Urteile und Behauptungen sind von Rechtsanwalt Braun also ohne genügende Unterrichtung und ohne ausreichende Kenntnis des Sachverhalts aufgestellt worden. Berlin, den 19. November 1932. Der Preußische Minister des Innern Der Kommissar des Reiches gez. Dr. Bracht. Beglaubigt. Hoffer, Kanzleidirektor. Opfer der Freiheit Der Gedenktag der Toten, in die Zeit des Absterbens der Natur draußen gelegt, galt in den letzten zehn Jahren vorwiegend der Klage um die Gefallenen des Weltfrieges. Um jene zehn Millionen junger Menschen in allen Ländern, die eine sinnlose und verbrecherische Politik der Herrschenden auf die blufigste Schlachtbank geführt hatte, die jemals den Völkern errichtet wurde. Autoritäre Kabinette haben damals mindestens in Rußland, Serbien, Desterreich und Deutschland regiert. Sie haben das grauenhafte Ereignis nicht abzuwenden gewußt, wenn sie nicht etwa απ seiner Entfesselung direkt beteiligt waren, wie unfere Patrioten das von der serbischen und russischen, die anderen von der österreichischen und deutschen Regierung behaupten. Noch sind die Wunden dieses schrecklichen Mordens nicht verharscht und schon triumphiert wieder eine militaristische und volksverhehende Propaganda, die offen oder versteckt jeden Versuch der Abrüstung vereiteln, in der Aufrüstung für neue Schlachten aber die einzige Sicherheit für die Völker sehen möchten. Könnte man doch jedes Jahr die Opfer dieser Propaganda über die Maffengräber in Belgien und Frankreich, in Polen und Rußland führen, um sie zu erinnern, welche Sicherheit" große Heere und unbeschränkte Rüstungen ihnen geben fann. Beim Anblick der Hunderttausende von Kreuzen und Steinen muß es auch dem Stumpfften klar werden, daß der Weg der Rüstungen nur in ein neues Grauen führen kann. Inzwischen haben sich zu den Opfern des Weltfrieges die Opfer jenes Bürgerkrieges frieges die Opfer jenes Bürgerkrieges gesellt, den die Anbeter der Gewalt auch in die inneren Auseinandersetzungen des Volkes verpflanzten. Eine lange Lifte von Opfern faschistischer Angriffe, über 160 Tote allein, liegt vor uns. Sie umfaßt sicher noch nicht die Namen aller, die auf diesem Felde ihr Leben lassen mußten! Welche Entartung des politischen Kampfes! Sechzig Jahre hindurch hat die deutsche Sozialdemokratie ihren Kampf geführt, hat schwerste Verfolgungen dabei erlitten, aber niemals daran gedacht, an Revolver und Meffer zu appellieren, um damit den Gegner abzuwehren oder Erfolge zu sichern. Selbst beim Zusammenbruch vor vierzehn Jahren vermied ein enttäusch tes, verbittertes Bolt peinlich, neue Blutopfer zu den unermeßlichen des Weltkrieges zu fügen. Die Flamme des Hasses aber wurde von der anderen Seite geschürt. Sie brach aus bei den Morden an Liebknecht, Rosa Luxemburg, Eisner, Candauer und ihren Gesinnungsgenossen, fie brannte weiter bei den Morden an Erzberger und Rathenau, von denen feiner die gerechte Sühne gefunden hat, und ist seitdem zum verheerenden Brand geworden, der unser ganzes politisches Leben verwüstet. Gewiß, auch die andere Seite beklagt ihre Opfer. Wie wäre es anders möglich, wenn dieses rohe kampfmittel erst eingebürgert ist? Wer läßt sich widerstandslos hinschlachten, wenn von der anderen Seite offen ein Recht auf die„ Umlegung" der„ Landesverräter“ und„ Vaterlandsseinde", der„ Untermenschen" proklamiert wird? Ueber 160 Opfer aus den Reihen des kämpfenden Proletariats sind es, an deren Gräber wir heute treten, gefallen für die Sache der Freiheit, der Demokratie, des Sozialismus! Wir verneigen uns vor ihnen, die ihr Leben hingaben, die alle, arm und oft arbeitslos, nichts anderes fuchten, für nichts anderes kämpften, als um ihrer Klasse, der Klasse der Bejihlosen, ein Stüd vom Glüd der Erde zu erobern. Sie fielen, wir blicken auf ihr Grab, aber keinen Augenblick ist gebrochen unser Wille, ihren Kampf fortzusetzen.„ Das Banner kann stehen, wenn der Mann auch fällt" welch neue Opfer die weiteren Kämpfe uns auch auferlegen mögen, wir ruhen nicht, bis der Sieg der Menschlichkeit errungen ist, der den Völkern diesen Haß, diesen Mord, dieses Leid für immer erspart. Zwischenakt Verhandlungen in der Wilhelmstraße Wir bleiben Opposition Gänzlich Neues begibt sich! Eine Regierung ist nach fünfmonatiger Amtsdauer gestürzt, sie führt die Geschäfte weiter, bis eine andere ernannt ist. Inzwischen empfängt das Staatsoberhaupt die Parteiführer. Die Parteiführer sollen jetzt miteinander ver handeln, dann wird das Staatsoberhaupt sie noch einmal empfangen, und dann wird es seine Entscheidung treffen. Ist so etwas schon einmal dagewesen? Wenn man die Rechtspresse lieft, muß man glauben, noch niemals! Leute mit etwas stärkerem Gedächtnis wissen, daß das noch bei den meisten Regierungskrisen so oder so ähnlich gewesen ist. Sie erinnern sich auch, daß die Rechtspresse damals verächtlich von Kuhhandel" sprach. Freilich mit einer Ausnahme. Denn als nach dem Sturz der Stresemann- Marg- Regierung über eine Bürgerblodregierung verhandelt wurde, da nannte man dies nicht ,, Kuhhandel" sondern Brückenschlag". Sagen wir also, daß sich der Reichspräjident bemüht, einen doppelten Brückenfchlag" zu schaffen, erstens zwischen sich und den bürgerlichen Parteien und zweitens zwischen den bürgerlichen Parteien selbst. Diese Rückkehr zu früheren Methoden ist durch bittere Erfahrungen verursacht. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß der Glaube völlig irrig war, man könne durch radikale Abkehr von allem, was nach par lamentarischem System aussieht, die Regierung Bapen ist mit ihrer ,, autoritären Zahl der Regierungskrisen verringern. Die Staatsführung" viel schneller am Ende ihres Lateins angelangt als die meisten parlamentarischen Regierungen. Auch ihre Behauptung, sie sei ein Instrument der göttlichen Vorsehung, hat ihre Lebensdauer nicht zu verlängern vermocht, es hat sich vielmehr sehr rasch gezeigt, daß die göttliche Borfehung" auch anders kann. Also versucht man es diesmal wieder umgekehrt herum und verhandelt mit den bürgerlichen Parteiführern. Was dabei herauskommen soll, beliebt man jedoch nicht eine parlamentarische Regierung zu nennen, sondern vielmehr eine„ Präsidialregierung", die von den Parteien gestützt wird. Nur wenn dabei nichts herauskommt, will man wieder zur ,, reinen Präsidialregierung" zurückkehren. Adolf Hitler würde augenscheinlich ohne Bedenken das parlamentarische System afzeptieren und mit den ,, feinen Leuten" um Hugenberg und der schwarzen Best" um Raas eine Mehrheit bilden. Aber Hilgen- berg will nicht. Er versagt sich dieser Mehr- heitsbildung angeblich aus prinzipieller Gegnerschaft gegen das parlamentarische System— in Wirklichkeit, weil er das System der deutschnatianalen Partei- regierung mit oder ohne Papen bei weitem jedem anderen System vorzieht, bei dem er die Macht mit anderen teilen muß. Umgekehrt berufen sich die nationalsozialisti- schen Prinzipienhelden gegenüber Hugenberg auf die„Spielregeln der Demokratie". Es wäre müßig zu prophezeien, was aus den Verhandlungen herauskommen wird. Eine Bürgerblockregierung mit stark natio- nalsozialistischem Einschlag bedeutet Putsch- g e f a h r, da die Nazis kaum den Versuch unterlassen werden, die Partner hinauszu- werfen und allein zu regieren. Scheitern die Verhandlungen, so muß damit gerechnet werden, daß sich die Macht der Bürogenerale und der Ministerialbürokratie noch weiter verstärkt und mit ihr die feudale Reaktion. Zu den Bedingungen, die Hitler für seine Beteiligung an der Regierung gestellt hat, gehört, wie zuverlässig oersichert wird, das Verbot der Kommuni st ischen Partei. Daß das Zentrum diese rein faschistische und mit der Verfassung unverein- bare Bedingung annehmen wird, kann man kaum glauben. Es wäre derschlechteste Anfang, denn wenn die schiefe Ebene zum Faschismus einmal beschritten ist, gibt es kein Halten mehr. Andererseits wissen die Führer der Nationalsozialisten genau, daß sie sich vor dem Volke nicht mehr zeigen dürfen, wenn sie erst einmal Minister gewesen sind. Sie werden darum Sicherheit dafür verlangen, daß sie sich auch gegen das Volk in der Macht be- haupten können. Stehen also die Aussichten für den neuen Kühhandel oder Brückenschlag wenig günstig, so wächst damit nur die trübe Aussicht auf eine neue Baronsregierung. Aber wird sie sich länger im Amte halten können als ihre Vorgängerin? Preußen hat dank dem verruchten parlamentarischen System, weil es eine vernünftige Parka- mentsmehrheit hatte, dreizehn Jahre lang fast keine Regierungstrisen gekannt. Es herrschte Ordnung. Seit die„autoritäre" Regierung dort einbrach, weiß dort niemand mehr, wer Koch und wer Kellner ist. Und auch jetzt noch, nachdem das Papen-Kabinett dem Unmut des Volkes weichen mußte, wird mitreaktionärenSchikanen weiter- regiert, als ob überhaupt nichts passiert wäre. Man müßte im Hause des Reichspräsi- denten aus den letzten fünf Monaten wenig- stens das eine gelernt haben, daß so» genlinnte Präsidialregierungen keine starken ordern schwache Regierungen sind, denen Bescheid enheit und Vorsicht besser ansteht als die herausfordernde Herrenreiter- pose. Das Volk würde sich eine Fortsetzung des Papen-Kurses mit oder ohne Papen auch nicht lange gefallen lassen. Gleichviel, was aus Händeln und Handeln der Wilhelmstraße herauskommt, für die Sozialdemokratie ist und bleibt die Opposition die gegebene Stellung. Die Periode ihrer verantwort- lichen Teilnahme an der Staatsmacht ist ab- geschlossen. Niemand vermag zu sagen, unter welchen Umständen sich später einmal ihre Rückkehr zu ihr vollziehen wird. Aber je mehr die Knechtschaft wächst, desto stärker wird im Volke der Wunsch nach Freiheit er- wachen. Je deutlicher der Bankerott aller reaktionären Experimente wird, desto lauter wird sich der Schrei nach Demokratie er- heben. Je furchtbarer die Krise wütet, desto rascher wird sich die Erkenntnis verbreiten, daß es keine Rettung gibt als durch den Sozialismus. Eine sozialistische Partei, die für gleiches Recht und Freiheit aller Staatsbürger kämpft, ist heute in Deutschland nur als Oppositionspartei möglich. Je klarer sich die Sozialdemokratie dessen bewußt wird und je folgerichtiger sie danach handelt, desto gewisser ist ihr A u f st i e g z u neuer Macht! Der Denunziantenapparat �Vo�u Kleine Anfragen der NSDAP, da sind lleberslüsiige Mühe. Die„Kreuzzeitung" will über den Verlauf einer Moskauer Kommunisten- tagung unterrichtet sein, die sich mit dem nacht- lichen Polizeieinbruch in die KPD.-Zimmer im Reichstag am 13. September befaßt habe und wo beraten worden sei, wer alles in Deutschland ab- zuschlachten und wie die Hitlerei weiter zu lenken sei. Die KPD. verschickt eine Mitteilung, die diesen Bericht als Fälschung bezeichnet. Dafür wird ihn jeder Vernünftige sowieso halten. „Kreuzzeitungs"-Leler aber w°rden von der Ent- gegnung sicher nicht erreicht. Gerhart Hauptmann bei hindenburg. Reichs- Präsident von 5iindenburg empfing am gestrigen «onnabend Gerhart Hauptmann, der seinen Dank für die Ghrungen anlgßlich seines 70. Geburtstages abstattete. „Der Oberstudiendirektor J. vom staatlichen T-Gymnasium pflegt bei D i e n st g e s p r ä ch e n, die mit dem Hausmeister zu tätigen sind, den Dienstfernsprecher so in Beschlag zu nehmen, daß man den Hausmeister nicht er- reichen kann... Sehr eigentümlich mutet es auch an, wenn die Frau dieses Direktors Ein- käüfe an Schulinventar höchst persönlich tätigt, z. B. Petroleum, Oel, Klosettdeckel. Der Verdacht(!) einer geschäftlichen Be- teiligung liegt hier sehr nahe." Was ist das?— Das ist der Text einer nationalsoziali st ischen Kleinen An- frage im Preußischen Landtag, einer unter etwa 500. Die anderen 499 sind in der Tendenz ähnlich, nämlich ein Gemisch von Denunziation, Drohung und Erpressung. Die Agitation der Rechten hat furchtbar gegen die„Republikanische Beschwerdestelle" gehetzt. Aber niemals ist ein ähnliches System der Bedrohung, Ein- schüchterung und Erpressung von Be- amten durch parlamentarische Mittel dagewesen, wie es jetzt die Nationalsozialisten eingeführt haben. Fast jeder ihrer Anträge, fast jede ihrer Anfragen zielt persönlich gegen irgendeinen Beamten. Da soll ein Richter erklärt haben— hätte er es erklärt, sicher nicht zu Unrecht— die Nationalsozialisten benähmen sich auf der An- klagebank weit schlimmer als die Kommunisten. Flugs wird dieser Richter in einer Anfrage an- gegriffen, verächtlich gemacht, seine Entlassung gefordert. Der Schuldirektor, dem in der oben- stehenden Anfrage seine Telephongespräche auf- gemutzt werden, hat es aus folgendem Grunde mit den Nazis verdorben: er hat ein aus der monarchischen Zeit stammendes Erinnerungs- schild an einen hohenzollernprinzen entfernen lasten! Oft sind es aber Gründe rein persönlicher Natur, die Anlaß zu Nazianfragen geben. Nor einiger Zeit regnete es z. B. sortgesetzt Be- schwerden kleinlichster Art über ein gewistes Kreiskrankenhaus. Da die Leitung dieses Kreiskrankenhauses nicht einmal links eingestellt war, so konnte man den Grund dieser Hetze zu- nächst nicht erkennen. Durch Zufall erfuhren wir ihn: Ein nationalsozialistischer Arzt hatte sich um eine Anstellung an dem betreffenden Kreiskrankenhaus beworben, es war ihm aber ein anderer, weit besser qualisi- z i e r t e r Bewerber vorgezogen worden. Aus Wut ging der Abgewiesene hin und sammelte „Material", das dann von der nationalsozialisti- schen Landtagssraktion kritiklos zu Anfragen und Anträgen verarbeitet wurde. Bezeichnend, daß eine große Partei ihren Parlamentsapparat be- denkenlos für solche Racheakte zur Verfügung stellt! In einem anderen Falle, der hier schon einmal gebrandmarkt wurde, war die treibende Kraft ein junger nationalsozialistischer Rechtsanwalt, dem man das Notariat nicht gegeben hatte einmal, weil ein sachliches Bedürfnis für einen weiteren Notar am Orte nicht vorlag, sodann aber auch, weil gegen den Herrn eine Anzahl Strafverfahren schwebte. Aehnliches er- lebt man immer wieder. An einer staatlichen Hochschule ist ein Sbjähriger Professor abgebaut worden. Wir wollen zu dem Fall selber gar keine Stellung nehmen. Aber offenbar besitzt der Mann gute Beziehungen zur Nationalsozialisti- schen Partei. Denn diese verlangt in einer Kleinen Anfrage ohne weiteres, daß der Direktor der Hochschule seines Amtes enthoben werde, weil er nicht das„erforder- liche Verantwortungsbewußtsein" besäße. Wer irgendeinen Liebling der NSDAP, kränkt, der hat aus dem Amte zu fliegen! Man kann nur feststellen, daß dieses System der Aiiirogen und Anträge auf eine plan- mäßige Korrruption des Beamten- apparates ausgeht. Es wächst sich noch- gerade zu einer Gekahr für eine geordnete und unparteiische Verwaltung aus. Nazi-Brandstifter Verleumder und Letrüger In der Pfalz ist zum zweiten Male innerhalb kurzer Zeit ein Nazisührer als Brand- stifte r und Versicherungsbetrüger entlarvt worden. Mit ihm stehen die Nazipartei und ihre Propagondomethoden am Pranger. Im ersten Fall war es ein Gastwirt und SA- Führer, der sein eigenes großes Anwesen einge- äschert hatte Selbstverständlich sollten es„die Roten" aus politischer Rache getan haben. Die Nazigauleitung der Pfalz erließ die ent- sprechenden Aufrufe, und Sammellisten zirkulierten sür den Geschädigten, heute sitzt er. zusammen mit seinem Schwager, einem SA.-Architekten, wegen Brandstiftung in Haft. Am Tage vor der letzten Reichstagswahl wieder- holte sich in der Pfalz das gleiche Spiel. Diesmal war es der Tabakwarengroßhändler und Nazileiter Jung aus Dittweiler, der sein gesamtes Anwesen, nachdem er es hoch versichert hatte, in Flammen ausgehen ließ. Wiederum Flugblätter, in denen Sozialdemokraten und Kommunisten des roten Brandterrors beschuldigt wurden. Der Staatsanwalt ließ sich glücklicherweise nicht bluffen, heute ist Jung der Brandstiftung überführt und erwartet im Unter- suchungsgefängnis seine Aburteilung durch das Schwurgericht. SA. sekielct den Koten Haiin Nach einer Mitteilung der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberhausen gewahrten in der Nacht zum 10. November zwei Feldwächter an dem Hause eines Viehhändlers an zwei Stellen hochschlagende Flammen. Es brannte eine Rüben- miete und an der Stallseite des Hauses liegendes Stroh. Nur durch einen glücklichen Zufall konnte eine Ausdehnung des Feuers verhindert werden. Die Ermittlungen führten zur Festnahme und zur Ueberführung von vier Mitgliedern der SS. der NSDAP, aus Sterkrade- holten. Die Festgenommenen haben aus Er- bitterung gegen den Viehhändler gehandelt, der dem Kampfring d schworen und falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben worden waren. Der Hauptangeklagle Franz Kotzur hatte sich als Rechtsvertreter betätigt und die übrigen Ange- klagten, darunter auch seine vier Söhne, mit Hilfe der Angeklagten Ehlubek und Sobotzik zur Abgabe falscher eidesstattlicher Erklärungen und zur Meineidleistung angestiftet. Kotzur wurden meist junge Mädchen, die noch bis 1320/1030 monatlich ihre 4 bis 5 M. beim Friseur ließen. Heute haben diese Kundinnen kaum die 50 Pfennige, um sich bei einem Vorstadtfriseur den Bubikopf nachschneiden, geschweige denn frisieren zu lassen. Aus der Zeit der Konjunktur stammt nun aber jene unheilvolle Uebersetzung des gesamten Friseurgewerbes. Vor vier, fünf Jahren, als Bubikopfwaschen,-schneiden und -ondulieren einen runden Taler kostete und auch kein Mann seine Haare unter einer Mark ge- schnitten bekam, da dünkte manchem nichts er- strebenewerter als die Einrichtung eines Friseur- geschäfts. Und in der Tat entstand in Berlin ein Friscurgeschäft neben dem anderen.