Abend- Ausgabe Nr. 556 B 270 49. Jahrg. Redaktton und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Semlpiedjn-. 37 Ami DSnhots 262 bl» 267 Selegtammobteff«, Sojwritmokal B«rlw BERLINER VOLKS BLATT FREITAG 25. November 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Zsntealovgan der«Sozialdemokeattiche« Partei Deutichtands Der Reichstag einberufen Termin: 6. Dezember— Heute Hitler bei Kaas! .Deutsches Trauerspiel"? Nein, nationalistische Schmierenkomödie! Die politischen Vorgänge, die sich in der letzten Woche zum Staunen des Inlands und zum Gaudium des Auslands in Berlin ab- gespielt haben, sind von Anfang bis zu Ende eine innere Angelegenheit der sogenannten „n ationalen Rechte n". Nicht ein einziger„Marrist" war an ihnen beteiligt, viel- mehr waren die Kreise, die Wert darauf legen, sich selbst bei jeder Gelegenheit als „deutsche Männer" oder„nationale Kräfte" zu bezeichnen, ganz unter sich. Darum wollen wir lieber auf ein eigenes Urteil verzichten und die„nationale Presse" selbst sprechen lassen. Die„Deutsche Zeitung" nennt den oer- öffentlichten Notenwechsel„das Weißbuch eines deutschen Trauerspiels". In ihm offenbare sich„ein Zustand voll- endeter Verwirrun g". Das streng nationale Blatt spottet dann über„haar- spalterische advokatorische Erörterungen", um fortzufahren: - Man muß in der Tat— zwischen all den s6;önen und hochklingenden Worten dieser slaats- aktion— die Frage aufwerfen, ob denn wirklich niemand mehr für die Führung dieses Reiches verantwortlich ist, wenn wir in so ernster Slundc ein solches Schau- spiel der Führerlosigkeil über uns ergehen lassen mußlen. So urteilt ein hervorragend„nationales" Blatt über die g e i st i g e n Fähigkeiten der führenden„deutschen Männer". Und nun höre man, was ein ebenso„nationales Blatt" über die sittlichen Qualitäten dieser„deutschen Männer" sagt: Wenn man aus der Nähe dieses ganze wider- liche Gewebe von Intrigen, das täglich aufs neue gesponnen wird, ansehen muß, kann einem von soviel Riederlrachl und ver- antwortuncslosigkeil gegenüber dem Volk und Vaterland geradezu übel werden. So also sieht es aus, wenn die„deutschen Männer", die„nationalen Kräfte" ganz imter sich sind. Zwischen den„Nationalen" Hstlers und den Nationalen H u g e n- bergs tobt das schmutzigste Parteigezänk: einer gibt dem andern schuld, und beide haben recht. Auch dies ist eines der glorreichen Ergeb- nisse der„nationalen" Regierung Papen! Liest man aber nach alledem, daß ernsthaft der Plan erwogen wird, Herrn Franz von Papen, als ob nichts geschehen wäre, wieder in sein Amt einzusetzen, dann faßt man sich an den Kops! Die Ratgeber des Reichspräsidenten haben zur Not begriffen, daß man einer Partei, deren Führer eben jetzt wegen Spreng st offverbrechen serienweise abgeurteilt werden, die Allein- macht in Deutschland nicht anvertrauen darf. Wollten sie aber daraus die Schlußfolgerung ziehen, daß nunmehr em Regierungskurs fortgesetzt werden muß, gegen den sich neun Zehntel des Volkes im geistigen Aufstand befinden, so müßten sie von den Göttern mit Blindheit geschlagen sein. Der ganze„nationale" Kurs ist eine ein- zige ungeheure Pleite. Es ist Zeit, vor dem. was die„Deutsche Zeitung" als„deut- sches Trauerspiel" empfindet, was aber den meisten Zuschauern eher als eine traurige Komödie erscheint, den eisernen Vorhang herabzulassen. Fünfländerkonferenz Vorerst kehrt Neurath nach Berlin zurück Als Ergebnis der Besprechungen, die Außen- minister von Neurath aus Anlaß der Ratstagung in Gens mit Sir John Simon. Norman Davis, henderston. Aloisi und schließlich auch mit Vaul Boncour gehabt hat. gilt das Zustandekommen einer Fünsmächtckonserenz über die Gleichberechtigungssroge als gesichert. Vorerst wird Herr von Neurath nach Berlin zurückkehren. Das Reichstagsbüro teilt mit, daß Präsident G ö r i n g den R e i ch s t a g auf Dienstag. den ö. Dezember, nachmittags Z Uhr. einberufen hat. Koos unterhandelt „Nationale Konzentration" spukt weiter Die Besprechungen des Zentrums- führers kaas mit den parteisührern. die für die Bildung einer„nationalen Konzentration" in Frage kommen, sind seit 1l Uhr vormittags in vollem Gange. Kaas wird Besprechungen führen mit h i t l e r, den Abgeordneten hugenberg und D i n g e l d e y und dem Bayerischen Volksparteiler S ch ä f f e r. Um 5 Uhr nachmittags beabsichtigt Kaas den Reichspräsidenten über den verlaus seiner Besprechungen zu informieren. kaas will vor allem den Versuch machen, den Grad der Geneigtheit der einzelnen Parteien zur Tolerierung eines präsidialkobinelts und die W ü n s ch e, die an ein derartiges Entgegenkommen geknüpft werden, festzustellen. Enttäuschung rechts! Noch gibt die Rechtspresse die Hoffnung nicht auf, daß es heute oder morgen doch zu einer Verständigung H i n d e n b u r g s mit der nationalsozialistischen Bewegung kommt. So schreibt die industrielle„Deutsche Allgemeine Zeitung" unter dein Titel„Dennoch": „Auch heute noch weigern wir uns, an die völlige Hoffnungslosigkeit einer Einigung im nationalen Lager zu glauben. Eine der schwärzesten Stunden der an er- hebenden Ereignissen wirklich nicht reichen Nach- kriegsgeschichte würde sonst gekommen sein. Keine Regierung kann auf Bajonet- t e n sitzen, kein Staat die freudige Mitarbeit der Bevölkerung entbehren. Es ist bestimmt noch nicht Hindenburgs Wille, daß sich die drei großen radikalisierten Massen- beweg ii ngen der Nation in geschlossenem Ansturm gegen den Staat stellen. Die erste Phase AbgerutsebU Rapide nähert sich Adolf dem Gipfel der Macht! der Verhandlungen über die Regierungskrise ist vorbei. Sie darf nicht das letzte Wort bedeuten." Die. wenn möglich noch mehr hitlerfrcundliche ..Börscnzeitung" des Generals Stülp nagel weint über das„trübe End e" der Verhandlungen, hofft aber doch, daß„nicht all« Möglich- ketten zur Heranführung der nationalen Be- wegung an die Staatsmacht erschöpft" seien Vor allem hätten die„nationalen" Führer Hugen- bcrg und Hitler sich vorher verständigen müssen... Die„Börsenzestung" betont ausdrücklich, daß die „nationale Wählerschaft" mit 44 Proz. nur eine Minderheit darstelle, trotzdem aber will sie für diese Minderheit alle staatliche Macht! In ähnlichem Sinne äußern sich andere Rechts- blätter, während die Hugenberg-Presse hinsichtlich der Zukunft wieder einmal in verdächtiger Weise schweigt und sich heute weder für die „nationale Konzentration" noch für Herrn Papen als den kommenden Mann einsetzt. Diese Haltung läßt die Schlußfolgerung zu, daß im deutsch- nationalen Lager mit der Wiederkehr Popens gerechnet wird, falls auch die von dem Zentrumsführer Kaas eingeleiteten und noch heute abzuschließenden Besprechungen zu keinem Ergebnis sühren sollten. Immerhin ist die Meinung zugunsten Papens auf der Rechten keineswegs einheitlich. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" wendet sich gegen ein« neue Kandidatur Popens, spricht von einem Bärendienst, den man dem gegenwärtigen gefchäftssührenden Reichskanzler mit seiner Wieder- betrauung leiste, und meint schließlich, daß„seine wirklichen Freunde ihm raten müßten, einem etwa neu an ihn ergehenden Ruf des Reichs- Präsidenten nicht Folge zu leisten". London, 25. November. Die chinesische Sesandlschafl verössentlicht eine Drohtmeldung aus Nanking, wonach japanische Truppen östlich von Wukden 2700 Bauern einschließlich Frauen und Sindern wegen angeblicher Unterstühung der chinesischen Freischärler mit Maschinengewehrfeuer niedergeschossen und drei Dörfer dem Erdboden gleichgemacht hätten. Nur tZ0 Personen seien mit dem Leben davongekommen. Nach dem Bericht eines Flüchtlings hätten die Japaner die Lauern ausgesordert, sich aus freiem Felde zu versammeln, um eine Untersuchung wegen angeblicher heimlicher Zusammenarbeit mit den Freischärlern unterzogen zu werden. Statt einer Untersuchung hätten sie die Bauern besohlen, niederzuknien, und dann das Maschinengewehrseuer erössnet. Die Leichen und Häuser seien verbrannt und die Ernte koreanischen Siedlern zur Verfügung gestellt worden. Die vorstehende Meldung klingt so grauenhaft und so sehr nach Kriegskreuel-Propaganda, daß wir sie zunächst nur mit dem Vorbehalt ihrer Bestätigung wiedergeben Immerhin hat der jjapanische Vertreter in Genf hervorgehoben, daß die Denkweise seiner Landsleute eine ganz andere sei als die europäische. Drahtlose Freundlichkeit Die neue Linie der Sowjetpolitik gegenüber Japan Hält natürlich auch der Sowjetfunk ein. Am gestrigen Donnerstagabend sandte Moskau eine politische Umschau über die Asienpolitik der Sowjetunion. Der Sowjetsprecher äußerte sich überraschend freundschaftlich über die Bc- Ziehungen zu Japan. Das altgewohnte Wort vom japanischen Imperialismus kam über- Haupt nicht mehr vor. In dieser Sendung wurde auch mitgeteilt daß die Sowjctregierung einen neuen 5zandelsoertreter für Tokio, und zwar Katschetow, ernannt habe. Man Hab« die ernste Wsicht, so sagte der Angesichts der möglichen Wiedcrbetrauung Papens wendet sich die„Germania" heute scharf gegen das Regime„der grundsätzlich neuen Staats- führung".„Es gibt k e i n Z u r ü ck schreibt das Blatt. Trotz aller Schwierigkeiten, die nun in verschärftem Maße beständen, müsse eine Re- gierung kommen, die anders und besser als die bisherige im Volke verwurzelt sei und wenigstens eine Aussicht habe, sein Vertrauen zu erwerben. Die„neue Staats- führung" habe wegen der von ihr begangenen sachlichen und psychologischen Fehler schließlich eine geschlossene Feindschaft des ganzen Volkes gegen sich gehabt, die irgend- wie und irgendwann zur Katastrophe führen müsse. Ganz ähnlich äußert sich das führende Zcn- trumsdlatt vom Rhein, die„Köln. Volksztg.", die zum Schluß bemerkt:„Wäre Hitler wirk- l i ch d e r F ü h r e r, als der er ausgegeben wird, dann hätte er auch mit den ihm auferlegten Vor- aussetzungen kraftvoll und mutig die VerHand- lungen mit den übrigen Parteien aufnehmen müssen, um eine Situation zu schaffen, die einen klaren Durchblick durch die Dinge ermöglicht und ihn vor jedem Verdacht bewahrt hätte, daß er sich nicht in eine Front einordnen will, in der er Glied und nicht Parteidiktator wäre." Sowjetsprecher, die Handelsbeziehungen zu Japan auszuge st ölten und auch diesen Zweig der Verbindungen mit Japan auf eine freundschaft- liche Basis zu stellen. Katschetow kenne den japa- nischen Markt und die Sowjetaufnahmefähigkeit für japanische Waren. Auch über die Fischereifrage in der Rußland bis jetzt einen sehr bestimmten Standpunkt gegenüber Japan einnahm, wurde sehr entgegenkommend gesprochen: man sei ein- verstanden, die Fischereifrage zu revidieren und zum Besten beider Länder auf neue Basis zu stellen, lieber die Frage des m a n d s ch u- rischen Staates sprach da? Radio über- h a u p t n i ch t: sonst hat man den mandschurischen Staat nur als Kind des japanischen Imperialismus tituliert. Keine Experimente! Was das Zentrum erwartet Im Hinblick auf die Projekte, cm neues Kabinelt Papen aufzustellen, schreibt die„Germania": „Aber wir haben eine sehr ernste Vorstellung von dem, was nun kommen muß, und ebenso auch von dem, was unter keinen Umständen k o m ni e v darf. Trotz aller Schwierigkeiten, die nun in verschärftem Maße bestehen, muh eine Regierung kommen, die anders und besser als die bisherige im Volke verwurzelt ist und wenigstens eine Aus- ficht hat, sein Vertrauen zu erwerben. Eine .Sammlung breiterer Volkskreiie um diese neue Regierung kann um so eher möglich sein, wenn sie sich, fern von allen Experimenten und doktrinären Ideen, entschlossen auf die alles überragende Ausgabe beschränkt: die Notstandsarbeit eines schweren Winters an Staat und Volk zu leisten. Wir brauchen keine lcidcnschaft- l i ch umkämpften Pläne zur Renovierung des Staates, wo der Staat zu versinken droht. Wir vertragen keine aufreizenden Reden, Gesten und Experimente, wo«in krankes, aber immer noch williges Volk mit Klugheit und B«- Japanischer Massenmord 2799 mandscburiscbe Bauern erschossen Moskau sichert Japans Beute Vor 6er Anerkennung„I�andscKiiKuos" durch die Sowjetregierung sonnenheit sehr oicl leichter zu führen und zu gewinnen ist. Was wir einzig und allein nötig haben, daß ist die Konzentration aller Arbeiten und Anstrengungen aus die Bewältigung der wirklich dringenden sachlichen Ausgaben, die energisch, planvoll und im Geiste sozialer Gerech- tigkeit durchzuführen sind. Die vom Reichspräsi- deuten zu berufende neue Regierung muß aber noch eine zweite, nicht minder wichtige Anforde- rung erfüllen. Bon ihr muß, wenn wir überhaupt einen Schritt vorwärtskommen wollen, die