Morgen- Ausgabe Nr. 557 A273 49. Jahrg. Redaktion und Verlag- Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5VahI des Präsidenten Wenn der Reichstag am Dienstag, dem 6. De- zember, nachmittags unter dem Vorsitz des natio- nalsozialistischen Alterspräsidenten L i tz m a n n zusammentritt, hat zunächst nur die formelle Fest- stellung seiner Beschlußfähigkeit zu erfolgen. Die Wahl des Präsidiums ist in der Regel erst in einer zweiten Sitzung vorgenommen worden, nur am 31. August schritt man zur sosortigen Wahl, weil dadurch eine vorzeitige Auflösung durch den Reichskanzler erschwert werden sollte. Nach dem Grundsatz, daß der Platz des Prä- sidiums der stärksten Partei gebührt, werden die Nationalsozialisten diesen stellen, und da der Streit zwischen S t ö h r, dem Kandidaten der prolcta- rischen Elemente, F a b r i c i u s, dem Kandidaten des Herrn Göbbels und G ö r i n g, dem Kandi- daten der gesellschaftsfähigen Oberschicht durch Hitler zugunsten des Letzteren entschieden ist. dürfte dieser mit Hilfe des Zentrums gewählt werden. Die Deutschnationalen werden ihm allerdings ihre Stimme nicht mehr geben, da er ihren Partei- freund, den Vizepräsidenten Graes, vor ver- sammeltem Hause vom Präsidentenstuhl aus in ungualifizierbarer Weise angegrisien hat. Dafür haben aber Nationalsozialisten und Zentrum be- schlössen, ihrerseits Herrn Graes die Stimme nicht mehr zu geben, weil er bei dem Hindenburg-Bcsuch aus der Reihe tanzte und sich dieses„scharfen Schwertstreichs" nachträglich noch rühmte. Die schwarz-braune Koalition ficht das Recht der Deutschnationalen aus einen Platz im Präsidium nicht an, ist aber nicht gewillt, Herrn Graes dabei zu dulden. Es dürfte also eine Menge unbeschrie- bener Zettel bei diesen Wahlgängen geben. Eine positive Kondidatenoufttellung außer der von(Jvring ist bisher von keiner Fraktion erfolgt, diesbezügliche Zeitungsmeldungen eilen den Tot- fachen voraus. Sicher ist nur, daß die Kommu- nisten ihre bisherige, soeben noch in Sachsen ge- übte Taktik der Beibehaltung eigener Kandidaten auch bei den Stichwahlen wieder zu üben gedenken und dadurch dery Rechtspräsidium wieder zum Siege verhelfen werden. Deutschnationalef Präsident Durch I�ommunisten-Hilke Im Sächsischen Landtage wurde an Stelle des langjährigen bisherigen sozialdemokratischen Präsi- denken Wecke! der Deuft'chnationale Eckart mit 40 Stimmen der Rechten gegen 37 Stimmen ge- wählt. Das Resultat kam nur zustande, weil die Kommunisten im zweiten Wahlgang ungüllige Stimmen für ihren eigenen Kandidaten abgaben, obwohl ihnen die Parteilichkeit des Herrn Eckardt aus früherer Präsidentschaft bekannt war. Sie er- reichten durch ihre Taktik, daß ein reines Rechts- Präsidium gewählt wurde. Vizepräsidenten wurden ein Nationalsozialist und ein Wirtschastsparteiler. Alle diese bürgerlichen Herren waren den Koin- munisten lieber als ein Sozialdemokrat. So versteht die Kommunistische Partei in Wirt- lichkeit die Einheitsfront gegen Reaktion und Faschismus! Wie in den Gemeinden, so Hilst sie auch in den Landtagen durch ihre Taktik den Reaktionären vom reinsten Wasser! Das ist ihr Kampf gegen die Reaktion! Lord Lytton läßt sich nicht einschllchtem Außerordentliche Völkerbundsversammlung soll über die Mandschurei entscheiden Eigener Bcridif des„Vormärls" Gens, 25. Rovember. Trotz heftigem Widerspruch des Vertreters von Zapan hat Lord Lytton seinen Bericht über die Zustände im fernen Osten und über die wandschnkosrage aufrechterhalten. Der Ratspräsident de Valera machte am Freitag den Vorschlag, die ganze Frage nunmehr einer außerordentlichenvölkerbundsooll. versammlung zu überweisen, wobei der Ral das Recht behielte, sich jederzeit darüber auszusprechen. Zugleich ermahnte er die Parteien, nicht bei ihrer unversöhnlichen Haltung zu bleiben. Der Völkerbund verdanke seine Existenz der tiefen Um- wälzung der össentlichen Meinung als Folge des Krieges. Es hieße diese öfsentliche Meinung in völlig unzulässiger weise provozieren, wenn man den Mechanismus der Erhaltung des Friedens nicht völlig ausnutze und wenn man sein Funktionieren behindern wolle durch mangelhafte Zu- iammenorbeit der interessierten Staaten. Der Vertreter Chinas erklärte sich mit dem Ratsvorschlag einverstanden. Er fügte hinzu. jede Lösung sei unannehmbar, die die Mandschukuo als selbständigen Staat anerkenne. Der Vertreter Zapans will nochmals die Meinung seiner Regierung einholen. Präsidialkabinett? Von Pudolk Breitscheid Dar diplomatische Notenwechsel zwischen dem Haus des Reichspräsidenten und dem Hauptquartier des Herrn Adolf Hitler ver- dient nicht nur unter dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen Regierungskrise und ihrer Lösung Beachtung, sondern er hat darüber hinaus auch eine grundsätzliche B e- d e u t u n g sür die Behandlung sehr brennen- der staatsrechtlicher Probleme. Zum mindesten erführt man aus ihm, welche Auslegung in der Umgebung des Reichsprösi- deuten gewissen Begriffen gegeben wird, die in der öffentlichen Diskussion dieser Zeit eine große Rolle spielen. So enthält das vom 22. November datierte Schreiben des.Staatssekretärs Meißner Untersuchungen— man kann sogar sagen recht spitzfindige Untersuchungen— über den Unterschied zwischen einem Präsidial- kabinett und einer Parlamentär!- schen Regierung. Sie sind zwar in erster Linie bestimmt, Herrn Hitler den Sinn des ihm vom Reichspräsidenten erleilten Auftrags zu erläutern, aber sie stellen doch gleichzeitig den Versuch dar, einzelnen Bestimmungen der Weimarer Verfassung eine neue Auslegung zu geben. Kennzeichen einer p a r l a m e nt a r i- schen Regierung ist demnach die Tatsache, daß sie alle Machtoollkomenheiten aus- schließlich von einer parlamentarischen Mehrheit bezieht. Sie muß alle Gesetzentwürfe vor ihrem Inkrafttreten den parlamentarischen Körperschaften zur Genehmigung vorlegen und sie oerfolgt im wesentlichen Ziele, auf die der Reichsprösi dent nur in geringem Maße und nur mittel- bar Einfluß hat. Das Präsidialkabinett bezieht demgegenüber nach Meißner seine Macht- Vollkommenheiten in erster Linie vom Reichspräsidenten und braucht die Parla- mente i in o l l g e nt ei n e n nur zum Sank- tionieren und Tolerieren. Der Führer des Präsidialkabinetts bedarf des b e s o n d e r e n Vertrauens des Reichspräsidenten. Das Ka- binett muß überparteilich geführt und zu- sammengesetzt sein, und es muß ein vom Reichspräsidenten gutgeheißenes üoerpartei- liches Programm oerfolgen. Es kann nicht von einem Parteiführer geleitet sein. Dieser.— nebenbei mit dehnbaren Wen- düngen wie„in erster Linie" und„im allge- meinen" arbeitenden— Definition eines Präsidialkabinetts wären zunächst die Ver- fasiungsbestimmungen entgegenzuhalten, nach denen der Reichskanzler und die Reichs- minister zu ihrer Amtsführung das Ver- trauen des Reichstags bedürfen und der Reichskanzler die Richtlinien der Politik bestimmt. Die Verfassung kenm keine Regierung, die des besonderen Ver- trauens des Reichspräsidenten bedarf, und keine, deren politische Richtlinien vom Reichs- Präsidenten bestimmt werden. Das Präsidial- kabinett, wie es der Staatssekretär Meißner darstellt, ist also schon an und für sich eine Konstruktion, die mit den Grundlagen un- seres staallichen Lebens nichts mehr zu tun hat, und an deren verfafsungsfrem- dem Charakter auch der Versuch, doch noch eine gewisse Verbindung zwischen Ka- binett und Volksvertretung herzustellen, nichts ändern kann. Denn ein Parlament, dessen Funktion auf Tolerieren und Sanktio- nieren beschränkt wird, führt höchstens noch ein Schattendasein. Und was geschieht end- lich, wenn der Reichstag sich weigert, die ihm so gestellte Aufgabe zu erfüllen? Hierauf gibt der Meißnersche Brief keine Antwort. Mit gutem Grunde, denn seine Auslegung folgerichtig weitergeführt, muß für diesen Die preuKenregierung wird aktiv Lin Erlaß an die Beamten über die Weiterführung der Geschäfte zurvölligenAusschaltungder Volksvertretung führen. Nun hat der Reichspräsident dem Führer der Nationalsozialisten am 19. November den Auftrag gegeben, eine parlamentarische Re- gierung zu bilden, das heißt also eine, die nach der Begriffsbestimmung seines Staats- fekretärs ihre Machtvollkommenheit aus- schließlich von einer parlamentarischen Mehr- heit bezieht. Aber Herr v. Hindenburg hat diesen Auftrag mit gewissen Ein- schränkungen versehen. Er forderte nicht nur die Aufrechterhaltung des jetzt ge- waltsam hergestellten Verhältnisses zwischen dem Reich und Preußen und den Verzicht auf eine Einschränkung des Artikels 48, stm- dern er nahm auch das Recht in Anspruch. Wehrminister und Außenminister auf Grund persönlicher Ent- scheidung zu ernennen. Mit an- deren Worten: hier sollte ein neuer Ka- binettstyp geschaffen werden, einer, der sozu- sagen zwischen präsidentieller und parlamen- tarischer Regierung steht. Auch für eine solche Lösung fehlen ganz und gar die verfassungsmäßigen Grund- lagen. Zwar beruft sich der Reichspräsident auf die Artikel 45 und 47, nach denen er das Reich völkerrechtlich vertritt und den Ober- befehl über die gesamte Wehrmacht führt, aber diese Rechte machen den Artikel öl) nicht unwirksam, in dem festgestellt wird, daß alle Anordnungen und Verfü- gungen des Reichspräsidenten — und, es wird ausdrücklich hinzugefügt, „auch solche auf dem Gebiete der Wehr- macht, der Gegenzeichnung durch einen Minister bedürfen. Gälte der Grundsatz, daß der Mann an der Spitze des Reiches selbst für ein parlamentarisches Kabinett zwei seiner Minister nach eigenem Ermessen aus- suchen kann, so würden diese damit ihren Verpflichtungen gegen das Par- l a m e n t entzogen. Die Gegenzeichnung wäre nur eine inhaltlose Formalität, da im Falle der Weigerung eines Ministers der Reichspräsident einen ihm genehmen Nach- folger ernennen könnte, ohne sich um die Stellung des Parlaments zu der vorliegen- den Streitfrage zu kümmern. Ja, es wäre sogar vorstellbar, daß in Konsequenz des Hindenburgfchen Anspruchs ein Präsident auf den Gedanken kommen könnte, sich auch das Vorrecht der selbständigen Ernennung anderer vom Parlament unabhängiger Mi- nister anzumaßen, zum Beispiel des Justiz- Ministers mit Rücksicht auf sein Begnadi- gunosrecht und des Innenministers mit Rücksicht auf die Vollmachten, die ihm der Artikel 48 gibt. Das sind alles in allem recht trübe Fest- stellungen über die Auslegungstünste, die von den Ratgebern des Herrn v. Hindenburg an der Reichsverfassung geübt werden. Wir sind weit gekommen in Deutschland, und welches auch immer die neue Regierung sein mag, der Weg zu dem von Hugenberg und einigen reaktionären Staatsrecbtslehrern pro- pagierten staatlichen Notstands- recht ist nicht mehr lang. Das aber ist der Erfolg derer, die in kommunistischer und nationalsozialistischer Aufmachung alles getan haben, um die Demokratie zu unterminieren und um ihres Diktaturideals willen im Volt zu brechen. Sie können nicht ernst ge- nommen werden, wenn sie. aus taktischen Gründen, wie jetzt Herr Hitler, mit noch so guten Argumenten für die Rechte des Volks und seiner Vertretung gegenüber den Ver- fechtern besonderer Privilegien des Präst- deuten eintreten. Sie ernten nur, was sie selbst gesät haben, aber leider werden die bitteren Früchte nicht ihnen allein, sondern der ganzen Nation geboten. Berichtigung. In dem heute früh veröffent- lichten Briefwechsel Meißner-Hitler ist an einer Stelle ein sinnentstellender Druckfehler unter- laufen. In dem ersten Brief« Meissners an Hitler muß es unter Ziffer ü heißen, daß Hitler ein par- lamentarisches Kabinett mit Ermächtigungegesetz für aussichtsreich(nicht aussichtslos) ge- halten habe. Verhaftung in Königsberg. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte das Auto des NSDAP.- Gauleiters Koch und verhaftete den Chauffeur Philipp. Die Beschlagnahme und die Verhaftung sollen mit den Anschlägen in Königsberg am 1. August in Zusammenhang stehen. ddduufy, üceisUiiu und Supuee B&ucUsi/octieuull Heule Sonnabend vor dem Bezirks- Parteitag, um 15'/, Uhr, wichtige Vorbesprechung aller Kreisleiter mit dem Engeren Bezirksvorstand Im Zimmer 105 des Herrenhauses, leipziger Straße 5, Haupteingang. Das preußische Staatsministerium(Regierung Braun) hat in seiner Sitzung vom Z4. November 1332 Richtlinien über die lveltersührung der Geschäfte beschlossen, in denen einleitend festgestellt wird, daß nach der Enlscheidung des Staatsaerichts- Hofs allein Ministerpräsident Dr. Braun und die preußischen Staatsmiuister die preußische Staats- reglerung, die preußische Landesregierung und dos preußische Staatsministerium bilden. Es heißt dann in dem Erlaß u. a.: Sitz des Staatsministeriums und despreußischenMini st erpräsidenten als Behörde ist, solange das Gebäude Wil- helmstroße 63 für das Staatsministcrium nicht freigegeben ist, bis auf weiteres zufolge der Ver- ordnung vom 18. November 1932 das Dienst- gebäude Leipziger Straße 3. Alle an das preußische Staatsministerium oder den preußischen Ministerpräsidenten gerichteten Briefe sind uneröffnet dem Büro des Staatsministeriums. Leipziger Straße 3, zuzuleiten. Wenn die Briefe nach ihrem Inhalt zur Zeit zur Zuständigkeit des Reichskommissars für das Land Preußen gehören, wird das Staatsministe- rium sie nach der Oeffnung aus dem schnellsten Wege dorthin abgeben. Vertretender Be» amter für den Ministerpräsidenten und das Staatsministerium als Behörde ist Mi- n i st e r i a l d i r e k t o r Dr. Brecht, der in Vertretung zeichnet. Ihn vertreten bei Behinde- rung d>e Ministerialdirektoren Dr. B a d t und C o ß m a n n. Es wird dann darauf hingewiesen, daß die Minister Dr Steiger, Dr. Schreiber, Dr. S ch m> dt. Dr, Klepper und Grimme ihren bisherigen Amtssitz behalten und durch die Staatssekretäre ihrer Ministerien in der üb- lichen Weise oertreten werden. Der Minister des Innern Dr, Severinq wird bis auf weiteres, so- weit nichts anderes bestimmt wird, ebenso wie der Ministerpräsident oertreten. Die Vertretung des Landes Preußen im Reichs- rat wird in der bisher üblichen Weise durch den Ministerpräsidenten und die Staatsminister sowie in ihrer Vertretung durch die Hauptbeoollmäch- tigten zum Reichsrat ausgeübt, in Emzelfrazen nach besonderer Verständigung