Morgen- Ausgabe Nr. 571 A280 49. Jahrg. Redaktion und Verlag- Berlin SW 68, Lindenstr. 3 5e:mpc«6eti A?«MI Dönhoff 2SZ dt» 2V? T-lögramm-dr-f,-- Svzialdomotra!>ZS«rl«n BERLIN ER VOLKSBLATT SONNTAG 4. Dezember 1932 In Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts....... 20 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe am Schluß de« redaktionellen Teils Jentvalorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschtands Kabinett Schleicher ernannt BraclU Innenminister, Syrup Arbeitsminister, Wirtschaft und Ernährung noch unbesetzt Reichspräsident von Hindenburg l>al am Sonn- obendadend die Ernc-mung des Kabinetts von Schleicher bis auf die beiden Posten des Reichsernährungs- und des Reichs- mirtschofts Ministeriums vollzogen. Die Ministerlist« hat folgendes Aussehen: llieichskanzter und Rcichstvchrrninistcr: von Schleicher. Rcichsaustenminister: v. Neurath. Ncichsfinan', minister: Graf v. Schwerin- Krosigk. Ncichsjusti', minister: Tr. Gürtner. Reichsverkehrsminister: Mtt von Riibenach. Rcichsarbeitsminister: Präsident Shrup. Neieiisinncnminister:?r. Pracht. Neichsrommissar für die Arbeitsl»efchaf- fung: Tr. Gereke. Neichsministcr ohne Geschäftsbereich: Po pich. Die Herren W a r m b o I d und von Braun werden ihre Besprechungen über die grundsäy- lichen Fragen der Wirtschatt-politik am heutigen Sonntag fortsetzen. Nicht reaktionär genug! Die Deutsehnationalen beschweren sieh über— Bracht! Herr Bracht ist zum Reichsinnenminister ernannt morden. Damit ist für die Reichs- innenpolitik die Fortsetzung des reaktionären Kurses vorgezeichnet. Man sollte es nicht für möglich halten, aber es ist doch so: die Deutschnationalen finden, daß Herr Bracht noch nicht reaktionär genug sei! Die dcutschnationaleLandtagsfrak- t i o n veröffentlicht eine Entschließung, in der es heißt: ..seit längerer Zeit hat die deutschnationale preußische Landtagsfraition dem Stellvertreter des Reichskommissars in Preußen, Herrn Bracht, in wiederholten Besprechungen, in Verlautbarungen im Landtag und kürzlich auch in einem deutlich gehaltenen Brief ihr B e f r e n>- den über die merkwürdig schonende Behandlung der Exponenten des Zentrums im preußischen Beamlenkörper zum Ausdruck gebracht. Die jetzt ersolgte Beförderung des bisherigen Ministerialdirigenten Dr. W i r t h, der als«in besonderer Vertrauensmann des Zen- trums gilt, wirkt demgegenüber wie eine offene Kampfansage. Durch diese weitere Bevorzugung des Zentrums wird die heute schon in der Beamtenschaft herrschend« Unruhe noch mehr vergrößert werden, und der Reichskommil- sar wird sich darüber klar werden müssen, daß da- mit bei denjenigen Beamten, die von ihm auf Grund leiner eigenen Erklärungen eine grundsätz- liche Aenderung des Parteienstaates erhofften, das Vertrauen in die heutige Staatsführung er- schlittert wird. Eine wirkliche Saude- rung des preußischen Beamtenappa- r a t e s ist nur dann möglich, wenn die Personen. die sich zu Willensträgern des früheren System� gemacht haben, zunächst eininal aus verantwori- lichen Stellungen ausgeschaltet und nicht noch besonders befördert werden Im preußischen Innenministerium sührt heute noch dü Polizeiabteilung der ausgesprochene Der- trauensman» des Zentrums Ministerialdirektor Dr. Kloulener Im Ku»ucminjsterlu>v am- tiert noch der früher,. Zentrumsabgeordnete L a m> merz als Staatssekretär. Die Leitung des Justizministeriums liegt noch wie vor in den ReicHsarbeitsiniluster Syrup Der neue Reichsarbeitsminister. Geheimer Rat Dr. Friedrich Syrup, wurde im Jahre 1881 in der Provinz Hannover geboren. Er besuchte das Realgymnasium in Hannover. Nach der Reifeprüfung war er ein Jahr praktisch in verschiedene» Betrieben der Metallindustrie tätig. Daraus widmete er sich dem Studium des Maschinenbau- laches. 1903 bestand er das Examen als Diplomingenieur. Anschließend studierte er Rechts- und Staatswisfenscholtcn und bestand 1907 die Ge- merbeassessorprüfung. Sodann war er als preußischer Beamter in den Provinzen Hannover. Meinland. Oberichlesien und Pommern tätig. 1918 wurde er zum Vortragenden Rat im preußi- schen Handelsministerium ernonm. Bei Kriegs- ende wurde Syrup dem Demobilmachungsministe- rium überwiesen. 1920 trat er in den Reichsdienst als Präsident der Reichsarbeitsvcrwastung über. Im Jahre 1927 wurde er zum Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits- losenvcrsicheriing ernannt. Am 18. Juli d. I. wurde Dr. Syrup zum Rcichskommissar für den freiwilligen Arbeitsdienst bestellt. Auf Wirtschaft- lichcm, sozialpolitischem und arbeitsrechtlichem Gebiet hat er auch eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entiaktet. Hinäenbiii-g und Papen Der Reichspräsident hat an Herrn von Papen ein Abschiedsschrciben gerichtet, aus dem hervor- geht, wie stark sich der Reichspräsident mit Papen solidarisiert hat. Das Schreiben lautet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem An- trage um Entlassung aus den Aemtern des Reichs- tanzlers und des Reichskommissars für das Land Preußen habe ich durch die anliegende Urkunde entsprochen. Schweren Herzens und nur veran- laßt durch Ihre persönlichen Vorstellungen laste ich Sie in Würdigung der mir vorgetragenen Gründe aus diesen Aemtern scheiden: mein Ver- trauen und meine Hochachtung für Ihre Person und Ihr Wirken bleiben unvermindert. Während Ihrer leider nur lüjährigen Tätigkeit als Reichs- kanzler und als Reichskommissar für Preußen habe ich Ihre hingebende und verantwortungs- freudige Arbeit Ihre selbstlose Vaterlandsliebe und Ihre vornehmen Charaktereigenschaften hoch schätzen gelernt. Ich werde die Zeit der Zusammen- arbeit mir Ihnen nie vergesten. Für alles, was Sie in diesen schweren Monaten für unser Vater- land getan haben, spreche ich Ihnen im Namen des Reichs wie eigenen Namens meinen tief- empfundenen Dank aus. Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen und mit kameradschaftlichen Grüßen verbleibe ich Ihr stets ergebener von Hindenburg. Ebenso hat der Reichspräsident dem scheidenden Reichsministcr des Innern Freiherrn von G a y l und dem Reichsarbeitsminister S ch ä f f e r in persönliche» Handschreiben seinen Donk und Anerkennung sür die geleisteten Dienste zum Aus- druck gebracht. Händen des dem Zentrum angehörenden Staats- fekretärs Hölscher: Referent sür die gesamten Personalien der inneren Verwaltung ist der Ministerialrat Krauthammer geblieben, der ebenfalls dem Zentrum zuzuzählen ist. Auch in allen übrigen Behörden ist der übertriebene Ein- fluh des Zentrums noch ungebrochen. Eine durchgreifende Veränderung der Personal- Verhältnisse in Preußen muß mit der Lösung der Krise im Reich erfolgen. Herr Bracht hat die feudale Reaktion in die preußische Berwalmng gebracht, er hat den Anteil der Adligen verstärkt, er hat einen Massenmord republikanischer Beamter durch- geführt— bildlich natürlich!— aber trotzdem sind die Deutschnationalen noch nicht zu- frieden! Sie treiben ihn kräftig weiter an. Die Unverschämtheit, mit der die Deutsch- nationalen die restlose Auslieferung der ge- samten preußischen Berwaltung an ihre Parteigenossen verlangen, legt die Frage nahe: was wird nun in Preußen? Die deutschnationale Hoffnung ist, daß der Konflikt weitergehl und verschärft wird. Da Herr Bracht jetzt im Reichsinnenministerium sitzt, kann man bald neue reaktionäre Taten erwarten. Dos alles ist wunderschön gesagt und außer- ordentlich einleuchtend. Aber hat nicht Hitler dem Reichspräsidenten feierlich gelobt, er sei bereit, den Reaktionär Schleicher und zahl- reiche andere reaktionäre Papen- Mini st er in sein Kabinett aufzu- nehmen, wenn er nur zum Reichskanzler er- nannt würde? Der Reaktionär Schleicher sollt« die Waffe des Staates, die Reichswehr, in der Hand behalten— was war denn dann mit dem „siegreichen Auspflanzen unserer Sturmfahnen auf dem Brandenburger Tor"? Schleicher ist der Feind! Die»äehzisehen Nazis bekämpfen ihn auf Leben und Tod Der Dresdener„Freiheitskampf" veröffentlicht folgende Kriegserklärung an Schleicher: Und da wir gewiß sind, daß auch unter einem Kabinett Schleicher der reaktionäre K urs derer um Papen fortgesetzt werden wird, so erklären wir Nationalsozialisten dem Kabinett Schleicher den s ch ä r f st e n Kamps. Wir sind Revolutionäre und lasten uns von niemand, ober auch von gar niemand irgend- welche Vorschriften machenl Wir werden so lange kämpfen, bis wir entweder alle erschlagen sind, oder aber— und das wird des geliebten Boterland«« Rettung lein— unsere siegreichen Stprmsahnen auf dem Branden- burger Tor ausgepflanzt haben! Für uns Nationalsozialisten gibt es kein Paktieren mit Reaktionä«»! Sieg oder Tod! Wende imSchuldenproblem Vorsehlax Sacketts als Präzedenzfall Eigener Bericht des„Vormärts" Genf, 3. Dezember. Zn den Perhandlungen zwischen den Staatsmännern in Gens ist bekannt geworden, daß Reichsbaokpräsidenl Dr. Luther aus Anlaß der Erneuerung der go-ZNillionen-Dollar-Anteihe Deutschlands bei der Bank für Internationale Zahlungen in Lasel der amerikanischen Regierung eine positive Regelung der deutschen Reparationsschuld an die USA. vor- geschlagen habe. Daraufhin hat der amerikanische Botschafter in Berlin S a ck e I t dem Reich angeboten, die Schuldsumme von Zill Millionen Dollar durch einmalige Zahlung von 60 Mit- lionen Dollar endgültig zu regeln. Deutschland hatte lZZll mit Amerika die Totalsumme von Zill Millionen Dollar sür sogenannten mixeä claims und die Besatzungskosten in Ab- änderung des Foung-Planes vereinbart. Man steht in dieser Herabsetzung der deutschen Schuld einen wichtigen Präzedenzfall für die kommenden Verhandlungen Englands und Frankreichs mit Amerika. Indessen besteht bei den hiesigen Besprechungen mit Macdonold und herriot der omeritonische Vertreter Norman Davis noch wie vor auf einer vollkommenen Trennung der Schulden von der Reparationssragc. An der Wende! Zur Eröffnung des Reichstages Von Paul Löbe Die deutsche Arbeiterschaft sieht dem Zu- sammentritt des Reichstags am 6. Dezember ohne die gering ften Hoffnungen entgegen. Das Parlament, dazu bestimmt, Vollstrecker des Volkswillens in der Gesetzgebung und Ausgangspunkt der Regierungsgewalt zu sein, ist lahmgelegt für alle seine Aufgaben. Auch dieser Reichstag besitzt eine Mehrheit von Nationalsozialisten und K o m- m u n i st e n. Beide haben die Volksver- tretung seit Jahr und Tag als„Schwatzbude", als überflüssiges Instrument, als Organ eines fluchwürdigen Systems bezeichnet und ihr praktisches Verhalten danach eingerichtet. Mit ihrem wachsenden Einfluß haben sie voran- gegangene Reichstage an ordnungsmäßiger Arbeit gehindert und werden es auch im neu- gewählten Reichstag tun. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob die Nationalsozialisten ihren Frieden mit dem Reichskanzler von Schleicher machen oder nicht. Schließen sie Frieden, dann werden sie gemeinsam mit anderen Parteien der Rechten und der Mitte den Reichstag vertagen. bleiben sie im„Kriegszustand", dann werden sie seine A u f l ö s u n g in kürzester Frist her- beiführen— lahmlegen werden sie ihn auf alle Fälle. Das entspricht auch ihren innersten Ab- sichten, so sehr sie sich vorübergehend als Wahrer der Rechte des Parlaments auf- spielen. Sie machen kein Hehl daraus, daß sie auch diese Komödie nur aufführen, um der Periode des Parlamentarismus ein völliges Ende zu bereiten, daß sie, an die Macht ge- kommen, den Reichstag für immer„ver- tagen" werden. In diesem ersten Ziel sind sie mit den Kommunisten vollkommen einig. Auch diese wollen von einem Reichstag des allgemeinen gleichen Wahlrechts nichts wissen und halten irgendeine Form der Räteherr- schaft als Ersatz bereit. Und da ihnen, wie gesagt, die deutschen Wähler zusammen die Mehrheit gaben, können sie ihr erstes Ziel spielend erreichen. Dann freilich hat es sein Ende. Ueber Räteherrschaft oder faschistische Diktatur können sie sich nicht einigen, hier heben sie sich gegenseitig auf und machen Platz dem Landoogt— der autoritären Regie- rung, die sich auf andere Gewalten als auf die arbeitsunfähige Volksvertretung stützt. Es hat keinen Sinn, diesen klaren Tatbe- stand irgendwie zu verschleiern. Die s o z i a l- demokratische Fraktion mit ihren 121 Abgeordneten unter S81 kann ihn nicht ändern. Sie hätte freilich das entgegengesetzte Interesse. Sie hätte das Interesse, in einem arbeitsfähigen Hause vor dem ganzen Lande ihre Kritik zu üben, vor dem ganzen Lande ihre Vorschläge zur Besserung, beson- ders auf wirtschaftlichem und sozialem Ge- biet zu begründen und alle Parteien vor ein klares Ja oder Nein zu stellen. Die Sozialdemokratische Par- teiwünschtoordemganzenVolke zu erklären, daß sie der Regie- rung Schleicher so wenig einen „W a f f e n st i l l st a n d" gewähren kann wie der Regierung Papen. Denn dieses Kabinett Schleicher ist nur eine Ilmbildung jener Regierung Papen, die der deutschen Arbeiterklasse den Krieg er- klärt hat aus allen Gebieten. In diesem Kabinett sitzen ganz überwiegend die gleichen Herren, die mit dem Streich gegen Preußen und dem ganzen folgenden Beamten-Revire- meut die Sozialdemokratie für minderen Rechts erklärt hat als alle übrigen Klassen imd Parteien. Keiner von ihnen hat seine Stimme gegen dos frivole Wort vom„Wohl- fahrtsstaat"— oder vom„ZZersorgungs- staat"— erhoben oder sich gegen die maß- lose Herabdrückung der Lebenshaltung der Aermsten gewandt. Keiner hat aus der Not des Landes den Schluß gezogen, daß endlich die Banken, die I n d u st r i e st ä t t e n, der Großgrundbesitz, die vom Gelde des Volkes saniert und gesund gefüttert wurden, nun auch unter die Kontrolle dieser Volksgemeinschaft gestellt wurden. Sie alle haben die„Autorität" nur gegen unten, gegen die Armen, niemals gegen die Reichen gekehrt. Wo sie aber den Armen eine Aussicht eröffneten, haben sie fürchterlich Schiffbruch erlitten. 1% Millionen Arbeitnehmer wollten sie in den Pro- duktisnsprozeß einreihen— 42218 sind es geworden in sechs Monaten ihrer Amtstätig- keit neben 150 000 neu Entlassenen. Es gibt kein Gebiet, aus dem die pomphaft angekün- digte„grundsätzlich neue Staatsführung" sich nicht gegen die breiten Massen der Darbenden gekehrt hätte. Und dafür sollen wir„Waffen- stillstand" gewähren? Nein, die schonungslose Darlegung dieses Versagens ist— mit den Floskeln unserer Gegner zu sprechen— geradezu vaterländische Pflicht. Und Pflicht gegenüber unseren Wäh- lern wie gegenüber dem ganzen Volke ist es, erneut auf die gangbaren Wege einer äugen- blicklichen Linderung der Not durch öffentliche Arbeitsbeschaffung für die einen und durch Existenzsicherung für die anderen hinzu- iveisen, für die das beste Arbeitsbeschaffungs- Programm in diesem Winter dank der ver- trödelten Zeit nicht ausreichen kann. Pflicht gegenüber dem ganzen Volke ist es, immer wieder darauf zu zeigen, daß nur durch eine grundsätzliche Umgestaltung un- serer Wirtschaftsweise jenen Mil- lionen Rettung werden kann, die bei der Ent- wicklung der Technik und den Strukturver» änderungen der einzelnen Volkswirtschaften sonst für immer aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet bleiben. Das wird unsere Aufgabe sein— innerhalb und außerhalb des Parlaments, vor- läufig allem Anschein nach mehr außer- halbalsinnerhalb. Die anderen haben unsere Mitwirkung innerhalb der demokrati- schen Institutionen, deren Erfolg ohnehin immer fraglicher wurde, nicht gewollt. Nun gut, wir denken nicht daran, als Aschenbrödel draußen zu stehen und zu warten, bis die Herren uns wieder in bieg ute Stube lassen. Wir wissen, daß die Erfüllung unserer unab- weisbaren Forderungen sowieso nicht von den .Herren uns wieder in die gute Stube lassen. nur durchsetzen lassen im Verhältnis zu unfe- rer eigenen Kraft. Auf sie allein wollen wir uns in den be- vorstehenden Kämpfen stützen. Das verspricht, wie wir offen sagen, keine Erfüllung am morgigen Tag. Dazu ist das Lager der Ent- erbten und Entrechteten zu zerklüftet und zerrissen. Aber es verspricht den Erfolg in einer absehbaren Zukunft. Zu tief sind die Wunden, die jeder Tag der Wirt- schaftskrise schlägt, zu breit wird der Ab- grund, der zwischen dem Wollen und dem Vollbringen der kapitalistischen Welt sich auf- reiht, unaufhaltsam wird das Drängen der Leidenden und Ausgestoßenen dieser anarchi- schen Wirtschaftsform, als daß die Augen der Opfer sich nicht öffnen mühten. Von Irrwegen zurück, die man sie geführt, von Irtümern geheilt, in die man sie gehüllt, werden die Masten den Sinn unseres Kampfes erkennen und ihren Willen zur Um- gestaltung unwiderstehlich formen. Reichstagsvertagung oder Reichstagsauf- lösung kann auch diesmal den Abgeordneten den Mund verschließen, wenn sie der Stimme des Volkes Ausdruck verleihen wollen, Ver- sammlungs-„Burgfrieden" kann die Stätten freien Meinungsaustausches schließen, Zei- tungsverbote und Zwangsauflagen können unsere Presse knebeln. Eins aber werden sie nicht können— Millionen Augen blenden, die die UnHaltbarkeit dieser„Ord- nung" erkannten, Millionen Zungen festeln, die ihre Erkenntnis weiter tragen, Millionen Willen knechten, die sich für unsere Ziele einjetzen— das können sie nicht. . Ob sie uns au? dem Großen Generalstab oder aus dem„Kaiserhof" entgegentreten— wir werden gegen sie mit den Waffen kämpfen, die uns in den schwersten Tagen zu Erfolgen führten. Wir brauchen keinen ande- ren Verbündeten als den erwachten Prole- tarier, wir wissen, daß wir mit ihm den ver- lorenen Boden zurückerobern werden. Wenn wir ihn aber zurückerobern, dann nicht für politische Rechte allein, für freie Meinung auf Tribünen und in der Presse— sondern f ü r den Umbau der Wirtschaft, für unsersozialistischesZiel. Luther gegen die Lohnpramen Der Reichsbankpräsident für öffentliche Arbeitsbeschaffung Auf der Jahrestagung der Technischen Hoch- schule in München hieb der Reichsbankpräjident Dr. Luther am Sonnabend eine bemerkenswerte Ansprach« über die gegenwärtig besonders heftig umkämpften Fragen der Arbeitsbeschaffung. Zunächst verteidigte Dr. Luther mit den bereits bekannten Argumenten ganz allgemein das System der Steuergutschein«. Die Steuergutschetne, die an Privat« auf Grund be- stimmter Steuerzahlungen gewährt würden, er- reichten ohne die 200 Millionen für die Reichsbahn rund 1,3 Milliarden Mark. Durch Beschlüsse der Reichsbank seien die Steuergutschein« zu einem kireditinskrument besonders hoher Ausnuhbarkeik gemacht worden. Der Gedanke dieses Systems habe sich entgegen verschiedener Kritiken in der Oeffentlichkeit b«währt, wenn auch zugestanden werden muß, daß der Steuergurscheingedanke noch nicht genug in die breite Masse der beteiligten Steu«rzahler eingedrungen sei. Bei dem zweiten Teil des Regierungspro- gramms, das 700 Millionen Mark für öffentliche Arbeitsbeschaffung vorsehe, sei bis heute nur u n- gefähr die Hälfte durch tatsächliche Auf- träge verwertet worden. Die effektiven Kredit- anspräche seien sogar noch geringer, was mit der Verteilung dieser Aufträge über lange Fristen zusammenhänge. von größter politischer Bedeutung waren die Ausführungen des Reichsbankpräsidenten zu dem dritten Teil des Papen-Programms, dem prämiensystem bei Reueinstellungcn, gegen das die Gewerkschaften seit dem Tage seiner verkündung Sturm gelaufen sind. Die vor wenigen Tagen verösfentlichle Statistik des ADGB. über die Neueinstellungen, die auf Grund von Steuergutscheinen erfolgt sind, hat den völligen Zusammenbruch des Prämiensystems bewiesen. Zu dieser Frage erklärte der Reichsbankpräsi- denk etwa folgendes: Weitere 700 Millionen waren für Neuein- ftellung von Arbeitern in der Privatwirtschaft als Lohnprämien gegeben worden. Ohne zu wissen, wie die Reichsregierung über eine Aenderung de« Verwendungszweckes bei diesen 700 Millionen denkt, würde es mir möglich erscheinen, dielen Betrag oder einen Tell davon für öffentliche Arbeitsbeschaffung zu verwenden. Die ausgeworfene Summe ist noch so gut wie unbelegt(!!). da anscheinend nur recht wenig Reueinstellungeu aus Grund vou Prämien- Steuergutscheinen erfolgt find. Ich persönlich hatte von vornherein Bedenken gegen diese Prämien-Gutscheine und zwar grund- sätzlich, weil sie e i n e Subvention für den privaten Geschäftsbetrieb darstellen. Wenn man sich entschließen sollte, diese genannten 700 Mil- lionen zum größten Teil für öffentliche Arbeiten einzusetzen, so würde sich für die öffentliche Arbeitsbeschaffung annähernd ein Gesamtbetrag von IX Milliarden Mark ergeben. Daß der Kreditausweitung unüber» schreitbare Grenzen durch die Sicherstellung der Währung gesetzt sind, ist eine Selbstverständlich- keit. Aber auch das Reich hat durch dieses riesige Programm feine künftigen Haushalts- jähre auf lange Zeit hinaus schon so b e- lastet, daß das ganze Programm nur als ein einmaliger Brückenschlag verstanden werden kann. Eine sehr ernste Warnung, die nur allzu berechtigt erscheint, richtete Dr. Luther sodann an die Adresse der Kartelle. Er erklärte es als eine besondere Aufgabe und Verantwortung der Reichsbank, im Zusammen- hang mit der vergrößerten Arbeitsbeschaffung, scharf auf eine etwaige künstliche Preis» bewegung aufzupassen. Auch die Reichsregie- rung mühte dieser entscheidenden Frage größte Aufmerksamkeit schenken. Niemals darf vergessen werden, daß eine Preissteigerung, die sich nur in Deutschland vollzöge, mit Rücksicht auf den beut- schen Export einfach unerträglich sein würde. Zum Schluß befaßte sich der Redner mit der Verwendung der 700 Millionen Steuergutscheine aus dem Prämiensystem durch die Gemein- den. Er wies darauf hin, daß die Reichsregie- rung in diesem Falle vor der schweren Frage stände, den Gemeinden die Bezahlung dieser Steuer- gulscheine weitgehend erleichtern zu müssen? denn der Zweck dieser Aktion wäre doch der, die Leistungsfähigkeit der Gemeinden für öffentliche Auftragsvergebung zu steigern. Unter deutlichem Hinweis auf das Gereke-Pro- Ausländische Wahlerfolge In Dänemark und USA. Bei der jüngsten dänischen Parlamentswahl ist der Anteil der Sozialdemokratie gegen 1929 von 41,8 auf 42,7 Proz. gestieaen, der Anteil der Konservativen von 16,5 aus 18,7 Proz., der der Bauernlinken von 