Wirkung einer politischen Entspannung ausgehen." Adolf an fein Volk „Asillionen werden mir dankbar sein. Der abgeschmetterte Führer der NSDAP, hat an seine Anhänger eine Proklamation gerichtet, in der er nach einer scharfen Kritik am Papen- Kurs deklamiert: Heute werden mir Millionen der Anhänger unserer Bewegung innerlich dankbar sein, daß ich die Partei, in der sich eine letzte Reserve deutschen Glaubens, deutscher Kraft und deut- scher Hoffnung befindet, nicht mit diesem unseligen politischen und wirtschaftlichen Dilettantismus verbunden habe. Wer den Briefwechsel Hitler-Papen-Meißner oufmerklam gelesen hat, weiß, daß das Schwindel ist. Hitler war bereit, für den Preis der Kanzlerschaft die meisten der regieren- den Barone in sein Kabinett zu übernehmen. Ja, er hätte sich auch nicht gescheut, den bisherigen Kurs der Außenpolitik, der, wie er erklärt, zur Isolierung Deutschlands geführt hat, mit Neu- r a t h oder gar mit Papen selbst als Außen- minister fortzusetzen. Hitler sagt dann weiter: Man hat mich nach Berlin gerufen, um an der Behebung einer Regierungskrise mitzu- wirken und wollte doch nichts anderes, als Popens Kabinett retten und mir einen zweiten lZ. August bereiten. Das ist ein sehr wertvolles Eingeständnis! Bisher hat die Nazipresse immer so getan, als ob der 13. August ein besonderer Ruhmestag im Leben des großen Adolf gewesen wäre. Er selbst scheint aber darüber ganz anderer Meinung zu sein, ihm tut heute noch das Kreuz weh, wenn er an diesen Tag zurückdenkt. So fährt er denn fort: Da ich dieses Mal Borsorge trug, daß der lZ. August sich nicht wiederholen konnte. erhielt ich den Austrag, eine Lösung parlamen- tarischer Art herbeizuführen, die vorsorglich durch die daran geknüpften Bedingungen von vornherein unmöglich gemacht wurde. Dennoch habe ich mich angesichts der großen Not unseres Volkes entschlossen, ein An- gebot zu machen, das zugleich für die inneren Absichten oller klärend sein konnte. Das Angebot wurde abgelehnt und damit erscheint, glaube ich, der Wille der Rat- g e b e r des Herrn Reichspräsidenten enthüllt. Die Proklamation schließt etwas matt: Der Kampf wird daher weitergeführt, und wer den Weg dieses Kabinetts vom Juni bis heute mit offenen Augen verfolgte, der weiß, wer der Sieger sein wird. Trotz aller geschwollenen Redensarten bleibt die tiefe Niedergeschlagenheit deutlich er- kennbar. War der 24. November am Ende doch ein„zweiter 13. August"? i Milchverbrauch geringer kolzfen der Arbeitslosigkeit Heute findet in Berlin der„Milchwirtschaftliche Tag Berlin 1932" statt, veranstaltet vom Milch- wirtschaftlichen Institut in Oranienburg. Die fachlichen Borträge und Beratungen beschäftigen sich mit den Fragen der Krankheitsbckämpsung bei Milchkühen und mit den Fragen der Mager- Milchverwertung. Das allgemeine Referat über „Die derzeitige Lage des deutschen Marktes für Milch und Molkereierzeugnisse" hielt Oberland- wirtschaftsrat Dr. Tasch. Tasch unterstrich nachdrücklich, daß die deutsche Milch Wirtschaft eine durchgreifende Besserung erst erfahren kann, wenn die Arbeitslosigkeit abnimmt und die Massenkaufkraft sich hebt. In Berlin sei infolge der gesunkenen Kaufkraft der Frisch- m i l ch a b s a tz gegenüber 1929 um 39 bis 35 Proz. gesunken. Wenn es jetzt gelungen sei, den Preis für frische Milch auf seiner Höhe zu halten, so stehe dem ein anhaltender Mengenrllckgang gegenüber. Die Preise für Butter und Käse wurden in gleicher Weise von der sinkenden Kaufkraft be> stimmt. Das beweise am besten, daß alle, Zoll- und Kontingentsmaßnahmen für Butter nichts genutzt hätten. Der Redner war insofern nicht konsequent, als er neue Staatsmahnahmen forderte, die Preiserhöhungen herbeiführen sollen, obwohl er selbst die Ansticht vertrat, daß hohe Preise einen um so stärkeren Absatzrückgang zur Folge haben müßten. Daß aus diese Weise weder der Milchwirtschaft noch der Landwirtschaft zu helfen ist, wurde nicht ausgesprochen. Tschanglschun, 25. November. Die mandschurische Regierung erhielt eine nichtamtliche Mitteilung über die S e r e i i- Willigkeit Sowjetrußlands, einen mandschurischen Geschäftsträger in Moskau zuzulassen. Dem mandschurischen Ge- schäststräoer werde auch das Exterritorialrecht zu- gesprochen, von mandschurischer Seite wird man daraus bestehen, daß die Sowjetregieruag ihr Generalkonsulat in eine vorläufige diplomatische Vertretung in Tfchangtschun umwandelt. * Bisher hat noch keine Macht— außer natürlich Japan— Neigung gezeigt, durch Anerkennung des„unabhängigen" man- dschurischen' Staates den Gewaltakt des japanischen Imperialismus zu sanktionieren. Wenn die Sowjetunion als erste diesen Schritt tatsächlich vollziehen würde, so wäre damit eine der größten i n t e r n a t i o- nalen Hanswurstereien der Gegen- wart vollzogen. Wir meinen damit nicht so sehr die Haltung des Sowjetstaates als solchen, sondern die jahrelange Propaganda der Kom- munistischen Internationale. Der Sowjetstaat, der die mandschurischen Strohmänner Tokios anerkennt, handelt zwar nicht sehr tapfer, aber r e a l p o l i- tisch. Moskau will sich um jeden Preis mit Japan gut stellen, weil es A n g st vor der sonst unvermeidlichen kriegerischen Aus- Neuer pfundsturz Berliner Börse hält sich Die völlig verfahrene Situation der englisch- amerikanischen Kriegsschuldenverhandlungen hat denversolldespfundkurses beschleunig». Nach der erheblichen Abschwächung des englischen Pfundes am Donnerstag, sehte sich der w ä h- rungs stürz am Freitag in verschärftem Tempo fort. Am m Uhr hörte man an der verliner Börse das Pfund mit 13,58 M. gegen 13,65 M. lGoldpariläl des Pfundes 29,40 M.). In New Jork, das den amtlichen Pfundkurs noch nicht ge- meldet hat. sollen sehr starke neue Abgaben er- folgt sein. Die Berliner Börse blieb trotz dieser unerfreu- lichen Entwicklung verhältnismäßig freundlich. Der Rentenmarkt schwächte sich teilweise um ein halb Prozent ob. JG.-Farben konnten ihren gestrigen Kurs um etwa% Prozent verbessern. Im allge- meinen blieb ober der Aktienmarkt so gut wie gänzlich ohne Geschäft. Neichswchrbeleidigung Behmann-Bußbüldt unter Anklage Der Schriftleiter und Pazifist Otto Lehmann- Rnßbüldt hatte sich heute morgen vor dem Schöfsengericht Berlin-Mitte wegen Beleidigung der Reichswehr zu verantworten. Gegenstand der Anklage war ein Flugblatt, das die Ueberschrist trug:„Erster Brief an einen armen Teufel." Es enthält u. a. einen Artikel„Die Militärdiktatur mit Badehose". Wegen einiger Sätze, die sich auf die Tätigkeit der Reichswehr in Sachsen(1923) und in Thüringe i beziehen, hatte der Reichswehr- minister Strafantrag gestellt. Lehmann-Rußbüldt erklärte in der heutigen Berbandlung, daß er weder die Absicht noch das Bewußtsein gehabt habe, Angehörige der Reichswehr zu beleidigen. Sollte sich aber jemand beleidigt fühlen, so sei er bereit, in drei von dem Reichswehrminister zu bestimmenden Zeitungen eine entsprechende Er- klärung abdrucken zu lassen. Die Verhandlung wurde darauf vertagt, um dem Reichswehrminister die Möglichkeit zu geben, zu dem Vergleichsvorschlag Stellung zu nehmen. Grober Rodheitsatt! Brau in der Waschküche niedergeschlagen In der F u r k a st r. 47 in Mariendorf wurde die 48 Jahre alte Frau Emilie K u b e nach einem nichtigen Streit von einem 42jährigen Referenten im Reichswehrministerium, Erwin St., brutal niedergeschlagen und schwer verletzt. Die Miß- handelte liegt mit einer Gehirnerschütterung, schweren Gesichts- und Armverletzungen danieder. Gegen den Rohling ist Strafanzeige bei der Kriminalpolizei erstattet worden. Die Familie Kube hat in der Furkastr. 47 ein Zweifamilienhaus. Die obere Etage war an St.. der dort mit seiner Frau, zwei Kindern und einer Hausangestellten wohnte, vermietet. Am Mittwochnochmittag war Frau K. mit der Frau des Reichswehrreferenten in Meinungsverschieden- heiten geraten. Der Streit schien beigelegt, als Herr St. bei seiner Heimkehr mit Frau Kube erneut einen Streit bekam. In der W a s ch k ü ch« einandsrsetzung mit den„Preußen des Ostens" hat. Das sei ohne Hohn und ohne Vorwurf festgestellt. Die Lage der Fern- östlichen Republik wäre unhaltbar, das Schicksal Wladiwostocks und vielleicht später eines großen Teils von Sibirien wäre besiegelt, wenn Japan zum Kriege gegen die Sowjetunion schreiten würde. Das weiß man in Moskau ganz genau, trotz aller Deklamationen über die heldenhafte Armee des roten Generals Blücher. Daher das Bestreben, Japan durch einen Nicht- angriffspakt zu neutralisieren. Der Abschluß dieses Vertrages war bisher die Vorbedingung, die die ÜSSR. für die förm- liche Anerkennung des Schwindelstaates Mandschukuos gestellt hat. Die Zulass ing eines exterritorialen Geschäftsträgers der Mandschurei in Moskau ist nur der legte Schritt vor der endgültigen Anerkennung. Wo bleibt bei alledem die von den Kom- munisten aller Länder proklamierte Parole: „Hände weg von China!"? Wo bleibt der von der K o m i n t e r n verkündete Kampf gegen den japanischen imperialistischen Raubzug? Die Sowjetregierung sichert den japanischen Militärs ihre Beute— und die K o m m u n i- st i s ch e Internationale schweigt dazu! Deutlicher als durch dieses Verhalten ist bisher noch nie klargestellt worden, daß die sogenannte Kommunistische Jnler- fiel der Mann über die Frau her, packte sie am Arm, schlug ihr mit der Faust ins Gesicht, so daß sie mit dem Kops gegen die Wand schlug und bewußtlos zu Boden sank. Ohne sich um die Schwerverletzte zu kümmern, entfernte sich St. Erst eine Stunde später wurde die Ohnmächtige in der Waschküche entdeckt. Das Mädchen schlug sofort Lärm. Ein großer Schäferhund hatte sich aber schützend vor seine bewußtlose Herrin gestellt, und so muhte erst die Feuerwehr alarmiert werden, die das Tier mit Fackeln oertrieb. Ein sofort hinzugezogener Arzt stellte die schweren Verletzungen fest. Die polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet. Zuchthaus für Betrüger Eine große Reihe von Personen sind durch den Kaufmann Eduard M e i s e 1 und den Kaufmann Paul Treuherz, genannt„Götze", schwer ge- schädigt und zum Teil um ihre gesamten Erspar- nisse gebracht worden. Die beiden Angeklagten hatten für die Firma „Deutsche Kälteindustrie Götze Nachflg. E. Meisel" und später für die Firma„Ahme, Cheinische Fabrik G. m. b. H" Angestellte und Teilnehmer gesucht und auch eingestellt. Sie ließen sich aber Barsicherheiten und Einlagen geben. Die Summen sollten angeblich auf einem Sperrkonto bei der Bank niedergelegt werden. Die Angestellten wurden nach kurzer Zeit gekündigt oder schieden von selbst aus. weil sie kem Gehalt bekamen. Dieselben Erfahrungen machten die Teilhaber. Weder die Kautionen noch die Ge- schäftseinlagen konnten von den Geschädigten zurückerhalten werden. Die Strafkammer des Landgerichts I verurteilte den schon vielfach vor- bestraften Angeklagten Eduard Weiset zu zwei Zu den gestrigen Presieveröfsentlichungen über Unregelmäßigteiten bei der Behandlung von Siedlungsangelegenheiten in der Bauab- teilung der Oberpostdirektion Berlin durch den Oberpostinspektor Fromm, teilt der Reichs- bund der höheren technischen Be- a m t e n mit. daß die Siedlungsangelegenheiten bei der Oberpostdirektion Berlin als ein nicht- technisches Arbeitsgebiet nicht in der Bauab- teilung. die von einem höheren technischen Be- amten geleitet wird, bearbeitet werden. Fromm ist kein technischer Beamter. Die Pankow-Berliner Baugcsell- s ch a f t m. b. H. ersucht uns um die Ausnahme folgender Feststellungen:„Es ist nicht wahr, daß unser Geschäftsführer Architekt Alfred G e r s ch e l Leiter oder Borstand der„Heimbau" Gemein- nützigen Beamtensiedlung e. G in. b. H. war oder ist. Wahr ist vielmehr, daß unser Geschäfts- führer Gerschel weder Vorstandsmitglied noch jemals Genosse der„Hcimbau" war. Es ist nicht wahr, daß die Pankow-Berliner Baugesellschaft nach der Gründung der„Heimbau" neu gegründet wurde oder mit dieser in Zusammenhang zu bringen ist. Wahr ist vielmehr, daß unsere Gesell- schaft seit dem 27 Juli 1999 besteht und in diesem Jahre in das Handelsregister eingetragen wurde. E» ist nicht wahr, daß der Postinspektor Franz nationale lediglich und aus- schließlich ein Werkzeug der russischen Staatspolitik i st. Die „Rote Fahne", die bis vor einigen Wochen ganze Seiten voll blutrünstigen Berichten und Aufrufen gegen Japan täglich ver- öffentlichte, ist neuerdings ganz still ge- worden. Ein Wink von oben, das heißt von Moskau, hat genügt, damit sich diese Aufregung plötzlich legte: kein Wort mehr für das chinesische Volk, kein Wort mehr gegen Japan. Im Frühjahr brand- markte die KPD.