Morgen-Ausgabe Nr. 561 A275 49. Jahrg. Redaktion und Verlag- Berlin SW 68, Cinbcnftr. 3 Stoifpte�trs«7«ml DSuhoff 292 bl* 297 T-l-grmomabr-ss«,«ozwib-moirat'Seriln BERLINER VOLKSBLATT DIENSTAG 29. November 1932 In Groß- Berlin 1 l) Pf. Auswärts....... 15 Pf. Bezugsbedingungen unb«Anzeigenpreise siehe am Schluß beS redaktionellen Teils Aentvatoesan der Sozialdemokratischen Oartei Deutschlands Wir bleiben Opposition! Kein WsJrfen8tiUsts.ncl, sondern Kampf diesem System! Ter Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstagöfraktion, Tr. Breitscheid, folgte am Montagnachmittag einer Einladung des Reichswehrministers von Zch leicher zu einer politischen Aussprache. Als(Ergebnis kann fest- gestellt werden, das, eine Aendrrung in der Haltung der«ozialdemokratischen Partei nicht eingetreten und auch nicht zu erwarten ist. Vertreter Je» ADGU. bei Schleicher Vom ADGB. wird mitgeteilt: Ter Reichs- wchrrninister von Schleicher hat am Montagoor- mittag, dem 28. Nooeinber, Vertreter des Vor- standes des Allgemeinen Deutschen Gewertschaits- dundes zu sich gebeten. In der Besprechung, an der Theodor Leipart und Wilhelm Eggert teilnahmen, wurden die vordringlichsten wirtschastspolitischen und sozialpolitischen Fragen erörtert. Die Vertreter der Gewerkschasten haben als die wichtigste Ausgabe die Arbeits- beschasfung im Wege ösfentlicher Arbeiten bezeichnet und außerdem erneut die Aushebung der lohnpolitischen Be- stimm ii ngcn der Notverordnung vom Z. September gefordert. Sie Haben sich auch für _ ein«.unter, wirtschaitlichen. und sozialen Gesichtspunkten durchgeführte Siedlung emgefcgt. �VeUere Besprechungen Schleichers Der Reichswehrmini st er empfing am Montag u. a. den Zentrumsführer Dr. K a a s. Anschließend hielten die in Berlin anwesenden Mitglieder des Vorstandes der Zentrumsparlei eine informatorische Besprechung ab. Am Dienstag wird sherr von Schleicher maßgebende Führer der N a t i o n a l s o z i a l i st e n empfangen. Am Mittwoch beabsichtigt er dann in Gegenwart des lherrn von Papen dem � Reichspräsidenten über feine Unterredungen Bericht zu erstatten. Schleichers Pläne Das Organ der christlichen Gewerk- s ch a f l e n, dessen Führer sich dieser Tage eben- falls mit dem Reichswehrminister über die pol'- tische Lage unterhalten haben, äußert sich am Montag ausführlich über die Ansichten Schleichers.„Der Deutsche" schreibt: „Man weiß, daß General von Schleicher von vornherein gegen e i n z e I n e M a ß n a h m e n der Notoerordnungen Popens war. So Halle er, mit einigen anderen Mitgliedern des Kabinetts, Bedenken gegen die sozialpolitische Er- mächligung in der entscheidenden Notverordnung Popens und auch gegen die allgemeine Tariflohn» senkung. Es ist weiter bekannt, daß Herr von Schleicher der Kontingentspolilik wie auch vielen Sondermäßnahmcn zugunsten des Troßgrund- besißes kritisch gegenüberstand Er wird inzwischen auch eingesehen Haben, daß die p o l i t i s che Er- perimentiererei Popens höchst unzeit- gemäß ist und in einer Sackgasse enden muß. Er ist nicht für den Weg der Gewalt und des Ver- fasiungsbruches, wie ihn Hugenberz und die ost- clbischen Kreise wollen. Herr von Schleicher wird sich vermutlich bereit erklären, die sozial- politische Ermächtigung auszuheben, vieNeicht die Einstellungsprämie zu streichen und die Tarislohnsenkungen zu revidieren. Weiter ist anzunehmen, daß ein Kabinett Schleicher den Kurs des LaNdwirischasts Ministers von Braun nicht weitcrsteuern würde, der in erster Linie daraus hinausläuft, die Förderungen und Wünsche des Großgrundbe'ißes zu erfüllen. Die Versa fjungs- und Reichsrefor m° Pläne der Herren von Popen und von Gayl dürften dem Reichswehrministcr nicht als dringlich und nicht als die Aufgabe dieses Winters er- scheinen. Die Lösung der Frage Reick)— Preußen dürfte allerdings auf große Schwierigkeiten stoßen, da sich der Reichspräsident und das Ka- binett Papen ziemlich darin einig sind, daß die Zusammenfassung der Machtmittel von Reich und Preußen bestehen bleiben müsse." Preußen als preis Nationalsozialisten und Zentrum verhandeln 3n den. letzten Togen haben zwischen dem Führer der Zenlrumssraklion des preußischen candtags, Professor Dr. Lauscher, und der nalionalsozialistischen Fraktion wieder Verhandlungen wegen der Wahl eines ZNini st erpräsidenten staltgesunden. Ein Ergebnis aber haben auch diese Verhandlungen nicht gehabt. Entscheidend sür ihren Ausgang ist schließlich die Lösung der Regierungskrise im Reich. Es ist bekannt, daß der Reichswehr- minister die hossnung hegt, diese Krise i m stillen Einverständnis mit den Nationalsozialisten lösen zu können. Er glaubt in erster Linie ihre Unterstützung sür einen vorübergehenden Wassenstillstand gewinnen zu können. Als Gegenstand ist an die Aus- Hebung des R e i ch s k o m m i s s a r i a t s sür Preußen gedacht, die übrigens auch vom Zentrum sür eine Billigung des wassen- stillstandes gefordert wird. Sobald darüber Klarheit besteht, wollen Zentrum und National- sozialisten unter Ausschaltung der Deutsch- nationalen die Wahl des Minister- Präsidenten in Angriff nehmen. Die belgischen Kammerwahlen GroLer sozialistischer Stimmenzuwachs— aber geringe Mandatssteigerung Eigener Bericht des„Vorwärts" Brüssel, 28. November. Infolge der Eigenart des belgischen Systems der Listenverbindungen ergeben die letzten Meldungen über den Ausgang der Wahlen eine wesentliche schwächere Verschiebung der bisherigen Kräfte- Verhältnisse der Parteien, als es anfangs angenommen werden mußle. Zm ganzen gewinnen die Sozialisten trotz des starken Stimmenzuwachses in ollen Teilen des Landes nur drei Mandate. Sie steigen von 70 aus 73 Mondale. Die sozialistischen Gewinne wurden in Brüssel. Antwerpen und Verviers erzielt, wo der junge sozialistische Kandidat Sommerhausen, der sich in sehr eifriger und mutiger Weise sür die Interessen der Arbeilerbevölkerung des deutschsprachigen Grenzgebiets und für i>:e Anerkennung des Selbslbesiimmungsrechts betätigte, wiederge- wählt wurde. Die Katholiken gewinnen gleichfalls drei Mandate und steigen von 76 aus 7g. Einer dieser Gewinne gehl aus Kosten eines katho- tischen wilden, zwei der»gewonnenen Mandate wurden den släm'schen Frontislen entrissen, die kulturpolitisch schon immer zu den Katholiken gerechnet werden mußten. Die Liberalen verlieren vier Mandate, von 28 behaupteten sie 24. Der Verlust der flämischen Frontparlei erweist sich übrigens erheblich geringer, als die ersten Ergeb- nisie vermulen ließen. Sie verl'eren zwei Mandate. Die Kommunisten behaupteten ihr Mandat in Brüssel und gewannen je eins in Lültich und Eharlecoi. Die bisherige Regierungskoalition kann sich zwar weiter halten, aber ihre Stellung ist erheblich erschwert. Die Sozialisten können eine be- deutend erheblich gestärkte Opposilionsstellung unter parlamentarisch günstigeren Bedingungen beziehen. Lupen- Malmedzr für Volksabstimmung Brüssel, 28. November. Zu den Abstimmungsergebnissen bei den belgi- scheu Wahlen wird berichtigend mitgeteilt: In den Kantone» Eupcn, Malmcdq und St. V i t h konnte die belgienfreundliche Union zwar ihre Stimmen nahezu verdoppeln, doch bleiben dort die abstimmungssrcundlichen Parteien — Christliche Volkspartei 7456 Stimmen und Sozialisten 2686 Stimmen— in einer doppelten Mehrheit, wobei man im Hinblick auf den Druck der belgischen Bischöfe noch nicht einmal den Großteil der Wähler der Katholischen Union als abstimmungsfeindlich bezeichnen darf. Auf Grund halbamtlicher Mitteilungen stellt sich das Wahlergebnis für den Wahlkreis Verviers, der die Kantone Eupcn, Malmedy und St. Vith mit- umfaßt, folgendermaßen: Im ganzen wurden sechs Mandate errungen, davon erhalten die Katholiken 3(unverändert), die Liberalen 6(minus 1), die Sozialisten 3(plus 1). Frankreich wird bezahlen Aber nicht transferieren Eigener Bericht des„Vorwärts" Paris, 28. November. Wie der„Paris Soir" meldet, wird die bevor- stehende zweite Note Frankreichs an Amerika noch einmal die Gründe für die Gewährung eines Zahlungsaufschubs ausein- andersetzen und aus die Verantwortung hin- weisen, die die Vereinigten Staaten für die gegenwärtige Finanzlage Frankreichs tragen, die zum großen Teil durch das H o o o e r- M o r a- t o r i u m geschaffen worden sei. Wenn Amerika einen Zahlungsausschub demioch weiterhin ab- lehnen sollte, werde Frankreich die a n 15. Dezember fällige Zahlung an die BIZ. abführen und sie dort blockieren lassen, bis die späteren Ber- Handlungen mit Amerika zu einem Ergebnis ge- führt haben. Nerriot spricht mit Davis H e r r i o t hatte am Montag wieder eine Unter- redung mit dem Leiter der amerikanischen Ab- rüstungsdelegation, Davis. Nach Schluß der Unterredung, die zwei Stunden dauerte, erklärte Davis den Pressevertretern, daß die Berhandlun- gen über die A b r ü.st n n g s s ra g e in sehr be- sriedigender Weise weitergehen. Auf Sie Frage. ob auch Über die Schulden gesprochen worden sei, antwortete Davis, er habe keine Vollmacht dazu, aber er möchte erklären, daß Geld- fragen in keiner Weife die alt« spanzösisch-ameri- konische Freundschait beeinträchtige» dürsten. Herrivt beschränkte sich auf die Erklärung, daß er mit Davis, für den er große Freundschaft habe nur über die Genfer Angelegenheiten gesprochen habe. Der Temps fügt hinzu, daß das Datum der Reise Herriots nach Genf zur Teilnahme an der Fünfmächtekonferenz noch nicht festgesetzt werden könne. Kabinett Schleicher? Waffenstillstand oder Reichstagsauflösung? Heute vor zwei Wochen hat die sozialdemo- kratische Reichstagsfraklion eine Einladung P a p e n s zu einer Besprechung mit einer schneidenden Absage beantwortet. Sie hat in dieser Antwort den Rücktritt Popens ge- fordert, der achtundvierzig Stunden später Tatsache wurde. Gestern ist B r e i t s ch e i d einer persönlichen Einladung Schleichers ge- folgt, nachdem er sich in engerem Parteikreis dessen vergewissert hatte, daß diese Annahme nicht mißverstanden würde. Ablehnung einer Einladung kann eine scharfe Waffe sein, wenn sie den Charakter einer außerordent- l i ch e n Maßnahme behält. Zur Regel gemacht, würde sie ihre Wirkung verlieren. Die parteioffizielle Erklärung über die Unterredung stellt als Ergebnis fest, daß sich an der Haltung der Partei nichts geändert hat und nichts ändern wird. Was ist die Haltung der Partei? Um es noch einmal zu sagen, die Partei muß jede Regierung bekämpfen, die in irgendeiner Art und Weise eine Fortsetzung oder Konservierung des Papen-Kurj'es bezweckt) sie könnte ihre Hol- tung erst dann ändern, wenn eine Regierung ans Ruder käme, die einen dem Papen-Kurs geradewegs entgegengesetzten Kurs einschlagen wollte. Herr von Schleicher aber war nicht nur der Reichswehrminister des Papen-Kabinetts, er galt in vielen Dingen als sein führender Geist. Unter diesen Um- ständen wird Herr von Schleicher billiger- weise von der Sozialdemokratie auch nicht eineSpurvon Vertrauen erwarten. Der Reichswehrminister der Papen-Regie- rung hat von vornherein nicht im Zweifel darüber sein können, daß die So- z i a l d e m o k r a t i e für die Beteili- gung an einem„innerpolitischen W a f f e n st i l l st a n d" nicht in Frage kommt und es war für ihn also keine Ueberraschung, wenn Breitscheid die Tatsache, daß die Sozialdemokratie für die Tolerierung eines Präsidialkabinetts, von wem es auch immer geführt werde, nicht zu haben sei, aufs neue unterstrich. Jeder Reichskanzler und jeder Reichskanzlerkandidat, der heute eine Atempause ooni Parlament verlangt, muß sich mit seinen Wünschen an die Parteien der Rechten und an das Zentrum wenden. Findet er dort