Morgen- Ausgabe Nr. 571 A280 49. Jahrg. Redaktion und Verlag- Berlin 8� 68, Cinbcnftr. 3 Jfetnfpmfxti«7 Omt Dönhoff 292 btt 297 SefcätommabMfl«!©ojtolbtmolMt<3«tfn BERLINER VOLKSBLATT SONNTAG 4. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1 5 Pf. Auswärts....... 20 Pf. VezugSbedingungen und Änzeigenpcäise siehe om Schluß de» redatnonellen Toil» Jentealoega« der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Kabinett Schleicher emannt Zraelit Innenminister, Svrup Arl>eit8mini8ter, �Virtschakt uncl Ernährung noch undesetZüt Ncich?präsldeiu von Hindenburg Hat om«onn- cbendabcnd die Ernennung des Kabinetts von Schleicher bis auf die beiden Posten des ReiäisernäHrungs- und des Reichs- m i r t s 6) a f t s m i n i st c r i u m s vollzogen Die Ministcrlist« Hat folgendes Aussehen: Reichskanzler und RcichsN»chrminister: von Schleicher. Rcich«*tiist«ntninister: v. Neurath. Rcichsfinanzminifter: Graf v. Schwerin- Krosigk. Reichsjustizwinister: Tr. Gärtner. RcichsverkehrSwiuister: Glfc von Rübenach. Reichsarbcitsminister: Präsident Shrup. Reichsinnennrinister: Tr. Pracht. Rcichskommissar für die Arbeitsveschaf- fung: Tr. Gerekc. Rcichslninistcr ohne Geschäftsbereich: Popiä. Die Herren W o r m b o l d und von Braun werden ihre Besprechungen über die nrundsöst- lichen Fragen der Wirtschaftspolitik am heutigen Sonnlag jortsegen. keictisarbeitzwiluster Lyrup Der neue Reichsarbeüsininister. Geheimer Rot Dr. F ri e d r i ch S n r u p. wurde im Jahre 1881 in der Provinz Hannover geboren. Gr besuchte dos Realgymnasium in Hannover. Roch der Reise- Prüfung war er ein Jahr praktisch in verschiedenen Betrieben der Metallindustrie tötig. Darauf widmete er sich dem Studium des Maschinenbau- iaches. 1903 bestand er das Examen als Diplom- ingenieur. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswissenschaften und bestand 1907 die Ge- werbeasselsorprüfung. Sodann war er als preußisüfer Beamter in den Provinzen Hannover. Rheinland. Oberschlesien und Pommern tätig. 1918 wurde er zum Vortragenden Rat im preußi- schen Handelsministerium ernannt. Bei Kriegs- ende wurde Si>rup dem Demobilmachungsministe- rium überwiesen. 1920 trat er in den Reichsdienft als Präsident der Reichsarbeitsverwaltung über. Im Jahre 1927 wurde er zum Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ernannt. Am 18. Juli d. I. wurde Dr. Syrup zum Reichstommissar für den freiwilligen Arbeitsdienst bestellt. Auf Wirtschaft- lichem,'sozialpolitischem und arbeitsrechtlichem Gebiet hat er auch eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entialtet. Hinäenburg und Papen Der Reichspräsident hat an Herrn von Papen ein Abschiedsschreiben gerichtet, aus dem hervor- Nicht reaktionäk genug! Die Deutschnationalen beschweren sich über— Bracht! Herr Bracht ist zum Reichsinnenmiiiister ernannt worden. Damit ist für die Reichs- inrienpolitik die Fortsetzung des reaktionären Kurses vorgezeichnet. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist doch so: die Dcutschnationalen finden, daß Herr Bracht noch nicht reaktionär genug sei! Die deutschnationale Londlogsfrak- t i o n veröffentlicht eine Entschließung, in der es heißt: „Seit längerer Zeil hat die deutfchnationale preußische Landtagsfraktion dem Stellvertreter des Reichskommissars tu Preußen. Herrn Bracht, in wiederholten Besprechungen, in Perlautbarungen im Landtag und kürzlich auch in einem deutlich gehaltenen Brie! ihr Befremden über die merkwürdig schonende Behandlung der Exponenten des Zentrums im preußischen Beamtenkörper zum Ausdruck gebracht. Die jeßt erfolgte Beförderung des bisherige» Ministerialdirigenten Dr. Wirth, der als ein besonderer Vertrauensmann des Zen- trums gilt, wirkt demgegenüber wie eine ostene Kampsansage. Durch diese weitere Bevorzugung des Zentrums wird die heute schon in der Beamtenschast herrschende Unruhe nach mehr vergrößert werden, und der Reichskommis- iar wird sich darüber klar werden müssen, daß da- mit bei denjenigen Beamten, die von ihm aus Grund seiner eigenen Erklärungen eine grundfälz- liche Acnderung des Parteienstaates erhossten. das Pertrauen in die heutige Staatsführung er- schüttert wird. Eine wirkliche säube- rung des preußischen Beawtenappa- r a t e s ist nur dann möglich, wenn die Personen, die sich zu Willensträgern des früheren System. gemacht haben, zunächst einmal aus verantwortlichen Stellungen ausgeschalte! und nicht noch besonders befördert werden Im preußischen Innenministerium führt heute noch die Poli-eiadtellung der ausgesprochene Per trauensmann des Zentrums. Ministeriatdirektor Dr. K 1 a u s e n e r. Im Kulwrministeriiim am- tien nach der frühere ,zenlr>iinsabgeordnete L a in m e r s als Staatssekretär Die Leitung des Justizministeriums liegt noch wie vor in den geht, wie stark sich der Reichspräsident mit Papen solidarisiert Hot. Das Schreiben lautet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem An- trage um Entlassung aus den Aemtern des Reichs- konzlers und des Reichskominisiars für das Land Preußen habe ich durch die anliegende Urkunde entsprochen. Schweren Herzens und nur veran- laßt durck) Ihre persönlichen Vorstellungen lasse ich Sie in Würdigung der mir vorgetragenen Gründe aus diesen Aemtern scheiden: mein Per- trauen und meine Hochachtung für Ihre Person und Ihr Wirken bleiben unvermindert. Während Ihrer leider nur 1- jährigen Tätigkeit als Reichskanzler und als Reichskommissar für Preußen habe ich Ihre hingebende und verantwortungs- freudige Arbeit Ihre selbstlose Vaterlandsliebe und Ihre vornehmen Charaktereigenschaften hoch schätzen gelernt. Ich werde die Zeit der Zusammenarbeit mit Ihnen nie vergessen. Für alles, was Sie in diesen schweren Monaten für unser Vater- land getan haben, spreche ich Ihnen im Namen des Reichs wie eigenen Namens meinen tief- empfundenen Dank aus. Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen und mit kameradschostlichen Grüßen verbleibe ich Ihr stets ergebener von Hindenburg. Ebenso hat der Reichspräsident dem scheidenden Reichsminister des Innern Freiherrn von G a y l und dem Reichsarbeitsminister S ch ä s s e r in persönlichen Handschreiben seinen Dank und Anerkennung für die geleisteten Dienste zum Aus- druck gebracht. Hände» des dem Zentrum angehörenden Staats- sekretärs H o l s ch e r; Referent für die gesamten Personalien der inneren Verwaltung ist der Ministerialrat Krauthammer geblieben, der ebenfalls dem Zentrum zuzuzählen ist. Auch in allen übrigen Behörden ist der übertriebene Ein- fluß des Zentrums noch ungebrochen. Eine durchgreifende Veränderung der Persona'- Verhältnisse in Preußen muß mit der Lösung der Krise im Reich erfolgen. Herr Bracht hat die feudale Reaktion in die preußische Berwaltung gebracht, er hat den Anteil der Adligen verstärkt, er hat einen Massenmord republikanischer Beamter durch- geführt— bildlich natürlich!— aber trotzdem sind die Dentschtiationalen noch nicht zu- frieden! Sie treiben ihn kräftig weiter an. Die Unverschämtheit, mit der die Deutsch- nationalen die restlose Auslieferung der ge- samten preußischen Verwaltung an ihre Parteigenossen verlangen, legt die Frage nahe: was wird nun in Preußen? Die deutschnationale Hoffnung ist, daß der Konflikt weitergeht und verschärft wird. Do Herr Bracht jetzt im Reichsinnenministerium sitzt, kann man bald neue reaktionäre Taten erwarten. Dos alles ist wunderschön gesagt und außer- ordentlich einleuchtend. Aber hat nicht Hitler dem Reichspräsidenten feierlich gelobt, er sei bereit. den Reaktionär Schleicher und zahl- reiche andere reaktionäre Papen- Mini st er in sein Kabinett auszu- nehmen, wenn er nur zum Reichskanzler er- nannt würde? Der Reaktionär Schleicher sollte die Wosie des Staates, die Reichswehr, in der Hand beHallen— was war denn dann mit dem „siegreichen Aufpslanzen unserer Sturmfahnen auf dem Brandenburger Tor"? Schleicher ist der Feind! Die sächsischen Nazis beleämpken ibn auk Deben und Tod Der Dresdener„Freiheitskampf" verössentlicht folgende Kriegserklärung an Schleicher: Und da wir gewiß sind, daß auch unter einem Kabinett Schleicher der reaktionäre Kurs derer um Papen forlgesetzt werden wird. so erklären wir Nationalsozialisten dem Kabinett Schleicher den schärfsten Kamps. Wir sind Revolutionäre und lassen uns von niemand, aber auch von gar niemand irgend- welche Vorschriften inachen! Wir werden so lange kämpfen, bis wir entweder alle erschlagen sind, oder aber— und das wird des geliebten Vaterlandes Rettung sein— unsere sieg- reichenSturmsahnenaus dem Brandenburger Tor ausgepflanst haben! Für«is Nationalsozialisten gibt es kein Paktieren mit Reaktionären! Sieg oder Tod! Ehina gegen Japan Aukgehobenes Zollabkommen Die chinesische Regierung hat durch die chinesische Gesandtschaft in Tokio die japanische Regierung davon in Kenntnis gesetzt, daß China das bestehende Zollabkommen mit Japan außer Kraft gesetzt habe. Begründet wird dieser Schritt mit der Entwertung der japanischen Währung, die eine Ueberschwemmung des chinesi- schon Marktes mit japanischen Waren zur Folge habe Daher seien besondere Schutzzölle gegen die japanische Einsuhr nötig. Amtliche japanische Stellen hoben demgegenüber erklärt, daß trotz des starken Kurs- Verlustes der japanischen Währung die japanische Aussuhr nach China nicht gestiegen, sondern ge- sunken sei. Schutzzölle gegen die japanische Einsuhr seien daher keine wirtschaftliche, sondern eine rein politische Maßnahme. Bas heißt Strafe! Breslau, 3. Dezember. Die akademische Disziplinarbehörde hat am Sonnabend üb.er die bei den ilnruhen am 10. und 17. November ermittelten Ruhestörer da? Urteil gesälll. Sämtliche 14 Angeschuldigte» wurden bestrast: vier mit einein Verweis. neun mit der Androhung der Entfernung von der Universität lLovmliuw abeundi). ein Student mit N i ch t a n r e ch n u n g des lausenden Halb- jahres auf die vorgeschriebene Studienzeit. An der Wende! Zur Erokknung des Reichstages Von Paul Löbc Die deutsche Arbeiterschaft sieht dem Zu- sammentritt des Reichstags am 6. Dezember ohne die geringsten Hoffnungen entgegen. Das Parlament, dazu bestimmt, Vallstrecker des Volkswillens in der Gesetzgebung und Ausgangspunkt der Regierungsgewalt zu sein, ist lahmgelegt für alle seine Ausgaben. Auch dieser Reichstag besitzt eine Mehrheit van Nationalsozialisten und K o m-- in u n i st e n. Beide haben die Volksver- tretung seit Jahr und Tag als„Schwatzbude". als überflüssiges Instrument, als Organ eines fluchwürdigen Systems bezeichnet und ihr praktisches Verhalten danach eingerichtet. Mit ihrem wachsenden Einfluß haben sie voran- gegangene Reichstage an ardnungsmäßiger Arbeit gehindert und werden es auch im neu- gewählten Reichstag tun. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob die Nationalsazialisten ihren Frieden mit dem Reichskanzler van Schleicher machen oder nicht. Schließen sie Frieden, dann werden sie gemeinsam mit anderen Parteien der Rechten und der Mitte den Reichstag vertagen, bleiben sie im„Kriegszustand", dann werden sie seine Auflösung in kürzester Frist her- beiführen— lahmlegen werden sie ihn auf olle Fälle. Das entspricht auch ihren innersten Ab- sichten, so sehr sie sich vorübergehend als Wahrer der Rechte des Parlaments auf- spielen. Sie machen kein Hehl daraus, daß sie auch diese Komödie nur aufführen, um der Periode des Parlamentarismus ein völliges Ende zu bereiten, daß sie, an die Macht ge- kommen, den Reichstag für immer„ver- tagen" werden. In diesem ersten Ziel sind sie mit den Kommunisten vollkommen einig. Auch diese wollen von einem Reichstag des allgemeinen gleichen Wahlrechts nichts wissen und halten irgendeine Form der Räteherr- schaft als Ersatz bereit. Und da ihnen, wie gesagt, die deutschen Wähler zusammen die Mehrheit gaben, können sie ihr erstes Ziel spielend erreichen. Dann freilich hat es sein Ende. Ueber Räteherrschaft oder faschistische Diktatur können sie sich nicht einigen, hier heben sie sich gegenseitig auf und machen Platz dem Landvogt— der autoritären Regierung, die sich ans andere Gewalten als auf die arbeitsunfähige Volksvertretung stützt. Es hat keinen Sinn, diesen klaren Tatbe- stand irgendwie zu verschleiern. Die sozial- demokratische Fraktion mit ihren 121 Abgeordneten unter 084 kann ihn nicht ändern. Sie hätte freilich das entgegengesetzte Interesse. Sie hätte das Interesse, in einem arbeitsfähigen Hause vor dem ganzen Lande ihre Kritik zu üben, vor dem ganzen Lande ihre Borschläge zur Besserung, beson- ders auf wirtschaftlichem und sozialem Ge- biet zu begründen und alle Parteien vor ein klares Ja oder Nein zu stellen. Die Sozialdemokratische Par- t e i w ü n s ch t v o r d e m g o n z e n V o l k e zu erklären, daß sie der Regie- rung Schleicher so wenig einen „W a f f c n st i l l st a n d" gewähren kann wie der Regierung Papen. Denn dieses Kabinett Schleicher ist nur eine Umbildung jener Regierung Papen, die der deutschen Arbeiterklasse den Krieg er- klärt hat auf allen Gebieten. In diesem Kabinett sitzen ganz überwiegend die gleichen Herren, die mit dem Streich gegen Preußen und dem ganzen folgenden Beamten-Revire- ment die Sozialdemokratie für minderen Rechts erklärt hat als olle übrigen Klassen und Parteien. Keiner van ihnen hat seine Stimme gegen dos srivole Wort vom„Wahl- kahrtsstoat"— oder vom„Versorgung?« stagt"— erhoben oder sich gegen die maß- loje Herabdrückung der Lebenshaltung der Aermsten gewandt Keiner hat aus der Not des Landes den Schluß gezogen, daß endlich die L a» k e n. die I n d u st r i e st ä t t e n. der Großgrundbesitz, die vom Geldc des Volkes saniert und gesund gefüttert wurden, nun auch unter die Kontrolle dieser Volksgemeinschaft gestellt wurden. Sie alle haben die„A utorität" nur gegen unten gegen die Armen, niemals gegen die Reichen gekehrt. Wo sie aber den Armen eine Aussicht eröffneten, haben sie fürchterlich Schifsbruch erlitten. 1% Millionen Arbeitnehmer wollten sie in den Pro- duktionsprozeß einreihen— 42218 sind es geworden in sechs Monaten ihrer Amtstälig- keir neben 150 OW neu Entlassenen. Es gibt kein Gebiet, auf dem die pomphaft angekündigte„grundsätzlich neue Stoatsführung" sich nicht gegen die breiten Massen der Darbenden gekehrt hätte, lind dafür sollen wir„Waffen- stillstand" gewähren? Nein, die schonungslose Darlegung dieses Versagens ist— mit den Floskeln unserer Gegner zu sprechen— geradezu vaterländische Pflicht. Und Pflicht gegenüber unseren Wäh- lern wie gegenüber dem ganzen Volte ist es. erneut auf die gangbaren Wege einer augenblicklichen Linderung der Not durch öffentliche Arbeitsbeschaffung für die einen und durch Existenzsicherung für die anderen hinzuweisen, für die das beste Arbeitsbeschaffungs- Programm in diesem Winter dank der ver- trödeUen Zeit nicht ausreichen kann. Pflicht gegenüber dem ganzen Volke ist es. immer wieder darauf zu zeigen, daß nur durch eine grundsätzliche Umgestaltung un- screr Wirtschaftsweise jenen Mil- iionen Rettung werden kann, die bei der Ent- wicklung der Technik und den Struklurver- änderungen der einzelnen Volkswirtschaften sonst für immer aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet bleiben. Das wird unsere Aufgabe sein— innerhalb und außerhalb des Parlaments, vor- läufig allem Anschein nach mehr außer- Halbalsinn er halb. Die anderen haben unsere Mitwirkung innerhalb der demokrati- scheu Institutionen, deren Erfolg ohnehin immer fraglicher wurde, nicht gewollt. Nun gut, wir denken nicht daran, als Aschenbrödel draußen zu stehen und zu warten, bis die cherren.uns wieder in dieg ute Stube lassen. Wsx wissen, daß die Erfüllung unserer unab- weisbaren Forderungen sowieso nicht von den Herren uns wieder in die gute Stube lassen. nur durchsetzen lassen im Verhältnis zu unse- rer eigenen Kraft Aus sie allein wallen wir uns in den be- vorstehenden Kämpfen stützen. Das verspricht. wie wir offen sagen, keine Erfüllung am morgigen Tag. Dazu ist das Lager der Em- erbten und Entrechteten zu zerklüftet und zerrissen. Aber es verspricht den Erfolg in einer absehbaren Zukunft. Zu tief sind die Wunden, die jeder Tag der Wirt- schaflskrise schlägt, zu breit wird der Ab- grund, der zwischen dem Wollen und dem Vollbringen der kapitalistischen Welt sich auf- reißi. unaufhaltsam wird das Drängen der Leidenden und Ausgestoßenen dieser anarchi- scheu Wirtschaftsform, als daß die Augen der Opfer sich nicht öffnen müßten. Bon Irrwegen zurück, die man sie geführt. von Irtümern geheilt, in die man sie gehüllt. werden die Masten den Sinn unseres Kampfes erkennen und ihren Willen zur Umgestaltung unwiderstehlicki formen. Reichstagsvertagung oder Reichstagsauf- läsimg kann auch diesmal den Abgeordnelen den Mund verschließen, wenn sie der Stimme des Volkes Ausdruck oerleihen wollen, Ver- iammlilngs-.,Biirgfrieden". kann die Stätten jreien Meinungsaustausches schließen, Zei- tungsverbote und Zwangsauflagen können unsere Presse knebeln. Eins aber werden sie nicht können— Millionen Augen blenden, die die UnHaltbarkeit dieser„Ord- nung" erkannten. Millionen Zungen sesseln. die ihre Erkenntnis weiter tragen. M i l l i o n e n W i l l e n knechten, die sich für unsere Ziele einsetzen— das können sie nicht. Ob sie uns aus dem Großen Generalstab oder aus dem„Koiserhof" entgegentreten— mir werden gegen sie mit den Waffen kämpfen, die uns in den schwersten Tagen zu Erfolgen führten. Wir brauchen keinen ande- ren Verbündeten als den erwachten Prole- tarier, wir wissen, daß wir mit ihm den ver- lorenen Boden zurückerobern werden. Wenn wir ihn aber zurückerobern, dann nicht für politische Rechte allein, für freie Meinung aus Tribünen und in der Presse— sondern f ü r den Umbau d er Wirtschaft, für unser so z i o l i st i s ch e s Z i e l. Luther gegen die Lohnprämien Der Reichsbankpräsident für öffentliche Arbeitsbeschaffung Auf der Icchrestagung Ser Technischen hoch. schule in München hielt der Reich-bankprösidenl Dr. Luther mn Tonnabend eine bemerkenswerte Ansprache über die gegenwärtig besonder- heftig umkämpften Fragen der Arbellsbeschoffung. Zunächst verteidigte Dr. Luther mit den bereit- bekannten Argumenten ganz allgemein das System der S t e u e r g u t s ch e i u e. Tie Steuergulscheine, die an Private aus Grund de- .stimnrter Steuerzahlungen gewährt würden, er- reichten ohne die ZW Millionen für die Reichsbahn rund 1,8 Milliarden Mark Durch Beschlüsse der Rcichsbank seien die Steucrgutschreine zu einem Sredilinstrument besonders hoher Ausnuhbarkeit gemach! worden. Der Gedanke dieses Systems habe sich entgegen verschiedener Kritiken in der Oessentlichkeit bewährt, wenn auch zugestanden werden muß, daß der Steuergutscheingedonkc noch nicht g e n u g in die breite Masse der beteiligten Steuerzahler eingedrungen sei. Bei deni zweiten Teil des Ißegierungspro- gramms, das 7IX> Millionen Mark kür äfsentliche Arbeitsbeschassung vorsehe, sei bis heute nur un. gesöhr die Halste durch tatiächliäze Aus träge verwertet worden. Die eisektiven Kredit anspräche seien sogar noch geringer, was mit der Verteilung dieser Austrägs über lange Fristen zusammenhänge. von größter politischer Bedeutung maren die Aussührungen des Reichsbankpräsidenten zu dem dritten Teil des ßapen-Programms. dem Prämiensystem bei Reueinslellungen. gegen das dle Gewerkschoiien seit dem Tage seiner verkündung Sturm oelausen sind. Die vor wenigen Tagen verötientlichic Statistik des ADGB. über die Reueinstellungen. die aui Grund von Steuergutscheinen eriolgt sind, Hot den völligen Zusammenbruch des Prömicnsyitems bewiesen. Zu dieser Frage erklärte der Reichsbankpräsi- dent etwa folgendes: Weitere 700 Millionen waren für Nsuein- stellung von Arbeitern in der Privatwirtschost als Lohnprämien gegeben worden. Ohne zu wissen. wie die Reichsregierung über eine Aendcrimg des Verwendungszweckes bei diesen 700 Millionen denkt,.würde es mir möglich erscheinen, diesen Vetraz oder einen. T.eil davon. für sti f j e nt.l ich. e Arbeitsbeschaffung zu venveuden :i. tbast felUttMi•--»»»SN? I'N> wd Die ausgkworfen« Summe ist noch so gul mie unbelegt(Ii), da anscheinend nur recht ivenig Zieueinstellungen aus Grund von Prämien- Steuergutscheinen erfolgt sind. Ich personlich hotte von vornherein Bedenken gegen diese Prämien-Guticheinc und zwar grund- sätzltch, well sie e i n e Subvention für den privaten Geschäftsbetrieb darstellen. Wenn man sich entschließen sollte, diese genannten 700 Millionen zum größten Teil für öiientliche Arbeiten einzusetzen, so würde sich für die öiientliche'Arbeitsbeschassung annähernd ein Gesamtbetrag von\% Milliarden Mark ergeben Daß der Kreditausweilung unüber- schreitbare Grenzen durch die Sicherstellung der Währung gesetzt sind, ist eine Sclhstoeriiändlich- keit.'Aber auch dos Reich hat durch dieses riesige Programm seine künft-gen Haushalts- jähre auf lange Zeit hinaus schon so belastet, daß das ganze Programm nur als«in einmaliger Brückenschlag verstanden werden kann. Eine sehr ernste Marnnug. die nur allzu berechtigt erscheint, richtete Dr. Luther iodonn an die Adresse der Kartelle. Er erklärt« es als eine besondere Busgabe und Beroniwortung der Reichsbant, im Zusammen- hang mit der vergrößerten Arbeitsbeschaffung. scharf aus eine eiwaige künstlich« Preis- bewegung aufzupassen. Auch die Reichsregie- rung müßte dieser entscheidenden Frage größte Aufmerksamkeit schenken. Niemols dars vergessen werden, daß eine Preissteigerung, die sich nur in Deutichland nollzöge, mit Rücklicht auf den beut- schen Export einfach unerträglich sein würde. Zum Schluß befaßte sich der Redner mst der Verwendung der 700 Millionen Steuergutscheine aus dem Prämiensystem du rch die Gemein- den. Er wies darauf hin, daß die Reichsregie- rung in diesem Falle vor der schweren Frage stände, den Gemeinden die Bezahlung dieser Steuer- aukscheine weitgehend erleichkern zu müssen: denn der Zweck dieser Aktion wäre doch der. die Leistungsfähigkeit der Gemeinden für öffentliche Auftragsvergebung zu steigern. Unter deutlichem Hinweis auf das Gerekc-Pro- Ausländische Wahlersolge In Dänemark und LILA. Bei der stingslen dänischen Parlamentswohl ist der Anteil der Sozialdemokratie gegen 1920 von 41.8 auf 12,7 Pro;, gestiegen, der Anteil der Konservativen van lö.