Abend- Ausgabe Nr. 558 B271 49. Jahrg. Redaktion und Werlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Sttnlptfdxt. A?«ml DSnhoff 202 b» IS? Tklcgramm-br-ft«! Svzlaldimotr««s-rlw BERLINER VOLKSBLATT SONNABEND 26. November 1932 In Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jentvalovsan der Gozialdemokratischen Oavtei Deutfchtauds Nazi-Wut und Äammer „UakalZhar!"—„Furchtbar"— „Grenzenlose Enttäuschung" Wer einen Einblick in das Seelenleben der NSDAP, gewinnen will und in die Zer- Itörungcn, die Hitlers zweite Abfuhr dort hervorgerufen hat, der muß die Nazipresse im Reiche lesen. Der„Westdeutsche Beobachter" in Köln ringt vergebens um Fassung: Wie kam der Herr Reichspräsident zu dieser Ablehnung die als unsahbar vom größten Teil des Belkes noch nicht b e g r i f f e>, werden kann?„Nach eingehender Aussprache mit seinen Beratern!" Wer sind,!o fragt das Volk, die Berater? Cs müssen d>e Herren Oldenburg- Ja nuschau usw. sein, die zwei Tage vor diesem furchtboren Ilein plößlich in'den Privatgemächern des Reichs- präsidentenpalais austauchten. Der Dresdener„Freiheitskampf" schreibt: Mögen andere Krokodilstränen ver- gießen, mögen andere jammern, wir nationalen Sozialisten beißen die Zähne zusammen, reißen voll Ingrimm unsere Sturmriemen herunter und werden weiter marschieren! Ehe Adolf Hitler und seine Kämpfer vergehet», zerbrechen Bürgertum und Marxismus, und ehe der Bolschewismus sein blutiges Handwerk bei uns vollendet, liegt Deutsch- lands Zukunft erfchlogen auf der Wahlstatt. Siegt aber Moskau, dann wird im Buche der deutschen Gefchiäne stehen: Deutschland starb, weil Feiglinge und Verräter Volk und Ration zugrunde n6)teten! Die„Pommexsche Zettung" beginnt: „Wieder ist eine Entscheidung der Reichs- Präsidenten von Hindenburg gegen das deutsche Volk gefallen." Dann spricht sie von einer„grenzenlosen Ent- täuschung". Das Mannheimer„Hakenkreuzbanner" wendet sich noch schärfer gegen den Reichs- Präsidenten, indem es erklärt: Das katastrophale Ende lastet auf dem G e- wissen dieses Mannes, der die entschei- dungsvolle Stunde der Nation oerpaßt hat. hindenburg hat für die Ration eine Schlacht verloren... Die ganze Nazipresse wendet sich in gren- zeitloser Wut gegen die D e u t s ch n a t i o- n a l e n, die sie beschuldigt, ein verbrechen- sches Spiel getrieben zu haben. Das ist das Ende der„nationalen Konzentration". Die Entscheidung wieder vertagt! BeralunFen bei Hindenburg bisher ergebnislos Tie Beratungen beim Reichs- Präsidenten über die Frage der Neu- bildung der Regierung waren gegen ll Uhr beendet, ohne zunächst zu einem positiven Ergebnis zu führen. Tic Entscheidung des Reichspräsidenten wird er st in einigen Tagen erfolgen. Wie die„Telegraphen-Union" erfährt. dürfte der Grund für die Verzöge- r u n g der Entscheidung darin liegen, daß man zunächst noch einig« Fragen klären will. Vor allem dürfte man noch die Haltung der verschiedenen Parteien zu einem anders zusammengesetzten Präsidialkabinett feststellen wollen. Die letzten Bemühungen Die Bemühungen des neuen Reichs» k a n z l e r s um die Zusammenarbeit mit dem Reichstag sollen, wie von unterrichteter Seite ver- lautet, nach den Wünschen des Reichspräsidenten dahin gehen, daß er die Mitarbeit aller Parteien annehmen soll, die sich chm für eine Tolerierung zur Verfügung stellen. Derartige Zusagen sollen bei der Zusammensetzung des neuen Kabinetts berücksichtigt werden. Es wird erwartet, daß Zentrum. Deutsche Volkspartei, Bayerische Voltspartei und die Splittergruppen sich nach Ver- Handlungen dem neuen Mann des präsidialen Ver- trauens sofort zur Verfügung stellen werden. Inwieweit auch noch andere Gruppen der Re- gierung dos Leben ermöglichen, soll für den Fall eines ablehnenden Entscheids der übrigen Parteien der Entscheidung des Reichstags überlasten blechen. Die Hoffnung, daß sich so oder so doch noch eine Regierungsmehrheit findet, wird in der Umgebung des Reichspräsidenten noch nicht völlig aufgegeben. Falls die neue Regierung dennoch ein Mißtrauens- votum erhalten sollte, würde sie als geschäfts- führende Regierung weiter amtieren. * Reichsaußenminister von Neurath trifft heute abend von Genf kommend in Berlin ein. Er gill in unterrichteten Kreisen noch wie vor als aussichtsreicher Kandidat für die Reichskanzlerschaft. Außerdem werden noch Dr. G e ß l e r und Dr. Goerdeler genannt. Eine Kandidatur Bracht dürfte auch für den Reichspräsidenten nicht in Frage kommen, weil er nach den Erklärungen des Zentrums- führers K a a s weiß, daß man mit einer der- Oer Briete sind genug gewechselt „— so sehen also die ganz starken Männer aus—" artigen Kandidatur vom Regen in die Traufe kommen würde, und daß Bracht im Reichstag und innerhalb der Bevölkerung den gleichen Widerstand finden wird, wie ihn Papen bisher gefunden hat und für den Fall seiner Wiederernennung in verstärktem Maße wieder- finden würde. Allerdings hatte der Zentrums- führer Kaas nach seiner gestrigen Unterredung mit dem Reichspräsident tn, in der er vor der Er- nennung dcs Herrn von Papen dringend gewartt hat. den Eindruck, daß Papen nicht wiederkehren wird. Aber es hängt selbstverständlich von den Einflüssen ab, die in der Zwischenzeit auf den Reichspräsidenten eingewirkt haben und im Ver- lauf des Vormittags weiter aus ihn einwirken werden, ob der Eindruck des Herrn Kaas seine Bestätigung findet. * Die Hugenberg-Presse, die den bisherigen Ver- lauf der Krise mit einer gewissen Zufriedenheit beobachtet hat. zeigt heute eine gewisse Ent- täuschung. Sie bezeichnet, nach dem Gang der Dinge, die Wiederernennung Popens als„logisches Ergebnis aller Verhandlungen", gibt aber zugleich zu, daß eine Rückkehr der Regierung Papen in ihrer bisherigen Zusammen- setzung nicht zu erwarten ist. Angesichts der Maßnahmen, die ein neues Präsidialkabinett gegenüber der Opposition der Nationalsozialisten und der Sozialdemokratie treffen müßte, wäre die Wahl des Reichskanzlers in besonderem Umfange eine Angelegenheit des persönlichen Ver- trauens des Reichspräsidenten. Außer der Hugenberg-Preste setzt sich nur noch die„Äreuz-Zeitung", das Organ des Stahlhelm, für Papen ein. Das Blatt wünscht nicht einmal eine etwaige Auswechselung einzelner Mitglieder des bisherigen Kabinetts. Es sagt zum Schluß eines spaltenlangen Artikels:„Jetzt Papen! Das ist die Parole des Augenblicks, die die Staatsnotwendigkeit vorschreibt. Erst muß die tausendköpsige Hydra des Parteiegois- mus vernichtet werden. Dann erst hat der Staat die innere Kraft und das moralische Ge- wicht, dessen er bedarf, um die ungeheuren Auf- gaben der nächsten Zukunft mit Entschlossenheit in Angriff zu nehmen." Die„Germania" und andere Blätter warnen demgegenüber nochmals vor der Rückkehr einer K o n f l i k t s r e g i e r u n g, die in noch ftär- kerem Maße als bisher dem Widerstand und der Ablehnung des gesamten Volkes ausgesetzt wäre. Sie würde in zwangsläufig geftei- gerten Konflikten entweder unter schweren Wirren an der Verfassung scheitern, oder sich unter noch schwereren Wirren über sie hinwegsetzen müssen— eine Konsequenz, die auch der Reichs- Präsident nicht wolle und nicht wollen könne. Der Vreußenkrieg Rcichskornmissar erklärt gegen Staatsregierung Zu dem Erlaß des preußischen Staatsministe- riums vom 24. November erklärt der„Reichs- kommistar für das Land Preußen"— das ist Herr von Papen: „Die in diesem Erlaß enthaltenen geschäfls- ordnungsmäßigen Bestimmungen können nur innerhalb der dem Staatsministerium nach dem Urteil des Staatsgerichtshofs vom 2S. vorigen Monats belassenen Zuständigkeit und innerhalb der tn der Verordnung des Reichs- Präsidenten vom 18. d. M. gezogenen Grenzen und nur gegenüber den dem preußischen Stoats- minifterium unmittelbar unterstehenden Beamten wirksam werden. Dagegen kann das Staats- Ministerium nicht in die dem Kommissar des Reiches zustehende Exekutive eingreifen, ins- besondere nicht unter Ausschaltung des Reichs- kanzlers in seiner Eigenschaft als Reichstommissar für das Land Preußen unmittelbar Anweisungeit an die dem Staatsministerium nicht unmittelbar unterstellten Beamten geben." Weiter wird noch mitgeteilt, daß ein„Ersuchen um Veröffentlichung" des Staatsministerialerlastes vom 24. d. M. an den Reichskmimnstar noch nicht gerichtet worden sei. Offenbar bedauert man, ein solches„Ersuchen" nicht ablehnen zu können. Die unter der Verurteilung des ganzen Volkes zufanrmengobrochene Papen- Bracht-Re- g i e r u n g hat es glücklich soweit gebracht, daß kein Beamter in Preußen mehr weiß, wem er zu gehorchen hat. Vom Reichspräsidenten ist zu fordern, daß er dieser Anarchie ein Ende macht Kommissare sollen zurücktreten Beschluss des Preussischen Landtags 3m Preußischen Landtag wurde ein kommunistischer Antrag, der inhaltlich mit einem gleichzeitig gestellten sozialdemokratischen Antrag übereinstimmt, und der den Rücktritt der Staatskommtssare und Aushebung aller von ihnen erlastenen Maßregeln sordert, i n namentlicher Abstimmung angenommen. kZb Abgeordnete stimmten mit 3a(Sozialdemokraten und Kommunisten). ISS Abgeordnete enthielten sich der Stimme(Rationalsozialisten und Zentrum). Die Ralionalsozialisten hatten vorher eine Erklärung abgegeben, des 3nhalts. daß sie nicht für die Anträge stimmen wollten, weit sie gegen die Rückkehr der Regierung Braun-Severing seien. Sie verlangten vielmehr die Aenderung der Ge- schästsordnung und llebergabe der Macht an die Rationalsozialisten. Berlins Vorschlag Es bleibt bei den Lezirken 3m Rathaus hatten sich heute vormittag die Bürgermeister der 20 Berliner Be- z i r k e zu einer gemeinsamen Sitzung mit dem Magistrat unter Vorsitz des Oberbürgermeisters zusammengefunden. Am t. Dezember läuft die Frist ab. die die preußischen Kommissare der Stadt Berlin zur Einreichung eines eigenen Vorschlages über die llmgestalkvog der Berliner Verwaltung gestellt haben. Di« Stadtverordneten- Versammlung hat bekaiuillich den Vorschlag des Magistrats abgelehnt, und die 3nitialioe liegt nunmehr beim Magistrat oder dem Oberbürgermeister. Ehe der Magistrat heule nachmiltag seine entscheidenden Beschlüsse saßt, wollte man noch einmal die Meinung der Bezirtsbürgermeister hören. Räch unseren 3nsormationen wird es jedoch bis auf geringfügigere Abänderungen bei dem vom Bürgermeister Lange und Sladtral Dr. Heuer ausgearbeiteten Vorschlag bleiben. wonach Berlin zukünstig nur noch aus neun Be- zirken bestehe» und in den Bezirksverwaltungen das Eiukörperfystem zur Einführung komme« soll. SA. mordet CA. Weil er den Gegner als Kommunisten ansah! Aachen. 26. Rovember. Das hiesige Schwurgericht verurteilte nach zwei- stündiger Verhandlung den S A.-M a n n Mar- t i n aus Eschweiter wegen Totschlags. Masfen- mißbrauchs und Maffendiebstahls zu S 3ahren Zuchthaus. Martin hatte in der Rächt zum 28. 3uli. drei Tage vor der Reichslagswahl. seinen Parteigenossen. den SA.- Führer Raskin aus Eilendors. mit einem Gummiknüppel schwer verletzt und ihn dann m i t dessen eigenem Revolver erschossen. Der Staatsanwalt hatte für die Tat l» 3ahre Z Monate Zuchthaus beantragt. Mit Martin wurden wegen Raushandels und Waffenvergehens die SA.-Leute Krämer. Schneiders und D e u t s ch m a n n zu 6. S und 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Marlin wurde durch die Pistole Raskins, die man bei ihm fand, und frühere Zleußerungen über die Tat überführt. 