-Presse die Munitions- lieferungen für Japan, die über Hamburg gingen, und forderte zum Transport- arbeiterstreik gegen derartige offene oder verkappte Sendungen von Kriegs- Material auf. Aber die �Anerkennung von Mandschukuo durch Sowjetrußland ist für Japan wertvoller als tausend Fracht- dampfer, die von oben bis unten mit Ge- schützen, Granaten und Militärflugzeugen beladen sind. Was unternimmt die Komintern dagegen? Heraus mit der Sprache. Ihr Herren von d e r„R o t e n Fahne"! Man mag für den Sowjet st a a t mildernde Umstände anführen, wie dies hier geschehen ist. Aber die Kommunistische I n t e r- nationale entlarvt sich abermals als ein ganz großer Schwindel und Betrug nicht nur am chinesischen Proletariat, sondern an der Arbeiterklasse aller Länder. Jahren sechs Monaten Zuchthaus und den weniger erheblich vorbestraften Angeklagten Paul Treuherz zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis. Heinrich Sklarz vechastet In der hlähe des Krirninalgcrichts Heinrich Sklarz, gegen den von der Staatsanwaltschaft seil Monaten gefahndet wurde, um ihn seiner Gesängnisstrase von einem Zahr. sechs Monaten zuzuführen, ist heule morgen verhaftet worden. Er hatte sich seit kurzer Zeit unker falschem Namen ausgerechnet in der 5 Nähe des kriminatgerichis in einer Wohnung verborgen gehakien. ver Weg in das Ilnler- suchungszesängn.is Moabit war auf diese Weise schnell zurückgelegt. Mordversuch ausgekiäri Täter sind vier Arbeitslose Der Mordversuch an dem greisen Ehepaar L e i b h o l z in der Linkenstrahe 259 ist in der vergangenen Nacht durch die Nachforschungen des Raubdezsrnats aufgeklärt worden. Als Täter kommt der 25 Jahre alte Walter G l L g e aus der Tresckowstraße und der 23 Jahre alte Friedrich A n d r a c z e ck aus der Templiner Straße in Frage. Die Helfer bei der Tat sind die Brüder des Friedrich, der 29 Jahre alte Kurt und der 24 Jahre alte Walter Andraczeck. Bei den Durch- suchungen wurde zahlreiches Beweis Material gefunden. Fromm an unserem Unternehmen beteiligt war oder ist. Wahr ist vielmehr, daß der Postinspcktor Fromm oder eine andere beamtete Person weder von uns oder unserem Geschäftssührer Be- stechungsgelder oder sonstige Vorteile erhielt. Es ist nicht wahr, daß die Zuteilungen der Arbeit- geberhypotheken an uns unrechtmäßig erfolgte. Wahr ist vielmehr, daß die Zusagen für die Arbeitgeberhypotheken für unsere mit Postmitteln mitsinanzierten 251 Wohnungen aus Grund unserer ordnungsmäßigen eingereichten und von den verschiedenen Instanzen der Deutschen Reichs- post geprüften Anträgen erfolgten." Die Rechtspresse versucht, den Fall der Heim- bau gegen die Sozialdemokratie aus- zuschlachten, obwohl die Voruntersuchung gegen Thabor, der dem Reichstag nicht mehr angehört, noch gar nicht abgeschlossen ist. Dem- gegenüber stellen wir fest daß die Sozialdemo- kratie das Ergebnis der Voruntersuchung gewissen- Host prüfen und gegebenenfalls Folgerungen dar- aus ziehen wird Der Bezirksvorstand Niederrhein der Sozialdemokratischen Parte, hat sich nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Thabor. der in Krefeld beheimatet ist. ebenfalls sofort mit der Angelegenheit beschäftigt und die ihm zur Klärung des Sachverhalts erforderlich erscheinenden Schritte eingeleitet. Die Bestechungöaffäre Brklarimssen der„Heimbau" > .Felnetzei-renvorGkricht Ein Prozeß in Potsdam Wegen Pfandbruchs war der Oberstleutnant a. D. Thilo von Stechow aus Berlin und dessen Ehefrau Margarete geborene G r ä s i n »vn Bredow angeklagt und hatten sich vor dem Potsdamer Gericht zu verantworten. Von Stechow, früher Besitzer der Burg Friesack und des Ritterguts Kotzen im Kreise Westhavelland, geriet nach und nach in wirt- schastlichem Verfall. Im vorigen Jahr bezogen die Angeklagten mit Diener und Kinderpflegerin die möblierte Villa des Oberstleutnants a. D. Hans von Plesfen in Potsdam. Kapellen- bergftraße 14. Die Monat smiete betrug ggü Mark. Als die Angeklagten die Miete später nicht mehr im voraus zahlen konnten, teilte von Plessen ihnen mit, daß er von seinem Vermteterpfandrecht Gebrauch machen und das eingebrachte Gebrauchsstlber der Familie von Stechow sowie Wäsche und anderes mehr pfänden lassen würde. Dessen ungeachtet, nahm die Familie von Stechow das Silber, die Wäsche und anderes mehr bei ihrem Auszug aus der Potsdamer Villa mit. Es blieb eine Schuldenlast von 900 Mark zu begleichen. Oberstleutnant von Stechow bestritt in der Ver- Handlung, eine Benachrichtigung von Herrn von Plessen von einer Pfändung erhalten zu haben. Zur allgemeinen Ueberraschung stellte sich dann heraus, daß weder das eingebrachte Silber der Angeklagten noch die Wäsche ihr Eigentum waren, sondern einem Berliner Anwalt gehörte, der als Treuhänder für einen Grafen Balle- st r e m das gesamte Inventar der 45 Zimmer des Schlosses Kotzen erworben hatte. Das Ge- richt stellte sich darauf auf den Standpunkt, daß die in die Potsdamer Villa eingebrachten Sachen der Angeklagten gar nicht dem Vermieterpfand- recht unterliegen. Die Angeklagten mußten daher wegen mangels an Beweisen auf Staatskosten freigesprochen werden. Wieder Auswertungsbetrug �oKHaKrtsiiPeZer unschuldig verdächtigt Bor drei Monaten etwa meldeten wir die Fest- nähme von einigen Gaunern, die durch Auf- wertungsbetrug besonders alte Leute schädigten. Dann war etwa drei Monate hindurch Ruhe. Jetzt hat ein Schwindler den alten Trick wieder aufgenommen. Er tritt als„Oberinspektor K e r st e n" in die Erscheinung. Cr spricht bei alten Leuten vor und erschwindelt unter Hinweis auf eine demnächst kommende Aufwertung von Inflationsgeldern größere Summen. Kürzlich war er bei einer Witwe, einer 82jährigen Frau aus der L i e f e n st r a ß e, erschienen. Er benutzte die Kelegenhest, um der Greisin 259 M. zu stehlen. Kaum war er verschwunden, als ein wirklicher Wohlfahrtspfleger er- schien, um sich nach dem Befinden der alten Frau zu erkundigen. Jetzt entdeckte diese den Verlust ihrer 259 M. und verdächtigte den Pfleger des Diebstahls. Er war völlig unschuldig. Schon sechs Fälle dieser Art sind der Polizei gemeldet worden, bei denen immer der gleiche Betrüger aufgetreten ist. Vor dem Burschen wird eindringlich gewarnt. Gerade alte Leute werden von Betrügern nur zu gern als Ovfer ausgesuckt. Sie müssen vor jeder Vertrauensseligkeit gewarnt werden. Vor allem, wenn es sich um bares Geld handelt, ist äußerste Vorsicht geboten. Bktriebsratswahl bei der ILL. Vom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten wird uns mitgeteilt, daß die Direktion der Internationalen Schlafwagen- Gesellschaft vor wenigen Jahren, als die Beleg- fchaft einen Betriebsrat wünschte, sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt hat. daß ein Be> triebsrat zustande kommt Jetzt ist wieder Neu- wähl zum Arbeiter- und Angestelltenrat und siehe da, die Direktion stellt zwei Listen ihrer Direktionslieblinge auf, um auch im Betriebsrat vertreten zu fein. Wir erwarten von den aufrechten Kollegen, daß sie für den A n g e si e l> t e n r a t der Liste 1 — Spitzenkandidat Weißendorn, und für den Arbeiterrat Liste 1— beginnend mit Wellmann— ihre Stimme abgeben. Das Nolleudors-Theater hatte nach dem Erfolg von „Tiefland" belchlosscn, weitere vollstüniliche Opern auf. zuführen. Da es aber nur eine Operettenlonzesfien hat. wurde ihm dicS von der Thealerpolizei nicht gestattet. Wenn die Tbeaterpolizei kulturelle Tinge im Auge hätte, müßte sie von Rechts wegen den Ersatz der Ope- rette durch Opern unterstützen. Im Zeiitral-THeater findet Sonnlagnachmittag 5 Mr das I. Gastspiel der Teutschm Overngemeinschast statu Gegeben wird„Der F r e i s ch ü fc". Eine Eichendorfs-Gedenkseier veranstaltet am Bor- abend seines 72. Todestages Freitag, 8.12 Uhr, in der Hochschule für Musik der Eroß-Berlmer Vortrags-Bund und der Erksche Gemischte Cbor. Ter„Junge Chor" veranstaltet Sonntag, 7.80 Uhr, ein Konzert in der.,S> n g a k a d c m i e� unter �e'- tung ton Heinz Tiessen mit VolkSliedetN und zeitgenössischen Gesängen. Solist Igor Pahlen. Eintritt 60 Pf. auch an der Abendkasse. Ende im Bullerjahn Vwzeh Die Glaubwürdigkeit Gontards— Enthüllungen über Verräter Der Wiederaufnahmeprozeß gegen B u l l e r j a h n neigt sich seinem Ende zu. Am Donnerstag wurde die Glaubwürdigkeit des Zeu- gen von G o n t a r d, des ungenannten„Ver- trauensmannes" der früheren Verhandlung, noch einmal einer kritischen Betrachtung l.menvorfen. Als Zeuge erschien der von der Verteidigung benannte frühere Lagerverwalter Bruno Hanke, der von 1915 bis 1919 in dem zum Konzern Wittenau- Martinickenfelde- Karlsruhe gehörigen Waffenwerk Oberspree tätig war. Hanke sagt u a.„Ich hatte in jedem Lager einen Verwalter. Ich selbst hatte die Verantwor- tung für die Revisionen, Kontrollen usw." Der Zeuge erklärt dann, daß er Herrn von Gontard nur einmal im Werk Oberspree gesehen habe, und schildert diesen Besuch eingehend: Eines Tages meldete mir einer meiner Lagervcrwalter telephonisck, daß Herr von Gontard im Hauptlager des Werkes sei. Sofort begab ich mich dahin, um Herrn v. Gontard, der als Schreckgespenst galt, kennenzulernen. Herr von Gontard sah mich das Lager betreten und fragte mich:„Sind Sie hier der Macher von der Geschichte?" 2lls ich das bejahte, sagte er:„Die Geschichte hier gefällt mir Hier gibt es keine Kramecken." Dann beauf- tragte er feinen Begleiter, es war der Prokurist Hellwig, sich meine Privatadresse auf- zuschreiben. Dann gingen die beiden Herren fort, und ich begab mich zum Büro des kauf- männische 1 Leiters des Werkes Oberspree, des Direktors Anderson, und berichtete ihm über den Verlauf des Besuchs. Nach mehreren Wochen bekam ich dann durch Rohrpost in meine Prioatwohnung eine Vollmacht des Herrn von Gontard, nach der„der Lagsrverwalter Bruno Hanke" berechtigt sei, sämtliche Lager in Martinickenfelde und Wittenau zu besichtigen und zu kon- trollleren sowie über den Befund Bericht zu er- statten. Diese Vollmacht, so bekundet der Zeuge weiter, genügte nicht, da ich damit im hohen Bogen bei den großen Werken hinausgeflogen wäre. Auf sein Verlangen erhielt Ler Zeuge weitere Vollmachten von Gontard, so daß er in Martini- kenfelde kontrollieren konnte. Ich habe gleich am ersten Tage große Mängel gefunden und habe einen zusammenhängenden Bericht darüber an Herrn vyn Gontard abgesandt. Daraus ließ mich dieser in sein Privatzimmer rufen und sagte mir:„Ich babe aus Ihrem Bericht ersehen, daß Sie der passende Mann für mich sind. Die skandalösen Zustände und die großen Mängel hat die hiesige Werksleitung auf dem Gewissen. Wir beide bleiben zusammen. Ich werde einen längeren Vertrag später mit Ihnen machen Sie werden gelegentlich auch Wittenau kontrollieren und nach und nach die Lager meiner sämt- lichen Werke beaufsichtigen." Als ich Direktor Anderson von diesen Aussichten, die mir Herr von Gondard eröffnet hatte, berichtete, schüttelt« er sich vor Lachen und sagte: „Ich warne Sie. hüten Sie sich vor den Versprechungen des Herrn von Gontard. Wenn Sie zehn Prozent von dem glauben, was er verspricht, dann ist es das Höchstmaß. Der Mann lügt, sowie er den Mund austut." Dann habe ich das Werk in Wittenau besucht. Es hat eine Stunde gedauert, als ich dort über- Haupt zu einer Tätigkeit kam. In der Folgezeit blieben weitere Aufträge Gontards aus. Im November 1918 wurde Hanke zum Vertrauensmann der Angestellten gewählt. Damit bringt der Zeuge es in Zu- sammenhang, daß Gontard, der ihm eine Lebensstellung versprochen hatte, ihm feindlich gesinnt wurde.