durch die übrigen zuständigen Beamten. Die Vertretung des Landes Preußen Im Reichsrat wird in der bisher übliäien Meise durch die stellvertretenden Bevollmächtig'ea tum Reichsral ausgeübt. St'mw.sührender Bevollmächtigter Preußens zum Reichsrat ist Mi- nisterlaldlrektor Dr. Brecht. Seine Vertreter der Stimmführung sind die vlinister'.aldirektoreu Seit kurzem bemüht sich die nationalsozialistische Presse, über das Reichsbanner die ungeheuer» lichsten Lügen systematisch zu verbreiten. In diesem Handwerk betätigt sich besonders die„B e r- l i n e r B ö r s e n z e i t u n g", die in chrer Donnerstag-Auszab« unter der Ueberschrift„Zu- sammenbruch des Reichsbanners" einen geradezu ungeheuerlichen Schwindel verzapft. Hierzu teilt die Bundespressestelle des Reichsbanners mit: Die„Bö-senzeitung" lügt, daß es anläßlich der kürzlichen Bundeskonfernz des Reichsbanners in Bremen zu einem Konflikt zwischen Höltermann und dem Parteivorstand der SPD. gekommen sei. In Wirtlichkeit ist es gerade auf dieser Konferenz, an der der Vorsitzende der SPD., der Reichstags- abgeordnete Wels, und führende Vertreter der Gewerkschaften und der Arbeitersportler teilnahmen, zu einem erneuten Bekenntnis des Zusammengehens auf einem ge- meinfamen Wege gekommen. Unwahr ist weiterhin die Behauptung der „Börfen-Zeitung", daß der sozialdemokratische Parteivorstand in Bremen eine Erklärung„gegen das militaristische Reichsbanner" in der„Bremer Volkszeitung" veröffentlicht habe und außerdem osteMativ den wehrsportlichen Vorführungen des Bremer Reichsbanners ferngeblieben sei. Die „Bremer Volkszeitung" hat eine solche Erklärung nicht veröfsent- licht. Ebenso geschwindelt ist es, daß der Bundes- führer Höltermann beim Verabschieden von einer „Ehrenkompagnie" ousgepfiffan worden sei. Bundesführer Hölterman ist nicht nach Schluß des Treffens abgefahren, sondern erst am Dienetag- abend. Er begab sich in Begleitung des Gauleiters zum Bahnhof, wo eine„Ehrenkompagnie" nicht vorhanden war. Ferner wird behauptet, daß zwischen dem Reichs- banner und der SPD. dadurch ein Konflikt ent- standen sei, daß der Bundesführer Höltermann sich für Arbeitsdienst Pflicht einsetze. Tatsache ist, daß das Reichsbanner— ebenso wie die Mehr- zahl der am freiwilligen Arbeitsdienst beteiligten Organisationen— die Arbeitsdienstpslicht als eine absolut unsinnige Angelegenheit aufs entschiedenste Dr. Badt und Eoßmann. inwieweit Reich»- ralssachen in weiterem Umfang als bisher zum Vortrag beim Minister zu bringen sind, regelt jeder Minister für seinen Geschäftsbereich. Die In den einstweiligen Ruhestand versehten Mi- nisterialbeomten, die zu stellver'retenden Bevollmächtigten zum Reichsrai bestellt waren, behalten bis auf weiteres diese Vollmacht: in welchem Umfange sie zur Vertretung herangezogen werden, wird besonders bestimmt. Die auf Stellen außerhalb der Ministerien ver- setzten früheren Ministerialbeamten verlieren die Eigenschaft als stellvertretender Bevollmächtigter zum Reichsrat, soweit nichts anderes bestimmt wird. Die sonstige Vertretung des Landes Preußen gegenüber dem Reiche ge- schieht, soweit sie nicht vom Ministerpräsidenten oder von den Staatsministern persönlich oder durch besondere Vertreter wahrgenommen wird, in der üblichen Weise durch die Staatssekretäre und Be- amten der Ministerien im Namen des Staats- Ministers. Alle Einladungen die an das preußische Staats- Ministerium oder die preußischen Ressortminister zu kommissarischen Besprechungen mit Reichs- Ministerien ergehen, sind in diesem Sinne dienstlich zu behandeln, ebenso alle übrigen Schreiben, bei denen ez sich um die Vertretung des Landes Preußen gegenüber dem Reiche handelt. Die Be» sugnis der Kommissare des Reichs, auf Einladung Vertreter zu Besprechungen mit Reichsministerien auch ihrerseits zu entsenden, wird hierdurch nicht berührt. Doch steht den Vertretern insoweit nicht die Vertretung des Landes Preußen, sondern die Vertretung der Kommissare zu. Nachdem noch in, einzelnen die Vertretung der Staatsregierung gegenüber dem Landtag, dem Staatsrat und den anderen Ländern geregelt ist, heißt es weiter: Alle Beamten dürfen als vertreker des Staaks- ministerlum«, der Skaalsregierung. des Minister» Präsidenten und eines Staatsminister» gegenüber dem Reichstag, Reichsrat, Landtag und Staa'srat sowie in Vertretung des Landes Preußen gegenüber dem Reich und deo anderen Ländern nur Aasichken vertre'en, die den allgemeinen oder besonderen Anweisungen des Miaislcrpräiiden'en oder der zuständigen Skaa'sm nister entsprechen. Zn Zweifelssällen haben sie sich durch Vortrag hierüber Gewißheit zu verschaffen. Wenn Meinungsverschiedenheiten zwischen der Staatsrezierung und den Kommissaren des Reiches bestehen, kann über die Stellungnahm« der Kommissare, soweit nicht besondere Lnord» nung erfolgt, sachliche Auskunft gegeben werden. Alle Beamten werden ausdrücklich daraus hm» bekämpft, sich dagegen in Gemeinschaft und Zu- sammenarbeit mit den gewerkschaftlichen Organi- sationen in der Arbeitsgemeinschaft des„Sozialen Dienstes" führend am freiwilligen Arbeits» dienst beteiligt. Auch die weitere Behauptung, daß es in einem Arbeitslager des Reichsbanners in Lüneburg zu einer Rebellion gekommen sei, ist erlogen. Es ist lediglich etwas davon bekannt geworden, daß vor kurzem in einem Arbeitslager Gtralsunder Gtrasanträge für den Schutz des Negaster Kinderheims Stralsund, 25. November. ümRegaster Prozeß beantragte der Oberstaatsanwalt am Freilag gegen die Angeklagten — fast ausschließlich Mitglieder der Eisernen Zronl— 77 Monate Gefängnis. Die höchste Strafe wurde für den Landarbeiterführer Toepper mit 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis beantragt, während sich die übrigen Strasanträge zwischen 4 und 10 Monaten Gefängnis bewegen. Das Urteil ist im Laufe des Sonnabends zu erwarten. Krise in Baden Karlsruhe, 25. November. Der erweiterte Landesvorstand und die Land- tagsfraktion der badischen Zentrumspartei hielten heute eine Sitzung ab und faßten folgenden Be- schluß: Der erweiterte Landesvorstand und die Landtagsfraktion der Zentrumspartei kamen nach eingehender Beratung einstimmig zu dem Be- schluß: daß eine Entscheidung des sozial- demokratischen Parteitages, auf Grund deren die sozialdemokratische Fraktion gewiesen, daß es ihnen nicht gestattet ist, namens der„Staatsregierung" der„Landesregre- rung", des„Preußischen Ministerpräsidenten" oder der„Preußischen Staatsminister" mündlich oder schriftlich Erklärungen abzugeben, die m Wirklich- keit in Vertretung der Kommissare des Reichs und nicht in Vertretung des Staatsministeriums oder der Staatsminister erfolgen. Es ist ihnen serner nicht gestattet, in mündlichen oder schrift- lichen Erklärungen von der„k o m m i s s a r i- schen Staatsregierung" zu sprechen, da nach der Entscheidung des Staatsgerichtshofs an die Stelle der Landesregierung auch vorübergehend kein anderes Organ gesetzt werden kann. Schreiben des Ministerpräsidenten und der Staatsmiuister oder ihrer Vertreter an die Kam- missare des Reichs erhalten folgende Anschrift: 1. an den Herrn Reichskommissar für das Land Preußen. Wilhelmstr 63. 2, An den Herrn Kom- misjar des Reichs für den Geschäftsbereich des ....Ministeriums, Straße und Hausnummer des betreffenden Fachministeriums. Diese Richtlinien sind von allen Beamten bei der Vertretung der Staatsregierung und der Bearbeitung von Angelegenheiten für die Staatsregierung zu beobachten, In einer Anlage wird festgestellt, daß der Staatsgerichtshof nicht alle der Landesregierung verbliebenen Rechte ausdrücklich aufgezählt habe. Nach Auffassung der Staatsregierung gehören zu den unllbertragbaren organisatorischen Rechten der Länder u. a. die Vorschriften der Reichsversassung darüber, daß die ordentlichen Gerichte Landesgerichte sind. Daraus und aus den Grundsätzen der Landeshoheit wird gefolgert, daß die von den Gerichten verhängten Strafen dem Begnadigungsrechte der Landesregierung unterliegen. Die Staatsregierung, so heißt es In dem Erlaß, hält es zum mindesten für äußerst zweifelhaft, ob da» Begnadigungsrecht auf Grund des Ar- tikels 48 Absatz 2 von den Zuständigkeiten des Landes abgetrennt und aus einen Reichskommissar gegen den Willen der Landesregierung übertragen werden kann, zumal über die Begnadigung Der- träge mit anderen Ländern bestehen. Ferner ge- hört nach Ansicht der Staatsregierung zu den sechs unübertragbaren Befugnissen, die der Staatsgerichtshos ausdrücklich aufzählt, un- trennbar auch die Besugnis, selbständig über die zur Ausübung dieser Befugnisse erforderlichen Hilfsmittel persönlicher und sachlicher Art zu oer- fügen." DIU diesem Erlaß nlmmk die preußische Staatsregierung alle Rechte ln Anspruch, die ihr nach dem Leipziger Urteil zustehen. im Lüneburgischen ein« Gruppe Stahl- helmer rebellisch geworden ist. Genau so aus der Luft gegriffen ist die Be- hauptung, daß im Jungbanner eine„Rebellion" ausgebrochen sei. Der„Börsen-Zeitung" und ihrem nationalisti- schen Presseanhang sei nur gesagt: von einem Zusammenbruch des Reichsbanners kann keine Rede sein. Wer die Geschlossenheit der Bremer Bundeskonferenz miterlebt und die begeisterte Zu- stimmung zu den neuen Organisationsplänen, die der Bundesführer Höltermann dort entwickelte. gehört hat, der weiß, daß das Reichsbanner sich gerade jetzt in einem Abschnitt neuer Entwicklung und entschlossenen Vormarsches befindet! gegenüber dem Konkordat von der Stimmenthal- tung zur Ablehnung übergehen würde, als schwerster Verstoß gegen Treu und Glauben und die politische Moral, als Zertrümmerung der Koalitionsgrundlagen und damit als Auflösung der derzeitig bestehenden R e- gierungskoalition zu betrachten sei. * Diese ganz ungerechtfertigten Angriffe werden gewiß nicht die Wirkung haben, den außerordent- lichen Parteitag der badischen Sozialdemokratie am morgigen Sonntag im Sinne des Zentrums um- zustimmen. Kommunistenverfolgungen. Wegen Streikagjta- tion im Kohlenbergbau wurde im P r a g e r Kam- munistenhaus stundenlang gehaussucht und aller- Hand Material mitgenommen, besonders über die „Solidarität", Ersatzoerein für die ausgelöste IAH.— In B u l g a r i e n, wo die Kommunisten letzthin die Mehrheit im Gemeindeparlament der Hauptstadt erobert haben, sind zehn K P.- A b- «ordnete verhaftet worden. Begrün- ung: Staatsschutzgesetz! Die anderen 21 Abge- ordneten sollen bald folgen,— In Tokio wollte die Polizei aus der Ausstellung„Proletarische Kunst" 166 Bilder entfernen. Auf Widerstand- leistende wurde eingeschlagen und die Ausstellung geschlossen. Reichsminister Dr. Bracht verabschiedete sich von der Essener Beamtenschaft. Lügen gegen öas Reichsbanner Lrkindungen der Papen-Presse Abrechnung mit den Kommissaren! Anklagerede des Genossen Hamburger gegen das Regune Papen— Bracht Der Preußisch« Landtag setzte am Freitag die Aussprach« über die V e r f a s s u n g s st r e i t i g- k e i r e n fort. Abg. Kasper(Komm.) erklärt: Das politische Barometer stehe auaenblickiich auf Sturm. D e Reichskommissare migachieten sämtliche Uneile und auch Parlamen-sbeschlüsse. Die Kommunisten ve?. langten daher, daß der Landtag von sich aus die Bevölkerung zum Steuer streik und Bon- kort gegen die faschistischen Kommissare aufrufe. (Befall bei den Komm.) Or. HamburAer(Soz.) Der Gcwaltstreich des 20. Juli hat nicht nur die Regierung, sondern auch den Landtag weitgehend seiner Rechte beraubt. Ein solcher Staatsstreich gegen das Parlament ist erst von dem Augenblick an möglich geworden, seit Nationalsozia- listen undKommunisten die Mehrheit hier haben.(Widerspruch bei den Komm.) Das Urteil des Staatsg-richtshofs geht von dem fun- damentalen Irrtum aus, daß die Kommissarsregie- rung irgendwelche Achtung vor dem Recht hätte. Wie irrig diese Annahme des Staatsgerichtshofes ist, haben die M i t t e il u n g e n des Abg. chinkler im Hauptausschuß gezeigt: er ist zusammen mit dem Prästdenlen kerrl bei Brach! gewesen und hat ihn gefragt, warum denn die Kommissare überhaupt vor den Staats- gerlchtrhof gegangen wären, wenn sie da, Urteil seht nicht durchführen wollten. Herr Bracht hat erwidert: Wir haben eben geglaubt, i n v o l l e m Umfange Recht tu bekommen, hätten wir oew-ßt, daß das nicht geschieht, wären wir gar nicht e st vor den Slaategerichtshos gegangen. (Lebhaste» hört, hört! und große Bewegung.) Wir wollen dem Rechtsaedanken wieder zum Siege verhelfen, indem wir die Macht der Arbeiter- klasse wieder herstellen.(Zuruf bei den Komm.: Wie wollt ihr das denn machen?) Die Zerschlagung der kommunistisch-nationalsoziaiistischen Mehrheit ist die Loraussetzung der Wiederherstellung der Demokratie!(Sehr gut! bei den Soz.) Die gegenwärt ge autoritäre Regierung hat die höchste Autorität, die Autorität des Rechts und des Rechtsgedankens vernichtet. Sie hat öffentlich und im Rundfunk die schwersten Vorwürse gegen die preußische Regierung und hohe preußische Beamte erhoben. Sie hat, nach- dem der Staatsgerichtshof diese Borwürfe als.im- begründet erwiesen hat, nichts zurückge» n o m m e n. und der rundfunkfreudige Kanzler hat es nicht für notwendig gehalten, den b e l e i- digten und geschmähten Beamten irgendeine Genugtuung zu geben. (Zuruf: Ehrauffassung des Herrenklubs!) Damit ist Herr von Papen liefer in die DVedenmgen des von ihm so verachteten Parteiwesens hineingestiegen als irgendein Kanzler vor ihm! Seine INethode grundloser Beschimpfungen und Verleumdungen im Rundfunk ist allerdings eiwas grundsätzlich Reueo in der deutschen Slaatcsührvng gewesen. Dabei kann man beim besten Willen nickt er» kennen, was die Herren der neuen Staateführung berechtigt, sich so über ihre Vorgänger in der Re- gierung zu erheben. Herr von Papen hat in diesem Hause als Zentrumeabgeordneler unzählige Male dem ka- binetl Braun das vertrauen votiert. Herr Planck war der Vertrauensmann Brün'ngs, Herr Brach» hoher Beamter im Preußischen wihlsahrtsm nisterium und der Reickskanstei und Herr P o p i ß noch vor rwei Iahren die recht? Hand des Reichssinanzministers Dr. h.ijer- ding.(Große Heiterkeit.) Erst bei dem politischen Konjunkturwechsel haben dies« hohen Würdenträger verbrannt, was sie vor- her angebetet haben. Aber wir Sozialdemokraten haben für derartige Konjunkturritter keinerlei Äch- tung übrig!