ä ans 18,7 Proz., der der Bouernlinken von 28,3 auf 24,7 Pro;, ge- junken. Dabei ist die Wahlbeteiligung geaen 1020 gestiegen in Kopenhagen von 78,0 auf 80 Pro;.. im übrigen Land von 77.8 auf 84,5 Pro;. Aus den F ä r ö e r- Ä n s e l n wird am 12. Dezember gewählt. Es kämpfen dort drei Kandidaten, das frühere loyalistische Mitglied, ein Sezessionist und der sozialdemokratiiche Kandidat Ivhan D a n- b j ö r g. Die Lehren aus der Präsiden tschaftswahl Zum Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten schreibt Clarence Senior, der Sekretär der Sozialistischen Partei, im New-Porker„New Leader", daß„der Erfolg unserer Wahlkampagne von 1032 nicht nach der Stimmenzohl bemessen werden dars. Die hervorragendste Leistung unserer Partei ist. daß sie während der Kampagne sechshundert neue parteisettionen und-ortsgruppen ins Leben rufen konnte. Alle Nachrichten, die wir von unieren Orgoni- sationey im ganzen Lande erhalten, losten daraui schließen, daß unsere Mitglieder nicht nur bei dieser Kampagne dabei waren. Ueberall entwerfen unser« Sektionen Pläne.für eine inten s i v e Erziehungsarbeit, die sofort nach dem Wohlkamps beginnen soll. Ein Leitartikel über„Die sozialistische Stimmen- zahl" im Ncm-Pvrker„New Leoder" sagt u. a.: Norman Thomas und Jim Maurer, die sozialistischen Präsidcnlschastskandidaten, berichten. daß sie dort, wo sie vor vier Jahren zu Hun- derten sprachen, diesmal zu Tausenden gesprochen haben. Und jeder Redner machte die gleiche Erfahrung. Der Anstoß, den die Aenderung der Wirtschaftsverhältnisse auf die Denk- weise von Millionen Menschen gab, führte zu gramni betonte Dr. Luther, ohne sich eingehender hierüber zu äußern, daß in dic>cin Zusammen. hang Wünschen radikaler Art aus kredit- und währungstechnifchen Gründen«in Riegel vorgeschoben werden müßte. Der Städtetag fordert �rbeitsLescKaffung durch öffentliche Aufträge Die Vorstände des Deutschen und Preußischen Städlelages berieten am i. und 3. Dezember in Berlin über dos kommunale Arbeits b e s ch a s f u n g s p r o g r a m in. Es wurde fest gestellt, daß die Gemeinden ihre Auskrage an die Privatwirtschaft um 2.5 Milliarden Mark gegen- über einem Rormaljahrc eingeschränkt hätten. Es müsse olles daran gesetzt werden, die Stellung der Gemeinden als größten öffentlichen Auftraa geber wiederherzustellen. Dieses Ziel sei nur zu erreichen durch verstärkte öffentlich« Arhestsbeichosfung. die sich aui Instandsetzung von Straßen und Betrieben— die Unterlassung dieser Arbeiten würde in späleren Jahren ungleich höhere Ausgaben bedingen— und oui Kleinwahnungsbou und Stadtrandsied- hing erstrecken soll. Die Finanzierung sei durch aus im Rahmen der im Papen-Programm� vor- gesehnen Mittel möglich Die Städte verlangen. daß sie in dos Steuergut scheinfy st em einbezogen worden. Das sei ohne weiteres mög- lich, da die als Einstellungsprämien vorgesehenen Steuergulscheine(700 Mill. Mark) von der Privai- wirtichost nur zum geringsten Teile in Anspruch genommen wurden. Damil steUeii sich die Städte hinter� die Forderung de» Roichsbankpräsidenten Schluß mit der privaten Arbeitsbeschassung durch Prämien in Gestalt van Steuerguticheinen: dafür Verwendung der Steucrgutscheine für Aufträge der Gemeinden, die ja aus die Privatwirtschaft belebend wirken müssen. Im übrigen bejaßien sich die Beratungen mit der trostlosen Finanzlage der Gemeinden. Noch einnial wurde sofortige Entlastung von den Kosten der Erwerbslosensürlorg»(zur Zeit für die Gemeinden allein 800 Mill Mark jährlich) gefordert. Ptlicht der neuen Reichsregierung sei es. endlich die Vereinheitlichung der Arbeits- losenfürsorge, einen gerechteren Finanz aus- gleich und die Umschul dung der kurz- sristigen kommunalen Kredite durchzuführen. einem Massenzustrom der Wähler zu den sozialistischen Versammlungen. Der Straßenagitalor konnte diesmal fast überall eine Zuhörerschaft finden, während e» ihm vor vier Zahren schwer siel, an einer günstigen Stelle eine kleine Schar zusammen- zubringen. Die materiellen Umstände sprechen heute siir die sozialistische Agitation, vor vier Jahren die Prosperität gegenteilig. Daraus ergibt sich natürlich nicht, daß äußerste Rot ein fruchtbarer Boden für den Sozialis- mus bilde. Die Elendsquortiere sind n i e sozialistische Stimmenbezirke gewesen. Da, an- dauernde Elend erzeugt oft Erstarrung und stumpfe Ergebung. Unter dem Gefühl eines geselltchastlichen Mißstandes verstehen wir das Erkennen der Ungerechtigkeit. Auflehnung. de» Willen, gegen das Unrecht in der Wirt- ichaft zu kämpfen Diese Stimmung verbreitet sich jetzt. Sie geht von jenen aus. die hoisen, sich aus der Hölle der Wirstchastskrise einen Weg ins Freie zu erkämpfen, nicht von jenen, die sich in den Höllen der Elendsviertel in ihre Lage er- geben haben und die Genarrten der politischen Demogagen der kapitalistischen Klasie sind VusHMersEhrengaleris ProirelÄ um Heines Eigener Beruht des„VorroärU" Breslau. 3. Dezember. Die Zivilkammer des Landgerichte» in Hirsch- berg hat die Widerklage des Stahlhelm- Hauptmannes v. Sydow gegen den Nazi-Abgeordneten Heines abge- miesen. Sydow halte mährend des Wahlkampses«ine Broschüre gegen die Nazis geschrieben und ver- breiten lassen, in der dem schlesischen SA.-Führer Heines und seinem Standartenführer Koch gleich- geschlechtliche Veranlagung und Be- t ä t i g u n g vorgeworfen wurde. Heines erwirkte eine einstweilige Verfügung, die die Weiierverbrei- inng dieser Flugschrist verbot. Hiergegen erhob v. Sydow Einspruch Bor©nicht wurden zahlreiche eidesst ottliche Versicherungen vorgelegt, u. a. von General Ludendorff, die die Behauptungen von Sydow be- stätigten. Auch«in persönlich vor Gericht er- schienener früherer SA.-Monn belastete Heines und Koch aufs schwerste. Dieser Zeuge wurde jedoch nicht vereidigt und Heines beschwor, sich niemals gleichgeschlechtlich vergangen zu haben. noch derart veranlagt zu sein. Das Gericht glaubte dem beschuldigten Heines und nicht den zahlreichen Zeugen. �wei Nazi-Meineide Eigener Bericht de»„Vptnvärtt" Stuttgart, 3. Dezeenber. Der Führer des Stultganer SS.-Sturmes Reißing und ein ehemaliger Pollzeiwachtmeister sind im Gerichissaal wegen Verleitung zum Meineid und Meineid verhaftet worden. Reißing, einer der rohesten und gewalttätigsten Gesellen des Stuttgarter Nazilagers, stand am Sonnabend wiederum wegen zweier Vergehen vor Gericht. Zu seiner Entlastung hatte er als Zeugen einen ehemaligenPolizeiwachtmeifter beigebrocht, der jetzt aktiver N o z i m a n n ist. Seine'Aussogen waren so verlogen, daß ihn der Staatsanwalt sofort wegen Verdachts des Meineids verhajten ließ. Ebenso wurde Reißing. der wegen Nötigung drei Wachen Ge- iängnis erhielt, wegen Verdachts der Verleitung zum Weineid in Hast genommen. Als Justiz- beomte ihn abführen wollten, erging er sich in den heftigsten Bedrohungen und Beschimpfungen gegen den Staatsanwalt. Trotzkt aas der Rückreise. Trotzki ist Sonnabendabend mst dem Dampfer„A. P. Bernstorff" nach Dünkirchen abgereist. ■i.i-i.i...—._, ,, /% 0/t» Wunjamrtailsr»•ttaiOftntr„ucbllng" m Frlvfrletatr. liS.arnSUcftbhf. Leipztga/Str 113,(che Mwrstr. fntjrlc.hstr. 74. tcke Jägen'r tfnspnubs volle wxrjsz IS 20.- w&tS-■- v&fiemiwm Blinde Kuh mit Adolf Hitler „Also immer Richtung gradeaus halten."„Pst— pst, hier geht der Weg."„Blinde Kuh. ich führe dich..„So eine blinde Kuh läßt sich abfangen!' Sechs Lahre unschuldig im Zuchthaus! Der Freisprach Bullerjahns und seine Lehren Der Freispruch Wolter Bullerjahns kam trotz allem Mißtrauens, daß man aus(Arunö der vielen Urteil« gegen die deutsche Justiz haben mußte, nicht unerwartet. Denn man konnte sich nun einmal nicht vorstellen, daß ein Mensch, der acht Jahre lang seine Unschuld beteuert und allen Prüfungen standgehalten hat. nur deswegen wegen Landesverrat zu ZuchÜHius verurteilt wird, weil er am chorstweg spazieren gegangen ist. Das war unge- iähr. einfach ausgesührt, die Theorie der Reichs. anwaltschast. die sich ja nicht seit gestern gegen den Freispruch gewehrt hat. Nicht einmal war die Reichsanwaltichast bereit, die Wiederauf- nahine des Versahrens mitzumachen. Sie hat durch den Freispruch, wenn er auch nur— ein tZoinpromiß in sich— mangels Beweises ergangen ist, die Rbsiihr erhalten, die ihr die Verteidigung, die in den chänden von Dr. Kurt Rosen- ield und Prof. Dr. Sinzheimer lag. bereits in ihren ausgezeichneten Plädoyers erteilt Hot. Der Prozeß Bullerjohii ist in die große Oe'sent- lichkeit gekonrmeii, als der' verstorbene Reichstags- abgeordnete Paul Le.n' als Redner der Sozial- demokratischen Partei zum Justizetot im Reichstag auf die ungeheuerlichen prozessualen Verstöße im Verfahren geg-n Bullerjahn ausmerkiom macht«. Seitdem führt die Deutsche Diga für Menschenrechte unermüdlich den Kamps für die Befreiung Bullerjahns und es haben sich. das darf festgestellt werden. Männer wie der verstorbene Gebeimrat Kahl, der jetzige Direktor der Universität verlin. Professor Sohl- rausch, ferner Prosessor Zames Gold- schmidl. Professor Radbruch für Bullerjohn eingesetzt, weil dieser Fall zu ungeheuerlich war. als daß das Gewissen sich beruhigen konnte. Wenn es je eines Beweises bedurft hätte, daß die strafprozessualen Bestimmungen und Bor- schriften eine Gewähr für die menschliche Freiheit sind, so hat der Fall Bullerjahn diesen Beweis erbracht. In der Begründung ist das Reichsgericht deutlich von dem Zeugen Gontard abgerückt und das ist erfreulich, aber auch dringend notwendig. Dieser Zeuge war es, der unter Mißachtung der straf- prozessualen Vorschriften vor dem Kriminal- kommissar Göpner und später vor dem Unter- suchungsrichter erschien seine Personalien nicht zu Protokoll gab, das Protokoll nicht unterschrieb und der dann am Zeugentlsch des Reichsgerichts nicht erschien, obgleich die Strafprozeßordnung bestimmt. daß jeder erreichbare Zeuge vor Gericht erscheinen muß. Und dieser Zeuge, der nichts, g a r n i ch t s wußte, wurde Bullerjahn zum Verhängnis.?r wurde zum Kronzeugen der Reichsanwaltjchait. die ihn im letzten Prozeß gern abschütteln wollte. aber es sieht nun einmal fest, daß der Ober- loadesgerichtsrat Gutjahr in seinem Plädoyer vor der ersten Verurteilung Bullerjahns erklärte. daß er nicht ans schuldig zu plädieren in der Lage wäre, wenn nicht das Zeugnis des unbekannten Vertrauensmannes hinzukäme. Man hat diese Vertrauensverson als über olle Zweifel erhaben hingestellt, man hat in den Akten geichrieben, daß der Zeuge aus den höchsten Ge- jclljchaftsschichten stammt. Proieisor Sinzheimer hat in seinem Plädoyer mit Recht gesagt, wenn diese höchsten Geiellschaftsschichten so ousseben, wie der Zeuge von Gontard, dann gute Nacht, Deutsch- land!____..■,»_________ Dieser cherr von Gontard, streiundzwänzig Jahr? Generaldirektor von irühererr Rüstungsfabriken, ein steinreicher Mann von Einfluß, er hat, als ihm der Verrat bekannt wurde, an nichts anderes ge- dacht, als daran, daß er keinen Schaden gchobt hat. Er hat nicht nur keinen Schoden gehabt, sondern er hat noch 200000 Mark Nutzen gehabt! Denn dies« Entschädigung hätte er nicht bekommen. wenn nicht ein angeblickter Verrat vorgelegen hätte. Das ist das Gesicht des herrschenden Deutschlands. so wie es in der Aera Papen wieder zur Macht wollte! Die Geschichte der Wiederausnahme dieses Ver- fahrens ist«ine Leidensgeschickite Bulleriahu wurde am 11. Dezember I 0 2 5 in geheimer Sitzung zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am Ib. Februar 1025 hat Paul Leni in der 152. Sitzung des Reichstages das Jntereij« der Oefientlichkoit auf diesen Fall gelenkt und erü äm 24. November 1028 gelangte der Artikel zur Perösfenllichunz. in dem die unzenannte Ver- trauensperion als Generaldirektor Paul von Gontard demaskiert wurde. Als dann der zweite Verteidiger von Bullerjohn. Rechts- anwalt Dr. Oskar Cohn, semen Wiederaus- nahmeantrog im September 1020 einreichte, erhob sofort der Oberreichsanwalt Widerspruch und es bedurfte erst eines dreijährigen, sicherlich nicht unnützen, aber für Bullerjahn sehr ausregenden I n st a n z e n k a m p f e s. bis dann das Reichsgericht im März 1032 da? Wisderauinahme- verfahren zuließ. Sechs Jahre, drei Monate und achtzehn Tage hol Bullerjahn, ein Opjer der Justiz, im Zuchthaus unschuldig verbringen müsten. Bullerjohn ist nicht das einzige Opfer. Wenn wir an die Sondergertchtsjusttz unserer Tage denken und wisfen, daß auch die Sondergerichte weder eine Berufung?- noch eine Revifionsinitanz zulassen, und feststellen, daß der Fall Bullerjahn nie so ausgclauien wäre, wenn eine zweite Instanz bestanden hätte, so hat der Fall Bullerjahn hohe aktuelle, polnische Bedeutung. Er zeugt gegen die Gerichte nut nur einer Instanz, wie sie im Reichsgericht bei.hoch- und Landes- verratsveriahren, wie in den Soudergerickiien be- stehen. Die Lehren des Falls Bullerjohn erfordern gebieterisch, daß die Rechtsgarantien wieder her gestellt und neu« verankert werden, damit dieser Fall sich nicht wiederholen kann! Wir mipischeii, daß sich an diesem Fall das demokratische'' Gewiisen in Deutschland entzündet. so wie es im Fäll Dreyfus um die Jahrhunderi- wende der Fall war. Wenn daimt die Läuterung des Rechtsbewuhtsems erreicht w>rd, jo w'rd Bullerjahn nicht umsonst über iecki« Jahre Zuchthaus erlitten haben, und dieser Kampf, der mit einem Sieg endet, wird für das ganz« deutsche Volk von Bedeutung sein. Rurt Grostmann. diese Weise könne die ganze furchtbare Not de? Bauerntums gelindert werden Der Kapita- lismus habe endgültig ahgcwirt- schuftet. Wer das nicht sehe, fei blind. Wttos schlägt engeren Zusammenschluß der polnischen Volksportei, deren Führer er ist, mit der So z i a l i st i f ch« n Partei vor. Die gesamte polnische Linke solle dann gemeinsam, zum Zeichen des Protestes gegen dos gegenwärtige Regime und um jede Berantwortiing für das Geschehen in Polen demonstrativ von sich zu wälzen, auf ihre Parlament? Mandate verzichten. Arbeiter und Bauern Zusammenschluß gegen Pilsudskismus Eigener Beridit des„Vorroärts" Marschau. 3. Dezember. Größte Sensation haben Presseerklärungen des früheren Mmisterpräsidenten Abg. Witos hervor- gerusen, der bisher als gemäßigter Bauernführer galt. Alle Erklärungen zeigen eine vollkommen klar« und eindeutige Schwenkung Witos', die für die Zukunft eine noch stärkere Radikoli- s i e r u n g der Bouernmasten anzeigt. In einer dieser Erklärungen fordert Witos e n t- ichädigungslofe Enteignung des ge- samten Großgrundbesitzes! nur aui Kiagges unterlegen Eigener Bericht des„Vorwärts" Klagges hat seinen Kamps gegen Rekror und Senat der Technischen hachjchule verloren. Der Held und Führer des Braunschweiger Dritten Reiches ist auf dem Weg zu einem kläglichen Rückzug. Ilm ieinen Miniftrrpoften nicht pi verlieren, hat Klagges in ein von femen deutschnotionalen Koa- litivnsbriedem herheigeiührtes K o m p r 0 m i ß eingewilligt. Er wird den Kanojsaweg zu den 57ochschulbelwrden antreten und sich persönlich bei Rektor und Senat entschuldigen. Da8 neue Paradies Soziale Komödie in der Volksbühne ch Eine unterhaltsame Berspotiung des primitiven Sozialismus, der auf die menschliche Güte ver- traut, aber, ehe er sich dessen versieht, dem robusten Zugriff des profitgierigen Kapitalismus oerfällt. Der Ausklangi Ein prophetisches Be- kenninis zum Bejreiungstampj des Proletariats. Julius hay, der Beriaffer, Heinz Hilpert, der Spielletter, und die ganze Phalanx der Schau- ipieler wurden begeistert gerufen. K. Dr. Degen Verrats militärischer GeHeimmiie vir- urteilt. Die Große Strafkammer Kassel verurteilte den Schreiner Otto Grebe in Kassel, der im Frühjahr die Borbindung mit einem Geheimagenten einer fremden Macht ausgenoiu men und diesem die übersandten eingehenden Fragebogen über die Reichswehr teilweise be- antwortet hotte, wegen Verrat- militärischer Ge heimnisje zu c' n e m Jahr Gefängnis. Der schwedische Reichstag wird wahrichemiich noch einmal aufgelöst werden, da die Verhand- Ilmgen im Balntaousfchuß auf dem toten Punkt angelangt find. i•.-tV" „ffeftgefdjenfe! EheSiesich zum Einkauf begeben, sehen Sie unsere heutige Anzeige durch! Nienisis Vorher gabes Angebote, die sieh durch so ungeahnte Billigkeit heben ausgesucht guter Quali tät auszeich nen. 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Dezember, bei George, direkt am Bahnhof Treptow. Bunter Abend: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Vortragende Friede! Hall. 116. Abt. Mittwoch. 7. Dezember, bei Morr. Reue Bahnhofstr. 28: Ankurbelung der Wirtschaft unter der neuen Staatsführung. Referentin Gertrud Hanno, M. d. L. 117. Abt. Montaq. 5. Dezember, bei Siewert. Lichtenberg. Schiller- Ecke Kontstraße: Ernste und heitere Rezitationen der Genossin Fichtner. 123a. Abt. Dienstag. 6. Dezember. 29 Uhr. Bunter Abend bei Freisckmtz(Inh. Grundmann). Kaulsdorf-Süd, Köpenicker Straße. Vortragender Puggi Muck. 134. Abt. Mittwoch. 7. Dezember. 20 Uhr, bei Sonnet. Park- Ecke Schönower Straße: Proletarische Festkultur. Referent Dr. M. Schömann. 136. Abt. Donnerstag. 8. Dezember. 29 Uhr. Helfcrinnensitzung in der Barocke. 138. Abt. Freitag. 9. Dezember, an bekannter Stelle: Der„Sozialismus" Hitlers. Vcprksousjchlih für Arbeiterwohlfahrt. 11. Kreis Schöveberg. Dienstag, 6. Dezember. 29 Uhr. Rathaus Schöneberg, Zimmer 111, Sitzung der Helferfinnen) und Pfleger der Arbciterwohlfohrt. Referat des Genossen Robinson über„Die Berwoltungsreform der Stadt Berlin". Losabrechnung. 13. Kreis Tempelhof. Mariendorf. Marienfdde. Lichtenrade. Alle verkauften Lose sind unverzüglich bei der Genossin Scholz, Tempelhof. Braunschweiger Ring 91a. abzurechnen. Sozialistische Siudcntenschost. Dienstag. 6. Dezember, 29 Uhr, im Bund. Albrechtstr. 11, juristische Fach- schaftsversammlung...Der Sinn des Rechtsstudiums in der Rechtskrisc." Reic- rent: Genosse Dr. Ernst Frankel.— Mittwoch. 7. Dezember. 14'.. Uhr. im Bund. Funktionärsitzung. Arbcilsgemeinschoft der kinÄcrfrcundc. Tolidaritätshilfc! Ablieferung des Spielzeugs für die Ausstellung jSpMßlaw!...Kinder helfen Kindern" im Äusstellungsroum Metallorbeiter-Ver- 'framaRfc bandshaus. Alte Jakob- Ecke Gitschiner Straße(Rahe Hallesches mmml 0 Dienstag, 6. Dezember, in der Zeit von 15 bis 19 Uhr. MMVfHM Letzter Ablieferungstermin 9. Dezember. WmmMm/- Hclscrsingestundc.' Zur Vorbereitung der Wintersonnenwendseicr findet am Mittwoch. 7. Dezember. 191} Uhr. im Bezirksamt Kreuz- berg die zweite Helfersingeftunde statt. Die Ausstellung der Solidaritätshilse„Kinder helfen Kindern" findet ab 12. bis 20. Dezember im Hause des Metallardeiter-Verbandes, Alte Jakob- Ecke Gitschiner Straße, statt. Mitte: Die Helfersitzung muß umständehalber auf Freitag, 9. Dezember, oer,chvven werden. Tagungsort: Warsenstr. 18- Aiie Grapjjcukui.:.-.r besuchen am Montag. 5. Dezember, die Ortsousschuß-Mitgliederversamml..ug in der Aula der Schule Gipsstr. 23. Die„Sozialistische Erziehung" wird dort ausgegeben. Freitag. 18 Uhr, Sitzung des Falkenrates im Heim Waisenstratze. Tiergarten: Freitag, 9. Dezember, pünktlich 19'... Uhr. Falkcnabend gemein- fam mit den Frauen des 2. Kreises in der Aula der weltlichen Schule. Prenzlauer Bera: Ächtung! Die Spielleut? müssen am 8. Dezember fertig im Hort sein.— Aot. Bauvolk: Wichtige Elternnerfammlung Dienstag, 6. De- zember, 20 Uhr, Kastanienallee 89—81. Fricdrichshain: Mittwoch, 18 Uhr. VoUstanzobend der Jung- und Roten Falken Turnhalle Litauer Str. 18. Donnerstag. 29 Uhr, Kreisvorstandssitzung, Diestclmeyerstr. 5— 6.— Abt. Stralau: Heute sind alle Falken im Heim Goßler- straße 61 Beginn 15 Uhc.— Abt. Landsberger Platz: Heute, 15 Uhr, Licht- bilder: Peter'Stall. Alle Falken bringen Essen und Tassen mit. Kreuzberg: Heute treffen sich alle Abteilungen zur Kreisiahrt noch Spandau an ihren Treffpunkten. Scköncberg, Abt. Ferdinand Lossalle: Dienstag. 6. Dezember. Elternver- sammluug Schule Ofsenbacher Str. 5. Thema:„Gemeinschaftserziehung". Kreis Steglitz, Abt. Albrechtstraße: Heim Albrechtstr. 17, 17 Uhr. Dienstag Brettspiele. Freitag Bast-ln. Sonnabend mit Abt. Friesenstraße Nachtfahrt. — Abt. Friescnstraße: Schule Friesenstraße. Mittwoch, 17 Uhr, Brettspiele.— Abt. Lichtcrfcldc: Obcrrealschule Ringstr. 3. Montag und Freitag. 17 Uhr, Basteln. Donnerstag. 18� Uhr Schwimmen. Staatliche Bildungsanstalt. Freitag, 19 Ubr. Turnen, Schule Berliner Straße. Sonntag. 11. Dezember, Tages- fahrt.— Abt. Lankwitz: Schule Schulstroße. Dienstag 17 Ubr, Donnerstag 16 Uhr Basteln. Reue Kinder willkommen. Neukölln: HeimnachmUtag der Jung- und Roten Falken heute. 16 Uhr. Bergstr. 29. Der Falkenrat tagt morgen, nu Ubr. im Krcishcim. Jung- und Rotfalken-Obleute: Vollnersammlung der Roten Falken Dienstag, 1712 Uhr. in der Kanner Straße. Falkenausweis mitbringen. Lichtenberg, Abt. Rote Stürmer: Montag. Dezember, Falkenvollverfamm- lung. 15 Pf. mitbrinaen für Kinoveranstaltung Donnerstag Elternversamm- lnng. Erscheinen Pflicht. Beginn 18 Ubr.— Abt. Mohlsdorf: Heute feiern wir Grupvengcburtstog im Heim ab 16 Ubr. Hohenschönhausen: Montag. 5. Dezember: Nestfalken von 17 bis 19 Uhr Spielen in der Schulbaracke Dingelstädter Straße. Jung- und Note Falken üben. Mittwoch. 7. Dezember: Iungkalken im Jugendheim Altes Sckssoß. Hauptstraße, von IT1? bis 19� Uhr. Basteln. Donnerstag. 8. Dezember: Rate Falken van 17 � bis 19� Uhr im Jugendheim Altes Schloß. Sterbetafel der Groß-Berliner Partei-Organisation 0. Abt. Nach langem, schwerem Leiden verstarb am 39. November Frau Johanna Faber, Gottin unseres allbewährten Genossen Gastwirt Map Faber. Stephanstr. 11. Ehre ihrem Andenken. Die Beerdigung findet am Montag. 15'.