28,3 auf 24,7 Proz. ge- funken. Dabei ist die Wahlbeteiligung geien 1929 gestiegen in Kopenhagen von 75,9 auf 80 Proz., im übrigen Land von 77,6 auf 84,6 Proz. Auf den F ä r ö e r- I n s e l n wird am 12. Dezember gewählt. Es kämpfen dort' drei Kandidaten, das frühere loyalistifche Mitglied, ein Sszessionist und der sozialdemokratische Kandidat Iohan Dan- b j ö r g. Die I�elli-eo aus der Präsidentschaftswahl Zum Wahlergebnis in den Vereinigten Staaten schreibt Clarence Senior, der Sekretär der Sozialistischen Partei, im New-Borker„New Leader", daß„der Erfolg unserer Wahlkampagne von 1932 nicht nach der Stimmenzahl bemessen werden darf. Die hervorragendste Leistuug unserer Partei ist. daß sie während der Kampagne sechshundert neue Parteisektionen und-orlsgruppen ins Leben rufen konnte. Alle Nachrichten, die wir von unseren Organi- sationen im ganzen Lande erhalten, lassen darauf schließen, daß unsere Mitglieder nicht nur bei dieser Kampagne dabei waren. Ueberall entwerfen unsere Sektionen Pläne für eine intensive Erziehungsarbeit, die sofort nach dem Wahlkamps beginnen soll. Ein Leitartikel über„Die sozialistische Stimmen- zahl" im New-Vorker„New Leader" sagt u. a.: Norman Thomas und Jim Maurer, die sozialistischen Präsidentschaftskandidaten, berichten, daß sie dort, wo sie vor vier Jahren zu Hun- d-rten sprachen, diesmal zu Tausenden gesprochen haben. Und jeder Redner machte die gleiche Erfahrung. Der Anstoß, den die Aenderung der W i r t s ch a f t s v e r h ä l t n i s s e auf die Denk- weise von Millionen Menschen gab, führte zu gramm betonte Dr. Luther, ohne sich eingehender hierüber zu äußern, daß in diesem Zusammen- hang Wünschen radikaler Art aus kredit- und währungstechnischen Gründen ein Riegel vorgeschoben werden müßte. Der Gtädkeiag fordert .ArheitshescKakkimx durch öffentliche Aufträge Die Vorstände des Deutschen und Preußischen Städtetages berieten am 2. und 3. Dezember in Berlin über das kommunale Arbeits- beschafsungsprogramm. Es wurde fest- gestellt, daß die Gemeinden ihre Aufträge an die Privatwirtschaft um 2,5 Milliarden Mark gegen- über einem Normaljahre eingeschränkt hätten. Es müsse alles daran gesetzt werden, die Stellung der Gemeinden als größten öffentlichen Auftrag- geber wiederherzustellen. Dieses Ziel fei nur zu erreichen durch verstärkte öffentliche Arbeitsbeschaffung, die sich auf Instandsetzung von Straßen und Betrieben— die Unterlassung dieser Arbeiten würde in späteren Jahren ungleich höhere Ausgaben bedingen— und auf Kleinwohnungsbau und Stadtrandsied- lung erstrecken soll. Die Finanzierung sei durch- aus im Rahmen der im Papen-Programm vor- gefehnen Mittel möglich. Die Städte oerlangen. daß sie in das S t e u e r g u t f ch e i n f y st e m einbezogen werden. Das sei ohne weiteres mög- lich, da die als Einstellungsprämien vorgesehenen Steuergutscheine(700 Will. Mark) von der Privat- Wirtschaft nur zum geringsten Teile in Anspruch genommen wurden. Damit stellen sich die Städte hinter die Forde- rung des Reichsbankpräsidenten: Schluß mit der privaten Arbeitsbeschaffung durch Prämien in Gestalt von Steuergutscheinen: dafür Verwendung der Steuergutscheine für Aufträge der Gemeinden, die ja auf die Privatwirtschaft belebend wirken müssen. Im übrigen befaßten sich die Beratungen mit der trostlosen Finanzlage der Gemeinden. Noch einmal wurde sofortige Entlastung von den Kosten der Erwerbslosenfürsorge(zur Zeit für die Gemeinden allein 800 Mill Mark jährlich) ge- fordert. Pflicht der neuen Reichsregierung sei es. endlich die Vereinheitlichung der Arbeits- lofenfürforge, einen gerechteren Finanzaus- gleich und die U m s ch u l d u n g der kurz- sristigen kommunalen Kredite durchzuführen. einem Massenzustrom der Wähler zu den sozial! st ischen Versammlungen. Der Slrahenagilalor konnte diesmal fast überall eine Zuhörerschaft finden, während es ihm vor vier Iahren schwer fiel, an einer günstigen Stelle eine kleine Schar zusammen- zubringen. Die materiellen Umstände sprechen heute für die sozialistische Agitation, vor vier Jahren die Prosperität gegenteilig. Daraus ergibt sich natürlich nicht, daß äußerste Not ein fruchtbarer Boden für den Sozialis- mus bilde. Die Elendsquartiere sind n i e sozialistische Stimmenbezirke gewesen. Das an- dauernde Elend erzeugt oft Erstarrung und stumpfe Ergebung. Unter dem Gefühl eines gesellschaftlichen Mißstandes verstehen wir das Erkennen der Ungerechtigkeit, Auflehnung, den Willen, gegen das Unrecht in der Wirt- schaft zu kämpfen Diese Stimmung oerbreitet sich jetzt. Sie geht von jenen aus, die hoffen, sich aus der Hölle der Wirtschaftskrise einen Weg ins Freie zu erkämpfen, nicht von jenen, die sich in den Höllen der Elendsviertel in ihre Lage er- geben haben und die Genarrten der politischen Demagogen der kapitalistischen Klasse sind. AusHitlersEhrengalerie Prozeß um Heines Eigener Bericht det„Vorwärts" Breslau, 3. Dezember. Die Zivilkammer des Landgerichtes in Hirsch- berg hat die Widerklage des Stahlhelm- Hauptmannes v. Sydow gegen den Nazi-Abgeordneten Heines abge- wiesen. Sydow hatte während des Wahlkampfes eine Broschüre gegen die Nazis geschrieben und ver- breiten lassen, m der dem schlesischen SA.-Führer Heines und seinem Standartenführer Koch gleich- geschlechtliche Veranlagung und Be- tätigung vorgeworfen wurde. Heines erwirkte eine einstwellige Verfügung, die die Weiterverbrei- tung dieser Flugschrist verbot. Hiergegen erhob v. Sydow Einspruch Vor Gericht wurden zahl- reiche eidesstattliche Versicherungen vorgelegt, u. a. von General Ludendorff, die die Behauptungen von Sydow be- stätigten. Auch ein persönlich vor Gericht er- schienener früherer SA.-Mann bewstete Heines und Koch aufs schwerste. Dieser Zeuge wurde jedoch nicht vereidigt und Heines beschwor, sich niemals gleichgeschlechtlich vergangen zu haben, noch derart veranlagt zu sein. Das Gericht glaubte dem beschuldigten Heines und nicht den zahlreichen Zeugen. �we! Nazi-Meineide Eigener Beridit des„Vorwärts" Stuttgart, 3. Dezember. Der Führer des Stuttgarter SS.-Sturmes Reißing und ein ehemaliger Polizeiwachtmeifter sind im Gerichtssaal wegen Verleitung zum Meineid und Meineid verhastet worden. Reißing, einer der rohesten und gewalttätigsten Gesellen des Stuttgarter Nazilagers, stand am Sonnabend wiederum wegen zweier Vergehen vor Gericht. Zu seiner Entlastung hatte er als Zeugen «inen ehemaligenPolizeiwachtmeifter beigebracht, der jetzt aktiver Nazimann ist. Seine Aussagen waren so verlosen, daß ihn der Staatsanwalt sofort wegen Verdachts des Meineids verhalten ließ. Ebenso wurde Reißing, der wegen Nötigung drei Wochen Ge- fängnis erhielt, wegen Verdachts der Verleitung zum Meineid in Hast genommen. Als Iustiz- beamte ihn abführen wollten, erging er sich in den heftigsten Bedrohungen und Beschimpfungen gegen den Staatsanwalt. Irohki auf der Rückreise. Trotzki ist Sonnabend- abend mit dem Dampfer„A. P. Bernstorff" nach Dünkirchen abgereist. ■....... � kautun„Utbllng" m friadr/chstr. 143, am StadtbM. LeißHgatStr.113. Ecke Mauerztr. Fried rieh'; fr. 74 Ecke Jäaersft ÄÄS 18 tsjf Neuiii/.- W'eS&TJ':: wtoÄfc yzfrexnaermift Blinde Kuh mit Adolf Hitler „Also immer Richtung gradeaus halten."„Pst— pst, hier geht der Weg."„Blinde Kuh, ich führe dich___"„So eine blinde Kuh läßt sich abfangen!" Sechs Lahre unschuldig im Zuchthaus! Der Freispruch Buller Jahns und seine Lehren Der Freispruch Walter Bullerjahns kam trotz allem Mißtrauens, daß man auf Grund der vielen Urteile gegen die deutsche Justiz haben muhte, nicht unerwartet. Denn man konnte sich nun einmal nicht vorstellen, daß ein Mensch, der acht Jahre lang seine Unschuld beteuert und allen Prüfungen standgehalten hat, nur deswegen wegen Landes- verrat zu Zuchchaus verurteilt wird, weil er am Horstweg spazieren gegangen ist. Das war unge- fähr, einfach ausgeführt, die Theorie der Reichs- anwaltschaft, die sich ja nicht seit gestern gegen den Freispruch gewehrt hat. Nicht einmal war die Reichsanwaltschast bereit, di« Wiederauf- nähme des Verfahrens mitzumachen. Sie hat durch den Freispruch, wenn er auch nur— ein Kompromiß in sich— mangels Beweises ergangen ist, die Abfuhr erhalten, die ihr die Verteidigung, die in den Händen von Dr. Kurt Rosen- feld und Pros. Dr. Sinzheimer lag, bereits m ihren ausgezeichneten Plädoyers erteilt hat. Der Prozeß Bullerjahn ist in die große Oeffent- lichkeit gekommen, als der verstorbene Reichstags» abgeordnete Paul L e v> als Redner der Sozial- demokratischen Partei zum Justizetat im Reichstag auf die ungeheuerlichen prozessualen Verstöße im Verfahren gegen Bullerjahn aufmerksam machte. Seitdem führt die Deutsche Liga für Menschenrechte unermüdlich den Kamps für die Befreiung Bullersahns und es haben sich, das darf festgestellt werden, Männer wie der verstorbene Geheimrat Kahl, der jetzige Direktor der Universität Berlin, Professor Kohl- rausch, ferner ProsessorZamesGold- schmidt, Professor Radbruch für Bullerjahn eingesetzt, weil dieser Fall zu unge- heuerlich war, als daß das Gewissen sich be- ruhigen konnte. Wenn es je eines Beweises bedurft hätte, daß die strafprozessualen Bestimmungen und Vor- schriften eine Gewähr für die menschliche Freiheit sind, so hat der Fall Bullerjahn diesen Beweis erbracht. In der Begründung ist das Reichsgericht deutlich von dem Zeugen Gontard abgerückt und das ist erfreulich, aber auch dringend notwendig. Dieser Zeuge war es, der unter Mißachtung der straf- prozessualen Vorschriften vor dem Kriminal- kommissar Göpner und später vor dem Unter- suchungsrichter erschien seine Personalien nicht zu Protokoll gab, das Protokoll nicht unterschrieb und der dann am Zeugentisch des Reichsgerichts nicht erschien, obgleich die Strafprozeßordnung bestimmt, daß jeder erreichbare Zeuge vor Gericht erscheinen muß. Und dieser Zeuge, der nichts, garnichts wußte, wurde Bullerjahn zum Verhängnis. Gr wurde zum Kronzeugen der Reichsanwaltschaft, die ihn im letzten Prozeß gern abschütteln wollte. aber es steht nun einmal fest, daß der Ober- landesgerichtsrat Gutjahr in seinem Plädoyer vor der ersten Verurteilung Bulleriahns erklärte, daß er nicht auf schuldig zu plädieren in der Lage wäre, wenn nicht das Zeugnis des unbe- kannten Vertrauensmannes hinzukäme. Man hat diese Vertrauensverson als über alle Zweifel erhaben hingestellt, man hat in den Akten geschrieben, daß der Zeuge aus den höchsten Ge- sellschaftsschichten stammt. Professor Sinzheimer hat in seinem Plädoyer mit Recht gesagt, wenn dies« höchsten Gelellschaftsschichten so ausseben, wie der Zeuge von Gontard, dann gute Nacht, Deutsch- land! Dieser Herr von Gontard, dreiundzwanzig Jahre Generaldirektor von früheren Rüstungssabriken, «in steinreicher Mann von Einfluß, er bat, als ihm der Verrat bekannt wurde, an nichts anderes gs- dacht, als daran, daß er keinen Schaden gehabt hat. Er hat nicht nur keinen Schaden gehabt, son- dern er hat noch 200 000 Mark Nutzen gehabt! Denn diese Entschädigung hätte er nicht bekommen, wenn nicht ein angeblicher Verrat vorgelegen hätte. Das ist das Gesicht des herrschenden Deutschlands, so wie es in der Aera Pape» wieder zur Macht wollte! Die Geschichte der Wiederaufnahme dieses Ver- fahren? ist eine Leidensgeschichte Bullerjahn wurde am 11. Dezember 1925 in geheimer Sitzung zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 10. Februar 1920 hat Paul Levi in der 102. Sitzung des Reichstages das Interesse der Oeffentlichkeit auf diesen Fall gelenkt und erst am 2-t. November 1928 gelangte der Artikel zur Veröffentlichung, in dem die ungenannte Ver- trauensperson als Generaldirektor Paul von Gontard demaskiert wurde. Als dann der zweite Verteidiger von Bullerjahn, Rechts- anwalt Dr. Oskar Cohn, semen Wiederauf- nahmeantrag im September 1929 einreichte, erhob sofort der Oberreichsanwalt Widerspruch und es bedurste erst eines dreijährigen, sicherlich nicht unnützen, aber für Bullerjahn sehr aufregen- den I n st a n z e n k a m p f e s, bis dann das Reichsgericht im März 1932 das Wiederaufnahme- verfahren zulieh. Sechs Zohre, drei Monate und achtzehn Tage hat Bullerjahn. ein Opfer der Justiz, im Zuchthaus unschuldig verbringen müssen. Bullerjahn ist nicht das einzige Opfer. Wenn wir an die Sondergerichtsjustiz unserer Tage denken und wissen, daß auch die Sondergerichte weder eine Verufungs- noch eine Revisionsinstanz zulassen, und feststellen, daß der Fall Bullerjahn nie so ausgelaufen wäre, wenn «ine zweite Instanz bestanden hätte, so hat der Fall Bullerjahn hohe aktuelle, polnische Bedeutung. Er zeugt gegen die Gerichte nnt nur einer Instanz, wie sie im Reichsgericht bei Hoch- und Landes- verratsverfahren, wie in den Sondergerichten bc- stehen. Die Lehren de« Falls Bullerjahn erfordern gebieterisch, daß die Rcchtsgarantien wieder her- gestellt und neue verankert werden, damit dieser Fall sich nicht wiederholen kann! Wir wünschen, daß sich an diesem Fall das demokratische Gewissen in Deutschland entzündet, so wie es im Fall Dreyfus um di« Jahrhundert- wende der Fall war. Wenn damck die Läuterung des Rechtsbewußtssins erreicht w'rd, so wird Bullerjahn nicht umsonst über sechs Jahre Zucht- haus erlitten haben, und dieser Kampf, der mit einem Sieg endet, wird für das ganze deutsche Volk von Bedeutung sein. Kurt Grosimann. Arbeiter und Bauern Zusammenschluß gegen Pilsudskismus Eigener Bericht des„Vorwärts" Warschau, 3. Dezember. Größte Sensation haben Presseerklärungen des früheren Ministerpräsidenten Abg. Witos hervor- gerufen, der bisher als gemäßigter Bauernführer galt. Alle Erklärungen zeigen eine vollkommen klare und eindeutige Schwenkung Witos', die für die Zukunft eine noch stärkere Radikali- sierung der Bauernmassen anzeigt. In einer dieser Erklärungen fordert Witos e n t- schädigungslose Enteignung des ge- samten Großgrundbesitzes; nur auf diese Weise könne die ganze furchtbare Not des Bauerntums gelindert werden. Der K a p i t a- lismus habe endgültig abgewirt- s ch a f t e t. Wer das nicht sehe, sei blind. Witos schlägt engeren Zusammenschluß der polnischen Volkspartei, deren Führer er ist, mit der Sozialistischen Partei vor. Die gesamte polnische Linke solle dann gemeinsam, zum Zeichen des Protestes gegen das gegenwärtige Regime und um jede Verantwortung für das Geschehen in Polen demonstrativ von sich zu wälzen, auf ihre Parlamentsmandate verzichten. Klagges unterlegen Eigener Bericht des„Vorwärts" Klagges hat seinen Kampf gegen Rektor und Senat der Technischen Hochschule verloren. Der Held und Führer des Braunschweiger Dritten Reiches ist auf dem Weg zu einem kläglichen Rückzug. Um seinen Ministerposten nicht zu verlieren, hat Klagges in ein von semen deutschnationalen Koa- litionsbrüdern herbeigejührtes Kompromiß eingewilligt. Er wird den Kanossaweg zu den Hochschulbehörden antreten und sich persönlich bei Rektor und Senat entschuldigen. Das neue?ara�!es Soziale Komödie in der Volksbühne Eine unterhaltsame Verspottung des primitiven Sozialismus, der auf die menschliche Güte ver- traut, aber, ehe er sich dessen versieht, dem robusten Zugriff des profitgierigen Kapitalismus verfällt. Der Ausklang: Em prophetisches Be- kenntnis zum Befreiungskampf des Proletariats. Julius Hay, der Verfasser, Heinz Hilpert, der Spielleiter, und die ganze Phalanx der Schau- spieler wurden begeistert gerufen. k. Lr. Wegen Verrats militärischer Geheimnisse verurteilt. Die Große Strafkammer Kassel ver- urteilte den Schreiner Otto Grebe in Kassel, der im Frühjahr die Verbindung mit einem Geheimagenten einer fremden Macht ausgenom- men und diesem die übersandten eingehenden Fragebogen über die Reichswehr teilweise be- antwortet hatte, wegen Verrats militärischer Ge- Heimnisse zu e>nem Jahr Gefängnis. Der schwedische Reichstag wird wahrscheinlich " s hie Verhandlungen im Valutaausschuß auf dem toten Punkt noch einmal ausgelöst werden, da die angelangt sind. ü ffefigefflentet Ehe Sie sieh zum Einkauf begeben, sehen Sie unsere heutige Anzeige durch! Kiemalsvorher gab es Angebote, diesich durch so ungeahnte Billigkeit neben ausgesucht guterQualität auszeichnen. Zehntausende bleiben stets ihrem Grundsatz treu: Wet/jnaäjtegefdjenie- von75 Prasent-Gutsdieine in belieb. Höhe, unbegrenzt gült, als willkom. menes Weihnschtia.ßchank I Nächstes Inserat: Donnerst, d.8. Dez. I CiBfeaDuiigen für diese Siubril sind Berlin SW>i». Lindenjlraße Z. parieinachrichten��Mfür Groß-Berlin stets an das Bezirkssetretaria. 2. Hof, 2 Trennen rechts,»u richte» Tan Kanosicn jingiisi Äurtt), Äeißcnsee Renabahnstr. 125, Willi Rödcbeck, Weißcnsee, Partstr. t5-i. Albert Sönsner. Weißensce, Vartstr. 1«., sind die Partei- mitglicdsbüchrr abbanden pelommen. Bei Auftauchen der Bücher sind diese dem Bezirlsnerband zurückzureichen. Beginn aller Veranstaltungen 19/3 Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! 7. Am». Jeden Dicnsta.q und Freitag von?lZ bis IL Uhr findet im Städtischen Jugendheim, Zimmer 5, der Borbereitungsunterricht für die Jugend- weihe Ostern 1933 statt. Anmeldungen daselbst. Anmeldegebühr öO Pf., ist mitzubringen. 10. Arei». Sonnabend, 10. Dez., 20 Uhr, besuchen alle Parteimitglieder die Werbefeier der Ainderfreunde und der SAZ. in der Aula der Zinnow- Waldschule. 15. Arei». Heute. Sonntag, 4. Dez.. vorm. 11'- Uhr, veranstaltet die SAZ. Werbebezirk Oberspree in der Astva-Zsilmbuhne in Johannisthal am Stern- dämm eine Film-Matinee. Wir rufen unsere Parteimitglieder zur 93 e- teiligung aus. Eintritt 50 Pf. Mitc>liedsbü6)cr und vorzuzeigen. 17. Kreis. Arbeitsgemeins6?aft Deutscher �reidenter-Verband!?reie Schul gemeinde-�reie sozial. Lehrer: Sonntag. 11. Dez., 19 Uhr, Stadt. Schul-Aula. SchliüU-Allee,(b e m e i n scl>o f t sa b e nd der Freidenker. Munt-Trio, Doppel- guartett, Lichtbild, Rezitationen, Bübnenszenen. Teilnehmerkarten 30 Pf. Mttglredsausweise berechtigen zum Eintritt. Diese sind bei den Haupt- kassierern und Gen. König, Wagnerstr. 42. Kirschke. Türrschmidtstr. 33. Klose, Rupprcchtstr. 37, zu haben. 20. Kreis. Ernrerbslosenhilfe. Rechtsauskunft und Rat in allen fragen seden Dienstag von IT1/* bis 19 Uhr in Reinickendorf-Ost, Baracke Lindauer Straße, seden Donnerstag von 18 bis 19' i Uhr in Reinickendorf-West, Volks- Haus, Scharnweberftr. 114. 14. Abt. herzlichen Dank für die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten, die mir anläßlich meiner 25jährigen Parteitätigkeit zugegangen sind. Freiheit! Gertrud Dietrich, Prinzenallee 46:1. 37. Abt. Unentgeltliche Rechtsberatung in sozialen Fragen beim Genossen Paul Krause. Kochhannstr. 12. 37. Abt. Heute 9*/« Uhr erscheinen alle Abteilungsmitglieder wegen der„Vor- wärt2".Werbung bei Arndt, Kantstr. 51. Die Fahnen und Transparente von der Wahl müssen nun cndlick? bei Michaelis. Mommfenftr. 51, ab- geliefert werden. 743. Abt. Die Parteimitglieder nehmen geschlossen an der Sonncnwendseier der Kurderfreunde und SAI. in Zehlendorf am 10. Dez.. 20 Uhr. in der Zinnow- Waldschule teil. 100. Abt. Sonntag, 4. Dez.. 11'', Uhr, beteiligen sich alle Parteimitglieder an der Kinoveranstaltung der SAZ. 110. Abt. Unserm langjährigen Genossen Friedrich Hentschel, Grünau. Äöpe- nicker Straße 120. nachträglich zu seinem 80. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Wir wünschen unserem alten Genossen noch viele russige Lebensjahre. INonlag, 5. Dezember. '• Äteis Ithorlottcnblirg. Bczirfsvcrordnetcnfraltion mit sämtlichen Bürger- drvütierten nünltlich 19'.. Uür Sitzungszimmer l, Ralhuus Charlottenöürg. 12. Kreis. A) Uhr Fruklionsversamnilunu der im Reickisbanner orzunisierten Parteigenossen bei Schulz. Sieglil,. Birtbuschstr. 9i>. 15. Krei». ssraklionssitzung in Temvelhos. Dorfstr. 12. 11. Kreis. 15 Uhr im Keim Kanner Str. 12. Kusammentunkt erwerbsloser Parteimitglieder: Die Gewerkschaften im politischen Tagc-kampf. Referen: Li ermann Harnisch, M. d. L. 17. kreis. Die Krsisvorstandsfttzung am iviontag fällt aus und findet voran-, sichtlich Mittwoch, statt. 18. Kreis. 20 Uhr im Weitzeln cer Loccum. Parkstratze, Arbeiterbildungskursus des Gen. Dr. Auerbach: Demokratie und Diktatur. 1. Abt. 20 Uhr Zusammeniuust jüngerer Parteimitglieder in der Johannis- itratze: Wir und die Demokratie. 7. Abt. 20 Uhr.stahlabend bei Arndt, Schrödcrstr. 2: Sozialismus»on der Utopie zur Wissenschaft. Referent Sans Bauer. «. Abt. 19 Uhr Vorstand, 30 Uhr ffunktionäre bei Sübner, Wilsnacker Str. ZI. 17. Abt. Besichtigung der Konsumgenossenschaft in Spandau. Treffpunkt 9 Uhr. Bahnhof Wedding. A. Abt. Zusammenkunft der in den Zahlabenocn für die Ausgestaltung des Weihnachtsfeites gewählten Vertreter pünktlich 19 Uhr bcivi Genosse» Kroll, Utrechter Strotze. 20 Uhr Zusammenkunft lüngercr Parteimitglieder bei Kroll. Utrcchtcr Strotze. Zortsetzung der Diskussion mit dem Genossen Bicnswck. 47. Abt. 20 Uhr stzunktionärntzung bei Licr. Raunynstr. S. 92. und 95. Abt. Wichtige Sitzung aller Genossen und Genossinnen, die der 80. Verkaufsstelle angehören, bei Gricgcr, Leisingstr. 9. 101. Abt. 17 Uhr im Jugendheim Glsenslr. 8, Zusammcnkunfr erwerbsloser Parteimitglieder: Reiseerlebnisse. Referent Wilhelm Tietgens. 108. und 108.1. Abt. Zusammenkunit jüngerer Parlelinuglicdcr Im Parteihcim 27: Grfahrungcn im ireiwilligcn Arbeitsdienst. Rcferenr Zul. Schlotzstr. Diederich. 127. Abt. Pünktlich 20 Uhr Zunktionärntzung bei schiebe. Berliner Str. 93. Dienstag. 6. Dezember. 106. Kreis. 17 Ulli im Altersheim Danziger Str. 62, Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder: Wie komme iäi zu der mir zustehenden Unterstützung. Referent Dr. Hanisch. Musikalische Unterhaltung. Kreis Arbcitcrwohlfahrt. 15 Uhr im Heim Tilsiter Str. 4.5, Erwerbslosen- Zusammenkunft: Innenpolitische Information. Referent Gottlieb Reese. Unterhaltungsteil. Gen. Klewin: Das Volkslied, 2. Teil. Bitte nur die Genossen zu kommen, die am leßten Dienstag aufgerufen wurden. Kreis. Im Türkischen Zelt. Berliner Str. 53, Krcismitgliedervcrsammlung.' Politische Lage. Referent Siegmund Krummenerl. Mitgliedsbücher sind vorzuzeigen. Kreis. Preisvorftandssißung mit den Abteilungsleitern an bekannter Stelle. Abt. 20 Uhr Funktionärsiguna an bekannter Stelle. Abteilungsvor stand Ulm Abt. 20 Uhr Funktionärsißung bei Blockwiß. Jrauenveranstalwngen. Sörertarten sür de» Vortrag der Freie» Soz. Hochschule am Sonnabend. 