(Lebhafte Zustimmung.) Gegen das System der Reickskommissar« tritt jetzt auch die NSDAP, als Ankläger auf. Aber die Nationaksozialisten hier im Hause und ihr Präsident Kerrl haben nicht nur die Reichsexekution gegen Preußen her- b s i g e f ü h r t: fle haben sogar den abgesetzten Ministern das Recht bestritten, vor dem Staats- gerichtshof zu klagen. Alle Uebergriff« der Reichs» kommistare sind im„Angriff" und im„Völkischen Beobachter" gefeiert und bejubelt worden. Ge» meinsam mit Herrn Bracht hat Herr Präsident Kerrl in einer Versammlung vor den preußischen Polizeiofsizieren gerühmt, daß endlich die Parteipolitik zum Teufel gejagt und an ihre Stelle eine schaffende Staatspolitik gesetzt sei. (Lebhaftes hört, hört!) Wenn nachher die Naticmalsozialisten. weil die Reichskowmissare nicht in allem ihren Willen getan haben, deren Vor- gehen als rechtswidrig angeprangert haben, so haben sie eine ganz besondere Re- lativitätstheorie des Rechts,(heiter- keit.) Aber wie will überhaupt die Rationalsozia- list'sche Partei für Rechte des Parlaments kämpfen, da Herr Hitler doch in seinem Buche „Mein Kamps" beklagt, daß der Reichstag 1314 nicht mit wassengewalt auseinandergejagt worden sei.(hört, hört!) Die Nationalsozialisten begeistern sich für das Parlament nur, solange sie mit seiner Hilf« Machtzuwachs erhoffen. Am g. November 13 2 3 wollte hüler auf dem Wege der Ge- w a l t die Staatsmachl erobern. Es ist ihm nicht qeiunaen. Am 13. August d. I. hat Adolf Hitler an der Spitze von 14 Millionen Wählern mit 230 Reichstazeabgeordneten und einer ge- waltigen außerparlamentarischen Macht nach zehn- tägigen Terrortaten großen Umsangs vom Reichs- Präsidenten die Uebergabe der gcsamten«taats- macht gefordert. Er ist abgewiesen worden. Er hat dagegen nichts unternommen, weil, wie der „Schlesischs Beobachter" am IS. November aus- einandersegt. Reichswehr und Polizei nicht zu überwinden wären(hört, hört!) Am 2 4. Ro- » e m b e r standen hinter Herrn Hitler kkine 12 Millionen Wähler mehr. Jetzt sucht« er durch neue Methoden diplomatischen Notenwechsels die Macht zu erlangen.(Heiterkeit.) Mit allen Fein- heilen klassischer Philologie und ziviler Juris- prudsnz hat Herr Hitler den Reichspräsidenten zu überzeugen gesuckl. daß er ihm die Elaalsgewalt üderrändigen müsse. Der Reichspräsident hat unter Hinweis auf seinen Berfaisungseid abgelehnt. Damit hat die Nazipartei alleMöglichkeiten der Legalität und Illegalität, der Forderung und der Bitte, des Angebots und der Verhandlung erschöpft. Was kann sie jetzt noch unternehmen? Sie kann auf die Dummheit eines großen Kommuniilenputsches warten. Aber die Arbeiterklasse wird kün'liq ebensowenig wie am 23. Juli den Nationalsozialisten die Chance geben, sich als Staatsretter des Staats zu bemächtigen. (Lebhafte Zustimmung bei den Soz.) Eins steht nach diesen neun Iahren fest: Deutschland wird nicht faschistisch!(Stürmischer Beifall bei den Soz.) Adolf tzitler und der Rationalsozialismus gelangen in Deutschland niemals zur RIackt.(Erneuter Beifall.) Der Weg vom Kaiserhof zur Reichskanzlei dauert zwei Minuten: kerr Hitler wlrd ihn in aller Ewigkeit nicht zurücklegen.(Lebhafter Beifall und große Bewegung: große Unruhe bei den Ratsoz.) Während der Verhandlung über die Regie- rungsbildung ist Herr Hitler einmal in die Over gegangen, er hat die M e i st e r s i na e r gehört. Er hätte sich lieber vor dem 13. August den Sommernachtstraum ansehen sollen und vor dem 24. November das Wintermärchen. (Schallende Heiterkeit.) Denn an diesem Tage ist das Märchen des Dritten Reichs zerstört worden. Das Stück, das Herr von hindenburg mit den Nazis spielt, heißt: Der Widersven st igen Zähmung(«ehr gut! und große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.» Von den Nationalsozialisten in die Macht ge- bracht, regieren jetzt seit vier Monaten in Preußen die Reichskommissare. Was hat i hj: e autoritäre Regierung geleistet? Sie hat den Verwaltungsapparat verwirrt und zersetzt. Sie hat das Land Preußen ohnmächtig gemacht und zwischen Nord und Süd eine tiefe Kluft aus- gerissen. Sie hat Hetze und Parteipolitik in den Rundfunk getragen. Das ist a l l e s I Sehr wahr! bei den Soz.) Nach dem eigenen Geständnis der Reichskom- missare sind Ruhe und Sicherheit nicht besser ge- sichert als vorher. Herr von Winterfeld hat gestern für die Deutschnationale Volksvartei den Parla- mentsstreik proklamiert: sie wolle im Landtag nicht mehr mitarbeiten, weil sie ja bei den Kommissaren so gut zu Hause ist, daß sie da alle» direkt er- reichen kann. Aber m dieser Erklärung hat Winterfeld weiterhin versichert, d'e Deutschnatio- nalen wollen Einfluß und Eigenstaatlichkeit Preußens erhalten. Ein Wort von tieferer Unwahrhaftigkeit ist mir selten be- g e g n e t I(Lebhafte Zustimmung rechts und lintsrl Derselbe Freiherr von Gayl, der M-t< glied der deutschnalionalen Staatsratsfrattion ist, verkündet als Ziel der Verfassungsreform die Ve- seitigung Preußens. Er und die Deutschnatio- nalen wollen zwar Mecklenburg, Olden- bürg und Braunschweig erhalten, wollen zwar die Sonderrechte Süddeutschlands er- weitern, aber Preußen vernichten.(Sehr wahr!) hier in diesem Hause hat' die deutsch- nationale Fraktion durch Herrn Steuer im Mai 1329 erklären lassen, Preußen müsse ungeschmälert fortbestehen. Im Dezember 1929 durch Herrn S t e i n y o f f versichert, der deutschnationale Föderalismus bedeute vor allem Sicherung der Preußenrechte, durch den Abgeordneten von Rohr im März 1931 sagen lassen, daß die Be- jahung der Staates Preußen Kernpunkt aller deutschnationalen Politik sei. Aber seit dem Tage, an dem die Deutschnatio- nalen durch die Reichskommissare herrschen, wlrd das Land Preußen abgebaut und ausverkauft. Wir sind und bleiben Unitarier: aber niemals haben wir Preußen auslösen wollen. um die Rechte der anderen Länder noch zu ver- gröheru. Darum kämpfen wir gegen dieses deutschnalionale System des Verrats an Preußen durch die allerpreußischste Zunkerpartei.(Leb- hafter Beifall.) Im Finanzwesen hat die Kommissarsregie- rung in vier Monaten ein neues Defizit von 163 Millionen erzielt. Die Gemeinde- finanzen sind vollkommen zerrüttet, wie die zuerst im„Völkischen Beobachter" verösfenllichte Denk- schrift des Herrn Dr. Bracht über die Bedrohung des Staatsapparats darlegt. Aber die Schlacht- steuer und die Kürzung der Beamtengehäster haben sie nicht aufgehoben, obwohl sie vorher da- gegen getobt haben.(Sehr gut! bei den Sozial- demotraten und den Nationalsozialisten.) Nach einer großen Anfrage der Nationalsozialisten hat der Polizeimeister Warner in Lübbenau den raktionsführer Kube bei einer Wahlrede unter- rochen, als er den Satz sprach:„haben die Be- amlen von Papen und Brach: mehr Geld be> kommen als von Brüning und Braun?" Diese Unterbrechung war völlig unberechtigt.(Abg. Kube: Ganz meine Meinung! Große Heiterkeit:) Denn offenbar wollte Herr Kube wrtsahren: „Zn den uationalsozialistisch regierten Ländern krieaen die Beamten sogar noch weniger Ge- halll(Schallende Heiterkeit.) In Oldenburg haben wir Rationalsozialisten am 1. September die Schlachtsteuer eir.gesührt und die Gehälter der Unterbeamten stärker als in Preußen gekürzt. In Braunschweig machen wir da» Gleiche am 1. Dezember und in Weckten- bürg am 1. Ianuar." Mit den alten falschen Methoden des„Systems" regieren also auch die Nazis weiter, obwohl in ihren Reihen das Finanzgeme des Herrn Feder sitzt.(Große Heiterkeit.) Die Kommissarsregierung in Preußen hat eine Berwaltungsreform durchgeführt. Alle entscheidenden Fragen sind darin ungelöst ge- blieben; aber dafür hat man alle nicht«nt- scheidenden Fragen falsch g e l ö st.(Große Heiterkeit.) Die Berwaltungsreform, die der Preußische Landtag gemacht hat, stand nach Um- fang und Qualität unvergleichlich höher. Die Brachtsche Berwaltunzsresorm hat nur beseitigt und niedergelegt, was wir Sozia!demc>krat«n für das arbeitend« Volk aufgebaut hatten. Zerstört lst da-Mtaisterlum sür volkswohlsahrt, aufgehoben die Referate für B ü ch e r e i e n, für volksschulwcsen, sür Erwachsenenbildung, für Kunst, sür Kinder- sürsorge, sür Angestellte, für Arbeiterinnenschuh und heimarbelterschuh.(Stürmisches hört! hört! und große Bewegung.) Dafür hat man bei der Regierung in Lieanitz die vor sieben Jahren aufgehobene Forstabteilung wieder eingerichtet.(Heiterkeit.) Diese Der- waltungsreform ist nur Deckmantel, um all« Sozialdemokraten und ehrlichen Republikaner in der Beamtenschaft zu maßregeln. Ueber 133 einwandfreie, pflichttreue republi- kanlsche Beamte mit er st klassiger Qualifikation haben die Papen-Bracht hinausgeworfen nach der Maxime: Wir kennen euch nicht, aber wir maßregeln� euch. Zeht ist dos Wort von der Parlcibuchwirtfchast aus einer Lüge zur Wahrheit geworden.(Sehr gut! bei den Soz.)- Unter dem System Braun sind sämtliche Volks- schichten und Weltanschaungen an der Verwaltung des Staates beteiligt worden. Jetzt hm man den Parteienstaat beseitigt und an seine Stelle den deulschnationalen Partei st aat gesetzt. (Lebhafter Beifall rechts und links.) Jetzt hat man die Alleinherrschaft der Herren Korps- studenten wieder hergestellt, hat Verräter und Denunzianten belobigt und befördert.' Diese vier Monate kommissarialrregierung, diese Zeil deutschnalionalen Parteicegiments, entstanden unter Hilfestellung der Ralionalsoziolislen, hinterläßt einen kulturellen Trümmerhausen, die Vernichtung der Macht Preußen?, die Crschülte- runq des Reichegefüoc». Man hat der Arbeiterklasse die Tür zur Teilnahme an den Slaate- geschäften zugeschlagen und die Alleinherrschaft der Feudalen wieder hergestellt. Man hat brutales Unrecht gegen das Volk verübt und das Recht gebeugt. Unser Kampsrus lautet demgegenüber: Fort mit den Zerstörern des demokratischen Rechts und den verderbern der Freiheit Preußens! (Lebhafter Beisoll bei den Soz.) Abg. Dr. Lauscher(Z.): Die Rechtsveripahrung der Zentrumeparlei geoen die Reichskommissare ist vom Staatsgerichtchof vollinhaltlich bekräftigt worden. Wir halten am Kampf für da» Recht fest. - Abg. Sandtner(Komm.): Sozialdemokraten bis Nationalsozialisten betrügen da» arbeitende Volk. Dem Volk Hilst nur der Streik, der Massen- streik und der bewaffnete Aufstand. Damit schließt die politische Auesprache. Est folgt als besonderer Leralungsgegensland des nlcicheu Kapitels Kommlssariatsregierung die wachsende soziale Volksnot. Abg. Frau Christmann(Sqz.) Die Not ist eine Folge der internationalen kapitalistischen Weltwirtschaftskrise, und keine Re- gierung könnte sie ganz abwenden. Aber die Kommisiariatsregierung will mutwillig den Wohl- fabrtsstaat abbauen und das Elend der Not- leidenden vergrößern. Dabei zeigen die Zahlen über den Rückgang des Milchkonsums und über den Gesundheitszustand der Schulkinder den ganzen furchtbaren Umfang des schon jetzt vorhandenen Elends. Wir fordern, daß die Re» gierung für die Gemeinden wenigstens die not- wend'gsten Mittel zur Fristung des Lebens der Erwerbslosen und zur Jugendfürsorge bereitstellt. (Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Könen(Komm.) beschimpft die Sozioldemo- tratie und fordert Ausnutzung der reichlichen Bor- rate an Brot und Kohle für die Erwerbslosen. Abg. hinkler(Nsoz.): Wir haben in den Ländern, in denen Nationalsozialisten regieren, sehr unvopuläre Maßnahmen treffen müssen. Aber bedenken S'e doch, welch furchtbares Erbe sozialdemokratischer Mißwirtschaft wir haben antreten müssen. Geben Sie uns nur ein- mal 14 Jahre lang die Vollmacht, die die So-ial> demokratie besessen hat im Reich und in Preußen, dann machen wir aus Deutschland einen Staat, mit dem man Staat machen kann. Dann stehlen wir nicht, wie die jetzige Kommissarsregieruna den hungernden die �Margarine vom trockenem Brot, um damit den Staatswagen zu schmieren.(Leb- hafter Beifall bei den Nsoz.) Abg. Frau �Vachenheim(Soz.) Als entscheidende Ausgabe des Staates hat der Vorredner die Fürsorge für die Arbeitslosen an- erkannt: Wege dazu zu weisen sei die Pflicht des Staatsmannes. Darum hat er in richtiger Selbst- einschätzung keine Wege gewiesen.(Sebr wahr! bei den Soz.— Die Nsoz. verlassen den Sitzungssaal.) Und der große Führer der Natio- nalsozialisten hat in seinem tzanzen Briefwechsel mit dem Reichspräsidenten keinen sozialen Plan auch nur erwähnt. Es bleibt für die National- sozialisten bei der von ihrem Dr. Wagner ge- prägten Programmsorderung'„Fürsorge-, Per- sickerungs- und Tarikwesen sind unsinnig und zu beseitigen",(hört, hört! bei den Soz.) Die Rol des deu'schen Volkes ist genau parallel oewachsen milden nationalsozialistischen Stimmzissern. (Sehr wahr!) Soviel Macht, wie die Sozialdemo- kratie gehabt hat, kann Herr Hitler vom Reichs- Präsidenten alle Tage bekommen. Aber er drückt sich von Arbeit und Verantwortung. Wir haben den Kern der Sozialversicherung erhalten: Kam- missare und Natianalsozialisten' haben itm zerstört.(Sehr wahr!) Die neue Einheitlichkeit der Staatssührung zeigt sich darin, daß im Gutachten der Reichsanstalt die Bürokratie des Reichs die Bürokratie der Gemeinden unsähig schimpft. Aber diese Reichsbürokratie hat in Sachen der Für- sorgeerziehung eine völlig sinnlose Natverordnung herausgebracht und damit ihre Unfähigkeit zur Gesetzgebungsarbeit bewiesen,(Sehr wahr!) Dil- tatur ist stets die Alleinherrschaft der Bürokratie aus Kasten des Bolks. Unsere erste Aukaabe b'eibt die Wiederherstellung eines arbeitsfähigen Par- laments. Erst dann sch'.äpt die Stunde sozialer Erneuerung,(Bravo! bei den Soz.) Abg. Feckner(Soz.) gibt eine Uebersicht über den drohenden Finanzzusammenbruch der Ge- meinden. � Die Weiterberotunq wird auf Sonnabend früh 1(1 Uhr vertagt. Außerdem Amnestieanträge zum BVG.-Streik. Für sSrwerbslofenMchen Der Studentsndienft in der„Nyt gemein- schaft Berlin zur Errichtung von Küchen und Heimen für Erwerbs- lose E. B." ladet zu einer Matinee am Sonn- tag, dem 27, November, in die„K a m e r a", Unter den Linden, ein. Beginn 11.33 Uhr. E» läuft der Film„Menschen am Sonntag" Gerd Thomas spielt auf der Wurliger Orgel, Grete Nicolai singt. Ferner treten Öriginal-Hofsänger auf. Eintrittskarten zu 93 Pf. find im Borverkauf im Büro des Deutschen Studenten» Berbandes, Albrechtstr. 