Morgen- Ausgabe Nr. 559 A274 49. Jahrg. Redaktton und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstr. 3 F-rnsprech-r- A7 Ami Dönhoff 2SZ bis 2S7 Telegrammabreffe» Lozialbemolr-! Berlin BERLIN ZR VOLKSBLATT SONNTAG 27. November 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. VezugSbebingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß bei redaktionellen Teils Jentraloesa« der Sozialdemokratische« Partei Deutschlands m"tl" f ow,! Gchleichervechandelt mit Parteiführern Schluß mit gegenrevolutionären Experimenten! Es gibt zwei Geschlagene der abgelaufenen Woche. Der eine ist Hitler, dem Stück für Stück das Kostüm des großen Führers, des Wundermannes mit der Alleinmedizin abgefallen ist. Der andere ist der Gedanke der„neuen autoritären Staats- f ü h r u n g". Diese Regierungskrise und die Methoden zu ihrer Lösung sind schlimmer als alles, was wir in parlamentarischen Re- gierungskrisen jemals erlebt haben! Die Gefahr, daß trotzdem weiter „autoritär" regiert wird, ist damit nicht cnt- schwanden Sic besteht nach wie vor, sie wird so lange bestehen, bis das Volk selbst das politische Kräfteverhältnis entscheidend geändert hat. Unser Kampf gegen die volks- feindlichen gegenrevolutionären Kräfte, die sich hinter dem Schlagwort van der autori- tären Staatsführung verbergen, geht darum unerbittlich weiter! Wir richten uns ein aus einen langen und schweren Oppositions- kämpf, auf ein erbittertes Ringen gegen den Klassenkampf von oben— in welcher Person und in welcher Gestalt er uns auch gegenübertreten wird! Ob„nationale Konzentration". ob„autoritäre Staatsführung" — wir werden gegen beide Erfcheinungs- formen der politischen und sozialen Reaktion für das Recht des Volkes kämpfen! Dieser Komps wird sich bis zum äußersten zuspitzen, wenn der Ver- such unternommen werden sollte, die Me- thodc der Provokation des Volksempsindens fortzusetzen! Das Kabinett der Barone unter der Führung des Herrn v. Pape» war ein Symbol des Uebcrmutcs der Reaktion. Herr v. Papcn hat alles getan, um die Gegensätze bis zum äußersten zu verschärfen. Eine jede seiner Reden hat die gesamte Arbeiterschaft mit tiefstem Ingrimm erfüllt— gar nicht erst zu reden von seinen Taren! Diesen Mann und diese Methoden er- tsägt das Volk nicht mehr! * Das Kabinett Papen— das war ein deutschnationales Parteiregiment unter der Maske überparteilicher Stoatsfllhrung. Die Attacken, die Herr v. Papen in Münster und München gegen die Grundgedanken der Weimarer Verfassung geritten hat, waren Geist vom Geiste deutschnationaler Gegen- revolutionäre! Das kleine Häuflein, das sich um Hugenberg und um die ostelbischen Junker sammelt, ist der einzige Anhang, den das Kabinett der Barone inr Volke hatte Seine Pläne zur Verschlechterung des Wahlrechts, zur Entmachtung des Reichstags, die ganze Haltung vieles Kabinetts, das sich als der berufene Erneuerer der Verfassung des deutschen Volkes aufspielte— alles Faust- schlage ins Gesicht des freiheitliebenden Voltes! Junkergcist und Iunkerübermut ist unter der Diktatur des Kabinetts der Barone wieder lebendig geworden! Der kleine Haufe staatsstreichlüsterner Gegenrevolutionäre will auch heute noch Popen wiederhaben! Hugenberg und die Seinen schreien laut nach ihm' G i b uns Papen. gib uns unseren Papen wieder! Einer der ihren, der Pfarrer Traub, faßt ihre Wünsche in die dreisten Worte, daß Papcn künftig noch stärker auf die Hühneraugen des Volkes treten möge. W e i l- das ganze Volk Papen ablehnt, darum wollen sie ihn wiederhaben! Diese Kreise wollen pro- vozieren. Sie wollen die Erbitterung des Volkes bis zur Siedehitze steigern. Der Klassenkampf von oben ist bei ihnen zur gegenrevolutionären Raserei geworden Da eine Entscheidung über den neuen Die autoritäre Staatspoütfc weiter in Nöten Die Regierungskrise wird nicht vor Mitte der Woche gelöst werden. Wie sie schließlich ausgehen wird, ist zur Zeit noch ungewiß. Unter den in der bürgerlichen presse genannten Reichskanzler- kandidalen hat der eine so viel Aussicht.wie der andere. Am Sonnabend fand bei hindcnburg eine Besprechung über die politisch-parlamentarische tage »itatt, die eine Klärung der Situation nicht gebracht hat. Beteiligt waren außer hindenburg der gcschästssührende Reichskanzler, der Reiäiswehrminister von S ch l e i ch e r, der Slaats- ickretär des Reichspräsidenten und der Sohn des Reichspräsidenten. Oberst von hindenburg. Papen crslaltele zunächst Bericht über die tage. Er bat den Reichspräsidenten, ihn nicht wieder zu betrauen. Der Reichswehrminister v. Schleicher zeigte eine ausfallende Uebereinstimmung mit Herrn von Papen. Ob ans taktischen Gründen oder aus Uebcrzeugung, entzieht sich unserer Beurteilung. Das Ergebnis der einslündigen Aussprache war. daß vorerst eine o s s i z i e l l e Entscheidung des Reichspräsidenten über die Rachfolge des Herrn von Papen nicht gefällt wurde, sondern zunächst nochmals mit den Parteien Fühlung genommen werden soll. Der Reichswehrmini st er erklärte sich bereit, diese Fühlungnahme aufzunehmen und bis Mille der Woche abzuschließen. Zn der Umgebung des Reichspräsidenten Hot s'ch nach und nach auch die Auffassung durchgesetzt, daß aus die Dauer mit einer Auflösung des Reichstags nach der anderen„autoritäre" Slaatspolilik nichl zu treiben ist. Deshalb nochmals der Bcrfuch, nicht gegen den Reichstag. wie es Herr von Papen gewollt Hot und noch möchte, sondern möglichst mit dem Reichstag zu arbeiten. Dabei verfolgt man insbesondere das Ziel, die christlichen Gewerkschaften Berliner BeZirksparteitag Verstärkte Aktivität unter der Fahne der Sozialdemokratie! Der Bczirkspartellag der sozialdeinokralischcu Partei nahm gestern folgende Entschließung oin „Die anhaltende schwere Wirtschastskrisc und das Wicdcronsleigen der Arbeitslosigkeit bedrohen die deutsche Arbeiterklasse mit einer neuen Vermehrung des Moslenelends und der M a s s e n n o t. Unter der Herrschast des Kabinetts o. Papcn hat sich die Lage des deutschen Proletariats ungeheuer verschärft. Die Massenbetastung wurde gesteigert, die von der Sozialdeme- Icalie und den Gewerkschaften in jahrzehntelangem Kampfe errungenen sozialen Leistungen wurden abgebaut, das Tarifrechl mit völliger Zerschlagung bedroht. Den Unternehmern und Großgrundb"- sihcrn dagegen sind zu der gleichen Zeit Mil- liardcngeschenkc gemacht worden. Die Vorgänge bei der Regierungsbildung zeigen erneut die Unfähigkeit der Vertreter des k a p i t a l i st i f ch c n S y st e m s, der Krise mit ihren surchlbaren Folgen für das arbeitende Volk ein Ende zu machen. Besonders ist dabei die widerliche Komödie der Ralionalsozialisli- schen Partei enthüllt worden, die sie auch diesmal zugunsten des Großkopitals mit den votks- rcchten getrieben hat. Die Erneuerung einer Diktatur der Frei- bcrren. die soeben mit ihrer gesamten Politik kläglichen Schissbruch erlitten Hot. muß eine V c r- größer ungdcsMasscnelends zur Folge haben. Sie würde die Gefahr des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und des politischen Zerfalls des deutschen Volkes heraufbeschwören. In dieser Zeil des verschärften Klassenkampfes ivcih die Leitung der Kommunistischen Partei keinen anderen Ausweg, als von neuem ihre An- aus der stillen Einheitsfront der Gewerkschaften gegen das Papen-Syftcm und Regime abzusplittern, indem man vor allem dos Zentrum zur Tolerierung der neuen Präsidialregierung gewinnt. Das letztere dürste gelingen, soweit sich die neue„Präsidialregierung" verpflichtet, ver- sasfungsmähig zu regieren und jedes Experiment mit der versasfung zu unterlassen. Entscheidend für die Zukunst der neuen Prä- sidialregiernng wird der Verlaus der bevorstehenden Besprechungen mit den Parteiführern sein. Er ist ebenso entscheidend für die Zusammensetzung der neuen Präsidialregierung wie für ihre Lebensdauer. Hilgenberg und die Seinen haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß am Ende doch wieder Papcn aus der Versenkung auftauchen werde, und sie tun alles, um jeden anderen versuch zu stören. Hänger aufzufordern, den Hauptstoß gegen die Sozialdemokratie und gegen die freien Gewerk- ichasten zu richten. Tie«ozialdeurotratischc Partei er- blickt ihre wichtigste Rufgabe nicht in der-jerschkagung, sondern in der Zu- s a m in e n f a s s» n g der proletarischen Kräfte im Kampfe gegen die Reaktion, für eine sofortige Besserung des Loses der Opfer der Krise. Tic Zo.zialdcmotratie kämpft für die Beseiti- gnug des fluchwürdigen kapitalistischen Zpstcins und für die Reuordnung dcr wirtschaftlichen und politischen Verhält- nisse nach den Forderungen des«ozia- lismus, für die Wiederherstellung der sozialpolitischen Leistungen, für eine großzügige ArbeitSbeschaf- f u n g, für eine sofortige Winterhilfe an alle Unterstühungs- und Rentenempfänger. Die Ueberwindung dcr Gegenrevolution kann nur erfolgen durch den sozialistischen Kampfeswillen dcr Arbeiterklasse und ihren verstärkten Kamps für die demokratischen Rechte des Volkes. Die Zerschlagung der Demokratie, die Ausschaltung des Parlaments zwing! das Proletariat zu.ver- flärkter Aktivität aus allen Gebieten des politischen und wirtschaftlichen Kampfes. Rur unter dcr Föhne der Sozialdemokratie können diese Kämpfe zur Sammlung aller proletarischen Kräfte und zum Sieg dcr sozialistischen Bewegung führen." Ilrner stärkstem Andrang, auch auf den Gäste- tribünen, tagte gestern dcr a u ß e r o r d c n t- liche Bezirksparteitag der Berliner Sozialdemokratie. Dcr Bezirksvorsitzende Genosse.Künstler sagte in seinen einleitenden Worten: In den letzten Tagen hat die„Rote Fahne" wiederum versucht, gegen die Führer dcr Sozialdemokratie zu Hetzen. Am 23. November schrieb dieses Blatt: „Der Krach in dcr Berliner Sozialdemokratie hat einen derartigen Umfang angenommen, daß man sich schleunigst entschlossen hat, einen außerordentlichen Bezirksparteitog einzuberufen. Aber dieser Bczirkspartcitag ist ein Kuriosum. Er soll, wie wir aus zuverlässiger Quelle er- iahren, am kommenden Sonnabend zusammen- treten, einige kurze Stündchen tagen und sich dann nach Hause trollen." Wahr ist, daß dcr Borschlag, nach der Wahl »inen außerordentlichen Bezirksparteitag zu ver- ni ftalten, von mir schon vor unserm letzten Bezirksparteitag gemacht worden ist. Und weiter wird unser Parteitag auf morgen vertagt werden, wenn die Tagesordnung nicht aufgearbeitet wer- den kann. Wir treten dann morgen um 9 Uhr in einem andern Saale zusammen. Die Lügenmeldung dcr„Roten Fahne" verfolgt den durchsichtigen Zweck, die Delegierten zu beeinflussen. Jeder ehrliche Sozial- dcmokrat durchschaut dies Manöver und wird sich die Moskauer Richtlinien nicht zu eigen machen. In der Sozialdemokratie herrscht voll st e Meinungsfreiheit, mcht aber bei den Kommunisten. Hot dach Ernst Thälmann auf dem Bezirksparteitag der KPD. Berlin- Brandenburg selbst erklärt, daß„unsere Sitzung kein Befehlsempfang, keine fchematische Weiterleitung von Anweisungen, sondern kameradschaftliche Beratungen zu sein haben". Es müssen nette Zustände bei den Kommunisten herrschen, und die„Rote Fahne" ist wirklich nicht berufen, Reichskanzler noch nicht gefallen ist, setzen sie ihre Arbeit für ein zweites Kabinett Papen fort. Jeder neue Tag der Regie- rungskrife bedeutet für sie eine Gelegenheit zu neuen Intrigen, eine Gelegenheit, gegen- revolutionare Pläne weiter zu verfolgen. Im Chor rufen sie laut:„Staatsnotstand"— um so auf die Zerreißung der Verfassung, den offenkundigen Staatsstreich und das Chaos linzudrangen. Es ist ein verbrecherisches. frevelhaftes Spiel mit dem Feuer! 'k Das erste Kabinett Papcn hat einen Trümmerhaufen hinterlassen. Das Rcichs- defizit wächst beängstigend an. die Handels- politische Situation ist vollständig verfahren, die außenpolitischen Probleme werden immer ernster und drängender. In tollem Staats- streichjubel geht die deutschnationale Reaktion darüber hinweg Ihr genügt der Trümmer- Haufen nicht! Ganz Deutschland ein Trüm Merfeld— das ist ihre Perspektive! Ein z w ei t e s Kabinett Papen — wir sprechen es offen aus— würde von der großen Mehrheit des Volkes als schwer st e Provokation empfunden werden. Ein zweites Kabinett Papen würde angesehen werden als ein Versuch, die allgemeine Not auszumünzen zu einem Streich der Klasscnkö"'"�" r m oben gegen das Volk. Wir wollen Papen nicht mehr! Wir wollen kein zweites Kabinett Papen! Wir wollen keine zweite Auflage des Papen- Kurses— sei es auch unter anderer Firma— erleben! Wir wollen nicht, daß abermals unter der Maske überparteilicher Staatsführung eine deutschnationale Parteiregierung eine Politik der gegenrevolutionären Experimente bc- treibt! Wir fordern, daß Schluß gemocht wird mit dem Klassenkampf von oben! Wir verlangen, daß die Politik dcr Abenteuer und der Experimente gegen das Volk cinge- stellt wird! Nie wieder Papen! s?ch um die Demokratie in der Sozialdemokrat� zu bekiimmern> LreitscKeic>5 k�ekerat soöann nahm Genosse Rudolf Breit- scheid das Wort zu dem angekündigten Bor- trag über: „Die'Ausgaben der Sozialdemokratie nach der Reichstagswahl". Im Mittelpunkt der Diskussion steht die R e- gierungskrise. Sie wissen aus den Abend- blättern, daß die Entscheidung erst in einigen Tagen fällt. Wenn ich richtig informiert bin. hat Popen eine neue Betrauung abgelehnt. weil das Mißtrauen gegen ihn so groß sei, daß er die Verantwortung einer neuen Äonzlerschast nicht übernehmen zu können glaube. Das wäre eine Einsicht, die man diesem leichtherzigen. leiäitfertigen Herrenreiter nicht zugetraut hätte. Maßgebende Kreise sollen Bedenken gegen eine Regierung haben, die in so starkem Maße dem Willen von Volk und Reichstag widerspricht. Es wird ober aufs neue ein Präsidialkabinett kommen. Man muß auch heute noch damit rechnen, daß Adolf Hitler trotz allem Ge schehcnen Kanzler wird. Die Deutfchnationalcn wollen den Beweis erbringen, daß eine parla- inentarische Lösung nicht möglich ist. Das konnten sie nach dem 31. Juli nicht versuchen, weil sich aus Zentrum und Nationalsozialisten allein eine Mehrheit ergab. Nach dem 6. November können sie das Spiel riskieren, da sie zur Mehrheit unentbehrlich sind, sich aber versage». Na- mentlich beim Reichswehrministcr ist der Wunsch vorhanden, die Nationalsozialisten zu beteiligen: Die Streiks der letzten Monate und namentlich der Berliner Verkehrsftreik haben ihn stark beein- druckt. Daß die SA. mit de» Kommunisten zusammenging. lief dem Reichswehrministcr stark wider den Strich. Sind die Rationalsozialisten in der Regierung, so steht die SA. auf der anderen Seile der Barritade. Deshalb will man den Taben zu Hitler nicht abreißen lassen. Hlndenburgs Auftrag war zweideutig. Nach der Bersassung bestimmt nicht der Reichspräsident, sondern der Reichskanzler die Gesamt-, also auch die Wehr- und A ti ß e n p o l i t i k. Hitler sagte den Versuch zu und legte sich in seiner seltsamen Lage eine merkwürdige Maske an. Er spielte Verteidiger der demokratischen Verfazsung, mährend seine Partei, zusammen mit den Kom- munisten, die Demokratie so geschwächt haben. daß die Reaktion sich über sie hinweggesetzt hat. In Wahrheit versuchte Hitler dann gor nicht, die Mehrheit zu bilden. Ans Zentrum ging er nicht heran, wie ja überhaupt das Zentrum sich in der nicht beneidenswerten Lage der vergessenen Regenschirme befindet.(Heiterkeit.) Ich kann sogen, daß einige Zsntrumsleute an uns herangetreten sind mit der Mahnung, unsere große Stunde sei gekommen, ein Kabinett aus Nationalsozialisten und Zentrum zu tolerieren.(Protestrufe.) Beruhigen Sie sich, hier- von kann auch nicht im entfernte st en bei uns die Rede sein. Kein Sozialdemokrat denkt daran.(Lebhafter Beifall.) Werden aber auch die legten Bemühungen, Hitler an die Macht zu bringen, mißlingen, dann wird sich bei den Ratio- nalsozialisten die Rückwärtsbewegung vom 6. No vember steigern. Die Nationalsozialisten sind auf Erfolg und Macht angewiesen, sonst ist die Flucht der Anhänger unaufhaltsam, mag sie schneller oder langsamer erfolgen. Wir sehen aufs neue bestätigt, wie gefährlich es ist, eine Politik nur aus Demagogie und Aeuherlichkeiten auszubauen. Unsere Genugtuung über Hitlers Mißerfolg wird dadurch stark gedämpft, daß der Reichstag nicht arbeitsfähig ist. Er hat eine negative. aber keine positive Mehrheit. Unser Verlust uom 6. November, der den Kommunisten zugute kam, wird nicht dadurch beiseite geschoben, daß es„noch schlimmer kommen konnte". Das ist kein Trost, vielmehr ist unser Verlust schlimm ge- nug.(Lebhaste Zustimmung.) Wir müssen den Ernst der Situation erkennen, unsere Hauptauf- gäbe ist, den Kommunisten das gewonnene Terrain wieder abzuringen. Es genügt nicht, heuchle- rische Einheilsmanöver der Kon>- M u n i st e n abzulehnen und die Verbrechen der Kommunisten aufzuzeigen. Not tut eine zielklare sozialistische Politik unserer eigenen Partei. Gewiß mögen in der Organisation Mißstände uorhanden und von den Führern Fehler begangen worden sein. Das ist aber nicht der hauptfäch- liche Grund für den Stimmenrückgang. Im Vordergrund steht die Wirtschaftskrise. Dct Notleidende folgt dem, der vieles und alles oerspricht. Auch der 20. Juli hat zu unserem Rückgang beigetragen. Aber es gibt wohl nie- inand in diesem Saale, der noch glaubt, daß wir am 20. Juli hätten Gewalt gegen Gewalt setzen sollen.(Zustimmung und Widerspruch.) Freilich hätte ich gewünscht, daß die Regierung Braun, deren juristische Gründe ausgezeichnet find, nach außen hin energische Worte gefunden und nicht immer nur das Staatsmännische in den Vordergrund gestellt hätte. Weiter sagt man. unsere Koalitons- und Tolerierungspolitik sei schuld. Ich halte die Tolerierungspoli- l i k nach wie vor für richtig und n o t w e n- d i g, weil sie die Faschisten von der Macht fern- hielt.(Beifall und Widerspruch.) Man nennt weiter den V c r k e h r s st r e i k, der politischer Natur war und bewußt von Nationalsozialisten und Kommunisten herbeigeführt wurde. Noch meiner Meinung war die Haltung der Gewerk- Vor dem Bullerjahn-Arteil Oer Reichsanwalt beantragt wieder Zuchthaus Leipzig. 26. November. 3n dem Wiedcrausnahmeoersahren gegen den Obcrverwalter Walker Bullerjahn bcantragke Reichsanwalt Dr. Nagel nach vierstündigem Plädoyer, das sruhere Urteil des Reichsgerichts mit der Maßgabe aufrechtzuerhalten. daß der Angeklagte wegen Landesverrats zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt wird, wobei die b'sher verbüßte Strafe anzv rechnen ist. Die Ei-xelzriisse der Beweisaufnahme Eine objektive Berichterstattung über den Ber- laus des mehr als drei Wochen dauernden Pro zesses Bullerjohn fft oerpslichtet. bei Schluß der Beweisaufnahme nunmehr objektiv zusammenzu fassen, welche belasten den und welche e n t lastenden Bestellungen zur Frage der Schuld oder Unschuld Bullcrjohns vorliegen. Man ver- gegenwärtige sich hierbei, daß fünf große Gruppen von Indizien zur Verurteilung Bullerjahns führ ten. 1. Bulleriahn allein hatie das zentrale Wissen über die Wosfenlager, das ihm den Verrat ermöglichte. 2. Bullerjahn hat gegenüber verschiedenen Kollegen Drohungen gegen die Leitung der Berlin-Karlsruher Industriewerkc ausgestoßen. Z. Bullerjahn war am 25. Dezember 1024 und 7. Januar 102-0 in der N ä h e des H o r st w e g s, wo der französische Leutnant Jost von der Interalliierten Militär-Kontrollkom- mission wohnte. 4. Bullerjahn benahm s i ck anläßlich der Durchsuchungen im Werk a u f fällig, ö. Ein unbekannter Zeuge bekundet, er habe gehört, Bullerjahn sei bei den Engländern gewesen, um dort verraten zu wollen. und sei an Leutnant Jost verwiesen worden. Aus der nachfolgenden Gegenüberstellung ist ei sichtlich, was vondiefsn Indizien übrig geblieben ist und welche neuen Tatsachen bc kanntge, worden sind, die für die Unschuld Buller jahns sprechen. Dabei muß berücksichtigt werden daß alle in geheimer Verhandlung erörterten Tat lachen hier nicht verzeichnet werden können. l. Das zentrale Wissen: Durch die Zeugen Pein, Linnhoff, Gallus ist festgestellt, daß von den Waffenlagern ein großer Person enkreie gewußt hat und daß sogar Verrat durä: andere Personen an die Interalliiert-' Militär-Kontrollkommiision vorgekommen ist. Der Agent Bientz sagt zu Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn, er habe bereits 1922 von dem Vorhanden sein dieser Waifenlagcr gewußt und sie gemeldet. 