„Nun habe ich aber meinen Damensalon— erzählt ein Friseur— und hatte diese Woche noch nicht einen Bubikopf zu waschen. Die Frauen kaufen sich für 20 Pfennige Shampoo und waschen sich den Kopf selber." Die Folge dieser Uebersetzung sowohl der Damen- wie der Herrensriseurgeschäfte ist nun die Preisdrückerei. Durch die Straßen des Berliner Nordens ziehen Männer mit Schildern, auf denen verkündet wird, daß bereit» für 10 Pf. rasiert und einem für 30 Pf. die Haare geschnitten werden. Keiner will aus seinem Laden hinaus- gehen, und dennoch: wenn man mit einem ört- lichen Wohlsahrtspflegcr durch eine dieser Straßen geht, dann flüstert er einem zu:„Alle Friseure in dieser Straße haben schon ihren Antrag auf Wohlfahrtsunterstützung gestellt." Ein Friseur tinnen, die vergeblich den versprochenen Einlaß begehrten, protestierten in heftiger Weise gegen die unwüroige Szenerie und konnten nur durch beschwichtigende Wort«!d«s Rektors und bei dem Erscheinen Gerhart Hauptmanns durch eine Be- grüßungsanfprache des Dichters selbst beruhigt werden. Die Studenten brachten dem Dichter dann in der Vorhalle stürmische Ovationen dar.' Während der Feier erinnert« man sich, daß in einem viel würdevolleren und auch dem Ansehen der Universität mehr dienenden Rahmen vor zehn Jahren in dem gleichen Raum die 60jährige Jubiläumsfeier des Dichters begangen wuroe, in der der erste Reichspräsident Friedrich E b e r t und Reichstagspräsident Lobe persönlich die Glückwünsche der Republik zum Ausdruck brachten. Der jetzige nationalsozialistische Reichstngsprösident G ö r i n g scheint es nicht für nötig gehalten zu haben, dem Dichter die Glückwünsche des Reichs- tages auszusprechen. Meineide in drei Fällen, Anstiftung zum Meineid in 22 Fällen, davon in Tateinheit mit vollendetem Betrug in zwei Fällen, versuchten Betruges in drei Fällen und Beihilfe zum versuchten Betrüge in zwei Fällen, ferner die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung in einem Falle und Anstiftung zur Abgabe falscher eidesstattlicher Versicherungen in 12 Fällen sowie Betrug in einem Falle nachgewiesen. Die übrigen 10 An- geklagten wurden wegen der gleichen Straftaten, im einzelnen begangen, verurteilt. Wechse! en gros! Um Zehntausende geschädigt Eine Reihe Berliner INöbelhändler und nahezu ein Dutzend kleiner Handwerksmeister sind durch eine wechselfälscherbande, die monate- lang ihre betrügerischen Geschäfte ungehindert be- treiben konnten, um große Summen geschädigt worden. Als einige der gefälschten Wechsel „plahlen", wurden mehrere Geschäslsleute stutzig und jetzt erst kam man der Bande auf die Spur. In den letzten beiden Tagen wurden vier an den umfangreichen Betrügereien Beteiligte von der Kriminalpolizei festgenommen. Es handelt sich um den 34 Jahre alten Agenten Martin Wilk, einen wohnungslosen Theophil G., einen 34 Jahre alten Möbelhändlcr Alfred Pogelgesang und einen angeblichen 34jährigen Kaufmann Oswald D. Das Haupt der Fälscherbande mar Wilk, der bald noch seiner Festnahme ein Teilgeständnis abgelegt hat. Das vierblättrige Kleeblatt kaufte Möbel erklärt das so:„Seit der Krise haben wir die Treppenfriseurc. Wird ein Friseur arbeitslos, wird er erst einmal seine Berwandtschast und schließlich seine ganze Bekanntschaft bedienen. Zeit hat er, also hindern auch weitere Wege nicht. Jetzt wohnt aber bald in jedem Hause ein arbeits- loser Friseur, nun stellen Sie sich einmal vor, was uns die Treppenfriseure an Arbeit weg- nehmen." Arbeiten auf Prozente Dabei ist das Los derjenigen Gehilsen, die noch Arbeit hoben, auch nicht beneidenswert. Mehr und mehr ist av die Stelle ordnungsmäßiger Entlohnung ein Prozentsystem getreten, das dem Gehilfen fast das gesamte Geschäftsrisiko aus- bürdet. Nehmen wir an, der Gehilfe arbeitet in einem Laden, wo für 10 Pf. rasiert wird. Dann bekommt von dem Groschen 40 Proz. der Chef, 40 Proz. der Gehilfe und 20 Proz. das Geschäft. Also der Gehilfe 4 Pf. Um einen Taler zu ver- dienen, muß der Mann sich buchstäblich dämlich rasieren und am Wochenschluß geht er mit 15 bis 18 M. nach Hause. In Berlin wäre es um die Friseurgehilfen noch besser bestellt, wenn man in der Provinz nicht diese unsinnige L e h r l i n g e z ü ch t e r e i be- triebe. Wie in den anderen Handwerken auch. werden wahllos die jungen Leute ausgebildet, die sich nach beendeter Lehre dann sofort aus den Marsch nach Berlin begeben. Hier jedoch finden sie nichts anderes als die Stempelkarte. gegen Wechsel, und unmittelbar noch der Lieferung wurden die Möbel für billiges Geld verschleudert. Die Möbelfirmen mußten noch obendrein Barprovisionen an die Schwindler, die jedesmal als Vermittler und Käufer auftraten, zahlen. Ein Teil der auf diese Weise ergaunerten Möbel ging durch die Hände des Möbelhändlers Vogelgesang, der in der Frankfurter Allee einen Möbelkeller hat. Zuletzt arbeiteten die Betrüger mit sogenannten„K u n d e n w e ch s e l n". Man setzte sich mit einem erwerbslosen Mädchen in Ver- bindung, das sich auch in die Betrügereien einließ. Das Mädchen unterzeichnete die Wechsel einmal mit Erna D. und zur Abwechslung wieder einmal mit Erna G. Es gab sich jedesmal als Ehefrau eines der Betrüger aus, der dann als Käufer auf- trat. Zung-Werner Vergnügungstouren des 16 jährigen Im Berliner Polizeipräsidium gab sich gestern die Halbwelt vom Kursürstendamm und der TauenHienstraße ein Stelldichein. Kriminalbeamte hatten in einem vergnügungslokal im Westen Berlins den 16 Jahre alten Sohn Werner e'nes Berliner Hoteliers festgenommen, der feinem voter 15 000 IN. ge stöhlen hatte. Davon lebten er und eine ganze Anzahl von„Freundinnen" acht Tage hindurch herrlich und in Freuden. Der Hotelier hatte von seiner Bank den Betrag von 15 000 M. abgehoben. Sein Sohn Werner hatte davon erfahren und die Summe ge- st o h l e n, Mit seinem Freund Hans, einem 15jährigen, der gleich ihm noch zur Schule geht, suchte er jetzt die westlichen Berliner Lokale auf. Sein Dater hatte den Diebstahl erst später be- merkt. Im Besitze des Geldes, ging der hoff- nungsvolle Jüngling an den Kleiderschrank seines Vaters, entnahm ihm einen alten Smoking und tauchte mit seinem Freund Hans als Gentlemen in Berlin W. auf. Der Smoking war ihm zwar etwas zu groß, das machte ober nichts. Er wurde bald ein bekannter Gast idcr Nachtbars. Er verkehrte in Ballolaken usw. und legte dort den Grund zu seiner Ausbildung als zukünftiger Oekonom, der er einmal werden sollte. Zu Hause erzählte er, daß seine Schluklasse neuerdings häufig Nachlphotosahrten unternehme, an denen er sich natürlich beteiligen müsse. Der junge Gent machte viel Aufsehen. Einmal ließ er— knapp nach seinem Erscheinen in einer Bar diese schließen und lud alle anwesenden Gäste ein. Dann warf er nur so mit dem Geld« umher. Da- bei tat er jedoch auch etwas Gutes. Er ließ sich für 200 M. Silbergeld einwechseln, füllte sich da- mit die Taschen und lieh nun Garderobenfrauen, Zigarettenmädchen, Tanzoamen urtd Pagen vor sich paradieren, um sie mit dem Gelde zu be- schenken. Eines nachts war Jung- Werner aber einer Kriminalstreife aufgefallen, die sich insgeheim über ihn informierte. Der Traum war zu Ende. Man nahm den jungen Mann fest und bracht« ihn aufs PolizeipräMum, wo sich alles enthüllte. /n wenig Worten Ein aufregender Lorsall spielt« sich am Sonn- obendnachmittag im Nordosten Berlins ab. Die Pferde eines Doppelspänners scheuten und rasten die Bötzow-, Pasteur- und Greifswalder Straße entlang. Vor dem Hause Nr. 106 liefen die Pferde über den Bürgersteig und lanoeten schließlich im Schaufenster einer Gast- Wirtschaft. Dabei wurde auch das Büfett des Restaurants zertrümmert. Passanten oder Gäste wurden nicht verletzt. * Am SonabeiOvornüttog wurde in der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotterie auf die Los- Nummer 11830 ein Gewinn von 100 000 M. gezogen. Der Gewinn fällt in der einen Abteilung nach Berlin, in der anderen nach Westfalen. ★ In Mannheim wurde die feierliche Ein- weihung der neuen Rhein drücke zwischen zwischen Mannheim und Ludwigshafen vollzogen. * In Rotterdam ereignete sich eine schwere Gasexplosion, wobei ein Polizeimajor ge- tötet uttd 7 Personen schwer verletzt wurden. Unter den Verletzten befinden sich zwei Polizeibeamte und drei Nachtwächter. Die Ursache der Explosion konnte noch nicht festgestellt werden. * Mit dem Hapagdampfer„Hamburg" ist K a p i- tön Kircheib, dessen W« l t u m s e g l u n g mit dem Kutter„Homburg" vor fünf Jahren großes Aufsehen erregt«, nach einer zweijährigen Reise in die Antarktis und durch Amerika wieder in Cuxhafen«ingetroffen. Die Fahrt gall vor allein dem Studium des Walfangs und der Erforschung der Möglichkeiten einer stärkeren Beteiligung am Walfang. Aus Vortragsreisen wiro er in Deutschland seine Erfahrungen der Oeffenttichkeit unterbreiten. Der Znflatwnsschwede Wie er zu 5 Wochen Gefängnis kam Ein Schwede erwirbt in Berlin während der Inflation vier Häuser. Für«in Butter- brot. Er findet hier seine zweite Heimat. In Schweden war er während dieser Zeit nur einmal. Es zieht ihn nichts hin, er hat da keine Ver- wandten. Dann kommt die Wirtschastskrise. Die Mieter können nicht zahlen, die Wohnungen stehen leer. Der Schwede versteht es nicht, sich den neuen Verhältnissen anzupassen. Er verliert eine» seiner Häuser nach dem anderen, das letzte wurde- vor einem Monat zwangsversteigert. Mit dem Reichtum ist es zu Ende Er hat nichts zurückbehalten, er kann auch nichts neues beginnen. Die Fäden, die ihn mit seiner Heimat verknüpften, sind abgerissen, er sieht keinen Ausweg mehr und beschließt, sich das Leben zu nehmen. Er verkauft alles, was er besitzt, behält nur einen Anzug und zwei Wäschegarnituren zurück, seinen Revolver und einen Gedenktaler, der längst außer Kurs ist. In der letzten Zeit übernachtet er auf den Bahnhöfen. Aus dem Potsdamer Platz kaust er bei einer Blumenfrau Blumen, zahlt mit dem G e d e n k t a l e r. Die Blumenfrau nimmt ihn nicht an, ruft einen Polizeibeamten und läßt den Schweden verhasten. Man findet bei ihm den Revolver. Also steht er vor dem Schnellschöffengericht wegen unbefugten Waffen- besitzes und Betruges. Er erzählt seine traurige Geschichte, findet nur wenig Mitgefühl, insbeson- dere will man ihm nicht glauben, daß er die Blumen ernsthaft kaufen wollte, eben weil er mit dem Leben seine Rechnung abgeschlossen hatte— gewöhnlich kaufen die anderen in solchen Fällen Kränze, meinte der Richter, er habe wohl die 2,30 Mark für seinen außer Kurs gesetzten Gedenk- taler erhalten wollen, das sei aber Betrug. Das Gericht verurteilte den Schweden zu fünf Wochen Gefängnis: vier Wochen werden auf die Untersuchungshaft angerechnet.„Sie müssen noch eine Woche absitzen", sagt der Richter. Das ist nicht nötig, meint der Schwede. Schließlich ist auch das Gericht dieser Ansicht, der Mann wird aus der Haft entlassen. Wohin?„Ich habe ge- beten, mich nach Schweden auszuweisen", sagt der frühere Landwirt, der in Berlin leicht zu ver- dienen hoffte... % Dichterseier als Geschäft Unliebsame Vorkommnisse rnmfmß-mmrmm IDEAL MILCH ..NESTLE Bettfedern pm pw 47 Pf-. 65 Pf., 1", 2«. 320, 430, 520 1 Fertige Betten Oberbett 5.50 10.20 11.80 17J5 Unterbett4.20 8.20 9.25 13.70 Kissen 1.80 3.10 3.50 5.85 Fertige Inlette Steppdecke Oberbett 3.35 6.40 10.75 Kissen 1415 1.75 2.95 Fprbsn, isoxsoo.....' Jetzt Betten reinigen! — iwuniiMBB im iTii i i—iniiiiiiM■ mi Abholung u. Zustellung kostenlos- Aufmrbmliung von Daunmndoekenl Daunendecke kunstseidener Damast, Rückseite Diunenmln. Nahtdichtung, OflTS verschied. Farben, 150 x 200 � Metallbettstelle Rocenferm, mit Zugfeder- Q75 matratze, weiß, 80-185.' Couchbettstelle 8M 7886 C ni/nSehast/ansir. LlmP Prinzerstr. Wilmersdorfer Str.| Ecke Bismarckstr.| F rank furter- AI lee 304 Die„ Gnädige" wird Unternehmer Rücksichtslose Ausbeutung der Arbeitskraft Dem immer stärker fortschreitenden wirtschaft lichen Abbau vieler Haushaltungen soll die noch vorhandene Hausangestellte nach außenhin so den letzten Rest der Vornehmheit verleihen und vor allem der„ Gnädigen" dieses ihr Prädikat in Gestalt arbeitsverschonter Hände erhalten helfen. Das System, der Hausangestellten für die Verrichtung der gesamten Hausarbeit nichts weiter als freie Station zu gewähren, hat längst und ausgiebigst Schule gemacht; es fehlt hier auch nicht an den kuriosesten Variationen aus beute rischer Arbeitgeber. Hier arbeitet das Mädchen bis spät in die Nacht und auch am Sonntag, weil sie, um ein paar Groschen in die Hand zu bekommen, neben der Lohnfreien Hausarbeit noch eine bezahlte Aufwartestelle versieht, wofür sie ob ihres unbotmäßigen Weggehens und der damit verbundenen Verzögerung ihrer Arbeit mit scheelen Augen angesehen und mit unfreundlichen Bemerkungen bedacht wird. Dort wieder bewohnt das unbezahlte Mädchen nur ein Bett in einer ungeheizten Küche, hat dafür aber neben ihrem Arbeitgeber noch eine Menge Untermieter zu bedienen, hat außerdem streng geregelte Ausgehzeit und vorgeschriebenes Wieder. fommen um spätestens 11 Uhr abends. Auf eine neue Nuance ist jetzt wieder eine Madame ge= kommen, die durch Zeitungsinserat ihr mäd= chen für Tage und Stunden abver mieten will Inmitten ihrer wohlgeordneten Häuslichkeit fizt die Dame des Hauses und feilscht mit den hausfraulichen Interessentinnen wie ein Neuordnung Berlins Beratung des Magistrats Nachdem die Stadtverordnetenversammlung über die Neuordnung der Berliner Berwaltung zu feinem Ergebnis gekommen war, wird sich am tommenden Mittwoch der Magistrat nochmals 1nternehmer um den Preis des Mädchens. Natürlich will eine jede die Arbeitskraft für den Bormittag haben, wo ja bie eigentliche Haus arbeit zu verrichten ist. Und was zahlen Sie?" Der Arbeiter- Athletenbund veranstaltet am Sonntag, 20. November, um 16 Uhr, in der ,, Neuen Welt"; Hasenheide, einen Reichs- Artisten- Weftstreif. Das Programm sieht hervorragende artistische Darbietungen vor. Redner: Franz Künstler, M. d. R. Eintrittspreis: 60 Pf. Erwerbslose: 40 Bf. Die Parteigenossen und-genofsinnen werden gebeten, die Veranstaltung durch recht regen Besuch zu unterstützen. Der Bezirksvorstand. fragt die Inferentin; die Gefragte bietet 30 Bf. für die Stunde ohne Essen. Schläft das Mädchen jedoch auch in ihrem Hause, dann wird die Schlafgelegenheit einfaltuliert und der Arbeitslohn entsprechend gefürzt. Ich fann ihr ja dann in Gottes Namen noch eine Tasse Kaffee geben" ergänzt die Frau ihr Angebot, das bei In der Prenzlauer Allee wurde der 69jährige Arbeiter Hermann Riemer aus der Corneliusstr. 23 beim Ueberschreiten des Fahr dammes von einem Elektroauto überfahren. Schwerverletzt fand R. im Virchowkrankenhaus Aufnahme. der anderen infolge des geringen Lohnsatzes feinen günstigen Eindrud zu machen scheint. ,, Ach nein, dann soll sie doch lieber bei mir schlafen, denn sie muß ja morgens zeitig früh meiner Tochter das Frühstück bereiten, ich kann doch schließlich nicht in aller Herrgottsfrühe aufstehen." ,, Ja, dann kommt sie aber wieder erst so spät zu mir" jammert jeht wiederum die andere. ,, Ja, von den 20 m., die ich dem Mädchen Lohn be= zahle, möchte ich eben gerne so etwa um die Hälfte entlastet werden" meint die Gnädige Nr. 1. ,, Ach Gott, wenn ich dem Mädchen aber pro Stunde 30 Bf. bezahle, das sind ja in den vier Stunden, die ich sie brauche, 1,20 m., das wären ja im Monat weit über 30 m." schreit jetzt, aufgeregten Tonfalles, die Gnädige Nr. 2. ,, Nein, dafür kriege ich ja schon ein ganz perfettes Mädchen für den ganzen Tag." Psch, psch" mahnt die alfo Angezeierte, das Mädchen ist nebenan." ,, Nanu, weiß sie denn noch gar nichts davon?" wundert sich die Zurechtgewiesene. Ja, ja doch" darauf die andere in beschwichtigendem Tonfall. Irgendeinen Hafen scheint aber da die Sache doch zu haben, denn als die Reflektantin das Mädchen zu sehen wünschte, was doch schließlich ihr gutes Recht ist, wurde ihr dies unter allen möglichen Ausflüchten verweigert. Jedenfalls wurden die beiden nicht handelseinig. Dann läutete es, das unsichtbare Mädchen öffnete nach längerem, gütlichen Zureben und ins Zimmer trat eine neue Interessentin... Das Sprengstofflager Drei Monate Gefängnis Das Potsdamer Schöffengericht verurteilte den Gärtnereibesizer Artur Halliant aus Wilhelmshorst bei Potsdam wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz zu 3 Monaten Gefängnis. mit dem Erlaß des Reichskommissars Dr. Bracht Schupos speisen Kinder Bei dem Angeklagten wurden auf dem Grundstüc beschäftigen müssen. Es ist zu erwarten, daß bereits am Mittwoch vom Magistrat ein Beschluß über die Antwort, die an den Reichskommissar von den städtischen Körperschaften gegeben werden foll, gefaßt werden wird. Rangierers Tod Zwischen Puffern erdrückt Auf den Gütergleifen des Bahnhofs Wannsee ereignete fich gestern nachmittag ein entsetzlicher Unglüdsfall. Gegen 14 Uhr war der 45jährige Rangierer Ernst Just aus der Berliner Str. 8 in Zehlendorf mit dem Ankuppeln eines Waggons an eine Lokomotive beschäftigt. 3. stolperte dabei offenbar und geriet zwischen die Puffer. Er erlift so furchtbare Quetschungen, daß er auf der Stelle getötet wurde. Die Leiche ist beschlagnahmt worden. Dem Briefe eines Vorwärts"-Lesers entnehmen wir folgendes: Wir schon in den vergangenen Jahren, so haben auch in diesem Jahr die Polizeibeamten die Speifung armer Kinder in den Polizeiunterkünften finanziert. Von ihrem Gehalt geben sie nun schon seit einiger Zeit einen Betrag ab, der restlos der Speisung wirklich armer Kinder zugute kommt. Jeden Mittag ziehen nun 20 bis 25 Kinder mit einer Wohlfahrtspflegerin zu den einzelnen Polizeiunterkünften hin und werden hier an sau= beren Tischen von äußerst liebenswürdigen Polizeibeamten bewirtet. Sie erhalten das gleiche Essen wie jeder Beamte. Wie ich hörte, wird jetzt schon für eine Weihnachtsüberraschung gespart. Ins gesamt werden den Winter über 600 bis 750 Kinder gespeist. Kindernachmittag im Zirkus Eine schöne Weihnachtsvorfreude hat der Ein tödlicher Verkehrsunfall trug sich 3irtus Busch den Waisenkindern Großan der Ecke Dreibund- und Lichterfelder Berlins bereitet, als er sie, wie alljährlich, an Straße im Südwesten Berlins zu. Dort geriet einem Novembernachmittag zu Gast lud. Mender 24 Jahre alte Arbeiter Walter Liersch aus schen und Tiere hatten sich in den Dienst der guten Mariendorf, Dachsteinweg 3-5, unter die Räder Sache gestellt. Ein kleiner Junge machte Cowboyeiner Autodroschke. Mit einem doppelten Schädel- funststücke auf einem Pferd. Elefanten und Pferde bruch wurde der Verunglückte ins Tempelhofer tanzten um die Wette, Bären fuhren Rad, AfroSt. Josefskrankenhaus übergeführt, wo er einige baten machten die waghalsigsten Sachen. Und Zeit nach seiner Einlieferung starb. In der als die Clowns auftauchten, wollte der Jubel ein Romintener Straße in Berlin D. stieß der Ende nehmen. Schließlich durften alle den 56 Jahre alte Motorradfahrer Albrecht Kla. Schlagerrefrain D, Mona" mitsingen, was be mann aus der Georgenkirchstraße 36 mit einem kanntlich zu den höchsten Genüssen des Jahres Laftauto zusammen. Das Rad wurde völlig zer- 1932 zählt. Zum Schluß konnten die Kleinsten trümmert. G. wurde mit schweren Verlegungen aus der Schar auf Ponnys reiten. Dankbarere Gäste hat der Zirkus wohl nie beherbergt. ins Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Die Damen warten mit Spannung auf jedes Inserat von GADIEL! Denn sie wissen, daß es bei uns immer etwas Neues, etwas Gutes und etwas ungewöhnlich Billiges gibt! Unsere heutigen Angebote werden alle Erwartungen übertreffen! Schöne NachmittagsKleider a. reinseid. Marocain, Flam enga u. anderen Stoffen, in größter Auswahl, in unsortierten Größen, Bur 15: Hochelegantes Abendkleid aus wundervollem Flamisol mit breiter Blendengarnierung, hochmodernen kurzen Aermeln, sehr aparter Garnierg. aus Reliefsamt, weit. Glokkenrock in herri Abendfarben nur 49: Vornehme Wollkleider aus dem Modestoff Angora mit schöner Garnierung des Ausschnittes und der Aermel; ein vortreffl. Tageskleid für rauhe Witterung bur 25: Eleg. Nachmittagsund Theater kleider aus vorzüglichem kunstseidenen Roumaine m.Hohlsaumschmuck der Revers, feinen Spitzenwestchen, m. MaroccoUnterkleid, i. viel. Farben, auch für ganz starke Damen nur 29. . etwa 100 Meter vom Bahnhof Wilhelmshorst entfernt im Juni d. 3. 