11(Teleph. Norden 3944). und an Der Kasse der„Kamera" jederzeit erhält- lich. Der Reinertrag kommt restlos den Erwerbs» losenküchen der Notgemeinschaft zugute. Lschmessers Abgang Meistersinger, III. Akt. Auf der Bühne:„Der hat versungen und vertanl" Der Zuhörer:„Bin ich gemeint?" Kriegsberichterftattung der KPD. „Wir scilreiten von �Iction zu Aktion!" In den letzten Tagen vor der Watzl wurde im Parteibezirk Magdeburg ein kommunistisches Flugblatt verbreitet, das sich besonders an die Landarbeiter waudte. Unter Ausschlachtung eines Einzelsalles im Unternetzinerlager wurde der Landarbeiterschost von„Erfolgen" er- zählt, die die REO, in den legten Wochen in den Orten Lack münde, Gornhausen, Sa- l i tz. chohendodeleben, Z e r b e n und an vielen anderen Stellen erzielt habe. Besonders erwohnt wurde noch ein Landarbeiterstreik in Egeln, Sreis Wanzleben. Bei der Nachprüfung dieser kommunistischen Behauptungen blieb von den„Erfolgen der NGO." nichts, aber auch wirklich nichts übrig. Einige Darlegungen darüber: In Zack münde, Kreis Calbe, setzten sich unorganisierte Arbeitslose, die als Aushilss- arbeiter mit S�irtofsclroden beschäftigt wurden, unter der Führung des Land- arbsiterverbandes erfolgreich gegen die Abbaumohnahmen zur Wehr. Die REO. trat erst auf den Plan, als die Arbeit des Landorbeiter- Verbandes einen gewissen Erfolg erzielt hatte, der — in Geld ausgedrückt— für die beteiligten Ar- beiter die Summe von 960 Mark ausmachte. Die Auslegungserlaß Lieder die Winterhilfe 4t WTB. teilt mit:„Der Reichsorbeitsminifter hat jetzt an die Rcichsanstolt für Arbcilsvermitt- lung und Arbeitslosenversicherung einen Aus- legungserlaß gerichtet, durch den sicherge- stellt wird, daß mit Wirkung vom 28. November ob Arbeitslose der Lohnklassen VII bis XI in allen Fällen mindestens die Unterstützung erhalten, die ihnen zustände wenn sie in der Lohnklasse VI NGO. hat nicht den gering st en Erfolg zu verzeichnen gehabt. In Gornhausen, Kreis Oichersleben, war überhaupt keine Lohnbewegung, da die landwirtschaftlichen Unternehmer auch nicht den Versuch einer Lohnkürzung machten. Der Fall ist glatt erlogen. In K a l i g, Kreis Jerichow I, war in den letzten Wochen ebenfalls keinerlei Lohnbewegung. Die Landarbeiter von Kalitz hatten sich im Mai dieses Jahres in einem erfolgreichen, vom Deut- schen Landarbeiterverband geführten Kampf gegen Lohnabzugsmaßnahmen zur Wehr gesetzt, doch während der ganzen Streiktage hat sich kein NGO.-Mann in Kalitz sehen lassen. In Gohendodeleben waren die Land- arbeiter höchst erstaunt über die Lügen des kom- munistischen Flugblattes, denn ihnen ist weder von einem Streik noch von einer Lohnbewegung in Gohendodeleben etwas bekannt. In Z e r b e n. Bezirk Jerichow, haben sich die auf dem dortigen Gut beschäftigten Arbeiter, weil sie ihren Lohn nicht ordnungsgemäß erhielten und die REO., der einige der Landarbeiter ange- hörten, nicht das geringste unternahm, dem Deutschen Landarbeiterverband an- geschlossen. Durch dos Eingreifen der Orga- nisätion wurden etwa 490 M. Lohngelder sowie sonstige Entschädigungen herausgeholt. Von einem Streik unter Führung der NGO. ist auch in Zer- den nichts bekannt. Der Landarbeiterstreik im vergangenen Früh- jähr in Egeln, den die Kommunisten besonders erwähnten, endete mit dem„Erfolg", daß An- gehörige der NGO. zuerst als Streikbrecher in den von der NGO. bestreikten Betrieb hinein- liefen. Der„Streikerfolg" bestand darin, daß vierzehn Streik-teilnehmer gemäß- regelt wurden, von denen fünf RGO.-Leute tapfer, die Mütze unter dem Arm geklemmt, bei dem Unternehmer um gut Wetter anhielten und wieder eingestellt wurden. Die übrigen neun Landarbeiter sind noch heute arbeitslos. Zwei der größten kommunistischen Schreier beim Streik, Brinkmann und K e w i l s ch. sind heute S A.- M i t g l i e d e r! Das ist der„Erfolg" der kommunistischen Aktion in Egeln! Aber einen„Erfolg" der NGO. müssen wir erwähnen: In Wallstawe, Kreis Salzwedel. hatten sich die Landarbeiter der Zahlstelle Deutsch- Horst des Landarbeiterverbandes zu einem Winter- vergnügen zusammengefunden. Während der Ver- anstaltung erschienen auswärttge- Kommunisten, die mit roher Gewalt auf die organisierten Land- arbeiter eindrangen und im Saal alles kurz und klein schlugen. Zur höheren Ehre der kommunistischen Einheitsfront! Kein Sieg der KPD. Und keine Opfer bei Aschinger In sämtlichen Betrieben des A s ch i n g e r- Konzerns sollte sich am Freitag keine Gand mehr regen. Also war es im hohen Rat der KPD. beschlossen. Die NGO. hat im Betriebsrat die Mehrheit. Die Situation zur Inszenierung eines„revolutionären" Streiks der KPD. schien also außerordentlich günstig. Eine nebelhafte Kampfleitung nahm ani Donnerstag eine Strcikabstimmung vor. Als sich in den acht von der„Roten Fahne" bekanntge- gebenen Abstimmungslokalen ober nur wenige Abstimmungsfreudige eingefunden hatten, schickte man«ine Anzahl RGO.-Leute los mit ver- schnürten Zigarrenkisten und Pappkartons, die nun die einzelnen Lionditorewn und Bierquellen „streikreif" zu machen hatten. Man steckte dem erreichbaren Bedienungspersonal Stimmzettel in die Gand, deren Abholung man innerhalb einer Halben Stunde in Aussicht stellte. Teilweise postierten sich die Sli>nm;ette!iammler vor den Eingängen, wie z. B. beim„Fürstenhos", und forderten jeden Gerauskommenden, den man für ein Belegschaftsmitglied hielt, zur Stimmabgabe auf. In den Bierquellen und Konditoreien wurden die Stimmzettel meist gar nicht abzenormnen oder den wiederkehrenden Einsamnilern unbenutzt zu- rückgcgeben. Wer Lust und Zeit halte, konnte in seinem Betrieb und dann nacheinander in sämt- lichen angegebenen Lokalen abstimmen. Eine Be- legschoftsoersammlung. von der aber ein großer Teil des Personals von Aschinger ebensowenig erfahren hat wie überhaupt von der Streikab- stiminung, hat dann in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag den Streik für sämtliche Aschinger- Betriebe für gestern früh beschlossen, der dann auch pünktlich— nicht einsetzte. Nur vor wenigen Bierquellen und Konditoreien hatten sich einige Betriebsangehörige vor Arbeits- beginn als Streikposten aufgepflanzt. Sie gingen aber schleunigst in den Betrieb, als sie sahen, daß ihre Arbeitskollegen sich nicht an die Parole der KPD. hielten. Wie das Amen nach dem Gebet, wird nun die „revolutionäre Selbstkritik" solgen. Wir möchten dazu noch einen Fingerzeig geben. Man sah wohl vor einigen Bierquellen vor Arbeitsbeginn einige brave RGO.-Leute, aber die„revolutionären Stoßtrupps", die beim Verkehrsstreik so erfolg- reich tätig gewesen sind, fehlten gänzlich. Es fehlte vor allem die SA. und SS. Die RGO. hatte einfach versäumt, mir der NSBO. die „Einheitsfront" zu schließen. So blieben die Truppen des Grafen Gelldorff dem Kampfplatz fern. Der Sieg wurde zur Pleite, so daß die Be- legschaft keine Opfer zu beklagen hat. Sehr schmerzlich für die KPD. wären und danach Anspruch auf die Win- t e r l a g e hatten.. Nötigenfalls werden die Mehrbeträge nachgezahlt, die sich vom 28. No- vcmber an ergeben. Die Behauptung in der Presse, daß sich in ein- zelnen Fällen für Angehörige der Lohnklassen l bis VI jetzt niedrigere Unterstützungen in der Versicherung und in der Krisenfürsorge ergäben als vor der Winterhilfe, treffe nicht zu. „Richtig ist, daß die Verbände der öffentlichen Fürsorge bei der Bemessung etwaiger Zuschläge aus ihren Mitteln auf die Winterhilfe des Reichs Rücksicht nehmen. Wenn dabei einzelne Gemeinden ihre Zuschläge nach unten ab runden und so eine Minderung der bis- herigen Gesamtuinerslügung in Versicherung, Krisen- und öffentlicher Fürsorge herbeiführen, so widerspricht ei» solches Versahren der eindeutigen Absicht der Reichsregierung." Die mit großen, Tamtam vor den Wahlen angekündigte Winterhilfe des Reichs— die ober' von der Reichsanstalt, also aus den Beiträgen der „Versicherten" finanziert wird— hat dazu gc- führt, daß die Gemeinden bei den au? Mitteln der Wohlfahrt Unterstützten die Winterhilfe wieder in Abzug bringen. Das Reich wälzt auf die Gemeinden ab, die Gemeinden wälzen zurück — sofern sie können. Beide auf dem Rücken der Arbeitslosen. Gaust du meinen Juden, hau ich deinen Juden. Wenn dies aber nicht seiner„eindeutigen Ab- ficht" entspricht, was gedenkt der Reichsardeiis- minister zu tun, um seine Absicht zu verwirklichen? Auch sonst beklagt sich G�rr Schäffer, daß er mißverstanden werde. Die Kruppen VII bis XI sollen mindestens soviel kriegen wie die Gruppen I bis VI. Wie nett. Sollen. Aber sie kriegen einmal mehr, einmal weniger, ein andermal überhaupt nichts. So muh Gerr Schäffer sich auslegen. Die Arbeitslosen aber fühlen sich hin- eingelegt. Los vom Tarifvertrag! Massenkündigung in der Holzindustrie Nachdem es den Golzinduftriellen mit Gilfe der staatlichen Schlichlungsinstanzen gelungen ist. von den tariflichen Lohnvereinbarungen in fast allen Bezirken loszukommen, wodurch allerdings die ständige Verschlechterung der Arbeitsmarkilage im Golzgewerbe auch nicht aufgehalten wurde, gehen die Unternehmer jetzt daran, sich von der tariflichen Regelung der Arbeitsbedingungen zu„befreien". Abgesehen vom Bezirk Kassel sind in allen Tarisbezirkcn,-wo der Kündigungstermin heran- gerückt war. die M a n t e l l a r i f v e r t r ä g e von den Bezirksarbeitgebcrverbänden oder den Innungen und Jnnungsverbänden, soweit diese Tarispartner sind, zuni IS. Februar gekündigt worden. Es lausen demzufolge am 15. Februar die Maitteltarifverträge der Golzarbeiter in sol- genden Vertragsgebieien ab: Bayern, Branden- bürg, Galle, Köln, Lippe-Detmold, Rheinland- Westfalen, Freistaat Sachsen, Württemberg und Düsseldors. lGier bestand nur noch ein Firmen- taris.) In diesen Tarifgcbieten waren in Zeiten guter Konjunktur etwa 100 000 Golzarbeiter beschäftigt. Für die Gebiete Ostpreußen, östliches Westfalen und Sachsen-Anhalt sind die Verträge erst ab 1. Januar kündbar, doch besteht gar kein Zweifel darüber, daß auch hier die Kündigung eriolgen wird. Es bliebe dann nur noch der Tarifvertrag für das Rheingebiet bestehen, der bis zum Jahresschluß 1933 gilt. Daß die Unternehmer der Golzindustri« auf ein völlig tarilloses Arbeitsverhältnis abzielen, geht unzweideutig aus dem Kündigungsschreiben für den Bezirk Freistaal Sachsen hervor, das von dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes der ge- samten deutschen Golzindustrie, allerdings in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Unterverbandes Sachsen, unterzeichnet ich.„Bezüglich der Ver- pflichtung, spätestens vier Wochen nach der Kündigung Verhandlungen über die Erneuerung des Mantelverlrages aufzunehmen", heißt es in dem Schreiben,„können wir Ihnen zur Zeit noch keine Mitteilung machen, da die Stellungnahme der anderen Arbeitgeberverbände der Golzindustrie und des Gol.Zgewerbes uns bisher noch nicht be- könnt ist." Die trotz der schweren Krise gut organisierteii Golzarbeiter werden auch hinsichtlich ihrer Arbeits- bcdingungen eine tarifloie Zeit ebenso ohne schweren Schaden überstehen wie bisher die lohn- tariflose Zeit. Bei der geringsten Konjunkturbesse- rung werden die Golzinduftriellen jedoch ihr blaues Wunder erleben. Aktion" und des„Umbaus d e r W i r t- s ch a s t" werden wir mit Gilfe der Feststellungen und Beschlüsse des 12. Plenums bei der Durch- führung unserer Generallinie die �schein- Opposition der SPD. und ihre betrügerischen „sozialistischen" Losungen entlarven können." Sozialismus ist für Thälmann also eine„dema- gogische Losung". So kann man es auch in der bürgerlichen Presse lesen. Umbau der Wirt- s ch a f t'?— Thälmann hat etwas besseres: d i e Generallinie. Damit meint er die ihm von Moskau vorgeschriebene„Linie". Daran hält er sich, klammert er sich an. Was auch in Moskau passieren mag: Nep oder Neoncp, pro oder kontra Kulaken. Leuin Trotzki. Lucharin, Stalin, das ist ihm Jacke wie Gose: er ist für die„General- linie." Einheitsfront? Sozialistische Aktion? Umbau der Wirtschaft?— Alles„Betrugsmanöver". Die richtige, die alleinseligmachende Politik ist die Generallinie. Ob noch mehr Arbeitslose noch mehr ins Elend versinken und Junker und Faschisten ob der gespaltenen Arbeiterschaft triumphieren— Thälmann hält sich an die G e- n e r a l l i n i e. Nie Generallinie „Einheitsfront ist Betrug'' Nachdem Geinz Neumann„abstürzte", wie Thälmann triumphierend unter dem Gelächter seiner Mamelucken aus dem letzten Bezirkspartei- rag der KPD. festgestellt hat. bleibt nur mehr eben dieser Thälmann übrig, um uns die wahre Parole Moskaus zu oerkünden. Die„Rechte" und die „Versöhnler", die Thälmann wegen der unsau- deren Affäre Wittorf beinahe erlegt hatten, sind umgekehrt von Thälmann abgesägt worden. Geinz Neumann ist„abgestürzt". Thälmann triumphiert auf der ganzen Linie— auf der„Generallinie" würde er sagen. Und doch sühtt er sich nicht sicher. Wieso? Wo ein Thälmann als Kopf erscheinen kann, ist wirk- lich keine Gefahr einer erfolgreichen Konkurrenz Nein, was Thälmann fürchtet, ist nicht, von seinen Parteigenossen übertrofsen zu werden. Er fürchtet nur. daß die kommunistischen Arbeiter zählen lernen: 121--100— 221 Reichstagsabgeordnete. 