Morgen-Ausgabe Nr. 573 A281 49. Jahrg. Redaktion und Verlag- Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Snnjpred)«: S? Oml Dönhoff 292 MI 297 Stltgtommobttlf« Sozlulbomolr««Bedta omiirt BERLINER VOLKS BLATT DIENSTAG 6. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1 l) Pf. Auswärts....... 15 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise flehe am Schluß deS redaktionellen Teils Jeniealorgan de« Gozialdemosratifchen Oaetei Deutschlands An die Partei! Genossinnen und Genossen! Das V olk hat den Reidiskanzler von Papen gestürzt. Sein Name kennzeidmet für alle Zeiten eine Periode der schwärzesten politischen und sozialen Reaktion. Unter seiner 1 ührung übernahm der deutschnationale Herrenklüngel die Macht in der Absicht, für den 9. November 1918 Revandie zu nehmen, alle Errungenschaften der Sozialdemokratie— Republik, gleiches Wahlrecht, demokratische Selbstverwaltungen, Tarifrecht, Arbeitslosenversicherung— wieder zunichte zu inadien und die Arbeiterklasse wieder in die alte Hörigkeit zn- rückzuführen. Damit war auch der eigentliche Zweck enthüllt. zu dem die Sozialdemokratie von jedem Einfluß ausgeschaltet und wieder so rechtlos wie in der Kaiserzeit gemacht werden sollte: Es war die Gegenrevolution selbst, die ihren Tag gekommen sah und ihre Herrschaftsansprüche anmeldete. Die Aera Papen wird in der Geschichte fortleben als eine Aera des Klassenkampfs von oben, des Massenelends und der politischen Unterdrückung. Hunderte von Menschen fanden in blutigen Auseinandersetzungen auf der Straße den Tod, Tausende wurden verwundet oder füllten die Gefängnisse und Zuchthäuser. Das Versammlungsleben, die Presse unterlagen den schärfsten Bedrückungen. Den Höhepunkt erreichte dieses Wüten der Reaktion mit dem Ueberfall auf Preußen am 2 0. Juli, dem eine Massenmaßregelung republikanischer Beamter folgte. Unterdes wurden durch Notverordnung die Sozialrenten gesenkt, die Löhne gedrückt, dasElendvermehrt, während die als Folge eines Milliardengeschenks an die Unternehmer angekündigte Belebung der Wirtschaft vollständig ausblieb. Die Dinge waren so weit gediehen, daß jeder Schritt weiter auf dem betretenen Wege zur Katastrophe zu führen drohte. Da erfolgte unter dem Druck der allgemeinen Volksempörung der Rüdetritt und die Verabschiedung des verantwortlichen Reichskanzlers. Das Experiment der..autoritären Staatsführung" führte zu einem Zusammenbruch. Herrliche Zeiten waren dem deutschen Volke versprochen, wenn es nur gelang, den Einfluß der Sozialdemokratie auszuschalten. Ein ungeheures Trümmerfeld ist das Ergebnis. dem Sturze Papens ist die Reaktion noch nicht besiegt. Der Kampf geht mit unverminderter Schärfe weiter gegen alle Schuldigen dieses furchtbaren Unheils.• Die Nationalsozialistische Partei hat dem deutsdinationalen Herrenklüngel den Weg zur Macht gebahnt. Hitler hat nicht nur die Bildung des ultrareaktionären Kabinetts Papen gebilligt, er hat sogar noch in seinem Brief an den Reichspräsidenten vom 23. November feierlich seine Bereitschaft erklärt, gemeinsam mit dem Großteil dieses reaktionären Kabinetts eine neue Regierung zu bilden. Jetzt beginnt er in steigenden Wahl Verlusten die Früchte seines Verrats zu ernten. Es wird für alle Zeit das geschichtliche Verdienst der Sozialdemokratie bleiben, den deutschen Faschismus so lange von der Macht ferngehalten zu haben, bis sein Abstieg in der Volksgunst begann. Dieser Abstieg wird kaum weniger schnell erfolgen, als sich der Aufstieg vollzogen hat. Das deutsche Volk lehnt mit wachsenden Mehrheiten eine Diktatur des Nationalsozialismus ab. Jeder Versuch, sie dennoch auf zurichten, würde mindestens zwei Drittel des Volkes zu einheitlicher Abwehr mit allen Mitteln vereinigen. Zu den Schuldigen des Papenkurses gehört aber auch die Kommunistische Partei. Indem sie den Einfluß der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften systematisch unterminierte, schwächte sie die Arbeiterklasse und wurde sie zur Bundesgenossin der deutschnationalen Herrenkaste. Gemeinsam mit den Nationalsozialisten machte sie alle Parlamente arbeitsunfähig und begünstigte damit den Aufstieg einer arbeiterfeindlichen Diktatur. Der von ihr mit allen Mitteln der Lüge und der Verleumdung geschürte Bruderkampf im sozialistischen Proletariat ist die tiefste Ursache für die Schwächung der Arbeiterklasse und den gefährlichen Machtzuwachs ihrer unerbittlichen Feinde. An die Stelle des Kabinetts Papen ist ein Kabinett Schleicher getreten, das nahezu ausschließlich aus Mitgliedern der alten Regierung besteht. Auch ihm wird die Sozialdemokratie nicht anders gegenüberstehen als in der allerschärfsten Opposition. Sie erblickt in ihm nicht nur die Fortsetzung des bisherigen Kurses, sondern auch die einseitige Vertretung jenes kapitalistischen Wirtschaftssystems, dessen Versagen mit jedem Tage offenkundiger geworden ist. Unser Kampf gilt nicht nur der Wiedereroberung verlorener Positionen, der Wiedergutmachung begangenen Unrechts, der Sicherung gefährdeter Volks- und Arbeiterrechte, er gilt auch der Herstellung einer sozialistischen Wirtschaftsordnung, die jedem Arbeit und Brot sichert. Genossinnen und Genossen! Für die Befreiung der Arbeiterklasse durch den Sozialismus steht die Partei unerschütterlich im Kampf! Den berechtigten Stolz auf ihre Vergangenheit vereinigt sie mit der Erkenntnis, daß veränderte Verhältnisse veränderte Kampfmethoden bedingen. Ihre Erfahrungen verpflichten sie zu verschärftem Mißtrauen gegenüber dem Klassengegner und zu verdoppelter Leidenschaft im Hingen für die heilige Sache des demokratischen Sozialismus. Das Jahr 1932, das Jahr der Entscheidung, hat weder der feudalen noch der faschistischen Reaktion den Sieg gebracht. Beider Sterne sind im Sinken. Euch, Genossinnen und Genossen, bleibt die große Aufgabe, Vorkämpfer und Lehrmeister des arbeitenden Volkes zu sein, und seinen Sieg vorzubereiten allen Widersachern zum Trotz. Es lebe die Sozialdemokratie! Freiheit! BerHn, den 5. Dezember 1932 Der Parteivorstand rii Segen Schleicher! Mißtrauensantrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Die sozialdemokratische Reichstagsfraktio« Hat sich in ihrer Sitzung am Montag nachmittag ausführlich mit der politischen Lage und mit der Vorbereitung ihrer Arbeiten für die am Dienstag beginnende Tagung des Reichstags beschäftigt. Es wurde beschlossen, für die Wahl des Reichstagspräs i- d e n t e n den früheren Präsidenten Paul Lobe vorzuschlagen. Die sozialdemokratische Fraktion wird ver- langen, daß der Reichstag sofort nach seiner Konstttuierung die Erklärung der neuen Regierung entgegennimmt, und daß sich daran eine Aussprache über die wichtigsten politischen, wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen anschließt. Die Fraktion wird sofort einen Aliß- irauensantrag gegen die Regierung v. Schleicher einbringen, da die Zu- sammensehung des neuen Kabinetts keine Gewähr dafür bietet, daß sich dessen Politik wesentlich von der des früheren Kabinetts unterscheiden wird. Als besonders vordringlich wird die So- zialdemokratte die schnellste Erledigung einer Reihe von ihr eingebrachter Anträge und Gesetzentwürfe fordern. Dazu gehören die Gewährung einer zusätzlichen Winter- Hilfe für alle Unterstützungsempfänger und Hilfsbedürftiger, sowie der Erlaß einer Amnestie für politische Vergehen und Vergehen aus sozialer Not. Unter diese Am- nestie würden auch die Verfahren im An- schluß an den Berliner Verkehrsstreik fallen. Ferner oerlangt die Fraktion die Auf- Hebung der T e r r o r n o t v e r o r d- n u n g und der Soudergerichte, die Wie- dererhöhung der s o z i a l p o l i t i- s ch e n Leistungen auf den Stand vor Erlaß der Notoerordnung vom 14. Juni 1932, Beschaffung von Arbeit und eine großzügige Durchführung des Sied- lungswerks. Vertagung? Die Pläne Schleichers Herne nachmittag um drei Uhr tritt der Reichstag zusammen. Er wird einen sozialdemokratischen Mißtrau- ensantrag gegen das Kabinett Schleicher vorfinden, dazu die sozialdemokrati- s ch e n A n t r ä g e. die der Not steuern und den Opfern des politischen Kampfes Am- nestie geben wollen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird unverzüglich den Kampf gegen die Neuauflage der Regierung der Reaktion aufnehmen. Sie wird sich des- halb allen Plänen widersetzen, die auf eine sofortige Vertagung des Reichstags hinaus- laufen. Diese Vertagung sucht die Regierung Schleicher mit allen Mitteln zu erlangen. Sie will, daß der Reichstag nach seiner Kon- stituierung und der Erledigung einiger klei- nerer Gesetze bis zum 16. Januar sofort in Ferien geht. Das Ziel der Regierung ist nur mit Hilfe der National- s o z i a l i st e n zu erreichen. Es wird des- halb schon in den nächsten. Tagen eine Eni- scheidung über die Stellung der National- sozialisten zum Kabinett Schleicher fallen. 2lm Montag hat der Reichskanzler über eine möglichst lange Vertagung des Reichs- tags mit dem Zeittrumsführer Kaas verhau- delt. Kaas hat der von der Regienmg er- strebten Vertagung für die Zentrumspartei zugestimmt. Das Z e n t ru m wird auf Wunsch Schleichers zugleich zwischen der Regier un g und den National- sozialisten vermitteln. VerHand- lungen wurden zu diesem Zweck bereits am Montag eingeleitet. In maßgebenden Zentrumskreisen hegt man nach dem Verlauf dieser Besprechungen die Hoffnung, daß die Nazifraktion für eine längere Vertagung zu gewinnen sein werde Der Kurs der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion ist klar. Sie hat gegen die ge- plante Vertagung Stellung genommen. Sie aerlangt eine rasche Entscheidung: Abstimmung über ihren Mißtrauensantrag und über die Aufhebung der Notverordnungen. Sollte eine Mehrheit mit Einschluß der Nationalsozia- listen die politische Aussprache jetzt ablehnen, dann verlangen die Sozialdemokraten die so- fortige Beratung ihrer dringlichen Anträge auf Arbeitsbeschaffung, Winterhilfe �md Aufbesserung der Sozialrenten sowie Amnestie für politische Vergehen. Die Tagesordnung der heute beginnenden Reichstagssitzungen wurde am Montag durch eine Reihe von Besprechungen zwischen den Parteien vorbereitet. Vor einer Vertagung soll' ein nationalsozialistischer Antrag über die Stellvertretung des Reichspräsidenten durch den Präsidenten des Reichsgerichts im Falle seiner Behinderung oder seines Todes in allen drei Lesungen erledigt werden. Für diese Beratungen sind der Mittwoch und Frei- tag in Aussicht genommen, da der Donners- tag ein katholischer Feiertag ist. Zentrum kür Vertsgimg � Die ZeMrumsfraktion beschäftigte sich in ihrer Fraktionssitzung mit der Vorbereitung von sozial- politischen und wirtschaftspolitischen Anträgen, ins- besondere mit einem Jnitiativgesetzentwurf, der sofort im Reichstag eingebracht werden soll und der die sozialpolitischen Bestimmungen der letzten Notverordnung des Kabinetts Papen wieder auf- heben will Die Zentrumsfraktion sprach sich weiter f ü r eine Vertagung des Reichstags aus, da dem neuen Kabinett Gelegenheit gegeben werden müsse, seine Maßnahmen vorzubereiten. k�ommuimtiscks Mißtrauensanträge Die kommunistische Reichstagsfraktion wird Mißtrauensonträge gegen die Reichsregierung Schleicher-Bracht und im einzelnen gegen den Reichskanzler und den Reichswehrminister von Söhlsickier, den Reichsinnenminister Dr. Bracht und den Reichsminister ohne Geschäftsbereich Dr. Popitz einbringen. kralrtion der Splitter Die Reichstagsgruppen der Deutschen Volkspartei und des C h r i st l i ch- S o z i> alen Volksdienstes, dem sich bereits der eine Deutsch-channoveraner angeschlossen hatte, haben sich zu einer„Fraktion der technischen Arbeitsgenieinschaft" zusammengeschlossen. Die politische Selbständigkeit der beiden Gruppen bleibt durch die Bildung dieser technischen Fraktion völlig unberührt. Die neue, siebente, Fraktion des Reichstags zählt 17 Mitglieder. Sie setzt sich zusammen aus elf Volksparteilern, fünf Christlich- Sozialen und einem Deutsch-Han- noveraner. Schleicher und Hitler Die klokknungen der Reaktion Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" er- wartet von dem neuen Reichskanzler eine gradlinige Fortsetzung des Papen-Kurses. Sie schreibt: „Der Sinn des Kabinetts Schleicher ist, der deutschen Politik eine Atempause von zwölf Wochen zu verschaffen, in der, ohne Rücksicht auf die von Neugierigen überfüllte Hall« des Hotels Kaiserhos, zwischen den Inhabern der Gewalt und Hitler verhandelt werden kann, oerhandelt von Herrn von Schleicher als Reichskanzler und Herrn Dr. Bracht als tatsächlichem preußischen Ministerpräsidenten, von denjenigen also, die nur ihre Haut zu Markte zu tragen haben. Die neue Regierung wird dieses Hauptziel in den Bordergrund stellen und. in- dem sie die großen Errungenschaften der Aera Papen, Wirtschastsbelebung und preußische Gegenrevolution, festhält, auf allen Neben- gebieten dem Ruhebsdürfnis des Volkes, der Wirtschaft und der Parteien Zugeständnisse machen müssen. Diese Politik, die die Fäden nach rechts nicht abreißen lassen darf, kann niemand besser dürchsühren als Herr v. Schleicher, zumal es ihm gelungen ist, Dr, Bracht als Mi- nister des Innern zu gewinnen. Das Kadinett Schleicher bietet der nationalen Bewegung noch eine letzte Bewährungsfrist." Man weiß nun, was die Leute von der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" mit ihren reaktionären Hintermännern unter einem „Kurse der Versöhnung" verstehen. von dem sie laut reven! Hitlers Niederlage in Thüringen Die Lehren der Thüringer Kommunalwahlen Die Thüringer Gemeindewahlen haben das dern sogar gegenüber der letzten Reichstags- vembcr bereits wieder �erheblich verbessert hat. Bild der Wahlen von Bremen und Lübeck be- wähl im Verhältnis etwas gewonnen Wenn in der Berliner Iou�aille m oicren stätigt. Der Rückgang der Nationalsozialisten habe. In zahlreichen Gemeinden sei sogar di° Thürinaen"° aesa?el" wird" so'zeigt em ilüchtiger geht unaufhaltsam weiter. Gemessen am Rück- Stimmenzahl der letzten Reichstagswahlen über- üger Wah�sultate. daß es sich dabei gang der Wahlbeteiligung hat die Sozial- schritten worden." um einen dick aufgelegten Schrvindel handelt, demokratische Partei s i ch g u t b e- � haben seine Unterführer offenbar nicht ge- lediglich zu dem Zwecke politische A.mmu°as- hauptet, mehr noch in den Landkreisen als,■>.„...., ,. mache zu betreiben und die eherne Haltung der in den Städten.°>agt..hm zu berichten, mit welch fort- Pa�i zu zprmürben. Ein Versuch,, der sreilich laufendem Erfolg er in Thüringen geredet vergeblich sein wird Für die Sozialdemokratische Partei gilt es. hat! Wird das ein Katzenjammer werden, wem.„Rechtfertigung" sieht so aus,.daß im die Maslra der Enttäuschien. d,e sich � jh� erst gestehen, wie es war! Vielleicht geben Durchschnitt der Städte und Landkreise die Nazis vom sruchttojen SchemradlkaUsmus der Ratio- � 2Z Tage lang pro Tag ein Prozent Verlust zu. über 23 Proz. ihrer Stimmen gege*i den nalfozmU sten und fommumflen abkehren, zu bamit � nid)t Quf cinmal£Dmmt! 6 November verloren haben. Da der 6. Noo-m- in ni�>,«n«»!, hlhmiolen sondern Ein« Parlei, die ihre Niederlage nicht einzu- der gegen den 31. Juli bereits einen Rückgang der ----—«35 4"„SournaUle lügt" KK&'iÄ*«TÄ?'