25 000 Sprengtapfeln, 10 Kilo gramm Pifrinfäure und Zündschnüre gefunden. Der Angeklagte will die Sprengstoffe von seinem verstorbenen Vater, der Sprengmeister war, übernommen haben. Regierungsrat Selle vom Reichsinstitut Berlin gab sein Gutachten dahin ab, daß die Aufbewahrung der Sprengstoffe als unsach gemäß zu bezeichnen gewesen sei. Die Sprengstoffe stammten aus früheren Heeresbeständen. Kanarien und Fische Die Vogelausstellungen haben in Berlin ihre Traditionen und in diesen Tagen gibt es in der Millionenstadt viel zu sehen und meistens noch mehr zu hören. Da veranstalten beispielsweise zwei Vereine Kanaria I und KanariaLichtenberg in der Großen Frank. furter Straße 85 eine gemeinsame Ausstellung, auf der über 300 Vögel stehen. Für diese Ausstellung famen nur Selbstzuchtklassen in Frage. Die goldenen Medaillen fielen an Kluck, Kanaria Lichtenberg, und Prog, Kanaria I. Da den Züchtern vor allen Dingen daran liegt, Wissen über die richtige Pfiege des Ranarienvogels zu verbreiten, wird allstündlich vor dem Publikum ein belehrender Vortrag gehalten. Außer den Kanarienvögeln sieht man Eroten und unter ihnen farbenfrohe Wellensittiche. Daß, dank hochentwickelter Farbenzucht, gerade bei diesen Vögeln die herrlichsten und absonderlichsten Farben herausgezüchtet werden, ist schon seit langem bekannt, doch werden Cadiel Leopold Hochelegante Abendkleider große darunter kostbare Modelle, sowie wundervolle Das Haus für grosse Weiten Herrlicher die hier gezeigten fobaldblauen Sittiche bestimmt immer wieder Staunen erwecken. Don es Recht farbenfreudig ist ferner die Ausstellung ,, Canaria", Landsberger Straße 89, die diesmal gleichfalls von dem Aquarienund Terrarienverein Groß- Berlin beschickt ist. Was man δα ant Liebhabern also nicht von Händlern ausgestellten Aquarien und Terrarien sieht, ist bewundernswert. Glänzend hat man verstanden, sich die Technik zunutze zu machen und dank der Einwirkung des elektrischen Lichts erzielt man gutes Gedeihen der Bepflanzung, die für die einzelnen Becken sehr nötig ist. Die erotischen Fische halten sich ganz im Gegensatz zu unsern deutschen, denen es im Zimmer meistens zu warm ist durchweg gut, daher kann man Die jahrelang an ihnen seine Freude haben. Kanarien, die zur Jubiläumsausstellung der Verein besteht bereits 50 Jahre stellten, sind gleichfalls Kandidaten für die deutsche Meisterschaft. Die goldene Medaille erhielt Otto Walter jun. fich einSchupo spielt für Winterhilfe In der Hochschule für Musik, Charlottenburg, bereitete das 1. Sinfoniekonzert des Sinfonie Orchesters der Schuhpolizei unter Leitung von Generalmufitdirettor Erich Böhlte seinen zahlreich erschienen Zuhörern einen schönen Abend. Als Auftakt erklang Beethovens Leonoren- Ouvertüre III, dieses Monumentalwerk des großen Toten, von den Musikern mit ungemein feinem Berständnis und präziser Technik zu Gehör gebracht. In der darauffolgenden F- Dur- Romanze des Meisters fonnte der Solist Lothar Ritterhoff alle Register guter Bogenführung ziehen. Mar Hähnes Tondichtung für Bariton, Solobratsche und Orchester ,, Volkers Nachtgesang", das hier seine Berliner Erstaufführung erlebte, erwies sich als ein eindruckstarkes Werf. Gerhard Hüschs Klangschöner Bariton brachte die eble Sprache der Geibelschen Dichtung zu vollendeter Wirkung, Lothar Ritterhoff führte den musikalischen Solopart in schöner Linie. Zum Schluß spielte das Orchester die V. Sinfonie E- Moll von Tschaikowsky und holte sich hier seinen wohlverdienten, langanhaltenden Beifall. Der Reinertrag dieses auf hohem tünstlerischem Niveau stehenden Abends floß der Berliner Winterhilfe zu. Die Parteibuchhandlung 3. H. W. Dieh Nachf., Lindenstraße 3, hat für das Weihnachtsfest die Parole ausgegeben: Auch auf dem bescheidensten Gabentisch ein gutes und doch billiges Buch! Man bekommt, um nur ein paar Beispiele zu nennen, Bebels berühmtes Buch: Die Frau und der Sozialismus für nur 3,75 M., das Werk Bebels: Aus meinem Leben fostet statt früher 8,50 m. jetzt 3,75 M., Gerlach, Jugendkämpferin, ist für 1,80 m., Paul Zechs Geschichte einer armen Johanna für nur 1,65 M., Kraft, Fliegen und Funken für 1,40 m. zu haben. Alle irgendwie bedeutenden oder beachtenswerten Erscheinungen auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschafts-, Kultur- und Sozialpolitik und ihre Geschichte sind vorhanden. Reiche Auswahl hat auch der Freund der Lebensbeschreibungen, Erinnerungen und Briefe. Die Technik ist in Sammel- und Spezialwerken besonders vertreten: Luftschiffahrt, Rundfunk, Autowesen, Film. Erzählende Literatur wie Romane, Novellenbände, Humoresten, alles ist vorhanden. Die Werke unserer sozialistischen und proletarischen Dichter verdienen besondere Beachtung. Jugendliteratur steht jetzt natürlich im Vordergrund. Wie wird das Wetter? In Berlin: Nach falter Nacht zunehmende Eintrübung, später bedeckt, dunstig bis nebelig, stellenweise leichtes Nässen, etwas milder und windig. In Deutschland: In Ostdeutschland zunehmende Eintrübung und sinkende Temperaturen. Im übrigen Deutschland bedeckt, trübe bis nebelig, strichweise etwas Nässen, ziemlich mild, schwache, meist südliche Winde. KÖNIG Gadiel STR.22-26 Fescher moderner Bildschöner warmer Damenmantel Roll- Pullover Morgenrock a bunt aus schönen schwarzen u. Marengostoffen, ganz auf elegantem Futter, Kragen aus Persianer- Klaue Nachmittagskleider gesteppt, mit breitem prächtigen in allen Schönheiten der neuen Mode Riesenhafte Auswahl, fabelhaft billig Pelzjacken in feinster Ausführung in allen Fellarten wie Fohlen. 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Täglich 84 Uhr Heute geschlossene Vorstellung FANNY on Marcel Pagnol Deutsch von Bruno Frank Regie: Heinz Hilpert Dorsch, Tiedtke, Valetti, Siedel, Verhoeven, Stein, Almas SCALA Heule 6 und 9 Uhr BUSTER WEST Ber komischste Tänzer der Welt CONCELLOS ,, Die Könige der Luft" MAX ADALBERT FRITZ GRÜNBAUM u.s.w. Das modernste Varieté PLAZA HEUTE TOTENSONNTAG 2, 5 und 815 Uhr HEIMAT" Schauspiel v. Herm. Sudermann mit Ferdinand Bonn Lessing- Theater Heute geschloss., ab morgen täglich 8 Uhr: Theater i. d.. Winter Garten 8 Uhr 15. Flora 3434. Rauchen erlaubt. Birkmeyer und sein Wiener Ballett 3 Arconas, 2 Burley's Hans Kolischer, 10 Brox, Yra& Ottare usw. Heute 2 Vorstellungen 4 und 815 Uhr, 4 Uhr kleine Preise Städi. Oper Deutsches Charlottenburg Fraunhofer 0231 Sonntag, 20. Nov. Turnus I Götterdämmerung 18 30 Uhr Larsen Todsen a. G., Schirach, Thorborg, Hartmann, Reinmar, Andrésen, Kandl Dir Stiedry Schiller Bismarckstr.( Knie) Steinpl.( C1) 6715 Totensonntag 814 Uhr Neidhardt von Gneisenau ab morgen 81 U Robert und Bertram Alfred Braun, Fritz Hirsch, Senta Söneland Theater Theater Weidend. 5201. Täglich 8 Uhr Prinz Friedrich von Homburg Inszenierung: Max Reinhardt Kammerspiele Täglich 8 Uhr Michael Kramer von Gerhart Hauptmann Klöpfer, Melzer, Triesch, v Platen, Kalser, Liebeneiner Theater Komödienhaus des Westens Schiffbauerdamm 25 D 2 Weidend. 6304-05 Heute bis Donnerstag täglich 8 Uhr Mädchen in Uniform ( Gestern und Heute) Freitag, 7 Uhr Erstaufführung Kasimir und Karoline Metropol- Theater Heute geschlossen ab morgen täglich 8 Uhr Frizi Steinpl. 5121 Heute 814 Uhr Jugend mit Maria Paudler und Andree Mattoni ab morgen täglich 8 Uhr Der Sensationserfolg Kurfürstendamm- Theater Tel.: Bismarck 1400 Mittwoch, 23. 11. 1932, 8 Uhr URAUFFÜHRUNG Glückliche Reise Operette in 7 Bildern von Max Bertuch und Kurt Schwabach MUSIK: EDUARD KÜNNEKE Regie: Leo Peukert Musikalische Leitung: Hans Schindler Lizzi Waldmüller Hilde Woerner Josefine Dora Hertha Felden Hedy Heyssing Margret Morgan Ernst Verebes Walter Jankuhn Harry Gondi Kurt Lilien Max Landa Herm. Krehan Kardosch- Sänger Solotänze: Franz Rott, Gruppentänze: Ursel- Renate Hirt Bühnenbilder und Kostüme: Prof. Paul Scheurich Vorverkauf tägl. 10-6 Uhr Deutscher Metallarbeiter- Berband Mittwoch, den 23. November 1932, 12. Diskussion. abds. 7 Uhr, im Jugendheim des Ber- 3. Branchenangelegenheiten. Katharina bandshauses, Eingang B, Elfäffer Deutsches Straße 86-88 Branchen- Versammlung aller Werkzeugmacher- Lehrlinge Groß- Berlins Tagesordnung: Künstler- Th. 1. Vortrag: Die freien Gewerkschaften. Nürnberger Str. Täglich 8 Uhr auch heute Stresemannstr. Maffar Totensonntag Massary Heute 84 Iphigenic von Goethe Grete Mosheim ab morgen tgl. 814 Oskar Homolka Zu wahr, in Pygmalion um Schön zu sein SO v. Bernard Shaw Rose Theater Moissi, v Thellmann, Bertens, Evans, Otto, Sima, Wiemann, Deppe, Große Frankfurter Straße 132 Tel. Weichsel E 7 3422 6 und 94 Uhr Die Räuber de Kowa. in Eine Frau, die weiß, was sie will! Theater im Admiralspalast Merkur 9901 Täglich 8% Uhr Hans Albers Liliom Totensonntag geschlossen d. Sensationserfolg Die Nacht zum 17. April 1914-1918". Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Achtung! Achtung! Weibliche Vertrauensleute u. Betriebsräte 2. Filme der Boltsfürsorge, betitelt: Donnerstag, d. 24. November 1932, Du gehörst dazu" und Westfront abends 7 Uhr, im Sigungsfaal II des Verbandshauses, Eingang B, Elsässer Straße 86-88 Konferenz 3. Branchenangelegenheiten. Jugendkollegen! In dieser Versammlung darf tein Kollege fehlen Agitiert in der Werkstatt für guten Besuch und bringt alle Jugendkollegen mit, die unsere Organisation noch nicht angehören. Die Jugendkommission. mit Leopoldine Mittwoch, den 23. November 1932, Konstantin abends 7 Uhr, im Sigungsfaal li Blumen der weiblichen Vertrauensleute und Betriebsräte, Tagesordnung: 1. Lichtbildervortrag: ,, Mutter oder Madonna?" Referent: Genoffin RäderGroßmann vom Deutschen FreidenkerBerband. des Verbandshauses, Eingang B, 2. Verbandsangelegenheiten und BerElsässer Straße 88-88 Versammlung schiedenes. Da der Vortrag für die Kolleginnen von großem Interesse ist, werden die aller Schmiede aus den Groß-, Mittel- Funktionärinnen ersucht, rege PropaFuhrwerks-, Brauerei- und Innungs betrieben sowie sämtl. der Schmiede- ganda für diese Beranstaltung zu machen branche angeschlossenen Karosserie- und für pünktliches und bestimmtes Er. scheinen Sorge zu tragen. arbeiter Paul Golletz Tagesordnung: Mariannenstr. 31. Die Gewerkschaften in der Krise." F8, Oberbaum 1303 Alle Arbeiter und Angestellte haben das Recht auf Befreiung von der Mitgliedschaft bei einer Ptlichtkrankenkasse($ 517RVO.) durch übertritt zur Organisierte Kolleginnen tönnen als Gäfte an der Beranstaltung teilnehmen. Die Ortsverwaltung.| GROSSES SCHAUSPIELHAUS Täglich 8 Uhr Studentenprinz Heute geschlossen Stettiner Sänger im Reichshallen- Theater Heute 3.30 und 8.15 Uhr Melodie des Glücks und das große Programm 8 Uhr CASINO- THEATER 8 Um Lothringer Straße 37. Heute 2 Vorstellg., Nachm. 4 u. 8% Uhr Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Todes- Anzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Masch- Former Johann Brzeski geb. 30. November 1885, am 15. Rovember gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, dem 21. November, 14 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Kirchhofes in Reinickendorf aus statt. Am 17. November verstarb unser Kollege, der Dreher Wilhelm Pavel geb. am 17. Ottober 1878. Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 22. November, 15 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Riefholzstraße, statt. Ferner verstarb am 17. November unser Rollege, der Mechaniter Wilhelm Deike geb. am 6. Dezember 1869. Die Einäfcherung findet am Diens Das Recht zum Leben rematorium Bilmersdorf, Berliner Gutschein 1-4 Personen, Parkett 0.50, Fauteuil 0.75, Sessel 1.25 M. Ab Montag täglich 84 Uhr Die Liebe blüht in Werder Straße, statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet Gewinnauszug Die Ortsverwaltung. 2. Klasse 40. Preußisch- Süddeutsche Staats- Lotterie. Ohne Gewähr Nachdrud verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 2. Ziehungstag 19. November 1932 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 m. gezogen 4 Gewinne zu 10000. 72396 147728 4 Gewinne au 5000 m. 309082 345758 2 Gewinne zu 3000 m, 202041 14 Gewinne zu 2000. 76514 87112 178469 195426 283795 335098 354264 26 Gewinne zu 1000 m. 31622 81030 112482 119436 127140 266185 277728 288497 323398 340467 354041 360055 368559 38 Gewinne au 800 m. 53464 79266 89170 89615 90117 96438 120258 136929 157963 196123 202325 221567 271120 298100 327035 327081 339960 341797 363955 58 Gewinne zu 500 m. 7616 19473 39114 44791 76614 76743 88846 101871 136679 154695 164744 168042 173467 193141 196700 237531 239790 255755 264595 275467 283941 288590 295903 326876 360131 364335 367992 393903 398958 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 50000 m. 120743 2 Gewinne zu 10000. 214721 4 Gewinne au 5000 m. 200639 227664 6 Gewinne zu 3000 145305 323041 364343 6 Gewinne zu 2000 m. 206451 310060 392540 24 Gewinne zu 1000 m. 83194 125691 186716 215424 216150 230279 269373 296472 316945 331656 337293 337914 40 Gewinne au 800 m. 42064 49754 64950 81192 83726 91856 113681 114491 145935 146004 232391 247959 254167 255948 259458 314056 337097 374124 385269 391553 58 Gewinne zu 500 m. 15603 31416 36997 41008 49735 85254 105898 140259 140886 159507 169605 181534 192951 208511 228973 232071 266786 273728 275105 309406 344932 357847 358253 363864 381440 385006 386273 392587 396444 Die Ziehung der 3. Klasse der 40. Preußisch- Süddeutschen ( 266. Preuß.) Staats- Lotterie findet am 14. und 15. Dezember 1932 statt. Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem " billig! Kranken- u. Sterbekasse für das Deutsche Reich ( Lichterfelder Ersatzkasse für sämtliche Berufszweige V. a. G.) Auskunft und Prospekte kostenlos und unverbindlich durch die Hauptverwaltung: Berlin N 24, Oranienburger Straße 67 ZWEITE BEILAGE Vorwärts Die Unorganisierten ,, Der Feind, den wir am tiefsten hassen..." Wenn in Krisenzeiten, wenn in dieser Zeit der Weltwirtschaftsfrise ein größerer Teil der ar beitslos gewordenen Arbeitnehmerschaft nicht mehr organisiert ist, so ist das zwar nicht erhebend, aber immerhin einigermaßen erklärlich. Schlimmer ist, daß, während ein hoher Prozentfaz der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer arbeitslos ist, unter den Arbeitenden in den Betrieben ein so erheblicher Teil aus Un= organisierten besteht, wie es sich bei der BVG gezeigt hat. Bei allgemeiner Organisationslosigkeit haben die Unorganisierten schließlich das Risiko ihres Beitragsparens in Gestalt ungünstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen zu tragen sowie ihrer Wehrlosigkeit bei Angriffen auf ihre Rechte und ihre Eristenz. Sie haben aber auch die Möglichkeit. zwischen ihrer Situation und der der Organisierten zu vergleichen, sie können gelegentlich auf die Vorteile der gewerkschaftlichen Organisation sozusagen mit der Nase gestoßen werden. Anders steht es in all den Fällen, in denen die Unorganisierten die Schmarogerrolle an der Organisation spielen. Die Organisation hat für sie mit erträgliche Verhältnisse geschaffen, die gleichen Eristenzverhältnisse, die sie für ihre Mitglieder erringen konnte. Die Ueberlegung, daß, je stärker die gewerkschaftliche Organisation an Mitgliedern, um so größer ihre Stoßkraft, um so wirksamer ihre Abwehr gegen Verschlechterungen ist, fann von den„ prinzipiell" Unorgani fierten, den Beitragsparern", nicht verlangt wer den, weil sie ihnen wider den Strich geht. " Mit der KPD. und ihrer RGD. entstand die systematische Heze gegen die freien Gemertschaften. Während vordem die Unorganisierten stets die Schwäche ihrer Position irgendwie verspürten, während ihnen flar gemacht werden konnte, wie töricht, wie gemeinschädlich ihr Verhalten ist, wie notwendig es ist, daß sie mit ihren Arbeitskollegen am gleichen Strang ziehen, sich ebenfalls gewerkschaftlich organisieren müssen, hat die KPD den Unorgani fierten einen besonderen Rang eingeräumt, sie in ihrem egoistischen unsolidarischen Verhalten absichtlich bestärkt. Die Theorie jenes wildgewordenen gelben Obertellners, der bei der KPD. eine ganze Zeit hinburch die Rolle des Theoretikers der Anti- Gewerkschaftsbewegung spielen konnte und der die Unorganisierten zu ,, wirklichen revolutionären Klaffenfämpfern" beförderte, konnte von der KPD. nicht lange verfochten werden. In der Praxis aber befolgt die KPD. diese Theorie noch heute. Die Unorganisierten sind in den Fällen, in denen ihnen einmal mit das Feuer auf den Nägeln brennt, weit weniger der Ueberlegung zugänglich. Sie sind besonders empfänglich für die ihrem Verhalten schmeichelnden„ radikalen" Beschimpfungen der Gewerkschaften, sie sind für gelegentliche Berzweiflungsausbrüche leichter in Stimmung zu bringen als der gewerkschaftlich geschulte und disziplinierte Arbeiter, der die Dinge übersehen kann und sein Verhaften nicht von wilden Parolen diktieren läßt. Es ist ein Verbrechen an der Arbeiterschaft, das Verhalten der Unorganisierten zu konzessio nieren, zumal es der KPD.- RGO. lediglich als Mittel zum Zweck dient, denn die„ Revolutionäre", die Butschtaktiker, sind von der Notwendigkeit der Organisation an sich vollständig überzeugt. Allein, fie gebrauchen Streifs, mißbrauchen wirtschaftliche Streits für ihre politischen Zwecke, und dazu ist ihnen jedes Mittel, auch das verwerflichste, gerade gut genug. Der Unorganisierte, der sich einmal in einen Streit treiben ließ, in dem er weder aus eigenen Mitteln aushalten kann, zu dem er sich nicht die geringste materielle Unterstügung gesichert hat und bei dessem Abschluß er seine Arbeit verliert, auf der Straße liegt, bringt es momöglich noch fertig, den Drahtziehern die Sprüche nachzubeten, daß nicht diese, sondern die Gewerkschaft da= ran schuld sei. Der gewerkschaftlich organisierte Arbeiter fann auch eine zeitweilige Niederlage ertragen. Er er kennt die Ursachen und wird erst recht daran mitarbeiten, die Scharte wieder auszuwegen. Der Unorganisierte fann wohl jeden Erfolg, doch keinen Mißerfolg ertragen. Er verfällt vollends der Gleichgültigkeit, der Wurstigkeit. Auf diese Weise wird die mühselige, opfervolle Aufklärungs- und Werbearbeit der Gewerkschaften ungemein erschwert und die" Revolutionäre" freuen sich darüber noch ganz besonders trotzdem fie sich damit selber ins Gesicht schlagen. Gelegentlich des Internationalen Arbeiter- und Sozialistentongresses in Kopenhagen im Jahre 1910 fonnten unsere dänischen Genossen u. a. als ganz sell stverständlich ihren ausländischen Gästen sagen, daß alle Straßenbahner gewerkschaftlich organisiert sind. Und als bei dem jüngsten Streif der BVG. sich ein dänischer Journalist über die Verhältnisse erkundigte, war er ganz erstaunt darüber, daß ein so großer Teil des Personals der BVG. unorganisiert ist. Bei uns find alle Kommunalarbeiter organisiert" Das müßten wir auch in Berlin mindestens von der Arbeitnehmerschaft in öffentlichen Betrieben sagen können. Allein die KPD. samt ihrer RGO. wirkt der Erhebung der Unorganisierten zu gewerkschaftlich Organisierten in jeder Weise entgegen, und selbst wenn sie die Parole für ihre Mitläufer ausgibt, in der Gewerkschaft zu bleiben, so nur aus taktischen Gründen, mit der Weisung, innerhalb der Gewerkschaft weitere Zersegungsarbeit zu betreiben. Die RGO. mußte für verschiedene Berufe und Industrien eigene Gewerkschaftsläden aufmachen. Die Mißerfolge ihrer gewerkschaftsfeindlichen Gebilde hat sie darüber belehrt, daß es weit leichter ist, niederzureißen, als aufzubauen. Das wird sie nicht hindern, die Unorganisierten auch weiterhin gegen die Organisierten auszuspielen. Troß diesen besonderen, keineswegs in der Natur der Sache liegenden Schwierigkeiten haben die Gewerkschaften ihre Werbearbeit aufgenom men und werden alles daransehen, auch dem Schwerfälligen begreiflich zu machen, daß er in Reih und Glied mit seinen Arbeitskollegen, in seinen Verband gehört. Jeder Einsichtige wird diese Werbekampagne unterstützen und ihr mit zum Erfolg verhelfen. Der Begriff der Solidarität muß wieder Geltung bekommen. Die Unorganisierten schänden den