22] sozialistisch«, demokratische und republikanisch« Abgeordnete könnten einen überwältigen- den Einfluß ausüben. Unter ihrer Führung würde die Regierung gebildet werden: Arbeitsbeschaffung, Gilie den Erwerbslosen, Planwirtschaft wären der Verwirklichung nahegerückt, Lohnabbau und Lohnprämien würden verschwin- den. Gier bestebt für Thälmann die Gefahr: „Wir müflen erkennen, daß das Löbesche„E i n- Heitsfront"-Gereds, daß die Aeußsrungen Otto Bauers„Amsterdam und Moskau müßten zusammengehen" und die son° stigen„Einheitsfront"-Projekte der SPD. Betrugsmanöver sind, um unter gewissen Schichten des Proletariats neue Illusio- neu zu schaffen... Im Kampfe gegen die be- trügerischen Theorien der SPD. über den„Staats- kapitalismus", im Kampfe gegen die dema- gogische Losung der„sozialistischen Schiedsspruch iiir das Mühlengewerbe Die Unternehmer der Mühlonindustrie Mittel- deutschlands hatten den Manteltarif und das Lohn- abkommen gekündigt. Der Schlichtungsausschuß Galle hat durch Schiedsspruch den Mantettarifver- trag bis 31. Dezember 1933 verlängert und die Löhne um 3 Proz. gekürzt. In der bürgerlichen Presie wurde der Schieds- jpruch erwähnt, dabei jedoch die Gauptsache ver- gessen. Mit der Lohnkürzung um 3 Pro;, wurden die Lohnkürzungen auf Grund der Notoerordnung vom 5. September o u f g e h o b e n, die in einigen Betrieben bis zu 20 Proz. durchgeführt waren. Gegen Lohnabbau Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 25. November. Der Allgemeine Gewerkschaftsbund(EGT.) hat eine öffentliche Kundgebung erlassen, die im Gin- blick auf die bevorstehende Budgetdebatte in der Kammer gegen jede Gerabsetzung der Löhne und Gehälter protestiert. Die EGT. erklärt, eine mehr als zweijährige Erfahrung habe gezeigt, daß die Gerabseyung der Löhne und Ge- hälter überall zu einer Verringerung der Kauf- kraft geführt hat und daß das Endergebnis nur die vollkommene Zerstörung der Wirtschaft und der Zivilisation sein könne. Hierzu 1 Beilage. mien Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß meine liehe Frau, unsere gute Mutti Emilie Plagemann Heb. Nowodc Nayt sterben ist Um stille Teilnahme bitten Otto Plattemana nebst Kinder Paul-Heyse-Str 1 Die Einäscherung findet Montag, den 28 November, lä'! Uhr. im Krematorium Qetichtstraße statt. Kamoesucnel gabnotbin«. Platinabfälle Quetfülbet Sinn- meiallc, Silbe» fdtmcUt(Solbfdimel. «tci.(Ehtiftlonat, Stöoenidetftrafte 39 Kaltellclle Ädalbert- ftrafee. uemeuie K-chheebe lebet Art u. Größe. Riescnauswabl. Teilzahlung, frans- ffortaMe Kachelöfen. Badewannen. Orken Kesselöfen. Die alte Firma Temmler und Blenberg. Dresdenerstraße lt«. dann owih F7 SSM. Tapeten Szillat. Kolonie. fltanc 9. I Herrenzimmer 1 0—750, Klubgarni- i.tren 165�, Radio- jtifche 18,—, Schreib > schränke 45,—, Di» lolomaten 56,—, Schreibsessel 19.50, Polsterstühle 7,50. Möbelgroßlagcr Kamerling. Kasto- Inienallee 56(ticke Fehrbellinerftraßel. Tassaverkattt, auch Teiiznhlung. MI'- sctiieoenes N S. 0. s. s. Sonntag. 9 Lchr. F hrt nach Oranien, bot und Eden. Tret- nur See. Ecke üllerftraßc. Für Nachzügler ab 19 Uhr im Stadt- U ppen in Oranienburg. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der Jorftand. HieidungsstOCM. uasene ustu. „S't vfx1' V.'jin' Wenig getragene Kanaliergarderobe non Millionären. Aerzten, Anwälten. 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Warum es im LtadtpariamerU zur Ablehnung des Magistratsplanes kam— Von Erich Flatau Die Bürgermeister der zwanzig Berliner Bezirke werden heute in gemeinsamer Sitzung mit dem M a g i st r a» nach der Ablehnung der Bezirksreform durch das Stadtparlamsnt den Plan festzulegen haben, der als Vorschlag für eine Neugestaltung der Berliner Verwaltung der Aufsichtsbehörde weitergegeben werden soll. Die Beschlüsse wird der Oberbürgermeister heute nachmittag in einer Pressekonsereoz bekanntgeben.— Die Redaktion des„vorwärts" hat den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Stadtverord- nelensraktion Erich Z l a t a u gebeten, abschliehend zu dem bisherigen Schicksal des Resormplanes Sellung zu nehmen, wir verössentlichen nachstehend seine interessanten Ausführungen. * In diesem„Nachwort" sei nochmals daran er- innert, daß die Schaffung des jetzigen Berlin aus 8 Städten, S9 Landgemeinden und 27 Gutsbezir- ken 1920 nur gegen schwerste Widerstände erreicht wurde. Bei der damaligen Neugestaltung mußten „Empfindlichkeiten" lokaler-Art,„historisch" Ge- wordenes und auch Forderungen wild gewordener „S t a m m t i f ch r u n d e n" überwunden werden. Erschwerend wirkten weiter noch die' politischen und wirtschaftlichen Wirrnisse. Auch von ihnen hingen— wenigstens indirekt— die Abgrenzungen und verringerten Möglichkeiten sachlicher Eni- scheidungen mit ab. Die Zahl 29 der Berwaltungs- bezirke muß als eine rein zufällige angesehen werden. Sie hat keinen Ewigkeitswert. Die B e- zirksverfassungen hatten zur Grundloge die alten Magistratsversassungen aus den gleichen, eingangs dargelegten Gründen. Die Zwischenlösung Die Berwaltungsbezirke selbst waren eigentlich Stadtverwaltungen(ohne Finanzhoheit) geblieben. Diese wenig schönen Merkmale machen das 1929 für Berlin Geschossene als Zwischenlösung kenntlich. Einer Zwischenlösung muß Endgültiges folgen. Hierbei müssen praktische Ersahrungen berücksichtigt werden unter Voranstellung des Ziels, die große Einheitsgemeinde in ihrer Zen- trale sowohl als in ihren Untergliederungcn b c- w e g l i ch e r und arbeitsfähiger zu gestalten. In einem Zeitraum von über 19 Iahren dürste auf dem Berliner Lerwaltungsgcbiet hinreichend ver- wertbares Material gefummelt' worden" fein, das mit die Grundlagen für die Neugestaltung der Ver- waltungsbezirke abgeben könnte. Die seit ungefähr Jahresfrist von Magistratsdezernenten vorberei- tend geleistete Arbeit muß grundsätzlich gut- geheißen werden, vorbehaltlich der Stellungnahme zu Einzelheiten und zum endgültigen Ergebnis, das von der Aufsichtsbehörde beeinflußt werden dürfte. Wer objektiv sich mit der Notwendigkeit der Neugestaltung der Berliner Verwaltungsbezirke beschäftigt, muß eine klar umrissene Vorstellung von dem Charakter haben, den er diesen Verwol- tungsbezirkcn geben möchte. Die Berwaltungs- bezirke einer Weltstadt wie Berlin können im Rahmen der Aufgaben dieser Weltstadt nicht selbständige Mittel- und Großstädte sein, sondern nur nach sachlichen Gesichtspunkten ab- gegrenzte, ausschließlich für die Lösung bestimmter Verwaltungsfragen geschaffene Unter gliederun- gen. Wer diesen Hauptcharakter anerkennt, muß alles ausschalten, was ihn trüben und eine kommunale Parlamentsspielerei fördern könnte. Für reine Verwaltungskörperschasten kann das Zweikörpersystem der alten„Städteordnung der sechs östlichen Provinzen" nicht mehr in Betracht kommen. Eine Verwaltungskörperschaft braucht auch nicht das für andere Körperschaften erforderliche Regu- latio der O e f f e n t l i ch k e i t, am allerwenigsten dann, wenn eine zusammenfassende arbeitleislende Zentralkörperschaft(die Stadtverord- netenversammlung) fast wöchentlich öffentlich tagt. Wenn die sozialdemokratischen kommunalpoli- tischen Grundsätze das E i n k ö r p c r s y st e m für alle Gemeinden fordern, so erscheint dies vom so- zialdemokratischen Standpunkt aus doppelt richtig für eine bezirkliche Ve r w a l t u n g s körperschaft einer Großstadt. Damit waren die Voraussetzungen gegeben, unter denen die Berliner sozialdemokra- tischen Kommunalvertreter die Vorschläge zu be- trachten hatten, die für die Aenderung der Ber- liner Bezirksverwaltung gemacht worden waren. Das Prinzip des Einkörpersystems mindert nicht die Einwirkungsmöglichkeit des ehrenamt- lichen Elements, sondern erhöht diese Möglichkeit, weil die ehrenamtlichen Vertreter der Verwal- tungsbezirke nicht über vorgelegte Beschlüsse einer anderen koordinierten Körperschaft zu entscheiden haben, sondern berufen sind, die Grundlagen sür Entscheidungen erst mit zu schaffen. Es mußt« also darauf gesehen werden, daß das Mitbestimmungsrecht dieser ehrenamtlichen Ver- treter, die in dem vom Bezirksbürgermeister ge- leiteten Bezirksamt zusammengefaßt werden sollten, in den Vordergrund trat. Anträge solcher Art sind von der Sozial demokrati- s ch e n Stadtverordnetenfraktion gestellt und teil- weise auch von einer Mehrheit der Stadtverord- netenversammlung angenommen worden. Weiter gelang es auch der Einwirkung der sozialdemokra- tischen Vertreter, die nach den Borschlägen der Oberbürgermeistervorlage ziemlich weitgehenden Befugnisse des Bezirksbürgenneisters in ein an- gemessenes Verhältnis zu dem Entscheidungsrecht der ehrenamtlichen Vertreter des Bezirksamts zu bringen. Die Ge g n e r einer modernen Neuordnung der verfassungsmäßigen Grundlagen der Berliner Verwaltungsbezirke oersuchten— zum Teil mit Erfolg—, in die Oberbürgermeistervorschläge und in die sozialdemokratischen Vorschläge Bestimmun- gen hineinzubringen, die organisch mit den vorstehend festgelegten Grundlagen nicht zu ver- einigen waren. Das Bezirksamt sollte nach der Vorlag« aus rund 24 bis 39 sreigewählten ehrenamtlichen Vertretern bestehen, zu denen der Bezirksbürgermeister als Leiter treten sollte. Es war völlig unverständlich, daß man di« Hinzu- wähl„unbesoldeter Stadträte" ver- langte, z. T. auch nüt der Begründung, daß hier- durch am wirksamsten eine dauernde Verbindung zwischen Bürgerschaft und Bezirksamt herzustellen sei. Eine derartige, den klaren Äufbau der Ver- waltung der Bezirke zerstörende Formulierung wurde im Plenum der Ttadtverordnetenoersannn- lung auch angenommen. �Varuin wir ahlehnten Die klare Gliederung des Bezirksamts als V e r-. wa l t u n g s körperschaft wurde weiter dadurch beeinträchtigt, daß man eine alte Bestimmung wieder aufnahm, nach der die in den einzelnen Wahlkreisen und aus der sogenannten„Stadtliste" gewählten Stadtverordneten nach bestimmten Ge- sichtspunkten zwangsweise aus die Berwaltungs- bezirke verteilt werden, wodurch man willkürlich und planlos die notwendigerweise zu begrenzende Zahl der ehrenamtlichen Mitglieder des Bezirks- amts vergrößerte. Zu diesen Ungleichheiten im Aufbau der Bezirks- Verfassung trat überdies noch die Entscheidung, die auch hinsichtlich der Z a h l der Verwaltungsbezirke alles beim alten lassen wollte. Wenn man auch durchaus nicht demonstrativ in den Vordergrund stellen soll, daß die Verringerung der Zahl der Berliner Verwaltungsbezirke an sich schon eine And wieder Zuchthaus? Neue Beweisanträge im Beichshannerpro�eV— Schöne Nazizeugen Der Slaalsanwall beantragte gegen die Reichsbannerleute Besch, Reumann und B o r ch a r d I und gegen den Kommunisten Klopp, die angeklagt sind, am 28. Juli in Rauen bei einem Zusammenstoß mit SA.-eeulen sich des Landfr'edensbruchs und der gememschasttichen Körperverletzung aus politischen Beweggründen schuldig gemacht zu Hoben, folgende Strasen: gegen Besch drei Zähre Zuchthaus und drei Jahre Ehrverlust, gegen R e u m a n n ein Jahr Gefängnis, gegen Dorchardt sechs Monate Gefängnis und gegen den Kommunisten Klopp zwei Jahre Gefängnis. Diese Strasanträge des Staatsanwalts, ins- besondere der Zuchthausantrag gegen Besch, kommen überraschend. Der Staatsanwalt hat den Nazizeugen vollen Glauben geschenkt, obgleich sie sich in verschiedene Widersprüche oerwickelt hatten. Unter diesen Nazizeugen be- fanden sich auch die SA.-Leut« Müller und H a r t m a n n, die durch ihre zweifellos unrichtigen Aussagen im Börnicke-Prozeß zur Ver- urteilung des Reichsbannerinannes T e i ch m a n n zu zwei Jahren Zuchthaus und des Reichs- bannermannes Schmidt zu einem Jahr Ge- fängnis beigetragen lzaben. Den Nazizeugen standen verschiedene Ent- lastungszeugen gegenüber. So wurde z. B. von einer Zeugin ausgesagt, sie habe gesehen, wie Kostenersparnis bedeutet, so muß man doch bei rein objektiver Betrachtung der Zusammen- hänge zu der Ausfassung kommen, daß es zweck- mäßig sei, mit der Gestaltung einer neuen Bezirks- Verfassung Hand in Hand gehen zu lassen eine Ent- scheidung über eine Verringerung der Zahl der Berliner Verwaltungsbezirke. Die K o st e u- e r s p a r n i s muh von der allgemeinen Vermal- tungsoereinfachung erwartet werden. Aber auch hier war ein vernünftiger, akzeptabler Ausgleich nicht zu erzielen. Für den Standpunkt der Gegner einer organisch einwandsreien Reugestaltung der Bezirksverfassung und der Festsetzung einer begrenzten Zahl von Verwaltungsbezirken waren ausschließlich die p a r t e i e g o i st i s ch e n Gründe der Erhaltung einer besonderen„Einslußsphäre" maßgebend. Vor allem gilt dies auch für die Vertreter derjenigen Parteien, die in Berlin zum Teil jetzt nur noch mikroskopisch wahrnehmbar sind. Der bei so widersprechenden VIeinungen entstandene VI e ch j e l b a l g kommunalpolitischer Entscheidungen konnte von der Sozialdemokratischen Fraktion nicht anerkannt werden. Sie mußte zum Schluß die Beschlüsse einer wilden Stadlverordnetenmehr- heit ablehnen. Dies war nur möglich unter gleichzeitiger Ablehnung von Formulierungen, die die Sozialdemokraten veranlaßt oder akzeptiert hatten. Müller sich plötzlich umdrehte und einem der Reich-bannerleutc eine Backpfeife verabfolgte. Ein anderer Zeuge sagte aus, daß er unmittelbar vor dem Zusammenstoß mit dem Reichsbanner gehört habe, wie derselbe Müller zu seinem Kameraden sagte:„Wir werden die Eiserne Front hier eben- so zerquetschen, wie wir das in Börnicke getan haben." Und eine dritte Zeugin behauptete mit aller Bestimmtheit, gesehen zu haben, daß ein Nationalsozialist dos Seitengewehr des Poli.zeibeamten in Händen gehabt habe und damit zustechen wollt«. Bereits nach dem Plädoyer der Verteidiger stellte Rechtsanwalt Joachim neue Beweis- antrüge. So beantragte er u. a., den Zeugen Hartmann auf seine Sehschärfe zu prüfen, und serner die Ladung mehrerer Zeugen, deren Zlussagen geeignet sein sollen, die Glaubwürdig- keit des Hauptbelastungszcugen Müller zu er- schlittern. Das Gericht gab den Anträgen statt. Es wird somit heute wieder in die Beweisauf- nähme eingetreten werden. * Seit dem Börnicke-Prozeß sind bereits sechs Wochen verflossen. Das Urteil ist bis heute noch nicht fertiggestellt. Es ist unverständlich, daß sechs Wochen zur Fertigstellung eines Urteils, das nach einer anderthalbstündigen Beratung ge- fällt werden konnte, nicht genügen sollten. Eingeschlossen Vier Leräleute verunglückt hindenburg, 25. Rovember. Auf dem Delbrück-Schacht in hindenburg ging gestern abend gegen 29.39 Uhr im Redenflöz <499-?Neter-Sohle). eine Strecke von etwa 89 Tveter Länge zu Bruch, hierbei wurden, wie bisher seststeht, vier vlann eingeschlossen. Die Rettungsarbeilen sind sofort ausgenommen worden. Wie sich später herausgestellt hat, ist di« Un- glücksstrecke nicht, wie anfangs gemeldet, in einer Länge von 89 Metern, sondern in einer solchen von 39 bis 5 9 Metern zusammengebrochen. Durch einen Gebirgsschlag ging ein Stoßbau- pseiler im Redenflöz unterhalb der 499-m-Sohle zu Bruch. Von 12 dort beschäftigten Arbeitern kannten sich acht sofort in Sicherheit bringen, während vier Mann abgeschnitten wurden. Mit einem dieser Eingeschlossenen konnte man sich nach durch N u j e verständigen, während man über das Schicksal der drei anderen vollkommen im unklaren ist. Man hofft, im Laufe des Tages von zwei Seiten zugleich an die Eingeschlossenen heranzukommen. Nie Strafen des Gklar» Der gestern zur Verbllßung einer Strafe von einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis von der Staatsanwaltschaft I verhaftete Heinrich S k l a r z hat nicht nur diese Strafe zu verbüßen, sondern noch weitere 299 Tage Gefängnis als Ersatzstrafe für eine Geldstrafe von 59 999 Mark, die Sklarz bisher nicht gezahlt hat und auch wahr- scheinlich nicht bezahlen kann. Gegen Sklarz laufen, wie jetzt bekannt wird, auch noch bei der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsversahren wegen des Verdachts des Betruges in zwei Fällen und ein weiteres wegen des Verdachts des Kon- kursverbrechens. Zweiter billiger Rovember- Sonnabend im Zoo. Am heutigen Sonnabend, dem 26. November, kostet bereits von 12 Uhr mittags ab der Eintritt in den Zoologischen Garten für Er- wachsene nur 59 Pf,, für Kinder bis zu 19 Jahren 25 Pf. Dieselbe Ermäßigung gilt für das Aquarium. -5!