10. Dezember. 19'- Uhr, im Plenarsaal des ehem. Herrcahanses. Leipziger Strotze 5:„Rassenwahn nnd Politik" oon Unio.-Pros. Dr. Friedrich Hertz. Salle, sind zum Preise van 50 Ps. inkl. Garderobe im Zimmer 2 des Bczirts, Verbandes zu haben. Das Frauensckrctariat. 21. Abt. Mittwoch. 7. Dezember, bei Kroll. Utrcchter Str. 21, Vortrags» abend de'' Eenoisin Elfricdc Wollmann. .12. Ab». Aloniaq, 5. Dezember, bei Ewcsi. Grotze Frankfurter Str. 80: Frauen und Revolu'ionen. Borlrag mi: Schallplatren von Erika Zlicdel. 36. Abt. Rontag, 5. Dezember, bei Bauer, Tilsiter Str. 27: Wo sieht die KPD. im Kampf gegen die Reaktion? Rcfcrenlin Frida Roscnthai. 16. Abt. Montag. 5. Dezember. Diskussionsabend bei Förster, Drcibundstr. 11. Leiterin Maria Krisch?. 85. Abt. Montag, ö. Dezember,.bei Pomcrening. Berliner Str. 100: Ankurbelung der Wirtschaft unier der neuen Staatssührung. Refercnti» Flora Fränlen. 101. Abt. Dienstag. 6. Dezember, bei George, direkt am Bahnbof Treptow. Bunter Abend: Wir lassen uns nicht unterkriegen. Vortragende Frieocl Hall. 116. Abt. Mittwoch. 7. Dezember, bei Morr. Reue Bahnhosstr. 28: Ankurbelung der Wirtschaft unter der neuen Staatssübrung. Rcfcrcntin Gcrlrud Hanno. M. d. L. 117. Abt. Montag. 5. Dezember, bei Sicwcrt. Lichtenberg. Schiller. Ecke Kanlstratze: Ernste und heilere Rezitationen der Genossin Fichtncr. 1233. Abt. Dienstag, 6. Dezember, 20 Uhr, Bunter Abend bei Freischütz' Uhr. Logenhano, Klciststr. 10, Vortrag von Genossen Dr. Georg Landauer: „Die Lage in Palästina und die Tagung der Vereinigten Arbeiterpartei". Hierzu 3 Pcilagcn tmal. Illustrierte Sonntagsbeilage„Volk und Zeit". I Bezugspreise: Wöchent licki 7ä Pf., monallich 3,25 M.(davon 87 Ps. monatlich sür gustellung ins Haust d 72 Pf. Postbeslcllgedühren. Auslandsabonnement 5,65 M. pro Monat; für Länder mit ermäßigtem Drucksachenporto 6.65 M. Bei'A. ssall dcr� Lieferung wegen igenprcise: Die einspaltige Millimcterzcile 50 Pf., Rcllamczcile 1,50 M.„Kleine Anzeigen" das fe �___ I fettgedruckte Wort 20 Pf., jedes weitere laut Tarif. Worte über 15 Buchstaben"zählen für zwei Worte. Ärbeitsmarkt Millimeterzeile 25 Pf. Familicnanzcigcn Millimeterzeile 16 Pf. Anzeigenannähme"im Hauptgeschäft Lindcnstr. 3. wochentäglick �........ s~'—••"'-■' Berontwortiich für Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschäft: S. Klingclhöfcr; Gcwerlschaftsbewegung: I. Steiner; FeuAeton: Herber! �„"""" Lindenstr. 3. Wß IM befiehl ÄSort 10 Pf. Rabatt_________________..___________ M..»»„.»»WWW______ WWWWW MW.. �WW„>» M... I von S«. bis 17 Uhr. Der Verlag behält sich das Recht der AbleHnuna nicht genehmer Anzeigen vor./ Verantwortlich iür Politik: Rudolf Brendemühl; Wirtschaft: S. Klingclhöscr; Sewerlschaftsbewegung: I. Steiner; Fculll.ton: Herber! Z-eper«; Lokales und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeigen: Otto Kengst: sämtlich in Berlin. I Verlag: Borwärts-Berlag S. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstält Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68. 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Unter diesen weisen Versen sag eine seltene Tasclrundc� Ein 78jähriger Mann, der eine Wurst oekam. Ein etwa 7<1jähriger bäum- lauger Herr mit einem weißen Rauschebart, den ,.ldi liebe in grollen Stadien diese älteren Stadtteile mit ihren engen, krummen, dunklen Gassen, in iveldie der Sonnensdiein nur verstohlen hineinzublicken wagt: ich liebe sie mit ihren Giebelhäusern und wundersamen Dachtraufen, mit ihren allen Karlaunen und Feldschlangen, welche man als Prellsteine an die Ecken gesetzt hat. Ich liebe diesen Mittelpunkt einer vergangenen Zeit... und nie kann ich um die Ecke meiner Sperlingsgasse biegen, ohne den allen Geschiitzlauf mit der Jahreszahl /589. der dort lehnt, liebkosend mit der Hand zu berühren," Diese schönen, schlichten II orte notierte li ilhelm Raabe unterm 20. hovember in seiner„Chronik der Sperlingsgasse". Es ist noch alles so geblieben: die Jungfernbrücke, die Sperlingsgasse und.. die Raabe- Diele.„Wie alt ist eigentlich Ihr Lokal?" [ragten mir neulich den Wirt.„Noch ein wenig, dann sind es dreihundert Jahre" ant- wartete er. So kann man 1932 mitten in dieser Riesenstadt in einer verräudterlen. alters- schwachen, mit Andenken überladenen Wirtschaft sitzen, aus deren gleiche Fenster bereits in den Tagen des Dreißigjährigen Krieges die. Gäste auf die Spree gesehen haben. Und wie ehedem werden die Schulden der Zecher noch mit Kreide an die Tür geschrieben. Als auch der junge Mann sein Stück bekam, meinte er erstaunt:„Wird denn die Wurst nicht gewogen?"—„Haha— lachte der Wirt— meine Wurst wiegen? Bei uns geht das alles noch nach Augenmaß und Handgewicht." Nachdem die Wurst verdrückt war, berichtete der Ostpreuße weiter über Tapiau, der Weihnachts- mann sagte gar nichts und der Engländer aus der Sperlingsgasse sang:„It's a long way to Tip- perary." Der Wirt hatte nämlich die Korn- flasche gleich neben dem Bierhahn stehen lassen. äiiefer iOorfkrug ron Schöufliefi irar eine alle dtelaisitation der iPoft nach CPrenzlati sie den Cousin des Weihnachtsmannes nannten. Ein etwa bbjähriger Mann, der in jeden Sag einen englischen Brocken warf, etwa so:„Wo habe ich denn mein podeetstandsterdriek gelassen?" Er meint damit sein Taschentuch. Ein etwa Svjähriger Ostpreuße, der seine Zechgenossen nur mit„Ihr Lorbasse" anredete. Etwas abseits an dem ellenlangen Tisch ein junger Mann. Alle saßen auf Bänken, denn so viel Sprüche und Würste die Raabe-Diele hat, so wenig Stühle besitzt sie.„Früher— meinte der Wirt— habe an diesem Tisch auch immer Heinrich Zille gesessen." Der Achtundsiebzigjährige war ein hos- sänger: 35 Jahre lang hal er dieses Gewerbe ausgeübt.„Ich habe aber nur fromme Lieder gesungen", erzählt er den, Ostpreußen. Worauf dieser zur Theke ging und eine Wurst vom Haken nahm. Die Wurste hängen nämlich in der Raabe- Diele so, daß der Wirt den hereintretenden Gast zuerst durch die Kringel seiner Mettwürste an- sieht. Diese Wurst wurde aber wieder aufgehängt. Denn der Psalmsänger hatte gesagt, solche Wurst könne er nicht mehr beißen. So suchte der Ost- preußc eine weiche Wurst aus. Sie wurde in Stücke geschnitten und an die Tafelrunde verteilt. Dann ging langsam der Krach los. Als der Engländer seine Bardenklänge beendet hatte, fragte ihn der Ostpreuhe, ob er einmal einen Klimmzug mache» wolle und streckte seinen Arm aus. Nein, sagte der Engländer. Dann solle er mal seine Muskeln anfassen, protzte der Ostpreuße. Wozu, sragte der Engländer. Weil er ihm eine Schelle hauen wolle, antwortete der starke Mann, wenn er noch einmal englisch rede. Jetzt wollte sich der Fünsundsechzigjährige seinen Mantel aus- ziehen und mit dem Ostpreußen einen Gang machen. Es war wie im Dreißigjährigen Krieg. Aber die Greise taten sich nichts. Oer Xrugvirt voll Schöniließ Die Leute in Schönfließ sind sriedlicher. Sie haben sich auch sinnigere Sprüche an die Wand gehängt. Etwa wie diesen hier: Wer sprechen will über mich und die Meinen, Der gehe nach Haus und bettachte die Seinen, Und sind' er sie frei von allen Gebrechen, So kann er kommen und über mich und die sMeinen sprechen. Es kam aber nur der Landjäger, eine Molle trinken. Den hatten die Schönfließer von Berg- fclde geholt. Als der erste Dezembertag erwachte, stand aus der Feldslur von Schönfließ, einsam und verlassen ein Auto. Das müssen Räuber sein. sagten die Schönslieher, auf deren Aecker früh- morgens im allgemeinen keine herrenlosen Autos stehen. Als jedoch der Landjäger kam, war das Auto schon wieder weg. Der Besitzer hatte nur eine Panne gehabt, das Auto vom Weg auf den Acker geschoben, nach Mühlenbeck zum Schlosser telephoniert und nun begann der Wettlauf zwischen dem Schlosser und dem Landjäger. Da der Schlosser ein Auto hatte, siegte er und der Gendarm fand kein Auto mehr. Das veranlaßte ihn nachher zu der philosophischen Bemerkung: „Wenn die Leute friedlich sind, sind wir auch friedlich." Dann empfahl er sich und radelte wieder nach Bergfelde. Dieser uralte Dorfkrug Hot einen riesengroßen Vorbau.„Ja, ja— sagte der Wirt— eine schöne Veranda, Krugschauer heißt das und darunter wurden früher die Pferde gewechselt. Dann blieben die Postpferde hier und wenn die Kutsche aus Prenzlau zurückkam, wurden sie wieder vor- gespannt und die anderen blieben hier." Es muß aber eine teure Sache gewesen sein, mit der Post- kutsche zu reisen, denn wenn die Schönfließer nach Berlin wollten, gingen sie zu Fuß. Jede Sonn- tagnacht zogen die Schönfließer Maurer und Zimmerleute los, um Montag früh um 6 Uhr aus ihrer Baustelle zu sein. Hier blieben sie die Woche über und erst Sonnabends zog die Kolonne wieder nach Schönfließ.„Mein Vorgänger— erzählt der Wirt weiter— machte damals noch ein schönes Geschäft. Er schlief gleich neben der Gast- slube und jeden Morgen um",Z Uhr kroch er aus den Federn. Dann machte er die Fenster- laden auf und stellte in jedes Fenster eine Reihe Kornflaschen. Um 5 Uhr kamen die Knechte vom Gutshof, jeder nahm seine Kornslasche und zog aufs Feld. Dann klappte der Mann die Laden wieder zu und legte sich noch einmal auss Ohr." Der Wirt kennt auch den verflossenen Wilhelm, den Fürsten von Putbus, die Barone von Velt- heim und hundert andere Exzellenzen. Das waren die Jagdgäste der Herren von Veltheim, denen heute noch das Gut Schönfließ gehört. Nach der Jagd— das ehemalige Hofjagdrevier schließt sich unmittelbar an— aßen im Dorskrug dann die 30 Treiber. Nach dem Kriege wurde die Jagd an Berliner Direktoren verpachtet.„Wenn dann Iagdessen bei mir war, mußte ich anschließend immer die Stube neu tapezieren lassen. Ich ver- stehe nicht, das wollen nun feine Herren sein, aber wexin sie erst im Tee waren, schmissen sie meine ganzen Weingläser an die Wand. Zum Schluß sah es immer aus, als wäre man nicht in Schönfließ, sondern in Sodom und Gomorrha." Deshalb hat der alte Fachwerkbau so nagelneue Tapeten. Aber das Schönste hängt an der Wand. In ERSTE BEILAGE SONNTAG, 4. DEZ. 1932 einem alten gläsernen Kasten werden behutsam etwa zwanzig noch ältere Tabakspfeifen aufbewahrt.„Rauchklub zur blauen Wolke" steht aus jeden Pfeifenkops geschrieben.„Wann tagt denn dieser Rauchklub?"—„Lieber Herr— sagte «Ü 300'Jahre ist dieses X'olial all der Wirt— daß ist nun schon zwanzig Jahre her, daß aus diesen Pfeifen nicht mehr geraucht wurde.„Rauchklub zur blauen Wolke", das war der Deckname für den Schönfließer Arbeiterverein zur Zeit des Sozialistengesetzes. Später brauchten diese Männer dann keinen Decknamen mehr..." Ner Mord In Tegel Mit brutaler Gewalt erschlagen Das Verbrechen an dem Versicherungsagenten Zohannes Bessert, der in seiner Wohnung in der Berliner Straße 12 in Tegel erschlagen ausgesunden wurde, stellt sich als ein mit ungewöhnlicher Brutalität ausgeführter Word heraus. Bei der Untersuchung durch den Gerichtsarzt wurden am Kopf des Toten furchtbare Verletzungen festgestellt. Das linke Ohr war völlig zersetzt, ein Stück war durch einen hieb gänzlich abgeschlagen. Die linke Schädel- seite weist fünf bis sechs tiefe Verletzungen auf, das Gehirn ist mehrmals bloßgelegt. Zur Tat muß ein schwerer stumpfer Gegenstand benutzt worden sein. Die Mordwaffe ist verschwunden. Nach den vorläufigen Ermittlungen fehlt ein Barbetrag von etwa 45 M., ein Brillantring, ein Postscheckhest sowie die Wohnungs- und Schrank- schlllssel. Von dem Ermordeten ist bei der Dienststelle V. 1 bekannt, daß er die Bekanntschaf t von jungen Männern Unter den Linden und in der Passage zu suchen pflegte. Im Oktober war er von Kriminalbeamten festgenommen und eingeliefert worden. Als jetzt bekannt wurde, daß Bessert ermordet worden war, muhte man vermuten, daß die oder der Täter in entsprechenden Kreisen zu suchen sind. Am Tatort fehlen verschiedene Schriftstücke. Der Mörder hat auf der«inen Seite des Schreib- tisches das Fach verschlossen»nd die Schlüssel wahrscheinlich mitgenommen. Der Schlüssel konnte am Tatort nicht gefunden werden. Aus de» Zeugenaussagen geht hervor, daß Bessert schon am Freitagnachmittag gegen 5 Uhr mit dem schon früher erwähnten jungen Manne, der einen grünen Mantel trug, an der Straßenbahnhalte- UmJkHßMtde*, t Jfaufizuwiekk Uhi uhcL uMSwe PtäutoMigküt IU JküMiS&isj ünngeKuw (hoXädiSüKu�i, diese Mi�eAoie! j � HARKEN-TEPPICHE bewährte Weba rten.Muster und(Srößen S 130*200 c°- 160*240 S 200*300 c! 230*330£250*350 cs£300*400£350*470 ECHTE P ERSEß-TEPPICHE Oiwandecken 6obeiinqewebeP85 volle Größe 3» Sfeppdecken Halbwolifüllunq �25 26:32: 29:32- 34:43- Z: 52-69; 89; 1?.- 33: 44: 46: 59: 63: 84: 128: 3rü cUen BeKumrandunqen Bettvorlagen .myrno, s�were meom Ljß Jocquord-Boucle, rei nes Haargarn, Woiiplüsch Morried, schwere V) ac lualilar,Q3.90»150mFi! y, näufercabS-Mi|7ruäuferai.90i3WiACfi Luolikät caöO'IW m. 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Bessert wird als sehr gepflegter und gutgellci- dcter Mann geschildert Er wirtschaftete völlig allein und ließ nur ab und zu oa» einer Frau die Wohnung säubern. In den Abendstunden pflegte er dann seine Besucher zu empfangen, die bei Radio- und Klaviermusik bis in die Nacht bei ihm blieben. Gattenmvrd? 34jäkrixe krau tot aufgefunden Die Blorbfommijjion wurde in den gestrigen späten Abendstunden nach der Reichenberger Straße llö im Südasten Berlins alarmiert, wa die Mjährige Zrau Elise Granwald unter verdächtigen Umständen tot ausgesunden worden war. Starke Würgemale am hals der Taten gaben dem verdacht Nahrung, daß Frau G. van ihrem Man», dem SUjährigen Rentner Gustav Granwald, e r d r a s s e l t worden war. G. ist ist seslgenammen worden. Kriminalkommissar Mühlfriedel ist mit der Klärung des varsalles betraut worden. Nie Jagd nach Kleinwohnungen Oirtober 1932 standen in Berlin 26000 Wohnungen leer In wenig Worten An Stelle des vom Bayerischen Rund- f u n k b e t r i c b bisher betriebenen 1,4-K�'- Senders wurde am Sannabend der neugebaute 73-Icw- Sender mit einem Festakt in Bc- trieb genommen. Auf dem Währinger Gürtel in Wien stieß ein Lastauto, das in schnellem Tempo fuhr, gegen einen Straßenbahn zu g. Bei dem Zusammenstoß wurde das Auto vollständig Z«r- trümmert und drei I»,s assen getötet. Eine Passantin wurde so schwer verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Auch in dem �traßenbahnzug, der erheblich beschädigt wurde, gab es mehrere Verletzte. In einigen Tagen wird vor dem Zivilgericht Bayreuth über den Enlschädigungsansfiruch des 7<)jährigen Lrauereibesitzers Kommerzienrat Meußdörfer verhandelt, der unter dem Ver- dacht der Ermordung seiner Frau monatelang im Gefängnis sitzen mußte, nachdem die wahren Mörder längst ein Geständnis abgelegt hatten. Meußdörfer hat den bayerischen Fiskus um eine Entschädigung in höhe von 68 000 M. verklagt. * In Anwesenheit zahlreicher Vertreter des Reiches uns der Länder wunde zwischen S a a l f e ld und Schleiz bei Saalburg die 215 Millionen Kubik- rneter Wasser fassende S a a l e ta l s p e r r e ein- geweiht. Die Fertigstellung der Saaletalsperre dauerte 6 Jahre. Auf einem Gebiet von 920 hek- tar und 28 Kilometer Länge mußten u. a. 20 in- dustrislle Anlagen und 120 Häuser, die ehemals von 700 Menschen bewohnt waren, unter Wasser gesetzt werden. Das mit der Sperre verbundene Krastwerk wird den von vier Turbinen erzeugten Spitzenstrom sJahresmenge 50 Millionen Kilowatt- üunden) über 50000 bis 100 000 Voltleitungen nach Thüringen, Sachsen und Preußen liefern. ic In einem Wald« in der Röhe van D i e n st a dt (Thüringen) wurde ein 27jährigcr Schneidergehilfe von unbekannten Tätern erschossen, lieber die Motive der Tat konnten noch keine Feststel- lungen getroffen werden. Tausende von Berliner Familien überlegen in diesen Tagen, ob sie am 27. Dezember— dem Kündigungstermin für den 1. April 1935— ihren Mietvertrag kündigen sollen oder nicht. Ihre wirtschaftliche Lage läßt beinahe gar keinen anderen Ausweg als den der Kündigung zu, denn Erwerbslose und Kurzarbeiter können überhaupt nicht mehr die Miete für eine Zweizimmer- wohnung erschwingen und die übriggebliebenen Vollarbeitcr nur unter größten Entbehrungen in der sonstigen Lebenshaltung. Die Frage ist nur: gelingt es den Mietern, die jetzt ihre Wohnung kündigen, bis zum l. April auch wirklich eine billigere Ersatzwahnung zu finden. Denn es kann sehr wohl passieren, daß bei der allgemeinen Jagd nach Kleinwohnungen, die seit mehr denn Jahresfrist im Gange ist, viele Mieter ihre alte Wohnung ausgegeben haben, ohne eine neue zusagende zu sin den. Dabei wird immer gesagt, die Rcubauwohner seien ihre Mietverträge unter ganz anderen Ver- hältnissen als den jetzigen eingegangen. Früher verdienten die Männer gutes Geld, heute aber nur nach einen Bruchteil davoa. Das stimmt. Genau so ist es aber mit den Altwohnungen. Auch hier find beispiellose Abstriche am Einkommen er- folgt. Wo früher mehrere Verdiener waren, so daß ein paar hundert Mark im Monat im Haus- halt zusammen kamen, ist heute nur ein einziger da, der vielleicht 30 M. in der Woche nach 5?ause bringt. Die Dinge in den Altwohnungen sind so zugespitzt, daß�ie Hausfrauen sich nicht mehr die Waschküche nehmen, weil sie die 25 Ps. Be- nutzungsgeld für den Waschkessel nicht mehr bc- zahlen können! Und so sucht heute alles»ach einer bescheidenen 30-Marr-Wahnung statt der bisherigen Zb-Mark-Wohnung. Hauptsacke sind Kleinwohnungen Run hat das Statistische Amt der Stadt Berlin am 10. Oktober 1932 eine Zählung aller leer- stehenden Wohnungen und Gewerberäume vor- nehmen lassen. Dabei stellte sich heraus, daß an jenem noch nicht lange zurückliegenden Tage 26 655 Wohnungen und 23 028 Gewerberäume leer standen. Das heißt: bei einer Gesamtzahl von 1 353 800 Wohnungen in Berlin stehen 2 Proz. leer, während vor dem Kriege im all- gemeinen jeweils 3 Proz aller Wohnungen leer gestanden haben. Von diesen leerstehenden Woh- nungen waren nur 15125 Kleinwohnungen, rund 6500 mittlere Wohnungen und rund 5000 größere Wohnungen. Unter Kleinwohnungen versteht das Statistische Amt Wohnungen bis zu vier Wohn- räumen, wobei auch die Küche oder eine Kämmer als Wohnraum gilt. Und auf diese Kleinwohnun- gen kommt es ja in der Hauptsache an. So ist bei genauerer Durchsicht der Zählungs- ergcbnisse zu ersehen, daß am 10. Oktober 1932 beispielsweise 1159 leerstehende Koäzstuben vor- Händen waren. Die meisten hatte der Bezirk Mitte(225). der Bezirk Kreuzberg(181) und d-r Bezirk Friedrichshain(122). Die Slußenbezirke sind durchweg arm an Kochstuben, selbst über- wiegend proletarische Vororte wie Neukölln hatten nur 23 oder wie Pankow nur 14 Kochstuben zu Generalversammlung der KGB. Die Verluste aus der Krise— 57 000000 Mark Jahresumsatz Billiger Dezember-Sonntag im Zoo. Am heutige» Sonntag, dem 4. Dezember, kostet der Eintritt in den Zoologischen Garten nur 50 Pf. für Erwachsene und 25 Pf. für Kinder bis zu 10 Jahren. Dieselben ermäßigten Preise gelten jür das Aquarium. Nachmittags 4 Uhr Konzert. Am 1. Dezember fand im Lehrervereinshaus die ordentliche Vertreterversammlung derKonsumgenossenschaftBerlin statt. Der vom Vorstand erstattete Jahresbericht be- schäftigte sich zunächst mit der W i r t s ch a f t s- krise und ihrer Auswirkung auf die Konsum- genossenschaft. Die Umsatzschrumpfung, hervorge- gangen aus Preissenkungen seit 1929 mit über 30 Proz., aus der vermehrten Arbeitslosigkeit und mangelnder Kaufkraft und durch den Uebergang zu den billigsten Qualitäten ließ den notwendigen Einklang zwischen Einnahmen und Ausgaden nicht immer herbeiführen. Durch vielfache Be- mühungen aus systematische Senkung der Unkosten sei ab 1. Oktober 1932 die Wirtschaftlichkeit der Betriebe wieder erreicht worden. Der Umsah betrug 1931/32 insgesamt 57 200 697 M. Der durchschnittliche Umsatz je Mitglied ver- ringerte sich von 358 M. aus 308 M. Die Zahl der Verteilungsstellen ging von 378 aus 367 zurück und die Mitgliederzahl sank von 199 106 auf 185 134. Die Bewertung der auf der Vermögensseite aufgeführten Sachwerte stand unter dem Einfluß der deflatorischen Währungserscheinungen. Er- tragswirtschaftliche und finanzpolitische hinder- nisse, die durch die Wirschastskrise und die Ein- schrumpsung aller Sachwerte herbeigeführt wurden, mußten beseitigt werden. Die An- schaffungswerte für Grundbesitz und Gebäude so- wie für alle Einrichtungen sind zwar bisher jedes Jahr durch reichliche Abschreibungen herabgemin- dert worden, jedoch übten die Niedergangser- jcheinungen auch auf die Konsumgenossenschaft entwicklungsstörenden Einfluß aus. Die Gefahren, die aus den deflatorischen Wertverschiebungen entstanden, wurden schon seit langem erkannt und vermieten. Wer also eine Kochstube für billiges Geld sucht, ist gezwungen, in die Mietkasernen Alt-Berlins zurückzukehren. Zweistuben- und Küchenwohnungcn standen an jenem Stichtage in Berlin 5808 leer, hier führt wohl noch der Bezirk Mitte mit 717 leerstehenden Zweizimmerwohnungen, ihm folgt der Bezirk Kreuzberg mit 600 Wohnungen dieser Art, aber hier treten bereits die Leerwohnungen der Vor- orte deutlicher in Erscheinungen. So hat Reinickendorf 550. Weißensee 544, Pankow 383, Treptow 282 und Lichtenberg 258 Zweizimmer- wohnungen leerstehen. Die vierte Gruppe in der Statistik sind dann Wohnungen mit vier Räumen, was aber noch keine Dreizimmerwohnungen zu sein brauche», sondern ebensogut Zweizimmerwohnungen ynt Küche und Kammer, hiervon standen 570) leer, wie immer die meisten in Mitte und Kreuzberg, aber auch die Auhenbc- zirke haben noch ganz erhebliche Ziffern leer- stehender Wohnungen bisse» Typ» auszuweisen. Durch diese Statistik können also die vielen schwerwiegenden Beratungen am hauslichen Familientisch, was man mit der Wohnung machen soll, jetzt ein ganz anderes Gesicht bekommen. es mußte nunmehr zur Abwehr geschritten wer- den. Di« Genossenschaft hat schon seit Wochen ihre Funktionäre und die Mitglieder von den unabwendbaren eigenen Sanierungsmah- nahmen der vermägcnsrechnung unterrichtet. In