Solidaritätsgedanken, indem sie sich von der auch für sie unerläßlich notwendigen gewerkschaft lichen Organisation fernhalten und es ihren organifierten Arbeitsgenossen allein überlassen, für die allgemeine Interessenvertretung Opfer zu bringen. Sie lassen sich jeden Erfolg der Organisation ge= fallen, dessen Herbeiführung sie durch ihr Abseitsstehen, ihren Indifferentismus noch erschwerten, nehmen sich aber das Recht heraus, die Gewerks schaft für jeden ungenügenden Erfolg oder Mißerfolg zu fritisieren Schließlich fordern sie gar noch von ihren organisierten Kollegen, sich für sie einzusetzen, sich ihnen solidarisch zu erweisen. Soweit es sich nicht um eine absichtliche bewußte Gegnerschaft gegen die Gewerkschaft handelt, iſt es bei den Unorganisierten immer noch der Un= verstand der Massen, den wir durch unermüdliche Tätigkeit überwinden müssen. Abwehr Aus der Brennstoff- Gesellschaft Kürzlich erfreute sich die Berliner Brennstoffgesellschaft der Beachtung der ,, Welt am Abend". Das Blatt schrieb: ,, Bei der Berliner Brennstoffgesellschaft ist es üblich, die Arbeiter meistens nach sechs Wochen an die frische Luft zu sehen. Darin liegt offenbar System, denn die Arbeiter werden stets zwei bis drei Tage nach sechs Wochen entlassen, weil sie dann nämlich bis zum Empfang der Unterſtügung drei Wochen Karenzzeit durchmachen müssen. Da die Arbeiter meistens auch noch Kohlen auf Pump kriegen, stehen sie bei der Entlassung fast ohne einen Groschen auf der Straße." Der Arbeiterrat des Betriebes ersucht uns um die Veröffentlichung folgender Entgegnung der Belegschaft: ,, Die Kollegen der Berliner Brennstoffgesellschaft müssen die im Kohlenhandel bei gewissen Perioden anfallende Arbeit erledigen. Um Ueberstunden zu vermeiden, werden, wie im Tarifvertrage für den Kohlenhandel vorgesehen, Aushilfsarbeiter eingestellt. Es wird versucht, soweit irgendwie die Möglichkeit besteht, diese im Betrieb zu halten. So hat z. B. die gesamte Belegschaft im vorigen Jahr, um Entlassungen zu ver= meiden, 23 Ausseytage, in diesem Jahr 20 Aussettage auf sich genommen und arbeitet zur Zeit nur vier Tage in der Woche. Also mit anderen Worten kostet der Belegschaft die Solidarität den Arbeitslohn für ein bis zwei Tage in der Woche. Daraus ergibt sich, daß nicht aus Uebermut Entlassungen vorgenommen werden. Wenn früher beschäftigte Kollegen wieder einSONNTAG, 20. NOV. 1932 gestellt werden, sind sie sehr zufrieden. Es wird ihnen im Bedarfsfalle Borschuß gewährt und es werden ihnen auch Kohlen auf Abzahlung ge liefert. Wenn nun wider Erwarten die Ent. laffung erfolgt, wird ihnen anheim gestellt, den Restbetrag zu begleichen oder wenn dies nicht möglich ist, die Kohlen zurückzugeben. Wenn also noch irgendwo soziales Empfinden vorhanden ist, so ist es bei der Berliner Brennstoffgesellschaft. Die Belegschaft bedauert die Schreibweise in der Welt am Abend" außerordentlich, da sie dazu angetan ist, die Berliner Brennstoffgesellschaft in Verruf zu bringen. Es ist immer das Bestreben der Belegschaft gewesen, gerecht nach sozialen Gesichtspunkten zu handeln und auch möglichst vielen Kollegen Arbeitsmöglichkeit zu geben." Die Einheitsfront nach gewerkschaftlichen Grundsägen ist unter der Belegschaft der BBG. längst hergestellt. Bemühungen, sie zu zerstören, find gänzlich überflüssig. Tagung des IGB. Der Vorstand des JGB. beschäftigte sich mit gewerkschaftlichen Fragen in Argentinien, Jugoflawien, Kanada und Griechenland.- Die Frage, об eine besondere Arbeiterbildungsinternationale geschaffen werden soll, wurde noch zurückgestellt, da die Antworten mehrerer Landeszentralen auf eine diesbezügliche Rundfrage erst abgewartet werden sollen. • Der Borstand nahm auch einen eingehenden Bericht des Antifriegsfomitees entgegen und erhob scharfen Protest gegen die angebliche Amnestie in Jtalien. Die Resolution des Borstandes hat folgenden Wortlaut: „ Der Vorstand des Internationalen Gewertschaftsbundes warnt die internationale Arbeiterschaft vor der traurigen Komödie, die soeben in Italien als Hohn auf die Gedanken- und Redefreiheit aufgeführt worden ist. Die von der Regierung Muffolini scheinbar angeordnete Amnestie fann niemand täuschen. Die Gegner des faschistischen Regimes, d. h. alle Demokraten, Sozialisten und Gewerkschaftler, alle Revolutionäre, die in fatfräftiger Weise gegen die Diffatur auftreten, bleiben auch weiterhin im Gefängnis. Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes erhebt gegen die Parodie einer Amnestie, die nur den strafrechtlich Berurteilten zugute kommt und im übrigen eine noch rüdfichtslosere Bergewaltigung der Meinungsfreiheit ermöglicht, Anflage und beantwortet fie mit der Berachtung der Deffentlichkeit. Streit der Maßschuhmacher beendet Wie berichtet, hatten die Berliner Maßschuhmacher die Forderung der Arbeitgeber, die Löhne um 15 Proz. zu kürzen, mit dem Streif beantwortet. Auch den Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses mit einer fünfprozentigen Lohnkürzung lehnten die Maßschuhmacher ab. Die von den Arbeitgebern geforderte Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches lehnte der Schlichter ab. Die unwahren Angaben von Arbeitgeberseite aus, daß bei einem Baar neuen Schuhen eine vierzigstündige Gesamtarbeitszeit notwendig sei, Elefanten- Wettbewerb Jetzt Gewinn- Verteilung 2500 Hauptgewinne sind notariell ausgelost. Die Gewinner sind durch Brief benachrichtigt. Jedes Kind soll aber für seinen Sammeleifer belohnt werden. Darum verteilen wir weitere 60000 Preise an alle Kinder, die einen vollständig ausgefüllten ElefantenStreifen gesammelt haben. Die Ausgabe dieser Preise erfolgt in derjenigen Filiale, in welcher der Streifenabschnitt abgegeben wurde, und zwar: Am Mittwoch, den 23. Nov. 1932 von den Nummern 1 bis 40000 am Donnerstag, den 24. Nov. 1932 von den Nummern 40001 bis 80000 am Freitag, den 25. Nov. 1932 von den Nummern über 80 000 nur in der Zeit von 1-4 Uhr Peiser Das Schuhparadies der Berliner Jugend! 90 5%° Gr. 27-35 ElefantenMarke der unverwüstliche Kinder Schuh. Echt Rindbox mit Ledersohle und aufgelegter HalbGummisohle. machte auf den Schlichter nicht den gewünschten Prüfung den Gemeinden zu entziehen und sie Prüfung den Gemeinden zu entziehen und sie Eindruck. den Arbeitsämtern zu übertragen. Der Schlichter schlug vor, einen verbindlichen Schiebsspruch zu fällen, der sich auf der Basis zwischen dem alten Lohn und den Sägen des Schiedsspruches bewegt. Diesen Vorschlag unterbreiteten die Vertreter der Gewerkschaft der Streifleitung am 15. November. Diese beschloß faft einstimmig, der Branchenversammlung am gleichen Tage die Annahme des Vorschlages zu empfehlen. Da die Branchenversammlung zustimmte, fällte der Schlichter am 17. November einen perbindlichen Schiedsspruch. Der Stundenlohn für Arbeiter beträgt 96 Pf., für Arbeiterinnen 91 Pf., gegenüber dem alten Lohn von 99 bzm, 95 Pf. Damit ist der entschlossen geführte Kampf der Maßschuhmacher beendet. Die Hilfsbedürftigkeit Wer soll sie prüfen? Das Gutachten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über die Brüfung der Hilfsbedürftigkeit fommt in seiner Gesamtschlußfolgerung zu der Forderung, diese Diese Forderung wird jedoch feineswegs zum Schuße der Arbeitslosen vor falschen Prüfungs. ergebnissen erhoben, sondern weit mehr aus dem Grunde, um den finanziellen Aufwand herabzudrücken, was schließlich der Zweck der Hilfs= bedürftigkeitsprüfung ist. Als Musterbeispiel wird das Landesarbeitsamt Südwestdeutschland er= mähnt, das für seine Arbeitsämter richtung gebende Anrechnungsvorschriften erlassen hat. ,, Die Folge dieser Anrechnungsvorschriften ist, daß in den 36 südwestdeutschen Arbeitsämtern sämtliche Arbeitslose nach einheitlichen Gesichtspunkten gleichmäßig behandelt werden, daß darüber hinaus aber neben dieser gegenüber den Arbeitslosen gerechteren Handhabung die Anwendung der einheitlichen Anrechnungsvorschriften auch finanziell gesehen eine erhebliche Entlastung des erforderlichen Unterstützungsaufwandes be= deutete, wenn man den auf Grund der Anrechnungsvorschriften anfallenden Unterstützungsaufwand mit dem Aufwand vergleicht, der nach den gemeindlichen Vorschlägen angefallen wäre. So haben die südwestdeutschen Arbeitsämter nach der amtlichen Statistik der Arbeitslosenversicherung im Juli in 50,8 Proz. der Fälle, in denen die Unterstügung unter den neuen Tabellenſazz herabgesetzt wurde, die Säße noch unter die von den Gemeinden vorgeschlagenen Unterstützungsbeträge gesenkt und in 39,2 Proz. der Fälle, in denen die Unterstüßung mangels Bedürftigkeit nicht mehr weiter gezahlt wurde, die weiter gewährung der Unterstützung entgegen dem Gutachten der Gemeinden verneint. Im August haben die südwestdeutschen Arbeitsämter in der Arbeitslosenversicherung in 65,7 Pro 3. der Fälle, in denen die Unterstügung unter den neuen Tabellensazz herabgesetzt wurde, die Säge noch unter die von den Gemeinden vorgeschlage= nen Unterſtügungsfäße gefenti, in 53,8 Proz. der Fälle, in denen die Unterstützung mangels der Bedürftigkeit nicht mehr weitergezahlt wurde, entgegen dem gemeindlichen Gutachten die Weitergewährung der Unterstützung mangels Bedürftigfeit abgelehnt. So begrüßenswert eine einheitliche und gerechte Behandlung der Arbeitslosen ist, so darf doch die Prüfung der Hilfsbedürftigkeit nicht zu einem Apparat werden, der rücksichtslos darauf eingestellt ist. die Bezüge der Arbeitslosen herabzubrücken oder die Arbeitslosen mit ihren Ansprüchen glatt abzuweisen. Es gibt feine Richtlinien für die Prüfung der Hilfsbedürftigkeit, die auf jeden einzelnen Fall anwendbar find. Wenn bei der plöglichen Einstellung von Prüfern der Gemeinden vielfach Fehler unterlaufen sind, so können sie immerhin forrigiert und nach einiger Einarbeitung auf einen unvermeidlichen Reft vermindert werden. Die Gesamtschlußfolgerung des Gutachtens verwirklicht, bedeutete für die Unterstützung Arbeitslosen eine Schlechter stellung, die zurückgewiesen werden muß. der Die Zahnschmerzen sterben aus. Es ist eine irrige Anficht, zu glauben, Zahnschmerzen könnten nicht verhütet werden. Dabei ist nichts leichter als das. Allerdings muß man seinen Zähnen nicht nur Leistungen zumuten, sondern sie auch pflegen und regelmäßig täglich mindestens ein. mal und zwar abends! gründlich mit der eigenen Zahnbürste und einer guten Zahnpaste pugen. Chlorodont ist die Zohnpaste von höchster Qualität und sparsam im Verbrauch. Ein nügliches Weihnachtsgeschent. In Anbetracht ber schlechten wirtschaftlichen Lage hat sich die Prip. Buschneide schule von Friedrich Biallas, Berlin, Leipziger Str. 83, entschlossen, den Preis für das bekannte umfangreiche Bu schneidewert von 4 M. auf 3 M. zu ermäßigen. Wer bas Buschneiden durch den Selbstunterricht erlernen will, bem ist dieses Buch zu empfehlen. Wie lange lebe ich noch? Diese Frage tann sich feder beantworten. Er braucht sich nur an die Erfahrungen der Lebensversicherungsgesellschaften zu halten. Sie gelten für alle Personen von 13 bis 80 Jahre und lauten fo: Man ziehe das gegenwärtige Lebensalter von 86 ab und teile den Rest durch 2. Die fich ergebende Bahl fagt; wie lange man mit annähernder Sicherheit noch leben wird. Natür lich darf man nicht darauf los leben, sondern man muß auch ab und zu etwas für die Gesundheit tun. Und das tann man bequem und billig durch Zinsser- Knoblauchiaft, den es auch geruch und gefchmadlos als Anoblauchöl Rapseln und Knoblauch- Tabletten gibt. Wie diese Mittel mirten, fagt eine Anzeige von Dr. Zinsser u. Co. in Leipzig in der heutigen Nummer. A Parteinachrichten Einsendungen für Oteje Rubrik find Beslis 58 68. Lindenstraße 3. für Groß: Berlin stets an das Bezirkssekretariat 2. Sof. 2 Treppen rechts, au richten Weitere Parteinachrichten siehe 4. Seite Hauptblatt. Frauenveranstaltungen: 13. Areis. Donnerstag, 24. November, 19% Uhr, Funktionärinnen sigung bei Görlig, Mariendorf, Chauffeeſtr. 19. 15. Areis. Montag, 21. November, 19% Uhr pünktlich, Funktionärinnenfigung im Gemeinschaftshaus Faltenberg. Anschließend Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft der Genoffin Klara Bohm- Schuch, M. d. R. 20. Kreis. Dienstag, 22. November, Funktionärinnenfigi ng an bekannter Stelle. 9. Abt. Donnerstag, 24, November, 19% Uhr, im Regler, Ede Perleberger Ede Quigomstraße: 9. November 1918 bis 1932. Referentin wird am Dienstag bekanntgegeben. 33. Abt. Die für den 21. November angefeßte Arbeitsgemeinschaft fällt aus. Neuer Termin wird auf dem Frauenabend bekanntgegeben. 89. Abt. Der Frauenabend findet nicht am 21., sondern erst am 28. November statt, 46. Abt. Dienstag, 22. November, 18 Uhr, Besichtigung des FrauenkundeMuseums im Cäcilienhaus, Charlottenburg, Rantstr. 137. Aerztlicher Bortrag und Führung. Treffpunkt 17 Uhr Hochbahn Schlesisches Tor. Fahrverbindung: U- Bahn Wilhelmplag. Genoffinnen aus anderen Abtel. fungen willkommen. Eintritt frei. 53. Abt. Donnerstag, 24. November, 10 Uhr früh, Besichtigung des Ronfums in Lichtenberg. Treffpunkt 9 Uhr an der 81. Berta fsstelle Ufenaustraße. 54. Abt. Mittwoch, 23. November, im Jugendheim, Rofinenstr. 4: Gegen Rultur- Reaktion. Referent Dr. Paul Krische. 62. Abt. Mittwoch, 23. November, 20 Uhr, im Heibetrug, 3nh. Marsand: Rampf der Frau für den Sozialismus. Referentin Dr. Elsbeth Weichmann. 68. Abt. Donnerstag, 24. November, 20 Uhr, bei Sandmann, Westfälische Straße 42: Ernstes und Heiteres in schwerer Zeit. Bortragende Elfriede Bollmann. 77. Abt. Der Frauenabend findet erst am 28. November statt. 78. Abt. Montag, 21, November, 20 Uhr, bei Hochgeschürz, Mühlenstr. 9: Gegen die Reaktion im Rundfunt. Referent Genoffe Segall, 83. Abr. Mittwoch, 23. November, 20 Uhr, bei Quandt, Sindenburgdamm Ede Moltkestraße: Erziehung gegen den Krieg. Referentin Maria Krische. 98. Abt. Montag, 21, November, 20 Uhr, im Jugendheim, Ranner Sir, 42: Novemberſtürme. Referent Genoffe Johansen 100. Abt. Freitag, 25. November, 19 Uhr, bei Ruppert, Neuköllner Str. 257: Was haben die Frauen vom Nationalsozialismus zu erwarten? Referentin Klara Bohm- Schuch, M. d. R. 105. Abt. Mittwoch, 23. November, 20 Uhr, bei Katerbaum, Gebanstr. 3: Wahlausgang und Wahlrechtsreform. Referentin Margarete Schentalomfti. 106. Abt. 8ur Kreisfunktionärinnenfigung treffen wir uns Montag, 21. Nopember, 19 Uhr, auf dem Bahnhof Schöneweide, Grünauer Bahnsteig. 108. Abt. Dienstag, 22. November, 20 Uhr, bei Förster, Flemmingstraße: Kampf der Frau für den Sozialismus. Referentin Helene Michaelis. 120. Abt. Der Frauenabend findet erst am 30. November statt. 123. Abt. Donnerstag, 24. November, 20 Uhr, bei Hübner, Wilhelm. Ede Bahnhofstraße: Die Partei vor neuen Aufgaben. 124a, Abt. Mittwoch, 23. November, 20 Uhr, bei Draber, Uhlandstr. 18: 8wed und Ziel der Arbeiterwohlfahrt. Referentin Ella Ran. 129. Abt. Dienstag, 22. November, 19% Uhr, bei Mener, Türkisches Belt, Breite Str. 14: Ernstes und Heiteres in schwerer Zeit. Elfriede Wollmann, Vortragende 141. Abt. Donnerstag, 24, November, 20 Uhr, bei Hoffmann, Edelweißstr. 5: Die politischen Aufgaben der Frau. Referentin Flora Franken. Arbeiterbildungsschule. Abt. Brig: Kapitalistische Wirtschaftsanarchie und sozialistische Planwirt. fchaft", Dr. Walter Bahl. Beginn Dienstag, 22. November, 191 Uhr, in der Sufeisenhalle. Hörgebühr 1 M., Erwerbslose frei. Bibliothek der Arbeiterbildungsschule Lindenstr. 3, 3. Hof rechts, 2 Treppen, geöffnet Dienstag, Donnerstag und Freitag von 18-20 Uhr. Die Bücherei steht allen Parteimitgliedern und den Mitgliedern der Sozialistischen Arbeiterjugend gegen Borzeigung der Mitgliedsbücher unentgeltlich zur Verfügung. Sozialistische Studentenschaft. Montag, 21. November, 20 Uhr, im Bund, Albrechtstr. 11, Gths. 2 Tr., Mitgliederversammlung der Settion Universität. Tagesordnung: Geschäfts- und Raffenbericht, Wahlen, Studentenrecht, Berschiedenes. Dienstag, 22. November, 20 Uhr, im Bund, Juristische Arbeitsgemeinschaft. Leitung Gen. Dr. Otto Kirchheimer. Donnerstag, 24. November, 20 Uhr, im Bund. Gen. Dr. Otto Friedländer: Regierungsneubildung und Sozialdemokratie. Aussprache. Sonnabend, 26. November, 15 Uhr, im Bund, Geschlossene Versammlung im Bund. Teilnahme aller männlichen Mitglieder ist Pflicht. Leitung Gen. Dr. Saubach. Montag, 28. November, 20 Uhr, in der Universität, StudentenwerbeversammTung. Gen. Prof. E. Lederer: Rußland und der westeuropäische Sozialismus. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Selferfingestunde in der Knabenmittelschule Neukölln, Donaustraße 120.( Vorbereitung der Gemeinschaftsfeiern.) 3 Programm vorschläge Winterlieder. Mufit Leitung: Gen. Frik Hoffmann. Mitwirkende: Proletarisches Orchester ber SAJ. unter Leitung des Gen. Rudolf Barthel. Wir müssen pünktlich 19 Uhr beginnen. Mitte: Die Selferfizung am Montag fällt aus. Neuer Termin wird an dieser Stelle bekanntgegeben. Abt. Matteotti: Die Heimabende finden Diens tags, bie Baitelabende Montags statt. Alle Falten erscheinen. Friedrichshain: Montag finden alle Gruppenabende statt. Dienstag treffen fich die Abteilungen 16% ühr an ihren Treffplägen. Der Rote Rafper" spielt 17 Uhr in der Schulaula Roppenstraße 76. Anschließend 20 Uhr Kreisvorstandsfihung im Heim Distelmenerstraße 5-6. Mittwoch, 18 Uhr, Bolkstanzabend für Jung und Rote Falten in der Turnhalle Litauerstr. 18. Abt. Landsberger Blag: Heute, Sonntag, find wir ab 13 bis 17 Uhr im Seim. Eßwaren und Tassen mitbringen. Dienstag und Freitag find teine Gruppenabende mehr. Prenzlauer Berg: Montag, 20 Uhr, Barade 3, Danziger Str. 62, Selferfikung. Alle Elternobleute sind eingeladen. Mittwoch, 18 Uhr, Faltenparlament am selben Ort. Pünktlich tommen, da schon 19 Uhr Schluß. Kreuzberg: Heute, pünktlich 16 Uhr, Gedentfeier im Seim Nordstraße 11. Alle Falten erscheinen in Faltenkleidung. Morgen, Montag, fällt die Kreis. helfersigung aus. Die Helfer beteiligen sich an der Filmveranstaltung im Bezirksamt Kreuzberg. Die Neigungskreise kommen an diesem Mittwoch an den bekannten Stellen zusammen. Alle Falken und Helfer erscheinen. Neukölln: Heute tommen Rote Falten, die am Sonnenwendspiel teilnehmen wollen, um 14 Uhr zum Kreisheim. Bleistift mitbringen. Seute, 16 Uhr, für alle Jung und Rote Falken Heimnachmittag im Seim Bergftr. 29. Der Fallenrat tagt morgen um 17 Uhr im Kreisheim. Abt. Paul Levi: Heute, Sonntag, gemeinsamer Heimabend mit der SAJ. Pflichtveranstaltung. Abmarsch 1734 Uhr vom Bahnhof Neukölln. Falkenkleidung. Abt. Lichtkämpfer: Elternversammlung Dienstag, 20 Uhr, im Seim Ganghoferstr. 8. Köpenid: Die Kreishelferfizung fällt Dienstag aus, dafür Freitag, 25. November, 20 Uhr Parteiheim. Hohenschönhausen: Montag, 21. November, Nestfalten von 17 bis 19 Uhr, Schulbavade Dingelstädter Straße. Mittwoch, Jungfalten von 17 bis 19 Uhr, Jugendheim Sauptstraße, Altes Schloß. Donnerstag, Rote Falten, 17% bis 19 Uhr im Alten Schloß. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei Organisation 48. Abt. Unfer Genoffe Karl Hannemann ist am 17. November verstorben. Ehre feinem Andenken! Einäscheri ng Montag, 21. November, 19 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg. Um rege Beteiligung wird gebeten. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Einsendungen für diese Rubrit nur an das Jugendfekretariat Berlin SW 68 Lindenstraße 2. vorn 1 Treppe rechts. Achtung! Die Freibenkerkundgebung finbet morgen wegen ber Notverord nung nicht statt! Arbeitsgemeinschaft Abraham( Wirtschaftsgeschichte): Der legte Rurfusabend findet wegen Fortfall der Freidenkerfundgebung bereits morgen, Montag, 20 Uhr, statt. Abteilungsleiter! Reicht das Dezemberprogramm und den Berichtsbogen Dom III. Quartal ein, forgi dafür, daß rückständige Abrechnungen vorgenommen werden. Proletarisches Orchester der SAJ. Mittwoch, 23. November, 19% Uhr, Selferfingestunde, Neukölln, Rnabenmittelschule, Donaustr. 120. Heute, Sonntag. Webbing: 10 Uhr Sprechchorprobe bei Kroll, Utrechter Straße. 18 Uhr Seimabend Willdenowstr. 5. Nord: Treffpuntt aur Fahrt 8 Uhr Bhf. Wedding, Nettelbedplat. Untoften 60 Pf. 16 Uhr Heimabend Willbenomstraße. Fall. Arnimplay: Fahrt ins Gebirge. 1/48 Uhr Bhf. Schönhauser Allee. plag I u. II: Gleimstr. 38/35, 19 Uhr; Bunter Abend. Stralauer Viertel: Fahrt nach Ertner. Treffpi ntt 7 Uhr Bhf. Stralau Rummelsburg. Warschauer Biertel: 18 Uhr Ueben, Litauer Str. 18. Rottbuffer Tor: 17 Uhr, Bunter Abend, Urbanstr. 167. Steglik I: Treffpunkt aum Museums. befud 9 Uhr, Rathaus. 20 Pf. Unkosten. 19 Uhr im Seim Bunter Abend. Brig: Hannemannstr. 40, Reller: Traven- Abend. Reukölln I: Gander. Ede Sobrechtstraße, Heimabend. Neukölln IV: Heimabend mit den Rinderfreun den 18 Uhr Ranner Straße. Neukölln VI: 19 Uhr Lustiger Leseabend, Treptower Str. 95. Neukölln VII: Seimabend Bergstr. 29. Friedrichs hagen: Friedrichstr. 87: Die Mäbel gestalten den Abend aus.- Mahlsdorf: Wanderung durch Alt- Berlin. Segel: Schöneberger Str. 3, 18 Uhr Seim. abend. Rieberschönhausen: Lindenstr. 47: Unseren Rämpfern.( Totengedentſtunde.) Schönhauser Borstadt: Heimabend 19 Uhr Schönfließer Str. 7. Arnswalder Plak I und II, Nordost II: Schönlanter Str. 11, B. 8: Meritanische Lieder. Hallesches Tor: 18 Uhr, Vordstr. 11, Funktionärversammlung. Werbebezirk Mitte: 19 Uhr Schallplattenabend, Waisenstr. 18. Werbebezirk Wedding: Schallplattenabend, Willdenowstr. 5. Werbebezirk Osten: Heimabend 20 Uhr, Dita er Str. 18. Viertel I und II gestalten den Abend. Werbebezirk Neukölln: 9½½ Uhr erweiterte Bildungsausschuß- Sigung, Aula der Kinderfreunde, Ganghoferstraße. ,, Der Querschnitt" probt 8% Uhr Bergstr. 29. Warschauer Werbebezirk Müggelsee: Jüngeren- Arbeitsgemeinschaft: Warum Arbeiter. jugend? Referent Theo Thiele; 9 Uhr Dahlwiger Str. 15. Werbebeairt Kreuzberg: Vorki rfus: Soziale Revolution, 1. Abend Mitt. woch, den 23. November, 20 Uhr, Urbanstr. 167. Referent Genosse Dr. With. Tietgens. Morgen, Montag, 20 Uhr. Hansa: Bochumer Str. 8b: Bunter Abend. Moabit I: Waldenserstr. 20: Religion und Freidenkertum. Moabit II: Bremer Str. 70: NSDAP. und Staat. Arnswalder Blag II: Schönlanter Str. 11, B. 3: Bürgerlicher oder Arbeitersport? Falkplay I: Sonnenburger Str. 20: Tagespolitit. Fall plag II: Sonnenburger Str. 20: Seguelle Fragen. Hohenschönhausen: Dingelstädter Straße, Heimabend. Sumannplak: Gleimstr. 33/35: Bolitische Gatire. Nordost II: Danziger Str. 62: Die Wirtschaft im Wandel der Reit. ( III). Schönhauser Vorstadt: Sonnenbi rger Str. 20: Seimabend.- Balten. plag: Tilsiter Str. 4/5: Ueben zur Gonnenwendfeier. Friedrichshain: Dieftelmenerstr. 4/6: Jugend und Recht." Stralauer Viertel: Goßlerstr. 61: Fahrtenberichte. Sallesches Tor: Yorkstr. 11, Literarischer Abend. Kottbusser Tor: Urbanstr. 167, Leseabend. Luisenstadt: Waffertorstr. 4: Tagespolitik. Char lottenburg- Süd: Spreestr. 30: Arbeitsgemeinschaft. Baumschulenweg: ErnstStraße 16, Spielabend. Johannisthal: Rathaus, Kampfliederabend. Friedrichsfelde: Lichtenberg, Gunterstr. 44: Geri elle Fragen.( 1).- Karlshorst: Trestowallee 44, Ausspracheabend. Köpenider Biertel: Arbeitsgemeinschaft. Tegel Freie Scholle: Egidystr. 9: Organisationsfragen, Pankow RF.: Kissingenstr. 48, Bunter Abend mit den Naturfreunden. Werbebezirk Schöneberg: Esperantokurfus, 20 Uhr, Schule Tempelhofer Weg. Werbebezirk Tempelhof: Arbeitsgemeinschaft: Das Kommunistische Manifest. Referent Genosse Flude, naeum, Gößstraße. Werbebezirk Neukölln: Besuch des Films: Hölzerne Kreuze. Treffpunkt 19 Uhr vor dem Mercedes- Palast. 60 Pf. Eintritt. Der Querschnitt probt 19% Uhr Barade, Ganghoferstraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geihäftsstelle: Berlin G. 14 Sebaftionftr 37-38 Sot 2 St. Tiergarten, 3. Ramerabschaft: Dienstag, 22. November, 20 Uhr, Ver. fammlung bei Ridert, Steinmegstr. 36a. Prenzlauer Berg ( Jungba): Dienstag, 22. November, 20 Uhr, an bekannter Stelle. Friedrichs hain( Jungba): Montag, 21. November, 20 Uhr, Pflichtveranstaltung im be fannten Jugendheim. Bortrupp: Mittwoch, 23. November, 19% 4 Uhr, Jugendheim Ebertystr. 12. Wilmersdorf: Montag, 21. November, 20 Uhr, Turnhalle Giefelerstr. 1-7. Tempelhof: Sonntag, 20. November, 14 Uhr, Antreten sämtlicher Rameradschaften Ringbahnstraße( Tempelhof) zur Totengebentfeier um 15 Uhr auf dem Ehrenfriedhof Mariendorf, Friedenstraße. Die Gedenkrede hält Kreisführer Sodel Meier. Neukölln- Brig: Sonntag, 20. November, Arangniederlegung auf dem Brizer Friedhof, Chauffeeftr. 145, und auf dem Neuköllner Gemeindefriedhof, Mariendorfer Weg. Treptow: Gonntag, 20. Sto vember, Totengebentfeier auf dem Friedhof Baumschulenweg. Antreten fämt. licher Kameradschaften mit Spielmannszug und Musikkorps um 14 Uhr Baum schulen Ede Scheiblerstraße. Röpenid: Montag, 21. November, ab 19 Uhr, Sportabend in der Turnhalle der 7. Boltsschule, In der Freiheit. Lichtenberg: Dienstag, 22. November, 19% Uhr, groke Funktionärsigung bei Brunn, Türr schmidtstr. 40. Weißenfee( Jungba): Mittwoch, 23. November, 20 Uhr, Heimabend im Jugendheim Pistoriusstr. 24. Bohnsdorf- Grünau( Jungba): Diens tag, 22. November, 20 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim Wachtelftr. 1. Wintersportabteilung: Dienstag, 22. November, Mitaliederversammlung. Ort und Zeit fiehe Rundschreiben. Es fpricht Ram. Dr. Mischler über ,, Die republi. tanischen Organisationen". Wedding( Vortrupp): Montag, 21. Rovember, 19% Uhr. Turnabend in der Schule Utrechter Str. 30-31. Spandan: Sonntag, 20. November, 13% Uhr, Totengebentfeier auf dem Friedhof in den Riffeln. Redner: Ram. Major Heinrich. Ortsverein Bantom: Unfer Ramerad Emil Diede ift plöklich verstorben. Ehre feinem Andenken! Einäscherung Mitt woch, 23. November, 161 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Ale Rameraden in Bundesleidung haben zu erscheinen. Ortsverein Pantom: Treffpunti Bhf. Bantow- Nordbahn 15% Uhr. Die übrigen Bezirke treffen fich Bhf. Blanken. burg 15- Uhr. Arbeiter- Samariter- Bund e. D., kolonne Berlin. ASB Geschäftsstelle: NO. 13. Softyfte. 4. Telephon: E 3 Rönigstadt 5440. Achtung, Jugendliche! Am Mittwoch, 23. November, Jugendver fammlung in der Geschäftsstelle. Genoffe Vollmershaus fpricht über ,, Entstehung und Entwicklung des fozialen Arbeitsdienstes". Wir bitten um rege Beteiligung. Bolizeisportverein Berlin e. B., Abteilung Einheitsfurafchrift. Regelmäßige Uebungsabende an allen Wochentagen, außer Sonnabends, pon 19-21 Uhr, An im Polizeischulgebäude, Hannoversche Str. 28-30, 2. Gtod, 8immer 10. fänger, Fortbildungs- und Redeſchriftkurse. Auch für Sivile. Niedrige Beis tragsfäge Auskunft erteilt gern Erich Swidert, Neukölln, Pannierstr. 18. Esperanto- Cseh- Gruppe, Heiligegeiftstr. 39 III. Montag, 21. November, 20 Uhr, Glüd- Jubiläumsfeier. Republikanische Rebnervereinigung. Montag, 20 Uhr, Vortragsabend mit Diskussion im Alten Astanier", Anhalter Str. 11. Es spricht Dr. Gerb über ,, Weimarer Berfassung". Gäste milltommen. Freie Gewerffchafts- Jugend Berlin Heute, Sonntag, finden, folgende Veranstaltungen statt: Gruppenleiter. Mädchenvertreterinnen im Jugendheim Gewerkschaftshaus, 10 Uhr. Ostkreis: Jugendheim Große Frankfurter Allee 16, 19 Uhr. Behn Jahre Gruppe Frankfurter Allee. Nordkreis: Jugendheim Danziger Str. 62, Barade 2, lintes Bimmer, 19% Uhr. Ernstes und Heiteres auf Schallplatten. Südostkreis: Jugendheim des Gesamtverbandes, Engelufer 24-25, 18 Uhr. Kästner Abend. Kreis Oberspree: Jugendheim Oberschöneweide, Laufener Straße 2, 18 Uhr. ,, Runft auf Reifen." Südkreis: Besichtigung des böhmischen Dorfes Alt- Neuföln. Näheres durch die Gruppen. Nordkreis: Jugendheim Willdenowstr. 5, 18 Uhr. Die Frau im Werttag". Jugendgruppe des Zentralverbandes der Anaeftellten Morgen, Montag, finden folgende Beranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ede Geestraße. Arbeitsgemeinschaft: Wege zum Sozialismus". Leiter: Raue. Nordost II: Jugendheim Schönlanter Str. 11. Distussionsabend. Weißenfee: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Da staunt der Fachmann"( luftiger Abend). Urban: Jugendheim Hobrecht. Ede Sander ftraße. Gruppenmitgliederversammlung. Die Freie Angestelltenbank e. G. m. n.$. tagt heute von 20-22 Uhr im Verbandshaus, Hedemannstr. 12. Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. für die Feierstunde der Jugendgruppe am 27. November sind im Jugendsekretariat erhältlich. Das Programm der Feierstunde fieht vor: Gesang, Musit, Rezitationen und Film ,, Der Rampf um die Erde". Berliner Gewerkschaftsschule. Der nächste Wirtschaftspolitische Ausspracheabend ist am Dienstag, 22. November, im Saal 3 bzw. Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engel. ufer 24-25. Leiter des Abends ist der Genoffe Otto Suht. Das Thema lautet: Neuregelung der Auslandsverschuldung und die Verständigung zwischen Schuldner und Gläubiger im Inlande". Der Eintritt ist frei, vorherige An meldung ist nicht notwendig. Verlangen Sie die Vorführung des Telefunken 231 TELE FUN KEN und hören Sie selbst, wie er klingt, wie er trennt, wie er Sender nach Sender bringt, aus ganz Europa. Der TELEFUNKEN 231 kostet einschl. Röhren nur RM 189,-( f. Gleichstrom RM 199,-). Aber er nimmt es mit dem größten auf! TELEFUNKEN DIE DEUTSCHE WELTMARKE Heimat der Mundharmonika Im äußersten Zipfel Sachsens liegt der sogt- ländische Musikwinkel. Unter dem Schutz der GebirgswSlle, versteckt hinter den Bergketten nahe der Grenze liegt das Land, aus dem Geigen, Lauten, Zichern, Gitarren, Celli, Trompeten, Saxophone und Mundharmonikas stammen. Aus dem fernen, unbekannten Gebirgswinkel spinnen sich tausende von Fäden in alle Welt. Klingenthal heißt eine der führenden Musik- städte. Von ihr und ihren nahen Gemeinden Brunndöbra, Sachsenberg und Georgenthal aus trat die Zieh, und Mundharmonika ihren Siegeszug durch die Welt an. SO Millionen Stück Mundharmonikas, von denen die Hälfte im Klingenchaler Gebiet hergestellt wurde, gingen alljährlich in die Welt, ehe die Länder ihre Grenzen sperrten. Dreiviertel Millionen Akkordeons dazu. 20 Millionen Mundharmonikas werden alljährlich allein in den Vereinigten Staaten gekauft. Und diese Instrumente sind längst vom ursprünglichen Spielzeug zum wichtigen musikalischen Bestandteil der Hausmusik geworden. Die andere Musikstadt des Vogtlandes ist Mark- neukirchen, das deutsche Cremona. Deutschlands Geigenbau ist hier— von dem Geigenbauerdorf Mittenwald in den Bayerischen Alpen abge- sehen— zum großen Teil konzentriert. Böhmische Jnstrumentenmacher brachten nach dem Dreißig- jährigen Krieg die Kunst des Instrumentenbaues nach dem Vogtland. Noch heute sind die Geigen- bauer Handwerker, Kunsthandwerker zumeist. Fabriken gibt es wenige hier, höchstens für die Herstellung von Saiten und von Blasinstru- menten, die neben den Geigen hauptsächlich ver- fertigt werden. Ein reich ausgestattetes Gewerbe- museum, das seit 1887 besteht, gibt wertvolle Auf- schlüsie über die Entwicklung des Instrumenten- baues. Der Hauptteil der Siedlungen des Musikwinkels erstreckt sich im breiten Brunndöbratal, von dem wieder einige Nebentäler abzweigen. Viele Be- wohner hat es jedoch nicht im Tal gelitten, sie haben ihre kleinen Holzhäuschen in den Hängen errichtet. Bis zum beherrschenden Gipfel des Berglandes, dem A s ch b e r g, klettern die Hütten der Gebirgler empor. Auf dem Aschberg, hart an der Grenze, erhebt sich seit einigen Iahren eine der schönsten Jugendherbergen Sachsens. Um den Aschberg erstrecken sich die riesigen Fichten- und Tannenwälder, die nach Böhmen und zum Erz- gebirge hinziehen. Noch im Bereich der klingenden Täler finden wir den Schneckenstcin, den einzigen europäischen Fundort für den edlen Topas. Eigenartig wie das Land, sind auch die Men- schen, die hier wohnen. Ein starker Einschlag böhmischen Blutes läßt sich nicht verkennen. Sie bauen alle im Heimgewerbe und in Fabriken nicht nur Instrumente, sie sind auch eifrige Musikanten. Und gerade in den Herbst- und Wintertagen in der Zeit der Hutzenabende. klingt aus den kleinen Berghäusern Musik. Manchmal nur eine Mund- Harmonika oder ein Akkordeon, öfter spielt eine kleine Hauskapelle. So intensiv wie droben im Mustkwinkel wird die Hausmusik wohl nirgends gepflegt. Außerdem bestehen in jedem Ort Konzertkapellen. Die Stadt Klingenthal mit Uiuteduifc die Hoi! Das Erträgnis der Arbeiterwohlfahrtslotte ri e1932 istfürdiesenZweckbestimmt reichlich 6000 Einwohnern hat allein ein Stadt- orchester von über 50 Mann. Ein Baudenkmol verkörpert gleichsam als Symbol das Musikschaffen dieser Landschaft: das ist der schmucke, neuzeitliche Bau der Klingenthaler Musikschule. In ihr konzentriert sich das ganze musikalische Leben, von ihr gehen Wer die Jugend Anregung und Förderung aus. Ueber 100 Kinder bilden ein einzigartiges Schüler- orchester, in dem natürlich die Harmonika die Hauptrolle spielt. Hier in dieser Musikschule finden sich alljährlich aus ganz Deutschland Dirigenten und Mitglieder der Volksmusikorchelter, die heute die Hauptträger privater Musikpflege sind, zu Kursen«in Zeugen als Angeklagte vraMatliselis Gerichtsverhandlung Gerichtsverhandlungen, deren alltäglicher Pro- zeßgegenstand kaum eine Ueberrafchung verspricht, nehmen zuweilen ganz unerwartet einen Verlauf, der sie zu kleinen Sensationen macht. So geschah es in einer Strafkammer des Land- g e r i ch t s II. Angeklagt war der ehemalige Her- ausgeber einer Zeitschrist und Schrift- st e l I e r N. Er war beschuldigt, als Untervertreter eines Leipziger Buchverlages Bestellscheine ge- fälscht zu haben. N. arbeitete als Untervertreter fürden Hauptoertreter K. Anfangs geriet auch dieser in den Verdacht. Der Schriftsachverständige entschied sich aber für N.s Handschrift. Dieser widersprach dem Gutachten. Der zweite Schrift- sachverständige Pros. Schiffer schloß sich seinem Kollegen an. N. fuhr fort zu leugnen. Der Der- teidiger versprach, den richtigen Fälscher zu nennen. Und eines Tages erschien bei Prof. Schesfer wirklich eine Frau. Als sie Schriftproben geben sollte, verschwand sie. Es war die Ehefrau des N. In der' Gerichtsoerhandlung blieben die Sach- verständigen bei ihrem Gutachten. Od N. sich nun doch nicht zu einem Geständnis bequemen würde? Nein, er wolle die Aussage des Zeugen abwarten. Man horchte auf: was hatte das zu bedeuten? Der erste Zeuge, der Hauptoertreter K., ein ele- aanter Herr, belastete in ausgewählter Rede schwer seinen Untervertreter. Niemand anders als dieser habe die Fälschungen begangen und ihn, den Hauptoertreter, so gemein hintergangen. Der Angeklagte springt auf..�HerrVorsitzender, ich lege«in Geständnis ab. Ich habe die Bestellscheine gefälscht, aber zusammen mit dem Zeugen!"„Was sagen Sie dazu, Herr Zeuge?" „Das ist gelogen! Ich habe mit den Fälschungen nicht das geringste zu tun." Der Angeklagte.„Ich bitte, meine Frau als Zeugin zu vernehmen." Die Frau wird vom Justizwachtmeister herbeigeholt. Ja, K. hat die Bestellscheine mitgefälscht, und auch sie war mit dabei. Was nun? Also auch Frau N. und K. gehören auf die Anklagebank. K. läßt jetzt das Leugnen: auch er ist geständig. Beide, K. und Frau N. bitten, sie sofort abzu- urteilen. Der Staatsanwall erklärt sich bereit, so- fort die Anklage zu erheben Das Gericht ist damit einverstanden, die Angelegenheit in der- selben Gerichtsverhandlung zu erledigen Das Ganze bekommt ein vollkommen anderes Gesicht. Alle drei haben aus Not gehandelt. Niemand nahm ihnen mehr die„Volkshochschule" ab, ein Werk zum Preise von 70 M„Ich müßte doch dämlich sein", sagte ein Zeuge,„wenn ich jetzt noch solch ein Buch bestellen sollte." Und da fälschten alle drei zehn Bestellscheine. Das Gericht verurtellte N. und K zu je drei Monaten Gefängnis, die junge Frau zu einer Woche Gefängnis und billigte allen dreien eine Bewährungsfrist zu. Die junge Frau trocknet sich die Augen, der Mann stützt sie. K. verläßt den Gerichtssaal wie ein begossener Pudel. Zannowitzbrücke fertig kiir Verkehr freigegeben Nachdem der Umbau der Iannowitzbrücke beendet ist, wird der Umleitungsweg der Straßenbahn en Wer Voltaire-, Neue Fried- richftratze, Waisenbrücke, Brandenburger Ufer mit Beginn des Betriebes am Dienstag, dem 2 2. November d. I. aufgegeben. Die Linien 41, 141. 44 und 49 verkehren von diesem Tage an mit verkürzter Fahrzeit wieder Wer den direkten Wg Alexanderstraße, Iannowitzbrücke, Drücken- straße und die Linien 28. 128 über Stralauer Straße, Schicklerstraße, Alexanderstraße, Janno- witzbrücke, Brückenstraße. Stelle des Naztmordes Lokaltermin in der Hufelandstraße In dem zweiten Prozeß Hufeland straße gegen die SA.-Leute Becker und H a u s ch k e, die angeklagt sind, in der Silvesternacht die Reichsbannerkameraden Schneider und Graf getötet zu haben, fand gestern ein Lokal- i e r m i n statt. Es sollte festgestellt werden, w'e sich der Vor- gang abgespielt hat, ob der Angeklagte Becker tatsächlich den Schuß gegen Schneider so abge- geben haben kann, wie es ein Teil der Zeugen schildert. Der Berliner Lokallermin dauerte etwa zwei Stunden, sämtliche Zeugen, darunter auch die Mutter des ermordeten Schneider wurden noch einmal ausdrücklich gehört, so auch der Sach- verständige Prosesior Brüning. Das Ergebnis war, daß der Schuß gegen Schneider eben von der Stelle abgegeben sein muß, wo der Angeklagte Becker nach der Aussage der Frau Schneider ge- standen hat. Der Angeklagte Becker bestritt weller an der Stelle gestanden zu haben. Ebenso ein- gehend wurde die Tötung des Kameraden Graf erörtert. Die Verhandlung geht am Mittwoch weiter. 3m internationalen Forum der amerikanischen Kirche zu Berlin, Motzstr. 6. Nollendorfvlatz. spricht heute, am Totensonntag, um 16.30 Uhr Genosse Ernst von Harnack über„I n t e r n a t i o- n a l i s m u s". Der Tenor Fidesier singt. Eintritt ist frei. Zum Schluß werden Fragen beantwortet. SVD.-Afü-Arbeiler. Staaken. Heute, Sonntag, 10 Uhr, Lokal Witffchuß. Petersburger Str. 5. Fraktionssitzung. Mitgliedsbuch mitbringen. Denkt an Winterhilfe! Nächste Kleidersarnmlung Im Bezirk Kreuzberg finden am Dienstag, 22. November, und Donnerstag, 24. November, K l e i d e r s a m m l u n g e n für die Berliner Winterhilfe statt Die Sammlungen werden mll HUfe der Schutzpolizei durchgeführt, die neben der Reichswehr in diesem Jahr der Berliner Winterhilfe große Dienste bei den Kleidersamm- lungen geleistet hat. Auch diesmal stellt die Schutz- polizei ihre Wagen unentgeltlich zur Verfügung. Haussammlungen der Berliner Winter- Hilfe sind für den 2. und 3. Dezember geplant. Sie werden ähnlich wie im Vorjahr von den Berliner Wohlfahrtsorganisationen für die Berliner Winterhilfe durchgeführt: 2500 Sammlerinnen stehen zur Verfügung. Die für den 26 November geplante Nachtvor- stellung zugunsten der Berliner Winterhilfe in der Staatsoper Unter den Linden mußte aus technischen Gründen aus Januar verschoben werden. Notakademie der akademischen Selbsthilfe. Am Dienstag, 22. November, 20 Uhr, spricht im Unioersllätsgebäude, Dorocheenstt. 