� 811 sin f* hünC 5actl ich VersP H0C< iede�ßt r- d n'ch. Lr �er%rtel1"»' r ßer eii" In den Schaufenstern aller größeren und kleineren Geschäfte in der Um- gebung des Alex werden bei der Werbedckoration getreue Nachbildungen des Berolinastandbildes ausgestellt. Die Aufgabe des Publikums ist es nun, die Zahl dieser Figuren zu schätzen. Für die Gewinner ist ein erster Barpreis von 599 M., sowie zahlreiche wertvolle Sachwertpreise aus- gesetzt. Während dieser gemeinschaftlichen Reklame- aktion soll die Gegend um den Alexanderplatz ein besonderes charakteristisches Aussehen erhalten. Zu diesem Zweck werden die Geschäftsfronten mit Fahnen ausgeschmückt und in den Abendstunden der Platz selbst durch besondere Lichtsonnen der Bewag beleuchtet. .AusschluL aus der Partei Der Bezirksvorstand hat mit sofortiger Wirkung den Genossen Franz U tz e l m a n n, Lausitzer Str. 23, gemäß§ 28 Absatz 8 des Orga- nisationsstatuts aus der Partei ausgeschlossen. Geflügel- und Saninchenausstellung in Bichels- dors. Eine große Kleintierausstellung, verbunden mit einer Schau von Züchterfrauen selbstgefertigter Pelzsachen, veranstalten ocr Kleintierzucht-Kreis- verband Groß-Berlin West, zu dem die Bereine Charlottenburg, Spandau, Staaken, Falkensee usw. gehören, vom 2. bis 4. Dezember d. I. in der Pichelsdorser Brauerei in Pichelsdorf. Der geringe Eintrittspreis von 25 Pf., Erwerbslose gegen Ausweis nur 19 Pf., soll jedem den Besuch ermöglichen, dazu erhält noch jeder sünszigste Besucher einen Sack Körnersutter von 19 Pfund gratis. An unsere Leser in Zepernick. Schönow. Rönlgenlal und sämtlichen umliegenden Kolonien. Ab Sonntag, den 27. November, erfolgt die Zu- st e l l u n g des„Vorwärts" morgens und abends. Bestellungen erbitten wir für Rönt- genial an den Genossen Emil Groth. Bar- wolsstr. 19/29: für Schönow an den Genossen Paul Früh auf, Lessingstr. 32: für Zeper- nick und alle übrigen Kolonien an den Genossen Fritz Ne s p ital, Neu-Zepernick, Bachstr. 14. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Anfangs trübe und regnerisch, später Erwärmung und Bcwölkungsabnahme bei mehr auf Südwest zurückdrehenden Winden.— 3n Deutschland: Von West nach Ost fortschreitende erneute vorübergehende Wetterverschlechterung mit leichten Regenfallen. Hernach zeitweise aufheiternd, Temperaturen allgemein steigend. Da« alle Berlin steht noch einmal auf mit seinem romantischen Zauber des Lebens uno Treibens zur Weihnachtszeit. Im Haufe Leineweber— am Köllnischen Fischmarkt— beginnt an, 29. November der Weihnachtsmarkt in Alt-Berlin. Ein Besuch dieses originalgetreuen Weihnachtsmarktes vor 199 Jahren ist für jeden. der Berlin liebt, sehr zu empfehlen. Für Kinder sind hübsche lleberraschungen vorbereitet. Der Eintritt zu dieser wertvollen Leineweder-Aus- stellung ist für jedermann frei und oerpflichtet nicht zum Kauf. Weiße Zähne: Chlorodont m : einfenDungcn ffit(liefe Rubrik sind Berlin SS»», Lindensirutze 3, Groß-Berlin stet»«n du» Bejirtesetreturi». ?. Hol, t Treppen recht»,|U richte» Beginn aller Veranstaltungen Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe? t. Nrei». Fllmmallnee am Eountag, dem 27. Rooember.„Die YHlzern«» Kreuze." Dazu ein Kulturfilm. Einlaß K)� Uhr. Karten zu Ii) Pf. an der Kasse nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches erhältlich. Der Ueberfchuß gehört der Ermcrd»Iosentl>che der Arbeiter. Wohlfahrt. 7. Kreis. Der Gesangverein„Charlottenburger Liedertafel" iMdDASB.), Ehormeister G. Wider«, veranstaltet am Sonntag, dem 27. November, AI Uhr, sein Herbstkonzert in der Auia des Sophie-Charlotte-Lyzeums, Charlottenburg, Scharrenstr. 27. Reger Besuch der Parteigenossen wird erwartet. 7. und 8. Kreis. Juristische Sprechstunde findet am Sonnabend, dem 26. November, von 17 bis 18 Uhr, im Jugendheim Rosincnstr. 4 statt. Gelegenheit zum Kirchenaustritt. 8. Abt. Heute, Sonnabend, 26. November, findet im Nationalhof, PiUow- straßc 77, ein Bergnttgen der Konsumgenossenschaft statt. Eintritt inU. Tanz 30 Pf. 23. Abt. Am Sonntag, dem 27. November, IllZh Uhr, Agitation fstr den „Vorwärts". Treffpunkt bei Heinde, Barfusstr. 17. Zahlreiche Beteiligung ist Pflicht. 33. Abt. Mittwoch. 30. November, Mitgliederversammlung bei Jensen, Rigaer Straß« 67.„Die Partei vor neuen Aufgaben." Ncferent: Albert Grzesinski. Achtung, neue» Lokall Die Beztrlsfithrer laben ein. 77. Ab». Sonntag. 27. November, Treffpunkt zur„VorwSrts".Agitation um 0 Uhr bei Kofchcnz, Apostel-Paulus. Straße. 84. Ab«. Heute. 20 Uhr, bei Lehmann, Kaifer-Wilbelm-Str. 20—31. geselliger Ahend. Tanz. Bortragender: Theo Maret. Eintritt 40 Pf. dd. Abt. Heute, 20 Uhr, Bunter Abend der Jiingeren-Gruppe mit Tanz im Jdeolkastno. Weichselstr. 6. K. Abt. Dt« Kassierer holen heute, 17 Uhr. da» Material bei Bolff, Kaiser. Friedrich. Str. 173, ab. Arbeilsgemeinsthaft der kinderfreunde. Mitte. Achtung, Falkenräte! Unsere heutige Parlamentssitzung fällt au». Kreuzbcrg. Abt. Görlitzcr Straßc. Morgen Fahrt der Abteilung nach den Havelbergen. Treffpuntt 8ZH Uhr Schlestfches Tor. Essen, i Trinken und 60 Pf. mitbringen. - Chorlottenburg. Heute. Sonnabend, 17 Uhr, Faltenrat im Kreis. Mheim. Der Bastelnachmittag fällt aus, es kommen nur die Maler und die Näherinnen. Abrechnung der Montagsgruppen heute, 10 Uhr. im Kreisheim. Mitgliedskart« und Karteikarte stnd mitzubringen.— Abt. Rote Zukunft. Morgen, Sonntag, Fahrt nach Spandau.Finkenkrug. Treffen 801 Uhr Bahnhof Westend. 65 Pf. Fahrgeld. Neukölln. Rote Falken. Gruppenpflichtveranftaltung! Alle Rote Falken nehmen an der Kreistreffahrt teil. Abfahrt moraen. Sonntag, 6 Uhr, U-Bahn Rathan». Fahrgeld 20 Pf. Falkcnkloiduug. Wimpel und Sportgeräte«st. bringen. Die Spieltruppe muß vollzählig fein. Jung- unb Rote-Falken-Helfer Montag, 16 Uhr, im KreisHeim Arbeitsbesprechung. Material fstr die Bastei- akiio» muß zum gleichen Termin abgeliciert werden. Treptow. Laura de Bolls. Sonntag. 27. November, Besuch der Sternwarte. Treffen 10 Uhr Bahnhos Treptow. Eintritt 20 Pf. Sterbetafel der Groß«Berliner Partei-Organisation 77. Abt. Unsere Genossin Klawittcr ist am 24. November plötzlich verstorben. In ihrer stillen, ruhigen Art hat sie viel fttr die Partei, namentlich fllr die Jugend geleistet. Ehre ihrem Andenken. Beerdigung Montag, 28. November, 14 sh Uhr, aus dem 2. Städtischen Friedhof, Epthstraße iBIanfe Helles. Um rege Beteiligung wird gebeten. jWSozialMcheArbetterjugendGroß-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an das Jugendfekretariat Bertin SD 66 Lindcnstraße 2. vorn 1 Trepp, rechts. Rcfceeutcn.Tchulc Senosie Deneikr und Senosic A. Nofeaberg! Morgen. Sonntag, pünktlich 0.20 Uhr. im Raum der Arbciter-Bildungofchule, SM., Lindeiistraße. Mänchea-Helser-Kursus: Heute Beginn pünktlich 19 Uhr im Heim Linden- straß« 4, vorn. Znsommevlullft bee Referenten, Zugendbeiräte, I. Abteiluagsleitee und Bildungsobleut« der Weebebezirke am Montag, dem 28. November. lOst, Uhr, im Sißungofaal des Bezirksamt« Krcuzberg, Porikstr. 11. Ohne Mitgsieosbuch oder Einladung kein Zutritt. henke. Sonnabend. 26. Rovember: Neukölln Wi 10 Uhr Funttionarsitmng Ganghoferstrake.— Lankvitz: Beteiligung an der Veranstaltung der Paöteiavteilung.— Lübars: Bunter Abend. — Buch: Arbvitsgemeinschaft: IUngcrenorbolt. Werbebezirk Tiergortea: Aelteren-Arbeitsgemeinschaft.,GeWertschaft und Partei im Klassenkampf". Leitung: Paul Bernstein.(Ougendheim Bremer Straße, punktlich llbr.) Wcrbebezirk Veddiaa: Tprechstund«' 18—19 Ußr Schönstedtstr. 1. Boden 19—20';; Uhr Äerichtstraye. Lpieltruppe 20�— 22 Uhr Schonstedtstr. t. Wirde bezirk Atcuzbero: Aelteren. Kursus:..Einheitsfront tut not" mit Ge. nassen Dr. Fraenkel um 20 Uhr im Heim Urbanstr. 187. Wcrbebezirk �Westen: Mtgliederversammlun� 19'.. Uhr in� C.harlottenburg, iburg, oitsch. .,..... na-...._____ v geld 85 Pf. Genosse Gustav Weber spricht morgen über„Die Aufgaben der Arbeiterjugend in der Krise". Werbebezirk Reinickendorf: Galgenvogel. Gichbornstr. 94. 18 Uhr Studio. 20 Uhr Szenenprobe. Morgen Sonntag, 27.?7ovember: Kopeuiiker Biertel: Fahrt nach Bernau. Treffpunkt 7 Uhr öchlcsischcr Bahnhof. 60 Pf.— H-llesche« To,: Fahrt. Treffpunkt?Zp Uhr Rote Ecke.— Schillcrpark! Fahrt. Treffpunkt 7..I0 Uhr Barfus. Ecke Müllerstraße.— FaU- platz l! Fahrt fällt Berbedczirk T Straße 11. 10'/: WWW IWWWW Benoffen Decker im Altersheim Danziger Etr. 62. Untostenbeitrag 0 Pf. Er- wcrbslofe frei. Werbedezirk MLagelfe«! Iüngeren-Kurfus:„Was will die Arbeiteriugcnd?" Leitung: Genosse Theo Thiele. Achtung! 15 Ühr Parteiheim Köpenick(Nicht 10 Uhr Dahlwitzer Straße). Äfc Zugendgruppe des Zentralverbanves der Anaestellten jBjl Der Iugendbezirk Sudost kommt heute im Jugendheim Manteuffelstr. 7 von 20 bis 22 Uhr zum Heimabend zusammen. Eonnabend, 26. November, 1« Uhr, Altersheim, Danziger Etr. 62, Ver- lammiung aller SPD., und sreigcwcrkfchaftlichcn AsL-Ardeiter des Bezirls Prenzlauer Vera- Tagesordnung: l. Das Verhältnis der Afü-Arbeiter zur Sladt Berlin. Referent: Kollege Nochowfti vom Gefauitocrdand. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht des wichtigen Themas ist das Erscheinen der Afü-Arbeiter unbedingt erforderlich. Partei- und Vcrdandsbuch legitimiert. Vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold-. Geschäftsstelle: Berlin S. 14. Sebastionfst. 67—66. Hof 2 Tr. Webbmg(Vortrupp). Der Besuch des Verkehrs, und Baumuseums am Sonntag fällt aus.— Zriedrichshoi». Kameradschaft Petersburg. Sonnabend, 26. November. 20 Uhr. gemütliches Beisammenlein im Verkehrs. lokal Bauer.— Kamcradschatt Schäneweibe-Iohauaisthal. Sonnabend, 26. No. vember. lOst. Uhr, Kamcradschaftsocrsammlung bei Trompter, Oberschöneweide, Frischen- Ecke Luisenftraße. Referent: Kamerad Bsbert. Herrn Freireligiös« Gemeinde. Sonntag. 11 Uhr. Pavpelallee 15, Bortrag des cn Dr. R. Sturm: Familie und Ehe in der sowittrufsischen Literatur. Individualpsychologische Gruppe. Dr. Zeiz spricht am Montag, dem 26. No. vember. 20 Uhr, im Klubhaus am Knie, Berliner Str. 27, über:„Der Hochstapler". Gäste willkommen. KKS. Neilkölln-Britz. Sonntag, 27. November, 9 Uhr, Schießen im Neuköllner Schützenheim, Naumburger Straße. Deutsch-Französische Gesellschaft. Mittwoch. 30. November, 20>4 Uhr, Vortragssaal. Bayerischer Platz 2, Diskussionsabend über:„Uz>eunesse teanezisr et le miliisrlsme en Trance Pommerndund, Südost. Sonnabend. 26. November, 20 Uhr, Sitzung, ver» bunden mit der Feier des 24. Stiftungsfestes in Ewalds Percinshaus, Ekalitzetz Straße 126, nahe Kottbusser Tor. 27) ROMAN von STEFAN POLLATSCH EK\ (Copyright Saturn-Verlag.) „Vielleicht ist es mehr als leichtfertig, Crusius, vielleicht ist es sogar unmoralisch und verwerflich, weil ich dich um Geld und Gut bringe, indem ich mich weigere, diese Knoten zu entwirren und auszuharren, bis du eine neue Leitung bestimmt hast. Aber begreifst du denn nicht, daß mich der bloße Gedanke an die Fabrik um den letzten Rest meines Verstandes bringt, daß ich mich lieber töten würde, als noch einmal diese Räume zu betreten, so begreif mich doch, versuch doch mich zu verstehen, und wenn du mich für einen Narren hältst— tu's doch immerhin!