die nötige Mehrheit für den Waffenstillstand nicht, so sind seine Bemühungen eben aussichtslos. Run liegen die Dinge so, daß Herr von Schleicher vielleicht etwas mehr Hoffnungen hegen kann als Herr von Papen. D e r b i s- herige Reichskanzler hat griind- .lich abgewirtschaftet. Nicht nur die von ihm so gering geschätzten Parteien haben gegen ihn entschieden, sondern auch die von ihm so sehr gepriesenen Berufsstände geben ihrer Abneigung gegen Art und Tendenz seiner Politik sehr deutlich Ausdruck. Träte er aufs neue an die Spitze der Regierung, so wäre das nicht nur eine Regierung gegen das Parlament, sondern eine Regierung gegen ' das ganze Volk. Die besserenChancen des Herrn von Schleicher, des Mannes also, der zwar noch nicht mit der Kabinetts- bildung betraut ist aber doch für diesen Auf- trag in erster Linie in Frage kommt, liegen vor allem in seinen recht guten Beziehungen zu den Nationalsozialisten. Man weiß, daß er immer den Gedanken der Her- anziehung der Hitler-Partei zur Verant- wortung vertreten hat. Er mag sich deshalb selbst einem gewissen Optimimus hingeben. Ob er freilich berechtigt ist, steht dahin, auch wenn man die neueste Erklärung des natio» nalsozialistischcn Führers� er weröe, so leid es ihm tue, auch gegen ein Kabinett Schleicher in Opposition treten müssen, imch allen Erfahrungen als auslegungsfähig ansehen kann. Als Gegengabe für ein etwaiges Entgegenkommen im Sinne eines „Waffenstillstandes" winkt den Nazis vor- läufig die Aufhebung des Reichs- kommisfariatsin Preußen und die Aussicht auf die baldige Bildung einer schwarz-braunen Koalition im Preußischen Landtag. Aber auch wenn Hitler zu einem Entschluß kommt, durch den die grundsätzliche Oppo- sition mit der Bereitwilligkeit zu einem vor- übergehenden Waffenstillstand vereinbar wäre, und wenn, wie nach den Erklärungen des Herrn Kaas gegenüber Herrn Schleicher anzunehmen ist, das Zentrum unter gewissen Voraussetzungen grundsätzlich mitmacht, so blieben noch immer die Deutschnationalen. Hugenberg zieht alle Register, um das Papen-System über den Winter hinaus zu retten und es möglichst für alle Ewigkeit zu stabilisieren. Aus diesem Grunde will er natürlich von einem Waffenstillstand nur etwas wissen, soweit ihm dafür ein besonders hoher Preis geboten wird. Cr fordert eine Beteiligung an der Futterkrippe, die, wenn ihr entsprochen würde, der neuen Präsidial- regierung den Charakter einer deutschnatio- nalen Parteiregierung geben würde. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" glaubt sogar schon vor einer DiktaturHugenberg- D i n g e l d e y warnen zu müssen. Eine solche Lösung würde vielleicht im ersten Augenblick durch ihren unfreiwilligen Humor entwaffnend wirken— sie wäre aber natürlich keine Lösung, weil sie das Zentrum seiner Zusage entheben und die übrigen Partner von einer Zustimmung ab- halten würde. Man muß deshalb damit rechnen, daß. wenn es überhaupt zu einem Waffenstillstand kommt, er ohne die Deutsch- nationalen abrollt und sich außer Zentrum und Nationalsozialisten nur die Splitter- Parteien an seiner Geburt beteiligen würden. Sie haben eine Mehrheit, die zur Not für die Ausschaltung des Reichstags bis zum Februar oder März langt. Als Plattform für praktische Politik könnte sie nur schwerlich dienen. Die Atmosphäre bleibt also unter den ob- waltenden Umständen noch unklar und trübe. Vorläufig lautet das Problem: Waffenstillstand mit S ch l e i 6) e r oder neue Reichs- tagsauflöfung mit P a p e n. Vor Mittwoch ist darüber kaum Klarheit zu erwarten. Thüringen„bereinigt" ?rokei»or Bondy gekündigt Der neue thüringische Nazimister will dem Reichskanzler a. D. Pape» als Reichekommissar von Preußen nicht nachstehen und bereinigt auch seinerseits sein Ressort von Sozialdemokraten. Dem Professor Dr K u r t Bondy, Direktor des Iugendgefängnisses in Eisenach ist zum 3l. De- zember d. I. gekündigt worden. Der thüringische Nazijustizminister hat an ihn ein Schreiben ge- richtet, in dem er sich darauf beruft, daß Dr. Bondy- Dozententätigkeit an der Göttinger Universität mit den Interessen de« Iugendgefängnisses in Eisenach und dem Ansehen des Thüringer Staates unver- einbar sei und daß sie außerdem auch der grund- süßlichen Stellung der thüringischen Regierung zum Doppelverdienen widerspreche. Dr. Bondy er- widerte darauf, daß er zwar der Ansicht sei. daß seine Dozententätigkeit dem Iugendgefängnis nur von Nutze» fein könne, daß er jedoch bereit fei, sich für das Sommersemester beurlauben zu lassen: um das Gewissen der thiiringischen Regierung in punkto Doppelverdiener nicht zu belasten, wolle er die 80 M., di e ihm s e i n e D o z'e n t e n- tätigkeit ln Göttingen bringe, dem Fürsorgesonds überlassen. Dem thüringischen Naziminister war es aber gar nicht um das Interesse des Jugendgefängnisses und um die grundsätzliche Einstellung zum Doppelverdienen zu tun. Es handelte sich für ihn nur darum, den Juden und Sozialisten Dr. Bondy aus dem Jugendgefängnis zu entfernen. Da Dr. Bondy aber Sozialist ist und nicht National- f o z i a l i st. ihm das Interesse der Allgemeinheit also vorangeht, so hat er es vorgezogen in der Befürchtung, daß man selbst nicht davor zurück- schrecken würde, da» Jugendgesängni« in Eisenach aufzulösen, um ihn auf diese Weise überflüssig zu inachen, seine Stellung als Direktor des Jugend' gefängnisses aufzugeben und auf diese Weise seine Schöpfung zu retten. Thüringen konnte sich bisher rühmen, die modernsten Gefängnisse in Deutschland zu haben. Zuwachs für yugenberg. Die beiden Abgeord- neten des Württembergischen Bauern- und Wein- gärtnerbundes. Freiherr von Stauffen- b e r g und Haag, und der auf der Lifte des Thüringischen Landbundes gewählte Abgeordnete A b i ch t sind der deutschnationalen Reichstags- fraktion beigetreten. Stimme des Rechts gegen die Ein Richter des Staatsgerichtshofs über den Verfassungsstreit Zum erstenmal hat jetzt einer der Richter des Staat»gerichlshos» zu den über die Entscheidung entstandenen Streitfragen Stellung genommen. Reichogerichtsrat Dr. Schwalb, der selbst Mitglied de» Staatsgerichtshoss bei der Entscheidung war. veröffentlicht in Rr. 48 des„Reichsverwaltung»- blalts und Preußisches Derwaltungsblatt" vom 26. November 1932 eine eingehende Abhandlung. Reichsgerichtsrat Dr. Schwalb weist zunächst den Vorwurf zurück, daß die Entscheidung des STGH. die Mißstände gesteigert habe. Wären nach dem Urteil in der Tat neben der Reichsregie- rung zwei preußische Landesregierungen anzuer- kennen, so wäre diese Dreiheit nicht vom STGH. geschaffen, sondern von der Reichsregierung, die die Verantwortung für den Erlaß der Verordnung vom 20. Juli 1932 trägt. Der angebliche Trialis- mus bestehe aber nach dem Urteil des STGH. in Wirklichkeit nicht. Die Reichskommissare seien keineswegs Landesregierung. Auch bei der Uebertragung der'vollziehenden Ge- walt auf Militärbefehlshaber habe die Landes- regierung stets ihre � Eigenschaft behalten, der Militärbefehlshaber sei nicht zu einem Ersatzorgan des Landes geworden, sondern es sei lediglich ein Teil der dem Lande zustehenden Geschäfte und Befugnisse aus dem Kreise der Landesangelegen- heilen abgelöst und vorübergehend dem Reich übertragen.„Es gibt in Preußen nach wie vor nur eine Landesregierung, das bisherige Staatsmini st eriu m." Die bisherige Form der Zeichnung von Verordnungen durch die Reichskommiffare hält Dr. Schwalb für unzulässig. „Sind"— so schreibt er—,„wie der STGH. ausspricht, die Minister im Amte geblieben und nur die Geschäfte und Befugnisse ihrer Aemter teilweise vom Lande aus das Reich übergegangen, so können al» preußische Minister nur die bisherigen Minister oder deren Beauftragte zeichnen und die auf das Reich übergegangenen Geschäfte nicht unter der Firma von Landesministern, auch nicht von einem „mit der Wahrnehmung ihrer Geschäfte Beaus- tragten" erledigt werden. Noch weniger angängig und völlig irreführend ist es. wenn die Direktoren und Räte der preußische» Ministerien die ihnen von den RKomm. in deren Geschäftsbereich Uberlassenen Unterschriften unter der Firma „Der Preußische Minster" lediglich mit dem Zusatz„im Auftrage" abgeben. Der Rechtslage, wie sie nach den Ausführungen des STGH. ohne Verfassungsverletzung allein hatte geschaffen werden können, entspricht es wohl am ehesten, wenn die RKomm. ihre Verordnungen und Ver- fügungen als BRKomm. für das preußische T-Ministerium erlassend" Auch die völlige Auslösung von preußischen Ministerien hält Dr. Schwalb für unzulässig. „Die Auflösung des Ministeriums greift in gleicher Weise in den Bestand der Landesregierung ein, wie die» feine Enthebung von seinem Amte tun würde. Sie muß daher nach den Ausführungen de» STGH. folgerecht als unzulässig erachtet werden." Die Zuständigkeiten, die in dem Urteil de» STGH. ausdrücklich der Landesregierung vorbehalten wurden, dürfen noch Schwalb nicht eng ausgelegt werden,„vielmehr ist davon auszugehen, daß mit den im Urteil bezeichneten Besugnissen dem Staatsministerium zugleich olle anderen zuerkannt werden sollten, die zu deren sachgemäßer Ausübung unbedingt not- wendig find." Zu der besonders kritisch gewordenen Frage der Ueberlassung von Dien st räumen, Beamten und Akten der Ministerien führt Dr. Schwalb aus: „Bei der Beurteilung der Rechtsfrage ist von dem Zustand auszugehen, wie er bis zum Eingreifen des Reiches bestand, und zu prüfen, welche Aende- rungen an ihm die Verordnung vom 20. Juli 1932 erforderte, wenn sie in dem vom STGH. fest- gelegten Sinne verstanden wurde. Die Art, in der der Reichskommissar seine weitergehende Aus- Flucht aus der Nazipartei Gewaliige Naziverluste bei Gemeindewahlen Am Sonntag haben im bremischen Landgebiet Gemeindewahlen stattgsfunden. Das Ergebnis ist für die Entwicklung der Nationalsozialisten von großem Interesse. Gegenüber dem 6. November haben Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten an Stimmen verloren, wobei der Verlust der Nationalsozialisten weitaus am stärksten ist. Die Sozialdemokraten verloren 3,3 Proz., die Kommunisten 10 Proz., d i e Nationalsozialisten aber 17 Proz. ihrer Stimmen vom 6. November. Die Bürger- U ch e n aber haben gleichzeitig 20 Proz. ihrer Stimmen vom 0. November hinzu gewonnen! Ein erheblicher Teil nationalsozialisttscher Wäh- ler läuft also wieder zu den Bürgerlichen! Seit dem 31. Juli hat sich in Bremen-Land ein völliger Umschwung vollzogen. Das kommt in der folgen- den kleinen Tabelle zum Ausdruck: 27. Nov. 31. Juli Nationals.. 894 1843 Verl. 51 Proz. Bürgerl... 2792 1030 Gew. 71 Proz. Diese Bewegung von den Nationalsozialisten weg zu den Bürgerlichen hin hat auch bei anderen Äemeindewahlen am Sonntag ihre Bestätigung gefunden. Gemeindewahlen im bände Bremen Eigener Bericht des„Vorwärts" Bremen, 28. November Am Sonntag fanden in den 14 Landgemeinden des bremischen Staatsgebietes die Gemeinde- ausschußwahlen statt. Die Wahlbeteiligung betrug 81,5 Proz. gegen 77,8 Proz. bei den letzten Gemeindewahlen im November 1929. Auf die einzelnen Parteien entfielen im Vergleich zu den letzten Reichstagswahlen am 6. November folgende Stimmen: Sozialdemokratie 4100<4307), Nsoz. 894(1191), Komm. 567(634). Alle übrige» Splittergruppen, darunter die Deutsch- nationalen, erhielten zusammen 2792(2313) Stimmen. Die Sozialdemokratie konnte sich ziemlich behaupten. Von den 109 Mandaten, über die sie bisher in den 14 Landgemeinden verfügte. bleiben ihr 91. Die Kommunisten erhalten 8 Mandate gegen bislier 0. Die Nationalsozia- listen erhalten 14 Mandate gegen bisher eben- falls 0. Die übrigen Wohlvorschläge brachten es auf 71 gegen bisher 75. Ltadtverordnetenwahl in Geesthacht Hamburg, 28. November. Die Stadtverordnetenmahlen in Geesthacht hatten bei 86,7 Proz. Wahlbeteili- gung folgendes Ergebnis: Sozialdemokra- legung zur Geltung gebracht hat, war nur aus seiner Annahme zu begreifen, daß er im Wege der Reichsexekution zu veriahren berechtigt sei. Nach- dem ein Vorgehen aus Artikel 48 Absatz l vom STGH. für nicht gerechtfertigt erklärt worden ist, wird die Neuregelung in der zwischen gleichberech- tigten Stellen üblichen Weise zu erfolgen hoben, wie dies auch dem allgemeinen Verhältnis zwischen Reich und Ländern entspricht. Aus diesen Gesichtspunkten wird das Staatsministerium den Reichskommissaren zwar die vorübergehende Be- Nutzung des größten Teils der Diensträume in den Ministerialgebäuden des Landes weiterhin belassen müssen usw. Es wird aber andererseits für jeden ZNinister, für die Sitzungen de» St.