- Uhr. von der Kapelle des Dankes-. Kirchhof, Reinickendorf-West, Blanke- straße. aus statt. Wir erwarten rege Beteiligung. 57. Abt. Unser Genosse Friedrich Brauch, Herderstr. 6, ist im 68. Lebensjahre verstorben. Ehre seinem Andenken! Trauerfeier Montag, 5. Dezember. 14'.< Uhr. in Stahnsdorf. Abfahrt Charlottenburger Bahnhof 13.29 Uhr. 108. Abt. Unser alter Genosse Karl Noack, Fontanestr. 9, ist am Montag, 28. November, verstorben. Ehre seinem Andenken. Die Trauerfeier findet am Montag. 5. Dezember. 18 Uhr. im Krematorium Baumschulenweg statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 125. Abt. Am 26. November verschied unser langjähriger Parteigenosse Ludwig H o d a p p. Der Verstorbene war lange Jahre Vertreter des 18. Kreises( Weiße ufee) in der Stadtverordnetenversammlung. Aufrichtigkeit i'nd Treue waren ihm keine leeren Begriffe. Das Schicksal setzte ihm nach langer rastloser Tätigkeit sein Ziel. Wir werden sein Andenken in hoher Ehre bewahren. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. 128. Abt. Am 39. November ist unser Zahlabendswirt Richard Frenz. Kaifer-Friedrich-Str. 67. verstorben. Ehre seinem Andenken. Beerdigung am Montag, 5. Dezember. 15'? Uhr, aus dem Gcmeindcfricdhof Schönholz. Bahn- bofstraßc. Um rege Beteiligung wird gebeten. Vorträge, Vereine und Versammlungen Zentral vor band der Arbcitsiuvaliden und Witwen Deutschlands. Montag. 5. Dezember, folgende Versammlungen. Gäste können einoefü.hrt werden. Gruppe Eharlottenburg: 17 Uhr im Lokal Hclmholtz-Ouellc. Helmholtzstr. 21.— Köpenick: 17 Uhr 7. Volksschule. Köpenick. Freiheit 15.— Lichtenberg: 16 Uhr im Lokal Wegner. Berlin. Frankfurter Allee 236.— Lichterfelde: 18 Uhr im Lokal Rohdc, Hmdenburgdamm Ecke Roonstraße.— Mitte I: 16 Uhr im Metall- arbcitcrvcrbandshaus. Elfässer Str. 88.— Pankow: 14 Uhr in der Schulaula Pankow. Grunowstraße..— Steglitz: 17 Uhr im Lokal Wernicke, Berlinickestr. 1. Sozialistisch. Zionistische Bcrriviaung Poale-Zion. Montags 5. Dezember. 29'�- Uhr. Logenhaus. Kleiststr. 19, Vortrag von Genossen Dr. Georg Landauer: „Die Lage in Palästina und die Tagung der Vereinigten Arbeiterpartei". Hierzu 5 Beilagen DAMENKLEIDUNG DAMEN-WASCHE Reinwollene Kleiderstoffe gemustert, vorzügliche Qualität........... Meter 12* Ausnahme-Angebot; Hochwertige reinwoll. 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Perlag S. nu b. H.. Berlin. Druck: Borwärts-Buchdruckerci und BerlagsanftaU Paul Einger u. Co.. Berlin EW. 88. Lindenstr. 3. einem alten gläsernen ftasten werden behutsam etwa zwanzig noch ältere Tabakspfeifen aufbewahrt.„Rauchklub zur blauen Wolle" fleht aus jeden Pfeifenkopf geschrieben.„Wann tagt denn dieser Rauchklub?"—„Lieber fterr— sagte ERSTE BEILAGE SONNTAG, 4. DEZ. 1932 300 Jahre ixt dieses-Colt»!»II der Wirt— dag ist nun schon zwanzig Jahre her. dag aus diesen Pfeifen nicht mehr geraucht wurde.„Rauchklub zur blauen Wolke", das war der Deckname für den Schönflieher Arbeiterverein zur Zeit des Sozialistengesetzes. Spater brauchten diese Männer dann keinen Decknamen mehr..." Der Mord in Tegel Mit brutaler Gewalt erschlagen Das Derbrechen an dem Versicherungsagenten Johannes Leffert, der in seiner wobnung in der Berliner Strahe 12 in Tegel erschlagen ausgesnnden wurde, slellt sich als ein mit ungewöhnlicher Brutalität ausgeführter Mord heraus. Bei der Untersuchung durch den Gerichtsarzl wi'-rden am Kops des loten furchtbare Verletzungen feflgeflellt. Das linke Ohr war völlig zersetzt, ein Stück war durch einen hieb gänzlich abgeschlagen. Die linke Schädelfeile weist fünf bis sechs tiefe Verletzungen auf. das Gehirn ist mehrmals blohgelegt. Zur Tat muh ein schwerer slumpser Gegenstand benutzt worden sein. Die Mordwasfe ist verschwunden. Nach den vorläufigen Ermittlungen fehlt ein Parbetrag von etwa 45 M., ein Brillantring, ein Postscheckheft sowie die WoHmmgs- und Cchrank- schlüssel. von dem Ermordeten ist bei der Dienststelle V. 1 bekannt, dog er die B e k a n n t s ch a f t von jungen Männern Unter den Linden und in der Passage zu suchen pflegte. Im Oktober war er von.linininalbeamten festgenommen und eingeliefert worden. Als jetzt bekannt wurde, das; Bessert ermordet worden war, muhte man vermuten, dah die oder der Tater in entsprechenden Kreisen zu suchen sind. Am Tatort fehlen verschiedene Schriftstücke. Der Mörder hat auf der«inen Seite des Schreib- tisches das Fach verschlossen und die Schlüssel wahrscheinlich mitgenommen. Der Schlüssel konnte am Tatort nicht gefunden werden. Aus den Zeugenaussagen geht hervor, daß Bessert schon am Freitagnachmittag gegen 5 Uhr mit dem schon früher erwähnten jungen Manne, der einen grüne» Mantel trug, an der Strahenbahnhalte- Als auch der junge Mann fein Stück bekam, meinte er ersiaunti„Wird denn die Wurst nicht gewogen?"—„haha— lachte der Wirt— meine Wurst wiegen? Bei uns geht das alles noch nach Augenmah und Handgewicht." Nachdem die Wurst verdrückt war, berichtete der Oftpreuhe weiter über Tapiau. der Weihnachts- mann jagte gar nichts und der Engländer aus der Sperlingsgasse sang: ,.U'x a laiijr way tc> Tip- perary." Der Wirt hatte nämlich die Korn- flasche gleich neben dem Bierhahn stehen lassen. D.n;«,-Cot ikruy ron Sciiütijliefi irar eine sie den Cousin des Weihnachtsmannes nannten Ein etwa b 5 j ä h r> g e r Mann, der in jeden Satz einen englischen Brocken warf, etwa so:„Wo habe, ich denn mein podevthancilinrdi.iek gelassen?" Er meint damit fein Taschentuch. Ein etwa 5l)jähriger Oftpreuhe, der feine Zechgenossen nur mit„Ihr Lorbasse" anredete. Etwas abseits an dem ellenlangen Tisch ein junger Mann. Alle sahen auf Bänken, denn so viel Sprüche und Würste die Raabe-Diele hat, so wenig Stühle besitzt sie.„Früher— meinte der Wirt— habe an diesem Tisch auch immer Heinrich Zille gesessen." Der Achkundsiebzigjährige war ein Hof- sänger: 35 Jahre long hat er dieses Gewerbe ausgeübt.„Ich habe aber nur fromme Lieder gesungen", erzahlt er dem Ostpreuhen. Worauf dieser zur Theke ging und eine Wurst vom haken nahm. Die Würste hängen nämlich in der Raabe- Diele so, daß der Wirt den hereintretenden Gast zuerst durch die Kringel seiner Mettwürste an- sieht. Diese Wurst wurde aber wieder ausgehängt. Denn der Psalmsänger hatte gesagt, solche Wurst könne er nicht mehr beißen. So suchte der Ost- preuße eine weiche Wurst aus. Sie wurde in Stücke geschnitten und an die Tafelrunde verteilt. lle Jte'aisjlalion der 3>o{l nach J>ren9lau Dann ging langsam der Krach los. Als der Engländer seine Bardenklänge beendet hatte, fragte ihn der Oftpreuhe, ob er einmal einen Klimmzug machen wolle und streckte seinen Arm aus. Nein, sagte der Engländer. Dann solle er mal seine Muskeln ansahen, protzte der Ostpreuße Wozu, fragte der Engländer. Weil er ihm eine Schelle hauen wolle, antwortete der starke Mann, wenn er noch einmal englisch rede. Jetzt wollte sich der Fünfundsechzigjährige seinen Mantel ausziehen und mit dem Ostpreußen einen Gang machen. Es war wie im Dreißigjährigen Krieg. Aber die Greise taten sich nichts. Der Rnißwirt von Schöniließ Die Leute in Schönsließ sind friedlicher. Sie haben sich auch sinnigere Sprüche an die Wand gehängt. Etwa wie diesen hier: Wer sprechen will über mich und die Meinen, Der gehe nach Haus und betrachte die Seinen, Und find' er sie frei von allen Gebrechen, So kann er kommen und über mich und die fMeinen sprechen. ..Ich liebe in großen Städten diese älteren Stadtteile mit ihren engen, krummen, dunklen Gassen, in roeldie der Sonnenschein nur oerstohlen hineinzublicken wagt; ich liebe sie mit ihren Giebelhäusern und wundersamen Dachtraufen, mit ihren alten Kartaunen und Feldschlangen, meldte man als Prellsteine an die Ecken gesetzt hat. Ich liebe diesen Mittelpunkt einer vergangenen Zeit... und nie kann ich um die Ecke meiner Sperlingsgasse biegen, ohne den allen Geschützlauf mit der Jahreszahl 158V. der dort lehnt, liebkosend mit der Hand zu berühren." Diese schönen, schlichten H orte notierte Wilhelm Raabe unterm 20. Sooember in seiner„Chronik der Sperlingsgasse". Es ist nodi alles so geblieben: die Jungfernbrücke, die Sperlingsgasse und.. die Raabe-Diele.„Hie alt ist eigentlich Ihr Lokal?'' fragten mir neulich den W'irl...\ och ein' wenig, dann sind es dreihundert Jahre" anl- mortetc er. So kann man 1932 mitten in dieser Riesenstadt in einer verräudterlen, alter s- sdrmachen, mit Andenken überladenen II irtsdiaft sitzen, aus deren gleiche Fenster bereits in den Tagen des Dreißigjährigen Krieges die Gäste auf die Spree gesehen haben. Und wie ehedem werden die Schulden der Zedier noch mit Kreide an die 7 ür geschrieben. Es kam aber nur der Landjäger, eine Molle trinken. Den hatten die Schönfließer von Berg- felde geholt. Als der erste Dezembertag erwachte. stand auf der Feldflur von Schönsließ, einsam und oerlassen ein Auto. Das mühen Räuber sein. sagten die Schönfließer. auf deren Aecker früh- morgens im allgemeinen keine herrenlosen Autos stehen. Als jedoch der Landjäger kam, war das Auto schon wieder weg. Der Besitzer hatte nur eine Panne gehabt, das Auto vom Weg auf den Acker geschoben, nach Mühlenbeck zum Schlosser telephoniert und nun begann der Wettlauf zwischen dem Schlosser und dem Landjäger. Da der Schlosser ein Auto hatte, siegte er und der Gendarm fand kein Auto mehr. Das veranlaßte ihn nachher zu der philosophischen Bemerkung: „Wenn die Leute friedlich sind, sind wir auch friedlich." Dann empfahl er sich und radelte wieder nach Bergseide. Dieser uralte Dorfkrug Hot einen riesengroßen Vorbau.„Ja, ja— sagte der Wirt— eine schöne Veranda, Krugschauer heißt das und darunter wurden früher die Pferde gewechselt. Dann blieben die Postpferde hier und wenn die Kutsche aus Prenzlau zurückkam, wurden sie wieder vor- gespannt und die anderen blieben hier." Es muß aber eine teure Sache gewesen sein, mit der Post- kutsche zu reisen, denn wenn die Schönfließer nach Berlin wollten, gingen sie zu Fuß. Jede Sonn- tagnacht zogen die Schönfließer Maurer und Zimmerleute los, um Montag früh um ö Uhr aus ihrer Baustelle zu sein, hier blieben sie die Woche über und erst Sonnabends zog die Kolonne wieder nach Schönfließ.„Mein Vorgänger— erzählt der Wirt weiter— machte damals noch ein schönes Geschäst. Er schlief gleich neben der Gast- stube und jeden Morgen um%5 Uhr kroch er i aus den Federn. Dann machte er die Fenster- laden auf und stellte in jedes Fenster eine Reihe Kornflaschen. Um 5 Uhr kamen die Knechte vom Gutshof, jeder nahm seine Kornslasche und zog aufs Feld. Dann klappte der Mann die Laden wieder zu und legte sich noch einmal auss Ohr." Der Wirt kennt auch den verslossenen Wilhelm, den Fürsten von Putbus, die Barone von Veit- heim und hundert andere Exzellenzen. Das waren die Jagdgäste der Herren von Veltheim, denen heute noch das Gut Schönfließ gehört. Nach der Jagd— das ehemalige Hofjagdrevier schließt sich unmittelbar an— aßen im Dorskrug dann die 30 Treiber. Nach dem Kriege wurde die Jagd an Berliner Direktoren verpachtet.„Wenn dann Jagdessen bei mir war, mußte ich anschließend immer die Stube neu tapezieren lassen. Ich ver- stehe nicht, das wollen nun feine Herren sein, aber wenn sie erst im Tee waren, schmissen sie meine ganzen Weingläser an die Wand. Zum Schluß sah es immer aus, als wäre man nicht in Schönsließ, sondern in Sodom und Gomorrha." Deshalb hat der alte Fachwerkbau so nagelneue Tapeten. Aber das Schönste hängt an der Wand. In Rostig wird des Zuges Schiene, Wenn er nicht darüber läuft, Traurig wird des Mannes Miene, Wenn er ab und zu nicht säuft. Unter diesen weisen Versen saß eine seltene Tafelrunde. Ein 78jähriger Mann, der eine Wurst bekam. Ein etwa 7 0 jähriger baumlanger Herr mit einem weißen Rauschebart, den Alten Kneipen gebricht es weder an S p r ü ch e n noch an Würsten. An den Wänden der Raabs- Diele Höngen etwa zwanzig. Sie passen nur nicht für die Zeitung. Das ist der mildeste: tlrnJ/uiMedeK .IJCiu�zaeddck' 91 ieHtOHduMSm . PtäüüMigkeU M � JfamlswL,, '(haJtCiatswu*e4i diese JUtgeioie! ECHTE PE CS ER-TEPPICHE Oiwandecken Tischdecken Diwanröckwä'nde Daunendecken 6ol)elinaeiiÄD.M'i?o�5 Wollender i)2S HARKEN-TEPPICHE bewährfe Weba i�ervHuster und Größen e 130* 200 c*160'24Ö-3200*300 ce 230*330 3250*350 c* 3 300* WO£50470 12H9.- 15?- 24- 26:32: 2W 34:43.- Z 5M 89; 2?; 33: 44: 46: 59: 63: 84; 128: Brucken Be�um randungenBeTtvorlagen Sm/rno, sRwere Tiemcr 1 75 Jocquard-Boude, reines HoGrqarn, woiiplüschMomed, schwere Oac Qualilatco 9(>150m.Fr. y.-uäufero 68'3«LI f2C1löuferoo.90«3«)iAW Qualität C06OM«) m. Franse JL» [Ournoy-yelOuCreire�LBS a2Beit»ori3qen/|l, aZSeHvoriogennW SniYTO�hwere mechonQuolitöt Cft1! wolle caWÖOm Fr.|t. ca60«i30 IT. ca?CHA0 lU_ reine Wolle ca 75'155 m. 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Die Jagd nach Kleinwohnungen Oktober 1932 standen in Berlin 26000 Wohnungen leer In wenig Worten An Stelle des vom Bayerischen Rund- f unkbetrieb bisher betriebenen 1,4-kw« Senders wurde am Sonnabend der neugebaute 75-krv-Sender mit einem Festakt in Be- trieb genommen. * Auf dem Währinger Gürtel in Wien stich ein L a st a u t o, das in schnellem Tempo fuhr, gegen einen Stroßenbahnzug. Bei dem Zusammenstoß wurde das Auto vollständig zer- trümmert und drei Insassen getötet. Eine Passantin wurde so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Auch in dem Straßenbahnzug, der erheblich beschädigt wurde, gab es mehrere Verletzte. * In einigen Tagen wird vor dem Zioilgericht Bayreuth über den Entschädigungsanspruch 'es 70jährigen Brauereibesitzers Kommerzienrat Meußdörfer verhandelt, der unter dem Ber- dacht der Ermordung seiner Frau monatelang im Gefängnis sitzen mußte, nachdeni die wahren Mörder längst ein Geständnis abgelegt hatten. Meußdörfer hat den bayerischen Fiskus um eine Entschädigung in Höhe von 08 000 M. verklagt. * In Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Reiches und der Länder wunde zwischen Saatfeld und Schlei z bei Saalburg die Zlö Millionen Kubik- meter Wasser fassende Saaletalsperre ein- geweiht. Die Fertigstellung der Saaletalsperre dauerte 0 Jahre. Aus einem Gebiet von 920 Hek- tar und 28 Kilometer Länge mußten u. a. 20 in- dustrielle Anlagen und 120 Häuser, die ehemals von 700 Menschen bewohnt waren, unter Wasser gesetzt werden. Das mit der Sperre verbundene Kraftwerk wird den von vier Turbinen erzeugten Spitzenstrom(Jahresmenge SO Millionen Kilowatt- stunden) über 50 000 bis 100 000 Boltleitungen nach Thüringen, Sachsen und Preußen liesern. * In einem Walde in der Nähe von D i e n st a d t (Thüringen) wurde ein 27jähriger Schneider- gshiiie von unbekannten Tätern erschossen. Heber die Motive der Tat konnten noch keine Feststel- langen getroffen werden. Gaitenmvrd? 54j»k?i!;e krkui tot aufgefunden Die Mordkommission wurde in den gestrigen späten Abendstunden nach der Reichen berger Straße llb im Südosten Berlins alarmiert, wo die Sljährige Iran Elise G r o n w a l d unter verdächtigen Umständen tot ausgesunden worden war. Starke W ü r g e m a l e am hals der Toten gaben dem Verdacht Nahrung, daß Frau G. von ihrem Mann, dem Sdjährgen Rentner Gustav Gronwald, erdrosselt worden war. G. ist ist sestgenommen worden. Kriminalkommissar Rlühlsriedel ist mit der Klärung des Borsalles betraut worden. Tausende von Berliner Familien überlegen in diesen Tage», ob sie am 27. Dezember— dem Kündigungstermin für den 1. April 1933— ihren Mietvertrag kündigen sollen oder nicht. Ihre wirtschaftliche Lage läßt beinahe gar keinen anderen Ausweg als den der Kündigung zu, denn Erwerbslose und Kurzarbeiter können überhaupt nicht mehr die Miete für eine Zweizimmer- wohnung erschwingen und die übriggebliebenen Bollarbeiter nur unter größten Entbehrungen in der sonstigen Lebenshaltung. Die Frage ist nur: gelingt es den Mietern, die jetzt ihre Wohnung kündigen, bis zum 1. April auch wirklich eine billigere Ersatzwohnung zu finden. Denn es kann sehr wohl passieren, daß bei der allgemeinen Jagd nach Kleinwohnungen, die seit mehr denn Jahresfrist im Gange ist, viele Mieter ihre alte Wohnung aufgegeben haben, ohne eine neue zusagende zu finden. Dabei wird immer gesagt, die Neubauwohner seien ihre Mietverträge unter ganz anderen Ner- Hältnissen als den jetzigen eingegangen. Früher verdienten die Männer gutes Geld, heute aber nur noch einen Bruchteil davon. Das stimmt. Genau so ist es aber mit den Altwohnungen. Auch hier sind beispiellose Abstriche am Einkommen er- folgt. Wo früher mehrere Verdiener waren, so daß ein paar hundert Mark im Monat im Haus- halt zusammen kamen, ist heute nur ein einziger da, der vielleicht 30 M. in der Woche nach Hause bringt. Die Dinge in den Altwohnungen sind so zugespitzt, daß die Hausfrauen sich nicht mehr die Waschküche nehmen, weil sie die 25 Pf. Be- nutzungsgeld sür den Waschkessel nicht mehr be- zahlen können! Und so sucht heute alles nach einer bescheidenen 30-Mort-Wohnung statt der bisherigen 4S-Mark-Wohnung. Hauptsacke sind Kleinwohnungen Nun hat das Statistische Amt der Stadt Berlin am 10. Oktober 1932 eine Zählung aller leer- stehenden Wohnungen und Gewerberäume vor- nehmen lassen. Dabei stellte sich heraus, daß an jenem noch nicht lange zurückliegenden Tage 26 655 Wohnungen und 23 028 Gewerbsräume leer standen. Das heißt: bei einer Gesamtzahl von 1 353 800 Wohnungen in Berlin stehen 2 Proz. leer, während vor dem Kriege im all- gemeinen jeweils 3 Proz aller Wohnungen leer gestanden haben. Bon diesen leerstehenden Woh- nungen waren nur 15 125 Kleinwohnungen, rund 6500 mittlere Wohnungen und rund 5000 größere Wohnungen. Unter Kleinwohnungen versteht das Statistische Amt Wohnungen bis zu vier Wohn- räumen, wobei auch die Küche oder eine Kammer als Wohnraum gilt. Und aus diese Kleinwohnun- gen kommt es ja in der Hauptsache an. So ist bei genauerer Durchsicht der Zählungs- ergebnisie zu ersehen, daß am 10. Oktober 1932 beispielsweise 1159 leerstehende Kochstuben vorhanden waren. Die meisten hatte der Bezirk Mitte(225), der Bezirk Kreuzberg(181) und der Bezirk Friedrichshain(122). Die Außenbezirke sind durchweg arm an Kochstuben, selbst über- wiegend proletarische Vororte wie Neukölln hatten nur 23 oder wie Pankow nur 14 Kochstuben zu Generalversammlung der KGB. Die Verluste aus der Krise— 57 000 000 Mark Jahresumsatz Billiger Dezember-Sonntag im Zoo. Am heutigen Sonntag, dem 4. Dezember, kostet der Eintritt in den Zoologischen Garten nur 50 Pf. für Erwachsene und 25 Pf. sür Kinder bis zu 10 Jahren. Dieselben ermäßigten Preise gelten für das Aquarium. Nachmittags 4 Uhr Konzert. Am 1. Dezember fand im Lehrervereinshaus die ordentliche Vertreterversammlung der Kons umgenossenschaftBerlin statt. Der vom Vorstand erstattete Jahresbericht be- schäftigte sich zunächst mit der W i r t s ch a f t s- k r i s e und ihrer Auswirkung auf die Konsum- genossenschost. Die Umsatzschrumpfung, hervorge- gangen aus Preissenkungen seit 1929 mit über 30 Proz., aus der oermehrten Arbeitslosigkeit und mangelnder Kaufkraft und durch den Uebergang zu den billigsten Qualitäten ließ den nvtwendigen Einklang zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht immer herbeiführen. Durch vielfache Bemühungen auf systematische Senkung der Unkosten sei ab l. Oktober 1932 die Wirtschaftlichkeit der Betriebe wieder erreicht worden. Der Umsah betrug 1931/32 insgesamt 57 200 697 M. Der durchschnittliche Umsatz je Mitglied ver- ringerte sich von 358 M. aus 308 M. Die Zahl der Berteilungsstellen ging von 378 auf 367 zurück und die Mitgliederzahl sank von 199 106 auf 185134. Die Bewertung der auf der Vermögensseite aufgeführten Sachwerte stand unter dem Einfluß der deflatorischen Währungserscheinungen. Er- tragswirtschastliche und finanzpolitische Hinder- »isse, die durch die Wirschastskrise und die Ein- schrumpfung aller Sachwerte herbeigeführt wurden, mußten beseitigt werden. Die An- schaffungswerte für Grundbesitz und Gebäude so- wie für alle Einrichtungen sind zwar bisher jedes Jahr durch reichliche Abschreibungen herabgemin- dert worden, jedoch übten die Niedergangs«- scheinungen auch auf die Konsumgenossenschast entwicklungsstörcnden Einfluß aus. Die Gefahren, die aus den deflatorischen Wertverschiebungen entstanden, wurden schon seit langem erkannt und es mußte nunmehr zur Abwehr geschritten wer- den. Die Genossenschast hat schon seit Wochen ihre Funktionäre und die Mitglieder von den unabwendbaren eigenen Sanierungsmaßnahmen der Bermögensrechnung unterrichtet. In außerordentticher Weise wurden an den Einrichtungen, Maschinen und Betriebs- anlagen 7 145 349 M und an dem Grundbesitz 756 816 M. abgeschrieben. Der Bilanzverlust be- krckgt 6106426 M" Mit über 5O0 Stimmen gegen etwa 40 Stim- men beschloß die Vertreterversammlung, zur Deckung des Verlustes die Rücklagen mit 2 064 161 Mark abzuschreiben und die restliche Berlust- summe von 4 042 265 M. als Teilbetrag von den Gefchäftsguthaben zu entnehmen. Im einzelnen werden die Geschäftsguthaben bis zu 30 M. abgebucht, die Beträge über 30 M. verbleiben den Mitgliedern, auch den ausscheiden- den Mitgliedern, als Guthaben an die Genossen- schaft. Mit der Verminderung der Gebäude- und Einrichtungswerte um rund 8 Millionen Mark ist die Ivirtschasllichkeit der Betriebe nicht nur erreicht, sondern auch für die Zukunft sicher- gestellt. Ueber die Spareinlagenbewegung wurde berichtet, daß die Konsumgenossenschaft am 1. Juli 1931 49 Millionen Mark Sparguthaben verwaltet« und hiervon bis 30. Juni 1932 21 Millionen Mark zurückzahlte. Ab Juli 1932 bis 30. November konnten weitere 2 750 000 TO. zurückerstattet werden. Diese Leistung steht einzig da, denn in den 24 Millionen Mark zurückge- zahlter Beträge sind nur 3 Millionen Mark fremde Kredite enthalten. Das Gesamtvermögen der Konsumgenossenschaft haftet für die Sicher- heit der Guthaben aller Sparer. vermieten. Wer also eine Kochftube sür billiges Geld sucht, ist gezwungen, in die Mietkasernen Alt-Beriins zurückzukehren. Zweistubsn- und Küchenwohnungen standen an jenem Stichtage in Berlin 5808 leer. Hier führt wohl noch der Bezirk Mitte mtt 717 leerstehenden Zweizimmerwohnungen, chm iolgt der Bezirk Kreuzberg mit 600 Wohnungen dieser Art, aber hier treten bereits die Leerwohnungen der Bar- orte deutlicher in Erscheinungen. So hat Reinickendorf 550, Weißensee 544, Pankow 383, Treptow 282 und Lichtenberg 258 Zweizimmer- Wohnungen leerstehen. Die vierte Gruppe in der Statistik sind dann Wohnungen mit vier Räumen, was aber noch keine Dreizimmerwohnungen zu sein brauchen, sondern ebensogut Zweizimmer- Wohnungen mit Küche und Kammer. Hiervon standen 5701 leer, wie immer die meisten in Mitte und Kreuzberg, aber auch die Außenbe- zirke haben noch ganz erhebliche Ziffern leer- stehender Wohnungen dieses Typs aufzuweisen. Durch diese Statistik können also die vielen schwerwiegender. Beratungen am häuslichen Familientisch, was man mit der Wohnung machen soll, jetzt ein ganz anderes Gesicht bekommen. Aas Filmunglück Kelchswehr und Arbeitsdienst Man schreibt uns: Auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz sind. wie bereits berichtet, bei Ausnahmen für«inen hurrapatriotischen Film,„Choral von Leuthen" genannt, Angehörige der Reichswehr und des Freiwilligen Arbeitsdienst zum Teil schwer zu Schaden gekommen. Bei einem„Reiterangrifs" ist Reichswehr- kavallerie durch irgendeinen Regiefehler in die ..Infanterie" hineingesprengt, die von aktiven Reichswehrsoldaten sowie Mitgliedern des Freiwilligen Arbeitsdienstes ge- bildet wurde. Durch diesen bedauerlichen Unglücks- fall ist die Oeffentlichkeit darauf aufmerksam ge- worden, daß zu Filmaufnahmen Arbeitsdienst- willige und Reichswehrsoldaten an Stelle von Komparsen verwendet werden, die m ein« Zahl von ungefähr 2000 den Arbeitsnachweis in der Besselstraße bevölkern. Schon vor einigen Iahren ist von den Gewerkschaften beim Reichs- wehrministerium gegen die Verwendung van- Militär bei Filmaufnahmen protestiert worden, worauf diese Mitwirkung untersagt wurde. Seit dieser Zeit hat sich die Arbeitsmarktlage für die Filmkomparfen nicht gebessert, sondern noch er» heblich verschlechtert. Ganz abgesehen davon, daß die Verwendung von aktiver Reichswehr und Ar- beitsdienstfreiwilligen bei Filmausnahmen nicht zu deren Aufgabengebieten gehört, ist diese Ber- Wendung auch nicht dazu angetan, den Glauben an die Ernsthaftigkeit der Arbeitsbeschaffung?