-l- A">rede des Ä: V" zuklären, was von Kommunisten und National- Das Aufgebot Adolf Hitlers und der größten � Jlnnn" menfa mehr al" ein sozialisten wieder hinweggeweht ist! Redekanonen hat die k a t a st r° p h° l e � herr" Für die Reichspolitik ist der Ausgang der Niederlage der Nationalsozialisten'° Recbtse°tiaun� Der Abstrirf der National- Thüringer Wahlen von großem politischem in Thüringen nicht verhindern können. Auch �. 9 9'"., �-f., sn,„pnder- Interesse. In der Tendenz zeig? sich neben den wo Hitler personlich auftrat und nach den Be- s°Z.°l.sten m den Städten sieht folgender- Verlusten der Nationalsozialisten ein Wiederauf- richten seiner Leibjournalisten Zehntausende in maßen aus. n l' a 4 7,0, holen der Mitte und vor allem des Landbundes Ekstase versetzt haben soll, haben die Nazis überall.�ni.._ in Thüringen. Was die drei großen politischen verloren, so in dem Städten Sonneberg, wo Weimar....... 12 642 11003 t�-2 Parteien Sozialdemokraten, N a t i 0- Hitler am Sonnabend sprach, SOO Stimmen oder �era........ 20 191 16 577 13 8U9 nalsozialisten und Kommunisten an- 11 Prozent, während die Sozialdemokratie dort Jena......... 10909 8420 belangt, so gibt ein annäherndes Gesamtergebnis Stimmen gewann! Gotha........ 12 172 10 046 7 565 das folgende Bild: Hitler hat nicht geholfen, jetzt muß der Eisenach...... 9 962 8 002 s980 Schwindel Helsen. Mit einer Dreistigkeit Apolda....... 7 970 6 389 4 430 4. Dez. 6. Nov Verlust in Pro;, ohnegleichen sucht der„Angriff" die Nieder- In den Landkreisen ist er vielfach noch kata- SPD....."190038 212 262 22 224 10,5 läge wegzulügen. Das wird so gemacht, daß man strophaler: so sind z. B. die Nazis im Land- KPD... 142 847 164869 22 022 13,3 verkündet:„Die Journaille lügt". Womit Herr kreis Weimar feit dem 31. Iull von 28 072 NSDAP... 252 438 329 329 76 891 23,3 Goebbels aber nicht sich selber meint, sondern die auf lö 778 zurückgegangen. Im Landkreis Diese Ergebnisse umfasse» die Orte Eisenach. satter die wahrheitsgemäß die nationalsozia. Saalfeld von 18 427 auf 10 645. im Land- Weimar. Altenburg. Gera Gotha. Greiz. Apolda, l.st.sche Niederlage geme det haben Um sich her- k r e i s R u d 0 l st° d t von 16 746 auf 8102. also Sonneberg. Jena, Arnstadt. Rudolstadt. Zella-°u-zuschw.ndeln. behauptet Goebbels. mehr als die Hälfte Verlust! Mehlis, Ilmenau und die Landkreise Gera, Wei-„daß in Wirklichkeit die Sozialdemo- Bei dieser Gelegenheit sei auch übrigens ein mar, Schleiz, Greiz, Sonneberg. Eisenach, Alten- traten vielfach die allergrößten Verluste er- Irrtum berichtigt, den auf Grund unvollständiger bürg, Meiningen, Arnstadt, Stadtroda. Hildburg- litten haben, in Gera fast die Hälfte ihres Wahlresultate die linksbürgerliche Presse begeht: hausen Saalfeld. Kambürg, Sonderhausen. Bestandes. Es ist u n r i ch t i g, daß die K 0 m m u n i st e n Diesen„Berlust" in Gera liest man auch ander- besser abgeschnitten hätten als die Sozialdemo- Die gewaltigen Verluste der wärts, aber er ist— ein Druckfehler einer traten. Gegen die letzte Reichstagswahl haben Nationalsozialisten treten zu den T«legraphenagentur! In Wirklichkeit hat die sie vielmehr im allgemeinen stärker verloren. Verlusten vom 6. November noch Sozialdemokratie in Gera sich mit 17 142 Stimmen nämlich 13,3 Proz. gegenüber 10,5 Proz. der hinzu! Diese Dahl war für d:e Nalicnal- zg 142) gegen 18 654 am 6. November Sozialdemokratie. Vielfach ist der Irrtum dadurch sozialisten von größter Bedeutung, nicht nur nahezu behauptet, während die Nazis in Gera entstanden, daß in einigen Meldungen der KPD. in ihrer äußeren Stellung zur Reichspolillk. 4g 377 auf 43 304, d. h. um 16 Prozent die Stimmen der k.o m m u n i st i s ch e n O p p 0- sondern auch innerparteilich. herunterkletterten. Es gehört schon eine eiserne s i t i 0 n die in Thüringen ziemlich stark ist, zu- Die nationalsozialistische Parteiführung hat des- Stirn dazu, wenn Goebbels schreibt: gerechnet waren. Die kommunistische Boulevard- halb in Thüringen den Versuch unternommen,„Thüringen rechtfertigt Hitler." presse fabelt sogar von großen siegen, rndein sie die Rückgangsbewegung aufzuhalten. Sie hat alle Die Wahlen in Thüringen haben gezeigt, daß Vidht' die verfügbaren Krfte, darunter Goebbels und die NSDAP, nicht nur unerschütterlich dasteht,(9e9en da,, Jahr.S�8Z w Inet, aber nicht die Hitler selbst, nach Thüringen berufen. Sie sondern ihre Stellung gegenüber den anderen stimm; tisern und den Vergleich mit den wollte nicht nur die Entmutigung ihrer Anhänger Parteien seit der Reichztagswahl vom 6. No- Reichstagswahlen meldet. aufhalten, sie wollte zugleich dem Reichspräji- denten gegenüber ihre Stärke demonstrieren.> Leides ist nicht gelungen, und deshalb zeigt sich im Kreise der unentwegten Oppositionsanhänger AV 9 M in der NSDAP, t i e f e B e t r 0 s f e n h e i t. Das' ITPI 11*�11� IM AflPMl Berliner Naziorgan erschien am Montagabend Uli/ III Hl mit größter Ueberschrift:„Sie Lüge von den � Naziverlusten. Prozentuale Gewinne gegenüber Deutsekland vor eine schwere Entscheidung gestellt Bürgerlichen und SPD" Unsere Tabelle zeigt, daß dieseParoledenTatsachen geradezu ins Gesicht schlägt. Eigener Bericht des„Vormärit' bereitende Abruitungskonzerenz wieder aufteben. Genf 5 September Dadurch würde für Deutschland praktisch aus drei Denn angesichts der klaren Zisfern solche Neichsaußenminister v. Neurath, der gegen TnJn nit Parolen ausgegeben werden, so ist das ein„ gerüsteten Staaten behielten mit einigen wir- deutliches Symplom der Angst und wenn die- U �nds.n Gnf emg�osten war begab kungslosen Modifikationen ihre sämtlichen Nationalsozialisten seht ei rig mit Herrn fZi J i«n ff t ,e! Rüstungen. Die Folgen eine- solchen Scheiterns ainr.'..W-----«----- und wenn sie bereit e.n sollten ihn zunächst � Delegationsführer am Abend veranstaltete. Frnnlcrrirh«m Sehesdewe� b'.zum llanuar zu tolerieren, so"egt dann 0 bestimmt gehaltenen Angaben von Frankreich am Scheideweg nichts anderes als d.e E r k e n n t n i s i H r e r deutscher Seite ist jedoch bei diesem Diner über Paris. 5. Dezember, �Mwache. � schiebenden Fragen der Abrüstungskonferenz Je näher der Fälligkeitstermin für die S ch u l- Aber auch die Hoffnungen der Kom- So merk- denzahlung an Amerika rückt, desto mu nisten sind enttäuscht worden. Sie bQ.S auch klmgt. es versichert, das Ganze heftiger wird in der sranzösrschen Presse die haben ihre S ellung gegenüber der Sozialdemo-"ur"m ge eUf�me Veranstaltung Kampagne zugunsten einer Z a h l u n g s v e r- kratie erheblich verschlechtert. Die Bewegung zur«�em Man Hab. Weigerung. Kommunistischen Partei hin hat sich in Thüringen" 9] m gleicher Zusammen Man ist in Frankreich allgemein davon über- nicht weiter sortgesetzt, sie ist vielmehr schon Ji0""8 �-Beratungen zu beginnen. Besonderer zeugl, daß der amerikanische Kongreß auf der rückläusig geworden! Wert wurde dabei m den deutschen Mitteilungen Errichtung der Schuldenrate bestehen wird. In Die Politik der bloßen Agitation und bie. Iat'a�c 9ctc8t'ba®"" r e•" � 3 e' 1* zahlreichen Zeitungen werden Interviews füh- des Scheinradikalismus kann vorüber- IL" fi,"60 m, I x t T h'!?0raU9 render Parlamentarier aller Parteien veröffent- gehend Chancen haben, aber: wie gewonnen, so f°".. � u». m. Verhandlungen lj�t. die sich sämtlich gegen die Zahlung, in welcher zerronnen! Auf die Dauer wird der Erfolg mit°l?°"bar ke.n bestimmter Plan zugrunde liegen sie auch erfolgen möge, aussprechen. Der der Partei sein, die ernst und zielbewußt p r a k-„ Führer der radikalen Kammerfraktion, Fran- tische Auswege aus der Rot zeigt. J'Kolge der Ero,snung ber Volkerbun�voll. c 0 i s A l b e r t. äußerte sich über das Schulden- großzügige, wirklich radikale, sinnvoll ge-»»'ammlung um 11 Uhr(über d.e Mandschure.» Problem wie folgt.„Die radikale Partei muß plante Auswege, und die solche Auswege vertritt � � SA" Ä.-m bi"ÄfettS r"*"'Tbl r ,1 1 i*""•"""" 7°"" zu retten Eine Politik, die aus große realistische � b" b(8enr®�en ber Bubgetb-ratungen m verlangen, d.e von einem Gläubiger m ihrer Kiele einaeltellt ilt und sie unentweat vertritt b" Kammer. Ueber den amerikanischen Schuldenlast so bereitwillig besreü worden smd. das ist das Erfordernis der Stunde Die So� Vorschlag selbst wurde jede Aeußerung von Rechtlich und tatsächlich ist die radikale Partei dazu rialdemokratisckc Partei wird es deutscher Seite abgelehnt. Dabei durste eindeutig qualifiziert, gegen die rigorose Durchführung des beherzige" � �e"1' ba�'b'e deutsche Vertretung ihn in seiner Washingtoner Abkommens zu protestieren. Wenn ° 8 bekanntgewordenen Form nicht wird annehmen sie dagegen verstoßen sollte, muß sie sich dessen r» 1 i„ Ooaf können. bewußt sein, daß die Meinung des Landes ihr mit uer annungsiose usar Im Falle einer Verständigung zwischen den Recht nicht folgen würde." In der ersten Sitzung der Nozireichstagsfrattion Biaftlichcn Verhält- nisten wie der gewandelten geistigen Haltung der Jugend angepaßt werden. Den Auftakt bilde» 34 Führerschulungskurse, die in Verbindung mit den Bezirkskonferenzen am Ansang des Jahres abgehalten werden. Die nächste Reichskon ferenz findet Ostern in Dresden statt. Ein Reichswettbewerb soll im Zlpril und Mai durchgeführt werden. Zur Pfingsten sind Bezirks- und Landesjugend- tage vorgesehen. Ein Reichszeltlager soll Ansang August in Thüringen abgehalten werden. Dann finden statt(wie alljährlich) der Reichs-Spiel- und -Sporttag am ersten Sonntag im September und der Internationale Jugendtag am ersten Sonntag im Oktober mit anschließender Herbstwerbewoche. Unter großem Beifall wurde Kenntnis genommen von dem Beschluß des Prager Internationalen Jugendkongrestes, das dritte Internationale Jugendtreffen im Sommer 1934 in Ham- bürg stattfinden zu lassen. Zm Mittelpunkt der Lezirksleiteraussprache stand das Thema„Sozialistische Jugendarbeit in der Krise der Gegen- wart". Das einleitende Referat hielt Erich Ollenhauer. Er zeichnete ein eindrucksvolles Bild von der so- zialen und geistigen Not der Jugend von heute und zeigte auf. wie die sozialistische Jugendarbeit entsprechend der Lage der Jugend wirkungsvoll gestaltet werden kann. Ueber Erfahrungen im freiwilligen Arbeitsdienst sprach der Geschäftsführer des Sozialen Dienstes, Dr. Pähl. In der Aussprache wurde scharfe Kritik an Uebelständen des Arbeitsdienstes geübt, jedoch wurde die Teilnahme der Sozialistischen Arbeiter- jugend auch weiterhin aus sozialen und päd- agogischen Gründen sür notwendig geholten. politische Falschmünzerei Lassalle als... Nationalsozialist Es gab gestern abend im Berliner Rundfunk eine Ueber raschung C Unter der Rubrik„Wir er- inner» an..." sprach ein herzlich unbekannter F. Schinkel Wer Ferdinand Lassalle. Die Ursache dieser„Ehrung" des berühmten jüdischen Der Deutsche Anwaltsverein hielt am Sonntag seine Abgeordnetenversamlung ab. Im Rahmen einer Kundgebung am Abend desselben Tages, an der zahlreiche Vertreter der Behörden teilnah- men, wurden auch der Presse die Beschlüsse be- kanntgegeben, die von der Abgeordnetenversamm- lung gefaßt worden waren. Neben weniger wich- tigen Beschlüssen, die die Bekämpfung des Winkel- konsulentenwms, die Beseitigung des Ausschlusses von den Arbeitsgerichten und einiges andere be- trafen, hat die Abgeordnetenversammlung auch die schwerwiegende Forderung nach einer g r u n d- sätzlichen Sperre der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zunächst auf die Dauer von drei Jahren mit anschlkeßender Beschränkung des Zugangs zur Anwaltschaft gestellt. Dies« letzte Maßnahme soll so lange gelten, bis sich durch«ine Beschränkung der Zulassung zum juristischen Vor- bereitungsdienst und durch die Einführung der Wartezeit ein dem Bedarf entsprechender Zugang von Anwärtern entwickelt hat. Darüber hinaus sollen, um gesunde Verhältnisse i» allen akadc- mischen Berufen für die Zukunft herbeizuführen, auch Maßnahmen getroffen werden, die den Zu- ström zu den Hochschulen vermindern und gleich- zeitig auf den wirklich geeigneten Nachwuchs be- schränken. Der Präsident des Deutschen Anwaltvereins, Rechtsanwalt Dr. Rudolf D i x. begründete in einer ausführliche» Rede diese sensationelle For- derung der Abgeordnetenversammlung des Deut- schen Anwaltverems, die die Aufgabe eines der wichtigsten Grundsätze des An- waltftandes als eines freien Be- rufes darstellt. Rechtsanwalt Dr. Dix berief sich aus die ungeheure Verelendung der deutschen Anwälte, die geradezu eine Gefahr für die Rechts- pflege bedeute. Die Anwälte, denen der Staat Pflichten auferlege, müssen vor einer Korruption bewahrt werden. Diese sei jedoch unvermeidlich, wenn immer mehr und mehr Anwälte sogar nicht das Existenzminimum haben. Mit dem Zerfoll Sozialisten im reinrassigen Freiherrn-Rundsunk blieb rätselhaft bis zu den Schlußsätzen der Rede, in denen es plötzlich hieß, daß Lassalle der eigent- liche Schöpfer der nationalen deutschen Ar- beiterbewegung gewesen sei. lind mit vielsagender Betonung schloß der Redner:„Doch seine Stunde i st e r st jetzt gekommen." Armer Lassalle! Auch du mußt— ähnlich wie Friedrich Nietzsche und Johann Gottlieb Fichte— herhalten, um die geistigen Blößen des National- fozialismus verhüllen zu helfen! Zu der geistigen Falschmünzerei, die in der nationalsozialistischen Presse mit den Namen der beiden großen Philo- sophen betrieben wird, kommt nun der kindische Versuch, die Autorität des Begründers der sozialistischen Arbeiterbewegung der sechziger Jahre wenigstens andeutungsweise in den Dienst zu stellen. Ohne Juden geht? halt nicht, auch wenn man ihn sonst zu allen Teufeln wünscht! A. S. der Anwaltschaft würde auch der Zerfall einer unabhängigen und lauteren Justiz und damit das Ende des Rechtsstaates zwangsläufig verbunden sein. Rechtsanwalt Dr. Dix führte u. a. aus, daß die Zahl der Rechtsanwälte heute mehr als dos anderthalbfache der Vorkriegszeit betrage, während die Zahl der Prozesse und der zahlenden Klienten sich außerordentlich vermindert habe. Während im Jahre 1316 auf einen Anwalt 5213 Einwohner kamen, entfiel am 1. Oktober 1332 ein Anwalt aus 3450 Einwohner. Diese Zahl der Anwälte dürste sich aber in den nächsten Jahren noch um ein Vieles erhöben, denn wäh- rend es in Preußen am 1. Januar 1327 bloß 3147 Referendare gab, sind es heute rund 10 000. Das Gesamteinkommen der Mitglieder des Deut- schen Anwaltoerein» ist aber gewaltig gesunken. Diese Zustände bedrohten nicht nur die wirt- schaftliche, sondern in erster Linie die moralische Existenz der Anwaltschaft. Der Beschluß der deutsche» Anwaltschaft, dessen Durchführung auf gesetzgeberischem Wege so schnell wie möglich in die Wege geleitet werden soll, sei es selbst durch eine Notoerordnung, dürfte auf starke Widerstände stoßen. Deutsch- land ist kein Ständestaat. Die Wirtschaft- liche Not der Zeit trifft in gleichem Maße die verschiedensten Schichten der Bevölkerung. Kein freier Beruf bleibt von ihr verschont. Wgesehen davon, daß eine Anwoltsperre all die jungen Menschen, die in der Hoffnung auf öine Anwalts- lausbahn das juristische Studium betreiben, um