2. Die Drohungen. Die Zeugen Kliem, Fstcher Pagenstecher haben bekundet, daß sie bei den von Bullerjahn ausgesprochenen Drohungen nie ernstlich geglaubt haben, Bullerjahn wolle einen Ver- rat begehen. Ei« haben das für Fabrik- tratsch gehalten. Bullerjahn iej damal: sehr ausgeregt gewesen, weil er wegen einer Schrottschiebung zu Unrecht verdächtigt wurde Der Zeuge Fischer bekundet, Bullerjahn Hobe mit der Ausdeckung von Z o ll s ch i e b u n ge n ge droht. 3. Der Horslweg. Das Ehepaar Langner hat ausgesagt, es habe Bullerjahn am 25, Dezember 1924 am Sophie-Charlotte-Platz getroffen. Sie hatten den Eindruck, daß Bullerjahn aus d e m H o r st w e g k ä m c. Cr habe auch gesagt: Ich komme aus dem Horstweg. Dagegen entlastend: Für den 7. Januar. 1925 gibt der Zeuge Spallek eine seinen früheren Aussagen widersprechende Schilderung. Der Vorsitzende sagt:„Herr Zeug«, Sie lassen uns im Stich" Bullerjahns Einlassung, die von dem Zeugen Oskar Cohn bestätigt wird, ist, e r h a b e d i e 'Absicht gehabt, zu Leutnant Jost zu gehen, um von ihm eine Ehren e r k l ä r u n g zu fordern. Dr. Cohn be- kündet, daß Leutnant Jost ihm gesagt Hab«: Wenn er nach Deutschland kommt, könne er Buller- jahn sehr nützen. 4. Das auffällige Benehmen: Der Zeuge Pagenstocher bekundet, Bullerjahn habe, als man ihn auf die Probe stellen wollte und ihn am 6. Januar aus Anlaß der Anwesenheil der Interalliierten Militär-Kontrollkommission im Werke rufen ließ, scharf nach rechts gesehen. Oberstleutnant Dührinq bekundet, Leutnant Jost habe Bullerjohn scharf angesehen. Dagegen entlastend: Oberstleutnant Dühring sagt aus: „Wenn Bullcrjahn scharf nach rechts gesehen hätte, wäre mir das ausgefallen. Als er in das Lager kam, konnte er ja gor nicht die Kommission sehen." 5. Die Unbekanntenaussage. Der Zeuge Paul von Gontard muß als Zeuge ausfallen: s) Er kann aus eigener Wissenschaft nichts bekunden. b) Seine jetzige Aussage weicht von der frühere» wesenllich ab. c) Der Zeuge weiß nicht, wer ihm diese Dinge erzählt hat und w o sie ihm erzählt worden sind.- berate, mehrfach in einer Koalition oer- einigt gewesen, doch immer nur, wenn es galt, ein die Interessen des gesamten Volkes berühren- des Problem zu lösen. Das letzte Erpcriment dieser Art liegt nahezu fünf Jahre zurück. Seit- deni regiert eine bürgerliche stoalilion van Katholiken und Liberalen, zu denen die Arbeiterpartei in scharfer Opposition steht. Diese Koalition hat wiederholt innere K r i- s c n durchgemacht, die aus verschiedenen Gründen herrühren. Einmal stehen die Liberalen, obwohl sie zum großen Teil diesen Namen gar nicht mehr verdienen und vielfach iiationalistisch-fafchi- stischc Tendenzen aufweisen,»i kulturellen Fragen in schroffen wcltanschaulichcin Gegensatz zu den Klerikalen. Aber außerdem setzen sich die Kleri- kalcn aus zwei Gruppen zusammen, die nur äußerlich durch konfessionelle Bande zusammen- gehalten werden. Doch inuncr wieder gerät der bürgerlich-kapitalistische Flügel der Katholiken in Konflikt mit dem Arbeiterflügel, der sogenannten ch r i st l i ch- s o z i a l c n Gruppe, besonders dann, wenn Entsäieidungen zur Debatte stehen, die die Lcbensintercssen der'Arbeiterschaft berühren. Wiederholt standen die christlichen Gewerkschaften in einer Front mit den sozialistischen Gewerk- schaften gegen Regierungspläne und erzwangen innerhalb der Regierungskoalition eine Kurs- änderung, manchmal sogar einen Ministerwechsel. Kompliziert wird die parlamentarische Lage in Belgien auch durch die Flamcn-Fragc, die immer wieder bei kleinen und großen Anlässen jeder der drei großen Parteien schwere innere Sorgen bereitet. Taucht einmal wieder ein Sprachenkonflikt auf oder sonst eine Frage, die den Gegensatz zwischen Flamen und Wallonen berührt, dann geht der Riß durch alle Parteien, am schlimmsten bei den Katholiken. Die Liberalen empfinden diese Zchmicrigkeit vielleicht insofern weniger, als sie in der Hauptsache eine wallonische, kulturell und politisch stark nach Frankreich tendierende Partei sind. Die Sozialisten haben, dank ihrer inneren Geschlossenheit und.Kameradschaftlichkeit, vor allem aber weil der Klassencharakter ihrer Bewegung alle sonstigen Probleme zurückdrängt, am wenigsten unter diesem Hader zu leiden, und es ist ihnen in den letzten Jahren sogar gelungen. eine einheitliche Linie mich bei den schwierigste» Konflikten zwischen Flamen und Wallonen fest zulegen, aber ganz verstummt auch in ihren Reihen der Sprachcnkampf nicht. Indessen steht bei dieser Wahl die Flamen- frage nicht zur Debatte. Das ist für alle Par- tcien eine Erleichterung und das ermöglicht auch einen verhältnismäßig klaren Wahlkampf. Es geht vielmehr in erster Linie um die Verteilung der Lasten aus der Wirtschafts- krise. Mag auch Belgien hinsichtlich der Arbeitslosigkeit weit besser daran sein als z. B. Deutschland und England, es macht in zunehmendem Maße alle wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Folgen der Weltkrise durch. Die Regierung R e n k i n mußte vor einigen Wochen zurücktreten, nachdem sie sich als unfähig erwies, die Einigkeit ini bürgerlichen Lager über die Deckung des Defizits in Höhe von 2 Mlliardcn belgischer Franken, gleich 250 Viillioncn?Nark, herzustellen. Das neue Bürgcrblockkabinett unter Führung von de B r o q» e v i l l c ist mit dem Auftrage gebildet worden, eine Klärung durch vorzeitige Parlamentsauslösung und Neuwahlen herbeizuführen. Der Kampf ist nun um die Finanzprobleme mit einer Schärfe entbrannt, wie sie das kleine Land schon lange nicht erlebt hat. Die Krise hat die Gegensätze im Volke verschärft und die Massen auf beiden Seiten radikolisiert. Freilich haben die K o m vi u n i st e n, wie bei den jüngsten Kammerwahlen übcrrascheiidorwcifc zutage trat, nur unwesentlich in den letzten Jahren zugcnom- wen, obwohl man allgemein als Folge der provokatorischen Maßnahmen der Regierung aus Anlaß des großen Bergarbcitcrstreiks im vergangenen Sommer einen großen Aufschwung ihrer Bewc- gung erwartete. Das Bürgertum hat sich stark s a s ch i s i c r t. Das kommt am ehesten in der Gemeinheit der bürgerlichen lwahlpropaganda zum Ausdruck, die mit den häßlichsten, verlogen- sten Plakaten und Flugblättern die Sozialisten beschuldigen, die belgische Währung zerstören zu wollen. Unsere Genossen sind ihnen die Antwort nicht schuldig geblieben und haben an die zahl- reichen Finanzskandale und Bankenzusammcn- bräche erinnert, bei denen die kleinen Sparer Milliarden verloren haben und durch die die Wirtschaftskrise noch wesentlich verschärft wurde. In den letzten Tagen des Wahlkampfes ist aber die nationalistische Parole immer stär- ker in den Vordergrund getreten. Hier spielt, ähnlich wie vor acht Monaten in Frankreich, die deutsche Gefahr eine große Rolle. Der sozialistische Kamps siir die Abrüstung wird mit dem Hinweis auf das Deutschland von Schleicher und Hitler beantwortet, wobei die Liberalen und neuerdings auch der rechte Flügel der Katholiken vor keiner noch so plumpen Uebertrcibung zurückschrecken. Aber gerade diese Gehässigkeit ihcer Gegner hat die Aktivität und den Schwung der Belgischen Arbeiterpartei verdoppelt, die mit um so stärkerer Siegeszuversicht dem heutigen Wahlresultat ent- gegensicht, als sie das erst vor wenigen Wochen wichiige vorpostengefccht der Gemcindewahlen glänzend bestanden hat. Obwohl wesentliche Mandatsverschicbun- gen durch das Wahlsystem sehr erschwert werden, haben die Sozialisten gute Aussicht, zumindest ün Abgcordnetchaus die stärkste Partei zu werden. Aber selbst beim glänzendsten Ergebnis ist es nicht anzunehmen, daß es ihnen gelingen mag, die absolute Mehrheit zu erobern. Die bisdcrige Stärke der Parteien Die beiden Häuser des letzte» Parlaments setzten sich wie fotgt zusammen: Kammer: Senat: Katholiken..... 76 70 Liberale...... 28 23 Sozialisten..... 70 55 Flämische Frontpartei.12 2 Kommunistcu... 1— Alle Parteigenossinnen und Parteigenossen, die vor und während des Sozialistengesetzes für die Partei tätig waren, werden mit ihren Familienangehörigen zu einem gemütlichen Beisammensein xtuuafaucL, 3. D&zmh&cc, 19 UUt, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24'25, freundlichst eingeladen. Musik/ Berliner U I k- T r i o. I.A.: Wilhelm Gründet. Gewerkschaftliches siehe 2. Pcilage Hierzu 4 Beilagen gustcllung ins Haus) Lieferung wegen jedes weitere . � wochentäglich ................................_____ �......„....... �.......____.______________,.....|_____|___________________________________________________ Feuilleton: Herbert Lcpcec; Lokales und Sonstiges: Frijj Karstadt: Anzeigen: Otto Hengst; sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorwärts-Berlag G. nt. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul-Singer ü. Co.. Berlin SW. 68. Lindenstr. 8. HI ockt- K o m«i tocblg Botht... I anw & , Damen-Pullover 1 re/ne Wolle, gestrickt, fesch eStreifen-, Stellung, hoher E5O 1 Patentrand... njtmamm; WM"" T 0«»X/ od. Abenddecke Kunstseide, moderne Pastellfarben, �_ gold.rosa�ell- T/ 5 b\ov,]Z0l]60cni%9Wmm BEISPIELE AUS DEN 60 SPEZIAL- ABTEILUNGEN STOFFE DAMEN-WÄSCHE WIRKWAREN 130 cm breit, reinwoll. Boucle- Afghalaine vorzüglicno Qualität, für» Ä das praktisch© Winter-> 90 kleid.............. Meter I � 130 cm breit, reinwoll. 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Allerdings sind die Talen der Martha Boddin auch von einer beispiellosen Ruchlosigkeit gewesen. Diese Frau oer sichert ihr Kind mit 400 0 M. gegen Todesfall. Sie wartet noch ein Vierteljahr, glaubt, diese Zeit genüge, um Gras über einen Versicherungsabschluß wachsen zu lassen. Am breitag, den 11. A ooeniher, ruft sie die kleine sechsjährige Rosemarie vom Spiel nach oben, zieht sie an, geht mit ihr die Brunnenstraße hinunter zum Bahnhof Gesundbrunnen. Mutter und Kind setzen sich in den Vollring, steigen in Stralau um und auf der Station Tiergarten aus. Hier braust unter den Bahnschienen das(fasser des vorher gestauten Landwehrkanals und in diesem eiskalten Ji asser soll die kleine Rosemarie sterben. Passanten hindern die Rabenmutter an der Beendung des Verbrechens. Nun beginnt aber jene grausige Irrfahrt mit der meinenden, frierenden, von IV asser triefenden Rosemarie durch Berlin: in Tempelhof nochmals ein Mordoersuch, am Teltowkanal ein dritter, schließlich geht es durch den Tiergarten und über Moabit nach Hause. Aber nicht für Rosemarie. Etwa zwei Stunden nach Mitternacht— so spät ist es inzwischen geworden— geschieht das Unglaubliche. Als sie auf der Grenzstraßenbrücke stehen, faßt die Muller das Kind, hebt es etwa zwei Meter in die Höhe und wirft es in die dunkle Tiefe. Nach oollhrachler Tal geht diese Mutler nach Hause und erstattet scheinheilig bei der Polizei die Vermißtenanzeige für die kleine Rosemarie. Auflauf an der Brücke Jetzt fährt kein Fuhrwerk mehr über die Grenz- stratzenbrücke, ohne daß der Kutscher absteigt und sich irgendeinen Spalt sucht, von dem aus er auf die Eisenbahngleise starrt, wo das bedauernswerte Kind gelegen hat. Jeder Radfahrer steigt vom Rade, stellt das Rad beiseite und sucht sich eben- solls einen Spalt, Selbst die Wedding-Boys, jene fahrenden Musikanten, bleiben stehen, gehen neben- an auf den Hos. aber sie spielen nicht, sondern starren wie olle anderen unverwandt auf die kalten Gleise der Eisenbahn, Da den Fremden die Tatumstände nicht so geläufig sind, stehen ein paar Männer aus der Gegend dabei und geben sachverständige Erläuterungen: über die Absturzstelle, über die Eisenbahnfahrpläne, über den Ein- bruch in die Schule, über jene Tür, die bei dem Kind lag und die die Kriminalpolizei anfangs auf eine ganz falsche Fährte führte. Dann ist das Reden an den versammelten Frauen, Aber das ist kein Reden mehr, son- dern da wurden Fäuste geschwungen. Verwünschungen ausgestoßen, Folterqualen erdacht, es ist kaum zu beschreiben, Seltsam, wie die Frauen plötzlich zu Burbaren werden. Aber vorher waren sie vielleicht— es gibt keinen anderen Ausdruck— zu feige, um zu der nächsten Amtsstelle zu gehen und Anzeige zu erstatten, daß da und dorten ein Kind gottsjämmerlich mißhandelt wird. An und für sich können solche Untaten in jedem szause vorkommen, Aber wem wollen die Frauen einreden, daß sie Monate hindurch von diesen oder jenen Mißhand- lungen nichts gehört haben. Sie hören doch sonst, wenn das Nachbarkind schreit und schimpfen dann:„Das alte Jör plärrt ia schon wieder!" Sie können ja so behende zum Guckloch der Korri- dorlü-r schleichen, um zu sehen, wer bei der alten Müllern ein- und ausgeht, so gut wie nichts bleibt doch den Frauen im Hause verborgen, kein Schwatz und kein Klatsch, aber wenn Weihnochls- abend ein wimmerndes Kind in den kalten. düsteren Kohlenkcller geschafft wird, wo es zum Steinerweichen schreit, dann hört das niemand, dann haben alle Watte in den Ohren, dann sehen sich ob der Schreie nur alle an und denken sich ihr Teil, Kläger und Richter Denn gerade aus dem Gebiete der Kindermiß- Handlungen gilt mehr als anderswo das Wort: Wo kein Kläger, auch kein Richter, Woher soll denn auch das Jugendamt Wedding wissen, daß im Hause Lortzingstraße lZ die kleine Rosemarie Boddin schändlich mißhandelt wird? Die Jugend- ämter haben nun einnial keine Spürhunde unter- wegs, die an den Korridortüren horchen, ob ein Kind schreit. Wenn überhaupt ein Verfahren wegen Kindesmihhandlung in Gang gebracht wer- den soll, dann ist beim Leugnen des Täters immer ein Zeuge nötig. Nun müssen sich die Juristen zunächst darüber einig werden: was ist kindesmihhandlung. liegt eine einmalige Züchti- gung oder eine fortlansende Mißhandlung vor, Ist das vorübergehende Einsperren eines Kindes m einen Keller schon eine Mißhandlung? Nicht immer liegen die Dinge so klar wie im Fall Boddin, wo die Anklage zweifellos auf versuchten Mord lauten wird. Und nicht bei jeder Miß- Handlung werden wehrlose Kinder von Eisenbahn- brücken vor die fahrenden Züge geworfen, lieber- Haupt kommen ja nur die wenigsten Fälle vor den Strasrichter. Wenn das Jugendamt eingreift, wird es sich erst mal die Eltern vorladen. Hier haben die Eltern Rede und Antwort zu stehen und das Beichs-Zugend-wohlfahrtsgeseh ermächtigt diese Behörden zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen zum Schuh der Kinder. So kann das Jugendamt anordnen, daß als vorbeugende Maß- nähme die Kinder tagsüber in Kinderhorten fdas sind die schulpflichtigen) oder in Kindergärtenl) Pflegetage im eigenen Kinderhort in der Danziger Straße, dazu Ist 913 Pflegetage im August-Bebcl-Heim, Diese Tuusenderzahlen er- geben sich bereits auf diesem Teilgebiet unserer Arbeiterwohlfahrt. Die Reform Berlins beschlossen Oer Vorschlag des Magistrats: Neun Bezirke und Einkörpersystem Die schwierigen Arbeiten zur Schaffung der kommunalresorm in Berlin sind durch die gestrigen endgültigen Beschlüsse des R7 a g i ft r a t s zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Der Mogistrat beschloß, den alten Entwurf mit einigen Abänderungen der. Aussichlsbel,örden als Vorschläge der Stadt zu einer durchgreifenden Verwollungsresorm der Aussichtsbehörde zu unterbreiten. Bei der Bezirkseinteilung wurde gegenüber der alten Vorlage beschlossen, die Bezirke T e m p e I y o f und Schöneberg zu einem Bezirk und Wilmersdorf, Fehle ndorf und Steglitz zu einem besonderen„Grunewaldbezirk" zu vereinigen. Der jetzige Bezirk T r e p- t o w wird ungeteilt mit Köpenick verbunden. Zn den Bezirken wird das E i n k ö r p e r s q st e m in der Verwaltung eingeführt. Die Brzirksversamm- lungen verschwinden also in ihrer heutigen Gestalt. Es gibt nach der Verwirklichung des Planes nur noch das Bezirksamt als verwaltungskörper- fchaft, dem die gewählten Bezirksverordneten mit angehören— der Magiftratsbefchluß wird der Aufsichtsbehörde in de» nächsten Tagen offiziell als Vorschlag für die Reform unterbreitet, es gilt allgemein als sicher, daß der Magistratsplan in seinen großen Zügen Geseheskrast erholten wird. Die Reform soll am 1. April IgZZ verwirklicht werden. * In einer kommunalen Pressekonserenz gaben der Oberbürgermeister Dr, Sah m und die beiden Schöpser des Entwurfes, Bürgermeister Lange und Stadtrat Dr, Heuer, Erläuterun- gen zu den Magistratsbeschlüssen, Dr, Sahm wies darauf hin, daß alle maßgeblichen kommunalen Kiörperschaften in neuerer Zeit sich für das Ein- körpersystem einsetzen, so auch der Deutsche Städtetag, Bürgermeister Lange sprach zu der Neu- ordnung bei der Verwaltung in den Bezirks- ämtern. Die Ernennung der Beamten wird allein durch das Bezirksamt erfolgen. Die Stellung der Stadträte im Bezirksamt ist verstärkt worden, Sie haben bei allen Beschlüssen des Bezirksamtes beratende Stimme, Oie neuen Bezirke Den Standpunkt, daß im Interesse der Riesen- Verwaltung Berlins eine Verringerung der Be- zirke einzutreten habe, begründete nach einmal Stadtrat Heuer, Der Magistrat hat an dem Plan, nur noch neun Bezirke in Berlin be- stehen zu lassen, festgehalten. Um den großen „C i t y b e z i r k", der aus den bisherigen Be- zirken Mitte, Kreuzberg und Tiergarten gebildet wird, gruppieren sich fächer- förmig die übrigen acht Bezirke, Ihre Einteilung ist so erfolgt, daß jener einzelne noch einen Teil des Stadtkernes umfaßt und gleichzeitig in die bisherigen Außenbezirke hineingreift. Im Nord- weften schließt sich an den großen neuen Innen bezirk zusammengefaßt W e d d i n g und R e i- n i ck e n d o r f an. Der Bezirk Prenzlauer Berg mit Pankow und dem alten Ortsteil W e i ß e n j e e bildet den nächsten Bezirk, Nach Osten kommt, zu einem neuen Bezirk vereinigt, Friedrichshain und Lichtenberg mit Hohenschönhausen, Im Südosten ist die Zusam- menlegung von Köpenick und Treptow vor- gesehen, Neukölln schließt sich als selbstän- diger Bezirk an. Bei dieser Anordnung ist man von dem alten Mogistratsplan nicht abgewichen. Zu einer A e n d e r u» g des Planes unter Be- rücksichligung des Verkehrsverhältnisses und der in. der Oeffentlichkeit erhobenen Kritik hat man sich im Südwesten entschlossen. Jetzt soll S ch ö» e- b e r g und T e m p e l h o s einen neuen Bezirk bilde» und Wilmersdorf, Zehlendorf und Steglitz zum Grunewaldbezirk zusamnien- geschlossen werden Weiter nach Westen kommt dann der letzte Bezirk, der die Vereinigung von Charlottenburg und Spandau darstellt, I? I'N Überlaken Handtücher Couch- Bettstelle r, PPA'KLAPiP' grau..... 46 Pf. weiß..... 65 Pf. dauniger Rupf 3.20 gerissene Federn 1.70 daunenreiche Ober-_ r%f> bettfüllung... OtäU Stend Betten II50 einschlafig. graurot Inlett, mit grauer Füllung. 1 Oberbett, 1 Unterbett. 1 Kissen. zusammen Fertiges Oberbett blau-gold Köper-Inlett, Indanthren und federdicht, mit welchen chines. Enten-'J£"50 federn. 130■ 200.._ Linon, m. handgezog. Hohl-�75 saum u. 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Gänse, Hühner, Enten, Zlepfel, Birnen und wer weiß was sonst alles verschicken. Dazu kommen dann noch von der Wasserkante die Fisch- vcrsandgeschäfte und die Kolonialwarenhändler (hauptsächlich Kaffee) aus den Hansestädten, jeden- falls sind täglich in Deutschland genügend Lebens- mittel unterwegs. Nun ist es aber heute nicht so einfach, mit oft genug völlig unbekannten Kunden BersandgesckMe zu betreiben. Meist sichern sich die Absender in der Form, daß sie die Ware per Nachnahme schicken. Was wird aber mit der Butter, wenn der Empfänger das Paket plötzlich nicht einlöst? Erst mal ist die Butter bereits einige Tage unterwegs, der Empfänger könnte jetzt die sieben Tage Lagerfrist verlangen und wenn Reichsbanner verurteilt ,, absolut glaubwürdig!" Die Strafkammer beim Landgericht III verurteilte wegen des am Z8. Juli d. 3. in Nauen von den Nationalsozialisten provozierten Zusammenstoßes mit den Reichsbannerleulen— den Reichsbanermänn Besch zu I Zahr 6 M o- naten Gefängnis, die Reichsbannerleute N e u m a n n und Borchardt zu ö bzw. 4 Monaten Gefängnis, den Kommunisten Klopp zu 9 Monaten Gefängnis. Dem Angeklagten Borchardt wurde Bewährungsfrist in Aussicht gestellt. Das Gericht hat, wie die Urteilsbegründung be- sagte, keinen Anlaß gesehen, an den Aussagen der Nationalsozialisten zu zweifelni es hat insbefon- dere den berüchtigten Zeugen aus dem Boernicke- Prozeß, dem SA.-Mann Müller, CS|Ia«ben geschenkt, daß die Reichsbannerleute den Zusammen- stoß in Nauen verursacht hätten. Die Urteilsbe- gründung hat die Aussagen der unpar- tciischen Zeugen, die das direkte Gegen- teil bekundeten, mit einer leichten Handbewegung beiseite geschoben, indem es von ihnen annahm, sie hätten den Beginn des Zusammenstoßes nicht mit angesehen. Die SA-Zeugen haben wieder mal einen Sieg davongetragen und sich auf diese Weise für die Niederlage, die sie bei dem von ihnen provozierten Zusammenstoß erlitten haben, in ihrer Weise gerächt. Das Gericht ist allerdings wesentlich hinter den Strafanträgen des Staats- anwalts zurückgeblieben. Milde! Milde! .Aber nur für Mörder vom Nazistamm Das Landgericht I verurteilte gestern in der zweiten Verhandlung gegen die Mörder aus der hufelandslrahe, den SA.