- pläne der Regierungsstellen zu festigen. Es gibt unter den Komparsen eine besondere Reiter- gruppe, die sich zur Darstellung von Reiteron- griffen ebensogut eignet wie aktive Kavallerie. Es gibt auch mehr als genug Komparsen, die sich al« Filminsanteristen verwenden lassen können. f/raktöcfi und SparSain im$ebraiuh IDEAL MILCH ko.NESTLE Der TELEFUNKEN 231 koste» einschL Röhren RM 189-,(be! Gleiehstr. RM 199,-) ... tönt es laut von fern und nah.., Welche Freude# wenn der TELEFUNKEN 231 unter dem Weihnachtsbaum anfängt zu spielen)...und welche Begeisterung, wenn man hört, wie er klingt, wie er trennt, wie er Sender nach Sender bringt aus ganz Europa. TELEFUNKEN Oll DKUTSCMI WILTMARKI Aus mit dem Klimperkasten Facharbeiter als Unterstützungsempfänger Daß im Winter, wenn es langsam aus Weilz- nachten zugeht, das Klaviergeschäft einsetzt, er- scheint den Klavieriabrikanten heute wie ein altes, längstvergesienes Märchen. Jetzt kennen die Fabrikanten schon lange kein Weihnachten, kein Ostern und kein Pfingsten mehr. Einst 200 Betriebe, jetzt zehn Der rapide Ausstieg der mechanischen Apparate- musik hat der gesamten Klavierindustrie langsam aber sicher den Lebenssaden abgeschnitten, so dag die Produktion auf ein winziges Minimum zu- sammengeschrumpft ist. Hatte in früheren Jahren ein Großbetrieb so SV bis S0 Instrumente die Woche zu liesern, so ist er heute heilsfroh, einen einzigen Auftrag zu erhalten. Das Auslands- g e s ch ä f t spielte dabei eine ausschlaggebende Rolle; deutsche Klaviere reisten bis Südamerika, Asien und Afrika. Es hat die Musikmaschinerie das Jnlandsgeschäst und die Zollpolitik das Aus- landsgefchäst in der Klavierbranche zunichte und Tausende und aber Tausende von Menschen seit vielen Jahren brotlos gemacht. Der Musik- und Jnstrumentenbau umfaßt etwa 6M> Berufs- angehörige, von denen heute ganze 300 in Lohn und Brot stehen. Nachdem die Leute zum größten Teil j ahrelang erwerbslos sind, erscheinen sie nur etwa zur Hälfte mehr in den Listen der Arbeitslosenunterstützungsempfänger, all die anderen sind lange übergewechselt zur Wohlfahrt. Aber auch die paar Betriebe, die noch Arbeit haben, mußten sich auch anderweitig umstellen, sie bauen Radioapparate, Geigen und Möbel. Den Klavier st im mern geht es nicht besser, wie den Klavierbauern: zuerst einmal hoben die meisten Leute kein Klavier mehr und zum Zweiten über- legen es sich die wenigen reiflich und sehr lange, das Klavier wieder einmal stimmen zu lassen. Verhanie statt Käufe „Soviel Platz und soviel Geld gibt es gar nicht, wie ich haben müßte", erzählt der Inhaber eines Klaoierfabrikationsbetriebes,„wollte ich all die Klavierangebote erfüllen. Vier bis fünf Jnstru- mente pro Tag, die mir unter wirklich günstigen Bedingungen— es find ja alles Notverkäuse— angeboten werden, das reicht kaum; und was ver- kaufe ich? Wenn ich einen ganzen Auftrag im Monat kriege, dann bin ich froh. Weihnachten vor drei Jahren habe ich noch 40 Klaviere verkauft, im vorigen Jahr eins, na und in diesem Jahr rechne ich schon kaum damit." ->ta6c;ben mit goldenen Flügeln- Da ist einer, der trotz allzugroßem Logerbestand doch noch nicht den Mut verloren hat. Der ging einfach her, strich eines schönen Tages vier seiner besten Flügel mit schöner Goldbronze an, Holle sich von der Musikhochschule vier Pianistinnen, BiMioiUclc dec AcUäaÄttduK�seUuU Lindenstr. 3, 3. Hof rechts II. Geöffnet Dienstag, Donnerstag, Freitag von 18 bis 20 Uhr. Die Bücherei steht allen Mitgliedern der Partei und der Sozialistischen Arbeiterjugend unentgeltlich zur Verfügung. steckte sie in schöne, hellblaue Seidenkleider, stellte mit ihnen ein Programm klassischer und moderner Vortragsstücke zusammen und baute sich eine regelrechte Varietenummer auf. Jetzt spielen vier blauseidene Mädchen auf vier goldenen Flügeln allabendlich aus der Bühne eines Varietes, mal da mal da und die Engagements lassen sich gut an. Der Herr Impresario schafft ihnen aus fachmännische Weise jeden Abend ihr Handwerkszeug von und zur Bühne. Nächstens geht es auf die Provinztour und später ins Ausland. Auch da wird das Handwerkszeug mitgeführt, auf einem großen Lastauto rollen vier goldene Flügel in die weite Welt. Millionär wird der Klavierbauer ja keines- falls damit werden, es gehen ja allerhand Trans- portkosten draus, von der Abnützung der Jnstru- mente ganz abgesehen. Aber der Mann ist, wie viele seiner Berufskollegen, kein nüchterner Kauf- mann; es steckt so ein bißchen was vom Bastler und Künstler in ihm und wenn bei der Auf- führung ein Musiksachverständiger zu ihm sagt: „Meister, Ihre Flügel klingen aber ganz prächtig", dann ist ihm dies Lob mehr wert, als die Gage. Nebenbei sieht er aber auch ein wenig nach dem Geschäft und da und dort bleibt doch ein Kunde hängen. Wenn man, wie dieser Mann, so seine 150 Instrumente auf Lager hat, dann kann man immerhin noch auf ein relativ gutes Verleihgeschäft rechnen. Das heißt, die Mieter sind naturgemäß auch der Zeit zum Opfer gefallen und kostete früher ein Flügel pro Monat 40 M., so kann man ihn heute schon um die Hälft« haben, ebenso verhält es sich mit den Klavieren. Die Hauptkundschast sind Musikausübende, wo man mit dein Inkasso der Mieten auch wiederum vielfach seine liebe Not hat. Aus der anderen Seite aber bemühen sich all diese säumigen Zahler, dem geduldigen Gläubiger durch Weiterempfehlung Kunden zu verschaffen. Die Kot der Klavierlehrerin Was machen nun all die vielen, die den Musik- Unterricht als Existenz gewählt' hatten? Auch sie gehen den Leidensweg zur Stempelstelle. Der Tonkünstlerverein, die Berussorganisation der Musitaus übenden, spricht von einer Zahl von etwa 3000 Menschen, von denen heute nur ein ganz kleiner Bruchteil ein wenig Beschäftigung hat. Dabei vergrößert sich das Heer der Musikunter- richtenden ständig, denn alles was aus dem Orchester auf die Straße fliegt, Komponisten, die ihre Sachen nicht loswerden, engagementslose Sänger und Kapellmeister, sie alle versuchen natürlich auch diese letzte Möglichkeit. Der Jammer speziell unter den Musiklehrerinnen ist groß. Ein unglücklicher Schuß Lcbupowacbtineister schwer verletzt 3n der Werkstaft der Polizeiinspekfion Kreuzberg in der Friesen st raße ereignete sich gestern ein bedauerlicher Unglücksfall, wobei ein junger polizeiwachlmeister schwer ver- lehl wurde. Der Polizeiwachtmeister H. war in der Werk- statt mit dem Ausprobieren seiner P i st o l e be- schäftigt. Dabei ging ein Schuß vorzeitig los und traf den in einiger Entfernung stehenden Wacht- meister B e h r e n d von der 4. Bereitschaft der Inspektion Kreuzberg. Die Kugel drang ihm in die Leistengegend. Bewußtlos brach der Ge- troffene zusammen. B. wurde sofort in das Staatskrankenhaus nach der S ch a r n h o r st st r a ß e übergeführt. Wieder ein Urteil! Zuchthaus für Arbeitersportler Das Landgericht III fällte gestern auf Grund der Terrornotverordnung gegen einen Arbeitersportler ein unmögliches Urteil. Selbst das erkennende Gericht charakterisierte es durch die Urteilsbegründung als solches. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Krumm- reich, führte u. a. aus: Die Notverordnung habe zweifellos nicht gedacht an einen Fall, wie der hier zur Aburteilung gekommen ist. Das Gericht war jedoch gezwungen, das Gesetz anzuwenden. Der Angeklagte müsse vielleicht un- schuldig darunter leiden, daß im Laufe der letzten Zeit politische Kämpfe in einer Weise ausgesochten wurden, die den Reichspräsidenten zwangen, durch die Notverordnung derartig harte Strafen zu bestimmen. Jedenfalls erschien schon die Mindeststrofe dem Gericht hart genug. Das Urteil, 1 Jahr Zuchthaus, erscheint um so unmöglicher, als das Gericht selbst anerkannte, daß der Hitler-Iunge die Prügel, die er bekommen hatte, eigentlich selbst provozierte. Am 11. September fand im Neuköllner Stadion ein Sportfest der Arbeitersportler statt. Der Hitler-Iunge K o l z i g hielt es für angebracht, obgleich er wußte, daß hier ein Arbeiterfportsesl stattfindet, mit mehreren Hitler- Mädchen über das Stadion hinweg zur'Falken- berger Straße zu gehen. An der Sportterrasse wurden die Mädchen ausgefordert, die Hitler- Abzeichen abzunehmen. Die Arbeiter- sportler waren mit Recht darüber empört, daß man sich mit den Hakenkreuzen auf ihr Sportfest hineingewagt hatte. Eins der Hitlrr-Mädchen halte darauf die Dreistigkeit zm antworten, ich nehme es nie ab, also auch hier nicht. Der Hitler-Bursche mischte sich ein, es wurde dem Mädchen und ihm das Hiller-Abzeichen abgerissen, er ging einige Schritte zurück, steckte die Hand in die Hosentasche und rief:„Zurück oder ich schieße." In der Ueberzeugung, daß er seine Drohung wahr- machen würde, stützten sich die Arbeitersportler aus ihn und zogen ihm die Hand aus der Tasche. Und siehe da: er hiell darin einen scharf ge- ladenen Revolver..Es hätte nur wenig gefehlt und Blut wäre geflossen. Man entwandte ihm die Waffe, schlug ihn zu Boden und erteilte ihm eineTrachtPrügel. Dann führte man ihn der Polizei zu. Für den Staatsanwalt war das Landfriedensbruch und gemeinschaftliche ge- sährliche Körperverletzung. Die Anklage wegen Landfriedensbruch wurde in der Verhandlung fallen gelassen. Blieb die Körperverletzung. Un- geachtet der Bemühungen des R.-A. Dr. Joachim, der für Notwehr plädierte, erkannte das Gericht gegen den ZSjährigen Schlosser Robert Stock auf die Mindeststrafe von 1 Jahr Zuchthaus und gegen den jugendlichen Steindruckerlehrling Wilhelm Seemann auf 6 Monate G e- f ä n g n i s unter Zubilligung einer Bewährungs- frist. Der 2Sjährige Angeklagte Krüger wurde freigesprochen. In der Urteilsbegründung hieß es aber: Das Verhalten der Hitler-Burschen und-Mädchen habe unbedingt provozierend wirken müssen, es unterliege keinem Zweifel, daß es Reichsbanner- leuten, die unter gleichen Umständen bei den Nazis erschienen wären, wohl nicht anders er- gangen wäre. Das unmögliche Urtell beweist aber noch einmal zum Ueberfluß, daß mit der Terrornotverordnung je schneller, je besser ein Ende gemacht werden muß. Ei»« neue Weltplage— Rheumatismus! So ungefähr in allen Ländern der Erde, in allen Altersklassen ist deute das Rheuma verbreitet. Ueberall findet man viel mehr Rheumatiker als Tuberkulöse. Das brauchte nicht zu fein. wenn jeder rechtzeitig etwas gegen seine Beschwerden unternähme. Etwas Bewährtes nehmen— wie Zinsser- Rheumatismus-Tee. Es gibt wenig Mittel, die sa gelabt werden und auch wenig andere, die man in Brasilien ebenso nimmt wie in Dänemark, in Nordamerika wze in Polen. Bas man vom Zinsser-Tee erwarten kann, sagt die Anzeige von Dr. Zinsser u. Co. in Leipzig in»er heutigen Nummer. � Billige Zimmereinrichtungen. Wer gerade setzt Möbel kaust, kauft ganz besonders giinstig. Den» es ist eine oolkswirtichaftliche Ersahruna. datz mit seder Besserung der Birtschastslage die Preise für die Rohstoffe steigen, was auch eine Preissteigerung für Fertigfabrikate zur Folge hat. Es ist also sicher damit zu rechnen, dost die Möbel bald teurer werden. Jetzt aber sinden Sie in dem bekannten Möbel, und Ausstattungshause B. Feder, Brunnensir. l, am Noienthaler Platz, noch eine Riesruaus- wähl von Zimmer». Einzel, und Ergänzunasmäbel». auch von Teppiche» und. Gardine», zu beispiellos niedrigen Preisen. Dabei können Sie aus Wunsch alles gegen ganz kteine Raten erhalte». An den Sonntagen vor Weihnachten von 3 bis 7 Uhr geöffnet. Die schweren Zeiten, in denen wir uns befinden, zwi». gen, nur solche Geschenke zu machen, die gleichzeitig er. freuen und nützlich sind. Im Inserat der Firma Teppich. Burich unter dem Titel:„Die richtigen Weihnachto- geschenke" finden Sie das, was Freude hereitet und doch in einer Familie alle» zugute kommt. 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Die Frage ist also dabin ent» schieden:„Bon jetzt ab nur»och Osram-Beihnachtskerzenl* Könne» Sie einen echte» Perserteppich von einem deutschen Tefzet-Crient unterscheiden?— Wgnn ja, denn beweisen Sie es, indem Sie(ich am grossen Weihnachts. Preisausschreiben der Teppichfirma Quantniener». Eickc. Berlin W. 8, Wilhelmstr. öo(an der Leipziger Stratzej, beteiligen!—„Welcher Teppich ist der echte?— und welcher der Tefzct. Orient?" lautet die Preisfrage! Zwei echte Perser- und zwei Tefzet. Orient. Brücken sind die vier ausgesetzten Preise. Besorgen auch Sie sich die kostenlssen Beteiligungsscheine bei Quantmener u. Eicke. Wilhelm- stratze 55. Soldsink am Alerandeiplatz. Zu richtiger Zeit vor dem Weihnachtssest eröffnet beute die Firma Goldfink im Hause Alexander die achte Filiale. 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Dezember, nachmittags SV: Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Kiefholzstraße, statt BANK UNO SPARKASSE AUER ARBEITNEHMER Danksagung Für den Beweis herzlicher Teilnahme an dem unersetzlichen Verlust, der uns durch den Heimgang meines lieben Gatten. unseres guten Vaters und Großvaters betroffen hat, sprechen wir unseren aufrichtigsten Dank aus. Emma Böhm geb. Völzke oebit Kindern und Enkelkindern Berlin, im Dezember Maxstr. 18. Am 2. Dezember verschied plötzlich infolge Herzschlags meine treue Lebensgefährtin Marie Hilzinger im 65. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Gottfried Hilzinger und Geschwister Köpenicker Str. 70. Einäscherung Mittwoch. 7. Dezbr., 18 Uhr. im Krematorium Baum- schulenwcg. Schöne Kränze liefert preiswert Blumen- Meier Prenzlauer Allee 222 Tel. Humboldt 065? Am Mitiwoch, dem 30. November, 14 Uhr, entschlief sanft nach jetzt kurzer, schwerer Krankheit mein inniggeliebterMann, unser herzensguter Vater. Schwieger- und Groß- va'er, mein guter Sohn, unser Bruder und Onkel, der Gastwirt Richard Franz im Alter von 48 Jahren. Dieses zeigen tiefbetrübt, um stille Teilnahme bittend, an Louise Franz« geh Tornow Grete und Frieda« als K nder Otto Pohl, als Schwiegersohn Mira Pohl, als Enkelkind Marie Franz« als Mutter. Berlin-Pankow, Kaiser-Friedrich- Straße 67. den 3 Dezember 1932 Die Beerdigung findet am Montag, dem 5. Dezember. 15'/» Uhr, auf dem Pankower Friedhof III (Schönholz, Bahnhofstraße) statt. Oeutsdier WsiMM-Wm Vei waltungsstelle Berlin Todes-Anzeige Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Elektriker Paul Fukas geb. 12. April 1876. am I. Dezember gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, dem 6. Dezember. II Uhr, imKiemaiormmGerichtstraßestatt Rege Beteiligung erwanet Ute Ortsvcrwaitung. Homöopathie Nieren-, Blaücn-, Leber-, Gallen-, Magen-, Darm- innere o. Nervenl.V ftopa* VI Unztutr. 9 »dianül. nur 2 M. LU 3CI 10 2. 4-7. 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Wer biltf mit. daß uu cten Geraugenen und deren armen. Hthsdedüritigen Angehörigen tu dieser wirltchastlich so idiwe eu ett eine Weib- naditstreubt bereiiel werbe? Viele ahnen nicht, wie drückend und dilter die Vor rei dreien itt Für sie mödjtcn w r edle Mensch nherzrll erwärmen Tromit auch sie auf eine stille Freude hoffen dürfen und in den Tagen der sefi.ten und rrdh. iichcn Feffzeit n cht ohne Liebe bte'ben. dilten wrr die tiebin Leier dtefer ge lung berzltch um Gaben der Liebe Gerste, Prarrer am Frauengefängnis Verlin NO 43. Barnimtir. 10. und zm Gerichisgetängms Verlin»Lichl«nbera Magdalenrnltr 7. Genehm v d Herrn P. Ii eiprät o 19 11.32 Ouiltunq* Robdii u.ReKIdmemdrKm tertigf wl liSlahmi ab Spezidlität (onnid Müller »«AKcuetm l+ipiig. IST DIE BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, S BERLIN Zentrale: SW19. Märkisches Ufer 32 Wallstraße 62, 65 Depositenkasse; SW 68, Lindenstraße 3 l>ank*a£(iD$r Hiermit sagen wir allen Freunden und Bekannten für die überaus liebevolleTeilnahmebeidt rTiauer- feier me ner lieben Frau, unserer guten Mutter unsern herzlrfwen Dank, insbesondere dem Redner Herrn Träger vom Freidenkerverband. sowie den Mitbewohnern unseres Wohnungsblocks und den Kollegen der Kon umgenossenscha1 Otio Plafiemann nebst Kindern Pau'-Heyse-StraBe 9. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes Paul Schiflke sage ich allen Freunden und Be- kannren, die ihm die ieizie Ehre erwiesen haben, den herz.nni sten Dank K ara Schitfkc. Bin-Bohnsdorf, den 4 Dez>932 Miefßedich: EINWEIHNACHTSLOS 50 PF ODER• EIN GLÜCKSBRIEF 10 LOSE 5 RM 20 LOSE tORM. GEWINNE IM WERTE VON OOO rm ZIEHUNG! 20.U21 DEZ 1932 ARBEITER-WOHLFAHRT Lose zu haben; Bei den Kreisleiterinnen der Arbeiterwohlfahrt, Verkaufsstellen der Konsum-Genossenschaft, Vorwärtsfilialen, Wertheim und Singer w l r K• a m sin« die KLEINEN ANZEIGEN Inder Gesamtauflage des„Vorwärts'* und trotzdem ii! DER AUFSTIEG DER VOLKSFURSORGE Gewerkschaftlich-Genossenschaftliche Versicherungsaktiengesellschaft, Hamburg SOLLTE AUCH FÜR SIE EIN ZEICHEN DER LEISTUNGSFÄHIGKEIT UND DER GEBOTENEN 0EGeNW*»I.OS,CHE,,HE,TSE,N* SIND BEI IHR VERSICHERT! � JÖS 000 WERKTÄTIGE MIT 850 MILLIONEN RM. 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Es ist nicht etwa Unkenntnis, die es den„Revo- lutionaren" ermöglicht, den Gewcrkschastsfübrern die Schuld an den Folgen der Wirtschaftskrise zu- zuschreiben, es ist die Absicht, die Gewerk- schaften in ihren Führern aus alle Fälle herunter- zurelßen, um das trübe Licht der RGO, Heller leuchten zu lassen, Könnten die Gewerkschaften der riesigen Arbeits- losigkett begegnen, dann hätten sie auch die Lohnkürzungen verhindern können, Sie haben die Macht dazu um so weniger, als die jahrelange kommunistische chetze gegen die Gewerkschaften niit dazu geführt hat, das cheer der Un- organisierten zu vergrößern, Um dem lächerlichen Vorwurf zu begegnen, die Gewerkschaften und Gewerkschaft?