jede Aussicht auf eine weitere Laufbahn bringen, birgt die numerus clausus, d. h. eine beschränkte Zulassung zum Anwaltsstand auf Grund von Listen, die nach bestimmten Grundsätzen zu führen wären, eine große Gefahr in sich. W i c werden die Listen geführt werden? Wer wird über die Zulassung bestimmen? Wür- den nicht politische und andere Gesichtspunkte über die Zulassung zum Anwaltstand maßgebend werden? Steuer-Planwirtschaft �Vagemann fordert Umbau des Steuersystems Eines muß man dem Pnäsidezite» des Statisti- schen Reichsamts, Profesfax Dr. W a g e m o n n, lassen: er läßt sich durch kein Hnteressentengeschrei abhalten, seine Meinung und senrs Kritik in Din- gen der öffentlichen Wirtschast auszusprechen. Der Meinungsstreit über seine Vorschläge zur ü'J e d i t- r e f o rm ist noch nicht beigelegt, da tritt mit der Forderung nach einem Umbau des deutschen Steuersystems hervor, der zweifellos njchi weniger Interesse und Gegnerschaft findpn wird. Die Erkenntnis, daß der Automatismus der deutschen Wirtschaft längst nicht mehr funk- t i o n i e r t, veranlaßt« Wagemann in einem Vor- trag in der Studiengesellschaft sür Geld- und Kreditwirtschast über„Steuerwirtschaft und Wirt- schaftssteuerung" eine Planwirtschaft sür das Geöift der Finanz- und Steuerpolitik nach k o n j u n k- t urpolitischen Gesichtspunkten zu fordern. Daß fiskalische Prinzip, nach dem die Staatsein- nahmen(EinnalMen aus Steuern) sich n a ch d e n Ausgaben zu richten hätten, sei nicht mehr aufrechtzuerhalten. Der Anteil der öffentlichen Ausgaben am Volks- einkommen habe sich von 1313 bis 1328 überall verdoppelt und belaufe sich in den Vereinigten Staaten auf 15 Prozent, in den«uro- pöischen Staaten auf 23 bis 33 Prozent. Infolge- dessen sei die ganze Staatswirtschast in viel st ä r k e r e m Maße als früher van der Konjunkturentwicklung der Volkswirtschaft ab- hängig. Es müsse gefordert werden, daß die Steuer- Wirtschaft so umgestellt werde, daß sie zur W i r t s ch a f t s st e u e r u n g beitragen könne. In Zeiten der Hochkonjunktur müßten Pro- duktionssteuern(Betriebssteuern) erhöht wer- den, um übermäßige Produktionssteigerungen und Kapitalfehlleiiunge» zu bremsen. Da eine Hochkonjunktur stets durch den Absatzmangel zur Krise umgebogen werde, so müßten andererseits bestimmte Verbrauchssteuern in der Hochkon- junktur gesenkt werden, um absatzfördernd zu wirken und der Konjunktur eine Stütze zu geben. Diese Gesichtspunkte feien bisher nicht rüctsichtigt worden, wie die Erhöhung der Um- satzsteuer in der Krise beweise. Wagemann ist der Ansicht, daß die Krisen- n o t dazu zwingen wird, diese Reform des Steuersystems durchzuführen, genau wie frühere Finanzreformen durch Wirtschaftskrisen erzwun- gen worden seien. Frick berichtigt Wir erhalten die folgende Berichtigung: Den in Nr. 563 des„Vorwärts" unter der Ueberschrift„Eine aufregende Nacht. Hitler, wie ihn keiner kennt" erschienenen Artikel berichtige ich wie folgt: Es ist unwahr, daß ich mich am 30. November auf dem Anhalter Bahnhof zum Empfange Adolf .Hitlers eingefunden habe. Wahr ist vielmehr, daß ich bereits seit dem Abend des vorhergehenden Tages wußte, daß Adolf Hitler nach Weimar fuhr. Frick, M.d.R. Folgenschwerer Beschluß des Deutschen Anwaltsvereins Glatt wie ein Aal durch die schäum- reiche Igemo-Rasieirreme SÄfs Lohnkämpse im Baugewerbe Dreister �nxrikk— Erfolgreiche Abwehr „Die Wirtschaft braucht Ruhe!" Tag- lich hören wir diesen Ruf aus der Unternehmer- presse dringen. Die Beunruhigung der Wirtschaft kämmt aber nicht nur von der Politik her, sondern die Unternehmer selbst sind es, die die Wirtschaft nicht zur Ruhe kommen lassen. Ein neuer Beweis dafür ist die Haltung der Bauunternehmer. Schon wieder wird das Baugewerbe von den Unternehmern mit Lohnabbaubewegun- gen beglückt. Schon wieder werden die Bau- arbeiter durch Arbeitgeber-Provokationen der ver- schiedenften Art herausgefordert. Di« Dezember-.Rowerardnung vom vergangenen Jahr hatte bestimmt, daß die Tariflohne vom l. Januar 1932 an auf den Stand vom 10. Januar 1927 zurückgeführt werden müssen. Es mußten also damals neue Löhne tarifvertraglich festgesetzt werden. Dabei wurden sehr ver- schieden« Ablaustermin« anberaumte am 31. Oktober lief der Tariflohn für elf Gebiet« ob, am 30. November für vier weitere Gebiete, und am 31. Dezember liegt der Ablauftermin für zwölf Gebiete. Im Angriff aus den Lohn gingen die Bau- Unternehmer des m i t t e l s ch l e s i s ch e n Gebietes voran. Die Art chres Vorgehens zeigt, daß bei manchen Unternehmergruppsn dos für die Rege- lixng lohnpolitischer Fragen notwendige soziale Verständnis völlig vor die Hunde gegangen ist. In Mittelschlesien wurde z. B. von den Unter- nehmern sofort der staatliche Schlichtungsausschuß Breslau angegangen, obwohl hierzu gar keine Veranlassung vorlag. Der Schlichter fällte dann einen Spruch, wonach in den ersten fünf Lohn- klassen der alte Lohn bestehen bleiben und in den Lohngruppen 6, 7 und 8 der Lohnsag gekürzt werden soll. Der Spruch bis Ende Dezember. Di« lehnten ihn ab und gaben Lohn sollte Geltung haben Unternehmeroertreter sofort Anweisung, im tungen herumdrücken kann. So in Mühlhausen, Gotha, Weimar und Jena. In Mühlhaufen sollten die Löhne um 1 3 P f e n n i g pro Stunde— von 75 auf 60 Pf. für Facharbeiter— und entsprechend tiefer für Bauhilfsarbeiter— herabgedrückt werden. Die Unternehmer wollten per Anschlag den Lohn- abbau erzwingen. Das Arbeitsgericht verurteilt« sie jedoch zur Nachzahlung der Tarif- löhne. Sie reagierten darauf mit einem zweiten dreisten Versuch, den Lohn um 13 Pf. zu drücken. Niederlegung der Arbeit war die Ant- wort der Bauarbeiter. Auch hier mußten die Unternehmer schließlich einlenken: nach drei Wochen gaben sie den Kampf auf. Einzeln mußten sie antreten und den gebrochenen T a r i f v e r- trag wieder anerkennen. In Gotha versuchten die Unternehmer den Lohn von 78 aufKOPf. zu drücken. Auch hier mußten sie nach zwei Wochen Kampf den Tarifvertrag wieder anerkennen. Sic waren eigens aus dem Thüringischen Bezirks- arbeitgeberverband ausgetreten, um sich um die Tariflöhne drücken zu können. Sie mußten aber einsehen, daß sie ihre Rechnung ohne den Wirt gemacht hatten. Die Bauarbeiter ließen nicht mit sich spaßen, obwohl es ihnen schwer fiel, die radikalen RGO.-„Klassen- kämpfe r" vom Bau— herunter zu- holen. Die RGO.-Helden mußten, ob sie wollten oder nicht, mitmachen. In Jena und Weimar warten die Bau- Unternehmer nur aus den günstigen Augenblick, um ihre Lohnabbauplänc ausführen zu können. Auch hier sind sie zunächst aus dem Arbeitgeber- vcrband ausgeschieden. Auch ihnen werden die Bauarbeiter, wenn sie fest zusammenhalten, rasch klar machen, daß die Lohnräuberei nicht ewig so weiter gehen kann. Auch in Nordwestdeutschlond sind die Verhandlungen ergebnislos verlaufen. Für Westdeutschland liegt noch kein Ergebnis vor. Im Rheinland, wo ebenfalls die Löhne gekündigt wurden, ist zunächst eine Ver- einbarung getroffen worden. Ob sich aber der Reichsverband industrieller Bauunternehmun- gen der Vereinbarung anschließeir wird, steht noch nicht fest. An den Verhandlungen Hot er nicht teilgenommen. Bergarbeiter fordern Essen, 5. Dezember. Am Sonnabend und Sonntag fanden in allen Bergbauländern zahlreiche Bergarbeiter- k u n d g e b u n g e n für die Forderungen der Bergarbeiter-Internationale noch Verkürzung der Arbeitszeit, Angleichung der übrigen Arbeits- bedingungen und'Abschluß einer internationalen Kohlenverständigung statt. Insbesondere sollten Hungerlöhne bei der Post �lillionenxewinne dem Reich 10 Psennig unter dem Spruch des Schlichters zu bleiben. Erst daraufhin ergriffen die Bau- arbeiter in Breslau, Waldenburg, Strehlen, Habalfchwerdt und in einigen anderen Orten Schlesiens Kampfmaßnahmen. Jetzt liefen die Unternehmer zum Arbeitsgericht: sie wollten eine einstweilige Verfügung(!) zur Einstellung der Kampfmaßnahmen gegen den Baugewerksbund erwirken. Der Schritt des Unter- nehmeroerbandes vor dem Arbeitsgericht blieb jedoch ohne Erfolg. Daraufhin gingen die Unter- nehmer zu Aussperrungen über. Die Ant- «ort der Bauarbeiter war dementsprechend und — überall konnten die Lohnabbau- g e l ü st e der Unternehmer abgewehrt wer- den. überall gelang es, dem Spruch des Schlichters Geltung zu verschaffen. Auch in Thüringen sind die Bauumer- nehmer wieder einmal wild geworden. Sie wollen von jeder tariflichen Ordnung los. Zu diesem Zweck werden nach beliebter Manier die Satzungen geändert, damit man jederzeit aus dem Arbeilgeberverband treten und sich um vertraglich übernommene Verpflich- Am Sonntag tagte im Berliner Gewerkschafts- Haus eine Reichskonferenz des im Ge- samtverband organisierten Post- und Telegraphenperfonals. Der Verbands- Vorsitzende Genosse R e i ß n e r begründete vor der Abteilungsleitung und den Bczirksleitern der Abteilung die Beschlüsse des Verbandsbeirats. Insbesondere ging er auf die Zusammenlegung der Reichsabteilungen Post und Telegraphie und Reichs- und Staatsbetriebe ein. Anschließend beschäftigte sich die Konferenz mit der wirtschaftlichen Lage des Reichspostpersonals. Der Reichsabteilunasleiter, Genosse Bender, beleuchtete eingehend besonders die Verhältnisse der Lohnempfänger. Die schon iminer niedrigen Löhne der Reichspostarbeiter sind durch die Not- Verordnungen der legten Jahre um 2 0 P r o z. gekürzt worden. In der Zeit vom 31. Oktober 1930 bis 31. Oktober 1932 wurden 20 000 Tele- graphenarbeiter und Po st Helfer entlassen. Die jetzt noch beschäftigten 60 000 Lohnempfänger arbeilen verkürzt und sind nur 10 bis 43 Stunden wöchentlich beschäftigt. Sie erhalten zum Teil Nettowochenlöhne von 18 Mark. Die Nor der Postarbeiter ist bei so niedrigem Einkommen unbeschreiblich. S i e hungern bei schwerster Arbeit. Trotz dieses furchtbaren'Notstandes oerlangt die Reichsregierung nach wie vor, daß die Reichs- post die durch die Gehalts- und Lohnkürzungen eingesparte Summ« von 131 Millionen Mark jährlich an die Reichskasse abliefert. Dieser unerhörte Zustand muß unbedingt beseitigt werden, wenn die elende Lage der Reichspost- arbeiter wenigstens gemildert werden soll. Die Konferenz fordert« daher in einer einstimmig gefaßten Entschließung von der Reichsregierung, der Postverwaltung den eingesparien Betrag von 131 Millionen Mark zur Besserung der Personaloerhältnisse zu belassen. iZerner fordert die Entschließung die Herab- segung der Arbeitszeit bei der Reichs- post, die zum Teil noch 51 Stunden beträgt. Außerdem wird die Herabsetzung der für die Pensionierung der Beamten und Jnvalidi- sierung der Lohnempfänger maßgebenden Lebensaltersgrenze vom 6 3. auf das 60. Lebensjahr verlangt. Di« Konferenz fordert das Reichspostministe- rium auf, sich für die Durchführung dieser Maß- nahmen einzusetzen. Auch der Verwaltungsrat der Deutschen Reichs- post wird sich mit der wirtschaftlichen Lage des Postpersonals beschäftigen und seinen Einfluß gellend inachen müssen, damit die Ersparnisse aus der Gehalts- und Lohnkürzung der Reichspost für die dringendsten Bedürfnisse des Personals und des Dienftbelriebes oerbleiben. diese Kundgebungen, die im September von der Internationale beschlosien worden waren, darauf hinweisen, daß das im Jahre 1931 zustande- gekommene.Arbeitszeitabkommen für den Bergbau bisher nur von Spanien ratifiziert worden ist und daß, da auch andere Versuche der internationalen Kohlenverständigung fehlgeschlagen sind, die kommende Wellwirtschafts- konferenz sich mit dieser Frage befassen müsse. Auch in Frankreich nahmen die Kund- gedungen überall einen wirkungsvollen Verlauf. Deutsche Bergarbeitervertreter sprachen in den Versammlungen, so Schmidt in Auchel lNordftankreich), Lehmann in Douai und T r i e m in Monceau-les-Mines s Mittelfrankreich). Die Ausführungen der Deutschen fanden großen Beifall. Einigung in der L,eip?ixer Metallindustrie Leipzig, 5. Dezember. Eine stark besuchte Versammlung der Funk- tionäre des Deutschen Metallarbeiterverbandcs stimmte dem folgenden Verhandlungsergebnis ein- stimmig zu: „Das bisherige Arbcitszeitabkommen wird mit der einzigen Acnderung wieder in Kraft gesetzt, daß bei lieber stunden der einzelne Unternehmer der Zustimmung der B c- triebsvertretung bedarf. Bisher brauchte er sich nur mit dieser ins Benehmen zu setzen. Auch das Friedensabkommen von 1932 behäll seine volle Gültigkeit, mit der kleinen Verbesserung, daß die Entschädigung von 75 auf 80 Proz. erhöht wird. Diese beiden Abkommen können erstmalig zum 31. Dezember 1933 gekündigt werden. Das Lohnabkommen, das bis zum 30. November 1932 lief, gill ab 1. Dezember 1932 weiter mit der Aenderung, daß ein neuer M i t t e l l o h n geschaffen wird in der Spitze von 80 Pf., welchen der Arbeiter nach zwölfwöchiger Beschäftigung erhält. Der bisherige Mittellohn betrug nach sechswöchiger Beschäftigung 77 Pf. in der Spitze. Das Abkommen kann erstmalig zum 31. Mörz 1933 gekündigt werden." Allzu scharf... Eigener Beridii des„VormäHs" Köln, 5. Dezember. Die Hungerlöhne in der Siegerländer Metallindustrie sind dem Arbellgeber- verband noch zu hoch und dünken ihn abbaufähig. Er hat deshalb die zur Zell geltende Lohnordnung zum 31. Dezember gekündigt und spricht in der Kündigung von einer„ermäßigten neuen Festsetzung der Tarifsäge". Bisher betrugen die S p i tz e n l ö h n e für über 24 Jahre alle Arbeiter 5 8 Pf. die Stunde, für angelernte Arbeiter 33 und für Hllfsarbeiter nur 48 Pf. Woche nver- d i e n st e nach Abzug der sozialen Beiträg« von 19,50 bis 23 M. sind keine Seltenhellen. Bei Kurzarbeit werden aber selbst diese Verdienste nicht erreicht. Trotzdem wagt der Arbeitgeber- oerband noch von Abzügen zu reden. Gewerckschaftlirhes siehe auch 2. Beilage Hierzu 2 Beilagen Der ,. Borwärt-" erscheint im voraus zotil'~" böherer Gewolt ärts" erscheint wochentäglich zweintoi, Sonntags und Montags einmal. Illustrierte Conntagsbejlagr..Volk uni> Zeit", i Bezugspreis«: Wöchentlich 7Z Pf., monatlich 3,25 M.(däoon 87 Ps. monatlich für Zustellung ins Haus) zalilbar, Postbezug 3,g7 M, ein schließlich 60 Ps. Postzeitung- und 72 Ps. Postbestellgedllhrcn. Ausiandsabonnemrnt 5.65 M. pro Monat: siir Länder mit ermäßigtem Drucksachcuparto 4,65 M. Bei Ausfall der Lieierung wegen lvalMiesteht kein Anspruch der Abonnenten ans Ersatz. I Anzeigenpreise: Dir einspaltige Millimeterzeile 30 Pf., Reklamezeile 1,50 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 20 Ps,, jedes weitere 'meterzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Sauptgeschäsl. Lindenstr. 3. wochentäglich »iihl: Wirtschaft: S. Ztlingelhöfer: Dowerkschastsbewegunq: 3. Steiner; Feuilleton: Kerkert Borwärts-Buchdruckerei und Berligsanstalt Paul Einger u. Co., Berlin EW. 68. Lindenstr. 3. 7 pick, von leb. Karpfen 0.65 Pfd. TOB Hühner 0,70 Pfd. Ton Enten 0,78 Pki tov Gänse 0.75 Mengenobgobe vorbehalten» Veekauf soweit Vorroi Fische und Räucherwaren Rotbars i. gz., Pfd. von 0,16 Seelachs gr.o.K..i.p..Pfii. 0,18 Schellfisch iiiXi.gt..Wd.v, 0,18 Kabliou ohne Kopf, i, ginz.,Pfd.v. 0,20 Kabliaufilet----- Pfd. 0.34 Bücklinge engl...Pfd. 0,32 Schellfisch gor.. Pid. 0,28 Seelachs getänchert........ Pfd 0,38 Fischmarinaden 'U- Liter-Dose......... 0,25 Sauerkohl....... Pfd. 0,06 Obst und Gemüse Kochbirnen...2 Pfd. 0.25 Kochäpfel....... rid.0,15 Apfelsinen.... 3 Pfd. 0,48 Haselnüsse...... Pfd. 0,30 Dat. ein........... Pfd. 0.38 Kranzfeigen... Pfd. 0,24 Mark. Rübchen Pfd. 0,04 Kohlrüben....... Pfd. 0,04 Grünkohl....... Pfd. 0.04 Sellerie.......... Pfd 0,06 Rosenkohl....... Pfd. 0,16 Kartoffeln io Pfd. von 0,24 Frisches Fleisch Kalbskammo.B„Pfd. 0,44 Schweinekamm und Schuft............ Md. 0,76 Schw.-KotelettPfd.v. 0,78 Rückenfett bmf., Pfd. 0,64 Schmorfleisch Keule o. Kn---- Pfd. von 0,68 Gehacktes...... Pfd. 0,48 Bratwurst...... Pid. 0,68 Hammelvorderfl.Piii. 0,54 Mittwoch» Lebensmittelzusendungen von 5,00 M. an Wurstwaren Käse und Fette Kalbskeule n co bis 9 Pfd. schwer, Pfd. von U�vO Roastbeef n kr mit Knochen Pfd. v. UywO Gek. Schinken'/«Pfd. 0,28 Dampfwurst....Pfd. 0,75 Fleischwurst..... Pfd. 0,75 Jagdwurst...... Pfd. 0,84 ff. Leberwurst.. Pfd. 0,S6 Zervelot, Salami Pfd. 1,08 Margarine....3 Pfd. 0,74 Molkereibutter..Pfd. 1,18 Bratenschmalr Pfd. 0,48 Tilsiter vollfett____ Pfd. 0,68 Stg.-KäseAig..!0%.Pfd 0.40 Harzer....... Pfd. 0,25 Pfd. von Kaninchen 0,68 Rehbiatter pfd. 0,72 Konserven d«. t Koionialwqren JungeBrechbohnen 0,46 Jg. Erbsen-ehrtein., 1,00 Gem.GemüsemittilieinO.ÖS Span. Aprikosen... 0.72 Preiselbeeren...... 0,85 Maloya-Ananas.•• 1.10 Viktoria-Erbsen Pid 0,18 Weisse Bohnen Pfd 0,12 Eierbandnudeln Pid. 0,36 Backobst....Pfd. von 0,35 Kaffee....... Pfd. von 1,90 Pid. Ragout 0,30 3 Pfd Tafeläpfel 0,58 Damen- Pullover rein« Wollo. mod. 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Juli 1932, das diese Beleidigung enthalten sollte, zeigt in einer erhobenen Hand die Monstranz, deren linke und rechte Spitzen ein Hakenkreuz ziert. An Stelle des Körpers Ehristi erhebt sich eine Guillotine, deren obersten Querbalken gleichfalls ein Hakenkreuz schmückt. Der Text zu dieser Zeichnung lautet:„Was mutet man dem deutschen Volke zu?— Daß es stimme für das„Christen- tum" vom Hakenkreuz, des Evangelium da lautet: Köpf« sollen rollen, die Hansindustrie soll belebt werden, eine Nacht der langen Messer soll sein." Genosse Friedrich Wendel erklärte, die Zeichnung selbst entworsen zu haben. Eine Verächtlichmachung einer Einrichtung der christlichen Kirche liege weder objektiv noch subjektiv vor. Als langjähriger Redakteur des„Wahren Jacob" und Forscher aus dem Gebiet der Karikatur müsse er dagegen Einspruch erheben, daß Bild und Text, die stets ein Ganzes bilden, besonders betrachtet würden. Erst der Zusammenhang von Bild und Text ergebe die Absicht der Karikatur. In diesem Falle sollte zum Ausdruck gebracht werden, daß bei den Führern einer bestimmten Partei, die sich „christlich" nennt und von sich behauptet, Sach- Nazis wieder in AMon 100 üverkallen Arbeiterlokal Einen gemeinen Uebersall verübten, wie erst jetzt bekannt wird, die„aufbauwilligen" Kräste der NSDAP, in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend Sergangener Woche aus ein Lokal in der Utrechter Straße 13, das von der organisierten Arbeiterschaft und von den Republi- kanern gern besucht wird, da der Wirt ein guter Republikaner ist. 80 bis IM Mann waren von verschiedenen Stürmen des Nordens zusammengezogen worden, um den Laden„fertig zu machen". Als durch zwei Posten festgestellt worden war, daß im Lokal nur einige Frauen anwesend waren, begann der Angriff. Scheiben, Schilder und R e- klamelampen fielen klirrend zu Boden, Stühle wurden gestohlen, auf der Straße zer- brachen und dienten dann den„Edelmenschen" als Wurfgeschosse. Bon Passanten wurde das Ueber- fallkommando angerufen, das leider erst eintraf, als die Wirtin blutig geschlagen war. Der von der Polizei herbeigerufene Arzt verfügte die so- fortige Ueberweisung in ein Krankenhaus, da er für ein weiteres Verbleiben im Haushalt die Ver- antwortung ablehnte. Das in der Nähe befind- liche Polizeirevier hatte die Ansammlung von den NSDAP.-Angehörigen leider„nicht gesehen". Der Vorsteher dieses Reviers halte es während der Wahlzeit für nötig gehalten, jedem Republikaner, walter Christi zu sein, ein krasser Widerspruch zwischen ihrem Lippenbekenntnis und ihren Taten bestehe. Die Zeichming ist zu einer Zeit entworsen worden als in Ostpreußen die nationalsozialistischen Bomben krachten. Da? war die Folge des Aufrufs der nationalsozia- listischen Parteiführer zum Massenmord. Die Bei- spiele, wie die Führer zu diesem Massenmord aus- riefen, sind zahllos. Am 15. Mai 1929 schrieb Hitler in den nationalsozialistischen Briefen vom „Köpserollen". Er sagte da u. a. auch: Seid überzeugt— Barmherzigkeit ist nicht unsere Sache. Das war sehr„christlich"! Der ehemalige Vizepräsident des Reichstags, S t ö h r, prägte das Wort von der deutschen„Hansindustrie", L e e h r s das von der„Nacht der langen Messer". F r i ck fordert«:„An den Galgen mit den Verbrechern." Derselbe Frick sprach ein anderes Mal von dem Volkszorn, durch den einige Zehntausende von marxistischen Funktionären zu Schaden kommen werden. Gregor Straßer und Goebbels waren für das Hängen, ebenso der nationalsozia- listische Landtagsabgeordnete H e n n i ck e im Thü- ringischen Landtag usw. Diese Sorte„Christen" sollten durch die Zeichnung gebrandmarkt werden. Auf die Frage des Vorsitzenden, weshalb er denn gerade eine Einrichtung der katholischen Kirch« gewählt habe, nicht aber der evangelischen. deren Mitglieder in erster Linie die An- hängerschast Hitlers bilden, erwiderte Friedrich Wendel, daß Wolf Hitler, Leehrs und Frick Katholiken feien. Er fügte hinzu, daß er auch der ein Wahlplakat für seine Partei ausgehängt hatte, einen Beamten ins Haus zu schicken, um festzustellen, ob für das Aushängen des Wahl- Plakates auch eine polizeiliche Genehmigung vor- handen sei. Der Hinweis des Wirtes, der schon vor einer Woche darauf aufmerksam machte, daß sich dunkle Elemente in das Lokal einschleichen, um zu provozieren, fand jedoch bei dem Revier- Vorsteher nicht die gleiche Beachtung.- Lebensmittelsammlung Am Dienstag, dem 6. Dezember, findet im Bezirk Treptow eine Lebensmittel- s a m m l u n g für die Berliner Winterhilfe statt. Wagen der Reichswehr fahren herum und werden bei Hausfrauen, Kolonialwarengeschäften, Milchgeschästen, Bäckern und Fleischern, in Schulen und bei Firmen ein Scherslein abholen, damit nahrhaft« Weihnachtspakcte für die Notleidenden gepackt werden können. Es ist zu hoffen, daß sich viele gebefreudige Hände finden werden, Senn Not und Hunger werden immer größer. Die Vereinigung aller Völker(.MI Peoples' Association) veranstaltet am Dienstag, dem b. Dezember, 20.30 Uhr, im Hotel Esplanade unter dem Protektorat von Lady Rumbold einen englischen Abend, dessen Reinertrag der Berliner Winterhilfe zufließt. Unter anderem singt Walter K i r ch h o f f englische Lieder. nicht den Einwand gelten lassen könne, der unbe- fangen« Leser wäre nicht imstande, die inkriminierte Zeichnung so aufzufassen, wie es die Absicht des Zeichners gewesen sei. Der„Wahre Jacob" existiere seit 53 Jahren. Die Erziehungsarbeit, die er am Leser vollzogen habe, schließe ein Miß- verstehen der Zeichnung aus. Der Staatsanwalt beantragte z w e i M o- nate Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Neu- mann berief sich auf den Freispruch des Malers Groß, der unter einer ähnlichen Anklage gestanden habe wie Friedrich Wendel. Die Zeichnung stelle unter keinen Umständen eine Verächtlichmachung der Monstranz dar: ihre Absicht sei das direkte Gegenteil gewesen, nämlich die Monstranz vor dem Mißbrauch solcher Parteiführer wie Hitler, Frick und Leehrs zu schützen. Das Gericht verurteilte Friedrich Wendel an Stelle der verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Monaten zu 800 Mark Geldstrafe. Die Zeichnung stelle zweifelsohne eine Beleidigung einer Einrichtung der christlichen Kirche dar, hieß es in der Urteilsbegründung, und der Angeklagte habe sich dessen bewußt sein müssen. Litten unvereidigt Im Felseneckprozeß wurde gestern die Vernehmung von Rechtsanwalt L i t t en fortgesetzt und beendet. Am Schluß der Vernehmung Rechtsanwalt Littens gab Landgerichtsdirektor Böhmer» bekannt, daß der Zeuge Litten wegen des Verdachts der Begünstigung u n v e r e i d i g t bliebe. Die Beweisaufnahme im Felseneckprozetz wird wahrscheinlich am Mittwoch geschlossen wer- den, so daß das Urteil Mitte des Monats zu erwarten ist. Schwindler verhaftet! In Wilmersclork un«! am VieWu>k Von der Kriminalpolizei sind gestern zwei ge- sährliche Schwindler festgenommen worden, die monatelang in Berlin ihr Unwesen trieben. Be° sonders erfolgreich war der Schlosser Otto B. aus der Arndtstraße in Wilmersdorf, der allein in den letzten 14 Tagen in sieben bis acht Fällen erhebliche Summen erbeutete. B. hielt sich vormittags in den Gängen des Stadthauses in der Käiserallee in Wilmersdorf auf und gab sich, mit einem Bleistift hinter dem Ohr, den Anstrich eines Beamten. Wenn der Bursche Leute beobachtete, die auf der dortigen Steuerkasse Schulgeld oder Kirchen- st e u e r n einzahlen wollten und sich suchend an den angebrachter» Schildern orientieren wollten, lies ihnen B.„zufällig" in den Weg. Zuvor- kommend gab er den Fragenden Auskunst und fand sich immer gleich bereit, die Betreffenden zu der Zahlstelle zu führen. Der Betrüger forderte die Leute dann auf, einen Augenblick zu warten, ging in irgendein Zimmer, kam nach kurzer Zeit wieder heraus und jagte, daß die Quittung unten schon fertig daliege und man ihm das Geld ruhig aushändigen möge: er werde sofort nach unten gehen und die Sache schnellstens erledigen. Während die Ahnungslosen, die geglaubt hatten, einen Beamten vor sich zu haben, warteten, suchte der Schwindler das Weite. Am Montag wurde der Bursche auf frischer Tat ertappt. Durch Gegenüberstellung mit den Betrogenen konnten ihm bereits fünf Fälle einwandfrei nachgewiesen werden. Der andere Betrüger hatte sich die Umgebung des Viehhofes als„Jagdgebiet" ausgesucht. Er machte sich an erwerbslose Schlächter heran und versprach ihnen, sie bei einem Meister, den er persönlich gut kenne, gegen guten Lohn unterzubringen. An die Vermittlung knüpfte der Schwindler jedesmal die Bedingung, daß man ihm für die Arbeitsvermittlung eine weiße Schürze zum Preise von 8 Mark abkaufen müsse. Die Erwerbslosen, die sich freuten, endlich wieder Arbeit zu bekommen, händigten dem Lumpen das Geld aus und erst später muhten sie zu ihrem Leidwesen erfahren, daß sie einem Gauner aufgesessen waren. 50 bis 60 Er- w c r b s l o s e n hat der Mensch das Geld, oft die letzten Pfennige, abgenommen. Der Täter hat bereits ähnliche Schwindeleien begangen und ist mehrfach vorbestraft. Das Opfer des Mörders Erau Sommerfeld verstorben Das nächtliche Revolverattental in der W u h l- Heide hat furchtbare Folgen gehabt. 5m Antoniuskrankenhaus ist am Montag die 46 Jahre alte Ehefrau S o m m er s e l d ihren schweren Der- lehungen erlegen. Trotz sofortiger Operation im Krankenhaus konnte Frau S. nicht mehr gerettet werden. Der Blutverlust, den sie bei dem Versuche, sich trotz ihrer schweren Verwundung weiler- zuschleppen, davongetragen hat, war zu groß. Di« Untersuchung der Mordkommission ist in außergewöhnlich großem Maßstabe vorgenom- men worden. Die Suchhunde stellten schließlich den Tatort fest. Der Mann hat auf die Frau ohne ein Wort zu äußern geschossen. Wenn die Spur, die der Hund verfolgt hat, richtig ist, muß der Mörder zum Bahnhof zurückgegangen sein. Einen Zug»ach Berlin hat er nicht mehr erreicht. Durch die Nachtwächter ist sestgestellt, daß die Schüsse etwa um 1 Uhr 40 gefallen sein müssen. Die Tochter ist eingehend von Kommissar Lippik gehört worden. Aus ihren Angaben kann man schließen, daß der Mann in der Gegend o r t s- kundig sein muß. Zweifellos hätte er auch sonst im Dunkeln den Weg quer durch den Wald nicht gefunden. Was den Mann zu dem völlig grundlosen Feuerüberfall veranlaßt hat, ist noch unklar. Alle Vermutungen bezüglich eines Racheaktes oder eines Effersuchtsattentats haben sich zerschlagen. Zur Aufklärung des furchtbaren Verbrechens hat die Kriminalpolizei eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Unglück in Moabit Straüenbabn gegen Fuhrwerk In der Kaiserin-Augusta-Allee in Charlotten- bürg ereignete sich gestern abend ein schwerer Zu- sammenstoß zwischen einer Straßenbahn der Linie 12 und einem Lastfuhrwerk. Die Straßen- bahn fuhr von hinten auf das Fuhrwerk auf. Durch den heftigen Anprall gingen zahlreiche Scheiben in Trümmer. Vier Fahrgäste wurden mit erheblichen Verletzungen ins Moabiter Kran- kenhaus gebracht. Der Verkehr war eine Stunde lang gestört. Es muhten Umleitungen über die Wietze- und Reuchlinstraße vorgenommen werden. Außerdem wurden in den Nachmittagsftunden fünf Personen Opfer des Verkehrs Auf der Ko- lonnenbrücke geriet der 19jährige Radfahrer Max B o r ck aus der Arndtstrahe 14 unter ein Privat- ist das gute Recht eines Jeden, den sachlich zu prüfen versteht. f/'ne/3 solchen BeupJeJJungr aripcf jrumo immer stond hälfen. aieiJ sie durch ihre guten läbdke. dos würzige Aroma und die köstliche Frische eile Kenner für sich gewinnt. Diese Eigenschaften sind ausschlaggebend und nicht Zugehen ujieWertmrken, Cutscheine oder Stickereien. Juno's Ruf ist Junors Erfolg! aulo. Bei einem Zusammenstoß m der Ackerstraße wurde der 48 Jahre alte Motorradfahrer Bruno Kreutzinger aus der jhannemannstraße 41 in Britz schwer verletzt. In der Frankfurter Allee wurde der 64 Jahre alte Kaufmann Alex Bunte aus der Alexandrinenstraße 2/3 von einem Privatauto erfaßt. Beim Passieren des Branden- durger Tores geriet der 25Iähnge Radsahrer Julius Meyer unter die Röder eines Lastautos und schließlich wurde in Konradshöhe-Tegelori der 57 Jahre alte Arbeiter Jakob jh o f f m a n n aus der Gartenstrahe VI in Berlin van einem Privatwagen Überfahren. Samtliche Verletzte sanden in Krankenhäusern Aufnahme. XollkühnerSchülerstreich �irekturmlcletterer SIralsund, 5. Dezember. (firten tollkühnen Streich verübte ein Primaner der Stralsunder Oberrealschule. Gr verschaffte sich nachts Eintritt in die Marienkirche, stieg im Innern des Turmes bis zu dessen oberster Galerie empor, errichtete an der Außenwand an einem Mauerhaken eine mitgebrachte Leiter, kletterte diese hinauf, band ein Seil an den nächsten Mauerhaken und arbeitete sich auf diese Weise bis zur Krone des Turmes hinauf. Dort, in über 100 Meter Höhe, befestigte er eine Fahne, bestehend aus einem Handtuch, auf das er mit Tinte einen Totenkopf, eine Wolfsangel, ein Dreieck und mit Rtorsezetchen die Anfangsbuchstaben seine» Namens und die feines Heimatortes gemalt hatte. Morgens nach 5 Uhr verließ er di« Kirche und ging später seelenruhig zur Schule. Die Fkchne, die den Stralsundern große Auf- regung verursacht hatte, wurde durch einen Zlm- mermann von einer Stirnluke aus mit einer langen Stange wieder heruntergeholt. Dies ärgerte den juiMN Mann, und er brachte in der nächsten Nacht unter der gleichen Lebensgefahr eine zweite Fahne, auf die er diesmal außer den vorbeschriebenen Zeiche» noch einen Dolch gemalt hatte, zmn Aus- hang. Diesmal befestigte der kühne Kletterer die Fahne an der höchsten Spitze des Turmes dicht unter dem Wetterhahn. Das sahen am nächsten Morgen die Stralsunder mit Bestürzung. Doch auch die Polizei machte sich dahinter und nahm fetit SfrziaUsüscUt MocUscluUc Sonnabend, 10. Dezember, 19K Uhr, Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses, Leipziger Str. 3. Vortrag des Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hertz- Halle über„Rassenwahn und Politik". Hörerkarten an den bekannten Stellen. den jungen Mann beim Kragen. Er erbot sich, seine Fahne selbst wieder ans der luftigen Höhe herunterzuholen und gab an, daß er sein wag- halsiges Kunststück au» keinerlei politischen Beweg- gründen vollführt habe, sondern lediglich seinen Mitschülern imponieren wollte, um damit aus anderen Städten gemeldete ähnliche Streiche in den Schatten zu stellen. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Trocken und zeilweise aufheiternd, Temperaturen im ganzen etwas niedriger. Nacht- frostgefahr. Schwache Winde.— 3n Deutschland: Nur im Nordwesten strichweise leichte Nieder- schlage, im übrigen Reiche trockenes und ruhiges Wetter. In der südwestlichen Hälfte Deutschlands ziemlich heiter und verbreitete Otachtfröste. Ihr fünfzigjährige» Arbeitsjubiläum begeht die Posamentier-Handarbeits-Direktrice Berta V e r- g e r bei der Posamentenfabrik Eisner u. Haussig. Gorgen um die Haarfrisur Im Hotel Esplanade zeigte der Bund Deutscher 5)aarformer neue Frisuren. Endlich sagen die Friseure— hat die neue Hutmode eine durchgreifende Veränderung der Frisur mit sich gebracht. Der neue Hut sitzt nämlich neuerdings gerade auf dem Kopf und ganz tief im Gesicht, so daß die Schläsenpartien und der Hinterkopf sichtbar werden und der Kunst de» Friseurs ein weites Betätigungsfeld bieten. Die Frisur zeigt jetzt also eine hochstrebende Linie: das Haar wird schräg Über den Hinterkopf gewellt, die Enden vereinigen sich oben mit dem übrigen Haar zu einem Lockenpuschel oder einer kleinen kämm- artigen Lockenkrone, die durch einen Kamm fest- gehalten wird. Zur Verschönerung der Frisur oder auch zur Ergänzung der notwendigen Fülle verwendet man vielfach Postiche», was wiederum die Haararbeiter lebhaft begrüßen. Die Mode- färbe ist wieder ein helles Blond in allen möglichen(manchmal auch unmöglichen) Färb- tönen. 50 Matrofen ertrunken Zckikkslratnstropke in.Japan Tokio, 5. Dezember. Der 900 Tonnen große japanische Torpedobootzerstörer„S a w a r a b>" ist in einem Sturm in der Nähe von Fulfchau gesunken. Die Zahl der Toten steht noch nicht fest: man sprich» von 5 0?N a n n. Den bisherigen ZNeldungen zufolge Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Dr. Schwenk begann am Montagvormittag vor dem Schwurgericht in Görlitz die im Nordwest- lichen Schlesien mit Spannung erwartete Ber- Handlung gegen den fünffachen Gift- Mörder Just aus Parchwitz. Dem Prozeß wohnen 12 Aerzte als Sachverständige bei. Just, der im 36. Lebensjahre steht, ist angeschuldigt, im Januar 1930 seine zweite Ehefrau und im September 1932 seinen Schwager, dessen sechs- jährigen Sohn, dessen Schwester, sowie seinen Schwiegervater durch Beimischung von Arsenik in Speisen und Getränke vergiftet zu haben. Just erzählte im Dorf, daß die Familie von Grippe und Typhus befallen worden sei. Aber es fiel den Leuten auf, daß er sich so gern üb e r A r s e n u n t e r h i e t t. Auch glaubte man ihm nicht bei der Beerdigung der letzten Opfer den Schmerz am Grabe. Begräbnieieil- nehmer fingen mit Just einen Streit an und ver- dächtigten ihn des Mordes. Es entstand ein Tumult. Schließlich schritt die Polizei zur Ver- Haftung des Schuhmachers. Ein Geständnis legte Just erst nach langem Kreuzverhör vor der Bres- lauer Kriminalpolizei ab. Der Beweggrund, der Just.zu den scheußlichen Morden veranlaßte, ist in niedriger Habgier zu suchen. Der Angeklagte gilt in seiner Gegend als roher und brutaler Mensch: er wollte oerhindern, daß da» Erbe seines Schwiegervaters, ein un- ansehnliches und überdies völlig heruntergewirt- schaftetee Besitztum, nach wendischem Brauch an die jüngere Tochter fiele und daß seine Frau mit 600 Mark abgefunden würde. Das Gift, mit dem er im Januar 1930 seine zweite Ehefrau tötete, hatte er sich au» einer Glashütte verschafft, wo es sonst zum Rattenvertilaen verwendet wurde. Da» Arsenik für den vierfachen MoNd im Sep- tember 1932 war von Just in einer Drogerie gekaust worden. Die dritte Ehefrau de» Angeklagten steht unter sind von der Besatzung rund 14 Mann gerettet worden. Der Zerstörer war bei einem Sturm von seinem Ankerplatz bei der Tnsel Formosa aus die hohe See hinausgetrieben. MarxunddieGegenwart Vor den sozialistischen Studenten sprach I. P. Mayer über die Frage„Marx, HegelunddieGegenwart". Der Referent zeigte, wie ein neues Verständnis von Marx und Hegel die beiden großen Denker als die Ouell- punkte des Gegenwartsdenkens erkennt. Dieses Gegenwartsdenken ist in erster Linie bestimmt durch die Frage nach dem Sinn der Geschichte des Menschen schlechthin, die da» Hegelsche Denken universell beantwortet hatte. Marx stand im Banne dieses universellen Denkens wie alle seine Zeitgenassen, aber er hat das Hegelsche System am produktivsten von allen verarbeitet und auf eine höhere Stufe gehoben. Der junge Marx mußte neu entdeckt werden, um die verborgene Totalität im alten Marx wieder sichtbarer zu machen. Der Mensch der Gegenwart hat die Führung verloren, die Gefühle, die man ihm bietet, geben ihm keinen Halt. Notwendig und möglich ist eine neue Gc- samtsicht, das marxistische Denken muß sie er- arbeiten auf den Voraussetzungen der Hegelschen Totalität. Dieses Denken ist keine beliebige Jnter- pretation der Welt, es gibt unserer Gegenwart die ihr zukommende Gestalt, die Theorie wird zur verändernden Praxis. dem schweren Verdacht der Mittäterschaft, da ihr das Vorhaben des Mannes bekannt gewesen sein muß. Auffällig ist, daß die Frau Just in der Zeit der letzten Morde sich drei Tage lang unter dem Aorwand, sich nicht wohl zu fühlen, in einer kleinen, nur mit einer Letter erreichbaren Dach- kammer verborgen gehalten hatte. Die Verhandlung vor dem Schwurgericht in Görlitz wird voraussichtlich mehrere Tage dauern. Man nimmt an, daß das Gericht gegen Just, der in der Voruntersuchung seine Taten eingestanden hat, ein Tadesurteil fällen wird. Die Zeugen sind vor Gericht in ihrer farbenprächtigen wendischen Volkstracht erschienen. Die Ehefrau des Angeklagten trat in schwarzer wendischer Trauerkleidung mit einem weißen Kranz auf dem Kopfe in den Verhandlungssaal. Die Lckatten eJer Toten Die Verhandlung begann mit einem Appell des Vorsitzenden:„Angeklagter, wenn Sie die Mordtaten, die Ihnen zur Last gelegt werden, begangen haben, dann wissen Sie, daß sich die Schatten der Toten gegen sie erheben werden bei Tag und bei Nacht, wenn Sie jetzt nicht di« Wahr- heit sagen." Angeklagter:„Ich werde die reine Wahrheit sagen. Bisher, meine Herren vom Hohen Gericht, habe ich aus Interesse für die Tot«,, geschwiegen. Ich habe meiner zweiten Frau ver- sprachen, nicht über das Gift zu sprechen. Ich habe das auch ineinem Schwager Gröba versprochen. Es war in beiden Fällen Selbstmord. Ich schwöre Ihnen, daß das so ist. Ich schwöre Ihnen, wenn es einen Gott im Himmel gibt! Nur um die Toten zu schützen, habe ich auf der Polizei und vor dem Untersuchungsrichter etwas anderes ausgesagt." Vorsitzender:„Das ist für uns alle im Saale ein unverständlicher Edelmut, daß Sie mit der Wahrheit gewartet haben, di» Sie jetzt wegen fünffachen Giftmorde» hier vor Gericht stehen." In wenig Worten Das Schwurgericht beim Landgericht l Berlin verurteilte den Elektrotechniker Erich I u n t h a zu IK- Jahren Gefängnis. Juntha hatte auf einer Bierreise seinen besten Freund im Streit durch zwei Schläge so unglücklich am Kopse getroffen, daß dieser starb. Wegen der rohen Tat erließ das Schwurgericht im Gerichtssaal Haftbefehl. * Die Berliner Kriminalpolizei veranstaltete in einer Schankwirtfchaft eine Razzia. Von den Besuchern— meisten» Ausländer, die im Ver- dacht stehen, mit gestohlenen Sachen zu handeln — wurden 40 Personen dem Polizeipräsidium zugeführt. Außerdem beschlagnahmte die� Polizei vor dem Lokal v Kraftwagen, in deren Sitzkissen falsche Ausweispapiere gefunden wurden. Es soll sich um gestohlene Wagen handeln. * Die von der Fangreise von Island heimkehren- den Wesermünder Fischdampfer be- richten von schweren Stürmen unter Island. Der Fischdampfer„Kurland" hat einen Mann ver- loren. Eine Sturzsee hatte drei Mann der Be- satzung über Bord gerissen, von der rückschlagen- den Welle wurden wieder zwei an Deck befördert, während der dritte ertrank. Wintergarten Die mexikanischen Luftakrobaten Drei Co- donas sind wieder da, vom Anfang ihre» Auf- tritts bis zum Schluß von dem nicht enden wollen- den Jubel des hingerissenen Publikums eingehüllt. Alfredo, der Herrscher über den dreisachen Luftsalto, diesmal als glücklicher Jungvcrmöhlter — ihm zur Seite seine liebreizende Paistnerin Vera Bruce, jetzt Frau Eodona— bringt eine ganz neue Attraktion herau»: Doppelsalto nach vorne, dreimal„Menuett" zurück, eine unüber- tresfliche Leistung. Das erstaunlich große Können der drei muß als Folge harmonischer Körper- und Geistesschulung, als Triumph menschlicher Willenskraft gewertet werden. Jedesmal ein Kampf, nicht etwa ein Spiel, mit dem Tod. aus dem diese Menschen nur deswegen immer von neuem als Sieger hervorgehen, weil sie als ab- solut sichere Rechner kühlen Herzens die Grenze zwischen dem letzthin Möglichen und dem Un- möglichen kennen. Großartige artistische Leistungen vollbringt auch die Cervantes-Truppe auf zweifachem Schleuderbrett und mit gleichfalls dreifachem Salto. In der chinesischen Elitctruppc N a i t t o ist e» eine kleine zierliche chinesische grau, die auf dem Spann- wie dem Schlappseil in der Maske harmloser Selbstverständlichkeit die allertollften Sachen vollführt. Daneben ein reizendes kleines schon sehr sicher arbeitendes Mädchen. Man weiß heute, daß Clowns ihre Scherze psychalogisch wohl abgewogen ausführen. Sowohl die drei B a l- d o r» als auch die Clown»RleaundAIex schießen ihre Pfeile mit unübertrefflicher Sicher- heit in« Zwerchfell. Die lebenslustigen Sechs von der Staatsoper sind wieder heimge- kehrt. Der gegenwartsnahe Tanz: Mensch und Maschine übt aus» neue seine starke Wirkung au». Di« übrigen Tänze nähern sich bereits allzu sehr der Pantomime. Mit drei weiteren aus- gezeichneten Nummern ist da» ganze Programm «in wunderschöne» Weihnachtsgeschenk. Fünffacher Giftmord Sensationsprozeß in Breslau JiirMr UkitimcliLyehäd; IDEAL MILCH iro/r NESTLE W SozialistischeArbetterjugendGroß-Verlin ginftndunflcn für diese Rubrik nur an du» Suaindf-ltfUtiat Berlin SA£3, LIndenslrahe 2, Dorn 1 Treppe rechts. XDanderUiter-äonjetenz mataeit, Mittwoch, tf/i Uhr, in Zosendheim, 9«, tinbenftr, 4, ,. T.«enege Sri» List spricht übe«„Unsere Wanderarbeit". Kflc Slbtenunnen müssen»er. ftenm sein! Interessierte(Scnosten können teilnehmen. Verbilligter Weihnachtsverkans im Buch, und Barenveririeb der SÄI., Belle-Allianee-Platz 3, v. II. Geöffnet Mittwochs und ftreitane die 1» Uhr. Abteilungsmitgliederversammlunzen heute 20 Uhr: >rl»noplnh: Eltsabethkirchstr. IV.— Gesundbrunnen II Gotenduroer 9ir. S. — Korben; Buttdusser Sir. 22,— Oebblna; Willdenowstr. S.— Relchenberqer Heide; Viertel: Reichendervrr Str.«7.— chasenl Wossertorstr. 4.— Südwest: Lindenstr. 4, u. I.— Friedenau. 9»öneb«ra l, II u. Iii:rn»«olber Pia» Ii Schiinlanker Str. II, B. 3.„Eimilhruna in den Sozialismus, l. Kaltplah I: Sonnenduraer Str. 20: Schwimmen Itfft). IM> Uhr Rote Ecke." Humboldhain: Putdusser Str. St:„Rio Arbeiter in Amerika".—. Rordost Ii Danzliier Str. SS: B. 3:„Iugendnerbände rechts und link» von uns".— Seneselbe» Viertel: Hafte mcnallcc 82:„Einf. in den So- lialtsmu»». L— Weißensee: Babenbcnö. Stsfn. IS1/, Uhr Antonplatz.— Ehar- lottenburg: Roslnenstr. 4: Arbeitsgemeinschaft.— Westend: Turnen.— Steg. lisl I: Albrechtstr. 47; zahrtenberichte.— Lichtenrade: Dorfstr. 36: stamof. licdctobenb.- Reu-Tempelhos: Schulbaracke Winlgenoslrahe:..»irche und So. 41; Politische Satire.— Ualismus".— Brih: Idealhalle. Hannemannstr Neukölln I: Sander. Elle Sobrechislraüe:..Demokratie— Diktatur unter dem Gesichtspunkt: Der WeltlrUa".— Neukölln n: Rannet. Ecke Böhmisch« Straße: „Sowsel-Rußtaiid". lt. Reukölln Vit und IX: Verajlr. 29:„Bub und Mttdel'. WWWWW� I i Sil: — Neukölln IX: Schule Raricndorfer Weg:„Zwei Filme, zwei Welten".— N-utölln Xl: Fluahafensir. 68:«rbeitsgemeinschafi.- Irepto«: Elsenstr. 8: Uebunaoabenb. �Köpenick II: DalUwiher Str. 13:„Wie stehen wir»um Sowjet, staat?"— Lichtenberll.Rordwest: Dossestr. 22: Bunter Abend.— Hermsdorf: Roonftrage:„Musik und Proletariat".— Lübars: Schule Dorfstrahe:„Bub und Mädel".— Wittenau: Hauptsir. 13: Liederabend. � Bnchholz: Schule Ber- liner Sir. IS:„Staat und Kirche".— Karow: Frundsberpstr. 6:„Karl Marr und seine Werke", l.— Niederschönhausen: Lindenste. 47:„Machtergreifuna der Faschisten in Italien",— Köpenickcr Biertel; Schiefische Str. 42: Arbeitsgemeinschaft. Werbebezirk Osten: Die Adresse» der Delegierten, Anträge und Vorschliille müssen umgehend beim Wen. Gurt Mai einpeteicht werden.— lieben zum Trapen- Abend, 20 Uhr, Litauer Str. 13. Alle Genossen, die sich an der Spiel. truppe beteiligen wollen, werden gebeten, ebenfalls zu komme». Borträge, Bereine und Versammlungen Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Seschlist, stelle: Berlin S. 14, ScbosHonskt. 67—38, Hol 2 St Mitte. 3. stameradschaft. Dienstag. 6. Dezemdor. 20 Uhr. JJetfamm. luna bei Micheel, Sbpemcfet Str. 55«.— Aebdiug(Ortsoerein). ), 7. Dezember. 1!U, Uhr. Mitaliederpersammluno in der Hochschul. brauerei. Amrumer Str. 86. Thema: Schicksaltstunde de« Neichsdannero. Nese. tcnl: stamerad Dr. Haubach.— streuzberg. Dienskaa. h. Dezember, 20 Uhr. Generalversammlungen: Zug l bei Seebai, Willibaid-Älexis-Str. 5: Zug 2 bei strepp. Planus« 73; Zug 4 bei Gründl«, Simmetstr. 30; Zug n Ritterstr. 1; Zug 8»et Eichholz, Euvrhstr. 23. Mittwoch, 7. Dezember, 20 Uhr, General- Mittwoch Versammlungen: Zug 3 Zelt 2, llre Zug 7 im Neslauram"" topf, Muokauer Str._■ Freitag, dem 8. Dezember, statt. I 3 gelt 2,«reuzbergstr. 1: Zug 0 bei Krück, Zichtestr. 23; t Steint«, Grünauer Sit. 12(lau Uht): Zug 8 bei Sieben. . 33.—. Ehariottendurg. Sie Porslandssistung findet am Gluemboael. glugveeband der SSerttätigen,«. B., Vetsgeuppe»eelin-vst. hung am lvienstag, beul 6. Dezember, 20 Uhr, im Restaurant..Zum Krug", eichselstr. 27. Portrag be*«ameraben Tileezeck Uber:„Aerobonamii". Ardeitsgemrinschast sozialdemokratischer Dentisten lASD.)-Nächst! Mit- alieberversammlung Donnerstag, 13. Dezember, 20 Uhr, in Lanbro» Weißbier- siuden, Neue Friedrichstr. ifflu. Referent Genosse St. Sullu* Mose«:„Zaschis- mu» und Sozialversicherung". Nur sllr Mitglieder. Parteibuch legitimiert. Sozialistischer Ssaeranta-Dunb. Dienstag. 8. Dezember, im Metallarbeiter. Berbandahauo. Elfäffet Sit 88(f. schwarze Tafel I. Mittwoch. 