außerordentlicher Weise wurden an den Einrichtungen, Maschinen und Betriebs- anlagen 7 145 349 M. und an dem Grundbesitz 756 816 M. abgeschrieben. Der Bilanzverlust be- trägt 6106 426 M. Mit über 500 Stimmen gegen etwa 40 Stim- men beschloß die Bertreterversammlung, zur Deckung des Verlustes die Rücklagen mit 2 064 161 Mark abzuschreiben und die restliche Verlust- summe von 4 042 265 M. als Teilbetrag von den Geschäjtsguthaben zu entnehmen. Im einzelnen werden die Geschästsguthaben bis zu 30 M. abgebucht, die Beträge über 30 M. verbleiben den Mitgliedern, auch den ausscheiden- den Mitgliedern, als Guthaben an die Genossen- schuft. Mit der Verminderung der Gebäude- und Einrichtungswerte um rund 8 Millionen Mark ist die wirlschastlichkeil der Betriebe nicht nur erreicht, sondern auch für die Zukunft sicher- gestellt. Ueber die Spareinlagenbewegung wurde berichtet, daß die Konsumgenossenschaft am 1. Juli 1931 49 Millionen Mark Sparguthaben verwaltete und hiervon bis 30. Juni 1932 21 Millionen Mark zurückzahlte. Ab Juli 1932 bis 30. November konnten weitere 2 750 000 M. zurückerstattet werden. Diese Leistung steht einzig da, denn in den 24 Millionen Mark zurückge- zahlter Beträge sind nur 3 Millionen Mark fremde Kredite enthalten. Das Gesamtvermögen der Konsumgenossenschaft haftet für die Sicher- heit der Guthaben aller Sparer. Das Kilmunglstck Reichswehr und Arbeitsdienst Man schreibt uns: Auf dem Döberitzer Truppenübungsplatz sind, wie bereits berichtet, bei Aufnahmen für«inen hurrapatriotischen Film,„Choral von Leuth«»" genannt. Angehörige der Reichswehr und des Freiwilligen Arbeitsdienst zum Teil schwer zu Schaden gekommen. Bei einem„Reiterangriff" ist Reichswehr- kavallerie durch irgendeinen Regiefehler in die „Infanterie" hineingesprengt, die von aktiven Reichswehrsoldaten sowie Mitgliedern des Freiwillige» Arbeitsdienstes gebildet wurde. Durch diesen bedauerlichen Unglücks- fall ist die Oesfentlichkeit daraus aufmerksam ge- worden, daß zu Filmaufnahme» Arbeitsdienst- willige un� Reichswehrsoldaten an Stelle von Komparsen verwendet werden, die in einer Zahl von ungefähr 2000 den Arbeitsnachweis in der Besfelstraße bevölkern. Schon vor einigen Jahren ist von den Gewerkschaften beim Reichs- wehrministerium gegen die Verwendung von Militär bei Filmaufnahmen protestiert worden, worauf diese Mitwirkung untersagt wurde. Seit dieser Zeit hat sich die Arbeitsnlarktlage für die Filmkomparsen nicht gebefsert, sondern noch er- heblich verschlechtert. Ganz abgesehen davon, daß die Verwendung von aktiver Reichswehr und Ar- beitsdienstfreiwilligen bei Filmaufnahmen nicht zu deren Aufgabengebieten gehört, ist diese Ver- wendung auch nicht dazu angetan, den Glauben an die Ernsthaftigkeit der Arbeitsbefchafsungs- pläne der Regierungsstellen zu festigen. Es gibt unter den Komparsen eine besondere Reiter- gruppe. die sich zur Darstellung von Reiteran- griffen ebensogut eignet wie aktive Kavallerie. Es gibt auch mehr als genug Komparsen, die sich als Filminfanteristen verwenden lassen können. SraläUcfi und SparSam im fibraudi IDEAL MILCH von Der TELEFUMKEN 231 kostet einseht Röhren RM 189-,(bei Gieühstr. RM 199,4 ... tont es laut m fem und nah.,. Welche Freude, wenn der TELEFUNKEN 231 unter dem Weihnachtsbaum anfängt zu spielen!... und welche öegeisterung, wenn man hört, wie er klingt, wie er trennt, wie er Sender nach Sender bringt aus ganz Europa. TELIFUKKEN Oll DKUISCHK WliTMABKt Aus mit dem Klimperkasten Facharbeiter als Unterstützungsempfänger steckte sie in schöne, hellblaue Seidenkleider, stellte mit ihnen ein Programm klassischer und moderner Vortragsstücke zusammen und baute sich eine regelrechte Varietenuinmer aus. Jetzt spielen vier blauseidene Mädchen auf vier goldenen Flügeln allabendlich auf der Bühne eines Varietes, mal da mal da und die Engagements lassen sich gut an. Der Herr Impresario schafft ihnen auf fachmännische Weise jeden Abend ihr Handmerkszeug von und zur Bühne. Nächstens geht es aus die Provinztour und später ins Ausland. Auch da wird das Handwerkszeug mitgefiihrt, auf emem große» Lastauto rollen vier goldene Flügel in die weite Welt. Millionär wird der Klavierbauer ja keines- falls damit werden, es gehen ja allerhand Trans- portkchten draus, von der Abnützung der Jnstru- mentc ganz abgesehen. Aber der Wann ist, wie viele seiner Berufskollegen, kein nüchterner Kauf- manni es steckt so ein bißchen was vom Bastler und Künstler in ihm und wenn bei der Aus- sührung ein Musiksachverständiger zu ihm sagt! „Meister. Ihre Flügel klingen ober ganz prächtig", dann ist ihn» dies Lob mehr wert, als die Gage. Nebenbei sieht er aber auch ein wenig nach den, Geschäft und da und dort bleibt doch ein Kunde hängen. Wenn nian, wie dieser Mann, so seine 150 Instrumente auf Lager hat, dann kann man immerhin noch auf ein relativ gutes BerleiHgeschäst rechnen. Das heißt, die Mieter sind naturgemäß auch der Zeit zun, Opfer gefallen und kostete früher ein Flügel pro Monat 40 M., so kann man ihn heute schön um die Hälfte haben, ebenso verhält es sich mit den Klavieren. Die Hauptkundschast sind Musikausübende, wo man mit dem Inkasso der Mieten auch wiederum vielfach seine liebe Not hat. Auf der anderen Seite aber bemühen sich all diese säumigen Zahler, den, geduldigen Gläubiger durch Weitereinpsehlung Kunden zu oerfchafsen. Die Not der Klavierlehrerin Was machen nun all die vielen, die den Musik- Unterricht als Existenz gewählt hatten? Auch sie gehen den Leidensweg zur Steinpelftelle. Der Toiikünstlerverein, die Berussorganisation der Musikausichendcn, spricht von einer Zahl von etwa 3000 Menschen, van denen heute nur ein ganz kleiner Bruchteil ein wenig Beschäftigung hat. Dabei vergrößert sich das Heer der Musikunter- richtenden stönbig, denn alles was aus den, Orchester auf die Straße fliegt. Komponisten, die ihre Sachen nicht loswerden, engagementslose Sänger und Kapellmeister, sie alle versuche» natürlich auch diese letzte Möglichkeit. Der Jammer speziell unter den Musiklchrerinnen ist groß. Daß im Winter, wenn es langsam auf Weih- nachten zugeht, das Klaviergeschäft einsetzt, er- scheint den Klavierfabrikanten heute wie ein altes, längstvergessenes Märchen. Jetzt kennen die Fabrikanten schon lange kein Weihnachten, kein Ostern und kein Pfingsten mehr. Einst 200 Betriebe, jetzt zehn Der rapide Ausstieg der mechanischen Apparate- musik hat der gesamten Klavierinduftrie langsam aber sicher den Lebensfaden abgeschnitten, so daß die Produktion auf ein winziges Minimum zu» sammengeschrumpft ist. Hatte in früheren Jahren ein Großbetrieb so 50 bis 00 Jnstru im nte die Woche zu liefern, so ist er heute heilssroh. einen einzigen Auftrag zu erhalten. Das Auslands- g e s ch ä f t spielte dabei eine ausschlaggebende Nolle: deutsch« Klaviere reisten bis Südamerika, Asien und Afrika. Es hat die Mufikinafchinerie das Inloirdsgeschäft und die Zollpolitik das Aus- landsgefchäft in der Klavierbranche zunichte mch Tausende und aber Taufende von Menschen seit vielen Iahren brotlos gemocht. Der Musik- und Jnstrumentenbou umfaßt etwa 0000 Beruss- angehörig«, von denen heute ganze 300 in Lohn und Brot stehen. Nachdem die Leute zum größten Teil jahrelangerwerbslos sind, erscheinen sie nur etwa zur Hälfte mehr in den Liften der Arbeitsloseimnterstützungsempsänger, all die anderen sind lange übergewechselt zur Wohlfahrt. Wer auch die paar Betriebe, die noch Arbeit haben, mußten sich auch anderweitig umstellen, sie bauen Radioapparate, Geigen und Möbel. Deck Klavierstimmern geht es nicht besser, wie den Klavierbauern: zuerst einmal Haben die»reisten Leute kein Klavier mehr und zun, Zweiten über- legen es sich die wenigen reiflich und sehr lang«, das Klavier wieder einmal stimmen zu lassen. Verkäufe statt Käufe „Soviel Platz und soviel Geld gibt es gar nicht, wie ich haben müßte", erzählt der Inhaber eines Klaoierfabrikationsbetriebes,„wollte ich all die Klavierangebote erfüllen. Bier bis fünf Jnstru- mente pro Tag. die mir unter wirklich günstigen Bedingungen— es sind ja alles Notoerkäufe— angeboten werden, das reicht kaum: und was ver- kauf« ich? Wenn ich einen ganzen Auftrag im Monat kriege, dann bin ich froh. Wechnachten vor drei Jahren Hab« ich noch 40 Klaviere verkaust, im vorigen Jahr«ins, na und in diesem Jahr rechne ich schon kaum damit." Mädchen mit goldenen Flügeln Da ist einer, der trotz allzugroßem Lagerbestand doch noä» nicht den Mut verloren hat. Der ging einfach her, strich eines schönen Tage» vier seiner besten Flügel mit schöner Goldbronze an, holte sich von der Musikhochschule vier Pianistinnen, MüalUek du AekeiieebitäÜHtytscUüit Lindenstr. 3, 3. Hof rechts II. Oeoffnet Dienstag, Donnerstag, Freitag von 18 bis 20 Uhr. Die Bücherei steht allen Mitgliedern der Partei und der Sozialistischen Arbeiterjugend unentgeltlich zur Verfügung. Sin unglücklicher Schuß Lctuipozvachttneister schwer verletzt 3n der Werkstakk der polizeilnspekflon Kreuzberg in der Zriesenstraße ereignete sich gestern ein bedauerlicher Unglücksfall, wobei ein junger polizeiwachlmeisier schwer ver- lehf wurde. Der Polizeiwachtmeister H. war in der Werk- statt mit dem Ausprobieren seiner P I st o l e be< schästigt. Dabei ging ein Schuß vorzeitig los und traf den in einiger Entfernung stehenden Wacht- meister B e h r e n d von der 4. Bereitschaft der Inspektion Kreuzberg. Die Kugel drang ihm in die Leistengegend. Bewußtlos brach der Ge- trosfene zusammen. B. wurde sofort in das Staatskrankenhaus nach der Scharnhorst st raße übergeführt. Wieder ein Arteil 1 Zuchthaus für Arbeitersportler Das Landgerichk III fällke gestern aus Grund der Terrornolverordnung gegen einen Ar- beilersportler ein unmögliches Urteil. Selbst das erkennende Gericht charakterisierke es durch die Urteilsbegründung als solches. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Krumm- reich, führte u. a. aus: Die Notverordnung habe zweifellos nicht gedacht an einen Fall, wie der hier zur Aburteilung gekommen ist. Das Gericht war jedoch gezwungen, das Gesetz anzuwenden. Der Angeklagte müsse vielleicht un- schuldig darunter leiden, daß im Lause der letzten Zeit politische Kämpfe in einer Weis« ausgefochtLN wurden, die den Reichspräsidenten zwangen, durch die Notverordnung derartig harte Strafen zu bestimmen. Jedenfalls erschien schon die Mindeststrase dein Gericht hart genug. Das Urteil, 1 Jahr Zuchthaus, erscheint um so unmöglicher, als das Gericht selbst anerkannte, daß der Hitler-Junge die Prügel, die er bekommen hatte, eigentlich selbst provozierte. Am 11. September fand im Neuköllner Stadion ein Sports« st der Arbeitersportler statt. Der Hitler-Junge K o l z i g hielt es für angebracht, obgleich er wußte, daß hier ein Arbeitersportfest stattsindet, mit mehreren Hitler- Mädchen über das Stadion hinweg zur Falken- berger Straße zu gehen. An der Sportterrasse wurden die Mädchen ausgefordert, die Hitler- Abzeichen abzunehmen. Die Arbeiter- sportler waren mit Recht darüber empört, daß man sich mit den Hakenkreuzen auf ihr Sportfest hineingewagt hatte. Eins der Hitler-Mädchen hatte daraus die Dreistigkeit zu antworten, ich nehme es nie ab, also auch hier nicht. Der Hitler-Bursche mischte sich ein, es wurde dem Mädchen und ihm das Hitler-Abzeichen abgerissen, er ging einige Schritte zurück, steckte die Hand in die Hosentasche und rief:„Zurück oder ich schieße." In der Ueberzeugung. daß er seine Drohung wahr- machen würde, stürzten sich die Arbeitersportler auf ihn und zogen ihm die Hand aus der Tasche. Und siehe da: er hielt darin einen scharf ge- l a d e n e n Revolver. E» hätte nur wenig gefehlt und Blut wäre geflossen. Man entwandte ihm die Waffe, schlug ihn zu Boden und erteilte ihm eine Tracht Prügel. Dann führte man ihn der Polizei zu. Für den Staatsanwalt war das Landsriedensbruch und gemeinschaftliche ge- sährliche Körperverletzung. Die Anklage wegen Landsriedensbruch wurde in der Verhandlung fallen gelassen. Blieb die Körperverletzung. Un- geachtet der Bemühungen de« R.-A. Dr. Joachim, der für Notwehr plädierte, erkannte das Gericht gegen den 25jährigen Schlosser Robert Stock aus die Mindeststrase von 1 Jahr Zuchthaus und gegen den jugendlichen Steindruckerlehrling Wilhelm Seemann auf 6 Monate G e- f ä n g n i s unter Zubilligung einer Bewahrungs- trist. Der 2Sjährige Angeklagte Krüger wurde freigesprochen. In der Urteilsbegründung hieß es aber: Das Verhalten der Hitler-Burschen und-Mädchen habe unbedingt provozierend wirken müssen, es unterliege keinem Zweifel, daß es Reichsbanner- leuten, die unter gleichen Umständen bei den Nazis erschienen wären, wohl nicht anders er- gangen wäre. Das unmögliche Urteil beweist aber noch einmal zum Uebersluß, daß mit der Terrornotverordnung je schneller, je besser ein Ende gemacht werden muß. Cint neue Wcltpl-ft«— SNnuwati-mus! So ungefähr in ollen Ländern der Erde, in ollen Alterstlossen ist heuie da» Rheuma rcrbreitel. Ueberall findet man uiel wehr Rheumotifer als Tuberkulöse. Das brauchte nicht|U sein, wenn ieder rechtzeitig etwas gegen seine Beschwerden unternähme. Etwas Bewährtes nehmen— wie Zinster. Rheumatismus-Tee. Es gibt wenig Mittel, die so gelobt werden und auch wenig ander«, die man In Brasilien ebenso nimmt wie in Dänemark, in Nordamerika wie in Polen. Bo« man nom Zinsser-Tee erwarten kann, sagt die Anzeige non Dr. Zinster». Co. in Leipzig in der heutigen Nummer. Billige Zimmereinrichtnugen. Wer gerade jetzt Möbel kaust, kaust ganz besonders günstig. Den» es ist eine nolkswirtschoitliche Erfahrung. Hotz mit jeder Besserung der Wirtschaftslage die Prelle für die Rohstoffe steigen. mos auch eine Preiefteigernng für Fcrfigfabrikafe zur Talg« haf. Es ist also sicher damit zu rechnen, Mfi die Möbel bald teurer werden. Jetzt aber finbe» Sic in dem dekannten Möbel, und Ausstatlungshansc B. Feder, Brunnenstr. 1. am Roscnthaler Platz, noch eine Riefenaus» wähl von Zimmer». 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Weihnachten steht vor der Tür und damit die Frage der Taiinendaumlichter. Sollen e» wieder Wachskerze» fein mit ihrer Feuergekährlichkeit, dem»»erfreuliche» Tröpfeln und der unbeauemen Hand- habung oder doch diesmal endlich die elektrischen Ooram. Weihnachtskerzen, bei denen alles Unongeiiehme der brennenden sterze wegfällt? Sie ineine», datz diesen elek. irischen Kerze» das feine Stimmungsmonient der Wachs- kerzen fehle? Aber keineswegs! Das ist ja gerade das Schöne und letzten Endes Entscheidende, datz auch die Licht» stimmung der Wachskerzen, mithin gleiche psnchologische Wirkung erreicht wurde. Die Frage ili also dahin mt- schieden:„Bon jetzt ab nur»och Dsram-Weihnachtskerzen!" Könne» Sie einen«chte« Perlerteppich von einem douische» Tefzet-Orient unterscheide»?— Wen» so. denn beweise» Sie es, indem Sie sich am grotze» Weihnackts- Preisausschreiben der Teppichfirma Ouantmeger Ii. 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Diese strichen ihn aber in viertägiger Verhandlung so zusammen, daß die fr e i g e we r k sch a f t l i ch organisierten BVG.- Ange st eilten der neuen Torifvorlage in ihrer Versammlung am Donnerstag zustimmen konnten. Die BVG. hatte die Beseitigung der Sondergehälter gefordert für diejenigen Angestellten, die bei den früheren Verkehrsgefell- schasten auf Grund von Sonderabmachungen bessere Gehälter hatten. Die Sondergehälter werden bis zu 20 Prozent über die Normalgehälter gezahlt. Montag, den 5. Dezember, abends Z Ahr im parkerreiaal des Der- baudshauses. Elsäfser Strohe 86-88, Eingang B Brandten-Versammlanä der Bau- und SeldsdiranK- sdilosser Tagesordnung: 1. Vortrag:„Sie Gewertschaste» in der arife.*- Referent: Kollege Paul Eckert & Branchenangelegenheilcn und Verschiedenes. vdne Mitgliedsbuch tetn gutrttt Zn Anbetracht der äußert! wichllgen Tagesordnung>Ii es notwendig, daß die Kollegen volljähitg erscheinen. Dienstag, den o Dezember, abend» l'/i Uhr, im Parterresaal de» Der- bandshaase». SllSfler Strahe 80-SS, Eingang B Brar dien-Versammlnnä d. LleRtromonienre u. Heller Tagesordnung: Oichtbildernortraa des Diplom-Ing M c n d e l s o h n:„ZunIIechnit einst und setzt.-- Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Es ist Tflichi oller Kollegen, an dieser Ner ammlnng leittunehmen Zur beianderen aennlni»! Am Montag, dem ö. und Donnerstag, dem s. Deicmber, findet in der Zeit oon 4 bis g Uhr im Saal I des Verbandsbouse»-ine vom Arveit.r-Radio-Bund veranstaltete Ausstellung von Radw-Apparaten statt. MilnnS. 8. u. 20. BezirK! Die vertranensrnannerlonserenz des ti. u. 20 Bezirks iSllt am Mittwoch, dem 7. Dezember, aus. Die Orliverwaltanit. Jahre Bsuiste Tg«IMis BeriJS. Seit H2 nur Oranienstr. 158 HaUetibll« M o r i t z p i a t z Zahlunqse:!e!i!iteTiing« Spezialiiataioi losieaios! Aransr/e Die vollerideie Mermnblerdunc NEU-ERÖFFNUNG! 5X vergrößert seit Februar 1932 Dieser Erfolg sagt alles! 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UNVERBINDLICHE VORFÜHRUNG IN DEN FACHGESCHÄFTEN Diese Forderung mußte die Direktion fallen lassen wie die auf eine Verschlechterung der Elngruppierungsbestimmungen und damit auch einen etwa zehnprozentigen Gehaltsabbau für einen großen Teil der Angestellten. Das Mitwirkungsrecht der Angestelltenuertre- tung, das die Direktion erheblich eingeschränkt und teilweise ganz aufgehoben wissen wollte, wird in keiner Weife geändert. Ebenso ging es mit einer ganzen Anzahl anderer Forderungen auf Ver- fchlechterung der Vestimmungen über die Arbeitszeit, die Gehaltszahlung bei Krankheit und Un> fällen, die Zufchlagszahlung bei Sonn- und Feier- tagsarbeit, die Benutzung des Arbeitsnachweises, die Anrechnung früherer Dienstzeiten bei anderen städtischen Unternehmen usw. Geändert wurde das System der Iahreszu- lagen, die in Zweijahreszulagen um- gewandelt wurden, die Urlaubsbestimmungen für das Aufsichtspersonal, bei dem der zwei- tägige Sonderurlaub wegfällt, und einige andere Tarifbestimmungen, die aber in der Hauptsache den Bestimmungen der Tarifverträge für die Angestellten der städtischen Werke ange- glichen wurden. Der neue Tarif gilt bis zum 31. März 1933. Genosse Zeitz vom Zentralverband der Ange- stellten ließ in der Mitgliederversammlung der freien Angestelltengewerkschaften am Donnerstag, in der er über das Ergebnis der Tarifoerhond- lungen berichtete, keinen Zweifel darüber, daß mit derartigen Verhandlungserfolgen dann bestimmt nicht mehr aufgewartet werden könne, wenn sich die in ihrer Mehrheit freigewerk- fchaftlich organisierten BVG.- Ange- stellten dazu verleiten lassen sollten, ihren Or- ganisationen untreu zu werden. Die Versammlung, die dem Verhandlungs- ergebnis einmütig zustimmte, war sich auch dar- über völlig im klaren, daß die sreigewerkschaftlich« Organisationszugehörigkeit der BVG.-Angestellten in ihrem eigensten Interesse nicht nur auf dem jetzigen guten Stand gehalten, sondern noch ver- bessert werden müsse. Kein Ersatzanspruch xexen kianten Wie wir wiederholt erwähnten, ist es bei den Amtsstellen der Reichsanstalt für Arbeitzvermitt- lung und Arbeitslosenversicherung infolge der ständigen Gesetzesänderungen, als auch durch rücksichtslosen Personalabbau, vielfach zu Ueber- Zahlungen bei der Auszahlung von Arbeitelosen- Unterstützungen gekommen. Die Unterstützungs- akten werden daraufhin nachgeprüft und etwa gezahlte Mehrbeträge von den Arbeitslosen wieder eingezogen. Die Einziehungsmethoden brachten es mit sich, daß selbst Rentenbeträge beschlagnahmt wurden. Weil die Reichsanstalt an sich berechtigt ist, für zuviel gezahlte Beträge aus der Rente Ersatz zu fordern, hielt sie sich ohne weiteres befugt, in die Renten einzugreifen. Sie machte dabei keinen Unterschied, durch welche Ursachen die Ueber- Zahlung verschuldet wurde, ob durch falsche Bear- beitung des Unterstützungsfallee, durch ungenaue Berechnung des Kinder- oder Frauenzuschlags, über den Anspruch hinausgehende Zahlung— sie beschlagnahmte einfach Teile von Renten der Arbeitslosen, um den Betrag der Ueberzahlung wieder einzutreiben. Unfall-, Invalidenversicherung und sonstige Aer- sicherungsträger, die die laufenden Renten aus- zahlen, kamen den Erstattungsansprüchen der Reichsanstalt ohne weiteres nach, ohne erst die Art der Schuld zu prüfen. Das Reichsversicherungsamt hat dieser Methode einen Riegel vorge- schoben. Eine Entscheidung des 9. Revisions- Senats beim Reichsversicherungsamt vom 2Z. Oktober 193Z slla l bl 7S77. 