-Mann Becker, der in der Silvesternacht 1931 den Reichsbannerman» Willi Schneider in der Wohnung seiner Eltern erschossen hat, zu fünf er dann auch noch nicht die Butter einlöst, dann müßte sie den weiten Weg zurückgehen und die Molkerei könnte sie sich schließlich an den Hut stecken. Denn soviel leuchtet ja imnierhin ein: besser ist die Butter von ihrer zweiwöchigen Reise durch halb Deutschland nicht geworden. Deshalb machen diese Lebensmittelversender auf die Paket- karte meist gleich einen Vermerk:„Falls Annahme verweigert, sofort zur Versteigerung!" Daher also die Gänse und die Hasen, die man bei der Deut- schen Reichspost ersteigern kann. Nun hat diese ganze Versteigerungs- > z e n e r i e in jenem altersschwachen Saal des Paketpostamts etwas Gemütliches. Sonst haben Auktionen immer etwas Peinliches: da stehen diese ungeschlachten Männer, die für wenige Groschen schockweise zerbrochene Existenzen auf- kaufen, um sie weiter zu verschachern; hier aber, in der Oranienburger Straße, wünscht ja der Besitzer selbst die Versteigerung. Und eben kommt ein alter Mann mit einem Korb Mohr- rüben aus dem Saal.„Was haben Sie dafür gegeben, Herr Nachbar?"—„Einen Sechser!" Billiger kann man wahrhastig einen Korb Mohr- rüben nicht bekommen. Eine Frau hat einen Hasen beim Schöpse. Ein feister Bursche, um den sich ein erbitterter Kampf entspann, bald gab der und baid jener einen Groschen zu, bis der Preis glücklich be, 3,80 M. angelangt war. Das Gefecht war etwas zu hitzig gewesen, jeder wpllte den Hasen gern haben. Gänse sind für etwa 3ahren Zuchthaus, den SA.-Mann P o- r a t h wegen Begünstigung zu fünf bahren Gefängnis, und sprach den SA.-Mann h a u s ch k e von der Anklage des Totschlags an Gras frei. Der Staatsanwalt hatte entsprechend dem ersten Urteil gegen Becker und hauschke je 7 bahre Zuchthaus beantragt. Das Urteil wird in der Oeffentlichkeit kein Verständnis finden. Die neue Verhandlung 3m Gewerkschastshaus, Engeluser, haben Sozialdemokraten aus dem sächsischen Erzgebirge eine reichhaltige bunte Schau allerliebster holz- s p i e l s a ch e n veranstaltet. Da ist die Menagerie der winzig kleinen, bunt- lackierten Haustierchen, die auf ftecknadeldünnen Beinchen marschieren, uns aus staubkörnchen- großen Augen anblicken, und deren ganzes Körper- maß nach wenigen Zentimetern rechnet. So putzig sie anzusehen sind, so tieftraurig ist ihr Werde- gang. Eine 60 Kops starke Liliputherde bringt dem Arbeiter ganze 60 Pf., die er etwa nicht als Verdiecht rechnen kann. Bon diesem Geld muß er nämlich das ganze A r b e i t s m a t e r i a l liefern, Farbe, Lack und Leim, davos muß er den Dreherlohn bezahlen— die Tiere werden mit dem sogenannten Reifendreher hergestellt— und der Nettoverdienst beträgt dann summa summarum einen einzigen Groschen für das Schock. Da sitzt die 76jährige Großmutter und neben ihr der 6jährige Enkel, die tupfen von morgens bis abends und noch bis spät in die Nacht hinein mit dem„Fleckl", das ist ein Holz- stückchen, in den Farbtopf und setzen schwarze Pünktchen als Augen, rote als Mund. Da gibt es dann noch den slowakischen Händler, der sein ganzes Hab und Gut, den Holzklotz und die Blech- schüssel, über dem Arm trägt. In seinen Ein- ö Mark zu haben, wobei Festpreise nalur- gemäß schwer zu sagen sind: ist nur eine Frau da, die für eine Gans ein Gebot abgibt, bleibt der Preis niedrig, sind jedoch zehn Frauen da, die alle die eine Gans haben wollen, kann sich der Gänsemäster im Oder, oder Netzebruch freuen, wenn er den Versteigerungserlös bekommt. Neben Lebensmitteln wird allabendlich noch sonstiges Strandgut der Reichspost versteigert. „Drei Meter zwanzig Anzugstoff, Gebot bitte!" luft der Postbeamte, der hinter dem riesigen blech- beschlagenen Ladentisch steht, und:„Fünf Mark!" echot es aus dem Raum zurück. Inzwischen kann jeder den Stoff anfassen, er ist nicht gut, er ist nicht schlecht, und es dauert gar nicht lange, da hört man:„Elf Mark zum ersten, zum zweiten, zum... dritten!" Bums, macht der Mann mit dem Holzhammer und weg ist der Stoff für ll Mark.„Unter Vorbehall", fügt allerdings der Beaiiüe hinzu; er will erst noch einmal bei dem Absender anfragen, denn 1 Mark für 3,20 Meter Anzugstoff sind ein wenig niedrig. Dann komnien Radioartikel. Strickwolle, Schreibpapier und son- stiger Kleinkram an die Reihe. Selten nur wer- den Marksummen genannt, meist bescheidene Pfennig«— für 65 Pfennig beispielsweise geht die Wolle weg— und schließlich haut der Hammer zum letztenmal auf den Tisch, der Beamte sagt: „Schluß der Vorstellung!" und die eben noch kauf- lustigen Männlein und Weiblein trollen sich wieder in den naßkalten Novemberabend. hat gegen den Angeklagten Hauschke keine neuen Entlastungsmomente gebracht. Die Gründe, die das erste Gericht zu seiner Verurteilung geführt hat, wurden auch ausdrücklich vom zweiten Gericht als zu recht bestehend anerkannt. Der Vorsitzende hat sie in seiner Urteilsbegründung aufgezählt� Hauschke stand im Augenblick der Erschießung des Graf auf der Stelle, von wo aus der Schuß abge- feuert wurde; er hat in der Hauptverhandlung geweiden ist Raum für Räucherkerzchen, und wenn man die ansteckt, dann qualmt er den Rauch zu seiner langen Pfeif« heraus. Dann gibt es Bergleute und Engel, kunstvoll gedrehte Weih- nachtsbäume, ein ganzes Feuerwehrdepot, Nadel- rissen und Kerzenständer, Kücheneinrichtungen und das alleinseligmachende I o- I o, dessen Sieges- lauf aber den armen Erzgebirglern nicht zur Glückesträhne ward. Ihr Wald ist schon allzusehr ausgelaugt, sie konnten die notwendigen Riesen- quonten dieses Modekreifels nicht zur Ausführung bringen, ganz abgesehen davon, daß ihnen das notwendige Betriebskapital zum Holzkauf gefehlt hatte. Einmal im Jahr ist Spielzeugmarkt, einmal im ganzen Jahr erfährt man von der riesenhaften Not jener Menschen, die hoch droben in den Gebirgsnestern sitzen, wo fast ein halbe- Jahr Winter ist und kaum das Notwendigste ge- deiht. 90 Proz. der Erzgebirgler leben von Unter- stühungen, es gibt keine Arbeit, es gibt kein Brot, und das Wenige, das sie mit ihrer müh- samen Holzbastelei verdienen, auch das ist bald zu Ende. Die Maschine stanzt und feilt und dreht am lausenden Band, die Welt von heute: rasch, billig, Stapelware. Und die 300jährige Tradition der armen Holzschnitzer wird von ihrer grausamen Melodie totgedröhnt. Helft, gebt, kauft, und wenn es auch nur für ein paar Groschen ist. über seinen Verbleib unrichtige Angaben gemacht: er hat sich gegenüber seinen Kameraden der Er- schießung Grafs gerühmt; er war aus Berlin ge- flohen und hat aus Kusstein ein Kassiber geschickt, das ihn schwer belastete. Das alles, sagte die frei- sprechende Urteilsbegründung, stellen schwere Ver- dachtsmomente vor, reiche aber nicht aus zur vol- len Ueberzeugung von Hauschkes Schuld. Von den Gegengründen ließ der Vorsitzende nichts ver- lauten. Ebenso wenig verständlich ist die Herabsetzung der Zuchthausstrafe für Becker. Das Gericht hat selbst erklärt, daß ihm mildernde Umstände nicht zuerkannt werden könnten und daß seine Tat die schärfste Verurteilung oerdiene. Man vergleiche nur: Der Reichsbannermann Rothe wird für schuldig erachtet, während eines Zusammenstoßes mit Na- tionalsozialisten geschossen, also einen versuch- ten Totschlag verübt zu haben, wohlgemerkt, in der Hitze des Gefechts, er wird zu füniJahren Zuchthaus verurteilt. Der SA.-Mann Becker dringt in die fremde Wohnung und erschießt grundlos, kaltblütig vor den Augen der Mutter, eine» politischen Gegner. Er bekommt dafür gleichfalls fünf Jahre Zuchthaus. Stur» aus dem Flugzeug Lelbstmord eines Wiener Kaufmanns Wien, 26. November. 3n der Nähe von Wien hat sich ein sensationeller Selbstmord abgespiell, der in seiner Art auffallend an den Freitod des belgischen Seidenkönigs Loewenstein erinnert. Der erst zwanzigjährige Kurt Schweinebach stürzte sich während des Fluges Wien— Warschau aus dem Flugzeug und blieb tot liegen. Erst bei der Zwischenlandung in Brünn wurde das Fehlen des Passagiers seftgestellt. Als die Maschine sich erst wenige Minuten in Ser Luft befand, verspürte der Pilot plötzlich einen starken Druck im Flugzeug. Da er glaubte, in ein Lustloch geraten zu sein, sing er die Maschine wieder ab und setzte den Flug weiter fort, ohne sich nach seinem Fluggast umzusehen, der der einzige Passagier in der Kabine war. Erst als die Maschine in Brünn eintraf und der Pilot durch Zeichen aufmerksam gemacht wurde, daß die Ka- binentür des.Flugzeuges offen stand, übersah er die Kabine und stellte zu seinem Entsetzen fest, daß der Fluggast verschwunden war. Nach der Landung fand man in der Kabine einen kleinen Handkoffer und einen Mantel. Auf dem Sitz lag ein Zettel, aus dem hervorging, daß Schweinebach kurz nach dem Austteigen der Ma- schine aus einer Höhe von 500 Metern abspringen wollte, um sich das Leben zu nehmen. Die ver- stümmelte Leiche des Unglücklichen wurde auf einem Felde in der Nähe von Groß-Enzersdorf gefunden. Die Gmbenopfer Drei Verschüttete antworten nicht mehr hindenburg, 26. November. Dir Ausräumungsarbeilen aus den Delbrück- Schächten nehmen guten Forlgang. Die Bergung des Füllers W o i t k o w s k i steht bevor. Er ist noch mit einem Bein eingeklemmt. kann aber schon Nahrung entgegennehmen und sich mit den Rettungsmannschaften unterhalten. Schwere Verletzungen hat er nicht erlitten. Die Befreiung seines Fußes wird mit größter Vorsicht betrieben, damit dag Nachrutschen der Schachtmassen und eine neue Verschüttung verhütet wird. von den übrigen drei Eingeschlosse- n e n werden keine Lebenszeichen mehr vernommen. Den 75. Geburtstag feierte Genosse Theodor K ö p p e. Seit 1883 gehört er der Partei an. Trotzdem der alte Kämpfer seit einigen Jahren durch einen Unglücksfall fußleidend ist, fehlt Theodor Köppe bei keiner Parteiveranstaltung. Notruf aus dem Gpielzeugland Weibnacbtsausstellung im Gewerkschaftshaus SuWb von dieMtfs �eicktt ctim Sie. Aucfatv! TELEFUNKEN 231 der beste mit Rückkopplung, den Tetefunken je gebaut hat. Einschließlich Röhren RM 1 89,—< (Bei Gleichstrom RM 199,— J Beide sind trennscharfe, starke und klangschöne Europa- Empfänger- kurz Telefunken- Apparate! Der 3-Kreiser macht alles automatisch— mit dem 2-Kreiser empfangen Sie fast ebenso vieleSender ebensogut TELEFUNKEN FUN KEN TF TELEFUNKEN 343 der Großempfonger mit»Selbst-Trenner« macht alles automatisch. Einschl. Röhren RM 248,�. (Bei Gleichstrom RM258,— J DIE DEUTSCHE WELTMARKE \ Wo speist man gul? Etwas ganz Außergewöhnliches steht den Ler- linern jetzt in dem kürzlich eröffneten Restaurant Wollenberg im Oberkeller des Hochhauses an, Alexanderplatz zur Verfügung. Dieser Betrieb umfaßt drei Etablissements: das Restaurant und die schwemme im Oberkeller die Stehbierhalle im Erdgeschoß. Das Restaurant liegt infolge seiner vielen Ein- gange im Herzen des neuen Hochhauses, im Zen- trum des neuen Alexanderplatzes. Der Haupteingang besindd sich in der durch das Hochhaus führenden Passage. Außerdem ge- langt man durch zwei direkte Eingänge von der Untergrundbahn, durch die StehÜerhalle, durch einen Fahrstuhl vom Vestibül, sowie durch den in der Dircksenftraße gegenüber dem Bahnhof ge- legenen�Eingang„Schwemme", in das Restaurant. Die Speisekart« bietet zu den billigsten Preisen all das, was ein verwöhnter Gaumen verlangt. historisches über dos Kaushaus R. Israel. Wohl mit zu den ältesten Geschäften der Gegend um den Alexanderplatz herum zählt das Kaufhaus R. Fsrael, das im Jahre 1813 gegründet wurde. Aus einem Spezialgeschäst für Manufakturwaren entwickelte sich organisch das Kaufhaus in seinem heutigen bedeutsamen Umfange. Alle wichtigen ma- dischen Abteilungen— Stoffe, Damenkonfektion, Herren-, Kinderkonfektion, Putzabteilung und mo- dische Kleinigkeiten, aber auch Einrichtungsabtei- lungen wie die für Gardinen, Teppiche, Beleuch- tungskörper, Hausrat und Möbel bilden heute den Stamm der 60 großen Spezialabteilungen dieses Hauses Gefährliche Berufe. Als gefährlich sieht man gewöhnlich den Beruf des Seiltänzers oder des Löwenbändigers an. Von den Gefahren und Krankheiten, die unsere alltäglichen Berufe, wie sie auch heißen mögen, mit sich bringen, redet kein Mensch. Besser wäre es freilich, wenn man öfter daran denken würde. Zinfscr-Knoblauchsaft, den es auch geruch- und geschmacklos als Zinsser-Knob- lauch-Tabletten und Zinsser-Knoblauch-Oelkapseln gibt, sind dazu die rechten Mittel. Lesen Sie nur einmal die Anzeige von Dr. Zinsser u. Co. in Leipzig in der heutigen Zeitung. „Akrobat schööööön?" Charlie aus der berühmten Ar- tistcnfamilic der Brüder Rivels ruft das angesichts der hervorragenden Leistungen seiner Kameraden. Was werden wohl Ihre lieben Angehörigen sagen und wie werden die (besichter strahlen, zocnn sie ein Weihnachtsgeschenk von V ettfcdern-Lustig, Ecke Sebastian- und Prinzen- straße. Wilmersdorfer Ecke Bismarckstrage, und frankfurter Allee 304, auf dem Weihnachtstisch vorftnden! parteinachrichtenMHsür Groß-Berlin m CmtenDungcn für dicfr Subtil sind B e 1 1 1 n S® 68. Sinbtnftrafjc 3 ftets an Bas«f jirtsfcfretatla. 2. Hos. 2 Trrvven recht«, zu richten Achtung, Bildungöobleute! ... Sitzung des erweiterten Bezirksbilbunasaus- 1chu„cs findet am Montag, dem 28. November, abend s um 1-8 Uhr pünktlich statt. * Sozialistische Studentenschaft Deutschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Berlin. S!ot,5,nb",- 20 Ulir. il> der Universität, Dorotticenstragc 6, Sor- cu?°näsi� L-dereri„Rusiland und der west. onaiaIi»mus. Alle Mitglieder der Sektion Universität I, allen ,u «ovembcr, 20 Übt, im„Bund" Juristische Arbeits" �L10»«tchbeimer.- Donnerstag, 1. Dezember, Gen I. P"Manee Ausspracheabend.„Marx. Hegel und die ll-utige Zeit." Ref.: Beginn aller Veranstaltungen Istl- Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heute, Sonntag, 27. November: der ifactcu Kilmmatinee„Die böUcrncn streng" bis Min. Beginn der Beranstaltung um II Mir im„Elnsium" -m»Kurfllrst", Tempetbof. Dorfstrasic 22.„Die n»! 5 lustiges Beiprogramm. Eintritt �0 Pf.»arten >ind noch an der Kasse zu baden. Hl, der 125. Schule fAndreasNrasic 16a), 16 Ubr. Bunter Frankfurter Strasse 30. Gäste herzlich willkommen. Eintritt 50 Pf.: Erwerbslose Steueriait. «dt. Einlaßkarten zur Merccdes.Palast.Veranstaltnng sind noch bis zum »0. November beim Genossen Pfannenberg, Rich-rdstrassc lt. zu baden. Alorgen, ZNontag, 28. November: Kreis Der Kursus kern fällt mit Rueisichi auf die Zraucnadcnde diesen Montag aus. Nächster kuriusabend t. Dezember. »amicr Ml. Ä!"W�"z.�b-l°ser��.-imitgli°d°r im S-im kreis IS Uhr kurze Beiprechung des engeren Kreisvorstandes mit den «bteilungsleltcrn im Volksbaus Rciniekendors-Wesi. «dt.� Die Genosse» machen ibrc ltraucn auf den bcutigen strauenabend b-l Stein, Holsteincr Ufer 14, aiifmcrksam. ««. Dl« Ziingeren-Zusamnienkunft am 2«. November fällt ans. «dt. 20 Ubr Sissung des engeren Vorstandes in der Wobnung des Abtellungsleitcrs. Zbt. 21 Ubr kll Ubr abcnds) Eunklionärsissung bei Gärliß, Ebausscestr. 1». Aussprache über Pionlergruppen. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Schröder. Steinmetz- �"tmilUacc Arbeitsdienst und Arbeitsdienstpflicht." ? ri i?unktionärsitzung in der toalle am Hufeisen. Abt. Vorstandssitzung an bekannter Stelle. und 143. Abt. Pünktlich 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Jugendheim Hermsdorf, Roonftratze. Dr. Solomon Schwarz:„Die gegen- wartlge politische und wirtschaftliche Lage in Rußland." Dienstag, 29. November: 3. Kreis. Arbeiterwohlfahrt. 1Z Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Partei- Mitglieder im Heim T'lsiter Straße 4/5. Erna Büsing:„Streifzüge durch den Orient." Unterhaltungsteil: Genosse Klawitter. 7. Kreis. Außer Freitags findet auch vom 29. d. M. ab jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr im Stadt. Jugendheim. Zimmer 3, ein vorbereitender Unter- ruht, für die Jugendweihe Ostern 1933 statt. Anmeldungen dortselbst. Ein- schrelbegebühr(50 Pf.) mitbringen! Teilnehmer, die Freitags verhindert fmk., können. Dienstags am Unterricht teilnehmen. 20. Kreis. Arbeiterbildunpsschule. Der Kursus Dr. Solomon Schwarz beginnt am Dienstag, 29. November, 19'/, Uhr, im Klassenzimmer der Neuen Schule, Wittenau. Hauptstraße 12. Dauer vier Abende, Dienstags von 19'/- bis SIV, Uhr. Hörgebühr 1,— M.. Erwerbslose sowie SAI.-Mitglieder frei. Thema:„Der Aufbau der deutschen Wirtschaft." Es wird um rege Teil- nähme gebeten. 4. 13. 32. 12. 14. 2«. 10. 80. 85. 8«. 94. 99a ,01. 138. für Erwerbslose frei. 23. Abt. Außerordentliäx: Funktionärsitzung mit den Referenten an bekannter Stelle. 55. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung im Jugendheim Rosinenstraße 4. 8i>. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Pommerening, Berliner Straße 100. 96. Abt. 123. und 126. Bezirk. Zahlabend bei Frankel, Schierkestraße 35. Hans Marx:„Die Taktik der Partei." 108. Abt. Wir bitten alle Genossen, das entliehene Wahlmaterial(Fahnen. Transparente) zwischen 18 und 19'/- Uhr im Parteiheim. Schloßstraße 27, zurückzugeben. 131. Abt. 16 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Jugendheim Lindenstraße. Referent Genosse Tietgens. Nlitlwoch, 30. November: 2. Kreis. Karten für die Filmvorführung am 30. November. 18 und 20 Uhr, sind noch bei den Bezirksführern zu haben. Die Karten müssen bis zum Mittwoch bei der Vorführung abgerechnet fein. 5. Kreis. Arbciterbildungsfchulc. Feierstunde in der Schulaula Petersburger Straße 4. Orchester, Gesang. Rezitationen. Mitwirkende: Martha Iohu, Paul Mehlhosc, Kammertrio DMB., Quartett DSV. Eintritt frei gegen Programm am Dienstag erhältlich. 14. Kreis. 15 Uhr Unterhaltunzsnachmittag für die erwerbslosen Partei- Mitglieder im Heim Kanner Straße. 7. Abt. Mitgliederversammlung im„Nordischen Hof", Invalidenstraße 126. Kurt Aeinig. M. d.R.:„Die Partei vor neuen Aufgaben." ,2. Abt. Zum Filmabend am 30. November sind noch Karten für beide Vor- stellungen um 18 und 20 Uhr zu 40 und 15 Pf. für Erwerbslose bei Schmidt, Wiclefstraße 17, und beim Kassierer Genossen Wenzel. Oldenburger Str. 21, zu haben. ,5. Abt. Iüngeren.Zusammcnkunft bei Kernchen, Stralsunder Straße 58. Dr. I. Schlesinger:„Faschismus— Bolschewismus." 21. 33. 47. 54. 55. 5«. 58. 83. 85. 86. 90. 97. 99. 102. 109. 121. 127. 137. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Kroll, Utrechter Str. 21. Dr. Gregor Bienstock:„Demokratie und Diktatur." Abt. Mitgliederversammlung bei Jensen, Riqaer Straße 67. Albert Grze- sinski:„Die Partei vor neuen Aufgaben." Die Bezirksführer laden ein. Abt. Die Listen mit den Namen der Kinder für die Weihnachtsbescherung sind beim Genossen Mazanke bis Mittwoch, 30. November, abzugeben.— Funktionärsitzung ach 5. Dezember. Abt. Mitgliederversammlung im Jugendheim Rosinenstr. 4. Anna Geyer: „Die Partei vor neuen Aufgaben." Abt. 8. Gruppe. Zahlabcnd bei Schutz. Wallstraße 99. Hans Marx:„Die Partei vor neuen Ausgaben." Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung bei Iaskowiak, Holtzendorffstraße 20. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im„Ranke-Haus", Rankestraße 4. Dr. Salomon Schwarz:„Unser Weg zum Sozialismus." Abt. 20_ Uhr Mitgliederversammlung in den„Liästerfeldcr Festsälen", Zehlendorfer Straße 3. Ludwig Dicderich:„Reichswehr und Stülpnagcls Jugenderziehung." Abt. Die jüngeren Parteimitglieder werden aufgefordert, den Diskussions- abend der Iüngerengruvpe in Mariendorf um 20 Uhr zu besuchen. Näheres siehe Notiz der 86. Abteilung. Anschließend Besprechung über die Auf- zichung einer Iüngerengruvpe. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Mali. Chaussee- straße 305. Dr. Denicke:„Die Aufgaben der Partei und der Jugend im Befreiungskampf." und 92. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft iüngerer Parteimitglieder bei Düben, Fulda- Ecke Wescrstraße. Arthur Schweitzer:„Marxismus, Krieg und Inter- nationale." Abt. Mitgliederversammlung in„Meisels Festsälen", Ionasstraßc 23.„Zur politischen Lage." Bericht vom Bezirtsparteltag. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Becker. Chausseestraße 97. Dr. Kurt Löwenstein, M. d.R.:„Die Partei vor neuen Aufgaben." Abt. AfA-Hof. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im„Tivoli", Neue Krugallee 33/36. Bernhard Krüger:„Wie denkt sich die Sozialdemo- kratie den Aufbau der Wirtschaft?" Abt. Achtung, neues Lokal! Mitgliederversammlung bei Gcselbracht, Fried- richstraße 56. Dr. Otto Friedländcr:«Das Volk hat entsästeden! Was nun?" Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Krüger. Refe- rentin Genossin Weiß. Abt. Bezirk„Weiße Taube". Siedlung der Kinderreichen. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Rutzki, Dingelstädter Straße 95. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Abt. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Volkshaus. Scharn- wcberstraße 114. Dr. Hanisch:„Beratung in Unterstützungsfragen." Mitgliedsbuch ist als Ausweis mitzubringen. Donnerstag, t. Dezember: 5. Kreis. Arbeitcrbildnngsschule. Fortsetzung des Echröder-Kursus im Heim Tilsiter Straße 4/5. Wir bitten pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 12. Kreis. 15'/- Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder in Steglitz, Schule Friesenstraße. Dr. Hans Cohn:„Wirtschaftsfragen." 18. Kreis. 13 Uhr an bekannter Stelle Zusammenkunft erwerbsloser Partei- Mitglieder. Hans Marx:„Die Partei vor neuen Ausgaben." 136. Abt. Mitgliederversammlung in»„Schützenhaus", Residenzstraße 1. Rud. Wissell. M. d. R.:„Die Partei vor neuen Aufgaben." Freitag, 2. Dezember: 14. Kreis. Zusamenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Heim Kanner Straße. Lichtbildervortrag:„Das unbekannte Asien." Ref.: Dr. Curt Biging. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlsahrt. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 29. November, 20 Uhr. im Altersheim, Danziger Straße, wichtige Helserversammlung der Arbeiterwohlfahrt. Die Abrechnulla der Wohlfahrtslose muß dort vorgenommen werden. 20. Kreis Reinickendorf. Dienstag, 29. November, Neue Schule, Wittenau, erster Kl.rsusabcnd über„Die Eozialversicherullg"". Leiter Gen. Dr. Hanisch. Alle Funktionäre und Helfer der Arbeitcrwohlfahrt, sowie alle Wohlfahrts- pfleger und interessierte Parteigenossen bitten wir, daran teilzunehmen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Tiergarten. Alle Jung- und Roten Falken sind Montag. 17'/> Uhr, im Heim Waldenserstraße zur Sprechchorvrobe. Dienstag keine Probe. Prenzlauer Berg. Der Rote Kasper splelt Mittwoch. 30. November, um 17(4 Uhr, in der Schulaula Danziger Str. 23. Eintritt für Kinder 10 Pf. Erwachsene 15 Pf. Kinder Erwerbslose? 5 Pf. Gäste � herzlich willkommen. Friedrichshain. Dienstag, pünktlich 19% Uhr, Kreishelfersttzung im Jugendheim Diestelmeyerstr. 5—6. Mittwoch, 18 Uhr. Nestfalkenabend in der daran teil.— Abt. Stralau. Mittwoch, 30. November, 20 Uhr, Clternversamm- LwiLjzjiv. iL. t uc ii ay cim' i a i uju 1 1. anuia'uu). vi-a in iiu- 1-- aktion der Arbeitsgemeinschaft. Rote, und?u»gfalkcn. Donnerstag: Ktrisspiele. Zreiiag: Ardeitsgemeinschait. Achtung, Nestfalken! Mittwoch,>?>,:, Uhr, Falken- eckc. Wir geben zum Tanzabend, Dienstag und Freitag find keine Gruppen- abendc mebr. «renzderg. Achtung, Sonntaasvcranstaltung! Heute Heimspiele für alle Falken im Heim Urbanstr. 167. Beginn 16 Uhr. Die nächste Kreisbelfersttzung findet Dienstag, 20 Ubr, im Heim, Porckstr. II, statt,— Abt, Wasscrior. Zur brutigen Kreisoeranstaltuna. Treffen 15 Ubr Note Eckc.— Jung fallen! Morgen, Montag, pünkllich 17 Uhr, wichtige Mitgliederversammlung. Um 18',, Uhr gusscrordentliche Adteilungsmitgliederversammlung. Alle Falken mllsscn er- scheinen und Bleistift und Papier mitbringen. Neukölln. Zungfalken- und Rote-Fallen-Helscr. Morgen, Montag, 18 Uhr, Arbeilsbesprechnng im krcisheim. Die Vollverlaminlung der Noten Fallen findet nicht am 2, Dencmder sondern am 6, Dezember statt.— Abt. Kurt Eisner— Aulbau und Eturmfallc. Der Sportabend findet am Mittwoch, 17>7 Uhr, in der Turnballe, Donaustraße 126, statt, Turnschuhe und Hose milbringen. Morgen, 18—1!) Uhr. Arbeitsbesprechung der Nestfailenhelfer im Heim Ganghpferstraßc. — kreistrefsahrt. Bei Regenwetter wird die Fahrt lj Tage später durch, geführt.— Spieltruppe. Bei Aussall der Fahrt kommt die Spieltruppe um 10 Uhr im Kreisheim zusammen Etegliß. kreishelfersttzung Donnerstag, 20 Uhr, Albrcchtstr. 47,— Abt. Steglitz Dienstag: Singen und Lesen. Die Eltern sind herzlichst eingeladen. Beginn 17 Uhr. Hahenschönhausen. Montag, 28. November, Nestfalle», Schulbaracke Dingelstädter Straße, von 17—19 Uhr, Jung, und Note Fallen ebenfalls zUm Ueben. Mittwoch, 80. November, Iungfollen, Jugendheim Schloß, von 17'„.— HU/, Uhr Basteln. Donnerstag, 1, Dezember, Rote Fallen ebenfalls im Schloß von Wi— WVj Uhr. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei- Organisation 82. Abt. Am Sonntag, 20. November, starb der Senior der 82. Abt. in Steglitz, unser Ecnossc Architekt Max C o n r a d i, Poschingerstraßc 12, im Alter von 86 Jahren. Der Perstordene war noch bis zum Änniner 1932 ein eifriger Genosse, der an den Bewegungen der Partei und an den politische» Zeitereignisse» regen Anteil nahm, Ehre seinen, Andenken. 90. Abt. Am Mittwoch, 28. November, verstarb nach schwerer Krankheit unser Genosse A r t u r E g c r, Neukölln, Dssastraßc 45. Ehre seinem Andenke». Die Einäscherung findet am Montag, 28. November, 14 Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg statt. Rege Beteiligung erdeten. 108. Adt. Oocrschönewcide. Am Donnerstag, 24. November, ist imscr Ganosse Reinhold-Müller im Alter von 01 Fahre» verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Dienstag, 29. November, lOV- Ubr, im Krematorium Baumschulcnweg statt. Um zahlt. Erscheinen bittet der Borjtond. 124. Abt. Dir Aschenbeisctumg unseres Genosse» Wilhelm E 1 c p b a n erfolgt Dienstag, 29. November, 15'- Ubr, auf dem Friedhof Lemkestraße. Um rege Beteiligung ersucht der Abtcilungsvorltand. FZ�Frele Gewerkschasts-Zugend Berlin j Heute finden folgende Veranstaltungen statt: Ostkreis: Jugendheim Diestelmcycrstr. 5. 19 Uhr. Mit Hoiemann durch Nordtirol.— Nord- ostkreis: Jugendheim Pankow, Görschstr. 14. 19 Uhr. Stegreifabend.— Westtreis: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. 19 Uhr. Literarischer Abend.— Südostkreis: Spaziergang durä) Berlin. Treffpunkt um 9'/. Uhr U-Bahnhof Spittelmarkt.— Nordkreis: 9'._ Uhr. Wir gehen zum Friedhof Friedrichsselde. Treffen Bahnhof Gesundbrunnen.— 18 Uhr Jugendheim Reinickendorf, Lin.» dauer Straße, Baracken. Aus dem Leben eines Kumpels.— Iugcndgruppe des Gesamtverbandes: Fahrt nach Seddin— Caputh— Wildpark. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Charlottenburg(Eingang Stuttgarter Platz). Unkosten 80 Vf.— Morgen, Montag, Zusammenkunft der Grüppenbibliothekare um 19'/. Uhr im Saal 11 des Gewerkschaftshauscs, Enaelufer 24—25. Tagesordnung: Der Gruppenbibliothekar als Verwalter und Berater. Referent: Kollege Rudolf Waclawiak. Interessierte Gruppenleiter herzlichst willkommen. §Illgen0gruppe Ces Zentralvervanves Oer Angestellten Heute, Sonntag, findet in der Aula der Heinrich-Schliemann-Schute, Gleimstr. 49, eine Feierstunde der Gcsamtingcndgrnppc statt, Einlaß 19 Uhr, Beginn 19� Uhr, Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. sind»och an der Abendkasse zu haben. Zutritt zur Peranstgltung haben nur Mitglieder, die sich als solche am Saalcingang ausweisen können.— Morgen, Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wcdding: Jugendheim Turincr Eckc Ecestraße. Bunter Abend,— Nordost li: Jugendheim Schöntonler Str. 11, Bortrag: Das wahre Gesicht Amerikas. Referent: Grubert.— Weißenlec: Zu- gendheim Pistoriusstr. 24. Vortrag: Ans meinem Leben, 2. Abend, Referent: Dr, Mar Schütte.— Urban: Jugendheim Hobrecht. Ecke Sanderstraße. Heileres aus dem Kaufmannsleben tkurzreferalc).— Die Freie Angcstelltenbank e.®. m. b. H. lagt heute von 20 bis 22 Uhr im Berbandshous, Hebemann. straße 12. Berliner Gewerkschaftsschule. Achtung, Betriebsräte! Der nächste arbeitsrechtlichc?nfori»ationsabend für Betriebsräte findet am Dienstag, dem 29. November, 19 Uhr, im Saal 3, bzw. Saal 5, des Gcwcrlschastsbauses stall. Leiter des Abends ist der Genosse Dr. Ernst Froentel.— Ein Horcrbcitrag wird nicht erhoben.— Eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich. 146. Abt. Reichsdrnckerei. Dienstag, 29. November, 16 Uhr, Versammlung in der Odfellow-Logc, Alte Iakobstraßc. Novcmbcrstürmc. Referent: Emil Barth. SPD.-Fraltion der arbeitslosen graphischen Hilfsarbeiter. Montag, 28. Ro- vembcr, 13 Uhr, findet im Lokal..Alkoholfretc Gaststätte". Skalitzcr Str. 6, eine Fraktionsversammlung statt. Es ist Pflicht aller Genossen, zu erscheinen. Mit- glicdsbuch legitimiert. Der Fraktions-orstand. Vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold" , Kelchätisstelle: Berlin S 14 Scbastionstr 37—38 Hol 2 T> Gauoorstand. Sonntag. 27. Ztovember, 14.Uhr. Stabion Rehborgc, Wedding. Handdollspielc um die Gaumeisterschaft Brandenburg I gegen Koltbus l, Porspiele um>' Uhr Brandenburg II gegen Wcdding il.— Wedding iBortrupp). Dienstag, 29. November,>5 Uhr, Liederabend im Jugend» beim Seestr. 57.— Prenzlauer Berg(Tambourlarpsl. Montag, 28. November, 19' 2 Übt, in Bundcskleidnng im Altersheim. Pilichtdeteiliguno an der Werbe. seicr des Vortrupps.— Portrupp. Montag, 28. November, 19 Uhr, Pflicht- antrete»!» Tracht im Altersheim, Danziger Str. 62. zum Elternabend.— Fricdrichshain. Mittwoch, 80. November, 10% Uhr. Jugendheim Ederinstr. 12.— Eharlottcnburg. Kamrrodschast Zoo. Montag. 28. November. lO'.a Uhr, kamerodschaftsversaminlung bei Arndt, kontftr. 5L Referent: Käme rod Dr. H. Klotz.— Rculolln-Britz.>. Kameradschaft, 3. Zug. Montag. 28. No- vembcr, 19!.. Uhr, Mitgliederversammlung bei Wolfs. Koiscr-Friedrich- Straße 173—174. Kameradschaft. Montag. 28. November. 29 Uhr. Kamerad- schastsocrsammlung in der Idcal.Hallc. Referat und Lichtbildcrvortiwg. Buch- tontrollc am Saaleingang.— Treptow iOrtsvercin). Montag, 28. November, 19 r.) Uhr, sämtliche technischen Funktionäre Restaurant Zieu-Tivoli, Neue Krug- allee. Bundesklcidnng.— Weißcnscc(Inngba). Mittwoch. 80. November. 20 Uhr. Heimabend im Iugendheinl Pistoriusstr. 24.— Kameradschaft Tegel. Dienstag. 29. Nouembcr, 20 Uhr, Kameradschaitsversammluug bei Rothenburg, Hauptstraße 2— Bahnsdors. Grünau tIungba). Dienstag, 29. November, 20 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim Bachtclstr. 1. Esperanto— Eseh-Gruppc. Seiligcngciststr. 39, III. Montag, 28. November, 20 Uhr, Bortrag der Studienralin Uppmann über: Zamenhof. Sprachllnb„The English Speaker". Dienstag, 21 Uhr, im Nordwcstlasino, NW. 87, Alt-Moabit 55(nahe Gotztowsklibrücke), englische Vorträge und Dis- lusflon. Polizeisportoerei» Berlin c. V., Abteilung Einheitslurzschrisl. Regelmäßige Uebungsobende an ollen Wochentagen gußer Sonnabends von lOzh— 21>/2 Uhr im Polizeischulgcbäude, Hannoversche Etr. 28—30, 2. Stock, Zimmer 10. An. länger., Forlbildungs- und Nedeschrifllursc. Auch für Zivile. Monatsbeitrag 1,50 M. Weitere Auskunft erteilt gern Erich Zwickert. Neukölln, Pannierftr. 18. Das gibt die rechte Test Stimmung, wenünhderso Che phantastisch billig Ätn Gadiel dem Weihnachtstische lie�n Sie empfinden und schenken damit die größte Freude. Kaufen Sie rechtzeitigfür ihre Lieben das Passende aus der unermeßlichen Fülle praktischer Festgaben. 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Gastspiel der Ekkehard-Spiele. III. Teil: Großes Funkpotpoun i„Die Funkstunde hilft". Eva Lieben b era, Lotte Schöne, Vera Schwarz, Greta Slezak, Michael Bahnen, Cornelis Bronsgeest, Carl Jöken# Walter Kirchhoff, Charles Kull- mann. Berliner Funk-Orches er, Berliner Funk-Chor(Maximilian AI brecht), Dirigent; Bruno S e i d I e r-W i n k I e r. An den anderen großen Abend-Veranstaltungen wirken mit: Ammerling, Berger, Christians, Eisinger, Eisner, Elster, Friedrich, Frind, Gura, Habeier, Hildebrand, Liebenberg, Lucia, Maucher, Müller, Nettesheim, Nikolajewa, Onegin, Paudler, Parry, Perras, Pfahl, von Schirad), Schneider, Schollwer, Schöne, Schwarz, Sedlitz, Slezak, Söneland, The«. ade, Thorborg, WaldmuLer, Waldoff, Weber-Fle-sburg, Werkmeister, Zador, Andresen, Arco, Albrecht, Anton Baumann, Franz Baumann, Bergmann, Bohnen, Breisach, Bronsgeest, Burgwinkel, Destal, Dieael- mann, Diiter, Domgraf-Faßbaender, Eichberg, rid- •sser, Fischer, Fischer-Köppe, Flessburg, Freed, von Geczy, Gombert, Gonscar, Graetz, Grünbaum, Gülstorff, Hainisch, Hedlund, Heidemann, Hemmerling, Heyer, Hirscf), Holländer, Hörbiger, Husch, Jankuhn, Jöken, Kandi, Kirchhoff, Kullmann, Kün- necke, Ladwig, Lieh ens'ein, Lingen, Morgan, Müiler, NeUon, Niemar, Paulsen, Pechner, Plaut, Reinmar, Rex, von Ruftin, Schaeffers, Seidler-Winkler, Sfeier, Stiedry, Teichmann, Oberall, Vargo, Westermeier. 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Vollzähliges Ericheinen wird erwartet. IH Q& JÜERGE�NJS Alexanderplatz Neue Königstr.AS Iii Direkt ab Fabrik Art. 645 Echt ägvt. Mako... Dir. 4.29 Art 105s Ma o mit Kuns seide Dtz.5.90 Art 1300 Wolle mr Kunstseide Dtz. 10 80 Verkauf nur a.Wiedemrkaufer Versand Nachn Bei Nichtgeta I Geldtu'. Strumpffab. MaxStein, Chemnitz 103 Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin. Einladung zur ordentlich. Ausschußsitzung am M»lag. dem ö. Dezember 1382. nach- mittags l>; Uhr. im Staftcalofal, Drau e». »ruh- 138 Tagesarduung:!. Wahl des Vorluzenden des Auslchusies. 2. ijcjifcgiuig Oes Barawchlages für das Rechnungsiabr 1933. 3 Wahl des■Jicdmungsaustdiuffcs zur Prüfung der Rechnung des lau enden Zahres. 4. Saiiunxsänd- rung. ö. Ver» .chiedenes. Eenmdung dien: als Auswe.s Perlin. den 27. Raacoider 1932. Der Varlland Ad. Rdsener. Vorsilcnder, Olto Bierwirig, Schriftführer. »cNNiiiSI»munK! «olleSinnen nna volleren Her Lasmezzer-Sciilede.' Dienstag, den 2S. November 1932. abends 7 Ahr. im Nosenthaler Hof. Rosenihaler Strafe 11-12 VersammlnnS aller in den Gasmesser- betrieben be- sdiäfiiglcn Kollegen und Ko leginnen Tagesordnung: I. Die Gasmesser-Fabrifofion für Berlin- 2. D:e Lohn- und Arbeifsbedingungen in den Easmeffec-Bettieden. Zahlreicher Bestich wird erwartet. Dienstag, den 29. Jtooember 1932, abends 2', Uhr, im Gemerlfchafls- haus Ense.ufct 24 25i®roftct Saal) Brandien-Versammlanö al.cr Mechaniker. Optiker.Uhrmacfaers EsCher und Eicfaennncn und sirom- erzeugende Industrie «owie der Chirurgie'.-. ecfaaniker und Bandagisten Tagesordnung: 1. Vortrag des Prof Kart Landauer über:..Arbeitsdefchaffung durch Währungsreform?4- 2. Branchcnangetegentieiten. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. 4ts iit Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, an dieser Versammlung teUzu- nehmen. �_ Die Ortsve waltung. Kind gesund, bis zu 4 Jahren, zu adoptieren gesucht Eventuell kleine einmalige Ab.i.ndung geboten. Offerten unter T. 265 an Vorwärts", Lindenstraße 3 Für die Beweise herzlicher Teil- nähme beim Hetmgange meines lieben Mannes Wilhelm Spädtke lagen wir allen denen, die ihm die esie Gare e Wielen, unseren»Ulrich. Ilgen Dan!. Wilve M. Spfidlke and Kinder, SONNTAG, 27. NOV. 1932 ZWEITE BEILAGE ___# „Revolutionäre Gewerkschaftsarbeit" Probleme der kommunistischen Partei Nach dem■Streit bei bcr BVG. und ihrem Zu- wachs an Wcchlerstimmen tsk der KPD. der Kamm geschpwllen. Trotzdem der Streit nur unter ge- 'äiü�er Mitwirkung der NSDAP,„ausgelöst" wenden konnte, prahlt die 5tPD. groszspurig mit dieser Leistung und will nun die„Probleine der revolutionären Gewertschastsarbeit" verwirkliäzen. Käme es nur aus die Absicht an. dann wäre die rrde Gewertschastsbewegung in Deutschland längst .zerschlagen und der„revolutionäre" Ersaiz könnte je nach Belieben als Spielball sür die Weli- r evoiuticmsniacherei benützt werden. Die Hauptausgabe der REO. besteht (nach dem„12. Ekki-Plenum")...„in der solb- ständigen Führung der Wirtschastskämpse, üi der „Ardeit" innerhalb der reformistischen, christlichen und ahnlichen Gewerkschaften, in der Isolierung der verrätenschen Gewerkschaitsbürokratie von der Mitgliedermasse und in der Schch�uiig einer Massenorganisation, die die KPD. mit der Ar- beiteymafse verbindet." Mit anderen Worten, die Äomnmnlstische Partei will die Gewerlschaitskämpse an ihre Strippe nehmen, das Vertrauen der Gewertfchastsmit- glieder zu der zentralen und den örtlichen Lei- tungen der Verbände systematisch untergraben, die Gewerkschaften innerlich zersetzen, um sie als Werkzeug zu ihren politischen Zwecken zu ge- brauchen. Noch im Mai 1930 habe die„revolutionäre Ge- werkschastsarbeit" sich im Stadium einer A b- reilungsarbeit der Kommunistischen Partei befunden. Der Berliner Metallarbeiter- st r e i 1 Ende 1930 sei der Hebel gewesen zur Herausentwickluna der NGO.„als selbständige Massenbewegung"— im Rahmen der KPD. Am 9. August 1930 seien erst 30 teste Vetnebs- g nippe ii m st 1 ö 3 2 R G O.- A n h ä n g e r n und 3490 festen Abonnenten der NGO.-Zeitungen registriert worden. Am 1. Juli 1931 aber habe die NGO. einschließlich der roten Verbände 873 Betriebs- und 172 Stempelstellengruppen ge- habt. Die Zahl der RGO.-Anhänger zu dieser Zeit wird nicht angegeben. Erinnern wir uns des Geschreies in der KPD- Presse bis zum Jahre 1930, die Gewerkschasten hätten Tausends und Zehntau sende revo- I u t i o n ä r- v p p o j 1 1 i o n e l 1 e r Mitglieder ausgeschlossen,„natürlich" die wacker- sten und edelsten„Kämpfer", die„Gewerkschasts- bürokratie" zerschlage durch solche Ausschlüsse die Gewerkschastekl, zählt man alle in der KPD.-Presse „registrierten" Austritte aus den Gewerk- ichasten zwecks„llebertriit" zur KPD-RGO., ohne alle„zerrissenen Mitgliedsbücher", dann bekommt man einen ungefähren Begriff davon, wie toll drauflosgelogen wurde, wenn die KPD selber hinterher angibt, daß sie damals „16 3 2 registrierte Anhänger" zählte. Der Aufschwung der kommunistischen Massen- dewegung habe im Lause des ersten Halbjahres 1931 darunter gelitten, daß die„Arbeit" in den resorinistischen Gewerkschaften gröblich vernachlässigt worden sei. Zahlreiche„Revolutionäre" hätten den Standpunkt vertreten: entweder Festigung der RGO. und Schaffung roter Verbände oder„Arbeit" in den reformistischen Ge- werkschasten. Im„Vorwärts" wurde häufig genug an Bei- spielen gezeigt, was von den Streikberichten der RGO. zu halten ist. Auch hier wird der Anschein erweckt, als seien die 74 vollen und teilweisen Streikersolge der Führung der RGO. zuzuschreiben, obwohl sie nach ihrer eigenen Angabe nur 40 Streiks und Bewegungen„geführt" hat. Die Konzentration auf die entscheidenden Großbetriebe sei noch ungenügend. Doch: „Auch hier trat eine gewisse Wendung in der zweiten Etappe der Streikkämpfe vom 25. Oktober bis Mitte November ein. In etwa 10 Be- trieben wurden Streikkämpfe ausgelöst, an denen sich rund 30 000 Arbeiter beteiligten. Diese Streiks wurden von vornherein eindeutig gegen den Willen der resormislischen Gewerkschaft«- jührung organisiert, ausgelöst und geführt. Der Krastagstreik und vor allem der Streik der BVG.- Arbeiter haben gezeigt, welche ungeheuren Möglichkeiten für die Auslösung und Führung großer Streikkämpse vorhanden sind." Als entscheidende Aufgabe wird der Kamps um den sreigewerkschastlichen Funkliona» körper bezeichnet. Nach dem Rezept des 12. Ekki-Ple- nums müsse durch zähe„Arbeit" in den resormisti- scheu Gewerkschaften, durch den Kamps um jedes Mitglied, um jeden wählbaren Posten in der Ge- werkschast, durch die Verjagung der resornüstischen Gewerkschaitsbürokratie und die Eroberung der O r t s o r g a n i s a t i o n e n der einzelnen Verbände sowie der O r k s k a r t e l l e der Einfluß der Gewerkschaitsbürokratie gebrochen werden. Die 400 Funktionäre des Gesamtoerbandes z. B. feien auf den einzelnen Dienststellen zum Teil seit Jahren in ihren Funktionen. Es war nahezu selbstverständlich, daß im Mittelpunkt der örtlichen Quortalsver- s a m m l u ng des G e s a m t v e r b a n d e s am Freitag im Gewerkichaitshaus der Verkehrsstreik stand l denn die im Gesamtverbond organi- Merten V V G.- A r l> e i t e r und ihre Funk- lionäre haben in und während dem Streif d i e tollsten Beschimpfungen über sich er- gehen lassen müssen. Trotzdem wäre wohl nicht der ganze Abend mit der Debatte über den Streik ausgefüllt worden, wenn nicht die ersten Sprecher der Handvoll„oppositioneller" Delegierter eine Neuauflage der in der kommunistischen Presse erhobenen Beschimpfungen und Ver- dächtigungen geliefert hätten. Der Bevollmächtigte, Genosse O r t m a n n, gab zunächst einen kurzen Rückblick aus die 3 9 Lohn- und Tarisbewegungen im dritten Quar- tal, die ausschließlich der Abwehr von Lohnkürzungen dienten und besonders in den öffentlichen Betrieben, wo sie sich gegen die sogenannte» Angleichungsbestimmungen richteten, mit beachtlichen Erfolgen beendet wer- den konnten. Er kam dann aus den wilden Streik bei der Kraftag und vor allem aus den V e r k e h r s st r e i k zu sprechen. Mit aller Deut- lichkeik stellte er vor den Delegierten klar, daß der Verkehrsstreik nur mil hilse von kommunistischen Arbeitslosen und SA.