Morgen- Ausgabe Nr. 559 A274 49. Jahrg. Rebakkion und Verlag: Berlin SW 68, Linöenstr. 3 ?-nispr«cher, A7 Ami Dönhoff 2N bl« 2?7 Telogrammobross«! Eozmliomokra! Berlin BERLIN ER VOLKSBLATT SONNTAG 27. November 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts...— 20 Pf. Bezugsbedingungen und«Anzeigenpreise siehe cm Schtuh beS redaktionellen Teils Aentvatoegan der Sozialdemokratischen Oariei Deutschlands Gchleichervechandelt mitVatteiMrem LchluL mit gegenrevolutionären Experimenten! Es gibt zwei Geschlagene der abgelaufenen Woche. Der eine ist Hitler, dein Stück für Stück das Kostüm des großen Führers, des Wundermannes mit der Alleinmedizin abgefallen ist. Der andere ist der Gedanke der„neuen autoritären Staats- f ü h r u n g". Diese Regierungskrise und die Methoden zu ihrer Lösung sind schlimmer als alles, was wir in parlamentarischen Re- gierungskrisen jemals erlebt haben! Die Gefahr, daß trotzdem weiter „autoritär" regiert wird, ist damit nicht ent- schwunden. Sie besteht nach wie vor, sie wird so lange bestehen, bis das Volk selbst das politische Kräfteverhältnis entscheidend geändert hat. Unser Kampf gegen die volks- feindlichen gegenrevolutionären Kräfte, die sich hinter dem Schlagwort von der autori- tärcn Staatsführung verbergen, geht darum unerbittlich weiter! Wir richten uns ein auf einen langen und schweren Oppositions- lampf, auf ein erbittertes Ringelt gegen den Klassenkampf von oben— in welcher Person und in welcher Gestalt er uns auch gegenübertreten wird! Ob„nationale Kon- zentraiion", ob„autoritäre Staatsführung" — wir werden gegen beide Erscheinungs- formen der politischen und sozialen Reaktion fstr das Recht des Volkes kämpfen! Dieser Kamps wird sich bis zum äußersten zuspitzen, wenn der Ver- such unternommen werden sollte, die Me- thode der Provokation des Volksempfindens fortzusetzen! Das Kabinett der Barone unter der Führung des Herrn v. Pape» war ein Symbol des Uebermutes der Reaktion. Herr v. Papen hat alles getan, um die Gegensätze bis zum äußersten zu verschärfen. Eine jede seiner Reden hat die gesamte Arbeiterschast mit tiefstem Ingrimm erfüllt— gar nicht erst zu reden von seinen Taten! Diesen Mann und diese Methoden er- trägt das Volk nicht mehr! ★ Das Kabinett Papen— das war ein deutschnationales Parleiregimenl unter der Maske überparteilicher Staatsführung. Die Attacken, die Herr v. Papen in Münster und München gegen die Grundgedanken der Weimarer Verfassung geritten hat, waren Geist vom Geiste deutschnationaler Gegen- revolutionäre! Das kleine Häuflein, das sick um Hugenberg und um die ostelbischen Junker sammelt, ist der einzige Anhang, den das Kabinett der Barone im Volke hatte Seine Pläne zur Verschlechterung des Wahl- rechts, zur Entmachtung des Reichstags, die ganze Haltung dieses Kabinetts, das sich als der berufene Erneuerer der Verfassung des deutschen Volkes aufspielte— alles Faust schlüge ins Gesicht des freiheitliebenden Volkes! Iunkergeist rind Iunkerübermut ist unter der Diktatur des Kabinetts der Barone wieder lebendig geworden! Der kleine Haufe staatsstreichlüsterner Gegenrevolutionäre will auch heute noch Papen wiederhaben! Hugenberg und die Seinen schreien laut nach ihm: Gib uns Papen, gib tins unseren Papen wieder! Einer der ihren, der Pfarrer Traub, saßt ihre Wünsche in die dreisten Worte, daß Papen künftig noch stärker a u st d.i e Hühneraugen des Volkes treten möge. Weil das ganze Volk Papen ablehnt, darum wollen sie ihn wiederhaben! Diese Kreise wollen pro- vozieren. Sie wollen die Erbitterung des Volkes bis zur Siedehipe steigern. Der Klassenkampf von oben ist bei ihnen zur gegenrevolutionären Raserei geworden. Da eine Entscheidung über den neuen Die autoritäre Staatspolitik weiter in Noten Die Regierungskrise wird nicht vor ZNitlc der Woche gelöst werden. Wie sie schließlich ausgehen wird, ist zur Zeil noch ungewiß. Unter den in der bürgerlichen Presse genannten Reichskanzler- kandidaten hat der eine so viel Aussicht wie der andere. Am Sonnabend fand bei hindenburg eine Besprechung über die politisch-parlamentarische Lage statt, die eine Klärung der Situation nicht gebracht hat. Beteiligt waren außer hindenburg der geschästssührende Reichskanzler, der Reichswchrministcr von S ch l e i ch e r. der Staatssekretär des Reichspräsidenten und der Sohn des Reichspräsidenten, Oberst von hindenburg. Papen erstattete zunächst Bericht über die Lage. Er bat den Reichspräsidenten, ihn nicht wieder zu betrauen. Der Reichswehrminister v. Schleicher zeigte eine ausfallende Uebereinstimmung mit Herrn von Papen. Ob aus taktischen Gründen oder aus Ueberzeugung, entzieht sich unserer Beurteilung. Das Ergebnis der einstllndigen Aussprache war, daß vorerst eine offizielle Entscheidung des Reichspräsidenten über die Rachsolge des Herr» von Papen nicht gefällt wurde, sondern zunächst nochmals mit den Parteien Zählung genommen werden soll. Der Reichswehrminister erklärte sich bereit, diese Ziihlungnahme auszunehmen und bis Witte der Woche abzuschließen. 3n der Umgebung des Reichspräsidenten ha! sich nach und nach auch die Aussaijung durchgesetzt, daß auf die Dauer mit einer Auflösung des Reichstags nach der anderen„autori täre" Staatspolitik nicht zu treibe» ist. Deshalb nochmals der Versuch, nicht gegen den Reichstag, wie es Herr von Papen gewollt hat und noch möchte, sondern möglichst mit dem Reichstag zu arbeiten. Dabei verfolgt man insbesondere das Ziel, die christlichen Gewerkschaften Berliner Bezirkspotteilag Verstärkte Aktivität unter der Fahne der Sozialdemokratie! Der Bezirksparleitag der Sozialdeinokralischen Partei nahm gestern folgende Entschließung an: „Die anhaltende schwere Wirtschaftskrise und das Wiederansteigen der Arbeitslosigkeit bedrohen die deutsche Arbeiterklasse mit einer neuen Vermehrung des Massenelends und der W a s s e n n o t. Unter der Herrschaft des Kabinetts v. Papen hat sich die Lage des deutschen Proletariats ungeheuer verschärft. Die Wassenbc- lastung wurde gesteigert, die von der Sozialdemokratie und den Gewerkschaften in jahrzehntelangem Kampfe errungenen sozialen Leistungen wurden abgebaut, das Tarisrecht mit völliger Zerschlagung bedroht. Den Unternehmern und Großgrundbesitzern dagegen sind zu der gleichen Zeil Wil- liardenaeschcnke gemach! worden. Die Vorgänge bei der Regierungsbildung zeigen erneut die Unsähigkeit der Vertreter des kapitalistischen Systems, der Krise mit ihren furchtbaren Folgen für das arbeitende Volk ein Ende zu machen. Besonders ist dabei die widerliche Komödie der Rationalsozialistischen Partei enthüllt worden, die sie auch diesmal zugunsten des Großkapitals mit den Valks- rechten getrieben hat. Die Erneuerung einer Diktatur der Freiherren. die soeben mit ihrer gesamten Politik kläglichen Schissbruch erlitten hat, muß eine Vergrößerung des Massenelends zur Folge haben. Sie würde die Sesahr des wirtschaftliche» Zusammenbruchs und des politischcn Zerfalls des deutschen Volkes herausbeschwörcn, 3n dieser Zeit des verschärften Klassenkampfes weiß die Leitung der Kommunistischen Partei keinen anderen Ausweg, als von neuem ihre An- aus der stillen Einheitsfront der Gewerkschaften gegen das Papen-System und Regime abzusplittern, indem man vor allem das Zentrum zur Tolerierung der neuen Präsidialregierung gewinnt. Das letztere dürste gelingen, soweit sich die neue„Präsidialregierung" verpflichtet, verfassungsmäßig zu regieren und jedes Experiment mit der Verfassung zu unterlassen. Entscheidend für die Zukunft der neuen Präsidialregiernno wird der Verlaus der bevorstehenden Besprechungen mit den Parteisiihrern sein. Er ist ebenso entscheidend für die Zusammensetzung der neuen Präsidialregierung wie für ihre Lebensdauer. hugenberg und die Seinen haben die Hoss- nung noch nicht ausgegeben, daß am Ende doch iv ieder Papen aus der Versenkung aus- tauchen werde, und sie tun alles, um jeden anderen Versuch zu stören. Hänger ouszusordcrn, den Hauptstoß gegen die Sozialdemokratie und gegen die frei?» Gewerkschaften zu richten. Tie sozialdemokratische Partei er- blickt ihre wichtigste Aufgabe nicht in der Zerschlagung, sondern in der Zu- sammenfassung der p r o l e t a r i- s ch e n Kräfte im Kampfe gegen die Reaktion, für eine sofortige Besserung des Loses der Opfer der Krise. Tic Sozialdemokratie kämpft für die Beseiti- gnug des fluchwürdigen kapitalistischen Systems und für die Neuordnung der wirtschaftlichen und politischen Perhält- nisse nach den Forderungen des sozia- lismus, für die Wiederherstellung der sozialpolitischen Leistungen, für eine großzügige Arbeitsbeschaf- f u n g, für eine sofortige Winter- Hilfe an alle Unterstiitzungs- und Rentenempfänger. Die Ueberwindung der Gegenrevolution kann nur erfolgen durch den sozialistischen kampses- willen der Arbeiterklasse und ihren verstärkten Kamps für die demokratischen Rechte des Volkes. Die Zerschlagung der Demokratie, die Ausschaltung des Parlaments zwingt das Proletariat zu verstärkter Aktivität aus allen Gebieten des politischen und wirtschastlichen Kampfes. Rur unter der Fahne der Sozialdemokratie können diese Kämpfe zur Sammlung aller proletarischen Kräfte und zum Sieg der sozialistischen Bewegung führen." Unter stärkstem Andraiig, auch auf den Gäste- tribünen, tagte gestern der außerordenl- l; ch e Bezirt-parteita» der Berliner Sozialdemokratie. Der Bezirksvorsiizcndc Genosse Künstler sagte in seinen einleitenden Worten: In den letzten Tagen hat die„Rote Fahne" wiederun> versucht, gegen die Führer der Sozialdemokratie zu Hetzen. Am 23. November schrieb dieses Blatt: „Der Krach in der Berliner Sozialdemokratie hat einen derartigen Umfang angenommen, daß man sich schleunigst entschlossen hat, eine» außerordentlichen Bezirksparteitag einzuberufen. Aber dieser Bezirksparteitag ist ein Kuriosuni. Er soll, wie wir aus zuverlässiger Quelle er- fahren, am kommenden Sonnabend zusammentreten, einige kurze Stündchen tagen und sich dann nach Hause trollen." Wahr ist, daß der Vorschlags nach der Wahl einen außerordentlichen Bezirksparteitag zu ver- ar.stalten, von mir schon vor unserm letzten Bezirksparteitag gemacht worden ist. Und weiter wird unser Parteitag auf morgen vertagt werden, wenn die Tagesordnung nicht aufgearbeitet wer- den kann. Wir treten dann morgen um 9 Uhr in einein andern Saale zusammen. Die Lügenmeldung der„Roten Fahne" verfolgt den durchsichtigen Zweck, die Delegierten zu beeinflussen. Jeder ehrliche Sozial- demokrar durchschaut dies Manöver und wird sich die Moskauer Richtlinien nicht zu eigen machen. In der Sozialdemokratie herrscht voll st e Meinungsfreiheit, nicht aber bei den Kommunisten, hat doch Ernst Thälmann auf dem Bezirksparteitag der KPD. Berlin- Brandenburg selbst erklärt, daß„unsere Sitzung kein Befehlsempfang, keine schematische Weiter- leitung van Anweisungen, sondern kamcradschast- liche Beratungen zu sein haben". Es müsseti nette Zustände bei den Komiiiunisten herrschen, und die„Rote Fahne" ist wirklich nicht berufen, Reichskanzler nach nicht gefallen ist, setzen sie ihre Arbeit für ein zweites K a b i n e t, Papen fort. Ieder neue Tag der Regie- rungskrise bedeutet für sie eine Gelegenheit zu neuen Intrigen, eine Gelegenheit, gegen revolutionäre Pläne weiter zu verfolgen. Jrn Chor rufen sie laut:„Staatsnotstand"— um so aus die Zerreißung der Verfassung, de�i offenkundigen Staatsstreich und das Chaos hinzudrängen. Es ist ein verbrecherisches, frevelhaftes Spiel mit dem Feuer! * Das erste Kabinett Papen hat einen Trümmerhausen hinterlassen. Das Reichs- desizit wächst beäirgstigend an. die Handels- politische Situation ist vollständig verfahren, die außenpolitischen Probleme werden immer ernster und drängender. In tollem Staats- streichjubel geht die deutschnationale Reaktion darüber hinweg Ihr genügt der Trümmer Haufen nicht! Ganz Deutschland ein Trum Merfeld— das ist ihre Perspektive! Ein zweites Kabinett Papen — wir sprechen es offen aus— würde von der großen Mehrheit des Volkes als schwerste Provokation empfunden werden. Ein zweites Kabinett Papen würde angesehen werden als ein Versuch, die allgc- meine Rot auszumünzen zu einem Streich der Klasswfämpfer von oben gegen das Volk. Wir wollen Papen nicht mehr! Wir wollen kein zweites Kabinett Papen! Wir wollen keine zweite Auflage des Papen- Kurses— sei es auch unter anderer Firma— erleben! Wir wollen nicht, daß abermals urner der Maske überparteilicher Staatsführung eine deutschnationale Parteiregierung eine Politik der gegenrevolutionären Experimente be- treibt! Wir fordern, daß Schluß gemacht wird mit dem Klassenkampf von oben! Wir verlangen, daß die Politik der Abenteuer und der Experimente gegen das Volk einge- stellt wird! Nie wieder Papen! sich um die Demokratie in der Soziakdemokrat'e zu bekümmern. BreitscKeicls Referat Soixinn nahm Genosse Rudolf Breit- scheid das Wort zu dem angekündigten Vor- trag über: „Die Aufgaben der Sozialdemokratie nach der Reichslagswahl". Im Mittelpunkt der Diskussion steht die R e- g i e r u n g s k r i s e. Sie wissen aus den Abend- blättern, daß die Entscheidung erst in einigen Tagen fällt. Wenn ich richtig informiert bin. hat Popen eine neue Betrauung abgelehnt, weil das Mißtrauen gegen ihn so groß sei, daß er die Verantwortung einer neuen Äanzlerschast nicht übernehmen zu können glaube. Das wäre eine Einsicht, die man diesem leichtherzigen, leichtfertigen Herrenreiter nicht zugetraut hätte. Maßgebende Kreise sollen Bedenken gegen eine Regierung haben, die in so starkem Maße dem Willen von Volk und Reichstag widerspricht. Es wird aber aufs neue ein Präsidialkabinett kommen. Man muß auch heute noch damit rech- nen, daß Adolf Hitler trotz allem Geschehenen Kanzler wird. Die Deutschnationalen wollen den Beweis erbringen, daß eine parla- mentarische Lösung nicht möglich ist. Das konnten sie nach dem 31. Juli nicht versuchen, weil sich aus Zentrum und Nationalsozialisten allein eine Mehrheit ergab. Nach dem 6. November können sie das Spiel riskieren, da sie zur Mehrheit unentbehrlich sind, sich aber versagen. Na- inentlich beim Reichswehrminisier ist der Wunsch vorhanden, die Nationalsozialisten zu beteiligen: Die Streiks der letzten Monate und namentlich der Berliner Verkehrsstreik haben ihn stark beein- druckt. Daß die SA. mit den Kommunisten zusammenging, lies dem Reichswehrminister stark wider den Strich. Sind die Rationalsozialisten in der Regierung, so steht die SA. aus der anderen Seite der Barrikade. Deshalb will man den Faden zu Hitler nicht abreißen lassen. Hindenblirgs Auftrag war zweideutig. Nach der Versassung bestimmt nicht der Reichspräsident, sondern der R e i ch e k a n z l e r die Gesamt-, also auch die Wehr- und Außenpolitik. 5)itler sagte den Versuch zu und legte sich in seiner seltsamen Lage eine merkwürdige Maske an. Er spielte Verteidiger der demokratischen Verfassung, während seine Partei, zusammen mit den Kom- munistcn, die Demokratie so geschwächt haben, daß die Reaktion sich über sie hinweggesetzt hat. In Wahrheit versuchte Hitler dann gar nicht, die Mehrheit zu bilden. Ans Zentrum ging er nicht heran, wie ja überhaupt das Zentrum sich in der nicht beneidenswerten Lage der vergessenen Regenschirme i'ejjndek.(Heiterkeit.) Ich kann sogen, daß einige Zentrumsleute an uns herangetreten sind mit der Mahnung, unsere große Stunde sei gekommen, ein Kabinett aus Nationalsozialisten und Zentrum zu tolerieren.(Protestruse.) Beruhigen Sie sich, hier- von kann auch nicht im entfernte st en bei uns die Rede sein. Kein Sozialdemokrat denkt daran.(Lebhafter Beifall.) Werden aber auch die letzten Bemühungen, Hitler an die Macht zu bringen, mißlingen, dann wird sich bei den Ratio- naisozialisten die Rückwärtsbewegung vom 6. No- vember steigern. Die Nationalsozialisten sind auf Erfolg und Macht angewiesen, sonst ist die Flucht der Anhänger unaufhaltsam, mag sie schneller oder langsamer erfolgen. Wir sehen aufs neue bestätigt, wie gefährlich es ist, eine Politik nur aus Demagogie und Aeußerlichkeilen aufzubauen. Unsere Genugtuung über Hitlers Mißerfolg wird dadurch stark gedämpft, daß der Reichstag nicht arbeitsfähig ist. Er hat eine nega- tive, aber keine positive Mehrheit. Unser Verlust voin ti. November, der den Kommunfften zugute kam, wird nicht dadurch beiseite geschoben, daß es„noch schlimmer kommen konnte". Das ist kein Trost, vielmehr ist unser Verlust schlimm ge- nug.(Lebhafte Zustimmung.) Wir müssen den Ernst der Situation erkennen, unsere Hauptauf- gäbe ist, den Kommunisten das gewonnene Terrain wieder abzuringen. Es genügt nicht, heuchle- rische E i n h e t t s m a n ö v e r der Kom- in u n i st e n abzulehnen und die Verbrechen der Kommunisten aufzuzeigen. Not tut eine zielklare sozialistische Politik unserer eigenen Partei. Gewiß mögen in der Organisation Mißstände vorhanden und von den Führern Fehler begangen worden sein. Das ist aber nicht der hauptsäch- liche Grund für den Stimmenrückgang. Im Vordergrund steht die Wirtschaftskrise. Der Notleidende folgt dem, der vieles und alles verspricht. Auch der 2ll. Juli hat zu unserem Rückgang beigetragen. Aber es gibt wohl nie- mand in diesem Saale, der noch glaubt, daß wir am 20. Juli hätten Gewalt gegen Gewalt setzen sollen.(Zustimmung und Widerspruch.) Freilich hätte ich gewünscht, daß die Regierung Braun, deren j u r i st i s ch e Gründe ausgezeichnet sind, nach außen hin energische Worte gefunden und nicht inuner.nur das Staatsmännische in den Vordergrund gestellt hätte. Weiter sagt man, unsere Koalitons- und Tolerierungspolitik sei schuld. Ich halte die Tolerierungspoli- t i k nach wie vor für richtig und n o t w e n- d i g, weil sie die Faschisten von der Macht fern- hielt.(Beifall und Widerspruch.) Man nennt weiter den V e r k e h r s st r e i k, der politischer Natur war und bewußt von Nationalsozialisten und Kommunisten herbeigeführt wurde. Nach meiner Meinung war die Haltung der Gewerk» Vor dem Bullerjahn-Arteil Oer Reichsanwalt beantragt wieder Zuchthaus Leipzig. 26. Rovember. 3n dem Wiederaufnahmeverfahren gegen den Oberverwaller Walter Bullerjahn beantragte Reichsanwalt Dr. Raget nach vierstündigem Plädoyer, das frühere Urteil des Reichsgerichts mit der Maßgabe aufrechtzuerhalten, daß der Angeklagte wegen Landesverrats zu zwölf Zahren Zuchthaus und zehn Zahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt wird, wobei die bisher verbüßte Strafe anzurechnen ist. Die Rrsednisse der Beweisaufnahme Eine objektive Berichterstattung über den Ber- lauf des mehr als drei Wochen dauernden Pro- zesses Bullerjahn ist verpflichtet, bei Schluß der Beweisaufnahme nunmehr objektiv zusammenzu- fassen, welche bclastenoen und welche e n t- lastenden Festellungen zur Frage der Schuld oder Unschuld Bullerjahns vorliegen. Man ver- gegenwärtige sich hierbei, daß fünf große Gruppen von Indizien zur Berurteilung Bullerjahns führ- ten. 1. Bullerjahn allein hatte das zentrale Wissen über die Waffenlager, das ihm den Verrat ermöglichte. 2. Bullerjahn hat gegenüber verschiedenen Kollegen Drohungen gegen Sie Leitung der Berlin-Karlsruher Industriewerke ausgestoßen. 3. Bullerjahn war am 25. Dezem- ber 1924 und 7. Januar 1925 in der Nähe des Horst wegs, wo der französische Leutnant Jost von der Interalliierten Militär-Kontrollkom- Mission wohnte. 4. Bullerjahn benahm sich anläßlich der Durchsuchungen im Werk auf- fällig. 5. Ein unbekannter Zeug« de- kündet, er habe gehört, Bullerjahn sei bei den Engländern gewesen, mn dort verraten zu wollen, und sei an Leutnant Jost verwiesen worden. Aus der nachfolgenden Gegenüberstellung ist er- sichtlich, wasvondiesenIndizien übrig- geblieben ist und welche neuen Tatsachen be- kanntgeworden sind, die für die Unschulo Buller- jahns sprechen. Dabei muß berücksichtigt werden daß alle in geheimer Verhandlung erörterten Tat- jachen hier nicht verzeichnet werden können. 1. Das zentrale wissen: Durch die Zeugen Pein, Linnhoff, Gallus ist festgestellt, daß von den Wajfenlagern ein großer Personenkreis gewußt hat und daß sogar Verrat durch andere Personen an die Interalliierte Militär-Kontrollkommission vorgekommen ist. Der Agent Bientz sagt zu Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn, er Hab« bereits 1922 von dem Vorhandensein dieser Waffenlager gewußt und sie gemeldet. 2. Die Drohungen. Die Zeugen Kliem, Fischer, Pagenstecher haben bekundet, daß sie bei den von Bullerjahn ausgesprochenen Drohungen nie ernst- lich geglaubt haben, Bullerjahn wolle einen Ver- rat begehen. Sie haben das für Fabrik- tratsch geholten. Bullerjohn sei damals sehr ausgeregt gewesen, weil er wegen einer Schrottschiebung zu Unrecht verdächtigt wurde Der Zeuge Fischer bekundet, Bullerjahn habe mit der Aufdeckung von Zollschiebungen ae- droht. 3. Der Horstweg. Das Ehepaar Langner hat ausgesagt, es habe Bullerjahn am 25. Dezember 1924 am Sophie-Charlotte-Platz getroffen. Sie hatten den Eindruck, daß Bullerjahn aus dem hör st weg käme. Er habe auch gesagt: Ich komme aus dem Horstweg. Dagegen e n t» lastend: Für oen 7. Januar 1925 gibt der Zeug« Spallek eine seinen früheren Aussagen widersprechende Schilderung. Der Vorsitzende sagt:„Herr Zeug«, Sie lassen uns im Stich." Bullerjahns Einlassung, die von dem Zeugen Oskar Cohn bestätigt wird, ist, e r h a b e d i e Absicht gehabt, zu Leutnant Jost zu gehen, um von ihm eine Ehren- erklärung zu fordern. Dr. Cohn be- kündet, daß Leutnant Jost ihm gesagt Hab«: Wenn er nach Deutschland kommt, könne er Buller- jahn sehr nützen. 4. Das auffällige Benehmen: Der Zeuge Pagensiecher bekundet, Bullerjahn habe, als man ihn auf die Probe stellen wollte und ihn am ö. Januar aus Anlaß der Anwesenheit der Inter- alliierten Militär-Kontrollkommission im Werke rufen ließ, scharf nach rechts gesehen. Oberst- leutnant Dühring bekundet. Leutnant Jost habe Bullerjahn scharf angesehen. Dagegen entlastend: Oberstleutnant Dühring sagt aus: „Wenn Bullerjahn scharf nach rechts gesehen hätte, wäre mir das aufgefallen. Als er in das Lager kam, konnte er ja gar nicht die Komznisston sehen." 5. Die Unbekanntenaussage. Der Zeuge Paul von Gontard muß als Zeuge ausfallen: a) Er kann aus eigener Wissenschaft nichts bekunden. b) Seine jetzige Aussage weicht von der früheren wesentlich ab. c) Der Zeuge weih nicht, wer ihm diese Dinge erzählt hat und wo sie ihm erzählt worden sind, ä) Von Gontard ist un- glaubwürdig.