„Ich erhielt, als ich aus- schied, ein Zeugnis, das mich gerade angesichts meiner erfolgreichen Kontrolltätigkeit in keiner Weife befriedigte. Es hieß darin nur:„In den Büros und Lagern hielt er auf gute Ordnung." Ich besprach die Angelegenheit mit Direktor Anderson. Dieser sagte:„Ich habe Sie gewarnt. Ihrem Gönner, dem Herrn von Gontard, Hab? ich ein ganz anderes Zeugnis vorgelegt. Ich mußte es aber mehrmals abändern." Auf Fragen erklärt der Zeuge, es sei etwas Ungewöhnliches gewesen, daß Herr von Gontard sich die Privatadresse aufschreiben ließ und hinter dem Rücken der Betriebs- l e i t u n g die Vollmacht schickte. Zwei Verräter Weiter wird der Chauffeur Karl G o l i e r s, Berlin, vernommen, der in der letzten Sitzung von der Verteidigung genannt worden war. Der Zeuge, der infolge eines Betriebs- Unfalls sich zur Zeit noch in ambulanter Behand- lung befindet, war laut Zeugnis vom 5. Sep- tember 1921 bis 29. Januar 1923 als Chauffeur bei der Interalliierten Kontrollkommission tätig. Kurz vor Weihnachten 1922, so bekundet er, fuhr ich mit Leutnant Jost nach dem Hotel Saxonia in der Budapester Straße, wo er sein Büro hatte. sDas Hotel Saxonia war ein Nebenhaus zum Hotel Bellevue.) Leutnant Jost beauftragte mich, an der Vohstrahe zu warten. Als ich dort- hin fuhr, sprang ein Mann an de» Wagen heran und fragte:„War das nicht Leutnant Jost?" Ich war verwundert und erwiderte:„Was wollen Sie denn von ihm?" Nach längerem Hin und Her erklärte der Mann, er hätte Lust, mit Leut- nant Jost in Verbindung zu treten. Dann trat noch ein zweiter Mann hinzu. Was die beiden eigentlich wollten, darüber wollten sie zuerst nicht mit der Sprache heraus. Sie erzählten aber, sie arbeiteten draußen tn Wittenau in der Waffen- und Munitionsfabrik. Sie hätten dort nachts Waffen in Lastkraftwagen fortgebracht und nach Tegel und Reinickendorf transpor- liert, um sie dort zu verstecken. Sie wollten nun deswegen Meldung machen. Erst feien sie bei den Engländern gewesen, und zwar in der Teltower Straße, wo die Automobil- Abteilung der englischen Kommission ihren Sitz hatte, Dort hätte man sie aber an Leutnant Jost verwiesen Der Zeuge fragte die beiden Männer:„Wissen Sie denn nicht, daß für solche Meldungen das Polizeipräsidium Berlin zuständig ist?" Daraus erhielt ich die Ant- wort:„Sind Sie denn noch so dumm? Die stecken doch unter einer Decke" Ich wollte dann ver- suchen, die Leute in das Hotel Saxonia hinein- zubringen, damit sie bei dem deutschen Portier ihre Namen aufschreiben sollten, dann hätte ich dem Polizeivräsidium Anzeige gemacht, weil ich es für eine Gemeinheit hielt, daß ein Deutscher Waffen verrate. Der Zeuge bekundete dann weiter, daß zwei französische Schreiber herunter kamen und diese die beiden Leute mit in die Büros nahmen. Etwa um 18 Uhr kam Leutnant Jost wieder herunter. Vorher kamen die beiden Männer und gingen davon. Nach Neu- jähr habe er dann die beiden Leute wiederholt aus dem Hotel Saxonia herauskommen sehen. Für das Gutachten des militärischen Sach- verständigen Major Hiemer vom Reichswehr- Ministerium wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Der Vorsitzende teille mit, daß die Entscheidung über die letzten Beweisanträge der Verteidigung am Sonnabendvormittag verkündet werden soll. Wenn den Beweisanträgen nicht mehr stattge- geben werde, so würde am Sonnabend sofort der Oberreichsanwalt das Wort zu seinem Schlußvortrag erhalten. Der Freitag soll sitzungsfrei bleiben. Zosialistisehe Dichterhilfe Geist kämpft um Brot! Am 23. November wurde von einer konstituieren- den Versammlung führender Persönlichkeiten der sozialistischen Idee im Haus des Deutschen Arbeiter- Sänger-Bundes die Sozialistische Dichterhilfe ins Leben gerufen. Sie hat zum Ziel, durch den Zu- fammenschluß von Persönlichkeiten und unter dem korporativen Beitritt von Verbänden und Vereint- gungen den schwer ringenden sozialistischen Dichtern ihr jetzt doppelt notwendiges Schaffen Wirtschaft- lich zu erleichtern. Darüber hinaus soll— wenn irgend möglich— schon im Spätherbst 1933, wie auch in den folgen- den Iahren, ein Jahrbuch der Sozialistischen Dichterhilfe herausgegeben werden. Ohne doktrinäre Enge sollen in ihm die verschiedensten Strömungen sozialistischer Dichtung so eingesangen werden, daß das Jahrbuch zum Spiegelbild des proletarischen Ringens der Zeit wird. Der Monatsbeitrag beträgt 59 Pf. und schließt den Bezug des Jahrbuches in sich ein Organi- sationen und Vereinigungen können sich selbst ein- schätzen: ihr Mindestbeitrag beträgt wie bei den Einzelpersönlichkeiten 6 M. für das Jahr. Die konstituierende Sitzung ermächtigte laut Statut einstimmig das Kuratorium, aus sich her- aus den verantwortlichen Vorstand zu bllden. Sein erster Vorsitzender ist Staatsminister Grimme, zweiter Vorsitzender Albert B r o d- deck, Generalsekretär des Volksbühnenverbandes, Schriftführer Lothar E r d m a n n, Schatzmeister und geschäktsführender Sekretär Bruno Schön- l a n k, Beisitzer Carl F e h i e l Vorsitzender des Deutschen Ärbeiter-Sänger-Bundes, und Schrift- steller Friedrich Wendel. Zuschriften an die SDH sind zu richten an Bruno Schönlank. Berlin-Zehlendorf, Waldhüter- pfad 69. Beiträge sind zu überweisen auf das Postscheckkonto der Arbeiterbank Berlin, Konto Nr. 141 528, für die„Sozialistische Dichterhilfe". Drei EmZtlder Hörszenen von W, Schmidtbonn Wilhelm Schmidtbonn der Erzähler und Dramatiker, schrieb für den Westdeutschen Rundfunk drei kleine Hörszenen:„Volk. wie es weint und lacht." Die Urausfüh- rung wurde auch auf den Deutschland- send er überkragen. Die Hörbilder bauen sich auf unkomplizierten Dialogen aus, in di« nur ausnahmsweise eine erklärende Anmerkung hinein- klingt. Schon diese formale Klarhest verhilft ihnen zu einer gewisien akustischen Wirkung: sie mobilisiert die Phantasie des Hörers. Der stärkste Eindruck ging aus von der Szene„Der Mann. der ein« Botschaft nicht bestellen konnte". Ein Bremser, der den Tod seines Kollegen dessen junger Frau mitteilen soll, stam- melt verlegene Erklärungen für das Ausbleiben des Mannes angesichts der von ihrem Eheglück übermütig plappernden Frau. Wie hier aus einer ersten sekundenlangen Verwirrung die Entwick- lung des Gesprächs zwangsläufig hervorgeht, ist lebensecht und ergreifend geformt. Das Hörbild„Pferd kämpft mit Loko- motive", Las vom Sterben einer Botenfrau erzählt, ist dichterisch etwas dünn. Die Gestalt der Frau, di« in den Sielen stirbt, blieb schatten- hast: dafür malte die Regie einfach und sehr ein- dringlich das Milieu, den hügeligen, verschneiten Wald, durch den sich der Wagen der Sterbenden hindurchkämpst, umdroht von unlestimmbaren Klangvisionen. Am schwächsten war die erst« Szene„Lisa will heiraten": hier hatten vor allem Regie und Besetzung versagt. Die„D a m e", deren Monolog zu der ewig geduldigen, ewig arbeits- bereiten Hausangestellten diese und ihren Lebens- räum spiegeln soll, war mit einer Schauspielerin besetzt, die reichlich plump und grob Theater spielte. Auch die Regie arbeitete bei dieser Sendung mit zu groben Effekten.— g- „Komischen Oper" anstellen zu wollen, muß doch bemerkt werden, daß diese Art musikalischen Lust- spiels mehr Leichtigkeit und Grazie erfordert als bei dieser Aufführung in der Dresdener Straße. Das Publikum ging von ollem Anfang an schon amüsiert mit.?. L. „Ein entzückender Mensch" Thalia-Theater Jean 0 e L e t r a z' entzückendes Vaudeoille vom entzückenden Menschen, der nicht nur eine ent- zückende Frau und Geliebte hat, sondern eine ebenso entzückende Verlobte, kennen wir bereits von seiner Aufführung an der„Komischen Oper". Erwin Strauß' Musik, elegant, spritzig und einfallsreich, ist bereits ziemlich populär geworden und erfreut auch bei dieser Ausführung das Ohr. Das Thalia-Theater unter der Direktion von Erich P o r e m s k i hat dieses musikalische Lustspiel in seinen- Spielplan ausgenommen und brachte eine recht ansehnliche Aufführung zustande. Der Direk- tor, der Regie führt und die Titelrolle spielt, em- lcdigt sich dieser Ausgabe mit viel Geschmack. Ihm zur Seite Alice Hechy. Elli Hoffmann, Renate Seling, Gustav Trombk« als vertrottelter Freund und nicht zuletzt Hedwig Mangel als schwerhörige Tante, die die Lacher sofort auf ihrer Seite hat. Ohne Vergleiche mst der Ausführung an der Die Yo-Yo-Uhr Die Kletterrolle kann, physikalisch betrachtet, als eine Spielart des Pendsls aufgefaßt werden. Das aus seiner Ruhelage gebrachte Pendel schwingt über die Ruhelage hinaus und wieder zurück, so lange, bis Reibung und Erdanziehung die durch den Anstoß erteilte Energie aufgezehrt haben. Die Kletterrolle, einmal herabgerollt, kann ihre Drehung auch nicht augenblicklich einstellen, sie kann aber ihre Rotation nur in der Weise fort- setzen, daß sie die Schnur in umgekehrter Richtung aufrollt und infolgedessen aufsteigt. Die sehr rasch verbrauchte, durch das Herabfallen erzeugte Energie muß, wie beim Pendel durch die sogenannte„Hemmung" der Uhr, durch aufein- ander folgende, mit der Hand erteilte Impulse immer wieder ersetzt werden. Das Spielzeug kann daher als R o l l p e n d e l bezeichnet werden. Es ergab sich die Idee, das Po-Io für eine die Anziehung der Pasianten fesselnde Schaufenster- Uhr zu verwerten. Diese Idee wurde von der Deutschen Uhrmacher-Zeitung ausgenommen und zum Gegenstand eines Preisausschreibens gemacht. Es fand seine Lösung, denn nunmehr ist in Düssel- dorf bereits sine solche Uhr im Gange, die statt durch eine gewöhnliches Pendel durch eine Kletter-. rolle geregelt wird. Die Bezeichnung als Roll- pendel dürfte damit auch in die Lehrbücher der Physik Eingang finden. L. L. 225mal„Mausefalle". Die„Truppe 1931" ist von ihrem Ausflug in die deutschen Vaterländer nach Beilin zurückgekehrt und'spielt jetzt wieder die„Mausesalle". diesmal im Renaissance- Theater. Man steht bereits bei der 225. Auf» führung. Die Zuschauer werden immer wieder von dieser außerordentlich packenden Art der In- szenierung und dem mitreihenden Wirbel der Dar- stellung gebannt. Die Tendenz wird ihnen un- «rbittlich ins Gehirn gestanzt. Leider wird das Thema„Woher kommt die Unordnung in unsrrer Wirtschaft" diese Kollektivarbeit noch lange aktuell erhalten. Die Kamera zeigt ad beute„Buster Keaton als Cow- boh" und„Den König der Nassauer". Der Zweck der Aebung im BV(j.-8treiil 21(5 Die Mehrzahl der größtenteils unorganisierten BVG.-Angestellten unter Führung der NGO. und der Nazibetrieö- zelle in den Streit trat, ging es für sie um die Zlbwehr der Lohn- kürzung um 2 Pf. die Stunde. Der Ausgang des Streits unter dieser„siegreichen" Führung ist den Streikenden nur zu gut dekannt. Rochdem die Ausschlachtung des Lohnstreits zur Reichstogstrwhl im besonderen wie zur politischen Agitation durch die KPD. beendet ist, sagt Herr Thälmann offen, worum es für feine Partei in diesem Streik ging. Die„Rote Fahne" be- richtet darüber. Wir zitieren aus ihrem Berich! einige bezeichnende Aeußerungen Thö'lmanns: „Die Tatsache, daß der BVG.-Streik eine b c amtcnähnliche Arbeiterschaft erfaßte, muß in unserer Propaganda unter den Postlern und Eisenbahnern besonders ausgewertet werden." „Der BvG.-Streik war die bisher höchste Form des Kampfes gegen die faschistische Herrschaft." Zwischcnfrage: Hat die REO. sich im BVG.- Streik deshalb mit den Nazis verbunden, um gegen die faschistische Herrschaft zu kämpfen? Weiter: Streikten die BVG.-Angestellten gegen die Lohnkürzung oder streikten sie mit den Nazis gegen die faschistische Herrschaft? „Wären neben den Derkehrsarbeilern weitere Großbetriebe in den Streik getreten, dann wäre die Front der Verkehrsarbeiter ungeheuer gestärkt worden, dann hätten wir die Bourgeoisie in eine äußerst ernste und bedroh- l i ch e Situation verseht." „Der BVG.-Streik war zugleich Der bisher stärk st e Erfolg unserer Wendung zur revolutionären Massenarbeit, zur selbständigen Kampsauslösung und Kampssührung Diesmal standen SPD. und ADGB. von vorn herein offen in der Streikbrechersront. Troßdem gelang uns die geschlossene Auslösung und nahezu geschlossene Durchführung des Streiks über Z Tage, trotz der wütenden Gegenstöße Der BVG- Direktion und trotz des staatlichen Machtapparats, trotz der Drohungen mit Belagerungszustand und Militärdiktatur. So war der BVG.-Stceik die bisher stärkste positive revolutionäre Leistung unserer Partei und. unter unserer Führung, der RGO." „Wir hatten teilweise eine gute Konzentration der gesamten Kraft der Organisation auf Den Streik, was zugleich die b e st e Form des W a h l k a m p f e s war.... Während zwischen der zentralen Leitung einerseits und den unteren bestreikten Depots, Bahnhöfen usw. andererseits meist eine gute Verbindung bestand, war die Vcr bindung mit deii unleren Parteiorganisationen teilweise unzulänglich. Darin drückt sich u. a. die schlechte Nachwirkung der falschen Reorganisation mit den übergroßen Unterbezirken aus, die wir jetzt ändern mußten." Als weiteren ernsten Fehler bezeichnet Thal- mann den„mangelhaften ideologischen Kamps gegen die Nazis". „Wir hätten von vornherein die demagogische Politik der Goebbels, Engel und Konsorten ent larvcn und die nationalsozialistischen Arbester, di» ehrlich mitstreikten(in dem Kampf gegen die iaichistische Herrschaft! D. Red.), in Gegensatz zu ihnen bringen müssen.... Das wurde im Berliner Verkehrsstreik vernachlässigt. Dadurch verlor die Nazipartei in Berlin am 6. November nicht so viel Stimmen..." „ZusammenfassenD kann man sagen: Gerade weil der BVG.