-ceuten in Zivil „ausgelöst" werden konnte, was schließlich auch noch nicht gelungen wäre, wenn nicht ein Teil des Verwaltungspersonals, Bahnhofsvor- st eh er, Diensteinteiler usw. den natio- Deshalb müßten sie daraus verdrängt werden, denn— so dekretiert die K P D.i „Ihre Politik entspricht nicht mehr dem Willen der übergroßen Mehrheit der Gewerkschaftsmit- glieder. Daß sie sich noch immer in ihren Funktionen halten können, hak seine Ursache in dem säst völligen Fehlen von innergewerksthast- lichen Oppositionsgruppen auf den einzelnen Dienststellen, die einen zähen Kamps um die Verdrängung der Anhänger der Bürokratie aus ihren Funktionen und um ihre Besetzung mit Anhängern der Einheitssrontaktion hätte führen können." Die„E i n h e i t s s r o n t a k t i o n" von KPD. und NSDAP, im BVG.-Streik gegen die Ge- werkschaften wird so bald nicht vergessen werden! Zluch der Versuch, die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke in den 5Utmps zu führen, scheiterte vornehmlich daran, daß auch dort die Gewerkschastsbürokratie über einen starten F u>n ktionärkörper verfügte, in dem die revolutionäre Opposition so gut wie keinen Ein- >l>:ß besah. Anders war es dagegen bei der Müllabfuhr. Dort befindet sich der ein- scheidende Teil der sreigewerkschastlichen Funk- tionen in Händen oppositioneller Kollegen. Dort gelang auch die Auslösung des«olidaritäts- streiks für die BVG.-Arbeiter. Zu den neuen Orts Verwaltungswahlen in den Gewerkschaften, besonders im DMV., müsse nalsoziolistischen Slreikarrangcuren i» d'e Hände gearbeitet Hütte. Die freien Gewertjchasten werden sich ebenso wenig wi« während dieses Streiks auch in Z ii k u n i t von keinem Außenstehenden in ihre Tari'politik hineinreden lassen. Die Vertreter der freien Gewerkschasten, die durch mühevolle Arbeit die langerstrebte G l e i ch st e l l u n a der Verkehrsarbeiter mit den übrigen städti- schen Arbeitern erreicht haben, werden sich von politischen Glücksrittern nicht von ihrem geraden Weg abbringen lassen. StürmisckLi�fOtestgegenDemsgoxen Als sich auf diese zwar mit leidenschaftlichem Ernst, aber größter Sachlichkeit gemachten Aus- jührungen einige„oppositionelle" Redner an- schickten, in das Horn der RGO. zu tiiten und den Gesamtverband für den Zusammen- bruch dieses rein politischen Streiks verant- w o r i l i ch machen wollten, brauste eine Protestwelle nach der anderen über diese Demagogen hinweg. Mit gespannter Ausmerksamkeit soloie die Generalversammlung den Worten eines Funktionärs aus dem U-Bahnbetrieb, der den kommunistischen Solidaritätsheuchlern bittere Wahrheiten ins Gesicht schleuderte. An Beispielen aus der Praxis der„revolutio- nären" Arbeiterratsmitglieder wies er nach, daß Solidarität bei diesen Maulhelden nur ein Wort, aber kein Begriff ist. Er selbst hat erlebt, wie Anhänger der RGO. und RBO. lrc-iz alles mobil gemacht werden. Gewerkschasts- funktianen in den Händen der Opposition seien aber nur dann von Wert, wenn sie mit aller Rücksichtslosigkeit zur Organi- sierung des Kampfes in die Wagschale geworien werden. „Für alle entscheidenden Industriezweige ssür die Kämmereiarbeiter, für Gas-, Wasser-, Elek- iriziiälsarbeiier. für die graphischen Arbeiter, sür die Eisenbahnarbeiter, für die Siemens-, ALG.. Osram-Konzerne usw.) müssen Tele- giertenkomerenzen organisiert werden..." Durch die Ausstellung konkreter Werbepläne und durch die Einsehung von Stoßbrigaden müsse ent- schiedener Kurs auf die Großbetriebe genommen werden. Schließlich wird von der„Verantwortung der K o M M u n i st e n" gesprochen. Doch nicht etwa von einer Verantwortung der Arbeiter- ichast gegeitüber, nicht etwa von einer Verantwortung gegenüber Streikenden, sondern von der Verantwortung der leitenden Organe der Partei salso der kommunistischen Parteibürokratie) -iir die planmäßige Organisation der Fraktion-- arbeit gegen die Gewerkschaften. Ohne die nicht mehr ganz neuen„Probleme der revolutionären Gewerkschaftsarbeit" wichtiger zu nehmen als die KPD. sie mit ihren„registrierten" RGO.-Anhängern nimmt, werden die Gewerkschaften bei ihrer Werbetätigkeit es nicht unter- lassen, auf die kommunistische» Spekulationen hinzuweisen und sie gebührend zu kennzeichnen. Was die Gewerkschasten in jahrzehntelanger opferreicher, mühseliger und unverzagter Arbeit aufgebaut haben, will die KPD. unterwühlen lind zerschlagen. Jeder einzelne Gewerkschaftsgenosse muß mit dafür sorgen, daß diese„Probleme" der KPD. Probleme bleiben. der Slreikproklamaiion mil den Arühstückslaschen zur Arbeit kamen und nur d u r ch d i e Stoßtrupps an der Aufnahme der Arbeit g e- hindert wurden. Scharf geißelte er die Schuld der kommunisti- schen und nationalsozialistischen Anstifter dieser Streikbewegung an den Opfern, die entweder als Arbeitslose aui der Strecke geblieben-oder von den Sondergerichten hinter Zuchthausmauern gebracht worden sind. ZNii diesen gemaßregelten und irregeführten Lenlen suhlen sich die sreigewerkschastlichen BvG.- Arbeiter sol dorisch verbunden, aber nicht mil den Dunkelmännern, die diese Opfer verursa.hl haben und jetzt in„Solidarität" machen Vertrauen zur Gewerkschaft Als der nächste kommunistische Redner von einer zum„S t r e i k b r u ch" führenden Politik des Gejamtverbandes zu sprechen begann und seine Redezeit maßlos überschritt, fegte ihn ein Entrüstungsstur,» vom Rednerpull weg Ein Mitglied des Arbeiieirats teilte mit, daß der Streik zwar der Sozialdemokratischen Partei einige tausend Stimmen gekostet, sür die Gewerkschasten jedoch innerhalb des BVG.- Betriebes dazu geführt Hai, daß die N e» a u j- n a h m e n feit Beendigung des Streiks bereits einen viel größeren Ilmfang angenommen haben als in den ganzen zehn Monaten des Jahres, die vor dem Streik logen. Kurz vor Mitternacht wurde die Debatte, in der die Kommunisten gründlich gestäupt wurden, abgebrochen, lieber alle anonym e i r> g e- reichten Mißtrauensanträge gegen die Orterierwaltung ging die von 4 9 5 D e l e- gierten besuchte Generalversammlung z ti r Tagesordnung über. Sie machte sich die Entschließung des Verbandsbeirats zum Verkehsstreik zu eigen. Nachlese zum BVG.-Glreik ussprachc im Gesamtverband— 495 Delegierte bekunden Vertrauen Rirlsiir TOURNAY-mOüIHEPPICHE TOU ÖN AY-VELOUR-TEPPICHE MUlMUM bewöhries Morlcenfabrikat bewährtes Morkenfabrikah olcs reiner Peine\eOlle caW. greisen Ehe- paar Leib holz in der Linienstraßc 250, bei dem die 78 Jahre alte Frau L. lebensgefährlirlz verletzt wurde, werden uns von verschiedenen Seite» folgende überaus interessante Mitteilungen gemacht: Vier Täter, Burschen im Alter von 20 bis 25 Jahren, es handelt sich um die drei Brüder Andraczek aus der Templiner Straße und einen Alfred G l ö d e. gehören zur SA. Die ersten drei„betätigten" sich bisher im Sturm Weißenburger Straße und Glöde gehörte dem Charlottenburger Swrm an. Die Brüder An- draczek sind in der ganzen Gegend als politische Rowdys und Raufbolde bekannt. Sie stehen unter dem starken Verdacht an einer Schießerei, wo- bei mehrere Kommunisten oerletzt wurden, beteiligt gewesen zu sein. So sehen also die„aufbauwilligen Kräste" aus, für die Herr Hitler am 13. August beim Reichspräsidenten von hindenburg allen Ernstes die Forderung proklamierte:„Drei Tage die Straße frei für die SA." Wenn es keinen politischen Gegner zu„erledigen" gibt, wird eben mal zur Abwechslung ein kleiner„Raubmordoer- such" probiert. Jnsgesaint sind an dem Riordanschlag auf das greise Ehepaar sieben Personen beteiligt, die samt» lich hinter Schloß und Riegel sitzen und bereits am Sonnabend dem Vernehmungsrichter vorgeführt wurden. In wenig Worten Vom Dach eines Hauses in der W e st e n d- a l l e e ertönten gestern abend verzweifelte HUfe- schreie. Als Hausbewohner aufmerksam wurden, entdeckten sie am Dachfirst ein junge« Mäd- ch e n, das zwischen Himmel und Erde hing Wie sich herausstellte, hatte die Jugendliche, eine 18 Jahre alte Charlotte S., versucht, sich vom Dach in die Tiefe zu stürzenf war aber mit ihren Kleidern am Schneefang hängen geblieben. Die Feuerwehr befreite die jugendliche Lebensmüde aus ihrer furchtbaren Lage. Im Phyjikolisch-chemischen Institut der Universität G ö t t i n g e n zersprang bei einem chemischen Versuch eine dickwandige Retorte. Zwei Personen wurden verletzt. * In einem von Obdachlosen bewohnten Heu- schal er in der nächsten Nähe von Prag brach plötzlich Feuer aus: zwölf Personen kamen in den Flammen um. Weihnachtsschau im Fröbelhaus Im Pestalozzi-Fröbel-Haus, Karl- Schrader-Straße. herrscht jetzt jeden Nachmittag Hochbetrieb. Da sitzen kleine Zeichner und Bastler. Maler und Baumeister mit hochgeröteten Wangen emsig über ihre Arbeit gebeugt„Jahrmarkt in Pappfiedelhausen" ist das alljährliche Vorweihnachten im Fröbel-Haus, wo die Kleinen und Kleinsten lustige und lehrreiche Spielstunde abhalten. Für einen Sechser kann man am Jahr- markt kaufen, was man an Arbeitsmaterial braucht. Da stehen freundliche Bäuerinnen— alles Fröbel-Schülerinnen in kleidsamen National- und Phantasietrachten— und bieten feil: Klötz- chen und Buntpapier Zeichenblocks Buntstifte und was man sonst noch braucht. Für die kleinen Gäste gibt es aber auch allerlei Unterhaltung Da ist ein Karusiell und ein Guckkasten, Kraft- mesier und Kasperletheater, und den ganzen bunten, sröhlichen Rummel haben die Schäle- rinnen mit viel Liebe und Geschick aufgebaut. Von den Einnahmen wird denen, die kein frohes Weihnachten daheim zu erwarten haben, ein wema Freude bereitet. Meistersinger im Norden 188 Vögel traten zu dem großen Gesangswett- bewerb an. den der Verein für Züchter und Liebhaber des Kanarienvogels zu Berlin in den Räumen der Engelhardt Brauerei. Brunnen st raße 140. veranftal- tete. Die Ausstellung zeigt durchweg bestes Ma- terial und nicht nur in den Selbstzuchtklassen sondern auch in der Verkaussklasse. Man kann zum Beispiel von 8 bis 12 Mk prima Hähne kaufen In der Selbftzucbtklaffe lür diesjährige Vögel bekam die Große Güdene Medaille Karl Oelberg, Charlattenburg und die Kleine Goldene Medaille Otto Walde. Buchholz. In der zweiten Selbltzuchtklasie. in der alte und junge V'qel ver treten find, bekam die Große Goldene MedaiE abermals Karl Oelberg Charlottenburg wihrenl die Kleine Goldene Medaille Wilhelm Boge' Berlin, erhielt Manche Ehrenpreise wurden nock von Spezialliebhabern vergeben Ein Gratisloe das jeder Besucher erhält, bietet Gelegenheit einen Bogel mit nach Hause zu bringen Ein großer Raum ist von dem kultivierten Gesang der 188 und zwei andere Räume sind vom Gezwitscher mancher Art erfüllt: denn man sieht und hört noch Exoten und Waldvögel, von denen die Waldvögel aber auch nicht in Deutschland gefangen sind. Zhr zwanzigjähriges Jubiläum feierten dieser Tage die W i t t e l s b a ch- L i ch t s p i e l e.in der Berliner Straße zu Wilmersdorf. Ein Filmquerschnitt 1912— 1932„20 Jahre Film" zeigte die Ent- wicklung der Kinemat-'graphie und der begleiten- den Musik. Die damals noch rundliche henny Porten in alten Rollen sieht man lautlos über die Leinwand ziehen. Ria Jcnde, Ernst Reischer und sogar Hans Albers sind da. Dann folgte ein Ausschnitt aus dem guten Wegner-Film„Der Student von Prag" und als Repräsentant der Gegenwart der Tonsilm„Strich durch die Rech- nung". Die Gegenüberstellung alter und neuer Filme war gut getroffen: man sollte sie von Zeit zu Zeit wiederholen. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Ziemlich mild und veränderlich mit einzelnen leichten Regenfällen, lebhafte westliche Winde— 3n Deulschland: Ueberall veränder- liches mildes Wetter mit verbreiteten meist leichte» Niederschlägen, in den Küstengebieten wieder stürmische Winde. Braten im kalten Ofen Bisher galt als geheiligte Ueberlieserung, daß der Backofen so lange vorgeheizt werden muß, vis ein hineingelegtes Papier sich bräunt, dann wird der Braten hineingestellt und mit kleiner Flamme fertig gemacht. Neuere Messungen haben nun er- geben, daß bei dem Hineinstellen des Kuchens die Temperatur im Ofen so stark sinkt, daß von einem wesentlichen Erfolg der Vorheizung nicht mehr gesprochen werden kann. Der hausdien st der Berliner Städtischen Gaswerke hat daher eine Methode entwickelt, die Speisen in den kalten Ofen einzusetzen und sie bei klein- gestellter Flamme gar werden zu lassen. Diese Versuche waren vom besten Erfolge begleitet. Ohne Fett- oder Wasserzugabe wurde das Fleisch in die Bratpfanne gelegt und bei klein- gestellter Flamme in den kalten Ofen hineingesetzt. Das Fleisch blieb lange hell, bräunte erst in der legten B:atperirde und zeigte eine so gute und gleichmäßige Ouellung, daß man wohl annehmen darf, daß die langsame Garung ein ganz gleich- mäßiges Gerinnen des Fleischeiweißes nicht nur in den äußeren sondern auch in den inneren Fleischschichten zuläßt Die gleichen Ergebnisie wurden beim Kuchenbacken erzielt. Auch hier wurde ein gleichmäßiges Aufgehen des ganzen Gebäcks brm Einstellen in den kalten Ofen beob- achtet Rehanschluß-Volksgerät Die von der bekannten Nora-Radio G. m. b h. Berlin-Charlotten- bürg, entwickelten und jetzt in großen Stückzahlen auf den Markt gebrachten Wechjelftrom-Netzemp- änger Form W 20 und Form W 20 L(mit ein- ebautem Freischwinger- L�utsorecheri konnten lurch rationellste Massenherstellung im Fließver- ahren in einer Qualität und zu einem Preise her- zestellt werden, w'e dies bisher kaum möalich schien.(Preis des kompletten Wechselstrom-Netzempfängers«infchließ' ch Röhren 85.50 Mark und des kompletten Wechielstrom-Netzempfängers ein- schließlich Röhren und eingebautem Freischwinger- Lautsprecher 107,50 Mark.) tzlexenr« Übergangj- kappe mit glänzen» den Stroh• Effekten und kleinem Schleier Eine tadellose Ver. aroeltung. ganz moderne Aermel. eine flotte Rückenpartie und ein großer molliger Pelzkragen machen den feschen Marengo- Mantel zu einem Prachtstück. 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ON Itbi' bps f/mr«.(~f" 1 n„Kampf der Frau für den 3. J- 10. tl. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 24. 24a. 26. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 36. 35. 38. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 46. 17. 48. 51. 53. „Die Frau in Politik und Abt. 20 Uhr bei Brandis. Ttralaucr Str. 10. So�ialisntus." Referentin Lisa Albrecht. Abt. Bei Mathia, Linienstr. 29.„Die Frauen im politischen Kampf." Referent Alfred Martwiß. Abt. Frauenabend bei Stein, Holfteinor User 14. Abt. Bei Scholz, Levetzowstr. 21.„Freiwilliger Arbeitsdienst und Ar- beitsdienstpslicht." Referentin Susanne Räder-Großmann. Abt. Bei Röstel, Putlitzstr. 10.„Ernstes und Heiteres in schwerer Feit." Bortragende Martha John. Abt. In der Schule Prtbusser Str. 22.„Erwerbslosennot und Erwerbs- losenhilse." Referent Stadtrat Karl Säineider. Abt. Bei Lenz, Demminer Str. 10.„Berfassungsfragen." Referent Dr. Günther Scheele. Abt. Bei Leufchner, Ackerst r. 110.„Die Gesundheitspflege im Arbeiter- Haushalt." Referent Dr. Drucker. Abt. Bei Klinge. Sellerstr. 14.„Die Lehren der Reichstagswahl." Re- ferentin Käthe Kern. Abt. Bei Sachse, Lindower Str. 20. Leseabend. Abt. 19'. Uhr pünktlich in der roten Schule, Gotcndurger Straße.„Hei- lerer Abend." Vortragende Klara Brat. Abt. Bei Wende, Koloniestr. 147.„Partei vor neuen Aufgaben." Refe- rentin Luise Kahler, MdL. Abt. Bei Winzer, Winsstr. 40.„Nun erst recht." Referentin Hertha Gotthelf. Abt. Lei Wcnzke. Carmen-Sylva-Str. 51.„Das politische Schlagwort." Referent Dr. Deutschkron. Abt. Bei Schmidt, Kniprodestr. 109. Bericht der Genossin Zern vom Wochenendkursus in der Bundesschule in Dernau. Abt. 20 Uhr bei Reche. Metzer Str. 20.„Zweck und Ziele der Arbeiter- woblfahrt." Referentin Gertrud Eisfelder. Abt. Im Sportrestaurant Eantiansiraße. Diskussionsabend. Abt. Bei Klug, Danziger Str. 71.„Kameradschaftsehe." Referentin Lola Malier. Abt. Bei Pohst, Lychener Ecke Stargarder Straße...Frauen im Kampf für den Sozialismus." Referentin Anna Nemitz, M. d. R. Abt. 20 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 30.„Arbeitsdienstpflicht und freiwilliger Arbeitsdienst." Referentin Dr. Maria Hirsch. Abt. Der Frauenabend findet erst am 5. Dezember statt. Abt. Bei Wertalla, Hohen lohestr. 3.„Die Frau und die politischen Parteien." Referentin EUsabeth Liebing. Abt. Bei Neumann, Gubener Str. 45. Wissen alle Frauen um unseren Sozialismus?" Referentin Gertrud Grötzinger. Abt. Der Frauenabend wird arf den 5. Dezember verlegt. ». 37. Abt. Pünktlich 19V? Uhr im oberen Saal der Patzenhofer Brauerei, Landsberger Allee 24/20. Lichtbildervortrag der Genossin Erika Riedel: „Einen Abend bei Zille", mit Lichtbildern und Schallplatten. Abt. In Emesis Gesellschaftshaus. Große Frankfurter Str. 30.„Politik im Einkaufstorb." Referentin Genossin Bielke. Abt. Im Jugendheim, Lindenstr. 4.„Psychoanalyse und Erziehung." Referent Dr. Ernst Gimmel. Abt. Bei Förster, Dreibundstr. 11.„Sozialismus als Weltauscharung." Referentin Maria Krische. Abt. Bei Schulz, Mariendorfer Str. 5.„Was hat die Frau vom neuen Reichstag zu erwarten?" Refcrentin Helene Schmitz, M. d. L. Abt. Bei Höhlte. Bergmannstr. 69.„Was hat uns das Gesetz zur Be- kämpfung der Geschlechtskrankheiten gebracht?" Referent Dr. Boeder. Abt. Bei Krepp. Planufer 75/70.„Die Frauen, im politischen Kamps. Referentin Hilde Kirchhcimer. Abt. Bei Ewald, Skalitzer Str. 120.„Die Frauen im politischen Kampf/ Referent Dr. Ir lius Moses. Abt. Bei Winzier, Reichcubergcr Str. 104. Wirtschaft." Referentin Marie Kunert, MdR. Abt. Bei Chwilkvwski, Wrangelstr. 07.„Gesunde Mütter— gesunde Kinder." Referentin Margarete Bartz. Abt. In der Schule Waldemarstr. 77.„Heiterer Abend." Referent Henry Reiff. Abt. Bei Buschmann, Ritterstr. 33.„Marxistische Kultur." Referent: Dr. Walter Groß. Abt. Bei Schellbach, Königin- Elisabeth-Str. 0.„Reiseerlebnisse" von Ge-' nossin Hallervorden. Abt. 20 Uhr bei Lux, Ufenau- Ecke Huttenstraße.' Leseabend. Hand- arbeit bitte mitbringen. Abt. Bei Reimer, Kant- Ecke Grirnstraße.„Wert der politisch geschrlten Frau für die Arbeiterklasse." Referentin Geriruv Hanna, MdL. 56. 79a. 82. 88. 89. 91. 92. 85. 96. 97. 98. 99. 99a 102. 102.1. 103. 106. 107. 108a. 114. 118. 131. 132. 139. 140. 140, Abt. Bei Liersch. Kantfit. 62.„Die Partei vor neuen Aufgaben." Re- ferent Dr. Gotthard Eberlein. Abt. Frauenabend bei Dohrrnann, Krummcstr. 32. Thema und Referent werden am Abend selbst bekanntgegeben. Abt. 20 Uhr bei Wurzbacher, Bahnhofs-Restaurant Grunewald.„Frauen- Probleme der Gegenwart." Refercntin Gertrud Ellert. Abt. 20 Ubr bei Jürgens, Barbarossastr. 5s. Vortragsabend der Genossin Elfriede Wollmann. Abt. 20 Uhr im Ledigenheim.„Heiterer Abend." Referent Hans Fr hr mann. Abt. 20 Uhr bei Schell Hose, Ahornstr. 15s.„Was ist Marxismus?" Re- ferent Stadtrat Horlitz. Abt. 20 Uhr bei Rohrmann, Hilbertstr.>9...Die Wirtschoftsanlurbc lung unter der neuen Staatsführung." Refcrentin Margarete Schenka lowski. Abt. Bei Iaeck. Sanderstr. 10.„Rechtsfragen des Tages." Refcrentin Erna Tichauer. Abt. Bei Boddin, Grimmstr. 1011. Literarischer Abend über den mexi kanischcn Dichter Traven, mit Schallplattcnvorträgen. Referent Genosse Knauf. Abt. Bei Schmidt, Kaiser. Friedrich- Ecke Elbestroße.„Regierungsnm bildtng und Sozialdemokratie." Referent I. P. Mayer Abt. Im..Kleinen Jäger". Hermann- Ecke Leykestraßc.„Berfassuugs- änderung und die Frauen." Referent Genosse Pete; len. Abt. In der Lesehalle Rogat- Ecke Ilscstroße.„Unsere Arbeit in der Gemeinde." Referentin Anna Bormann. Abt. Bei Kutzki, Leinestr. 1.„Unsere Arbeit im Stadtparlamcnt." Re ferentin Luise Moll. Abt. Bei Teich. Knefebcckstraße 135, Dr. Hans Cohn:..Autarkie und Ein- kaufskorb." Abt. Im Keller Hannemannstr. 40 Gen. Rode:„Erziehung gegen den Krieg." . Abt. 20 Uhr in der Schule Parchimcr Allee. Gen. Schreiber: � Arbeitsdienst- Pflicht." Abt Bei Haß, Baum schulen straße 72. Anny Wcilbammer:„Eine Stunde Zeitgeschichte." . Abt. A'a-Hos. Im Nen-Tivoli. Neue Krugallee 35.