(Aussagen Hanke, Dr. Olden.) Und das Wesentlichste: Der Verrat ist am 23. Dezember begangen worden. Am Nachmittag ist die Interalliierte Militär-Kontrollkommission nochmals vom Verräter informiert worden. Für den 23. Dezember 1924 aber hat Bullerjahn ein vollkommenes Alibi! K. G. Nichtangriffspakt paris-Moskau Unterzeichnung am Dienstag— Besondere P ropagandaklausel Eigener Bericht des„Vormärts" Paris, 26. Rovember. Der Ministerrat hat am Sonnabend den s r a n- zösisch. russischen Richtangriffspakt gebilligt. Der Pakt wird am Dienstag von herriot und dem russischen Botschafter ln Paris unterzeichnet. Er besteht aus einer Präambel, fünf Artikeln und einem Anhang, der ein verfäh- nungsobkommen enthält. In der Präambel wird erklärt, daß der fran- zösisch-rusfische Vertrag in keiner Weise den Völkerbundspakt beeinträchtige und daß er den Vriand-Kcllogg-Pakt bekräftige. A r- t i k e l 1 des Vertrages sieht für beide Länder die Verpflichtung vor, auf keinen Fall einzeln oder zusammen eine oder mehrere dritte Mächte anzugreifen und die Unoerletzlichkeit der unter ihrer Souveränität stehenden Gebiete oder der ihnen anvertrauten Mandatsgebiete zu achten. Artikel 2 verlangt, daß, wenn eine der ver- tragschließenden Parteien von einer dritten Macht angegriffen wird, sich die andere Macht ver- pflichtet, weder direkt oder indirekt den Angreifer zu unterstützen Ferner bestimmt dieser Artikel, daß, wenn eine Partei eine dritte Macht angreift, die andere den Vertrag sofort kündigen kann. Artikel 3 schützt die Verpflichtungen, die Frankreich als Mitglied des Völkerbundes aus sich genommen. hat. Artikel 4 ver- bietet wirtschaftliche Boykott- maßnahmen, wie sie z. B. in der russischen Verordnung vom 29. Oktober 1939 gegen Frank- reich verhängt worden waren. Er sieht für beide Länder die Verpflichtung vor,' an keinem inter- nationalen Abkommen teilzunehmen, das praktisch die Wirkung hat, den Ankauf oder Verkauf von Waren oder die Gewährung von Krediten an den Vertragspartner zu untersagen und keine Maß- nahmen zu treffen, die darauf hinauslaufen, einen Vertragspartner von jeder Beteiligung an dem Außenhandel des anderen auszuschließen. A r- t i k e l 5 bezieht sich auf politische An- g r i f f s- und Propagandamaßnohmen. Die russische Regierung verpflichtet sich darin. sich jeder Aktion zu enthatten, die daraus hinausläuft, eine Agitation oder Propaganda hervorzurufen oder zu begünstigen, die die territoriale Unverlehlichkeit Frankreichs beeinträchtigen und die gewaltsame Abänderung des politischen oder sozialen Regimes Frankreichs oder eines Teils der Frankreich unterstehenden Gebiete bezweckt. Ferner verpflichtet sich die russische Regierung, auf ihrem Gebiet keine Organisationen zu schützen, auszurüsten, zu subventionieren oder zu gestatten, die sich die Rolle einer Regierung oder Pertretung französischer Gebiete anmaßen. * Die Bedeutung dieses Vertrages— des ersten wirklichen Versöhnungsschrittes zwischen Frank- reich und Rußland»ach 15 Jahren, darf nicht unterschätzt werden. Das hat nicht zuletzt der antibolschewistische Kurs der glorreichen Regie- rung Papen bewirkt. Andererseits ist die Bestimmung über die bolschewistische Propaganda überaus interessant. Inwieweit berührt sie die Aktion der Kommu- nistischen I n t e r n a t i o n al e? Die Komintern selbst wird zwar darin nicht ausdrücklich genannt, daß sie aber mit dem Artikel 5 gemeint ist, steht außer Zweifel. Man wird wohl bald Näheres darüber erfahren. Wahrscheinlich wird aber dieser auslegungsfähige Artikel 5 noch manchen diplomatischen Konflikt zwischen Paris und Moskau erzeugen, zumal die Sowjelregierung ebensowenig auf die Kommunistische Internatio« nale verzichten kann wie die Kommunistische Internationale auf ihre Propaganda gegen den Kolonialimperialismus und gegen den Versailler Bertrag. Popens Erbschaft Wachsender F ehlbetrag im Reichsetat Im Oktober betrugen die Reichseinnahmen 314,1 Millionen an Besitz- und Verkehrssteuern und 248,1 Millionen bei den Zöllen und Ver- brauchssteuern. Die Garantiecinnahmen betrugen also im Oktober 598,2 Mill. Mark. In den ersten sieben Monaten des laufenden Rechnungsjahres 1932/33 sind an Besitz- und Ver- kehresteuern nur 2322 Millionen eingegangen, so- daß sich gegenüber dem Voranschlag ein Ein- nahmedefizit von 453,6 Millionen Mark er- gibt. Besonders stark sind die Mindereinnahmen bei der Einkommensteuer mit rund 194 Mill. Mark und bei der Umsatzsteuer mit 283 Mill. Mark. Hier wird auch die ab 1. Oktober ein- getretene Belastung der kleinen und kleinsten Umsätze nach Aufhebung der Freigrenze bis zu 5999 Mark die Einnahmen nicht spürbar verbessern. Die Zölle Haien vom April bis Oktober mit 732,5 Mill. Mark eine Mehreinnahme von 67,5 Mill., die Derbrauchssteuern bei schrumpfendem Konsum eine Mindereinnahme von 17,2 Mill. Viark gebracht. Die Gesamteinnahmen des Reichs betragen in den abgelaufenen sieben Monaten 3951 Millionen Mark, so daß sich ein laufen- der Fehlbetrag von 493 Millionen ergibt. Eine schöne Erbschaft, die das Papen-Kabinett dem deutschen Volk hinterlassen hat. schaften durchaus korrekt. Wir dürfen uns aber nicht noch einmal so überraschen lassen.(Zurufe: „Vorwärts"!„Stampfer!") Was die Zukunft betrifst, so gibt es gegen ein Präsidiolkabinett nur schärffte Opposstion. Papen- Kurs ist ein Verelendungskurs, ganz gleich, wie der Reichskanzler heißt. Die Parole heißt auch nicht„Einheitsfront mit den Kommunisten", sondern Arbeil für die Einheit der Arbeiterklasse im Zeichen der Sozialdemokratie. Wir verlangen eine A m n est! e für die Menschen, die durch ungeheuerliche Urteile der Sondergerichte in die Zuchthäuser kamen. Wir oerlangen Ar- beitsbeschaffung durch kontrollierte öffentliche Ar- beit. Unser Schwerpunkt liegt heute außerhalb des Parlaments. Da müssen wir aufklärend wirken und uns auf alle Möglichkeiten vorberesten. Wir müssen zusammenstehen und zusammenhakten im Dienst der Arbeiterklasse.(Lebhafter, an- haltender Beifall.) In der Diskussion sagte Brendel-Neukölln, daß nicht die Wirt- schastskrise, nicht der 29. Juli, sondern schon un- ser« Haltung in der Panzerkreuzerftage und die Berliner Vorgänge vom 1. Mai 1929 an unserem Rückgang schuld seien. Die Haltung des„Vor- wärts" beim Verkehrsarbeiterstreik habe großen Schaden angerichtet. Emil Barth meinte, wir hätten in den vier- zehn Jahren Republik niemals Demokratie, son- dern immer nur eine Karikatur der Demokratie gehabt. heinrich-Spandau übte eine scharfe Kritik an der Beamtenpolitk der Republik. Er verlangte eine Verjüngung der Partei und legte dar, daß er die Haltung d es Reichs- b anners in der Frage des Kuratoriums für Geländesport billig«. Stampfer behandelte die am„Vorwärts" geübte Kritik. Er behauptete nicht, daß der„Vor- wärts" nie, und besonders nicht im Berkehrsftreik, Fehler begangen hätte. Das Zeniralorgan der Partei unterstütze auch die Politik der Gewerk- schaften. Das Mißgeschick, das den Gesamtoerband betraf, habe auch den„Vorwärts" betroffen. Der „Vorwärts" arbeite in politischen Fragen in eng- ster Fühlung mit der Partei, das gleich« treffe für kommunale Fragen auf die Stadtverordneten- fraktion und den Bezirksverband und in gewerk- schaftlichen Fragen auf die Gewerkschaften zu. Stampfer wandte sich dagegen, die Politik der Sozialdemokratie in Grund und Boden zu ver» urteilen. Wir müssen stolz sein, So- zialdemokraten zu sein.(Lebhaster Bei- fall.) Hecht sagte, daß die BVG.-Belegschaft durchaus im Recht war, als sie durch ihren Streik endlich eimnal mit den fortgesetzten Lohnreduzierungen Schluß machen wollte. Wittkowski wünschte die Zeit herbei, wo nicht mehr in Koalitionsregierungen der Händlergeist den Geist des Rechts überwiegt. Lahn-Neukölln führte aus, daß die Begriffe Demokratie und Diktatur als Kampfinhalt nicht genügten, sondern daß unserem Kampfe ein an- derer lebendiger Inhalt gegeben werden müsse. Alexander Stein verlangte die Durchdringung gerade auch der Parteigenossen selbst mit dem Gedanken des Sozialismus. Löwenstein forderte eine totale angreifende Opposition. Einige Parteigenossen, die meinten, durch demokratische bürgerliche Einrichtungen in den Staat hineinzuwachsen, sind äußerst unan- genehm aufgewacht. Dieses Erwachen muß zu einer Umstellung und zur Zurückbesinnung auf die fundamentalsten Kämpfe der Arbeiterschaft führen. Ein Parteitag muß sobald wie möglich einberufen werden.(Lebhafter Beifall.) hannemaan wies gleichfalls auf den großen Vom Kaiserhof zur Wilhelmstraße(Adolf Hitlers Siegeszug) Begeisterte Abfahrt unter Schnapp- Nilpferdpeitschen bahnen den Weg Ankunft,-------- Rückkehr.(Bei Mißerfolgen ist der schüssen und„Heir'-Rufen, durch die Menge. Die Haltung macht's! Hinterausgang zu empfehlen.) Schaden hin. der für die Partei durch den BVG-- Streik erwachsen ist. Nachdem um 20 Uhr ein Antrag auf Schluh der Debatte mit großer Mehrheit angenommen war, hielt Breiischeid das Schluß- wort. Noch einmal beleuchtete er feine ablehnende Haltung gegenüber den Kuratoriumsplänen des Reichsbanners.„Wenn wir wirklich Opposition machen wollen, dann gibt es kein Paktieren mit Schleicher-Inftitutionen. Wir dürfen keine Kon- Zessionen an Geistesrichtungen machen, die unsern Anschauungen nicht entsprechen.(Beisall.) Niemand in der Partei will das Reichsbanner zerschlagen. Im Gegenteil, wir haben größten Respekt nor seinen Leistungen und beugen uns vor den Ge- noisen, die aus seinen Reihen auf ungeheuerliche Urteile hin für un? im Zuchthaus sitzen.(Stürmi- scher minutenlanger Beifall.) Breitscheids Schlußwort klang In einem hin- reißenden Appell zur Zusammenarbeit im Dienste der Arbeiterklasse aus, Zur sozialistischen Aktion Folgende von der 81. Abteilung eingereichte Entschließung wurde«instimmig dem Partei- vorstand überwiesen: „Im vorigen Reichstag hat die sozialdemo- kratische Fraktion eine Reihe von Gesetzentwürfen betreffend den Umbau der Wirtschast eingebracht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß eine Annahme und Durchführung dieser Anträge aus par- lomentarischem Wege unter den gegenwärtigen politischen Machtverhältnissen ausgeschlossen ist. Um die Annahme und Durchsetzung dieser Anträge(Sozialisierung der Großbanken, der Schlüsselindustrien und des Großgrundbesitzes) dennoch zu sichern, ersucht die 81. Abteilung den Parteioorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und alle zuständigen Parteitnstanzen ohne Zeitverlust die„sozialistische Aktion" aus dem Wege des Volksentscheides voranzutreiben." Die Aufgaben der Organisation Zum zweiten Punkt der Tagesordnung:„Die Aufgaben der Organisation" referierte Genosse Wendt. Er meinte einleitend, daß seine Aueführungen zurGrundlagederDistussioneninden Parteiabteilungen dienen sollen. Aus- gehend von den Stimmoerlusten der Partei in den Berliner Kreisen, stellte Wendt fest, daß in den westlichen Bezirken der Stimmenverlust nicht so groß war als in den Arbeiterbezirken. Danach die kommende Parteiarbeit einzustellen, sei nötig. Obwohl der Verkehrsstreik allein nicht für den Stimmenverlust verantwortlich zu machen ist und obschon allein unsere Flugblätter in 7,5 Millionen Exemplaren in die Massen gebracht wurden, zeigt sich, daß die mündliche Agitation der Nationalsozialisten und der Kommunisten ihnen ihr Abschneiden in der Wahl ermöglichte. Unseren Spezialdienst weiter auszubauen, ist vor- nehmst« Ausgabe, um die schriftliche Agitation durch die mündliche zu unterstützen. Wendt empfahl weiter den wirksamen Ausbau der Zahl- abends in kleinsten Zellen für Belehrung und Wer- buvg. Für die Verbreitung der Flugschriften ist die Anlage von Hauslisten angebracht, um unsere Schriften nicht wahllos zu verbreiten, son- dcrn sie individuell anbringen zu können. Die Wechselwirkung zwischen Wohnbezirk und Betrieb für die Parte, auszunutzen, wird denn auch leichter sein. Den Kreisleitern wird auch in kürzester Zeit Mitteilung über die bessere Erfassung der Erwerbslosen zugehen. Den jungen Ge- nossen müsse das Bewußtsein gegeben werden, daß Dienst an der Partei heiligste Pflicht ist, daß sie weniger durch theoretische denn als praktische Mitarbeit der Partei dienen können. Organisation ist für uns Sozialdemokraten zwar nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, trotz- 3m Preußischen Landtag stellte sich am Sonnabendnachmiltag bei der Abstimmung über einen sozialdemokratischen Antrag. der die Einsehung der Regierung Braun in ihre alten Rechte forderte, die B e s ch l u ß u n s ä h i g- keit des Hauses heraus, da nur löb karten abgegeben worden waren, während zur Beschluß- sähigkett 212 Stimmen gehören. Der Präsident wird die nächste Sitzung voraussichtlich aus den 13. Dezember anberaumen. ★ Der Landtag beriet zuvor die national- sozialistischen und kommunistischen Anträge über die im Zusammenhang mit dem Berliner Derkehrsstreik ergangenen Sonder- gerichtsurteile. Abg. Enget(Nsoz.) begründet zunächst den nationalsozialistischen Antrag, wonach das Staats- Ministerium angewiesen werden soll, die wegen Sabotageoergehen in Hast genommenen Arbeiter sofort zu entlassen und den bereits Verurteilten Begnadigung oder zum mindesten Bewährungs- frift zuzubilligen. Die aus Verzweiflung be- gangenen kleinen Sabotageakte seien von den Sondergerichten viel zu hart bestraft worden. Abg. Bredow(Soz.) gibt eine chronologische Darstellung der Vor- gescbichte des Streiks und erklärt, die Gewerk- Ichaften konnten keinen anderen Standpunkt ein- nehmen, als die Arbeit nach dem für verbindlich erklärten Schiedsspruch auszunehmen. Der Ver- such der Gewerkschaften, sofort nach der Streik- abstimmung durch Verhandlungen ein besseres Ergebnis zu erzielen, ist von Na- tionalsozialisten und Kommunisten vereitelt worden. Die Gewerkschaften haben in dem Streik jedenfalls die beste Rolle gespielt. In den Streit der Nationalsozialisten und Kommunisten uns einzumischen, haben wir keine Veranlassung. Die Gewerkschaften haben sich stets gegen Entlassungen bei der BVG. gewandt und haben eine Ver- kürzung der Arbeitszeit erwirkt, um weitere Eni- lassungen zu verhindern. Die im Betriebe besind- lichen Arbeiter sind bereit, Opfer zu bringen. Die vorliegenden Anträge werden wir unterstützen, es emoiiehlt sich ober eine andere Formulierung. Abg. Schwenk(Komm.) bezeichnet die Tatsache, daß das Staatsministerium sich bei dieser Be- dem wird ein demnächst beginnender Kursus über Organisations- und Werbearbeit nötig sein. Wir müssen die Partei aus den höchsten Stand der Aktivität bringen, müssen mit den geringsten Mitteln den denkbar größten Effekt erzielen. * In der dem Reserat folgenden Aussprache, die bis zum Redaktionsschluß noch nicht beendet war, wurden wertvolle Vorschläge und A n r e g u n- gen für die Agitation gegeben. Zur Aus- spräche steht gleichzeitig eine Reihe von An- trägen aus den einzelnen Kreisen. ratung nicht vertreten lasse, als Beweis dafür, daß es sich hinter die Papen-Diktatur stelle. Ein Vertreter des preußischen Staatsministe- riums, der inzwischen den Sitzungssaal betreten hat, führt aus, daß dem Justizminister die Unter- lagen für die Strafverfahren von den Sonder- gerichten noch nicht zugegangen seien. Der Mi- nister erwarte, daß die Uranträge dem Ausschuß überwiesen würden. Nachdem Abg. Engel(Nsoz.) im Schlußwort nochmals gegen die Kommunisten polemisiert hat, beginnen die'Abstimmungen. Die Mitteilung der Staatsregierung über das Leipziger Urteil wird durch Kenntnisnahme für erledigt erklärt Durch eine Erklärung für die Nationalsozialisten teilt Abg. hinkler(Nsoz.) mit, seine Fraktion werde sich an den Abstimmungen über die Anträge zugunsten der geschäftsführende» Regierung Braun nicht beteiligen. Die Deutsch- nationalen beteiligen sich an sämtlichen Ab- stimmungen nicht. Der kommunistische Antrag, wonach alle Reichskommissare in Preußen z u- r ü ck t r e t e n und ihre Maßnahmen als rechtsunwtrksam erklärt und außer Kraft geseht werden sollen, wird mit 1ZS Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten bei ISS Stimmenthaltungen der Rationalsozialisten und des Zentrums angenommen. Bei der folgenden Abstimmung über einen sozialdemokratischen Antrag auf sosortige Ein- sctzung der Regierung Braun in alle die Rechte, die notwendig sind zur Durchführung der Aus- gaben des Landtags als Volksvertretung, werden nur 166 Karten abgegeben, womit das Haus beschlußunfähig ist. Unter Entrüstungsrusen der Kommunisten schließt Präsident Kerrl gegen 14 Uhr die Sitzung und erklärt, daß er die nächste Landtagssitzung auf den 13. Dezember einberufen werde. Die rumänisch-russischen Verhandlungen über einen RIchlanarisfspakt sind gescheitert, was der rumänische Außenminister Titulescu vor der Kammer Saraus zurückführt«, daß Rußland aus einer Klausel bestanden habe, wonach B e s s a r a- b i e n auch weiter eine Streitfrage bilde. Da- gegen steht nach polnisch-offiziöser Ankündigung die Ratifizierung des Nichtangrisfsvertrags Pol«n> Rußland nah« bevor. Braun gegen Bracht Erklärung des Staatsministeriums Zu der Erklärung des Reichskommissars, die den Erlaß des preußischen Staatsministeriums über die Weitersührung der Geschäfte vom 24. No- vember 1932 beanstandet, wird vom Staats- Ministerium folgendes mitgeteilt: „Der Erlaß hält sich durchaus im Rahmen der Befugnisse, die durch das Urteil des Staatsgerichtshofs als un entzieh- bare Rechte des preußischen Staatsministe- riums festgestellt worden sind: innerhalb dieses Rahmens regelt er das Verhältnis der Beamten zum preußischen Staatsministerium und den preußischen Staatsministern. Der Erlaß steht nicht einmal im Widerspruch zu der neuen auf Grund des Artikels 48 RV. ergangenen Regelung der Reichsregierung vom 18. November 1932, obwohl nach Ansicht des preußischen Staatsministeriums diese Regelung mit dem Geist und dem Wortlaut des Urteils und mit der Reichsoerfassung nicht im Einklang steht. Im übrigen trifft es nicht zu, daß der Erlaß dem Reichskommisiar für das Land Preußen nicht mitgeteilt worden ist. Er ist vielmehr nicht nur ihm, sondern sämtlichen Kommissaren des Reichs mit dem Ersuchen um Bekannt- gäbe an die Beamten zugegangen." Schwebebahn abgestürzt �wei Tote— ein Verletzter Frelburg(Breisgau), 26. Rovember. Aus der nach dem Schauinsland fahrenden Seilschwebebahn ist heule abend aus noch nicht geklärter Ursache eine Kabine entgleist und abgestürzt. Von den Insassen wurde der Schaffner und ein Tourist getötet. Ein zweiter Tourist erlitt lebensgefährliche ver- lehungen. Bei den beiden Touristen handelt es sich dem Vernehmen nach um amerikanische Touristen, deren Ramen noch nicht feststehen. Die Bahn befindet sich im 3. Betriebsjahr. Irgend- welche Unfälle waren bisher nicht zu verzelchneu. Rähere Einzelheiten liegen noch nicht vor. Gangsters und Alkohol Verbrechermonopol auf Bierbrauen? Der in Eincinnati lagende Gewerkschaftskongreß sagte dem Gangstertum den schärfsten Kamps an. das in Erwartung der baldigen gesetzlichen Zu- lassung die Bierindustrien an sich zu reißen bemüht ist. Das Gerücht, daß der verband der Restaurant- angestellten von den Al-Eapone-Gangsters beherrscht werde, wird dementiert. Der Brau- arbeiterverband verlangte eine durch den Bund kontrollierte Spezialbraulizenz und hat Kamps- mahnahmen gegen das Eindringen der Gangster- banden in die Gewerkschaften vorgeschlagen. preußischer Landtag vertagt Antrag gegen Kommissare angenommen— Dann Beschlußunfähigkeit Zukutät- für Deine Frau, wenn Du nicht mehr da bist— für Deinen Sohn, wenn Du ihm nicht mehr helfen kannst— für Deine Tochter, wenn Du nicht mehr für sie sorgen kannst— Heute wählt Belgien Arbeiterpartei kämpft siegesbewußt gegen alle Die parlamentarischen Verhältnisse in Belgien haben mit denen in Großbritannien insosern eine gewisse Aehnlichkeit, als in diesen beiden Ländern das D r e i p a r t c i e n s>> st e m besteht. Aller- dings verhindert in Belgien das Verhältniswahl- recht das ungerechte parlamentarische Uebcrgewichl einer einzelnen Partei, wie das besonders gegen- wärtig in England zugunsten der Konservative» der Fall ist, die mit nur wenig mehr als die Hälfte der Stimmen über vier Fünftel der Man- date verfügen. Dadurch wird natürlich das Problem der Regierungsbildung erschwert und ist über- Haupt nur durch Swolitionen zu lösen. In Belgien sind in der Nachkriegszeit vorüber- gehend sogar die drei führenden Parteien, K a- tholiken, Sozialdemokraten und L i- b erale, mehrfach in einer Koalition ver- einigt gewesen, doch immer nur, wenn es galt, ein die Interester des gesamten Volkes berühren- des Problem zu lösen. Das letzte Experiment dieser Art liegt nahezu fünf Jahre zurück. Seit- dem regiert eine bürgerliche Koalition von Katholiken und Liberalen, zu denen die Arbeiterpartei in scharfer Opposition steht. Diese Koalition hat wiederholt innere K r i- s c n durchgemacht, die aus verschiedenen Gründen herrühren. Einmal stehen die Liberalen, obwohl st« zum großen Teil diesen Namen gar nicht mehr verdienen und vielfach nationalistisch-faschi- stische Tendenzen aufweisen, in kulturellen Fragen in schroffen weltanschaulichem Gegensatz zu den Klerikalen. Aber außerdem setzen sich die Kleri- kalcn aus zwei Gruppen zusammen, die nur äußerlich durch konfessionelle Bande zusammen- gehalten werden. Doch immer wieder gerät der bürgerlich-kapitalistische Flügel der Katholiken in Konflikt mit dem Arbeiterflügel, der sogenannten christlich-sozialen Gruppe, besonders dann, wenn Entscheidungen zur Debatte stehen, die die Lebensinteresscn der Arbeiterschaft berühren. Wiederholt standen die christlichen Gewerkschaften in einer Front mit den sozialistischen Gewerk- fchaftcn gegen Regierungspläne und erzwangen innerhalb der Regierungskoalition eine Kurs- änderung, manchmal sogar einen Ministerwechsel. Kompliziert wird die parlamentarische Lage in Belgien auch durch die Flamen-Frage, die immer wieder bei kleinen und großen Anlässen jeder der drei großen Parteien schwere innere Sorgen bereitet. Taucht einmal wieder ein Sprachenkonflikt auf oder sonst eine Frage, die den Gegensatz zwischen Flamen und Wallonen berührt, dann geht der Riß durch alle Parteien, am schlimmsten bei den Katholiken. Die Liberalen empfinden diese Schwierigkeit vielleicht insofern weniger, als sie in der Hauptsache eine wallonische, kulturell und politisch stark nach Frankreich tendierende Partei sind. Die S o z i a l i st e n haben, dank ihrer inneren Geschlossenheit und Kameradschaftlichkeit, vor allem ober weil der Klassencharakter ihrer Bewegung alle sonstigen Probleme zurückdrängt, am wenigsten unter diesem Hader zu leiden, und es ist ihnen in den letzten Ialiren sogar gelungen, eine einheitliche Linie auch bei den schwierigsten Konflikten zwischen Flamen und Wallonen fest- zulegen, aber ganz verstummt auch in ihren Reihen der Sprachenkampf nicht. Indessen steht bei dieser Wahl die Flamen- frage nicht zur Debatte. Das ist für alle Par- tcien eine Erleichterung und das ermöglicht auch einen verhältnismäßig klaren Wahlkampf. Es geht vielmehr in erster Linie um die Verkeilung der Lasten aus der Wirtschafls- krise. Mag auch Belgien hinsichtlich der Arbeitslosigkeit weit besser daran sein als z. B. Deutschland und England, es macht in zunehmendem Maße alle wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Folgen der Weltkrise durch. Die Regierung R e n k i n mußte vor einigen Wochen zurücktreten, nach- dem sie sich als unfähig erwies, die Einigkeit im bürgerlichen Lager über die Deckung des Oefiziks in höhe von Z Milliarden belgischer Franken, gleich?S0 Millionen Mark, herzustellen. Dos neue Bürgerblockkabinelt unter Führung von de Broqueville ist mit dem Auftrage gebildet worden, eine Klärung durch vorzeitige Parlamentsauflösung und Neuwahlen herbeizuführen. Der Kamps ist nun um die Finanzprobleme mit einer Schärfe entbrannt, wie sie das kleine Land schon lange nicht erlebt hat. Die Krise hat die Gegensätze im Volke verschärft und die Massen aus beiden Seiten radikalisiert. Freilich haben die Kommunisten, wie bei den jüngsten Kammerwahlen überraschenderweise zutage trat, nur unwesentlich in den letzten Jahren zugenom- nien, obwohl man allgemein als Folge der provo- katarischen Maßnahmen der Regierung aus Anlaß des großen Bcrgarbeiterstreiks im vergangenen Sommer einen großen Aufschwung ihrer Bewe- gung erwartete. Das Bürgertum hat sich stark f a s ch i s i e r t. Das kommt am ehesten in der Gemeinheit der bürgerlichen Mahlpropaganda zum Ausdruck, die mit den häßlichsten, verlogen- sten Plakaten und Flugblättern die Sozialisten beschuldigen, die belgische Währung zerstören zu wollen. Unsere Genossen sind ihnen die Antwort nicht schuldig geblieben und haben an die zahl- reichen Finanzskandale und Bankenzusammen- bräche erinnert, bei denen die kleinen Sparer Milliarden verloren haben und durch die die Wirtschaftskrise noch wesentlich verschärft wurde. In den letzten Tagen des Wahlkampses ist aber die n a t i o n a l i st i s ch e Parole immer stär- ker in den Vordergrund getreten. Hier spielt, ähnlich wie vor acht Monaten in Frankreich, die deutsche Gefahr eine große Rolle. Der sozialistische Kampf für die Abrüstung wird mit dem Hinweis aus das Denlschland von Schleicher und Hitler bcanlworlet, wobei die Liberalen und neuerdings auch der rechte Flügel der Katholiken vor keiner noch so plumpen Uebertreibung zurückschrecken. Aber gerade diese Gehässtgkeit ihrer Gegner hat die Äktiviläl und den Schwung der Belgischen Arbeiterpartei verdoppelt, die mit um so stärkerer Siegeszuversicht dem heutigen Wahlresultai en:- gcgensieht, als sie das erst vor wenigen Wochen wichtige Vorposlengefechl der Gemeindewahlcn glänzend bestanden hat. Obwohl wesentliche Mandatsverschiebun- gen durch das Wahlsystem sehr erschwert werden. haben die Sozialisten gute Aussicht, zumindest mr Abgeordnetehaus die st ä r k st e Partei zu werden. Aber selbst beim glänzendsten Ergebnis ist es nicht anzunehmen, daß es ihnen gelingen mag, die absolute Mehrheit zu erobern. Die disdenge Stärke der Parteien Die beiden Häuser des letzten Parlaments setzten sich wie folgt zusammen: Alle Parteigenossinnen und Parteigenossen, die vor und während des Sozialistengesetzes für die Partei tätig waren, werden mit ihren Familienangehörigen zu einem gemütlichen Beisammensein 3. d&zdM&cc, 19 UUc, im großen Saal des Gewerkschafls- hauses, Engelufer 24 25, freundlichst eingeladen. Musik/ Berliner U I k- T r i o. I.A.: Wilhelm Gründel. Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage Hierzu 4 Beilagen ®ct„Vorwärts" erscheint wochentiiglich zweimal. Eonntaa» und Montags einmal. Illustrierte Sonntagsbeilage..Volk und Zeit"./ Vezugsoreilc: Wöchentlich 7ä Pf., monatlich Z.s.'i Z>!. cdavon 87 Pf. monatlich für Zustellung ins Haus» im voraus zablbar. Postbezug Z,V7 M. einschließlich 60 Pf. Postzeitung, und 72 Pf. Postbcftcllgebühre». Auslandsabonnement 5,60 M. pro Monat: für ständer mit ermäßigtem Dructsachenporta 4.65 M. Bei Ausfall der Lieferung wegen böhcrcr Gewalt bcstcbt kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz. I Anzeigenpreise: Die einspaltige Millimeterzeile 20 Pf., Reklumezeile 1,-50 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedructle Wort 20 Pf,, jedes weitere Wort 10 Pf, Rabatt laut Tarif. Worte über tZ Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarlt MiUjmeterzeile 25 Pf. Familienanzeigen Millimeterzeile>6 Pf, Anzeigenannahme im Sauptgeschäit Lindenstr, 0, wochentäglich von 8>,h bis 17 Uhr. Der Verlag behält(ich das Recht der Ablehnung nicht genehmer Anzeigen vor. I Verantwortlich iiir Politik: Rudels Brendemühl; Wirtschait: G. Klingcldöscr: Gewerkschaftsbewegung: X Steinet; Feuilleton: Kerberl l'epüic; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Otto Hengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Vorwärts-Berlag G. in. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts-Buchdruckerei und Brrlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin EW. 68. 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NOV. 1932 \%vwöWKiiMJßrleMl |vr v/ M< M< �5 l'Iok unll Straüe, die treurixstea Spiel» und Tummelplätze .4rn vergangenen Montag war ganz Berlin entsetzt: als die ersten Nadirich ten über die Verhaftung und das Geständnis der unnatürlichen Mutter Martha Boddin bekannt wurden, blieben die Leute auf der Straße, auf dem Markte, in den Läden erst einmal stehen und dann maditen einander mildfremde Menschen ihrer Empörung über das sdiändlidie Verbrechen an der kleinen Rosemarie Luft. Einige Tage später, als jene Gesdiidite mit dem Heiligabend im Keller und der Tablette mit den Stedcnadeln bekannt wurde, mußte eine Abteilung Schutzpolizei in die Lorlzingstraße beordert werden, da die Erregung der Gesund- brunner Frauen sich derart gesteigert hatte, daß Ausschreitungen zu befürchten waren. Allerdings sind die Taten der Martha Boddin auch von einer beispiellosen Ruchlosigkeit gewesen. Diese Frau versichert ihr Kind mit 4000 M. gegen Todesfall. Sie wartet noch ein Vierteljahr, glaubt, diese Zeit genüge, um Gras über einen Versicherungsabschluß wachsen zu lassen. Am treilag, den II. November, ruft sie die kleine sechsjährige Rosemarie vom Spiel nach oben, zieht sie an, geht mit ihr die Brunnenstraße hinunter zum Bahnhof Gesundbrunnen. Mutter und Kind setzen sich in den Vollring, steigen in Stralau um und auf der Station Tiergarten aus. Hier braust unter den Bah nschienen das Wasser des vorher gestauten Landmehrkanals und in diesem eiskalten Wasser soll die kleine Rosemarie sterben. Passanten hindern die Rabenmutter an der Beendung des Verbrechens. Nun beginnt aber jene grausige Irrfahrt mit der meinenden, frierenden, von Wasser triefenden Rosemarie durch Berlin: in Tempelhof nochmals ein Mordversuch, am Teltomkanal ein dritter, schließlich geht es durch den Tiergarten und über Moabit nach Hause. Aber nicht für Rosemarie. Etwa zwei Stunden nach Mitternacht— so spät ist es inzwischen geworden— geschieht das Unglaubliche. Als sie auf der Grenzstraßenbrücke stehen, faßt die Mutter das Kind, hebt es etwa zwei Meter in die Höhe und wirft es in die dunkle Tiefe. Nach vollbrachter Tat geht diese Mutter nach Hause und erstattet scheinheilig bei der Polizei die Vermißtenanzeige für die kleine Kosemarie. Auflauf an der Brücke Jetzt fährt kein Fuhrwerk mehr über die Grenz- straßenbrücke, ohne daß der Kutfcher absteigt und sich irgendeinen Spalt sucht, von dem aus er aus die Eisenbahngleise starrt, wo das bedauernswerte Kind gelegen hat. Jeder Radlahrer steigt vom Rade, stellt das Rad beiseite und sucht sich eben- falls einen Spalt, Selbst die Wedding-Boys, jene fahrenden Musikanten, bleiben stehen, gehen neben- an aus den chof, aber sie spielen nicht, sondern starren wie alle anderen unverwandt auf die kalten Gleise der Eisenbahn. Da den Fremden die Tatumstände nicht so geläusig sind, stehen ein paar Männer aus der Gegend dabei und geben sachverständige Erläuterungen: über die Absturz- stelle, über die Eisenbahnsahrpläne, über den Ein- bruch in die Schule, über jene Tür, die bei dem Kind lag und die die Kriminalpolizei anfangs auf eine ganz falsche Fährte führte. Dann ist das Reden an den versammelten Frauen, Aber das ist kein Reden mehr, son- dcrn da wurden Fäuste geschwungen, Verwün- schungen ausgestoßen. Folterqualen erdacht, es ist kaum zu beschreiben, Seltsam, wie die Frauen plötzlich zu Barbaren werden. Aber vorher waren sie vielleicht— es gibt keinen anderen Ausdruck— zu feige, um zu der nächsten Amtsstelle zu gehen und Anzeige zu erstatten, daß da und dorten ein Kind gottsjämmerlich mißhandelt wird. An und für sich können solche Untaten in jedem Hause vorkommen, Aber wem wollen die Frauen einreden, daß sie Monate hindurch von diesen oder jenen Mißhand- lungen nichts gehört haben. Sie hören doch sonst, wenn das Nachbarkind schreit und schimpfen dann:„Das alte Jör plärrt ia schon wieder!" Sie können ja so behende zum Guckloch der Korri- dortür schleichen, um zu sehen, wer bei der alten Müllern ein- und ausgeht, so gut wie nichts bleibt doch den Frauen im Hause verborgen, kein Schwatz und kein Klatsch, aber wenn Weihnachts- abend ein wimmerndes Kind in den kalten, düsteren Kohlenkcller geschafft wird, wo es zum Steinerweichen schreit, dann hört das niemand, dann haben alle Watte in den Ohren, dann sehen sich ob der Schreie nur alle an und denken sich ihr Teil. Rläger und Richter Denn gerade auf dem Gebiete der Kindermiß- Handlungen gilt mehr als anderswo das Wort: Wo kein Kläger, auch kein Richter. Woher soll denn auch das Jugendamt Wedding wissen, daß im Hause Lortzingstraße IS die kleine Rosemarie Boddin schändlich mißhandelt wird? Die Jugend- ämter haben nun einmal keine Spürhunde unter- wegs, die an den Korridortüren horchen, ob ein Kind schreit. Wenn überhaupt ein Verfahren wegen Kindesmißhandlung in Gang gebracht wer- den soll, dann ist beim Leugnen des Täters immer ein Zeuge nötig. Nun müssen sich die Juristen zunächst darüber einig werden: was ist kindesmihhandlung. liegt eine einmalige Züchti- gung oder eine fortlaufende Mißhandlung vor. Ist das vorübergehende Einsperren eines Kindes in einen Keller schon eine Mißhandlung? Nicht immer liegen die Dinge so klar wie im Fall Boddin, wo die Anklage zweifellos auf versuchten Mord lauten wird. Und nicht bei jeder Miß- Handlung werden wehrlose Kinder von Eisenbahn- brücken vor die fahrenden Züge geworfen. Ueber- Haupt kommen ja nur die wenigsten Fälle vor den Strafrichter. Wenn das Jugendamt eingreift, wird es sich erst mal die Eltern vorladen. Hier haben die Eltern Rede und Antwort zu stehen und das Reichs-Zugend-lVohlsahrtsgeseh ermächtigt diese Behörden zu einer ganzen Reihe von Maßnahmen zum Schutz der Kinder. So kann das Jugendamt anordnen, daß als vorbeugende Maß- nähme die Kinder tagsüber in Kinderhorten(das sind die schulpflichtigen) oder in Kindergärten(das sind die kleinen) untergebracht werden. Den» es ist nicht so, wie meist der außenstehende Laie an- nimmt, daß in den Horten und Gänen alle Kinder freiwillig sind, eine ganze Reihe weilt dort auf Anordnung des Jugendamtes. Man braucht nur daran zu denken, daß die Arbeitslosigkeit die Eltern zu schlechten Erziehern macht: der Vater sitzt gedrückt zu Hause, die Mutter weih nicht, woher das Geld nehmen, es gibt Zank und Streit, und um die Kinder nicht zu Zeugen dieser Kon- flikte werden zu lassen, bringt man sie in Kinder« horten und-gärten unter. Eine schärfere Maßnahme ist dann die S ch u tz- a u f s i ch t, die das Jugendamt anordnen kann. Damit wird den Eltern das Sorgerecht über dos Kind entzogen. Es wird eine Aufsichtsperson be- stimmt, die sich, wenn nötig, täglich um das Kind kümmert und in deren Hand die gesamte geistige und körperliche Erziehung des Kindes gelegt wird. Die Eltern haben lediglich— da sie das Recht der elterliche» Gewalt verwirkt haben— alle Zahlungen für das Kind zu leisten. Oftmals lebt bei der Schutzaussicht das Kind schon nicht mehr im Haus- halt der Eltern. Nun ist das mit den Pflege- kindern heute auch nicht mehr so einfach. Nach dem Gesetz darf niemand mehr sein Kind ohne Wissen des Jugendamtes Fremden in Pflege geben. Wer andererseits ein Kind in Pflege nehmen will, muß 1. seinen guten Leumund nachweisen und 2. seine gesicherte Existenz, damit verhindert wird, daß aus den Pflegekindern ein Geschäft gemacht wird. Fast überall hat also das Gesetz weitgehende Sicherungen zum Schutz des Kindes geschaffen. ★ Bon dem Umfang der aus diesem Gebiet zu leistenden Arbeit erhält man einen ungefähren lieberblick, wenn man nur die Zahlen der Ber- liner Arbeiterwohlfahrt heranzieht. Der Berliner Bezirksausschuß hatte im vorigen Jahre 2177 Vor- mundschaften. Schutz- bzw. Pflegeaufsichten inne, dazu 12 4lZi) Pflegetage im eigenen Kinderhort in der Danziger Straße, dazu 10 913 Pflegetage im August-Bebel-Heim. Diese Tausenderzahlen er- geben sich bereits auf diesem Teilgebiet unserer Arbeiterwohlsahrt. Die Reform Berlins beschlossen Oer Vorschlag des Magistrats: Neun Bezirke und Einkörpersystem Die schwierigen Arbeiten zur Schassung der kommunalresorm in Berlin sind durch die gestrigen endgültigen Beschlüsse des Magistrats zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Der Magistrat beschloß, den alten Entwurf mit einigen Abänderungen der Aussichtsbehörden alsvorfchlägeder Stadt zu einer durchgreifenden Verwaltungsresorm der Aussichtsbehörde zu unterbreiten. Bei der Bezirkseinteilung wurde gegenüber der alten Vorlage beschlossen, die Bezirke T e m p e l h o s und Schöneberg zu einem Bezirk und wilmersdors, Ze Hiendorf und Steglitz zu einein besonderen„Grunewaldbezirk" zu vereinigen. Der jetzige Bezirk T r e p- t o w wird ungeteilt mit Köpenick verbunden. Zn den Bezirken wird das Einkörpersystem in der Verwaltung eingeführt. Die Bczirksversamm- lungen verschwinden also in ihrer heutigen Gestalt. Es gibt nach der Verwirklichung des Planes nur noch das Bezirksamt als Verwaltungskörper- schast. dem die gewählten Bezirksoerordneten mit angehören— der Magistratsbeschluh wird der Aufsichtsbehörde in den nächsten Tagen ossiziell als Vorschlag für die Reform unterbreitet, es gilt allgemein als sicher, daß der Magistratsplan in seinen großen Zügen Gesetzeskraft erhallen wird. Die Reform soll am 1. April ISZZ verwirklicht werden. In einer kommunalen Pressekonferenz gaben der Oberbürgermeister Dr. S a H m und die beiden Schöpfer des Entwurfes, Bürgermeister Lange und Stadtrat Dr. Heuer, Erläuterun- gen zu den Magistratsbeschlüssen. Dr. Sahm wies darauf hin, daß alle maßgeblichen kommunalen Körperschaften in neuerer Zeit sich für das Ein- körperjystem einsetzen, so auch der Deutsche Städtetag. Bürgermeister Lange sprach zu der Neu- ordnung bei der Verwaltung in den Bezirks- ämtern. Die Ernennung der Beamten wird allein durch das Bezirksamt erfolgen. Die Stellung der Stadträte im Bezirksamt ist verstärkt worden. Sie haben bei allen Beschlüssen des Bezirksamtes beratende Stimme. Oie neuen Bezirke Den Standpunkt, daß im Interesse der Riesen- Verwaltung Berlins eine Verringerung der Be- zirke einzutreten habe, begründete noch einmal Stadtrat Heuer. Der Magistrat hat an dem Plan, nur noch neun Bezirke in Berlin be- stehen zu lassen, festgehalten. Um den großen „C i t y b e z i r k", der aus den bisherigen Be- zirken Mitte. Kreuz berg und Tier- garten gebildet wird, gruppieren sich fächer- förmig die übrigen acht Bezirke. Ihre Einteilung ist so erfolgt, daß jener einzelne noch einen Teil des Stadtkernes umfaßt und gleichzeitig in die bisherigen Außenbezirke hineingreift. Im Nord- weften schließt sich an den großen neuen Innen- bezirk zusammengefaßt W e d d i n g und R e i- n i ck e n d o r f an. Der Bezirk Prenzlauer Berg mit Pankow und dem alten Ortsteil W e i ß e n j e e bildet den nächsten Bezirk. Nach Osten kommt, zu einem neuen Bezirk vereinigt. Friedrichshain und Lichtenberg mit Hohenschönhausen. Im Südosten ist die Zusam- menlegung von Köpenick und Treptow vor- gesehen. Neukölln schließt sich als selbstän- diger Bezirk an. Bei dieser Anordnung ist man von dem alten Magistratsplan nicht abgewichen. Zu einer Aenderung des Planes unter Be- rllcksichtigung des Verkehrsverhältnisses und der in der Oeffentlichkeit erhobenen Kritik hat man sich im Südwesten entschlossen. Jetzt soll S ch ö n e- berg und T e m p e l h o f einen neuen Bezirk bilden und Wilmersdorf, Zehlendorf und Steglitz zum Grunewaldbezirk zusammen- geschlossen werden. Weiter nach Westen kommt dann der letzte Bezirk, der die Vereinigung von Charlottenburg und Spandau darstellt. 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Aber wer durch- aus auf Gänse oder Hasen erpicht ist und zudem recht preiswert dazu kommen will, dem kann gs- halfen werden. Und Zwar sorgt ausgerechnet die Deutsche Reichspost dafür, daß allabendlich um 7 Uhr auf dem Paketpostamt in Berlin, Oranienburger Straße 70, solche Dinge versteigert werden. Es gibt in Deutschland, vornehmlich in den landwirtschaftlichen Produkiionszentreu, überall Lebensinitteloerfandgeschäste, die Butter, Käse, Eier. Gänse, Hühner, Enten, Aepfel, Birnen und wer weiß was sonst alles oerschicken. Dazu kommen dann noch von der Wasserkante di« Fisch- verfandgeschäft« und die Kolonialwarenhändler (hauptsächlich Kaffee) aus den Hansestädten, jeden- falls sind täglich in Deutschland genügend Lebens- niittel unterwegs. Nun ist es aber heute nicht so einfach, mit oft genug völlig unbekannten Kunden Berfondgefchäste zu betreiben. Meist sichern sich die Absender in der Farn,, daß sie die Ware per Nachnahme schicken. Was wird aber mit der Butter, wenn der Empfänger das Paket plötzlich nicht einlöst? Erst mal ist die Butter bereits einig« Tage unterwegs, der Empfänger könnte jetzt die sieben Tage Lagerfrist verlangen und wenn Reichsbanner verurieili k�ueuxen„absolut glaubwürdig!" Die Strafkammer beim Landgericht III verurteilte wegen des am 28. Zuli d. 3. in Nauen von den Nationalsozialisten provozierten Zusammenstoßes mit den Reichsbannerleuten— den Rcichsbanermann Besch zu 1 Jahr 6 Blo- naten Gefängnis, die Reichsbanncrleute N e u m a n n und Borchardt zu 6 bzw. 4 Blonaten Gefängnis, den Kommunisten Klopp zu 3 Monaten Gefängnis. Dem Angeklagten Borchardt wurde Bewährungsfrist in Aussicht gestellt. Das Gericht hat, wie die Urteilsbegründung be< sagte, keinen Anlaß gesehen, an den Aussagen der Rationalsozialisten zu zweifeln; es hat insbeson- dere den berüchtigten Zeugen aus dem Boernicke- Prozeß, dem SA.-Mann Müller, Glauben ge- schenkt, daß die Reichsbannerleute den Zusammen- stoß in Nauen verursacht hätten. Die Urteilsbe- gründung hat die Aussage» der u n p a r- tciischen Zeugen, die das direkte Gegen- teil bekundeten, mit einer leichten Handbewegung beiseite geschoben, indem es von ihnen annahm. sie hätten den Beginn des Zusammenstoßes nicht mit angesehen. Die SA.-Zeugen haben wieder mal einen Sieg davongetragen und sich auf diese Weise für die Niederlage, die sie bei dem von ihnen provozierten Zusammenstoß erlitten haben, in ihrer Weise gerächt. Das Gericht ist allerdings wesentlich hinter den Strafanträgen des Staats- anwalts zurückgeblieben. Milde! Milde! �ber nur für Mörder vorn Nazistamm Das Landgericht I verurleille gestern in der zweiten Verhandlung gegen die Mörder aus der Hufeland st raße, den SA.-Mann Becker, der in der Silvesternacht l9Zl den Beichsbannermonn Willi Schneider in der Wohnung seiner Ellern erschossen hat, zu fünf er dann auch noch nicht die Butter einlöst, dann müßte sie den weiten Weg zurückgehen und die Molkerei könnte sie sich schließlich an den Hut stecken. Denn soviel leuchtet ja immerhin ein: besser ist die Butter von ihrer zweiwöchigen Reise durch halb Deutschland nicht geworden. Deshalb machen diese Lebensmittelversender aus die Paket- karte meist gleich einen Vermerk:„Falls Annahme verweigert, sofort zur Versteigerung!" Daher also die Gänse und die Hasen, die man bei der Deut- schen Reichspost ersteigern kann. Nun hat diese ganze Versteigerungs- j z e n e r i e in jenem altersschwachen Saal des Paketpostamts etwas Gemütliches. Sonst haben Auktionen innner etwas Peinliches: da stehen diese ungeschlachten Männer, die für wenige Groschen schockweise zerbrochene Existenzen auskaufen, um sie weiter zu verschachern; hier aber, in der Oranienburger Straße, wünscht ja der Besitzer selbst di« Versteigerung. Und eben kommt ein aller Mann mit einem Korb Mohr- rüben aus dem Saal.„Was haben Sie dafür gegeben, Herr Nachbar?"—„Einen Sechser!" Billiger kann man wahrhaftig einen Korb Mohr- rüben nicht bekommen. Ein« Frau hat einen Hasen beim Schöpfe. Ein feister Bursche, um den sich ein erbitterter Kamps eillspann, bald gab der und bald jener einen Groschen zu, bis der Preis glücklich bei 3,M M. angelangt war. Das Gefecht war etwas zu hitzig gewesen, jeder wollte den Hasen gern haben. Gänse sind für etwa Sohren Z u ch t h a u e. den SA.Mavn? o- r a t h wegen Begünstigung zu fünf Jahren Gefängnis, und sprach den SA.-Mann h a u s ch k e von der Anklage des Tolschlags an Graf frei. Der Staatsanwall hatte entsprechend dem ersten Urteil gegen Becker und hauschke je 7 Jahre Zuchthaus beantragt. Das Urteil wird in der Oeffentlichkeit kein Verständnis finden. Die neue Verhandlung Im Gewerkschaftshaus, Engeluser, haben Sozialdemokraten aus dem sächsischen Erzgebirge eine reichhaltige bunt« Schau allerliebster h o l;- s p i e l s a ch e n veranstaltet. Da ist die Menagerie der winzig kleinen, bunt- lackierten Haustierchen, die auf stecknadeldünnen Beinchen marschieren, uns aus staubkörnchen- großen Augen anblicken, und deren ganzes Körper- maß nach wenigen Zentimetern rechnet. So putzig sie anzusehen sind, so tiestraurig ist ihr Werde- gang. Eine 60 Kops starke Liliputherde bringt dem Arbeiter ganze 60 Pf., die er etwa nicht als Verdienst rechnen kann. Von diesem Geld muß er nämlich das ganze Arbeitsmaterial liefern, Farbe, Lack und Leim, davon muß er de» Dreherlohn bezahlen— die Tiere werden mit dem sogenannten Reifendreher hergestellt— und der Nettoverdienst beträgt dann summa snmmarum einen einzigen Groschen für das Schock. Da sitzt die 76jährig« Großmutter und neben ihr der 6jährige Enkel, die tupfen von morgens bis abends und noch bis spät in die Nacht hinein mit dem„Fleckl", das ist ein Holz- stückchen, in den Farbtopf und setzen schwarze Pünktchen als Augen, rote als Mund. Da gibt es dann noch den slowakischen Hänister, der sein ganzes Hab und Gut, den Holzklotz und die Blech- fchüssel, über dem Arm trägt. In seinen Ein- 5 Mark z u haben, wobei Festpreise natur- gemäß schwer zu sagen sind: ist nur eine Frau da, die für eine Gans ein Gebot abgibt, bleibt der Preis niedrig, sind jedoch zehn Frauen da, die alle die eine Gans haben wollen, kann sich der Gänsemäster im Oder- oder Netzebruch freuen, wenn er den Versteigerungserlös bekomint. Neben Lebensmitteln wird allabendlich noch sonstiges Strandgut der Reichspost versteigert. „Drei Meter zwanzig Anzugstoff, Gebot bitte!" ruft der Postbeamte, der hinter dem riesigen blech- beschlagenen Ladentisch steht, und:„Fünf Mark!" echot es aus dem Raum zurück. Inzwischen kann jeder den Stoff anfassen, er ist nicht gut, er ist nicht schlecht, und es dauert gar nicht lange, da hört man:„Elf Mark zum ersten, zum zweiten, zum... dritten!" Bums, macht der Mann mit den, Holzhainmer und weg ist der Stöfs für 11 Mark.„Unter Vorbehalt", fügt allerdings der Beamte hinzu; er will erst nock) einmal bei dem Absender anfragen, denn 1 Mark für 3,20 Meter Anzugstofs sind ein wenig niedrig. Dann kommen Radioartikel, Strickwolle, Schreibpapier und son- stiger Kleinkram an die Reihe. Selten nur wer- den Marksummen genannt, meist bescheidene Pfennige— für 63 Pfennig beispielsweise geht die Wolle weg— und schließlich haut der Hammer zum letztenmal auf den Tisch, der Beamte sagt: „Schluß der Vorstellung!" und die eben noch kauf- lustigen Männlein und Weiblein trollen sich wieder in den naßkalten Novemberabend. hat gegen den Angeklagten Hauschke keine neuen Entlastungsmomente gebracht. Die Gründe, die das erste Gericht zu seiner Verurteilung geführt hat, wurden auch ausdrücklich vom zweiten Gericht als zu recht bestehend anerkannt. Der Vorsitzende hat sie in seiner Urteilsbegründung aufgezählt! Hauschke stand im Augenblick der Erschießung des Graf auf der Stelle, von wo aus der Schuß abge- feuert wurde; er hat in der Haupwerhandlung geweiden ist Raum für Räucherkerzchen, und wenn man die ansteckt, dann qualmt er den Rauch zu seiner langen Pfeif« heraus. Dann gibt es Bergleute und Engel, kunstvoll gedrehte Weih- nachtsbäume, ein ganzes Feuerwehrdepot, Nadel- kissen und Kerzenständer, Kücheneinrichtungen und das alleinseligmachende I o- I o, dessen Sieges- lauf aber den armen Erzgebirglern nicht zur Glückesträhne ward. Ihr Wald ist schon allzusehr ausgelaugt, sie konnten die notwendigen Riesen- quanten dieses Modekreifels nicht zur Ausführung bringen, ganz abgesehen davon, daß ihnen das notwendige Betriebskapital zum Holzkauf gefehl! hatte. Einmal im Jahr ist Spielzeugmarkt, einmal im ganzen Jahr erfährt man von der riesenhaften Not jener Menschen, die hoch droben in den Gebirgsnestern sitzen, wo fast ein halbe- Jahr Winter ist und kaum das Notwendigste ge- deiht. 90 Proz. der Erzgebirgler leben von Unterstützungen, es gibt keine Arbeit, es gibt kein Brot, und dqs Wenige, das sie mit ihrer müh- famen Holzbastelei verdienen, auch das ist bald zu Ende. Die Maschine stanzt und feilt und dreht am laufenden Band, die Welt von heute: rasch, billig, Stapelware. Und die 300jährige Tradition der armen Holzschnitzer wird von ihrer grausamen Melodie totgedröhnt. Helft, gebt, kauft, und wenn e® auch nur für ein paar Groschen ist. über seinen Verbleib unrichtige Angaben gemacht: er hat sich gegenüber seinen Kameroden der Er- schießung Grafs gerühnit; er war aus Berlin ge- flohen und hat aus Kusstein ein Kassiber geschickt, das ihn schwer belastete. Das alles, sagte die frei- sprechende Urteilsbegründung, stellen schwere Ver- dachtsmomente vor, reiche aber nicht aus zur vol- len Ueberzeugung von Hauschkes Schuld. Von den Gegengründen ließ der Vorsitzende nichts ver- lauten. Ebenso wenig verständlich ist die Herabsetzung der Zuchthausstrafe für Becker. Das Gericht hat selbst erklärt, daß ihm mildernde Umstände nicht zuerkannt werden könnten und daß seine Tat die schärfste Verurteilung verdiene. Man vergleiche nur: Der Reichsbannermann Rothe wird für schuldig erachtet, während eines Zusammenswßes mit Na- tionalsozialisten geschossen, also einen versuch- t e n Totschlag verübt zu haben, wohlgemerkt, in der Hitze des Gefechts, er wird zu fünfgahren Zuchthaus verurteilt. Der SA.