- f ü h r e r, die die Lohntarise aufgebaut haben — nachdem sie den Boden dafür vorbereitet hatten—, hätten mitgeholfen, die Tariflöhne herabzudrücken, haben einige Gewerk- schaften sich jetzt zu einer besonderen Maßnahme taktischer Art entschlossen. So lächerlich dieser Vor- wurs ist. wurde er doch dazu benutzt, um die Un- organisierten in einen noch größeren Gegensatz zur gewerkschaftlichen Organisation zu bringen, Die„Revolutionäre" loben das Verholten der Unorganisierten, indem sie die Gewerkschaften und ihr« Funktionäre in den Betrieben tagtäglich be- schimpfen, unter Hinweis auf die schlechten Tarif- löhne. Solange die Gewerkschaften die Tariflöhne erhöhen konnten, auch für die Unorganisierten, da ließen diese es sich gefallen. In der Periode des Krisenlohndrucks aber schreien die Unorgani- sierten am lautesten über„die schlechten Tarife" der Gewerkschaften. Die Berliner Ortsverwaltung des Fobrltarbeiterverbandes ist unseres Wissens die erste Organisation, die sich entschlossen hat, die Unorganisierten von den schweren Fesseln des Tarifvertrags zu befreien. Die Organisation ist schließlich nur für ihre Mitglieder da, und wenn die„klassenbewußten revolutionären" Unorganisierien der Meinung sind, ohne Organi- sation zu günstigeren Arbeltsbedingungen zu kommen, dann darf ihnen die Organisation nicht im Wege stehen. Wie wir bereits berichteten, hat die General- Versammlung der Berliner Fabrikarbeiter beschlossen, für solche Zuduitrien, deren Arbeiterschaft schlecht organisiert ist, keine Tarife mehr abzuschließen. Und nun kommen ausgerechnet die „Revolutionäre", die sich insbesondere durch ihre Gegnerschaft gegen das Tarifwesen von den„Reformisten" unterscheiden, und entrüsten sich dar- über Die„Funktionäre des Einheitsverbandes der Metallarbeiter" schrieben in ihrem Flugblatt: „Ein tarisloser Ausland bedeu'ct für die Ar- be'lerinnen und Arbeiter der Batterie- und Etcmen»enbetriebe eine dauernde Gefahr des Lohnabbaus." „Hier zeigt sich die ganze Niederträchtigkeit der Führung des Fabrikarbeiterverbandes, Sie helfen so mit an der Durchführung der Unter- nehmerforderunqen aus Abschaffung der Tarife, Sie aeben wieder eine soziale Errungenschaft preis." Wir können den so plötzlich für die„reformistischen" Errungenschaften und für die Aufrecht- erhaltunq der Tarife begeisterten„Revolutionären" nicht helfen. Mit Unorganisierten kann man keine Tarifabkommen treffen, die auch nur einigermaßen de» gewerkschaftliche» Ansorderun- gen entsprechen. Die Unorganisierten schwächen die Position der Gewerkschaften, sie halten sich an die Verpflichtungen, die der Tarifvertrag den Kontra- henten auferlegt, nicht gebunden— wie gesagt— mit ihnen ist kein Tarisvertrag zu machen, min- bestens kein solcher, der ihnen nicht die Möglichkeit bietet, die Gewerkschaften wegen des ungünstigen Tarifs dauernd anzugreifen. So sehr wir uns über das Bekenntnis der Funktionäre der.revolutionären" Sonderorgani- sation der Berliner Metallarbeiter zum Tarifvertrag freuen, so sehr bedauern wir sie wegen der Abreibung, die ihnen bei der KPD. blüht, weil sie so sehr von der richtiggehenden Linie ab- gewichen sind, daß sie i» einer g r u n d s ä tz- lichen Frage mit uns„Reformisten" sachlich vollkommen übereinstimmen. Die reformistische Praxis ist selbst m der Krise für die Arbeiterschaft weit besser als alle„revolu- tionären" Parolen, 70 Jahre Gewerkschaft Der Berliner BucKrlruclrer Eine der ältesten gewerkschaftlichen Organisationen ist der Buchdruckerverband. Unter dem Sozialistengesetz blieb er von der Auf- lösung verschont. In der Reichshauptftadt machten sich sehr früh Bestrebungen zum Zusammenschluß der Buchdrucker bemerkbar. Der Verein der Berliner Buchdrucker und Schrift- a i e h e r kann am 2. Dezember bereits auf ein siebzigjähriges Bestehen zurückblicken. Am 2, Dezember 1802, 3'A Jahre vor Gründung des Buchdruckerverbandes, wurde die Bldung einer Buchdruckcrvereinigung für Berlin beschlossen, deren Aufgabe in erster Linie die Verbesierimg der Lehrverhältnisse und der Lage der Gehilfen sein sollte. Mutig ging die anfangs kleine Schar der organisierten Buchdrucker daran, den„B e r- liner Buchdruckergehilfen-Verei n", wie die Bereinigung damals hieß, werter aus- zubauen. Nach Anschluß des 1808 gegründeten Vereins der Schristgießer erhielt der Berliner Verein seinen heurigen Namen. Schwere Konflikte mit den Unter- n e h m e r n blieben dem Berein nicht erspart, aber dennoch vollzog sich ein immer weiterer Aufstieg. Im Jahre 1890 zählte der Verein 4000 Mitglieder, Von diesem Zeitpunkt an ging es schneller vor- wärts, denn beim sünf, zigjährigen Bestehen im Jahre 1912 hatte der Verein mehr als 12 000 Mit- glieder und 10 177 am 1 Januar 1931. Die M i t- gliederzahl verringerte sich infolge der Wirtschaftskrise, Berufswechsel, Ausschlüsse usw. auf 13 134 am 1. Oktober 1932, In der Lehrling s- a b t e i l u n g wurde die höchste Mitgliederzahl ani 1. Januar 1929 mit 2121 erreicht, die bis auf 1373 am 1, Oktober 1932 sank. Die Zahl der In- a a I i d e n ist im ständigen A n st e i g e n, Vorbildlich sind die U n t e r st ü tz u n g s e i n- r i ch t u n g e n des Vereins der Berliner Buch- drucker und Schristgießer, die auch nach der In- flation wieder aufgebaut wurden. Wie in allen anderen Berufen hat die verheerende Wirtschafts- kriie auch im Buchdruckgewerbe die Zahl der A r- b e i t s I o s e» ins Ungemessene anschwellen lassen. Mitte November 1932 wurden im Gau Berlin des Buchdruckerverbandes rund 3900 Arbeits- lose gezählt, die zum größten Teil in der Haupt- Unterstützung ausgesteuert waren. Die noch in Arbeü stehenden Buchdrucker bewiesen allezeit g e- werk schaftliche Solidarität mit ihren arbeitslosen Kollegen, Die Berliner Buchdrucker, die in jahrzehnte- langen gewerkschaftlichen Kämpfen geschult und er- probt sind, werden ihre Organisation den r e a k- tionären G e g e n st r ö nr u n g e n zum Trotz über alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Gegenwart hinweg zu neuem Aufstieg führen, BVG.-Angestellten-Tans neu abgeschlossen Die Direklio» der BVG, halte, wie berichtet, den Tarifvertrag ihrer kausmännischen und techiri scheu Ange st eilten zum 30. September zu dem Zweck gekündigt, den Vertrag ganz erheblich zu verfchlechteni. Es war ein sehr umfangreicher Wunschzetel, den die Direktion den freien Gewert- schaften zugestellt Halle. Diese strichen ihn aber in viertägiger Verhandlung so zusammen, daß d i e freigewerkschaftlich organisierten B V G,- A n g e st e l l t e n der neuen Tarifoorlage in ihrer Versammlung am Donnerstag zustimmen koimlen. Die BVG, Halle die Beseitigung der Sondergehälter gefordert für diejenigen Angestellten, die bei den früheren Berkehrsgesell- schaften auf Grund van Sonderabmachungen besiere Gehälter hallen. Die Sondergehälter werden bis zu 20 Prozent über die Normalgehäller gezahlt, kül'llsiAUsssZldMMWll! 7Non»ag den S. Dezember, abends ? Ahr. im Varterretoal des Verbandshauses. Elsasser Siratze SS-SS. Eingang B Brandien-Tersammland der Bau- unn BeldsdiranK- s(blosser Tagesordnung: 1. Vorirag:„vi» cvcwerlschoü-n in der Xrise.- Reierenl: itollege Paul E ck e: I l Branchenangeiegenh eilen und Per- ichieoencs, Oiin- Mitalicdsduch lein gutri«! In AndclraciU der äugeril n>i-d»>fl'n Tagesordnung 9t es nonnendig. doh die «toUegcn vollzählig erlcheinen. Dienstag, den 6 v-zemder abends Vi, Ahr, Im parlerresaai dos Vorbandshauses Elsdsser Strab» SS-M. Eingang B Brandien-versannnlung d. JeKir omonieure u. Helfer Tagesordnung: cichtbilderuortrag des Diplom-Ing Mendelsohn:„ifunriechnik«Infi und seht." Ohne Miigiiedsduch lein Zutritt. Es itt Psiichl oller Kollegen, an dieser Per ammiung teilzunehmen Zur desonderen«tenntai»! ilm Montag, dem 5. und Donnerstag, dem «. Dezember, findet in der Zeit von 4 bis 9 Uhr im Soal l des Perbandsdanses eine oom Ardetter-Zladio-Bund veranstaltite Ausstellung von Radio-Apparaten statt. AdikuiiS. 8. u. 20. Bezirk! Die vertrauensmünnertonferenz de» a. u. 20. Bezirks lällt am Mittwoch dem 7. Dezembtr. aus. Die Ortwerwalhmg. Die vollendete Henenbleidünr NEU-ERÖFFNUNG! 5 X vergrößert seit Februar 1932 Dieser Erfolg sagt alles! Ob Anzug, Mantel, ob Smoking oder Frack aus prima reinwollenen Maßstoffen, guter Innen- verarbeitung, mit Original-Häntel-Roßhaar gefertigt. MODERNER SCHNITT- TADELLOSER SITZ rm 48.- 65.- Aus unserer Maßabteilung H 68.- M 78.- Wer Garantie- Leistung noch nicht kennt der überzeuge sich jetzt I Lei pzlger Str. 54-561 Haus vom Spittelmarkt efövre Beritfl S. 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Ebenso ging es mit einer ganzen Anzahl anderer Forderungen auf Ver- schlechterung der Bestimmungen über die Arbeits- zeit, die Gehaltszahlung bei Krankheit und lin- fällen, die Zuschlagszahlung bei Sonn- und Feiertagsarbeit, die Benutzung des Arbeitsnachweises, die Anrechnung früherer Dienstzeiten bei andereil städtischen Unternehmen usw. Geändert wurde das System der Jahreszu- lagen, die in Zweijahreszulagen um- gewandelt wurden, die Urlaubsbestimmungen für das Aufsichtspersonal, bei dem der zwei- tägige Sonderurlaub wegfällt, und einige andere Tarifbestimmungen, die aber in der .Hauptsache den Bestimniungen der Tarifverträge für die Angestellten der städtischen Werke ange- glichen wurden. Der neue Tarif gilt bis zum 31. März 1933. Genosse Zeitz vom Zentralverband der Angestellten ließ in der Mitgliederversammlung der freien Angestelltengewerkschaften am Donnerstag. in der er über das Ergebnis der Tarifoerhand- lungen berichtete keinen Zweifei darüber, daß mit derartigen Berhandlungserfolgen dann bestimmt nicht mehr aufgewartet werden könne, wenn sich die in ihrer Mehrheit freigewerk- schaftlich organisierten BVG.- Ange- st e l l t e n dazu verleiten lassen sollten, ihren Or- ganisationen untreu zu werden. Die Versammlung, die dem Verhandluilgs- ergebnis einmütig zustimmte, war sich auch dar- über völlig im klaren, daß die freigewerkschaftliche Organisationszugehörigkeit der BVG.-Angestellten in ihrem eigensten Interesse nicht mir auf dem jetzigen guten Stand gehalten, sondern noch ver- bessert werden müsse. Kein Ersatzanspruch sexen Kenten Wie wir wiederholt erwähnten, ist es bei den Aintsstellen der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt- lung und Arbeitslosenversicherung infolge der ständigen Gesetzesänderungen, als auch durch rücksichtslosen Personalabbau, vielfach zu Ueber- zcchlungen bei der Auszahlung von Arbeitslosen- Unterstützungen gekommen. Die Unterstlltzungs- allen werden daraufhin nachgeprüft und etwa gezahlte Mehrbeträge von den Arbeitslosen wieder eingezogen. Die Einziehungsmelhoden brachten es mit sich, daß selbst Rentenbeträge beschlagnahmt wurden. Weil die Reichsanstalt an sich berechtigt ist, für zuviel gezahlte Beträge aus der Rente Ersatz zu fordern, hielt sie sich ohne weiteres befugt, in die Renten einzugreifen. Sie machte dabei keinen Unterschied, durch welche Ursachen die Ueber- Zahlung verschuldet wurde, ob durch falsche Bear- beitung des Unterstützungsfalles, durch ungenaue Berechnung des Kinder- oder Frauenzuschlags, über den Anspruch hinausgehende Zahlung— sie beschlagnahmte einlach Teile von Renten der Arbeitslosen, um den Betrag der Uebcrzahlung wieder einzutreiben. Unfall-, Invalidenversicherung und sonstige Ver- sicherungsträger, die die laufenden Renten aus- zahlen, kamen den Erstattungeansprüchen der Reichsanstalt ohne weiteres nach, ohne erst die Art der Schuld zu prüfen. Das Reichsversicherungsamt hat dieser Methode einen Riegel vorgc- schoben. Eine Entscheidung des 9. Revisions- Senats beim Reichsversicherungsamt vom 22. Oktober 1932<11- l E 7577, 31) geht dahin. daß einem Träger der Arbeitslosenversicherung, der gegen einen arbeitslosen Rentenempfänger Rück- erstattung einer zu unrecht gezahlten Leistung geltend macht, kein Ersatzanspruch aus der Invalidenrente zusteht. Es fei denn, daß die Schuld entstanden ist durch Nichtanrechnung der Rente. Um diese Entscheidung mußte fast ein Jahr ge- kämpft werden. Sie muß dazu führen, daß auch die bereits von Renten unrechtmäßig vorge- nommenen Kürzungen wieder zurückgezahlt werden. Betriebsratswahl bei«jer Schlafwagengesellschaft In den Tagen vom 5. bis 10. Dezember wählt die Belegschaft der Internationalen Schlafwagen- gefellschaft zum Arbeiter- und Angestell- t e n r a t im Restaurant P e d e r s e n, Prinz- Louis-Ferdinand-Straße 8. Wie sehr d i e Firma daran interessiert ist geht daraus hervor, daß der Direktor Scheel persönlich gegen die Wählerliste Einspruch erhoben hat. Er verlangte, daß seine Abteilungsleiter auch an der Wahl teilnehmen dürfen. Zudem wurden zwei Gegenlisten der Direktionslieblinge eingereicht. Am 24. November bot sich der Direktor Scheel persönlich dem Wahlvorstand an, damit die Wahl unbeeinflußt und geheim durchgeführt wird. Am liebsten wäre er selbst Wahlleiter geworden Wir können der Direktion nachfühlen, daß sie den Angestellten- und Arbeiterrat am liebsten mit ihren Lieblingen besetzt sieht Die Arbeitnehmer werden ihr aber nicht den Gefallen tun. sondern bei der Wahl den bisherigen Arbeiter, und vc- tricbsräten der freien Gewerkschaften zum Siege verhelfen. Die Angestellten wählen die L i st e 1, beginnend mit W e> ß e n b o r n, die Arbeiter wählen die L i st e 1 mit dem Spitzen- kandibaten W e l l m a n n. Zn der Ratheuower Vampfmühle A.-®. wird zur Zeit ein Abwehr st reik gegen Lohn- a b b a u geführt. Die Firma glaubte einen Ab- bau um 15 Proz. diktieren zu können. Die Be- legschaft beteiligt sich restlos am Streik. Berliner Lehrlinge ftost und Logis beim Meister fällt fort Je weniger das Lehrlingsverhältnis als ein Erziehungsverhältnis gelten kann, um so hartnäckiger halten die Innungen und mithin auch ihre szandwerkskammern daran fest, daß es e i n „Erziehungsverhältnis" fei. Solange dem Arbeitsverhältnis im Handwerk noch die letzten Reste des patriarchalischen Systems an- hafteten in Gestalt des Zwanges K o st und Logis beim Meister zu nehmen, solange hätte das Lehrlingsverhältnis in gewissem Sinne als Erziehungsverhältnis ausgegeben werden können. Doch bis dahin dachte kein Mensch daran, das Lehrverhältnis als„Erziehungsverhältnis" zu umschreiben. Das Arbeitsverhältnis hat sich auch im Hand- werk mehr und mehr gewandelt und im Verlauf seiner Entwicklung ist das Lehrlingsoerhältnis mehr und mehr zum reinen Arbeitsver- h ä l t n i s geworden. Erst dann, nachdem die Gewerkschaften begannen, aus dieser Tatsache d i e t a r i f v e r t r a g l i ch e n S ch l u ß f o I g e r u n- g e n zu ziehen, wurde der Begriff des„Erzie- hungsverhältnisses" künstlich konstruiert. Die Gewerkschaften mußten sich um die Lehr- linge kümmern, denn ihre Mitglieder, nicht mehr der einzelne Meister, waren es. die mit den Lehr- lingen bei der Arbeit umzugehen hatten, die Be- Handlung der Lehrlinge, die Art ihrer Ausbildung und die Ausbeutung genau kannten und schließlich moralisch mitverantwortlich waren für die Existenz- Verhältnisse der Lehrlinge. Der Hinweis darauf, daß der Lehroer- trag das Lehrverhältnis regle und schon deshalb eine besondere tarifliche Regelung der Arbeits- bedingungen der Lehrlinge überflüssig sei und sich verbiete, kann nicht ernst genommen werden. Zwar ist im Lehrvertrag das sogenannte Kostgeld der Lehrlinge teilweise festgesetzt, wenigstens in Richtsätzen der Handwerkskammern umschrieben, doch alle sonstigen„Kleinigkeiten" wie Arbeitszeit und dergleichen sind als überflüssig erachtet und dem individuellen Ermessen des �Zehrherren über- lassen. Mit Händen und Füßen sträuben sich die Handwerksmeister dagegen, das Lehrverhältnis als Arbeitsverhältnis gelten zu lassen, weil sie nicht wollen, daß die Gewerkschaften sich«inmischen, tarifliche Rege- lungen mit ihnen darüber treffen wollen. Nach einer Zählung der Berliner Handwerkskammer waren am 39. September 1932 in B e r- l i n 29 764 männliche und 4447 weibliche Lehr- linge, zusammen also 25 211 Lehrlinge in ihre Lehrlingsrolle eingetragen. Bei den Eltern in der Lehre waren 775 Lehrlinge. Von den übrigen 24 456 Lehrlingen waren nur mehr 2937 beim Meister in kost und Logis. 22 419 Lehrlinge kommen also nur während der Arbeitszeit in die Lehrstellen, haben im Hause oder Haushalt des Meisters nichts mehr zu tun. Wo könnte hier die Erziehung des Meisters einsetzen, gar dann, wenn er 19 und mehr Lehrlinge hat, die in den verschiedensten Stadtbezirken wohnen. Die Arbeitstätigkeit der Lehrlinge bietet natür- lich Gelegenheit zu dieser oder jener sachlichen Unterweisung, wobei noch sehr fraglich ist, ob sie in allen Fällen gehörig genützt wird. Zur„Er- ziehung" bleibt jedenfalls kein Raum. Gelegent- liches Anschnauzen und Beschimpfen, das in klei- nen Betrieben noch vorkommen soll, ist keine Erziehung. Wozu aber erst moralische, päd- ogogische und„sittliche" Auseinandersetzungen? Die aus den Innungen selber festgestellte Tat- fache, daß die große Masse der Lehrlinge nicht mehr im Haushalt des Meisters lebt, bildet die wirksamste Widerlegung der aus durchsichtigen, rein materiellen Gründen von den Handwerksmeistern vertretenen Behauptung, das Lehrverhältnis sei ein Erziehungsverhältnis Wenn noch etwas gefehlt hätte, um diese Ausrede voll- ständig abzutun, die Entwicklung der Dinge wäh- rend der Krise hat deutlich gezeigt, was es mit dem„Erziehungsverhältnis" aut sich hat. Meister, die keine Arbeit mehr haben, lassen ihre Lehrlinge einfach laufen. Andere, die nur zeitweilig Arbeit haben, lassen auch die Lehr- linge aussetzen oder kurzarbeiten. Das Kostgeld, auch wenn es vertraglich oder tarif- vertraglich festgesetzt war, wird dementsprechend gekürzt, so daß es vielfach kaum über das Fahr- geld hinausgeht. Die„M indestentschädi- g u n g" ist festgesetzt auf 4 M. fm 1. Lehrjahr, 6 M. im 2., 8 M. im 3. und 19 M. möchent- lich im 4. Lehrjahr. Ohne nun den von der Krise mit betroffenen Handwerksmeistern allgemein daraus einen Vor- wurf zu machen, müssen sie doch mindestens zu- geben, daß diese Mahnahmen mit„Erziehung" der Lehrlinge nichts gemein haben. Das Lehrverhältnis ist heute ein Arbeits- Verhältnis mit allen Nachteilen und Krisen- Wirkungen. Und wenn der jüngste Geschäfts- bericht der Handwerkskammer es mit besonderer Genugtuung begrüßt, daß die Lehrlingsbcstim- mungen aus dem Tarifvertrag für das branden- burgische Holzgewerbe ausgemerzt wurden, so ist das ein Pyrrhussieg. Die Gewerkschaften werden es sich nicht nehmen lassen, auch die Arbeitsbedingungen der Lehrlinge tariflich zu regeln. Segen Bevorzugung der Bersorgungöanwärter Die Reichsregierung hat am 4. November 1932 eine Verordnung des Reichspräsidenten zur Ver- besjerung der Zivilversorgung erlassen. Aus Grund dieser neuen Bestimmungen müssen nicht nur— wie bisher schon— fast alle Beamten- stellen der unteren und mittleren Laufbahn mit Versorgungsanwärtern besetzt werden, sondern auch 99 Proz. aller Angestelllenstellen bei Reich, Ländern und Gcmeindeu, Körperschaften und in der Sozialversicherung. Dabei darf nicht unbeachtet bleiben, daß früher die Einstellung von Versorgungs- anwärtern bei den Trägern der Sozialoer« sicherung nicht vorgeschrieben war. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis sind auch die Aushilfsstellen mit Versorgungsanwärtern zu be- setzen, so daß die' Behörden in Zukunft zur Eni- lastung des Arbeitsmarktes der Angestellten nicht mehr beitragen können. Die Behörden müssen neun Versorgungsanwärter anstellen, ehe sie einen erwerbslosen Angestellten berücksichtigen dürfen. Dieses Verfahren steht In krassestem Widerspruch zu den wiederholte,! Ankündigungen aus Ar- b e i t s b e s ch a f s u n g. Die völlige Ausschaltung der Angestellten bei allen vorbezeichneten Behör- den bringt eine Vergrößerung der Ange- st e l l t e n n o t. Es wird behauptet, daß 46 599 Versorgung?- anwärter aus Anstellung warten. Diese Zahl ist irreführend, weil in ihr die schwerbeschädigten Beamtenscheininhaber und die in Angestellten- stellen untergebrachten Versorgungsanwärter schon mitgezählt sind. Ende 1931 waren nur 14 999 nichtuntergebrachte Versorqungsanwärter aus Reichswehr und Schupo vorhanden Die Behaup- tung. daß eine„Krise der Ziviloersorgung" be- stünde, ist deshalb falsch. Die einseitige B e» vorzugung der V e r s o r g u n g s a n- Wärter ist nicht nur ein schweres Unrecht gegen- über den Behördenangestellten, sie ist auch nicht im Interesse einer guten und sparsamen Ver- waltung gelegen. Der AsA-Bund erhebt gegen diese«in- s e i t i g e Bevorzugung der Versorgungs- anwärter durch gesetzgeberische Maßnahmen erneut Einspruch. Er wird durch ihm nahe- stehende Reichstagsabgeordnete bei Zusammentritt des neuen Reichstages Anträge auf Auf- Hebung der Notverordnung vom 4. November und auf Wiederherstellung des früheren Zustandes im Personalbedarf der Sozial- versicherungsträger einbringen lassen. ff Abgewürgte" Aktion im Aschinger-Konzern Der neue Tarifvertrag für das Personal im Bcrliner'Gastwirtsgewerbe ist seit dem I.Dezember in Kraft, ohne daß die RGO. den ernsthasten Versuch gemacht hat, diesen„Schandvertrag", dem die gewerkschaftlich organisierten Gastwirts- angestellten zugestimmt haben, durch einen von ihr angekündigten Kampf zu Fall zu bringen. Die Veröffentlichung des Zahlenergebnisses der kuriosen Urabstimmung der RGO. im Aschinger- Konzern, über die wir unsere Leser unterrichteten, ist bis heute noch nicht erfolgt, obwohl sie doch „in den entscheidenden Gastwirtsbetrieben eine Mehrheit für Streik" ergeben haben soll. Der sagenhaste„Kampfausschuß de» Aschinger- Konzerns" erklärte den Lesern der kommunistischen Presse,„daß, ungeachtet der reformistischen Sabotageversuche der Kampf gegen die Ver- schlechterungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen weitergeführt wird. Zur Weiterführung des von der RGO. noch gar nicht be- gonnenen Kampfes sollten in den Aschinger- Betrieben Delegierte zu einer Betriedsdelegierten- konferen; am Dienstag gewählt werden. Das Aschinger-Personal hat sich aber an dieser Dele- giertenwahl ebenso wenig beteiligt, wie an der Streitabstimmung der RGO., so daß aus der Dele- giertenkonferenz nichts wurde. EiAMjqe, fSeMftUte: Obermaß-Teppiche i„56S>218- Toumay-TeppiChe äl«.238>128- DunhgmMeleppiChe iwpjw» Teppiche 2ß>,112- SM) i ttbiipiüsch-Teppiche lournay-Teppiche Woiipiüsch-Teppiche 28- > SM' MgmMe Brücken 2t2.->, 27- •Unr tM' Tournqy-BrÜCken H.'%o- rtrt Z2.