„Korperp'tege und Gymnastik." Referentin: Genossin Müller-Rau. Abt. Bei Trompter. Frischen- Ecke Luisenstraße. Heiterer Abend. Vortragender Vuggi Muck. Abt. Im Walokatcr. Stubenrauch- Ecke Kaiser-Wilhelm-Straße.„Frauenleven im Orient." Referentin: Erna Büsing. De Funktionärinnen treffen sich um 19 Uhc zu einer wichtigen Besprechung. Abt. 20 Ubr im Gemeinschaftshaus Falkenberg. Heiterer Abend. Bor- tragender: Franz Hosemann. . Abt. Bei Marr, Mahlsdorfer Etr. 1.„Die Stellung der Frau in den verschiedenen politischen Parteien." Referentin: Paula Kurgaß. Abt. Bei Schwarzer. Gadricl-Max-Str. 17.„Das Leben im Zuchthaus." Referent: Genosse Elchlepp. Abt. Bei Tempel. Gudcnnstr. T.„Der Wert der politisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse" Referentin: Nora.Henke Abt. In der Gemeinschaftsschule Dismarckstr. 12.„Frauen und Kinder in Sowjerrußland." Referent: Oswald Zicnau. Abt. 20 Uhr bei Klug, Dorfstraße.„Sozialistischer Aufbau." Referent: Dr. Milian Schümann. Abt. Im Jugendheim. Cchöneberger Straße 3. Alfred Henke:..Zeit- und Streitfragen." Abt. Bei Möbius. Ernst- Ecke Drostestraße. Ref.: Gen. Scharsschwert. Abt. 20 Uhr bei Schulz am Bahnhof Wittenau tNordbahn) Heiterer Abend. Vortragende: Margarete Fichtner. Dienstag. 29. November: 28. Al>t. 20 11>k bei Bartelt, Rnie- Ecke Wijrther Strafte IS. Rci. Ida Oioc�e: . Arbeiterwohlfalirt." 74. Abt. 20 Ubr im.Waldhaus", Svandauer Straße äO. Käthe Kern:„Will öitler Sozialismus?" 87. Abt. Bei Schulter. Maricnfcldc. Kirchltrafte 04, Gottlieb Reese:„Die Partei vor neuen Aufgaben." 84. Abt. Bei Kuhscld, Eelchower Straße 20,.Heiterer Abend. Vortragender: Puggi Muck. 104. Abt. Distuticrabend bei Pomp. Hasselwerderstr. 12. Leiter: Gen. Kerlten. 121. Abt. 17-! Uhr Treffunnkt am Eingang der Städtischen Gasmerte. Neue Friedrich- Ecke Stralaucr Straße, ftu einem vraltischcn Vorfllhrungsabcnd mit Verwendung von Gas beim Kochen, Braten, Backen. 122. Abt. 20 Uhr bei Porath. Marzahner Str. Ol. Arbeitsdienltpslicht oder Frei. williger Arbeitsdienst. Referent: Heinz Lvwi. >28. Abt. Wir beteiligen uns an dem Gastvchlehrvortrag der Städtischen Gaswerke, Neue Friedrich- Ecke Stralaucr Straße. >28. Abt. Zm Berliner Hos. Antonplah. Heiterer Abend. Vortragende: Friedet Hall. 127. Abt. 20 Uhr bei Rutzki, Dingclstädter Straße Ecke Landsberger Chaussee. ..Die Partei vor neuen Ausgaben." Referentin: Hertha Gotthelf. 187. Abt. 20 Uhr im Bolkshans Eckarnmeberstr. 114.„Die Partei vor neuen Ausgaben." Referent: Arthur Börner. Mittwoch, 39. Zlovembcr: 52. Abt. 20 Uhr bei Wolter, Kaiserin-Augusta-Allee. 52, Bunker Abend. Bor- tragende Elfriede Wollmann. 90. Abt. 20 Uhr bei Schabeiko. Weichselstr. 5.„Die Partei vor neuen Aufgaben." Referentin: Clara Bohm-Schuch'. M. d. R.. »8. Abt. Im Tivoli Weichselstr. 8.„Unser Abwehrkampf gegen den National. sozialismus." Refe reu!: Dr. Walter Groß. 120. Abk.» Uhr bei Tempel. Prinzenallee 45.„Politik im Emkauiskorb. Re- ferentin: Genossin Bielke Donnerstag. 1. Dezember: 22. Abt. Im Ratskeller, Limburger Straße. ,Was ist Sozialismus?" Referent: Gottlieb Reese. � � 69. bis 72. Abt. Im Piktoriaaartcn, Withelmsauc 114 blauer Saal,„�.ae Sozialdemokratie und der Umbau der Wirtschaft." Ref.: Dr. Ernst Rölting. 136. Abt. Diskussionsabcnd in der Baracke. ZoziaiMAeArdeilerjugendGroß-Veriin Einjendungen kür diele Rubrik nur an da? Iuguidl'ckretaciat Berlin SW GS Lindenstraße 2 vorn 1 Treppe rechts Zusammeniunft der Referenten. Ingcndbcirätc, 1. Vorsitzenden und Bil- c.'nasy bleute de? Werbebczirte morgen, pünktlich 19'.. Uhr, im Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuzdera, Porckstr. 11. Achtung! Nur mit Mitgliedsbuch und Einladung Zutritt.„Politische und organisatorische Probleme der Jugend- arbeit." Referent: Erich Schmidt. Reseren-en-Schule Genosse Denecke und Genosse A. Rosenberg heute, 'I pünktlich 9 Uhr, im Raum der Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 3, rv 2. Hof. heute, Sonntag, 27. November: Gesundbrunnen II: 18 Uhr bei Barr.— Schillerpart und Wcdding-Rord: 1� Uhr Heimabend Turiner Srraßc.— Faltplatz I: 19 Uhr�Gleimstr. 33— N Bunter Abend.— Nordost l: 18 Uhr Heimabend Danziger Str. 62, B 3.— Stralaucr Viertel: Besuch des Zeughauses. Treffpunkt 8:j Uhr am Heim.— Neukölln>11: Heimabend Bergstr. 29.— Wedding: Willdenowstr. 5. 19 Uhr Lichtbilderabend: Der Arbeiter in der Kunst und Lireratur.— Schönhauser Borstadt: Heimabend 19 Uhr Schönsiießer Str. 7.— Friedrichshagen: Fricdrech- straye 87. Heimabend.— Köpenick ll: Dahlwitzcr Sir. 15. 18 Uhr Heimabend. — Lichlenberg-Mittc: 18 Uhr Heimabend Scharnweoerstr. 22.— Tegel: 17G Uhr Besuch des Konzerts des Gemischten Chors im„Strandschloß". Eintritt frei. Gruppe Wcdding Nord. Sonntag Treffpunkt zur Fahrt 9 Uhr Müller- Ecke Seestraße. Bon 17 bis 19 Uhr Funktronärvcrsammlung im Heim Turiner Straße. Werbe benrk Wedding: Heimabende von 18— 22 Uhr in den Heimen Willde- nowftr. 5 und Turiner Ecke Seestraße. Werbebezirt Osten: Litauer Str. 18. Engels und sein Wirken für die Ar- beiterklasse. Referent: Genosse Dr. W. Lewinski. Beginn 20 Uhr. Heimösfnung 18 Uhr. Werbebezirk Schönebcrg: Hauptstr. 15. 20 Uhr politischer Insormationsabend und Informationen vom Bezirksparteitag. Werbebezirk Westen: Rosinenstr. 4. 19 Uhr Bunter Abend. Berbebczirk Teitowtanal: Lankwitz, Annastr. 12. 19 Uhr Bunter Abend. Werbebezirt Müggelsee: Iüngerenkursus um 15 Uhr im Parteiheim Köpenick (nicht 10 Uhr Dahlwitzer Straße). Was will die Arbeiterjugend? Leitung: Theo Thiele. Äerbebe.rnt Neukölln:„Der Querschnitt" probr Uhr pünktlich in der „Neuen Welt". Werbebezirt Lichtenberg: Kursus in Rüdersdorf: Aufgaben der Arbeiter- Zugend in der Krise. Referent: Gustav Weber Werbebenrk Reinickendorf: 9—13 Ubr Wittenau. Hauptstr. 13, Neue Schule, Kursus: Einführung in den Marxismus. 1. Teil. Leitung: Heinrich Iacubowicz. ZIlorgen, Montag. 28. November, 20 Uhr: Hansa: Bochumer Str. 8l.. Innenpolitische Tagcsfragcn.— Moabit>: Waldenserftr. 20. Lieder zur Laute.— Moabit II: Bremer Str. 70. Buntes Monatsende.— Arnswalder Platz ll: Schönlanker Str. 11, B. 3. Auf Walze. — Fallplatz l: Sonnenburger Str. 20. Kirche und Frcidcnkertum.— Falk- platz ll: Sonnenburger Str. 20. Der sozialistische Aufbau in der Sowjetunion. — Hohenschönbausen: Dingelstädter Straße. Italienischer Faschismus.— Humannplatz: Gleimstr. 33—35. Schallplattenabend.— Nordost ll: Danziger Straße 62, B. 3. Das Wesen der heutigen Wirtschast.— Schönhauser Borstadt: Sonnenburger Etr. 20. Bunter Abend.— Humaunplatz: Gleimstr 33— 35. Frei körperkultur.— Baltenplatz: Tilsiter Str. 4—5. Brettspielabend.— Stralaucr Viertel: Goßlerstr. 61. Lichtbildervortrag der Weihnachtsfahrt.— Hallesches Tor: Borckstr. 11. Arbeitsgemeinschaft.— Kottbusser Tor: Urbanstr 167. Lustiges Monatsende.— Luiscnstadt: Wassertorsir. 4 Buntes«Monatsende.— Cdar- lottenburq Süd: Spceestr. 30. Erfahrungen des Jugendgerichts.— Baumschulen- weg: Ernststr. 16. Foto-Abend.— Johannisthal: Rathaus. Brettspiele.— Friedrichsfeldc. Gunterstr. 44 Bunter Abend.— Karlshorst: Treskowallee 44. Politischer Rückblick.— Mahlsdors: Funktionärsitzung.— Tegel: Freie Scholle. Egidystr. 9. Lustiges Monatsende— Pankow(R.-F.): Kissingenstr. 48. Liederabend. Wcrbebezirk Schöncberq: Esperantokursus 20 Uhr Schule Tcmvelhofer Weg. Werbebezirt Tempclhof: Kursus: Das Kommunistische Manifest. Leitung: Genosse Flucke. Lyzeum, Götzstraße. Werbebezirt Neukölln: Alle Erwerbslosen beteiligen sich an der Erwerbs- losenzusammenkunft der Partei ab 1.5 Uhr Kanner Ecke Böhmische Straße. DRITTE BEILAGE VoMrts SONNTAG, 27. NOV. 1932 Präsidial- oder Volkswirtschaft? Wirtschaft für das Volk braucht keine Junker und Industrieherzöge— Weg mit ihnen! Das erste Präsidialkabinett. mit dem das deutsche Volk gesegnet wurde, hat den Leweis erbracht, daß Präsidialpolitik nicht nur eine Politik gegen das Volk, sondern auch eine W i r t s ch a s t s- Politik gegen die Volkswirtschaft ist. Es ist klar und eindeutig vor dem ganzen Volke demonstriert worden, daß eine Regierung, die sich nur auf eine schmale herrschende Schicht zu stützen vermag, auch ihre Wirtschaftspolitik nur auf die Interessen der privilegierten Oberschichten abstellen kann. Demoliratie bot clen fassen Schutz Es gibt heute in Deutschland wirtschaftlich zwei privilegierte Oberschichten: die ttrautjunker und di«? Schlotbarone, d h den Großgrundbesitz und das Großkopital. Die Revolution des Jahres 1918, die ungeheuer viel auf politischem und sozialem Gebiete umgewälzt hat, hat es nicht zustandcgebrocht, diese wirtschaftlichen Privilegien zu brechen. Aber solange die S o z i a l d e m o- k r a t i e noch einen Zipfel von Macht besaß, ge- lang es ihr doch wenigstens, jegliche politische und wirtschastspolitische Bevorzugung dieser beiden Schichten zu verhindern. Es ist nützlich, daran zu erinnern, daß unter der Regierung Braun in Preußen die entscheidenden lokalen Stühpunkte der politischen Macht der Junker, die Gutsbezirke, ausgelöst wurden und daß in Preußen wie im Reich die Sozialdemo- kratie aufs energischste daran gearbeitet hat, dem Großgrundbesitz im wörtlichen Sinn Schritt für Schritt Boden abzugewinnen. Es ist doch schließ- lich nicht mit einer Handbewcgung abzutun, wenn in dem Zeitraum von 1 9 1 8 b i s 19 31. in einer Zeit, die dauernd die höchsten Anforderungen an die beenglen Staatssinanzen stellte, dank der po- litischen und finanziellen Förderung durch den Staat 12 Pr o z des Bodens, der bis dahin de» Junkern Untertan gewesen war, i n bäuerliche Wirtschast übergeführt wurde. Und ebenso nützlich ist es, daran zu er- inner», daß es von der Revolution a» gelang, der Arbeiterschaft starke Rechte und Waffen gegenüber dein Großkapital zu verschossen. Und es ist angesichts der heutigen Loge der Dinge be- sonders interessant, daran zu erinnern, haß es in der vorpräsidialen Zeit sogar geschehen konnte, daß der Staat eine Arbeitergruppe in einer große» Lohnbewegung gegen die Schwerindustrie durch Reichstagsbeschluß materiell unterstützte. Rrivilejjienpolitih ist Drohnenschutz Und damit vergleiche man die Wirtschaftspolitik, die vom ersten Präsidialkabinett gegenüber den privilegierten Oberschichten getrieben wurde. Schon die G e b u r t s st u n d e dieses Itabinetts stand im Zeichen der Verteidigung der— wirtschaftlich bereits verwirkten— Besitzinteressen des Junkertums. Das Kabinett Pape» wurde ja mit deshalb ins Leben gerufen, um die S i e d- l u n g s p l ä n e der Regierung Brüning zunichte zu machen. So jagte unter dem Kabinett Papcn eine Stützungsmaßnahme für den Großgrundbesitz aus Kosten der Volkswirtschast die andere, und diese Politik fand ihre— allerdings nur vorläufige— Krönung in der großzügigen„Sanie- rung" der landwirtschaftlichen Genossen- s ch a f t e n— lies: B e s i tz st ü tz u n g des Groß- grundbesitzes— durch staatliche Subventionen von sage und schreibe 499 Millionen Mark Und ebenso wie die Krautjunker wurden die Schlotbarone aus dem unerschöpslichen prä- sidialen Füllhorn bedacht. Die zwei Milliarden Steuergutjcheinc sind im Grunde genommen gor nichts anderes als eine staatliche Subvention zur Stützung des kapitalistischen Besitzes. Wenn in einer Zeit, in der die Steuerlasten des arbeitenden Volkes dauernd erhöht werden und der Staat nicht weiß, wie er seines Defizits szerr werden soll, Milliardenanleihen aufnimmt und deren Ertrag den Besitzenden zur Versllgung stell! — und nichts anderes bedeuten ja die sogenannten Steuerguischeine—, so ist dos die krasseste Jntcr- essenten- und Besitzstützungspolitik, die sich über- Haupt vorstellen läßt. Und es ist geradezu eine Verhöhnung des Notschreies des Volkes nach A r b e i t s b e i ch a s j u n g. wenn man eine solche Politik als..Arbeitsbeschassungsprogramm" sir- miert. Aber es gibt eine Kehrseite dieser Privilegien- Politik, die man nie übersehen darf: Wenn jemandem etwas gegeben wird, so muß auch jemand da sein, dem man es nimmt. Dieser simple Tatbestand wird zwar vorläuiig durch die Form, in der die Geschenke verteilt werden, verschleiert. Die Geschenke werden nicht in bar ausgezahlt, sondern in tomplizierten Kreditformen. Deshalb sieht es aus den ersten Blick so aus, als würde niemand durch diese Gc- schenke belastet als die„Zukunft"' In Wirklichkeit aber gibt es in der Volkswirtschaft nur einen einheitlichen Spielraum für alle Ausgaben, mögen sie nun in bar oder in Kreditform gemacht werden. Besetzt man diesen Spielraum durch unnütze, un- produktive, volkswirtschastlich wirkungslose G e- schenke an privilegierte Oberschichten, so bleibt kein Raum mehr für Volkswirtschaft- lich fruchtbare Tätigkeit, für eine wirkliche Belebung der Volkswirtschaft. Aus diesen Gründen bedeutet präsidiale Wirt- schastspolitik zmangsläusig das Gegenteil von echter Volkswirtschaftspolitik. Zwangsläufig, wie gerade in diesen Tagen des Regierungswechsels betont werden muß Denn die soziale Grundlage der Präsidialregierung kann sich durch einen Personenwechsel in keiner Weise ändern. Diese soziale Grund- läge ist und bleibt die schmale Oberschicht, die ihre Interessen vom Gesamtintcresse durch die Bolksherrschaft bedroht und von der Präsidial- Herrschaft gewahrt sieht. Wirldiche Volkswirtschaftspolitik Mit dieser Feststellung ist indirekt auch schon gesagt, wie eine Politik aussehen muß, die wirk- lich den Ehrennanien Voltswirtschastspolitik vcr- dient. Ihre dringendste Aufgabe wäre natürlich eine echte Arbeitsbeschasfungspoli- t i k also das Gegenteil der präsidialen Privi- legienpolitik. Das heißt zunächst josortige Ab- stoppung der Ausgabe von Steuergutscheinen und dafür Ausnutzung des ganzen volkswirtschast- lich verfügbaren Spielraums an beschaffbaren Mitteln für eine planmäßige staatliche Arbeitsbeschaffung. Dabei muß insbesondere an die Gemeinden, den schwächsten Punkt der Arbeitsbeschaffungsfront gedacht werden Ist es nicht hellster Wahnsinn, daß Rlilliardea für unnütze Steuergeschenke hinausgeworsen werden, während die Gemeinden, wie jetzt wieder die Stadt Berlin, gezwungen sind, die schärfste„Arbeilsabschasfungspolitik" zu treiben, die sich denken läßt? Echte Arbeitsbeschaffungspolllik heißt aber auch, weiterhin eine Sozial- und Finanz- Politik, eine Handels- und Agrar- Politik, die wirklich die Belebung der Wirt- schaft durch Steigerung der Masjenkaufkraft, der Bolkscrnährung, des Exports und nicht nach be- rüchtigten präsidialen Mustern eine weitere Ab- tötung der Wirtschaft durch Abwürgung der Massenkaujkraft, der Bolksernührung und des Exports zum Ziel« hat. Aber darüber hinaus Haben die bisherigen und insbesondere die neuesten Erfahrungen gelehrt, daß die Aufrechterhaltung des junkerlichen und großkapitalistischen Besitzes Staat und Volks- Wirtschaft immer wieder der Gefahr der Wirtschaftskatastrophen, ver- schärft durch unfruchtbare Opfer der geschwächten Bvlkswirtschaft zugunsten dieser schmalen Besitz- schichten, ausliefert. Diese Besitzschichten haben eben ein für ollenial ihre wirtschaftliche Daseins- berechtigung verloren und können sich nur m«hr durch brutale Ausnutzung ihrer Sonderstellung für die Zwecke ihrer künstlichen Besitzerhaltung behaupten. Gegen dieses schwerste aller Uebel ist nur ein Kraut gewachsen: die endgültige wirk- schaftliche Entthronung der ungekrönten Könige die Deutschland knechten, das heißt die Enteignung des Großgrundbesitzes, der Schlüsselindustrien und der Großbanken. Es gibt heute in Deutschland nur eine Kraft, die diese Ziele durchzusetzen, das heißt die echte Volkswirtschaftspolitik zu treiben vermag. Diese Kraft ist die Arbeiterschaft. Und es gibt nur eine Partei, die die Zeichen der Zeit erkannt und den Kampf um diese Forderungen auf ihr Panier geschrieben hat. Diese Partei ist die Sozialdemokratie. Wer zur Einsicht gc- kommen ist, daß heule die Losung heißt: Volks- Wirtschaft gegen Präsidialwirtschast, muß darum auch die Konsequenz ziehen, und diese heißt: Bahn frei der Sozialdemokratie. Unter ihrer Führung wird das Marsche stürzen, das heute n o t d ü r f- t i g ge st ü tz t werden muß, weil es sonst von selbst zusammenbräche. Europäische Kriegsschulden Gefährliche Krise des englischen Pfundes Am 15. Dezember haben europäische Schuldner- staaten aus der Kriegsschuldenmasie an die Ver- einigten Staaten knapp 125 Millionen Dollar zu- rückzuzahlen. Auf Großbritannien allein entfallen zu diesem Zahlungstermin Zins- und Tilgungszahlungen von 95,6 Millionen Dollar und auf Frankreich 19,3 Millionen Dollar. England und Frankreich haben neben einigen kleineren Staaten die Regierung der USA. u m Aufschub dieser Zahlungen ersucht. Mit diesem woratoriumsgesuch ist der Schleier von dem wirren Komplex der Kriegsschulden gerissen worden. So wie sich Deutschland für die Reparations- leiftungen als zahlungsunfähig erklären mußte, sieht sich jetzt ein trotz aller Krisenwirkungen noch so reiches Land wie Großbritannien gezwungen, bei seinen Gläubigern um Zahlungsous- schub nachzusuchen. Bei Frankreich habe» die Dinge allerdings einen politischen Hintergrund, — Verkoppelung des deutschen Reparationsabkom- mens von Lausanne mit einem entsprechenden Er- laß der Kriegsschulden durch die USA.—, denn Frankreich wäre mit seinen riesigen Goldvorräten ohne weiteres in der Lage, seinen sinanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die Kriegsschuldenfrage, die jetzt zwischen England, Frankreich und den USA. zur Diskussion steht, geht aber nicht nur diese drei Staaten, son- der» die ganze Welt an, die nicht zuletzt wegen der politischen Schuldenzahlungen aus der unheimlichen Krisenkrankheit noch nicht erlöst worden ist. Mit der Verschärsung der Krise in allen Ländern und der ständigen Schrumpfung des Welthandels hat es sich immer deutlicher gezeigt, daß die Ausbringung gewaltiger Summen als Reparationen und Kriegsschuldenzahlungen und die Ueberkragung dieser Summen in ausländische Währungen, ohne wirtschaftliche Gegenleistung— denn die wirtschaftlichen Gegenleistungen für diese Milliarden sind während des Krieges im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert worden— eine glatte Unmöglichkeit darstellen. Großbritannien, das seit dem September ocr° gangenen Jahres die Goldwährung aufgeben mußte, bietet für diese Unmöglichkeit ein ebenso krasses Beispiel, wie Deutschland während der Jnslationsjahre, als es nach Erschöpfung seiner Goldvorräte Reparationen zahlen mußte Drei Faktoren haben bei England zusammen- gewirkt, um eine gefährliche Krise für die Psundwährung herauszubeschwören. Einmal waren es die im Herbst immer sehr starken Lcbensmitteieinfuhren nach England, die die De- oisenvorräte sehr beanspruchten, serner hinßten zum 1. Dezember große Beträge für die Riickzcchluug der Kriegsanleihe an ausländische Besitzer bereitgestellt werden, und als dritter entscheidender Faktor naht jetzt der Verhängnis- volle 15. Dezember, an dem England 95 Millionen Dollar von seinen Kriegsschulden an die USA. zurückzuzahlen Hot. Diese drei Faktoren haben, verbunden mit der Unruhe, die dem internatio- nalen Psundmarkt wegen der ablehnenden Jzaltung der amerikanischen Regierung erschütterte, in den letzten fünf Wochen einen schweren Sturz des englischen Pfundes zur Folge gehabt. Seit dem 17. Oktober ist das Pfund von Z.45 bis aus 3,20 Dollar oder, in Work ausgedrückt. von 14,50 bis auf 13,45 Mark fGoldparität 1 Pfund— 20,40 W.) gesunken. Das Pfund hat sich also in diesen Wochen um nahezu 8 Proz. entwertet. Es bedarf keiner näheren Begründung, daß dieser neue Verfall des Pfundes mit seinen slän- digen Kursschwankungen neue Unruhe in die Weltwirtschaft bringt und geeignet ist, die e r st e n K c i m e einer internationalen Festigung wieder z u v e r n i ch t e n. So droht neben anderen die Gefahr, daß ein verschärftes englisches Valuta- dumping auf dem Weltmarkt andere Länder zu Gegenmahnahmen in Form von neuen Zöllen und Kontingenten veranlaßt, deren verheerende Wirkung die Weltwirtschaft seit Jahren spüren muß. Die Ablehnung des englischen Ersuchens um Zahlungsaufschub bedeutet selbstverständlich nicht, daß die Amerikaner überhaupt nicht mit ihren Schuldnern verhandeln wollen. Die britische An- regung, die Zahlung zunächst in englischer Wäh- rung und nicht in Golddollars zu leisten, bezeich- nete zwar der amerikanische Senator Borah nur* als eine Art„verdünnten Woratoriums", dach erklärte er zugleich, daß diese Art der Zahlung einen gewissen Ausschub gewährleisten würde, so daß in der Folgezeit der Gesamtkomplex der schwe- benden Fragen, also Kriegsschulden, Abrüstung und die übrigen drängenden