7. Dezember, in Neukälln, Rittlislrasie. Donnerstag in Neimckendors.Ost, Lindauer Straße . Uederall Gruppen, und stursuoabende von 20 bi» 22 Uhr. verein der Sleiwiher in verlin. Mittwoch, 7. Dezember, 20 zh Uhr, Licht- bildervortrag im Tiergartenhok iSpiegelsaall, am Bahnhof Tieraartin. Herr Scholich vom verband heimattreuer vberschlester bringt..Sberfchlesten im Lichtbild". verband Litauischer»taatabürgee in verlin e. v. Vortragsabend am Montag, dem 12. Dezember. 20 Uhr, im Hause der Deutschen Presse. Tiergarten- siraße 18.„Die Strukturwandlungen der litauischeck Wirischast und ihre gegen» wärligo Lage." vortragender: Universttiltoprosessor Dr. Pietor Jungfer, Räunas Englilh Tieele ,.Peese«arance". Heute, 21 Uhr, im Vriln-Stilbl. Neue Sieine Hütte, Ol.»3, Mllllerstr. 178, am Wedbingplatz. englische vortrüge und Diakusfion. Neichebund der striegebelchäbigtea, striegsteilnehmee und stnegephinter- bliebtnen, Ortsgruppe Süden. Mittwoch, 7. Dezember. 20 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18«. Bortrag de» Herrn Dr. med. Hauadorss. Gaste willkommen. Lcliöne weiKe'Zähne: Chlorodont ' �•. i'i>• Groß-Verliner parteinachrichien. SonnuOrnb. 10. Stutmbtt, in' Uhr. tlnbd in»-wrrkschasl«»«»-. SnocI. *t«!zr»hcr Saal),»in»«ersamnliinq bcr Mitallcdcr und Seifet der SeUuitosfornmiftion Stah Ser�in- statt. Ks fvreiheni Ztanz«unstlet. Paul Lade, Ztiedtich Slampfer. Miigliedsduch lezittlniert. Beginn aller Veranstaltungen ti>)- Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe: heute. Dienstag, ö. Dezember: 12. Zitei«. 20 Uhr Areisvorstandssitzung an defannlet Slellt. 16, Kreis. Wichttge Krelaoorstandsfitzung an bekannter Stelle. Mittwoch, 7. Dezember. Kreis, lä Uhr Hufammenfmift erwerbsloser Parteimitnlieder im Keim Sflmiec Elraste: Stimme der Erwerbslosen. «reis. Zeitungskommisston. Uhr in der„Vorwärts".Spebition Bor. Hagener Sir. n.'. Die'ibteilnngen non 114 bis 120 müssen nerlrelen sein. Abt. 20 Uhr Unterhaltunasabend der jüngeren Parteimitglieder bei Kahn, Brüsseler Str. 40, SdHilliilottcn, Songs U. a. m. übt. 20 Uhr Zusammenkunft fllNgerer Parteimitglieder in den Baracken Sibönlanker Straße. I?ortsetiu»g des Vortrages: Möglichkeiten der Sosta» lifterung. Referent Otto Boh. Abt. 20 Uhr allgemeiner Diskusstonsabend bei Barteld. Wdtther Ecke Rnke» Strohe: Berfassung lind Segenwart. Leiter Z. P. Moner. Abt. 20 Uhr Zusaminenkuiift jüngerer Parleiinilglieder bei Pohst, Star- garder Eike Lnchener Straße: Was wie woüen. Abt. Zahlabend der 4. Gruppe bei Spaderland, Andreas. Ecke Kol»maekt. strahe. Referent: Senosse Meier. Abt. Mitgliederversaniinluna der ZI. und 242. KonsumgeadestefleN In der yüsten Taverne". Alt-Slralau 20— 26. Ausweis ist die Waeenbezugskarte. Abt.?nt Jugendheim Litauer Llr. lö. AS. und jüngere Parteimitglieder. Vortrag und Aussprache über Eteaher-Soziolismus. Leitung: Dr. Braunthal. Abt. Zahne n und Transparente sind umgehend«um Lokal Wolter gurück» jubringen. 20 Uhr pünktlich Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder bei Wolter, staiseriii.Augusla. AOee 52; Politische Lage. Referent Hans Lehnert. Abt. Zunktionärsttzung. Abt. Haselhatst. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Lokal Bock„Zum alten Srer". Garlenfelder Straße: Die Aufgaben der Partei nach der Wohl. Referent De. Croner. Abt. 20 Uhr Zunktionarfihung bei Schelshase. Ahornstr. lb«. Abt. 20 Uhr Zunktionärfihuiig bei Quandt, Mottkestr. 01 Ecke Hinbenburg» dämm. Abt. 20 «dt. 20 W MW........ WI straße Nslö. Diskufston über Reichskuratörium für Sugendeilüchtigung. Abt. Zufammenlunft jüngerer Parteimitglieder pünktlich in der Schule ssoplstraße. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Keller Hanne. mannftrgße. Abt. 20 Uhr Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder Halle am Hufeisen, Schassplaitenabend des Genosse» Knauf: Merilonische Musik. nnb 110. Abt. Mitgliederversammlung im Gemeinfchastshaus Kallenberg: Referent Karl Lttke. M. d. R. und I08,>. Abt. 10 Ubr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder auf dem EicheturnplaN Köpenick. Weiideilschlojj-Straße: Wie erhalten die Ar beitswse» ihre Rechte in der Eoliialversscherungf" Oalfce und Schrippen werden gereicht. Abt. Im Lokal'~ 14. 17. 25. 28. 00. 32. 33. 34. 92. 02. 03. 04. 00. 05. 0*. »», 107. iw. 20 Uhr FunktioniirsijiUng Sei Lehmann, Koller. Wilhelm. Slr. 2»— 31. 20 Uhr Ziisammeiikiinft siingerer Parteimilglleder bei Mali, Chaussee. QA™"D1.- O i, s fi ew* sT}eiii(a/«f>tn/t4 n«*<4<(«',*> � a v» X � 4 1 1 eA 4• � a. erung? Referent Gen. Zippel. 100. A! — W-------------- Marktplatz, Gemeinst Deutschen Freldenkerverdande«!„Unser Kampf in heutiger Am «5. 118. 131. Dr. Helmuth Eintritt frei. Klotz. Stodtheater. bände«:„uii,«,„umvi ,,, Anschließend Lichtbildervortrag: gstsabenb de« .eil". Referent: einrich Zille". Abt. iZunltianürsstzung bei Stöber Abt. Zunktionärsthung noch bekanntgegeben. Abt. 20 Uhr im 3m,.. teimitglieder: Rußland. am 7. Dezember fällt au». Nächste Sitzung wird 'im Lindenstr. 47. Zusammenkunft jüngerer Por» 'IM Lindennr. 47, Zuiam: efetenf Oswald glena». Donnerstag, 8. Dezember. 2. Kreis Tiergarten. Wichtige Kreismiigliederperfammlung 20 Uhr in den Arminilishallcn, Bremer Str. 70. Thema: Wehrsport und Parle!. Reserent! Otto Meier, M. d. L. Die Genossen, welche dem Reichsbanner anaehören, stnd ganz desaudere dazu eingeladen. Milgfiedsdücher sind mitzubringen. 5. Krei«. Achtung! Die Kreisvorslandsützung findet Donnerstag, 0. De»., Eadiner Str. 10, statt. 12. Kreis. 15'/, Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder in der Schule Steglitz, Zeiesens, ratze: Dle neue Reichsregierung. Referent Ludwig Diederich. 13. Kreis. 14'/« Uhr Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglied«! Im IugStth. heim Götzftratze. Unterhaltungsnachmiltag. 18. Krei». Ii, Uhr an bekannter S'elle Zusammenkunft erwerbsloser Parte!. Mitglieder!—.-----—' üm MtzM»' Dr. Walte, lose((hallen' ra un on oerannier cteae Zuiammentunit erwernsioler Partei. 'er: Unler Adwehrkampf gegen den Natsonslsozlallsmus. Referent Iter Gtotz. 10' z Uhr Vestchtlgung l>er Ausstelluna..Junge Erwerbe. offen" Im Lnzeum Weltzensee, Pistoriusstr. 101— 107. 20 Uhr Ltcht. Funktionarsttz: Etelluiignahine zur Neuwahl der Gruppeiileitung. 05. Abt. 1., J,«nd 12. Bezirk. Zahlabend 20 Uhr hei Pinqer. Darfstr. 50. Bericht vom Bezirlsparleilag. Genosse Schlawe. Weltliche Schule. Genosse Knöfel. 103. Abt. Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder im Jugendheim Laufener Slraße 2. 117. Abt. ssuitktionörsstzuna bei Klose. Einlritlskarlen zur Nachtvorstellung am >7. Dezember im Kosinos.Lichtsvieltheater sind bei den Gruppenführern UNd dem Genossen Klose zu hoben. Gespielt wird der Anti-Kriegsfilm: ..Die hölzernen Kreuze". Elntellt 55 Pf. Erwerbslose 05 PI. Die Arbeiler- wohlfohrtslotterielose müssen bis Donnerstag restlos abgerechnet fein. >24. Adt.>5 Uhr Zusammenkunft erwerbslaser Parteimitglieder an bekannter Stelle: Wie diskutiere ich mit meinem Gegner? Referent Paul Bernstein. Mitgliedsbucher mitbrinae». 143. Adt. Wichtige vorltandssstzung mit Bezirkssührern beim Genassen Lehmann. Neuwahlen- Porbesprechuna. K«I»nie Alpenbeege. Gehrenbeege, Bergwalde und Schwanebeck-Wess. Zahl. abend um 20 Uhr bei Klemmer in Alpenberge. Genosse lbawlllta spricht über:„Die Sozialdemolrotie vor Neuen Aufgaben". Arcitag, S. Dezember. 5. Kiels Arbeiteewohlfahrt. 15'/i Uhr Erwerbslasenzusammenlunft Im Heim Tilstter Str. 4 5: Australiens Stellung zur Weltwittsihast(Lichtbilder). Referent Gen. Nietznick. Musikalische Unterhaltung Gen. Lutz-Kaedrlch. 14. Keei». 10 Uhr Erwerbslosenzusammenknnfl im Heim Kanner Straße. Unter- Haltung durch Theo Moret. 20. Kreis. Achtung, Kleingärtner! Im Polkshaus, Reinickendarf-Wess, Schorn. weberssr. 114, Versammlung aller Kleingärtner. Milgliedsbuch mitbringen. 3. Abt. Im Saal 5 des Gewerkschaftshauses wichtige Zunktionärsitziing. Sämtliche sfunktlonäre müssen erscheinen, auch die stellvertretenden De- zirlsführer und die Mitglieder der Zeltungskoniniilston. 5. Abt. 20 Uhr Zunktianörsitzung bei Matlhia, Linienstr. 30, 03. Abt. ZunMonärsitzuna bei Lajak, Benmestr. 0 lnicht Donnerstag). 60. Abt. 20 Uhr FunklionörNtzung bei Lux. Sonnabend, lll. Dezember. 96. Abt. Der Arheitskreis junger Parteigenossen veranstaltet 20 Uhr im Per- einshaus Einigkeit Neukölln. Wivverstraße Scke Kirchhofstratze einen ge- lelllgen Abend Mit Tan». Eintritt 30 Pf. Karten sind»u haben in der Borwärts-Spedltlon Neckarstr. 1. Wir bitten die anderen Arbeitskreise, sich daran zu beteiligen. ,?rauenoeranstattungen. 90. Adt. Mittwoch. 7. Dezcmder. beteiligen sich alle an der Elternjusammen. kunst der Kinderfreunde Hannemonnstr. 40 Bortrag des Genossen Jung. Donnerstag, 8. Dezember, Besichtigung der Konsumbetriede in Lichten. berg. Die Teilnehmerliste ist noch' nicht geschlossen. Treffpunkt 9% Uhr Ritlergutstr. 16— 30. 134. Abt. Mittwoch, 7. Dezember. Fronenabend bei Sonnet. Paek, Scke Schönower Strohe. Proletarische Festkultur. Resereniin: Maria Krische. Dezirksousschuh für Arbeitenvohlsahrk. SeNinar für Wohlfohrfspflege. Dienstag. 6. Dezember, Saal der Wohlfahrtsschule Berlin, Belle-Alllaiice-Platz 7—0. vorn IV, Lichtbildervortrag:„Fürsorgeerziehung duräi die Arbeiterwohlsahri" 15 — der Immenbös— seine Methode, seine Erfolge. Refeeentin: Ge-!3 nofstn Lotte Lemke. Kfinstferffches Progromm. Genosse Saedrich-Lutz. W 20. Keei». Reinickendorf. Dienstag, 6. Dezember. 20 Uhr. Reue Schule. "'......_.._. j, Referent: Genosse Wittenau, Kursusabenb iiber die„Soziolversicheruna". Reierent: Genosse Dr. Kaiiilch. Alle Funktionäre»nd Helfer der Arbelferwohlfohrf, sowie Nshlfahrtsvfleger und fnferefsierie Genofsinnen und Genossen werde» nochmal» darauf aufmerksam gemacht, daran teifzunehnien. Arbeilsgemeinschaft der kinderfreunde. Islldorttätshilfel Ablieferung des Spielzeugs für die Ausstellung „Kinder helfen Kindern" im Ausstellmigsraum Metallarbeiier-Per- dandshau». Alte Iakad- Ecke Gilfchiner Straße iRöhe Hallelches Tor) ob Dienstag, 6. Dezember, In der Zeit van>5 bis l!> Uhr. Letzter Ablieferungstermin 0. Dezember. fiel'etnnqcftiinbe! Zur Porbereitung der Wiuterfonnenwendfeier findet om Mittwoch. 7. Dezember, lO'h Uhr, Im Bezirksamt Kreuz. berg die zweit« Helferfwiide statt. Die Ausstellung der Sslidoritatsbilfe„Kinder helfe» Kindern" findet ab 12. bis 20. Dezember im Haufe de- Äetallardeiier-Perbandes, Alte Jaks». Ecke Aftfchlner Etraße, stakt. Prenzlauer Berg: Aelkerversanimlung und Falken Parlament müssen der Ausstelluug incgen bis nach Weihnachten verschoben werde». Rundschreiben folg!. Adleilniiiien, die Spielzeuge inUssen am 8. Dezember fertig im Hort sein. Kreuzderg: Achtung Reigungslrelsc! Morgen, Mittwoa», tagen alle Nei. gungskreise. Der Basteltreis muß seine Spielzeuge für dir A. W. beenden. Abteilungsleiter, sendet ainigehend die nnmentsiche Liste eurer Mitglieder a» deii Krei» ein. Wie bekannt wird dieselbe für den Wettbewerb beiiötgt. Die Zeitungsobleute kommen Domierslag, pünktlich 18 Uhr, Im Heim Parck- straße II zusammen. Schöneberg: Abt. Ferdiuanb Lassalle: Heute. 20 Uhr, Elternversamnilung >er Schilfe Ofseiibaaier Str. 5, Zimmer 18. Thema: GkMeinsckiaftoerziehung. Tevipelhos: Die fertigen Spielzeuge können bei Willi Edssaw«, Konradin» straße 2, abgeaebeii weebrii. Neukölln! Rate Falken Bollversamnilnng heute, Dienstag, um l7'si Uhr. im Portraasaal Kaiiiierstraße. Faltenkleiduiiq— Faltenausweise mildriiigen. Sportapend für I. F. und R. F. der Abt. Lichtkämpfer, Bauvölk und Jung pblk morgen, Miltwoch, um 17'/- Uhr in der Turnhalle Douaiistr. 126. Abteilung Avant! lind Paul Levi: in der Turnhalle Marlendorfer Weg. Turnzeug und Turnschuhe nillbringe». Sterbetafel der Groß-Berliner Partei«Organisation 0. Abt. Am 2. Dezember»erstarb plötzlich im 65. Lebensjahre unsere treue Genafsin Marie Hilzinger, Köpenicker Str. 70. Sie gehörte der Partes UN. unterbrochen 35 Jahre als Mitglied an. Ehre ihrem Andenke». Einäscherung Mittwoch. 7. Dezember, 18 Uhr, im Krematorium Bonmschulenweg. Zahlreiche Beteiligung erwartet der Abteilunasvarstond. 47. Abt. Unser Genosse Karl Feistel. Waldemarstr. 17, Ist am 3. Dezember verstorben. Ehre seinem Andenlen. Einäscherung Mittwoch, 7. Dezember, ITH Uhr. im Krematorium Bounischulenweg. um rege Beteiligung wird«edete». 139. Abt. Unser Genosse Karl Schröder. Auaust-Müller-Etr. 6. ist am San». abend, dem 0. Dezember,»ach längerer Kraiikheit an Herzlöhmuna verstarde». Ehre seinem Andenken. Beerdigung Mittwoch, 7. Dezember. 15 Uhr, auf dem Gemeiudesriedhos in Tegel. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. »Krete Oewerkschafis-Zugent» Berlin , 6. Dezember, IStj Uhr, tagen die Gruppen: Dteglitz: nimingstr. 14b. Heinibesprechung. Brettspiele.— Moabit: emer Str. 60—70. Das Mädel in der guaeiidbewenung. fvm Heute, Dienstag, Jugendheim Flen Jugendheim Bremer Str. 60—70. Das Mädel In der Iugei — Spandau-Vilhelmstadt: Jugendheim, Sportplatz Seeburger Straße. Heim. abend. Kompfliederobend.— Ponlow: Jugendheim Kisstngenstr. 48, Zimmer 5. Heimbesprechuna.„Peter bringt lustige wadien zum Portrag."— Treptow: Jugendheim Clsenstr. 0(am Bahnhof Treptow). Heimbesprechung.— Frank- furter Allee: Illgendheii» Litauer Str. 18. Die Grundlage» des Marriswu« iReibenvorlrog).— Landsdeeger Platz! Jugendheim Diestelmeneestr. 5. Arbeft». odend.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Kameradschaft— Liebe— Ehe. — Reil'Lichten berg: Iiineildheim Gunterflr. 44. Schulen dle Gewerkschaften für den Sozialismus?— Lstende: Jugendheim Karlshorft, Treskowallee 44 sKant» Schuir). Heimbrsprechuug. Reihennortrog: Do« Strofrechl.— Arlonaplotz! Iu> geiidheim Schule Elifabethkirchstr. l0. Heimdefprechung. Sing, und Splelabend. — Schöneweide: Jugendheim Berliner Sir. 01. Mädchenschule, im Keller. Lieder. abend.— Adlershof: Jugendheim Adlershof. Biomorckstr. l. Warum oraani- siereu wir uns?— Osthofen: Jugendheim Goßlrrstr. 61(Rates Zimmer). Keim. bcsprechung. Portrog: Die FGI. und die anderen Juge gugendorganifaflanen. �uqendaruppe des ZentralverbanSeo der Anflestellten Diensfog. finde» folgende Veranftallunae» statt: Gesund- Sdiönfiedlste. l. Gruppendefprechiina.— Osten! a des Werdebezirks.— Lichtenbeea: Wie besuchen zirfs.— Nordwest: Iugendbeim Lehrter Str. 1830. rZyji Heule, brunnen: Iugendhefm Dir besuchen dir Bersammlung dir Brrfammlung des Werbebezirko.— Nordwest: Juge II Portrog: Welche Erfolge haben die Perfud>e zur Permi nderuna der Arbeffs» lostgkeit bisber gezeitigt? Referent: Dunzel.— Unsere Gemeinschaft für ma- Verne Festgestaltunq übt heute von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle schönlonker Straße ll sNardoften)._ OPD..Betriedsfrakttan der Arbeiter»nd Anaestelten beim Bezirksamt Re!» nickendorf. Danuerstag. 8. Dezember, 19 Uhr, bei Marks, Relnlckendoef-West. Berliner Str. 70, Frokiiansversammlllng. Sozial, und Kommunalpolitlk. Refe. eenl: Stadtrat Karl Schneider. SPD.'Angestellte der AEG. Trevtow. Mittwoch, 7. Dezember, 16?« Uhr. Persommlung bei Georae am Bahnhof Treptow. Unsere gegenwärtigen Auf» gaben. Referent: Emil Dittmer. Gtwerlfchoftssckrelär. SPD.'Betriedsfraktion bei der AEG. Brunnenftraße. Dannerstag, 8. De» zemder. 1#H Uhr, bei Korus, Poltostr. 