3n der Verhandlung selbst führte er zu seiner Verteidigung an. er habe seinen Parteigenossen für einen Kommunisten gehalten. Roch vor der 3uliwahl hat die ganze Raziprefjc die Tötung Raskins als„Rotmord" ousgejchrienZ Das Sonntagswetter Jür den morgigen Sonnlag ist mil einer leichten Wetlerbesserting zu rechnen. Allerdings dürfte bei etwas höher liegenden Tem- peraturcn noch mil vereinzelten Regenschauern zu rechnen sein. Die Erwärmung hat besonders im Westen des Reiches Fortschritte gemacht. Von dort werden Temperaturen gemeldet, die zwischen 10 und 12 Grad liegen. Sogar in den deutschen Mittel- gebirgen ist Tauwetter eingetreten. Ein Ties. das von England nach Osten vorstößt und erneuter Einbruch kühler Luftmassen, werden den Witterungscharakter zum Wochenbeginn be- stimmen. Justiz über Negast Das Urteil gegen Selbstschutz Eigener Bericht des„Vorwärts" Stralsund» 26. November. I» dem Negaster Prozeß wurde der sozialdemokratische Laudarbeiter- sichrer T ö p p e r weit über den Antrag des Staatsanwalts hinaus zu drei Iah- ren sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Drei angeklagte Arbeiter er» hielten Gefängnisstrafen von drei bis acht Monaten. Ter Arbeitersekretär Oldörp wurde zu 50 M. Geldstrafe verurteilt, weil er im Besitz einer Stahl- rute war. Der Arbeiter Büssow, der Gewerkschaftsangestellte Hast und der ftraukenkassenangestcllte Wcgner wurden freigesprochen. Die Verurteilung erfolgte, weil sozial- demokratische Arbeiter die in einem �tinderfreundelager untergebrachten 5Un- der vor den Nazihorden schützen wollten, die am Hitler-Tag in Stralsund randalierten. Gegen den Führer der Polizei, der den Befehl zum Schießen gegeben hatte, ist ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein- geleitet. Bei der Schießerei wurde der junge sozialdemokratische Lehrer K r u l l aus Greifswald, der das Faltenlager betreute, von Polizeikugeln getötet. Stahlhelm-Wirtschaft Dreiste frldarunx Stephanis Der Berliner Stahlhelmführer Major Stephan! hat die Kühnheit, der„Tel.-llmon" eine E r- k l ä r u n g zum Bericht des„Vorwärts" über die Zustände in der„Vaterländischen" Winterhilfe zu übergeben. In dieser Er- klärung wagt er, von einem„völlig e n t- stellenden Bericht" des„Vorwärts" zu sprechen, obwohl er selbst in seiner Darstellung alle unsere Mitteilungen aus der Gerichtsverhand- lung b e st ä t i g e n muß. Nur möchte der Stahl- helmführer die ihm unangenehme Tatsache o e r t u s ch e n oder doch beschönigen, daß das Gericht den Geschäftsführer der „Vaterländischen Winterhilfe", den Stahlhelm- major von Soden st ern, wegen Ver- dachts der Mittäterschaft unverei- d i g t gelassen hat. Daß sogar der Sj�atsanwalt davon sprach, daß die aufgedeckten„Zustände, gelinde g e- sagt, sonderbar" seien, hat Stephani im Gerichtssaal gehört, und es ist begreiflich, daß er nicht gern davon spricht. Aus der für di« Ver- anstaltung der„Vaterländischen Winterhilfe" über- aus peinlichen Verhandlung hat Stephani und fein Stahlhelm das Gegenteil von Lorbeeren heim- getragen. Wenn sie einen jungen Menschen, ob- schon sie schon von früheren Versehlun- gen wußt«n. bei einem Monatsgehalt von— hundert Mark anstellten und ihm die Möglichkeit gaben, mit den für wohltätige Zwecke eingehenden Geldern so leicht zu„wirt- schaften", wie das geschah, dann sollten Stephani und die Seinen hübsch still« sein und sich beim nächsten Mal besser vorsehen. Mit der Bchaup- tung, der„Vorwärts"-Bericht s«i entstellt, ist die Talsache nicht au» der Welt getchafst, die vor Gericht aufgerollt wurde und durch den Beschluß des Gerichts, den verantwortlichen Stahl- helmer wegen Verdachts der Mittäter- s ch a f t nicht zu vereidigen, hinreichend gekenn- zeichnet wurde. Ausschluß Der Bezirksvorstand hat mit sofortiger Wirkung das Parteimitglied Eberhard A l b r e ch t, Char- lostenburg, Niebuhrstraßs S8, gemäß 8 28 Absatz 8 des Organisationsstatutz aus der Partei aus- geschlossen. „Vorzväi'ts"»�ßltat!ou! Die Genossen der 108a. Abteilung, diesseits der Bahn, treffen sich Sonntag früh M9 Uhr bei Eisner, Kaiser-Wilhelm-Straße; jenseits der Bahn bei E. Gutzy, Mittelheide ii, und bei Ziegner. Hochschule gegen Klaggeö Eine Erklärung des Rektors der Teclmi sehen Hochschule Der Rektor der Technischen Hoch- schule in Braunschweig läßt durch den Presse- referenten des Verbandes der deutschen Hochschulen der Oeffentlichkeit zu dem Braunschweiger Hoch- schulstreit eine Erklärung übergeben, in der es u. a. heißt, die Disziplin in der Stu- d e n t e n s ch a s t leide seit längerem darunter. daß Volksbildungsmini st er Klagges die Studentenschaft politisch beeinflusse. Alle Verfügungen, die Rektor und Senat in den letzten Wochen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen Hütten, seien auf Veranlassung des Nationalsozialistischen Studentenbundes vom Minister aufgehoben. Als der Rektor einen ohne Genehmigung in der Hochschule niedergelegten Kranz mit den nationalsozialistischen Parteisarben habe entfernen lassen, habe der Minister das Verholten des Rektors gerügt und verfügt, daß Kränze in den Farben seiner Partei niedergelegt werden dürften. Als Rektor und Senat im Hinblick auf die starken Spannungen in der Studentenschaft für den Totensonntag statt der üblichen Feier ein stilles Gedenken mit schlichter Kranzniederlegung beschlossen und der von der Studentenschaft beantragten Totenfeier mst Umzug durch die Stadt die Genehmigung ver- sagt hätten, habe der Minister oerfügt, daß die Genehmigung zu erteilen sei. Auch die Verfügung, daß Parteisahnen und Uniformen bei Hochschulfesten nicht getragen wer- den dürften, sei umgehend vom Braunschweigi- lchen Minister für Volksbildung ausgehoben war- den. Dies sei dann nachträglich dahin erweitert worden, daß auch andere auf nationalem Boden stehende politische Vereinigungen zu der Toten- gedenkfeier mit Fahnen und Uniformen zuzulassen seien. Inzwischen habe sich herausgestellt, heißt es in der Erklärung weiter, daß der nationalsozialistische Studentenbund in verschiedener Richtung schwere Ver st äße gegen die akademische Disziplin begangen habe. Daraufhin hätten Rektor und Senat am 21. November 1932 den einstimmigen Beschluß des fofor- tigen Verbotes des nationalsozialistischen Bundes gefaßt. Bevor dieser Beschluß hätte aus- geführt werden können, habe die Hochschule vom Minister den Befehl erhalten, den Beschluß bis auf weiteres außer Kraft zu setzen und disziplina- rische Maßnahmen gegen Studierende vorläufig weder durchzuführen, noch zu beschließen, noch zu beantragen.' ♦ Die sozialdemokratische Fraktion des Braun- schweigischen Landtags wird, um eine weitere Politisierung der Technischen Hochschule in Braun- schweig durch Klagges zu verhindern, einen Untersuchungsausschuß beantragen. Die Tätigkeit Klagges' fordert zu gründlicher Untersuchung heraus. Der jetzige Rektor der Hochschule, Gaßner, ist heute durch den Reichs- ernährungsminister von Braun zum P r ä f i- denten der Biologischen Reichs- anstalt ernannt worden. Tragödie in Steglitz Mordversuch und Selbstmord An der Ecke Humboldt- und Elisen- slraße in Steglitz spielte sich heule früh eine blutige Eifersuchtslragödie ab. Der IZjährige Paul I o st k e aus der Schloßstr. 30 in Steglitz feuerte auf die ZZ Zahre alte Kindergärtnerin lUargarete Rosenau aus der Schönhauser Str. 19 drei Schüsse ab und richtete dann die Waffe gegen sich selbst. Mit lebensgefährlichen Verletzungen wurden beide ins Krankenhaus gebracht. Margarete R. war in Steglitz als Kinder- gärtnerin angestellt. Vor längerer Zeit lernte das Mädchen Jostke kennen. Es entspann sich ein Liebesverhältnis, das bald durch die ständigen Eifersüchteleien des Mannes getrübt wurde. Schließlich wollte sich das Mädchen ganz von dem Freund lossagen. Gegen 3 Uhr erschien I. und wartete an der Ecke Elisen- und Humboldt- straße aus seine Freundin. Es kam zu einem erregten Wortwechsel, in dessen Verlauf Jostke eine Pistole zog und auf seine Freundin drei Schüsse abfeuerte, die in den Kopf und Rücken trafen. Unmittelbar daraus setzte der Täter die Waffe gegen die Schläfe und drückte zweimal ab. Zahlreiche Passanten waren Augenzeugen der Schreckensszene geworden. Das Mädchen fand im Lankwitzer Krankenhaus Aufnahme. Der Täter wurde als Polizeigefangener ins Staats- trankenhaus übergeführt. Auw unter kZ-Lug Unweit Genthin am Kilometerstein 31,3 wurde am Donnerstag gegen 22 Uhr ein Auto des Arbciter-Samariter- Bundes von dem TO-Zug 92 auf dem Gleis Berlin— Magdeburg erfaßt Der Wagen, eine Opellimousine. wurde von der Lokomotive am Kotflügel ersaßt und mit großer Gewalt zur Seite gerissen. Das Auto wurde schwer beschädigt. Der Fahrer, Paul Schröder aus Genthin, wurde aus dem Wagen geschleudert und landete im Bahngraben. Er kam mit geringen Hautabschürfungen davon. KLbsich-s Ges! In der Brunnenstr. 84 wurden gestern der 78jährige Pensionär Ferdinand R ei n k e und sein um ein Jahr älterer Bruder Karl durch Gas vergiftet tot ausgefunden. Nach dem Befund haben di« greisen Brüder schon mehrere Tage tot in der Wohnung gelegen. Wie die polizeiliche Untersuchung ergeben hat, liegt zweifellos ein Unglücksfall vor. Der Hahn des Gaskochers war nur halb verschlossen und die Gase nahmen ihren Weg von der Küche ins Schlafzimmer. Einer der tödlich Verunglückten lag im Bett. Der Bruder wurde am Fenster ent- deckt. Offenbar hat er noch unter Aufbietung der letzten Kräfte versucht, das Fenster zu öffnen. Es gelang ihm aber nicht mehr, und er brach bewußt- los zusammen. Die Leichen wurden ins Schauhaus gebracht. Gtraßenräuber Kutscher fiberfallen und beraubt 3n der Milte f( rage in Borsigwalde wurde in den gestrigen spülen Abendstunden auf den Kutscher einer Reinickendorfer Lebens- milie'großhandlnng ein verwegener Banditen- Überfall verübt. As sich das Gespann an einer abgelegenen und unbebauten Stelle in der Wittestraße befand, sprangen aus dem Dunkel plötzlich mehrere Männer hervor und zwangen den Kutscher mit vorgehaltenen Pistolen anzuhalten. Einer der Täter schwang sich aus den Kutscherbock und raubte dem Manne die Geldtasche, in der sich etwa ö00Mart kassierte Gelder befanden. Mst der Beute flüchteten di« Täter in ein nahe- gelegenes Laubengelände. Eine des Weges kam- mende Polizeistreife nahm die Versolzung der Räuber auf, ohne daß es gelang, ihrer habhast zu werden. * In einer acht Meter tiefen Baugrube auf einem Neubaugelände am Fürstenbrunner Weg in Siemensstadt wurde gegen 4 Uhr früh der sofährige Mächter Otto Gommifch aus der Danket- mannftraße 4? in Eharlottenburg tot aufgefunden. Di« Leiche wurde von der Feuerwehr geborgen und ins Charlottenburger Schauhaus gebracht. Zur Zest wird von der Kriminalpolizei untersucht, ob Gommifch bei einem Rundgang in der Dunkel- hest den Weg versehlt und abgestürzt ist, oder vielleicht ein Verbrechen vorliegt. Vanzertvagen erlaubt Oer Richter spricht frei Eigener Bericht des„Vorwärts" Kassel. 26. November. In Hofgeismar wurde am Frestag ein ganz unglaubliches Urteil gegen angeklagte Nationalsozialisten gefällt. Die Angeklagten hatten im Juli in Hofgeismar aus einem Lastkraftwagen «inen Panzerwagen gebaut. Dieser Panzer- wagen war versehen worden mit Seitenwanöun- gen von zweimal je 5 Millimeter starkem Eisenblech. Zwischen die Blechplatten waren Sägespäne geschüttet worden. Ferner waren sowohl die Vorder- als auch di« Rückseite d«? Wagens geschützt. Zu einer Panzerung der Motor- Haube waren die Nazis nicht mehr gekommen, da der Wagen von der Polizei beschlagnahmt wurde. Die Nazis versuchten ihren Wagen als möglichst harmlos hinzustellen und gaben an, ihn nur zum Schutze ihrer Versammlungen besuchenden Partei- genossen verwenden zu wollen. Angesichts der Tatsache, daß in jenen Tagen aber die Gefahr des Bürgerkrieges durch die Nazis akut war und der Sachverständige der Reichswehr auf ausdrückliches Befragen des Staatsanwalts zu- geben mußt«, daß es sich zwar um kein ordnungs- mäßiges, aber um ein behelfsmäßiges Kriegsgerät handelt, kann von einer Harm- losigkeit des Panzerwagens keine Rede sein. Um so erstaunlicher ist das Urteil des Richters, der di« Angeklagten freisprach und der Staatskasse auch die Kosten ihrer Verteidigung auf- erlegte! Spiele statt Brot Lraunjachen machen Monövcr Eigener Bericht des„Vorwärts" Iranksurl a. d. O., 26. November. Wie die bürgerliche Presse meldet, finden diesen Sonnabend und Sonntag in den Kreisen West- und Ost-Sternberg Geländespiele der Gruppe O st mark der SA. der NSDAP. statt. In Frankfurt a, d. O.. wo ein großer Teil der Nazis am Sonnabendvormittag zusammengezogen war, sieht man Kolonnen ausgerüstet mit Luftflin�en.Kleinkaliber» gewehren und Maschinengewehr- a t r a p p e n aus Holz, Tornistern und Ruck- sacken, blauen und roten Binden haufenweise herumschwärmen. Teilweise machen die SA.