-M 21- Mipiüscti-Brücken $¥12�8� Durch eigene Kredit- Abteilung Zbhlungserleichferung ohne Preiserhöhung LEIPZIGER-ECKE MARKGRAFEN-STR. Welvnachtsmar« am Suntlurm Am gestrigen Sonnabend ist in den Berliner Ausstcllimgs- und Meisehallen am Funkturm der Weihnachtsmarkt Berliner Künstler «rössnet worden, der bis Sonntag, den 11. Dezem- der, einschließlich dauern wird. Den äußeren Rahmen der Ausstellung bildet die schon von früheren Ausstellungen bekannte alte deutsche Stadt Auf dem„Marktplatz", in dessen Mittelpunkt ein zwölf Meter hoher Tannen- bäum steht, ist der noch und nach eingeschlafene Ast-Berliner Wechnochtsmarkt in moderner Form wiedererstanden. Mit dem Weihnachtsmarkt ist ein« Gemäldeausstellung verbunden. g Künstler stellen ISO» Arbesten aus. Während der Dauer des Marktes finden in der benachbarten Aus- stellungshalle III künstlerische Veranstaltungen unter Mitwirkung namhafter Berliner Schau- spieler und Sänger der Opern und Operetten- Häuser, des Tonfilms und der ersten Kräfte aus Variete und Kabarett statt. In einer Sonderschau wird das„gute deutsche Buch 1332" gezeigt. Der Reinertrag der gesamten Ausstellung ist für die K ll n st l e r- N o t h i l s e d e r S t a d t Berlin bestimmt. poriellsll-�eidllsclltssclisu In chrem Ausstellungsraum Leip- ziger Straße 2 zeigt die Staatliche Porzellanmanufaktur eine vielseitige, reichhaltige Weihnachtsschau. Daß Kunst nach Verbranntes Auto KafkmierterVersicIieriiiixsscIiwindel Ein schweres Autounglück hatte sich im ver- gangenen Sommer auf der Chaussee in der Nähe von Deutsch-Wu st erHausen ereignet. Dort war ein Auto mst einem entgegenkommenden Lastkraftwagen zusammengestoßen,«in Benzintank explodiert und das P r i- vatauto war fast gänzlich abgebrannt. Die Augenzeugen dieses Unglücks wunderten sich aller- dings, daß die beiden Fahrer, die sich freund- schastlich duzten, gar nicht daran dachten, den Brand zu löschen. Die Erklärung sür dieses son- derbare Verhallen fand man später, nachdem der Kausmann Z. gegen«ine Versicherungsgesellschaft, bei der d«r Lastwagenbesitzer B.. gegen chaftpjlicht versichert war, Ansprüche auf Schadenersatz für sein abgebranntes, fast neues Auto im Werte von 2800 Mark gestellt hatte. Durch die Recherchen der Versicherungsgesellschaft wurde aufgedeckt, daß das angeblich oerbrannte Auto sich:n unversehrtem Zustand im Besitz«ines Fabrikanten befand, während bei dem Zusammen» stoß tatsächlich nur ein altes, ziemlich wertloses Auto verbrannt war, dessen wertvolle Teile man noch vor dem Unglück entfernt hatte. Der Zu- sammenstoh der betk>«n Wagen war lediglich f i n» giert und der Brand in dem alten Auto vor- sätziich zum Zweck« eines Schwindelmanövers angelegt worden, um von der Verstcherungsgesell- schast das Geld für ein neues Prioatauto zu erhallen. Die Strafkammer des Landgerichts II ver- urteilte nach mehrtägiger Verhandlung beide Fahrer wegen gemeinschaftlichen versuchten Ver- sicherungsbetruge», und zwar den Kaufmann Z. zu vier Monaten Gefängnis und B. zu zwei Monaten Gefängnis. Kerlin in Zahlen Zu unserem Artikel„Berlin in Zahlen gefaßt" wird uns geschrieben: Berlin mit seinen 4,3 Millionen Einwohnern wird stets als zweitgrößte Stadt Europas und als die drittgrößte Stadt der Well bezeichnet werden. Diese Angabe ist nicht richtig, auch wenn man ihr oft begegnet. Di« größte Stadt des europäischen Kontinents ist Paris, das nach seiner vor drei Jahren er- folgten Eingemeindung und Neugestaltung als Groh-Paris mit S,8 Millionen Einwohnern nun seit dieser Zeit vor Berlin steht, und nur von London und New Port übertrosfen wird. Nur wenn man das alte innere Paris zählt, hätte die übliche Zählung recht. Dann könnte man aber nicht London, Berlin usw. mit ihren Zahlen nach der Eingemeindung aufführen, sonder» müßte sich ebenfalls auf die innere Stadt beschränken Die richtige Zahl von S,8 Millionen Einwohner findet sich übrigens schon im Großen Brockhaus und sollte allmählich in alle Zahlenberichte übergehen, die Wert aus Richtigkeit legen Freilich ist das nicht immer der Fall, die nationalistische Presse liebt es aus falsch verstandener Vorliebe sür dos größere und größte selbst diese Angabe über Paris bewußt zu verschweigen Aber die Geogra- phie ändert sich nun einmal nicht, auch wenn man sie anders haben möchte. Noch einmal Kanariensänger Am Ausgong des Untergrundbahnhofs Stettiner Bahnhof stauen sich die Menschen: denn die ganze Straße ist vom Kanarienoogelgesang erfüllt. Wenn man dem Wunder auf die Spur geht, be- merkt man, daß von den Germania- P r ach ts ölen, Chausieestr. 110, eine Laut- sprecherübertragung dieses lieblichen Gesanges Brot geht hat auch die Staatliche Manufaktur. als Förderin der künfllerischen Porzellanarbeit, erfahren müssen Und so hat man die diesjährige Weihnachtsausstellung mehr auf den Boden des mittleren und auch des ganz billigen Genre gestellt. Man kann schon für eine Mark niedliche kleine Schälchen und Porzellanfigürchen erwerben und wer nur etwas mehr anlegen will, der hat dann schon eine ziemlich große Auswahl der ver» schiedensten Artikel. Da gibt ei prachtvoll geformte Vasen und Dosen in der schönen gelblich- weißen Glasur, dann hat man neu herausgebracht Vasen in Seladon, das ist eine zartgrüne Farbe, die sehr dekorativ wirkt. Dann gibt es ein Service mit hochaktueller Bezeichnung, das Notstands- Porzellan Geschirr mit Blumenmustern im Barock- stil, das durch schärfste Kalkulation so preiswert wie nur möglich verkauft wird. Am schönsten aber ist es natürlich in der Abteilung des abso- luten Kunstporzellans. Da haben die Besten ihres Faches, Charles Grodel, Wolf Röhricht, Wilhelm Löber und Else Möckel Proben ihrer reifen Kunst zum Besten gegeben. Farbenprächtige, historische Porzellanmalereien für Tobakdosen im allorien» talischen Stil, Tellerbemalungen mst Blumen, die wie lebend erscheinen, dann wieder lustige, schmissige Tierbilder und groteske Figurinen. Sehr schön und eigenartig wirken auch Porzellan- Reliefarbeiten und in der Craclevase mit ihrer buntgesprenkelten Glasur haben künstlerisches und handwerkliches Geschick sich wirkungsvoll ergänzt. Die Ausstellung ist wirtlich sehenswert. stattfindet Dort hält der Berliner Sportklub „Kanari a" eine Ausstellung ab, bei der 172 Vögel in Konkurrenz stehen. In der diesjährigen Selbstzuchtklasse erhielt B r u n z e l- Köpenick die goldene Medaille, und in der allgemeinen Selbst- zuchtklasse in der auch ältere Vögel noch zum Wettstreit zugelassen sind, fiel die goldene Medaille an Vogt- Berlin. Dank einer reich be- schickten Verkaufsklasse kann man sich zu zeitge- mäßen Preisen mit erstklassigen Sängern ver- sehen. In einem Rieseuflugkäsig sind Farben» sittiche ausgestellt, die einen wunderbaren bunten Ton in das ganze Ausstellungsbild bringen. Im F ü r st e n h o f. Köpenicker Str. 137, hält der Verein Kanarienzüchter und Vogelfreunde Berlin feine 20. Groß« Kanarienausstellung ab, die von 37 Kollektionen zu 4 Vögel beschickt ist. In der Selbstzuchtklasse bekam die große Medaille Felix Schulz« aus Friedrichsfelde, während die kleine golden« Me- daille August Schulze aus Berlin O. erhielt. In der Allgemeinen Klasse errang Otto Harmut-Berlin die goldene Medaille. Auch in dieser Ausstellung steht in der Äerkaufsklasse ausgezeichnetes Material. „Zur billigen Gänsequelle" Unser Artikel vom letzten Sonntag, der die abendlichen Versteigerungen auf dem Paket» p o sta m t in der Oranienburger Straße 70 be- handelte, hat die Versteigerungsbeamten mehrrnals in arge Bedrängnis gebracht, hunderte von Menschen begehrten Einlaß in das Versteigerungs- lokal und ihr ganzes Interesse konzentriert« sich naturgemäß aus die Gänse. Es kann jedoch nicht die Red« davon sein, daß dort in der Oranien- burger Straß« Unmengen von Gänsen lagern, vielmehr kommt nur gelegentlich einiges Federvieh zur Versteigerung. Auch die Beamten können weder Gänse noch Enten hervorzaubern, wenn nun einmal keine da sind. Es ist natürlich höchst ungerecht vom kauflustigen Publikum, wenn, wie in den letzten Tagen gesagt wurde, die Be- amten hätten vorher alle Gänse für sich selbst erworben. Die heiser-Asannscbait turnt In der Turnhalle Prinzenstraße turnt das Personal des SchuhbausesLeiser. In drei Gruppen übt hier je einmal wöchentlich die W)0 Mann starke Turnerriege, die in der szaupt- lache aus weiblichen Sportlern besteht. Unter der Führung eines Sportlehrers wird zwei Stunden lang Gymnastik, Geräteturnen und Medizinball geübt. Der Inhaber des Hauses, Julius Klausner, selbst ein Anhänger sportlicher Gymnastik, schuf diese Sportabteilung für sein Personal bereits im Jahre 1325 In der sportlichen Betätigung erfährt der gesamte Organismus leine aufbauende Er- gänzung und Kräftigung. Außer dem sportlichen Gymnastikunterrichi umfaßt die Leisersche Sport- sparte auch noch regelmäßig Schwimm- st u n d e n Die Sportmannschaft beteiligt sich auch mit Erfolg an öffentlichen sportlichen Weit- kämpfen. DI» Wust» Bcidnachy. Lbkrraschuaq. Gibt f« wolst etwas. dos mehr Freude bereiten kann als ein Sa ba. Radio. ®»rSt? 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Wir wollen hier darunter die Gesamtsumme der Einzeleinkommcn verstehen die in einer Volks- gcmeinschait wie Deutschland»n Laufe eines Jahres erzielt werden: also die Gesamtsumme aller Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Be- amten, der selbständigen Landwirte Kauileute, Handeltreibenden, der Einkommen aus Kapital- besitz, Vermietung, Verpachtung, aus Renten und Pensionen. Vor allem die Veränderungen des Volkseinkommens gegenüber anderen Jahre» lassen Schlüsse darüber zu. wie stark eine gute Konjunktur oder eine Krise aus die Volkswirtschaft eingewirkt haben, ob sich der..Wohlstand" der Gesamtbcvölkerung und ihrer Teile bessert oder verschlechtert, ob der Anteil des Staates ain Volks- einkommen lSteuern) höher oder niedriger wird, wieviel Kapital gebildet werden kann, ob Zahlun- gen ans Ausland(Reparationen!) zu verantworten sind und ähnliche wichtige Fragen. Die letzten Untersuchungen des Statistischen Reichsamts über die Entwicklung des deutschen Volkseinkommens im zweiten Novemberheft von „Wirtschaft und Statistik" sind also von größtem Interesse für fast jede wirtschastspolitischc Ent- scheidung. Das deutsche Volkseinkommen: Problemen. Zunächst geben wir die Ziffern für das Volkseinkommen so, wie sie durch Addition aller Einzeleinkommen ermittelt wurden. Danach ist das Volkseinkommen von 45,7 Milliarden Mark im Jahre l9l3 auf 75,4 Milliarden Mark im Jahre 1328 gestiegen und danach I33l auf 57,1 Milliarden Mark zurückgegangen. So gark ist die Wirkung der Krise gewesen. Diese Ziffern erfordern eine erste Berichtigung insofern, als die Reparationszahlungen der Nachkriegsjahrc abzusetzen sind: denn die Reparationen waren ja politische Zahlungen ohne Gegenwert. Nun weiß aber jeder, daß man im Jahre 1928 für eine Mark erheblich weniger kaufen konnte als im Jahre 1313: und jeder weiß auch, daß man 1931 für eine Mark wieder mehr kaufen konnte als 1928. Deshalb wurden, um die Ent- Wicklung vergleichen zu können, alle Ziffern nach den Lebenshaltungskosten auf die Kaufkraft der Mark von 1928 umgerechnet. Dadurch, erhöht sich die mit 1328 vergleichbare Ziffer des Volkseinkom- mens von 1913 auf 63,3 Milliarden Mark. Das bedeutet, daß man im Jahre 1928 69,3 Milliarden Mark brauchte, um soviel Waren zu kaufen wie im Jahre 1913 für 45,7 Milliarden Mark. Nachdem wir so vergleichbare Ziffern gewonnen haben, stellen wir fest, daß das deutsche Volkseinkommen im Jahre 1928 um etwa 6 Proz. größer als 1913 war, daß es aber im Jahre 1931 um IS Proz. niedriger als 1928 und noch um etwa 10 Proz. niedriger war als 1913! Wenn man nun ohne weiteres daraus folgern wollte, die Versorgung der deutschen Bevölkerung hätte sich entsprechend von 1913 bis 1328 gebessert und danach bis 1931 verschlechtert, so wäre das wieder ein Fehlschluß. In dieser Zeit hat sich nämlich die deutsche Bevölkerung vcr- mehrt. Berecbnet man also das V o> k s e i n- k o m in c n je Kopf der Bevölkerung, so zeigt sich, daß im Jahre 1913 aus jeden Deutschen ein durchschnittl'ches Einkommen von 1162 vlark, im Jahre 1928 von 1153 Mark und im Jahre 1931 von 969 Mark kam(in der Sauskrast von 1928). Aber auch diese Ziffern sind noch nicht voll»er- gleichbar Man muß nämlich ferner berücksichtigen, daß in Deutschland heute Verhältnis- mäßig mehr erwochseneLeute(die mehr verbrauchen) und weniger junge Leute und Kin- der leben als 1913. Es ist daher nötig, das Bolls- einkommen auf„V o l l p e r s o n c n". auf Er- machsene mit normalem Verbrauch, umzurechnen, und dann steht einem Durchschnittseinkommen einer Vollperson von 1505 Mark im Jahre 1913 ein solches von 1415 Mark im Jahre 1928 und von 1180 Mark im Jahre 1931 gegenüber. lind daraus ergibt sich: Selb st im besten Nachkriegsjahrc 1928 war in Deutschland das Wohlstandsniveau von 1913 noch nicht erreicht. Das durch- schnittliche Einkommen je Bollperson war 1928 um 6 Proz. geringer als 1913: es war im Jahre 1931, in der Krise, um 17 Proz. niedriger als 1928, aber um 2 2 Proz. niedriger als 1313. Sehr bemerkenswert ist es auch, daß in der Entwicklung von 1913 bis 1928 die agrarischen Gebiete928 gc- rechnet. Das ist zunächst eine Folge des Bcvölkc- rungszuwochses, vor allem aber eine Folge der be- russmäßigen Umschichtung, wie sie schon in der Vorkriegszeit vor sich ging. Immer mehr selb- ständige Gewerbetreibende wurden nieder- konkurriert und zu Arbeitnehmern. Die Inflation tat ein übriges Die zunehmende Vergrößerung der Betriebe macht außerdem immer mehr selb- ständige Fabrikanten und Händler zu Angestellten. Rechnet man das Arbeitseinkommen auf den Kopf aller verfügbaren Arbeitnehmer um(einschließlich der'Arbeitslosen), so ist das Arbeitseinkommen j c Kopf im Jahre 1328 um 7,5 Proz. größer, im Jahre 1931 um 8 Proz. kleiner als 1913 gewesen. Das berüchtigte Papcn-Jahr 1932 fehlt auch hier Nimmt man die Umrechnung nur auf die beschäftigten Arbeitnehmer vor, dann stößt man auf einen großen Haken in der Statistik. Sie will nämlich wahr hoben, daß die Steigerung gegenüber 1913 etwa 13 Proz. beträgt, 4 Milliarden abgehoben Die amerikanische Bankenkrise Aus New Jork wird berichtet: Der Depositcnbestand sämtlicher Banken in New Jork belief sich Ende September dieses Jahres auf 8113,8 Millionen Dollar. Ende Sep- tember vorigen Jahres verfügten die New-Porker Banken demgegenüber über Depositengelder im Gesamtbeträge von 9146,3 Millionen Dollar. Innerhalb von 12 Monaten sind den Banken somit insgesamt 1932,5 Millionen Dollar oder rund 3,34 Milliarden Mark an Depositengeldern entzogen worden. Diese umfangreichen Depositen- abhebungen hängen zum Teil mit der besonders in den letzten Monaten des vergangenen Jahres und in geringerem Maße auch noch zu Beginn dieses Jahres in den Vereinigten Staaten bestandenen Neigung zum Bargeldhamstern zusammen, der die im Oktober 1931 auf ihrem Höhepunkt an- gelangte B a n k e n k r i s e starken Vorschub leistete. Teilweise ist die Schrumpfung der Depositen- sowohl in der szochkonjunktur 1928 wie 1331 in der Krise! Jeder erkennt, daß diese Ziffern nichts über das Lohneinkommen, das Einkommen der gfgent- lichen Arbeitnehmer im engeren Sinne, aussage» können. Die Ziffern geben ein gänzlich falsches Bild insofern, als nicht nur die Zahl der mitgezähltcv leitenden Angestellten(Bctriebskonzentration, In- flatio» der Syndizi und Kartellbcaniten) mit ihren teilweise enormen Einkommen in der Nachkriegs- zeit viel größer ist als vor dem Kriege: gerade diese Einkommen sind auch wenig gesenkt worden. In einer anderen Untersuchung hat das Reichsamt jedenfalls festgestellt, daß im März 1932 die Kauf- kraft der Wochenlöhnc männlicher Schuharbciter um 11,4 Proz. niedriger war als in der Vor- kriegszeit und die aller Schuharbeiter um 5,4 Proz. niedriger/ Daß selbst dos Jahr der besten Mchkriegs- konjunklur 1928 für die breiten Massen insolgc der Znslotion noch ein elendes war, das zeigt die Cinkommcnsschichtung. Während im Jahre 1313 die Zahl der Leute mit kleinstem Ein- kommen(bis 999 Mark) 11,2 Millionen oder 4 8 Proz aller Einkommensbcziehcr ausmachte, waren es im Jahre 1328 18,9 Millionen Leute mit Einkommen bis 1299 Mark(zum Verständnis des Vergleichs: die 1299 Mark von 1928 entsprechen der Kaufkraft von 999 Mark 1913) oder 5 8 Proz. aller Cinkommensbezicher. Bezeich- nenderweisc ist in der folgenden Einkommensstufe (1299 bis 3999 Mark) ein Rückgang von 43 auf 32 Proz. festzustellen: das aber ist die Gruppe der Facharbeiter und der kleinen Gewerbetreibenden. Zedcnsalls ist die Prolctarijierung der Scvölke- rung in Deutschland seit 1913 sehr stark fort- geschritten: ein Grund mehr, daß das arbeitende Volk seinen willen zur Herbeiführung einer besseren Wirtschaftsordnung noch besser organi- sierl und zusammcnsahl als bisher. bestände jedoch auch eine Folge der im letzten Quartal 1931 und in der ersten Hälfte des laufen- den Jahres erfolgten Auflösung der ehemals be- deutenden ausländischen Dollargut- haben, von der in erster Linie die Großbanken in New'Jork betroffen wurden. flöhere Reiclislzatineinnahrnen Der Güterverkehr der Reichsbahn stand im Oktober unter dem Einfluß einer kräftigen Saisonbelebung durch Massentransporte van Rüben, Kartoffeln und Kahle. Die Verkehrs- zunähme lag mit 6,8 Proz. noch über der saison- üblichen Steigerung.— Die Betriebseinnahmen besserten sich gegenüber dem Septem- ber von 249,4 auf 258,2 Millionen Mark. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr erreichten im Oktober mit 166,78 gegen 155,56 Millionen Mark im Vormonat ihren diesjährigen Höchst- st a n d. Die Gesamtausgaben betrugen einschließlich der Rückstellungen 269,9 Millionen In qanz kurzer Zeit geholfen Ich litt on Bclenlirheumatismus und Gicht- beulen und konnte mich nicht mehr vom Bett bis zum Tisch bewegen. Iinsser-Bheu- matismus Tee hat mir schon nach ganz kurzer Zeit geholfen, sodaß ich jetzt wieder meiner Arbeit nachgehen kann. 42923 Paul Sperber Freicnwaldc Oder Zinsscr-Nheuma-Tte ist ein vorzügliches Mittel bei Rheumatis» mus, Gicht, Ischias, Gliederreißen, Neural- gien, Herenschuß und Kreuzschmerzen. Paket Mk. 1.62, verstärkt lD.R.P. a.) Mk. 2.25. In vielen Apotheken zu haben, sonst direkt. (Persand-Apolheke.) Verlangen Sic aber ausdrücklich„Zinsser" und achten Sie auf nebenstehende Schutzmarke. Dr.Zinsser�To.�H u 70000 Anerkennungen über Zinsler-Hausmittel snotariell beglaubigt� lln,erEngro»-Au6Ueserung6lager.Berli»L25. 'Prenzlauer Str.'.'0, Tel. Kuvtergraben 2274. weist auf Wunscb BcrkaufesteUcu gern nach. Die Pleite Gelsenkirchen Harmloser Bericht über ein trauriges Wirtschaftskapitel Die Gelsenkirchener Bergwerks- A.-G- hat zu der am 14. Dezember in Essen statt- findenden Generalversammlung ihren zum 31. Ma�z 1932 abgeschlossenen Geschäftsbericht veröffentlicht. Wer da glaubt, daß dieser Bericht über j>uie dramatischen Umstände Rechen- schast gibt, unter denen im Februar d. I. die Mehrheit des 2S0-MiIIionen-ftapitals von Gelfenkirchen in R e i ch s b e s i tz kam. womit das Reich zugleich die Herrschaft über die Vereinigten Stahlwerke erlangte, der irrt sich. Von diesen für die private Wirtschaftsführung in Deutschland geradezu vernichtenden und die zukünftige deutsche Wirtschaftslenkung hoch bedeutsamen Vorgängen befindet sich in dem Geschäftsbericht der Gelsen- kirchener Bergwerks-A.-G. kein Wort. Bilanz- und Gewinnrechnung der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G., die neben ihrem eigenen sehr wertvollen Kohlenzechenbesitz eine Viertelmilliarde Stahlvereins- Aktien und 9l> Millionen Phönix- Aktien in der Hauptsache verwallet, sind de- stimmt durch das Fehlen der Stahloereins- dividende für 1930/31, durch die für das gleiche Jahr noch gezahlte 4!4 Proz. Phönix-Dividende und die wahrscheinlich trotz des mengenmäßigen Absatzrückganges noch relativ günstigen Erlöse der Kohlenzechen. Im Gegensatz zum Vorjahr sind Generalunkosten. Zinsen, Soziallasten und Steuern vom Iahresüberschuß nicht vorweg abge- setzt, sondern in der Gewinnrechnung zum ersten Mole besonders aufgeführt. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache steht bei einem Borjahrsiiberschuß von 21,00 ein U e b e r- schuß von 12,76 Millionen gegenüber, in denen die Phönix-Dioidende mit 3,7 Millionen Mark entHallen ist. Einnahmen und Ausgaben der Kohlenbetriebe scheinen sich ausgeglichen zu haben. Unter Hinzurechnung des vorjährigen Gewinn- Vortrags von 6,73 Millionen sind A b s ch r e i- b u n g e n auf Anlagen mit 3,71 Millionen wie im Vorjahr und neue Abschreibungen auf Beteiligungen und Wertpapiere mit 7,50 Millionen Mark möglich, so daß ein Gewinn von 6,29 Millionen ausgewiesen werden kann, der auf das neue Jahr vorgetragen wird. Im Vorjahre wurden 6 Proz. Dividende aus einem Gewinn von 21,97 Millionen Mark gezahlt. In der Bilanz sind Beteiligungen und Wertpapiere mit 366,10 gegen 363,97, also fast unverändert ausgewiesen. Die Bereinigten Stahlwerke haben bemerkens- werterweise ihrer Gründergcsellschaft noch eine Rate der Forderungen aus den Genußscheinen gezahlt, die offenbar zur Schuldentilgung gegenüber Henschel aus dem Ankauf der Essener Steinkohlenbergwerke verwendet worden ist. Offenbar ist auch der unter den langfristigen Schulden <61,29 Mill.) verbuchte 3- Millionen- Dollar- Kredit von Dillon, Read nach dem Eingreisen des Reiches wieder verlängert worden. Dieser Dollarkredit war neben den Schulden an Henschel im Februar dieses Jahres fällig geworden und, soviel man weiß, der unmittelbare Anlaß für die akute Krise und das Eingreisen des Reichs, da die Gelsen- kirchener Bergwerks-A.-G., das heißt Herr Fried- rich Flick, die zur Rückzahlung erforderlichen Gelder einfach nicht austreiben konnte. Selbstver- ständlich wird auch über diese interessanteste Periode des abgelaufenen Geschäftsjahres kein Sterbenswort mitgeteilt. Der ausgewiesen« Gewinn von 6,29 Millionen beweist natürlich nicht das aster- geringste für die w i r k l i ch e L a g e der Gesell- schaft. Die Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. ist ebenso sanierungsreif wie der Stahlver- ein(natürlich auch der Phönix), denn die Bewertung des Hauptposkens in der Bilanz, das sind die 366 Millionen Beteiligungen. ist einfach schwindelhast. Die darunter befindlichen 255 Millionen Stahl- vereins-Aktien stehen mit rund 246 Millionen zu Buch, das heißt zu einein Kurs von rund 9 6 Proz.(!) gegenüber einem Tiefstkurs von 10,5 Proz. im September uno dem letzten Höchst- kurs von 27 Proz. Ende November. Die 90 Mil- lionen Phönix-Aktien stehen mit 90.35 Millionen, also zu 100 Proz. zu Buch(erm£Bi«I, tlarilgm RM S».•».-«».-*9.- ftcrmevtznfiniW. Kleider RM 99,' 29.3C 19,79 12.30 Wäeche u. ScHuhmtaen Kleine Anulilvvg 4 Woottirtte« ei||CC Rp�ntbAler rkUBB 8traB<>58 t Jf ttAACA FAQRIKA Fabrikmarke 50 Jahre Grölte Spezlal-Puppenfabrlk Berlins! n 54 P. R. Zierow ns4 Schönhauser Allee 179 ick« Fehibclliner SlraBe Größtes Lager von Poppen aller Art Reparaturea«md alle Ersalxieik Auf AngahloB«* werden Poppen gg rllckd Engros- und Einzelverkauf Firntpr.; D 5. vimta 1010«ein Ladern ardSI« Auswahl b«i fabelhaft billigen Preisen Teppiciie Linoleum Slcpp-, TUch'«md SdtlafderJkeo JLIoferttolfc and Wandbeb äage für tiden. Treppen« Zimmer oow. 