-Streik eine solche gewaltige revolutionäre Tatsache ist, ist es not- wendig, mit völliger Offenheit an Hand dieses Streiks die noch vorhandenen Schwächen auizu- zeigen. Solch eine positiv eingestellte Selb st- k r i t i k, die van den großen Fortschritten, von dem großen Erfolg ausgeht, den der BVG.-Streik für unsere revolutionäre Arbeit und speziell für die Berliner Organisation darstellt, erfordert zu- gleich den scharfen Kamps gegen jede Tendenz einer M e ck e r o p p o i i t i o n, die die Größe Des revolutionären Vormarsches der Partei und die außerordentliche Bedeutung des BVG.-Streiks durch eine kleinliche Hcrvorkehrung nur der schwachen Stellen zu leugnen versucht." * Den an dein BVG.-Streik beteiligten Arbeit nehmern mühten die Ausführungen Thälmanns nach der„Roten Fahne" vom 24. November zur Kenntnis gebracht wenden, damit sie sehen, zu welchen Zwecken man sie in den Streik getrieben hat, warum und weshalb sie eigentlich streikten Die kommunistischen Demagogen sprechen es aus, die n a t i o n a l s o z i a l i st i- scheu„Mstkämpser" sind weniger deutlich. Die Kommunistische Partei hat bei dem Streik einen Erfolg erzielt, den die Streiken- den teuer crkausen mutzten. Wie aber sieh! der Erfolg der Streikenden aus? Gtmkbeschwß bei Aschinger Nachdem die bei den drei am Tarifvertrag für das Berliner Gaftwirtsgewerbe beteiligten Gewerk- ichaften durchgeführte ll r a b st i m m u n g die An- nähme des Schiedsspruchs ergeben hat, ist von der REO. im A s chi.n ge r- K o n z e r n eine S o n de r a b st i m m u n g durchgeführt worden. Gestern nacht hat eine Versammlung der 2lschinger-2lngestellten aus Grund der RGO.-Parole mit etwa ti» Proz. den Streik beschlossen, ohne daß jedoch dieser Beschluß bisher in die Tai umgesetzt worden ist. Ob der Aufforderung in der„Roten Fahne" nachträglich gefolgt wird,„den Streikbeschluß in den einzelnen Aschinger-Filialen in die Tat um.;»- setzen", bleibt abzuwarten. An unsere Leser in Zepernick, Schönow. Rönlgental und sämtlichen umliegenden Kolonien. Ab Sonntag, dem 27. November, erfolgt die Zu- st e l l u n g"d e s„Vorwärts" morgens und abends. Bestellungen erbitten wir für R L n t- genta! an den Genossen Emil G r o t h, Bär- wolsstr. 13 29: für Schönow an den Genossen Paul F r ü h a u f, Lessingstr. 32; für Z e p e r- n i ck und alle übrigen Kolonien an den Genossen Fritz N e s p i t a l. Neu-Zepernick, Bach.tr i' Abfchiedsbefuch. Der Reichspräsident empfing gestern Den in den Ruhestand tretenden b o y e- r i s ch e n Gesandten v. P r e g e r zum Ab- schicdsbesuch. Wetter für Berlin: Anfangs trübe und regnerisch. Später Temperaturzunahme und Bewölkungsab- nahine bei mehr nach Süd zurückdrehenden frischen Winden.— Für Deutschland: Süddeutschland und Westdeutschland nach Regen rasche Temperaturzunahme und Wetterbeslerung. Mitteldeutschland, Südostdeutschland zunächst trübe und regnerisch, später Milderung und Bewölkungsab- nähme. Nordostdeutschland anfangs ziemlich heiter, noch kühl, später Bewölkungszunohme und Regen. Ueberall frische westliche, später in West- und Mitteldeutschland mehr südwestliche Winde. Rundfunk am Abend Freitag, 25, November Berlin; 16.(3 Man kann auch � erajii- wortuug leruen(11. Tessmer). 16.30 An* Leipzig: 3 on Sevilla bis Aranjuez. t- 30 l)a> vergessene Buch. 17.40 Die Laute als Saloinstrument(Vi. Cerwig). 18.03 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 18.10 Das neue Buch(W Bauer). 18.20 Finnische Lieder. 18.40 Der Sinn des Skisports(Baron Peter von Le Fort). 18.33 Die Funkstunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Szhall- plattenstunde. 20.00 Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht(k.(1. Seil, Wachsplatten). 20.15 Aus der Philharmonie: Konzert der Berliner Liederlafel. 21.00 Zeitfunk. 21.15 Sinfoniekonzert. 22.35 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Tanzmusik. Königs Wusterhausen: 16.00 Pädagogischer Punk 16.30 Aus Leipzig: Xach- mlttagskonzert. 17.30 Wellanfang und Weitende in den Religionen der Völker(Professor F. Lohmevor). 18.00 Volkswirtschaffsfunk. 18.30 Puppentheater(Dr. C. Hagemann). 18.53 Wetterbericht. 19.00 Was sagt uns der Prinz von Homburg?(Dr. M. Freyhan). 19.45 Zeitdienst. 21.00 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Breslau: LichendorS. 22.20 Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45 Deutscher See-Wetterbericht. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Furopaprogramm im„Aolks- funk", monatl. Ob PL, durch alle„Vorwärts- Boten oder die Postanstalien. O'C Deutsch-Französische Gesellschaft veranstaltet am Mittwoch, dem 30. November, abends SLi Uhr. im Vortragssaal Bayerischer Platz 2 einen D i s- kussionsabend über;„La jeunesse Frau» eaisc Militarisme en France." „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochen- schrist, liegt der heutigen Postauflage bei. Bcrantwortlieb für Politik: Rudels B r e n d c m ü b l: Wirtschaft: G. Älingelliofer; GcwcrlschastSbc- wegung: I. Steiner; Feuilleton: Herberl L e- p« r e; Lokales und Sonstiges: Fritz K a r st ä d t: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin' Verlag: Vormärts-Verlag(8. m. b H., Berlin Druck: Borwärts-Buckidruckerci u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08. Lindenstr 3< Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgen-Ausgabe des„Vorwärts" veräsfentlicht. Hierzu l Beilage. PRO GRAMM für die Zeit vom 25. Nov. bis 28. Nov. K i PROGRAMM für die Zeit vom 25. Nov. bis 28. Nov. ©101$ BTL Potsdamer Str. 38 Strich durch die TCcchnuns: mit Hein/: Rühmann. Tony van Eyck, Frltr. Kamperti Jugendliche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5, 7, 9 Uhr BTL Turmstraße 12 Ein blonder Traum mit Eilian Harvcy, W. Fritmch. Willi Foi*t .hißcndiiche haben Zutritt W. 5. 7. 9 Uhr, S. 3, 3. 7, 9 Uhr BTL Alexanderstr. 39 (PasMajgto) flic, oder keine mit Gitta Alpar.— Eine Stunde mit Dir mit Jlaurlee Chevaliei- Den ganz. Tag geöffnet. S. ab 3 U. Alhambra MüIIerstr. 136, Ecke Seestraße. \nnemarie, die Braut der Konipugsnic mit E. Engrlisch, P. Ilörbljfer.— Brate.�lüd- rhenliebe(8 Mädels im Boot) mit Karin Hardt W. 3. 7. 9 Uhr, S. 3. 5, 7, 9 Uhr Odeon.PotsdamerStrJS Die, oder keine mit C-Itta Alpar, 3la\ Hangen. P. Otto Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr, S. 3, 5, 7. 9 Uhr Germania-Palast Charl.. Wilmersdorfer Str. 53/54 Oer aeh warze Husar mit �lady Christian*. C. Veidt, Otto Wallburg: Jugendliche haben Zutritt W. 5, 7. 9 Uhr. S. 3, 5, 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl., Kantstr. 54. Wie saje ich« meinem.Ylann mit Renate iiiler, O Alexander, Ida W üst W. 5. 7. 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9 Uhr. Primus-Palast Potsdamer Straße 19, I>a« Abenteuer einer«ehö» neu Frau mit Ell l>ag:over. Uan« Rehmann W. 5.15. 7.15. 9.15, 8. ab 3.15 Uhr c Fried rfchstadt Franziskaner e�Ä: Um 9. 12, 3, 6. 9 Uhr beginnend: Briffittc Helm in Eine von un* nach dem?»oman Giigi von I. Keun Um 10.30, 1.30, 4.30. 7.30, 10.30 Uhr beginnend: Liebe, Scherz und Ernwt mit Harald Paniken, Charl. Ander Neuest« Tonfilm-W'oehen**ehau Kolonnaden-Kino xÄTno Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Die, oder keine mit Gitta Alpar,.Rax Hansen.—*la- dame hat IteMueh.— Tonw.— Ton bei pr,— Jugendliche Zutritt ■ Moabit j Arfnebnf iVochenl- od 6 Chr ftriu&nui Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29 2 Tonfilme: Hata Harl mit Clret» Oarbo.— Kavaliere vom Kurfüraten- dnmm mit Paul Otto G Charlottenburg"b Schlüter-Theater ö.v.lfuhr Schlülerstr. 17. Stg. 3 Uhr: Jußd.-V. Gräfin Marixa mit Dorothea Wieck, S. My.aknll.— Auto bandhen.— Jugend liehe Zutritt A f-rinnt Wochen!. 7, Oti ü. Atrium Stg. 6. 7. oii v. Kaiserallee. Ecke Berliner StraBe Üraufföhr.; Jlarwchall Vorwärts mit Paul W'egrener, Elffa Drink. — Tonfilmbeiprofcramm Jugendliche haben Zutritt Rheinschloß-Lichtspiele Rheinstr. 60. Woch. 5, Stg. 3 Uhr Der schwarze Huflar mit!»Iady Phriatian«, C. Veidt.— Dei- prog:ramm.— Jugendliche Zutritt Schöneberg Neukölln Excelsior Woch. ab 6V2 Sonnt, ab 1 U. Kaiser- Friedrich-Straße 191 Wie sag ich» meinem �lannf mit Renate Müller. Gg. Alexander.— Tonbeiprogrramm Alhambra Variete Tonfilm Hauptstraße 30. Wo. 5, Slgs. 3 Uhr Congorilla(Urwaldsensat.). Bühne: 4 Attraktionen und Kapelle Jugendliche haben Zutritt Flo ra- Tageskino c Zehlendorf-Mltte 7�]: Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr Stg. 3 Uhr Jugendvorst. Potsdamer Str. 56. | Theodor Korner mit Dom�raf- FaÜbnender. Wieck.— Itelpr. Jugendliche haben Zutritt Die Kamera uX»' Beginn: 3, 6, 9 Uhr fr. Milton: König der>a,»»uer. — Bu,ter Keaton al» Cowboy. J-neendliche haben Zutrift Steglitz Titania-Palast UtsA au. Slestlilz. Schloßstr 5. Ecke Gutsmuthsstr Uraufführ.: Marschall �'orwÄrts mit Paul W ebener. Elija Drink. — Tonbelprourramm Jugendliche h-aben Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 6�. Täglich 5. 7, 9 Uhr. Sonnt- ab 3 Uhr. strich durch die Rechnung mit Bühmann. T. v. Eyek.— Beiprogramm.— Jugendliche Zutritt: Ab 10 U. letzte 9V't llauptstr. 144. Der»>ch warzc lliuuir mit Mady < hri»tian«. C. � eidt.— Ton bei programm Titania Schöneberg ttsis Hauptstraße 49. Wie»»ag ich» meinem Hann? mit Renate Wüller. Alexander. — Tonbeipr«— ffa-Tonwoche Tnwnru Wochen!. 5. letzte 9V4 U. 1 U/TTlU Sonntags ab 3 Uhr Hauplslr. 144. Nieter.Schulze ffegen Alle mit P. Komp, Ida W ü«t.— tiules Tonbeipr.— Jugend 1. haben Zutritt G Südwesten W Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W. ab 5.30. S. ab 3.30 Bis Sonnlag: Der träumende.Mund mit Elizabeth Dergner.— Schrei der .tlaMNe.— Montag: Annemarie, die Braut d�r Kompagnie /?*#»/>/# Film und Bühne IXlVOll Wo. 5!.>, letzte 9 Uhr Bergmannstr. 5/7. Stg. 3/2. letzte 9 U. 2 Tonfilme: Annemarie, die Braut d. Kompagnie.— Bank notenfälMcher von Xew York g Tempelhof"b F„rfHref W-'• 9' SM- s,8 b, 7. 9 nuriursi itg. 3 Uhr; Jgd.-Vorst Dorfstraße 22 Ecke Berliner SlraDe Friederike mit Madj- f'liri- •(tlann, P. Hörbi�er.— Ton beiprotrr.vmm.— Jugendl. Zutritt Tirt/tlf Täglich: 5. 7, 9 Uhr / IVO II Sonnt.: 3. 5. 7. 9 Uhr Berliner Straße 97. To�Iustspiel: Annemarie, die Braut der Kompagnie.— Ton- beiprogxamm U MarKnaorf � /; Mariendorfer W 7. v, 'ia-Ll Toalicbt»piele S 6. 7. 9 Cbausseestr. 505. Bieter Schulze ge�en alle mit Ida Wü«t.— Der Champ- Juseudliche haben Zutritt Kukuk Woch. ab ßlj Steint, ab 4 U. Kollbussei Damm 92 tlieter Schulze gegen alle mit Ida Wü*t, P. Kemp.— Tonbeiprogr.— Jugendl. Zutritt Mercedes-Palast s;'s.6äb s u": Hermannslr. 212.• 2 Tonfilme: Paprika mit Franziska twaal. Hörbiger.— Liebe in Iniform mit Eiedtke, Bos Stella-Palast Köpenicker Straße 12/14 Woch ent. 6.30 Uhr. Sonnt. 3 Uhr. Heinz Rühmann Tony van Eyck Fritz KanipcrK u. a. in dem lustigen Tonfilm Strich durch die Rechnung: (Die Liebe macht das Rennen) Auj der Bühne: Kammersängerin Vera Schwarz von der Berliner Staatsoper singt persönlich in jeder Vorstellung auf der Bühne des Stella-Palastes. Keine erhöhten Eintrillspreisel Jugendliche haben Zutritt Primas-Palast Am Hermannplalz, Urbanstr 72/76. H. Christian», II. II. Bollmann Friederike (nach Fr. Lehärs Operette» II. //. Bollmunn Freitag. 8.45 Uhr persönlich anwesend Die Banknotenfälacher von Xew York Sonntag 2 Uhr; Familien- u. Jugend- Vorst.: Friederike u. Beiprogramm Treptow Treptow-Sternwarte Sonnabend 8 U. Sonntag 4, 6, 8 U. Turi A*lak. der Lappe. Am Rande des ewigen Eises. Film. Stern, Hermannstraße 49 Wochen t. ab ß'-j Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr. Wie«ag ich« meinem Rann? mit Renate Hüller, Alexander. — Tonbeipro�ramm G Südosten W Deatsch-Amerik. Theater Köpenicker Str. 86. W. 4%. 6.10, 7' 2. 9 Uhr. S. ab 3 Uhr Eine von un- CGilgi» mi: Brie Helm.— ron�orilln(Afrika tontilra). Filmeck W. ab 6V> ü. Stg. ab 3 ü. Am Görlitzer Bahnhof Paul Kemp. Ida Wüst. Trude Hesterberg?. Eeonhard Stecke! in dem Großtonfilm .Mieter Schulze j?ej?en Alle ferner W'eiß-Ferdl, M. Adalbert in dem Tonfilm-Lustspiel Der Schützenkönig Luisen- Theater stsf abl u! Reichcnbercer Stx 34 Hölzerne Kreuze (Jenseits der deutschen Gräben) Femer musifcal. TonlOstspiel Wiener Zouherklance und Expedilions-Tonhdld: Auf Alll- gatorenjagd.— Jugendl. Zutritt G Osten Germania-Palast\ � 3 u Frankfurter Allee 314 Strich durch die Rechnung mit II. Rühmann, Tony v. Eyck Otto W'allburg. Fritz Kampers Bühne: I ola Kray und Berliner Trio an drei Flügeln Dr. Knauer u.*ein Orchester I Jugendliche haben Zutritt Luna-Palast Gr. FrankfurlerStr. 121. Ton woche; Annemarie, die Braut den Kompagnie.— Schlott Im .llond Flo ra-Lichtspiele AiÄm" W. 1 je, ca. 7,'-9 Uhr. Stg. ab 3 Uhr Annemarie, die Braut der Kompagnie.