-Min.- und für die RR.-Bevollmächtigten geeignete Räume in bisherigen Dienstgebäuden sowie die Zuweisung der erforderlichen eingearbeiteten Hilfsbeamten und Angestellten usw. verlangen können, auch beanspruchen dürfen, daß ihm und seinen Mitarbeitern und Beamten die Benutzung der Mintsteriolakten, soweit sie zur Bearbeitung der ihm verbliebenen Geschäfte notwendig ist, ohne bürokratische Umständlichkeiten ermöglicht wird." > In dem Schlußabsatz seiner Ausführungen betont Lzerr Dr. Schwalb, daß der Dualismus zwischen Preußen und Reich durch die Verordnung vom 20. Juli 1932 nicht beseitigt wird.„Aber," so heißt e? wörtlich,„dies Grundproblem der Reichsreform läßt sich— ohne Staatsstreich oder Revolution— nur auf dem Wege der verfassungsändernden Gesetzgebung lösen, nicht durch Maßnahmen aus Artikel 48 der Reichsverfassung, der ganz anderen Zwecken zu dienen bestimmt ist." Damit ha» einer der am Urteil beteiligten Richter eine außerordentlich bedeutsame Kritik an dem letzten Erlaß des Reichspräsidenten geübt und zugleich die immer noch nicht erfüllten Forderungen des preußischen Staatsministerium» für berechtigt und dem Sinn des Urteils entsprechend anerkannt! t i e 681(856), KPD. 1057(1289), Nsoz. 689(956), Fortschritt urrd Ausbau 322(370), Heimatdienst 180(—). Die Vergleichszisfern sind die Ergeb- niste vom 6. November. Neuwahl in Loldin Soldin(Neumark), 28. November. Nachdem die vorige Stadtverordneten- Versammlung aufgelöst war, haben am Sonntag die Neuwahlen für da» Stadt- Parlament stattgefunden. Es wurden folgende Stimmzahlen erreicht: NSDAP. 1374(letzte Reichstagswahl 1663), Sozialdemokraten 506(677), KPD. 421(536), Heimatliste 856(811). Lahlungsftreik gegen Fürsten Eigener Bericht des„Vorwärts" Stuttgart, 28. November. Der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen, ein selbstverständlich durchaus national gesinnter Herr, ist im praktischen Leben so geschäftstüchtig, daß er darüber vergißt, sozial gesinnt zu sein. Der hohe Herr besitzt im Hohenzollernschen Lande, als dessen„Fürst" er sich noch immer aufspielt, ob- wohl er längst keine Souveränitätsrechte mehr besitzt, umfangreichen Grundbesitz, der zum größten Teil parzelliert und an kleine Landwirte verpachtet ist. Als im vorigen Jahr eine allge- meine Preis-, Miet- und Pachtjenkung eintrat, lieh die fürstliche Verwaltung auch ihren Päch- tern 15 Proz. nach. Neuerdings lehntsie jedoch d e n N a ch l a ß a b. Die Bauern sollen, obwohl inzwischen noch eine Verschlechterung der Lage eingetreten ist, wieder die in früheren Iah- ren gültigen Pachtpreise zahlen. Die Pächter verweigern daher dieZahlung von Pachtzinsen überhaupt. Für Freispruch Bullerjahns Die Verteidigung plädiert für erwiesene Unschuld Im Verlauf seines Plädoyers im Bullerjahn- Prozeß widerlegte Rechtsanwalt Rosenfeld zu- nächst Punkt für Punkt die Indizien des Reichs- anwalts. Er schloß mit folgendem Hinweis: Die fünf Weiser des Herrn Reichsanwalts weisen nicht auf die Schuld, sondern auf die Unschuld Buller- jahn» hin. Sieben andere Weiser ergeben dagegen die Unschuld Bullerjahns. 1. das Ge- sprätiz Salomons mit Jost; 2. das Gespräch Cohns mit Jost: 3. der Briefwechfel Rosenfeld— Jost: 4. die Ayssage Strieders gegenüber Rechtsanwalt Dr. Levy: 5. die Selbstbezichtigung des Bientz: 6. die Aussage de» Zeugen Völlers. Der wichtigste Weiser sei aber die Feststellung über den 23. De- zember, dem Tage, für den Bullerjahn einen voll- gültigen Alibi-Beweis geführt habe. Auch Leut- nant Jost sei am 23. Dezember bis zum späten Abend den ganzen Tag über beobachtet worden Nach der Aussage des Oberleutnants Dühring sollte die Kontrolle, nachdem sie abgebrochen war, am nächsten Tage, dem 24. Dezember, fortgesetzt werden. Daraus habe der Zeuge den Schluß ge- zogen, daß in der Zwischenzeit der Vertreter noch einmal in das Hotel Bellevue gekommen sein muß. Wäre der Angeklagte hingegangen, so hätie er gesehen werden müssen-, ebenso wenn er sich mit Leutnant Jost irgendwo getroffen hätte. Der Verräter vom 23. Dezember muß also ein anderer gewesen sein. Das scheint der wichtigste und durchschlagendste Beweis dafür zu fein, daß Bullerjahn, der der Verräter vom 23. Dezember unmöglich gewesen ist, auch nicht der Verräter der voraufgegangenen Tage sein kann. Der A n g«- klagte ist also unschuldig, und es bleibt nur die Konsequenz, ihn freizusprechen und ihn nach achtjahrelangem Kamps zu rehabilitieren. Eine Freisprechung werde ein Ruhmesblatt in der deutschen Rechtsprechung sein und ein Beweis für die Unparteilichkeit der deutschen Reichsrichter. Hierauf wurde die Verhandlung auf Dienstag vertagt, wo Rechtsanwalt Prof. Sinzheimer das Wort ergreifen wird. Rumänien isoliert K.ein Vertrag mit Rußland Eigener Bericht des„Vorwärts" Bukarest. 28. November. Außenminister Titulescu erklärte in der Kammer, daß die Verhandlungen der rumänischen Regierung mit der Sowjet- union über den Abschluß eines Nichtangriffs- paktes abgebrochen worden sind, da Rumänien nie und nimmer einen Pakt unter- zeichnen könne, der seine Situation gegenüber dem Kellogg-Paktc verschlechtern müßte. Wenn Rumänien die von Moskau vorgeschlagenen Pakt- forme!» angenommen hätte, so wären den renistonistlschen Bestrebungen Rußlands hinsichtlich Bessarabiens Tür und Tor geöffnet worden. Im übrige» hätte die rumänische Regierung keinerlei Einwendungen gegen den Nichlangrifsrpakt Polens mit Rußland zu machen. Titylescu dankte schließlich noch der französischen Regierung füx ihre loyale Vermittlungsattion zwischen Rumänien und Rußland und stellte Frankreich frei, ohne Rücksicht auf Rumänien seinen eigenen Angriff»- pakt mit dem Rätebund zum Abschluß zu bringen. Je sreundschaitlicher sich die Beziehungen Polens und Frankreichs zu Rußland gestalteten. um so besser würden auch die rumänischen Jnter- essen geschützt sein Von einer Bündniskrise zwischen Rumänien und Polen bzw. Frankreich könne keine Rede sein. Der verabschiedete Liebhaber „Pah, dieser schlappe Zivilist! Läßt man ihn heran, dann macht er Ausflüchte. Da bin.ich schon eher für's Militär," = GvttHeiner Ein Vertrauensmann der Junker Der Ministerialdirektor G o t t h e i n e r wurde unter der Regierung der Barone ins Rcichsinnenininisterium berufen. Er vertrat das Reich im Staatsprozeß in Leipzig. Wie er dort auftrat als Vertrauensmann der Re- aklion, ist unvergessen. Der Ministerialdirektor der Baronsrcgie- rung war zuvor Landrat des Kreises I o h o n n i s b u r g. In dieser Eigenschaft war er auch Bor sitzender der Kreis- dank(nicht zu verwechseln mit der noch heute bestehenden Kreissparkasse). Die Kreis- dank brach unter der glorreichen Führung ihres Vorsitzenden zusammen. Als Folge dieses Zusammenbruchs hat der Kreis noch heute etwa 38 OVO M. bloß an Zinsen jährlich aufzubringen. Die Stadt A r p s im Kreis Johannis- bürg hatte sich in den Jahren 1920 bis 1924 gleichfalls in zweifelhafte Kredittransaktionen eingelassen und mußte unter außerordentlich hohen Verlusten im Jahre 1925 l i q u i- d i e r c n. Gegen den verantwortlichen Leiter der Stadtsparkasse Arys, den Bürger- meister Lehmann, wurde ein Diszipli- naroerfahren eingeleitet. In dem am 7. Juni 1932 gefällten U r- teil des Ob erver w alt ungsge- r i ch t s gegen den früheren Bürgermeister Lehmann aus Arys stehen nun folgende, wenig schmeichelhaften Säge für den Ministerialdirektor der„auto- ritären Staatsführun g". Nachdem zuerst als Milderungsgründe auf das Ver- halten der Girozentrale hingewiesen wird, heißt es dann wörtlich: „Vor allen Dingen fällt aber ins Gewicht, daß die Girozentrale selbst— d. h. eine zum Schutz der Kreditinteressen der Aryser Sparkasse in erster Linie mitberufene Vertrauenseinrich- tung—, die für die Beleihung des Rittergutes erforderlichen Mittel der Sparkasse in Kenntnis des Verwendungszwecks anstandslos zur Ver- fügun'g stellte, obwohl sie einerseits die Finanzlage der städtischen Sparkasse in Arys genau kannte, andererseits auch mit den Kreditverhältnissen des Ritterguts Lupken vertraut war." Dem Herrn Ministerialdirektor Gottheiner aber schreibt das Oberverwaltungsgericht fol- gendes ins Stammbuch: „Eine besondere Rolle hat bei dieser Kredit- transaktion der damalige Landrat in Iohannisburg gespielt, der es nach der eid- lichen Angabe de» Kaufmann» Cohn auf eine die»- bezugliche Anfrage der Girozentrole unterlieh, seine schon damals feststehende Meinung, daß die dem Kredit zugrunde liegende Taxe des Ritterguts Lupken zu hoch sei, zum Ausdruck zu bringen, sich vielmehr. auf die Aeußerung beschränkte, es sei zweifelhaft, ob die Sparkasse den Kredit ver- bauen könne. Offenbar hatte der Landrat in Iohannisburg an dem Zustandekommen der Beleihung des Ritter- guts Lupken durch die städtische Sparkasse i n- sofern ein großes Interesse', als die Kreis bank in Iohannisburg gegen Rohrmoser(Lupkens eine rückständige Z i n s f o r d e r u n g von etwa 39 999 Reichsmark hatte, deren Abstoßung durch den Sparkassenkredit ermöglicht wurde. Das ergibt sich schon daraus, daß der Kreisbankdirektor Koch an der Besichti- guivg des Gutes— wenn auch erst etwas später— teilnahm. Die Sparkasse in Arys ist also offen- bar— wenn auch nicht ohne starkes eigenes Verschulden ihrer verfassungsmäßigen Willens- organe— ein Opfer konkurrierender Interessen anderer Kreditin st itute geworden, deren Leiter nach der Ausfassung des Senats an und für sich zur Wahrnehmung des Schutzes der Aryser Sparkasse mitberusen gewesen wären." Hiermit schließt das Urteil über die Giro- zentrale sowie über die Tätigkeit des Herrn Gottheincr ab. Die Stadt Arys sitzt in Schulden, die die Bürgerschaft nicht zu tragen vermag, weil die Leiter konkurrierender Kreditinstitute auf Kosten der städtischen Sparkasse Arys die Schäfchen ihrer Institute ins trockene brachten. Gottheiner aber ist heute Ministerial- direktor im Kabinett der Baronsretzierung Papen. Er hat durch seine Landratstätigkeit zur Zeit der„Befahigungs"- an Stelle der „Parteibuchbeamten" erwiesen, daß er der geeignete Mann ist. Referent für Ver- fassungsfragen im Reichsministerium des Herrn v. Gayl zu fein! Hitler gegen Hindenburg „>Vie lange noch?" Auf seiner stillen Heimreise nach München und Berchtesgaden hat„der Fuhrer" in Weimar Halt geniacht, um in einer Mitgliederversammlung noch einige Komplimente für den Reichspräsidenten zurückzulassen. Nachdem er von der„entsetzlichen Not, die heute überall im ganzen Reichs zu finden sei"— doch nicht im Kaiserhof?