19, Froktionsoersammlung. Wichttge Tagesordnung. Erscheinen oller Genossen ist Pflicht. � I ( Theater, Lichtspiele usw. Ilaali 5? malet Dienstag, den 6. Dcrember staatsoper unter den Linden 20 Uhr R i g o I e 1 1 o staatliches Schauspielhaus 20 Uhr Die Matrone von Ephesus Hierauf; Die Mitschuldige T4gl.5u.8VlUhr Märchen mit Emst Matray Maria Solvcf Kacta Starna MAREK WEBER <.d.gr.Fest-Pro|iramn! Lessing-Theater Taglich 8'/, Uhr: Grete Mosheim Oskar Homolka in Pyjamalion Itose- iheater litils rriBkliirter Slnli 137 Irl. Wiidnil k 1 34« 8.15 Uhr Löhmische Musihanten Theater im Admlralspaiast Merkur 9901 Tiglich 8'.i Uhr Hans Albers Liliom Stadl. Oper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Dienstag, 6. Dez. 20 Uhr Martha Pfahl, Zador. Pataky, AndrOsen Dirigent. Müller 5 c h i // p r Bismarcksir.(Kult) Steinpl.(C I) 6715 8V4 Zum 55. Male Robert und Bertram Alfnd Braun. Paul Hilde- mann. Senil Seniland Sonntag II. Dez 4 Uhr Alfrsd Braun Dr. Ool Ittels Abenteuer Theater I d.-, jSiresemannstr. | Täglich 81/* ühi Zu«Zill. isdiönrntin v. G. B. Shaw MoiSSl, von Thell- mann. Beneno, £van*,Oito, Sima, Wiemann. Depps. Fischer .Vinter . Cjarren' Öuhris Garfen 3 Codonas 6 von der Staatsoper, Xaltto Trappe 3 BnltlorM AnEolj- usw. 1 Sonnabend und Sonntag auch 4 Uhr zu kl. Preisen 1 Flora 3434. Rauchen Das führende Varie+üj VOLKSBÜHNE Theater am Bülewelats Norden»53». Täglich 8% Uhr Das neueParadies von Julius Her Regie: Heinz Hilpert TulZ Sonntag nachm. 3 Uhr billigt Prtiat Honte 4 l/lar: Hosinchens wunderbare Reise Ein Weihnachtsspld für Kinder Preise von 60 Pf. ab uhr CI1SII10-THEI1TER Lothringer Strahe 37. 'lllilllMlllllllllllllllllllllilllll 'Ccudui auchDis IS Monatsraten SonstAg««uch nachmittags 4 Uhr Kohlagrer- Posse Alles um Lotti mit Gesang und Tans Für die Leser Gutschein 1—( Personen. Parken nur 0.50. Fauteuil nur 0.75, Sessel 1.25 M. Auch Sonntjgs abends. Slettiner Sänger Relchshallen-Theater Dönhoffpiatz Direktion Meysel 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. Gefährliche Nachharichaft und das neue W'eihnachtsprogramm SÄ Kabarett für Alle 4 Uhr TlalUh tx 9 Uhr Das mntioBeUa Ktharttt-Progruiia Abendproise 1—3 Mk. ____»ach«*" I Jadeu Sonnabsna u OodMl 1.13 IIV,U8f:»»cdtTSrtfslkmd Deuts ches Theater Weidend. 5201. Täglich 8 Uhr Harmonie von FranrMolnar Inszen. Max Reinhardt Max Ptllenherg. Karlweis, Ellinger, Vallemln, Hertha Thiele, Terwln. Lore Mosheim Hammerspieie Heute geschloss Morgen 8 Uhr EretauffUhrung „EDgelrniteruDi" «H fraitluk laniir Reg.: Rudolf Beer Pill Hirkigir. Ehm Senil. Ulkuitlner. Mtiiiiir. Mrinur, Hdrrmmn. Behal metropoi-TiiBaier I Täglich 8>/. Uhr 1 Zntzi Masfary 1'" I kwe krau, die« ei«, I w» zie wll» Deutsclies Künstler»?'!,. Nürnberger Str. Tel. Bävaria 6466 Tägl. 8>/. Uhi Leopoldine Konstantin in: Die Nacht zum 17. April Schroih. Steinbeck Gebühr, Brionne, Wolle. Pich Theater des Westens Steinpl. 5121 Täglich»'/» Uhr Der Smuliimerfilg Katharina KomOdientiaus Schlffbauerdtnnn 25 M.D] Wii«. 6364-03 Tüffllch«4 Uhr Gestern und heute 7h. KerfOrstendziiim 209 Tel Blsm.1400 Tägl. H'li Uhr dlödilitlie Reise vo« Birtuch und Sdtwftbidi .Musik: Kfinneke Regie: Peukcrt Hans Schindler mit seinen Jazz-Symphonikern Vorverkauf ununterbrochen B. B. B. Btndowt Bunte Bühne Kattbusser Slrate 6 Obertinni 3500 ..von a-Z" Tiglidh Vit Uhr Sonnt, nachm. i1/ Renaissance-Tit. steinpl. 6780 Täglich 8'/« Uhr Truppe 1931 Die mauseiaiie Mittw. u.$onnab.4llhr Schneewittchen Im Mühenden Atter von 33 Jahren verstarb am 3. Dezember unser lieber Mitarbeiter und Kollege, der SChrlflieuer Karl Sdirocder Während seiner mehrjährigen Tätigkeit in unserem Betriebe er- wie«»ich der Verstorbene als einer der unsrigen: infolge seines schlichten,(reundlichen und kollegialen Verhaltens erlreute er sich allgemeiner Wertschätzung. Stets werden wlrsclncrehrend gedenken Berlin, den 5. Dezember 1932. Oeschiftsleitung und Personal dtr Vorwärts-Buchdruckerei. Beerdigung: Miltwoch. den 7. Dezember. 18 Uhr. auf dem Ge- mcindeliiedhof in Tegel. Ellll Bilil 20 Mark Belohnung zahle demjenigen, dermirschnellstens die jeiz. Adresse des Schlossers Hermann Reiser aus Hannover mit* teilt Nachricht erbeten an Gastwirt Allred Wienand. Hannover, Vahrenwalder Siraße 11. Ouiftunqs nnbaii u UeKIdmrmdrKrn Vrfigjf-a-i(«»Slahrrn dlj Spr/iali*n< (onrad Müller vwir. Kennst Du dfeaee Zeichen Auch Du muBt Mitglied werden •n unserer B mir g o n o•»•nicii DER BUCHERKREIS Auskunft und Verzeichnis erhältff Du g r• t i i in der Zehlstefle: Der BücherKreis 6. M. B. H. Berlin sw ei. Beiie-Alliance-Platz 7 | ueritöuie| Tapeten Szillat. Kolonie. strotze». mshii Teilzahlung Schloizlmmer, Küchen. Elnzelmö. bei. Billigste Preise. Schreier. EUässer. strotze 03, Rofen. thaler Plötz.' Teilzahlung. Schlafzimmer, Spei. seziiiiuier. Kilchsii, Einzelnibbel, billige Preise, niedrige Ra. ten. Thau, Große Fronksurterslr. 66.� Speisezimmer 175,— bis 850,—, Bücherschränke 28,—. Mödelbelzwerl, itättcn, Mädel groß. loger Komerling. Kostaiileiigllee 56 lEcke Fehrbelliner. straße). Kassoner- laus, auch Tetlzah. luug._* Bis 24 Monate Zahl»»«». Erleichterungl Schlafzimmer, K». d)en. Speisezimmer, Einzelmöbrl. Pal- stermöbel, Teppiche, Gardiiieil. Läufer- stoffe. Sdirnger. Invalidenstr. 141.> 0ie„cheiiiliil!er ValkKlimine" sucht tür den t. Januar 1P33 einen selbständigen WirischaflsredaKieur der auch als politischer Redakteur tätig sein und vertretungsweise die Leitung der Redaktion über- nehirren rnulZ.— Bewerbungen sind bis snätestens IS Dezember einzureichen an den Vorsitzenden der PreSkommisslon, Genossen Bernhard Kuhnt, Chemnitz, Zimmerstraße 19 Ueber 150 Waggons Uebersee-Tabake kauften wir rechtzeitig aus dem hervorragenden 1930er Jahrgang. Darunter befinden sich die feinsten Sandblattgewächse renommierter Vorstenlanden- Plantagen (Niederländisch- Indien), ausgezeichnete Brasils, blumige Javas, würzige Kentuckys und edle Havanas. Villiger-Stumpen waren immer gut und gehörten stets zu den Besten. Mit der Verarbeitung des 1930 er Jahrgangs ist es uns jedoch gelungen, die Qualität auf eine bisher nie erreichte Höhe zu steigern. Villiger-Stumpen sind etwas Besonderes! Preislagen 8, 10 und 15 Pfg. Fabrik-Lager Hedcmannstr.ää. Bcrgm. 2370, Das Ende der Wirtschaftsschrumpfung Die Wirtschaftslage Anfang Dezember— Die Diagnose des Konjunkturinstituts Dos Institut für Konjunkturforschung ver- össentlichr in seinem 3. Viertcljalirshest zur Konjunkturforschung als Ergebnis feiner Beobachtung für den Stand vom 2. Dezember Diagnosen für die Wirtschaftslage in der Welt und in Deutsch- land. Es schreibt über clie in der Weltwirtschaft: Der allgemeinen Hausse, die um die Jahres- mitte an den internationalen Waren- und Ejsek- tenmärkten einsetzte, sind R Ü ck s ch l ä g e gefolgt Einen grundsätzlichen Tendenzwandel bedeuten sie aber nicht. Konjunkturell gesehen, sind die Markt? in die für den Depressionsbeginn(Ueberwindung des Arsientiespunkts, D. R,) typische Bewegung-- richtung eingebogen i Aktienmärkte iind Waren- märktc dürsten daher im wesentlichen in der Horizontalbewegung verharren: der Rentcnmarkt wird sich mit der allmählichen Ueberwindung des Mitztrauens zunehmend verflüssigen. Ans der G ü t e r s e i t« hat im Anschluß an die Preis- und Kurssteigerungen der Sommermonate eine bis in die letzten Wochen anhaltende B e> lebung von Produktion und Umsatz eingesetzt. In der Hauptsache handelt es sich da- bei um die Wiederanpassung der Pro- duktion an den lausenden Bedarf, zum Teil auch um Lageraussüllungen. Die konjunktur-syinpto- matische Bedeutung dieser Entwicklung liegt da- rin, daß sie die Beendigung des aus Lager- ab bau und Einschränkung von Crsatzinoesti- tionen drängenden Deslationsdrucks erkennen läßt. Den Beginn einer neuen konjunkturellen Aus- wärtsbewegung bildet sie aber nicht: Eine Erhöhung der Jnvestitionstätig- keit, die gewöhnlich den Anstoß zum Aus- schwung gibt, ist in Anbetracht der zumeist noch prohibitiven(Neuanlogen ausschließenden. D. R.) Höhe der Kapitalzinsen aus der Dynamik(gesetz- mäßigen Entwicklung. D. R.) der Märkte heraus vorerst nicht zu erwarten. Ebenso macht die gegenwärtige E i n k o m- Mönsentwicklung«ine vom Konsum aus- gehende Belebung der Weltwirtschast unwahr- s ch e i n l i ch, zumal die Aufnahmefähigkeit der Weltagrarwirtschast nach wie vor außerordentlich gering ist. Jedoch dürste das Ende der Wirt- schaftsschrumpfung in den meisten und Dichtigsten Ländern erreicht sein. Die Lage in Deutschland: Die Beschäftigung ist zum erstenmal seit vier Jahren konjunkturell leicht gestiegen. Auch Produktion und Umsätze haben sich leicht belebt. Begünstigt waren vor ollem die Verbrauchs- guter industrien. Der Produktionsaustrieb. er- klärt sich hier vornehmlich als Reaktion aus die vorausgegangene Drosselung der Produktion so- wie aus Eindeckungen von Weiterverarbei- tern und Händlern, die durch die R o h st o f f- Hausse gegen Mitte des Jahres veranlaßt wurdeu. Vom Konsum selbst lagen keine Anregungen vor. Das Einkommen und mit ihm die Einzelhandelsumsätze nahmen eher noch a b. In den P r odu kti o n s g ut« r industrien war der Umschwung weniger ausgeprägt. Immerhin ergab sich auch hier eine leichte Be- letmng. Russenaufträge. Aufträge der öffentlichen Hand und Bestellungen des Handeis zwecks Ergänzung der Lagervor- rät« sind als Gründe anzuführen. Die In- vestitionstätigkeit blieb unverändert niedrig. Auch der Druck von der K r e d i t s e i t e her hat sich abgeschwächt. Der Abbau der Bank d e b i- toren(Schuldner) geht nunmehr in oerlang- samtem Tempo vor sich, und zwar offenbar weniger als Folge von Schuldeneintreibung als durch Abdeckung unbenutzter Betriebskredite. Die Notenhortung läßt nach, die Sparkassen verzeichneten erstmalig seit Mai 1331 wieder einen Einzahlungsüberschuß, die Auslockerung des Kapitolmarkts macht weitere Fortschritte. Die Höhe der Zinssätze ist allerdings noch immer restriktiv(drosselnd). Eine nachhaltige Besserung der Wirtschaftstätigkeit ist dadurch vorerst unmöglich gemacht. Die Periode krisenhafter W i r t s ch a f t s- schrumpfung durfte aber abgeschlossen, der Eintritt in die Depressionsphase, die einen mehr horizontalen Verlaus von Produktion und Beschäftigung bringt, vollzogen sein. Pfeue Etappe: Eine lange Depression Nach der Auffassung des Instituts hat die deutsche Wirtschastskonjunktur einen g r u n d s o tz- lich neuen Entwicklungsabschnitt be- gönnen:„Die Wirtschastsschrumpsung ist abge- schlössen: Produktion. Umsatz. Beschäftigung sind nach jahrelangem Ruckgang in Horizontalbe- wegung umgebogen: die Zahl der Konkurse, Ver- gleichsversahren und Wechselprotest« nimmt ab: der Abbau der Bankdebitoren(Schuldner: d. Red.) scheint zum Stillstand zu kommen: der Kapital- markt zeigt Ansätze zur Entspannung." Ein ganzer Komplex von Ursachen habe auf diesen Tendenzwechsel hingewirkt. Neben dem Lausanner Reparationsabkommen als ent- scheidendes Stimmungsmoment sei bei den beut- schen Verbrauchsgüter industrien durch eine über das Maß der Absatzverminderung hin- ausgetriebene Produktionsdrosselung eine Produk- tionsbelcbung erzwungen worden. Bei den Pro- du kti ans guter industrien sei der Absatz teil- weise bis an den Nullpunkt gesunken und zu einer weiteren Schrumpfung sei nur noch ein geringer Spielraum gewesen. Unterstutzend haben bis zu einem gewissen Grade auch die durch das System der Steuergutscheine geschaffenen Impulse gewirkt. Die jetzt«ingetretene Phase der De- pression trage in sich keine große Gefahr eines erneuten Rückfalles in die Krise, weil zum Ver- kauf um jeden Preis drängende Warenbestände kaum noch vorhanden seien. Aus der anderen Seite sei eine ungewöhnlich schnelle Ueberwindung der Depression wenig wahrscheinlich, weil sich dem aus fast allen Binnen- und Exportmärkten große Hemmungen entgegenstellen. Die Möglichkeit einer isolierten Binnenmarktkonjunktur in Deutsch- land sei solange nicht gegeben, als der Kapital- und Devisenmarkt nicht entscheidend entlastet sei. Eher stehe ein« Hinauszögerung der De- pression über die übliche Dauer hin- a u s zu befürchten. Auch jetzt müsse ein weltwirt- schastlicher Konjunkturausichwung von neuer In- vestitionstätigkeit getragen werden, die jedoch nicht eher zu erwarten sei, als den Unternehmern«in erhöhter Kapitaleinsatz rentabel erscheine. Auch an anderer Stelle weist das Institut der Ankurbelung durch die Steuergutscheine nur eine sekundäre Bedeutung zu. Daß die rein konjunkturellen Kräfte außerordent- lich stark am Werke waren, dafür spreche, so heißt es, vor allem die Steigerung der durchschnittlichen Das Rheinisch-Westsälische Kohlensyndi- tat hat jetzt seinen Bericht für das am 31. März beendete Geschäftsjahr 1931/32 verössentlicht. Die letzten Monate dieses Geschäftsjahres sielen also in die Zeit des tiefsten Standes der Kon- junktur. Der Bericht besaßt sich einleitend allgemein mit dem Rückgang der Förderung, der durch das Versagen des Inlandsmarktes und Schwierig- leiten im Export beschleunigt wurde. Die Ein- führung deutscher Agrarkontingente wird als zu- sätzliche Exportschädigung nachdrücklich abgelehnt. Im allgemeinen aber hat sich unter Berücksich- tigung der Krisenelnslüsse der Ruhrbergbau im Kamps um den Absatz gut behauptet. Die Aussuhr war mit rund 32,4 Mill. Tonnen im Jahre 1931 nur um 9,57 Proz. geringer, während die Einsuhr ausländischer Kohle mit 6,7 Mill. Tonnen um rund 11 Proz. unter dem Stande von 1939 lag. Der Exportüberschuß des Ruhrbergbaues war mit 25,7 Mill. Tonnen dementsprechend auch nur um 3,2 Proz. ge- sunken, während im vorhergehenden Jahr der Rückgang fast 18,9 Proz. betrug. Obwohl also in das Jahr 1931 bereits 31- Monate englisches Valutadumping fallen, hat sich die rückläufige Be- wegung des Erportüberschusses um nahezu d i e Hälfte verlangsamt. Hier zeigt sich, daß die für den deutschen Kohlenerport schädlichen Einflüsse des Pfundverfalls von den Zechenunternehmern zu durchsichtigen sozialreak- tionären Zwecken propagandistisch ü b e r t r i e- den werden, obwohl zuzugeben ist, daß von sämtlichen englischen Exportindustricn am ehesten noch der Bergbau eine„Erportprämie" aus dem entwerteten Pfund zieht. Die Rückendeckung, die der Ruhrbergbau gegen- über dem Währungsverfall im Auslande in Ge- stalt von T a r i f s u b v e n t i o n e n bei der Reichsbahn durch Senkung der Ausnahmetarise, Reichsvergütungen usw. erhielt— von dem oer- Zowjetrul�Iand Konsumvereine werden Betriebsabteilung Moskau, 5. Dezember.