-Mann Becker dringt in die stemde Wohnung und erschießt grund- los,"kaltblütig vor den Augen der Mutter, einen politischen Gegner. Er bekommt dafür gleichfalls siinf Jahre Zuchthaus, Sturz aus dem Flugzeug Lelbstmord eines Wiener Kaufmanns w i e n. 26. November. In der Nähe von Wien Hot sich ein sensationeller Selbstmord abgespielt, der in seiner Art ausfallend an den Freitod des belgischen Seidenkönigs Loewenstein erinnert. Der erst zwanzigjährige Kurt Schweineboch stürzte sich während des Fluges Wien— Warschau aus dem Flugzeug und blieb tot liegen. Erst bei der Zwischenlandung in Brünn wurde das Fehlen de» Passagiers festgestellt. Als die Maschine sich erst wenige Minuten in der Lust befand, verspürte der Pilot plötzlich einen starken Druck im Flugzeug. Da er glaubte, in ein Luftloch geraten zu sein, fing er die Maschine wieder ab und setzte den Flug weiter sort, ohne sich nach seinem Fluggast umzusehen, der der einzige Passagier in der Kabine war. Erst als die Maschine in Brünn eintraf und der Pilot durch Zeichen aufmerksam gemacht wurde, daß die Ka- binentür des Flugzeuges offen stand, übersah er die Kabine und stellte zu seinem Entsetzen fest, daß der Fluggast verschwunden war. Nach der Landung fand man in der Kabine einen kleinen Handkoffer und einen Mantel. Auf dem Sitz lag ein Zettel, aus dem hervorging, daß Schweinebach kurz nach dem Auffteigen der Ma- schine aus einer Höhe von 300 Metern abspringen wollte, um sich das Leben zu nehmen. Die ver- stümmelte Leiche des Unglücklichen wurde auf einem Felde in der Nähe von Groß-Enzersdorf gefunden. Die Geubenopfer vre! Verschüttete antworten nicht mehr h i n d e n b u r g. 26. November. Die Ausräumungsarbeiten aus den Delbrück- Schächten nehme» guten Fortgang. Die Bergung des Füllers W o i t k o w s k i steht bevor. Er ist noch mit einem Bein eingeklemmt, kann aber schon Nahrung entgegennehmen und sich mit den Rettungsmoanschasten unterhallen. Schwere Verletzungen hat er nicht erlitten. Die Befreiung seines Fußes wird mit größter Vorsicht betrieben, damit das Nachrutjchen der Schachtmassen und eine neue verschllttung verhütet wird. von den übrigen drei Eingeschlosse- neu werden keine Lebenszeichen mehr vernommen. De» 75. Geburtstag feierte Genosse Theodor K ö p p e. Seit 1883 gehört er der Partei an. Trotzdem der alte Kämpfer seit einigen Jahren durch einen Unglücksfall fußleidend" ist, fehlt Theodor Köppe bei keiner Parteiveranstaltung. Notruf aus dem Gpielzeugland Weihnachtsausstellung im Gewerkschaftshaus SmM, Püpl dmßK'&&&*& M- et c&h, Sie TEIEFUNKEN 231 der beste mit Rückkopplung, den Telefunkeivje gebaut hat. Einschließlich Röhren RM189,-* (Bei Gleichstrom RM 199�J P Beide'sind trennscharfe, starke und klangschöne Europa- Empfänger- kurz Telefunken- Apparate! Der 3-Kreiser macht alles automatisch— mit dem 2-Kreiser empfangen Sie fast ebenso vieleSenderebenso gut TELEFUNKEN 343 der Großempfänger mit»Selbst-Trenner« macht alles automatisch. Einschl. 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Wohl mit zu den ältesten Geschäften der Gegend um den Alexanderplatz herum zählt das Kaufhaus R. Israel, das im Jahre 1813 gegründet wurde. Aus einem Spezialgeschäft für Manufakturworen entwickelte sich organisch das Kaufhaus in feinem heutigen bedeutsamen Umfange. Alle wichtigen mo- dischen Abteilungen— Stoffe, Damenkonfektion, Herren-, Kinderkonsektion, Putzabteilunq und mo- dische Kleinigkeiten, aber auch Einrichtungsabtei- lungen wie die für Gardinen, Teppiche, Beleuch- tungskörper, Hausrat und Möbel bilde» heute den Stamm der 60 großen Spezialabteilungen dieses Hauses. Gefährliche Berufe. Als gefährlich sieht man gewöhnlich den Beruf des Seiltänzers oder des Löwenbändigers an. Bon den Gefahren und .Krankheiten, die unsere alltäglichen Berufe, wie sie auch heißen mögen, mit sich bringen, redet kein Mensch. Bester wäre es freilich, wenn man öfter daran denken würde. Zinfser-Knoblauchsaft, den es auch geruch- und geschmacklos als Zinsser-Knob- lauch-Toblcttcn und Zinsser--Knoblauch-ÖeUapseln gibt, sind dazu die rechten Mittel. Lesen Sic nur einmal die Anzeige von Dr. Zinsser u. Co. in Leipzig in der heutigen Zeitung. „Akrobat schöäööjja!" Charlie aus der berühmten Ar- tistenfamilic der Brüder Rivels ruft das angesichts der hervorragenden Leistungen seiner Kameraden. Wa» werden wohl Ihre lieben Angehörige» sagen und wie werden die Gesichter strahlen, wenn sie ein Weihnachtsgeschenk von B e t t f e d e r u> L u st i g. Ecke Sebastian, und Prinzen- straste, Wilmersdorser Ecke Bismarckstragc, und Frankfurter Allee llllt, aus dem Weihnachtstisch vorfinden! Eioseudungen sii» dies, Rubrik sind «» r l t» SB Li-beustratze 3, Partemachrichten für Groh-Berliu stets an da»««»Irkasekretarta. 2. Kos, 2 Trevoen rechts, zu richten Achtung, Bilöungöobteute! r�=ic Si*funß i»cs erweiterte» Pezirksbildungsaus- schufses findet an, Montag, dem 28.?!ovcmbcr. abends um �8 Uhr pünktlich statt. * Sozialistische Siudentenschaft Deutschlands und Oesterreichs Ortsgruppe Berlin. „„,M°"tag W. November, 20 Uhr, in der llniverstt-t. Dorotheenstratze b. Kor. laal 3. Stubentenversammlung. Gen. Prof. Lederer:„Rußland und der west- europäische Sozialismus." Mo Mitglieder der Settion Universttat habe» zu erscheinen Dienstag. 29. November. 20 Uhr. im„Bund"?uristische Arbeits. gemelnichaft: LeiUrng: Gen. Dr Ott»«irchheimer.— Donnerstag. 1. Dezember. -NUH� im„Bund Ausspracheabend.„Marx, Kegel und die heutige Zeit." Ref.: vten. 5. P. Mayer. Beginn aller Veranstaltungen WM Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! heule, Sonntag, 27. Zlovember: 4 ftwi». Abrechnung der Karten zur Filmmatinee„Die hölzernen Kreuze" vi» zum Beginn der Veranstaltung um U Uhr im„Elnstum". me«,. Kaite ffrlmmatinee im„Kurfürst", Tempeihof, Dortirraße 22.„Die Drelgroscheuover" und«in lustig», Beiprogramm. Eintritt 40 Pf. Karten IiiUi noch an der Kasse zu haben. 3i. Elternabend der l2ä. Schul« sAnbreasstraße ikel. IS Uhr. Bunter Abend b«, Ewe». Große Frankfurter Straße 30, G-ist- herzlich willkommen. „ Eintritt SO Pf.: Erwerbslose Steuersaß. ? Einlaßkarten zur Mercedes-Palast-Veranstaltung stub»och bis zum S0. Zcoveuiber bewi Seuosseu Pfanneuberg, Richardstraß« II, zu haben. Morgen, Montag. 28. November: 12. Kreis. Der Kursus Kern fällt mit Rücksicht auf die Frauenabcnde diesen Montag au». Nächster Kursusabend 4. Dezember. 14. Kreis. IS Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Leim Kanner Str. 42. Dr. Wilhelm Lewinski:„Iustizkrise." 20. Srei». Ig Uhr kurz« Besprechung des engeren Kreiaporftand«, mit den Abteilungsleitern im Bollsbaus Keinickendors-West. 10. Abt. Die(SciujsJen machen ihre Frauen am den beutigen Fraucnabend bei vtein. Solsteiner Ufer 14, aufmerksam. SO. Abt. Dir Jüngeren. Zusammenkunft am 28. November fällt au«. 83. Abt. 20 Uhr Eißung de» engeren Vorstandes in der Wohnung des Abreilungsleiters. W. Abt. 21 Uhr(9 Uhr abendsl Funktionärsthuna bai Görliß, Ehausseestr. 1». Aussprache über Pioniergruppen. »4. Abt. Zusammenkauft jüngerer Parteimitglieder bei Schräder. Steinmetz. topße 52. Dr. Lomberg:„Freiwilliger Arbeitsdienst und Arbeitsdieniwslicht." „ Abt. 20 Uhr Funktionärsttzung in der Kalle am Kufcisen. 101. Abt. Vorswndssitzung an bekannter Stelle. � 138. und 143. Abt. Pünktlich 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Jugendheim Kermsdorf, Roonstraße. Dr. Salomon Schwarz:„Die gegen- wärtige politische und wirtschaftliche Lag« in Rußland." Diensiag, 2g. November: 3. Kreis. Arbeiterwohlfahrt. 15 Uhr Zusammenkunft erwerbslaser Partei. Mitglieder im Keim Tilstter Straße 4/5. Erna Büstng:„Strctfzüge durch den Orient." Unterhalwngsteil: Genosse Klawitter. 7. Aret». Außer Freitags findet auch vom 29. d. M. ah jeden Dienstag von 18 bis 18 Uhr im Stiidt. Jugendheim. Zimmer 5,«in vorbereitender Unter- richt für die Zuaendweihe Ostern 1333 statt. Anmeldungen dortselbst. Gin- fchreibcgebühr(50 Pf.) mitbringen! Teilnehmer, die Freitags verhindert sind, können Dienstags am Unterricht teilnehmen. 20. Kreis. Aibeiterbildungsschule. Der Kursus Dr. Salomon Schwor, beginnt am Dienstag. 23. November, 13'/- Uhr, im Klassenzimmer der Neuen Schule, Wittenau. Kauptstraße 12. Dauer vier Abende, Dienstag, von l3V> bis 21'/- Uhr. Hörgebühr 1„- M, Erwerbslose sowie SAI.-Mitgliedcr frei. Tbeuia:„Der Aufbau der deutsche» Wirtschaft." Es wird um rege Teil- nähme gebeten. Der Kursus»Einführung in den wissenschaftlichen Sozialismus" tLehrer P. Malierl beginnt am Dienstag, 29. November. IZ'/i Uhr, in der schule Kollanderstraße III, Reinickendarf-Öst. Hörgeld für vier Abende l,— M., für Erwerbslose srei. 23. Abt. Außerordentlich« Funktionärsitzung mit d«n Referenten an bekannter Stelle. 55. Abt. 20 Uhr Funktionärsitzung im Jugendheim Ronnenstraße 4. 83. Abt. 20 Uhr Funktlonärsitziing bei Pommerening, Berliner Straße 100. 9«. Abt. 123. und 123. Bezirk. Zählabend bei Fränkel, Schierkestraße 3S. Sans Marx:„Die Taktik der Partei." 103. Abt. Wir bitten alle Genossen, das entliehene Wahlmaterial(Fahnen, Transparente) zwischen 18 und lS'/- Uhr im Parteiheim. Schloßstraße 27, zurückzugeben. 131. Abt. 16 Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parleimitglieder im Jugendheim Lindenstraße. Referent Genosse Tietgen». Mittwoch, 30. November: 2. Krti». Karten für die Filmvorführung am 30. November, 18 und 20 Uhr, sind noch bei den Bezirksfllhrern zu haben. Die Karten müssen bis zum Mittwoch bei der Borsührung abgerechnet fein. 8. Kreis. Arbeiterbildungsschule. Feierswilde in der Schulaula Petersburger Straße 4. Orchester, Gesang. Rezitationen. Mitwirkendei Martha John. Paul Mehlhose, Kammeririo DMV., Quartett DSV. Eintritt lrei gegen Programm am Dienstag erhältlich........„ 14.»reis. 15 Uhr Unterhaltungsnachmittag für die erwerbslosen Parlei, Mitglieder im Heim Kanner Straße. 7. Abt. Mitaliederversammlung im„Nordischen Hof", Invalidenstraße 126. Kurt Keimg. M. d. SR.:„Die Partei vor neuen Aufgaben." 12. Abt. Zum Filmobend am 30. Rooember sind noch karten für beide Vor- stellungen um 18 und 20 Uhr zu 40 und 15 Pf. für Erwerbslose bei Schmidt, Wielefstvaße 17, und beim Kassierer Genossen Wenzel. Oldenburger Str. 21, zu hoben. 15. Abt. Jünaeren-Zusammenkunft bei Kerncheu, Stralsunder Straße 68. Dr. I. Schlesinger:„Faschismus— Bolschewismus." 21. 35. 47. 54. 55. 56. 58. 83. 85. 86. 90. 07. 99. 102. 109. 121. 127. 137. Abt. Zusammenkunft jüngerer Partcimitalieder bei Krall, Utrecht« Str. 21. Dr. Gregor Bienftock:„Demokratie und Diktatur." Abt. Mitgliederversammlung bei Jensen, Riga« Straße 67. Albert Grz«. fiuffi:„Die Partei vor neuen Aufgaben." Die Bczirtssllhrcr laden ein. Abt. Di« Listen mit den Namen der Kinder für die Weibnachtsbescherung sind beim Genossen Mazonkc bis Mittwoch, 30. November, abzugeben,— Funktionärsttzung om 5. Dezember. Abt. Mitgliederversginnilung im Jugendheim Rosinenstr. 4. Anna Dener: „Die Partei vor neuen Aufgaben." Abt. 3. Gruppe. Zoll labend bei Schuß, Wollstraße 39. Hans Marl!„Die Partei vor neucn Aufgaben." Abt. 20- Uhr Funktionärstßung bei Iasiowiak, Holßcndorffstraß« 20. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung im..Ranle-Kaus", Rankcstraße 4- Dr. Salomon Schwarz:„Unser Weg zum Sozialismus." Abt. 20 Uhr Mitgliedervcrsammiung in den„Lichterfeldcr Festsälen", Zehlendorfer Straße 5. Ludwig Dicderich:„Reichswehr und Stülpnagels Ivgenderziehung." Abt. Die jüngeren Parteimitglieder werden aufgefordert, den Diskussion»- abend der Iüngcrengruppe in Maricudorf um 20 Uhr zu besuchen. Räberes siehe Notiz der 86. Abteilung. Anschließend Besprechung über die Auf- zicbung einer Iüngcrengruppe. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Mali. Edausscc. straße 305. Dr. Denicke:„Die Aufgaben der Partei und der Jugend im Befreiungskampf." und 92. Abt. Z0 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Düben, Fulda- Ecke Weserstroße. Arthur Schweißer:„Marxismus, Krieg und Internationale." Abt. Witgliedernerfammlung in„Meisels Festsälen", Ionasstraß« 23..Zur politischen Lage." Bericht vom Bezirksparteitag. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Becker. Chausscestraße 37. Dr. Kurt Löwenstein, M.d. R.:„Die Partei vor neucn Aufgaben." Abt. AsA-Kos. Zusaulmcnkuuft jünger« Portemiitglieder im„Tivoli", Neu« Krugallce 35/36. Bernbard Krüge«:„Wie denkt sich die Sozialdemo. kratic den Ausbau der Wirtschaft?" Abt. Achtung, neues Lokgl! Mitgliederversammlung bei Gesclbracht, Fried- richstvaße 56. Dr. Otto Friedländ«:„Da, Volk Hot entschieden! Was nun?" Abt. 20 Ubr Zufammeulunst jüngerer Parttimitglieber bei Krüger. Refe- reuttn Genossin Weiß. Abt. Bezirk„Weiße Taube". Siedlung der Kinderreichen. 20 Ubr Mit- gliederversavimluiiq bei Rußti, Dingelstädtcr Straße 35. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Abt. Zusgmmcnkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Volkshaus, Schorn. wcbcrstvaße 114. Dr. Kanisch:„Beratung in UntcrstUßungsfrogcn." Mit- gliedsbuch ist als Ausweis mitzubringen. Donnerstag, t. Dezember: 5. Kreis. Arbeiterbildungsschule. Fortseßung des Echröder-Kursus im Keim Tilstter Straße 4/5. Wir bitten pünktlich und vollzählig zu erscheinen. 12. Kreis. 15'/, Uhr Zusammentunft erwerbsloser Parteimitglieder in Steglrß, Schule Frieseustraße. Dr. Hans Cohn:„Blrtschaftsfragcn." 18. Kreis. 15 Uhr an betaunter Stelle Zusammenkunft erwerbsloser Partei- Mitglieder. Hans Mar«:„Die Partei vor neuen Aufgaben." 136. Abt. Mitgliederversammlung im„Schüßenhaus", Restdcnzftraß« 1. Rud. Wisscll. M. d. R.:„Die Partei vor neuen Ausgaben." Zreitag, 2. Dezember: 14. Kreis. Zusamenkunft erwerbsloser Parteimitglieder im Heim Kanner Straße. Lichtbildervortrag:.„Das unbekannte Asien." Ref.: Dr. Curt Aiging. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlsahrt. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, 23. Zlovember, 20 Uhr. im Alters» beim. Da», ig« Straße, wichtige Helferversammlung der Arbeiterwohlsahrt. Die Abrechnung der Wohlfahrt-lose muß dort vorgenommen werden. 29. Kreis Reinickendorf. Dienstag, 23. November, Neue Schule, Wittenau, erster Kirsusabeud Uber„Die Sozialverstcherung"". Leiter Gen. Dr. Konisch. Alle Funktionäre und Helfer der Arbeiterwohlsahrt, sowie alle Wohlfahrts- Pfleger und interessierte Parteigenossen bitten wir, daran teilzunehmen. Arbeitsgemeinschasi der kindersreunde. Tiergarten. Alle Inno, und Roten Falken sind Montag, 17 Vi Uhr, im Keliii Waldenserftraße zur Sprechchorprobe. Dienstag keine Probe. Prenzlauer Berg. Der Rote Kasper spielt Mittwoch, 30. November. um 1?>.4 Uhr, in der Schulaula Danziger Str. 23. Eintritt sür Kinder 19 Pf. Erwachsene 15 Pf. Kinder Erwerbsloser 5 Pf. Gäste WL herzlich willkommen. «ÜS Friedrichshain. Dienstag, pünktlich 19% Uhr, Kreisheifcrsttziing im Jugendheim Diestelmeyerstr. 5— 6. Mittwoch, 18 Uhr, Nestfalkeiiabend in der Turnhalle Litauer Str. 18. Die Nestfalkcu trcsfen sich mit ihren Helfern um 17>4 Uhr an den Treffpläßen. Donnerstag, 18 Uhr, Falkenlaienspielgruppe tagt im Krcishetm Mühleustraß« 50. Interessierte Jung- und Rote Falken nehmen daran teil.— Abt. Stralau. Mittwoch, 30. November, 20 Uhr, Elternversamm. lung im Seim Goßlerstr. 61. Unsere Weihnachtsfeier. Alle Helfer eine halbe Stunde früher.— Abt. Landsberger Platz. Heute, 15—18 Uhr, Lichtbildervor- trag. Montag: Brettspiele. Dienstag: Arbeitsgemeinschast. Mittwoch: Samiuel. gehen abende mehr. »reuzberg. Achtung, Sonntagsveranstaltung! Heute Heimspiele für alle Falken im Heim Urbanstr. 167. Beginn 18 Uhr. Die nächste Kreishelfersttzung finbet Dienstag, 20 Uhr, im Heim, Porckftr. 11, statt.— Abt. Wassertor. Zur heutigen Kreisveranstaltuug. Treffen 15 Uhr Rot« Ecke.— Iungfalken! Morgen, Montag, pünktlich 17', Uhr, wichtige Mitgliederversammlung. Um 18Vß Uhr außerordentliche Abteilungsmitgliederversammlung. Alle Fallen müssen er- scheinen und Bleistift und Papier mitbringen. Reukölln. JungsaUen- und Rotc-Falken-Hels«. Morgen. Montag, 18 Uhr. Arbeitsbesprechung im Kreisheim. Die Vollversammlung der Roten Falken findet nicht am 2. Denember. sondern am 6. Dezember statt.— Abt. Kurt Eisner— Ausbau und Sturmfalke. Der Sportabend findet am Mittwoch, 17/4 Uhr, in der Turnhalle, Donaustraße 126, statt. Turnschuhe und Hose mitbringen. Morgen, 18—13 Uhr, Arbeitsbesprechung der Nestfalkenhelfer im Heim Gaiighoferstraßc. — Kreistrefsahrt. Bei Regenwetter wird die Fahrt 14 Tage später durch- geführt.— Spieltruppe. Bei Ausfall der Fahrt kommt die Spieltruppe um 10 Uhr im Kreisheim zusammen. Steglitz. Kreishelfersttzung Donnerstag. 20 Uhr, Albrechtstr. 47.— Abt. Steglitz. Dienstag: Singen und Lesen. Die Eltern sind herzlichst«ingeladen. Beginn 17 Uhr. Hohenschönhausen. Montag, 28. November. Nestfalken, Schulbaracke Dingel V-i~19V4 Uhr. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 32. Abt. Am Sonntag. 20. November, starb der Senior der 82. Abt. in Steglitz, unser Genosse Architekt Max Conrodi. Voschingerstraß« 12, im Alter von 86 Iahren. Der Perstorbene war noch bis zum Sommer 1932 ein eitriger Genosse, der an den Bewegungen der Partei und an den politischen Zeitereignissen regen Anteil nahm. Ehre seinem Andenken. 9«. Abt. Am Mittwoch, 23. November, verstarb nach schwerer Kranklicit unser Genosse Artur Egcr. Neukölln, Offastraße 45. Ehre seinem Andenken. Die Einäscherung sindet am Montag. 28. November, 14 Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg statt. Rege Beteiligung erbeten. 103. Abt. vdcrschöncweidc. Am Douncrswq, 24, November, ist unser Genosse Rein hold Müller im Alter von 61 Iabreu verstorben. Ehre seinem An» denken. Di« Einäscherung findet am Dienstag, 29. November. 16'/- Uhr, im Krematorium Baumschulcnweg statt. Um zahlr. Erscheinen bitt« der Borstand. 124. Abt. Dl« Aschenbeisetzung unseres Genossen Wikhelm Stephan «folgt Dienstag. 23. November. l5>/, Ubr, aus dem Friedhof Lcmkestroßc. Um rege Beteiligung ersucht der Abteilungsvorstand. T�Freie Gewerkschafts-Lugend Berlin Weftkrcis: Jugendheim Lehrter Str. 18—19. 19 Uhr. Literarischer Abend.— SSdostkreis:.Spaziergang durch Berlin. Treffpunkt um 9>,4 Ubr U-Bahnhof Spittclmartt.— Rordkrcis! 9'4 Uhr. Wir gehen zum Friedhof Friedrichsseldc. Tressen Bahnhof Gesundbrunnen.— 18 Uhr Jugendheim Reinickendorf, Lin- douer Straße, Baracken. Aus dem Leben eines Kumpels.— Iugendgruppe des Gcs amtverbandes: Fahrt nach Seddin— Caputh— Wildpark. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhos Eharlottenburg(Eingang Stuttgart« Platz). Unkosten 80 Pf.— Morgen, Montag, Zusammenkunst der Gruppenbiblivthekare um 13>1 IlHr im Saal 11 des Gcwerkschastshauses, Engelufer 24—25. Tagesordnung: Der Sruppcnbibliothckar als Verwalter und Berater. Referent: Kollege Rudolf Waclawiak. Interessierte Gruppenleiter herzlichst willlommen. §3llgenf grtippe des fZentralverdandes der Angestellten Heute, Sonntag, findet in der Aula der Heinrich.«chliemann. Schul«, Gleimstr. 49, eine Feierstunde der Sesamtjugendgrnppe statt. Einlaß 19 Uhr. Beginn 13% Uhr. Eintrittskarten zum Preise von 20 Pf. sind noch an der Abendkasse zu haben. Zutritt zur Veranstaltung haben nur Mitglieder, die sich als solche am Saaleingaug ausweisen rdlincn.— Morgen, Montag, sinden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Secstraße. Bunter Abend.— Nordost II: Jugendheim Schdnlanker Str. 11. Portraß: Das wahre Gesicht Amerikas. Resercnt: Grubcrt.— Weißcusee: Jugendheim Pistoriusstt. 24. Vortrag: Aus meinem Leben, 2. Abend. Rescrent: Dr. Max Schütte.— Urban: Jugendheim Hobrecht» Ecke Sandcrstraße. Heiteres aus dem Kaufmonnslcben(Kurzreferate).— Die Frei« Angcstclltenbank e. S. m. b. H. tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Verbandshaus, Hedemann. straße 12. Berliner Gewerkschaftsschule. Achtung, Betriebsräte! Der nächste arbeitsrechtliche Informationsabend für Betriebsräte findet am Dienstag, dem 23. November, 19 Ubr, im Saal 3, bzw. Saal 5, des Gewerkschaftshauses statt. Leiter des Abends ist der Genosse Dr. Ernst Fraenkel.— Ein Horerbeitrag wird nicht erhoben.— Eine oorhcrigc Anmeldung nicht erforderlich. 146. Abt. Rcichsdrnckcrci. Dienstag, 23. November, 16 Uhr, Versammlung in der Odfellow-Loge, Alt« Iakobstraße. Novemberstürme. Referent: Emil Barth. SPD.-Frattion der arbeitslosen grapbi vember, 13 Uhr. findet im 5"-*■?■ Frakttonsversammlung statt. gliedsbuch legitimiert. Der Frakttonsvorstand. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold-. D e> ch ä t t s st e l I e: Berlin S. 14. Sebastionstr. 37-38. Hot 2 Tr. Sauoorstand. Sonntag, 27. November. 14 Uhr, Stadion Rehberge, W Wedding, Handballspiele um die Gaumeistcrschast Brandenburg 1 gegen Kottbus I, Vorspiele um 13 Uhr Brandenburg n gegen Wedding N.— Wedding(Vortrupp). Dienstag, 29. November, 15 Ubr, Liederabend im Jugend» heim Eeestr. 57.— Prenzlauer Berg(Tambourkorps). Montag, 28. November, 19% Ubr, in Bundesileidiiiig im Altersheim. Pflichtbeteiligung an der Werbe. seier des Vortrupps.— Vortrupp. Montag, 28. November, 19 Uhr, Pflicht- antreten in Tracht im Altersheim, Danziger Str. 62, zum Elternabend.— Friedrichshain(Vortrupp). Mittwoch, 30. November, 19% Uhr,. Jugendheim Ebertpstr. 12.— Eharlottenburg. Kameradschaft Zoo. Montag, 28. Rooember, 19% Uhr, Kameradschaftsversammlung bei Arndt, Kantstr. 51. Referent: Käme» rad Dr. H. Klotz.— Reukölln-Britz. 1. Kameradschaft, 3. Zug. Montag, 28. No» vember,-----'--------<•--»-:r— Straße schastsversammlung ioutrolle am Saaleingaug.— Treptow(Ortsoerein). Montag, 28. November, 19% Uhr, sämtliche technischen Funktionäre Restaurant Reu.Tiooli, Neue Krug allec. Bundeskleidung.— Wctßcusec(Zungba). Mittwoch, 30. November. 20 Uhr, Heimabend im Jugendheim Pistorinsstr. 24.— Kameeadschaft Tegel. Dienstag. 23. November, 23 Uhr, Kameradschaftsversammlung bei Rotbenburg, Haupt- straße 2.— Bohnsdors-Srünau(Iungba). Dienstag, 29. November, 20 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim Wachtelstr. 1. Esperanto— Csch�Sruppe. Seiliaengeiststr. 39, in. Montag, 28. Zlovember, M' rättn Uppmann über: Zamenhof. 20 Uhr, Vortrag der Studienrättn Sprachklub„The English Speaker". Dienstag, 21 Uhr, im Rordwestkastno, NW. 87, Alt.Moabit 55(nahe Gotzkowskybrücke), euglische Vorträge und Dis- kussion. Polizcisportocrein Berlin c. V., Abteilung Einheitskurzschrift. Regelmäßige Uebungsabcnde an allen Wochentagen außer Sonitabeiids von 10%— 21% Uhr — s. stock, Zittnner 10. A», für Zivile. 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Eva Liebenberg, Lotte Schöne, Vera Schwarz, Greta Slezak, Michael Bohnen, Cornelis Bronsgeest, Carl Jöken, Walter Kirchhoff, Charles Kull- mann. Berliner Funk-Orchester, Berliner Funk-Chor(Maximilian AI bredit), Dirigent: Bruno Seidler-Winkler. An den anderen großen Abend-Veranstaltungen wirken mit: Ammerling, Berger, Christians, Eisinger, Eisner, Elster, Friedrich, Frind, Gura, Habeocer, Hildebrand, Liebenberg, Lucia, Maucher, Muller, Nettesheim, Nikolaiewa, Onegin, Paudler, Parry, Perras, Pfahl, von Scnirach, Schneider, Schollwer, Schöne, Schwarz, Sedlitz, Slezak, Söneland, Theilade, Thorborg, Woldmüller, Waldoff,Weber-Flessburg, Werkmeister, Zador, Andresen, Area, Albrecht, Anton Baumann, Franz Baumann, Bergmann, Bohnen, Breisach, Bronsgeest, Burgwinke!, Destal, Diegel- mann, Difter, Domgraf-FalJbaender, Eichberg, Pid- esser, Fischer, Fischer-Köppe, Flessburg, rreed, von Gcczy, Gombert, Gonscar. Graetz, Grünbaum, ▼ w r i j' w 1 1. w 1* i i, wi> i,— � i V4o i i vilwuvriv, Gülstorff, Hainisch, Hedlund, Heidemann, Hemmerling, Heyer, Hirscfi, Holländer, Hörbiger, Hüsch, Jankuhn, Jöken, Kandl, Kirchhoff, Kdlmann, Kün- necke, Ladwig, Lichtenstein, Lingen, Morgan, Müller, Nelson, Niemar, Paulsen, Pechner, Plaut, Reinmar, Rex, von Ruftin, Schaeffers, Seidler-Winkler, Steier, Stiedry, Teichmann, Oberall, Vargo, Westermeier. Karten im Vorverkauf zum Preise von Mk. 0,50 bis Mk. 2,— bezw. Mk. 4,— an den Theaterkassen Wertheim, Bote& Bock, KaDeWe, Invalidendank U. d. L, Auskunftskiosk U. d. L, Haus des Rundfunks. Sichern Sie sich rechtzeitig nummer. Plätze. TELA DER UNZERSTÖRBARE NEUZEITL. FASERSTOFF SCHAFFT GESUNDE, BEHAGLICHE WOHNRÄUME IM KLEINSIEDLUNGS- U.LAUBENBAU DURCH ISOLIEREN DER WANDFLÄCHEN/DECKEN, VE| A DÄCHER, FUSSBODEN MIT I CLfA ANFRAGEN U. UNTERLAGEN BEREITWILLIGST DURCH Ellil ZORN A.6. 