— Zigeuner der \acbt. Volks Kino Königstadt | Schönhauser Allee 10. ( W. 5. S. 3 U. S. 3 Uhr: Jug.-Vorsl. Nieter Schulze gegen alle mit Ida W'üwt.— Verklungene Träume mit Maly DclMchaft > Neu-4ichtenberg W Kosmos-Lichtspiele Lücksir. 70. Stg 2ni Uhr: Jug.-Vorsl. 2 Großionfilme: Die. oder keine mit Ciitta Alpar. �lax Hannen. — Sturm auf Jlarakesch. Kino Busch I BS? Alt-Fricdrichsfelde 3 Der träumende.Hund mit Elizabeth Bergner, Rud. Förster. —> er zeih. u.»ei wieder gut. — Ton woehe ~ Pankow W Palast-Theater s t.' d B; Breite Straße 21a. Ein blonder Traum mit I ilian Harvey, W. Frlf»ch, W Forst _ Jugendliche haben Zutritt_ Woche ntaois 6.30, 9 Ühr i IVOll Sbd.. Sonnt, ab 4.30 Uhr Berliner Straße 27. 2 Großtonfilme: Annemarie, die Braut der Kompagnie mit L. Englisch.— Der l'hamp ■» Film pa last Tegel Im. 4\iLur Bahnhofstr. 2 Stg 2 Uhr: Juc-V Wie*ag ich« meinem Hann? mit Renate Rüller.— Strafsache van C-eldern. Schwarzer Adler wi«"». W 5, 7, 9 Uhr. S. 3. 5. 7. 9- Uhr Eine von un« mit Brigitte Helm.— Beiprogramm.— Ton�oche.— Bühnensehau Viktoria-Theater s�sa Frankfurter Allee 48 Lustspielschlager: Paprika mit Franziska t-aäl. Paul Hör biger.— Beiprogramm ���Norjdhosteii��P ySlUni Prenzlauer Allee 56. Beginn: Wo. 5.15. Sonnt 3 Uhr Paprika mit Franziska C»aäl,j Hörbiger.— Schützenkönig! mit Welß-Ferdl, Adelbert W.(i. 8Jj Uhr liOSmOS Bühne Stg. 414. 6�.8-% Hauptstr. 6. 2 Großtonfilme; S Mädel» im Boot mi: Karin Hardt.— Hu �areniiebc mit IW. Adalbert Union-Theater s! H.-iuptstraBe?. Vlellelcbl biül du du» große l.lüek?(Liebe, Scherz und Emst). — Gr. Bei Programm ■ Hennigsdorf M Bei W 6. 8.30 Uhr Sias 43,i. 6H.. 8\i L. Filmpalast Berliner Str 59 Großtcrmilro; Das schöne Abenteuer mit K. v.\agy. Wall- bürg. Sandrock.— Kr. Bai Programm O BEILAGE FREITAG, 25. NOV. 1932 tyeiikh&udkeH am Wege nach(Horn &H ftCeiner Wegweiser/ Von Vagaßundus Ittoiier Leipzig 21m Schalter bekommt man eine Estmarke. Dafür wird einem an einer anderen Lnke ein Napf mit Essen zugeschoben. Der Spciseraum ist voll besestt. Nur mühsam findet man noch einen Platz. Das Essen schmeckt fade. Die Decke und die Wände des Zimmers sind schmutzig-grau, grau sind die Tische gestrichen Grau und trübe sind die Gesichter der Essenden. Gierig schlucken sie das Essen herunter. Einige sind schon fertig. Ein junger Mann kuschelt sich an ein Mädchen. Beide haben sich an den Händen gesaßt und sehen sich an. Wo sollen sie anders hin init ihrer Liebe! Draußen ist es kalt und regnerisch. Chemnitz Städtisches Speisehaus steht am Eingang. In der Vorhalle hängt die Speisekarte. Essen erster Klasse kostet 65 Pf.. Essen zweiter Klasse 32 Pf. Klassen, Klassen, überall Ktassen. Am Schaller werden Eßmarken verkauft. 5)at man außer den 32 Pf. für das Essen noch 3» Pf., dann kann man sich dafür eine Pfandmarke löse». Da- für bekommt man das Essen in einem Porzellan- napf. Hat man die 3l> Pf. nicht, dann muß man aus einem Blechnapf und in einem besonderen Raum essen. So weiß man doch wenigstens, auf welcher vtufe des Lebens man steht. Eine Treppe ist der Eßsaal erster Klasse. Zwei Treppen essen die zweitklassigen. Eine Frau teilt aus einen, großen Bottich das Essen aus. Mtt seinem ischlag geht man in den großen, hellen Speisesaal. Die Tssche sind sauber. Einige Zeitungen hängen an der Wand. Das Datum der Tageszeitung liegt 14 Tage zurück, die Illustrierte ist ein halbes Jahr alt. Das Essen, weiße Bohnen, ist gut. Man hat Appetit auf einen Zwecken Schlag. Zwei junge Burschen holen sich auch zum zweiten Male. Als ich ihrem Beispiel folge, bedauert die Frau: die Burschen arbeiten im Haus und haben ein Vorrecht. Ingolstadt Der durchreisende Kunde erhäll bei der Polizei eine Essenmarke. Die Volksküche liegt am Rande �>er Stadt. Das Gebäude, anscheinend eine ehe-, malige Kaserne, erregt Mißtrauen. Man tritt ein und bleibt erstaunt stehen. Der Raum ist Anheimelnd, freundlich. An den sauber gestrichenen Wänden hängen Bilder, die Tische sind gedeckt. Man hat sich noch nicht ganz von seinem Staunen erHoll, da nimmt ein freundlich lächelndes Mädchen in schwarzem Kleid und weißer Schürze einem die Essenmarke aus der Hand:„Dort, vorn am Fenster, ist noch Platz." Man hat sich kaum gesetzt, da bringt das Mädel auch schon das Essen. Eigentlich bekommt man es nicht gebracht, nur» bekommt es serviert: Einen leeren Teller stellt das Mädel auf den Tisch, gießt aus einer kleinen blanken Zinkschllsiel die Suppe ein und bringt Fleisch, Kartoffeln, Kohl, alles extra in kleinen Schüsseln.„Ja, da staunst du", sagt ein Kunde zu mir. Hin und her flitzen die beiden Mädels, sie haben kräftig zu tun, aber sie lachen dabei. Zurufe und Scherze von allen Seiten. Kräftig erwidern die Mädels. Die heitere Stim- mung erhöht den Appetit. Innsbruck Aus der Treppe ein Schild mit einer Widmung für den„wohltätigen Stifter der Volksküche". Am Schalter fragt die Frau:„Suppe oder Festes?" Ick) lös« nur ein« Karte für etwas Festes. Vor der eisernen Barriere der Essenausgabe steht man Schlang«. Als Festes gibt es Stockfisch mit Kraut oder Krapfen, eine Art Pfannkuchen, dazu geschmorte Pflaumen. Die Krapfen sehen verlockend aus, scheinen aber nicht gerade sehr handfest zu sein, darum lasse ich mir Stockfisch mit Kraut geben. Ich bekomme einen Teller voll Brei. Fssch, Kartosteln und Kraut, alles durch- einander. Der Stockfisch schmeckt faulig. Der Raum erhöht nicht gerade die Eßlust. Der Fuß- boden ist schmutzig, die Tische nicht viel weniger. Für Studenten ist ein besonderer Raum. Die dürfen wohl Medizin,„Recht", Theologie oder sonst was studieren, aber nicht das Leben. Bologna ..Lucma benificenza". Wohllätigkecksküchc steht über dem Eingang. Der Raum ist abstoßend schmutzig, die Tische kleben. Einige Holzbänke, einige wacklige Stühle dazu. Ein dicker, schielender Mann bedient. Laut schreit er die bestellten Speisen in die Küche. Die Portionen, die er in gesprungenen Steingutnöpfen bringt, sind billig aber klein, meist wird nur Suppe und Brot bestellt. Ein kleiner Raum ist abgeleill. dort sind die Tische mit Wachstuch gedeckt und das Geschirr ist aus Porzellan, die Gäste haben Schlips und Kragen um. Zwei deutsche Wanderer betreten die Volksküche. Ohne sich umzusehen, steuern sie ans den kleinen sauberen Raum zu und lassen sich dort nieder. Ein Italiener, der etwas deutsch spricht. 'lüstert ihnen etwas zu. Fluchtartig verlassen sie den kleinen Raum und nehmen an den schmutzigen Tischen Platz. In dem kleinen Raum ist da? Essen teurer. Fluchtartig würden sie wohl diese ganz« Volksküche verlassen, wenn ihr Hunger nicht im umgekehrten Verhältnis zu ihrem Geldbeutel stände. Florenz An einem Schalter werden Eßmarken gelöst, die Preistafel hängt daneben. Suppe 25 Cent (Ivb Cent gleich 22 Pfennige), Makkaroni 45 Cent, Fleisch 70 Cent, Gemüse 30 Cent. Brot 20 Cent. Direkt von der Küche, die hell und sauber ist, werden die Speisen verabfolgt. Ein städtischer P o l i z i st überwacht die Ausgabe. Auf kleinen blanken Zinntellern bekommt man die kleinen, aber schmackhaften Portionen. Brot muß man schon zu jeder italienischen Mahlzeit essen, um satt zu werden. Von Zeit zu Zeck geht ein Mann durch den Speisesaal, um die Marmortisch« ab- zuwischen. Rom Eine städtische Volksküche gibt es nicht. Im Ouartie San Pietro wird eine von katholischen Schwestern unterhallen. In Haufen stehen die Menschen davor, beim Oeffnen wird sie gestürmt. Man hat die Wahl zwischen vier oder fünf ver- schiedenen Gerichten zu 45 Cent Ißt man Zwei und Brot dazu, kann man gut satt werden. Kinder gehen zwischen den Essenden umher mit einem Gefäß und betteln um einen Lössel voll Essen. Ein junger Mann hat sich eine Suppe gekauft, davon kann er nicht sack werden. Cr sammell die kleinen Reste, die einige wenige auf den Tellern zurücklassen, in seinem Napf, Bohnen, Linsen, Nudeln, Suppe, alles in einen Topf, das wird den Magen füllen. An der Wand hängt das Kruzifix. Bin Vagaßund nimmt Wintetquattier Sine fiesefiieftte vom Vagaßunden&onig Weiß der Himmel, es ist kein Vergnügen mehr! So ein elendes Wetter. Wenn Schnee läge und die Straße gefroren wäre, wenn es richtig kalt sein würde, das ginge noch. Aber dieses jetzt.. Der Wind schreit und stöhnt in den Telephon leitungen und beißt sich durch jedes Loch in der Kleidung. Der eisig« Regen rinnt zum Kragen herein und zu den Aermeln und Hosenbeinen wieder hinaus. Und die Kälte frißt sich bis ins Knochenmark. Das Tippeln ist kein Vergnügen mehr. Paul kennt die Landstraße seit über vierzig Iahren. Er ist, weiß Gott, ein richtiger Monarch geworden. Es gibt kein Wetter, das er auf ihr nicht kennengelernt und durchgehauen hätte. Aber die Landstraße ist nicht mehr das, was sie einmal war. Und er ist es auch nicht mehr. Das Rheuma nagt in ihm wie der Wurm in einem alten Friedhosskreuz. Die Gelenke sind rostig gc- worden. Mit zehn Kilometern am Tag hat er die Schnauze schon voll. Das Treppenfechten geht auch nicht mehr. Er muß sich mit Parterre und mit den Geschäften begnügen. Das ist wenig genug. Was geht heute nicht alles betteln! Ein paar Dutzend Winterhilfen, die Künstlerhilse und wie die Hilfen alle heißen. Aite'r er, der Kunde, muß bei seiner Psennigschnorrerei aufpassen wie ein gehetzter Hund, daß ihn kein Putz erwischt. Und wenn er um ein Hemd oder um ein Stück Mantel oder Schuhe oder sonst etwas zum An- ziehen anhält, kriegt er immer nur dies eine zu hören: Hat alles eben die Winterhilfe abgeholt. Kommt er zur Winterhilfe, ist sie nicht zuständig für ihn. Weiß der Teufel, es ist kein Vergnügen mehr, das Fechten nicht und das Walzen nicht. Paul, der Monarch, will nicht mehr. Er kann den rechten Arm kaum noch heben und das linke Lein will auch nicht mehr mit. Ein Kranken- haus wäre jetzt das Richtige. Aber die Aerzte sagen:„Alter Gauner! Der Winter steht vorder Tür, was?" Und sie geben ihm eine Schachtel Pillen und behaupten, das sei das beste Mittel gegen Rheuma. Der Wind peitscht und schneidet, und in den kahlen Bäumen klappern ein paar vergessene Blätter wie durchweichte Gehenkte. Die Wolken schleifen über die öden Aecker und von Baum- stäimncn und Häuserwänden rinnt das Wasser. Dem Landstreicher verklammen die Hände in den Hoseickaschen. Von seiner Rasenspitze fallen wie Stundenmesser die Tröpfchen. Vielleicht ist es kms Rcgenwasser, das durch den Hut dringt, rssef-' Auf dem QuMtetßeetat Hieines<0niexview/(paui Hemmer „Was gibt's Neues in dem Lande der Arrivees und Departs?" fragte ich, um ein bißchen Unterhaltung zu haben, den mich fixieren- den Künstler(der kürzlich das farbige Tesiiner Malerdorf A s c o n a mit unserem herben mär- kischen Schriftstellerdorf vertauscht hatte).„Es wird in den Schweizer Hotelpalästen ziemlich leer sein diesen Winter des(MißfVergnügens?" Der Maler kramte in seiner Pinselsammlung, setzte von den auf einer Papierpalette gemischten Farben Oelkleckse auf die mein melancholisches Gesicht immer deutlicher widerspiegelnde Lein- wand:„Eine peinliche Leere", sagte er.„Man kann sich keinen rechten Begriff machen, wie geradezu unheimlich die Atmosphäre in den inodischen Kurorten wirkr... dieses vergebliche Bcreitscin, diese Ausbreitung des luxuriösesten Komforts und das gänzliche Ausbleiben der Gäste, denen er zugedacht ist, diese schreckliche Leere, von der man nicht weiß, ob sie einen halben Tag oder 50 oder 1000 dauern wird... man hat ganz ein- sach den Eindruck, daß die Pest ausgebrochen ist. Das Parsüm der Departs, der Abgereisten, ist noch da, das schillernde Fluidum der Arrivees, der Ankommenden, fehlt. Die kostbaren Gobelins Hätzgen noch, die Uhren ticken noch, aber man hat das beklemmende Gefühl, daß sie das nächste Mal nicht wieder ausgezogen werden. Kein Auto sährt aus den wundervoll gepflegten Straßen, und man wundert sich, daß das Gros nicht darüber ge- wachsen ist. Den einzigen Beweis der Anwesen- heit von Menschen sieht man auf dem Bahnhof, wo prunkvolle Hotelportiers die Züge nach Gästen leerschauen..." Aber Ascona scheint doch gerade jetzt durch den Zuzug von reichen Snobs verteuert und verdorben worden zu fein", warf ich noch einer Kunstpause ein. in der wir von der Atelierecke aus festzustellen versucht hatten, ob auch meine Seele, die ich noch gar nicht richtig kenne, in dem Bilde eingesangen sei. „Das ist es eben", fuhr der Maler fort, plötz- lich anstreichermäßig einen satten Hintergrund aus- legend.