— gc- sprachen hotte, führte er nach dem„Angriff" aus: „Der Herr Reichspräsident hat mm über siebe» Jahre regiert. Das Ergebnis seines Denkens liegt vor uns. Ich weih nicht, wie lange man das alles nach fortzusetzen gedenkt. Noch sieben Jahre? Es ist möglich, daß die Ratgeber, die den Herrn Reichspräsidenten be- raten, dann noch dieselben sein werden, als kleine Insel in der Wilhelmstraße in Berlin. Aber das deutsche Volk ist dann ver- kommen: und ich sehe nicht ein, warum solcher Ratgeber willen eine ganze Nation zu- gründe gehen mutz." Nachdem er die Wirksamkeit des Reichspräsiden- ten in dieser vornehmen Weise charakterisiert hatte, erklärte er sich bereit, in drei bis vier Monaten seinem Rufe wieder Folge zu leisten. Er nennt das„gradlinige Politik"! Drei Pfeile auch in Frankreich. Eine Pariser Abteilung der sozialistische» Partei hat eine Werbe- karte herausgegeben, die die drei Pfeile trägt und sie als Sinnbild bezeichnet für„Pro- paganda, Erziehung, Erholung". Die Karte kostet einen Franken. Die rechtsbürgerliche Regierung Norwegens hat das Einrcisegesuch Trotzkis abgc- lehnt. Zapan greift weiter. Nach einer chinesischen Mit- teilung sind japanische Offiziere nach Tibet abgereist. titdee bfl'jfyarette'Ber&w! Ihre überragende Qualität hat die Raucher- herzen im Sturm erobert! Die Zahl ihrer Freunde stieg von Tag zu Tag.„Lande- Auslese" ist heute die beliebteste 4-Pf.- Zigarette Berlins! Morgen aber wird ihr Freundeskreis noch grösser sein, weil sie die prämiierte Mischung enthält und den Packungen neuerdings noch die entzückenden Atlasstoff-.Bilder mit unseren Film- Lieblingen beigefügt werden. DE AUSLESE mmdtfmdd�lkm&MueUßerm� Prachtalben mit 200 Filmstar-Biographien zu beziehen durch die Fachgeschäfte I Krise und Krankenversicherung kärmakmen um die Hälfte gesunken Die gesetzlichen Krankenkassen M. pro Monat: für Länder mit ermäßigtem Druetsachcnporto 4,65 M. Bei Ausfall der Lieferung wegen höherer Gewalt besteht kein Anspruch der Abonnenten auf Ersatz./ Anzeigenpreise: Die einspaltig- Millimclcrzeiic 30 Pf.. Acklamczeile-l.50 M..Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Pf., jedes weitere . S'' laut Tarif. Worte über 15 Buchstabe» zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. ssamilienanzeigcn Millimetcrzeile 16 Pf. 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Täglich 8Vi Uhr e M|l| hl W# von Marcel Pagnol ■#« le i« T Deutsch von Bruno Frank— Regie: Heinz Hilpert Dorsch, Tiedtke, Valeni, Siedel, Ver- hoeven, Stein, Almas ?rut£ Sonnt, naebm. 3 Uhr dill. Preise •".ui" CflSind- THEATER � Lothringer Strafe 37, ii i nur an inniiiiiniin ihm ii in in ii iiiiiiiiiiimi um iiirut iiiiiiiiiiii i> Aach Sonntag 4 Uhr Nur noch wenige Aufführungen Die liebe blüht in Werder Volksstück mit Gesang und Tanz Für die Ueser Gutschein 1— t Personen, Parkett 0.50, Fauteuil 0.75, Sessel 1.25 M. Deutsches Theater Weidend. 5201 Heute geschloss Donnerstag, 8 Uhr Premlere Harmonie von FranzMolnar Inszen. Max Reinhardt Kammerspieie Täglich 8 Uhr Letzte SVorstellnngen ffldtaet Krämer von Cerbart Hauptmann Klopfer, Melzer, Priesest, v Platen, Kaiser, Liebeneiner Renaissance- in Steinpl. 6730 Täglich 8>/> Uhr Ueber 225 x Truppe 1931 Die mauseiaiie Hittw.uSannabl(Uhr Schneewittchen lessing-ineaier Täglich S1/« Uhr GreteMosheim Oskar Homolka in Pygmalion Stettiner Sänger Reichshallen-Theater 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. meiodie des GidcHs und das November-Programm Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich 8'/. Uhi Oer Seratiiiaurloh Katharina B. B. B. Bendows Bunte Bühne Kottbusscr Straße 6 Oberbau m 3500 früher„Elite- Säuger" .Hier können Familien Kaflee kochen' T9I.814 ü Smt. Mdm. 3Vt Preise von 50 Pf. an Theater im Admfralspaiast Merkur 9901 Täglich 81.'» Uhr Hans Albers Liliom fflnfeente im � Vorwärts sichern iörfolg! Schiller Bismarckstr.(Knie) Steinpl.(Cl) 6716 814 Zum 4S. Male Robert und Bertram Alfred Braun, Paul Heidemann, SentaSÖneland Stg. 4 Dez. llVs Lilerarisilies Malinn Zeitungsnotizen von E Kalkowska DI. 6» Dez. 4 Uhr Alfred Braun Dr.Dolittlis Meataiier Kleine Preise T h e a r e t Deutsches Künstler-Th Nürnberger Str. Tel. Bavaria 6466 Tägl 8V1 Uhr Leopoidine Konstantin in; Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck, Gebühr, Brionne, Wolle. Pfcha Komödientiaus Schiffbauerdamm 25 D 2 Weidend. 6304-05 8*4 Uhr Kasimir und Karoline ifletropoi-meaier ■ Täglich 8<;< Uhr| Srißi Massary Eine Frau, die weiß, was sie willl KabarettfurAlle Willi Scliaetlers Homberger Str SO 4 Uhr Täglich 2x 9 Uhr Du Sensation eile Kaban�Frogramm Abendpreise 1— 3 Mk. Nachm. Gedeck 1,25 jeden Sonnabenc 1 1' Uh r: Wachtvorstellui mj '"Cl Rose- Theater 7 tri« Fragkfuftti Strafe 132 hl. Wildiil- 1 3422 8.13 Uhr Der Zigeuner« beron Haben Sie den„Villiger" jetzt versucht? Villiger- Raucher wissen, daß dieser Stumpen etwas Apartes an sich hat. Ueberzeugen Sie sich aber selbst. 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In einer solchen Lage befand sich z. B. die unweit Kottbus liegende, durch ihre grohe Textil- induftrie bekannte Stadt Forst in der Lausitz, Die Stadt liegt an der Reihe, einem allgemein ruhigen und ungefährlichen Flühchen, das sich aber nach Wolkenbrüchen, die in dem Gebiet seines Oberlaufs niedergehen, in einen reihenden Strom verwandelt und die Stadt Forst wiederholt gefährdet hat. Das bisherige Fluh- bett war nicht imstande, die Wasiermassen auszu- nehmen. Die niedrig gelegene Stadt wurde über- flutet. Grohe in den Kellern der Fabriken lagernde Rohmaterialien und Fertigfabrikate wurden verdorben. Der Schaden war ungeheuer Eine Möglichkeit, das Fluhbett aus städtischen Mitteln zu regulieren, bestand nicht. So kam die Stadtverwaltung, in der auch s o z i a l d e m o- kratischer Einfluh stark spürbar ist, auf den Gedanken, diese dem Allgemeinwohl dienende Arbest im freiwilligen Arbeitsdienst ausführen zu lassen. Es gilt, nicht weniger als 17 5 9 9 9 Kubikmeter Boden zu bewegen. Das be- deutet einen Erdwürsel von 56 Meter Länge, 56 Meter Breite und 56 Meter Höhe, oder den Rauminhalt von 35 Berliner vierstöckigen Miets- Häusern. Die Arbeiten werden von zwei ge- schlossenen Arbeitslagern des freiwilligen Arbeits- dienstes ausgeführt. Das eine von diesen Lagern mit einer Gesamtbelegschaft von 13 4 Jugend- l i ch e n wird von der Gauleitung Berlin- Brandenburg des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold durchgeführt, es steht unter der Oberleitung des Gauvorsitzenden, Käme- roden Neidhardt, und des Gausckretärs, Kameraden Richard K ü t e r, und untersteht der unmittelbaren Beaussichtigung des Lagerleiters Georg R ö s f e l e r und des Sportleiters Berthold L i n d n e r. Die Berliner sozialistische und republikanische Presie hatte jetzt Gelegenheit, das Lager zu besichtigen. 134 junge Menschen, zum allergröhten Teil aus der märkischen Niedcrlausitz, sind hier zusammen- gekommen. Es herrscht selbstverständlich Ordnung und Disziplin. Regelmäßiges Aufstehen und Zu- bettgehen. Fünf Tage wird gearbeitet, täglich sechs Stunden. Vier Stunden gehören dem Sport und der geistigen Ausbildung. der Rest der Ruhe und der Freizeit. Der sechste Tag, der Sonnabend, ist arbeitsfrei und dient der Instandsetzung der Arbeitsgeräte und der eigenen Sachen. Die Verpflegung wird täglich von der lobenswert geleiteten Forster Volks- k ü ch e geliefert. Außerdem ist eine Goulasch- kanone da zum Kochen von Kartoffeln, Suppen, Kaffee und Sondergerichten. Untergebracht ist die Gruppe in einer massiven ehemaligen Scheune, die zeitgemäh ausgebaut und hergerichtet ist. Alles ist sehr einfach, fast primitiv, aber äuherst sauber und zweckmäßig. Jeder Jugendliche hat einen kleinen Schrank. Dah jeweils, zur Raum- ousnutzung, zwei Betten übereinandcrstehen, macht der Jugend nichts aus. 29 Wochen, also nahezu süni Monate, kann sich der Jugendliche hier aus- halten, länger nicht. Und nun kommt etwas, was der Auhenstehende zuerst unbegreiflich findet. Die allermeisten mögen, wenn die Zeit um ist, nicht weg. Die Gemeinschaft, die Kameradschaftlichkeit hat sie so gepackt und'zusammengeschweißt, die Aussicht. wieder in dos trostlose Milieu der körperlich und seelisch ausgeriebenen, zerrissenen Familie zurück zu müssen, vor den Arbeitsämtern, an den Straßenecken, auf den Plätzen wieder herumzu- zustehen, schreckt sie dermaßen, daß sie dieses einfache ober ordentliche und nach sozialen und gesund- heitlichen Grundsätzen geregelte Leben allem anderen vorziehen. Eines sei ausdrücklich betont: Es gibt nichts, was nach Kaserne und Drill riecht. Morgens, wenn die Gruppe auf dem Hof steht, wird die schwarzrotgoldene Fahne gehißt, abends wird sie eingeholt und 134 Augen- paare heften sich an das Tuch, das Symbol eines sreien sozialen Volksstaates. Als der Gauleiter, Kamerad Neidhardt, einige Worte zum Gruß sprach, war es mäuschenstill, aber als er der Schar eine mitgebrachte Spende ankündigte, war der Bann gebrochen und helle Zurufe, frohes Lachen, Scherze, waren mit einem Male überall. Man gewann die Ueberzeugung: Diese Jugend ist bei uns, bleibt bei uns, wirbt für uns, arbeitet, wirbt und kämpft aber auch für sich und ihre eigene und damit für eines freien Deutschlands Zukunft. ■■■- v v ii «... sM...*****£?■?" Wehn des Srehtilllgen Xelchsbaimer ArbeilsdienUes in Sorjl i.«I. X. Der gute Kamerad Zwei Schupos vor Gericht Am 19. Juni ging durch die Presse eine kurze Notiz über einen trogischen Vorgang im Hauie F r i e d r i ch st r. 119. Die Polizeibeamten L. und H. hatten ihren Kameraden M. in der Vermutung, einen Einbrecher vor sich zu haben. durch drei Kugeln tödlich verletzt. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen L. wegen fahrlässiger Körperverletzung, gegen H. wegen fahrlässiger Tötung. Gestern standen beide vor der Strafkammer des Landgerichts I. Tief ge- drückt: M. war nicht nur ihr Kamerad, er war auch H.'s bester Freund. Aus seiner Waffe kamen aber die drei tödlichen Kugeln. Wie hatte sich das Ganze zugetragen? Eine Frau stößt gegen 5 Uhr nachmittags in ihrer Wohnung auf Einbrecher. Sie alarmiert die Polizei: drei Beamte eilen zum Tatort. M. soll am Hintereingang den Posten beziehen, L. und H. durch den Vordereingang in die Wohnung ein- dringen, Sie stehen da und lauschen. An ihr Ohr schlägt ein Geräusch. Aha, die Einbrecher! „Polizei, öffnen oder wir schießen." Keine Ant- wort. Ein Schreckschuß. In der Wohnung laut- lose Stille. Was haben die Einbrecher vor? Lauern sie etwa auf den Augenblick, um von der Dienstvorschristen überschritten: es jei nicht er- forderlich gewesen, sofort scharf zu schießen. H. sei zu sechs, L. zu zwei Monaten Gefängnis zu verurteilen. Das Gericht sprach beide frei: Sie hätten wohl im Rahmen ihrer Befugnisse gehandelt. M.'s Tod sei nicht mehr als die Verkettung unglückseliger Umstände. Der tragische Vorgang am 18. Juni im Hause Friedrichstr. 