-Pro- leten neben den in vollem Wichs be- findlichen Führern einen erbarmungs- würdigen Eindruck. Typisch für den Charakter dieses sogenannten Geländespiels ist, daß die Waffengeschäfte in Frankfurt a. d. O. Hoch- konjunktur haben. Bei ihnen werden alle nur möglichen Gegenstände zum Kriegspielen gekauft, soweit sie noch ohne Waffenschein zu haben sind. Um die Zuchthausanträge Neue Beweisanträge im Reichsbannerprozeß Im Prozeß gegen die Reichsbannerleute Besch und Genossen wurde der Kampf für den Un- schuldsbeweis der Angeklagten mit aller Heftigkeit fortgesetzt. R.-A. Joachim stellte eine Anzahl neuer Beweisanträge, die den Zweck hatten, Klar- heit darüber zu schassen, daß der Reichsbanner- mann Besch zu Unrecht von denRazi- zeugen belastet wird und unter keinen Umständen der Messerstecher sein kann. Es kam zu wiederholten Gegenüberstellungen zwischen den Nazizeugen und den Reichsbannerzeugen. Als der Vorsitzende sämtliche Reichsbannerleutö unvereidigt lassen wollte wegen Verdachts der Mittäterschaft, widersprach R.-A. Joachim. Drei de; Zeugen seien gor nicht am Tatort gewesen. Er verlangte Gerichtsbeschluß. Selbst der Staatsanwalt war der Meinung, daß zwei von den drei Reichsbannerzeugen vereidigt werden müßten. Ob das Urteil noch heute gefällt wird, kann im Augenblick noch mcht gesagt werden. Schtffskatastrophe Hamburger Segler untergegangen Kalmar f Schweden), 26. November. Eine Schisfskatastrophr hat sich, wie erst fetzt bekannt wird, im südlichen Katmar-Snnd ereignet. Zwei Leichen, die bisher nicht identifiziert werden konnten, und große Mengen Schiffslrümmer find auf der Znsel Oeland an Land gespült. Die Trümmer sind undenllich 3L h. bzw. Hertha gezeichnet. Man nimmt an, daß das verunglückte Schiff ans Dentfchland oder aus Holland stammt. Nach einer späteren Meldung handelt es sich bei dem Unglücksschiff um die in Hamburg beheimatete Galeasse„Hertha Grube", die von Schweden nach Stettin mit einer j Ladung� Holz unterwegs war. Die Galeasse war 88 Re- gistertonnen groß und wurde von Kapitän I. Grube geführt. Die Besatzung bestand aus vier oder fünf Mann. Die beiden in Oeland gelandeten Leichen werden wahrscheinlich nicht identifiziert werden können und dürften in Schweden beerdigt werden. „Rate Jahne" wicder verboten. Das Zentral- organ der Kommunistischen Partei ist am Frestag vom Berliner Polizeipräsidenten auf drei Wochen bis zum 16. Dezember verboten worden. Die Ursache des Verbots ist un- bekannt. Die Veröffentlichung der Verbotsgründe würde, wie es in der Mitteilung des Verbots der „Roten Fahne" an ihre Abonnenten heißt, zu einem nochmaligen Verbot des Blattes führen. Auch die kommunistische„AIZ." ist vom Polizei- präsicenten bis zum 1. Dezember ver- boten worden wegen angeblicher Beschimpfung der Rtichswehrl Der japanische Massenmord dementiert. Die japanische Botschaft in London erklärt, die Be- hauptung der chinesischen Gesandtschaft, daß 3620 Chinesen durch japanische Soldaten mit Ma- schinengewehren niedergeschossen worden seien, sei unglaubwürdig, es sei keine amtlich« Bestätigung dieses Vorfalls eingegangen. Amerikas Ablehnung Was werden England und Frankreich tun? Die offiziellen Antworten der Ver- einigten Staaten an England, Frankreich, Bel- gien ufro. in der Kriegsschuldenfrage sind gestern überreicht worden Sie sind alle ziemlich gleich- lautend, also schroff ablehnend, nur die Antwort an England enthält einige scharfe Wen- düngen nicht, die in Paris als besonders pein- lich empfunden worden sind Die in den Noten entwickelten dargelegten Ar- guments waren aüe von vornherein bekannt: Nicht der Präsident, sondern allein der K o n g r e h der Vereinigten Staaten habe das Recht, die Schulden- Verpflichtungen abzuändern. Die Exekutivgewalt könne höchstens Maßnahmen empfehlen, ober schon jetzt lMtone die Regierung, daß das Schulden- prohlem nichts zu tun habe mit der R e p a r a- tionsfrage, daß jedes Zugeständnis an die Schuldnerstaaten lediglich eine Mehrbelastung der amerikanischen Steuerpflich- t i g e n zugunsten der Steuerzahler in den Schuldnerländern bedeuten würde, daß die W i r t- s ch a f t s d e p r e s s i o n, auf die sich die Schuldnerstaaten beriefen, auch die Vereinigten Staaten hart treffe, usw. choooer betont ausdrücklich, daß er dem Kongreß keine Empfehlung im Sinne des Verlangens der Schuldnerstaaten unterbreiten könnte und fügt hinzu, daß es sogar-unzweckmäßig wäre, Diskussionen über dieses Thema einzuleiten. Der Hinweis auf die Lausanne! Konserenz wird glatt zurückgewiesen und schließlich die Bezahlung der am IS. Dezember sälligen Raten nochmals unzweideutig gefordert. In England macht sich bereits ein S t i m- mungsumschwung bemerkbar. Während die Regierung und namentlich das Finanzministerium noch immer an der Behauptung festhalten, daß England die hundert Millionen Dollar nicht zahlen könne, wendet sich die Bank- und Handels- well, unterstützt vom„Daily Herald", gegen diese den eigenen Kredit erschütternde, obendrein unrichtige Behauptung. Man glaubt, daß das Schatz- amt sehr bald einlenken und die Bezahlung zusagen werde. Nie Funkreaktion Im Nooemberheft der„Sozialistischen Bildung" werden die Richtlinien für den Kamps gegen die Rundfunkdiktatur veröffentlicht, die von den in der Freien Funkzentrale ver- einigten Spitzenorganisationen der werktätigen Be- völkerung ausgearbeitet worden sind. Angesichts der Tatsache, daß die Empörung über die Rund- sunkreaktion in allen Bevölkerungskreisen wächst, werden die hier veröffenllichten Richtlinien sicher- lich die verdiente Beachtung finden. Von weiteren Beiträgen der erwähnten Nummer sei vor allem hingewiesen auf eine V o r t r a g s d i s p o s i t i o n von Dr. A. Braun- chal„Wirtschaftskrise und Arbeits- b e s ch a f f u n g", sowie auf einen längeren Auf- satz von O. Uhlig„Jugend ohne Beruf", in dem die Fragen der Arbeitslosenbildung in Verbindung mll der trostlosen Lage der prole- tarischen Jugend behandelt werden. Hingewiesen sei noch zum Schluß auf die Be- sprechung zahlreicher Kinder- und Jugendschristen in der Beilage„Bücherwarte", die allen Buch- interessenten gerade jetzt willkommen sein dürften. kleine Theaterchronik. Millöckers unverwüstlicher„Bettelstudent" fand eine Auferstehung im Zentral-Theater.— Im Lustspiel- Haus wurde das von Mosers charakteristischer Prägung des angeblich reichen amerikanischen Onkels(ein Tonfilm) her bekannte Lustspiel mll Musik„Man braucht kein Geld" neu erprobt und fand Beifall.— Die„Katharina" des Theaters des Westens wies bei der 10l>. Aufführung eine Neubesetzung auf. Statt Gitta Alpar singt sie jetzt Erika F a l g a r, überschlank und überblond. Stimme(besonders gut in der Höhe) und Spiel sichern chr den Erfoig. Zusammenschluß der körperbildungrschulen. Unter dem Namen„Deutscher Körper- bildungsverband" haben sich die Schulen und Pädagogen der neueren Körperbildungs- bewegung zu einem einheitlichen Aktionsoerband zusammengeschlossen.— Es sollen Gymnastik, tänzerische und ltörperbilduiigsbewegung aus ihrer Enge befreit werden, um sie der A o l k s e r z i e- hung dienstbar zu machen. Der Verband gibt eine Zeilschrift unter dem Titel„Kontakt" heraus. Geschäftsstelle: Bsrlin-Grunewald, Gillstr. 10. Literalurpreis für Psychoanalytiker Jung. Der Stadtrat Zürich hat dem Psychoanalytiker Carl Gustav Jung in Zürich den 8000 Franken be- tragenden Literaturpreis der Stadt Zürich ver- liehen. Jung ist durch«ine große Anzahl bedsu- tender Aerosfentlichungen auf dem Gebiet« der Psychologie weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt geworden. Dczeto-Matiue« im Capltol. Tonmog, ll.M Uhr, tanzt zum ersten illlale die peruomiche Jntaiänzertn Helba Huara, anschlichend laust der Tonfilm„Europas ältestes Boll" lTie Basken am Gols von Bislaha). la« SouAtaxstonzert des Philbarmonischen Or- chelierS in der Tbilbarmonie enchält Orchesterwcrke von Scb"bcr:, GrH, Telibcs, Massen-Y Trorak und Marz- louslh. Solist des Äb-nds ist T. Coldtera lBtoline). Hanz Alb- S wird sein Gassipiel im„Tbeatcr im A d m i r r. I§ p a l o st" ml- nnarn und in» mm 15. Januar weiter in„Liliom" austreten Else«asker-Tchiil-r Test auS ibrcn nen'sten Ti»tun- gen MH'woch, 9 Uhr, im Schubert-Saal(Bulow- straße 104). Reichsanwalt unbelehrbar! Er verlangt aufs neue Verurteilung Bullerjahns! Zu Beginn der heutigen Verhandlung im B u I l e r j a h'n- P r o z e ß teilte der Borsitzende B ü n g e r mit, daß sämtliche noch ausstehenden Beweisanträge abgelehnt worden seien, so die Ladung des Bankdirektors von Stauß und die konsularische Vernehmung des Schweizers B i e n tz. Auf Antrag der Verteidigung wurde noch der Briefwechsel des Verteidigers mll dem Leutnant Jost zur Verlesung gebracht, serner ein Brief, den Bullersahn nach seiner Berhastung aus dem Ge- fängnis an seinen Onkel geschrieben hat. Sodann nahm der Reicheanwalt Dr. Nagel das Wort zu seinem Schlußwort. Er führte u. o. aus: Seit den in Frage stehenden Vorgängen sind beinahe acht Jahre oergangen, und manche Zeugen, die wichtige Aufschlüsse geben konnten, wellen nicht mehr unter den Lebenden. Alle Quellen, die zur Erkenntnis dieses Falles noch zu Gebote stehen, haben wir in dieser Ber- Handlung restlos ausgeschöpft. Wenn es auch nicht gelungen ist, alle Einzelheiten vollständig aufzuklären, so hat die Verhandlung doch noch ein ganz um- fassendes und zuverlässiges Bild der damaligen Vorgang« ergeben. Nach den Ermittlungen stellen sich nun gewiß einige Einzelheiten anders dar, als es in dem ersten Urteil zum Ausdruck gelangt und festgestellt ist, aber im Kernpunkt der Frage, ob der Angeklagte den ihm zur Last gelegten Landesverrat begangen hat. bin ich aus Grund der neuen Verhandlung zn der festen lleberzengung gelangt, daß diese Frage wiederum zn bejahen ist. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab Reichsanwall Dr. Nagel eine eingehende Schilde- rung des äußeren Mhmens des K o n t r o l l- Verfahrens und sucht dabei im einzelnen nachzuweisen, warum ein Verrat vorliege und deshalb gerade Bullerjahn als Verräter in Frage komme. Horvath:„Kasimir und Karoline" Volksstück im Komödienhaus Die Leute, nein, eigentlich die Leit(bayerisch) machen sich auf dem Münchener Oktoberfest eine Hetz, und da kommt es eben, daß der abgebaute Chauffeur Kasimir und sein Fräulein Braut, die Bürodame Karoline, beinahe unter die Räder kommen. Aus diesem Eben, aus diesem Belläufigen leitet Harocllh sein Volksstückchen ab, das nun wieder kein rechtes, einfaches Volksstück, sondern em vielfach getisteltes Theatsrstück über Wünchener Leut aus dem Volke ist. Da könnte der Dramatiker den Mund und die Szenen sehr voll nehmen sich zum Ankläger oder Verteidiger aufwerfen, mit sozialen Noten oder ihrem Gegenteil musizieren. Aber Horvath wünscht keines von beidem. Er sieht, was in diesem Stück geschehen soll, als ein gefühlvoller Satiriker, ein wenig auch als ge> reizter und gewitzter Kriminalist. Das Stück muß so nebenbei seinen Sinn hergeben. Der ganze Bierjahrmarkt mit Schaubuden, Trompeten- geschmetter, Lampions, volkstümlicher Besoffen- hell und Rauferei wird ausgeführt. Uebrig bleibt dann der Fall Kasimir und Karoline, er fällt zu- fällig aus dem Milieu, denn gar kein Pathos darf angeschlagen werden. Es ist typisch, daß die Karoline im Augenblick, da der Kasimir zum Stempeln reif ist, mit ihrem Herzen durcheinander gerät. Wird sie beim Zu- schneider(Kinderkonsektion), Herrn Schürzinger, bis in den drillen Stock hinaufsteigen? Ja, Herr Schürzinger besitzt eben die Suada, Schneider- marke, Theatermarkc. Er besitzt aber wenig Charakter. Denn er schaut artig und geduldig zu, daß Herr Kommerzienrat Rauch, der Chef, das alkoholisch geschwächte Mädel nach Altötting in seine Villa abtransportiert. Jetzt rührt sich der Moralist Horvath. Die Autopanne wird zum Schicksal des Volksstücks. Durch die Panne wird alles entschieden. Karoline wird dem Kommerzienrat abgejagt und davon überzeugt, daß chr Herzensstandquartier vorläufig bei Herrn Schürzinger zu sein hat. Der böse Geist des Volksstücks, der Zuchchäusler Merkl, wird ge- schnappt, gefesselt und abgeführt, wodurch wieder Merkls Geliebte, eine sehr sanfte Dame von der Straße, erlöst wird. Sie kann beschließen, den armen, abgebauten