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Interessierte Genossen tönllcn teilnehmen. kieuie, Sonntag. Gcs»nd>>ru»»>!» Treffpunkt 17"-i lllir bei Barr. Schontiauscr Vor. stadt: Hcinmdcnd tg Uhr«chümlirijcr Str. T.— Brifj: Tiavcn-Abend, Hannemannstraße, Keller.— Reukölln N': Kanner Straße. Schallplattenabcnd 1■' 1 j Uhr. Schöneweide Ja: Werbebezirksveranstaltung.— Friedrichshaqen: Wir beteiligen uns an der Veranstaltung des Werbebezirks Oberspree.— Köpenick II: Alle Jüngeren beteiligen sich am Jüngeren. Kursus.— Tegel: Schöncbcrger Str.\s Uhr, Schallplattenabcnd. Sportpalast: Beteiligung an der Werbebezirksveranstaltung.— Neukölln vil: Besuch der ssilmmatinec. Treffpunkt �11 Uhr K. M. S.!!>'.> Uhr Heimabend: Menschen hinter Gittern. — Hohenschönhausen: Ab 17 Uhr Heimabend Freienwalder Str. 44.— Steglitz I: Treffpuntt zum Spaziergang 14 Uhr Rathaus. Ter Bunte Abend fällt aus und findet am 11. Dezember statt. Wcrbcbezirk Mitte: 19 Uhr Waisenstr. 13: Bunter Abend mit Henri Reiff. Werbebezirk Wedding: Heimabend Willdenowstr. 3. Genosse Moeller spricht um 19'/» Uhr über„Die Jugend, und Kinderorganisationen im faschistischen Italien. Aerbcbezirk Osten: Heimabend Litauer Gtr. 13.— Dienstag Uebcil zum Traven-Abend 29 Uhr ebendort. Alle Genossen, die sich an der Spieltruppe beteiligen wollen, werden gebeten, ebenfalls dorthin zu kommen. Wcrbebezirk Neukölln:„Der Querschnitt" trifft sich 9' Uhr Rathaus Neukölln. Werbebczirt Müggelsee: Beteiligung ail der Matinee des Werbebezirks Obcrsvree. Radfahrende Genossen sind 11.15 Uhr vor der.,Astra".Filmbühne. Die Räder werden dort untergestellt. Alle müssen das Mitgliedsbuch mit- bringen.— Nächste Wcrbebezirksvorstandssitzung Sonnabend, 10. Dezember, im Partciheim Köpenick. Werbcbezirk Obersprce: 11'- Uhr. in der„Astra".Filmbühne, Ja- ! hannisthal, Etcrndamm: Matinee. Aus dem Programm: Russenfilm l-„Der blaue Expreß", Spieltruppe der SAJ.„Galgenvögel"(Leitung: W Hans Fuhrmann), Der Junge Chor. Einlaß 10'- Uhr. Eintritt 50 Pf. � Erwerbslose 20 Pf.— Geschlossene Veranstaltung? Mitgliedsbuch als A: r-' Ausweis mitbringen!£1 Werbebczirk Neukölln: 11'• Uhr. Filmmatinee im Mercedcs-Palast, � ''■ Hermannstraße. Es werden gezeigt die beiden Großfilme„Mädchen in W g Uniform",„Der Weg ins Leben". Einlaß 11 Uhr. Eintritt 50 Pf. r-. Abteilungsmitgliederversammlungen, morgen, 20 Uhr. Falkplatz II: Sonnenburger Str. 20.— Humannplatz: Gleimstr. 33/05.— Baltcnplatz: Tilsitcr Str. 4/5.— Charlottenburg. Süd: Spreestr..10.— Hansa: Bochumer Str. 81': Filmabend.— Moabit l: Waldenserstr. 20: Brettspiel- abend.— Moabit!>: Bremer Str. 70: Brettspielabend.— Sportpalast: Gcnthiner Str. 17: Zigeuner- und Vagabundenliteratur.— Arnswalder Platz 11: Schönlanker Str. U, B. 3: Schallplattenabend.— Falkplatz I: Sonnenburger Str. 20: Kampfliedcrabend.— Hohenschönhausen: Schule Dingelstädter Straße: Die jetzige Lage in USA.— Friedrichshain: Diestcl- meyerstr. 5/6, Lichtbilder: Sexuelle Fragen.— Stralauer Viertel: Goßlor- straßc lil, Brettspielabend.— Hallesches Tor: Aorckstr. 11: Arbeitsdienstpflicht. - Kottbusser Tor: Urbanstr. 167: Arbeiterdichtung.- Luisenstadt: Wasser- torstr. 4: Probe für dir Weihnachtsfeier.— Baumschulcnweq: Ernststr. 16: Unsere Bibliothek.— Johannisthal: Rathaus: Echallplattenabend.— Friedrichs- fclde: Lichtenberg, Gunterstr. 44.— Karlshorst: Treskowallee 44: Brettspiele. -- Pankow RF.: Kissingenstr. 48: Mitgliederversammlung, anschließend Ar- bcitsgemcinschaft: Anfangsgründe des Sozialismus, 1. Teil. Werbebczirt Schöncberg: Esperanto-Kursus. 20 Uhr. Schule Tempelhofer Weg. Werbebeznck Tempekhof: Lyzeum, Götzstraße: Kursus„Das Kommunistische Manifest. IV." Wcrbebezirk Reukölln: Alle erwerbslosen Genossen beteiligen stch an der Er- werbslosen-Zusammentunft ab 15 Uhr im Heim Kayner Straße. Freie Gewerkschasts-Jugend Berlin Heute, Sonntag, 4. Dezember, finden folgende Veranstaltungen statt: Äädchcntursus um 9>. Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses. Engel- ufcr 24—25. Tagesordnung: Die Frau in der Gewerkschaftsbewegung.— Ardeitssitzung der Gruppenleiter um 10 Uhr im Jugendheim des Ge- werkschaftsbauses, Engelufer 24—25.— Sprcchchor um 10'. Uhr im Saal 11 des Gewerkschaftshauses.— Südostkreis: Jugendheim Tempelhof. Germaniastr. 4—6. Heiteres aus dieser ernsten Zeit.— Sudtreis: Jugendheim Bergftr. 29. Theo Maret bringt Lustiges.— Nordtreis: Jugendheim Willdenowstr. 5, Zimmer 13. Singstunde unter Leitung des Genossen Hoffmann.— Ostkreis: Jugendheim Gunterstr. 44. Bub und Mädel im Gruppenleben.— Unterausschuß Weißcnsec: Beginn 19'-.. Uhr. Kostenbeitrag 20 Pf., Erwerbslose 10 Pf. Programm: Werbeabend in der Stadthalle Weißensee, Pistoriusstraße. Einlaß ISv?» Uhr, Jugendspiel. Sprechchor. Musik.— Morgen, Montag, 5. Dezember: Nord- kreis: Jugendheim Putbusser Str. 22. 19'.. Uhr Kreisvorstandssitzung. ©.zuqendqruppe des LentralverbanSes Oer Anaestellten Heute, Sonntag, kommen die Jugendmitglieder der Bezirke Gesund- orunnen, Norden und Wedding von 18 bis 22 Uhr im Jugendheim Willdenowstr. 5 zusammen.— Morgen. Montag, finden folgende Veranstaltungen statt: Wedding: Jugendheim Turiner Ecke Seestraße. Aussprache: Jugend- Probleme der Gegenwart. Leiter: Weisstock.— Nordost II: Jugendheim Schön- lanker Str. 1l. Vortrag:„Die Stellung der Frau in der Gesellschaft früher und heute". Referent: Hanni Moosdorf.— Weißensee: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Vortrag:„Das Arbeitsrecht in der Krise"(1. Abend). Referent: Dr. Lewinski. — Urban: Jugendheim Hobrecht- Ecke Sanderstraße. Leseabend.— Nordwest: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Die Freie Angeftelltenbank e. G. m. u. H. tagt heute von 20 bis 22 Uhr im Perbandshaus, Hedemann- straße 12. Berliner Gewerkschafksschule. Der nächste wirtschaftspolitische Ausspracheabend ist am Dienstag, dem 6, Dezember, um 19 Uhr, im Saal 3 bzw. Saal 5 des Gewerkschaftshauses. Enaelufer 24—25. Behandelt wird an diesem Abend:„Neuregelung der kurz- fristigen Auslandsschulden.— Eine Aufgabe der Weltwirtschastskonserenz". Leiter des Ausspracheabends ist der Genosse Dr. Otto E u h r. Vorherige An- Meldung nicht erforderlich. Hörerbeitrag wird nicht erhoben. SPD.-Fraktion beim Bezirksamt Köpenick. Mittwoch, 7. Dezember. 19' j Uhr, un Lokal Krüger, Schöncrlinder Str. 5.„SPD. und Kommunalwirt- fchaft." Referent: Genosse Amberg. SPD.-Betriebsfraktion beim Bezirksamt Reinickendorf. Donnerstag. 8. De- zember, 17 Uhr. Fraktionsversammlung bei Otto Marks. Reinickendorf-West. Berliner Str. 70.„Sozial, und Kommunalpolitik." Referent: Stadtrat Karl Schneider. Reichsgewcrkschaft Deutscher Kommunalbeamten und Angestellten, Bezirk Neukölln. Montag. 5. Dezember, IS�z Uhr. in den Bürgersälen, Neukölln, Bergstr. l47(direkt am U-Bahnhof Bergstraße).„Die Mitwirkung der Ge- werkichafteu am sozialistischen.Aufbau." Referent: Dr. Otto Euhr._ PSD.-Fraktion Deutsche Werke, Spandau. Am Dienstag, 6. Dezember, findet bei Schmidt, am Hauptbahnhof, eine Fraktionsversammlung statt. Tages- ordnung: 1. Was ist von der neuen Regierung zu erwarten?. Referent: Genosse Emil Barth. 2. Fraktionsangelegenheiten. Erscheinen aller ist Pflicht. Der Fraktionsvorstand. Vortrage, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwan-Rol-Gold-. Gelchäits stelle: Berlin S. 14. Sebaftionstr. 87—33� Hot 2 Tr Mitte: Dienstag, 6. Dezember, 1. Kameradschaft, Versammlung bei Klement, Sophienstr. 6. 6. Kameradschaft: Versammlung bei Feld- manu. Chausseestraße.— Krcuzberg, Vortrupp: Sonntag, 4. Dezember. 9% Uhr, U-Bahn Spittelmarkt, Wanderung durch Alt-Berlin. Führer: Schriftsteller Georg Damberger.— Jugend T: Montag. 5. Dezember, 20 Uhr. rn-"er- sammlung. Jugendheim Borckstr. 11.— Tiergarten. 2. Kameradscha':. ntag, 5. Dezember, 20 Uhr. Kameradschaftsversammlung bei Röstel, Putützstr. 10. Buchkontrolle.— Wcddlng(Vortrupp»: Montag.>. Dezember, 19'. Uhr, Tnrn- abend in der Schule Utrechter Str. 3l.— Dienstag, 6. Dezember, l. Uhr. Heimabend im Jugendheim Seestr. 57. Bunter Abend.— Friedrichshagen(Vor- trupp): Mittwoch. 7. Dezember,',9'i, Uhr Jugendheim Ebertnstr. 12.— Steglitz (Ortsverein): Montag, 5. Dezember 20 Uhr, Fraktionsversammlung aller Kameraden im Loka! Schulz. Steglitz, Birkbuschftr. 90. Thema: Der Bezirksparteitag vom 26. November und das Reichsbanner.— WHßcnsee(oixiuiba): Mittwoch, 7. Dezember 20 Uhr. Heimabend im Jugendheim Pistoriusstr. 24. Pankow: Dienstag. 6. Dezember 20 Uhr. Mitgliederversammlungen der Kameradschaften. Jeder. Kamerad in Bundestleidung. B u ch k o n t r o l l e—- Kameradschaf: Pankow-Nord: Türkisches Zelt. Pankow.- Referat: Kamerad G. Stieglitz.— Kameradschaft Pankow-Süd: Rest. Mühleneck.— Kamcradlcha't Riederschönhausen: Rest. Wolfsschlucht.— Bohnsdorf-Grünau(Jungba): Dienstag. 6. Dezember. 20 Uhr Zusammenkunft im Jugendheim Wachtelstr. 1.— Wassersportabteilung, Zug Havel: Montag. 5. Dezember..0 Uhr, Monatsver. sammlung bei Jamin. Eharlottcnburg. Sophie-Charlotte-Str. 88. Verband ehemaliger Polizeibeamten Preußen c. V.(Bepp). Sitz Berlin. Mitgliederversammlung am Montag, 5. Dezember. 20 Uhr. in der Bockbrauem, Fidicinstr. 2—3.__ Sprachklub The English Speakers. Heute. 21 l'.in. im Nordwest-Kasino, NW. 87, Alt-Moabit 55, nahe Gotztowskibrücke. englische Vorträge und Dis- kussion. Gäste willkommen. Deutscher republikanischer Studcntenbund, Ortsgruppe Berlin. Am kommen- den Dienstag, 6. Dezember, 20 Uhr, spricht Regiernngsrat Dr. Karutz über„Die politische Entwicklung in Preußen und im Reich" Ort der Veranstaltung: Neues Studentenhäus, Oranienburger Str. 18, 2. Stock, Sitzungszimmer. Gäste und herzlichst willkommen. „Zcksnks praktisch! Nähmaschinen...... ab RM. 141.— Fahrräder.......... ab RM. 62.— Kinderräder und-Roller preiswertl Fahrraddecken pro Stück ab RM. 1.— Fahrradschläuche pro Stück....... ab RM.—.50 usw. Kostenloser Unterricht im Nähen, Sticken und Stopfen." LINDCÄR-FAHRRADWERKg BERLIN- LICHTENRADE NiederlageBerlin.AlteJakobstr. 148-55 Niederlaga Berlin, Engelufer 31 GLä" W At tmeye; W55 WltHElMSTPASSt« AN DER LE I Prt GER 9TEASSE Nicht nur, daß jeder Kauf an Teppichen, LSufern, Linoleum, Tisch- u. Diwan- decken bei Quantmeyer& Eicke schon ein Gewinn bedeutet, jetzt gibt es beim Weihnachts- Preisausschreiben- Gratisgewinne! 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Er zuckte die Achseln und sprach etwas von Zöllen und Abgrenzungs- Politik. Aber er wurde gar schnell unter- brachen: das alles verstehe er nicht, meinte der Bauer, er wolle nur wissen, wo das Geld sei, das doch noch vor wenigen Jahren in der Welt gewesen sei, ob das alles gestohlen sei? Doch dann mußten es ja die Diebe haben: also zum Teufel noch ein- mal, wo stecke das Geld? Da wurde das Achselzucken des Wanderers ein endgültiges.„Eine verdreckte Welt!" rief der Bauer und die beiden Männer saßen den Rest des Abends schweigend und grübelnd beisammen.— Dann wurde der Gast zur Schlafstelle gebracht, er versank in Weichheit, köstlich war es, die Glieder strek- ken zu können. Den einsamen Menschen überkam ein frohes und fast glückliches Ge- fühl der Geborgenheit... Wieder schritt der Wanderer aus einer breiten, weißschimniernden Straße. Die Sonne schien, ihre Strahlen hatten zwar nur wenig Kraft, immerhin mußte er sogar den alten, recht abgetragenen Mantel öffnen. Ab und zu kamen ihm Landleute entgegen, Menschen, die er nicht kannte, wechseUen Grüße mit ihm, dann und wann fuhr ein Wagen vorbei. Ein junger Mensch überholte den Wan- derer, musterte ihn und fragte dann, ob er den Weg gemeinsam mit ihm gehen dürfe. Gerne, entgegnete der Wanderer und be- trachtete den Gefährten. Wohin denn der Weg führe, fragte er nach einer Weile, und der junge Begleiter antwortete fröhlich und in bester Laune:„Ach, das ist ganz gleich- gülkig, wohin Sie wollen!" Der Wanderer sah erstaunt aus, ob denn der junge Mann keine Beschäftigung habe?„Nein, ich bummle so durch das Land, ich habe gar keine Be- schäftigung."— Und wovon er denn lebe? Da erzählte der Junge. Viele Monate habe er keine Arbeit finden können, er habe ge- hungert und gedarbt, da habe er sich ent- schlössen, der Stadt den Rücken zu kehren. Die sei wie ein Fels über ihm gelegen, er fühlte, daß er dort ersticken müsse. Nun ziehe er so umher. Es gäbe immer Leute, die einem zu essen geben, ab und zu kann man auch ein wenig arbeiten, schlafen könne man gar bald irgendwo, wenn man nicht zu an- spruchsvoll wäre. Neulich habe gar ein armer Dorfschuster die Schuhe gratis ge- flükt. Auch betteln könne man gehen, wenn die Not gar zu arg wäre.—„Betteln?" fragte der Wanderer.„Ja", entgegnete der junge Mensch,„man müsse nur die Scheu überwinden, das gebe sich bald. Es sei gar nicht so entsetzlich, wie es schiene. Wenn die Leute einem keine Arbeit geben, so müßten sie eben etwas schenken. Es sei gar nicht so arg, dieses Wanderleben... Man lagerte auf einer Wiese, wanderte, rastete und wanderte wieder. '„Jetzt bin ich müde", rief der junge Mensch,„es sind noch sechs Kilometer zum nächsten Ort. Wollen mir fahren?"—„Wie wollen Sie das anstellen?" fragte lächelnd der Wanderer, doch da saß der junge Mann auch schon am Straßenrand, breitete seinen Mantel aus und lud den Gefährten mit gast- freier Geste ein. neben ihm Platz zu nehmen. Noch einer W>'ile rollte ein schwerer Last- wagen, mit Bier beladen, heran, der junge Mann war ausgespningen und verhandelte mit dem Lenker. Hoch oben zwischen den Fässern saßen sie dann, der Alte und der Junge, und bald waren sie in den kleinen Ort eingefahren. Vor einem Gasthof hielt das Fuhrwerk. In einer verrauchten, großen Wirtsstube saßen einige Leute und tranken schweigend Bier. Da tönte aus einem hohen Trichter hervor eine menschliche Stimme. „Radio!" rief der junge Mann und sein Ge- ficht leuchtete auf. Doch was war das jetzt? Eine furchtbare Bluttat wurde gemeldet, von Attentat und Mord war die Rede. Bleich und zitternd war der alte Mann aufge- sprungen und eilte zu dem Trichter.„Noch einmal!" rief er, doch die Stimme im Apparat war verklungen, und erst das Lachen der Umhersitzenden ließ ihn zur Besinnung kommen. Verstört griff er nach seinem Hut und lief, ohne seinen jungen Ge- fährten zu beachten, wie gejagt zum Bahn- Hof. Beim Schalter fragte er nach dem Preis für eine Fahrkarte in seine Heimatstadt. Er fchüttete den Inhalt seiner Börse aus, man zählte, doch es waren um fünf Mark zu wenig in der Tasche. Der alte Mann weinte fast und rief mit zitternder Stimme:„Aber ich muß mit dem nächsten Zug fahren, ich muß!" Doch der Kassierer schüttelte nur den itopf und schloß das Schaltcrfenster. Als der Wanderer wieder aufsah, stand der junge Man vor ihm:„Haben Sie mit dem Attentat, das durchs Radio verkündet wurde, etwas zu tun?"—„Ja. ja. ich kenne das Opfer." —„Na ja, dann wollen Sie wohl hin?— „Ja!"—„Dem armen Teufel werden Sie auch nicht mehr helfen können."—„Ich muß hin."—•'„W'eviel fehlt Ihnen?"—„Fünf Mark."—„Kommen Sie, da müssen wir betteln gehen!" Und wieder ginge» die bei- den den Weg zum Gasthof. Der Junge führte und mit dem Hut in der Hand schritten sie von Tisch zu Tisch... 5. Mitte Juni hatte Crusius sein neues Werk beendet Als er die Arbeit— es waren nur wenige mit Zahlen und Formeln beschriebene Seiten— ins Safe geschlossen hatte, wich wieder langsam jener Zustand der Besessen- heit, in dem er die letzten Wochen verbracht hatte. Es dämmerte ihm, was er hier ge- leistet hatte. Es schien, als wäre das Un- glaubliche geglückt, das eben noch als un- durchführbar geschienen hatte: Die Atom- Zertrümmerung dem praktischen Leben dienst- bar zu machen. Die seit Jahren umkämpfte Frage der Elementenumwandlung schien ge- 3)ie mieine und das �Brüderchen t'rzähhmg /Don iHnus tßaU Die Kleine saß vor mir und lächelte. Dabei fiel es iuxH mehr auf, daß ihr linkes Auge größer war als das rechte und die Narbe, die vom Aug- winket über die Schläfe zuni Ohrzipfel führte, setzte viele kleine Fältchcn an. Wer sie näher kannte, empfand diese Narbe nicht mehr als Ver- unstnltiing, sie war vielmehr Teil ihres Wesens, formte es in gewisser Weise und unterstrich einen Charakter, aus dem Mütterlichkeit, Aufrichtigkeit und Lebensmut sprachen. Sie lächelte uns olle der Reihe nach an, die wir an einen» schönen Samstagabend vor der Tür der Jugendherberge saßen, des Wanderns müde und em wenig müde auch des Gesangs und des Klampfenspiels, und ihre Augen glitten über das graue Schindeldach der Herberge hinweg, über Wiesen und Buchenwälder hin, den ruhige» Wassern des Sees zu, in dem sich der Glutball der. untergehende» Sonne ininitten eines orangenen Sommergewölks verlor. Eine QeichMUe irird erviihU „Eine Geschichte soll ich erzählen", lächelle sie, „ihr alle habt schon öfters nach meiner'Narbe geschon, aber keiner hat mich bisher gefragt, wie ich zu ihr gekommen bin. Ihr müßt wissen, ich siainni« aus einer kinderreichen Familie in einer kleinen Stadt, und könnt euch denken, wie es in einen» Arbeftslosenhanshalt aussieht, in dem sich neben einem achtzigjährigen Großvater sieben Kinder jeden Jahrgangs tummeln. Nein, ihr könnt es euch nicht vorstellen. In einer kleinen Sladr ist das wohl doch etwas anderes als bei euch in der Millionenstadt. Hinzu kommt, daß mein Vater ein Jahr vor der Krise, als man in der Tischlerbranche noch gut verdiente, zu günstigen Bedingungen ein Siedlungshäuschen und ein Stück Ackerland pachten konnte, so daß wir wenigstens nicht ganz auf dein Trockenen saßen, als er zwei Jahre darauf arbeitslos wurde. Aber schlimm genug»var's doch und wenn »»eine älteste Schwester nicht in einer Konsum- genossenschast als Verkäuferin eine feste Anstellung gehabt hätte, ich weih nicht, wie wir die erste Zeit hätten durchhalten sollen, denn es war Winter, feucht und kalt, Kohlen hatten wir nicht auf Loger und den Garten hatten wir noch nicht so aus Nutzbau umgestellt, daß wir iin Herbst hätten Vorräte ausspeichern können. Das erste war natürlich, daß meine Mutter sich nach Ausivarte- stellen umsah und auch meine Zweitälteste Schwester mußte heran. Ich selbst ging danials noch in die Schule. Die anderen Geschwister ivaren noch kleiner. Ich muß sagen,»nein Bater tat, was er konnte und auch mein Großvater— in seinen jungen Jahren war er nach Amerika ausgewandert und hatte ain Michigaistee die Zigarreniirdustris aus der Taufe heben helfen, bis ihn das Heimweh in unser Städtchen zurücktrieb—, auch mein Großvater tat, was ihm seine init gutem Humor getragenen achtzig Jahre zu tun übrig ließen. Aber Männer in einem Haushalt, ihr wißt ja selbst, wie das ist, und so»nißte denn auch ich mit meinen knappen vierzehn Jahren tüchtig im Haus- halt niithelsen. Haus und Hof in Ordnung haften, Wäsche und Essen für zehn Personen, die jüngeren Geschwister beaufsichtigen und sauber hallei», es ist klar, daß die Arbeit meiner armen Muller allmählich über den Kops wuchs. Mochte die Zweitälteste auch mithelfen, soweit das die Atls- Hilfsstellen, die sie' gefunden hatte, erlaubten, es blieb doch eine Uirsumme zu tun übrig: sollte das Haus nicht verkommen, und das hätten meine Eltern, die auf peinliche Sauberteft den größten Wert legten, nie zugegeben. So mußte denn auch ich das meine leisten. Besonders die Pflege und Beaufsichtigung der jüngeren Geschwister und die große Wäsche gehörten zu meinen Pslich- ten. Ich war ein lang aufgeschossenes, iiicht gerade sehr kräftiges Ding und ihr könnt euch denken, daß mir die Arbeit nicht besonders leicht fiel. Wenn ich sie trotzdem gern tat, so lag das an unserem häuslichen Milieu. Zank und harte Worte kannte man nicht. Die Verhältnisse mach- ten noch so dürstig sein, inuner herrschte gute Laune und Heiterkeit. Mein« Mutter vor allem — ein Erbe vom Großvater— fand trotz ihrer Ueberbürdung immer wieder einen Scherz, immer neue Koseworte für ihre Kinder. Der war ihr Goldchen, der war ihr Blondchen, ihr Häschen und ihr... Abenteuer mit dem EKindertragen Aber ich langweile euch wohl damit. Nun gut. Also eines Tages kam ineine Mutter glückstrahlend nach Haufe. Sie hatte neuen Verdienst gefuitden. War es auch nicht reichlich, so versprach er doch eine regelmäßige Einnahme. Eine Zeitung hatte sie als Austrägerin eingeftellt. Das war nun xine Arbeit, die auch ich leisten konnte. Zuerst zogen »»eilte Mutter und ich mit dem Kinderwagen gemeinsam los, später machte ich die Gänge, wenn meine Mutter keine Zeit hatte, auch allein. Es war ein Jahr nach jenem Unglückswinter, in dem Vater arbeitslos geworden war. Diesmal herrschte strenger Frost und der Schnee lag hoch. Ich n»uß sagen, mir machte das.Herumziehen mit löst. Es war nunmehr erwiesen, daß man mit Hilfe der neue»» Stoßgencratoren Spannungen bis zu zehn Millionen Volt erziele»» konitte. Beiläufige Versuche hatte»» ergeben. daß die Kathodenstrahlen, mit dcitc»» man arbeitete, ebenso große Wirkungen auslösen, »nie dies die Ausstrahlung von tausend"Kilo- arainm Radium zu tun verinöchtc: Bsei- platten von zwanzig Zei»ti>»ieter Stänfc ivaren im Bruchteil einer Sekunde durch- drungen. Nein, es»var unmöglich, die Aus- »virkungen dieser Erfindung auch nur ent- fernt zu übersehen, man stand hier tatsächlich vor einer revolutionierenden Neuerung. Crusius»vußtc, daß das, was hier geschaffen »vurde, auch von einem anderen hätte ge- leistet werden können, daß er nicht mehr war als das zufällige Werkzeug der tech- nischen Entwicklung. Mit einem"Male und mit erschütternder Gewalt war.es ihm klar geworden: Wir haben eine Höhe erreicht— ober was liegt unterhalb des Gipfels? Wohin führt der Weg? Wieder zu Elend und Jammer, zu Qual und Tod? Und wenn auch! Man hat seine Pflicht getan: man konnte nicht anders handeln. Aber er wollte behutsamer vorgehen, er hatte nicht das Recht, seine Entdeckung auf den Markt zu werfen, neue Erschütterungen hervorzurufen. Man mußte beraten, ob und unter welchen Uniständen man eine Nutzbarmachung in die Wege leiten könnte. (Fortsetzung folgt.) Wägelchen und Zeftungspacken, das Treppauf, Treppab und Klingling viel Spaß. Jminer gab es ums zu sehen. Hie und da wurde einem geöffnet und»nan schnupperte die fremde Lust ein und hin und wieder— man kenift sich ja i» der kleinen Stadt— gab es sogar gifte Worte oder gar etwas zu naschen. Ui»d auf der Straße, was gab es dort alles! Schneelmllschlachten, Schlitt- schublaus aus den Weiher», Schaufenster, hastende Nienschen, ich geriet in eine fast abwesende Stimmung, wem» das so alles an mir vorüberzog. Hatte sich erst cininal meine Selbständigkeit beivährt, bekam ich auch bald Gesellschaft. Mein kleines vierjähriges Brüderchen begleitete mich zu gerne auf diesen Wegen. Ein kleiner Blondkops »var's, übermütig ui»d immer voll drolliger Ein- fälle. Fast war ich verliebt in ihn. So kan» es, daß er rinmer häufiger»nein Begleiter wurde. Bald trippelte er neben mir her, bald chroifte er im.Kinderwagen aus den Zeitungsballen. Das Gejauchze und Geplappere wollte kein Ende nehinen. Man sah uns. nach, man lächelte uns zu.. Wir wurden stadtbekannt. Ein'.Kind trird überfahren Eines Abends nun— es damnterte schon, die Hügel, die unser Städtchen uingeben, schimmerte» bläulich, der Schnee knirschte unter unseren Füßen und der Atem kam wokkig aus den Mündern... Ach, es war ein herrlicher Abend. Weihnachten »var nahe. In den Häusern duftete es nach Kuchen und Tannenreisern. Der Weihnachtsmarkt hatte sich aufgeta». Die ersten Lichter erglommen. In den Schaufenstern strahlten die Auslagen. Alle scharfen Uinrisse verloren sich in den» sich breitenden Dunkel, unwirklich war alles... Was wollte ich doch sagen? Richtig. Da»var ein Schaufenster, in dem schienen sich Weihnachtg- mann und Puppenfee ein Stelldichein gegeben zu haben. Schaukelpferde, Troinmeln, Eisen-' bahnen, Puppen, Puppenstuben, ja ganze Puppen- Häuser— alles war da, was ein Kittderherz sich wünschen kann. Lange schon liebäugefte ich mit diesen» Fenster. Aber bisher hatte mich das Pflichtgefühl immer wieder mit meinem Wägelchen daran vorübergetrieben. Denn zu Haufe»vartete» schon die Schulausgaben und ich ntußte»»ich gründlich sputen, wenn ich fertig werden wollte. An diesen» Abend konifte ich nicht länger wider- stehen. Ich glaube, ich wurde mir selbst nicht bewußt, daß ich Wagen und Brüderchei» am Straßenrand stehen ließ»rnd vor die große Spiegelscheibe trat. So sehr stürzte die Märchen- well aus mich ein, so tief verlor ich mich in ihr, daß ich nicht»veiß, wie lange ich in die Betrachtung versunken war. Nur an eines erinnere ich mich noch, als ob es gestern gewesen wäre, an die Eiftfetzensschreie, die mich plötzlich aus meinen» ttessten Glück rissen. Ich fuhr herum und sah, daß mein vierjähriges Brüderchen mitten auf dem Neuartiger SchnQrpumps entzückende Kombination Unser Weihnachtsverkauf bietet riesi- gePreisvorteile und eine niegesehene Auswahl wundervoller Geschenke. Wer Schuhe schenkt, erspart Anschaf fungs- sorgen und erfreut darum doppelt. 