6, Geheimrat Cleinow über„Berufsmöglichkeiten für deutsche Akademiker in Sowjetrußland". 75 Jahre Woli! u. Sohn Die„Erste Karlsruher Parfümerie- und Toiletteseifen-Fabrik F. Wolfs u. Sohn E. m. b. H." begeht heute die Feier ihres 75jährigen Bestehens. Aus bescheidenen Anfängen hat sich die Firma zu einem Weltgeschäft emporgearbeitet. Das Haupt- verdienst gebührt dabei dem MUbegründer, dem im Jahre 1920 verstorbenen Geh. Kommerzienrat Dr. h. c. Friedrich Wolfs Sie neue Zignrettensadril Hella», welche sich auffallend rasch durch nicht mehr zu uberbietende Qualität ihrer Zigaretten einen großen Freundestreis erworben hat, geht den entscheidenden Weg, statt Beilagen, wie Bilder und Stickereien usw., nur hochwertige und daher gesundheits- fördernde Tabake für alle ihre Marlen zu verwenden. Am Totensonntag gibt der Wintergarten 2 Bor. stellungen, um 4 Uhr und um 8� Uhr.— Um der Be. deutung de» Tages Rechnung zu tragen, ist außer dem reichhaltigen Programm Frau Kammersängerin Peru Schwarz gewonnen worden, die mit einigen Liedern und Arien die Besucher ersreuen wird. Erhöhte Nodio-Produktion und Reueiustellungeu bei Lnmophon. Die bayerische Radiofabrik Druckner u. Stark, die Herstellerin der bekannten Lumophon-Erzeugnisse, hat weitere Einstellungen in ihrem Werk vollzogen. Es handelt sich hierbei nicht um eine konjunkturmäßige Erscheinung, die sonst seweils im Herbst in der Radio-Jndustrie Neuein. stellungen zufolge hat. Die erneute Beleglchoftserhöhuug ist vielmehr eine Auswirkung der neuen glücklichen Apva- rate- und Lautsvrecherkonstruktionen dieses Jahres. Lumo. vhon beschäftigt heute im Rahmen seiner Organisation beinahe lollll Arberter und Angestellte. Umtauschaugebot ans Preußische Schaßanweisunaen. Laut einer in der vorliegenden Ausgabe enthaltenen An- zeige wird den Inhabern der am 20. Januar 1238 fälligen und zu 102 Proz. rllckzoblbaren s Prvz.(ehemals 7 Proz.) Preußischen Schaßanweisungen der Ilmtausch in neue S Proz Preußische Schaßanweisungen angeboten. Die neuen Schatzanweisungen sind zur chälkte des Nennwerts am 20. Januar IllZö. zur anderen Hälfte am 2V. Januar lSZ8 fällig. Jedes Stück läuft also zur Halste 2, zur Hälfte S Jahre. Die Rückzahlung erfolgt für den am 20. Januar 1080 fälligen Teil mit 100 Broz., fllr den am 20. Januar 1080 fälligen Teil mit 102 Proz.. Da die neuen Schaßanweisungen beim Umtausch zum Kurs von St Proz. angerechnet werden, die alten aber 102 Proz. zurückgezahlt werden, erhalten die Umtauschenden ein« Barauszahlung von 8 Proz. Neben dem Umtaufchonaebot enthält die Anzeige� au» ein Zeichnungsangebot auf die- selben neuen Schatzanweisungen, ebenfalls zum Kurse von 04 Proz. Wa» mir znr DeihnachtszeU essen und trinken. Man feiert die Feste wie sie fallen. Man erfreut sich an dem strahlenden Kerzenschrmmer und— an Speis' und Trank. Die sorgende Hausfrau gibt ihr Beste» her, um bei kargem Wirtschaftsgeld drch alle Wünsche ,u befriedigen. Kaffee und Kuchen, Kompott und Süßspeise, Gemüse und Fest. braten, alles muß besonders gut schmecken und soll uns erinnern, daß eben Festtag ist. Die Hausfrau wird daher gern zur Bereitung der Speisen die billige und schmack- hafte Ideal-Milch von Nestle verwenden und wird ste recht. zeitig besorgen, damit ste auch zum Kasfee nicht fehlt. TIm&l cfpce&uji und GESCHENK- RATGEBER wird auf Wunsch kostonlos zugesandt IMI heisses Wasser! 1 Esslöffel imi auf einen Eimer Henkels IMI J180/ 32 Beim Geschirraufwaschen genügt ein Kaffeelöffel M für eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es! gibt erneuernde Reinigungskraft für dutzende Sachen! 10 Liter starke MI- Kraft, die spielend alles sauber schafft! M vervielfacht seine Kraft. Deshalb kann kein Fett, Oel oder Schmutz M widerstehen. Mi vernichtet die Feinde Ihrer Gesundheit. M ist der Wächter der Reinheit im Hause. In wenigen Augenblicken verwandelt Mi jeden Gegenstand in ein blinkendes Wunder. Erleichtern Sie sich das tägliche Geschirrabwaschen und alle übrigen Scheuer- und Reinigungsarbeiten durch das unvergleichliche M. zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen für Geschirr und alles Hausgerät Hergestellt in den Persilwerken. IMI DRITTE BEILAGE Vorwärts Neuer Bund: Schlotbaron und Junker? Der Brückenbau von Bosch bis Knebel- Döberitz Seit einem halben Jahrhundert bestand ein Bündnis zwischen Schwerindustrie und Groß agrarier. Entstanden war es Ende der siebziger Jahre unter Bismard, als die Getreide bauende Landwirtschaft Schutz vor dem Eindringen des überseeischen Getreides forderte, und die aufstrebende Eifenindustrie die Konkurrenz Englands fernzuhalten wünschte. So kam es mit Getreideund Eisenzöllen zum Schuzzollfystem in Deutschland. Schlotbarone und Junker haben seitdem in engem Bündnis ihren Willen immer wieder durchgefegt. Das ging auch nach dem Krieg bis zu dem Zeitpunkt, an dem die bisherige Agrarpolitik durch die Ueberspannung des Getreideschuzes sich totge= laufen hat: mit Zöllen allein war das bisherige Preisniveau bei guten Ernten nicht mehr zu halten, und als die Landwirtschaft für alle Veredelungserzeugnisse einen ebenso lückenlosen Zollschutz forderte, wie ihn der Getreidebau bereits hatte, was nur durch Kontingente für die Einfuhr möglich schien da plagte das Bündnis, und es plakte wegen des Gegensatzes zwischen Industrie und Landwirtschaft sogar die Regierung Papen. War die Wirkung bei der Abdrosselung der Getreideeinfuhr noch nicht so spürbar, weil die hiervon betroffenen Lander keine allzu großen Abnehmer unserer Industrieerzeugnisse sind, so hätte die Durchführung der Einfuhrtontingen tierung für Molkereierzeugnisse, Fleisch, Ge müse und Obst eine geradezu fatastrophale Wirkung auf unseren Industriexport ausgeübt, denn die Länder, aus denen diese Erzeugnisse eingeführt werden, sind die wichtigsten ausländischen Abnehmer unserer Industrie. Da der Reichslandbund und die anderen landwirtschaftlichen Organifationen auf der Kontingentierung beharrten, mar der Bruch zwischen Industrie und Landwirtschaft unvermeidlich. Junker und Schlotbarone aber haben einen gemeinsamen Feind", das ist die Arbeiterschaft, die nicht hochkommen soll und darf. Die Schlotbarone wollen auch ihre Monopol herrschaft schützen. So haben sich die beiden mächtigsten Gruppen, Chemie und Schwer. industrie, bereits wieder mit der einflußreichsten Gruppe in der Landwirtschaft, den oftelbischen Großagrariern geeinigt. Herr Karl Bosch vom JG- Farbentrust und Herr Schlenker, der Syndikus des schwer industriellen Langnam- Bereins, die Rittergutsbefizer von Knebel- Döberih, von Flügge, von Flemming- Paahig und andere Jhenplize des Oftens liegen fich wieder zu gemeinsamer Berschwörung in den Armen. Die Herren des Großfapitals legen der Landwirtschaft jezt dringend ans Herz, sich die Erfahrungen, die sie mit der Organisation des Marktes durch Kartelle und Monopole erworben haben, auch für die Landwirtschaft nuzbar zu machen. Hier drohen außerordentlich große Gefahren. Ganz abgesehen davon, daß die Erfahrungen, die die Gesamtwirtschaft mit den Syndikaten und Kartellen der Industrie gemacht hat, etwas anders aussehen als die Erfahrungen der Kartellherren selber, sind solche Organisationsformen aber nur bei einem kleinen Teil der landwirtschaftlichen Produktion anwendbar. Nur dort, wo die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse an verhältnismäßig wenig Stellen vorgenommen wird, ist eine Kontrolle möglich. Deshalb gelang es verhältnismäßig leicht, die 3udererzeu= gung in den Fabriken zu kartellieren. Dagegen stößt die monopolmäßige Beherrschung des Marktes bei solchen Erzeugnissen auf die größten Schwierigkeiten, die der Landwirt direkt an den Händler oder Verbraucher liefern kann. Den Bauern wäre durch Kartelle also gar nicht zu helfen. Das Hauptinteresse der pommerschen Junker liegt freilich beim Getreidebau, und hier ist es in der Tat möglich, eine Beherrschung des Marktes durch Kartelle durchzuführen. Denn Getreide muß immer erst durch die Mühlen laufen, ehe es verbraucht werden kann Das wollen sich die Großagrarier zunuze machen, und sie sind nur zu gern bereit, nach den Ratschlägen der Herren Bosch und Schlenker zunächst für sich selbst zu jorgen. Die übrige Landwirtschaft kann dann ruhig der Ausbeutung durch industrielle Monopole und fünftig auch durch ein Getreidemonopol überlassen bleiben. So kann dann das Bündnis zwischen Großagrariern und Schwerindustriellen, das wegen der Kontingente flöten zu gehen drohte, wieder geschlossen werden. Die maßgebenden Organisationen der Landwirtschaft haben zu diesem Kuhhandel ihr Amen noch nicht gesagt, weil sie auf die Gesamtheit ihrer Mitglieder, die nicht nur auf ostelbischen Rittergütern, sondern auch auf Bauernhöfen ansässig sind, Rüdsicht nehmen müssen. Es ist auch fraglich, ob mit der Kartellierung der Getreidewirtschaft Ernst gemacht wird, denn manche Bauernorganisationen haben nach den bösen Erfahrungen mit der Zuckerfontingentierung erkannt, daß sich Schwerindustrie und Großagrarier auf dem Rücken der Bauern und Berbraucher einigen wollen. Ein Getreidefartell würde in der Tat wie die Industriekartelle zu einer Ausbeutung von Verbrauchern und Bauern führen. Denn es handelt sich hier nicht um eine Erzeugerorganisation wie bei den Absatzgenossenschaften, die nur eine bessere - Die Agrarkartelle Belieferung des Marktes und einen höheren Anteil am Enderlös erstreben, sondern um einen Zusammenschluß, der den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage durch Einschränkung der Produktion unter Hochhaltung der Preise erstrebt. Mißbrauch muß aber von Zusammenschlüssen erwartet werden, wo mie hier der Einfluß des Weltmarktes durch Zölle oder andere Maßnahmen ausgeschaltet ist und andererseits das Kartell nur unter der Leitung von Privatinteressenten steht. Die Getreideverbraucher, und zwar sowohl die Brotgetreide- wie die Futtergetreide verbraucher, werden in noch viel stärkerem Maße als bisher zugunsten der Produzenten belastet, und außerdem werden, wie die Zuckerfontingentierung gelehrt hat, bei der Verteilung der einzelnen Anteile an der zugelassenen Produktion die Bauern von den Großagrariern übervorteilt. Enteignung des Großgrundbesitzes. Die organifierie Arbeiterschaft hat gemiß nichts gegen grundsägliche planmirtschaftliche Maßnahmen einzuwenden. Die bisherige monopolistische Planwirtschaft des industriellen Privatfapitals hat aber nur zur Ausbeutung der inländischen Verarbeiter und Verbraucher geführt, weshalb die Verstaatlichung der Mono.= polindustrien zu einer Notwendigkeit ge= worden ist. Eine Getreideplanwirtschaft der Junker würde gegenüber den Bauern und Verbrauchern alle Nachteile der industriellen Privatmonopole nur vervielfachen. Soll jemals planmäßige Getreidewirtschaft einen Sinn haben, und das geht nur im Rahmen gesamtwirtschaftlicher Zielfezung und unter Kontrolle des Staates, dann muß vorher die Enteignung aller jener Großgrundbesizer erfolgen, die heute nicht mehr zu halten sind und die durch monopolistische Einrichtungen nur neue Wege öffnen wollen, sich auf ihrem Besitz auf Kosten der ländlichen und städtischen Massen zu halten. Lohnschande in Mitteldeutschland Arbeitsverdienste und Krise im Braunkohlenbergbau = Das Statistische Reichsamt veröffentlicht über die Entwicklung der Löhne, verfahrenen Schichten und Produktion im Braunkohlenbergbau sehr be achtenswerte Angaben. Die Zahl der Ar beiter ist von 79 040 im Jahre 1929 auf 67 357 in 1930, 57.975 in 1931 zurüdgegangen und betrug im Juni dieses Jahres nur noch 55 113 Mann. Während im Jahre 1929 der angelegte Arbeiter noch 24,4 Schichten im Monat verfahren hat, waren es im ersten Halbjahr 1932 nur noch 21,1. In vielen Betrieben und Revieren ist der Ausfall von Schichten infolge Einlegung von Feierschichten bedeutend höher als aus vorstehenden Zahlen hervorgeht. Die Förderung ging Don 9,89 Millionen Tonnen im Monatsdurchschnitt 1929 auf 6,96 Millionen Tonnen im Juni 1932 zurüď. Betrug die Barverdienstsumme im Monatsdurchschnitt 1929 noch 14,42 Millionen Mart, so war sie im Juni 1932 auf 7,30 Millionen Mark, der Schichtlohn pro Arbeiter von 7,49 m. auf 5,77 m. gefallen. Im Vergleich zum ersten Vierteljahr 1929 ist die Förderung im ersten Vierteljahr 1932 um 34.7 Proz., die Gesamtlohnfumme während dieser Zeit aber um 47 Proz. zurüdgegangen. Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, daß die Unternehmer versuchen, die Krisenfasten fast ausschließlich den Arbeitern aufzu erlegen. Die bisher veröffentlichten Geschäftsberichte der großen Braunkohlengesellschaften lafsen erkennen, daß der Braunfohlenbergbau sich SONNTAG, 20. NOV. 1932 fels, Niederlaufizer Kohlenmerke usm. haben einen riesigen Raubzug auf die Taschen ihrer Arbeiter ausgeführt, indem sie den letzteren nicht weniger als 25 Proz. Lohnausfall auferlegten. Dieselben Unternehmer, die fich jahrelang gegen die Forderung der Gewerkschaften auf Berkürzung der Arbeitszeit sträubten, gehen jetzt zu einer weitgehenden Herabsetzung der Arbeitszeit über. Das tun sie nicht, um den Arbeitslosen zu helfen, sondern weil ihnen durch die Notver= ordnungen die Möglichkeit, gewaltige Ge minne zu erzielen, gegeben ist. Die Folge der Maßnahmen der Werke ist, daß die Arbeiter mit Wochenlöhnen von 14 bis 16 M. in sechs Schichten nach Hause gehen müffen, ohne daß die erforderliche Anzahl Arbeitslose infolge der verkürzten Arbeitszeit auch wirklich eingestellt wird. Es ist unmöglich, daß die Bergarbeiter bei ihrer schweren und gefahrvollen Tätigkeit derartige Lohnkürzungen tragen können. In geschlossener gewerkschaftlicher und politischer Abwehr muß die Arbeiterschaft endlich die Bestrebungen der Unternehmer vereiteln. Berlin- Paris Handelspolitische Verhandlungen Am Montag beginnen in Berlin deutschfranzösische Verhandlungen über die Abänderung des Handelsvertrages. Die deutsche Berhandlungsdelegation führt Ministerialdirektor Dr. Posse, der 1927 den Vertrag mit Frankreich abgeschlossen hatte. Das Prinzip der Meist begünstigung, das in dem bisherigen Vertrag verankert ist, soll auch in dem neuen Abkommen erhalten bleiben. Die Franzosen fordern aber die Erhöhung zahlreicher Zollpofitionen, und zwar in einem Umfange, daß die Spanne zwischen den hohen französischen und den deutschen Produktionskosten ausgeglichen wird. Die Verhandlungen werden sich, wie diese Forderung schon andeutet, keine sfalls reibungslos gestalten. Die Grundlage für die neuen französischen Zollforderungen bildet die Enttäuschung über die ,, Erfolge" der Kontingentspolitik, die Frankreich als einer der ersten europäischen Staaten für die agrarifchen wie industriellen Importe eingeführt hatte. Die Ergebnisse dieser Kontingentspolitik sind, wie wir bereits des öfteren erwähnten, ein fadernichtend. Das hinderte die verflossene Baronsregierung von Bapen aber nicht, die gleichen gefährlichen Experimente zu planen. trotz der langwährenden Wirtschaftskrise als be Verlorene Filmmillionen sonders krisenfest ermiesen hat. Es ist den Braunkohlenunternehmungen möglich gewesen, auch in diesem Jahr noch annehmbare Dividenden zu verteilen, während ein großer Teil der Aktiengesellschaften der übrigen Industriezweige mit Verlust arbeitete. Infolge der dauernden Lohnverluste ist die Not der Bergarbeiter und ihrer Familien gewaltig gestiegen. Die fortschreitende Verelendung der Bergarbeiter hindert die Unternehmer nicht, immer wieder mit Lohnabbauforderungen hervorzutreten. Heute geschieht das im Braunkohlenbergbau auf die Weise, daß man nicht den Tariflohn fürzt, sondern den Papenschen Ankurbelungsplan zur Erreichung seiner 3mede ausnutzt. Große Braunkohlengesellschaften wie Riebed Montan, Bubiag, Michelwerke, Werschen- WeißenTobis schreibt 7,5 Millionen ab Die Tobis Tonbild Syndikat A.-G., Berlin, ist von der Krise in der Filmindustrie im allgemeinen und des holländischen Küchenmeister Konzerns( des Großaktionärs) im besonderen schwer mitgenommen worden. Für das Geschäftsjahr 1931/32 wurden Sonder abschreibungen von 7,5 mill. M. vorgenommen. Nach Einzug von 1,2 mill. M. eigener Aktien wird das Restkapital von 10,8 auf 5,4 Mill. M., auf die Hälfte, zusammen= gelegt. Die Geschäfte" mit den holländischen Gesellschaften endeten mit einem Gesamtverlust von 2,6 Mill. Mart. Weitere Millionenverluste resultierten aus den Zusammenbrüchen deutscher Filmunternehmen( Emelka, Deutsches Berliner wissen: unsere Qualitäten unsere Auswahl unsere Preise enttäuschen Meterware m.Einsatz nie! BOUCLE- TEPPICHE WOLLPLÜSCH- TEPPICHE TOURNAY- VELOUR- TEPPICHE QUALITÄTS- TEPPICHE reines Haargarn, seit Jahrzehnten erproble Marke bewährtes Markenfabrikat Reine Wolle ca 200 moderne Jacquardmuster für jeden Raum geeignet ous reinem Haargarn co a co 165 490 ca 2004-785 a 200 33.0225 42: 2049: 16528: 30042: 3054: α ca 235 R E con ca ca 370 300 Edel- Velvet, allerbeste deutsche Marke.nur 26: ein Muster 67.2507050 cm 3002050 cm 255 50 on 300 68-35089- ca 250-35062- ca 300-400 85: Smyma- Velourausbest 76: 350 400 42000: 00: 470 300-40085LAUFER STOFFE AUSLEGEWARE BETTUMRANDUNGEN reines Haargarn Wollplüsch bekannt. Markenfabrikat, i.mod.zart.Farb. Jacquard- Bouclé, reines Hoar 155 modefurbig, ca. 20 cm bft.Mm.165 Merce 25 350 1950 112 erage 360250 brt. Mtr brt. Mtr.brt. 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Die Forderungen mußten daher 6,8 auf 1,4 Mill. M. um mehr als 5 Mill Marf(!!) heruntergeschrieben werAuf Beteiligungen( Polyphon, Deutsches Lichtbildsyndikat) wurden weitere 1,1 Mill. M abgeschrieben. so daß sich ein Gesamtverlust Don 5,5 Mill Marf ergibt. Da die Vorjahrsrückstellungen von 1,1 Mill M. verschwunden sind, könnte man annehmen, der Berlust sei noch größer. Der Geschäftsbericht belehrt. daß ein Teil der Rückstellungen auf das Konto Gläubiger" um gebucht sei- ein sehr merkwürdiges Verfahren nach der Aktienrechtsreform! Die deutschen Steuerzahler wird noch intereffieren, daß die vom Reich subventionierte( und nicht beaufsichtigte!) Commerz- und Privatbank hier wieder rund eine Million Mark verloren hat. Sie befigt nämlich fast 2 Mill. M. Tobis Attien, die jetzt auf die Hälfte zusammengelegt wurden. Auf der Generalversammlung war die Verwaltung der Ansicht, daß von jezt ab Einnahmen und Ausgaben sich aus= gleichen würden. Montanbesserung im Oktober Die Förderung der wichtigsten deutschen Steinkohlengebiete im Oktober erreichte 9,36 gegen 8,49 Millionen Tonnen im September. Arbeitstäglich erhöhte sich die Förderung um reichlich 10 Proz. von 326 579 auf 360 420 Tonnen. Die Rofserzeugung stieg von 1,44 auf 1,62 Mill. Tonnen, also um 12,5 Proz. Auch im Braunkohlenbergbau war die Förderung im Oktober besser als im September, wenn auch nicht in dem gleichen Umfange wie beim SteinkohlenAnspruchsvolle bergbau, da die Händlerschaft sich in den vorher. gehenden Wochen sehr start mit Vorräten ein. gedeckt hat. Es fonnten im Steinfohlenbergbau bei gleichzeitiger Senfung der Feierschichten, 4434 Bergarbeiter neu eingestellt werden. Preiserhöhungen Der Skandal der fehlenden Kartellkontrolle Das Kartell der deutschen Wellpappen fabrikanten hat beschlossen, die Preise für Wellpappe und Wellpappefabrikate mit sofortiger Wirkung um 10 Pro 3. zu erhöhen ,,, mit Rüdsicht auf die inzwischen eingetretene erhebliche Papierpreiserhöhung"! Die Preispolitik der deutschen Kartelle wächst sich je länger je mehr zu einem offenen Standal aus. Erst kürzlich hat das Ronjuntturinstitut festgestellt, daß die Kartellpreise erst etwa zwei Jahre nach Beginn der Krise zu sinken begannen und heute noch erheblich höher liegen als die freien Preise. Ohne einen Schein von Berechtigung. sind die Kartelle jetzt schon wieder dabei, die Preise herauszusetzen. Das be gann bei den 3ellstoffabriten, denen die Papierfabriken folgten; jetzt haben auch die Bappefabrikanten das Ihre getan. In anderen kartellierten Industrien ist es nicht anders. Aber das geschäftsführende Reichswirtschaftsministerium rührt sich nicht. Die Preiserhöhungssperre wurde nicht über den 1. Juli hinaus verlängert, und seitdem läßt man die Dinge laufen, trog aller Vollmachten und Pflichten. Vielleicht werden uns demnächst die erhöhten Kartellpreise als ein Symptom der Krisenüberwindung hingestellt?! kaufen Füllhalter Goldfink Olympia Rheinmetall- Abschluß Umsatzrückgang gering Die Rheinmetall A.