Chauffeur bei sich seelisch und materiell einzuquartieren. Durch die Panne enl- larvt sich auch die ganze Viecherei de! Besser- gestellten, die nichts anderes zu tun haben, als dem braven Jungen aus dem Volk die Mädchen wegzunehmen. Diese Verwirrung der Geschichte, bald traurig eingefädell, bald sarkastisch aufgelöst, ist dem jungen Dramatiker gelungen. Die Aufricht-Produktion, für die der viel- nervige und feinnervige Herr Francesco von Mendelssohn Regiearbell leistet, nimmt sich dieses ehrenwerten und gestaltungswürdigen Stückes an. Das Wagnis ist künstlerisch ebenso erfolgreich wie das Experiment mll„Mahagonny". Die Interessenten für das Wagnis werden aber wohl nicht allzu zahlreich sein. Denn„Dein ist mein ganzes Herz"— dieser Schlagerschleim ist konjunkturmäßiger als die graziösere Richtung. Oktoberseststimmung auf der Bühne und das Spielerische ist dem Regisseur wichtiger als das knallige Milieu, auch dem Bühnenarchitekten Caspar R e h e r. Die Darsteller sollen nicht zu derb ins Parkett hineinspielen, sie sollen mit ihrer Rolle jonglieren. Klarer Naturalismus wird ver- warfen zugunsten des Symbolischen. Hermann E r h a r d t und Luise Ullrich hallen deshalb die gröbste Wirkung zurück, als Kasimir ErHardt sehr überlegen, als Karoline Fräulein Ullrich schon etwas gegen chren Willen. Sie ist von Natur eine entzückende Vorstadtschauspielerin und versessen darauf, zu gefallen und gekränkt, weil der Regisseur ihrer Anmut und Treffsicherheit das Ausbrechen verbietet. Frau Ebinger. Kam- p e r s und S t e p a n e k, die Typen aus dem proletarischen München, gehorchen ihrem Regisseur hemmungslos und talentvoll, während Adolph! und Scharf, Repräsentanten der höheren Steuerklasse, sich abseits spielen. Sie wollen ge- fallen durch einen krassen, nicht mehr zu zügelnden Applausklamauk. Aber Freunde des Hauses ver- zichten auf die äschetischen Unterscheidungen und beeilen sich, alles anzuerkennen: den verheißend begabten Dichter und den Regisseur, der sich allerdings nur zeitweise gebührenden Respekt für seine gesunde Idee schassen konnte. Nax Hochdorf. Kleine Konzertchronik Strauß und Pfitzner Mit dem heiteren Wiener Ballett„Schlag- o b e r s" ist es seinem Schöpfer Richard Strauß recht übel ergangen. Aus einer öfter- reichisch-liebenswürdigen, für norddeutsche Ge- müter ganz merkwürdigen kulinarischen Phan- taste entsprungen, fand das Werk wenig Gegen- liebe in einer Welt, die weder phantasiereich noch lieben-würdig, noch kulinarisch sonderlich interessiert sst und sein kann: er blieb damit so allein. wie nur verspielte große Kinder und verspielte alte Meister allein bleiben können. Um die Parti- tur zu retten, hat er nun aus der Vallettmusik eine Konzertsulle gemacht— Bruno Walter beschloß mit ihr sein zwelles philharmonisches Konzert—, mit der es geht wie mit aller für das Theater ersundenen Musik im Konzertsaal: die Bühne fehll, deren Komplement sie ist. So klingen die acht Nummern(ungleich im Einfall, charmant gearbeitet alle miteinander) artistischer und sub- stanzloser als sie wirklich sind, so biegsam und schmiegsam, so graziös und temperamentvoll auch Walter, der für dergleichen die glücklichsten Hände hat, die Tanz- in Klangimpressionen zu verwan- dein wußte. Er hatte mit Beethovens„Achte r" schön begonnen. In der Mitte des Abends stand Brahms. der Konzertheilige des Jahres, mit dem V-Dur- Geigenkonzert, dessen Solopart Adolf Busch in meisterlicher Sicherheit und stiller Reife zum Klingen bracht«. Nach einer kammermusikalisch sein getönten, mit ein wenig schulmeisterlicher Grandezza ganz ent- zückend wiedergegebenen H a y d n- Sinfonie diri- gierte Hans Pfitzner im Rundfunk eigens Werke: die Ouvertüre zu„K ä t ch e n von Heil- b r o n n", das Es-D ur-Klaviertonzert. Cr kommt aus der gleichen Klangwelt wie Strauß, seiner inneren Einstellung nach aber steht er zu jenen in unverkennbarer polarer Gegensätzlichkeit, die man über der gemeinsamen Etikettierung „Spätromantiker" heut gern übersieht. Niemals schreibt er Klingendes um des Klingens willen, immer ist er im Ringen um Bedeutung und Tiefe, nachdenklicher musikalischer Mystiker, dem freilich oft genug das zu aller Musik notwendige Glück der Oberfläche oersagt ist. So ist auch dos— von Maria K o« r s e r sehr sauber, sehr sachlich und sehr überlegen gespielte— Es-Dur-Konzert kein glanzvoll schimmerndes Virtuosenstück. Eine Art Sinfonie vielmehr mit olligatem Klavier, voll dunkler Farben, herber Tönungen, voll merk- würdig widerstreitender Kräfte, die sich strecken- weise völlig aufheben, die Musik aus überinten- sivem Au-drucksstrsben fast ausdruckslos machen — und bleibt doch ein wunderschönes Stück Musik. E!n neuer Bali-Film „Kriß" im Marmorhaus Europamüde Menschen wollen irgendwo auf der Welt«in glückliches Eiland entdecken. Nach dem stillschweigenden Abkommen der internationalen Filmindustrie hat das Bali zu sein. Mit Sorgfalt und seinem Einfühlen drehten Andre R o o s e o e l t und Armand Denis, die sich fünf Jahre in Bali aushielten, einen Liebes- film mit kriminellem Einschlag. Kriß ist das durch Tradition gehelltgte Schwert in der Familie eines Prinzen. Der junge Prinz soll eine Prin- zessin heiraten, er liebt aber die Braut eines Kulis. Doch heiraten die jungen Leute ihrem Stande gemäß. Der Prinz verzehrt sich in un- glücklicher Liebe, der Kuli wird für einen Tag fortgeschickt und die junge Frau durch einen Liebestrank gefügig gemacht. Auf seiner häuslichen Lagerstatt findet der Kuli Kriß. das Schwert, er- sticht mit ihm den Prinzen, seine Frau, wird Amokläufer und stirbt, verfolgt von allen Dorf- biwohnern. Die Landschaft ist nicht nur eine gewaltige Kulisse, sie ist auch so schön, daß sie die Sehnsucht jedes naturliebenden Menschen wachruft. Aber wem gehört in diesem„Paradiese" das Land? Es gehört dem Großgrundbesitz: der den Acker bebauende Kuli schuftet für seinen Herrn, den Prinzen. Und die junge Frau des Kuli macht die Ehre«rztttern, als sie im Palast des Rajah empfangen wird. Die Prachtliebe des Volkes wirkt sehr kultiviert. Dl» Künstler von Bali haben ein ausgesprochenes Verständnis für» Tier, sie stllisieren und symboli- sieren es und erfassen seine Seele. Ihre Boote gleichen Riesenseespinnen, ihre leichten Hütten wachsen wie Blumen aus der Landschaft. Das Volt hat schöne und interessante Gesichter und prächtige(nicht für das moderne Schlanksein ab- gehungerte) Figuren. Diese Menschen aus dem Volk sind ganz starke, natürliche Schauspieler, wie wir sie unter allen Primitiven finden, die die gesellschaftliche Lüge noch nicht kennen. Vorweg sieht man Tänze. Jede Belebung des Lichtspieltheaters, jedes Herauegehen aus der Tonfilmfchablon« soll freudig begrüßt werden, doch hier sind ungeeignete räumliche Perhältnisie. Man hat vor der Bühne ein Podium aufgebaut. Es liegt zu niedrig und die meisten der Zuschauer sehen nur zerrissene Figuren. e. b. Rundfunkreklame Für Tanz und Arbeitsdienst Mit Superlativen, die sich perlengleich an- cinanderreihten, pries Dr. Johannes E ck a r d t vor dem Mikrophon der Funk stunde eine Tänzerin Helba Huara. die er als Mischdlut au» einem sürstlichen Jnkageschlecht und spani- schem Adel vorstellte. Die Presse hat bisher noch keine Gelegenheit gehabt, die junge Damen tanzen zu sehen, die hier in Berlin auftreten will; die ganze Sendung war also nichts anderes als faust- dicke Reklame. Aber schließlich darf man nicht allzu hart darüber urteilen: die Darbietung be- weist ans jeden Fall die von bösartigen Hörern heute stark angezweifelte Objektivität des deutschen Rundfunks. Was unseren Freiherrn reckst ist, ist der blaublütigen Tänzerin billig. Ueberhaupt— weshalb über solche Kleinigkeiten nörgeln? Ist nicht der deutsche Rundfunk zur Zeit von Kopf bis Fuß auf Reklame eingestellt? Für Ufa-Füme, für Wehrgeist, für nationalsozialistische„Kultur- träger", für Arbeitsdienst wird, statt der kritischen Lupe, die rosafarben« Brille bemüht. Wenn man im Programm der Deutschen Welle einen Vortrag über„Arbeitsdienst" halten läßt, so muß er eitel Freud« und Voll- kommenheit ausstrahlen. Daß einem Mädchen- arbeitelager, das mit Heidekultur beschäftigt wird, Hoizsticsel und Stoff für Arbeitslosen geliefert werden, ist angesichts der besonders schweren und schmutzenden Arbeit eine zwingende Notwendig- lest. Nicht gesagt wurde ledoch von dem Vor« tragenden Dr. Wilhelm Hermann, daß für Männer Arbeitskleidung nur sehr selten gestellt wird, so daß die lungen Leute oft völlig unzü- reichend gekleidet sind und außerdem ihre letzten Sachen als Fetzen heimbringen. Ein einziger Satz �am Schluß wagte die schüchterne Anmerkung, daß der Arbeitsdienst keine Lösung der sozioten Frage darstellt.— 1*. Massenklagen vor dem Arbeitsgericht Nach dem BVG.-Streik Mehr alsZVVEinspruchsklagen von Ge maßregelten der BVG. schweben zur Zeit beim Arbeitsgericht. Die erste Serie von 66 Einzelfällen wurde heute von dem Cammer- Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat Dr. H o f f m a n n. im Gütetermin verhandelt. Als Vertreter der Kläger erschien ein Angehöriger eines„Zentral- solidaritätsausschusses". Er wurde aber nicht zugelassen, weil der Ausschuß keine tarif- fähige wirtschaftliche Organisation im Sinne des Arbeitsgerichtsgcsetzes ist. Der erste Kläger betonte, er habe die Arbeil nicht aufgenommen, weil er als Betriebs- r a t s m i t g l i« d sich nicht zum Streikbrecher hergeben könne. Er bestreitet, daß die Nicht- befolgung einer einmaligen Aufforderung als beharrliche Arbeitsverweigerung— das wird als Entlassungsgrund angegeben— angesehen werden könne. Weiter behauptete der Das Kartell der Arbeitgeberverbände des Bau- gewerbes in Berlin hatte zu gestern abend seine Mitglieder zu einer Protestkundgebung gegen die unhaltbaren Beiträge und Vorschüsse der Berufs- genosfenschaften eingeladen. Nach den üblichen Begrüßungsreden hielt zunächst ein Dr. Klaus eine Rede, in der er den Verfall der Bautätigkeit beklagte und hervorhob, daß im Jahre 1932 lder Wirtschaftsankurbclung durch die autoritäre Staatsregierung) die Bautätigkeit nur noch etwa 26 Prozent der Bautätigkeit im Jahre 1929 betrage(als die„marxistische Mißwirtschaft" durch die Regierung Hermann Müller in voller Blüte stand). Nach diesem Redner sprach ein anderer Syndi- kus, ein gewisser Dr. Gebauer, der die Ent- deckung machte, daß das Baugewerbe so schlecht beschäftigt werde, weil die Behörden die Preise drückten, viel Schwarzarbeit gemacht würde und viele Arbeiten in eigener Regie ausgeführt würden. Dann verlas der Herr Syndikus eine Entschließung, in der die Beseitigung der Entschädigungspflicht für Wegeunfällc, der Ab- bau der Renten, die Anpassung der Beiträge und Vorschüsse an die Leistungsfähigkeit der Betriebe und die Gewährung eines Reichszuschusses zur Deckung des Fehlbetrages bei den Berufsgenosscn- schaften gefordert wurde. Diese unverschämten Forderungen, die die Mißwirtschast in den Berufsgenossenschasten, wo die Unternehmer unter sich sind, mit dem Mantel der christlichen Nächstenliebe zudeckt und die Sanierung auf Kosten der Unternehmer und der Unfallverletzten mit 5?ilse des Reichs vor- nehmen will, war selbst den Bauunternehmern zu starker Tobak. Es gab einen fürchterlichen Krach, worauf der Versammlungsleiter verschwand. Darauf bemächtigte sich der Vorsitzende eines nationalsozialistischen„Kampsausschusses" der Versammlungsleitung. Ein Herr Werner aus Eberswalde und ein Herr Gregor kriti- fierten die Mißstände in der Verwaltung der Berussgenossenschaften. Noch nicht ein einziger Beamter sei dort abgebaut worden. Man baue sich große Paläste, während die mittleren und kleinen Bauunternehmer zugrunde gingen. Es wurde dann eine Entschließung e i n st i m m i g angenommen, in der eine gerechtere Be- setzung der Hauptvorstände der Berufsgenossen- schaften gefordert wird, die Festsetzung eines Gefahrentarifs, ein durchgreifender Abbau des Beamtenapparats, die Beseitigung der Tages- gcldcr für die ehrenamtlich Tätigen, Festsetzung der Beiträge nach der Vorkriegshöhe, Fortsall der Karenzzeiten bei Renten und eine Sanierung der Kläger, er sei durch die Straße nkrawalle verhindert worden, seine Arbeitsstelle, den Bahnhof Schöneberg, zu erreichen. Andere Be triebsratsmitglieder betonten gleichfalls, sie hätten sich nicht des Streikbruchs schuldig machen wollen Wenn die Forderungen der Belegschaft bewilligt worden wären, hätten sie die Arbeit aufge- nommen. Ein Betriebsratsmitglied gab an. er habe die Arbeit nicht aufnehmen können, weil er an dem Tage, wo dies geschehen sollte, früh um !46 Uhr durch die Polizei verhaftet und erst abends um 7 Uhr freigelassen sei. Ein Kläg« öemerkte, daß alle Betriebsratsmitglieder in ihren Wohnungen verhaftet worden seien. Er fragt, ob die Verwaltung der BVG. der Polizei die Adressen der Betriebsratsmitgliedcr angegeben habe. Heidenreich, der Vertreter der BVG., be- stritt das. Ein BetriebsratsmUglied gab an, er sei zur Zeit, als die Arbeit aufgenommen werden Berussgenossenschaften durch dos Reich verlangt wird. Es ist bezeichnend für die von uns so oft kritisierten Mißstände in den Berufsgenossen- schaften, daß selbst den Unternehmern die Galle überläuft und die Nationalsozialisten dadurch Agitationsmöglichkeiten bekommen. .Kampf" bei Afchinger Das kommunistische Blatt„Berlin am Morgen" bringt u>?ter der Ueberschrift.Lamps der Gast- wirtsangestellten" eine Erklärung über das v L l- lige Versagen der.Lanipfleitung" und der RGO.