„Das reisende Publikum stellt sich auf gemütliche, idyllische Orte und kleinere Hotels in sogenannter bürgerlicher Preislage um, in denen der Wirt noch Inhaber, die Frau die Wirt- schafterin, der Sohn der Hausdiener, die Tochter die Sekretärin und ihr Bräutigam der Koch ist. Eine panische Furcht vor den großen Aktienhotels scheint ausgebrochen zu sein. Die Reichen(jüngst noch Reicheren) denken an chre lieben Aktien z u H a u s e und murmeln etwas von General- direktorsgehältern. die man im„Pa- lace" mitzahlen müßte. Man will in seinen Sommer- oder Winterferien kein'Mitleid mit Palace-Hotel-Aktionären aufbringen oder an seine eigenen notleidenden Papiere erinnert werden. Das Publikum will nicht mehr über gekieste Park- wcge gehen— es will aus dem Hoteleingang die Blumen- oder Skiwiese zum Bach hinunter lausen.. Die Palace-Hotels mit den kilometer- langen Korridoren liegen im Sterben, die kleinen Häuser leben aus... das ist der Zug der Zeit." „Und meine Freunde, die Schweizer?" fragte ich. „Es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß das Schweizer Volk, wenn es unter sich ist, auch aus den Bahnhöfen livriert stehl� und Züge leer schaut", bemerkte etwas sarkastisch der Porträtist, „so wie es auch ein Irrtum ist, zu glauben, daß sämtliche Schweizer Trinkgeld nehmen. Wenn sie nicht gerade zum Rütlischwur versammelt sind, dem Sechseläuten beiwohnen müssen oder eine Mastrichausstellung eröffnen, so bestellen sie ssried- lich ihre Aecker und B e r g w i e s e n. Keinen Punkt gibt's im Tal, von dem aus man nicht Hodler-Gestalten bei der Arbeit sieyt... es lebt und sprießt ein kräftiges junges Geschlecht zwischen den Bergen. Uebrigens: was ist der 5)aupt- exportartikel, meinen Sie? In früheren Jahrhunderten waren es Schweizer Landsknechte, und heute sind es Schweizer kaufmännische An- gestellte— die sind begehrt bis nach Hinterindien hinunter und finden dank ihrer Solidität und Aufrichtigkeck Stellung bis zum heutigen Tag, und das will etwas heißen." Was aber die Sanierung der Hotelgrohbetriebe anlange, so sei sie nur durch staatliche Schließung eines großen Teiles der Luxushotels möglich und ein Anpassen der Zimmerpreise an kleinere Gasthöfe. Indes wir so plauderten, war meine Seele in zwei Sitzungen eingefangen, während L a i b l dazu 40 nötig hatte, und was die„Bäuerinnen in der Kirche" betrifft sogar 200. Wie steif mußten die Armen geworden sein, dachte ich, eine 'Art Genickstarre fühlend, steif zmnindest wie der letzte Engländer rm aussterbenden Palace-Hotel! leicht auch läuft's von innen heraus... Die Füße sind naß bis zu den Knien hinauf. Als er in die Stadt kommt, meint er, es sei hier doch wärmer. Der Regen pendelt silbern durch das Licht der Laternen und die Straßen- bahnen spritzen das Wasser aus den Schienen. Die Menschen springen unter ihren Regenschirmen über die Pfützen und wundern sich über den alten Kerl, der langsam wie an einem schönen Sommer- abend dahinbummell. In der Polizeiwache ist es wirklich warm. lind während der Beamte die Personalien ins Kontrollbuch einträgt, läuft von dem Landstreicher das Wasser ab und bildet am Fußboden eine Lache. „Sie dürfen hier aber nur drei Nächte bleiben", sagt der Beamte und gibt Paul, dem Monarchen, die Papiere zurück. „Mal seh'n", meint der alte Kunde und steigt vorsichtig aus der Pfütze.„Was ist denn das für eine Schweinerei!" schimpft der Putz.„Wischen Sie das mal sofort auf!" 'Aber der Vagabund hat schon die Tür von außen zugemacht. »* „Mal seh'n", denkt Paul, der Monarch, und geht am vierte» Abend wieder zur Polizei. „Ich habe Ihnen doch gesagt, daß Sie nur dreimal hier übernachten dürfen, weist ihn der Wachtmeister ab. „Haben Sie gesagt. Aber ich will noch länger hier bleiben." „Wir dürsen Sie nicht öfter als dreimal be- halten." „Bielleicht müssen Sie sogar. Auf Wieder- sehen." Paul dreht sich zur Tür hinaus. Er bummelt durch die Stadt. Spät bleibt er vor dem großen Schaufenster eines Möbelgeschäftes stehen. Es regnet noch immer und über den Dächern jault der Wind. Hinter der Scheibe steht ein fix und fertiges Familienbett.„Na also", denkt Paul, der Monarch, stellt sich mit dem Rücken zur Scheibe und tritt mit dem rechten Schuhabsatz einmal richtig zu. Es klirrt und die Scheibe hat ein Loch. Er stülpt sich in aller Rühe den nassen Filz über die Faust und schlägt das Loch so groß, daß er hindurchkriechen kann. Drinnen sucht er nicht erst lange nach dem Schalter, um das Licht auszumachen. Er wirft die nassen Lumpen ab, windet sie aus und legt sie über die Stühle und sich selbst splitternackt ins Bett. Vor dem Fenster sind Leute stehen- geblieben.„Gute Nacht!" kichert Paul, und dreht dem Publikum den Rücken zu. Er liegt nicht lange so. Ein Putz kommt und fordert ihn aus, das Bett zu verlassen. Paul schämt sich. Er zeigt auf die vielen lachenden Menschen vor dem Fenster. Der Beamte sucht die Zuschauer zu vertreiben. Vergeblich. Er muß drei Mann zu Hilfe rufen. Da kriecht Paul aus dem Bett und steht krumm, häßlich und nackt vor den Johlenden, die sich nicht vertreiben lassen. „Anziehen!" befiehlt der Putz. Paul denkt nicht daran, wieder in die nassen Klamotten zu steigen. Er macht mit dem Gummiknüppel Bekannt- schaft und wandert dann, in einen Schupomantel gehüllt, zur Wache. * Ein paar Tage später steht Paul, der Monarch, vor einem jungen Richter und sagt die ganze Verhandlung hindurch nichts anderes als dieses: „Ich wollte da meinen Winterschlaf holten, das Bett steht ja sowieso leer." Der junge Richter wendet sich verzweifelt an einen älteren Kallegen. Der sieht sich die Akten an und lacht:„Stecken Sie Paul erst mal so 14 Tage in Untersuchungshaft und dann geben Sie ihm drei oder vier Monate." Der junge Richter tat so. Zlls Paul seine Strafe erfährt, rechnet er laut an den Fingern nach:„Dezember, Januar, Fe- bruar, März.. Mcktc April..." Er sieht den Richter an und schmunzelt:„Na, ja, dos kommt ja ungefähr hin." H, K, Ärheiter-Rasenspiele am Sonntag Fußballer, Handballer, Hockey- und Wasserballspieler setzen die Serien fort Zwei F u fz b v I l s p> e l e von außerordentlicher Wichtigkeit ste/gen im 3. und 4. Bezirk. Nowa- tues 94 sähP nach Havelberg zum Meister der Elbegvuppe. Die Havelberger haben gegen Rathenon� am vorigen Sonntag bewiesen, daß sie nicht uOterjchägt werden dürfen. Die Hinter- mannjchaft ist außerordentlich stark besetzt. Eine bedei/isame Entscheidung fällt für den 4. Bezirk in der Hetzheioe in Luckenwalde. Herta- Luckenwalde trifft nach dem leichten Sieg über Mlerbog nunmehr auf den Meister der Ab- ieilung L. Luckenwalde V. Die Turner haben ihre alte Spielstarke erreicht und werden alles daransetzen, um die Tradition der Turnermeister- schaft zp retten. Serje-spiele: Friesen aeaen ADV. Reukittl«(Fürsten. ttalbc). Die Neuköllner haben in den letzten Spielen an Svielstarke noch zugenommen, so daß sie trotz des fremden Matzes die Vunkte mitnehmen sollten.— Werlsee gegen Herzfelde(Försterei Fangschleuse). Nach dem glänzenden Emel der Herzfelder gegen Lichtenberg besteht für sie keine Gefalir.— Lichtenberg gegen Kickers 31(Aiinaststratze). Dte planweißen sind auf ihrem eigenen Matz sehr schwer schlagen. Auch Kickers' Versuch'wird vergeblich sein.— Z ende ruck 03 gegen Adler 0«(Zehdenick) Die Zehdenicker schernev mit ihrer Mannschaft Schwierigkeit"n zu haben. Immerhin ist den Adlern Vorsicht anzuempfehlen, besonder� nachdem sie gegen Weißensce einen wertvollen Punkt ci»gebllßt haben. Im Bezirk ist die Meinung so stark für AMer, daß auf der B�rständekonferenz ein Antrag, Adler sch�n jetzt zum Vezirksmeister zu erklären, nur mit Stimmengleichheit abgelehnt wurde.— Saxonia 28 gegen Hansa 31(Crerziervlatz). Hanla muß, um ewiger Zweiter zu bleiben, gewinnen. Sie haben allerdings das Exer- Publikum gegen sich, das seine Saronen stark anfeuern wird.(12'/, Uhr.'i— Blauqelb aeg»n Eintracht Reinicken' darf(Einsame Pappel). Der jüngste Ererverein. der an Stelle Forti'nas in die Serie eintritt, ist lehr schnell zu e.lner verbältnismänig starken Mannschaft gekommen, g'gen die das ebenfalls neue Mannsch�ftsgefüge des ebem-iliaen Krei«meLster» nur geringe Aussichten hat.— Vorwärts' Wcddin.a g-gen Nord fCbristigniastraße). Trotz des Erf-lges rm 3. Bezirk iind trotz des eigenen Platzes hat Vorwärts gcaen die technisch reife Nordmannschaft geringe Ans. sichten.— Spandau»Z lwgen Eintrgcht'Svandan(See- hpraer Straße). Cins der immer interesianten Drtsderbns, 5� nwnnender vi.P"� dadurch, daß beiden Vereinen kerne M-ist-ifchaft�hoffnungen bercksieden sind. Äugend: Lichtenberg gegen F'chte(10 Ubr). Borsigwalde gegen Norn'.-'nnig(Ii Ubr). Alemannia gegen Nowawes <12 Ilbr). Vifmer�Ws gegen Teltow(10 Ubr). (S+ä'-t* R-'t-WeißMinerva gegen Pankow, Herzfelde gegen Weisiensee, Nowawes gegen Normannia, Adler 08 gegen Hansa 31, Vorwärts 31 gegen Normannia 2. Wilmersdorf gegen Elstal. Af-mannia 1 und 2 gegen Mahls- darf 1 und 2. Vorwärts-Web ding 1 gegen Cladow, Vor- iaKrtS'A)edhina 2 gegen Werlfee. V' giau der Spiel/: 1. Mann'chgften UU Uhr. 2. Mann- fchakten 12� Uhr. Schüler 10 Uhr. VFÄ Alemannia 22 futfit.vm 4. Dezember auf Gegners Pl�tz für 1. i'Nd 2. Mannschaft spielstarken Gegner.— Vo'k-'port Fu�ballsvarte. sucht kür Sonntag. 4. Dezember. sr'i?I�tznrf''n Geaner mit z'�ei Männermann- schiften aus eignem Vl-tz. Angebote: W. Hirthe. Berlin- Weißensee. Pitzvriusstr. 149. Handball Dus meiste Interesse gilt den Paarungen der t. M l a s s e. Die FTGB.-Osten erwartet um 1K.3i) Uhr aus dem Platz Laskerstraße die FTGB.- Nordost. Wenn Nordost am letzten Sonntag auch nur überaus knapp in Hennigsdorf gewinnen konnte, so trauen wir ihr immerhin die Fähigkeit zu, Osten die Punkte abzunehmen.— Die FTGB.- Nordring muß zur Fritze-Bollmannstadt und dort um 14 Uhr gegen die Turnerschaft Brandenburg antreten. Brandenburg hat achtbare Spiele als Neuling der 1. Klasse gezeigt, aber selbst die Vor- teile des eigenen Platzes find zu gering, um gegen Nordring bestehen zu können.— Der Kreismeister Volkssport Wedding fährt zur Freien Turner- schaft Hennigsdorf und wird das um 15 Uhr be- ginnende Spiel siegreich beenden.— In der Abteilung B hat Eintracht-Mohlsdorf eine schwere Probe zu bestehen. Die ausgestiegenen Stralaucr haben bisher gut abgeschnitten: wir räumen daher im Spiel um 14.50 Uhr auf dem Platz Lasker- straße beiden Parteien die gleichen Aussichten ein.— Auf eigenem Platz erwartet die Freie Turnerschaft Velten um 14.30 den ASV.-Schöne- berg. In diesem Treffen erwarten wir Velten als Punttgewinner— Aus dem Vereinsvlatz von Eiche-Köpenick stellen sich um 15.15 Uhr Eiche- Köpenick und Volkssport Wedding 2 dem Schieds- richter. Wenn Köpenick besseres zu leisten versteht. kann es die Punkte erobern, sonst ober wird sich Wedding durchsetzen Bczirtsklaffe Osten: FTSB.-Obcrlpree gcqcn FTISB.» Lichtenberg 2 um lö'.j Uhr Stlidt. Ferienspielplast am Wasserwerk Äuhlheidc. FTiSB.-Obcrsprce 2 gegen Eiche. Bohnsdorf um U', Uhr auf dem gleichen Plast. FT.»alt- berge gegen Eintracht. Mahlsdors 2 um l.'> Uhr Plast Kalk. berge. FT. Niederlehme gegen FT. Halbe um Uvh Uhr. FT. Erostbesten gegen FT. Zeuthen um IZ Uhr.— Frauen: FTGB.Südost gegen FTGB.-Vaumschulenweg um lä Uhr Plast Pläntcrwald. Bezirksklassc Norden: FTSB.-Norden III gegen ATV. Altrupoin um»>4 Uhr Plast Humbaldthaln. oB. Moabil gegen ATB. Altrupoin um la Uhr Plast Rehberge. ALB. Wedding gegen FSV. Neinickendorf-West um lä.-tll Uhr Plast Rehbergc. FT. Schwante gegen Volkssport Wcdding Z um lä Uhr. Voltssport Weistensee gegen FSV. Pankow um 14 Uhr Rennbahngelände Weisteusee.— Frauen: FTGB..Nordost gegen FSV. Tegel um 14 Uhr Plast an der Schönhauser Allee. ASV. Wedding gegen Voltssport Wed- ding um 13.40 Uhr Plast Rehberge. Bciirlrllaffe Süden: Luckenwalde Turner gegen Berlin 12 um 15 Uhr Blast Hestbeide. MTV. Spcrenbera gegen FTKB.>LaiikmIst um lä Uhr In Sverenbcrg. FT. Wilmers- darf gegen FSV. Teltow um 11 Uhr Cicerovlast. FT. Wil- mersdors 3 gegen ASB. Neukölln um« Uhr Licerosport- plast.— Frauen: TSV Fichte gegen ASV. Schöneberg um 10 Uhr Kastdachplast Frohe Stunde gegen SV. Tempclhof um 12 Uhr Plast Grcnzallce. Serie der Ruderer und kanusahrer. In Spandau, Secburger Etraste, spielen: Collegia gegen Brandenburg Z um 10 Uhr. Fr. K. Spandau gegen Rnderbczirk 10 Uhr. Fr. Schw. Eharlotten. bnrg gegen Brandenburg i II Uhr. Vorwärts i gegen Brandenburg II 14 Uhr. Ruderverein 1913 gegen Branden- bürg l 15 Uhr.— In Lichtenberg. Normauncnvlgst. treten an: Vorwärts Z gegen Undine um»44 Ubr. Vorwärts 3 gegen Ztanu lit»m 11 Uhr.