31) geht dahin, daß einem Träger der Arbeitslosenversicherung, der gegen einen arbeitslosen Rentenempfänger Rückerstattung einer zu unrecht gezahlten Leistung geltend macht, kein Ersatzanspruch aus der Invalidenrente zusteht. Es sei denn, daß die Schuld entstanden ist durch Nichtanrechnung der Rente. Um diese Entscheidung muhte fast ein Jahr ge- kämpft werden. Sie muß dazu führen, daß auch die bereits von Renten unrechtmäßig vorge- nommenen Kürzungen wieder zurückgezahlt werden. Betriebsratswahl bei der LcblekwaxeiiAesellscbakt In den Tagen vom 5. bis 19. Dezember wählt die Belegschaft der Internationalen Schlafwagen- gefellschaft zum Arbeiter- und Angestell- t e n r a t im Restaurant P e d e r s e n, Prinz- Louis-Ferdinand-Straße 8. Wie sehr d i e Firma daran interessiert ist geht daraus hervor, daß der Direktor Scheel persönlich gegen die Wählerliste Einspruch erhoben hat. Er verlangte, daß seine Abteilungsleiter auch an der Wahl teilnehmen dürfen. Zudem wurden zwei Gegenlisten der Direktionslieblinge eingereicht. Am 24. November bot sich der Direktor Scheel persönlich dem Wahloorstand an, damit die Wahl unbeeinflußt und geheim durchgeführt wird. Am liebsten wäre er selbst Wahlleiter geworden. Wir können der Direktion nachfühlen, daß sie den Angestellten- und Arbeiterrat am liebsten mit ihren Lieblingen besetzt sieht Die Arbeitnehmer werden ihr aber nicht den Gefallen tun, sondern bei der Wahl den bisherigen Arbeiter- und ve- triebsräten der freien Gewerkschaften zum Siege verhelfen. Die Angestellten wählen die L i st e 1, beginnend mit W e> ß e n b o r n, die Arbeiter wählen die L i st e 1 mit dem Spitzen- kandidaten W e l l m a n n. 3n der Rathenower Dampsmuhle A..G. wird zur Zeit ein Abwehr streik gegen Lohn- a b b a u geführt. Die Firma glaubte einen Ab« bau um IS Proz. diktieren zu können. Die Be- legschaft beteiligt sich restlos am Streik. Berliner Lehrlinge I�ost untl �oxi» beim Meister fällt fort Je weniger das Lehrlingsverhältnis als ein Erziehungsverhältnis gelten kann, um so hartnäckiger halten die Innungen und mithin auch ihre Handwerkskammern daran fest, daß es ein „Erziehungsverhältnis" sei. Solange dem Arbeitsverhältnis im Handwerk noch die letzten Reste des patriarchalischen Systems an- hafteten in Gestalt des Zwanges K o st und Logis beim Meister zu nehmen, solang« hätte das Lehrlingsverhältnie in gewissem Sinne als Erziehungsoerhältnis ausgegeben werden können. Doch bis dahin dachte kein Mensch daran, das Lehrverhältnis als„Erziehungsverhältnis" zu umschreiben. Das Arbeitsverhältnis hat sich auch im Hand- werk mehr und mehr gewandelt und im Verlauf seiner Entwicklung ist das Lehrlingsverhältnis mehr und mehr zum reinen Arbeitsver- h ä l t n i s geworden. Erst dann, nachdem die Gewerkschaften begannen, aus dieser Tatsache d i e tarifvertraglichen S ch l u ß f o l g e r u n- g« n zu ziehen, wurde der Begriff de«„Erzle- hungsverhältnisses" künstlich konstruiert. Die Gewerkschaften mußten sich um die Lehr- linge kümmern, denn chre Mitglieder, nicht mehr der einzelne Meister, waren es. die mit den Lehr- lingen bei der Arbeit umzugehen hatten, die Be- Handlung der Lehrlinge, die Art Ihrer Ausbildung und die Ausbeutung genau kannten und schließlich moralisch mitverantwortlich waren für die Existenz- Verhältnisse der Lehrlinge. Der Hinweis darauf, daß der Lehrver- trag das Lehrverhältnis regle und schon deshalb eine besondere tarifliche Regelung der Arbeits- bedingungen der Lehrlinge überflüssig sei und sich verbiete, kann nicht ernst genommen werden. Zwar ist im Lehrvertrog das sogenannt« Kostgeld der Lehrling« teilweise festgesetzt, wenigstens in Richtsätzen der Handwerkskammern umschrieben, doch alle sonstigen„Kleinigkeiten" wie Arbeitszeit und dergleichen sind als überflüssig erachtet und dem individuellen Ermessen des Lehrherren über- lassen. Mit Händen und Füßen sträuben sich die Handwerksmeister dagegen, dos Lehrverhälknis als Arbestsverhältni» gelten zu lassen, weil sie nicht wollen, daß die Gewerkschaften sich einmischen, tarifliche Rege- lungen mit ihnen darüber treffen wollen. Nach einer Zählung der Berliner Handwerks- kammer waren am 39. September 1932 in B e r- l i n 29 764 männliche und 4447 weibliche Lehr- linge. zusammen also 2 5211 Lehrlinge in ihre Lehrlingsrolle eingetragen. Bei den Eltern in der Lehre waren 775 Lehrlinge. Bon den übrigen 24 453 Lehrlingen waren nur mehr Z0Z7 beim Bleister in kost und Logis. 22 419 Lehrlinge kommen also nur während der Arbeitszeit in die Lehrstellen, haben im Hause oder Haushalt des Meisters nichts mehr zu tun. Wo könnte hier die Erziehung des Meisters einsetzen, gar dann, wenn er 19 und mehr Lehrlinge hat, die m den verschiedensten Stadtbezirken wohnen. Die Arbeitstätigkeit der Lehrlinge bietet natür- lich Gelegenheit zu dieser oder jener sachlichen Unterweisung, wobei noch sehr fraglich ist, ob sie in allen Fällen gehörig genützt wird. Zur„Er- Ziehung" bleibt jedenfalls kein Raum. Gelegent- liches Anschnauzen und Beschimpfen, dos in klei- nen Betrieben noch vorkommen soll, ist keine Erziehung. Wozu aber erst moralische, päd- agogische und„sittliche" Auseinandersetzungen? Die aus den Innungen selber festgestellte Tat- fache, daß die große Masse der Lehrlinge nicht mehr im Haushalt de» Meister» lebt, bildet die wirksamste Widerlegung der aus durchsichtigen, rein materiellen Gründen von den Handwerksmeistern vertretenen Behauptung, da» Lehrverhältni, sei ein Erziehungioerhältni» Wenn noch etwa« gefehlt hätte, um dies« Ausrede voll- ständig abzutun, die Entwicklung der Dinge wäh- rend der Krise hat deutlich gezeigt, wa« e» mit dem„Erziehungsverhältnis" auf sich hat. Meister, die keine Arbeit mehr haben, lassen ihre Lehrlinge einfach lausen. Andere, die nur zeitweilig Arbeit haben, lassen auch die Lehr» linge aussetzen oder kurzarbeiten. Das Kostgeld, auch wenn es vertraglich oder tarif- vertraglich festgesetzt war, wird dementsprechend gekürzt, so daß es vielfach kaum über das Fahr- geld hinausgeht. Die„M i n d e st e n t s ch ä d i- gung" Ist festgesetzt auf 4 M. im 1. Lehrjahr, 3 M. im 2., 8 M. im 3. und 19 M. wächent- lich im 4. Lehrjahr. Ohne nun den von der Krise mit betroffenen Handwerksmeistern allgemein daraus einen Bor- wurf zu machen, müssen sie doch mindestens zu- geben, daß diese Mahnahmen mit„Erziehung" der Lehrlinge nicht» gemein haben. Das Lehrverhältni» ist heut» ein Arbeits- Verhältnis mit allen Nachteilen und Krisen- Wirkungen. Und wenn der jüngste Geschäfts- bericht der Handwerkskammer es mit besonderer Genugtuung begrüßt, daß die Lehrlingsbestim- mungen au» dem Tarifvertrag für da« branden- burgische Holzgewerbe ausgemerzt wurden, so ist das ein Pyrrhussieg. Die Gewerkschaften werden es sich nicht nehmen lassen, auch die Arbeitsbedingungen der Lehrlinge tariflich zu regeln. Gegen Bevorzugung der Berforgungsanwärter Die Reichsregierung hat am 4. November 1932 eine Verordnung des Reichspräsidenten zur Ver- besjerung der Ziviloersorgung erlassen. Aus Grund dieser neuen Bestimmungen müssen nicht nur— wie bisher schon— fast alle Beamten- stellen der unteren und mittleren Laufbahn mit Bersorgungsanwärtern besetzt werden, sondern auch 39 Proz. aller Angcstellienslcllen bei Reich, Ländern und Gemeinden, Körperschaften und in der Sozialversicherung. Dabei darf nicht unbeachtet bleiben, daß früher die Einstellung von Versorgung»- anwärtern bei den Trägern der S o z i a l v e r» sicherung nicht vorgeschrieben war. Im Gegensatz zur bisherigen Praxis sind auch die Aushilfsstellen mit Bersorgungsanwärtern zu be- setzen, so daß die Behörden in Zukunft zur Eni- lastung des Arbeitsmarktes der Angestellten nicht mehr beitragen können. Die Behörden müssen neun Versorgungsanwärter anstellen, ehe sie einen erwerbslosen Angestellten berücksichtigen dürfen. Dieses Verfahren steht in krassestem Widerspruch zu den wiederholten Ankündigungen auf A r- b e i t s b e s ch a f f u n g. Die völlige Ausstattung der Angestellten bei allen vorbezeichneten Bchör- den bringt eine Vergrößerung der Ange- st e l l t e n n o t. Es wird behauptet, daß 46 599 Versorgung-- anwärter auf Anstellung warten. Diese Zahl ist irreführend, weil in ihr die schwerbeschädigten Beamtenscheininhaber und die in Angestellten- stellen untergebrachten Berforgungsanwärter schon mitgezählt sind. Ende 1931 waren nur 14999 nichtuntergebrachte Versorqungsanwärter aus Reichswehr und Schupo vorhanden Die Behaup- tung, daß eine„Krise der Ziviloersorgung" be- stünde, ist deshalb falsch. Die e i n s e i t i g e B e- vorzugung der V e r s o r g u n g s a n- wärter ist nicht nur ein schweres Unrecht gegen- über den Behördenangestelllen, sie ist auch nicht im Interesse einer guten und sparsamen Ver- waltung gelegen. Der AfA-Bund erhebt gegen diese ein- s e i t i g e Bevorzugung der Versorgungs» anwärter durch gesetzgeberische Maßnahmen erneut Einspruch. Er wird durch ihm nahe- stehende Reichstagsabgeordnete bei Zusammentritt des neuen Reichstages Anträge auf Auf- Hebung der Notverordnung vom 4. November und auf Wiederherstellung des früheren Zustandes im Personalbedarf der Sozial- Versicherungsträger einbringen lassen. »» Abgewürgte" Aktion im Aschinger-Konzern Der neu, Tarifvertrag für das Personal im Berliner Gastwirtegewerbe ist seit dem 1. Dezember in Kraft, ohne daß die RGO. den ernsthaften Versuch gemacht hat, diesen„Schandvertrag", dem die gewerkschaftlich organisierten Gastwirts- angestellten zugestimmt haben, durch einen von ihr angekündigten Kampf zu Fall zu bringen. Die Veröffentlichung des Zahlenergebnisses der kuriosen Urabstimmung der RGO. im Aschinger- Konzern, über die wir unsere Leser unterrichteten, ist bis heute noch nicht erfolgt, obwohl sie doch „in den entscheidenden Gastwirtsbetrieben eine Mehrheit für Streik" ergeben haben soll. Der sagenhaft»„Kampfausschuß des Aschinger- Konzerns" erklärte den Lesern der kommunistischen Presse,„daß, ungeachtet der reformistischen Sabotageoersuche der Kamps gegen die Ver- schlechterungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen weitergeführt wird. Zur Weiterführung des von der RGO. noch gor nicht be» gonnenenKampfes sollten in den Aschinger- Betrieben Delegierte zu einer Betriebsdelegierten- konferenz am Dienstag gewählt werden. Das Aschinger-Personal hat sich aber an dieser Del»- giertenwahl ebenso wenig beteiligt, wie an der Streikabstimmung der RGO., so daß aus der Dele- giertenkonferenz nichts wurde. Itota Euüqt täeMftUü.: Übermaß-Teppich© i«.36S>218- Tournoy-IeppiChe I8„23a>128- BwdqMtrie Teppiche mih«* ieppiche ftt2Kh.11 2- i y ftbiipiüsch-Teppjch© 500 SOtt I Ü'£.~ibW 58" Tournqy-Teppiche i�W-�96- woApiüKhTeppiche 28- 200 300 M MgmMe Brücken Tournqy- Brücken £*.32--*. 21- ■ i-»»-» Ubiipiüsch-Brücken Durch eigene Kredit- Abteilung ithlungserleichterung ohne Preiserhöhung L r IPZI Gt P■ FCKF'MA P KG RA F F N- STR. Weihnachtsmarkt am Funkturm Am gestrigen Sonnabend ist in den Berliner Anssiellnngs- und Messehallen am Funkturm der Weihnachtsmarkt Berliner Künstler eröffnet worden, der bis Sonntag, den 11. Dezem- der, einschließlich dauern wird. Den äußeren Rahmen der Ausstellung bildet die schon von früheren Ausstellungen bekannte alte deutsche Stadt Auf dem„Marktplatz", in dessen Mittelpunkt ein zwölf Meter hoher Tannen- bäum steht, ist der nach und nach eingeschlafene Alt-Berliner Weihnachtsmarkt in moderner Form wiedererstanden. Mit dem Weihnachtsmarkt ist eine Gemäldeausstellung verbunden.(500 Künstler stellen 1500 Arbeiten aus. Während der Dauer des Marktes finden in der benachbarten Aus- stellungshalle III künstlerische Veranstaltungen unter Mitwirkung namhafter Berliner Schau- spieler und Sänger der Opern und Operetten- Häuser, des Tonfilms und der ersten Kräfte aus Variete und Kabarett statt. In einer Sonderschau wird das„gute deutsche Buch 1 9? 2" gezeigt. Der Reinertrag der gesamten Ausstellung ist für die K ll n st l e r- N o t h i l f e d e r S t a d t Berlin bestimmt. porsellsa- V eüjnachtsschau In ihrem Ausstellungsraum Leip- ziger Straße 2 zeigt die Staatliche Porzellanmanufaktur eine vielseitige, reichhaltige Weihnachtsschau. Daß Kunst nach Verbranntes Auto fcikkimvrterVereieKefimsssctiwinde! Ein schweres Autounglück hatte sich im ver- gangenen Sommer aus der Chaussee in der Nähe von Deutsch-Wu st erHausen ereignet. Dort war ein Auto mit einem entgegenkommenden Lastkraftwagen zusammengestoßen, ein Benzintank explodiert und da» Pri» oatauto war fast gänzlich abgebrannt. Die Augenzeugen dieses Unglücke wunderten sich aller- dings, daß die beiden Fahrer, die sich freund- schaftlich duzten, gar nicht daran dachten, den Brand zu löschen. Die Erklärung für dieses son- derbar« Verhalten fand man später, nachdem der Kausmonn Z. gegen«ine Versicherungsgesellschaft, bei der der Lastwagenbesitzer B. gegen Haftpflicht versichert war, Ansprüche auf Schadenersatz für sein abgebranntes, fast neues Auto im Werte von 2800 Mark gestellt hatte. Durch die Recherchen der Versicherungsgesellschast wurde aufgedeckt, daß das angeblich verbrannte Auto sich m unversehrtem Zustand im Besitz eines Fabrikanten besand, während bei dem Zusammen» stoß tatsächlich nur ein alte», ziemlich wertloses Auto verbrannt war, dessen wertvolle Teil» man noch vor dem Unglück entsernt hatte. Der Zu- sammenstoß der beiden Wagen war lediglich fln» giert und der Brand in dem alten Auto vor» sätzljch zum Zwecke eines Schwindelmanövers angelegt worden, um von der Versicherungsgesell- schost das Geld für ein neue» Privatauto zu erhalten. Di» Strafkammer de» Landgericht» II ver- urteilt« nach mehrtägige? Verhandlung beid« Fahrer wegen gemeinschaftlichen versuchten Ver- sich«rung»betrug«s, und zwar den Kaufmann Z. zu vier Monaten Gefängnis und B. zu zwei Monaten Gefängnis. Berlin in Zahlen Zu unserem Artikel„Berlin in Zahlen gefaßt" wird uns geschrieben: Berlin mit seinen 4,8 Mit» Honen Einwohnern wird stet» als zweitgrößte Stadt Europas und als die drittgrößt» Stadt der Welt bezeichnet werden. Diese Angabe ist nicht richtig, auch wenn man ihr oft begegnet. Die größte Stadt des europäischen Kontinent» ist Pari», das nach setner vor drei Jahren«r- folgten Eingemeindung und Neugestaltung als Groh-Paris mit 5,8 Millionen Einwohnern nun seit dieser Zeit vor Berlin steht, und nur von London und New Port übertroffen wird. Nur wenn man das alte inner« Paris zählt, hätte die übliche Zählung recht. Dann könnte man aber nicht London. Berlin usw. mit ihren Zahlen nach der Eingemeindung ausführen, sondern müßte sich ebenfalls auf die innere Stadt beschränken. Die richtige Zahl von 5,8 Millionen Einwohner findet sich übrigens schon im Großen Brockhaus und sollte allmählich in alle Zahlenberichte übergehen, die Wert aus Richtigkeit legen Freilich ist das nicht immer der Fall, die nationalistische Presse liebt e» aus falsch verstandener Vorliebe für das größere und größte selbst diese Angab» über Pari, bewußt zu verschweigen. Aber die Keogra- phi» ändert sich nun einmal nicht, auch wenn man sie anders haben mochte. �ych einmal Kanarlensän?er Am Ausgang des Iliitergrundbahnhoss Stettin«? Bahnhos stauen sich die Menschen: denn die ganze Straße if« vom Kangrienvogelgesang erfüllt. Wenn man dem Wunder aus die Spur geht, be- merkt man, daß von den Germania- Prachtsälen, Chausseestr. 110, eine Laut» sprecherübertragung diese» lieblichen Gesänge» Brot, geht hat auch die Staatliche Manufaktur, als Förderin der künstlerischen Porzellanarbeit, erfahren müssen Und so hat man die diesjährige Weihnachtsausftellung mehr auf den Boden des mittleren und auch des ganz billigen Genre gestellt. Man kann schon für eine Mark niedliche klein« Schälchen und Porzellansigürchen erwerben und wer nur etwas mehr anlegen will, der hat dann schon eine ziemlich große Auswahl der oer» schiedenstsn Artikel. Da gibt es prachtvoll g«- formte Vasen und Dosen in der schönen gelblich- weißen Glasur, dann hat man neu herausgebrocht Vasen in Seladon, das ist eine zartgrüne Farbe, die sehr dekorativ wirkt. Dann gibt es»in Service mit hochaktueller Bezeichnung, das Notstands» Porzellan Geschirr mit Blumenmustern im Barock» stil, das durch schärfste Kalkulation so preiswert wie nur möglich verkauft wird. Am schönsten aber ist es natürlich in der Abteilung de» abso» luten Kunstporzellans. Da haben die Besten ihres Faches, Charles Grodel, Wolf Röhricht, Wilhelm Löber und Else Möckel Proben ihrer reifen Kunst zum Besten gegeben. Farbenprächtige, hlstorisch« Porzellanmalereien für Tabakdosen im altorlen» talischen Stll, Tellerbemalungen mit Blumen, di» wie lebend erscheinen, dann wieder lustig«. schmissige Tierbilder und groteske Figurinen. Sehr schön und eigenartig wirken auch Porzellan» Reliesarbeiten und in der Cracleoas» mit ihrer buntgesprenkelten Glasur haben künstlerisches und handwerkliches Geschick sich wirkungsvoll ergänzt. Die Ausstellung ist wirtlich sehenswert. stattfindet. Dort hält der Berliner Sportklub „Kanaria" eine Ausstellung ab, bei der 172 Vögel in Konkurrenz stehen. In der diesjährigen Selbstzuchttlass« erhielt B r u n z e l- Köpenick die goldene Medaille, und in der allgemeinen Selbst« zuchtklasse. in der auch ältere Vögel noch zum Wettstreit zugelassen sind, fiel die golden« Medaille an Vogt- Berlin. Dank einer reich be« schickten verkaufstlasse kann man sich zu zettge» mäßen Preisen mit erstklassigen Sängern ver» sehen. In einem Riesenflugkäfig sind Forben- sittiche ausgestellt, die einen wunderbaren bunten Ton in das ganze Ausstellung, bild bringen. Im F 0 r st e n h o ß Köpenicker Str. 1Z7, hält der Verein Kanarienzüchter und Vogelfreunde Berlin seine 20. Groß« Kanarienausstellung ab, d>« von Z7 Kollettionen zu 4 Vögel beschickt ist. In der Selbslzuchtklasse bekam die groß« Medaille Felix Schulze au» Friedrichsselde, während die klein« golden« Me» daille August Schulz« au» Berlin O. erhielt. In der Allgemeinen Klasse errang Otto Harmut-Berlin die goldene Medaille. Auch in dieser Ausstellung steht in der Berkaufsklasse ausgezeichnetes Material. „Zw billigen Gänsequelle" Unser Artikel vom letzten Sonntag, der die abendlichen Versteigerungen auf dem Paket» p o sta m t in der Oranienburger Straß« 70 b«' handelte, hat di« Versteigerungsbeamten mehrmak« in arge Bedrängnis gebracht. Hunderte von Menschen begehrten Einlaß in da» Versteigerungs- lokal und ihr ganzes Interesse konzentrierte sich naturgemäß auf bie Gänse. E« kann jedoch nicht die Ree« davon sein, daß dort in der Oranien» burger Straß» Unmengen von Gänsen lagern, vielmehr kommt nur gelegentlich einiges Federvieh zur Versteigerung. Auch die Beamten können weder Gänse noch Cnten hervorzaubern, wenn nun einmal kein« da sinb. Es ist natürlich höchst ungerecht vom kauflustigen Publikum, wenn, wie in den letzten Tagen gesagt wurde, die Be- amten hätten vorher alle Gänse für sich selbst erworben. Die Leiser-Mannschaft turnt In der Turnhalle Prinzenstraße turnt da» Personal des SchuhhausesLeiser. In drei Gruppen übt hier j, einmal wöchentlich die 000 Mann starke Turnerriege, die in der Haupt- jache au, weiblichen Sportlern besteht. Unter der Führung eines Sportlehrers wird zwei Stunden lang Gymnastik, Geräteturnen und Medizinball geüvt. Der Inhaber des Hauses, Julius Klausner, selbst ein Anhänger sportlicher Gymnastik, schuf diese Sportabteilung für sein Personal bereits im Jahre 1925. In der sportlichen Betätigung erfährt der gesamte Organismus seine aufbauende Er» aänzüng und Kräftigung. Außer dem sportlichen Gymnasiikunterrichl umfaßt die Leiserlche Sport- sparte auch noch regelmäßig Schwimm« stunden Di» Sportmannschaft beteiligt sich auch mit Erfolg an öffentlichen sportlichen Wett- kämpfen. Die schönst-«e>hnachtsllb,»nfchun,.»sht(ß«ehl«twe». dach mctit ffrsud» iemtin Utm iU»m Seda-nadie- ffietrit?-Jflie wird sich iZstr» Galtin iriuen!!»-r di»s«n lanLst crschnlen Avparat, wie Ihre Kinder und welche Ab. wechslung wirb b«c Sinpfitnz« kchn-n selbst»ringen. — Der Kauf eines Radioapparates ist Vertrauen, fache, überzeugen Sie sich dahe» genau von der Preiswjlrdia, keit und der Leistungssäbigteit des Apparates. Dentsn Sie daran, dpfi gerade die S(fmataP18(&er Feinmechanik hundertiiibrlge ikrtabrungen besitzt, die auch Sbnen durch den Saba.Radio, Apparat zugute kommen sollen, chinen solchen Apparat eichalten Sie bereits zum Preise van ZIQ.SU Mark. an dem»lthesgnnten Deutschen T-ppjchhaus Emil Lcstiue, S-telin, nur Ctouienfis. 13«. Rade Moritzplatz. sindet anläßlich scinca Zojährigc» Bestehens der dicsiiibrige, Weihnachtap-rlaui mit ganz besonders vorteilhaste» Ange. boten in allen Abteilungen seiner reichsortierten Riesen, iäger Teppiche. Brucken Läuferstoffe. Gardinen, Stores, Bettdecken. Möbelstoste. Stepp-, Diwan-. Tisch., Schlaf. und Reisedecken us«. statt. Hpezialkatalo» kostanl»»! Am Sanntag, dem II., und u. Dezember, nachmittags von tz bis 7 Uh» geöffnet. orsnlenseren» 40 Cheuneettron« 119 K4al«,tr«n« 39 Wilmertdorfer 5t?. 108 —«V. f*r, TW — T l|ll|||MI||||U|||)|ii||jii VOR mMi{ßild VVftMHOR f Dl« obigen Angebote«tehen Ihnen ab Montag zur Verfügung 1 Iliscitsi', l-iclitspiels usw. Sfaals Theater Sonntag, den 4. Dezember staatsoper unter den Linden 19 Uhr Die Heistersinger von NOmberg staatliches Schauspielhaus 19-/. Uhr Faust I. Teil VOLKSBUHNE Theater am BUIewpiatz Norden Ö430. Täglich 8% Uhr Das neue Paradies von Julias Hay Regie: Heinz Hilpert SCAW Hol 5 u. 8<£ U. Barbarossa 9256{ Mar che TilZ-Patltailme»o« Ernst Matray 1 mit MARIA SOIVEG- AATTA STERNA MAREK WEBER| u. das große Fest-Programml j Das iHoduHsU\Jacuiil 1 Si.8.IS.SIj!.2,5.!.15U, Tel: E 7 Weidmi«3t j- 1 Das 1 Mhe Sthln. Minhol Muslkanlenmädel Sonnt, nachm. 3 Uhr Bill. Preise sv.uh. CflSIHO- THEATER"h' Lothringer Strohe 37. iiiMiiitiniiiiiitniiuiitiiiiiiiiiiiiliiiinniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii Sonntags auch nachmittagi 4 Uhr Schlager-PosHO Alles um Lotti mit Gesang und Tanz Für die Leser Gutschein I— t Personen. Parkett nur 0.50. Fauteuil nur 075, Sessel I.2S M. Auch Sonntags abends. b« i. WfmtKW »15 Garten r Die Codonas Die Könige der Luft Die 6 von der Staatsoper | in neneo Tfinzen and Kostümen| usw. I Sonnabend and Sonntag ( auch 4 Uhr zu kl. Preisen| Flora 3434. Rauchen erl.' Das führehdeyiariete Jutfolmtutaal T�-ilÖMJkJße. hmäm. lätaidirEmitrt BETRIEB KEMPINSKITJ Deutsches Theater Weidend. 5201 Täglich 8 Uhr Harmonie von Franz Molnar Inszen. Max Reinhardt Max Pallenberg, Karlweis.Etlinger. Vallentin, Hertha Thiele, Terwin Lore Mosheim Kammerspiele 8 Uhr Letzte Vorstellirag Paula Wesseiy in Rose Bernd RurfOrstend.-Ti>. Kurfürstendamm 209 Tel Bism. 140U Tägl. S'/» Uhr Glöddidie Reise von Bertudi and Sdiwabadi Masik: Könneke Regie; Peukert Hans Schindler mit seinen Jazz-Symphonikern Vomrkaaf ananterbrodien I Täglich 8*/i Uhr I Knhi Massary Eine Tran, die weifi, was sie will! Sonnlag 5 Uhr Walzertraum Lgssing-meater Täglich 8V. Uhr Grete Mosheim Oskar Homolka in Pygmalion Theater Steinpl. 5121 Täglich 8V. Uhr Ott Senutiotinrtolg Ratbarina Sonntag 5 Uhr RirshrthristBl Slädi. Oper Cbarlottenburg Fraunhofer 0231 Sonntag, 4. Dez. 19.30 Uhr Turnus III Aida Bäumer a. G-. Ondgin Wörle a Q. Andrdsen. Rode,' Baumann Dirigent Bretsach Schiller Bismarcistr.(Knie) Steinpl.(Cl) b716j 8�4 Zum 53. Male Robert und Bertram Alfred Braun, Paul Heidemann, Senta Söneland Heu te IH/a Uhr Literarisdia MalinK Zeitungsnotizen von E. Kalkowska Theater im Admiralöpalaft Direktion: Robert Liedemit Zufolge des ungeheuren Erfolges Gastspiel verlangett! livze- i Dealer 5f»I, EtiNiin«!h»!« 13? t,i. WiHbi,! E 7 342? 2.30, 5.30. 