-Betriebsräte bei A s ch i n g e r Obwohl, wie das Blatt behauptet, eine Mehrheit für Aus Schlesien wird uns geschrieben: Durch die Notverordnung vom 11. Juni d. I. hoben be- kanntlich die Gemeindebehörden auch für die K r i s e n f ü r s o r g e zu entscheiden, ob ein Ar- beit: loser hilfsbedürftig ist oder nicht. Gegen diese Regelung haben die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften sofort Protest erhoben. Mit Recht. Besonders in den Dörfern Oft- e l b i e n s ist die Hilisbedürftigkeitsprüfung tausendfach als Waffe zur Befriedigung geni einen, brutalen Hasses reaktiv- närer Gemeindebehörden gegen wehr- lose Arbeitslose und deren Familien angewandt worden. Wehe dem Arbeitslosen, der im verdacht stehl. marxistisch verseucht zu sein! Auf dem platten Lairde braucht ja auch sehr selten jemand zu befürchten, deswegen zur Verantwor- tung herangezogen zu werden. Die meisten der reaktionären Gemeindevorsteher, die sehr oft zu- gleich Gutsbesitzer sind, lassen sich durch das Elend der Arbeitslosen nicht im geringsten beein- slussen. Und so kommt es, daß die Arbeitslosen aus den Dörfern die Städte überschwemmen, um sich in den Häusern das Essen für sich und ihre Familie zusammenzubetteln. So kommt es, daß sollte, in Urlaub gewesen. Heidenreich bemerkte dazu, dieser Kläger habe für den Streik Pro- paganda gemacht, also zum Vertragsbruch auf- gefordert. Eine Anzahl von Fahrkartenver- käuferinnen der U-Bahn gab an, sie hätten die Arbeit aufnehmen wollen, aber d i e Tore der Bahnhöfe seien geschlossen gewesen, so daß sie ihre Arbeitsstelle nicht erreichen konnten. Andere Klägerinnen sagten, sie seien durch Streikposten an der Arbeits- ausnähme verhindert worden. Die weiteren Klagesälle gaben dasselbe Bild. Eine Einigung kam in keinem Falle zustande. Der Vertreter der BVG. bestritt in allen Fällen, daß die von den Klägern und Klägerinnen angegebenen Hinderungsgründe zutreffen. Es wird also im Kammertermin Beweis über die Angaben der Kläger erhoben werden. Streik gestimmt habe, sei es zur Aufnahme des Kampfes bisher noch nicht gekommen. Und warum?„Infolge der Gegenmanöver der Re- formisten." Diese Behauptung wird zwar mehrmals wieder- Hoit, es fehlt aber jeder Beweis hierfür. Ganz abgesehen davon, daß es für«inen echten Revo- lutionär höchst sonderbar wäre, sich von einem „Reformisten" zwischen 1 Uhr und 9 Uhr morgens umstimmen zu lassen, wollen wir daran erinnern, daß der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten die„Opposition" aufge- fordert hat, doch ihre„revolutionären Un- oraanifierten" abstimmen zu lassen. Auf diese Abstimmung hat außer der anonymen„Kampf- leitung" kein Mensch einen Einfluß ausgeübt. Am Freitag früh stand vor den Betrieben von Aschinger weder Polizei noch sonst irgendwer, um den Ausbruch der Revolution bei Aschinger zu verhindern. Wenn also der„Kampf" sich zum Krampf wandelte, so liegt die Schuld an der totalen Unfähigkeit der KPD. und ihrer NGO Jetzt soll die Geschichte nochmals von vorn be- die Provinzzeitungen ziemlich oft von vor Hunger zusammengebrochene» Menschen schreiben, die man aus der Landstraß« gesunden hat. Es fällt kaum noch auf, wenn man hört, daß z. B. in einer Ge meinde des Kreises Liegnitz«in Arbeitsloser für seine sicbenköpfige Familie 3 sin Worten dreil Mark„Unterstützung" erhält. Brot ist in diesen Familien zu einer seltenen Delikateste geworden. Einen Hering kann man sich selbst Sonntags nicht leisten. Das alles läßt aber reaktionäre Gemeindevor- stch.r kalt. Zynisch erklären sie höchstens:„Wenn Sie Hunger haben, dann lassen Sie sich doch von Ihrer Partei unter- st ü g e n." Ist es da verwunderlich, wenn in einem Steinbruch im Kreise Striegau in Schlesien alte ergraute Steinarbeiter, die a l l e S ch r e ck e n des Krieges mitgemacht haben, als sie hörten, daß sie wieder entlassen werden soll- tcn, weinend erklärten, daß s i e s i ch eher aufhängen würden, ehe sie wieder stem- peln gingen. Die Arbeiterschaft in den ländlichen Gemeinden hat die Abschaffung des Wohlfahrts- st a a t e s bitter zu spüren bekommen. Die Ver- zweiflung hat bei ihr den Höhepunkt erreicht. ginnen. Es sollen„erneut Versammlungen statt- finden."„Der Kampsausschuß erklärt, daß un- geachtet der reformistischen Sabotageversuche der Kampf weitergeführt wird" Hier ist es schwer, ernst zu bleiben. Der Kampf wird weitergeführt? Welcher Kampf? Noch nicht in einer einzigen Bierquelle Aschingers ist die Arbeit niedergelegt worden. Wenn also der Kampf „weitergeführt" wird, so heißt das wohl, daß in den kommunistischen Versammlungen und Zeitungen weiter auf die„Reformisten" geschimpft wird, daß aber die Unternehmer ungeschoren bleiben. •k Der Schiedsspruch, für den bis heute mittag die Erklärungsfrist angesetzt war, ist von beiden Parteien angenommen worden. Der neue Tarif tritt am 1. Dezember in Kraft und läuft vorläufig bis Mitte nächsten Jahres. Kmkatcm meldet sich 9tach einer Havasmeldung aus B a t a v i a hat der V u l k a n K r a k a t a u, der auf einer Insel in der Sundastraße zwischen Sumatra und Java liegt, seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Der Bevölkerung der umliegenden Inseln hat sich leb- haste Unruhe bemächtigt. Der Krakatau ist durch die furchtbare Naturkatastrophe des Jahres 1883 bekannt. Damals wurde durch eine gewaltige Explosion die halbe Insel weggesprengt, wodurch eine 3S Meter hohe Flutwelle ent- stand, die auf Java und Smnatra große Ver- heerungen anrichtete. S6 000 Menschen kamen dabei um. Seit dem Jahre 1928 ist der Vulkan in er- ncuier Tätigkeit. DieMördervon derElA. .Je 7 Jahre Zuchthaus beantragt 3m zweiien Prozeß huselandslraße stellte Staalsaowaltschaslsral Dr. Fischer heute gegen die angeklagten SA.- Leute Becker und h a u s ch k e, die in der Silvesternacht 1931 die Reichsbannerleute Schneider und Graf erschossen haben, die gleichen Strosanträge wie im ersten Prozeß: 3e7 3ahre Zuchthaus. Die neue Verhandlung, erklärte der Siaatsan- walt, habe kein anderes Ergebnis gezeitigt als die erste. Beide Angeklagten sind der Täterschaft rest los überführt, ihre Ausflüchte köimen daran nichts ändern. Die unglaubliche Roheit der Tat verdient keine andere Strafe als die gegen sie in der ersten Verhandlung verhängte. Der Verteidiger des An- geklagten Becker yiachte vergebliche Versuche, ihn reinzuwaschen. Auf der Zeugenbank sitzt einsam eine Frau, die Mutter des ernwrdeten Willi Schneider; sie hört mst innerer Empörung pi, wie der Mörder chres Sohnes als unschuldiges Opfer eines Fehlurteils hingestellt wird. Hat sie nicht mit ihren eigenen Augen gesehen, wie der Mörder schoß? Hat sie nicht blutenden Herzens erlebt, wie ihr die einzige Hoffnung ihres Alters geraubt wurde? Und haben sich nicht die Vorgänge jener Nacht bis in die kleinsten Einzelheiten in ihrem Hirn unauslöschbar eingegraben? lind nun soll dieser Mann un- schuldig sein? Unmöglich. Das Urteil dürste in den heutigen Nach- Mittagsstunden gefällt werden. lveller sür Berlin: Ziemlich mild und veränder- lich mst einzelnen leichten Regensällen. Lebhafte westliche Winde.— Für Deutschland: Ueberall ver- änderliches, mildes Wetter mit verbreiteten, meist leichten Niederschlägen. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtichast: G. K l i n g c l h ö f e r: Gcwcrkschastsbe- wegung: I. Steiner; Feuilleton: Herbert Le- b d r c; Lokales und Sonstiges: Fritz K a r st ä d t; Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin' Verlag: Borwärts-Vcrlag G. m. b H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckcrci u. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstr 3( Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in jeder Morgcn-Ausgabe des„Vorwärts" verössentlicht. Hierzu 1 Beilage. Unternehmer unter sich In den Berufsgenossenschaften Schlimmer als Im Krieg Hilfsbedürftigkeitsprüfung auf dem Lande j The. TUeaiet. Ltdilspiele Itaalf fe Thcafcr Sonnabend, den 26. November staatsoper unter den Linnen 20 Uhr B o h ö m e Staatliches Schauspielhaus 20 Chi Was ihr wollt VOLKSBUHNE Theater am BOlowpiau D i, Norden 2944. Täglich S14 Uhr C f| hl ftJl von Marcel Pagnol ■ M N N T Regie: Hein/Hilpert Uorsch, Tiedtke, Valetxj, Siedet. Sonntag 3 Uhr: Die Ratten In ProraioreabaMtxoaa. Stadl. Oper Chariotrcnbure Fraunhofer 0231 Sonnabend. 26. Nov. 20 Uhr Turnus II DerirouDadour Friedrich, Thorborg, Reinmar, Seider a G, Zador, Pechner. Dir. Fritz Stiedry Rose• 1 heater jrrle Fonthmir Slnli 13? Irl. Wridsr! E? 3422 3 Uhr Frau Holle 8.15 Uhr Der Zigeuner- baren 1150 Uhr Die iDoditH Eva Är 9 Ulli 15. Flors 343t. Raodien eilaulil. Birkmeyer und sein Uifener Ballett 3 Arconas, 2 Burley's Hans Kolischer, 10 Brox, Yra&. Ottare usw. Sonnabend nnd Soontao aneb naflnn. 4 0. zu kleinen preisen "V V.•;■'"' •".uh, CflSidO- THEATER". Lothringer Strohe 37. niiiiiianitiiiiiiiiiniairiiiiiniiiiiniiiittiiiiiiitiainnniieniiimitxii Aach Sonning 4 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Die Lielie Dlöm in Werder Volksstück mit Gesang und Tanz Für die Leser Gutschein I— 1 Personen. Parkett 030. Fauteuil 0.73. Sessel 1.25 M Restaurant Berlins 4~1 Stettiner Sänger Reichshallen-Tlieater 8.15 Sonntag 3.30 IS zu ermäBigten Preisen. M meiodie � des GIQCHS und das November- Programm eisu �Betten is» Deutsches Theater Weidend. 3201 Leute JVorstelluegen Täglich 8 Uht und Sonntag 4 U. stiil Mriüi vod Hoio Inszenierung: Max Reinhardt Kammerspieie Täglich 8 Uhr Midtael Krämer von itrbari Haapimann Klöpfer. Melzer. Triesch.v Platen. Kaiser, Liebeneinet Inserate im A Vorworts stchera Erfolg! WRitobareNtMe 4 Uhr Täglich 2 x 9 Uhr Du unsationalla Ktbantl-Pronunm Abendpreise 1— 3 Mk. Nachm. GedecK 1,25 Jeden Sonnabend 1 1 y. Uhr: Nachtvorstelkmc KomOdientiaus Schlffbauerdamm 25 D i Weidend. 