113 sollte aber nicht nur für diese beiden Beamten für alle Zukunft ein« Warnung sein, allzu voreilig von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Schußwaffe Gebrauch zu machen? Drei Beamten- kugeln durchschlagen die Tür. Ein Körper schlägt auf den Boden aus: ein Röcheln, die Beamten öffnen die Tür, vor ihnen liegt M. von drei Kugeln durchbohrt. Wieso war er zur Zielscheibe seiner Kameraden geworden? Das erfuhr man von ihm selbst, kurz vor seinem Tode im Krankenhaus. Er fand den Hintereingang offen, mit aller Borsicht betrat er die Wohnung, sie war leer. Die Einbrecher hotten sich ver- slüchtigt. Das Geräusch an der Eingangstür rührt« von ihm. Wie sollten seine Kameraden dos ahnen? Sie wähnten ihn auf dem Posten an der Hintertür. M. hörte die Warnung: Poli- zei, öffnen oder wir schießen. Er rief zurück. Ernst, i ch bin das! Die beiden Beamten hatten das überhört. Der Schreckschuß versetzte M. in einen Schockzustand, er war weder imstande,«inen Laut von sich zu geben, noch sich vom Platz zu bewegen. Im nächsten Augenblick trafen ihn die drei Kameradenkugeln. Hatten die beiden unglückseligen Schuposchützen im Rahmen ihrer Dienstvorschriften gehandelt? Ihr Vorgesetzter sagt« vor Gericht: Ja. Der Staatsanwalt sagte: Nein. Sie hätten die Todesschuß in Notwehr Bhitixer Zwischenfall in der Brockensammlungr 3n den Räumen der Brockensammlung in der Acker st rahe 52 im Norden Berlins spielte sich gestern am frühen Nachm'ttag ein blutiger Zwischenfall ab. 3m verlause eines Handgemenges wurde der 2b 3ahre alte Karl Merkte von einem Kriminalbeamten des zuständigen Polizeireviers durch einen Schuß niedergestreckt. Schwervertehl wurde M. ins nahegelegene Lazaruskrankenhaus übergeführt, wo er bald nach seiner Einlieserung gestorben ist. M. hatte in der Brockensammlung einen jungen Mann mit einer Pistole bedroht. Der Bedrohte lief zum Polizeirevier und bat um Schutz. Ein Kriminalbeamter wurde daraufhin nach der Ackerstr. 52 entsandt. Um möglichst wenig Aushebens von der Sache zu machen, wurde Merkle in das Büro bestellt. M. übersah aber sogleich die Situation und zog einen Trommel- revoloer. Der Beamte schlug ihm die geladene Waffe sofort aus der Hand. Jetzt wurde M. gegen den Beamten tätlich und versetzte ihm einen schweren Fausthieb gegen den Kopf. Zlls der Kriminalbeamte einige Schritte zurückwich, griff Merkle erneut in die Tasche und erweckte damit den Anschein, daß er noch eine zweite Pistole bei sich trage. Mit der rechten Hand in der Hosen- tasche drang M. abermals auf den Beamten ein, der nun feine Dienstwaffe zog und seinen Gegner durch einen Brusffchuß niederstreckte. Die Per- letzung war so schwer, daß M. einige Zeit später im Krankenhaus starb. Ueber das, was dem Zusammenstoß mit dem Kriminalbeamten vorhergegangen war. wird jetzt folgendes bekannt: Vor wenigen Tagen war der Landarbeiter Merkle aus Württemberg nach Berlin gekommen und fand in dem genannten Heim Asyl. Gestern früh traf dort eine Postkarte sür ihn ein, die ihm von außeryalb nachgeschickt worden war. Eine Anzahl junger Leute teilt« ihm darauf folgendes mit:„Laß dich gar nicht wieder bei uns sehen! Wir sind alle froh, daß wir dich los sind." Merkle trank nach Empfang der Karte, anscheinend aus Wut, in einem Lokal mehrere Glas Vier und kam dann ins Heim zurück. Ander« Heiminsassen, die die Karte auch gesehen hatten, rückten von Merkle ab, weil sie nach der Karte annehmen mutzten, daß mit ihm etwas los sei. Als dann M. mit einem Heiminsassen in Streit geriet, entwickelte sich alles weitere wie geschildert. Die Notwehr des Kriminal- beamten, der von dem sich wie wild gebärdenten Merkle fortgesetzt angegriffen wurde, scheint ahne Zweifel zu sein. „Akten und Menschen." Am Dienstag, dem 29. November, von 19.45 bis 29.15 Uhr sendet die „Deutsche Welle" ein Dreigespräch mit dem Titel „Akten und Menschen". Angestellte aus Berliner Wohlfahrtsämtern werden über ihre persönlichen Beziehungen zum Publikum berichten. Die inter- essante Sendung wird einen Einblick in das Ar- beitsleben der Wohlfahrtspflege gewähren. iflfc«ceAcS&g#» xutdjpmeAsve&eSSbueAe*. weil wir wissen, dal} sie mit unserer guten 100 prozentig zufriedengestellt werden. Geschmack und Bekömmlichkeit bleiben stets das Entscheidende, niemals aber Zugäben wie Wertmarken, Gutscheine und Stickereien, eu f die Jeder Kenner verzichtet. Leistung+Sach|ichkeit= Juno! Bergmanns Ende Vier Tage Todeskampf In? R e d e n s l ö z der D e l b r ü ck- Z e ch e bei Hindenburg war seit Donnerstag der Füller W o i t h o w s k i eingeschlossen. Am Freitagabend mar er bis auf die von einer mächtigen Stein- platte eingeklemmten Füße freigelegt. Bevor ihn die Rettungsmannschaften befreien konnten, ist er gestorben. Wir haben über das Bergwerksunglück bei Hindenburg berichtet, dem außer dem jetzt Ver- ftorbenen noch vier Bergleute zum Opfer gefallen sind. Die Tragödie der Arbeit, die sich in Hindenburg abgespielt hat, ist besonders er- greifend. Die Rettungsmannschaften hatten in tagelanger unermüdlicher Arbeit ihren Kumpel Woithowski nahezu aus dem Gewühl von prasseln- den Felsstllcken und zusammenbrechenden Balken befreit. Nur noch die Füße waren gefesselt. Man arbeitete... man arbeitete fieberhaft. Die Rettungsmannschaft, die auf einem Umgehungs- wege dieser grausamen Steinplatte nahekommen wollte, glaubte bereits in allernächster Nähe des Verunglückten zu sein. Die Männer hatten in der bröckligen Kohlenschicht mit einem Draht vorge- fühlt und meinten, die Beine ihres Kameraden bereits in etwa einem halben Meter Entfernung gefühlt zu haben Sie drangen weiter vor. Jetzt muß es doch glücken, jetzt sind wir doch am Ziel! Und dann: Gerade als sie der Ueberzeugung waren, ihr Rettungswerk mit Erfolg beendet zu haben, traf sie die erschütternde Nachricht, daß der Bergmann Woithowski gestorben war. Noch gestern abend waren dem Verunglückten zur Stärkung Wein und Aepfel gereicht worden, die er auch zu sich nahm. Auch sonst waren alle Sicherungsmahnahmen getroffen worden, so daß zum mindesten sein Oberkörper nach menschlichem Ermessen außer Gefahr schien. Aber der Blutver- lust aus den Füßen des Festgeklemmten muß so stark gewesen sein, daß Herzschwäche eintrat und zum plötzlichen Tode führte. Vielleicht nur eine Dreiviertelstunde hätte daran gefehlt, und der Bergmann Woithowski wäre befreit worden! Die Rettungsmannschaft hat den noch Lebenden nicht bergen können. Sie arbeitet jetzt daran, die vier Toten, die noch unten liegen, zur Oberfläche zu schaffen. betreffenden Tage aus der Wohnung seiner Eltern, ohne mit einem Wort zu sagen, was er vorhabe. Seitdem hat ihn niemand mehr gesehen Da der Schüler auch mit seinen Eltern im besten Einvernehmen lebte und man keinen Grund für sein Verschwinden findet, sind die Angehörigen aufs äußerste besorgt. Die Kriminalpolizei hat bisher nach dem Schüler vergeblich geforscht Tragödie um einen Arzt Ltarrkrampiba-Ülen eingespritzt Aus Hamburg wird über einen Selbstmord- versuch eines Arztes berichtet, der vielleicht einzig dastehend ist: Der Leiter des Laboratoriums Räte- Enoch, Dr. Ensch, hat sich wirksame Slarr- krompfbazillen eingespritzt. Man rechnet mit seinem Tode.- Dr. Enoch sollte auf Grund schwerster Vor- würfe verhaftet werden. Er wird beschuldigt, Heil- mittel hergestellt zu haben, die er unter Um- gehung der gesetzlichen Kontrolle verschickte. Die Bleiplomben der Packungen soll er mit einer eigenen Plombenzang« gefälscht haben. Der In- halt der Packungen soll, so sagt die Anzeige, nicht vorschriftsmäßig hergestellt gewesen sein und den Patienten schwersten Schaden zugefügt haben. Weiter soll Enoch Fleisch von Pferden, die für Impfversuche benutzt waren und dann verreckten, verkauft haben. Dieses Fleisch, so heißt es, sei von ihm als für menschliche Ernährung geeignet be- zeichnet worden. Als man zur Verhaftung Dr. Enschs schreiten wollte, fanden die Kriminal- beamten den Arzt in besinnungslosem Zustand vor. Man entdeckte an seinem Arm eine kleine Wunde. Die sofort eingeleitete ärztliche Unter- suchung führte zu der Feststellung, daß sich der Arzt selbst eine Starrkrampfinjektion beigebracht hatte. Enoch wurde ins Hamburger Hafenkrankenhaus übergeführt: fein Zustand gilt als hoffnungslos. Tob in der Feuerwehrwache Im Wachrauin der Feuerwehr in Britz er- eignete sich gestern«in tragischer Vorfall. Der 40 Jahre alte Oberfeuerwehrmann Gottlob G a i r i n g aus der Chausseestraße S3 in Britz wurde plötzlich von heftigen Herzkrömpfen befallen und sank leblos auf seinem Stuhl zusammen. Der sofort hinzugerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Der Beamte stand genau 13 Jahre im Dienst der Feuerwehr und war bei seinen Kollegen und Vorgesetzten wegen seiner Tüchtig- keit und seines kameradschaftlichen Verhaltens außerordentlich beliebt. Der Verstorbene hinterläßt Frau und drei unmündige Kinder. fomuniimstiscker Geheimsender Der kommunistische Geheimsender, der vor einiger Zeit unerlaubte Propaganda trieb und jetzt etwa vierzehn Tage hindurch nicht mehr ver- nehmbar war, hat am Montagmittag zwischen !42 und 2 Uhr nach Beobachtungen, die in ver- schiedenen Berliner Stadtteilen und auch in der Umgebung Berlins von Funkhörern getroffen wurden, feine illegale Tätigkeit wieder aufgenom- wen. Die Nachforschungen der Polizei und der Funküberwachungsstelle des Reichspoftzentralamts haben bisher zu einer Entdeckung des Geheim- fenders noch nicht geführt. In wenig Worten In ihrer Wohnung in der Ruppiner Str. K in Berlin N versuchten sich gestern der 36 jähr ige Hausdiener Fritz Riemer und seine um ein Jahr jüngere Frau Anna durch Gas zu oergiften. In bedenklichem Zustande wurden beide von der Feuerwehr ins Virchow-Krankenhaus gebracht.— Aus noch unbekannten Gründen vergiftete sich der 13 Jahre alte Wilhelm W. in der Wohnung seiner Eltern in der Tauroggener Str. 44 in Charlotten- bürg durch Gas. Als die Feuerwehr kam, war der junge Mensch bereits tot * Das Berliner Kammergericht verurteilte den Arbeiter Paul Grzeskowiak wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse zu vier Iahren Zuchthaus. Der Verurteilte hatte Beziehungen zu polnischen Nachrichtenstellen angeknüpft. * Der Berliner Firma Herpich u. Söhne sind Nerz-, Biber- und Persianerfelle im Werte von 60 000 M. gestohlen worden: sie hat auf die Wiederbeschaffung der Sachen eine Belohnung von 6000 M. ausgesetzt. * In der Tilsiter Straße in Breslau wollte ein Verkehrsomnibus einem vorschriftswidrig fahrenden Radfahrer ausweichen, fuhr gegen den Chausseestein und schlug um. Der Radfahrer wurde dennoch überfahren und getötet. Elf In- fassen des Omnibus wurden zum Teil schwer ver- letzt. * Der bei dem Umfall auf der S e i l s ch w e b«» bahn auf den Schauinsland in Freiburg t. Br. am Sonnabend schwer verletzte britische Staats- angehörige Willi Kühlenthal aus London ist am Montag gestorben. Damit hat der Unfall drei Todesopfer gefordert. * Ein Motorradfahrer aus Wehrheim im Taunus fuhr in voller Fahrt gegen eine Dresch- Maschine. Bei dem Zusammenprall wurde der Benzintank des Rades zertrümmert, der Inhalt des Tanks ging in Flammen auf und der Fahrer, der unter das Rad gekommen war. verbrannt«. Ammer wieder Giftgas Panik in der Universität Halle Halle. 