internationalen Wirt- schastsprobleme zur Aussprache gelangen würden. Diese Aeußerung eines führenden amerikanischen Politikers zeigt immerhin, daß man sich auch jenseits des Ozeans der Gefahren, die der ganzen Welt aus der gegenwärtigen Verwirrung drohen, klar bewußt ist. Kampf gegen Zugaben Durch die Zugabe-Verordnung vom 9. März 1932, die das grundsätzlich ausgesprochene Ver- bot der Zugabegewährung durch zahlreiche Aus- nahmen durchlöchert, ist der ursprüngliche Zweck des Gesetzes vereitelt worden. Die Zugabe ist ini Gegenteil auf der geschaffenen gesetzmäßigen Grundlage erst in Wirklichkeit legalisiert worden und wird seikdem in viel größerem Umfange als Propugandamittel benutzt, als vor Erlaß des Ge- setze». Um die aus einer solchen Entwicklung dem Einzelhandel erivachsenden Schäden abzuwehren, hat z. B., wie„Die Textil-Woche" erfährt, der Nürnberger Einzelhandel durch ein Abkomnien zwischen den Hausrotgeschäften und den Lebensmittelhändlern die Zugabe im dortigen Einzelhandel beseitigt. Den Anstoß gab der Eick- ichluß der Einzelhandelsgoschäfte, den Verkauf von „A b w e h r- K a f s e e" und„A bwehr-Mar- g a r i n e" aufzunehmen. Daraufhin erklärten sich die Lebensmittelgeschäfte bereit, auf die Zugaben freiwillig zu verzichten, wenn die Haus- Haltgeschäfte den Verkauf von Abwehrwaren unter- lassen wollten. Die beteiligten Firmen verpflichten sich außerdem, keinerlei Propaganda für Zugabe- artikel, seien es nun eigene oder solche von Liese- ranten, mehr zu betreiben. Deutfch-belg'schc kohlenverhandlungen abgeschlossen. Der steigende Kohlenverbrauch in Bel- gien hat zu einer Aenderung des Kontingent- Vertrages zwischen Deutschland und Belgien ge- führt. Da das deutsche Kontingent mit dem Stand der belgischen Kohlenförderung ver- tappelt wurde, ist durch die jetzt eingetretene Erhöhung der belgischen Förderung auch der Kon- tingentsfatz von 56,5 auf 55,7 Proz. mit Rück- Wirkung vom 1. Oktober d. I. heraufgesetzt. Ab l. Dezember erhöht sich aas Kontingent auf 62 Proz. Die Kontingente sür Belgiens g e- i a in t e Kohle n einfuhr betragen jetzt rund 145 666 Tonnen Großhandelsindex sinkt immer noch. Die vom Slatistischen Reichsamt für den 23. November berechnete Großhandelsrichtzahl ist mit 93,8 gegen- über der Vorwache(94, l) weiter um 3 Proz ge- sunken. Glatt wie ein Aal durch die schaumreiche Igemo-Rasiercreme MOUSON-FABRIKAT! Große Tube 75 Pfg., mittlere Tube 44 Fig. Abwehr der Konsumvereine Gegen die nationalsozialistische Konsumvereinshetze Vom Zentraloerband deutscher Konsumvereine wird uns geschrieben: „Vor einigen Wochen waren Brutalität und Zerstörungssucht die Hauptmerkmale des national- sozialistischen Kampfes gegen die Konsum- genossenschasten. Hunderte von Spiegel- scheiden konsumgenossenschaftlicher Verteilungs- stellen mußten an den blinden Eifer national- sozialistisch verhetzter Kreise glauben, so daß der Zentralverband deutscher Konsumvereine sich ver- anlaßt sah, bei dem zuständigen Ministerium vor- stellig zu werden. Die Lagerhalter und Ge- schäftsfllhrcr von Konsumgenossenschaften mußten damit rechnen, von den wilden Untermenschen dieser Partei aus der Straße niedergeschla- gen oder gar in ihren Wohnungen erschossen zu werden Auch heute ist diese Welle der Ver- rohung und der Brutalität noch nicht verebbt. Sie wird vielmehr geschärt durch die verleumde- rische Kampfesweise, die von den Nationalsozia- listen in ihren Zeitungen und Flugblättern geübt wird. Die Listen deutscher Geschäftsleute, in denen die Venossenschafter als„f r e m d r a s f i g e Emporkömmlinge" und als„V a m p y r e" bezeichnet werden, sind noch eine verhältnismäßig harmlose Art niederträchtiger Hetze Ebenso ist es nicht weiter verwunderlich, daß die Lügen über die steuerliche Bevorzugung der Kon- sumgenossenschaften und über ihre Stützung durch Riesenkredite in der nationalsozialistischen Presse einen willigen Verbreiter finden. Den Gipfel der Niederträchtigkeit und Gemeinheit bildet aber ein Schreiben, das neuerdings in fast allen Gegenden Deutschlands den Konsum- genossenschaftsmitgliedern zugestellt wird. Der Empfänger wird mit„Werter Genosse" an- geredet. Das Schreiben ist mit den drei Pfeilen der Eisernen Front geziert und schließt: „Mit Freiheitsgruß! Einige alte Konsumgenossen." In diesem Schmutzblatt wird nun über die Zahlungsunfähigkeit der konsumgenossenschaftlichen Sparkassen, über den drohenden Konkurs vieler Konsumgenossenschaften, über die Verschwendungs- sucht der Geschäftsführer, über die Ausgabe von Genossenschaftsgeldern für Parteizwecke geredet und dazu ausgefordert, aus diesen Dingen die Kon- sequenz zu ziehen und der Konsumgenossenschaft den Rücken zu kehren. Schurken besitzen in der Regel nicht den Mut, für ihre lichtscheuen Taten einzustehen: jedoch ge- lang es an einer Stelle, einen National- sozial! st en als Verbreiter dieses Schrei- bens zu ermitteln, so daß dessen Herkunft kein Geheimnis mehr sein dürfte. Das Gesudel, das in diesem Schreiben enthalten ist, ist einer Widerlegung nicht wert und kann nur als das gekennzeichnet werden, was es wirklich ist: eine ganz niederträchtige und gemeine Schurkerei! Die Konsumgenossenschaften sind es gewohnt, bekämpft zu werden. Seit ihrem Bestehen hat der Privathandel mit Argusaugen über sie gewacht und bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihre Gemeinschädlichkeit und Staatsgefährlichkeit darzutun versucht. Wenn auch die Gründe für den Kampf des privaten Einzelhandels gegen die Konsumgenossenschaften verständlich sind, so ist da- mit noch in keiner Weise die Art des Kampfes gerechtfertigt. Wenn es wahr ist, daß jemand um so mehr Unrecht hat, je wilder er sich bei der Verteidigung seiner Interessen ge- bürdet, so müssen der Einzelhandel und die mit ihm im Bund stehenden Nationalsozialisten heute restlos im Unrecht sein: denn an Niederträchtig- keit, Gemeinheit und Brutalität sind ihre Kamps- Methoden gegenwärtig kaum zu überbieten. Die Konsumgenossenschastsbewegung. die immer bemüht gewesen ist, sich einer ausrichtigen poli- tischen Neutralität zu befleißigen, hat auch gegen- über dem Treiben der Nationalsozialisten lange Nachsicht geübt. Das mag mit ein Grund dafür gewesen zu sein, daß die Angriffe der Nationalsozia- listen immer schäbiger und unehrlicher wurden Die Konsumgenossenschaften sind daher g e- z w u n g e n, auch ihrerseits ganz energisch gegen diese politische Partei Front zu machen, die sich mit den Interessen des Privatwirtschaft- lichen Mittelstandes identifiziert und sie durch ihre unehrliche und schäbige Kampfesweise unterstützt." Von den,«Redlichen Pionieren" zur Weltorganisation An vielen Orten bemühen sich sozialpolitisch interessierte Leute,«ine begrüßenswerte Form von (zusätzlicher) Ardeitslosenhilf« zu organisieren, in der Arbeitslose für Arbeitslose tätig werden(Küchen, Werkstätten). Wer denkt daran. daß aus solcher Gegenseitigkeitshilse unter Ar- beitslosen die Riesenorganisationen der Kon- sumgenoss«nschasten entstanden sind? Denn nichts anderes als«ine kärgliche Krisen- Hilfe sollte es zunächst sein, als im Jahre 184s> die arbeitslosen Weber, die„redlichen Pioniere von Rochdale" ihren kleinen Laden er- öffneten. Wie der Geist der Gegenseitigkeitshilse die Konsumgenossenschasten groß gemacht hat, das zeigt Professor Robert Wilbrondt eindringlich in einer kleinen Schrift„Konsumgenossenschasten" (Verlag von E. H. Moritz, Stuttgart). Aber der Verfasser wollte nicht so sehr die Ge- schichte per Konsumoereinsbewegung geben— wiewohl sie ausreichend beleuchtet wird, als viel- mehr ihre Bedeutung in der Gesamtwirtschaft und für die Entwicklung des Sozialismus auf- zeigen. Besser noch als die U m f a tz z i f f e r n in Deutschland 1030 fast 1,5 Milliarden Mark, in Großbritannien sogar 4,5 Milliarden Mark— spricht für die Bedeutung die(symptomatische) Tatsache, daß die Zündholzfabriken der Konsum- vereine als Preisregulatoren für das deutsche Zündholzmonopol bestehen blieben. Wenn man auch Wilbrandts Ansichten nicht immer teilen kann, nieniand wird die Schrift ohne Gewinn lesen. Wichtiges statistisches Material ist beigefügt. Deutsches Essener? Wirtschaftlichkeit auf Staatskosten Auf der wissenschaftlichen Tagung des Ver- eins deutscher EisenHüttenleut« in Düsseldorf kam der Vortragende Dr. Luykens zu dem Schluß, daß Zwangsmaßnahmen zu ver- mehrter Verwendung inländischer Eisenerze(Bei- m i s ch u n g s z w a n g) ebenso abzulehnen sei wie ein Erzzoll. Ministerialrat Arlt vom preußischen Handelsministerium kündigte an, daß zur Aufrechterhaltung der Wasserhaltung, das heißt zur Erhaltung der Fördertätigkeit, den Siegerländer stilliegenden Gruben neue S u b- o e n t i o n e n gegeben werden sollen. Man erfuhr aber auch über die deutsch« Crzver sorgung einiges, woraus sich erklärt, weshalb so viele deutsche Erzgruben heute stilliegen müssen und der Staat zu Subven- t i o n e n g e z w un g e» wird. Die viele Jahre hindurch an die preußischen und hessischen Erz- gruben gezahlten, sozial durchaus gerechtfertigten Subventionen sind nämlich wirtschaftlich nur deshalb verursacht worden, weil die Eigentümer dieser Erzgruben, das heißt die Ruhrkonzerne, sich immer mehr von der Per- Wendung deutscher Erze abgewendet haben. Auch nach dem Verlust des Lothringer Minettegebiets, in der Inflationszeit, betrug der Anteil deutscher Erze bei der Verhüttung noch 4 5 P r o z. Seitdem ist der Anteil auf 1 6, 5 P r o z. gesunken. Die Hochöfen an der Küste verbrauchen überhaupt nur ausländische Erze. Das Ruhrgebiet verwendet nur 7bis8Proz. deutsche Erze; 93 Proz. aller Auslandserze werden allein im Ruhrgebiet verhüttet. Nun soll nichts gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gesagt werden, der aus- ländische Erze mehr empfiehlt als inländische. Di, Herren von der Ruhr haben nun aber den N at i o n a l st o l z gepachtet: sie haben jedoch nie viel Wesens daraus gemacht, daß sie, um beiin Geldmachen besser abzuschneiden, deutsche Gruben und deutsche Arbeiter in Massen stillegten und dann noch den Steuerzahler für ihre„wirtschastlichen Maß- nahmen" bluten ließen. Diese Art Moral ist schon schlimm genug, wenn sie auch nichts als kapitalistisch ist, und der Kapitalismus braucht ja kein Vaterland zu kennen, wenn man nicht gerade vor teahlsn steht. Aber es ist doch noch zu vermerken, w i e dumm bekanntlich der Grundsatz der Wirtschaft- lichkeit bei der ausländischen Erzbeschafsung an- gewendet wurde: die berühmten schwedischen Erzverträge der Ruhrkonzerne, auf eine ewige Eisenkonjunktur mit festen Preisen ab- gestellt, haben sich so ausgewirkt, daß heute fast ein ganzer Iahresbedarf auf Lager liegt und enorm« Zinsen kostet. Belebte Walzwerksproduktion Wie die Roheisen- und Stahlwerksproduktion, sind im Monat Oktober auch die Leistungen der Walzwerke infolge der neuen Reichsbahn- oufträge und verschiedener in Durchführung de- grifsener Russenaufträge erheblich gestiegen. Die Produktionsmenge erreichte rund 368 550 gegen 291 136 Tonnen im September. Arbeitstag- l i ch erhöhte sich die Produktion von 11 198 auf 14 175 Tonnen, also um rund 2 6,6 Proz. SchnesstlsfOl sdiworz oder braun lad- c« gummi, ml» Ripikragen. 5? Berlin&W 19, lindenstr. 42 (nahe Oänhoffplatr) Filiale: SO 16, Michaelloichploiz I lelefon: Dönhoff a7 8360»361 Kreditberechtigt sind olle Beomfe. Angestellte und Arbeiter bitten wir beim Einkauf einen Krediticheck unseres Vertrauensmannes in ihrem Betriebe oder das Mitgliedsbuch einer Berufsorganisation beizubringen Htelne Anzeigen, wivkunQSveU und billig. 1 0 PJ' Wiederholungsrabatt: 5mal 5%,Zma\7'A%. 12mal 10%; lOOOWorte Abschluß 10%, 2000 Worts 15%, AOOOWorte ' 000 Worte 25%. 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Bis zu diesem Punkt ein leider typisches Strolchoerbrechen. Nun aber wird der junge Mann entfesselt, das bewußtlose Mädchen an den Baum gebunden. Der junge Mann wird buchstäblich gekreuzigt und die vier Männer versuchen sich im Wersen ihrer frisch gewetzten Taschenmesser auf den Kör- per des Wehrlosen. Ein Förster überrascht die Szene. Zwei der Uebeltäter entkommen. Alle vier sind ebenso wie die Täter der früher geschilderten Verbrechen Arbeitslose. lieber eine belebte Straße wird ein Draht- seil gespannt, urit teuflischer Genauigkeit in einer solchen Höhe, daß der im Auto sitzende Mensch gerötet werden muß. Das Drahtseil lrennt im Bruchteil einer Sekunde die Köpfe zweier Menschen von ihren Kör- pern... � Werden Sie nicht undeguldig und hören Sie weiter zu: Großes Winterfest der Jugend in H. Der zugefrorene Teich ist der Mittel- punkt des Festes, an dem sich— wohlgemerkt!— auch die proletarische Jugend be- teiligt. Die gewissenhafte Stadtverwaltung läßt den Plag etwa zwei Stunden vor dem Beginn des sportlichen Kampfes genau kon- rrollieren, die Tragfähigkeit des Eises wird einwandfrei festgestellt. Während des Wett- laufens stürzen zwei Knaben und ein Mäd- chen in ein mit Gewalt aus dem festen Eis gebrochenes Loch, alle drei ertrinken, che Hilfe zur Stelle ist, vor den Augen einiger tausend Zuseher, Vätern und Müttern. Irr- mm der Sachverständigen? Ein Bubenstück unreifer Menschen? Die Tat eines Wahn- sinnigen? Oder am Ende gar nur ein böses Spiel der Natur? Leider nein, leider nein! Die Gendarmerie untersucht lange und gründlich, die Aufhellung des-Verbrechens erscheint unmöglich, aber das Unmögliche ge- lingt dennoch: Zwei arbeitslose Menschen werden verHaftel und gestehen die Tal, die sie sich nicht erklären können. Die Zeitungen schreiben fünf Tage und dann herrscht großes Schweigen. In P. ereignet sich etwa zur gleichen Zeit das Folgende: Ein promenierendes Paar wird von einem Mann um Feuer gebeten. In dem Augenblick, da er sich anschickt, dein Ersuchen Folge zu leisten, wird die Frau von zwei jungen Burschen zur Erde geworfen. ihres Schmuckes beraubt(es stellte sich aller- dtngs später heraus, daß es wertloser Tand war), der zu Hilfe eilende Begleiter wird schwer mißhandelt. Kann ein oberflächlicher Beurteiler bei diesem noch von einem Raubanfall aus Eigennutz sprechen, so ist dies bei dem Ver- brechen, dessen Schauplatz die Stadt H. war. nicht mehr möglich. Hier schoß ein Mann auf der Straße zwei ihm gänzlich fremde Menschen nieder. Ach, wie gern hätte man an die Tat eines Geisteskranken geglaubt! Aber der Täter war ein Llrbeiter ohne Ar- beit, gut beleumundet und gestinden Geistes. Seine Motivierung war ganz simpel: Er wollte seiner Not, seinem Leben ein Ende setzen und durch seine Tat die Aufmerksam- keit der Welt auf die Lage der notleidende» Menschen lenken. Dies gelang ihm, er hatte die Aufmerksamkeit für die Dauer zweier Morgen- und dreier Abendblätter... Lassen Sie mich schweigen von den vielen Morden und Selbstmorden aus Not. Sie ge- hören nicht zu meinem Thema, obwohl auch hierüber viel zu sagen wäre und die Unglück liche Mutter, die den Kinderwagen mit ihren drei Kindern unter dn- einhersausende Straßenbahn schleuderte, sich nachstürzend. dainü das olles, Hunger, Not und Elend ein Ende nehme, wird nicht sobald vergessen werden. Wer all dies gehört, wie gesagt. nicht zu den Verbrechen der Zeit, Verbrechen, die für unsere Zeit typisch sind. Nur auf eine Kette ziemlich gleichartiger Verbrechen will ich noch hinweisen, auf die noch immer aänzlich unaufgeklärten Eisenbahnverbrechen. Äirch von diesen will ich nur eines hervor- heben, das Verbrechen von T-B. Menschen— wie viele e.s waren, weiß man nicht— legten unter schwierigsten Ver- hälrnissen und unter Zuhilfenahme großer technischer Kenntnisse Sprengkörper, die zum Teil in den Eisenbahnschienen, zum Teil an der Bahnböschung eingebaut waren. Der Schnellzug rast heran, drei Waggons wer- den buchstäblich in der Luft zerrissen, zwei Waggons stürzen über die Brücke in den Strom. Dreiundzwanzig Menschen büßen ihr Leben ein, Männer, Frauen, Kinder, Greise. Ungezählte Menschen wimmern, schreien, weinen— es dauert Stunden, bis ihnen Hilfe gebracht werden kann.— Einen Moment lang horcht die Welt auf, denn ganz ähnliche Verbrechen gab es kurze Zeit vor- her in Skandinavien, Deutschland und Iugo- slaivien. Moit glaubt, daß nur eine Organi- sation von Verbrechern für die Tat verant- wortlich ist, denkt an eine radikale politische Organisation, verhaftet jede Stunde den cinzig-richtigen Täter, um dann einzuge- stehen, daß man den wirklichen nicht fassen kann. Nur einen Moment lang dauert das Aufhorchen der Welt an, im nächsten ist alles vergessen Wahlen, Sturz der Währungen, Ministerbesuche in fremden Ländern, interessante Fußballkämpfe(Rapid siegt gegen Sparta 4: 3), die Vorbereitung einer Operettenneuheit, die sechsundachtzigste end- gültige Erfindung gegen das Altern nehmen das Interesse für sich in Anspruch, aus den Toten wird ein Akt und die Polizei fahndet nach den Tätern, nicht mehr fieberhaft wie in den ersten Tagen, aber immerhin: sie fahndet. Wäre diese Welt, in der wir leben, nicht so überaus korrrnnpien, durch Geld und ina- terielle Interessen, sie müßte aufhorchen und sich über diese Verbrechen Gedanken machen. All den Untaten, über die ich Ihnen be- richtet habe, ist das eine Moinent gemein- som, daß sie fast keine materiellen Beweg- gründe aufweisen. Man greift sich an den Kopf und sucht vergeblich nach einer Erklärung, was in den Köpfen dieser Täter vor- gehe! Nun, gar so schwer dürfte des Rätsels Lösung vielleicht doch nicht sein. Denken Sie, daß junge, kräftige gesunde Menschen durch Wochen, Monate, Jahre müßig gehen. Von den Millionen arbeitslosen Menschen unseres Landes sind über hunderttausend, die seit zwei Iahren ohne Beschäftigung sind. Lasse» Sie alle Bibel- und Fibelsprüchlein beiseite, denken Sie gar nicht daran, daß Müßiggang aller Laster Anfang sei, sondern dcnkeit Sie, ob es möglich ist daß all die Kraft dieser jungen, gesunden Menschen brach- liegen kaitit. Das geht nicht. Sie ist über- schüssig, sie sucht Ventile und muß sich ent- laden. Ja. gibt es denn wirklich noch Menschen, die glauben, daß eine solche Ent- ladung long aufgespeicherter Kräfte ohne Ge- walt erfolgen könnte? Solche Gedanken wären Leichtsinn, sie wären verbrecherischer Leichtsinn! Der Sturmzeichen gibt es viele in unseren Tagen— kein Zweifel, die Welt unserer Väter, die Welt unserer Jugend, unserer Ge- neratioit geht in Trümmer. Wir lebe» und sehen nichts, und die Menschen, die helfen könnten, verschließe» ihre Ohren, Hirne und Herzen. Sie haben Augen und sehen nicht, Ohren und hören nicht, Hirne und denken nicht, Herzen und fühlen nicht. Wohlan, die Flut wird kommen und unrd sie verschlio- gen, sie und uns, damit Platz nicrde für... wofür, wofür?" (Fortsetzung folgt.) Alice Skerl ffiolhholm: Terkäuferm den Wecker„Qliickliche Wlorgenfiunde Die Slrumpiverkauserin Schmidt schläft einen unruhigen Margcnschlaf. Der Schlaf gegen Mar- gen ist eine komische Sache- der Schlafend« ist ichon halb im Geschäft. Er bemüht sich aber, sich selber einen tiefen, durch nichts getrübten Schlaf vorzuschlafen... Der Schläfer weiß: um ö'A Uhr schrilli der Wecker. Das bedeutet: irrsinnig schnelles Aufstehen, angedeutetes Frühstück, Laden- tisch, einen Berg von Strümpfen, drängende Kundinnen, Geschrei, ein bedrohlich lächelnder Abteilungsleiter... kurz: das Erwerbsleben. Fräulein Schmidt könnte jetzt hervorragend schlafen, wenn der Wecker nicht wäre. Der Wecker ist.ihr Unglück. Ein Unglück aus. Glas, etwas blitzendem Rand, dummen Ziffern und der Ichrillen Stimme einer Bermietungshere am Ersten. So wenigstens erscheint der Wecker seiner Besilzerin Schmidt. Die Hersteller sind anderer Meinung. Sie haben den Wecker„Glückliche Morgenstunde" mit vielen poetischen Inseraten aus den überfüllten Markt geworien. Fräulein Schmidt war von der Poesie und dem geradezu geschenkten Preise gefesselt. Jetzt steht die„Glück- liche Morgenstunde" aus der Kommode und»er- dirbt Fräulein Schmidt jede glückliche Morgen- stunde... Rrrr... rrr... rrr... Fräulein Schmidt fährt hoch und lächelt listig. Sie hat gestern abend ihren Quälgeist aus 6 Uhr statt aus 6A Uhr gestellt. Soll e r sich jetzt ärgern! Sie— Fräulein Schmidt— wird be- Qrigory Oicherojf: Es sind die heißesten Tage in Posilano: der Strand bebt und dampft von den herabprasselndcn Feuersalven, das Meer liegt weich und glatt und un- hörbar von Flain- mengarben durch- stoßen im flimmernden Raum, der gan ze Himmel glüht, und das bißchen Kobalt, das nach übrig blieb schmilzt longsam ab. Ich liege und lausche in das stumme Brodeln um mich— drehe mich langsam, unter der Last des heißen Lichts, auf den Rücken und schaue in die Höhe. Im weiten Kreis stehen die Berge, hohe User mit übergeneigten Bäumen— und ich dünke mich ein winziger Fisch, liegend aus dem Grunde eines tiefen Sees. Klar und durchsichtig ist dessen Wasier, ist kaum von seidigen Wogen durchzogen: und ich bin wunschlos, ich bin ja ein kleiner Fisch, ich blicke neugierig zur Ober- stäche hinauf, ob dort sich etwas zeigen wird— Stunden um Stunden, Ewigkeiten.. haglich weiterfchlofen, hihi!