6104—05 8% Uhr Kasimir und Karoline Stg vorm 1 1 1'2 Uhr StodiMufföhrunj» Vorstadttragödie B. B. B. Bendows Butjtc Böhne Kettbosser Straße 9 Obertaom-3500 früher„Elite» Sänger*4 .BierkAnEsnlamlllan Kanen ftocDea' TgUü 0 Saint. rädai.JVi Pitue von 50 PL aniTeL Schiller Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(CD ö71ä «Vi Uhr Robert und Bertram Alfrad Braun, Paul Heidemann, Santa SÖneland Sonntag nachm. SVa Uhr Roliert und Butroin Preis 0 40 bis 2,00 Schöne Kränze liefert preisven BSnmen- Meier Gerade der Optiker führt geschmackvolle Artikel, die als WeihnachtsgabeFreude bereiten. Optiker M.TrUSCh Dresdener Str. 131, am Kotb. Tor Lieferant Ihrer Krankenkasse Prenzlauer Allee222 Humboldt 0652 ii Sonntag, den 27. November nadun. t'/? Üftr SONNABEND, 26. NOV. 1932 VomNZ -@- Aljo fprach �Bismarck lind ein ffirief aus dem 9£nnniel/ Don IVerner Oiegemann SIus den überirdischen Gefilden erhalten wir von Hermann Hofmann, dem Freunde Bismarcks und früher leitenden Redakteur der „Hamburger Nachrichten" folgend« Zuschrift: „Ms deutscher Patriot kann man nur mit tiefem Widerwillen die Winkelzllge beobachten, mit denen die sich heute.national'(!) Nennenden ihren verfassungsmäßigen Pflichten ausweichen. Wie ungezogene Lausbuben trampeln sie auf den großen Errungenschaften des deutschen Per- fassungslebens herum. Sie wagen dabei sich auf Bismarck zu berufen. Das ist ein Unfug, dem nachdrücklich widersprochen werden muß. Als Bismarck 1891 zum ersten Male selbst Reichstagsabgeordneter wurde, fand er sich in der Opposition und erklärte reumütig:.Ich habe dem monarchischen Reiter in den Sattel geholfen: vielleicht ist in der Hitze des Gefechts meine Hilfe zu lebhaft gewesen.' In der Tat, das alte Deutschland ist recht eigent- lich an seiner unvollkommenen parla- mentarischcn Verfassung zugrunde ge- gangen. Nach Bismarck genossen die Reichskanzler fast nie mehr das Vertrauen einer Reichstags- Mehrheit. Im Vorkriegsreichstag war die Mehr- hcitslosigkeit die fast ausnahmslose Regel. Die verderblichen Panthersprüngc, z. B. nach Agadir und in den.Daily Telegraph'. oder das hineinschlittern' in den Welt- krieg wären unmöglich geworden, wenn in Deutsch- land der.monarchische Reiter' stets durch«inen vom Parlament gebilligten Kanzler gezügelt wor- den wäre. Nichts hat Bismarcks Frieden in unseren über- irdischen Gefilden schmerzlicher gestört als die Er- kenntnis, daß fein Lebenswerk durch mangelhafte parlamentarische Untermauerung zugrunde ge- richtet worden ist." Hermann Hofmann, der uns dieses schreibt, hat 1914 eines der wichtigsten Bismarck-Bücher ver- öffentlicht. Der dritte Band heißt: „Fürst Bismarck als Hüter der Reichs- Verfassung." Darin finden sich auch folgend« Aeußerungen Bis- marcks: „Ich bin der Ansicht, daß, wenn irgend etwas im Bedürfnis des Deutschen Reiches liegt, es die Aufrechterhaltung der Autorität seiner Volksvertretung ist... Wir bedürfen eines angesehenen Reichstages zur Erhaltung und Fort- bildung unserer nationalen Einheit. Wird das Ansehen des Reichstages in beklagenswerter Weise durch Streberei und den unlauteren Weit- bewerb seiner Fraktionen und ihrer Führer herab- gesetzt, so sollte die Regierung, wenn ihr nicht jeder weitere Blick und alles Verständnis für die Bedingungen der Wohlfahrt des Landes abgeht, es als ihre Aufgabe betrachten, die sinkende Be- wegung des Reichstages nach Möglichkeit aufzu- halten, nicht aber sie durch gouvernementale Zu- mutungen fördern." Ein anderes Mal jagte Bismarck:„Das wich- tigste Organ für die öffentliche Pflege unseres nationalen Bewußt- feins ist der Reichstag... Unsere Ber- fasiungen im Reiche wie in den Bundesstaaten sind auf die unabhängige Mitwirkung der Volks- Vertretungen an der Gesetzgebung zugeschnitten und berechnet: wenn diese Mitwirkung ausbleibt oder aufhört, unabhängig zu fein, so wird damit unser Verfassungsleben abgeschwächt und verfällt chronischen Krankheiten. Kaiser Wilhelm I. in all seiner Machtvoll- kommenheit und ich mit allen Erfolgen, die ich hinter mir hatte, haben in viel berechtigterer Stellung als die der jetzigen Regierung die schwersten Niederlagen erlitten, ohne daß uns auch nur entfernt der Gedanke gekommen wäre, es läge darin eine Schwächung der Autorität des Deutschen Reiches. Wenn das zuträfe und der Reichstag sich deshalb jedes ernstlichen Wider- standes aus solchen Gründen enthalten müßte, so verdiente der ganze konstitutionell« Apparat zum alten Eisen geworfen zu werden. Es bestände keinerlei Bedürfnis, ihn beizubehalten... Selbst die schärfste Autokratie, die durch keinen Parlamentarismus bemäntelt'st, wird immer noch das Bedürfnis haben, daß die öffent- liche Meinung das gouvernementale Vorgehen der Vernunft und den Lan�esinteressen entsprechend finde." Hermann Hosmann schildert, wie Bismarck die Anmaßungen des junkerlichen„Ä o n s e r v a- t i v e n Wochenblatts" lächerlich machte, das sich gegen die verfassungsmäßigen Rechte des Reichstags gewandt hatte. Bismarck erklärte: „Die Verfassung ist vom Kaiser be- schworen und wird von ihm sicher gehalten werden. Das.Konservative Wochenblatt' des Herrn v. H e l l d o r f ignoriert die Verfassung voll- ständig, die dem Reichstag die unbesangene An- nähme oder Ablehnung der bundesrätlichen Vor- lagen zubilligt." Als die Regierung dem Reichstag die überhastet« Annahme des neuen„Bürgerlichen Gesetzbuches" auf- zwingen wollte, erklärte Bismarck: „Wenn eine verspätete Einführung dieses Ge- setzbuches durch«ine gründliche Behandlung und Prüfung des Entwurfs im Reichstag herbeige- führt werden sollte, so kann ich den Nachteil da- von so hoch nicht veranschlagen wie den Schaden, den das Reich durch die Entwertung der Mit- Wirkung des Reichstages in der öffentlichen Meinung erleiden würde, wenn diese das Gefühl hätte, daß der Reichstag entweder nicht die Zeit oder die Arbeitskraft oder den Ministern gegen- über nicht den Mut besäße, seiner Verpflichtung zu einer gründlichen Mitarbeit an der Gesetz- gebung bei einer so wichtigen Angelegenheit zu genügen." Als die Generäle durch Staats st reichdrohunqsn dem Reichstag die„Militärvorlage" von 18S3 ab- zwingen wollten, erklärte Bismarck: „Müssen denn.schwere Konflikte' durchaus ent- stehen, wenn die Militärvorlage abgelehnt wird? In der Behauptung, daß dem so sei, liegt ein Hin- weis auf die Möglichkeit eines Staats- st reiches, was schon bedenklich genug ist. Die Ungewöhnlichkeit und die Ungehörigkeit solcher Pressionen wird jedem einleuchten, der sich den Eindruck vergegenwärtigt, den eine ähnliche Sprache der Offiziösen in anderen konstitutionellen 3)as lUärdien fängt an Einmal war ein Mann, der hatte den Scheitel seines Lebens schon überschritten, da heiratete er ein junges Weib. Nicht lange, so gebar chm das junge Weib einen schönen Knaben: aber es gebar ihn unter großen Schmerzen, und bald danach legte sich die Frau nieder und starb. Da war nun der alternde Mann allein mit dem Kind, und es war ihm dos Kostbarste, das er befaß:'denn es war der Abglanz, der ihm geblieben war vom kurzen Glück seines langen Lebens. Dorum konnte es w�hl nicht anders fein, als daß der Vater den Sohn mit zuv'.el weicher Liebe umgab und ihn also oerzog und verzärteste. Des Kindes Antlitz wurde immer schöner, je älter es wurde, sein Herz aber wurde immer häßlicher, wenn auch die Leute in der Well seine Häßlichkeit nicht sahen vor dem Reiz des Aeußeren. Der Vater jedoch sah es wohl, denn seine große Liebe gab ihm, tief hinein- zusehen in seinen Sohn: hart und streng aber zu sein, gab sie ihm nicht. Der Knabe war eben der Schule entwachsen, da fühlle der Vater, daß sein Ende nahe kam. Er fürchtete es nicht um seinetwillen: wohl aber trug er Sorge um das Schicksal seines Kindes, das leichtsinnig war und ohne Ernst, leichrfllßig und 'ohne Schwere, schwankend und ohne Halt. So sann er lange, wie er dem Jungen möchte ein Hüter und Warner sein können auch nach seinem Tode, und sei's auch mit großem Opfer: und da er nun zufällig von einem kunstreichen Uhrmacher hörte, der lebendige Uhren zu machen verstand, kam ihm ein seltsamer Gedanke. Der uralte Künstler wohnte viele Meilen weil, aber der Bater scheute die Reise nicht und trat in des Alten Werk- statt und sprach: „Man sagte mir, daß du lebendig« Uhren zu machen verstehst. So aber eine Uhr lebendig sein soll, nuiß sie ein Herz haben. Ich will dir das meine geben: wird es wohl noch ein Uhrwerk treiben können?" Der Uhrmacher erwiderte:„Es kommt nicht auf das Alter eines Uhrwerks an. sondern auf seine Güte: und es kommt nicht auf das Alter eines Herzens an, sondern auf seine Güte." „Ich habe", antwortete der Vater,„einen ein- zigen Sohn, der ist nicht so geraten, wie es mir angenehm ist. Daran aber gebe ich mir selbst die Schuld: ich war zu alt und er war zu jung, und ich wußte ihn nicht zu leiten. Nun soll ich sterben, und ich möchte nach meinem Tode der Freund und Hüter sein, der ich ihm im Leben nicht sein konnte. Es steht eine alte, große Uhr in unserem Haus«, die hat die Stunde seiner Geburt gezeigt. Sie wird ihm weiter alle Stunden seines Lebens zeigen. Ich möchte, daß mein Herz in dieser allen Uhr schlüge zu seinen Unterlassungen und Taten." „Es wird dich dein Vermögen kosten", sagte der Alte. „Des Baters Liebe ist besser, denn des Vaters Geld." Und es gefchah... Und es geschah, wie sie es verabredet hatteo. Als der Sohn außer dem Hause war in leicht- fertiger Gesellschaft, nahm der Alle dem Voter das Ländern hervorriefe, wenn sie von der Regierung oder ihren Preßorganen der Landesoertretung gegenüber für den Fall geführt würde, daß die Parlamentsmitglieder von ihrer zweifellosen ver- sassungsmäßigcn Berechtigung nach ihrer Ueber- zeugung zu stimmen, per majora Gebrauch machten und gegen die Regierung votierten. In Deutschland ist die Empfindlichkeit gegenüber einer solchen Sprache in den letzten Iahren bereits einigermaßen abgestumpft: aber deshalb bleibt die Androhung von.schweren Konflikten',.harten Kämpfen' oder dergleichen ebenso tadelnswert wie die Aeußerung eines Zcnttumsredners:.Lieber bayerisch sterben, als kaiserlich verderben!' Es liegt in beiden die Erklärung:.Wenn es nicht nach unserem Willen geht, tun wir nicht mehr mit.' Derartige Kundgebungen haben gegenüber der Rcichsverfassung keinen Raum." Wie gegen Popens Reichstagsouflösung gerichtel klingen folgende Worte Bismarcks: „Das verfassungsmäßige Mittel der Aus- lösung des Reichstags darf nur iin Falle einer wirklichen Notlage, wenn kein anderer Ausweg übrig bleibt, zur Anwendung gebracht werden... Die Drohung mit Herz aus der Brust und baute das zitternde Herz in die alle Uhr, und die Uhr tickte und schlug wie zuvor. Wie min der Sohn nach Hause kam spät in der Nacht, lachend und lärmend, sagte ihm der 'Alte:„Dein Vater ist gestorben. Er konnte dir nichts hinterlassen als diese alte Uhr. Du sollst, läßt er dir sagen, auf ihren Schlag achten in jeder Stunde deines Lebens. Wenn sie einmal nicht in Ordnung ist, wende dich an mich." Damit verschwand her Alte. Der"Sohn begrub seinen Vater schlecht und recht und verwand seinen Schmerz bald in lustiger Gesellschaft. Da er aber kein Geld hatte und auch nicht viel Lust zur Ar- beit, faßte ihn bald die bittere Not. Eines Taggp nahm ihn einer seiner Zcchgenossen beifeite und sagte:„Du hast nichts, und ich habe nichts und wir brauchen viel. Der alle Geizhals im Haus um die Ecke hat viel und braucht fast nichts. Laß ihn uns heute abend niederschlagen." Da der Sohn nicht so recht wollte, sagte der an- dere:„Hilfst du mir nicht, so tu ich's allein und Hab auch die Beute allein. Wenn du aber willst, dann sei um neun Uhr da." Der Sohn ging nach Hause und überdachte seine Lage. Nicht lange, so wollte er und blickte immer- fort auf die alte Uhr, daß er di.e neunte Stunde nicht versäume. Seltsam: die Uhr schien ihm sehr langsam zu gehen, ihr Schlag schien wie gelähmt. Er schob es auf seine Ungeduld und wartete bis zur neunten Stunde Da sprang er auf und wollte hinuntereilen zur verbrecherischen Tat. Wie er aber noch einmal aus dem Fenster blickte, sah er einen Tumult auf der Straße: Wachtleute führten seinen Freund gefesselt vorbei. Er hörte aus den aufgeregten Gesprächen der Leute, daß man den alten Geizhals tot aufgefunden hatte, und daß eine Frau seinen Freund um neun Uhr vor dem Haufe des Alten hatte umherschleichen sehen: nun hatten sie ihn verhaftet und die Beute noch bei ihm ge- funden.„Wie spät ist es denn?" fragte der Sohn erschauernd.„Eben elf Uhr!" antwortete jemand. Der Sohn blickte rasch auf das Ziffernblatt seiner allen Uhr: aber auch dos zeigte jetzt elf...„Dann muß ich mich immerfort oersehen haben", dachte der Sohn, und zum erstenmal war ein Dank in ihm gegen die Güte des Geschicks, das ihn vor demSchafott bewahrt hatte. Bald jedoch vergaß er dies gute Gefühl. Zu sehr drückten ihn seine Sorgen. Er beschloß, sich eine reiche Frau zu nehmen, und weil er hübsch von Angesicht und rank von Körper war, fand er bald eine reiche und schöne Erbin, die sich in ihn vergaffte.