8 45 Uhr Der Zigeunerbaron LILIOM Mit Hans Albers Berta Srewö, Erika Selmke, Leonharb Stelfel, Sina Falkenbrrg, Grete Bark. Wolfgang von Slbwindt, Ludwig Roth, Emilie Kurtz, Peter Me, Zofef Nahmen, Sans Semes u. a. Ktgie: Kart Heinz Martin Vorverkauf für di« ununterbrochen WMachlWtttage imd lüg!. Vorilcllungcn B. B. B. Sendows Bünte Bübne Kottbasser Straße 6 Oberbaam 3500 „von ß-Z" Täglich S'/« Uhr 5onni. nachm. 3!/j Ue&uihtmig auch bis 18 Monatsraten Vhtmadx Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck hergestellt, ist er ein schönes Geschenk für den Weih, nachtstisch. 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Angestelllen und Be- amten, der selbständigen Landwirte. Kausleute, Handeltreibenden, der Einkommen aus Kapital- besitz, Vermietung, Verpachtung, aus Renten und Pensionen. Vor allem die Veränderungen des Volkseinkommens gegenüber anderen Jahren lassen Schlüsse darüber zu, wie stark eine gute Konjunktur oder eine Krise auf die Volkswirtschast eingewirkt haben, ob sich der..Wohlstand" der Gesamtbevölkerung und ihrer Teile bessert oder verschlechtert, ob der Anteil des Staates am Volks- einkommen(Steuern) höher oder niedriger wird, wieviel Kapital geblldet werden kann, ob Zahlun- gen ans Ausland(Reparationen!) zu verantworten sind und ähnliche wichtige Fragen. Di« letzten Untersuchungen des Statistischen Reichsamts über die Entwicklung des deutschen Volkseinkommens im zweiten Novemberheft von ..Wirtschaft und Statistik" sind also von größtem Interesse für fast jede wirtschaftspolilische Enl- scheidung. Das deutsche Volkseinkommen: Schon diese Tabelle enchält eine Fülle von Problemen. Zunächst geben wir die Ziffern für das Volkseinkommen so. wie sie durch Addition aller Emzeleinkommen ermittelt wurden. Danach ist das Volkseinkommen von 45,7 Milliarden Mark im Jahre 1913 auf 75.4 Milliarden Mark im Jahre 1928 gestiegen und danach 1931 auf 37,1 Milliarden Mark zurückgegangen. So stark ist die Wirkung der Krise gewesen. Diese Ziffern erfordern eine erste Berichtigung insofern, als die Reparationszahlungen der Nachkriegsjahre abzusetzen sind: denn die Reparationen waren ja politische Zahlungen ohne Gegenwert. Nun weiß aber jeder, daß man im Jahre 1928 für eine Mark erheblich weniger kaufen könnte als im Jahre 1913: und jeder weiß auch. daß man 1931 für eine Mark wieder mehr kaufen konnte als 1928. Deshalb wurden, um die Ent- Wicklung oergleichen zu können, alle Ziffern nach den Lebenshaltungskosten auf die Kaufkraft der Mark von 1928 umgerechnet. Dadurch erhöht sich die mit 1928 vergleichbare Ziffer des Volkseinkom- mens von 1913 auf 69,3 Milliarden Mark. Das bedeutet, daß man im Jahre 1928 69,3 Milliarden Mark brauchte, um soviel Waren zu kaufen wie im Jahre 1913 für 45,7 Milliarden Mark. Nachdem wir so vergleichbare Ziffern gewonnen haben, stellen wir fest, daß das deutsche Volkseinkommen im Jahre 1928 um etwa S Proz. größer als 1913 war. daß es aber im Jahre 1931 um 15 Proz. nie- driger als 1928 und noch um etwa 10 Proz. niedriger war als 1913! Wenn man nun ohne weiteres daraus folgern wollte, die Versorgung der deutschen Bevölkerung hätte sich entsprechend von 1913 bis 1928 gebessert und danach bis 1931 verschlechtert, so wäre das wieder ein Fehlschluß. In dieser Zeit hat sich nämlich die deutsche Bevölkerung ver- mehrt. Berechnet man also das V o l k s e i n- kommen je Kopf der Bevölkerung, so zeigt sich, daß im Jahre 1913 aus jeden Deutschen ein durchschnittliches Einkommen von 1162 Mark, im Jahre 1928 von 1153 Mark und im Jahre 1931 von 969 Mark kam(in der Kaufkraft von 1928). Aber auch diese Ziffern sind noch nicht voll ver- gleichbar. Man muß nämlich ferner berücksichtigen. daß in Deutschland heute Verhältnis- mäßig mehr erwachsene Leute(die mehr verbrauchen) und weniger junge Leute und Kin- der leben als 1913. Es ist daher nötig, das Volks- einkommen auf„V o l l p e r s o n e n", auf Er- wachsene mit normalem Verbrauch, umzurechnen, und dann steht einem Durchschnittseinkommen einer vollperfon von 1505 Mark im Jahre 1913 ein solches von 1415 Mark im Jahre 1928 und von 1180 Mark im Jahre 1931 gegenüber. Und daraus ergibt sich: Selb st im besten Nachkriegsjahre 1928 war in Deutschland das Wohlstandsnivcou von 1913 noch nicht erreicht. Das durch- schnittliche Einkommen je Vollperson war 1928 um 6 Proz. geringer als 1913: es war im Jahre 1931, in der Krise, um 17 Pro.;, niedriger als 1928, aber um 2 2 Proz. niedriger als 1913. Sehr bemerkenswert ist es auch, daß in der Ent- wicklung von 1913 bis 1928 die agrarischen Gebiete(auch Ostpreußen, Pommern und Schlesien) eher besser als schlechter abgeschnitten haben als die vorwiegend industriellen Gebiete. Daß die Agrarier schreien, weil sie grundsätzlich schreien, zeigt sich auch hier. Wir haben hier nicht den Raum, um die sehr interessante Entwicklung der einzelnen Ein- k o m m e n s q u e l l e n zu verfolgen. Es sei aben erwähnt, daß das Einkommen und Kapitalvermögen gegenüber der Vorkriegszeit sehr viel g e- r i n g e r geworden ist— eine Folge der In- s l a t i o n. Während 1913 12,5 Proz. des gesamten Volkseinkommens auf Kapital- und Spareinkommen entfielen, waren es im Jahre 1925 nur 2 Proz. Bis zum Jahre 1931 hat sich der Anteil wieder auf 5 Proz. erhöht, infolge von Aufwertung und Kapitalneubildung. Daß sich das Einkommen aus Renten und Pensionen aller Art(Kriegsrenten. Sozialversicherung, Ar- beitslosenunterstützung) bis in die letzte Zeit— das berüchtigte Papen-Jahr 1932 fehlt noch— dauernd erhöht hat, ist eine selbstverständliche Folge van Krieg. Inflation und Wirtschaftskrise. Das Arbeitseinkommen: 1913 1928 1931 insgesamt(iii Milliarden Mark) 20,7 42,6 33.1 insgesamt, in Kauskrast von 1928(in Milliarden Mark). 31,4 42.6 36.9 je Kopf der verfügbaren Ar- beitnehmer, Kaufkraft 1928, (in Mark)....... 1735 1865 1602 je Kopf der beschäftigten Ar- beitnehmer. Kaufkraft 1928. (in Mark)....... 1764 1986 1999 Besondere Beachtung verlangt das Arbeits- einkommen. Unser« dritte Tabelle zeigt ein starkes Anwachsen des Arbeitseinkommens gegenüber der Vorkriegszeit, auch in Kaufkraft von 1928 ge- rechnet. Das ist zunächst eine Folge des Bevölke- rungszuwachses, vor allem aber eine Folge der be- rufsmäßigen Umschichtung, wie sie schon in der Vorkriegszeit vor sich ging. Immer mehr selb- ständige Gewerbetreibende wurden nieder- konkurriert und zu Arbeitnehmern. Die Inflation rat ein übriges Die zunehmende Vergrößerung der Betriebe macht außerdem immer mehr selb- ständige Fabrikanten und Händler zu Angestellten. Rechnet man das Arbeitseinkommen auf den Kopf aller verfügbaren Arbeitnehmer um(einschließlich der Arbeitslosen), so ist das Arbeitseinkommen j e Kopf im Jahre 1928 um 7L Proz. größer, im Jahre 1931 um 8 Proz. kleiner als 1913 gewesen. Das berüchtigte Papen-Jahr 1932 fehlt auch hier. Nimmt man die Umrechnung nur auf die beschäftigten Arbeitnehmer vor. dann stößt man auf einen großen H a k c n in der Statistik. Sie will nämlich wahr haben, daß die Steigerung gegenüber 1913 etwa 13 Proz. beträgt, 4 Milliarden abgehoben Die amerikanische Bankenkrise Aus New Jork wird berichtet: Der Depositenbestaird sänitlicher Banken in New Port belief sich Ende September dieses Jahres auf 8113,8 Millionen Dollar. Ende Sep- tember vorigen Jahres verfügten die New-Porker Banken demgegenüber über Depositengelder im GssaiMbetrage von 9146,3 Millionen Dollar. Innerhalb von 12 Monaten sind den Banken somit insgesamt 1032,5 Millionen Dollar oder rund 3,34 Milliarden Mark an Depositengeldern ent- zogen worden. Diese umfangreichen Depositen- abhebungen hängen zum Teil mit der besonders in den letzten Monaten des vergangenen Jahres und in geringerem Maße auch noch zu Beginn dieses Jahres in den Vereinigten Staaten bestandenen Neigung zum Bargeldhamstern zusammen, der die im Oktober 1931 auf ihrem Höhepunkt an- gelangte Bankenkrise starken Vorschub leistete. Teilweise ist die Schrumpfung der Depositen- Höhere Reichshahneinnahmen Der Güterverkehr der Reichsbahn stand im Oktober unter dem Einfluß einer kräftigen Saisonbelebung durch Massentransport« von Rüben, Kartoffeln und Kohle. Die Verkehrs- zunähme lag mit 6,8 Proz. noch über der saison- üblichen Steigerung.— Die Betriebseinnahmen besserten sich gegenüber dem Septem- ber von 249,4 aus 258,2 Millionen Mark. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr erreichten im Oktober mit 166,78 gegen 155,56 Millionen Mark im Vormonat ihren diesjährigen Höchst- st a n d. Die Gesamtausgaben betrugen einschließlich der Rückstellungen 269,9 Millionen sowohl in der Hochkonjunktur 1928 wie 1931 in der Krise! Jeder erkennt, daß diese Ziffern nichts über das Lohneinkommen, das Einkommen der eigent- lichen Arbeitnehmer im engeren Sinne, aussagen können. Die Ziffern geben ein gönzlich falsches Bild insofern, als nicht nur die Zahl der mitgezählten leitenden Angestellten(Betriebskonzentration, In- flation der Syndizi und Kartellbeaniten) mit ihren teilweise enormen Einkommen in der Nachkriegs- zeit viel größer ist als vor dem Kriege; gerade diese Einkommen sind auch wenig gesenkt worden. In einer anderen Untersuchung hat das Reichsamt jedenfalls festgestellt, daß im März 1932 die Kauf- kraft der Wochenlöhne männlicher Schuharbeiter um 11,4 Proz. niedriger war als in der Vor- kriegszeit und die aller Schuharbeiter um 5,4 Proz. niedriger. Daß selbst das Jahr der besten Rachkriegs- konjunklur 1928 für die breiten INassen infolge der Znslation noch ein elendes war. das zeigt die Einkommensschichtung. Während im Jahre 1913 die Zahl der Leute mit kleinstem Ein- kommen(bis 900 Mark) 11,2 Millionen oder 4 8 Proz. aller Einkommensbezieher ausmachte. waren es im Jahre 1928 18,0 Millionen Leute mit Einkommen bis 1200 Mark(zum Verständnis des Vergleichs: die 1200 Mark von 1928 ent- sprechen der Kaufkraft von 900 Mark 1913) oder 5 8 Proz. aller Einkommensbezieher. Bezeich- nenderweise ist in der folgenden Einkommensstufe (1200 bis 3000 Mark) ein Rückgang von 43 auf 32 Proz. festzustellen: das aber ist die Gruppe der Facharbeiter und der kleinen Gewerbetreibenden. Jedenfalls ist die Proletarisierung der Pevötke- rung in Deutschland seit 1913 sehr stark fort- geschritten: ein Grund mehr, daß das arbeitende Volk seinen willen zur Herbeiführung einer besseren Wirtschaftsordnung noch besser organi- siert und zusammensaßt als bisher. bestände jedoch auch«ine Folge der im setzten Quartal 1931 und in der ersten Hälfte des laufen- den Jahres erfolgten Auflösung der ehemals be- deutenden ausländischen Dallargut- haben, von der in erster Linie die Graßbanken in New Aork betroffen wurden. In ganz kurzer Zeit zehvlfen Ich litt an Gelenkrheumatismus und Gichtbeulen und konnte mich nicht mehr vom Bett bis zum Tisch bewegen. Zinsser-Aheu- matismus Tee hat mir schon nach ganz kurzer Zeit geholfen, sodaß ich jetzt wieder meiner Arbeit nachgehen kann. 42923 Paul Sperber Freienwalde Oder Zinsser-Nhtuma-Tee ist«in vorzügliches Mittel bei Rheumatis- mus, Gicht, Ischias, Gliederreißen, Neural« gien, Herenschuß und Kreuzschmerzen. 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Von diesen für die private Wirtschaftsführung tn Deutschland geradezu vernichtenden und die zukünftige deutsche Wirtschastslenkung hoch bedeutsamen Vorgängen befindet sich in dem Geschästsbericht der Gelsen- kirchener Bergwerks-A.-G. kein Wort. Bilanz- und Gewinnrechnung der Gelsenkirchener Vergwerks-A.-G., die neben chrem eigenen sehr wertvollen Kohlenzechenbesitz eine Viertelmilliarde Stahlvereins- Aktien und 90 Millionen Phönix- Aktien in der Hauptsache verwallet, sind de- stimmt durch das Fehlen der Stahloereins- dividende für ISN/ZI, durch die für das gleiche Jahr noch gezahlte 4>- Proz. Phönix-Dividendc und die wahrscheinlich trotz des mengenmäßigen Absatzrückganges noch relativ günstigen Erlöse der Kohlenzechen. Im Gegensatz zum Vorjahr sind Generalunkosten, Zinsen, Soziallasten und Steuern vom Iahresüberschuß nicht vorweg abge- setzt, sondern in der Gewinnrechnung zum ersten Male besonders autgesührt. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache steht bei einem Voriahrsüberschuh von 21,06 ein U e b e r- schuh von 12,76 Millionen gegenüber, in denen die Phönix-Dividende mit 3,7 Millionen Mark enthalten ist. Einnahmen und Ausgaben der Kohlenbetriebe scheinen sich ausgeglichen zu haben. Unter Hinzurechnung des vorjährigen Gewinn- Vortrags von 6,73 Millionen sind A b s ch r e i- b u n g e n auf Anlagen mit 5,71 Millionen wie im Vorjahr und neue Abschreibungen auf Beteiligungen und Wertpapiere mit 7,59 Mil- lionen Mark möglich, so daß ein Gewinn von 6,29 Millionen ausgewiesen werden kann, der auf das neue Jahr vorgetragen wird. Im Vorjahre wurden 6 Proz. Dividende aus einem Gewinn von 21,97 Millionen Mark gezahlt. In der Bilanz sind Beteiligungen und Wertpapier» mit 366,19 gegen 363,97, also fast unverändert ausgewiesen. Die vereinigten Stahlwerke haben bemerkens- werterwelse ihrer Grllndergesellschast noch eine Rate der Forderungen aus den Genuhscheinen gezahlt. die offenbar zur Schuldentilgung gegenüber Henschel aus dem Ankauf der Essener Steinkohlen- bergwerke verwendet worden ist. Offenbar ist auch der unter den langfristigen Schulden (61,29 Mill.) verbuchte 3-Millionen- Dollar-Kredit von Dillon, Read nach dem Eingreifen des Reiches wieder verlängert worden. Dieser Dollarkredit war neben den Schulden an Henschel im Februar dieses Jahres fällig geworden und, soviel man weiß, der unmittelbare Anlaß für die akute Krise und das Eingreifen des Reichs, da die Gelsen- kirchener Bergwerks-A.-G., das heißt Herr Fried- rich Flick, die zur Rückzahlung erforderlichen Gelder einfach nicht auftreiben konnte. Selbstver- ständlich wird auch über diese interessanteste Periode des abgelaufenen Geschäftsjahres kein Sterbenswort mitgeteilt. Der ausgewiesene Gewinn von 6,29 Millionen beweist natürlich nicht das aller- geringste für die wirkliche Lage der Gesell- schaft. Die Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. ist ebenso sanierungsreif wie der Stahlver- ein(natürlich auch der Phönix), denn die Bewertung des hauptposlens in der Bilanz, das sind die 366 Millionen Beteiligungen. ist einfach schwindelhast. Die darunter befindlichen 255 Millionen Stahl- oereins-Aktien stehen mit rund 246 Millionen zu Buch, das heißt zu einem Kurs von rund 9 6 Proz.(!) gegenüber einein Tiefstkurs von 19,5 Proz. im Septem(.er und dem legten Höchst- kurs von 27 Proz. Ende November. Die 99 Mil- lionen Phönix-Aktien stehen mit 99,55 Millionen, also zu 199 Proz. zu Buch(!), gegenüber einem Sepiemberkurs von vielleicht 15 und einem Höchstkurs von 31 Ende November. Die Gesell- schaft kann sich freilich darauf berufen, daß die Sanierung des Stahlvereins noch in der Schwebe sei und man ja nicht wissen könne, ob der berühmte Flotow-Bericht die Sanierungs- bedllrftigkeit nicht vereint. Ueber den Verlauf der Generalver- sammlung am 14. Dezember braucht man sich keine Illusionen zu machen. Das Reich als Großaktionär wird zur wirklichen Lage ebenso schweigen wie die übrigen Großaktionäre und sich einfach wie diese auf die noch nicht erledigte Sanierungsfrage beim Stahlverein berufen. LcKiit�oIIclaminertmss Wichtig für die Frage der künftigen Zollpolitik der Vereinigten Staaten ist eine Rede des Wirt- schaftsberaters der Chase National Bank, Benjamin M. Anderson, sowie des Mitgliedes des Bankhauses Morgan, Thomas W. L a m o n t. Anderson wies darauf hin, daß Amerika bis 1939 nur habe ausführen können, weil es«inen starken Kapitalexport betrieben habe. Auf die Dauer werde die amerikanische Ausfuhr sich nur halte» können, wenn man durch Ermäßigung der Zollsätze dem Ausland Gelegenheit gäbe, durch «ine Steigerung der Einfuhr die nötige Kaufkraft zu erhalten. befindliche Dampfer an die Russen geliefert. Ins- gesamt umfassen die russischen Schissskäus« bei oem Norddeutschen Lloyd zwölf Dampfer mit zusammen etwa 51 699 Tonnen Schiffsraum Damit hat sich die arbeitslose Flotte des Norddeutschen Lloyd, die im Juni d. I. nach den Mitteilungen auf der Generalversammlung rund 238 999 Tonnen Schisferaum umfaßte, um nahezu ein Viertel verringert. BuLlan«! kauft deutsche Dampfer Der Norddeutsch» Lloyd in Bremen, der im Laufe der letzten Wochen«in« Anzahl aufge- legier Dampfer an die Sowjetunion ver- kauft hatte, hat jetzt zwei weitere, außer Dienst Rückzahlung des Rotenbonkkredils. Die Reichs- dank hat die Bank für internationalen Zahlungs- ausgleich benachrichtigt, daß sie auf den am 5. Dezember fälligen 99-Millionen-Dollarkredit der großen Internationalen Notenbanken 4 Mil- lionen Dollar— also nicht drei, wie bisher angenommen— zurückzahlen wird. Die Ver- längerung des Restkredits auf weitere drei Monate ist Darauf erfolgt. Die Großhandelspreise sind in der Woche zum 39. November weiter um 9,5 auf 93,3 Proz. ge> funken. �VaKAorrtrust saniert Kapitalschnitt bei Linke-Hofmann Die Verwaltung des ostdeutschen Waggonirusts, der Linke-Hofmann,-Busch A-G. m Breslau steht jetzt vor dem Abschluß der Sanierungsverhandlun- gen mit den Bankengläubigern. Es isi sicher, daß das Kapital von 39 auf 12 Millionen im Ver- bältnis 19:4 zusammengelegt wird. Das Kapital wird sodann auf 17 Millionen Mark wieder erhöht, wobei eine Ausrechnung der neuen Aktien gegen Bankschulden vorgesehen ist. Nach Vornahme dieses Kapitalschniltes kann damit gerechnet werden, daß das stärkste deutsche Waggonunternehmen eine gesunde wirtschaftliche Basis wiedererlangt. Im letzten Konjunkturjahr 1929/39 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 81 Millionen Mark erzielen,»n folgenden Jahr aber ging der Jahresumsatz infolge scharfer Drosselung der Reichsbahnaufiräqe bis auf 45 Mil- lionen Mark zurück und im letzten Jahr dürften die Umsätze nur wenig über 39 Millionen Mark gelegen haben. �mterkäuke setzen ein Stärkerer Absatz der Warenhäuser Im O r t o b e r hat sich nach dem jetzt vorliegen- den Bericht der„Zeitschrift für Waren- und Kauf- Häuser" der Warenhausumsatz kräftig belebt. Während in den beiden vorhergehenden Iahren die Oktoberumsätze um 24,3 bzw. 26,4 Proz. über dem Stande des September lagen, betrug in diesem Jahre die Steigerung 33,6 Proz. Besonders stark war die Umsatzerhöhung in Be- kleidung, die gegenüber dem September u m rund 47 Proz. gestiegen ist. Abgesehen von den saisonüblichen Eindeckungen der Bevölkerung vor Beginn des Winters, zeigt sich in den umfangreichen Bekleidungskäufen, daß hier ein schon lange aufgestauter Be- darf jetzt zeDcckt worden ist.— Wertmäßig lagen die Oktoberumsätze um 17,3 Proz. unter dem Stande des Vorjahres. Reichsverband der Volkswirte. Der Reichsver- band Deutscher Diplomoolkswirte, der Reich- bund akademisch gebildeier Volkswirte und der Bund akademisch gebildeter Volkswirte im Behövdendienst haben sich zu einem Reichsverband„Akademischer Volkswirtebund, Reichsbund deutscher Diplom- Volkswirte", zusammengeschlossen. Die Geschäfts- stelle ist Berlin W8. Jägerstraße 19. moiiei-iiaseiiiaiin leizi nur laoiKenmarm 6 In bedeutend größeren RSumen kompl. StfilafiimiMv. 280-1500 .. Speisi!zirafflerv.250-1200 .. Herreozimmerv. 200-1000 „ Ulm...... 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Interessierte Genossen tonnen teilnehmen. heute, Sonntag. Gesundbrunnen U: Treffpuntt 17?� Uhr bei Buer.- Schönhauser Vorstadt: Heimabend l9 Uhr Schönfliesier Str. 7.— Britz. Travcn-Abend, Hannemannstraße, Keller.— Neukölln IV: Kanner Straße, Schallplattenabend K'Vs Uhr.— Schöneweide In: Werbebezirksveranstaltung.— Friedrichshagen: Wir beteiligen uns an der Veranstaltung des Werbebc�irks Oberspree.— Köpenick II: Alle Jüngeren beteiligen sich am Züngeren-Kursus.— Tegel: Schöneberger Str. 3, 18 Uhr, Scl)aÜplattenabend.— Sportpalast: Beteiligung an der Werbebezirksveranstaltung.— Neukölln VII: Besuch der Filmmatrnee. Treffpunkt-">111 Uhr K. Ak. S. 19�2 Uhr Heimabend: Menschen hinter Gittern. - Hohenschönhausen: Ab 17 Uhr Heimabend Freienwalder Str. 44.— Steglitz I: Treffpunkt zum Spaziergang 14 Uhr Rathaus. Ter Bunte Abend fällt aus und findet am 11. Tezember statt. Wcrbebezirt Mitte: 19 Uhr Waisenstr. 18: Bunter Abend mit Henri Reiff. Werbcbezirk Wedding: Heimabend Willdenowftr. b. Genosse Moeller spricht um 19''.' Uhr über„Die Jugend- und Kinderorganisationen im faschistischen Italien. Werbcbezirk Osten: Heimabend Litauer Str. 1�.— Dienstag Ueben zum Traven-Abend 29 Uhr cbendort. Alle Genossen, die sich an der Spieltruppc beteiligen wollen, werden gebeten, ebenfalls dorthin zu kommen. Werbebezirk Neukölln:„Der Querschnitt" trifft sich 9'.- Uhr Rathaus Neukölln. Werbebezirk Müggelsee: Beteiligung an der Matinee des Werbebe.zir?s Oberspree. Radsahrende Genossen sind Il.lö Uhr vor der„Aslra"-Filmbühne. Die Räder werden dort untergestellt. Alle müssen das Mitgliedsbuch mit- dringen.— Nächste Werbebezirksvorstandssitzung Sonnabend. 19. Dezember, im Parteiheim Köpenick. �rrrrm�g ® i i-i & S.TI m m m Werbcbezirk Oberspree: II1. llljr, in der„Astra"-Filmbühne. Io- hannisthal, Sterndamm: Matinee. Aus dem Programm: Russcnfilm „Der blaue Expreß", Spieltruppc der SAI.„Galgenvögel"(Leitung: Hans Fuhrmann), Der Junge Chor. Einlaß 19"- Uhr. Eintritt jO Pf. Erwerbslose 20 Pf.— Geschlossene Veranstaltung! Mitgliedsbuch als Ausweis mitbringen! Wcrbebezirk Neukölln: 14"- Uhr. Filmmatinee im Mercedes-Palast, Hermannftraße. Es werden gezeigt die beiden Großfilme..Mädchen in Uniform",„Der Weg ins Leben". Einlaß 11. Uhr. Eintritt 59 Pf. Uw IM i-OFtT I f Abteilungsmitgliederversammlungen, morgen. 20 Uhr. ÄallDlog IT: Sonncnburger Str. 20.— Kumannplaft:(Bltirnflr. 33,35.— Valtonptay: Tilsitcr Str. 15.— Sharlottcnbuiq-Süd: Sprocftt. 30.— Hansa, Bochumer Str. 8b: rsllmabenö.— Moabit I: Waldcnserstr. 20: Brctlsvicl- abend.— Maobit II: Bremer Str. 70: Lrettspiclabcud.— Sportnalast: Kenthiner Str. 17: Aiqcuner- und Bagabundciilitcralur.— Arnswaldcr Blaß U: Schonlanler Str. Ii, B. 3; Schallplattenabend.— Isaltplaß I: Sonnenburger Str. 20: Kampflicoeradend.— Sohenschanhansen: Schule Dingelstäbter Straße: Die jetzige Lage in USA.— öricdrichshain: Diesicl. menerstr. 5/0, Licktbildcr: Sexuelle Fragen.— Stralaner Biertel: Soßler. straßc 01, Brettspielabcnd.— Aallesche« Tor: Borclstr. 