23, BERLIN-HEINERSOORF iL B. 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EI süsser Strafte 86-S8 Brandien-Versammlung aller in der Eitenkonslraktion, Signal. bau, Fahrstahl- and Anfzugbaa bc scfaSftigten Kollegen sowie aller Mon- teure und Helfer auf Banten und erwerbslosen BrandienangehöiigeB Tagesordnung: L Branchenangelegenheiten. 2, Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch lein Autritt. Vollzähliges Erscheinen wird erwartet. Aditnngt Aduungl Holleginnen and Hollegen der Gasmesser-Beirtebe! Dienstag, den 29. Itooember 1932, abends 7 Ahr. im Aosenlhaler hos, Aosenlholer Strafte 11-22 Versammland aller in den Gasmesser-Betrieben beschäftigten Kollegen und Kolleginnen Tagesordnung: L Die Gasmesser-ffabrifaiion für Berlin. 2. Die Lohn» und Arbeitsbedingungen in den tSasmesfee-Betrieben. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Dienstag, den 29. Jtoocmbet 1932, abends Jt/. Ahr, im Memerksdiast». Haus, Engeluser 24, 2S< 2. Branchenangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Es ift Pflicht aller Kolleginnen und Kollegen, an dieser Bersammtung teilzu- nehmen.. � _ Die Orisver waltang. Kind gesund, bis zu 4 Jahren, zu adoptieren gesucht Eventuell kleine einmalige Abtindung geboten. Offerten unter T. 265 an Vorwärts", Lindenstraße 3 Für hie Beweise Herzlicher Teil» nähme heim Heimgange meines liehen Mannes Wilhelm Spadtke sagen wir allen denen, die ihm die letzte Ehre«twtesen, unseren auirich. tigen Daui. Witve M. Spädike und Kinder. ZWEITE BEILAGE SONNTAG, 27. NOV. 1932 .Flevolutionäre Gewerkschaftsarbeit" Probleme der kommunistischen Partei Nach dem Streik bei der BVG. und ihrem Au- wachs an Wählerstimmen fst der KPD. der Kamm geschwollen. Trotzdem der Streik nur unter ge- fälliger Mitwirkung der NSDAP,„ausgelöst" werden konnte, prahlt die KPD. großspung mit dieser Leistung und will nun die„Probleme der revolutionären Gewerkschaftsarbeit" verwirklichen. Käme es nur auf die Absicht an, dann wäre die freie Gewerkschaftsbewegung in Deutschland längst zerschlagen und der„revolutionäre" Ersatz könnte je nach Belieben als Spielball für die Welt- revolutionsmacherei benützt werden. Die Hauptaufgabe der REO. besteht (nach dem„12 Ekki-Plenum")...„in der selb- ständigen Führung der Wirtfchaftskämpfe, in der „Arbeit" innerhalb der reformistischen, christlichen und ähnlichen Gewerkschaften, in der Isolierung der verräterischen Gewerkschaftsbürokratie von der Mitgliedermasse und in der Schaffung einer Massenorganisation, die die KPD. mit der Ar- beitermasse verbindet." Mit anderen Worten, die Kommunistische Partei will die Gewerkschaftskämpfe an ihre Strippe nehmen, das Vertrauen der Gewerkfchaftsmit- glieder zu der zentralen und den örtlichen Leitungen der Verbände systematisch untergraben, die Gewerkschaften innerlich zersetzen, um sie als Werkzeug zu ihren politischen Arvecken zu ge- brauchen. Noch im Mai 1930 habe die„revolutionäre Ge- werkschastsarbeit" sich im Stadium einer A b- teilungsarbeit der Kommunistischen Partei befunden. Der Berliner Metallorbeiter- streik Ende 1939 sei der Hebel gewesen zur Herausentwicklung der RGO.„als selbständige Massenbewegung"— im Rahmen der KPD. Am 9. August 1939 seien erst 39 feste Betriebsgruppen m it 1632 RGO.- Anhängern und 3499 festen Abonnenten der RGO.-Zeitungen registriert worden. Am 1. Juli 1931 aber habe die RGO. einschließlich der roten Verbände 873 Betriebs- und 172 Stempelstellengruppen ge- habt. Die Zahl der RGO.-Anhänger zu dieser Zeit wird nicht angegeben. Erinnern wir uns des Geschreies in der KPD.° Presse bis zum Jahr« 1939, die Gewerkschaften hätten Taufende und Aehntausende revo- lutionär-oppositioneller Mitglie- der ausgeschlossen,„natürlich" die wacker- sten und edelsten.Kämpfer", die„Gewerkschafts- bürokratie" zerschlage durch solche Ausschlüsse die Gewerkschaften, zählt man alle in der KPD.-Presse „registrierten" Austritte aus den Gewerk- schaften zwecks„Hebertntt" zur KPD.-RGO., ohne alle„zerrissenen Mitgliedsbücher", dann bekommt man einen ungesähren Begriff davon, wie toll drauflosgelogen wurde, wenn die KPD. selber hinterher angibt, daß sie damals „1632 registrierte Anhänger" zählle. Der Aufschwung der kommunistischen Massen- bewegung habe im Laufe des ersten Halbjahres 1931 darunter gelitten, daß die„Arbeit" in den reformistischen Gewerkschaften gröblich vernach- lässigt worden sei. Zahlreiche„Revolutionäre" hätten den Standpunkt vertreten: entweder Festigung der RGO. und Schaffung roter Der- bände oder„Arbeit" in den reformistischen Ge- werkschasten. Im„Vorwärts" wurde häufig genug an Bei- spielen gezeigt, was von den Streikberichten der RGO. zu halten ist. Auch hier wird der Anschein erweckt, als seien die 74 vollen und teilweisen Streikerfolge der Führung der RGO. zuzuschreiben, obwohl sie nach ihrer eigenen Angabe nur 49 Streiks und Bewegungen„geführt" hat. Die Konzentration auf die entscheidenden Großbetriebe sei noch ungenügend. Doch: „Auch hier trat ein« gewisse Wendung in der zweiten Etappe der Streikkämpfe vom 23. Ok- lober bis Mitte November ein. In etwa 19 Be- trieben wurden Streikkämpfe ausgelöst, an denen sich rund 39 999 Arbeiter beteiligten. Diese Streiks wurden von vornherein eindeutig gegen den Willen der reformistischen Gewerkschafts- führung organisiert, ausgelöst und geführt. Der Kraftagstreik und vor allpm der Streik der BVG.- Arbeiter haben gezeigt, welche ungeheuren Möglichkeiten für die Auslösung und Führung großer Streikkämpfe vorhanden sind." Als entscheidende Aufgabe wird der Kampf um den freigewerkschaftlichen Funktionär- körper bezeichnet. Nach dem Rezept des 12. Ekki-Ple- nums müsse durch zähe„Arbeit" in den reformisti- scheu Gewerkschaften, durch den Kampf um jedes Mitglied, um jeden wählbaren Posten in der Ge- werkschast, durch die Berjagung der reformistischen Gewerkschaftsbürokratie und die Eroberung der O rt s o r g a n i s a t i o n e n der einzelnen Verbände sowie der Ortskar teile der Ein- iluß der Gewerkschastsbllrotratie gebrochen werden. Die 499 Funktionäre des Gesamtoerbandes z. B. seien auf den einzelnen Dienststellen zum Teil seit Jahren in ihren Funktionen. Deshalb müßten sie daraus verdrängt werden, denn— so dekretiert die KPD.: „Ihre Politik entspricht nicht mehr dem Willen der übergroßen Mehrheit der Gewerkschastsmit- glieder. Daß sie sich noch immer in ihren Funktionen halten können, hat seine Ursache in dem fast völligen Fehlen von innergewerkfchast- lichen Oppositionsgruppen auf den einzelnen Dienststellen, die einen zähen Kampf um die Verdrängung der Anhänger der Bürokratie aus ihren Funktionen und um ihre Besetzung mit Zlnhängern der Einheitsfrontaktion hätte führen können." Die„Einheitsfrontaktion" von KPD. und NSDAP, im BVG.-Streik gegen die Ge- werkschasten wird so bald nicht vergessen werden! Auch der Versuch, die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke in den Kampf zu führen,. scheiterte vornehmlich daran, daß auch dort die Gewerkschaftsbürokratie über einen starken Funktionärkörper verfügte, in dem die revolutionäre Opposition so gut wie keinen Ein- iluß besaß. Anders war es dagegen bei der Müllabfuhr. Dort besindet sich der ent- scheidende Teil der steigewertschastlichen Funk- tionen in Händen oppositioneller Kollegen. Dort gelang auch die Auslösung des Solidaritäts- streiks für die BVG.-Arbeiter. Zudenneuen O r t s v e r w a lt u n g s w ahlen in den Gewerkschaften, besonders im DMV., müsse alles mobil gemacht werden. Gewerkschafts- funktionen in den Händen der Opposition seien ober nur dann von Wert, wemi sie mit aller Rücksichtslosigkeit zur Organi- sierung des Kampfes in die Wagschale geworfen werden. „Für alle entscheidenden Industriezweige ssür die Kämmereiarbeiter, für Gas-, Wasser-, Elektrizitätsarbeiter, für die graphischen Arbeiter. für die Eisenbahnarbeiter, für die Siemens-, AEG., Osram-Konzerne usw.) müssen Dele- giertenkonserenzen organisiert werden..." Durch die Austtellung konkreter Werbepläne und durch die Einsehung von Stoßbrigaden müsse eM- schiedener Kurs auf die Großbetriebe genommen werden. Schließlich wird von der„Verantwortung der Kommuni sten" gesprochen. Doch nicht etwa von einer Verantwortung der Arbeiter- s ch a f t gegenüber, nicht etwa von einer Verant- wortung gegenüber Streikenden, sondern von der Verantwortung der leitenden Organe der Partei(also der kommunistischen Parteibürokratie) für die planmäßige Organisation der Fraktions- arbeit gegen die Gewerkschaften. Ohne die nicht mehr ganz neuen„Probleme der revolutionären Gewerkschaftsarbeit" wichtiger zu nehmen als die KPD. sie mit chren„roglftrierten" RGO.-Anhängern nimmt, werden die Gewerk- schaften bei ihrer Werbetätigkeit es nicht unter- lassen, auf die kommunistischen Spekulationen hinzuweifen und sie gebührend zu kennzeichnen. Was die Gewerkschaften in jahrzehntelanger opferreicher, mühseliger und unverzagter Arbeit aufgebaut haben, will die KPD. unterwühlen und zerschlagen. Joder einzelne Gewertschastsgenosse muß mit dafür sorgen, daß diese„Probleme" der KPD. Probleme bleiben. Nachlese zum BVG.-Gtreik Aussprache im Gesamtverband— 495 Delegierte bekunden Vertrauen Es war nahezu selbstverständlich, daß im Mittelpunkt der örtlichen Quartalsver- fammlung des Gesamtoerbandes am Freitag im Gewerkschaftshaus der Verkehrsstreik stand: denn die im Gesamtverband organi- sierten BVG.-Arbeiter und ihre Funk- tionäre haben in und während dem Streik d i e tollsten Beschimpfungen über sich er- gehen lassen müssen. Trotzdem wäre wohl nicht der ganze Abend mit der Debatte über den Streik ausgefüllt worden, wenn nicht die ersten Sprecher der Handvoll„oppositioneller" Delegierter eine Neuauflage der in der kommunistischen Presse erhobenen Beschimpfungen und Ver- dächtigungen geliefert hätten. Der Bevollmächtigte, Genosse O r t m a n n, gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die 3 9 Lohn- und Torifbewegungen im dritten Quar- tal, die ausschließlich der Abwehr von Lohnkürzungen dienten und besonders in den öffentlichen Betrieben, wo sie sich gegen die sogenannten Angleichungsbestimmungen richteten, mit beachtlichen Erfolgen beendet wer- den konnten. Er kam dann aus den wilden Streik bei der Kraftag und vor allem auf den Verkehrs streik zu sprechen. Mit aller Deut- lichkeit stellte er vor den Delegierten klar, daß der Verkehrsstreik nur mit hisse von kommunistischen Arbeitslosen und SA.-ceuten in Zivil „ausgelöst" werden konnte, was schließlich auch noch nicht gelungen wäre, wenn nicht ein Teil des Verwaltungspersonals, Bahnhofsvor- st eher, Diensteinteiler usw. den natio- nassozialistischen Streikarrangeuren in die Hände gearbeitet hätte. Die freien Gewerkschaften werden sich ebenso wenig wie während dieses Streiks auch in Zukunft von keinem Außenstehenden in ihre Tarifpolitik hineinreden lassen. Die Vertreter der freien Gewerkschasten, die durch mühevolle Arbeit die langerstrebte Gleich st ellung der Verkehrsarbeiter mit den übrigen städti- schen Arbeitern erreicht haben, werden sich von politischen Glücksrittern nicht von ihrem geraden Weg abbringen lassen. StürmiscberBrotestgegenDemagogen Als sich auf diese zwar mit leidensckzastlichem Ernst, aber größter Sachlichkeit gemachten Aus- führungen einige'„oppositionelle" Redner an- schickten, in das Horn der RGO. zu tuten und' den Gesamtverband für den Zusammen- bruch dieses rein politischen Streiks verant- w o r t l i ch machen wollten, brauste eine Protestwelle nach der anderen über diese Demagogen hinweg. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die Generalversammlung den Worten eines Funktionärs aus dem U-Bahnbetrieb, der den kommunistischen Solidaritätsheuchlern bittere Wahrheiten ins Gesicht schleuderte. An Beispielen aus der Praxis der„reoolutio- nüren" Arbeiterratsmitglieder wies er nach, daß Solidarität bei diesen Maulhelden nur ein Wort, ober kein Begriff ist. Er selbst hat erlebt, wie Anhänger der RGO. und TtvO. trotz der Streikproklamation mit den Frühstückstaschen zur Arbeit kamen und nur durch die Stoß- t r u p p s an der Aufnahm« der Arbeit g e- hindert wurden. Scharf geißelte er die Schuld der kommunisti- schen und nationalsozialistischen Anstifter dieser Streikbewegung an den Opfern, die entweder als Arbeitslose auf der Strecke geblieben oder von den Sondergerichten hinter Zuchthausmauern gebracht worden find. Mit diesen gemaßregelten und irregeführten Leuten suhlen sich die sreigewerkschaftlichen VvG.- Arbeiter solidarisch verbunden, aber nicht mit den Dunkelmännern, die diese Opfer verursacht haben und jetzt in„Solidarität" machen. Vertrauen �ur Gewerkschaft Als der nächste kommunistische Redner von einer zum„S t r e i k b r u ch" führenden Politik des Gesamtverbandes zu sprechen begann und seine Redezeit maßlos überschritt, fegte ihn ein Entrüstungssturm vom Rednerpult weg. Ein Mitglied des Arbeiterrats teilte mit, daß der Streik zwar der Sozialdemokratischen Partei einige tausend Stimmen gekostet, für die Gewerkschaften jedoch innerhalb des BVG.» Betriebes dazu geführt hat, daß die N e u a u f- nahmen seit Beendigung des Streiks bereits «inen viel größeren Umfang angenommen Haben als in den ganzen zehn Monaten des Jahres, die vor dem Streik lagen. Kurz vor Mitternacht wurde die Debatte, in der die Kommunisten gründlich gestäupt wurden, abgebrochen. Ueber alle anonym einge- reichten Mißtran ensanträg« gegen die Ortsverwaltung ging die von 493 Dele- gierten besuchte Generalversammlung zur Tagesordnung über. Sie machte sich die Entschließung des Verbandsbeirats zum Verkehsstreik zu eigen. Bciliiier TOURNAY-VEWUü-TEPPICHE TO U ß N A Y-VE LO U.R-TE P P I CH E QUAllTAIS-TEPPltHE k bewährtes Morkenfabrikat bewährtes Morkenfabnkat, aus reiner Reinewollea.200Ä#' � aus reinem Hoorgorn Wolle, hervorragende Persermuskerm. Franse allerbeste deutsche Marke, nur��. i28r*m wwmtm A-iAM.. : �.35062:�85; ÄSStö: �......--_. r- a i.<• i i- /• r tw» i\ r o r ttii unikintivi ß cw LÄUFER �Jacquard-Boucle,. CQöScmOJS ca90cm LI- brt. Mt Orr. Uli. l/IT. ij vc LI C rC caTOcmT 6.� Reine Wo He �35 M5?5 CTP»ÄÄMW5 nfssicissEM STlatoi r> r rn 1 1 S r f r" 1/ 1 1 f..... T' ffiffilUffÜi nMc�nnirh<;fr,frp.n 7um mr f r ECHTE PERSER!) 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Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung müßte in erster Linie diesem Mißstand entgegenwirken, mit dem Ziel seiner allmählichen Beseitigung. Doch das Gegenteil geschieht. In einem Erlaß des Präsidenten der Reichsanstalt, an die Landes- arbeitsämter und Arbeitsämter vom 28. Sep- tember, der die„Arbeitsvermittlung bei der er- warteten Wirtschaftsbelebung" betrifft, wird aus» drücklich erklärt: „Es ist bewußt davon abgesehen worden, für Blehreinstellungen, die durch die Maßnahmen zur Belebung der Wirtschasl ermöglicht werden, eine Benutzung der öffentlichen Arbeitsvermittlung vorzuschreiben." Zur Begründung dieser Maßnahme wird ge- sagt, daß„eine derartige Vorschrift die Arbeits- ämter mit einem beträchtlichen Maß neuer Kon- troll- und Verwaltungsarbeiten gerade in der Zeit belastet hätte, in der mit der erhofften Belebung der Wirtschaft die Bermittlungsmöglichkeiten an- wachsen können". Wozu sind eigentlich die Arbeitsämter ge- schaffen? Gerade jetzt, wo man eine Belebung der Wirtschaft erhofft und eine dementsprechend stärkere Vermittlungsmöglichkeit, wird die Ausschaltung der Arbeits- ämter ausdrücklich gefördert. und ob eine Mitwirkung des Gesellenaus- f ch u s s e s hierfür ersorderlich ist. Das Landesarbeitsgericht Berlin hat die Kläger mit ihren Ansprüchen abgewiesen. Gegen dieses Urteil richtet sich die Revision der Kläger und ihrer Organisation. Das Reichsarbeitsgericht hob das vorinstanzliche Urteil aus und wies die Klage zu einer anderen Entscheidung und Prüfung den V o r st a n d der Innung hiernach Geltung zurück.(RAG. 317/32). 40 Lahre I�nscKimsten- und Keizerverband Der Zentraloerband der Maschinisten und Heizer wurde auf einer Tagung am 2 9. und 2 1. N o v e m b e r 1 8 9 2. zu der 17 Delegierte aus 14 Orten erschienen waren, gegründet. Die sächsischen Brudervereine, die sich bereits während des Sozialistengesetzes zu einem Unterstützungs- oerband zusammengeschlossen hatten, waren zwar auf dieser Tagung mitvertreten, wandten sich jedoch gegen die Verbandsgründung, deren Sagungen ihnen zu radikal erschienen. Nach dem Kriege, 27 Jahre später, kam der sächsische Ver- band zur Gewerkschaftsorganisaton. Die Verbindung der Ortsvereine zur Verbands- zentrale war zunächst noch wenig fest. Erst auf dem Nürnberger Verbandstag 1999 wurde sie gefestigt. Seine Entwicklung zur Kampforganisation datiert der Verband erst vom Jahre 1996 ob, nachdem der Genosse Franz Scheffel, der jetzige Vorsitzende des Einheitsverbandes der Eisenbahner zum Verbandsvorsitzenden gewählt worden war. Die Mitg�liederzahl des Zentraloerbandes der Maschinisten und Heizer war bis zum Kriegs- ausbruch auf 27 999 gestiegen. Nach dem Kriege schwoll sie auf 119 999 an. doch nach der all- gemeinen Ebbe betrug sie dennoch weit mehr als zuvor und seitdem bewegt sie sich zwischen 45 999 bis 59 999. Durch die rationalisierte Wärme- oder Energie- Wirtschaft wurden Zehntausende von mittleren und kleineren Krafterzeugungsanlagen stillgelegt, weil die Betriebe ihre Maschinen mit elektrischer Kraft aus den großen Elektrizitätswerken be- treiben können. Kesselhäuser, die früher«ine Besetzung von 399 und mehr Mann hatten, haben heute bei stärkerem Kohlenoerbrauch noch sechs bis zehn Mann. So muß denn die Organisation damit rechnen, daß ihr Rekrutierungsgebiet sich durch die fortschreitende Automatisierung und Vergrößerung der Krafterzeugungsanlagen stetig verringert. So bleiben denn die Maschinisten und Heizer mehr noch als bisher die Arbeiter, die die Räder in der Hand haben und sie noch einmal zum Stillstand bringen können. Die Wort« des Dichters:„Ein Druck von meiner Hand.. gelten auch heute noch. Der neuen Werbearbeit des Verbandes wünschen wir vollen Erfolg. 51öiUD »-Vt-T-v *'•'--jy■ v/ S' v*'« v.•"■V.• jr y » Q m U/W AHM Ein unglücklicher Schlag Holsen eines Streites— Untersuchung der politischen Polizei Zn der Bismartfffrafje in Friedenau kam es In der Aachl zum Freilag gegen%i Uhr zu einer Zluselnandersehung zwischen einem SA.-Mann Erwin 3 a n i s ch und einem Milglied des Reichsbanners. Bei der Auseinandersetzung führte der Reichsbannermann gegen den Ralionalsozialisken einen unglücklichen Schlag, der diesen zu Boden warf. Mit einer Gehirnerschütlerung wurde der hakenkreuzler ins Krankenhaus gebracht, wo er am Freitagnachmittag gestorben ist. Wie die genauere ärztliche Untersuchung ergab, ist der Tod durch Schädelbasisbruch erfolgt. Obgleich bisher in keiner Weise geklärt ist, wer den Streit provoziert hat und erst die Obduktion einwandfrei ergeben kann, ob der Tod durch einen Boxhieb oder den Sturz aufs Straßenpflaster herbeigeführt worden ist, wird in dem national- sozialistischen„Angriffs von einem„feigen Ueber» fall des Reichsbanners' und von einem„ver- tierten Morder' gesprochen. Die Politische Polizei hat oersucht, die Hintergründe zu dem bedauerlichen Vorfall zu klären. Es wird darüber mitgeteilt: In einem Lokal in der Kaiserallee 131 kam es zwischen dem Nationalsozialisten Erwin I ä n i s ch und dem Reichsbannermann I a k s ch zu einem Wortwechsel. Der Wirt des Restaurants wies beide schließlich aus seinen Räumen. Auf der Straße stritten sich beide weiter und als Jänifch den Ruf„Heil Hitler!' ausbrachte und angeblich weitergehen wollt«, erhielt er von Jakfch einen Boxhieb. Der Schlag traf so unglücklich, daß der Nationalsozialist zu Boden stürzte. Jaksch hat zugegeben, den Schlag geführt zu haben. Die Folgen bedauert er außerordentlich. Erst di« Obduktion kann ein klares Bild erbringen. Bis» her ist kein Beweis erbracht worden, daß weiter« Personen an dieser Auseinandersetzung beteiligt waren. S�..- Raubmörder Zu dem Raubmordoersuch an dem greisen Ehe» paar L e i b h o l z in der Linienstraße 250, bei dem die 73 Jahre alte Frau L. lebensgefährlich verletzt wurde, werden uns von verschiedenen Seiten folgende überaus interessante Mitteilungen gemacht: Vier Täter, Burschen im Alter von 20 bis 25 Jahren, es handelt sich um die drei Brüder A n d r a c z e k aus der Templiner Straß« und einen Alfred Blöde, gehören zur SA. Die ersten drei„betätigten' sich bisher im Sturm Weihenburger Straß« und Blöde gehört« dem Charlottenburger Sturm an. Die Brüder An- droczek find in der ganzen Gegend als politische Rowdys und Raufbolde bekannt. Sie stehen unter dem starken Verdacht an einer Schießerei, wo» bei mehrere Kommunisten oerletzt wurden, beteiligt gewesen zu sein. So sehen also die„aufbauwilligen Kräfte" aus, für die Herr Hitler am 13. August beim Reichspräsidenten von hindenburg allen Ernstes die Forderung proklamiert«:„Drei Tag« die Straße frei für die SA.' Wenn es keinen politischen Gegner zu„erledigen" gibt, wird eben mal zur Abwechslung ein kleiner„Raubmordver- such" probiert. Insgesamt sind an dem Mordanschlag auf das greise Ehepaar sieben Personen beteiligt, die sämt» lich hinter Schloß und Riegel sitzen und bereits am Sonnabend dem Vernehmungsrichter vorgeführt wurden. In wenig Worten Vom Dach eines Hauses in der Westend» alle« ertönten gestern abend verzweifelte Hilfe- schreie. Als Hausbewohner aufmerksam wurden. entdeckten sie am Dachfirst ein junges Mäd- ch e n, das zwischen Himmel und Erde hing. Wie sich herausstellte, hatte die Jugendliche, eine 18 Jahre alte Charlotte S., versucht, sich vom Dach in die Tiefe zu stürzen, war aber mit ihren Kleidern am Schneefang hängen geblieben. Die Feuerwehr befreite die jugendliche Lebensmüde aus ihrer furchtbaren Lage. Im Physikali sch-chemischen Institut der Universität G ö t t i n g e n zersprang bei einem chemischen Versuch eine dickwandige Retorte. Zwei Personen wurden verletzt. * In einem von Obdachlosen bewohnten Heu- schober in der nächsten Nähe von Prag brach plätzlich Feuer aus: zwölf Personen kamen in den Flammen um. Weihnachtsschau im Fröbelhaus Im Pestalozzi-Fröbel-Haus, Karl- Schrader-Straße, herrscht jetzt jeden Nachmittag Hochbetrieb. Da sitzen kleine Zeichner und Bastler, Maler und Baumeister mit hochgeröteten Wangen emsig über ihre Arbeit gebeugt.„Jahrmarkt in Pappfiedelhausen' ist das alljährliche Vorweihnachten im Fröbel-Haus, wo die Kleinen und Kleinsten lustige und lehrreiche Spielstunde abhalten. Für einen Sechser kann man am Jahr- markt kaufen, was man an Arbeitsmaterial braucht. Da stehen freundliche Bäuerinnen— alles Fröbel-Schülerinnen in kleidsamen National- und Phantasietrachten— und bieten seil: Klotz- chen. und Buntpapier. Zeichenblocks, Buntstifte und was man sonst noch braucht. Für die kleinen Gäste gibt es aber auch allerlei Unterhaltung. Da Ist ein Karussell und ein Guckkasten, Kraft» messer und Kasperlecheater, und den ganzen bunten, fröhlichen Rummel haben die Schäle- rinnen mit viel Liebe und Geschick aufgebaut. Von den Einnahmen wird denen, die kein frohes Weihnachten daheim zu erwarten haben, ein wenig Freude bereitet. Meistersinger im Norden 188 Vögel traten zu dem großen Gefangswett- bewerb an, den der Verein für Züchter und Liebhaber des Kanarienvogels zu Berlin in den Räumen der Engelhardt- Brauerei, Brunnen st raße 110, veranstaltete. Die Ausstellung zeigt durchweg bestes Ma- terial und nicht nur in den Selbstzuchtklassen, sondern auch in der Verkaufsklasse. Man kann zum Beispiel von 6 bis 12 Mk. prima Hähne kaufen. In der Selbstzuchtklafse für diesjährige Vögel bekam die Große Goldene Medaille Karl Oelberg, Charlottenburg, und die Kleine Goldene Medaille Otto Walde, Buchholz. In der zweiten Selbstzuchtklafse. in der alte und junge Vögel ver- treten sind, bekam die Große Goldene Medaille abermals Karl Oelberg. Charlottenburg, während die Kleine Goldene Medaille Wilhelm Vogel. Berlin, erhielt. Manche Ehrenpreise wurden noch von Spezialliebhabern vergeben. Ein Gratislos, dos jeder Besucher erhält, bietet Geiegenhest,«inen Vogel mit nach Hause zu bringen. Ein großer Raum ist von dem kultivierten Gesang der 188 und zwei andere Räume sind vom Gezwitscher mancher Art erfüllt: denn man sieht und hört noch Exoten und Waldvögel, von denen die Waldvögel aber auch nicht in Deutschland gefangen sind. 3hr zwanzigjähriges 3ubiläum feierten dieser Tage die W i t t e l s b a ch- L i ch t s p i e l e in der Berliner Straße zu Wilmersdorf. Ein Filmquer- schnitt 1912—1932„20 Jahre Film" zeigte die Ent- wicklung der Kinematographie und der begleiten- den Musik. Die damals noch rundliche henny Porten in alten Rollen sieht man lautlos über die Leinwand ziehen. Ria Jends, Ernst Reischer und sogar Hans Albers sind da. Dann folgte ein Ausschnitt aus dem guten Wegner-Fllm„Der Student von Prag" und als Repräsentant der Gegenwart der Tönsilm„Strich durch die Rech» nung". Die Gegenüberstellung alter und neuer Filme war gut getroffen: man sollte sie von Zeit zu Zeit wiederholen. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Ziemlich mild und veränderlich mit einzelnen leichten Regenfällen, lebhaste westlich« Winde.— 3n Deutschland: Ueberall veränder- liches mildes Wetter mit verbreiteten meist leichten Niederschlägen, in den Küstengebieten wieder stürmisch« Winde. Lraten im kalten Ofen Bisher galt als geheiligte Ueberlieferung, daß der Backofen so lange vorgeheizt werden muß, vis ein hineingelegtes Papier sich bräunt, dann wird der Braten hineingestellt und mit kleiner Flamme fertig gemacht. Neuere Messungen haben nun er- geben, daß bei dem hineinstellen des Kuchens die Temperatur im Ofen so stark sinkt, daß von einem wesentlichen Erfolg der Vorheizung nicht mehr gesprochen werden kann. Der hausdien st der Berliner Städtischen Gaswerke hat daher eine Methode entwickelt, die Speisen in den kalten Ofen einzusetzen und sie bei klein- gestellter Flamme gar werden zu lassen. Diese Versuche waren vom besten Erfolge begleitet. Ohne Fett- oder Wasserzugabe wurde das Fleisch in die Bratpfanne gelegt und bei klem- gestellter Flamme in den kalten Ofen hineingesetzt. Das Fleisch blieb lange hell, bräunte erst in der letzten Blatperiode und zeigte eine so gute und gleichmäßige Ouellung, daß man wohl annehmen darf, daß die langsame Garung ein ganz gleich- mäßiges Gerinnen des Fleischeiweißes nicht nur in den äußeren, sondern auch in den inneren Fleischschichten zuläßt. Die gleichen Ergebnisse wurden beim Kuchenbacken erzielt. Auch hier wurde ein gleichmäßiges Aufgehen des ganzen Gebäcks beim Einstellen in den kalten Ofen beob- achtet Retzanschluh-Bolksgerät. Die von der bekannten Nora-Radio G. m.b h., Berlin-Charlotten- bürg, entwickelten und jetzt in großen Stückzahlen auf den Markt gebrachten Wechfelstrom-Netzemp» fänger Form W 20 und Form W 20 L(mit eingebautem Freischwinger- Lautsprecher) konnten durch rationellste Massenherstellung im Fließver» fahren in einer Qualität und zu einem Preise her- gestellt werden, wie dies bisher kaum möglich schien.(Preis des kompletten Wechielstrom-Netz- empfängers einschließlich Röhren 85,50 Mark und tzlegem« llberzenzS» lcsppe mir giaoren« den Stroh-Effekten «nd kleinem Schleier Eine tadellose Ver» arbeitung. ganz moderne Aermel, eine flotte Rückenpartie und ein großer molliger Pelzkragen machen den feschen Marengo- Mantel zu einem Prachtstück. Sie bekommen Ihn mit schönem Stepp» futter bis Größe 51 Damen- S°-°°° � u>ster——- O „/« Uhr pünktlich in der roten Schule, Gotendurger Straße.„Hei» lerer Abend." Vortragende Klara Brat. 20. Abt. Bei Wende. Koloniestr. 147.„Partei vor neuen Aufgaben." Refe» rcntin Luise Kahler, MdL. 24. Abt. Bei Winzer, Winsstr. 40.„Run erst recht." Referentin Hertha Gotthelf. 24z. Abt. Bei Wenzke, Earmen.Snloa.Str. 51.„Das politisch« Schlagwort." Referent Dr. Deutschkron. 25. Abt. Bei Schmidt, Kniprodestr. 109. Bericht der Genossin Zern vom Wochenendtursus in der Bundesschule in Bernau. 26. Abt. 20 Uhr bei Reche, Meßcr Etr. 20.„Zweck und Ziele der Arbeiter. wohlfahrt." Refcrentin Gertrud Eisfelder. 27. Abt. Im Sportrestaurant Eantianstraße. Diskussionsabend. 29. Abt. Bei Klug, Danziger Str. 71.„Kameradschaftsehe." Referentin Lola Mayer. 30. Abt. Bei Pohst, Lychener Ecke Stargarder Straße.„Frauen im Kampf für den Sozialismus." Referentin Anna Nemitz, M. d. R. 31. Abt. 20 Uhr bei Golofchmidt. Swlpische Str. 30.„Arbcitsdienstpflicht und freiwilliger Arbeitsdienst." Rcferentin Dr. Maria Hirsch. 32. Abt. Der Frauenabend findet erst am 5. Dezember statt. 33. Abt. Bei WertaNa, Hohenlohestr. 3.„Die Frau und die politischen Parteien." Refercntin Elisabeth Liebing. 34. Abt. Bei Neumann, Gubener Str. 45.„Wissen alle Frauen um unseren Sozialismus?" Rcferentin Gertrud Erötzinger. 36. Abt. Der Fraucnabcnd wird ar f den 5. Dezember verlegt. 35. u. 37. Abt. Pünktlich 1911 Ilhr im oberen Saal der Patzcnhofer Brauerei. Landsberger Allee 24126. Lichtbildervortrag der Genossin Erika Riedel: ..Einen Äbcnd bei Zilie", mit Lichtbildern und Schallplatten. 38. Abt. In Ewests Ecsellschaftshaus, Große Frankfurter Str. 30.„Politik im Einkaufskorb." Refcrentin Genossin Biclke. 39. Abt. Im Jugendheim, Lindcnstr. 4.„Psychoanalyse und Erziehung." Referent Dr. Ernst Simmel. 40. Abt. Bei Förster, Dreibundstr. 11.„Sozialismus als Weltanschar ung." Rcferentin Maria Krisch«. 41. Abt. Bei Schulz, Maricndorfer Str. 5.„Was hat die Frau vom neuen Reichstag zu erwarten?" Referentin Helene Schmitz, M. d. L. 42. Abt. Bei Höhlk-, Bergmannstr. 09.„Was hat uns das Gesetz zur Be- kämpfung der Geschlechtskrankheiten gebracht?" Referent Dr. Roeder. 43. Abt. Bei Krepp, Plamifer 75/70.„Die Frauen im politischen Kampf." „Die Frauen im politischen Kampf." „Die Frau in Politik und gesunde � Referentin Hilde Kirchheimer. Bei Ewald, Skatitzcr Str. 120. Referent Dr. Irlius Moses. 45. Abt. Bei Äiuzicr, Reichenberger Str. 101. Wirtschaft." Referentin Marie Kunert, MdR. 46. Abt. Bei Ehwilkowski, Wrangelstr. 07.„Gesunde Mütter Kinder." Refcrentin Margarete Bartz. 47. Abt. In der Schule Waldemarstr. 77.„Heiterer Abend." Referent Henry Reiff. 48. Abt. Bei Buschmann, Riitcrstr. 33.„Marxistische Kultur." Referent: Dr. Walter Groß. 51. Abt. Bei Schellbach, Königin-Elisabeth-Str. 6.„Reiseerlebnuse von Ge. nosstn Hallcrvorden. 53. Abt. 20 Uhr bei Lux, Ufenau. Ecke Huttenstroße. Leseabend. Hand. arbeit hittc mitbringen. 55. Abt. Bei Reimer, Kant- Ecke Grünstraßc.„Wert der politisch gefchrlten Frau für die Arbeiterklasse." Refercntin Gertrud Hanna, MdL. 56. Abt. Bei LterfH, Kantssr. 02.„Dle Parket vor neuen Aufgaben." Re. ferent Dr. Gotthard Eberlein. 57. Abt. Fraucnabcnd bei Dohrmann, Krummestr. 32. Thema und Referent werden am Abend selbst bekanntgegeben. 67. Abt. 20 Uhr bei Wurzbacher, Bahnhofs-Restaurant Grunewald.„Frauen- Probleme der Gegenwart." Refcrentin Gertrud Ellert. 77. Abt. 20 Uhr bei Jürgens, Äarbarossastr. 5a. Vortragsabend der Ge- nosstn Elfriedc Wollmann. 79a. Abt. 20 Uhr im Ledigenheim.„Heiterer Abend." Referent Hans Fr Hr. mann. 82. Abt. 20 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 15z.„Was ist Marxismus?" Re- ferent Stadtrat Horlitz. 88. Abt. 20 Uhr bei Rohrmann, Hilbertstr. 19.„Die Wirtschaftsankurbe- lung unter der neuen Staatssührung." Referentin Margarete Schenka- lowski. 89. Abt. Bei Ioeck, Sandcrstr. 10.„Rechtsfragen des Tages." Referentin Erna Tichauer. 91. Abt. Bei Boddin, Grimmstr. 10/11. Literarischer Abend über den mexi- kanischen Dichter Trauen, mit Schallplattcnvorträgcn. Referent Genosse Knaus. 92. Abt. Bei Schmidt, Kaiser.Friedrich. Ecke Elbestraßc.„Regierungsum- bildrna und So,ialdemokratic." Referent I. P. Mayer. 85. Abt. Im„Kleinen Jäger", Hermann. Ecke Leykestraße.„Verfassungs- Änderung und die Frauen." Referent Genosse Petersen. 96. Abt. In der Lesehalle Rogat- Ecke Ilsestraße.„Unsere Arbeit in der Gemeinde." Referentin Anna Bormann. 97. Abt. Bei Kutzki, Leinestr. 1.„Unsere Arbelt im Stadtparlamcnt." Re- ferentin Luise Moll.' 98. Abt. Bei Teich. Knesebeckstraße 135. Dr. Hans Cohn:„Autarkie und Ein- kaufskorb." 99. Abt. In: Keller Hannemannstr. 40 Gen. Rode:„Erziehung gegen den Kr:eg." 99s. Abt. 20 Uhr in der Schule Parchimer Allee. Gen. Schreiber:„Arbeitsdienst. Pflicht." 102. Abt. Bei Haß, Baumschulenstraß e 72. Anny Weilhammer:„Eine Stunde I02s.�AbV Bsö-Hos. Im Neu-Tivoli, Neue Krugallee 35.„Körperpflege und Gymnastik." Referentin: Genossin Müller-Rau. 103. Abt. Bei Trompter, Frischen. Ecke Luisenstraß». Heiterer Abend. Bor- tragender Vuggi Muck. 106. Abt. Im Baldkater, Stubenrauch. Ecke Kaiser-Wilhelm-Straße.„Frauen. leben im Orient." Referentin: Erna Büstng. Die Funktionärinnen treffen sich um 19 Uhr zu einer wichtigen Besprechung. 107. Abt. 20 Uhr im Gemeinschaftshaus Falkenberg. Heiterer Abend. Bor» tragender: Franz Hosemann. I08z. Abt. Bei Marr. Mahlsdorfer Str. 1.„Die Stellung der Frau in den verschiedenen politischen Parteien." Refcrentin: Paula Kurgaß. 114. Abt. Bei Schwarzer, Gabriel-Max-Str. 17.„Das Leben im Zuchthaus." Referent: Genosse Elchlepp. 118. Abt. Bei Tempel. Slldeunstr. 7.„Der Wert der politisch geschulten Frau für die Arbeiterklasse." Referentin: Nora Senke. 131. Abt. In der Gemeinschaftsschule Bismarckstr. 12.„Frauen und Kinder in Sowjetrußland." Referent: Oswald Zienau. 132. Abt. 20 Uhr bei Klug, Dorfstraße.„Sozialistischer Aufbau." Referent: Dr. Milian Schömann. 139. Abt. Im Jugendheim, Echöneberger Straße 3, Alfred Henke:..Zeit, und Streitfragen." 140. Abt. Bei Möbius, Ernst. Ecke Drostestraße. Ref.: Gen. Scharfschwert. 140s Abt. 20 Uhr bei Schulz am Bahnhof'Wittenau lNordbahns Heiterer Abend. Vortragende: Margarets Fichtner. Dienstag. 29. November: Abt. 20 Uhr bei Bartelt, Ryke. Ecke Wörther Straße 19, Ref. Ida Goetze: ..Arbeiterwohlfahrt.". Abt. 20 Uhr im..Waldhaus", Spandauer Straße 50. Käthe Kern:„Wrll Hitler Sozialismus?" Abt. Bei Schufter. M-rienfelde. Kirchstraße 04. Eottlieb Reese:„Die Partei vor neuen Aufgaben." Abt. Bei Kuhfeld. Eelchower Straße 20. Herterer Abend. Vortragender: Puggi Muck. Abt. Diskutierabend bei Vamp. Hasselwerderstr. 12. Leiter: Gen. Kersten. Abt. 17� Uhr Treffpunkt am Eingang der Städtischen Gaswerke. Neue Friedrich. Ecke Stralauer Straße, zu einem praktischen Borführungsabend mit Verwendung von Gas beim Kochen. Braten, Backen. Abt. 20 Uhr bei Paratb, Marzahner Str. 31. Arbeitsdienstpflicht oder Frei- williger' Arbeitsdienst. Referent: Heinz Löwi. Abt. Wir beteiligen uns an dem Gaskochlehrvortrag der Städtischen Gas- werke. Reue Friedrich. Ecke Etralauer Straße. Abt. Im Berliner Hof, Antonplatz, Heiterer Abend. Vortragende: Friebel Hall. Abt. 20 Uhr bei Rutzki, Dingelftädter Straße Ecke Landsberger Ehaussec. „Die Partei vor neuen Aufgaben." Rcferentin: Hertha Gottbelf. Abt. 20 Uhr im Volkshaus Scharnweberstr. 114.„Die Partei vor neuen Aufgaben." Referent: Arthur Börner. ZNilkwoch, 30. November: 52. Abt. 20 Uhr bei Wolter, Kaiserin-Augusta.Allee 52, Bunter Abend. Vor. tragende Elfriede Bollmann. 90. Abt. 20 Uhr bei Schabeiko, Weichselstr. 5.„Di- Partei vor neuen Aufgaben." Referentin: Clara Bohm-Schuch, M. d. R. 94. 104. 121. 122. 123. 125. 127. 137. 115. Abt. Im Tivoli W-ichselstr. 0.„Unser Abwehrkamps gegen den National. sozialismus." Reie-cn:: Dr. Walter Groß. 120. Abt. 20 Uhr bei Tempel, Prinzenallee 45.„Politik im Einiaufskorb." Re- ferentin: Genosfln Bielkc Donnerstag. 1. Dezember: 22. Abt. In, Ratskeller, Limburger Straße..Was ist Sozialismus?" Referent: Gottlieb Reese. � 69. bis 72. Abt. Im Biktoriagarten, Wilhelmsaue 114, blauer Saal.„Dle Sozialdemokratie und der Umbau der Wirtschaft." Ref.: Dr. Ernst Nölting. 136. Abt. Diskussionsabend in der Baracke. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlin Einiendungen iür dleje Rubrik nur an das Iugends"tretaria� Berlin SW 68 Lindenstraße 2 vorn 1 Treppe rechts Zusammenkunft der Referenten, Iugendbeirätc, 1. Vorsitzenden und Bil- duugsoblcute der Werbebezirke morgen, pünktlich 19' z Uhr. im Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuzberq, Porckslr. 11. Achtung! Rur mit Mitgliedsbuch und Einladung Zutritt...Politischc und organisatorische Probleme der Jugend- arbeit." Referent: Erich Schmidt. Referenten Schule Genosse Denecke und Genosse A. Rosenberg heute, n pünktlich 9 Uhr, im Raum der Arbeiterbildungsschule, Lindenstr. 3, 2. Hof. -i i i: r -rri!! I I U-iM Heute, Sonntag, 27. November: Gesundbrunnen II: 18 Uhr bei Baer.— Schillerpark und Wedding-Rord: 18 Uhr Heimabend Turiner Straße.— Falkplatz l: 19 Uhr� Gleimstr. 33— Bn Bunter Abend.— Nordost l: 18 Uhr.Heimabend Danziger Str. 62, B. 3.— Stralauer Viertel: Besuch des Zeughauses. Treffpunkt Uhr am Heim.— Reukölln vii: Heimabend Bergstr. 29.— Wedding: Willdenowstr. 5. 1Ü Uhr Lichtbilderabend: Der Arbeiter in der Kunst und Literatur.— Schönhauser Vorstadt: Heimabend 19 Uhr Schönfließer Str. 7.— Friedrickshagen Fricdrick- strafte 87. Heimabend.— Köpenick II: Dahlwitzer Str. 15. 18 Uhr Heimabend. — Lichtenberg. Mitte: 18 Uhr Heimabend Scharnweberstr. 22.— Tegel: 17' v Uhr Besuch des Konzerts des Gemischten Chors im„Strandschloß". Eintritt frei. Seestraße. Werbi.............„ nowstr. 5 und Turiner Ecke Seestraße.■ Werbebezirk Osten: Litauer Str. 18. Engels und sein Wirken für die Ar- beiterklasse. Referent: Genosse Dr. W. Lewinski. Beginn 29 Uhr. Heimöfsnung Werbebezirk Schöneberg: Hauptstr. 15. 20 Uhr politischer Informationsabend und Informationen vom BezirksvarteiUig. Werbebezirk Westen: Rosinenstr. 4. 19 Uhr Bunter Abend. Werbebezirk Teltowkanal: Lankwitz, Annastr. 12. 19 Uhr Bunter Abend. Werbebnirk Müggelsee: Iünqerenkursus um 15 Uhr im Parteiheim Kövenick (nicht 19 Uhr Dahlwitzer Straße). Was will die Arbeiterjugend? Leitung: Theo Thiele.. Werbebezirk Reukölln:„Der Querschnitt" probt 8?� Uhr pünktlich In der „Neuen Welt".. �... Werbebezirk Lichtenberg: Kursus in Rüdersdorf: Aufgaben der Arbeiter. jugend in der Krise. Referent: Gustav Weber Werbebezirk Reinickendorf: 9— 13 Uhr Wittenau. Hauptstr. 13, Neue Schule, Kursus: Einführung in den Marxismus, 1. Teil. Leitung: Heinrich Iaeubowicz. Morgen. Monkag. 28. November. 20 Uhr: Hansa: Bochumer Etr, 8K. Innenpolitische Tagcsfragen,— Moabit 1: Waldenserstr. 20. Lieder zu: Laute,— Moabit N: Bremer Str. 70. Buntes Monatsende.— Arnswaldcr Platz II: Schönlanker Str. 11. B. 3. Auf Walze. — Fallplatz I: Sonncnburgcr str. 20, Kirche und Freidenkertum.— Falk- platz II: Eonnenburger Sir, 20, Der sozialistische Aufbau in der Sowjetunion. Dingelstädter Straße, Italienischer Faschismus, �—■ Huma'nnplatz: Gleimstr, 33—35. Schallplattcnabend,— Nordost II: Danziger vtraße 62, B. 3. Das Wesen der heutigen Wirtschaft,— Sckönhauser Vorstadt: Sonneuburger Str, 20. Bunter Abend.— Humannplatz: Gleimstr, 33— 35. Frei. körperkultur,— Baltcnplatz: Tilstter Str. 4— 5. Brcttsvielabend.— Stralauer Viertel: Goßlerftr, 01, Lickitbildervortraa der Weihnachtsfahrt.— Halleschcs Tar: Rorckstr, 11, Arbeitsgemeinschaft,— Kottbusscr Tor: llrbanstr,>07. Lustiges Monatsende,— Luilenstadt: Wassertorftr. 4 Buntes Monatsende,— Char. lotteaburg-SSd: Eprecitr, 30. Erfahrungen des Jugendgerichts.— Baumschulen. weg: Ernststr, 16. Foto-Abend,— Iobannisthal: Rathaus, Brettspiele.— Friedrichssclde: Gunterstr. 44 Bunter Abend.— Karlshorst: Treskowallce 44. Politischer Rückblick.— Mohlsdorf: Funktionärsttzung.— Tegel: Freie Scholle. Egidystr. 0. Lustiges Monatsende,— Pankow(R,-F.): Kissingenstr, 43. Liederabend. Werbebezirk Schöneberq: Esperantokursus 20 Uhr Schule Temvelhofer Weg. Werbebezirk Tempclhos: Kursus: Das Kommunistische Manifest. Leitung: Genosse Flucke. Lyzeum. Götzstraße. Werbebezirk Neukölln: Alle Erwerbslosen beteiligen sich an der Erwerbs» losenzusammenkunst der Partei ab 15 Uhr Äanner Ecke Böhmische Straße. DRITTE BEILAGE VomNS SONNTAG, 27. NOV. 1932 Präsidial- oder Volkswirtschaft? Wirtschaft für das Volk braucht keine Junker und Industrieherzöge— Weg mit ihnen! Das erste Präsidialkabinett, mit dem das deutsche Volk gesegnet wurde, hat den Beweis erbracht, daß Präsidialpolitit nicht nur eine Politik gegen das Volk, sondern auch eine W i r t s ch a f t s- Politik gegen dieVolkswirtschaft ist. Es ist klar und eindeutig vor dem ganzen Volke demonstriert worden, daß eine Regierung, die sich nur auf eine schmale herrschende Schicht zu stützen vermag, auch ihre Wirtschaftspolitik nur auf die Interessen der privilegierten Oberschichten abstellen kann. Demolirstie bot den Massen Schutz Es gibt heute in Deutschland wirischaftlich zwei privilegierte Oberschichten: die Krautjunker und dip Schlotbarone, d. h. den Großgrundbesitz und das Großkapital. Die Revolution des Jahres 1918. die ungeheuer viel auf politischem und sozialem Gebiete umgewälzt hat. hat es nichl zustandegebracht, diese wirtschaftlichen Privilegien zu brechen. Aber solange die Sozialdemo- k r a t i e noch einen Zipfel von Macht besaß, ge- lang es ihr doch wenigstens, jegliche politische und wirtschastspolitische Bevorzugung dieser beiden Schichten zu verhindern. Es ist nützlich, daran zu erinnern, daß unter der Regierung Braun in Preußen die entscheidenden lokalen Stützpunkte der politischen Macht der Zunker. die Gutsbezirkc, ausgelöst wurden und daß in Preußen wie im Reich die Sozialdemo-. kratie aufs energischste daran gearbeitet hat, dem Großgrundbesitz im wörtlichen Sinn Schritt für Schritt Boden abzugewinnen. Es ist doch schließ- lüh nicht mit einer chandbewegung abzutun, wenn in dem Zeitraum von 1918bis 1931, in einer Zeit, die dauernd die höchsten Anforderungen an die beengten Staatsfinanzen stellte, dank der po- litischen und finanziellen Förderung durch den Staat 12 Pr o z des Bodens, der bis dahin den Junkern Untertan gewesen war, i n bäuerliche Wirtschaft übergeführt wurde. Und ebenso nützlich ist es, daran zu er- innern, daß es von der Revolution an gelang, der Arbeitcrschast starke Rechte und Waffen gegenüber dem Großkapital zu verschaffen. Und es ist angesichts der heutigen Lage der Dinge be- sonders ibteressant, daran zu erinnern, daß es in der vorpräsidialen Zeil sogar geschehen tonnte, daß der Staat eine Arbeitergruppe in einer großen Lohnbewegung gegen die Schwerindustrie durch Reichstagsbeschluß materiell unterstützte. EfmlexienpoHtih ist Drohnenschutz Und damit vergleiche man die- Wirrschaftspolitik, die vom ersten Präsidialkabinell gegenüber den privilegierten Oberschichten getrieben wurde. Schon die Geburtsstunde dieses Kabinetts stand im Zeichen der Verteidigung der— wirtschafilich bereits verwirkten— Besitzinrerefsen des Junkertums. Das Kabinett Papen wurde ja mit deshalb ins Leben gerufen, um die Sied- lungspläne der Regierung Brüning zunichte zu machen. So jagte unter dem Kabinett Papen eine Stützungsmaßnahme für den Großgrundbesitz auf Kosten der Volkswirtschaft die andere, und diese Politik fand ihre— allerdings nur vorläufige— Krönung in der großzügigen„Sanie- rung" der landwirtschaftlichen Genossen- s ch a s t e n— lies: B e s i tz st ü tz u�n g des Groß- grundbesitzes— durch staatliche Subventionen von sage und schreibe 199 Millio- neu Mark Und ebenso wie die Krautjunker wurden die Schlotbarone aus dem unerschöpflichen prä- sidialen Füllhorn bedacht. Die zwei Milliarden Sleuergutscheine sind im Grunde genommen gor nichts anderes als eine sloallichc Subvention zur Stützung des kapitalistischen Besitzes. Wenn in einer Zeit, in der die Sreuerlasten des arbeitenden Voltes dauernd erhöht werden und der Staat nicht weiß, wie er seines Defizits Herr werden soll, Milliardenonleihen aufnimmt und deren Ertrag den Besitzenden zur Verfügung stellt — und nichts anderes bedeuten ja die sogenannten Stcuergulscheine—. so ist das die kralfeste Jnter- essenten- und Besigstützungspolitik. die sich über- Haupt vorstellen läßt. Und es ist geradezu eine Verhöhnung des Notschreies des Volkes nach Arbeitsbeschaffung, wenn man eine solche Politik als„Arbeilsbeschaffungsprogramm" fir- miert. Aber es gibt eine Kehrseite dieser Privilegien- Politik, die man nie übersehen darf: Wenn jemandem etwas gegeben wird, so muß auch jemand da sein, dem man es nimmt. Dieser simple Tatbestand wird zwar vorläufig durch die Form, in der die Geschenke verteilt werden, verschleiert. Die Geschenke werden nicht in bar ausgezahlt, sondern in komplizierten Kreditformen. Deshalb sieht es auf den ersten Blick so aus, als würde niemand durch diese Go- schenke belastet als die„Zukunft". In Wirklichkeit aber gibt es in der Volkswirtschaft nur einen einheitlichen Spielraum für alle Ausgaben, mögen sie nun in bar oder in Kreditform gemacht werden. Besetzt man diesen Spielraum durch unnütze, unproduktive, volkswirtschaftlich wirkungslose G e- schenke an privilegierte Oberschichten, so bleibt kein Raum mehr für Volkswirtschaft- lich fruchtbare Tätigkeit, für eine wirkliche Belebung der Volkswirtschaft. Aus diesen Gründen bedeutet präsidiale Wirt- •chaftspolitik zwangsläufig das Gegenteil von echter Volkswirtschaftspolitik. Zwangsläufig, wie gerade in diesen Tagen des Regierungswechsels betont werden muß. Denn die soziale Grundlage der Präsidialregierung kann sich durch einen Personenwechsel in keiner Weise ändern. Diese soziale Grund- läge ist und. bleibt die schmale Oberschicht, die ibre Interessen vom Gejamtintcresse durch die Lolkshcrrschaft bedroht und von der Präsidial- Herrschaft gewahrt siehr. WirhHche V Olkswirtschaftspolitik Mit dieser Feststellung ist indirekt auch schon gesagt, wie eine Politik aussehen muß, die wirk- lich den Ehrennamen Volkswirtschaftspolitik ver- dient. Ihre dringendste Aufgabe wäre natürlich eine echte Arbeitsbefchaffungspoli- t i k also das Gegenteil der präsidialen Privi- legienpolitik. Das heißt zunächst sofortige Ab- stoppung der Ausgabe von Steuergutscheinen und dafür Ausnutzung des ganzen Volkswirtschaft- lich verfügbaren Spielraums an beschaffbaren Mitteln für eine planmäßige staatliche Arbeitsbeschaffung. Dabei muß insbesondere an die Gemeinden, den schwächsten Punkt der Arbeitsbeschaffungsfront gedacht werden. Ist es nichl hellster Wahnsinn, daß Rlilliarden iür unnütze Steuergeschenke hinausgeworsen werden, während die Gemeinden, wie jetzt wieder die Stadt verlin. gezwungen sind, die jchärsste„Arbeilsabschassungspolitik" zu treiben, die sich denken läßt? Echte Arbeitsbeschasfungspoluik heißt aber auch, weiterhin eine Sozial- und Finanz- Politik,«ine Handels- und Agrarpolitik. die wirklich die Belebung der Wirtschaft durch Steigerung der Masfenkaufkraft, der Volksernährung, des Exports und nicht nach be rüchtigien präsidialen Mustern eine weitere Ab- lölung der Wirischast durch Abwürgung der Massenkauskraft, der Volksernährung und des Exports zum Ziele hat. Wer darüber hinaus haben die bisherigen und insbesondere die neuesten Erfahrungen gelehrt, daß die Aufrechlerhaltung des junkerlichen und großkapitalistischen Besitzes Staat und Volks- Wirtschaft immer wieder der Gefahr der Wi r t s ch a s ts k at ast r o p h« n, ver- schärst durch unfruchtbare Opfer der geschwächten Volkswirtschaft zugunsten dieser schmalen Besitz- schichten, ausliefert. Diese Besigschichten haben eben ein für allemal ihre wirtschaftliche Daseins- berechtigung verloren und können sich nur mehr durch brutale Ausnutzung ihrer Sonderstellung für die Zwecke ihrer künstlichen Besitzerhaltung behaupten. Gegen dieses schwerste aller Hebel ist nur ein Kraut gewachsen: die endgültige wir:- schaftliche Entthronung der ungekrönten Könige die Deutschland knechten, das heißt die Enteignung des Großgrundbesitzes, der Schlüsselindustrien und der Großbanken. Es gibt heute in Deutschland nur eine Kraft, die diese Ziele durchzusetzen, das heißt die echte Volkswirtschaftspolitik zu treiben vermag. Diese Kraft ist die Arbeiterschaft. Und es gibt nur eine Partei, die die Zeichen der Zeit erkannt und den Kampf um dies« Forderungen auf ihr Panier geschrieben hat. Diese Partei ist die Sozialdemokratie. Wer zur Einsicht ge- kommen ist, daß heute die Losung heißt: Volks- Wirtschaft gegen Präsidialwirlschast, muß darum auch die Konsequenz ziehen, und diese heißte Bahn frei der Sozialdemokratie. Unter ihrer Führung wird das Morsche stürzen, das heute n otd ü r f- t i a gestützt werden muß, weil es sonst von selb st zusammenbräche Europäische Kriegsschulden Gefährliche Krise des englischen Pfundes Am 15. Dezember haben europäische Schuldner- stallten aus der Kriegsschuldenmasse an die Ver- einigten Staaten knapp 123 Millionen Dollar zu- rückzuzahlen. Auf Großbritannien allein entfallen zu diesem Zahlungstermin Zins- und Tilgungszahlungen von 93,6 Millionen Dollar und auf Frankreich 19,3 Millionen Dollar. EiiMnfr.inid Frankreich haben n«en einigen. kleineren Siaaien die R?FlerMg Bei uHt n in Aufschub dieser Zahlungen ersucht. RUt diesem Rloratoriumsgesuch ist der Schleier von dem wirren Komplex der Kriegsschulden gerissen worden. So wie sich Deutschland iür die Reparations- leiftungen als zahlungsunfähig erklären mußte, sieht sich jetzt ein trog aller Krisenwirkungen noch so reiches Land wie Großbritannien gezwungen, bei seinen Gläubigern um Zahlungsaus- schub nachzusuchen. Bei Frankreich haben die Dinge allerdings einen politischen Hintergrund, — Verkoppelung des deutschen Reparationsabkom- mens von Lausanne mit einem entsprechenden Er- laß der Kriegsschulden durch die USA.