28. November. In einem Hörsaal des Physiologischen Instituts der Universität Hall« ereig- net« sich kurz vor Beginn der Vorlesung ein auf- regender Vorfall. Als man damit beschäftigt war. einige Stahl- flaschen, in denen sich noch Reste von Phosgen befanden, oersandfertig zu machen, wurde ein« Flasche aus ungeklärter Ursach« undicht. Das außerordentlich giftige Phosgengas, das, wie erinnerlich, vor einigen Jahren auch in H a m- bürg ein entsetzliches Unglück herbeigeführt hatte, strömte aus und verbreitete sich sehr schnell im Hörsaal, der von den Studenten fluchtartig ver- lassen wurde. Der Feuerwehr, die mit schwerem Gasschutzgerät vorging, gelang es, das Ventil ab- zudichten und so jede weitere Gefahr zu befestigen. Gesundheitlichen Schaden hat niemand erlitten. Das I n st i t u t ist für den ganzen Tag g«- schloffen worden. Seine Wiedereröffnung wird von einer Nachprüfung abhängig gemacht. Gegen die SchulreaMon Im Plenarsitzungssaal des Reichswirtschaftsrats fand vom Landesverein der Preußischen Gewerbe- und Handelslehrerschaft eine Kundgebung gegen die Zerreißung des beruf- lichen Schulwesens statt. Der Vorsitzende S i e l a s f wies die schweren Gefahren nach, die in der Verordnung zur Vereinfachung und Ver- billigung der Verwaltung vom 29. Oktober 1932 enthalten sind, durch die u a. wichtige Zweige des beruflichen Schulwesens mit ausgesprochenem Fachschulcharakter, vom Ministerium für Wirt- schaft und Arbeit abgetrennt und dem Unterrichts- Ministerium zugewiesen worden sind Folgende Entschließung wurde angenommen: Die Teilnehmer an der öffentlichen Kundgebung des Landesvereins der Preußischen Gewerbe- und Handelslehrerschaft gegen die Zerreißung des be- ruflichcn Bildungswesens erheben schärfsten Ein- spruch gegen die durch die preußische Vermal- tungsreform geschaffene unhaltbare Zer- splitterung aus dem Gebiete des be- ruflichen Bildungswesens. Sie fordern die unverzügliche Wiedereinbeziehung der an das Unterrichtsministerium abgegebenen Handelshoch- schulen, Höheren Fachschulen für Frauenberufe und Haushaltungsschulen in den Verwaltungs- bereich des Ministeriums für Wirtschaft und Ar- beit, wo sie mit den dort verbliebenen Berufs- schulen einer selbständigen Schulabteilung zu unterstellen sind. Im Lehrervereinshaus hielten die Reichsverbände der deutschen Lehrer- und Lehrerinnenschaft unter dem Vorsitz von G. W o l s f eine Kund- g e b u n g ab gegen den Abbau der akademischen Lehrerbildung. Der Vorsitzende führte aus, daß, als die Nationalversammlung die akademische Lehrerbildung beschloß, ein großer pädagogischer Enthusiasmus einsetzte, der Erfolge errang. Und auch heute muß der Not zum Trotz gearbeitet werden, um produktive Kräfte freizubekommen.' In Baden und Thüringen ist die Bildung schon zurückgeschraubt worden, jetzt soll das gleiche in Preußen geschehen. Eine Entschließung der Versammelten richtet an das deutsche Volt und die deutsche Oeffentlichkeit die dringende Mahnung, sich schützend vor die gefährdete Lehrer- b i l d u n g zu stellen. Es gilt, alle Kräfte dafür einzusetzen, daß die gemäß Artikel 143 der Reichs- Verfassung in deutschen Ländern geschaffenen Formen der Lehrerbildung ttotz der Wirtschaft- lichen Nöte der Zeit erhalten bleiben. Di« Bil- dung der breiten Volksmassen, von der in weitestem Maße der wirtschaftliche Wiederaufstieg und der geistige und sittliche Hochstand des deut- schen Volkes abhängt würde aufs schwerste be- einträchtigt werden, wenn statt eines fachdien- lichen weiteren Ausbaues der seit 1922 geschaffenen Einrichtungen für die Lehrerbildung eine Ver- kümmerung oder gar ihre Beseitigung eintreten sollte. Die hierauf abzielenden Bestrebungen sind um so unverständlicher, als Sparsamkeitsgründe für die Zerschlagung der neuen Lehrerbildung, deren Kosten, wie wiederholt nachgewiesen ist, er- heblich geringer sind, als die der früheren Se- minarbildung, nicht geltend gemacht werden können. Gymnasiast verschwunden! Wieder emmal wird das Verschwinden eines Gqmnasiasten bekannt. Es handelt sich um den löjährigen Obertertianer Reinhart Lange aus der Mariannenstraße 29 in Lichterfelde-Ost. Der ISjährige, ein sehr begabter Junge, dem auch von seinen Lehrern das beste Zeugnis aus- gestellt wird, ist seit dem 14. November spurlos verschwunden. Reinhart L. entfernte sich an dem (ja# der Bremm Wie und morgen! /lefornia Qaßgeräte QixU Qaeqeräbs fertl�jan:• fWomaixn-lBerke Qaöhfirde Qaßkocher Junker u.?Uih#.Q. QtxßkocKer Qaßherde Junkerö QöBbadeöfen iW frei�iBo�erbereilfiz Küdienimader Back-Brat-and Dünßtapparate •RüppersibuHcK Qapkoch-und(Kleizapparate "Weurer-Promethßub (Maller Qae gerate Progaö "Deutßche Qaßgeräte Qeßelißchaft Borlin Gz. Neue-frißdridiötr. 109 fernruf. Gs.�(upfergi'abea 0013 svML durch alle Jr$ialkteuiߣiBemuaren-und #on$tigen fachqeöchäffö mit dem gasaq� EICHEN Schaufensterstiirmer Steine gegen Zeitungsfilialen In den gestrigen Abendstunden wurden aus dem W e d d i n g, aus dem Gesundbrunnen und in Neukölln zahlreiche Schaufensterscheiben der Zeitungsfilialen von Ullstein und Scherl durch Steinwürfe zertrümmert. In einem Falle wurde am Hermannplatz sogar eine Licht- reklame zerstört. Nach den bisherigen polizeilichen Feststellungen handelt es sich bei den Fensterstürmern zweifellos um Kommunisten. Die Wurlgeschosse waren mit rotem Tuch umwickelt, in denen sich Zette! mit der Aufschrift befanden: „Nieder mit dem Verbot der„Roten Fahne"!" Die Täter konnten sämtlich entkommen. Da die „Aktionen" in den verschiedenen Stadtteilen zur gleichen Zeit vor sich gingen, scheint es sich um eine vorbereitete Angelegenheit zu handeln. Zoooo Mark veruntreut Betrug an Großschlächterei Umfangreich« Durchstechereien bei den Groß- Schlachtwerken von Rudolf Hanta in der Brau- Hausstraße in Weißensee sind jetzt aufgedeckt worden. Der Ungetreue ist ein SZ Jahre alter Schlächtermeister Bernhard Brase aus der Zelterstraße, der nach seinem eigenen Geständnis in den letzten 2% Jahren etwa 30 000 Mark veruntreut hat. Brost steht seit über 20 Jahren mit der Firma Hanta in Geschäftsverbindung. Er hat dort auch als Geselle gelernt. Ihm wurde die Berkaufs- stelle auf dem Viehhof übertragen. Als durch die Ungunst der Zeit und dadurch, daß vor Jahren ein« zwefte Verkaufsstelle dort eingerichtet wurde, seine Einnahmen zurückgingen, verfiel er zunächst auf die Idee, durch Wetten einen Ausgleich zu schaffen. Er kaufte sich unter anderem auch ein Rennpferd. Not der Waisen >VaUenhau5-l�eiter im Rathaus Unter Teilnahme von Vertretern der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden, der Jugend- Pflegeorganisationen und der Jugendgerichte be- gann im Stadtverordnetensitzungssaal des Berliner Rathauses die erste Tagung der Arbeitsgemein- schaft der Waisenhausleiter. Nach den Begrüßungsansprachen, darunter der des Bürgermeisters Elsas im Namen der Stadt Berlin, hielt Direktor Würtz vom Oskar-Helene- Heim den ersten Vortrag über das Thema„Waisen in Not— im Spiegel der Pädagogik". Er be- tonte, daß die Waisen einer besonders gearteten Fürsorge bedürfen, die nicht mft der Fürsorge- erziehung und ihren besonderen Aufgaben ver- wechselt werden darf. Er wandte sich deshalb vor allem gegen die Verordnung vom 4. November, die ausschließlich von finanziellen, aber nicht von päd- agogifchen Gesichtspunkten ausgehe und daher schwerste Gefahren für die moderne Waisen- erziehung in sich berge. NewTiorhoSradKMe Not unter den Erwerbslosen New Dort, 28. November. Der Winter setzt in diesem Jahr ungewöhnlich früh ein. In New Jork sank das Thermometer in der letzten Nacht bis auf 10 Grad unter Null. Zwei Erwerbslose wurden erfroren aufgefunden. Die privaten Hilfsorganisationen, wie z. B. die Heilsarmee, teilen mit, daß alle Wärmehallen und Notquartiere bis zum letzten Platz besetzt sind, viele Tausende können keinen Unterschlupf mehr finden. Man rechnet für den Winter mit furchtbarem Elend. Die nach dem warmen Süden fahrenden Leerfrachtzüge nehmen Zehntausende von Erwerbslosen mit. Der Winter stürm hat im Schiffsver- kehr zu großen Verspätungen geführt. Mehrere Ozeandampfer, darunter der Lloydampfer„Stutt- gart", kamen mit halbtägiger Verspätung an. Sturm über England London, 28. November. Während des Sonntags und in der Nacht zum Montag wütete ein st a r k e r S t u r m über Nord- und Mittelengland der teilweise eine Stunden- geschwindigkeit von 110 Kilometer erreichte. Der Dampfer„Britannic" traf erst mit 24 Stunden Verspätung in Liverpool ein. An einigen Stellen in Schottland kam es zu Schneestürmen, die den Verkehr teilweise sehr stark behinderten. Bei Jnvernes mußten 12 stecken gebliebene Kraft- wagen von den Insassen verlassen werden, die ihre Reise zu Fuß fortsetzten. Amerika von heute. Vom Dienstag, dem 23. November, ab, läuft im Planetarium am Zoo der Großfilm„Amerika von heute". Wir sehen New Jork und Chikago, die beiden Riesen unter den amerikanischen Großstädten, dann Boston, Detroit, Pittsburgh und schließlich auch die Haupt, stadt Washington. Der Film behandelt auch die brennenden Bevölkerungsfragen der Juden, Chi- nefen. Japaner und der Neger. Die Borführungen finden täglich, außer Montags, um 3, ö, 7 und 0 Uhr statt. Casino-Theater: Die Liebe blüht in Werder. Diesmal hat Vater Berg aber entschieden einen allzu tiefen Griff in die Mottenkiste getan. Es soll damit nicht gegen das Volksstück zu Felde gezogen werden, im Gegenteil, das hat gerade in diesem Theater seine berechtigste Bleibe. Bloß es darf nicht allzu antiquierter" Kitsch geboten werden, wie ihn dieser Herr v. d. Becke uns serviert. Solch Gemansch von veilchenblauer Romantik und knüppeldick aufgetragener„Urwüchsigkeft" lehnen wir ab. Den einzigen Lichtblick in diesem finsteren Lokalkolorit bot die tesse Stubenpflanze Guste(Nelly Schmelter), die mit wirklich ur< wüchsigem Humor ihr Quadratschnäuzchen in Schwung setzte und ihrem Liebsten bei einem mehr als forschen Rixdorfer als Partnerin assistierte. Ansonsten gab � es Gartenlaubcnromantik vom schlichten Mädel aus dem Volke, das hoch hinaus will. Ewald Fister als kefser Tischlermeister, Else Müller als das hochhinausstrebende Bachstelzchen (huch nein). Edich Litzek als frecher Stift am bro- delnden Leimtopf taten ihr bestes. Eine gute Type Angela Scherrer als schwäbelndes Haus- faktotum. Photo-Zahreskarte des Zoo. Einem weügehen- den und oft geäußerten Wunsch der Amateur- photographen entsprechend, führt der Zoologische Garten vom 1. D e z« m b e r d. I. ab eine Photo- Dauerkarte«in, die für ein ganzes Jahr zu photo- graphischen Liebhaberaufnahmen im Zoo berech- tigt und zum Preise von S M. im Verwaltungsbüro des Zoologischen Gartens, Budapefter Str. 9, zu haben ist. Die Einrichtung der Photo-Erlaub- nisscheine für je 50 Pf., die nur für den jeweiligen Zoobesuch gelten, bleibt bestehen. Neue kaisenstunden bei der Bewag. Infolge Arbeitszeitverkürzung werden die Kassen der Bewag Mittwoch und Sonnabend um 12 Uhr, die übrigen Büros Mittwochs und Sonnabends um 13 Uhr geschlossen. Aus der Partei Willem Hubert vliegen ist letzchin 70 Jahre alt geworden. Er gehört zu den Pionieren der hollän- dischen Arbeiterbewegung. In seiner Jugend Buch- drucker. wurde Vliegen bald einer der führenden Parteijournalisten. 190g bis 1915 gehörte er der Zweiten Kammer. 1917 bis 1921 der Ersten Kammer an, seither wieder der Zweiten Kammer. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Im Laufe des Tages Eintrübung, aber oermullich noch kein Regen. Nachts kalt, tagüber weiterhin mild.— 3n Deutschland: Im Süden und Osten Wetterbesserung, im Nordwesten Bewölkungszunahme und aufkommende Regen- neigung. Märchennachmitiage veranstaltet der Hausdienst der Berliner Städtischen Gaswerke Akt.-Ges in diesem Jahre. Mit und ohne Be- aleitung dürfen die Kinder kommen. Spiel und Tanz der Märchenaussührung„Hellas Wechnachts- wünsch" erleben und zugleich das Entstehen duften- der Weihnachtskuchen beobachten. Die Eintritts- karte zum Preise von 25 P. gewährt das Anrecht auf eine Tasse Kaffee und Kuchen oder ein Glas Bier. Am Mittwoch, dem 30. November, findet im„Kriegervereinshaus", N. 39, Chaussee- straße 94, die Aufführung beider Spiele statt, und zwar beginnt das Märchenspiel„Hellas Weih- nachtswunsch" nachmittags 4.30 Uhr und das Stück „Achtung! Wir drehen einen Film" um 7.30 Uhr abends. Eins Acihuachtssreude für«0 Pfennig ist ein Elückslos der Arbeiterwohlfahrt, die am 20. und 21. Dezember b. 3. 135 516 Gewinne und zwei Prämien im Gesamtwert« von 150 000 Reichsmark ausspielt. Der Hächstgewinn ist«in eingerichtetes Landhaus. Die Hauptgewinne find Landhäuser und Wochenendhäuser im Werte von 5000 bis 20000 Reichsmark. Wer Bargeld wünscht, kann 00 Proz. des Wertes seines Gewinnes in bar bekam- m e n. Jeder kauf« stch noch heut« für 50 Pfennig ei» Los der Arbciterwohlfahrt. ei" k0Sten V,e te�fnrn0' flotte' . und"\caun � stönnte-tet besser � er tür 2 c. {abe�en*",r sttl *anteb fa*f dessen � �Äre. würden�eRat� Oronleiutr. 