11: Arbeitsdienstpflichi. -»ottbusscr Tor: Urbanstr. 107: Arbeiterdichtung.— Zuijenstadt: Wasser- torsir. 4: Probe für die Weihnachtsfeier.— Banmichulenweg: Grnftftr. 16; Unsere Bibliothek.— Johannisthal: Rathaus: Süiallplatlenabend.— Friedrichs, selbe: Lichtenberg, Glinterftr, 44.— ilaelshorst: Trcskowallcc 44: Brettspiele. - Panlow RF,: xissingenstr. 48: Milgliederversammiung, anschließend-Ar- beitsgemeinschast: Anfangsgründe des Sozialismus, 1. Teil. Berbebcxirt Schöncbeeg: Esperanto, Kursus. 20 Uhr. Schule Temvelhofer Weg. Weebebcxirk Zempclhof: Lnzeum, Götzstraßc: Kursus ,,?as Kommunitzifche Monifest. 15'." Wcrdcbc,irk Rcntolln: Alle erwerbslosen Genossen beteiligen sich an der Er- werbslosen-Zusammenkunft ab 15 llbr im Heim K-nn-r Straße. »Freie Gewerkschasts-Iugend Berlin Heute, Sonntag, 4. Dezember, finden folgende Veransiailungen statt: Mädchcnturius um Uhr im Saal 5 des Kewerlichaslshauses, Engel. nfer 24—27:. Tagesordnung: Die Frau in der Gewerkschansdewegung.— Arbeitssitznng der Gruppenleiter um 10 Uhr im pugendtzeim des Ge- werlschaftshauses, Engeipter 24— 23.— Sprcchchor um 10' Uhr im Saal 11 des Gewcrkschaftshauies.— Südostkreis: Jugendheim Tempelhos, Germaniastr. 4—6. Heiteres aus dieser ernsten Zeit.— Südtreis: Jugendheim Bcrgstr. 2« Theo Marct bringt Luftiges.— Rördtrcis: Jugendheim Willdenowstr. 5, Zimmer 13. Singstunde unter Leitung des Genossen Hofimann.— Ostlrcis: Jugendheim Gumerftr, 14. Bub und Mädel im Gruppenlcben.— Unterausschuß Weißensee: Beginn l!0: Uhr. Äostenbeilran 20 Pf., Erwerbslose 10 Pf. Programm: Wcrbeabend in der Stadthalle Weißensee, Pistoriusstraße. Einlaß 18:., Uhr, Jugendspiel. Svrechchor, Münk.— Morgen. Montag, 5. Dezember: Nord- treis: Jugendheim Putbusser Str.'22. lSs-l Uhr Äreisvorstandssttzung. §�uc>endaruppe des �entralverdanöes ver Anaestellten Heute, Sonntag, kommen die Jugendmitgliedcr der Bezirke Gesund- brunncn, Norden und Bedding von 18 big 22 Uhr lm Iugcnddeim Willdenowstr. 5 zusammen.— Morgen. Monlag. finden folgende Beranstal:un- gen statt: Wcdding: Jugendheim Tnrincr Eclc Seestraßc. Aussprache: Iugcnd- vrodleme der Gegenwart. Leiter: Weisstock.— Nordost II: Jugendheim Schön- lanker Str. II. Vortrag:..Die Stellung der Frau in der Gesellsckiaii früher und heute". Referent: Hanni Moosdor!.— Weißens»: Jugendheim Pistoriusstr. 24. Bortrag:„Das Arbeitsrecht in der Krise" 0. Abends. Referent: Dr. Lewinski. — Urban: Jugendheim Hobrccht. Elke Sanderstraßc. Leseabcnd.— Nordwest: Vir besuchen die Versammlung des Werbcbezirks.— Die Freie Angestelltenbant e. G. in. n. H. tagt heute non 20 bis 22 Uhr im Berbandshaus, Hedemann» straße 12. Berliner Gewerkschaflsschule. Der nächste wirtschaftspolitische Aussprackeabend ist am Dienstag, dem 9. Dezember, um 19 Uhr. im Sail 3 bzw. Saal 5 des Gewerkschaftshauses. Enqelufer 24—25. Behandelt wird an diesem Abend:„Neureaeluna der kurz- sristigen Auslandsschulden.— Eine Aufgabe der Weltwirtschaftskonferenz". Leiter des Ausspracheabends ist der Genosse Dr. Otto S u h r. Vorherige An- meidung nickr erforderlich. Hörerbrnrag wird nicht erhoben.__ SBD.'Fraktion beim Be-irksamt Kövenick. Mittwoch, 7. Dezember. 19ls Uhr. im Lokal Krüger, Schönerlinder Str. 5.„SPD. und.Kommunalwirt- schalt." Referent: Genosse Amberg. SPD.'Bctriebsfraktion beim Bezirksamt Reinickendorf. Donnerstag, 8. De- zcmber, 17 Uhr. Fraktionsversammlung bei Otto Marks, Reinickendorf-West, Berliner Str. 79.„Sozial- und Kommunalpolitik." Referent: Stadtrat.Karl Schneider. Reichsgewerkschaft Deutscher Kommunalbeamten und Angestellten, Be»irk Neukölln. Montag. 3. Dezember. 19' Uhr. in den Bürgersalen, Neukölln, Bergstr. 147(direkt am U-Bahnbof Bergstraße).„Die Mitwirkung der Ge- werkschaften am sozialistiscki-n Aufbau." Referent: Dr. Otto Suhr. PSD.'Fraktion Deutsche Werke, Spandau. Am Dienstag, 6. Dezember. findet bei Schmidt, am Hauptbahnhof, eine Fraktionsversammlung statt. Tages- ordnung: 1. Was ist von der neuen Regierung zu erwarten?. Referent: Genosse Emil Barth. 2. Fraktionsangelegenheitcn. Erscheinen aller ist Pflicht. Der Fraktionsvorstand. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14 Sebastionstr. 87—38. Hot 2 Tr Mitte: Dienstag. 6. Dezember. 1. Kameradschaft, Versammlung bei Klemeut, Sophienftr. 6. 6. Kameradschaft: Versammlung bei Feld- mann. Ehausseestraße.— Kreuzberg. Vortrupp: Sonntag, 4. Dezember, 9-% Uhr. U-Bahn Spittelmarkt, Wanderung durä) Alt-Berlin. Führer: Schriftsteller Georg Bamderger.— Jugend l: Montag, 5. Dezember. 29 Uhr. Getteralver» sammlung, Jugendheim Porckstr. 11.— Tiergarten. 2. Kamcradscha�: Montag, 5. Dezember. 29 Uhr..ßameradschaftsversammlung bei Rossel. Putlttzstr. iu. Buchkontrollc.— Wedding �Vortrupp):' Montag. 3. Dezember. 19:.., Uhr, Tmm- abend in der Schule Utrcchter Str. 39—31.— Dienstag, 9. Dezember. 17 Uhr, Heimabend im Jugendheim Seestr. 57. Bunter Abend.— Frledrichshageu(Vor- irupp): Mittwoch. 7. Dezember. Ill"» Uhr. Jugendheim Ebertpstr. 12.— Steglitz (Ortsverein): Montag, 5. Dezember. 29 Uhr, Fraktlonsverfammlung aller Kameraden im Lokal Schulz, Steglitz, Birkbuschftr. 99. Thema: � er BeLirks- Parteitag vom 26. November und das Reichsbanner.— Wetßenfee(Iungoai: Mittwoch. 7. Dezember 29 Uhr. Heimabend im Jugendheim Ptstoriusitr. 24.— Pankow: Dienstag, 6. Dezember 29 Uhr. Mitgliederversammlungen der Kameradschaften. Jeder Kamerad in Hundeskleidung. B u ch k o n t r o l l e.—- Kameradschaft Pankow-Rord: Türkisches Zelt. Pankow. Referat: Kalnerob Wassersportabteilung, Zug Havel: Montag, 5. Dezember, �29 Uhr. Monatsver- sammlung bei Jamin. Charlottenburg. Sophie-Charlotte-Sir. 88. Verband ehemaliger Polizeideamten Preußen c. V.(Vepp), Sitz Berlin. Mitgliederversammlung-am Montag, 3. Dezember, 29 Uhr, in der Bockbrauerei, Fidicinstr. 2—8._ Sprachllub The English Speakers. Heute. 21 Uhr, im Rordwest-Kasino. NW. 87, Alt-Moabit 53. nahe Gotzkowskibrücke. englische Vortrage und DiS» kussion. Gäste willkommen.__ Deutscher republikanischer Studentcnbund, Ortsgruppe Berlin. Am kommen- den Dienstag. 6. Dezember. 29 Uhr. spricht Rcgierungsrat Dr. Karutz über„Die politische Entwicklung in Preußen und im Reich" Ort der Veranstaltung: Neues Studentenhaus. Oranienburger Str. 18, 2. Stock. Sitzungszimmer. Gaste uns herzlichst willkommen. llnlemebmen der fav/eelesedasteo HMÄD■ QU?? � Ah 1•• s.eTcke WS? 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Doch dann mußten es ja die Diebe haben; also zum Teufel noch ein- mal, wo stecke das Geld? Da wurde das Achselzucken des Wanderers ein endgültiges.„Eine verdreckte Welt!" rief der Bauer und die beiden Männer saßen den Rest des Abends schweigend und grübelnd beisammen.— Dann wurde der Gast zur Schlafstelle gebracht, er versank in Weichheit, köstlich war es, die Glieder strek- ken zu können. Den einsamen Menschen überkam ein frohes und fast glückliches Ge- fühl der Geborgenheit... Wieder schritt der Wanderer auf einer breiten, weißschimmernden Straße. Die Sonne schien, ihre Strahlen hatten zwar nur wenig Kraft, immerhin mußte er sogar den alten, recht abgetragenen Mantel öffnen. Ab und zu kamen ihm Landleute entgegen, Menschen, die er nicht kannte, wechselten Grüße mit ihm, dann und wann fuhr ein Wagen vorbei. Ein junger Mensch überholte den Wan- derer, musterte ihn und fragte dann, ob er den Weg gemeinsam mit ihm gehen dürfe. Gerne, entgegnete der Wanderer und be- trachtete den Gefährten. Wohin denn der Weg führe, fragte er nach einer Weile, und der junge Begleiter antwortete fröhlich und in bester Laune;„Ach, das ist gaw; gleich- güstig, wohin Sie wollen!" MMWW sah erstaunt auf, ob denn der junge Mann keine Beschäftigung habe?„Nein, ich bummle so durch das Land, ich habe gar keine Be- schäftigung."— Und wovon er denn lebe? Da erzählte der Junge. Viele Monate habe er keine Arbeit finden können, er habe ge- hungert und gedarbt, da habe er sich ent- schlössen, der Stadt den Rücken zu kehren. Die sei wie ein Fels über ihm gelegen, er fühlte, daß er dort ersticken müsse. Nun ziehe er so umher. Es gäbe immer Leute, die einem zu essen geben, ab und zu kann man auch ein wenig arbeiten, schlafen könne man aar bald irgendwo, wenn man nicht zu an- spruchsvoll wäre. Neulich habe gar ein armer Dorfschuster die Schuhe gratis ge- flickt. Auch betteln könne man gehen, wenn die Not gar zu arg wäre.—„Betteln?" fragte der Wanderer.„Ja", entgegnete der junge Mensch,„man müsse nur die Scheu überwinden, das gebe sich bald. Es sei gar nicht so entsetzlich, wie es schiene. Wenn die Leute einem keine Arbeit geben, so müßten sie eben etwas schenken. Es sei gar nicht so arg, dieses Wanderleben... Man lagerte auf einer Wiese, wanderte, rastete und wanderte wieder. „Jetzt bin ich müde", rief der junge Mensch,„es sind noch sechs Kilometer zum nächsten Ort. Wollen wir sahren?"—„Wie wollen Sie das anstellen?" fragte lächelnd der Wanderer, doch da saß der junge Mann auch schon am Straßenrand, breitete seinen Mantel aus und lud den Gefährten mit gast- freier Geste ein, neben ihm Platz zu nehmen. Nach einer Weile rollte ein schwerer Last- wagen, mit Bier beladen, heran, der junge Mann war aufgesprungen und verhandelte mit dem Lenker. Hoch oben zwischen den Fässern saßen sie dann, der Alte und der Junge, und bald waren sie in den kleinen Ort eingefahren. Vor einem Gasthof hielt das Fuhrwerk. In einer verrauchten, großen Wirtsstube saßen einige Leute und tranken schweigend Bier. Da tönte aus einem hohen Trichter hervor eine menschliche Stimme. „Radio!" rief der junge Mann und sein Ge- sicht leuchtete auf. Doch was war das jetzt? Eine furchtbare Bluttat wurde gemeldet, von Attentat und Mord war die Rede. Bleich und zitternd war der alte Mann aufge- fprungen und eilte zu dem Trichter.„Noch einmal!" rief er, doch die Stimme im Apparat war verklungen, und erst das Lachen der Umhersitzenden ließ ihn zur Be- sinnung kommen. Verstört griff er nach seinem Hut und lief, ohne seinen jungen Ge- fährten zu beachten, wie gejagt zum Bahn- hos. Beim Schalter fragte er nach dem Preis für eine Fahrkarte in seine Heimatstadt. Er schüttete den Inhalt seiner Börse aus, man zählte, doch es waren um fünf Mark zu wenig in der Tasche. Der alte Mann weinte fast und rief mit zitternder Stimme:„Aber ich muß mit dem nächsten Zug sahren, ich muß!" Doch der Kassierer schüttelte nur den Kopf und schloß das Schalterfenster. Als der Wanderer wieder aufsah, stand der junge Man vor ihm;„Haben Sie mit dem Attentat, das durchs Radio verkündet wurde, etwas zu tun?"—„Ja, ja, ich kenne das Opfer." —„Na ja, dann wollen Sie wohl hin?— „Ja!"—„Dem armen Teufel werden Sie auch nicht mehr helfen können."—„Ich inuß hin."—„W'eviel fehlt Ihnen?"—„Fünf Mark."—„Kommen Sie, da müssen wir betteln gehen!" Und wieder gingen die bei- den den Weg zum Gasthos. Der Junge führte und mit dem Hut in der Hand schritten sie von Tisch zu Tisch... 5. Mitte Juni hatte Crusius sein neues Werk beendet Als er die Arbeit— es waren nur wenige mit Zahlen und Formeln beschriebene Seiten— ins Safe geschlossen hatte, wich wieder langsam jener Zustand der Besessen- heit, in dem er die letzten Wochen verbracht hatte. Es dämmerte ihm, was er hier ge- leistet hatte. Es schien, als wäre das Un- glaubliche geglückt, das eben noch als un- durchführbar geschienen hatte; Die Atom- Zertrümmerung dem praktischen Leben dienst- bar zu machen. Die seit Jahren umkämpfte Frage der Elementenumwandlung schien ge- 3)ie Qileine und das Brüderchen Srstählung /Ton iHnns ffiaH Di« Kleine saß vor mir und lächelte. Dabei fiel es noch mehr auf, daß ihr linkes Auge größer war als das rechte und die Narbe, die vom Aug- wintel über die Schläfe zum Ohrzipfel führte, setzte viele kleine Fältchen an. Wer sie näher kannte, empfand diese Narbe nicht mehr als Ver- unftairung, sie war vielmehr Teil ihres Wesens, formte es in gewisser Weife und unterstrich einen Charakter, aus dem Mütterlichkeit, Aufrichtigkeit und Lebensmut sprachen. Sic lächelte uns alle der Reihe nach an/ die wir ..-® an einem schönen Samstagabend vor der Tür der Der Wanderer �' /zugeirdherberge saßen, des Manderns müde und ein wenig müde auch des Gesangs und des' Klampfenspiels, und ihre Augen glitten über das graue Schindeldach der Herberge hinweg, über Wiesen und Buchenwälder hin, den ruhigen Wassern des Sees zu, in dein sich der Glutball der untergehenden Sonne inmitten eines orangenen Sommergcwölks verlor. £Uie Qefchichte irird ersähll „Eine Geschichte soll ich erzählen", lächelte sie, „ihr alle habt schon öfters nach meiner Narbe gesehen, aber keiner hat mich bisher gefragt, wie ich zu ihr gekommen bin. Ihr müßt wissen, ich stamme aus einer kinderreichen Familie in einer kleinen Stadt, und könnt euch denken, wie es in einem Arbeitslosenhaushalt aussieht, in dem sich neben einem achtzigjährigen Großvater sieben Kinder jeden Jahrgangs tummeln.'Nein, ihr könnt es euch nicht vorstellen. In einer kleinen Stadt ist das wohl doch etwas anderes als bei euch in der Millionenstadt. Hinzu kommt, daß mein Vater ein Jahr vor der Krise, als man in der Tischlerbranche noch gut verdiente, zu günstigen Bedingungen ein Siedlungshäuschen und ein Stück Ackerland pachten konnte, so daß wir wenigstens nicht ganz auf dem Trockenen saßen, als er Zwei Jahre daraus arbeitslos wurde. Aber schlimm genug war's doch und wenn meine älteste Schwester nicht in einer Konsum- genossenschaft als Berkäuferin eine feste Anstellung gehabt hätte, ich weiß nicht, wie wir die erste Zeit hätten durchhauen sollen, denn es war Winter. feucht und kalt, Kohlen hatten wir nicht auf Lager und den Garten hatten wir noch nicht so auf Nutzbau umgestellt, daß wir im Herbst hätten Vorräte ausspeichern können. Das erste war natürlich, daß meine Mutter sich nach Aufwarte- stelle» umsah und auch nieine zweitällestc Schwester mußte heran. Ich selbst ging damals noch in die Schule. Die anderen Geschwister waren noch kleiner. Ich muß sogen, mein Vater tat, was er konnte und auch mein Großvater— in seinen jungen Jahren war er nach Amerika ausgewandert und hatte am Michigansee die Zigarrenindustrie aus der Taufe heben helfen, bis ihn das Heimweh in unser Städtchen zurücktrieb—, auch mein Groß- vater tat, was ihm seine mit gutem Humor ge- tragen«» achtzig Jahre zu tun übrig ließen. Aber Männer in einem Haushalt, ihr wißt ja selbst, wie das ist, und so mußte denn auch ich mit meinen knappen vierzehn Jahren tüchtig im Haus- halt mithelfen. Haus und Hof in Ordnung halten, Wäsche und Essen für zehn Personen, die jüngeren Geschwister beaufsichtigen und sauber halten, es ist klar, daß die Arbeit meiner armen Mutter allmählich über de» Kopf wuchs. Mochte die Zweitälteste auch mithelfen, soweit das die Aus- Hilfsstellen,' die sie gesunden hatte, erlaubten, es blieb doch eine Unsumme zu tun übrig, sollte das Haus nicht verkommen, und das hätten meine Eltern, die auf peinliche Sauberkeit den größten Wert legten, nie zugegeben. So mußte denn auch ich das meine leisten. Besonders die Pflege und Beaufsichtigung der jüngeren Geschwister und die große Wäsche gehörten zu meinen Pflich- ten. Ich war ein lang aufgeschossenes, nicht gerade sehr kräftiges Ding und ihr könnt euch denken, daß mir die Arbeit nicht besonders leicht fiel. Wenn ich sie trotzdem gern tat, so lag das an unserem häuslichen Milieu. Zank und harte Worte kannte man nicht. Die Verhältnisse mach- ten noch so dürftig sein, immer herrschte gute Laune und Heiterkeit. Meine Mutter vor allem — ein Erbe vom Großvater— fand trotz ihrer lleberbürdung immer wieder einen Scherz, immer neue Koseworte für ihre Kinder. Der war ihr Goldchen, der war ihr Blondchen, ihr Häschen und ihr... Abenieuer mil dem 9lUidertta§eii Aber ich langweile euch wohl damit. Nun gut. Also eines Tages kam meine Mutter glückstrahlend nach Hause. Sie hatte neuen Verdienst gesunden. War es auch nicht reichlich, so versprach er doch eine regelmäßige Einnahme. Eine Zeitung hatte sie als Austrägerin eingestellt. Das war nun eine Arbeit, die auch ich leisten konnte. Zuerst zogen meine Mutter und ich nüt dem Kinderwagen gemeinsam los, später machte ich die Gänge, wenn meine Mutter keine Zeit hatte, auch allein. Es war ein Jahr nach jenem Unglückswinter, in dem Bater arbeitslos geworden war. Diesmal herrschte strenger Frost und der Schnee lag hoch. Ich muß sagen, mir machte das Herumziehen mit löst. Es war nunmehr erwiesen, daß man mit Hilfe der neuen Stoßgeneratoren Span- nungen bis zu zehn Millionen Volt erzielen konnte. Beiläufige Versuche hatten ergeben, daß die Käthodenstrahlen, init denen man arbeitete, ebenso große Wirkungen auslösen, wie dies die Ausstrahlung von tausend Kilo- aramm Radium zu tun vermöchte; Blei- platten von zwanzig Zentiineter Stärke waren im Bruchteil einer Sekunde durch- drungen. Nein, es war unmöglich, die Aus- Wirkungen dieser Erfindung auch nur ent- fernt zu übersehen, man stand hier tatsächlich vor einer revolutionierenden Neuerung. Crusius wußte, daß das, was hier geschaffen wurde, auch von einem anderen hätte ge- leistet werden können, daß er nicht mehr war als das zufällige Wertzeug der tech- nischen Entwicklung. Mit einem'Male und mit erschütternder Gewalt war es ihm klar geworden; Wir haben eine Höhe erreicht— aber was liegt unterhalb des Gipfels? Wohin führt der Weg? Wieder zu Elend und Jammer, zu Qual und Tod? Und wenn auch! Man hat seine Pflicht getan; man konnte nicht anders handeln. Aber er wollte behutsamer vorgehen, er hatte nicht das Recht, seine Entdeckung auf den Markt zu werfen, neue Erschütterungen hervorzurufen. Man mußte beraten, ob und unter welchen Umständen man eine Nutzbarmachung in die Wege leiten könnte. (Fortsetzung folgt.) Wägelchen und Zeitungspacken, das Treppauf, Treppab und Klingling viel Spaß. Immer gab es was zu sehen. Hie und da wurde einein geöffnet und man schnupperte die fremde Luft ein und hin und wieder— man keniü sich ja in der kleinen Stadt— gab es sogar gute Worte oder gar etwas zu naschen, lind auf der Straße, was gab es dort alles! Schneeballschlachte», Schlitt- schuhlauf auf den Weihern, Schaufenster, hastende Menschen, ich geriet in eine fast abwesende Stimmung, wenn das so alles an mir vorüberzog. Hatte sich erst einmal meine Selbständigkeit bewährt, bekam ich auch bald Gesellschaft. Mein kleines vierjähriges Brüderchen begleitete mich zu gern« auf diesen Wegen. Ein kleiner Blondkopf war's, übermütig und immer voll drolliger Ein- fälle. Fast war ich verliebt in ihn. So kam es, daß er immer häufiger mein Begleiter wurde. Bald trippelte er neben wir her, bald thronte er im Kinderwagen auf den Zeitungsballen. Dos Gejauchze und Geplappere wollte kein Ende nehmen. Man sah uns nach, man lächelte uns zu. Wir wurden stadtbekannt. Zill Mind ivird überfahren Eines Abends nun— es dämmerte schon, die Hügel, die unser Städtchen umgeben, schimmerten bläulich, der Schnee knirschte unter unseren Füßen und der Atem kam wolkig aus den Mündern... Ach, es war ein herrlicher Abend. Weihnachten war nahe. In den Häusern duftete es nach Kuchen und Tanncnreisern. Der Weihnachtsmarkt hotte sich aufgetan. Die ersten Lichter erglommen. In den Schaufenstern strahlten die Auslagen. Alle scharfen Umrisse verloren sich in dem sich breiten- den Dunkel, unwirklich war alles... Was wollte ich doch sagen? Richtig. Da war ein Schaufenster, in dem schienen sich Weihnachts- mann und Puppensee ein Stelldichein gegeben zu haben. Schaukelpferde, Tromnieln, Eisen- bahnen, Puppen, Puppenstuben, ja ganze Puppen- Häuser— alles war da, was ein Kinderherz sich wünschen kann. Lange schon licbäugelle ich mit diesem Fenster. Aber bisher hatte mich das Pflichtgesühl immer wieder mit meinem Wägelchen daran vorübergetrieben. Denn zu Hause warteten schon die Schulaufgaben und ich mußte mich gründlich sputen, wenn ich fertig werden wollte. An diesem Abend konnte ich nicht länger widerstehen. Ich glaube, ich wurde mir selbst nicht bewußt, daß ich Wagen und Brüderchen am Straßenrand stehen ließ und vor die große Spiegelscheibe trat. So sehr stürzte die Märchen- weit ans mich ein, so tief verlor ich mich in ihr, daß ich nicht weiß, wie lange ich in die Betrach- tung versunken war. Nur an eines erinnere ich mich»och, als ob es gestern gewesen wäre, an die Entsetzensschrei«, die mich plötzlich aus meinem tiefsten Glück rissen. Ich fuhr herum und sali. daß mein vierjähriges Brüderchen mitten auf dem Vleiisrtigsr Schnurpumps entzütkendeKombination Unser Weihnachtsverkauf bietet riesi- gePreis vorteile und eine nie gesehene Auswahl wundervoller Geschenke. Wer Schuhe schenkt, erspart Anschaffungssorgen und erfreut darum doppelt. Eleganter Pumps mit reizenderBiattverzierung Linkstr. 11 ♦ Wilmersdorfer Straße 117 ♦ Turmstr. 45 ♦ Müllerstr. 143 a ♦ Spandau, Breite Straße 22 ♦ Königstr. 29 ♦ Köpenicker Straße 71 Fahrdamm stolpernd hinschlug, indes ein schwerer Lastwagen im Begriff war, es zu zermalmen. Weiter weiß ich nichts mehr. Erst viel später erzählte man mir, daß mein Brüderchen einem vorbeistrolchenden Hunde auf den Fahrdamm nachgelaufen war, in demselben Augenblick, als das Lastauto in scharfem Tempo um die Ecke ratterte. Ein« Katastrophe schien unvermeidlich zu sein. Gerade im letzten Augen- blick sei es mir noch gelungen, dos Kind beiseite zu reißen. Ich selbst dagegen sei von dem Auto ersaßt und eine Strecke mitgeschleist worden. Man dacht« nicht anders, denn eine Tote unter den Rodern hervorzuziehen. •Die„Scfiaiidc" Ich trug eine schwere Gehirnerschütterung und eine klaffende Kopfwunde davon. Sehr lange dauerte es, bis ich das Krankenhaus wieder oer- lassen konnte. Aber wie ihr seht, bin ich nicht nur mit dem Leben, sondern auch mit einer einiger- maßen heilen Haut davongekommen und damit wäre die Geschichte eigentlich zu Ende, wenn der sür mich wichtigste Teil nicht das, was folgte, gewesen wäre. Ja, seht ihr, das ist das seltsaiue. daß alles ganz anders kam, als ich erwartete, und daß ich seither gut von den Menschen denk« trotz alledem und alledem." Die Klein« sah uns alle der Reihe nach an und lächelte wieder.