-G.( Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik) hat in dem am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 1931 32 einen Umjaz von 27,9 gegen 32,2 Millionen Mark erzielt. Der Umfagrüdgang hält sich bei diesem Unternehmen also in sehr erträglichen Grenzen, was allerdings auf die besondere Situation bei der Rheinmetall A.-G. als der Hauptlieferantin für die Reichswehr zurückzuführen ist. Der Reingewinn bleibt mit knapp 0,39 Millionen Mark auf dem Stande des Vorjahres. Hiervon fließen 300 000 Mark in die Reserve, die damit 10 Proz. des Aktienkapitals von 20 Millionen Mark erreicht. Die finanzielle Lage bei dem Unternehmen hat sich erheblich entspannt Die Schulden konnten insgesamt um 4,6 auf 9,16 Millionen Mark gesenkt werden. Diesen Berpflichtungen stehen Betriebsmittel von 8,5 Millionen Mart gegenüber. Die Vorräte gingen bis auf 4 gegen 5,52 Millionen Mark im Borjahre zurüd. Die Bezüge der beiden Vorstandsdirektoren und des Aufsichtsrates erreichten im Berichtsjahr 151 600 Mart. Von einer Anpassung an die Armut der Nation" spürt man also bei diesem dem Reich nahestehenden Unternehmen nichts. Seit dem Juli ist eine leichte Geschäftsbelebung eingetreten, so daß die Belegschaft um 530 Mann auf insgesamt 4727 Personen erhöht wurde. Neue Arbeit für Schichau Der Beschäftigungsgrad bei den SchichauWerken, deren Betriebe in Königsberg, Elbing und Danzig liegen, hat sich jetzt wesentlich ge= bessert. Aus der Abwradaktion haben die Schichau- Werke drei Dampfer überwiesen beWundertüller Selbstöffner 1875 bis 3150 Neu! 30.Weihnachts- Preisausschreiben AN DIESER fehlt Olympia Olympia 54/ Bln. EUROPA SCHREIBMASCHINEN A.G. Zu kaufen gesucht: SCHREIBMASCHINE Aufgabe: Was für ein unentbehrliches, sonst leicht sichtbares Bedienungsorgan fehlt an der nebenstehend abgebildeten Olympia- Schreibmaschine? Preise: aut cias 1 Olympia Standard Schreibmaschine. 5 Olympia Kleinschreibmaschinen 10,, Mignon" UniversalSchreibmaschinen. 20,, Europa" Stühle m. fed. drehb. Sitz und fed. verstellb. Rückenlehne. Bedingungen: Teilnahmeberechtigt ist jeder Reichsdeutsche mit Ausnahme der Angehörigen der Schreibmaschinenbranche. Die Lösung ist auf eine Postkarte, die mit Namen und Adresse des Absenders versehen sein muß, bis zum 30. 11. 1932, mittags 12 Uhr, an die Propaganda- Abt. der Europa Schreibmaschinen A. G., Erfurt Mainzerhofplatz 13, einzusenden. Das Preisgericht besteht aus den Herren: Justizrat Weigelt, Notar, Erfurt, Dr. Erdelen und Curt Werk, Erfurt. Die Preise werden unter Aufsicht des genannten Notars aus den eingegangenen richtigen Lösungen ausgelost. Die Entscheidung des Preisrichters ist unanfechtbar. Europa Schreibmaschinen A. G., Erfurt. Strümpfe Großdestillation zum weißen Hirsch Vorwärts: 1919-1931, komplt. u. einzeln. Socken! Rote Fahne: 1918-1931 kplt., einzeln bes. 1918. 1919. 1921, 1923 und 1924, sowie alle Direkt ab Fabrik and. Zeitschriften, Parteitags- Protokolle usw. Prisofferte oder Nachweise erbeten an Jahresversand 200 000 Dutzend. L. FRANZ& Co., LEIPZIG C. 1 Preise und Qualitä Hohe- Strake 35. konkurrenzlos! Nur an Wiederverkäufer. Preis! gratis Original- Belema Chemnitz 108 Patentmatratzen Ruhebetten Couchs mit Betema- Federung Postfach 554. Schöne Patent- Drehbett( D.R. 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Ferner hat das Unternehmen noch einige größere Auslands= aufträge für Portugal und Sowjetrußland abzuwideln. Die Arbeitsbeschaffung Kontrollbedürftige Ziffern In einer offenbar von der Regierung inspirierten Mitteilung meldet das Wolfffche Telegraphenbüro, daß der erste Abschnitt des Arbeitsbeschaf= fungsprogramms in Höhe von 135 Millionen, das die Papen- Regierung gleich nach ihrem Amtsantritt entworfen hat, in voller Durchführung begriffen ist. Diese Arbeiten, die insbesondere in Straßen- und Wasserbauten sowie für landwirt. schaftliche Meliorationen bestehen, sollen insgesamt 10 Millionen Arbeitertagewerfe umfaffen. Die Arbeiten an dem zweiten Teil des Beschaffungsprogramms erreichen einen Wert von 207 Millionen Mark und sollen gleichfalls bereits zum Teil im Gange sein. Unter Hinweis auf die Sonderaufträge der Reichsbahn und der Post sowie die Hausreparaturen heißt es sodann, daß diese Beschaffungs. maßnahmen eine zusätzliche Beschäftigung von mehreren hunderttausend Arbeitslosen darstellen. Wenn man sich vergegenwärtigt, mit welchen Mehrbeschäftigungsziffern das Papenfabinett bei Verkündung seines Anfurbelungsprogramms operiert hat, wird man die effettive Neueinstellung von Arbeitern bei der Durchführung dieser Maßnahmen sehr fritisch zu überprüfen haben. FriedrichLeipziger Str.113, Ecke Mauerstr Tauentzienstr.4 a.Wittenbergpl. 143 163.183 Spittelmarkt 15 Goldin kecke straße 74, Umtausch- und Zeichnungsangebot I. Umtausch der am 20. Januar 1933 fälligen 6%( ehemals 7%) Schatzanweisungen des Freistaates Preußen Im Auftrage der Preußischen Finanzverwaltung bieten wir den Besitzern der obigen Schatzanweisungen den Umtausch in neue 6% Preußische Schatzanweisungen rückzahlbar je zur Hälfte des Nennwertes am 20. Januar 1935 mit 100% am 20. Januar 1936 mit 102% an. Bei dem Umtausch werden die neuen Schatzanweisungen zum Kurse von 94% abgegeben, so daß die Umtauschenden unter Berücksichtigung des Rückzahlungsaufgeldes der alten Schatzanweisungen von 2% erhalten. eine Barauszahlung von 8% Zinstermine: 20. Januar und 20. Juli 1. Js. Der erste Zinsschein wird am 20. Juli 1933 fällig. Stückelung: RM. 100,-, 500,-, 1000,-, 10 000,- und 50 000, Zulassung der Schatzanweisungen zum Handel und zur Notiz an den deutschen Hauptbörsenplätzen wird veranlaßt werden. Die Besitzer der neuen Schatzanweisungen haben das Recht, an Stelle der am 20. Januar 1935 fälligen Teilrückzahlung zum Nennbetrage dieser Rückzahlung die Aushändigung neuer 6% Schatzanweisungen, rückzahlbar zum 20. Januar 1936 mit 102% zu fordern. II. Zeichnungsangebot auf neue 6% Preußische Schatzanweisungen Die obigen Schatzanweisungen werden auch im Wege des freihändigen Verkaufs zu den vorgenannten Bedingungen begeben. Der Verkaufskurs ist ebenfalls auf 94% festgesetzt. Der Gegenwert kann sogleich gezahlt werden. Bis spätestens 10. Januar 1933 muß die Volleinzahlung geleistet sein. Auf die Zahlung werden 6% Stückzinsen vom Zahlungstage bis zum 20. Januar 1933 vergütet. Anträge auf Erwerb der neuen Schatzanweisungen sowohl durch Umtausch alter Schatzanweisungen, als auch durch Bareinzahlung, werden bis zum 10. Dezember 1932 von den nachstehend aufgeführten Firmen entgegengenommen: der Preußischen Staatsbank( Seehandlung) " , Berliner Handels- Gesellschaft 99 Commerz- und Privat- Bank Aktiengesellschaft 99 Deutschen Bank und Disconto- Gesellschaft 99 Deutschen Girozentrale Deutsche Kommunalbank Dresdner Bank 99 Herren Mendelssohn& Co. der Reichs- Kredit- Gesellschaft Aktiengesellschaft Die Anträge können auch durch Vermittlung sämtlicher deutscher Banken, Bankiers und Sparkassen bei den vorgenannten Firmen und deren Niederlassungen sowie bei den der Deutschen Girozentrale Deutsche Kommunalbank schlossenen Girozentralen und Landesbanken eingereicht werden. Berlin, im November 1932. Preußische Staatsbank ( Seehandlung) ange40 Kleine Anzeigen wirkungsvoll und billig Überschriftswort 20 Pf., Textwort 10 Pf. Wiederholungsrabatt: 5 mal 5%, 8mal 7%, 12mal 10%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000 Worte 15%, 4000 Worte 20%, 10000 Worte 25%. Annahme durch den Verlag, Lindenstr. 3(% 49-5 Uhr), sämtl. 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NOV. 1932 22| ROMAN von STEFAN POLLATSCH EK\ (Copyright Saturn- Verlag.) „Und wer bürgt Ihnen dafür, daß Sie nicht morgen bereits wieder so denken, wie Sie gestern gedacht haben, daß Sie dann wieder zurückwollen in Ihre Fabrik?" „Ich glaube nicht, daß man einen Weg noch einmal gehen kann, den man als schäd- lich erkannt bat Aber wer bürgt dafür, daß nicht auch Sie morgen ganz anders denken wie heute? Gibt es bei uns Menschen irgend- eine Garantie für Gedanken, Gefühle oder Handlungen? Können nicht auch Sie in der nächsten halben Stunde schon in ein Schicksal verstrickt sein, von dem Sie jetzt noch nichts ahnen?" „Möglich. Herr Weltlin, aber warum sagen Sie mir das alles, warum erzählen Sie mir von Ihrer Wandlung? Glauben Sie nicht, daß diese Geschichte beispielsweise die Re- porter der bürgerlichen Zeitungen weit mehr interessieren würde?" „Ich möchte den armen Menschen gern helfen", sagte Weltlin und seine Stimme klang sehr schmerzhaft. „Ich muß Ihnen sagen, daß wir für eine derartige Hilfsbereitschaft nur ein ganz unter- geordnetes Interesse haben. Sie dürfen uns nicht mit irgendeiner Ihrer bürgerlichen Wohltätigkeitsvereine verwechseln. Mit Mit- leid und Mitempfinden ist uns verflucht wenig gedient. Sie haben sich da in der Adresse geirrt." „Ich wollte Ihnen nur dienen", brachte Weltlin mühsam hervor.„Sie weisen also diese Hilfe zurück?" „Ja. Dachten Sie denn wirklich, daß es ge- nügt, nach einem Leben, wie Sie es geführt haben, ein wenig Mitleid zu empfinden, da- mit wir Sie mit offenen Armen empfangen und Ihnen womöglich Triumphpforten er- richten?" „Ich dachtemur, daß Ihnen jede Hilfe will- kommen ist, gleichgültig von welcher Seite immer sie Ihnen angeboten wird." „Nein, mein Herr, neinl" Der Politiker war aufgestanden und ging mit großen Schritten im Zimmer auf und ab.„Dieses Gefühl, daß Sie nun empfinden und von dessen Beständigkeit ich keineswegs so sehr überzeugt bin, genügt für irgendeine Humani- tätsbestrebung. Wir, mein Herr, wir fordern mehr: Wir fordern den Menschen, den Men- schen ganz und gar, mit Stumpf und Stiel, mit Geist und Körper und mitunter verlangen wir diesen Körper ganz ausgiebig!" „So nehmen Sie ihn, ich weiß nicht mehr viel mit mir zu beginnen", sprach Weltlin leise und bestimmt. „Sehen Sie, Weltlin, auch mit diesem An- erbieten kann ich verflucht wenig beginnen. Gewiß, es ist uns in dieser Zeit jeder will- kommen, der sich uns anschließt. Aber mit dem Opfer ist es nicht getan. Werden Sie, wenn Sie sich opfern wollen, Blutspender, stellen Sie sich als Versuchskaninchen der modernen Medizin zur Verfügung. Auch das ist ein Opfer. Ihr Name wird durch alle Zeitungen gehen, Ihr Bild in der Wochenschau aller Kinos gezeigt werden und zum Schluß bekommen Sie gar noch ein Denk- mal." „Nichts berechtigt Sie zu diesem Hohn, mein Herr." „Wir aber", fuhr der Auf- und Abgehende unerbittlich fort,„wir verlangen mehr, weit, weit mehr. Wir verlangen den Menschen voll und ganz und noch eine Kleinigkeit oben- drein: Wir verlangen den gläubigen Men- schen. Der Mensch, der uns dient, muß uns nicht nur gehören, er muß auch an uns glauben, er muß Fleisch sein von unserem Fleische!" „Ich glaube", sagte Weltlin. „Ach woher! Woher denn! Das scheint Ihnen heute so, jetzt und in diesem Augen- blick. Vielleicht auch noch im nächsten. Aber, mein lieber Herr Weltlin: Sie befinden sich in einem verhängnisvollen Irtum. Sie sind ein Narr! Meinetwegen ein gutgläubiger Narr, darum aber nicht minder ein Narr, jawohl ein Narr! Der Glaube allein genügt nicht. Man muß in diesem Glauben"aufge- wachsen, man muß ihm verfallen sein. Man muß zu ihm gehören, verstehen Sie das wohl: Ein kleiner, hungernder, bloßfüßiger, armer getretener Kuli in China, der nichts ahnt vom Sozialismus und seiner Lehre, der gehört zu uns, ein simpler Schiffer in Hol- land, ein dumpfer Lastträger in Aegypten, ein Messerputzer einer Herberge, die gehören zu uns— Sie nicht! Sie nicht! Und darin liegt Ihr Irrtum. Herr Weltlin!" „Man kann doch auch zu einem Glauben gelangen." „Zu einem Glauben wohl, zu einer Ge- sinnung, die ein Glaube ist, niemals! Woher kann in Ihnen der Abscheu sein vor all dem was heute ist, wie in uns? Das ist nicht denkbar! Wir brauchen Revolutionäre, Sic sind ein Unzufriedener!" „Sie weisen mich also ab?" „Ganz gewiß, Herr Weltlin! Ob Sie mit uns sympathisieren oder nicht, läßt uns gleichgültig. Sie sind einmal Bürger und werden es immer bleiben, Sie wissen es viel- leicht nur nicht! Ich aber weiß es, besser und tiefer als Sie! Gehen Sie wieder in Ihr Haus, in Ihre Fabrik— dorthin gehören Sie— nicht zu uns! Sie find krank, Herr Weltlin, das ist alles und morgen sind Sie wieder gesund!" „Ich fürchte, daß ich krank bleiben muß und nicht mehr gesund werde", sagte Welt- lin und erhob sich. „Warten Sie noch einen Augenblick", hörte Weltlin dann die pathetische Stimme. „Warten Sie noch einen Augenblick. Man muß auch praktisch denken. Vielleicht können Sie uns doch helfen! Sie haben doch einen klangvollen Namen. Den können wir gut brauchen. Es kann sich ganz gut machen, wenn man von dem bekehrten Ausbeuter liest, von dem gewandelten Kapitalisten." „Meinen Namen also wollen Sie und auf den Menschen, der dahinter steht, verzichten Sie? Verzichten Sie, weil er aus dem Bürgertum kommt, statt ein Kuli, Lastträger oder Messerputzer zu sein?" „Ja. Denn dieser Kuli, Lastträger oder Messerputzer, der ist das, was wir sind." „Und ich?" „Sie sind Herr Weltlin und werden es im- mer bleiben." Qerharl Werrmann UloUar/ SSatladen der 3teH Illach siebzehn Jahren... Um ckis l-vsstloböbs gfsbon zis Tag und Nacht. Kriegstote werden gesammelt und sorgsam in Gräber gebracht. An tausend Arbeiter schuften, ein schaufelndes Heer; Aber die Toten sind vierhunderttausend oder noch mehr. Früh stehn die Arbeiter auf und gehn mit geschulterten Spaten Die braunen Feldwege hin neben zartgrünen Wintersaaten. Sie nicken dem Bauern zu, des Pflugschar die Scholle bricht, Auftuend die Erde dem Frost und letztem, herbstlichem Licht. � Aber dann stehn sie auf Feldern, die gliedert kein Furchenzug. Löcher riß auf und Hügel warf hoch ein anderer Pflug... Der Stich ihrer Spaten zerschneidet kein keimendes Korn. Gasig schwelt es herauf, Skelett an Skelett liegt verworrn: Vierhunderttausend, und liegen seit Fünfzehn hier, Wangen und Augen und Herzen zerfraß Gelier; Durch der Monturen Gemürb, durch der Rippen Gittergequer Fielen die schimmernden Knöpfe nach innen und schimmern nicht mehr. Aber die Arbeiter graben... und neulich fanden sie acht, Mitsammen geschlagen vom Tode im ausbetonierten Schacht, Noch jeder die Handgranate in seiner vermoderten Hand, Noch jeder die knöchernen Finger um Stiel und Abzug gespannt— So traf sie der Tod, so findet der Mann sie noch, Der hinab zu ihnen ins Grauen des Bunkers kroch. Acht Handgranaten warten noch immer auf Funken und Blut, Aus sechzehn Augenhöhlen starrt dunkel die alte Wut, Sie starben vor siebzehn Tahren und wissen es nicht, Daß siebzehnmal wechselten Saat und Ernte und tausendmal Nacht und Licht, Daß der Mann hier im Bunker schuftet um Tagelohn Und nicht mehr um Leben und Sieg der Nation— Und wie er dem ersten entzieht die Granate mit sanftestem Druck, Tut doch der skelettne Finger des Toten am Abzug den winzigen Ruck, Zündet der Funke im Pulver...! Tobt hoch der Tod... und schlingt... Springt--- I— Speiht acht weiße Gerippe johlend auf in die Luft— Wühlt des Lebendigen blutenden Leib in die Gruft... Wirft den Vierhunderttausend den einen. Letzten noch zu, Geht zwischen Moder und Mord gesättigt zur Ruh... — Um die Lorettohöhe graben sie Tag und Nacht. Aber sie haben einem ein eigenes Grab gemacht: Zum Gedenken dem Tod, der noch immer im Graben saß, Zum Gedenken dem Krieg, der einen noch fand und fraß— Nach siebzehn Jahren... 2. Beklommenen Herzens schritt Weltlin die Stufen hinab. So war also sein Plan zunichte geworden. Man kehrte sich ab. wollte nichts wissen von ihm. Selbst das Angebot seiner' Hilfe war zurückgewiesen worden. Was nun beginnen? So war er wieder auf der Straße und stand vor dem Tor, unschlüssig in wel- cher Richtung er seine Schritte lenken sollte. Nur das eine wußte er: Möglichst weit fort von Fabrik und Wohnung! Er empfand ein fast ans Schmerzhafte grenzendes Bedürfnis, mit einem Menschen zu sprechen. Susi? Erna? Albert? Es war nicht das Richtige! Nur zwei Menschen wußte er, mit denen er jetzt gerne gesprochen hätte, mit Krüger und Starka, aber beide waren tot. Er grübelte. Warum war ihm gerade Krüger in den Sinn gekom- men? War es das ähnliche Schicksal, das der Mann hatte erleiden müssen, war es um der Beziehungen willen, die den Toten mit Erna verknüpften? Er wußte es nicht. Aber bei Starka wußte er es: Er fehlte ihm! Ach wie wohl täte es, schritte der Mann jetzt hier an seiner Seite, ein wenig benommen und mit torkelndem Schritt. Wie glücklich, wie un- endlich glücklich wäre er, könnte er die Hand des nun Toten in der seinen halten, wünsch- los würde er neben ihm dahinwandern, stunden- und stundenlang. Aber Starka war tot. Warum? Weshalb? Wem zu Nutzen wurde dieser Mann getötet? Was ist besser geworden seit seinem Tod? Ach, nichts ist besser geworden, nichts hat sich geändert, nutzlos und sinnlos ist dieser Tote ein Opfer geworden, nur mir fehlte er so unsäglich. (Fortsetzung folgt.) Grigory Ofcheroff: 7) fr Undankbare Es war früh am Morgen. Der weite Strand lag wie eine gehämmerte Messingplatte. In den Grübchen der Fußspuren duckten sich noch Schatten. Der Strand war noch menschenleer; nur zwei alte Fischer flickten braune Netze. Ich lag und schaute auf dos etwas schräg stehende Meer, das wie eine blaue Sichel zu meinen Füßen lag, mit der Schneide mir zugc- wandt. Die Sonne flammte. Das Meer lag reg- los— metallen. Ich war wunschlos, durchflutet von der ewigen Neuheit des Seins. Plötzlich bemerkte ich, wie weit draußen auf dem Meere etwas hüpfte. Ein Fisch, darbte ich. Das Etwas schnellte aber immer wieder aus der- selben Stelle empor Merkwürdia. Ich wurde neugierig, ich wollte ergründen, was es war, und schwamm hinaus. Als ich mich endlich, vorsichtig, dem hüpfenden Etwas näherte, erkannte ich einen kleinen grauen Vogel Er machte Versuche, sich von der Wasser- fläche aufzuheben, aber weil er matt oder weil er ganz naß war, konnte er es nicht. Als er meiner gewahr wurde, wurden feine Anstrengun- gen verzweifelter. Ich ergriff ihn schnell und schwamm zurück, aus dem Rücken, mit dem Vogel in der erhobenen linken Hand. Nach einiger Zeit blickte ich mich um— und sah den Strand weit, weit weg, als dünnen, kaum erkennbaren gelben Faden... Ich erschrak.