„Morgen früh um zehn Uhr", sagte sie eines Tages endlich zu ihm,„kannst du bei meinem Vater um meine Hand anhalten." In zitternder Erwartung verbrachte er diese letzte Nacht. Und merkwürdig: diesmal rasten die Stunden auf der allen Uhr, trotz seiner Ungeduld, und er begriff erst jetzt, wie falsch sie damals ge- gangen sein mußte. Als es hell war und die Uhr zehn Stunden zeigte, eille er in das Haus seiner Geliebten und kam ungesehen bis vor chre Tür. Dort stutzte er, denn er vernahm eine schellende Stimm«: es war die ihres Vaters. Dann hörte er sie antworten:.Saß nur, Vater. Bis zur Hochzeit muffen wir noch so tun. als ob wir reich wären. Damt soll er schon arbeiten für uns beide, daß ihm das Blut unter den Nägeln herausspritzt. der Auflösung ist vielleicht nach der Beschaffen- heit der Beteiligten«in wirksames Mittel, um eine Majorität für die Regierungsvorlage herzustellen, aber die Auflösung selbst sollte sich eine be- sonnene Regierung doch erst doppelt und dreifach überlegen, bevor sie dazu schreitet... Ich kann nicht aus die Anficht verzichten, daß eine neue Auflösung einen sehr ungünstigen und nachteiligen Eindruck nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande machen würde. Eine üble Wirkung auf die Börse und die deutschen Wertpapiere könnte nicht ausbleiben. Dagegen würde es den Eindruck von Stärke und Besonnenheit machen, wenn sich die Regierung der zweiten Auf- lösung enthielle und chre Ausgabe darin erblickte, sich mit dem Reichstage auf annehmbarer Basis zu verständigen... Im Inland« wie im Auslande hätte man dann den Eindruck, daß unsere Regie- rungspolitik das Maß von staatsmännischcr Ruhe wiedererlangt habe, das ihr in der Agitation für die Annahme d»r jetzigen Vorlage verloren ge- gangen ist. Die Welt würde sich überzeugen, daß die deutsche Regierung fern davon ist, einem rechthaberischen Festhalten an dem einmal Ausgesprochenen und Vorgelegten den inneren Frieden des Landes zu opfern. Im anderen Falle, das heißt, wenn man es auf eine Kraftprobe ankommen lasten will, leidet das deutsche Ver- fafsungsrecht not, oder misdestens wird seine Halt- barkeit aus eine ebenso überflüssige als schädliche Probe gestellt." Ist es nicht grauenhafl.zu denken, daß die reifste Weisheit Bismarcks noch immer ungehört bleibt, und daß unsere Reaktionäre ein für alle- mal unbelehrbar bleiben? und wenn er uns genug Vermögen erschuftet hat, dann fliehen wir beide!" Ungesehen, wie er gekommen, ging der Sohn aus dem Hause und als er auf dem Marktplatz war und zur Rathausuhr emporschaute, sah er, daß es erst acht Uhr war... So halle er die beiden überrascht dank der allen Uhr. Er be- schloß, sie zum Uhrmacher zu bringen: ober tief in seinem Innern war schon der Aberglaube, daß das alle Ding auf eine geheimnisvolle Art über ihm wache und ihn zum Besten lenke, und er tat nun nach dem Wunsch seines Vaters und achtete auf ihre Stimme. Es blieb ihm nichts, als eine Stellung anzu- nehmen. Er fand sie in einer Bank, wo man ihm seines Ansehens und seines gewandten Auftretens wegen bald volles Vertrauen entgegenbrachte. Aber sein karges Gehall genügte ihm nicht; er konnte nicht lasten vom Wohlleben: und eines Tages saß er an seinem Tisch und hatte einen Wechsel vor sich liegen und wollte ihn fälschen und morgen fliehen. Unwillkürlich jedoch blickte er zu der Uhr— da war ihm, als stünde das Werk einen Herzschlag lang still, wie in einem furcht- baren, zitternden Erschrecken. Seine Hände, fast ohne Zutun seines Willens, zerrissen den Wechsel. Und die Uhr ging regelmäßiger und kräftiger denn je. tin glückliches tnde Er arbeitete weiter in der Bank, und da er von Natur nicht dumm und ungeschickt war, arbeitete er sich langsam hinauf. Er lernte ein Mädchen kennen, das er liebte mit all seiner bester ge- wordenen Seele. Aber das Mädchen war arm, und seine besten Freunde rieten ihm ab, sie zu heiraten: er werde nie nach oben kommen, wenn er, der selbst arm war, noch eine Aermere zur Frau nehme. Doch der Sohn beschloß, nach seinem Herzen zu gehen und in einem Brief um ihre Hand zu bitten. Als er den Brief verschließen wollte, blickte er, wie es seine Gewohnheit gewor- den war, noch einmal auf die alle Uhr. Erschreckend sah er, daß sie stand. Er suchte sie wieder in Gang zu bringen. Es gelang nicht. Sie blieb stumm. Da glaubte er, daß die getteue Mahnerin ihn vor dem armen Mädchen hatte warnen wollen. Er gehorchte ihr und schrieb dem Mädchen tieftraurig den Abschieds- brief. Nun entsann er sich des alten Uhrmachers und beschloß, ihn aufzusuchen. Der Alte empfing ihn, als hätte er ihn gestern erst gesehen. Er äfsnete das Werk und nahm das Herz heraus.„Dies Herz", sagte er streng„ist das Herz deines Vaters. Es hat über dich gewacht und dich vor Bösem behütet. Du wurdest besser und fester unter seinem wachsamen Schlag. Und da du das Beste und Glücklichste tun wolltest: den Menschen zu dir zu nehmen, den du liebst, einen Menschen der gut und tapfer ist, ohne Rücksicht auf Geld und Schönheit— da durfte das ruhelose Herz zur Ruhe gehen. Es wird nicht mehr schlagen. Du bist nun selbst Manns genug, das Rechte zu tun. Geh hin zu dem Mädchen, das um dich weint, und nimm sie zur Frau" Und der Sohn ging und verstand fortan die Stimm« aller Uhren und oller Herzen. Qerharl Merrmann VloSlar/ �Diesmal ein lUärchen 3)m Merm des Dalers Was bringt der Sport am Sonntag? „Sinfonie der Grohsiadt" ist der Titel für die in der Neuen Welt. Hzsenheide, stattfindende Ge- meinschaftsveranstaltung des Volkssport Neukölln- Britz und Bezirks Süden der Freien Turnerschaft Groß-Berlin. 7lX) Turner und Sportler zeigen in einem Dreistundenprogramm eine erstklassige Bichnenschau. Der letzte Teil steht unter dem Drei- klang: Gesangs-, Sprech- und Bewegungschor. Die Bildfolge bringt das Knlturstreben des modernen Großstadtarbeiters in Verbindung mit dem harten Kampf um die Freiheit in der Republik für den Sozialismus. Es wirken mit die Gesangsgemein- fchaft Rosebery d'Arguto. die Spieltruppe der SAJ. und der Volkssport Bewegungschor. Nach der Bühnenschau in beiden Sälen Tang. Karten sind noch in beschränktem Umfange zu haben im Vorverkauf für 15, äO und 80 Pf., an der Kasse 15, 50 Pf. und 1 M., jeweils für Kindar, Erwerbs- lose und Jugend und für Erwachsene. Einlaß 14 Uhr Beginn 15 Uhr. Der Bezirk Luch der Freien Tiurnerscfmst Groß- Verl n begeht heute, Sonnabend, im Parkschloß am Bahnhof Buch seine viel he Jahresfeier. Eine große Bühnenschau gibt einen Abriß vom Leben und Treiben der Arbeiterspsrtler und anschließend kann das Tanzbein geschwnngen werden. Eintritt für Erwachsene 75 Pf., für Arbeitslose 20 Pf. Das Programm beginnt um 20 Uhr. Die Freie Turn- und Sporivminigung Zehlendorf veranstaltet moggen, 17 Uhr, in der Aula der Zinnow-Waldschule In Zehlendorf. Schlieffenstroße, einen Werbeabend. Neben Vorführungen aller Ab- kur jeden etwas! teilungen laufen zwei Sportfilme. Besonders lobend ist anzuerkennen, daß der Verein es vsr- standen hat, den Eintrittspreis so niedrig wie nur möglich zu halten. Vollarbeiter zahlen 25 Pf.. Erwerbslose und Kinder 10 Pf. aus allen Plätzen. An die Zehlendorfer Eiserne Front ergeht die dringende Bitte, diesen Werbeabend der Arbeiter- sportler zu besuchen. Bei allen Partetoeranstal- tungen hat der Verein aktiv mitgewirkt, er rechnet deshalb auf Unterstützung. Die nächsten Rückkämpfe der Arbeilerkegler sind: 26. November. 17 Uhr, in der Berliner Kegel- Sporthalle: Vorwärts gegen Rührige Mannschaft: 4. Dezember, 11 Uhr, im Keglerheim„Wald- schlößchen" in Neubabelsberg: Knorke gegen Frei weg-Brandenburg und Freie Schwimmer-Spandau gegen Vorwärts-Brandenburg: 14 Uhr: Rührige Mannschaft gegen Frei weg-Brandenburg und Frei weg 1S25-Berlin gegen Zu spitz: 10. Dezem- ber, 18 Uhr, im Keglerheim Loebel, Spandau- chakenfelde: Rührige Mannschaft gegen Frei Holz- Spandau. Arbeiler-Schach. Am Sonntag von bis 13)4 Uhr steigt die vierte Runde um die diesjährige Abteilungsmeisterfchast der Freien Arbeiter-Schachoereinigung Groß-Berlin in der K-Klaffe. Hier di« Begegnungen: Um die Spitze kämpfen Treptow I gegen den Verteidiger der Meisterfchait Charlottenburg im Lokal Grünstr. 11 in Charlottenburg: Weihensee gegen Wedding I im Lokal Greifewalder Ecke Lehderstraße: Prenz- lauer Berg l gegen Lichtenberg I bei Pohst, Star- garder Straße 19: Humboldthain l gegen Kreuz- Hier wird gekämp ft! ,,Rot-Sport"-Klassenkampf gegen Sozialdemokraten Wie m Berlin, so toben die Kommunisten auch in anderen Städten darüber, daß die bösen Re- formisten bei der Unterstützung der Arbeiter- turnnereine nicht jeden Agitationsantrag an- nehmen helfen. In Leipzig haben sie jetzt erst wieder einmal gezeigt, wie sie den„Kampf gegen die Bourgeoisie", in dem bekanntlich auch„außer- parlamentarische Aktionen" eine große Rolle spielen, führen. In der Pleißestodt wurde zunächst einmal mit Hilfe der Kommunisten der bürgerliche Stadtrat Stahl gegen den sozialdemokratischen Kandidaten zum Schuldezernenten gewählt. Der neue Herr über die städtischen Turnhallen verfügte alsbald, daß für die Benutzung der Turnhallen pro Abend 2 Mark zu zahlen sind. Die dem Arbeiter-Turn- und Sportbund angeschlossenen Vereine haben nicht nur mit aller Schärfe dagegen protestiert, sondern sie haben sich bisher auch erfolgreich geweigert, die Turnhallenmrete zu bezahlen, weil sie dazu bei der wirtschaftlichen Not ihrer Mitglieder nicht in der Lage sind Die Vereine der bürgerlichen Deutschen Turnerschaft sind in der angenehmen Lage, ihren Turnbetrieb in eigenen Hallen ab- halten zu können, die sie dank der Unterstützung der Stadt in den Vorkriegsjahren erbauten. Und was machen die Kommunisten? Die Vereine des kommunistischen Parteisport- Verbandes bezahlen bis zurStunde treu und brav 2 Mark pro Halle und Abend! Der Schriftleiter des Roten Sachsensports. Wir berick Das Schulamt der Stadt Berlin weist nochmals daraus hin, daß das frühere Amt für Leibes- Übungen schon am 15. Seplembere ISZI aufzelöst worden ist. Die Sachbearbeltung der Angelegenheiten der Turn- und Sportverbände und-vereine erfolgt jetzt durch die Zentralschulverwaltung. Abtellung Leibesübungen, im Stadthaus. Dorthin sind alle Anschriften zu richten. Wintersport in klingenlhal! Die Anmeldungen zum internationalen Wintersporttreffen der Sportler des Arbeiter-Turn- und Sportbundee und des Touristenverein die Naturfreunde am 24. bis 26 Dezember in Klingenthal(Erzgebirge) können nunmehr unter Einzahlung des Fahr- geldes in der Geschäftsstelle des Touristenvereins die Naturfreunde, Berlin N. 24, Johannis- straße 14/15, erfolgen. Der Fahrpreis beträgt einschließlich Programm und Festplakette etwa 17 M. Die Uebernachtung im Massenquartier 0,30 M., Bettenquartier 1 M., Mittagessen 0,40 M. Die Abfahrten erfolgen am Sonnabend, 24., um 13.37 Uhr, 15.40 Uhr und 17.02 Uhr: am ersten Feiertag um 6.36 Uhr nach Leipzig. Wir bitten, die Anmeldungen möglichst zeitig unter Angabe der Abfahrtzeit und Dauer der Teilnahme vorzunehmen. Eine harte, aber gerechte Strafe über einen rohen Fußballspieler verhängte das Gericht in Boulogne, das den Svieler namens Corton aus Boulogne wegen absichtlicher Verletzung eines Gegners, wobei sich dieser einen Beinbruch zuzog, zu drei Jahren Gefängnis verurteilte. Strafver- schärsend kam hinzu, daß sich Corton, als er den berg bei Müsch, Brunnenstraße 140. und Grünau gegen Friedrichshain I in Grünau-Falkenberg. Gemeinschaftshaus Die Abteilung Norden hält außer ihrem Spielabend. der jeden Freitag stattfindet, von morgen ab jeden Sonntag im Lokal Weiß, Bornholmer Straße 1. Schachunter- richt für Anfänger und Fortgeschrittene mit sreiem Spielbetrieb ab. Die Genoijen Jurkun und Hamann werden einleitende Vorträge halten. Gäste überall herzlich willkommen. Arbeiter- Schwimmfest in Dresden mit Berliner Besetzung. Morgen fahren die Freien Schwimmer Charlottenburg zu einem Schwimmfest nach Dresden. Neben den verschiedenen Schwimm- konkurrenzen, in denen die in bester Form sich befindenden Charlottenburger bestimmt ihren Mann stehen werden, gibt es am Schluß des Festes ein bemerkenswertes Wasserballspiel zwischen Dresden und Charlottenburg. Das Abfahren der Ortsgruppe Berlin des Deutschen Reichs-Auto-Elub findet am Sonntag noch Bad Saarow, Kurhaus Esplanade, statt. Treff- punkt aller Teilnehmer 9,30 Uhr Rudolf-Wilde- Platz, Rathaus Schöneberg. Anmeldungen erbeten bei der Reichsgefchäftsstelle des DRAC., C 1, Steinplatz 8066 Trabrennen in Mariendorf. Morgen, Sonntag. 