—, denn Frankreich wäre mit seinen riesigen Goldvorräten ohne weiteres in der Lage, seinen finanziellen Aerpslichtungen nachzukommen. Die Kriegsschuldensragc, die jegi zwischen Eng- land, Frankreich und den USA. zur Diskussion steht, geht aber nicht nur diese drei Staaten, son- dcrn die ganze Welt an, die nicht zuletzt wegen der politischen Schuldenzahlungcn aus der unheimlichen Krisenkrankheit noch nicht e r l ö st worden ist. Mit der Berschärsung der Krise in allen Ländern und der ständigen Schrumpsung des Welthandels hat es sich immer deutlicher gezeigt, daß die Ausbringung gewaltiger Summen als Reparationen und kriegsschuldenzohlungen und die Uebertragung dieser Summen in ausländische Währungen, ohne wirtschaftliche Gegenleistung— denn die wirtschaftlichen Gegenleistungen für diele Milliar- den sind während des Krieges im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert worden— eins glatte Unmöglichkeit darstellen. Großbritannien, das seit dem September ver- gangenen Jahres die Goldwährung aufgeben mußte, bietet für diese Unmöglichkeit ein ebenso krasses Beispiel, wie Deutschland während der Jnflationsjahre, als es nach Erschöpfung seiner Goldvorräte Reparationen zahlen mußte. Drei Faktoren haben bei England zusammengewirkt, um eine gefährliche Krise für die Psundwährung herauszubeschwören. Einmal, waren es die im Herbst immer sehr starken Lebensmitteleinfuhren nach England, die die De- vifen Vorräte sehr beanspruchten, ferner niiißtcn zum 1. Dezeiiiber große Beträge für die btsickzahluikg der Kriegsanleihe an auslän- difche Besitzer bereitgestellt werden, und als dritter entscheidender Faktor naht jetzt der Verhängnis- volle 13. Dezember, an dem England 95 Millionen Dollar von seinen Kriegsschulden an die USA. zurückzuzahlen hat. Diese drei Faktoren haben, verbunden mit der Unruhe, die dem internationalen Pfundmarkt wegen der ablehnenden Haltung der amerikanischen Regierung erschütterte, in den letzten füni Wochen einen schweren Sturz des englischen Pfundes zur Folge gehabt. Seil dem 17. Oktober ist das Pfund von Z.15 bis aus 3,29 Dollar oder, in Rlark ausgedrückt, von 14,39 bis auf 13,43 ZNark sGoldporilät 1 Pfund— 20,40 211.) gesunken. Das Pfund ha: sich also in diesen Wochen um nahezu 8 Proz. entwertet. Es bedarf keiner näheren Begründung, daß dieser neue Bersall des Pfundes mit feinen ständigen Kursschwankungen neue Unruhe in die Wcltwirtschast bringt und geeignet ist, die ersten Keime einer imernationalen Festigung wieder zu vernichten. So droht neben anderen die Gefahr, daß ein verschärftes englisches Valuta- dumping aus deni Weltmarkt andere Länder zu Gegenmaßnahmen in Form von neuen Zöllen und Kontingenten veranlaßt, deren verheerende Wirkung die Weltwirtschaft seit Jahren spüren muß. Die Ablehnung des englischen Ersuchens um Zahliiiigsaikfschiib bedeutet selbstverständlich nickK, daß die Amerikaner.überharrpt nicht mit ihr« Schuldnern verhandeln wollen. Die britische 31 1>» regung, die Zahlung zunächst in englischer Wäh- rrng und nicht in Golddollars zu leisten, bezeich- nete zwar der amerikanische Senator Borah nur als eine Art„verdünnten Moratoriums", doch erklärte er zugleich, daß diese Art der Zahlung einen gewissen Aufschub gewährleisten würde, so daß in der Folgezeit der Gesamtkomplex der schwe- benden Fragen, also Kriegsschulden, Abrüstung und die übrigen drängenden internationalen Wirt- schaftsprobleme zur Zlussprachc gelangen würden. Diese'Aeiißerung eines führende» amerikanischen Politikers zeigt immerhin, daß man sich auch jen- seits des Ozeans der Gefahren, die der ganzen Welt aus der gegenwärtigen Verwirrung drohen, klar bewußt ist. Kampf gegen Zugaben Durch die Zugabe-Verordnung vom 9, März 1932, die das grundsätzlich ausgeiprochene Ver- bot der Zugabegewährung durch zahlreiche. Aus.- nahmen durchlöchert, ist der uriprünglichs Zweck des Gesetzes vereitelt worden. Die Zugabe ist im Gegenteil auf der geschaffenen gesetzmäßigen Grundlage erst in Wirklichkeil legalisiert worden und wird seitdem in viel größcrem Umfange als Propagandamittel benutzt, als vor Erlaß des Ge- seges. Um die aus einer solchen Entwicklung dem Einzechandel erwachsenden Schäden abzuwehren, bat z. B., wie„Die Textil-Woche" erfährt, der Nürnberger Einzelhandel durch ein Abkomme» zwischen den Hausratgeschäften und den Lebensmittelhäiidlern die Zugabe im dorrigen Einzelhandel beseitig:. Den Anstoß gab der Em- schluß der Einzelhandelsgeschäste, den Verkauf von „A b w e h r- K a f z e e" und„Abwehr-Mar- gar ine" aufzunehmen. Daraufhin erklärten sich die Lebensmittelgeschäfte bereit, auf die Zugaben freiwillig zu verzichten, wenn die Haus- haltgefchäfte den Verkauf von Zlbwchrwarcn unter- lassen wollten. Die beteiligten Firmen verpflichten sich außerdem, keinerlei Propaganda für Zugabe- arlikel, seien es nun eigene oder solche von Liefe- ranten, mehr zu betreiben. Deulsch-belg'schc Kohlenverhandlungen abgeschlossen. Der steigend« Kohlenverbrauch in Bei- gien hat zu einer Aenderung des Kontingent- Vertrages zwischen Deutschland und Belgien ge- führt. Da das deutsche Kontingent mit dem ctand der belgischen Kohlenförderung ver- koppelt wurde, ist durch die jetzt eingetretene Erhöhung der belgischen Förderung auch der Kon- tingentssatz von 39,5 auf 55,7 Proz. mit Rück- Wirkung vom 1. Oktober d. I. herausgesetzt. Ab 1. Dezember erhöht sich das Kontingent auf 62 Proz. Die Kontingente für Belgiens g e- samt« K o h l c n e i n f u h r betragen jetzt rund 445 699 Tonnen. Großhandelsindex sinkt immer noch. Die vom Statistische» Reichsamt für den 23. November be- rechnete Großhandelsrichtzahl ist mit 93,8 gegen- über der Vorwoche(94,1) weiter um 3 Proz. ge- sunken. Glatt wie ein Aal durch die schaumreiche Igemo-Rasiercreme WZ»«! Abwehr der Konsumvereine Gegen die nationalsozialistische Konsumvereinshetze Vom Zentralverband deutscher Konsumvereine wird uns geschrieben: „Vor einigen Wochen waren Brutalität und Zerstärungssucht die Hauptmerkmale des national- sozialistischen Kampfes gegen die Konsum- genossenschaften. Hunderte von Spiegel- scheiden konsumgenossenschastlicher Verteilungs- stellen muhten an den blinden Eifer national- sozialistisch verhetzter Kreise glauben, so daß der Zentralverband deutscher Konsumverein« sich ver- anlaßt sah� bei dem zuständigen Ministerium vor- stellig zu werden Die Lagerhalter und Ge- schäftsführer von Konsumgenossenschaften muhten damit rechnen, von den wilden Untermenschen dieser Partei auf der Straße niedergeschla- gen oder gar in ihren Wohnungen erschossen zu werden Auch heute ist diese Welle der Per- rohung und der Brutalität noch nicht verebbt, Sie wird vielmehr geschürt durch die verleumde- risch« Kampfesweise, die von den Nationalsozia- listen in ihren Zeitungen und Flugblättern geübt wird. Die Listen deutscher Geschäftsleute, tn denen die Genossenschaster als„f r e m d r a s s i g e Emporkömmlinge" und als„B a m p y r e" bezeichnet werden, sind noch eine verhältnismäßig harmlose Art niederträchtiger Hetze Ebenso ist es nicht weiter verwunderlich, daß die Lügen über die steuerliche Bevorzugung der Kon- sumgenossenschaften und über ihre Stützung durch Riesenkredite in der nationalsozialistischen Presse einen willigen Verbreiter finden. . Den Gipfel der Niederträchtigkeit und Gemein- heit bildet aber ein Schreiben, das neuerdings in fast allen Gegenden Deutschlands den Konsum- genossenschaftsmitgliedern zugestellt wird. Der Empfänger wird mit„Werter Genosse" an- geredet. Das Schreiben ist mit den drei Pfeilen der Eisernen Front geziert und schließt: „Mit Freiheitsgruß! Einige alte Konsumgenossen." In diesem Schmutzblatt wird nun über die Zahlungsunsähigkett der konsumgenossenschaftlichen Sparkossen, über den drohenden Konkurs vieler Konsumgenossenschaften, über die Verschwendung?- sucht der Geschäftsführer, über die Ausgabe von Genosfenschaftsgeldern für Parteizwecke geredet und dazu aufgesordert. aus diesen Dingen die Kon- sequenz zu ziehen und der Konsumgenossenschast den Rücken zu kehren Schurken besitzen in der Regel nicht den Mut, für ihre lichtscheuen Taten einzustehen; jedoch ge- lang es an einer Stelle, einen National- sozialisten als Verbreiter dieses Schrei- bens zu ermitteln, so daß dessen Herkunft kein Geheimnis mehr sein dürste. Das Gesudel, das in diesem Schreiben enthalten ist. ist einer Widerlegung nicht wert und kann nur als das gekennzeichnet werden, was es wirklich ist: eine ganz niederträchtige und gemeine Schurkerei! Die Konsumgenossenschaften sind es gewohnt, bekämpft zu werden. Seit ihrem Bestehen hat der Privathandel mit Argusaugen über sie gewacht und bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihre Gemeinschädlichkeit und Staatsgesährlichkcit darzutun versucht. Wenn auch die Gründe für den Kampf des privaten Einzelhandels gegen die Konsumgenossenschaften verständlich sind, so ist da- mit noch in keiner Weise die Art des Kampfes gerechtfertigt. Wenn es wahr ist, daß jemand um so mehr Unrecht hat, je wilder er sich bei der Verteidigung seiner Interessen ge- bärdet, so müssen der Einzelhandel und die mit ihm im Bund stehenden Nationalsozialisten heute restlos im Unrecht sein: denn an Niederträchtig- keit, Gemeinheit und Brutalität sind ihre Kampf- Methoden gegenwärtig kaum zu überbieten. Die Konsumgenossenschaftsbewegung, die immer bemüht gewesen ist, sich einer aufrichtigen poli- tischen Neutralität zu befleißigen, hat auch gegen- über dem Treiben der Nationalsozialisten lange Nachsicht geübt. Das mag mit ein Grund dafür gewesen zu sein, daß dieAngriffe derNationalsozia- listen immer schäbiger und unehrlicher wurden. Die Konsumgenossenschaften sind daher g e- z w u n g« n, auch ihrerseits ganz energisch gegen diese politische Partei Front zu machen, die sich mit den Interessen des Privatwirtschaft- lichen Mittelstandes identifiziert und sie durch ihre unehrliche und schäbige Kampfesweise unterstützt." Von den„Redlichen Pionieren" zur Weltorganisation An vielen Orten bemühen sich sozialpolitisch interessierte Leute, eine begrüßenswerte Form von (zusätzlicher) Arbeitslosenhilfe zu organisieren, in der Arbeitslose für Arbeitslose tätig werden(Küchen. Werkstätten) Wer denkt daran. daß aus solcher Gegenseittgkeitshilse unter Ar- beitslosen die Riesenorganisationen der Kon- sumgenossenschaften entstanden sind? Denn nichts anderes als eine kärgliche Krisen- Hilfe sollte es zunächst sein, als im Jahre)8�fi die arbeitslosen Weber, die„redlichen Pioniere von Rochdale" ihren kleinen Laden er- ösfneten. Wie der Geist der Gegenseitigkeitshilfe die Konsumgenossenschaften groß gemacht hat, das zeigt Professor Robert Wilbrondl eindringlich in einer kleinen Schrift„Konsumgenossenschaften" (Verlag von E. H. Moritz, Stuttgart). Aber der Verfasser wollte nicht so sehr die Ge- schichte der Konsumvereinsbewegung geben— wiewohl sie ausreichend beleuchtet wird, als viel- mehr ihre Bedeutung in der Gesamtwirtschaft und für die Entwicklung des Sozialismus auf- zeigen. Besser noch als die Umsatzziffern in Deutschland 1930 fast 1.5 Milliarden Mark, in Großbritannien sogar 4,5 Milliarden Mark— spricht für die Bedeutung die(symptomatische) Tatsache, daß die Zündholzfabriken der Konsum- vereine als P r e i s r e g u l a t o r e n für das deutsche Zündholzmonopol bestehen blieben. Wenn man auch Wilbrandt» Ansichten nicht immer teilen kann, niemand wird die Schrift ohne Gewinn lesen. Wichtiges statistisches Material ist beigefügt. Deutsches Eisenerz Wirtschaftlichkeit auf Staatskosten Auf der wissenschaftlichen Tagung des Ver» eins deutscher Eisenhüttenleut« in Düsseldorf kam der Vortragende Dr. Luykens zu dem Schluß, daß Zwangsmaßnahmen zu ver- mehrter Verwendung inländischer Eisenerze(Bei- Mischungszwang) ebenso abzulehnen sei wie ein Erzzoll. Ministerialrat Arlt vom preußischen Handelsministerium kündigte an, daß zur Aufrechterhaltung der Wasserhaltung, das heißt zur Erhallung der Fördertätigkeit, den Siegerländer stilliegenden Gruben neue S u b- ventionen gegeben werden sollen. Man erfuhr aber auch über die deutsche Erzversorgung einiges, woraus sich erklärt, weshalb so viele deutsche Erzgruben heute stilliegen müssen und der Staat zu Subven- tionen gezwungen wird. Die viele Jahre hindurch an die preußischen und hessischen Erz- gruben gezahlten, sozial durchaus gerechtjertigten Subventionen sind nämlich wirtschaftlich nur deshalb verursacht worden, weil die Eigentümer dieser Erzgruben, das heißt die Ruhrkonzerne, sich immer mehr von der Ver- wendung deutscher Erze abgewendet haben. Auch nach dem Verlust des Lothringer Minettegebiets, In der Inflationszeit, betrug der Anteil deutscher Erze bei der Verhüttung noch 4 5 P r o z. Seitdem ist der Anteil a u f 1 S, 5 P r o z. gesunken. Di« Hochöfen an der Küste verbrauchen überhaupt nur ausländische Erze. Das Ruhrgebiet verwendet nur 7bi«8Proz. deutsche Erze; 95 Proz. oller Auslandserze werden allein im Ruhrgebiet verhüttet. Nun soll nichts gegen den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gesagt werden, der aus- ländische Erze mehr empfiehlt als inländische. Die Herren von der Ruhr haben nun aber den N at i o n a l st o l z gepachtet: sie haben jedoch nie viel Wesens daraus gemacht, daß sie um beim Geldmachen besser abzuschneiden, deutsche Gruben und deutsche Arbeiter in Massen stillegten und dann noch den Steuerzahler für ihre„wirtschaftlichen Maß- nahmen" bluten ließen. Diese Art Moral ist schon schlimm genug, wenn sie auch nichts als kapitalistisch ist, und der Kapitalismus braucht ja kein Vaterland zu kennen, wenn man nicht gerade vor Wahlen steht. Aber«s ist doch noch zu vermerken, w i e dumm bekanntlich der Grundsatz der Wirtschast- lichkeit bei der ausländischen Erzbeschassung an- gewendet wurde: die berühmten schwedischen Erzvec träge der Ruhrkonzerne, auf eine ewige Eisenkonjunktur mit festen Preisen ab- gestellt, haben sich so ausgewirkt, daß heute fast ein ganzer Jahresbedarf auf Lager liegt und enorme Zinsen kostet. Belebte Walzwerksproduktion Wie die Roheisen- und Stahlwertsproduktion. sind im Monat Oktober auch die Leistungen der Walzwerke infolge der neuen Reichsbahn- auftrage und verschiedener in Durchführung de« griffener Rusienausträge erheblich gestiegen. Di« Produktionsmenge erreichte rund 368 55Ü gegen 291 136 Tonnen im September. A r b« i t s t ä g, l i ch erhöhte sich die Produktion von 11 198 auf 14175 Tonnen, also um rund 2 6,6 Proz. Berlin SW 19, Lindenstr. 42 (nahe Dänhoffplatz) Filiale: SO 16, Michaelkirchplatz I Telefon: Dönhoff A7 8360-8361 Kreditberechfigt sind alle Beamte. Angestellte und Arbeiter bitten wir beim Einkauf einen Kreditscheck unseres Vertrauensmannes in ihrem Betriebe oder das Mitgliedsbuch einer Berufsorganisation beizubringen Ktetwi Aixidigen. wivkunQSv&U und billig- 20%"] OODO�nr�o'-;!®*« WOri 1 0 PJ' Wlederholyngsrabatt! 5mal 5%,Zma\7'A%, 12maMO%; 1000 Worte Abschluß 10%, 2000Worte 15%, 4000 Worte 1 0 OOQ Worte 25%. 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Der junge Mann wird buchstäblich gekreuzigt und die vier Männer versuchen sich im Wersen ihrer frisch gewetzten Taschenmesser auf den Kör- per des Wehrlosen. Ein Förster überrascht die Szene. Zwei der Uebeltäter entkommen. Alle vier sind ebenso wie die Täter der früher geschilderten Verbrechen Arbeitslose. Ueber eine belebte Straße wird ein Draht- seil gespannt, mit teuflischer Genauigkeit in einer solchen Höhe, daß der im Auto sitzende Mensch getötet werden muß. Das Drahtseil trennt im Bruchteil einer Sekunde die Köpfe zweier Menschen von ihren Kör- pern... Werden Sie nicht undeguldig und hören Sie weiter zu: Großes Winterfest der Jugend in H. Der zugefrorene Teich ist der Mittel- punkt des Festes, an dem sich— wohlgemerkt!— auch die proletarische Jugend be- teiligt. Die gewissenhafte Stadtverwaltung läßt den Platz etwa zwei Stunden vor dem Beginn des sportlichen Kampfes genau kon- trollieren, die Tragfähigkeit des Eises wird einwandfrei festgestellt. Während des Weit- laufens stürzen zwei Knaben und ein Mäd- chen in ein mit Gewalt aus dem festen Eis gebrochenes Loch, alle drei ertrinken, ehe Hilfe zur Stelle ist, vor den Augen einiger tausend Zuseher, Vätern und Müttern. Irr- tum der Sachverständigen? Ein Bubenstück unreifer Menschen? Die Tat eines Wahn- sinnigen? Oder am Ende gar nur ein böses Spiel der Natur? Leider nein, leider nein! Die Gendarmerie untersucht lange und gründlich, die Aufhellung des Verbrechens erscheint unmöglich, aber das Unmögliche ge- lingt dennoch: Zwei arbeitslose Menschen werden verhaftet und gestehen die Tat, die sie sich nicht erklären können. Die Zeitungen schreiben fünf Tage und dann herrscht großes Schweigen. In P. ereignet sich etwa zur gleichen Zeit das Folgende: Ein promenierendes Paar wird von einem Mann um Feuer gebeten. In dem Augenblick, da er sich anschickt, dem Ersuchen Folge zu leisten, wird die Frau von zwei jungen Burschen zur Erde geworfen, ihres Schmuckes beraubt(es stellte sich aller- dings später heraus, daß es wertloser Tand war), der zu Hilfe eilende Begleiter wird schwer mißhandelt. Kann ein oberflächlicher Beurteiler bei diesem noch von einem Raubanfall aus Eigennutz sprechen, so ist dies bei dem Ver- brechen, dessen Schauplatz die Stadt H. war, nicht mehr möglich. Hier schoß ein Mann auf der Straße zwei ihm gänzlich fremde Menschen nieder. Ach, wie gern hätte man an die Tat eines Geisteskranken geglaubt! Aber der Täter war ein Arbeiter ohne Ar- beit, gut beleumundet und gesunden Geistes. Seine Motivierung war ganz simpel: Er wollte seiner Not, seinem Leben ein Ende setzen und durch seine Tat die Aufmerksam- keit der Welt auf die Lage der notleidenden Menschen lenken. Dies gelang ihm, er hatte die Aufmerksamkeit für die Dauer zweier Morgen- und dreier Abendblätter... Lassen Sie mich schweigen von den vielen Morden und Selbstmorden aus'Not. Sie ge- hören nicht zu meinem Thema, obwohl auch hierüber viel zu sagen wäre und die unglück- liche Mutter, die den Kinderwagen mit ihren drei Kindern unter die einhersausende Straßenbahn schleuderte, sich nachstürzend, damit das alles, Hunger, Not und Elend ein Ende nehme, wird nicht sobald vergesien werden. Aber all dies gehört, wie gesagt, nicht zu den Verbrechen der Zeit, Verbrechen. die für unsere Zeit typisch sind. Nur auf eine Kette ziemlich gleichartiger Verbrechen will ich noch hinweisen, auf die noch immer gänzlich unaufgeklärten Eisenbahnverbrechen. Auch von diesen will ich nur eines hervor- heben, das Verbrechen von T-B. Menschen— wie viele es waren, weiß man nicht— legten unter schwierigsten Ver- Hältnissen und'unter Zuhilfenahme großer technischer Kenntnisse Sprengkörper, die zum Teil in den Eisenbahnschienen, zum Teil an der Bahnböschung eingebaut waren. Der Schnellzug rast heran, drei Waggons wer- den buchstäblich in der Luft zerrissen, zwei Waggons stürzen über die Brücke in den Strom. Dreiundzwanzig Menschen büßen ihr Leben ein, Männer, Frauen, Kinder, Greise. Ungezählte Menschen wimmern, schreien, weinen— es dauert Stunden, bis ihnen Hilfe gebracht werden kann.— Einen Moment lang horcht die Welt auf, denn ganz ähnliche Verbrechen gab es kurze Zeit vor- her in Skandinavien, Deutschland und Iugo- slawien. Man glaubt, daß nur eine Organi- sation von Verbrechern für die Tat verant- wortlich ist, denkt an eine radikale politische Organisation, verhaftet jede Stunde den einzig-richtigen Täter, um dann einzuge- stehen, daß man den wirklichen nicht fassen kann. Nur einen Moment lang dauert das Aufhorchen der Welt an, im nächsten ist alles vergessen. Wahlen, Sturz der Währun- gen. Ministerbesuche in fremden Ländern, interessante Fußballkämpfe(Rapid siegt gegen Sparta 4: 3). die Vorbereitung einer Operettenneuheit, die sechsundachtzigste end- gültige Erfindung gegen das Altern nehmen das Interesse für sich in Anspruch, aus den Toten wird ein Akt und die Polizei fahndet nach den Tätern, nicht mehr fieberhaft wie in den ersten Tagen, aber immerhin: sie fahndet. Wäre diese Welt, in der wir leben, nicht so überaus korrumpiert, durch Geld und ma- terielle Interessen, sie müßte aufhorchen und sich über diese Verbrechen Gedanken machen. All den Untaten, über die ich Ihnen be- richtet habe, ist das eine Moment gemein- sam, daß sie fast keine materiellen Beweg- gründe aufweisen. Man greift sich an den Kopf und sucht vergeblich nach einer Erklä- rung, was in den Köpfen dieser Täter vor- gehe. Nun, gar so schwer dürfte des Rätsels Lösung vielleicht doch nicht sein. Denken Sie, daß junge, kräftige gesunde Menschen durch Wochen, Monate, Jahre müßig gehen. Von den Millionen arbeitslosen Menschen unseres Landes sind über hunderttausend, die seit zwei Iahren ohne Beschäftigung sind. Lassen Sie alle Bibel- und Fibelsprüchlein beiseite, denken Sie gar nicht daran, daß Müßiggang aller Laster Anfang sei, sondern denken Sie, ob es möglich ist, daß all die Kraft dieser jungen, gesunden Menschen brach- liegen kann. Das geht nicht. Sie ist über- schüssig, sie sucht Ventile und muß sich ent- laden. Ja, gibt es denn wirklich noch Menschen, die glauben, daß eine solche Ent- ladung lang aufgespeicherter Kräfte ohne Ge- walt erfolgen könnte? Solche Gedanken wären Leichtsinn, sie wären verbrecherischer Leichtsinn! Der Sturmzeichen gibt es viele in unseren Tagen— kein Zweifel, die Welt unserer Väter, die Welt unserer Jugend, unserer Ge- neratwn geht in Trümmer. Wir leben und sehen nichts, und die Menschen, die helfen könnten, verschließen ihre Ohren, Hirne und Herzen. Sie haben Augen und sehen nicht, Ohren und hören nicht, Hirne und denken nicht. Herzen und fühlen nicht. Wohlan, die Flut wird kommen und wird sie verschlin- gen, sie und uns, damit Platz werde für... wofür, wofür?" (Fortsetzung folgt.) Äaoihhoi*: Verkäuferin ermordet den Wecker„glückliche Wlorgenflunde Die Strumpsverkäuserin Schmidt schläft einen unruhigen Morgenschlas. Der Schlaf gegen Mar- gen ist eine komische Sache: der Schlafende ist schon halb im Geschäft. Er bemüht sich aber, sich selber einen tiefen, durch nichts getrübten Schlaf vorzuschlafen... Der Schläfer weiß: um 6% Uhr schrillt der Wecker. Das bedeutet: irrsinnig schnelles Aufstehen, angedeutetes Frühstück, Ladentisch, einen Berg von Strümpfen, drängende Kundinnen, Geschrei, ein bedrohlich lächelnder Abteilungsleiter... kurz: das Erwerbsleben. Fräulein Schmidt könnte jetzt hervorragend schlafen, wenn der Wecker nicht wäre. Der Wecker ist ihr Unglück. Ein Unglück aus Glas, etwas blitzendem Rand, dummen Ziffern und der schrillen Stimme einer Vermietungshexe am Ersten. So wenigstens erscheint der Wecker seiner Besitzerin Schmidt. Di« Hersteller sind anderer Meinung. Sie haben den Wecker„Glückliche Morgenstunde" mit vielen poetischen Inseraten auf den überfüllten Markt geworfen. Fräulein Schmidt war von der Poesie und dem geradezu geschenkten Preise gefesselt. Jetzt steht die„Glück- liche Morgenstunde" auf der Kommode und ver- dirbt Fräulein Schmidt jede glückliche Morgen- stunde... Rrrr... rrr... rrr... Fräulein Schmidt fährt hoch und lächelt listig. Sie hat gestern abend ihren Quälgeist auf ß Uhr statt aus ß'A Uhr gestellt. Soll e r sich jetzt ärgern! Sie— Fräulein Schmidt— wird be- Qrigory Ofcheroff: Es sind die heißesten Tage in Positano: der Strand bebt und dampft von den herabprasselnden Feuersalven, das Meer liegt weich und glatt und un< hörbar von Flam- mengarben durch- stoßen im flim- mernden Raum, der ganze Himmel glüht, und das bißchen Kobalt, das noch übrig blieb schmilzt langsam ab. Ich liege und lausche in das stumme Brodel» um mich— drehe mich langsam, unter der Last des heißen Lichts, auf den Rücken und schaue in die Höhe. Im weiten Kreis stehen die Berge, hohe User mit übergeneigten Bäumen— und ich dünke mich ein winziger Fisch, liegend aus dem Grunde eines tiefen Sees. Klar und durchsichtig ist dessen Wasser, ist kaum von seidigen Wogen durchzogen: und ich bin wunschlos, ich bin ja ein kleiner Fisch, ich blicke neugierig zur Ober- fläche hinauf, ob dort sich etwas zeigen wird— Stunden um Stunden, Ewigkeiten.. haglich weiterschlafen, hihi!