— Einsame Menschen verfallen aus die sonderbarsten Vergnügungen. Seitdem Fräulein Schmidt mit ihrem wenig treuen Freunde„schuh" ist, macht es ihr Spaß, den Wecker zu ärgern. Dabei weiß sie: in einer halben Stunde hat der Wecker recht, und sie springt gehorsain aus dem Bett und ins Waren- Haus. Fräulein Schmidt ist sehr, jehr müde. Ihre Müdigkeit ist schwerer als das vertrackteste Kreuz- worirätsel für gluckliche Nichtstuer. Sie schläft sofort wieder ein. Gestern war ein heißer Tag in ihrer Abteilung. Alle Frauen Berlins mußten plöglich die annoncierten billigen„Strümpfe mit kaum sichtbaren Fehlern" haben. Die Welt ver- gaß alle anderen Sensationen: Ministcrwechsel, Selbstmorde, neue Filme, Geburtstagsfeiern, Hungerrckordc... Es gab nur:„Strümpfe mit kleinen Fehlern." Selbstverständlich durfte nicht der kleinste Fehler an den Strümpfen mit kleinen Fehlern sein! Dafür gab es ja in Berlin ein Fräulein Schmidt. um die fehlerlosen Paare hervorzulocken, wenn nicht gar hervorzuzaubern. Eine ekelhaste Beschäftigung. Fräulein Schmidt schüttelt sich im Traum vor Widerwillen. Ist sie eine Variete- nummer? Sie haßt Zauberkunststücke hinterm Ladentisch nachmittags vier Uhr! So etwas ge- hört auf die Bühne. Und am späten Abend, wohlgemerkt! Mein Gott, was ist denn nun mit Fräulein 3)ie Stile Plötzlich schrille Schreie, Gequiek, Kmderlache». Am Strande stehen Mädel und Buben um elwas Hüpfendes herum. Ich gehe hin und sehe eine junge Eule»ist aufgerissenem Schnabel, mit vom grellen Licht geblendeten Augen, mit herabhängende» Flügeln immer wieder in den kurzen Schatten der Kinder taumeln, um sich zu verstecken. Umsunst: mit Steinchen und Fußtritten immer wieder zurück, muncr wieder hinein in den blendenden Kreis. Als ich den Kindern den gemarterten Vogel weg- nehmen will, packen sie ihn und laufen fort— und rufen:„Zwanzig Lire für den Vogel, Herr, nur zwanzig Lire." Ich lege mich wieder in die Sonne, ich vergesse die Eule ganz— und die Kinder kommen wieder und verlangen einen Lire Ich zahle: nehme den halbtoten Vogel in meinen.Hut: trage ihn auf mein Zimmer: bette ihn in eme dunkle Schublade. Die Eule liegt mit halbgeschlosienen Augen: sperrt von Zeit zu Zeit chren großen Schnabel auf. weit und stumm. Etwas Wasser, das ich ihr mit einer Pipette einspritze, nimmt sie nicht auf. Phosphorit, haßvoll starrt ihr dunkles Auge mich an: ein Zittern zuckt kurz durch ihren Körper. Sie bäumt sich knapp aus— fällt: chr harter Schnabel schlägt leise aus. Noch letztem orange- gelbe.n Aufleuchten erlischt ihr Auge. Longe stehe ich über die Schublade gebeugt. Ich fühle das Licht von vorhin in mir erlöschen... Viel später trage ich die Eule in den Garten und begrabe sie. Schmidt los? Sie wälzt sich ruhelos in ihrem friedlichen Bett hin und her. Nicht ohne Grund, werter Leser!— Sämtliche Strümpfe haben plötz- lich Riefenlöcher, und Fräulein Schniidls Verkauf ist ein Riesenfehler! Fräulein Schmidts Traum offenbart geradezu eine Lubitfch-Regie. Endlose Prozession reklamierender Kundinnen. Sic schwenken Löcher mit Strümpfen... Der Ab- teilungsleiter(ein Augstiraum für sich!) schnauzt: „Fräulein Schmidt, wenn Sie solche Strümpfe verkaufen, fliegen Sie in die Stempelstelle! Wo haben Sic Ihre Augen? Schlafen Sie??" Fräulein Schmidt schläft und stöhnt. WtZpum weckt sie der Wecker nicht auf? Aus reiner Bos- hcit wartet er bis 6A Uhr. � Jegt zeigt die Uhr auf KU... Fräulein Schmidt lächelt plötzlich im Traum.. Sie hat die Strumpfkatastrophc in Traumabgrund Nr. 198 verbannt und befindet sich nunmehr beim Sonnabendtanz vor vier Wochen. Mit ihrem wenig treuen Freunde. Sic tanzen»ach der Von Leiden befreit Ich litt seit 5 Iahren a» rheumatischen Schmerzen in den Beinen und Armen. 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Geburtstag erfüllt, endigl seine osfi.tielle Tätigkeit als Musikreferent, als Or- ganisator des staatlichen Musiklebens in Preußen Gndigt eine Tätigkeit, die mehr war als etwa nur «in Amt(das es vor ihm ja gor nicht gab): seine von keinem andeven so klar erkannte, so zielbewußt in Angriff genommene persönliche Leistung vielmehr, mag auch sein Wollen und Tun, sein Planen und Vollbringen, seine ganze Arbeit in den letzten Ii Iahren dem rückblickenden Historiker heute schon zeitnotwendig, fast jelbstverstäniZlich erscheinen. Gerade dies aber ist ja das größte Verdienst, das einer in der chaotischen Weglosig keit des geistigen Lebens dieser Tage überhaupt erringen kann: zu erkennen, was ist, zu erfassen. was not tut: und seine ganze Kraft dort einzu- setzen, wo man sie braucht, damit das später als notwendig zu Begreisende auch wirklich entstünde. Mit dem Amt freilich endet keineswegs die Aufgabe, die er sich selbst gesetzt hat, die ihm vom Schicksal gestellt wurde. Wie sie ja auch nicht erst mit amtlichen Bemühungen etwa begonnen hatte. lo fruchtbar die auch gewesen sein mögen: so sehr jeder, der es in den kommenden Jahrzehnten unternehmen sollte, die Beziehungen von Staat und Musik in irgendeiner Weise zu gestalten, be dingungslos an dem wird weiterbauen müssen. was von ihm stammt und seinen Namen trägt Nein, was er tat, war mehr als Amt, Beruf, es war Berufung: als Musiker glaubt er an die Lekensnotwendigkeit der klingenden Kunst: als Pädagoge verfocht er den wunderbaren Satz:„Das Musikalische sei in jedem Menschen beheimatet*' als Sozialist erkennt er die daraus resultierende kulturelle Verantwortung. So wurde der Inten pret zum Lehrer, der Lehrer zum Soziologen und Sozialpolitiker— so wurde ein Mensch, der die geschlossenen und sicheren Kreise bequemer lieber- lieferung und kunsleigenen Denkens verließ, um Wege zu bahnen und Brücken zu bauen zwischen den Menschen und der Musik, der bitteren Wirk- lichkeit und dem tröstenden Spiel, den gestaltlos vorbeijagenden Tagen und glanzvoll gestalteter ewiger Schönheit. Wenige sind es, die solche Wege gehen: und die sind dann mit allen Sorgen der Zeit be- laden, mit all ihren Irrtümern und Unsicher- heiten gesegnet, die bleiben immer am Ansang und kommen nie zu Ende. So ist. auch für Kestenberg das offizielle Ende sicherlich nur ei» neuer Impuls im ewigen Neuanfangen im Dienst der Idee, der sein am Gipfel angelangtes Leben auch weiterhin(für ihn ist es selbstverständlich, w i r wünschen es uns) gehören wird. .�ruolck Walter. Melodie:„Warum küßt dein Mund so heiß?� Welch idiotische Frage! Wie überslüsiig außer- dem! Nach eisgekühlten Küssen verlangt weder Fräulein Schmidt noch die übrige Menschheit. „Warum küßt dein Mund..." Fräulein Schmidt drängt sich antwortsuchend an ihren Partner. Liebe ist unverbesserlich neugierig. Im übrigen befindet Fräulein Schmidt sich nicht auf einem Tanzboden, sondern im Paradies. Der Traum- tänzer hat nur Auge für sie. Wie es sich gehört. Er ist bedeutend verliebter, als er es jemals.n Wirklichkeit war... Fräulein Schmidt, von neuem Vertrauen erfüllt, flüstert ihm etwas zu. Der Traumkavalier ist an dieser Mitteilung derartig hochinteressiert, daß er(wenig kleidsam übrigens!) Mund und Augen aufsperrt. Aber wie rührend und wie schmeichelhaft!—„Liebster.." haucht die Verkäuferin Schmidt.„Deine Untreue ist ein ganz kleiner Fehler... kaum sichtbar, Liebling!* � Der Liebling beugt sich reuevoll zu Fräulein Schmidt herunter. Großaufnahme. Jetzt hat er nicht nur Mund und Augen, sondern sogar sein -herz weit aufgesperrt! Ob er sie küssen wird? Ein 5Zuß mit kleinen Fehlern? Oder gar ein erstklassiger Modellkuß?-- Fräulein Schmidt schließt in berechtigter süßer Erwartung die ohne- hin geschlossenen Augen... Es Hot nie einen Krach mit Liebling gegeben! Liebling ist edel. treu, etwas einfältig und sinnlos oerliebt!... Rrrr... rrr... rrr... Ist es zu glauben? Der Wecker„Glückliche Morgenstunde" zerreißt das zarte Idyll. Es gibt keinen Liebling! Keinen Tanzboden, keinen tro- pischen Kuß. Es gibt kein Glück... Es gibt bloß Strümps« mit kleinen Fehlern, die keine sein dürfen, und einen Wecker„Glückliche Morgen- stunde". Glückliche Morgenstunden gibt es natür- lich auch nicht. Fräulein Schmidt sieht sich mit wilden Augen tun. Wer ist schuld an ihrem Unglück, an ihrer Verlassenheit, an Lieblings Untreue? Wer sonst als dieser widerwärtige Wecker?— Soeben hat dieses Biest Fräulein Schmidt aus dem einzigen reinen Glück der Angestelltenmenschheit gerissen! Man stelle sich vor: Liebling wollte ihr nach endloser Pause einen Tropenkuß geben, und der Wecker(diese Mißgeburt einer gefühllosen In- dustrie!) hat es einfach nicht erlaubt!! Wie dumm diese Ziffern grinsen. Wie auf- reizend das tickt! Und wie sticht der falsche Silber- glänz Fräulein Schmidt in die nachtgrvßen, sehn- süchtigen, überanstrengten Augen! Suchen Sie mal den ganzen Tag kleine Fehler, die keine sind!— Umbringen müßte man diese Welt, die sich derartige Beschäftigungen für eine Liebende ausdenkt! Eine neue Welt ausbauen. Ohne Strumpfe mit kleinen Fehlern! Ohne.. Zu Hilfe!! Ein Mord geschieht! Fräulein Schmidt hat den Wecker hart angepackt. Windet er sich unter ihrem erbarmungslosen Griff? Ein lauter Knall... Die„Glückliche Morgenstunde" liegt besiegt am Boden. Eine harmlose Industrie- leiche aus Glasscherben, verbeultem Silberblcch und einem gebrochenen Weckerherzen. Das mörderische Fräulein Schmidt macht sich indessen siegestrunken auf den Weg ins Waren- haus... Tatsächlich siegestrunken. Ist diese Per- son denn ganz von Sinnen? Noch heut« wird sie einen Wecker ,. Glückliche Morgenstunde" kaufen. Zu geradezu geschenktem Preise. Die Industrie reibt sich die Hände. Wären doch alle Verkäuferinnen so temperamentvoll wie dieses Fräulein Schmidt!(Leider sind die meisten abge- stumpft wie alte Rasierklingen!) Sollen sie mar- aens ruhig Wecker zertrümmern.. diese Gänse! Sie werden abends neue kaufen. Die Industrie lächelt... Selbst die Empörung der Angestellten kommt den Unternehmern zugute... Das ist mehr, als man erwarten darf. Eine prächtige Welt!— Nächstens werden wir Wecker mit kleinen Fehlern herstellen! Fräulein Schmidt wird sie gewiß zu ermorden wissen... Fräulein Schmidt ahnt nichts von der Freude, die sie der Wcckerindustrie bereitet hat. Unge- achtet ihres Sieges verkauft sie Strümpfe mit kleinen Fehlern. Ihr Rausch ist verflogen. Jetzt findet sie einfach, daß ihre Nerven nicht mehr ganz auf der Höhe sind. Aber vielleicht ist es der Kopf?--- Fräulein Schmidt lächelt hilselos...chachteln"1 Operette von Hermann Haller. 20.55: Weiter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 28. November 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Breslau: Frühkonzert. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.�): Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20; Die„Neuberin" von Brasilien. Erlebnisse auf einer Theatertournec. 15.35» Klaviermusik. 16: MädchenÜeder. 16.15; Das Zeitalter der Entdeckungen 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30; Wir bauen eine Weihnachtskrippe. 17.45: Dr. Ueberall erzählt 18.05: Lieder von Konrad Ansorge. 18.30; Der Hörer und sein Apparat. 18.40: Dürfen wir Ihnen raten? 18.55; Die Funkstunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10- Unterhaltungsmusik. 20.20: Johannes Kirschweg lie.st eigene Prosa. 20.40: Zeilgenössische Orchestcr- musik. 21.10: Wir erinnern an Freiherrn von Ketteier. 21.26; Mozart-Konzert 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 29, November 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert, 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die \ icrtelstunde für den Landwirt. 13.30: Wetter-, und 'Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20: Die Krankenstube. 15.35; Cellomusik.f 15.55: Lieder. 16.15; Im Faltboot durch norwegische Fjorde. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittags- kenzert. 17.30: Jugendstunde. 17.45: Zum 300. Geburtstag J. B. Lullys. 18.30; Bücherstunde. 18.55; Die Funk- stunde teilt mit. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Zeit- gemäßes Gespräch unter Führern des Auslandsdeutschtums. 19.40: Unterhaltungskonzert. 20.15: Sendespiel: „Prinz Friedrich von Homburg" von Kleist 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.40: Aus Hamburg: Spätkonzert. 23: Stunde für die soziale Radiohilfe. Danach aus Hamburg: Fortsetzung des Spätkonzertes. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 11.30; Aus Dresden. Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasser stände. 14; Schallplatten. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Kann man noch Pelzsachen kaufen? 15.35: Heitere Koloraturgesänge 15.55: Humoresken für Klavier. 16.15: Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert, 17.30: Wie bringe ich„das" Buch an„den" Mann? 17 50: Günther Raphael, Konzert. 18.15: Jugendstunde. 18.30; Unterhaltungs- und Tanzmusik. 18 55' Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Gelebtes Leben Meinungskampf. 19.35; Mitteilungen des Arbeitsamts. 19.40: Fortsetzung der Unterhaltungs- und Tanzmusik. 20.30: Meiseken, Lustspiel von Hans Alfred Kihn. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15; Aus London: Blaskonzert. Danach aus Frankfurt a. M: Nachtkonzert Donnerstag, 1, Dezember 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Leipzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.35; Wettermeldungen für den Landwirt 12.40: Hörbericht aus dem Institut für Acketbau und Pflanzenbau der landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14; Schallplattenstundc. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Abenteuerliche Geschichte einer wissenschaftlichen Entdeckung. 15.35; Volkslieder. 15.50; C. M. von Weber: Konzert. 16.15: Deutscher Kulturwille in der Osteckc. 16.30: Ballettmusik aus deutschen Opern. 17.30- Für die Kinder. 17.50: Lieder zur Gitarre. 18.20; Reden Sie mir nicht von Frauenkunst, 18.35; Stunde des Chorgesanges. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Werkstattsbericht von Walter von Molo. 19.25; Unterhaltungsmusik. 20.30; Gedichte lesen und hören. 21: Mozart-Konzert. 21.30: Wir stellen vor* Karl Anton Prinz Rohan. 21.40: Max-Reger- Konzert. 22.25: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik" Freitag, 2. Dezember 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30; Aus Hamburg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Die Frau drüben und hier. 15.35; Aegyptischcr Bilderbogen. 16.15: Bob-Splitter. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Das vergessene Buch. 17.40: Jugendbühne. 18.25: Das neue Buch. 18.35: Lieder. 18.55: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19: Die Funkstunde teilt mit 19.05: Unterhaltungsmusik. 20.25; Hiv op! Vom Fiscbdampfer bis zur Fischküche. Eine Hörfolge. 21.10: Suiten 22: Wetter-, Tages- und Sportrachrichten. Anschließend Hörbericht vom Internatio- Rundfunks nalen Box-Turnier des Polizei-Sportvereins im Sportpalast. 22.40: Konzert. Danach Aus Frankfurt a. d. O.: Abendunterhaltung. Sonnabend, 3. Dezember 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Danzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30; Wetter- und Tages- Nachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20; Jugendbücherstunde. 15.40: Die Reisegesellschaft Besuch in einem Adriahafen. 16.05: Blasorchesterkonzert. 16.55; Zehn Minuten Sport. 18: Deutsches Sprachgui. 18.20: Film-Manuskripte, die es nie erreichten... 18.35: Operettengesänge. 18.55: Die Funkstunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10; Ketzerei am Wochenende. 19.20; Klaviermusik. 20: Aus der Messehalle am Kaiserdamm: Auftakt und feierliche Eröffnung des Weihnachtsmarktes Berliner Künstler. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen Sonntag, 27, November 6.15: Aus Berlin- Gymnastik. 6.35: Aus Bremen: Hafenkonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. II: Dichterstunde 11.30; Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12.15: Aus Breslau- Mittagskonzert. 13: Uebertragung aus Berlin. 13.50: Zehn Minuten Lyrik 14: Elternstunde. 14.30; Aus der Gedankenwelt großer Philosophen. 15: Der Lebenskampf der Ostmark. 15.25: Alte italienische Violin- snnaten. 16: Aus Köln: Deutsches Qrenzvolk in Not; Konzert 17.30: Aus Köln: Vesperkonzert 18.15; Junge Generation spricht 19: Stunde des Landes. 20; Uebertragung aus Berlin' 22.45: Deutscblandsender: Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Frankfurt a. M.: Nachtkonzert. Montag, 28, November 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nach- mittagskonzert. 17.30; Bücherstunde. 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Charakter und Schicksal 18.55; Wetterbericht tür die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Stunde des Landwirts. 19.25; Viertelstunde Funktechnik. 19.40: Zeltdienst 20: Deutschla-dsender: Ausschnitt aus dem Konzert zum Besten der Bremer Winterhilfe.(Aus Bremen.) 21: Aus Frankfurt a. M.: Der Götzenhof. Ein Hörspiel von Auditor. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Danach aus Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Dienstag, 29, November 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17.30: Wandlungen der deutschen Sprache im letzten Menschenalter. 18: Neue Musikpädagogik. 18.30: Das heutige Rußland und die WelL 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Philosophische Lesestunde. 19.30: Zeltdienst. 19.45: Stunde der Arbeit 30.15: Deutscblandsender: Aus Költf: Die Gärtnerin aus Liebe. Oper nach dem Italienischen von Mozart 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.20: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 30, November 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30; Bücherstunde. 18: Die bürgerliche Singspielbewegung 1720— 1820. 18.30: Volk und Rasse. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. Danach: Englischer Sprachunterricht 19.35: Stunde des Beamten. 20: Deutschlandsender: Aus München: Bunter Abend. 21.10; Aus Breslau: Die niederschlesische Ostgrenze. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 1. Dezember 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30; Deutschtum in Finnland. 18: Musikalischer Zeitspiegel. 18.30; Die Erfindung der Briefmarke. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Wegweiser durch die Zeit. 19.40: Zeitdienst 20- Deutscblandsender: Aus Stuttgart: Die Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid Eine abenteuerliche Geschichte. 21: Uebertragung aus Berlin. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Danach aus Hamburg: Tänze von 1900 bis 1932. Freitag, 2. Dezember 16; Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Religionen Asiens. 18: Rede für die athletische Jugend. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes 19; Wissenschaftlicher Vortrag füt Aerzte. 19.20: Zeitdienst. 19.35: Deutscblandsender' Ans Hamburg: Alte und neue Tänze. 20.25; Uebertragung aus Berlin. 21.10: Aus Hamburg; Fortsetzung der alten und neuen Tänze. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 3. Dezember 16: Dichterstunde. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittags- konzert 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Bücherstunde. 18.05; Musikalische Wochenschau. 18.30: Deutsch füt Deutsche. 18.55: Wetterbericht für die Land- Wirtschaft Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Französischer Sprachunterricht 19.40: Stille Stunde 20: Deutscblandsender; Uebertragung aus Berlin. 20 45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Aus meiner großen Auswahl: Besonders schönt Da: en-Nad themd»us Ucfasrosa Wasch- kun. Leide, mit schöner Han dar.leits Verzierung mit kleinen � mit kleinen Flügclärmel» O« 1 0 Pufürmeln /. Damcn-Sportswcatcr„Juvcna" aus reiner � olle in»ehr schönen Farben, nut Kolikragen.•••••••••* 4*9� Einer von meinen 1000 Morgenröcken l Damcn-Morgcnrock geschmackvolle Form, aus kunstseidenem Trikotmusch mit molliger Innens in vielen Farben; mit Stepperei and nd'arbigem Besatz; 48 9.75, 4a-46 7*9� Elegant! 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