40 Arn Oranienplatz KönigstroOe 33 Wilmersdorf orstr. 108 Aabhf. Alaxandarplotz An Bahnhof CharloHanburp Nachdruck von Won und Bild verboten! Das obige Angebot steht ihnen ab Dienstag zur Verfügung — Schriftliche Bestellungen künnen leider nicht berüchr ich tigt werden! "HewutyilMeK fUl ts a&w&suH,--- daß unser Sonderverkanf in kompletten Schlafzimmern und Einzelmöbeln nur noch bis zum 1. Dezember dauert Kompl' Tochter- u. 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Wir haben die traurige Pflicht zu ertüllen, das unerwartete Ableben unseres ehemaligen I.Vorsitzenden und Bezirksleiters Ludwig Hodapp mitzuteilen 37 Jahre hat unser Freund und Kollege die Geschicke der Ortsgruppe Berlin des Verbandes der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter und dessen Vorläufer als Vorsitzender und Bezirksieifer mit seltener Tatkraft und Umsicht im Interesse der gesamten Mitgliedschaft geleitet, bis ihn ein Schlaganfall zwang, schweren Herzens frühzeitig seine Pensionierung zu beantragen. Leider war es ihm nicht vergönnt, die wohlverdiente Ruhe des Altenteils zu erleben. Einmal aus den Sielen herausgerissen, wollte die alte robuste Gesundheit nicht mehr wiederkehren. Ganz plötzlich erlag unser Freund am Sonnabend, dem 26. November, im 64 Lebensjahr einem Herzschlag. Mit Ludwig Hodapp verliert die Berliner Brauerbewegung einen ihrer Mitbegründer. Die Berliner Brauereiarbeiter wissen am besten, was er für sie in zäher Autbauarbeit geleistet hat. Aber auch allen anderen Sektionen war er ein treuer Berater und Führer. Ludwig Hodapp ist nicht mehr. Wir aber werden sein Andenken stets in Ehren halten und sein Lebenswerk weiter lortlühren. Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 30. November, um 16,30 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Wir bitten um rege Beteiligung lür den lieben Kamptgenossen. Das Verbandsbüro bleibt am Tage der Einäscherung ab 12 Uhr geschlossen. Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter Ortsgruppe Berlin und Gau III Brandenburg I. A.: R. Schulz C, Hetzschold '»'■ VV-.. Xsl.,;•,**/■«#-'V■• •■.V'• 1'»;%'..y-V Einsendunge» für diese Rubrik sind verlin SW 68, Lindenstraße 8. parteinachrichten �Mfür Groß-Berlin stets an da» Beztrissekretaria. 2. Hof. 2 Treppen recht», zu richten Dem Senastcn Heinz Freier, wohnbast Vberschöneweide, Edisonftr. 49, Mitglied der 198. Abteilung lObcischöncwcidc), geboren 25. Februar 1915, ist sein Partcimitgliebsbuch mit Funttianärlartc gestohlen worden. Bei Auftauche» der Papiere sind diese sofort dem Bczirtsverband zurückzuführen. Beginn aller Veranstaltungen 1914 Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 1. Kreis. Mittwoch, 39. November, 16U Uhr, Besichtigung der Gcrhart-Haupt- mann-Ausstellung. Trcfspunkt Platz der Republik 4. 9. Kreis. Mittwoch, 89. November, 18 und 29 Uhr, Filmabend. Karten sind bei den Bczirksfllhrern oder an der Abendkasse»och zu haben. Achtung, Bozirksfllhrcr! Abrechnung 39. November, bei der Borstcllung. 4. Kreis. Heute. 17 Uhr, iiii Altersheim Danziger Str. 62, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder.„Erlauschte Geheimnisse aus der Tierwelt", Referent! Melitz. Musikalische Unterhaltung: Mikol. 9. Kreis. Mittwoch, 39. November, 29 Uhr, Sitzung des Krcisvorstaudes mit den 1. und 2. Abteilungsleitern und den Abteilungskassierern im Viktoria- garten, Äiihclmsaue 114. 29. Kreis. Donnerstag, 1. Dezember, Zusammenkünfte erwerbsloser Parteimit- glieder an solgenden Stellen: Reinickendorf. Ost in der Schule Hoppcstraße, 15 Uhr. Borträgcnder: Hans Fuhrmann. Tegel: Jugendheim Schöneberger straße 8, 15 Uhr.„Iustizkriie", Referent: Dr. W. Lewinski. Wittenau: Jugendheim Neue Schule, 16 Uhr. Vortragende: Friede! Hall. Rcinicken- dorf-West: Volkshaus, Scharnweberstr. 114, 15 Uhr. Vortragende: Elsriede Wollmann. 18. Abt. Heute wichtige Vorstandssitzung bei Sachse, Lindower Str. 26. 25. Abt. Mittwoch, 30. November, 29 Ubr, Zusammenkunst jüngerer Partei. Mitglieder im Jugendheim Schönlanker Str. 11, Baracke 6.„Möglichkeiten der Sozialisierimg". 29. AM. Die Rechtsauskunftsstelle bcsindci sich jeden Sonnabend ab 8. Dczem, der beim Genossen Keil, Meuerbeerstr. 7, vorn 2 Tr., Leiter: Rechtsanwalt Genosse Dr. Bub, von 15'« bis 16!i Uhr. Zt. Abt. Mittwoch, 89. November, 29 Uhr, Zusammenkunft jüngerer Partei. Mitglieder bei Weiß. Bornbolmer Str. 1.„Die Partei vor' neuen Aus- gaben". Referent: Hans Lehnert. Z8. Abt. Achtung, Bezirksfübrer! Mittwoch, 89. November, Sammellisten in Emoiang nehmen und fehlende Abrechnungen des Notopsers beim Genossen Donichke unbedingt erledigen. 9»a..Abt. Mittwoch, 39. November, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder in der Halle am Hufeisen.„Wirtschastsprogramm", Referent Genosse Neu- mann. 19t. Abt. Freitag, 2. Dezember, Mitgliederversammlung bei George am Bahn- hos Treptow.„Die Partei vor neuen Ausgaben", Referent: Dr. Rud. Breitscheid. M. d. R. 194. Abt. Mittwoch, 39. November, 29 Uhr, Sitzung der Funktionäre bei Pamp, basselwerderstr. 12. Die Mitglieder der Wohlfahrtskommisstonen werden gc- beten, daran teilzunehmen. Zrauenveransialkung. 143. Abt. Mittwoch, 39. November, 29 Uhr, Frauenadend bei Schmischke, Waid. mannstr. 4.„Politik im Einkaufskorb, Referent wird im Frauenabend bekanntgegeben. Arbeifsgemeinschaft der kinderfreunde. ! Ausstellung„Kinder helfe» Kindern". Helfer als Mitarbeiter : wollen sich möglichst umgehend in der Zentrale melden. Erwünscht: ,»» �ü'chlcr, Plakatmaler, Dekorateure. WTO Die„Sozialistische Erziehung" ist abzuholen. 1/ ,M M Prenzlauer Berg, Abt. Freiheit und Hermann Müller: Hcute, MMLW!7'/t Uhr, Jugendheim Sonnenburacr Str. 29, Sitzung des Festaus. ausschusses. 18 Uhr daselbst Arbeitsabend für die Solidaritäts- aktron. Morgen, Mittwoch, 16� Uhr, Bhf. Schönhauser Tllee, Tressen zum Besuch der izasperlevoistcllung. Donnerstag Arbeitskreis der Roten Falken bereits um 19%. Uhr an bckanntcr Stelle. Krcnzberg: Heute, 29 Uhr, Kreishclsersitzung, Borckstr. 11. Alle Helfer müssen erscheinen.— Bastellrcis: Der Bastcllreis kommt morgen, Mittwoch, an bekannter stelle zusammen. Steglitz: Kreishelfersttzung Donnerstag. 29 Uhr, dieser Woche in allen Gruppen soziales Basteln.- Heim Albrechtstraße. In Albrechtstraße: Freitag, OOG OO OLNN er bringt keine Erhöhung der Grundgebühr oder eine Zählermiete mit sich. Schöne Kränze liefert preiswert Blumen-Meier Prenzlauer Allee 222 Tel. Humboldt 0652 GlnlajcWig für den 30. Novbr. 1932 Krieger-Vereinshaus N 39, Chausseestraße 94 NACHM. 4-30UHR törilinarhtMi�ri�cli EIN MÄRCHEN INABILDERN E I NTRITT FREI! ABENDS 7-30 UHR CnxJituing.tim cbuihm. dncn9lfm! L'N, LUSTIGES SPIEL _ MUSIK IN 6 BILDERN EINTRITT SSPFS- dafür KAFFEE und KUCHEN oder 1GLAS BIER GRATIS VERLOSUNG HAUSDIENST der GASAG 17 Uhr, Heim Albrechtstr. 47.— Lichterfelde: Freitag, 17 Uhr, Schule Ring- lc 3.— Lankwitz: Donnerstag, 16 Uhr, Schule Echulstraße. 'bt. Köpenick: Jung» und Rote Falken Mittwoch Ausspracheabend, an- ;end Volkstänze. Reinickendorf, Gruppe Reinickendorf-Ost: Heim Baracke Lindauer Straße. Nestfalken Montag und Donnerstag 15� bis 17� Uhr. Rote Falken Montag und Freitag 17�4 bis 19% Uhr.— Freie Scholle: Heim Egidystraße. Nestfalken Dienstag und Freitag 15% bis 17U Uhr. Rote Falken Dienstag und Freitag 1? bis 19�. Uhr. Wittenau: Heim Neue Schule, Hauptstraße. Nestfalken Diens» tag 17 bis 19 Uhr. Rote Falken Montag und Freitag 17 bis 19 Uhr.— Donnerstag 17—19 Uhr.— Waidmannslnst: Heim Schule Äurhausstraße Mon 9 Uhr Tegel, Epaecke(Radfahrt). Sterbetafel der Groß-Dertiner Partei-Organisation U. Abt. Unser alter braver Genosse Paul E ch i f f k e ist im Alter von 66 Jahren verstorben. Ebre seinem Andenken! Einäscherung Donnerstag, 18 Uhr, Krematorium Baumschvlenweg. 18. Abt. Unser Genosse Franz Frank. Lübecker Str. 24, ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Beisetzung hcute, 14 Uhr, auf dem Johannis.Friedhof in Plötzensee. Rege Beteiligung wird erwartet. 93. Abt. Unser Genosse Gustav Kohl, Zeitzer Str. 1—2, ist im Alter von 57 Jahren verstorben. Ehre seinem Andenken! Beisetzung erfolgt am Dienstag, 29. November, 181h Uhr, im Krematorium Baumschule Beteiligung erwartet der Vorstand. lenweg. Rege Alsxnndsrplstr bleue Königttr.43 iitfunqs Dnbiiii j u UeKInmrmarkm Wfiflr vif.) Anfang, Mitte und End der Ehre Entspringt allein aus guter Lehre. (S c b. Braut, 1458—1521.) 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Auriergraben 2274. weist gut Wunsch Verkaufsstellen gern nach. WilKtt Du nie erkälte! sein- nimm/ '/T\ m Gute Bilanz des West-Elektrotrusts Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk zahlt 5 Proz. Dividende Das größte deutsche und europäische Strom- vcrsorgungsunternehmen. die Rhcinisch-Westfälische (klcktrizitätswerkc A.-G.(RWE.), das mit einem Eigen- und Fremdkapital von SSO Millionen ütfk. arbeitet, wird für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr(931/32 die gleiche Dividende von 3 Proz. wie im vorhergehenden Jahre zahlen. Betricbsgewinne und Zinsen sind nur unwescnt- lich aus 60 gegen 68,6 Mill. Mark gesunken und auch der Reingewinn liegt mit 10,7 gegen 11,1 Mill. Mark nur unwesentlich unter dem Stande des Vorjahres. Er würde infolge der er- heblichcn Einsparungen bei den Verwaltungs- kosten noch höher liegen, wenn nicht die Ab- schreibu ngcn auf die Werksanlagen im Be- richtsjohr noch um 2,4 auf 27,8 Mill. Mark heraufgesetzt worden wären. In der Bilanz erscheinen eigene Betriebe mit einem Zuwachs von 78,2 auf hisgesamt 743,7 Millionen Mark, worin sich das gigantische Aus- maß dieses Unternehmens zeigt. Bon diesem Zu- wachs entfallen allein 61 Mill. Mark auf die Ilebcrnahme der Anlagcwcrte der Bergischen Elektrizitätswerke G. m. b. H. und mehrerer angeschlossener Werke. Die Anlagewerkc dieser Unternehmungen sind zu ihrem Buchwert auf dem Konto eigene Betriebe angesetzt, zugleich aber die entsprechenden Abschreibungen auf der Gegenseite der Bilanz vom RWE. vorgenommen worden, so daß siäz einschließlich der normalen Ab- schreibungen auf die übrigen Anlogen in.szöhe von 27,8 Mill. Mark die Gcsamtabfchreibun- g c n jetzt auf 276,1 Mill. Mark erhöhen Die gesamte Stromabgabc dieses riesigen Ver- svrgungsunternehmens betrug im letzten Gc- fchätsjahr rund 3 gegen 3,25 Milliarden Kilowattstunden. Die nutzbare Stromabgabe betrug 2,14 gegen 2,44 Milliarden Kilowattstunden, von denen auf Kraft- ström 2,0 gegen 2,30 Milliarden Kilowattstunden und auf die Lichtabgabe 130 gegen 143 Millionen Kilowattstunden entfallen. Während also Kraft- ström und Lichtstromabgabc einen erheblichen Rückgang erfuhren, stieg der Absatz an 5) aus- h a l t-s st r o m um mehr als SO Proz. Also auch bei dem RWE. erweist sich der kleinabnehmcr als stärkste Stühe in der Krise. Um so eher sollte endlich mit der stiefmütterlichen Behandlung der Kleinabnehmer bei der Festlegung der Stromtarife für den Haus- Haltskonsum Schluß gemacht werden. Trotz erheb- licher Kostensenkungen durch Lohnabbau und �eicti8t>-tnli mul2 �urück�aklen Die Dcvisenvorrätc der Reichsbank haben sich in den letzten Monaten etwas erhöht, und zwar etwa um 40 Millionen. Die Verlängerung des ausländischen Notenbankkredits der Reichsbank im Betrag von 90 Millionen Dollar war im Sonnner auch unter der B c- d i n g u n g erfolgt, daß die Reichsbank weitere Abzahlungen(außer den bisherigen 10 Mil- lionen Dollars) leistet, wenn ihre Devisenbestände zunehmen. Die Frankfurter Zeitung" meint, daß daraufhin im Dezember eine neue Abzahlung fällig sei, die immerhin einige Millionen Dollar ausmache. Matcrialoerbilligung hat das RWE. feine Haus- Haltstarife nur unter Bedingungen ermäßigt, die für den kleinen Mann überhaupt nicht in Frage kommen. Es wirkt wie ein Hohn auf die arme Bevölkerung, wenn das RWE. feinen Strompreis von 15'A auf 8 Pf. je Kilowattstunde ermäßigt, daran aber die Bedingung knüpft, daß der ganze Haushalt auf elektrischen Stromverbrauch ein- gestellt und der Mindest oerbrauch ISO Kilowattstunden pro Monat beträgt. welcher Arbeilcr und Anzestellle könnte sich einen Mindestverbrauch an Strom in höhe von 12 M. pro Monat leisten? szicr sollten sich die Vertreter der Kommunen im Aufsichsrat mit der gleichen Energie für die Jnter- essen der Verbraucher einsetzen, wie die privat- kapitalistischen Interessenten es verstehen, bei den Abschlüssen van Kraststromlieferungen besonders günstige Bedingungen für sich durchzudrücken. LcWartzkopff saniert Starker Umsatzrückgang Die Berliner Maschinenbau A.