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Aber wie ihr seht, bin ich nicht nur mit dem Leben, sondern auch mit einer einiger- viaße» heilen haut davongekommen und damit märe die Geschichte eigentlich zu Ende, wenn der für mich wichtigste Teil nicht das, was folgte, gewesen wäre. Ja, seht ihr, das ist das seltsame, daß alles ganz anders kam, als ich erwartete, und daß ich seither gut von den Menschen denke trotz alledem und alledem." Die Kleine sah uns alle der Reihe nach an und lächelte wieder.„Als ich aus Bewußt- losigkeit uird Fieberzuständen erwachte, quälte ich mich sehr mit Selbstvorwürfen, wie es nur ein so unvernünftiges vierzehnjähriges Dingelchen kann, das zur Pflicht erzogen und selbst sehr empfindlich ist. Meine Schande nannte ich es, daß ich das Brüderchen allein gelassen und ver- gessen hatte, um mich den Verlockungen des Schau- fensters hinzugeben, und ich meinte, diese Schande müsse mir unauslöschlich aus die Stirn geschrieben stehen. Ja, als ich das erstemal in den Spiegel sah und die kaum verheilte ükarbe mir entgegen- brannte, war mir das eine Bestätigung, so furcht- bar wie meine Phantasie es sich nie hätte aus- malen können: da war das Schandmal, das mich zum Bösewicht stempelt« für alle Zeit, da war sie die Häßliche, die ihr Brüderchen im Stich gelassen hatte. Die Augen der Ellern, die Augen der Menschen, wie anders als mit dem Blick tiefster Verachtung und ewigen Vorwurss würden sie von jetzt ab..wenn meine Augen ihnen zu begegnen suchten, auf. dieses Mal geheftet fein! Mit Angst sah ich den Besuchen meiner Eltern, mit noch größerer Angst der Entlassung aus dem Kranken- haus entgegen. Nun. ich brauche es euch nicht zu sagen, nie habe ich die Liebe meiner Eltern so stark gefühlt Vis brsitisit Ist sul brcken Das allerhöchste Cut. Sie muß vertraut uns werden Und nah wie Fleisch und Blut, Nun kommt, ihr lieben Brüder, Ihr Schwestern, kommt herbei, Es klingen laut die Lieder: Im Kampf nur wirst du frei! Die Freiheit führt uns weiter, Sie adelt unser Tun, Das Recht ist ihr Begleiter, Es kommt in Eisenschuhn. Am Abend kannst du schlafen, Doch jetzt ist heller Tag: Die Peitsche für den Sklaven, Der nicht mehr kämpfen mag! Xei'btiifer... Leibnitz tötete nie eine Fliege und sagte:„Man tut Unrecht, eine so künstliche Maschine zu zer- stören." als in diesen Wochen des Krankseins und der Genesung. Jetzt erst sühlle ich eigentlich bewußt, daß es Elternliebe gibt und was sie bedeutet. Aber nicht nur das. Mein« Freundinnen, meine Schulkameradinnen, Lehrer und Lehrerinnen be- suchten mich. Und dann, es ist mir heute noch wie ein Märchen: fast möchte ich sagen Berge von Geschenken häuften sich an meinem Bett. Men- schen, die ich nicht kannte, schickten mir Spielzeug und Leckereien. Es wurde für mich gesammelt. Ich glaube, in einer großen Stadt wäre das nicht möglich. Die kleine Stadt hat ja auch heute noch so etwas wie eine Gemeinschaftsseele. Trotzdem war ich ängstlich und menschenscheu, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Machte auch mein Schuldbewußtsein auf das natürliche Maß zurückgegangen sein, so quält« mich meine Veruitstallung dock; sehr. Mädchen, das ich nun einmal bin, kam ich mir minderwertig so begriff ich zuerst gar nicht, weshalb alles mll öerlin Lonntsg, 4. Dezember. 6.15: Aus Berlin: Gymnastik. 6.35; Aus Hamburs: Hafenkonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. 11: Deutscher See-Wetterbericht. 11.10: Dichterstunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12: Zehn Minuten Lyrik. 12.15; Uebertragung aus Berlin. 1-1: Elternstunde. 14.30: Der Lebenskampf der Ostmark. 10.05: Aus Dösseldorf: Länderfußballspiel Deutschland— Holland. 15.45: Aus Berlin: Orchesterkonzert. 16.20; Aus Würzburg: Würzburger Qlöckli. Eine bunte Stunde. 17.25: Hilfe für den Oberharz. 17.35: Vom Reich der Deutschen. 18: Aus Berlin: Kammermusik. 18.45: Junge Generation spricht. 19.30: Konzert, Deutschlandsender: 20: Aus Saarbrücken: Zugunsten der Winterhilfe. Funkfahrt ins Blaue! 22.20. Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. 23: Veranstaltung im Rahmen des Weihnachtsmarktes der Berliner Künstler. Montag, 5. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nach- rr.ittagskonzert 17.30: Die Geschichte und der deutsche Mensch der Gegenwart 18: Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Der Volksgedanke im Wilhelm Teil. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.25: Viertelstunde Funktechnik. 19.40: Zur 175. Wiederkehr der Schlacht bei Leuthen. Deutschlandsender: 20: Unterhaltungskonzert 20.55: Von der Deutschen Welle: Einakter. 21.50: Jubiläumskonzert. anläßlich des 50jährigen Bestehens des Philharmonischen Chores. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Aus Wien: Abendkonzert Dienstag, 6. Dezember. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Unsere deutschen Ahnen. 18: Querschnitt durch Abreißkalender für 1933. 18.30: Deutsche Burgen. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Anschließend: Kurzbericht des Drabiloseo Dienstes. 19: Einheitskurzscbrift für Fort- geschritten� 19.30t ZCIttJien�t Deutschlandseoder; �0: Aus' Ocfo: Npnvegisch'is Europäisches Konzert 21.10: Aus Leipzig: Schlüssel und Schwert Hörfolge. 22.10: Wetter-, Tagos- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 7. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Hamburg; Nach- mUtagskonzert 17*30: Wieviel Menseben kann die Erde ernähren? 18: Worpswede. Sinn und Schicksal einer Landschaft 18.30: Verkehrswirtschaft und Krisenüberwindung. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. Danach; Englischer Sprachunterricht. 19.35: Der Beamte im Beruf Deutschlandscader; 20; Aus Stuttgart: Orchesterkonzert 20.30: Intermezzo. Reincke der Fuchs. 21.30: Aus Stuttgart: Tänze aus aller Herren Länder. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22,45: Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Leipzig: Max-von-Schillings-Stunde. Konzert. Donnerstag, 8. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Entdeckung des Staates. 18: Zeitgenössische Ballade, 18.30: Stunde für Björnson zum 100. Geburtstag 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.20; Wegweiser durch die Zeit. 19.40; Graf Spce's Sieg und Untergang. Deutschlandsender: 20; Veranstaltung im Rahmen des Weihnachtsmarktes der Berliner Künstler. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Aus Hamburg; Deutscher Tanz von 1900 bis 1932. vor. Die Häßliche nannte ich mich selbst. Und doppeller Liebe an mir Hing, weshalb man mich verhätschelte und— sehr gegen meinen Willen— an einen Ehrenplatz drängte Aber je älter ich wurde— und ich reiste in dieser Zeit sehr schnell — desto deutlicher erkannte ich den Grund. Und das hat meinen Charakter sehr stark beeinflußt. Seitdem glaube ich an die Menschen, an ihre Güte. und ich liebe sie." Der Biick der Kleinen— ich weiß selbst nicht, warum wir sie alle die Kleine nannten, denn sie war groß und schlank und überragte die meisten von uns— glitt wieder über das Schindeldach hin in die Weite der Wiesen und Wälder, die jetzt ganz im Duster lagen. Die Uierwellen plätscherten, ein kühler Wind hatte sich ausgemocht und scheuchte mit jähen Stößen das nächtige Laub auf. Wir rückten näher znfammei, und drängten uns an die Erzählerin und es war uns, als gäbe sie uns allen von ihrer Wärme ab, sie, unser« große Rkutter. Freitag, 9. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Leipzig: Nach- mittagskouzert. 17.30: Die Götter- und Spruchdichtung der Edda. 18; Klavierkonzert von Phil. Eraanucl Bach. 18.30; Die Preußenkasse und ihre neuen Aufgaben. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend; Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: 20 Jahre Arbeit ohne Licht. 19.20; Stunde der Arbeit. 19.40: Zeitdienst. Deutschlandsender: 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Aus Stuttgart: Die Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. 21.15: Aus Hamburg: Deutsche Festmusik. 22.30; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See- Wetterbericht. Danach; Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 10. Dezember. 16: Dichterstunde. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittags- konzert. 17.30; Viertelstunde für die Gesundheit. 17.50: Bücherstunde. 18.05; Musikalische Wochenschau. 18.30: Deutsch für Deutsche. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Französischer Sprachunterricht. Deutschiandsender: 19.40: Ein Querschnitt durch die Volksmusik. 21: Uebertragung aus Berlin. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Königswusterhausen Sonntag, 4. Dezember. 6.15; Gymnastik. 6.35: Aus Haniburg: Hafenkonzert. 8: Für'den Landwirt. 8255: Morgenfeier. 10.05: Wettervorhersage. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12; Aus Stettin: Hörbericht von dem 8. Stettiner Kunstturnen. 12.15; Aus dem Wintergarten: Funk-Mstinee. 14: Der Weihnachtsmann deckt sich ein. 14.30: Für die Kinder. 15.30; Populäres QrchesterkonzerU 17.30: Menschen vor dem Beruf. 18; Kammermusik. 18.45: 50 Jahre Philharmonischer Chor. V8.51h Advents-Kantate. 14u2S: Märieplegendeu. 20.20: Sportnachrichten. 20.30: Aus Wien; Wein-, Weib* Gelang. Funkpotpourri. 22; Wetter-, Tagos- und Sportnachrichten. Anschließend-: Hörbericht vom Hallensportfest des Verbandes Brandenburgischer Athletik-Vereine. Danach; Tanzmusik. Montag, 3. Dezember. 6.15: Funkgymnastik. 6.35; Aus Breslau: Frühkonzcrr. 8.20: Advcnts-Morgenfeiej;. 11.30: Aus Hannover: Schloßkonzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 13.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattcivstunde. 14.55: Börsenberichte, 15.20: Vom Einfall zum Manuskript. 15.35: Aus dem UfaTpaläst am Zoo- Auf der Wurlitzer Orgel. 15.55; Heitere Lieder. 16.15: Wir machen eine Treibjagd mit. 16.30: Orchesterkonzert. 17.30: Gegenwartsfragen der Sozialpolitik. 17.45: Sport-Jugendstunde. 18.05: Balladen für Klavier. 18.30: Das neue Buch. 18.40: Dürfen wir Ihnen raten? 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 19.55: Jubiläumskonzert, anläßlich des SOjäbrigen Bestehens des Philharmonischen Chores. 21.35: Wir erinnern an: Ferdinand Lassalle. 21.50: Wir vor der Rajnpe. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Dienstag, 6. Dezember. 6.15; Gymnastik. 6.35; Aus Hamburg: Frübkonzert. 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.40; Hörbericht aus der Deutschen Landkraftföhrerschulen Q. m. b. H. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten. Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20: Appetitlosigkeit und Abmagerung. 16.35: Lieder 15.55: Violinmusik. 16.15: Land zwischen Rhein JUfo iprach... Ei» Schauspieler, der eine Stelle seiner Rolle in einer Tragödie C o r n e i l le s nicht verstand, ver» suchte, sich bei dem THeaterdirektor Jean Bap- liste P o q u e l i n Rat zu holen. Und der Theater- direktor mußte ja imemrhin einiges vom Dichten verstehe», da er unier dem Namen Mvliöre in den französischen Klassikerolymp eingegangen ist. Aber auch Möllere konnte aus den Corneilleschen Versen nicht klug werden.„Warten Sie." sagte er dem Schauspieler;„heute Abend speist Corneille bei mir, da können Sie ihn selbst fragen." So geschah es. Corneille las die Stelle und las sie noch einmal, sann eine Welle noch und sagte dann:„Leider vorstehe ich auch nicht mehr recht, was ich gemeint habe. Rezitieren Sie aber die Berse nur ganz getrost in der Vorstellung. Man- cher, der sie nicht versteht, wird sie dennoch be- wundern." dl. dl. und Vogesen. 16.30: Aus Leipzig: Nacfamittagskonzen. 17.30: Zehn Minuten Funkhilfe. 17.40: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.45: Die junge Generation. 18.05: Aus Magdeburg: Motetten. 18.30: Lesestunde.' 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. 19.10: Dienst an der Erde. 19.45: Alt-Berliner Fanz-Abend. 20.45; Musik der Straße. 22.10; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Aus Hamburg: Spätkonzert. Mittwoch, 7. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35; Frühkonzert. 9: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig; Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagcs- nachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Wir wollen wieder Briefe schreiben. 15.35: Heitere Lieder. 15.45; Konzert 16.15: Fußball-Landerkampf Oesterreich— England. 17.10; Eine Reise in die Urzeit Afrikas. 17.30: Neues von der Wünschelrute. 17.45: Die junge Generation. 18.05; Lieder. 18.30: Junge Mädchen, von Axel Eggebrecht. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Gelebtes Leben. 19.25: Schallplattenstunüe. 20; Sinfonickonzcrt. 20.50: Wir stellen vor; Werner Beumelburg. Danach; Tanzmusik. Donnerstag, 8. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35; Aus Dresden: Frühkonzert. 11.30: Aus Breslau: Mittagskonzert. 12.35; Wettermeldungen für den Landwirt. 12.40: Maschinen im Dienste des Bauers. Hörbericht. 13.30-: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplatten- stunde. 14.55; Börsenberichte. 15.20; Auch Lumpen sind ein wichtiger Rohstoff. 15.35: Orgelmusik. 15�0; Musik der Siebenbürger Sachsen. 16.15: Björostjerne Björnson zum 100. Geburtstag. 16.30; Kammerorchestcr- Konzert 17.30: Die Erschließung einer in der Wüste verschollenen Altkultur. 17.50: Jugendstunde. 18.10: Heitere Musik. 18.30; 2. Teil der Hörfolge aus dem Polizeipräsidium. 18.55; Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Orchesterkonzert. 20; Aus dem Schallarchiv der Funkstunde. 20.30:„Der Bankrott" Schauspiel von BJörnstjerne Björnson. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend: "Zeitfunk. Danach.: Tanzmusik. Freitag, 9. Dezember.■• 6.15: Gymnastik. 6.35; Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Konzert 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagcsnacb richten, Wasserstände, 14: Schallplattenstunde. 14�5« Börsenberichte. 15.20: Pfefferkuchen machen Weltgeschichte. 15.35: Künstlernacbwuchs. 16.15: Neues vom Handball. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert 17-30; Das vergessene Buch. 17.40: Musik für Kinder. 18.10: Das neue Buch. 18.20: Untcrhaltungs- und Tanzmusik. 18.40: Chorgpsänge. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19; Stimme zum Tag. 19.10: Lob der Tänze. 20; Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht 20.15: Gefährten unserer Kindheit 21.15:..Das höllisch Gold." Ein deutsches Singspiel. 22.15; Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Magdeburg: Abendunterhaltung. Sonnabend, 10. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Königsberg: Frühkonzert 11.30; Aus Königsberg: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für deu Landwirt 13.36; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstuude. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Adventsstundc für Kinder. 16: Dreimal„Florian Geyer". 16.30; Unterhaltungsmusik. 18: Deutsches Sprachgut 18.20: Die Punkstunde teilt mit... 18.25; Die Welt des Gelehrten. 18.45: Fumfey und Buttel Knoll von Richard Schneider- Edenkoben. 19.15: Schallplattenstunde. 20.15; Reter Bamm. 20.30; Das Mikrophon hat Ausgang. Ein beweglicher Abend. 23.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach; Tanzmusik. Wellmictihaescfie�bke Äußerst flott! Zur Auffülluns tWU Der neue Damen-Sportsweater aui reiner Volle in sehr schönen Farben, mit schottisch ge- c AC\ streiftem Rollkragen.. Se/v vornehm! Damen-Taghemd aus laAsrosa W aschkunstseide, mit verschiedenen schönen Handarbeitsmo- q-irv oven 4.90 O. 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W/O V Serviette, pass., ca. 60/60 cm, 65t.4,90,St. 0,85 Hohlsaum-Tischtuch(Abb. 2>, vollwein gebleichtes Damastmuster, ca.l30/220cm o TTC 6,90, ca. 1 30/ 1 60cm 4,75, ca. 1 30, 1 X cm O// D Serviette, pass., ca. 56/56 0,95, ca. 38/38 0,62 Kunstseidenes Tischtuch(Abb. 3). mit Hohlsaum, Forben: gold, blau, pfirsidi, ca.165'165cm12,50,ca.l35/165cm9/75 7 Ort ca. 135/135 cm....................... Serviette, pass., ca. 35/35 cm, 6 St. 4,90, St. 0,85 Reinleinene Daiper- Handtücher weiss, mitfarbiger Kante, abgep., ges. ert u. geb., ca. 46/100 cm, VjDtz. 2,85, St. Halblein. Gerstenk.-Handtücher weiss, mit rot. Kante, abgep.,. gesäumt eo u. geb., ca. 48/100 cm, Vs Dtz. 3,25, St. w/5o Kunstseidene Kaffeedecken w.iu Damastmuster, mit farbiger Bordüre, 4% m& ca.lX/löOcm St. 2,95, ca. 130/130 cm St. 2,43 Crepe-Decken weiss oder farbiger Fond, mit aparten Drudc'mustern„Anemone" oder „Chrysantheme", ca. 130/160 St. 3,25, ca. 130-130 cm................... Stüde 2,00 Jacquard-Tischtücher gutt Haus- macher-Qualität, ca. 130/160 cm, Rein- Ort leinen, Stuck 3�0, Halbleinen, Stück 2,ww Reinleinene Tischtücher sebwere Qua- lität, apart. Rosenmuster, Rasenbleiche, ca. 160/230 rm 5s f 10.75. en lAfl l6fl rm 5s 1 8.75. � Stilwecker (Abb. 1), mit Leuchtzahlen und Leuchtzeiger, lO'h'XlO'-: cm, auf Stufensockel, 1 Jahr Ga- o Q C rantie..... jC,Q»D Stilwecker (Abb.2), 12x9 cm, verchromt, mit Leudifzoh- len u. Leuchtzeiger, beweglich auf massivem Sodcel, ele-» rtrt gante Form O/V w Toilette- g a r n I t u r (Abb. 3), 4 teilig, echt Silber, in verschieden. Ausföh- gen 24,50 Puderdose (Abb. 5), 8 cm 0, in mod. Lackforben, mitSpiegel u, Puderquaste, besonders elegante n q- AusführungX/ V 3 Parade-Kissenbezug(Abb. 1), Linon, mit Klöppeleinsatz und Motiven,"vje Grösse ca. 80 80 cm.................. A/i 3 Ueberlaken hierzu, Gr. ca. 150 250 cm.. 4,95 Linon-Garnitur(Abb. 2), im Geschenkkorton, gebändert, 1 Deckbett ca. lX/200cm, 1 Kissen ca. 80; 80 cm, glatt, 1 Kissen mit effekt-* e vollem Einsatz....................... 4/w3 Po. Linon-Garnitur(Abb. 3), im Geschenkkarton, 1 Deckbett, ca. IX/200 cm, l Kissen glatt, 1 Kissen mit Stickereiecken und Säumchen........................... 7,75 Echt. Vollrindleder-HandkofTer IAfab. I), ca. 50 cm gross, eleganter Stadt- affer aus modernem genarbtem, havannabraunem Vollrindleder, Patentschlösscr, Ledergriff und Lederkappen, q Ort doppelseitig eingeschlagen....©/Vv Echte Chamäleon-Bügeltasche (Abb.2), mit farbigem Moirefutter, m innen Seitentäschchen und Spiegel 4/3w Stadttasche(Abb. 3), aus edilem Voll- rundem Henkel a. Vollrindleder, m. Moire- Ort f uttcr u. zweiteiligen Seitentaschen W/ V\J Kopfkissenbezüge kräftiger.__ Linon. Gr. ca. 80 80...... Stück I.SO, 1,10 Deckbettbezüge kräftig, linon.__ Gr. 130 200.............. Stüde 4,90, 0,75 Dimiti-Garnituren 1 Deckbett.___ 2 Kissen.............. Garnitur 7,75, 3/ VO Kopfkissen mit Langette, Grösse ne ca. 80 80.................. Stüde 1,45, 1//V3 Pcradeklssenbezüqe guter Linon, mit handgezogenen Hohlsäumen und ge-, Ort stickten Punkten................. Stuck I/Vw Ueberlaken hierzu passend�. 150'250, St. 5,25 Paradekissenbezüge, Linon, mit Klöppel-Ein- und-Ansatz und reicher o oe Säumchen-Garnierung.......... Stück A/AO U e b s rlake n h ie rzu passen d, ca. 1 X,250,Sf. 4,90 Bettlaken guter fester Dowlos A ca. IX, 225, St. 2,65, ca. 140,210, St. 2,23