— aber ich kann nicht anders!" Weltlin schrie wie im Paroxysmus, und Crusius hatte alle Mühe, seinen Freund zu beruhigen:„Run gut, nun gut, Wilhelm! Lassen wir es also ein für allemal. Du hast recht, es kann sich ja nur um Geld handeln." Wie tief muß die Wandlung dieses Menschen gewesen sein, grübelte er, als er die Stiegen wieder hinabschritt, wie schnell kann der Mensch aus seiner Ordnung, aus seiner Lebensbahn geraten? Wie unsicher ist es doch, dieses wandelnde und mit Verstand begabte Wesen?... Crusius ließ wieder den Wagen vorfahren und ging, die Hände über den Rücken verkreuzt, durch die engen Gassen. War es denn wirklich verwerflich, was er tat, wenn er darauf sann, den Menschen Erleichterungen zu schaffen? War sein Tun wirklich so verdammenswert? War es richtig, daß er die Menschen auf Aeußeres lenkte, statt sie zu sich selbst zurückzuführen? Aber was heißt denn das? Kann man denn überhaupt etwas zurückführen, gibt es denn ein Zurück? Die Maschine ist doch nun einmal hier und ich bin blaß ihr Diener. Vergehe ich mich denn gegen die Natur, wenn ich Helsen will, ihre Kraft den Menschen nutz- bar zu machen? Und wenn auch, hat die Natur nicht dem Menschen zu dienen, ist sie nicht für ihn da? Ewiger Widerstreit, ewiger Widerstreit zwischen Menschen meiner Art und solchen, deren einer Weltlin nun ge- worden ist. Aber wer bürgt mir, daß ich nicht morgen selbst aus meiner Bahn ge- warfen, ein Weltlin werde?... Dennoch, solange ich noch ich bin, solange noch mein Verstand mir gehört, kann ich nur denken, wie ich eben denke. Wir können uns der Entwicklung nicht entgegenstemmen, und wenn es auch mein Schicksal ist, an all dem, was ich ersinne, zugrunde zu gehen, ich kann nach nicht dagegen wehren, solange ich noch ich bin... Energisch schritt Crusius voran. Schon weilten seine Gedanken bei der Ar- beit im Laboratorium, er winkte dem Wagen und fuhr, von den kleinen, bloßfüßigen Gassenbuben begafft, von bannen. Oben in seinem Zimmer saß Weltlin und ordnete Zeitungsausschnitte in eine große, grüne Aktenmappe. Die Verbrechen der Zeit. Die grüne, dick angesä, wollene Aktenmappe unter dem Arm betrat Weltlin das Podium. Der Saal war dichtgefüllt. Ein Blick in den Raum hinab bot ein ungewohntes Bild: Er sah nur Köpfe und Hüte, sonst konnte er nichts wahrnehmen. Seine Stimme kam ihm ganz fremd vor, er lauschte, während er die gut vorbereiteten Sätze sprach dieser eigenen und dennoch fremden Stimme, ver- haspelte sich im Sprechen, mußte einen eben angefangenen Satz wiederholen und wäre am liebsten davongelaufen. Sein ganzes Vorhaben kam ihm, während er mechanisch weitersprach, lächerlich und unsinnig vor. Warum erzählte er all dies den fremden Menschen? War es ihm wirklich so wichtig, daß all diese Menschen da unten seine Ge- danken kennenlernen mußten? War das überhaupt notwendig? Und er wußte mit einem Male, daß das gar nicht seine Absicht war. Was war sie denn? Selbstgefälligkeit? Wirken-wollen? Eitelkeit?... Und er sprach wie eine Maschine weiter. Abermals wagte er einen Blick hinab; sah er da nicht Crusius? Und war dies nicht Erna, einträchtig neben Susi sitzend? Und dort— ja, das war Albert, neben ihm das Fräulein Vera Wagner und der Mähnige. Etwas zu nahe saß dieser Geselle neben der jungen Dame; ob man nicht gelegentlich Albert hiervon Mitteilung machen sollte? Ja. und da waren auch einige von den Parteibonzen, die sich zuerst gegen Vortrag und Vortragenden gewehrt hatten, bis Weltlin seinen Willen schließlich doch durch- gesetzt hatte. Dann aber sah sein Blick die dichtgedrängte Schar der Männer und Frauen, die ihn unablässig ansahen, und er hatte das Gefühl, als verfolgten diese Men- schen dort unten den Flug der Worte aus dem Mund in den Raum. Da spürte er wieder dieses weiche Gefühl in sich für diese rührend stumpfen, abgebrauchten, abge- quälten Menschen, und er sprach hinfort nur zu ihnen. Er sah nicht mehr Freund, Tochter, Geliebte, Sohn— zu dieser Menge sprach er, und seine Stimme scholl an, sie wurde wärmer, beseelter, leidenschaftlicher. „Wenn ich also in meinem Gedankengang fortfahre, möchte ich sagen, daß diese Art von Verbrechen nur in unseren Tagen beobachtet werden, daß sie also Verbrechen sind, die aus unserer Zeit erwachsen, durch unsere Ver- Hältnisse bedingt sind. Was all diesen Ver- brechen gemeinsam ist, ist der Umstand, daß eine materielle Absicht meist nicht vorhanden ist, daß Zweck und Anlaß nicht klar ersichtlich erscheinen und daß ihre Grausamkeit über alle bisher erlebten Gewalttätigkeiten weit hinausgeht. Ich möchte aus meiner Tamm- lung, die Berichte über hundertvierzehn solcher Verbrechen der Zeit enthält, nur einige der markantesten vor Ihnen aus- breiten: Ein zweiundzwanzigjähriger Hilss- arbeiter stiehlt in belebter Straße einer Dame ein Handtäschchen, bis hierher ein alltäglicher Fall. Der Dieb verfolgt die Dame, und als diese ein Haustor betritt, überfällt er sie, prügelt sie, wobei ein Auge der Ucberfalle- nen schwer verletzt wird. Bei der Verhand- lung gibt sich der Richter alle Mühe, die Motive der Tat aufzuhellen, es gelingt nicht. Er fragt, ob der Täter einen weiteren Dieb- stahl geplant habe, der Mann verneint; ob etwa ein Sittlichkeitsattentat beabsichtigt ge- wesen sei— wieder verneint der Täter; end- lich erklärt er, daß er die Tasche wohl aus Not gestohlen habe, den Ueberfall aber habe er nur begangen, weil er auf alle besser an- gezogenen Menschen eine„Wut" hätte... In der Stadt A., einer Industriestadt, die etwa öiZlXK) Einwohner zählt, ereignete sich das Folgende: Ein Mann verläßt das Bank- gebäude, in der Hand trägt er eine Akten- lasche. Er wird an einer Straßenkreuzung von drei Leuten angehalten, in ein Auto ge- zerrt. Vor der Stadt wird er von den Leuten an einen Baum gebunden und an ihm ein bestialisches Verbrechen begangen, das aus- zusprechen ich mich scheue. Die Behörde fahndet vergebens nach den Unmenschen, die es nicht beim Raub bewenden ließen, sondern diesem geradezu milden Unterfangen jene tierische Grausamkeit folgen ließen. Nähere Nachforschungen ergaben, daß das be- jammernswerte Opfer ein Rechtsanwalt einer benachbarten Ortschaft war, der mit seiner Umgebung in Friede und Eintracht lebte, irgendein persönlicher Racheakt war mit diesem Verbrechen nicht verquickt. (Fortsetzung folgt.) 'Der Ullann, dem kein Schloß mderflehl Steporlage über einen Schloffer/'Hon JlrUmr Slraivn Vor drei Monaten gelang es den Bergemann- schasten, die im Wrack der an der bretonischcn Küste im Jahre 1922 gesunkenen„Egypt" arbeiteten, endlich eine gewaltige Stahlplatte des Oberdecks auszuschneiden und sich in den ehemaligen Schisfskassenraum Eingang zu bahnen. Hier, 120 Meter unterhalb des Meeresspiegels des Eolfs von Biscaya, harrten ihrer 5000 000 Dollar in Gold und Silber und 28 000 000 Dollar in indischen Banknoten, die die„Egypt" von England nach Indien bringen sollte, als das Ilnhetl sie im dichten Nebel in die Tiefe sandte. Ein Teil des Schatzes wurde sogleich geborgen. Aber weitaus das Meiste blieb hinter den dicken Stahltiiren von vier Safes zurück, die in die Wände des Kassen- raums eingebaut waren und nicht an die Ober- fläche gebracht werden konnten. Die Taucher versuchten, eines der Safes mit Azetylensackeln und Explosivstosfen zu öffnen. Sic hatten Erfolg. muhten aber entdecken, daß die Gewalt der Sprengmittel vier Fünstel des kostbaren Inhalts zerstört hatten. Es war offenbar, daß eiue ge- eignetere Methode gefunden werden mußte, um die übrigen drei Safes zu öffnen. Vertreter des Bergesyndikates eilten nach Berlin und berichteten ihre Schwierigkeiten dem ältesten technischen Sachverständigen für Taucherarbcitcn, Benjamin Walters. „Es gibt nur einen einzigen Mann auf der ganzen Welt, der die Safes öffnen kann", erklärte Walters. Und dieser einzige Mann auf der ganzen Welt war Charles C o u r t» c y, Präsident der ameri- konischen Kunstschlosscrvereinigung, Besitzer der größten Kunstschlosserei der Welt, in New Port, mit dessen Geschicklichkeit und Geschwindigkeit in Oeffnen eines Schlosses oder eines Safes es kein anderer Mensch, sei es innerhalb, fei es außerhalb eines Gefängnisses, ausnehmen kann. Zweimal mußte Courtney Schlösser so rasch als möglich, ohne daß geeignete Instrumente zur Hand gewesen wären, öffnen. Im Jahre 1918 besuchte er einmal den Besitzer einer Brooklyner Schilfs- werft, als ein Feuer ausbrach und bedrohliche Ausmaße annahm. Man erinnerte sich, daß ln einer aus Stahl gebauten Hütte große Mengen Explosivstofse ausbewahrt waren. Sie war zu- gesperrt und der Aufseher, der den Schlüssel auf- bewahrte, war ausgegangen. Courtney löste das Problem mit einem Stück Draht. Er öffnete das Schloß rascher, als man die Türe hätte ausbrechen können. Ein anderes Mal bemerkte er auf seinem Wege zur Werkstätte aus einem der oberen Stockwerke eines Miethäuses Feuer dringen. Er machte einen Polizisten aufmerksam, der sofort die Feuer- wehr alarmierte, während Courtney sich zu der Wohnung begab und klingelte. Aber es kam keine Antwort. Der„König der Schlosser" stürmte in ein Kaffeehaus, ergriff eine Gabel und«inen Löffel und eilte zurück. In ein paar Sekunden hatte er sich geeignete Werkzeuge hergestellt, indem er den Stiel des Löffels abbrach und die Zinken der Gabel krümmte; und mit diesen öffnete er das Schloß. Mit Hilfe der Nachbarn trug er eine halberfticklc Familie aus der raucherfüllten Woh- nung ins Freie— gerade als die Löschtrains der Feuerwehr heranrasten. Vor weniger als einem Jahr rettete er einen hervorragenden Finanzmann vor dem Ruin. Ein Vorfall, der einer gewissen Komik nicht entbehrt. Die Börse hatte gerade einen besonders flauen Tag. und die Aktienlurje purzelten geradezu in die Tiefe. Der in Florida zur Erholung weilende Finanzmann rief fein New-Porkcr Büro an und beauftragte seine Sekretärin, mehrere tausend Aktien, die in seinem Safe ausbewahrt waren, diesem sofort zu entnehmen und noch vor Börsen- schlug zu oerkaufen. Dann läutete er ab. Es war 12 Uhr mittags und die Börse schloß um 3 Uhr. Plötzlich erinnerte sich die Sekretärin, daß der einzige Mensch, der außer dem Finanzmann das Schlüsselwort wußte, nicht in New Pork war. Sofort ließ sie sich wieder mit Florida verbinden; aber ihr Chef war unauffindbar. In der allgc- meinen Aufregung nannte jemand de» Namen Courtneys. Er kam in aller Hast und hörte sich die Geschichte an. Sowohl das Ausbohren des Safes wie auch andere Manipulationen hätten Stunden in An- fpruch genommen. Dann wäre es zu spät ge- worden. Aber Courtneys langjährige Erfahrung bei der Lösung ähnlicher Probleme kam ihm zu Hilfe.„Zeigen Sie mir den Schreibtisch des Kom- pagnons Ihres Chefs," sagte er. Er war ver- sperrt. Courtney öffnete sofort das Schloß. Und tatsächlich fand man unter den Privatpopieren des Kompagnons das Schlüsselwort. Die Aktien kamen noch rechtzeitig aus die Börse. Auch das Oeffnen eines Safes durch Anwen- dung von Gewalt erfordert größere Geschicklichkeit, als man annehmen würde. Man muß genau wissen, wie man bohren muß; wenn man sich auch nur um den Bruchteil eines Zentimeters irrt, kann eine unbehebbore Aussperrung die Folge sein. Manche Safes haben nämlich söge- nannte„D y n a m i t- D r ü ck e r"; wenn man gewisse Teile des Safes anbohrt, werden Ver- fchlüsse losgelöst, die die Riegel und Schließhaken noch straffer festhalten. Dann gibt es Safes,:n deren Wände„Gaskammer n" eingebaut find. Man braucht sie nur anzubohren und das Gift- gas strömt ins Zimmer. Courtney hatte mancherlei unliebsame Begeg- nungen mit solchen Sases. Aber am knappsten kam er vor einigen Jahren mit dem Leben davon, als er berufen wurde, um ein Safe zu öffnen, das in der vergangenen Nacht ohne Erfolg von Ein- brechern bearbeitet worden war. Sie hatten das Ein Mühlstein und«in Menschenherz Wird stets herumgetrieben; Wo beides nichts zu reiben hat, Wird beides selbst zerrieben. t'rleckr. t. Logau(1630). Safe an mehreren Stellen angebohrt, waren aber offenbar verscheucht worden, bevor sie ihr Ziel erreicht hatten. Courtney wollte gerade dort mit dem Pohrer fortsetzen, wo die Einbrecher aus- gehört hatten, als er ein Blatt Papier auf dem Fußboden liegen sah. Es war eine von den Ein- brechern zurückgelassene Warnung, daß die Bohr- löcher mit Nitroglyzerin gefüllt seien! Andere Angehörige der Unterwelt, mit denen Courtncy in Berührung kam, waren nicht so rücksichtsvoll. Am 31. Dezember 1931 betraten zwei junge Leute in Abcndkleidung seine Werk- statte. Draußen stand ihr Automobil. Zufälliger- weise war Courtney allein. Ohne Umschweife machten sie ihm einen Vorschlag. Er sollte sie be- gleiten, um ein Safe zu öffnen und mehrere tausend Dollar Belohnung erhalten, wen» er Erfolg hätte. Er weigerte sich. Sie oersuchten, ihn zu ihrem Auto zu schleppen. Courtncy leistete Widerstand. Dann schlugen sie ihn. bis er bewußtlos wurde, und rasten davon. Er mußte fünf Tage das Bett hüten, um sich von seinen Verletzungen zu erholen. Aber nicht alle Verbrecher wenden so rohe Methoden an. An Bord des Acroplans, mit dem Courtncy anläßlich seines letzte» Aufenthaltes von Berlin nach London flog, machte er die Bekanntschaft eines freundlichen älteren Herrn. Sie kamen ins Gespräch, und der freundliche Herr teilte ihm mit, daß er ein katholischer Priester sei, woran zu zweifeln Courtnay keinen Anlaß hatte. Auch Courtney erzählte ihm, welchen Beruf er habe. Da erklärte der Priester, daß er ein Safe besitze, dessel Schlüsselwort nur er wisse, und er wollte mit Courtney um 100 Pfund Sterling wetten, daß dieser nicht imstande sein würde, es zu öffnen. Der König der Schlosser nahm die Wette an. Als sie in London angekommen waren, begab sich Courtney sür ein paar Minuten in sein Hotel und folgte dann dem Fremden, der ihn zu einer Kirche führte. Der Priester suchte in seinen Taschen umher.„Nein, so etwas! Jetzt habe ich den Schlüssel vergessen!" rief er aus. Dann wollte er mit Courtney um weitere 25 Pfunde wetten, daß dieser nicht imstande sei, das Schloß zu öffnen. „Wie schade!" erwiderte Courtney.„aber auch ich habe einige meiner Werkzeuge vergessen. Bitte warten Sie. Ich eile nur in mein Hotel, um sie zu holen." Aber anstatt in sein Hotel zu eilen, fuhr Court- ney nach Scotland Pard. Als er nach einigen Minuten in Begleitung eines Polizei- inspektors zurückkehrte, war sein„geistlicher" Freund verschwunden. „Ich wäre auf diesen Burschen wirklich hinein- gefallen," sagte CorUtney,„wenn er nicht diese zweite Wette vorgeschlagen hätte. Slber sür einen Diener der Kirche schien er mir da doch ein wenig zu wcttlustig zu sein!" Einzio autorisiert« Urbersetumg au« dem Ämerikanischcn von Leo Aorten. *7 Glyzerin Männer _ Nath besonderem Verfahren unter Zusatz von Gly hersesrellt Millionen Mi machten die Griahiung, dal» der dichte,«ahnige. glv gesättigte Ka]oderma-R sdhautn unvergleichlich wirk- ■amer und sparsamer im Gebrauch ist-Wundervoll leichtes. hautschonendes Rasieren: Die Klinge schabt nicht— «e gleitet Das Stuck 60 Pfg. F. W O L F'F& S 0 H N KAELSBDBE IF2U2 KALOUERMA-RASI ERSEIFE * Wie steht die Konjunktur? Skeptischer Quartalsbericht des Konjunkturinstituts Dos fionjunffutinfUluf hat jehf seinen viertel- jahrsberichl für das dritte Quartal IftZZ verössent- licht, und zwar zunächst nur den zweiten Teil des Berichtes, der die Situation der einzelnen Wirtschaftszweige behandelt. Die zusammensasjendc konjunklnrbeurleilung und die übliche vorhersage der kommenden Entwicklung stehen noch aus. Die industrielle Produktion, deren Rückgang sich schon im ersten szalbjahr erheblich verlangsamt hatte, ist seit August leicht gestiegen. Der Produktionsindex wichtiger Industrien(1928 — 190) hob sich von S1.8 im August auf 53,7 im September. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden stieg vom August bis Oktober um 7.5 Proz. Im Kohlenbergbau wurde die Fördertätigkeit durch saisonmäßige Eindeckungen des Handels und der Verbraucher gestützt. Stcinkohlensörderung und Koksproduktion haben vom August bis Oktober sogar über das saisonübliche Maß zugenommen. Bei der Großeisenindustrie läßt sich gleichfalls noch nicht von einem Tendenzumschwung sprechen. Zunächst ist die eingetretene Besserung der Beschäftigung nur auf die Abwicklung der letzten großen Russenaufträge und die zusätzlichen Rcichsbahnbcstellungen zurückzuführen. Das In- stitut ist der Meinung, daß durch das Ankurbc- -Arbeitslose Reichsbank Aber wieder Devisenzugänge Rcichsbankpräsident Dr. Luther hat aus der Tagung des Langnamvereins selbst daraus hin- gewiesen, daß die Rcichsbank vergeblich Kre- ditc für die Wirtschaftsbelebung bc- reit halte. Der Reichsbankausweis vom 23. No- vcmber ist ein neuer Beweis dafür, daß von einer fühlbaren Wirtschaftsbelebung noch nicht gc- sprachen werden kann. Die Handelswechsel sind wieder um 199,9 auf 2529,2 Millionen zurückgegangen, die Reichsschatz- Wechsel um 21,9 auf 6,5 und die Lombarddarlehen von 9,3 aus 86,9 Millionen gesunken, womit sichz für die dritte Rovembcrwoche bereits eine En/- l a st u n g der Rcichsbank ergibt, die u m 7 9 Ni/ l- l i o n e n größer ist als die AnfpruchnaHme zum Oktoberendc Der N o t e n u m l a u.j hat nach einem Rückgang um 197,3 auf 3396,3 Millio- �en einen neuen Tief st and erreicht. Die große Flüssigkeit des Geldmarktes zeigt sich in der BeMehrung der zinslos bei der Reichsbank gehaltenen fremden Gelder um 71,4 auf 429,1 Mil- lionen Mark. Die D e v i s e n b i l a n z hat sich gegenüber der ungünstigen Vorwoche wieder vertzessert. Die Goldbestände nahmen um 6,5 auf 818,6 Millionen ob, die Deckungsdcvisen dagegen aber um 19,3 auf 114,9 Millionen zu, so daß sich die Noten- d e ck u n g durch Gold und Devisen gegenüber der Vorwoche von 27,2 aus 28,2 Proz. erhöhen formte. Englische Absperrungspolitik Die Vertreter der englischen Chemie-Jndustrie haben bei der Regierung eine Verlängerung des Farbstoffgesetzes, das Ende Dezember dieses Jahres abläuft, verlangt. Dieses Farbstosf- gesetz hatte sich praktisch in einem Einfuhrverbot für ausländische Farbstoffe ausgewirkt. Die In- teressenten verlangen eine Geltungsdauer des Ge- setzes auf weitere drei bis fünf Jahre. In der Eingabe wirb darauf hingewiesen, daß das Färb- stoffgesetz seinen Zweck, durch Verhinderung der Einfuhr eine eigene chemische Industrie großzu- lungsprogramm und die Verwendung der Steuer- gutscheine Faktoren gegeben sind, welche die Eisenindustrie f r ü'h z e i t i g e r anregen könn- ten, als es bei normalem Konjunkturverlauf zu erwarten wäre. Allerdings verhehlt der Bericht nicht, daß das völlige Daniederliegen der In- vestitionstätigkeit einen Produktiv usrück- schlag bei den Walzwerken möglich erscheinen läßt. Die Lage der Maschinenindustrie war im dritten Quartal stabil geblieben. Seit Juni hat sich die Belegschaft nicht mehr vermindert. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit war vom Januar bis September auf 49 gegen 37,7 Stunden gestiegen. Man kann annehmen, daß die Maschineninvestitionen schon seil länger als einem Zahre nicht mehr den lausenden Ersah- bedars der Mirlschast gedeckt haben. Der Erport hat sich im dritten Quartal in erster Linie durch die Fertigstellung der Russen- auftrüge verschlechtert. Wie die letzten Monats- berichte des Maschinenbaues darlegten, hat die ge- plante Papensche Kontingentspolitik darüber hin- aus noch weitere Exportmöglichkeiten zerschlagen. Der nahezu völlig abgestorbene B a u m a r k t hat sich im Hochbau vom Sommer bis Milte Ok- tober auf gleichem Stand gehalten. Planungen und Inangriffnahme von Wohnungsbouten sind im ziehen, e r f ill l l t habe. Jetzt gelte es, die hoch- gekommene»Industrie vor der ausländischen Kon- kurrenz zu, schützen.— Man dars daraus gespannt sein, wi� sich die englische T e x t i l i n d u- st r i e, oie als Hauptabnehmer für Farbstoffe schon zeit Jahren gegen die überteuerten englischen Preise p r o t c st i e r t hat, sich zu diesem Antrag der Chemie-Jndustrie stellt. Die Ranken im Oktober �Vieder kleineres Bankgeschäft Wer die Scptemberbilanzen der deutschen Banken mit ihrer leichten Vermehrung der frcm- den Gelder und gewährten Kredite als Beweis für die Wirtschaftsbclebung in Anspruch nahm, muß durch die Bilanzen zum 31. Oktober enttäuscht werden. Sowohl die den Banken überlasscnen Gelder als auch die von den Banken gewährten Kredite, sind wieder zurückgegangen. Bei den Berliner Großbanken sank die Ge- samtsumme der Kreditoren um 38 auf 7491, bei sämtlichen Kreditbanken um 31 aus 9972 Mil- lionen Mark. Die laufend gewährten Kre- dite sind bei den Großbanken um 17 auf 4614. bei sämtlichen Banken um 26 aus 5659 Millionen Mark gesunken. Die Wech selbe st ände haben sich bei den Großbanken wie bei sämtlichen Banken um 17 bzw. 14 Millionen nur durch die Aufnahme von Schatzanweisungen etwas erhöht. Die Vor- s ch ü s s e auf lagernde und schwimmende Waren — Finanzierung des Imports— sind bei den Großbanken um 29 aus 1958, bei sämtlichen Banken um 4 aus 1171 Millionen Mark zurück- gegangen. Die gebesserte Lage bei den Spar- k a s s e n zeigt sich in den Bilanzen der Giro- zentralen. Die fremden Gelder der Girozentralen sind ziemlich stark, nämlich um 61 auf 1928 Millio- nen gestiegen. Auf der anderen Seite konnten der Geldbeschafsung dienende Akzepte um 29 auf 343 Millionen und die für Stützungswechsel ein- gegangenen Jndossamentverpslichtungen sogar um 123 auf 1449 Millionen verringert werden. August und September erstmalig wieder über den Vorjahrsstand gestiegen. Allerdings standen die Vergleichsmonate 1931 unier dem Druck der K r e d i t k r i s e. Der Tiefbau fand durch Arbeits- beschafsung eine gewisse Stütze. In der T e x t i l- i n d u st r i e hat sich eine fühlbare Belebung durchgesetzt— Vollbeschäftigte erhöhten sich seit dem Frühjahr von 53 auf 69,1 Proz. der organi- sierten Facharbeiter und die Ausnutzung der An- lagen von 46 auf 54 Proz.—, aber Anregungen aus einer Derbrauchssteigerung des letzten Konsumenten sind zunächst nicht zu erwarten. Das Majseneinkommen, das den Wertumsatz des Textil- einzelhandels begrenzt, hat sich konjunkturell im dritten Quartal dieses Jahres noch etwas vermindert.' Hier ist der springende Punkt bei der Beurtei- lung eines Konjunkturumschwungs. Mag das Papen-Programm mit seinen Milliarden-Steuer- geschenken an die Unternehmer auch eine tatsäch- liche Belebung der Produktion mit sich bringen, so muß diese zaghaste Flamme einer Wirtschasls- besserung sehr schnell wieder verlöschen, weil der lohn- und sozialpolitische Raubzug der ver- slossenen Baronsregierung die schon durch die Krise zerrüttete Massenkaufkrast zerschlagen hat. Oehnonopol vollständig Die Rumänen treten bei Der Druck der großen Erdölproduzenten(Shell. Standard Oil, Anglo-Persian usw.), die sich im September zu einem W e l t k o r t e l l zusammen- getan haben, hat die rumänischen Produzenten endlich so weit gebracht, daß die Bildung eines rumänischen Jnlandskartells und eines Ex- portkartells mil Bestimmtheit zu erwarten ist. Die kartellierte rumänische Erdölindustrie wird dem Weltkartell mit Wirkung ob 1. Januar 1933 bei- treten. Diese Kartellierung bedeutet zugleich eine emp- sindlichc Drosselung der rumänischen Erdöl- Produktion. Die Preiserhöhungen des Kartells in Europa hatten nämlich dazu geführt, Seit dem Kampf um die Kontingente herrscht Fehde zwischen Unternehmern und Agrariern. Der Reichsverband der beut- scheu Industrie sucht ebenso wie die Schwer- industrie den Agrariern vernünftig zuzureden. Das kam in einem Bortrag zum Ausdruck, den in einer Vorstandssitzung des Reichsverbandes nach einem von Dr. Posse gegebenen Ucberbllck über die handelspolitische Lage Dr. Pietrkowski über„Industrie und Landwirtschaft" hielt. Die Industrie sei wie die Landwirtschaft von der Kaufkraft der breiten Massen ab- h ä n g i g.(Wächst die Einsicht bei den Unter- nehmern? D. Red.) Es sei unmöglich, über die Kontingentierung der landwirtschaftlichen Einsuhr die Rentabilität der Landwirtschaft zu steigern. Lei nach oben veränderten Preisen, wie sie die Landwirtschaft durch die Kontingen- tierung wolle, ergebe sich eine erhebliche Schrumpfung des Absatzes auch der Vered- lungsprodukte. Eine wesentliche Besserung der landwirtschaftlichen Erlöse sei nur von einer daß die rumänische Produktion in kurzer Frist von täglich 17 999 aus 24999 Tonnen, um mehr als 4 0 Proz., erhöht wurde. Die„Befriedung des europäischen Marktes"(lies: die hohen Preise auf dem europäischen Markt!) war dadurch wie- der bedroht Dabei ist sehr interessant, daß die großen rumä- Nischen Produzenten, deren Kapital im Besitz der anrerikanischen und holländisch- englischen Weltfirmen ist, ihre Förderung teineswegs weniger als die kleinen, unabhängigen rumänischen Firmen erhöhten. Jetzt wird die Förderung auf täglich 17 599 Tonnen g e- drosselt. Das Weltkartsll ist damit vollständig, und die Gefahr, daß die hohen Preise durch ein starkes rumänisches Angebot geworfen wür- den, wieder einmal gebannt, wenigstens vor- läufig. Die Autofahrer Europas werden es zu spüren bekommen! Die Hlialsteuer Neue Austrittsdrohung In der in diesen Tagen abgehaltenen Mit- gliederoersammlung des Reichsbundes des T e x t i l- E i n z e l h a n d e l s hat der Geschäfts- führer Dr. Deite die Erklärung abgegeben, daß, wenn der bekannte Steuerantrag gegen Waren- Häuser und Filialgeschäfte in der vom Reichsverband Deutscher Schuhgeschäfte geforder- ten Form von der nächsten Mitgliederversamm- lung der Hauptgemeinschaft in vollem Umfange akzeptiert werde, der Reichsbund vor der Frag- stehe, ob er nicht aus dieser Tatsache auch für sich die Konsequenzen ziehen müßte. Die im Reichs- bund organisierten Verbände und zahlreichen Mit- glieder halten eine Ausnahme st euergesetz- g e b u n g im Einzelhandel für bedenklich und für die organisatorische Zusammenfassung des beut- schen Einzelhandels für gefährlich. Ueber„Finanzpolitik des Reiches" spricht der geschäftsfllhrende Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk am Dienstag, 29. November, 29,39 Uhr, im«chinkelsaal der .Hochschule für.Politik, Schinkelplatz 6, in öffent- lichem Vortrog. Dr. Dosse im Völkerbund. Der Völterbundsrat hat den Ministerialdirektor Dr. Posse vom beut- schen Reichswirtschastsministerium zum Mitglied des W o h l f a h r t s k o m i t e e s des Völker- bundes gewählt. Dr. Posse ersetzt den als Staats- sekretär aus dem Reichswirtschastsministerium ausgeschiedenen Dr. Trendclenburg, der Untergeneralsekretär im Völkerbund geworden ist. Senkung der Selbstkosten, besonders der Vertriebskosten, von einer besseren Ausnutzung der Marktmöglichkeiten, in einer anderen Ber- teilung der Spanne zwischen Erzeugererlös und Verbraucherpreis zu erwarten. Das Vorstands- Mitglied Dr. Kastl warnte vor ollen k r e d i t- politischen Experimenten, die Wäh- rung und Wirtschaft in gleicher Weise gefährden. Bemerkenswert sind die Feststellungen zur Regierungskrise im Reich. Hinsichtlich der innerpolitischen Lage sprach sich das Präsidium — in betonter Unabhängigkeit von irgendwelchen parteipolitischen Gesichtspunkten— einmütig dafür aus, daß es für die Erhaltung und Stärkung der wirtschastsbelebenden Momente entscheidend darauf ankomme, die gegenwärtige Un- sicherheit durch ein stabiles Regie- rungsfundament zu ersetzen. Die Kon- solidierung der politischen Verhältnisse sei vom Standpunkt der Gesamtwirtschast dringend ge- boten und sie könne nicht schnell genug herbeigeführt werben. hfehr Massenkauf kraft! Der Reichsverband der Industrie über Agrarpolitik und Regierungskrise ftoals Thcolcr Sonnabend, den 26. November staatsoper unter den Linden 20 Uhr B o h ö m e-> Staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Was ihr wollt Tägl. 5 u. 8V, Uhr BUSTER WEST Der komischste Tänzer der Welt CONCELLOS Die Könige d.Luft MAX ADALBERT FR. GRÜNBAUM> Nibe Sdiln. Shf. )».!",!>,l. 2. 5. 815 U. k 7 Weichs»!«31 Die Bajadere Lessingineater Täglich SV» Uhr GreteMosheim Oskar Horaolka in Pygmalion üenaissance-Ih Steinpl. 6780 Täglich SV» Uhr Ucber 225» Trappe 1931 Die inausetaiie Sonnabend n.Stg.4 Uhr Schneewittchen 3 Uhr 15. Flora 3434. Raudien erlaub). Birkmeyer und sein Wiener Ballett 3 Arconas, 2 Burley's Hans Kolischer, 10 Brox, Yra& Ottare usw. Sonnahend und Soontoo auch nadtm. 4 Ii. au kleinen Preisen VOLKSBUHNE Theater am BUlowpiaiz J i, Norden 2944. Täglich 8% Uhr C il ikl �1 von Marcel Pagnoi ■#4 lw»M T Regie. HeinzHIlpcrt Dorsch. Tiedtke, Valetti, Siedel. Sonntag 3 Uhr; Die Ratten in Premierenbesetzung. Stadl. Oper Charlottcnburi: Fraunhofer 0231 Sonnabend, 25. Nov. 20 Uhr Turnus II DerTrouDaöour Friedrich, Thorborg, Rein mar, Seider a G. Zador, Pechner. Dir. Fritz Stiedry rneater im Admiralspaiast Merkur 9901 Täglich SVt Uhr Hans Albers Liliom SÄ Kabarett für Alle Sonnt, nachm. 3 Uhr bilL Preise Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich S1/* Uhr Oer Sensationserfolg Katharina Sonntag'/tb Försterchristel 4 Uhr Täglich 9 ühr Das Sensation alle Eaharalt-PnigTuam Abendpreise 1— S ML Nachm. Ced.cS 1,25 Jeden Sonnabend 1 1 Uhr: NachtvorcteHu iml inj Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. meiodis des GiücKs und das Noveraber-Prograram haöMd Reskimnl Berlins Deutsches Theater Weidend. S201 Letzte SVorstellungen Täglich 8 Uhr und Sonntag 4 U. Prim Friedridi w Hoiurg Inszenierung: Max Reinhardt Kammerspieie Täglich 8 Uhr Michael iframer von lerban Haupimaon Klopfer. Melzer, Triesch.v Platen. Kaiser, Liebeneinei Ba Ba Ba Beodows Bunte Böhne Kottbusser Straße 6 Oberbaum 3600 früher„Elite- Sänger" .Hier können Familten Katlee kocDen* Tgl.SVi ö nadim. 3'/» Preise von 50 Pf. an »'.uhr CASIIIO- THEATER Lothringer Strafe 37. iiiiiiimiiMMiiiiiiniiimimuiiiiiimHiiiimiiiiiiiMniimmHiuiin Aach Sonntag 4 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Die Liebe blüht in Werder Volksstück mit Gesang und Tanz Für die Leser Gutschein 1— t Personen. Parkett 0.50, Fauteuil 0.75, Sessel 1.25 M Deutsches Künstter-Th. Nürnberger Str. Tel Bavaria 6466 Tägl 8Vt Uhr Leopoldine Konstantin in Die Nacht zum 17. April Schioth, Steinbeck, Gebühr Rose■ Tlieaier Grtli fnoktvrtn Jlnti 13? lel. Wiidite: k 1 3422 5 Uhr Frau Holle 8.15 Uhr Der Zigeunerbaron 11,30 Uhr Oie ungekößte Eva 5 c h ///er Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(CD 6715 824 Uhr Robert und Bertram Alfred Braun, Paul Heidemann. 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