— In der Wuhlheidi spielen: Kanu II gegen Schweissterne um 9 Uhr. Sturmvogel gegen Tegel um 10 Uhr. Hockey In den beiden Spitzengruppen herrscht am Sonntag Ruhe, nur einige Pfiichtspiele kommen Zur„roten Einheitskampfsront" gehört bei den kommunistischen Sportlern die Austragung von Wettkämpfen und Spielen mit bürgerlichen Sportvereinen. Man hat jedoch von irgendwelchen nachhaltigen Erfolgen dieser kommunistifch-bürger- lichen Einheitsfrontaktionen nichts zu hören be- kommen. Nach Beendigung solcher Wettkömpse ziehen die Bürgerlichen weiter am eigenen Strang und die Kommunisten machen im revolutionären Maulaufreihen weiter. Die Bürgerlichen fürchten die kraftmeierischen Kommunisten nicht, ihre Orga- nisationsleitungen geben diesen Spielen und Weit- kämpfen sogar die Zustimmung, ein Beweis dafür. wie gering sie die Gefahr der ideologischen Beein- flussung ihrer Mitglieder durch die Kommunisten einschätzen. Im Gegensatz zum revolutionären Erfolgsge- schrei, wenn es gelingt, einen bundestreuen Sport- ler zum Mitmachen zu überreden, sind die Kam- munistsn in der Berichterstattung über Spiele mit bürgerlichen Sportvereinen sehr bescheiden. Erst kürzlich fand in Alt-Glienicke ein Spiel kommu- nistischer Einheitsfrontler mit dem bürgerlichen Alt-Glienicker Ballspielklub statt, über das die komniunistifche Zeitung ,,R o t- S p o r t" ver- schämt berichtet, daß ein Spiel der„Ortsrivalen" vor 500 Zuschauern stattfand: man oerschweigt den Lesern, daß man hier gegen einen bürger- lichen Sportverein ein Fußballspiel für einen wohltätigen Zweck ausgetragen hatte. Nur aus den bürgerlichen Sportzeitungen konnte man er- fahren, daß bei den Verhandlungen, die zum Spi-labschluß führten,„Rot-Sport" sich verpflich- tete, jegliche politische Demonstra- tion wäh'rend des Spieles zu unter- lassen, nur so erhielten sie die Spielgenehmi- gung. Da diese Verpflichtung von kommunistischen Sprechchören während des Spieles jedoch nicht eingehalten wurde, so wurde der Bezirksvorstand des bürgerlichen Fuhballverbandss sehr verstimmt, er will bei neuen Spielabschlüssen, wie die„Fuß- ballwoche" ichreibt, die Garantie haben, daß ein- gegangene Perpflichtungen auch gehalten werden, zum Auslrag In Spandau erwartet der Freie Hockeyklub die FSB Pankow, Beginn 14 Uhr in der Wilhelmstraße. Die FTGB.-Tempelhof und der SB. Moabit tragen ein Spiel im Volkspark Mariendorf aus. Beginn 14.30 Uhr. Der ASC. und der VfL. Ostring 2 spielen um 15 Uhr aus dem Platz Ost in der Laskerstrahe. Beim Spiel des ASV. Wedding gegen den Männerturnverein Bernau in der Behmstraße geht es um die Punkte. Die Bernauei schlugen am letzten Sonntag den Gruppenersten Schöneberg und werden auch Wedding arg in Bedrängnis bringen. Beginn 13.30 Uhr.''- Weitere Serienspicle: FTGB.-Tempelhof 2 gegen FHC. Spandau 2 um 13 Uhr, VfL. Ostring 3 gegen FTGB.-Osten auf Matz Ost 18% Uhr, SV. Moabit gegen FSV. Pankow 2 8% Uhr, Fr. Schw. Zehlendorf gegen Athletiksportklub 12% Uhr. Arbeiter-Wasserball Das Programm der Serienspiele wird in dieser Woche mit folgenden Begegnungen fortgesetzt: Am Sonnabend, 21 Uyr. Hellas I gegen Potsdam unter Leitung des Lichtenberger Hampe. Der Neuling Potsdam wird in diesem Spiel eine hohe Niederlage nicht verhindern können. Am Sonntag sind um 20 Uhr die Mannschaften von Lichten- berg und Union die Gegner Görke, Weißensee, versieht hier das Schiedsrichteramt. Der Ausgang dieser Begegnung ist als völlig offen zu bezeichnen. Gespielt wird im Wellenbad. grundsätzlich sind die Bürgerlichen gern bereit, Spielen ihrer Vereine mit kommunistischen Sportlern die Ge- nehmigung zu erteilen� Es geht dach nichts über die Grundsätzlichkeit und echtesten revolutionär- proletarischen Ehrbegriff kommunistischer Handlungen. Die Eishockeyspiele Im Berliner Sportpalast zeigte der Welt- meister im Eiskunstlauf, Karl Schäfer- Wien, sein großes Können. Er gewann durch seine aus- gezeichneten Darbietungen das Publikum im Sturm. Die Sicherheit, mit der er die schwierig- sten Figuren lief, deutet darauf hin, daß er schon viel trainiert hat. Sehr ansprechend liefen auch die Wiener Geschwister Holzmann in einem Tanz. Im zweiten Eishockeyspiel der Wiener gegen den Berliner Schlittschuhklub ergab sich nur ein Unentschieden. Zreie Turnerschaft Graß-Berlin E. B. Hand- ball-Lehrgang. Der dyrch ein Mißver- ständnis für die Gruppe B am Montag abgesagte Lehrabend wird nachgeholt. Montag. 28. No° oember, geht die Gruppe A zur Kreisgeschästs- stclle und die Truppe B zur Turnhalle Bouche- straße 75. Beginn in beiden Gruppen 20 Uhr. Freikörperkulturbezirk Gruppe l Moabit. Ouitzowstr. 115, heute, Freitag, 20 Uhr, Musikabend. Die Gruppen Süden und Osten be- teiligen sich geschlossen Sinfonie der Großstadt. Unter diesem Titel rufen Volkssport Neukölln- Britz und der Bezirk Süden der FTGB. die Berliner Arbeiterschaft zum Sonntag in die Neue Welt in der Hasenheide. Was ist die Sinfonie der Großstadt? Das Leben auf der Straße, der Rhythmus der Maschinen, der Müßiggang, der durch die Erwerbslosigkeit hervorgeruien wiro, verleitet die Menschen zum Besuch der frag- würdigen Vergnügungsstätten. Wie die Arbeiter- schaft die Freizeit in Wirklichkeit verbringen soll, zeigt ein Blick aus die Sportplätze. Ein Fahnen- schwingen nach dem„SASI-Lied" von Fritz Wil- dung zeigt die Perbunceuheit der internationalen Arbeiierschast. Mit einem wuchtigen Sprechchor wird die Vernnstaltung schließen. Beginn 15 Uhr. Ein Boxer, fünf Manager Nicht weniger als süns Manager„betreuen" den jungen Deutschamerikaner Mar B a e r. der alle Aussichten Hai, in die vorderste Reihe der Schwer- gewichtler vorzurücken. An diese Leute muß der arme Max Laer nicht weniger als 70 Prozent seiner Börsen abgeben, überdies hat er auch noch 10 Prozent an seinen Vater zu zahlen, so daß ihm selbst von jedem Kamps nur 20 Prozent der Gage übrig bleiben. Mit diesem unhaltbaren Zu- stand w-ll Max Laer jetzt Schluß machen, er hat erklärt, nicht eher wieder zu boxen, als bis er seine überflüssigen Manager losgeworden ist. Auto in Not! Eine Protestkundgebung der Kraftfahrer gegen die unerträgliche Belastung der Krastoer- kehrswirtschast durch Erhöhung der Benzinpreise und drückende Pauschalsteuern wird vom repubii- konischen Deutschen Reichs-Auto-Club Montag, 2 8. November, 20 Uhr, im ehemaligen Herrenhaus, Leipziger Straße, veranstaltet. Das Referat wird der Borsitzende des Gesamtverbandes, Reichs- tagsabgeordneter Anton R e i ß n e r erstatten. In der Diskussion werden Vertreter von Verbraucher- gruppen, der Industrie und des Handels das Wort ergreifen, um die Solidarität von Industrie und Kraftfahrern gegen die Abdrosielung der Kraft- Verkehrswirtschaft zum Ausdruck zu bringen. Die Kraftverkehrstammer und sämtliche in Betracht kommenden Reichsministerien sind eingeladen. Ein- trittskarten(frei) sind in der Reichsgeschäftsstelle des Deutschen Reichs-Auto-Clubs, Charlottenburg, Hardenbergstr. 18,(C 1 Steinplatz 8066) erhältlich. Sei den Ringkämpfen im Zirkuns Busch griff gestern zum ersten Male der Weltmeister G. Grün- eisen ein: Jwanofs leistete dem Meister prächtigen Widerstand und mußte jedoch nach der dritten Runde durch das Abfangen eines Ueberwurfs eine Schulterniederlage hinnehmen. Paßmann und Kochhanski rangen ebenfalls recht entsprechend. In der 12. Minute glückte es Paßmann, den Kölner durch einen Untergriff auf die Schultern zu zwingen. Pohlfuß siegte über Turoff nach 10 Minuten Ringzeit und der Berliner Luppa konnte sich des Bayern Vogtmann nach einer etwas kürzeren Kampfdauer entledigen. Kraust und Neumann kämpften Unentschieden. Radfahrer„Solidarität-'. Touren für Sonntag, 27. N» vcmber. Abt. Tiergarten: Bohnsdori sGrünaus. Start 13 Uhr Vülowftr. 55.— Abt. Kreuzderg: Mariendors. Start 14 llbr Rohde, Dieffenbachstr. 3S-.— Abt. Prenzlauer Berg: Ziel am Start 9 Uhr Oderberger Str. 31.— Abt. Friedrichsbain: Ziel am Start 13 Uhr Petersdurger Platz.— Abt. Wedding: Spandauer Forst. Start 9 Uhr Retlelbeckplat!— Abt. Neukölln: Ziel am Start 13 Ubr Hohenzollernplatz.— s-imabendc der Jugend: Friedrichshain: 29. November, 20 Uhr. Jugendheim Ebertnstr. 12.— Neukölln: 30. November, lOZj Uhr, Bunter Abend im Jugendheim Flughafenstr. 68.— Aot. Kreuzbera: Sonnabend. 26. November, im Gewertschafts- hau» Iubilarfeier. Sportgenosscn und Gäste herzlich willkommen. Erziedungstursv«. Sonntag, 27. November. 9 Uhr, im Jugendheim Lichtenberg, Gunterstr. 44, Referat:„Die politische Lage und Aufgabe der Arbeiterllassr--,„Kirche in Karilatur", Lichtbildervortrag, Besichtigung der Lichten- bergcr Feuerwcar. Unsere zutllnktigc Arbeit. Borsllhrun- gen von Bundes, und Kulturfilmen. Anmeldungen bis zum 24. November an Heinz Wngner, Kaulsdorf, Dorf- strafte 17. Interessenten für Mittagessen<40 und 90 Pf.) melden dieles auch mit. Die Nacktbabeadende der Körpertulturschule Adolf Koch sMitglicd im Verband Voltsgcsundbcit) sind trotz des Verbotes jeden Freitag im Stadtbad Mitte. Gartenstrafte. von 20 bis 22 Ubr. Es zahlen Erwerbslose und Jugendliche nur 15 Vf. einschl. warmen Brauken und Gruppengnmna- stik. sonst 10 Pf. Anmeldungen sind laut Volizeivorschrift linier Bciküguna eines Lichtbildes für die Mitglieder fozia. lis':''cher Organisationen im Ecknilbüro. Friedrichstr. 218, täglich von ik! bis 22 Ubr. möglich.— Der Unterrichtsvlan der Köiverkulturfchiile Adolf Koch in der Stammkchule. Friedrichstr. 218.»nd in der Snmnastitabteilung Etadtbad Mitte wird an allen Wochentagen vormittags, nachmittags und abends in unveränderter Form fortgeführt. Freie Wassersahr-r Köpenick 1924. Sonnabend, 26. Zio» neniber, 20 Uhr, Sitzung im Bootshause. Die Einheitsfront Die artigen Kommunisten Sfaali fev Türafer Freitag, den 25. Nvvernber itaatsoper unter den linden ' 20 Uhr Idomeneo staatliches Schauspielhaus 20 Uh' minna von Bamheim VOLKSBUHNE Theater am Bttlowpsaix O 1. Norden 2944. Täglich 8% Uhr E n Uj tAj\f von Marcei Hiera s S-t B\1!9S T Deutsch von Bruno Frank- Regie: Heinz Hilpert Dorsch. Tiedtke, Valeiti. Siedel. Ver- hoeven. Stein. Almas üASIIIÖ-THEflTER � Lothringer Strahe 57. iiiiiiiiiiiiitnmniiiiiiiiniiiiiiiiuimituiiiiiiniiiiiiiiiiiiuiiiiiiiMii Aach Sonntag 4 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Die Lieöe Hlühl in Werüer Volksstück mit Gesang und Tanz Für die Leser Gutschein I— 4 Personen, Perkstt 0-50, Fauteuil 0.75, Sessel 1.25 JA. §lüdf.Oper Charlottenbure Fraunhofer 0251 Freitag, 25. Nov. 20 Uhr Turnus II NenelDttudlerang „Martha" Ivogün, Ruziczka a G. Pataky, Andresen, Berel. Dirigent; Ladwig Hmennaüs Schlhbauerdamm 25 3 2 WeUemL 6304-05 H EFTE T/, Uhr Ersiautfühiung Kasimir und Karoline Rose. Theater jrofl» Innthmn stille 13 n. Waidiss: t> 3422 8.1$ Uhr Der Zigeunerbaron IllirlS. Flora IUI Raiidiin irlaubl. Birkmeyer und sein wiener Ballett 3 Arconas, 2 Burley'a Hans Koliacher, 10 Brox, Yra&, Ottare usw. sonnahend und Sennng auch iiadim. 4 II. zu kielncn Kelsen 4 Uhr Tätlich 2 x 9 Uhr | Das sensationelle Kabareit-Progrisn 1 Abendt)rei«e 1— 3 Mk. Nachm. G.decK> 25 | Jeden So- rabanti 1 1 Uhr: NgchtvoreteHimgi Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 3 r» ermäßigten Preisen. W meiodie desGiücKs und das November-Programm Deutsches Theater Weidend, sroi Lerne avontellangen Täglich 8 Uhi und Sonntag 4 U. Prim FMIdi Vi Hills Insreniernng: Max Reinhardt Hammerspieie Täglich 8 Uht Michael Kramer von Jtrluri Baupinaiin Klöpfer. Melier. Trlesch.v Rieten Kaiser. Ueheneiner Ba B. So Jendows Bunte Böhne Kotibnun Strad« 6 Oberhaura UDO trüber„EllU■ Sänger" .HKrkflnnen Familien Kallee kocOeo' T)U\4 I) Sngl.Didiin.3Vi Preise von 50 Pf. an S'offe für Leib- und Beitwäsche, Kleider- u. Seidenstoffe aller Art xu«nerm billigen Preisen Verkaufsselt 8—5 Uhr, Sonnabends a— 2 unr Mechanische Feinweberei Adlershof A.- G. BETRIEB KEMPIMSKI�: I Fabrikmarke 59 Jahre GröSts Spszlal-Puppenfalirik Berllnsl N 54 P. R. Zierow N 54 Schönhauser Aüaa 179 Ecke ireh belliner Straße Größtes Lager von Puppen aller Art Repara.urco and al e Crsatztelle \of Anzahl n wt-rd'-n Paopm 7 g r Qc ktf f H i! EnTjros- und Einza-verHauf Fernspr.: o 5. Vineia 1030 Main UdMl Blsmarckstr.(Knie) Steinpl.(Cli»11.- «14 Uhr Robert und Bertram Allrod Braun, Paui Hnldomann, Santa«dnetand Sonntag nachm 5Va Uhr Sobirt und Bertiaai .Preis 0 4" bis2.uu UHMMZM UhfBi-Vmiecke iu ganz niedrigen Preisen Maßanfertlsuns spez. für starke Damen Paul Lindl. DamenrndRieifabrikatiori Neaköl n. Rea.crstr. 63 fäjattöxdz Homöopathie liier Ii-, Blasen-, Uber-, Gallen-, Maren-, Dann- innere v. Nerven!. 1 äioasa* llueizotr. 9 ttshandl. nur 3 M- Lüstl 10-2, 4-7. SM.». 5 Übte M gohee ottdewährt»« 7)ou6. uub(JinceibctnfKet bei «heumo, Ischto«, Kopf,, lKarv-n u. E: rältmigaschmeez» Ermüdung, Strapazen, Sport. »armetllergeift Amol «» allen«pcii>et«n und Ctegcttes.