— Einsame Menschen verfallen auf die sonderbarsten Vergnügungen. Seitdem Fräulein Schmidt mit ihrem wenig treuen Freund«„schuß" ist, macht es ihr Spatz, den Wecker zu ärgern. Dabei weiß sie: in einer halben Stunde hat der Wecker recht, und sie springt gehorsam aus dem Bett und ins Waren- haus. Fräulein Schmidt ist sehr, sehr müde. Ihre Müdigkeit ist schwerer als das vertrackteste Kreuz- Worträtsel für glückliche Nichtstuer. Sie schläft sofort wieder ein. Gestern war ein heißer Tag in ihrer Abteilung. Alle Frauen Berlins mußten plötzlich die annoncierten billigen„Strümpfe mit kaum sichtbaren Fehlern" haben. Die Welt ver- gaß alle anderen Sensationen: Ministerwechsel, . Selbstmorde, neue Film«, Geburtstagsfeiern, Hungerrekorde... Es gab nur:„Strümpfe mit kleinen Fehlern." Selbstverständlich durfte nicht der kleinste Fehler an den Strümpfen mit kleinen Fehlern sein! Dafür gab es ja in Berlin ein Fräulein Schmidt, um die fehlerlosen Paare hervorzulocken, wenn nicht gar hervorzuzaubern. Eine ekelhaste Be- schäftigung. Fräulein Schmidt schüttelt sich im Traum vor Widerwillen. Ist sie eine Variete- nummer? Sie haßt Zauberkunststücke hinterm Ladentisch nachmittags vier Uhr! So etwas ge- hört auf die Bühne. Und am späten Abend, wohlgemerkt! Mein Gott, was ist denn nun mit Fräulein 3)ie 8wle Plötzlich schrille Schreie, Gequiek, Kinderlachen. Am Strande stehen Mädel und Buben um etwas Hüpfendes herum. Ich gehe hin und sehe«ine junge Eule mit aufgerissenem Schnabel, mit vom grellen Licht geblendeten Augen, mit herabhängenden Flügeln immer wieder in den kurzen Schatten der Kinder taumeln, um sich zu verstecken. Umsonst: mit Steinchen und Fußtritten immer wieder zurück, immer wieder hinein in den blendenden Kreis. Als ich den Kindern den gemarterten Vogel weg- nehmen will, packen sie ihn und laufen fort— und rufen:„Zwanzig Lire für den Vogel, Herr, nur zwanzig Lire." Ich lege mich wieder in die Sonne, ich vergesse die Eule ganz— und die Kinder kommen wieder und verlangen einen Lire Ich zahle: nehme den halbtoten Vogel in meinen Hut: trage ihn auf mein Zimmer: bette ihn in eine dunkle Schublade. Die Eule liegt mit halbgeschlossenen Augen; sperrt von Zeit zu Zeit ihren großen Schnabel auf, weit und stumm. Etwas Wasser, das ich ihr mit einer Pipette einspritz«, nimmt sie nicht auf. Phosphorn, haßvoll starrt ihr dunkles Auge mich an: ein Zittern zuckt kurz durch ihren Körper. Sie bäumt sich knapp aus— fällt: ihr harter Schnabel schlägt leise auf. Nach letztem orange- gelben Aufleuchten erlischt ihr Auge... Lange stehe ich über die Schublade gebeugt. Ich fühle das Licht von vorhin in mir erlöschen... Biel später trage ich die Eule in den Garten und begrabe sie. Schmidt los? Sie wälzt sich ruhelos in ihrem friedlichen Bett hin und her. Nicht ohne Grund, werter Leser!— Sämtliche Strümpfe haben Plötz- lich Riesenlöcher, und Fräulein Schmidts Verkauf ist ein Riesenfehler! Fräulein Schmidts Traum offenbart geradezu eine Lubitsch-Regie. Endlose Prozession reklamierender Kundinnen. Sie schwenken Löcher mit Strümpfen... Der Ab- teilungsleiter(ein Angsttraum für sich!) schnauzt: „Fräulein Schmidt, wenn Sie solche Strümpfe verkaufen, fliegen Sie in die Stempelstelle! Wo haben Sie Ihre Augen? Schlafen Sie??" Fräulein Schmidt schläft und stöhnt. Warum weckt sie der Wecker nicht aus? Aus reiner Bos- heit wartet er bis 6'A Uhr. Jetzt zeigt die Uhr auf 6�... Fräulein Schmidt lächelt plötzlich im Traum... Sie hat die Strumpfkatastrophe in Traumabgrund Nr. 198 oerbannt und befindet sich nunmehr beim Sonnabendtanz vor vier Wochen. Mit ihrem wenig treuen Freunde. Sie tanzen nach der Von Leiden befteit Ich litt seit 5 Iahren an rheumatischen Schmerzen in den Beinen und Armen. Durch den Gebrauch Ihres Knoblauchsaftes bin ich von meinem Leiden fast befreit. Schon nach der ersten Flasche verspürte ich Linde- rung. Früher konnte ich keine 10 Minuten gehen, während ich jetzt eine Stunde ohne Beschwerden lausen kann. Ich werde Ihren Knoblauchsast weitergebrauchen und auch meinen Bekannten empfehlen. 66671 Jos. Kupczyk Bottrop/Wests. Zinsser- Knoblauch- Saft ist appetitanregend, reinigt das Blut und den Darm, schafft gesunde Säfte und leistet bei Arterlenverkalkung, zu hohem Blutdruck, bei Magen-, Darm-, Leber- und Gallen- leiden, bei Asthma, Rheumatismus und allen Stoffwechselstörungen gute Dienste. 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Fräulein Schmidt drängt sich antwortsuchend an ihren Partner. Liebe ist unverbesserlich neugierig. Im übrigen befindet Fräulein Schmidt sich nicht aus einem Tanzboden, sondern im Paradies. Der Traum- tänzer l>ot nur Auge für sie. Wie es sich gehört. Er ist bedeutend verliebter, als er es jemals in Wirklichkeit war... Fräulein Schmidt, von neuem Pertrauen erfüllt, flüstert Hm etwas zu. Der Traumkavalier ist an dieser Mitteilung derartig hochinteressiert, daß er(wenig kleidsam übrigens!) Mund und Augen aussperrt. Aber wie rührend und wie schmeichelhaft!— �Liebster...' haucht die Verkäuferin Schmidt.„Deine Untreue ist ein ganz kleiner Fehler... kaum sichtbar, Liebling!" Der Liebling beugt sich reuevoll zu Fräulein Schmidt herunter. Großaufnahme. Jetzt hat er nicht nur Mund und Augen, sondern sogar sein .herz weit aufgesperrt! Ob er sie küssen wird? Ein Kuß mit kleinen Fehlern? Oder gar ein erstklassiger Modellkuß?—— Fräulein Schmidt schließt in berechtigter süßer Erwartung di« ohnehin geschloflenen Augen... Es Hot nie einen Kroch mit Liebling gegeben! Liebling ist edel, treu, etwas einfällig und sinnlos verliebt!... Nrrr... rrr... rrr... Ist es zu glauben? Der Wecker„Glückliche Morgenstunde" zerreißt das zart« Idyll. Es gibt keinen Liebling! Keinen Tanzboden, keinen tro- pischen.Kuß. Es gibt kein Glück... Es gibt bloß Strümpfe mit kleinen Fehlern, die keine sein dürfen, und einen Wecker„Glückliche Morgen- stunde". Glückliche Morgenstunden gibt es natür- lich auch nicht. Fräulein Schmidt sieht sich mit wilden Augen um. Wer ist schuld an ihrem Unglück, an ihrer Verlassenheit, an Lieblings Untreue? Wer sonst als dieser widerwärtige Wecker?— Soeben Hot dieses Biest Fräulein Schmidt aus dem einzigen reinen Glück der Angestelltenmenschhcit gerissen! Man stelle sich vor: Liebling wollte ihr nach endloser Pause einen Tropenkuß geben, und der Wecker(diese Mißgeburt einer gefühllosen In- dustric!) Hot es einfach nicht erlaubt!! Wie dumm diese Ziffern grinsen. Wie auf- reizend das tickt! Uich wie sticht der falsche Silber- glänz Fräulein Schmidt in die nachtgroßen, sehn- süchtigen, überanstrengten Augen! Suchen Sie mal den ganzen Tag kleine Fehler, di« keine £eo Westenberg mi 50. cantarc nccessc est vivere von est necesse. In oem gleichen Augenblick, in dein sich Leo Kesten bergs 50. Geburtstag erfüllt, endigt feine offizielle Tätigkeit als Mustkreferent, als Or- gonisawr des staatlichen Musiklebens in Preußen Endigt eine Tätigkeit, die mehr war als etwa nur ein Amt(das es vor ihm ja gar nicht gab): feine von keinem anderen so klar erkannte, so ziel- bewußt in Angriff genommene persönliche Leistung vielmehr, mag auch sein Wollen und Tun, sein Planen und Vollbringen, seine ganze Arbeit in den letzten 14 Jahren dem rückblickenden Historiker heute schon zeitnotwendig, fast selbstverstänolich erscheinen. Gerode dies aber ist ja das größte Verdienst, das einer in der chaotischen Weglosig- keit des geistigen Lebens dieser Tage überhaupt erringe» kann: zu erkennen, was ist, zu erfassen, was not tut! und seine ganze Kraft dort einzusetzen, wo man sie braucht, damit das später als notwendig zu Begreifende auch wirklich entstünde. Mit dem Amt freilich endet keineswegs die Aufgabe, die er sich selbst gesetzt hat. die ihm vom Schicksal gestellt wurde. Wie sie ja auch nicht erst mit amtlichen Bemühungen etwa begonnen hatte. so stuchtbar die auch gewesen sein mögen: so sehr jeder, der es. in den kommenden Jahrzehnten unternehmen sollte, die Beziehungen von Staat und Musik in irgendeiner Weise zu gestalten, be- sind!— Umbringen müßte man diese Welt, die sich derartige Beschäftigungen für eine Liebende ausdenkt! Eine neue Welt aufbauen. Ohne Strümpfe mit kleinen Fehlern! Ohne... Zu Hilfe!! Ein Mord geschieht! Fräulei» Schmidt hat den Wecker hart angepackt. Windet er sich unter ihrem erbarmungslosen Griff? Ein lauter Knall... Die„Glückliche Morgenstunde" liegt besiegt am Boden. Eine harmlose Industrie- leiche aus Glasscherben, verbeultem Silberblech und einem gebrochenen Weckerherzen. Das mörderische Fräulein Schmidt macht sich indessen siegestrunken auf den Weg ins Waren- haus... Taffächlich siegestrunken. Ist diese Per- son denn ganz von Sinnen? Noch heute wird sie einen Wecker„Glückliche Morgenstunde" kaufen. Zu geradezu geschenktem Preffe. dingungslos a» dem wird weiterbauen müssen, was von ihm stammt und seinen Namen trägt. Nein, was er tat, war mehr als Amt, Beruf, es ivar Berufung: als Musiker glaubt er an die Lebensnotwendigkeit der klingenden Kunst: als Pädagoge verfocht er den wunderbaren Satz:„Das Musikalische sei in jedem Menschen beheimatet" als Sozialist erkennt er die daraus resultierende kulturelle Verantwortung. So wurde der Jnter- pret zum Lehrer, der Lehrer zum Soziologen und Sozialpolitiker— so wurde ein Mensch, der die geschlossenen und sicheren Kreise bequemer Ueber- lieferung und kunsteigenen Denkens verließ, um Wege zu bahnen und Brücken zu bauen zwischen den Menschen und der Musik, der bitteren Wirk- lichkeit und dem tröstenden Spiel, den gestaltlo? vorbeijagenden Tagen und glanzvoll gestalteter ewiger Schönheit. Wenige sind es. die solche Wege gehen: und die sind dann mit allen Sorgen der Zeit be- laden, mit all ihren Irrtümern und Unsicher- heilen gesegnet, die bleiben immer am Ansang und kommen nie zu Ende.»So ist auch für Kestenberg dos offizielle Ende sicherlich nur ein neuer Impuls im ewigen Neuansangen im Dienst der Jdse, der sein am Gipfel angelangtes Leben auch weiterhin(für ihn ist es selbstverständlich, wir wünschen es uns) gehören wird. Arnold Walter. Die Industrie reibt sich die Hände. Wären doch alle Berkäuserinnen so temperamentvoll wie dieses Fräulein Schmidt!(Leider sind die meisten obge- stumpft wie alte Rasierklingen!) Sollen sie mar- gens ruhig Wecker zertrümmern... diese Gänse! Sic werden abends neue kaufen. Die Industrie lächelt... Selbst die Empörung der Angestellte» kommt den Unternehmern zugute... Da» ist inehr, als man erwarten darf. Eine prächtige Welt!— Nächstens werden wir Wecker mit kleinen Fehlern herstellen! Fräulein Schmidt wird sie gewiß zu ermorden wissen... Fräulein Schmidt ahnt nichts von der Freude, die sie der Weckerindustrie bereitet hat. Unge- achtet ihres Sieges verkauft sie Strümpfe mit kleinen Fehlern. Ihr Rausch ist verflogen. Jetzt findet sie einfach, daß ihre Nerven nicht mehr ganz auf der Höhe sind. Aber vielleicht fft e» der Kopf?--- Fräulein Schmidt lächelt hilfelos... Sie blin- zeit angestrengt in eine» flsischfarbenen«trumpf. Heute muß sie das Mittagessen streichen, um einen Wecker zu kaufen... Was hat sie erreicht? Null Komma nichts. Fräulein Schmidt muß zu angestrengt in die Strümpfe blinzeln, um zu erkennen: um diese große Warenhaushölle mit den tausend kleinen Fehlern in«in noch so bescheidenes Paradies zu verwandeln, muß anderes zertrümmert werden als der Wecker„Glückliche Morgenstunde" zu geradezu geschenkten Preisen... AHe Wiclüerfprüche Ein Richter, der recht richten will, Der bedarf nicht erst der Gaben viel. Nicht Minne und nicht Feindschaft. Nicht Vorteil und nicht Freundschaft Soll den Richter abhalten: Des Rechten soll er feste walten. Wo das Kissen raunt zu Und empfangen wird die Kuh. Da kann der Arme kaum siegen. Recht heißt hier: erliegen. * Empfangen« Gaben binden kann. Gabe verführet manchen Mann. Geschenke empfangen selten tut An grauen und an Männern gut. Empfangene Güte, dos gebiert, Dos große Unrecht zum Rechte wird. Wer das Recht durch Lohn besticht, Der hat sich selber gericht. Gesammelt van Walter Meckauer. Unter der Diktatur Napoleons wurde di« Zen- für in Paris so streng und peinlich cenau ge- handhabt, daß der Zensor es sogar für notwendig fand, in der Ueberschrift zu einem Gedicht:„Amor, Tyrann der Herzen!" das Wort Tyrann zu streichen und dafür:„Amor, Kaiser der Herzen" drucken zu lassen. M. M. Wochenprogramm des Berliner Berlin Mittwoch, 30, November Sonntag, 27, November 6.15: Gymnastik. 6.35; Aus Bremen: Hafenkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.55: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 11: Für die Kinder. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12.10:..Zwei heitere bunte Stunden im Senderaum.44 1 2.30: Hermann Noll liest eigene Kurzgeschichten. 13.50; Wir beißen uns durch. (Bericht eines arbeitslosen Ehepaares.) 15.10: Volks- v eisen. 15.35; Sport. 16; Deutsche Dichter erzählen von ihrer Jugend. 16.30: Orchesterkonzert. 17.55; Im alten Wra'ngeJschloß. Besuch in einem Berliner Vorstadttheater. 18.15: Beethoven-Konzert. 19: Ewiges Recht und Staatsräson. 19.25: Aus meinem Poesiealbum von Gerd Fricke. 19.50; Sportnachrichten. 20:..Drei alte Schachteln", Operette von Hermann Haller. 20.55: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Montag, 28, November 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Breslau: Frühkonzert. 11.80: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15,20: Die„Neuberin" von Brasilien, Erlebnisse auf einer Theatertournee. 15.33; Klaviermusik. 16: Mädchenliedcr. 16.15: Das Zeitalter der Entdeckungen. 16.30; Unterhaltungsmusik. 17.30: Wir bauen eine Weihnachtskrippe. 17.45: Dr. Ueberall erzählt. 18.05; Lieder von Konrad Ansorge. 18.30: Der Hörer und sein Apparat. 18.40: Dürfen wir Ihnen raten? 18.55; Die Funkstunde teilt mit.. 19: Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 20.20: Johannes Kirschwcg liest eigene Prosa. 20.40: Zeitgenössische Orchestermusik, 21.10: Wir erinnern an Freiherrn von Ketteier. 21.25; Mozart-Konzert 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Dienstag, 29, November 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frtihkonzert. 11.30: Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Die Viertelstunde für den Landwirt. 13.30: Wetter-, und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Die Krankenstube. 15.35: Cellorausik. 15.55: Lieder. 16.15: Im Faltboot durch norwegische Fjorde. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Jugendstunde. 17.45: Zum 300. Geburtstag J. B. Lullys, 18.30: Bücherstunde. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10; Zeitgemäßes Gespräch unter Führern des Auslandsdeutschtums. 19.40: Unterhaltungskonzert. 20.15: Sendespiel: ..Prinz Friedrich von Homburg" von Kleist. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 32.40: Aus Hamburg: Spätkonzert. 23; Stunde für die soziale Radio- hiife. Danach aus Hamburg: Fortsetzung des Spät- konzertes. 6.15: Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 9; Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 11,30: Aus Dresden; Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen- für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplatten. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Kann man noch Pelzsachen kaufen? 15,35: Heitere Koloraturgesänge. 15.55; Humoresken für Klavier. 16.15; Medizinisch-hygienische Plauderei. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Wie bringe ich..das" Buch an..den" Mann? 17.50; Günther Raphael, Konzert. 18.15: Jugendstunde. 18.30; Unterhaltungs- und Tanzmusik. 18.55: Die Funkstundc teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Gelebtes Leben: Meinungskampf. 19.35: Mitteilungen des Arbeitsamts. 19.40; Fortsetzung der Unterhaltungs- und Tanzmusik. 20.30;.Meiseken. Lustspiel von Hans Alfred Kihn. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.15: Aus London: Blaskonzert. Danach aus Frankfurt a. M.: Nachtkonzert Donnerstag, 1, Dezember 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Leipzig: Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzeri. 12.35; Wettermeldungen für den Landwirt. 12.40: Hörbericht aus dem Institut für Ackerbau und Pflanzenbau der landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Abenteuerliche Geschichte einer wissenschaftlichen Entdeckung. 15.35: Volkslieder. 15.50; C. M. von Weber; Konzert. 16.15: Deutscher Kulturwille in der Ostecke. 16.30: Ballettmusik aus deutschen Opern. 17.30; Für die Kinder. 17.50: Lieder zur Gitarre. 18.20: Reden Sie mir nicht von Frauenkunst. 18.35: Stunde des Chorgesanges. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Werkstattsbericht von Walter von Molo. 19.25; Unterhaltungsmusik. 20.30; Gedichte lesen und hören. 21; Mozart-Konzert. 21,30: Wir stellen vor: Karl Anton Prinz Rohan. 21.40: Max-Regcr- Konzert. 22.25; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach Tanzmusik. Freitag, 2, Dezember 6.15; Gymnastik. 6.35; Frühkonzert. 11.30; Aus Hamburg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattcnstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20; Die Frau drüben und hier. 15.35; Aegyptischer Bilderbogen. 16.15: Bob-Splitter. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Das vergessene Buch. 17.40: Jugendbühne. 18.25: Das neue Buch. 18.35: Lieder. 18.55; Mitteilungen des Arbeitsamtes. 19: Die Funkstunde teilt mit.. 19.05; Unterhaltungsmusik. 20.25: Hiv op! Vom Fischdampfer bis zur Flschküchc. Eine Hörfolge. 21.10; Suiten. 22: Wetter-, Tages- und Sportrachrichten. Anschließend Hörbericht vom Internatio- Rundfunks nalen Box-Turnier des Polizei-Sportvereins im Sportpalast. 22.40: Konzert. Danach Aus Frankfurt a. d. O.: Abendunterhaltung. Sonnabend, 3. Dezember 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Danzig: Frühkonzert. 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30; Wetter- und Tages- nachrichtcn. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20; Jugendbüchcrstundc. 15.40: Die Reisegesellschaft. Besuch in einem Adriahafen. 16.05; Blasorchestcrkonzert. 16.55: Zehn Minuten Sport. 18: Deutsches Sprachgut. 18.20: Film-Manuskripte, die es nie erreichten... 18.35: Operettengesänge. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Ketzerei am Wochenende. 19.20; Klaviermusik. 20: Aus der Messehalle am Kaiserdamm; Auftakt und feierliche Eröffnung des Weihnachtsmarktes Berliner Künstler. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten, Danach Tanzmusik. Königswusterhauaen Sonntag, 27. November 6.15: Aus Berlin: Gymnastik. 6.35: Aus Bremen: Hafenkonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. 11: Dichterstunde. 11.30; Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12.15: Aus Breslau: Mittagskonzert. 13: Uebertragung aus Berlin. 13.50: Zehn Minuten Lyrik. 14; Elternstunde. 14.30: Aus der Gedankenwelt großer Philosophen. 15: Der Lebenskampf der Ostmark. 15.25: Alte italienische Violinsonaten. 16: Aus Köln; Deutsches Grenzvolk in Not; Konzert. 17.30; Aus Köln: Vesperkonzert. 18.15: Junge Generation spricht. 19; Stunde des Landes. 20: Uebertragung aus Berlin. 22.45; Deutschlandsender; Deutscher See-Wetterbericht. 23; Aus Frankfurt a. M.: Nachtkonzert. Montag, 28. November 16; Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nach- mittagskonzert. 17.30: Bücherstunde. 18; Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Charakter und Schicksal. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft.' Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Stunde des Landwirts. 19.25; Viertelstunde Funktechnik. 19.40: Zeitdienst. 20: Deutschlandsender: Ausschnitt aus dem Konzert zum Besten der Bremer Winterhilfe.(Aus Bremen.) 21: Aus Frankfurt a. M.: Der Götzenhof. Ein Hörspiel von Auditor. 22.20; Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Danach aus Stuttgart: Unterhaltungskonzert. Dienstag, 29. November 16.30: Aus Leipzig; Nachmittagskonzert. 17.30: Wandlungen der deutschen Sprache im letzten Menschenalter. 18: Neue Musikpädagogik. 18.30: Das beatige Rußland und die Welt. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Philosophische Lesestunde. 19.30: Zeitdienst. 19.45: Stunde der Arbeit. 20.15: Deutschlandsender: Aus Köln: Die Gärtnerin aus Liebe. Oper nach dem Italienischen von Mozart. 22; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.20: Uebertragung aus Berlin. 22.45; Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 30. November 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nach- mittagskonrert. 17.30: Bücherstunde. 18; Die bürgerliche Singspielbewegung 1720— 1820. 18.30: Volk und Rasse. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. Danach; Englischer Sprachunterricht. 19.35: Stunde des Beamten. 20: Deutschlandsender: Aus München: Bunter Abend. 21.10; Aus Breslau: Die niederschlcsischc Ostgrenze. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 1, Dezember 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30; Deutschtum in Finnland. 18: Musikalischer Zeitspiegcl. 18.30; Die Erfindung der Briefmarke. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Wegweiser durch die Zeit. 19.40: Zeitdienst. 20: Deutschlandsender: Aus Stuttgart: Die Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. 31: Uebertragung aus Berlin. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Danach aus Hamburg: Tänze von 1900 bis 1932. Freitag, 2, Dezember 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Religionen Asiens. 18: Rede für die athletische Jugend. 18.30: Volkswirtschaftsfunk. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Wissenschaftlicher Vortrag füi Acrzlc. 19.20: Zeitdienst. 19.35: Deutschlandsender: Ans Hamburg: Alte und neue Tänze. 20.25; Uebertragung aus Berlin. 21.10; Aus Hamburg: Fortsetzung der alten und neuen Tänze. 22.20; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See- Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 3. Dezember 16: Dichterstunde. 16.30; Aus Hamburg: Nachmittags- konzert. 17.30: Viertelstunde für die Gesundheit 17.50: Büchcrstunde. 18.05; Musikalische Wochenschau. 18.30: Deutsch für Deutsche. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Französischer Sprachunterricht. 19.40; Stille Stunde. 20: Deutschlandsender: Uebertragung aus Berlin. 20.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 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