„Ich kann den Strand nur er- reichen, wenn ich den Vogel seinem Schicksal über- laste. Ich muß mich selber retten. Alles andere wäre Leichtsinn! Wahnsinn!" Aber als ich mich mit den letzten Kräften an den Strand klammerte, hielt ich doch noch den Vogel in der verkrampften Hand. Nach einer Weile beschaute ich den Vogel. Er lag auf dem Rücken, die roten Stelzchen zitternd in die Luft gestreckt Ich fühlte sein kleines Herz- chcn pochen. Ich legte ihn unter meinen Stroh- Hut mit einem Stein darüber und überdachte das Geschehene.„Und doch habe ich ihn gerettet! Er wird mir dankbar sein.." Der Vogel sing an, im Hut herumzuflattern. Ich nahm ihn heraus, um den verdienten Lohn einzu- kassieren. Ein violetter Blick des Hasses— und er entglitt meinen Händen, schoß in die Höhe, zur Sonne, steudig pfeifend, und entschwand in den Bergen. Der kmWeis-kmpTöngerw'f r»/e? Schirmgitter-Röhren. Beleuchtete Skala mit Nomen derGroß-Sen- der. Mit-Selektionswahler und eingebautem dynamischen Laut- spricher. Preise: RM.112.- für die Kombinotion. 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Selbst der bekannte Astronom Halley glaubte an ein hohles Erdinnere, in dem ein massiver Innenplanet freist. Dieser Gedanke griff meiter um sich, und im Jahre 1818 forderte der ameritanische Rapitän Symmes die die Forscher Allegander v. Humboldt und Sir HumphryDavy mehrmals öffentlich auf, eine Entdeckungsreise in jene Unterwelt zu wagen, zu der sich der Eingang am 82. Breitengrad befindet. Aber Humboldt glaubte nicht daran.. Bir auch nicht! Unsere Kenntnisse vom Erdinnern find zwar auch nur hypothetischer Natur, aber sie beruhen auf physikalischen Grundlagen. Unsere geophysikalischen Meßinstrumente verraten uns ebenso viel wie das Höhrrohr dem Arzt. Widerspruchsvoll mutet es zwar an, daß wir mit jebem Jahr weiter in den Luftraum vordringen, aber faum einen Schritt tiefer in die Erdrinde. Denn was bedeuten die drei Kilometer des tiefsten Bohrloches bei einer Entfernung von 6380 Rilometer, die uns vom Erdmittel. puntt trennen? Aber leider scheint auch die Hoffnung, wesentlich größere Tiefen zu erreichen, äußerst gering, und es ist denkbar, daß das erste Raumschiff zum Mond starten wird, bevor wir den Erdball 100 Kilometer tief eingerigt haben. Im Jahre 1904 hatte ein englischer Ingenieur 100 Metern um rund drei Grad Celsius zunimmt, wir wissen aber nicht, ob das in größeren Tiefen immer so weitergeht. Dies wird allgemein be= zweifelt, denn man glaubt, daß diese zunehmende Erwärmung in den oberen Schichten vor allem auf radioaktive Kraftquellen zurückzuführen ist und weniger auf den Kessel im Inneren. Die Schäzungen der inneren Temperatur bewegen sich heute zwischen 2000 und 8000 Grad. Aber selbst bei dieser Hize müßten doch die Metalle schmelzen. Was hindert sie daran? Die einfache Tatsache, daß mit jedem Meter in die Tiefe Drud und Dichte des Materials zunehmen. Bereits in einer Tiefe von 60 Kilometer üben die Erdmassen einen Drud von 20 000 Atmosphären aus, eine Million wird in der Zwischenschicht erreicht und drei Millionen im Erdmittelpunkt. Aus Laboratoriumsversuchen wissen wir nun, daß sich Stoffe unter einem bestimmten Drud schwerer in einen anderen Aggregatzustand überführen lassen. Es ist also denkbar, daß Metalle unter dem im Erdinnern herrschenden Drud trop hoher Temperatur im festen Zustand verbleiben. Experimentell tönnen mir freilich die Berhältnisse im tiefsten Schoße unseres Planeten nicht nachahmen, denn mehr als einen Drud von zirfa 20 000 Atmosphären bei einer Temperatur Don 1000 bis 2000 Grad ließ sich noch nicht her= stellen. Wir wissen also nur, daß Druck und Hitze um die Herrschaft ringen. Wer Sieger ist, können wir erst mit absoluter Sicherheit entscheiden, wenn wir im Laboratorium eine der Wirklichkeit nahetommende Situation schaffen können. Heute bleibt uns nur die Hypothese, die besagt, daß die Materie um den Erdmittelpunkt nach dem Dichtegesez fünfbis neunmal so widerstandsfähig als der härteste Stahl sein muß. Aber woraus sie besteht, ob fest oder elastisch, weiß heute niemand. Werden wir einmal mehr wissen? Vielleicht durch Laboratoriumsversuche. Sollte es denn aber dem Menschen niemals gelingen, in die Nacht des Erdinnern hinabzusteigen? An den Grenzen der Vorstellung. Jules Verne baute in Gedanken einen Schacht mitten durch den Leib der Erde, aber was er da erzählte, war reine Phantasie, ohne die wirklichen Verhältnisse, wie wir sie heute vers muten, zu berücksichtigen. Welche tatsächlichen Schwierigkeiten würden sich diesem Projekt entgegenstellen? Zunächst die glühende Temperatur, ferner der mit der Tiefe zunehmende Luftdrud. Wir haben im Erdinnern die umgekehrten Verhältnisse wie in der Stratosphäre. Eine Fahrstuhlkabine aus Stahl würde entweder schmelzen oder vom Luftdruck zerquetscht werden. Wie sollten wir uns außerdem durch ein Material bohren, daß fünfmal so hart wie Stahl oder Beton ist! Doch wenn der menschliche Geift eines späteren Zeitalters auch dieser Hindernisse Herr werden sollte, bleibt noch eine Tatsache bestehen, die auch die genialste Maschine nicht aus der Welt schaffen fann, nämlich die mit der Tiefe ab= nehmende Schwerkraft. In dem projektierten Schacht würden unsere Werkzeuge nicht mehr greifen und unsere Füße nicht mehr fest stehen können. Mit jedem Kilometer würde unser Körper leichter werden, um im Mittelpunkt fein Gramm mehr zu wiegen. Mehr wissen wir nicht über die physikalischen Verhältnisse im innersten Gehäuse unseres Planeten. Wir verbringen unser Dasein auf seiner Schale, eingespannt zwischen Kräfte und Gesetze, die wir gerade erst zu studieren beginnen. Dummheilen von früher Der Herausgeber eines topographischen Werkes vom Metternichschen Wien erfreute sich laut Juniheft der Halleschen Literaturzeitung aus dem Jahre 1822 des folgenden einprägsamen Titels: Magistratischer Konstriptions- und KundschaftsCorroborierungs- Amts- Kommissar! Soweit sich heute des dunklen Wortes Sinn noch enträtseln läßt, dürfte der Herr von Amts wegen etwas mit der Hebung des Warenumsages zu tun gehabt haben, denn corróboro heißt: stärten, M. M. fräftigen. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks Berlin Parsons den Plan eines nur 18 Kilometer Sonntag, 20. November tiefen Schachtes der Deffentlichkeit vorgelegt. Aber die Berechnung ergab: 85 Jahre Bauzeit und 100 Millionen Mark Kosten. Auf solche Experimente müssen wir leider verzichten, vor allem, weil sich neben den technischen noch andere, nicht zu überwindende Schwierigkeiten ergeben würden. Die Erde gibt ihre Geheimnisse nicht preis und überläßt es uns, sie zu erraten. Der ertaltete ochofen. Als die Erde einst als feurig- flüffiger Blutball um das Muttergestirn freiste, wirbelten in ihr die Stoffe wie in einem Kessel durcheinander, ohne Form und Struktur. Langsam begann die Masse abzufühlen, und jetzt fand ein Prozeß statt, den mir ähnlich bei jedem Hochofen beobachten können. Die Elemente scheiden sich. Aus dem geschmolzenen Erz bilden sich beim Erkalten drei Schichten: das. Eisen, der Stein und die Schlacke. Nach diesem Prinzip mögen die drei Hauptschichten unserer Erdkugel entstanden sein: der Eisen- Nickeltern, eine Zwischenschicht aus Dryden und Sulfiden und der Mantel aus Schlade, auf dem die Menschen ihre Weltgeschichte machen. Auf dieser äußeren Magmaschicht, die auf 1200 bis 1500 Kilometer geschätzt wird und die den Untergrund aller Meere bildet, schwimmen die Kontinente wie Schaumfloden auf einer zähflüssigen Suppe. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 11: Für die Kinder. 11.30: Aus Leipzig: Bach- Kantate. 12.30: Gedächtnisfeier für die Toten des Weltkrieges. 14.30: 13.30: Die deutsche Innerlichkeit. Orgelmusik von Bach. 15: Aus Hamburg: Paula BeckerModersohn. Chronik ihres Lebens und ihrer Kunst anläßlich ihres 25. Todestages. 15.45: Orchesterkonzert. 17.15: Schallplattenkonzert. 17.30; Hörbericht von einem alten Berliner Friedhof. 18: Scheiden und Meiden. Volkslieder. 18.30: Moderne Seelsorge. 19: Die Toten des Jahres. 19.45: An die Hoffnung. Gesang für eine Altstimme mit Orchesterbegleitung. 20: Requiem. 21.05: Der Oesterreicher Dr. Emil Mika und der Norweger Dr. Arvig Brodersen unterhalten sich über die Aufgabe Deutschlands als Wegbereiter der jungen europäischen Generation. 21.25: Vermächtnis. 22: Wetter-, Tagesund Sportnachrichetn. Montag, 21. November 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Breslau: Frühkonzert. 12.30: Wettermel11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. dungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Tendenzbericht der Berliner Börse. 15: Landwirtschaftsbörse. 15.20: Mein Junge ist ein Flegel! 15.35: Klassische Klaviermusik. 16.15: Der Friedhof- ein Abbild unseres Lebens. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Sanierungen in der Wirtschaft. 17.45: Jugendstunde. 18.05: Hubert Mumelter liest eigene Dichtungen. 18.30: Dürfen wir Ihnen raten? 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Chorgesänge. 19.30: Unterhaltungsmusik. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamts. 20: Von der Deutschen Welle: Hausmusik. 21.15: Wir erinnern an: Adolf Stoecker. 21.30: Heiteres Bauerntreffen. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Die Vorstellung, die wir über Material und Tiefe der verschiedenen Schichten besigen, ver danken wir dem bekannten Göttinger Geophysiker Dienstag, 22. November Wiechert, der als erster den Weg zu dem Geheimnis gewiesen hat. Mittels des„ Seismometers" wird die Fortpflanzung der Erdbebenwellen ge= messen, und immer wieder wurde an den verschiedensten Punkten der Erde festgestellt, daß diese Erschütterungswellen in einer Tiefe von etwa 1500 Kilometer eine grundlegende Aenderung erfahren, aus der man schloß, daß die Zusammensegung hier einen anderen Charakter tragen muß als oberhalb der Grenze. Das Material muß dichter und gegen Wellen widerstandsfähiger sein. In einer Tiefe von 2900 Kilometer stoßen die Wellen auf eine noch stärkere Hemmung, was eine noch härtere Struktur vermuten läßt. Es ist Mittwoch, 23. November die Wand des sagenhaften Erdkerns. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40: Wettermeldungen und Viertelstunde für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Tendenzbericht der Berliner Börse. 15.20: Höflichkeit kostet nichts und macht Vergnügen. 15.35: Hausmusik. 16.15: Was ist Krankheit? 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Auf Entdeckungsfahrten am Sternhimmel. 17.45: Die junge Generation. 18.05: Hausmusik 18.30: Bücherstunde. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Hausmusik. 20: Die vereinigten katholischen Kirchenchöre Groß- Berlins: Klassische Motetten. 20.30: Aus Stuttgart: Baden. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15; Aus Stuttgart: Nachtmusik. Fest oder flüssig? Erst in allerletzter Zeit hat man sich in der Be= antwortung dieser Frage geeinigt. Noch vor furzem war die dem gefunden Menschenverstand naheliegende Erklärung gültig: bei der hohen Temperatur, die im Erdinnern herrscht, müssen fich die Stoffe im flüssigen oder gasförmiger Zustand befinden. Aber die Phyfit zeigte, daß auch der gesunde Menschenverstand irren fann. Wir wissen zwar, daß die Temperatur der Erdtruste, so meit mir messen können, mit je 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Tendenzbericht • der Berliner Börse. 15.20: Talent, Tugend oder Täuschung? 15.35: Löns- Lieder zur Laute. 15.50: Auf zwei Klavieren. 16.15: Besuch bei dem Bildhauer Hans Perathoner. 16.30: Aus Flensburg: Nationen im Spiegel des älteren Tanzes. 17.30: Müssen uns die Bilder an unseren Wänden schließlich langweilig werden? 17.45: Für die Jugend: Tulls Meistersprung. 18.30: Lieder. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Gelebtes Leben. 19.35: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19.40: Unterhaltungsmusik. 20.40: Wir stellen vor... 20.55: Arbeitsschule für Hörspieler. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Orchesterkonzert. Donnerstag, 24. November von ( Zur 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Chemnitz: Frühkonzert. 12.35: Wetter11.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. meldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Tendenzbericht der Berliner Börse. 15.20: Bemit Buschreitern. 15.35: Klaviermusik gegnung 16.50: Spinoza. Chopin. 16: Japanische Lieder. Wiederkehr des 300. Geburtstages.) 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Warum eigentlich Angst vor dem Krankenhaus? 17.50; Für die Kinder. 18.10: Emma Waldenburg liest eigene Arbeiten. 18.30: Schallplattenstunde. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Hörbericht aus einem Gelehrtenheim. 19.35: Manfred Sturmann liest eigene Dichtungen. 20: Teilübertragung aus dem Großen Schauspielhaus: ,, Der Studentenprinz". Singspiel. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten..Danach: Tanzmusik. Freitag, 25. November land. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Charakter und Schicksal. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtdes Landwirts. 19.25: losen Dienstes. 19: Stunde Viertelstunde Funktechnik. 19.40: Zeitdienst. 20: Deutsche 20: UeberHausmusik. Deutschlandsender: tragung aus Berlin. 21.30: Aus Stuttgart: Verliebt, werlobt, verheiratet. Schwäbische Volksliederstunde. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin, Dienstag, 22. November 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Wandlungen der deutschen Sprache im letzten Menschenalter. 18.30: 18: Der Laie vor dem Mikrophon. Hausmusik. Die Ueberwindung der Krise und der Arbeitsmarkt. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Einheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 19.30: Zeitdienst. Deutschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 20.30: Unterhaltungskonzert. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. 23: Aus Frankfurt a. M.: Nachtmusik. Mittwoch, 23. November 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Konzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Tendenzbericht der Berliner Börse. 15.20: Modern sein ohne viel Geld. 15.35: Beethoven. 16.15: Man kann auch Verantwortung lernen. 16.30: 17.30: Aus Leipzig: Sinfoniekonzert. Das 17.40: Jugendstunde. 18.05: vergessene Buch. Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.10: Das neue Buch. 18.20: Finnische Lieder. 18.40: Der Sinn des Skisports. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... schaft. 19: Stimme zum Dienstes. 20: Aus Washington: Tag. 19.10: Schallplattenstunde. Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Konzert der Berliner Liedertafel. 21: Zeitfunk. 21.15: Sinfoniekonzert. 22.35: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Sonnabend, 26. November 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Königsberg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Tendenzbericht der Berliner Börse. 15.20: Jugendstunde. 15.40: Bunte Stunde. 16.10: Was hat der Mann im Haushalt zu tun? 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.50; Ernst Lissauer liest eigene Dichtungen. 18.10: Rechtsfragen des Tages. 18.25: Carl Maria von Weber. Konzert. 18.55: Die Funkstunde tellt mit... 19: Die Berufsspielerfrage im deutschen Fußballsport. 19.10: Ketzerei am Wochenende. 19.25: Robert Schumann. Konzert. 19.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 20: Aus Königsberg: Abend der Komiker. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. 23.30: Aus der Staatsoper Unter den Linden: Wohltätigkeitsveranstaltung. Königswusterhausen Sonntag, 20, November 11.30: 12.30: 6.15: Aus Berlin: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. 11: Karl Nils Nicolaus liest ,, Die Macht des Toten". Aus Leipzig: Bach- Kantate. 12: Dichterstunde. Uebertragung aus Berlin. 14: Eine Reise zu den Kriegergräbern der Ostfront. 14.30: Uebertragung aus, Berlin. Chronik 15: Aus Hamburg: Paula Becker- Modersohn. ihres Lebens und ihrer Kunst anläßlich ihres 25. Todestages. Ab 15.45: Uebertragung aus Berlin. 17.30: Ritter Gluck von E. T. A. Hoffmann. 18.30: Der TodesEin Spiel gedanke bei Novalis. 19: Der Toten Tanz. nach mittelalterlichen Texten. Deutschlandsender: 19.50: Not und Hilfe im Frankenwalde. 20.10: Aus Köln: 22.10: Wetter-, TagesMissa solemnis von Beethoven. Anschließend: Uebertragung aus und Sportnachrichten. Berlin. Montag, 21. November 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Deutsche Kulturpolitik im Aus16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Querschnitt durch Zeitschriften. 18: Unbekannte Romantiker. Konzert. 18.30: Stunde des Beamten. 18.55: Wetterbericht für die LandwirtAnschließend: Kurzbericht des Drahtlosen 19: Englischer Sprachunterricht. 20.40; Ist's eine gute oder schlechte Zeit für die Dichter? Deutschlandsender: 19.40: Unterhaltungsmusik. 21.15: Aus London: Konzert. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend: Aus London: Tanzmusik. Donnerstag, 24. November 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Myriaden Seelchen. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Anschließend: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.25: Wegweiser durch die Zeit. 19.40: Zeitdienst. Deutschlandsender: 20: Aus Köln: Operettenmusik. 22.15: 21.45: Aus Budapest: Zigeunermusik. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Budapest: Zigeunermusik. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22,30: Aus Budapest: Fortsetzung der Zigeunermusik. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend: Aus Hamburg: Deutscher Tanz von 1900 bis 1932. Freitag, 25. November 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Weltanfang und Weltende in den Religionen der Völker. 18: Die Stundung von Reichssteuern. 18.30: Puppentheater. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Was sagt uns der Prinz von Homburg? 19.20: Stunde der Arbeit. 19.45: Zeitdienst. Deutschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 21.10: Aus Breslau: Eichendorff. Zum 75. Todestage. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Danach: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 26. November 16: Charakter und Schicksal. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Freude kommt vom Tier gebt ihm Freude. 18.05: Musikalische Wochenschau. 18.30: Deutsch für Deutsche. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Französischer Sprachunterricht. 19.40: Kirche und Recht. Deutschlandsender: 20: Aus Frankfurt a. M.:..Robert der Teufel", Oper von Meyerbeer. 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. T Die TELEFUNKEN- PLATTEN der Woche: • A 1219. Kleine Yvonne. Engl. Waltz Ein Tag ohne dich... Tango.( Adalbert Lutter mit Tanz- Orchester und Refraingesang)... RM 2, B 119. Und es blitzten die Sterne Wie sich die Bilder gleichen aus: Tosca. Tenor: J. Schmidt. Mitgl. d. Orchesters d. Städtischen Oper, Berlin. Dir.: S. Meyrowitz RM 2,