13!4 Uhr, kommt in Mariendorf wieder ein interessantes Programm zur Entscheidung. Alle neun Kmikurrenzen weifen starke Felder aus und ver- sprechen gute» Sport. Dos Ereignis des Nachmittages ist der Advents-Preis über 2000 Meter. der auch der Wortführer der kommunistischen Sportler ist, Plache heißt er, führt als komm»- nistischer Stadtverordneter in Leipzig diese außer- parlamentarische Aktion! * Der Ruder-Verein„Vorwärts" hat bekannt- lich vor Jahren in Klsin-Köris bei Teupitz ein eigenes Gelände erworben. Unter großen Mühen und Opfern und Hunderten von freiwillig und un- entgeltlich geleisteten Arbeitsstunden ist dort von fleißigen Arbeitersportlern ein nettes Bootshaus und später ein Uebernachtungs- und Tagesheim für die Mitglieder geschaffen worden. Die Mit- gliedsr verbringen hier im Sommer ihre freie Zeit, sie verleben mit ihren Familien dort ihre Ferien. In der letzten Mitgliederversammlung des Vereins kam nun folgendes kommunistisches Meisterstückchen zur Sprache. In der Sitzung des Köriser Gemeinderats wurde über die Hauszins- steuerfrage verhandelt. Von dem komm»- nistifchen Beisitzer wurde dem Ruder- Verein„Vorwärts" das Streben noch Volksgesundheit und die Gemein- n ü tz i g k e i t und die Berechtigung, das Wort „Arbeiterverein" zu führen abgesprochen. Die bürgerlichen Vertreter hotten dagegen mehr Verständnis für die Finanznot und die Auf- aaben eines Arbeiterrnderve-eins. sie stimmten für den Erlaß der Houszinssteuer. Man muß sich doch fragen, wie weit dieser kommunistilck-: Blödsinn noch gehen soll? besten deutschen Weltergewichtler, gegenüber. In den drei Turnieren lauten die Vorkampfgegner: Mittelgewicht: szornemann(Berlin) gegen einen Italiener, der noch durch Ausscheidung bestimmt wird, und Czigeti-Ungarn gegen Mallin-England; Halbschmergewicht: Pietsch-Leipzig gegen Zehet- maner-Wien und Senst-Berlin gegen Cziszas I- Budapest: Schwergewicht: Surma-Berlin gegen Titmus-London und Leis-Mittelbexbach gegen Caponi-Rom. Roheitsatt beging weit vom Ball entfernt befand. Das Berufungsgericht in Douai bestätigt« das ergangene Urteil Zum profisußball. Die Stadt Frankfurt a. M. hat das Gesuch des Profi-Managers Bauer auf Ueberlassung des Frankfurter Stadions abschlägig beschieden. Diesem Beispiel dürsten sich andere süddeutsche Städte anschließen. Die im Saar- gebiet von Bauer angeworbenen Spieler haben Bauer übrigens ihre Verträge zurückgeschickt, nachdem ihnen vom süddeutschen Verband Straf- freiheit zugesichert worden ist. Deutsche Boxer nach Südamerika. Anfang nächsten Jahres wollen einige deutsche Borer die Ausreise nach Buenos-Aires antreten, um ihr Glück in Amerika zu versuchen. Der deutsche Leichtgewichtsmeilter Franz Dübbers hat bereits einen Vertrag zu einem Kampfe mit dem argen- tinifchen Meister Peralta erhalten. Aber auch Schwergewichtsmeister Hein Müller und Weller- gewichtsmeister Gustav Eder hätten nicht übel Lust, die Reise mitzumachen. Die Verhandlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Das Programm der Polizeiboxer. Für den internationalen Kampfabend. mit dem der Polizei- sportoerein Berlin am 2. D« z e m b e r im Sport- palast aufwartet, steht jetzt das Programm fest. In den drei schwersten Gewichteklasien kommen drei Viererturniere mit erstklassiger internatio- naler Besetzung zum Austrag, daneben gibt es noch zwei hochinteressante Einladungskämpse. In diesen stehen sich der mehrfache deutsche Leicht- gewichtsmeister Donner(Polizei-SV. Berlin) und der ungarische Exeuropameister Szabo, sowie Lütke(Heros) und Mietschke(Polizei), zwei der Die Serienringkämpfe „AU-Wedding" schlägt„Tegel" In der Fortsetzung der Serienringkämpfe der bundestreuen Arbeiter-Athleten um die Kreis- meisterschait rang gestern die Kreismeisterstaffel „Alt-Wedding" st>ie erst« Ringerstaffel der Sport- iichen Vereinigung„Tegel 1809" mit 12: 2 Pu�lk len nieder. Die Äänrpie wurden mit großer Schöne ausgetragen, überschritten aber nie das Maß des Erlaubten Der Tegeler Fliegengewichtler Wiese verlor gegen Schlickeisen die Punkte: im Freundschafts- ringen gegen Wies« oerschuldet« Sch. seine Nieder- lag« selbst. Im Bantamgewicht rang der Weddinger mit Graske-Tegel über die Zeit. Der Weddinger Federgewichtler Schlichtenberg wurde kampflos Sieger, da fein Gegner verspätet eintraf. Reichelt- Tegel wurde von Weyhe-Zllt-Wedding bereits in der ersten Minute aus die Schultern gezwungen. Bröker-Weddino konnte den Tegeler Babbel kurz vor Ahlauf der Kampfzeit niederringen. Der Halbschwere Grändorf-Wedding gewann die Punkts über den starten Wollschläger-Tegel in der sechsten Minute und der Schwere Rosenkranz-Wedding ranz mit dem im Schwergewicht startenden Tegler Höhne, ohne ein Resultat zu erreichen. Am Sonntag, dem 2 7. November, rinat im Tegeler Rcichsbannerboatshaus die erste Mann- fchaft von Tegel gegen Luckenwalde Beginn der Kämpfe 18(6) Uhr Schwarze? Brett ffccie W-sstrlahr-i Äusmärts. Sonntag.-7. November. findet eine Wanderung statt. Treffpunkt u-ibf d-Bah.i- hof iseestrahe oder Ii) lIHr U-Bahnhof Krumme Lan.e. Gäste willkommen. Kartell für Arbeitersport und«törperpslcge. SiZung des Geschäftsfiihrenden Ausfckunes erst Montag. T.zen.ber, W? Uhr. in Der Geschäftsstelle des Arbelter->-imarlter- Bundes, Ioftystr. 4. Freie Ruderer-Verciniaung 1918 Das Liandbauspiel S.mntag. 27. November, findet nicht statt in der Iung'eTn- Heide, srndern in Spandau gegen Brandenburg I. Tre s- vunkt 14 Uh: Bhf. Spandau-Weit. Bersammlunq am 2. Dezember im Tortrug. Ärbeiter-Sportkegelklub Vcrwärts. Trainingsabend jeden Sonnabend, 1» Uhr, Sporthalle Alexandrmenftr. 10.. Gaste herzlich willkommen. Theater der Woche vom 27, November bis 5, Dezember Volksbühne. Th-atcr ow Büloirvlatz: Bis 2. Famw. Ab». D->- n-u- ParlldikS. 4., liu Uhr, Tanzmatinee: Mary Wigv-a!,. Staatslheater. Ttaatsopce Unter den Linden: 27. Die Znnberflöte. 28. Cavalleria Rnstieana und Baiazn. 29. und 4. Die Meistersinger van Nürnberg. 30. Wozzelt. 1. calomc. 2. Der Liegende Holländer. 3. Der Troubadour, a.«izt- lianische Vesper... Schauipielhau- am Sendarmenmarkt: 27.. 28. Wch-Im Tell. 29., 30. Nathan der Weise, l. Mmna von Barn» Helm. 2., 3, 4., 3 Faust. Teil I.„ ,,_ Städtische Oper Ch-rlaitenburg: 28. 3. Undine. 29. Martha. 39. Der Schmied van Sent. 1. Dt« Banditen. 2. Sin Maskenball. 4. Aida. 5. Rigoletta. Theater mit festem Spielplan. stur?ttrftendamm-Theatc>: Bllleklich» Reis«. 27. Matinee der Zungen Oper: Die Ov-rnprobe.— Deutsches Künstler. Theater: Die Nacht zum 17. April.- Theater in der �ireiemannstrahe: Zu wahr, um schon ZU sein!— Ä»»»' bienhaus: ttasimir und Caroline. 2.., 11 Vi Uhr: Barstadt» lragödle.- Metrapol. Theater: Sine Frau, die wem. was sie will!- Theater de, Westens: tzathaiina.- Tdeater im Admirawvalas:: Liliom.— Bomtsche Lver: Musik um Busi.— Krahes Hchaulvielhaus: Der Studentenprlnz. Lrising. Theater: Pngmalion,— Thrater in der Behren. stuft, I Bargeld lacht.- SSiller-Tbe-te.: Rebert und Bertram. 4.. IIih Uhr: Zeitungsnotizen(Matinee).— Thalia. Theater: Ein enl»ll-tender Mensch.- 3)tnonlan«. Theater: Truppe 1951. Die Mausefalle.- Scala, Winter. garten: Internationale» Variet».— Relchshallen-Tbeater: Btetlincr Tängcr.— Sosini). THenter: Die Lieb« blüht in Werder. Thealer mit wechselndem Spielplan. Deutsche- Theater: Bis 23. Prinz Friedrich von Koi». bürg. 29. arschlosien. Ab 30. Harmonie.-«ammerlpiel,! Bia 1. Michael Kramer. 2. bis 4. Ro e Bernd. 3. ge. schlaffen.- Role.Tbeateei Bia 4. Der Zsgrunerbaron. Ab Bähmische Mufltanten. 8., 23>b Uhr: Die ungekllgte i»va.— Plaza: Vi, 50. Dle Bajadere. Ab 1. Da« Musi. kantenmädel. Nachmiktagsvorslellungen. Volksblihne. Theatcr am Bülomplaft: 27. Die Ratten.— Deutsches Theater: 27. Prinz Friedrich von Hornburg.— Deutsches Künstler. Theater: 27., 4., 13 Uhr, und 30., 16 Uhr; Rotkäppchen. 27., 4., 17 Uhr: Koi aus der Kiste.- Komödienbans: 4. Der Bibervelz.— M-tropol.Tbcater: 27., 4. Ein Salzertraum.— Theater de, Westens: 27., 4. Zäriterchristl.— Komische Oper: 30., 4. Ichnrewittchen.— chrohcs Schanlpielhaus: 27., 4. Der Etudentenprinz.- Renaiffanee- Thrater: 27.. 3., 4. Schneewittchen.— Rose. THenter: 30., 17n Uhr. 4., 14>j und U'n Ubr: Der Zigeunerbaron. 3., 17 Uhr:!7rau Holle.- Sastno-Zllz-at-r: 27.. 4, Die Liebe blüht in Werder.— Plaza: Bt» 30. Die Bajadere. Ab 1. Das Mustkantenmädel.— Scala: Zntcr nationales Variete.— Wintergnet-n: 27.. 3., 4. Znter- nationales Variete.— Reichshallen-Theatpr: 27., 4. net Sänger. Erstaufführungen. Mittwoch. Staatsoper: Woazeck.— Deutsches Theater: Harmonie.-- Freitag.(5 d> d u f p i c 1■ hau s: Faust, I. Teil.— Sonnadeud. Bolksoiiyne: Das neue Paradies. Tilden& Co. im Sportpalast Als die Tilden-Trupps vor Jaliresfrist in der Wilmersdorier Tennisball« zum ersten Male in Berlin spielte, war die Halle säst aus- vorkaust. Inzwischen haben die Gastspiele der Professionals erheblich an Anziehnngskraft ein- gebüßt. Am Freitagabend, dem ersten Tage des dreitägigen Gastfpisiss im Berliner Sportpalast. waren nur rund löOO Zulchouer erschienen. Zunächst spielten der Tilden-Schäiler B a r n e z und der vielfache deutsche Meister Roman Na such. Nach zweistündigem, interessantem Gefecht gewann Barnes mit 5: 7, 6: 3. 6: 4, 6: 4, obwohl er zum Schluß stark ermüdet war. So spannend der erste Kampf verlief, so sehr enttäuschte das Hauptinatch des'Abends zwischen dem deutschen Meister Hans N ll h l e i n und dem Tschechen Karl K o z e l u h Nüßlein war in denkbar bester Form, dagegen ließ Kozeluh deutlich erkennen, daß er nur wenig trainiert hat. In knapp 50 Minuten hatte Nüßlein mst 6:3, 6:0, 6:0 den Sieg an sich gerissen. Endlos zog sich das abschließende Dopetel in die Länge. Die Halle haue sich säst vollkommen geleert. als Tilden-Varnes endlich nach l�slündigem Spiel« mit 9: 7, 9: 7 6:3 ihren Sieg über Albert Burke-Karl Kozeluh sicherstellen iomilen. Rundfunk am Abend Sonnabend, 26. November Berlin: 16.10 Was hat der Mann im Haushalt zw tun?(Hedda Westenberger. H. Schreiber). 16.30 Konzert aus Hamburg. 17.50 Diditungen(E. Lissauer). 18.10 Rechtsfragen des Tages(E. Heilfron). 18.23 Konzert 18.35 Die Fuukstunde teilt mit. 19.00 Sport. 19.10 Ketzerei am Wochenende. 19.23 Konzert(Sdiumanji-Lieder). 19.53 Vom Arbeitsamt 20.00 Komikerabend ans Königsberg 22.13 Nachrichten. 2&30 WohltäHgkeits- veranstaltung aus der Staatsoper. Königswusterhausen: 16.00 Charakter und Schicksal(Camilla Stiemer). 16 10 Konzert aus Hamburg. 17.30 Für die Ge- suiKlheit 17.50 Freude kommt vom Tier (P. Eipper). 18.03 Der Hörer hat das Wort (Margot Epstein). 18.30 Deutsch für Deutsche (Umgangssprache). 18.55 Wetter. 19.00 Französisch.(9.40 Kirche und stecht(Dr. H. Kohlen). 20.00„Robert der Teufel"(Oper aus Frankfurt). 22.30 Nachrichten Konzert. Vollständiges Europaprogramm im„Volks- funk", monatl.% Pf., durch alle„Vorwärts Boten oder die Postanstalten. Sonntag, 27. November Berlin: 6.13 Gymnastik. 6.33 Hafenkonzert. 8.00 Für den Landwirt. 8.35 Morgenfeier. 10.03 Wetter. 11.00 Märchen. 11.30 Bach-Kantate. 12.10..Achtung! Welle Berlin" (Heiteres). 13.50 Bericht eines arbeitslosen Ehepaares. 13.10 Volksweisen. 13.33 Sport. 16.00 Deutsche Dichter erzählen von iuror Jugend. 16.30 Orchestcrkonzeri. 17.53 Besuch in einem Berliner Vorstadtthe-aier, 18.15 Beethoven-Streichquartett F-dur. 19.00 Ewiges stecht und Staatsräson(G. Ritter). 19.25 Aus meinem Poesiealbum(liierarische Veranstaltung). 19.30 Sport. 2 1.00..Drei alte Schachteln"(Operette). Tagesnadirichten. Tanzmusik. Königs wuster hausen: 11.00 Dichter- stunde(E. Zahn). 13.45 Lvrik. 14.00 Ellern- stunde. 14.30 Spinoza(Dr. G. W yneken). 13.00 Lebenskampf der Ostmark(H. Kvser). (3.25 Italienische Violinsonaten. 18.15 junge Generation spricht. 19.00 Stunde des Landes. 22.43 Wetter. 23.00 Konzert aus Frankfurt. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europaprogramm im„Volksfunk", monatl.% PL, durch alle„Vorwärts"- Boten oder die Postanstalten.