-G. vorm. L. Schwartzkopff hat auch das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 1931.32, wie bei der Ent- Vor dem Stcltincr Gericht wird seit einer Woche der Bauhüttenprozeß verhandelt, der in weiten Kreisen berechtigtes Aufsehen erregt. Dem Buchstaben nach, der bekanntlich tötet, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Leiter der Bauhütte für Pommern G. m. b. H., dem Stadtrat Lück, erheben müssen. Wenn der Geist aber zu entscheiden hat— und wir hoffen, daß dieler Geist entscheidet—, dann muß der Rcichswirtschaftsministcr eingreifen und dem Stettincr Prozeß ein Ende machen. So nur kommt die deutsche Justiz ans einer bösen Pora- grophenklemme heraus und das Reichswirtschafts- nnnistcrium an einer noch böseren Blamage vorbei. Wie kam es überhaupt zu der Stettincr Ge- richtsverhandlung? Im Juni dieses Jahres, als die Wellen des Wahlkampfes hochgingen, brachte der nationalsozialistische.Angriff" in Berlin eine seiner üblen Wahlbomben. Der sozialdemokratische Stadtrat Lück vom Verband sozialer Baubetriebe habe Gelder nach dem Ausland verschoben. Die Sozialdemokratische Partei stehe vor einem Skandal, der„noch größer sei als der Barmat-Skandal" Die ganze Angelegenheit wurde so dargestellt, als ob der Verband sozialer Baubetriebe eine Deoisenschiebergesellschaft für und im Auftrag der Sozialdemokratie sei. Die Stettincr Slaatsanwaltschast hat dann in dieser Angelegenheit gegen die Bauhütte für Pommern G. m. b. H. Anklage erhoben. Was ist nun an dem Skandal, der„noch größer ist als der Barmat-Skandal"? Wicklung der Wirtschaftslage nicht anders zu er- warten war, wieder mit Verlust abgc- schloffen. Es ist dies das dritte Verlustjahr für die Schwartzkopf A.-G., die als eine der führen- .den Lokomotivunternehmungcn in Deutschland schon früher in die Krise geriet als der aligc- meine Maschinenbau. In diesen drei Jahren hat Schwartzkopff 3,61 Millionen an Verlusten aus- weisen müssen, die bisher allerdings durch die außerordentlich hohen Reserven— der Reservefonds betrug 7,3 Millionen Mark, also fast 50 Proz. des Aktienkapitals— gedeckt werden konnten. Trotz der weiteren Geschäftsschrumpfung scheint aber Schwartzkopff nach und nach sein Gleich- gewicht wiederzufinden, denn der Verlust im letzten Geschäftsjahr beträgt nur noch 970000 M. gegen 3,4 Millionen im vorhergehenden Jahr, lim das Kapital den stark gesunkenen Umsätzen an- zupassen, schlägt die Verwaltung eine Sa- n i e r u n g durch Zusammenlegung des Kapitals im Verhältnis 2:1 auf 7,8 Millionen vor. Dieser Vermögensschnitt bringt die Umsätze wieder in ein einigermaßen normales Verhältnis zum Aktienkapital des Unternehmens. Im letzten Jahre betrug der Umsatz nur noch zwei Drittel des Vor- jahres und sogar nur zwei Fünftel des Geschäfts- jahrcs 1929 30. Schätzungsweise dürfte also der Umsatz bei Schwartzkopff nur noch 10 bis 12 Mil- lionen erreicht haben. Wir geben hier kurz und knapp den wirklichen Sachverhalt wieder und halten uns dabei im wesenlichen an die Darstellungen, die die im Stettiner Prozeß vernommenen Sachverständigen Professor Garbotz von der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Generaldirektor Dr. Kemper von der staatlichen Bau- und Bodenbank in Berlin und der Reichsbank- oberinfpektor M a f u ch gegeben haben: Die französische Regierung stellte seinerzeit rund 12 Milliarden Franken, etwa 2 Milliarden Mark, für Bauzweck« zur Verfügung. Aber die französische B a u i nd u st r i e, die stark verallet ist, und etwa auf dem technischen Stand von vor 40 Jahren steht, konnte den An- sordcrungcn eines solchen Rissenauftrags nicht nachkonnnen. Sie sah sich ini Land der technischen Rationalisierung, in Deutschland, nach Hilfe um. Co kam die Bauhütte für Pommern G. m. b. H. zu den jetzt vor dem Stettincr Gericht verhandelten Bauaufträgen in La Rochelle(Frank- reich). Die Stettiner Bauhüttenleute wollten ihren in der Krise stilliegenden Arbeitsapparat ausnutzen und in Frankreich, was dann auch geschehen, Geld verdienen, um neue Bauten in Pommern sinan- zieren und ihre Angestellten und Maurer be- schäftigen zu können. Professor Garboh und Generaldirektor Dr. Kemper stehen aus dem Standpunkt, daß der Wert der Bauprojekte in La Rochelle für die deutsche Wirtschaft außerordentlich hoch zu veranschlagen sei. Der G c w i n n— heute fließen schon von diesen Gewinnen monatlich 300000 M. noch Deutschland— werde rund 4 Millionen Mark betragen, während das von der Bauhütte für Pommern G. m. b. H. zur Zlnkurbelistrg ouf- zubringcnde Kapital mir 400 000 M. ausgemocht habe. Die Bauhütte sei durch die französischen Austräge in die Lage versetzt worden, ihren Stettincr Betrieb ausrecht zu erhalten, Bauten in Pommern zu finanzieren und der Arbeitslosigkeit aus dem Boumarkt zu st e u e r n. Die beiden pronünenten Sachverständigen haben sich voll und ganz für das von der Bauhütte Pommern G. in. b. H. übernommene Geschäft eingesetzt, wie sich jeder für dieses Geschält einsetzen muß, der objektiv und wirtschastlich denkt. So hat aber die Bürokratie bei der Devisen bewirt schastu n gs st elle leider nicht gedacht, als die Bauhütte für Pommern von ihr die Genehmigung zur Ausfuhr der für die Ankurbelung der französischen Projekte notwen- digen 400 000 M. einholen wollte. Vor dem Gericht in Stettin hat allerdings der Reichsbank- oberinspektor Masuch erklärt, hätte die Devisen- bewirlschaftungsstellc damals das Geschält so übersehen, wie das heute der Fall ist, dann, ja dann wäre es nicht zur Anklage gekommen und die nachträgliche Genehmigung sei angebracht! Jetzt, nachdem Lück durch den Kot geschleiit und als Devisenschieber verleumdet worden ist, nachdem die Nazis aus einer Angelegenheit, die nur im Interesse der deutschen Wirtschast liegt, Wnhlbomben gegen die SPD. fabrizierten. Daß der Leiter der Bauhütte sür Pommern G. m. b. H., der sozialdemokratische Stadtrat Lück, unschuldig und grundlos vor den Richtern steht, daran ist nicht zu ziveifeln. Aber die Bauhütte für Pommern hat(ob sie davon wußte oder nicht wußte, das ist die zweite ent- scheidende Frage, die das Gericht intcrcfsicrt) Markbeträge ohne Genehmigung der Devisen- bewirtschastungsstelle nach Frankreich ausgeführt und damit gegen strenge Deoijeiwerordnungen verstoßen. Der Steltiner Staatsanwall hat sicher gegen seine innere Ueberzeugung'Anklage erhoben. Auch er wird die„Assäre" der Stettincr Bauhütte, wirtschaftlich und moralisch betrachtet, in Ordnung finden. Aber tote Paragraphen zwangen ihn zur Zlnklagecrhebung. Wir halten es für selbstverständlich, daß der R e i ch s w i r t s ch a f t s m i n i ft c r sich nicht den Paragraphen ausliesert. Das Reichs- wirtschaitsministerium wird gut daran tun, wenn es die Genehmigung für die Ausfuhr der 400 000 M. noch nachträglich erteilt, mit denen die Stettiner Bauhütte in, Auslande für jede Mark 10 Mark für die deutsche Währung»» reserve oerdient hat. I�euer Verlust bei Opel Die von dem ainerikanischen General-Motors- Konzern aufgekaufte Adam Opel A.-G. in Rüsselsheim veröffentlicht jetzt reichlich spät ihren Jahresabschluß von 1931. Auch dieses Geschäfts- jähr erforderte wieder einen Verlust von 3,37 Millionen Mark, womit sich der Gesamt- v e r l u st auf IS, 3 Millionen erhöht. Nach dem Geschäftsbericht haben die neuen 1,8 Liter-Tppen für Personen- und Lieferwagen guten Absatz gefunden. 40 Proz. des Gesamt- absatzes dieser Wagenklasscn(1,2 bis 2 Liier) ent- fielen auf dem deutschen Markt auf Opelwagen. Bei den kleinen Lieferwagen bis zu X Tonnen konnte Opel seinen Anteil im Berichtsjahr von 41,9 bis auf S7,3 Proz. steigern. Zum Bauhüttenprozeß Der Reichswirtschaftsminister muß eingreifen Mengenabgabe vorbehalten Fleisch • Verkauf soweit Vorrat• Preise nur Dienstag und Mittwoch» Kalbskeule. PM. von 0,58 Schweinebauch o.BIg,, Pfd. 0,70 Rückenfett bratt., Pfd. 0,66 Rinderleberfriech Pfd. 0,78 Rinderbacken.. Pfd. 0,34 Hammelvorderfl.Pid.v.0,54 Fische Kabliau gr.,o.K„ i.Gi.,Pld,v. 0,22 Käse und Fette Wurstwaren S4e I a c h s gr.p.K., I.Gz,.Ptdv. 0.22 Schellfisch ni.K.i.G:.,Pfd.v.0,22 Rotbars..... Pfd. von 0,18 Kabiiaufiiet ,,..Pfd. 0,38 Räucherwaren TilsitervoU(ett....Pfi 0,68 Edamer«O"/,..... Pfd. 0,72 Holländer 40'l„...Pfd. 0,72 Stang.-KäsetM5.20%Pfd.O,42 Hai zer Käse..... Pfd. 0,25 Bratenschmalz.. Pfd. 0,50 Bücklinge....... Pid 0,22 Schellfisch..... Pfd. 0,28 Sprotten......... Pfd. 0,32 Oelsardinen 3 Dosen 0,88 Fettheringei.Ti)iii.,jDs. 0.65 G«wörx-,Senfgurk. Ds. 0,68 Lebensmittelzusendungen von 5,00 M. an Obst und Gemüse Mettwurst Br5ch*.Art,Pfd. 0,84 Fleischwurst..... Pfd. 0,78 Dampwfwurst..Pfd. 0,75 Cervelot, Salami Pfd. 1,C8 Nuss-Schinken..Pfd. 1,24 Speck miger..... Pfd. 0.96 Kolonialwaren Weisse Bohnen Pfd 0.12 Eierbandnudeln Pid 0,36 Linsen............ Pfd. 0,14 Sultaninen....... Pfd. 0,26 Viktoria-Erbsen Pfd. 0,18 Kaffee........ Pfd. von 1,90 Amerik. Äpfel a Pfd. 0,65 Kochäplel....... Pfd. 0,15 Mandarinen... Pfd. 0,22 Koehbirnen...2 Pfd. 0,25 Rot-, Weiss- und Wirsingkohl...3 Pfd. 0,10 Konserven VjDoee Karotten in Streifen 0,28 Junge Erbsen fein... 0,88 Jg. Erbsen mlttelfein 0,68 Kartoffeln 10 Pfd. von 0,24 Mark. Rübchen 4 Pfd. 0,15 Grünkohl....... Pfd. 0,04 Möhren........ 3 Pfd, 0,10 Sellerie.......... Pfd. 0,05 Vi Dose Leipziger Allerlei.. 0,70 Konsummischung a- getr. Erbsen....... 0,36 Jung.Schnittbohnen0,42 HaSeil rei.tr.n.ansBew. Pfd.v 0,E8== — Suppenhühner«Än 0,72 W Eliten irisch........Pfd. von Q,78= Gänse frisch....... Pfd. Ton 0,75 W H Rosenkchl......... 2Pfd 0.25 W W Margarine....... 3 Pfd. 0,74 W H Lets.Karpfen...Pfd. von 0,80 W Üjy KaSSler mild...... Pfd. vor 0,70 U Suppenfleisch Pfd. vor 0,48[ Ü Schmorfleisch„ 79 B — Keule ohne Knochen..Pid. top Vy I£• W Kalhskamm nd von 0,48 W Wollwaren Damen-Pullover reine Wolle/ mit farbigen Einsäfrcn, ver- ä /IC schicdeneAusführunflen u. Qualitäten/ Stück.iS/"V*9 Damen-Pullover. rein# Wolle, modern# streifen....... StOek Q/rSj Damen-Strumpf e Bemberg- Kunstseide feines, weiches Material/ gut verstärkte* Florsohle.............................. Paar■ Flor- Kunstseide plaltiert, D« u»nlr u mpf, in med#rn#n A Jf g rarb#n................................ Paar t/*T ij Trikotagen Damen-Schlüpfer Baumwolle/ viel© Farben... angerauhtem Putter, ...Stück Damen-Prinzessröcke Kunstseide, mit angerauhtem Fwtjer, moderne Forben.....................»...Stück 0,78 1,95 Schuhwaren Kragenschuhe* komelbaararfig, mit Filz* und Ledersohle, aus Wolle mit Baumwolle............. 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