„Zlls ich aus Bewußt- losigkeit und Fieberzuftairden erwacht«, quält« ich mich sehr mit Selbstvorwürfen, wie es nur ein so unvernünftiges vierzehnjähriges Dingelchen kann, das zur Pflicht erzogen und selbst sehr empfindlich ist. Meine Schande nanicke ich es, daß ich das Brüderchen allein gelassen und ver- gessen hatte, uin mich den Verlockungen des Schau- fenfters hinzugeben, und ich meinte, dies« Schande müsse mir unauslöschlich auf die Stirn geschrieben stehen. Ja, als ich das erstemal in den Spiegel sah und die kaum verheilte Narbe mir entgegen- brannte, war mir das eine Bestätigung, so furcht- bar wie meine Phantasie es sich nie hätte aus- malen können: da war das Schandmal, das mich zum Bösewicht stempelt« für alle Zeit, da war sie die Häßliche, die ihr Brüderchen im Stich gelassen hatte. Die Augen der Eltexn, die Augen der Menschen, wie anders als mit dem Blick tiefster Verachtung und ewigen Vorwurfs würden sie von jetzt ab, wenn meine Augen ihnen zu begegnen suchten, ans dieses Mal geheftet sein! Mit Angst sah ich den Besuchen meiner Eltern, mit noch größerer Angst der Entlassung aus dem Kranken- haus entgegen. Nim, ich brauche es euch nicht zu sagen, nie habe ich die Liebe meiner Eltern so stark gefühlt m.. 3)ie Freiheit Die Freiheit ist auf Erden Das allerhöchste Gut. Sie muß vertraut uns werden Und nah wie Fleisch und Blut, Nun kommt, ihr lieben Brüder, Ihr Schwestern, kommt herbei, Es klingen laut die Lieder: Im Kampf nur wirst du frei! Die Freiheit führt uns weiter, Sie adelt unser Tun, Das Recht ist Ihr Begleiter, Es kommt In Elsenschuhn. Am Abend kannst du schlafen, Doch Jetzt Ist heller Tag: Die Peitsche für den Sklaven, Der nicht mehr kämpfen mag! JCeibnilSB... Leibnitz tötete nie ein« Fliege und sagte:„Man tut Unrecht, eine so künstliche Maschine zu zer- stören." als in diesen Wochen des Krankseins und der Genesung. Jetzt erst fühlte ich eigentlich bewußt» daß es Elternliebe gibt und was sie bedeutet. Aber nicht nur das. Mein« Freundinnen, meine Schulkameradinnen, Lehrer und Lehrerinnen be- suchten mich. Und dann, es ist mir heute noch wie ein Märchen: fast möchte ich sagen Berge von Geschenken häuften sich an meinem Bett. Men- sehen, die ich nicht kannte, schickten mir Spielzeug und Leckereien. Es wurde für mich gesammelt. Ich glaube, in einer großen Stadt wäre das nicht möglich. Die kleine Stadt hat ja auch heute noch so etwas wie eine Geineinschaftsseele. Trotzdem war ich ängstlich und menschenscheu, als ich aus dem Krankenhaus entlasten wurde. Mochte auch mein Schuldbewußtsein aus das natürliche Maß zurückgegangen sein, so quälte mich meine Verunstaltung doch sehr. Mädchen, das ich min einmal bin, kam ich mir minderwertig so begriff ich zuerst gar nicht, weshalb olles mit kerlin i-ionutax. 4. Dezember. (.11; Gymuütlk.«»- Aus tUmbur»: Hsfenkoarsrl. S: Für«en Landwirt. 8.M: Moreemeier. 10. M: VVcttcrvorliersagc. 11.30: Aus Leioiig; Bach-Kantate. 13: Aus Stettin: Hörberieht von dem«. Stettiner Kunstturnen. 13.15: Aus dem Winlertarten: Funk-Matinee. 14: Üer Weihnachtsmann deckt sieb ein. 14.30: Für die Kinder. 15.30: Populäres Orchesterkonzert. 17.30: Atenseben vor dem Beruf, 18: Kammermusik. 18.45; 50 Jahre Philharmonischer Chor. 18.50: Advents-Kantate. 10.35: Marienlegenden. 30.20: Sportnachrichten. 30.30: Aus Wien: Wein, Weib. Gesang. Funkpotpourti. 23: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Äuschlieliend: HOrbericht vom Hallensportfest des Verbandes Brandenburgischer Athletik-Vereine. Danach: Tanzmusik. Montag, 5. Dezember. 6.15: Funkgymnastik. 6.35: Aus Breslau; Frühkonzen. 8.20: Advents-Morgenfeicr. 11.30: Aus Hannover: SchloBkonzert. 13.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 11.30; Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14; Schallplattenstunde. 14.53: Börsenberichte. 15.20: Vom Einfall zum Manuskript. 15.35: Aus dem Ufa-Palast am Zoo: Auf der Wurlltzer Orgel. 15.55: Heitere Lieder. 16.15: Wir machen«Ine Trelblagd mit. 16.30: Orchesterkonzert. 17.30: Gegenwartsfragen der Sozialpolitik. 17.45: Sport-Jugendstunde. 18.05: Baliaden für Klavier. 18.30: Das neue Buch. 18.40: Dürfen wir Ihnen raten? 18.55: Die Funkstunde lallt mit... 10t Stimme zum Tag. 19.10: Unterhaltungsmusik. 19,56: Jubiläumskonzert, anläßlich des 50jährigen Bestehens des Philharmonischen Chores. 21.35: Wir erinnern an: Ferdinand Lassalle. 31.50: Wir vor der Rampe. 23.20: Weiter-, Tages- und Sportnachricblen. Danach; Tanzmusik. Dienstag, 6. Dezember. 6.15: Gymnastik. 6.35: Aus Hamburg: Frühkonzert. 11.30: Aus Königsberg; Mittagskonzert. 12.40: Hörberieht aus der Deutschen Landkraftfflbrerschulen Q. m. b. H. 13.30: Wetter- und Tegesnachrichten- Wasserstände. 14: Schallpiattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20: Appetitlosigkeit und Abmagerung. 15.35: Lieder 11,65: Vlolinmuslk. 16.11; Land awltchen Rhein und Vogesen. 16.30: Aus Leipzig: Nechmittagskonzert. 17.30: Zehn Minuten Funkhilfe. 17.40: Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.45; Die junge Generation. 18.05: Ans Magdeburg: Motetten. 18.30; Lesestunde. 18.55: Dia Funkatunde teilt mit... 10: Stimme zum Tag. 10.10: Dienst an der Erde. 19.45: Alt-Berliner Tanz-Abend. 20.46: Musik der Straße. 22.10: Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. 22.30: Au« Hamburg: Spltkonzert. Mittwoch, 7. Dezember. (.15: Gymnastik.(.35: Frühkontert. I: Schulfunk. 11.30: Aus Leipzig: Mittagskonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30: Wetter- und Tagesnachrichten, Wasserstände. 14: Schallplattenstunde. 14.56: Börsenberichte. 13.30: Wir wollen wieder Briefe schreiben. 15.35: Heitere Lieder. 16.45; Koneert. 16.15: Fußball-Länderkanipf Oesterreich— England. 17.10: Eine Reise In die Urzeit Afrikas. 17.30: Neues von der Wünseholrute. 17.41: Die lunge Generation. 18.05: Lieder. 18.30; Junge Mädchen, von Axel Eggebrecht. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 10; Gelabtes Leben. 10.25: Schallpiattenstunde. 20: Sinlonlekontert. 30.60: Wir steilen vor; Werner Beumelburg, Danach: Tanzmusik. Donnerstag, 8. Dezember. (.Iii Gymnastik.(35 Aus Dresden: Frühkonzen. 11.30: Aus Breslau: Millagskonzert. 12.35: Weiler- Meldungen für den Landwirt. 12.40: Maschinen Im vor. Die Häßliche nannte ich mich selbst. Und doppelter Liebe an mir hing, weshalb man mich verhätschelte und— sehr gegen meinen Willen— an einen Ehrenplatz drängte. Aber je aller ich wurde— und ich reiste in dieser Zeit sehr schnell — desto deutlicher erkannte ich den Grund. Und das hat meinen Charakter sehr stark beeinflußt. Seitdem glaube ich an die Menschen, an ihre Güte. und ich liebe sie." Der Blick der Kleinen— ich weiß selbst nicht. warum wir sie alle die Kleine nannten, deim sie ivar groß und schlank und überragte die meisten von uns— glitt wieder über das Schindeldach hin in die Weite der Wiesen und Wälder, die jetzt ganz im Duster lagen. Die Uierwellen plätscherten, ein kühler Wind hatte sich ausgemacht und scheuchte mit jähen Stößen das nächtige Laub auf. Wir rückten näher zusammen und drängten uns an die Erzählerin und es war uns, als gäbe sie uns ollen von ihrer Wärme ab, sie, unsere große Müller. Dienste des Bauers. Hörberieht. 13.30: Wetter- und Tagcsnachrichten. Wasserstände. 14; Schallpiattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15 J0: Auch Lumpen sind ein■wichtiger Robstoff. 15.35: Orgelmusik. 15.50: Musik der Sichenbürger Sachsen. 16.15: Björnstjernc Björnson gum 100. Geburtstag. 16.30; Kammerorchester- konrert. 17.30: Die Erschließung einer in der Wüste verechollenen Allkultur. 17.50: Jugendstunde. 18.10: Heitere Musik. 18.30: 2. Teil der Hörfolge aus dem Polizeipräsidium. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 10: Stimme zum Tag. 19.10: Orchesterkonzert. 20; Aus dem Schallarchiv der Funkstunde. 20.30;„Der Bankrott." Schauspiel von Björnstjernc Björnson. 22: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Anschließend; Zeitfunk. Danach; Tanzmusik. Freitag, 9. Dezember, 6.15; Gymnastik. 6.35: Frühkonzert. 11.30: Aus Bremen: Konzert. 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt. 13.30! Wetter- und Tagesnach richten, Wasserstände. 14: Schallpiattenstunde. 14.55: Börsenberichte. 15.20; Pfefferkuchen machen Weltgeschichte. 15,35; Künsllernachwuchs, 16.16: Neues vom Handball. 16.30: Aus Leipzig: Nachmlttagskonzert. 17.30: Das vergessene Buch. 17.40: Musik für Kinder. 18.10: Das neue Buch. 18.30; Unterhaltungs- und Tanzmusik. 18.40: Chorgesänge. 18.55: Die Funkstunde teilt mit... 19: Stimme zum Tag. If.lÖ: Lob der Ufinze. 20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 20.15: Gefährten unserer Kindheit. 21.15:„Das höllisch Gold." Ein deutsches Singspiel. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Magdeburg: Abend- Unterhaltung. Sonnabend, 10. Dezember. (.15: Gymnastik.(.35: Aus Königsberg: Frühkonzert. 11.30: Ans Köntgsbert; MltKgskonzert. 12.8«: Wetter- meidungen für den Landwirt 13.30: Wetter- und Tages- naohrichtep, Waisarstända. 14: Schtliplattanitunde. 14.35: Börsenberichte. 15.20: Adventsstunde für Kinder. 15: Dreimal..Florian Geyer". I«.30: Unterhaltungsmusik. II: Deulsobas Sprachgut. 18.2t; Die Funkstunde teilt mit... 18.25: Die Welt des Gelehrten. 18.45; Fumfey und Buttel Knoll von Richard Schneider- Edenkoben. 19.15: Schallpiattenstunde. 20.15: Peter Btmm. 30.30; Das Mikrophon hat Ausgang. Ein beweglicher Abend. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Tanzmusik. Königawusterhauaen Sonntag, Dezember. (.15: Aus Berlin: Gymnastik.(.35: Aus Hamburg: Hafenkonzert. Ab 8: Uebertragung aus Berlin. 11: Deutscher See-Wetterbericht. 11,10t Dlchterslunde. 11.30: Aus Leipzig: Bach-Kantate. 12: Zehn Minuten Lyrik. 12.15; Uebertragung aus Berlin. 14: Clternstundc. 14.30; Oer Lebenskampf der Ostmark. 10.05; Aus Düsseldorf; Länderfußballspiel Deutschland— Holland. 15.45: Aus Barlln: Orchesterkonzart. 15.20: Ans Würzburg: Würzburger Qlöckll. Eine bunte Stunde. 17,25; Hilfe für den Oberharz. 17.35: Vom Reich der Deutschen. 18: Aus Berlin: Kammermusik. 18.45; Junge Generation spricht. 19.30: Konzert. Deutichlandscnder: 21; Aus Seerb rücken: Zugunsten der Winterhilfe. Funklehrt Ins Blau«! 22.30: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.(5: Dcutacher See- Wetterbericht. 33: Veranstaltung Im Rahmen de« Weihnachtsmarktes der Berliner Künstler. Montag, 3. Dezember. Kl Pädagogischer Funk. K.30; Aus Berlin: Nach- mittagskoniert. 17.20: Die Geschichte und der dauteche Mensch der Gegenwart 18i Musizieren mit unsichtbaren Partnern. 18.30: Der Volksgedanke Im Wilhelm Teil. 18.15: Wetterbericht für die Landwlrtsohift Anschließend: Kurgbaricht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.25 1 Vlertclalunde Funktechnik. Jlifo jprach... Ein Schauspieler, der eine Stelle seiner Roll« in einer Tragödie C ö r n e i l l e s nicht verstand, ver» suchte, sich bei dem Theateroirektor Jean Bap- tiste P o q u e l i n Rat zu holen. Uno der Theater- direktor mußte ja imemrhin einiges vom Dichten verstehen, da er unier dem Namen Moliere in den französischen Kiassikerolymp eingegangen ist. Aber auch Moliere tonnte aus den Corneilleschen Versen nicht klug werden.„Warten Sie." sagte er dem Schauspieler!„heute Abend speist Corneille bei mir, da können Sie ihn selbst fragen." So geschah es. Carneill« las die Stelle und las sie noch einmal, sann eine Weile nach und sagte dann:„Leider verstelje ich auch nicht mehr recht. was ich gemeint habe. Rezitieren Sie aber die Verse nur ganz getrost in der Vorstellung. Man- cher, der sie nicht versteht, wird sie dennoch be- wundern." M. M. 19.40: Zur 175. Wiederkehr der Schlacht bei Leuthan. Dcutscblandsender: 2U: Unterhaltungskonzert..20.55: Von der Deutschen Welle: Einakter. 21.50: Jubiltnms- konzert. anläßlich des 50jährigen Bestehens des Philharmonischen Chores. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. Danach: Aus Wien: Abendkonzert. Dienstag. 6. Dezember. 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30; Unsere aeutschen Ahnen. 18: Querschnitt durch Abreißkalender für 1933. 18.30; Deutsche Burgen. 18.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19; Kinheitskurzschrift für Fortgeschrittene. 19.30: Zeitdienst. DeuUchlandseoder; Z0: Aus Oslo; Norwegisches Europäisches Konzert 21.10: Aus Leipzig: Schlüssel und Schwert Hörfolge. 22.10: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung eus Berlin. Mittwoch, 7. Dezember. 16: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Hamburg: Nach- mittagskonzert. 17.30: Wieviel Menschen kann die Erde ernähren? 18: Worpswede. Sinn und Schicksal einer Landschaft. 18,30: Verkehrswirtschaft und Krisenüberwindung. 18.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend; Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes; Danach: Englischer Sprachunterricht. 19.35: Der Beamte Im Beruf, Deutschlandscnder; 20: Aus Stuttgart: Orchesterkonzert. 20.30: Intermezzo. Rclnckc der Fuchs. 21.30: Aus Stuttgart: Tänze aus aller Herren Länder. 22.20: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 32,45: Deutscher See-Wetterbericht. 23: Aus Leipzig: Max-von-Schillings-Stunde. Konzert. Donnerstag, 8. Dezember, I(: Pädagogischer Funk. 16.30: Aus Berlin; Nachmlttagskonzert. 17.30: Die Entdeckung des Staates. 15: Zeitgenössische Ballade. 18.30: Stunde für Blornsön sum 100. Geburtstag. 18.55: Wetterbericht für die Land- Wirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: Stunde des Landwirts. 19.20: Wegweiser durch die Zeit. 19.40; Oral Spce's Sieg und Untergang. DauUchlandsendar; 20; Veranstaltung im Rahmen des Weihnachtsmarktes der Berliner Künstler. 22.15: Wetter-, Tages- und Sportnachrichten. 22.46: Deutscher See-Wetterberfcht. Anschließend: Aus Hamburg: Deutscher Tens von 1900 bis 1932. Freitag, 9. Dezember. I(: Pädagogischer Funk. I(.30; Aus Leipzig: Nachmlttagskonzert. 17.30: Die Götter- und Spruch dich tung der Edda. 18; Klavierkonzert von Phil. Emanuel Bach. 18.30: Die Preußenkasse und Ihre neuen Aufgaben. 11.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend: Kurzbericht des Drahtlosen Dienstes. 19: 20 Jahre Arbelt ohne Licht. 19.20: Stunde der Arbeit. 19.40: Zeltdlcnst. Deutschland Sander: 20: Aus Washington: Worüber man In Amerika spricht. 20.15: Aus Stuttgart: Qie Jagd nach dem Gold des Kapitän Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. 31.15; Aus Hamburg: Deutsche Festmusik. 22.30: Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. 22.45; Deutscher See-Wetterbericht. Danach: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 10. Dezember. I(: Dichterstunde. KJO: Aus Hamburg: Nachmittags. Konzert. 17.30; Viertelstunde für die Gesundheit. 1740: Bücherstunde. 18.05: Muaikalische Wochenschau. 18.30; Deutsch für Dtutsche. 18.15: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend; Kurzbericht das Drahtlosen Dienstes. 19; Französischer Sprachunterricht. Deutscblandsender: 19.40: Ein Ouerschnltt durch die Volksmusik. 21: Uebertragung aus Barlin. 22.45: Deutscher See-Wetterbericht. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Weitmcu�aescketiJk Äußerst fielt/ Zur Auffülluns 9_ twti Der neue Damen-Sportswcater aus reiner Wolle in oehr«Aönen Perben, mit sehottisA go- B a streiftem Rollkragen.. Oifv/ Sehr vornehm! Damen-T aghemd aus laAatosa Wasdikunstseide, mit versebiodtnett «chönen Handärbeitsmo- Q tiren 4.90 O. IU Ein schönes öeschenh! Damen-S teppmorgcnrock am bestem kumueidenom Kristallin in Holl- oder dunkelrot, mitttlblau, restdä oder bifehofslil« 48 und$0 19.00 4g—4(s1 4i50 Zum Selbstschneidern! 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Herren-Socken Flor mit Kunstseid«, gemustert Herren-Socke n?inn*.Ä«t glattod. gerippt, erprobteStandardqualit.,P( Herren-Sportstrumpfe für Knickerbocker, reine Wolle, meliert oder Oamen-Pump» schwarz Wildleder, mit imitierter Eidechcverzierung, Louis- XV.- Absatz, m Paar 5,90 Uebenchuhe für Damen, aus GkRixgumml, in Schwarz un i Brauen. m»l Drudckn.-Venchiuss � warm gefüttet.Poor V/ (p :*zsr' AD Reinleinen. TUchruch (Abb. 1), schwere Hao»- macherqualität, ca.160/160cm5/25,ca.130/i60 cm 4/50 ca. 130/130 cm....................... O/OU Serviette, pass., ca. 60/60 cm,6St. 4,90/St. 0,85 Hohlsaum-Tischtuch(Abb. 2), vollwei» gebleichtes Damaslmusler,ca.l30/220cm �"erjc 6,90, ca. 130/160cm 4,75, ca. 130/1 30 cm O/ZD Serviette, pass., ca. 56/56 0,95, ca. 38/38 0,62 Kunstseidenes Tischtuch(Abb. z>, mit Hohlsaum/ Farben: gold, blau, pfirsidi, ca.l65/I65cm12,50,ea.125/165cm9,75•• Qrk ca. 135/135 cm........................ //Vü Serviette, pass., ca. 35/35 cm, 6 St. 4,90, St. 0,85 Reinleinene Daiper- Handtücher weiss, mitfarbiger Kante, abgep., ges. m** u. geb., ca. 46/ 100 cm,»/-»t�. 2,85, St. Haldlein. Lerstenic.-Handtücher weiss, mit rot. Kante, abgep., gesäumt e o u. geb., ca. 48/100 cm, �/zOtzc. 8,25, St. w/do Kunstseidene Kaffeedecken wmt Damastmuster, mit farbiger Bordüre, m& ca. 1 30/ 1 60 cm St. 2,95, ca. 130/130 cm St. Crepe-Decken weiss oder farbiger Fond, mit aparten Druckmustern Anemone" oder „Chrysantheme", ca. 130/160 St. 3,25, � � ca. 1 30/1 N cm................... Stück 2/00 Jacquard-Tischtücher 9ut. Haus- macher-Quali�ät, ca. 130/160 cm. Rein- leinen, Stück 3,30, Halbleinen, Stück A/wU Reinleinene Tischtücher sdiwer« Quo- lität,apart.Rosenmuster,RasenbIeiche,ca. 160/230 cm St. 12,75, ca. 160/160 cm St. 8,75, m 0#% ca. 130/160 cm St.6,50, ca. 130/130 cmSt. S,SO Servietten passend, ca.60/60,*011.7,25,51.1,25 G M F 3 Stück feine Toilsttsf elf e Geichenk kartenage I Manlcure- I R a* Kacten e r- I P a r f 0 (Abb.1), imKarton,(Abb. 2),] Flasche(Abb. 3), mit I(. Flieder,: Parfüm und 2Stück guten sortiert, Pose, Toilette- ä f%g» Nelke.. 0,50(seife... 0,95 Instru- Klinge, imeie- IT; 1,90 ftui' l�O 3 ppa ratzersttiuberlg Abb. 4), mit j(Abb. 5), Buntglas| IA To 1 1 ette- a r n i t u r (Abb. 5), Buntglas j(Abb. 6), 4tlg., geschliften, mit j Buntglas geQuasten-, schür-, ball..... 1,50 Ifen. 6,50 Stilwecker (Abb. 1j, mit Leuchtzahlen und Leuchtzeiger, 10�x10* cm, out Stufensockel, 1 Jahr Ga- q C rantie..... JK/OS Stilwecker (Abb.2),12x9cm, verchromt, mit Leuchtzahlen u. Leuchtzeiger, beweglich auf massivem Sockel, ele- at r'r yv gante Form O/zrsJ Toilette- g a r n I t u r (Abb. 3), 4 teilig, echt Silber, in verschieden. Ausfüh- gen.. 24,50 6 Stück Kuchen- gabeln (Abb. 4), Griff edit Silber 2,85 Puderdose (Abb. 5), 8 cm 0, in mod. Lackfarben, mitSpiegel u. Puderquaste, besonders elegante d* ac Ausführung a,7 D m? s- KMM WMÄ & Echt. Voilrindleder-Handkoff er (Abb. 1), ca. 50 cm gross, eleganter Stadt- kaffer aus modernem genarbtem, havannabraunem Vollrindleder, Patentschlösser, Ledergriff und Lederkappen, Q rftss doppelseitig eingeschlagen.... O/VU Ali ih 'kM EvKS Echte Chamäleon-Bügeltasche (Abb. 2), mit farbigem MoIr6futter, 4» K.f\ innen Seitentäschchen und Spiegel Stadttasche(Abb. 3), aus«ditcm Voll- rindleder, mit Reissverschluss und rundem Henkel a. Vollrindleder, m.Moirö- Qf\ futter u. zweiteiligen Seiteotosdien w, V ü r, "2,75 Parado-Kissonbozug(Abb. 1)t Linon, mit Klöppel ei nsatz und Motiven, Grösse ca. 80/00 cm........... Ueborlaken hierzu, Gr. ca. 150/250 cm.. 4,95 Linon-Garnitur(Abb. 2), im Geschenkkarton, gebändert, 1 Deckbett ca. 130/200 cm, 1 Kissen ca. 80/80 cm, glatt, 1 Kissen mit effekt- m vollem Einsatz...,................... Po. Linon-Garnitur(Abb. 3), im Geschenkkorton, 1 Deckbett, ca. 130/200 cm, 1 Kissen glatt, 1 Kissen mit Stidcereiecken und t Säumdien.........................../ // 5 Koptkissenbezüge kräftiger.._ Linon, Gr. ca. 80.30...... Stüdi 1,50, I, I 9 Deckbettbezüge kräftig. Linon-__ Gr. 130 200............... Stüde 4,90, 3,75 Dimiti-Garnituren 1 Deckbett,___ 2 Kisten.............. Garnitur 7,75, 5,90 Kopfkissen mit langette, Grösse r\ n e ca. 80; 80.................. Stüde MS, 0,95 Paradekissenbezüge guter Linon, mit handgezogenen Hohlsäumen und ge- a Of\ stickten Punkten................. Stüde l ,9\J Ueborlaken hierzu passend, ca. 150. 250,St. 5,25 Paradekissenbezüge, Linon, mit Klöppei-Ein- und-Ansatz und reicher O Säumchen-Garnierung.......... Stück Ueborlaken hierzu passend, ca. 150/250,St. 4,90 Bettlaken guter fester Dowlas Ä ca. 150/225, St. 2�5, ca. 140/210, St. 2,25 Schlafdecken schöne Jacquard-_ must./Weiche mollige Qual., 150/200, St. 0,Vw 3 Damen-Taschentücher weiss, mit farbig bestickter Ecke und farbiger Zädcdien- kante, i.Geschen�- � 0— karton............ W/Od t** Zu den Spielzeug-Abbildungent Architekter(Abb. 11, farbiger Bau- aw kästen 1,90, wie Abo............... U/V5 Kubus(Abb. 2} mit sortierten Bildern ojg zum Zusammensetzen................ V/,VD Turnapparat(Abb.3), Karabinerhok. fr 2mSeil,beied.Ring.,lack.Brettu�tange O,/ 9 0,95 A. m Auto(Abb. 4), mit Uhrwerk, ca. 30 cm gross Schreibmaschine(Abb.5|,fürKinder, leichte Handhab., reizend. Spielzeug Jkf&KJ Kino(Abb. 61 mit elektr. Beleuchtung für Normalbirne, Auf- und Ab- bm 7C Wickler, klare Bildwiedergabe...... 1 7,/ 9 Holz-Auto(Abb. 7) mit Kippvorridt- � tung v. Anhäng., stabile Ausführung w/7 9 E TS-9.'? 3 Damen-Taschentücher weiss Mako, mit Hohlsaum und apart gestickter Ecke, im Geschenk- r\ r%e korton......... U/VD Taschentuch- Behälter Crepe de Chine, reine Seide, handbemalt, mit Seidenkordel einge- mm* fasst, in Karton.... l ■M % t Katsette 20 Bogen, 1 nq 10Korten,XUmKhläg.','3 Amateur-Album Gr5sseca.3T22cm,Leinen gespritzt, 24 Biet* QC Zwischenpapier... 1 Paar Bücherstützen sort. Figuren: Elefanten, Eulen und O OC Hunde... w,7j Blockmappe 25 Briefbg., 25 Umschlage, gehämmert, cleg. Papier Zu den Spittlzeug-Abbildungen: Eisenbahn(Abb.81, vor- und rückwärts fahrend, 8er �chienenoval, mit«) 7C langen Personenwagen............ v,/ D Dampfmaschine(A.bb. 9) mit Vorgelege, Manometer, Sicherheit!- ventil. Pfeife und Wasser standsglas V Plüsch-Bär(Abb. 10) mit Brumm- �**** stimme............................. 2,7Ü Zeppelin oder Flieder Marke„Bing", mit Werk, durch Spi/'ale r\ auf- und abfliegend............. Stü ck W/75 Indianer- Garnituren, Arm- u. Kopfputz, farbiges bemaltes■ A � Beil/Messer u.Pistole, Gamit. I, 7O Schild, 1®, R H (Mi.