(Off.) Durch Rcgierungsbeschluß wurden die Leitungen der Großbetriebe mit der Arbeiterversorgung oe- traut, die bisher den Konsumgenossenschaften unterstellt war. Durch diese Maßnahme wurde die Versorgung der Arbeiter mit der Betriebs- leitung vereinigt. ./Iswestija" schreibt aus diesem Anlaß: Unter dem alten System waren die Konsumgenossen- schaste der Betriebsarbciter mit dem Betrieb nicht verknüpft und die Betriebsleitung hatte auf die Arbeiterversorgung keinen Einfluß. Der gegen- wältige Beschluß macht die Betriebsleitung zum Leiter der Arbeiterkonsumgenossenschast, die un- mittelbar zu einer Betriebsabteilung ausgestaltet wird. Vernichteter Klavierexport Der Auslandsabsatz der deutschen Klavier- industrie, der bereits vor dem Ausbruch der Wirt- schaftstrife eine rückkaufige Entwicklung aufzu- Hatte, ist weiter m den letzten Jahren so Arbeitszeit. Angesichts des Prämiensystems wäre der Vorteil der Unternehmer am größten gewesen. wenn allgemein die Arbeitszeit auf 49 Stunden beschränkt worden wäre. Konjunkturelle Gründe hätten offenbar die Ausschöpsung dieser Möglich- keit verhindert. Das.Arheitseinhommen Dos Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten betrug im dritten Vierteljahr 1932 etwa 6.8 Milliarden Mark, d. h. ebensoviel wie im zweiten Quartal.(Für jeweils das vierte Quartal wurde 1931 ein Arbeitseinkommen von 7,8, für 1939 von 9,5 und 1929 von 19,4 Milliarden an- gegeben.) Da vom zweiten zum dritten Quartal ein saisonmäßiger Anstieg des Arbeitseinkommens hätte eintreten müssen, spricht das Institut von einem konjunkturellen Rückgang, der in dem Gleichbleiben zum Ausdruck komme. Einer Steigerung des Arbeitseinkommens durch die eingetretene Belebung der Wirtschaft stehe zunächst noch die Entwicklung der Löhne und Gehälter entgegen, die noch bis Ok- tober gesunken seien. Das Institut ist aber der Auffassung, daß in der Höhe des Arbeitsein- kommens die steigende Beschäftigung etwas stärker zum Durchbruch kommen werde als die Senkung der Löhne. Jedenfalls werde das Arbeitsein- kommen nach der bisherigen Entwicklung nicht mehr sinken. ordneten Lohnabbau gar nicht zu reden— wird selbstverständlich als ungenügend hingestellt und mit langatmiger Kritik im Hinblick auf eine an- gebliche Besserstellung der schlesischen Reviere bedacht. Dabei hat sich das Absatzverhältnis zwischen bestrittenem und unbestrittenem Gebiet nicht verschlechtert, woraus die Wirksamkeit dieser Tarifhilfen ersichtlich ist. Bei der Darstellung des Krisenverlauss ist be- merkenswert, daß der Anteil des Ruhr- r e o i e r s an der Gesamtförderung 1931 von 75,1 auf 72,1 Proz. gesunken ist, während das Aachener Revier seinen Anteil von 4,71 auf 5,38 Proz. und Oberschlesien von 12,59 auf 14,16 Proz. steigern konnte. Das Aachener Revier konnte sogar seine absoluten Förder- Ziffern � bei verschärfter Krise!— von 6,7 aus 7,99 Mill. Tonnen erhöhen. Die Gesamt- sörderung lag 1331 mit 118,6 Tonnen um 16,86 Prozent niedriger. Der Steinkohlenverbrauch Deutschlands ging auf 32,9 Mill. Tonnen um 18,75 Proz. zurück Die AusnutzungderLeistungsfähig- keit bei den Mitgliedszechen, die sich bei einem Vergleich der Syndikatsbeteiligung und der Förderziffern ergeben, war 1931/32, wo die Be- teiligungen wegen Fertigstellung der letzten Werksausbauten noch stiegen, außerordentlich schlecht, wenn sie auch nur bei Koks an den Ties- stand der Eisenbetriebe heranreicht. Gegenüber 1329/39, wo die Ausnutzung der Syndikatsquote 89,7 Proz. betrug, ist bei der Kohle ein Rückgang auf 55,6 Proz. eingetreten. Bei den K o k s- q u o t e n sank die Ausnutzung von mehr als 81 Proz. im Jahre 1929/39 bis aus 36 Proz. Hier rächen sich die planlosen Phantasie- i n v e st i t i o n e n der Rationalisierungsjahre. Zur gegenwärtigen Lage bemerkt der Syndi- karsbericht, daß Anzeichen einer Krisenwende vor- handen seien. Die Steigerung des Inlands- absatzes in der letzten Zeit gehe über.den saison- üblichen Umfang hinaus. stark zusammengeschrumpft, daß von einem nennenswerten Exportgeschäft dieser auf ihrem Gebiete ehemals im Welthandel führenden Jndu- strie gegenwärtig überhaupt nicht mehr die Rede fein kann. Deutschlands gesamte Ausfuhr von Flügeln und Klavieren betrug in den ersten zehn Monaten dieses Jahres dein Werte nach nur nach 2.66 Mill. M. gegen 8,65 Mill. im gleichen Zeitraum des Vorjahres, 18,28 Mill. in den ersten zehn Monaten 1939, 29,71 Mill. M. 1929 und 26,44 Mill. M. vom Januar bis Oktober 1927. Feiernde Autos In USA. zwei Millionen weniger Aus New Port wird uns gemeldet: Der Automobilbestand der Vereinigten Staaten hat, einem Bericht des amerikanischen Federal Oil Conseroation Board zufolg«, seit etwa zwei Jahren einen an Schärfe zusehends ge- Winnenden Rückgang aufzuweisen. Bereits in, Jahre 1931 hatte der Automobilbestand Amerika- eine Abnahme um 711 945 auf 25 986 353 Wagen erfahren. Für das laufende Jahr muß, nach der bisherigen Entwicklung zu urteilen, mit einer weiteren Abnahme um mindestens i Millionen Wagen gerechnet werden. Diese Entwicklung gibt dem Oil Conseroation Board Anlaß, den P e t r o I e u m r a fs i n i e- r i e n in USA. im Hinblick auf den zu erwarten- den Rückgang des Benzinverbrauchs eins weitere Produktionsdrosselung zu empfehlen. Der Benzinverbrauch in den Ver- einigten SKwten wird für dieses Winterhalbjahr mit rund 8 Proz. geringer als im Vorjahre ver- anschlagt, während der voraussichtliche Rückgang der Benzinexporte Amerikas sogar auf 39 Proz. geschätzt wird. Deutschlands Deleinfuhr Rußland hat die Vereinigten Staaten überflügelt! In den ersten zehn Monaten dieses Jahres hatte Deutschland an Mineralölen(Rohöl, Benzin, Petroleum, Gas-, Heiz- und Schmieröle) eine Nettoausfuhr(Einfuhr abzüglich Wieder- ausfuhr) van 1,93 Millionen Tonnen im Werte von 35,3 Millionen Mark zu verzeichnen. Der Rückgang gegenüber der gleichen Zeit des Vor- jahres beträgt mengenmäßig(2,26 Mil- lionen Tonnen im Vorjahre) nur etwa 15 Proz., wertmäßig(197,8 Millionen Mark) aber mehr als 59 Proz. Der scharfe Wertriickgang ist eine Folge des Preisrückganges auf den Welt- Märkten, der durch den scharfen Konkurrenz- kämpf unter den Erdölproduzenten verursacht wurde. Der Rückgang der deutschen Oeleinfuhr ist hauptsächlich beim Benzin zu oerzeichnen ge- wesen: die Benzineinfuhr ging von 1,14 auf 9,99 Millionen Tonnen oder von 136,2 auf 64,7 Millionen Mark zurück. Das ist ein Zeichen für den Rückgang des Benzinverbrauchs in Deutschland(an dem die Jmportgesellschasten durch ihre Preiserhöhungen mitschuldig sind!), da die deutsche Erdölproduktion sich gegenüber dem Vorjahre kaum verändert hat. Wichtig und interessant aber ist, daß sich die Anteile der Importländer an der deutschen Erdöleinsuhr völlig verschoben haben. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres führten ein: Rußland.... 522 Mill. t(Vorj. 357 Mill. t) Vereinigte Staaten 496„„ 855„ übriges Amerika. 266„„ 215„ Persien..... 144„„ 139„ Rumänien... 95„„ 157„ D a zp i t hat Rußland zum ersten Male die Vereinigten Staaten in der deutschen Erdöleinfuhr überflügelt, ein Vorgang, der nicht unterschätzt werden darf. Beachtlich ist auch der starke Rückgang der Einfuhr aus Rumänien, während Persien seine Einfuhrzisfern gegenüber dem Vorjahr noch steigern konnte. Amerikanische Eisenkrise Die RoHeisenproduktion in den USA. stieg nach der Zeitschrist„Stahl und Eisen" im Oktober arbeitstäglich um 8,6 Proz. Auch die Stahl- Produktion besserte sich um etwa 9,6 Proz. Diese Besserung ist aber nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, denn die Oktoberproduktion entsprach erst einer Ausnutzung der betrieblichen Leistungsfähigkeit von 14,7 Proz.(!) bei den Hochöfen und von 19 Proz. bei den Stahlwerken. In diesen katastrophalen Ziffern zeigt sich, daß der Schrumpfungsprozeß in der amerika- Nischen Eisenindustrie noch schärfere Formen ange- nommen hat als in Europa. Die Textühelehung Doppelschichten bei Leipziger Wolle Die zum Stöhr-Konzern gehörende L e i p- z i g e r Wollkämmerei A.-G. hat das am 39. Juni beendete Geschäftsjahr mit einem e r- höhten Betriebsgewinn von 7,43 gegen 7,13 Millionen Mark abgeschlossen. Die Unkosten sanken infolge des Lohnobbaues von 5,84 auf 5,61 Millionen Mark. Der ausgewiesene Rein- gewinn ist mit 347 999 M. um mehr als 17 Proz. gestiegen! Die Aktionäre erhalten eine Di vi- d e n d e von 6 Proz. gegen 5 Proz. im Vorjahr. Das vom 1. Juli ab lausende Geschäftsjahr 1932/33 hat eine starke Belebung gebracht. Der stürmischen Auswärtsbewgung der R o h w o l l- preise ist allerdings ein Rückschlag gefolgt, der auch Verluste brachte. Die Beschäftigung ist aber erheblich günstiger als im vergangenen Jahr, so daß die Maschinen vollzählig in D o p p e l s ch i ch t lausen. Der Auftrags- bestand reicht für mehrere Monate Vollbeschäfti- gung aus.' vollarbeil durch Auslandsaufträge. Die Mercedes- Büromaschinen- Werke in Zella-Mehlis, Thüringen, sind zur Durchführung mehrerer großer Auslandsaufträge bei einer Be- legschaft von elwa 1199 Mann wieder zur 48-Stunden-Woche zurückgekehrt. Elektrifizierung in Schweden. Die schwedische Eisenbahnverwallung hat der Regierung die Pläne für eine Elektrifizierung der Eisenbahnlinien Stockholm— Ange und Oerebro— Krylbo bis 1936 zugeleitet. Für diese Arbeiten wird ein Gesamt- betrag von 59 Millionen Kronen ausgewendet. � Brennstosskarten in Rußland. In den großen Städten der Sowjetunion, darunter Ntoskau, Leningrad und Charkow, wurden Brennstosskarten für Holz, Kohle usw. cingesührt, da man ivegen�der großen Unordnung im Transportwesen dies« Städte nicht ausreichend mit Brennstossen versorgen kann. Kampf um den Kohlenabsatz Krisenbericht des Kohlensyndikats ZWEITE BEILAGE DIENSTAG, 6. DEZ. 1932 35 1 ROMAN vom STEFAN POLLATSCHEK\ (Copyright Saturn-Verlag.) Er schrieb an seine Freunde und Fach- kollegen in Frankreich, England, Skandi- navien und Amerika. Er deutete an, welcher Art seine Entdeckung sei und bat um Rat. Die Folge war, daß die Zeitungen Alarm- Nachrichten brachten. Tagelang war sein Haus von Reportern und Photographen um- lagert, Briefe und Depeschen türmten sich auf seinem Schreibtisch. Momente der Ruhe für ihn gab es nicht. Anfangs September schlug die Vereinigung der amerikanischen Umver- sitären eine Konferenz der Fachgelehrten vor, um nach dem Wunsche des Erfinders die Möglichkeiten der praktischen Verwertung zu diskutieren. Die amerikanische Regierung ließ durch ihre Vertretung anfragen, ob Cr�isius mit dem Plan einverstanden sei. Für Mitte November wurde dann die Kon- serenz nach Washington einberufen, die Wahl der einzuladenden Persönlichkeiten hatte man Crusius überlassen. Die Vorbereitungen zu dieser Besprechung waren gigantische Gegen den Willen Cru- sius' hatte die Angelegenheit Dimensionen angenommen, die ihm ganz und gar zuwider, ja verhaßt waren, aber die Entwicklung der Dinge war ihm über den Kopf gewachsen, es gab kein Zurück mehr. Am vierten No- vember sollte er die Fahrt von Hamburg aus antreten, für den zweiten November war seine Abreise aus der Heimatstadt vor- gesehen. Am Tage vorher— Kisten und Koffer standen gepackt— fiel es ihm plötzlich in die Seele: Ich werde Weltlin nicht mehr sehen! Es war wie ein Blitz, eine momentane Erleuchtung, ähnlich jenen, die ihm in gesegneten Augenblicken, selten genug, wah- rend der Arbeit geschenkt waren. Obwohl er noch eine Reihe von Dingen vor der Abreise zu besorgen. Besuche zu empfangen und ab- zustatten hatte, ließ er alles außer acht und fuhr zu seinem alten Freund. Er wußte, daß er Weltlin nicht mehr sehen werde, er wußte es in der Tiefe seines Herzens, mit absoluter Gewißheit, dennoch machte er sich eilends auf den Weg, hoffend, daß ihn seine Ahnung getrogen habe. Die alte Frau öffnete. Nein, Herr Weltlin sei nicht zu Hause. Crusius riß die Augen weit auf. Also hatte er doch recht behalten, und wieder spürte er mit wacher, tagheller Klarheit: Ich werde Weltlin nicht mehr sehen! Fast hörte er nicht mehr, was die Frau sagte, fo groß war seine Erregung. Nein, Herr Weltlin sei auch nicht in der Stadt. Er habe die Woh- nung vor einer Woche verlassen; er habe sich geäußert, daß er nicht wisse, wann er wiederkomme, er werde vorher eine Nach- richt senden. Crusius, von dem Gedanken be- festen, Weltlin doch noch sehen zu müssen, fragte, ob sich der Herr vielleicht in die Tschechoslowakei begeben habe, dort finde ein Prozeß statt, der... Nein, der Herr sei ohne Gepäck fort, nur mit einem Rucksack, er sprach einmal flüchtig davon, daß er ins Ge- birge wolle. Also aus! dachte Crusius im Gehen. Ich werde ihn nicht mehr sehen. Aus welchem Grunde? Vielleicht werde ich auf der Reife DAVON wird Sie eine Kostprobe elektrischzti- bereiteter Speisen in den BEWAG-Vorführungsräumen überzeugen. sterben. Und er sah sich auf dem Schiff in- mitten großer Gesellschaft— plötzlich er- lönten Hornsignale, Verwirrung entstand, Rettungsboote wurden klar gemacht, er sah sich in einem Boot, das Boot von einer Welle erfaßt, kippte um, er rang mit den Wellen, er fühlte Nässe und Kälte um sich — in sich— in Mund und Lungen. So rasch, wie die Vision kam. verschwand sie wieder. Er mußte lächeln, schalt seine Kino- phantastik, und schritt gespannt und straff aus. Bei einem Zeitungskiosk machte er Halt. Ja. nun war wieder eine Zeit, da sich die Blätter mit ihm befaßten. Er fah Ab- bildungen von sich, seinen Namen. Er kaufte einige Journale. Die Ueberschrift einer Zeitung lockte. In balkendicken Lettern war da zu lesen:„Was erwartet uns in Washington?" Es war ein Organ der Ar- beiterschast, das er in Händen hielt. Man möge sich keiner Täuschung hingeben, hieß es da; in Washington werde nichts Er- sprießliches für die Masten des Volkes ge- schaffen werden. Die Erfindung, wenn sie sich als praktisch verwertbar zeige, werde wieder nur Vorteile für die Reichen zeitigen, die breite Masse der Völker werde in neue Arbeitslosigkeit getrieben, eine gigantische Not werde erzeugt werden, die zum Verder- ben und Unheil der Menschen führen müsse... Möglich, dachte Crusius, möglich, daß diese Leute recht haben, und er fühlte eine ungeheure Müdigkeit in allen Glie- dern... Bei einem stattlichen Gebäude, vor dem eine fast unübersehbare Menge in geord- neten Reihen stand, blieb Crusius lange stehen. Er bewunderte die Geduld und Disziplin der Menschenmassen. Manche lasen aus Zeitungen, manche plauderten, die meisten standen stumm und müde da. Er ging bis ganz in die Nähe und fragte dann einen der Leute:„Was ist denn hier? Worauf wird hier gewartet?" „Das ist das Stempelamt", kam eine nicht ganz unfreundliche Antwort. Doch da mengte sich ein anderer drein:„Der Herr weiß das nicht? Hier bekommen die auf die Straße gejagten Menschen den Bettel vor die Füße geworfen." Diese Stimme klang schon un- freundlicher, aber feindselig erst die dritte: „Hier kriegen wir gerade soviel, damit wir nicht Lust bekommen, euch alle umzubringen!" Und dann kamen die Stimmen alle durch- einander:„Und Sie machen sich wohl lustig Was gibt es Heues? Ein ffitick in die Porfchung m&s Em dankbares Feld für die Strahlenforschung blldet die Medizin. Ihre Anwendung entwickelt sich zum Segen der Menschheit, wenn auch Dosierung und Methoden noch umstritten sind. Viele oder fast alle Strahlenarten, besonders die des Ro- dmms oder der Röntgenröhre, verhalten sich höchst zweideutig: sie können helfen, aber auch vernichten. Darum hat man sich in letzter Zeit mehr den nicht so intensiven Strahlenarten zu- gewandt wie den Grenzstrahlen, die langwellig und weich find, den ultravioletten Strahlen und den lUtrakurzroellen mit Wellenlängen von drei bis 30 Meter. Ueber ihre Möglichkeiten äußerte fich Dr. E. Schliephake in der„Umschau". Dies« Wellen gestatten eine örtlich begrenzte Erwärmung des Körpers, ohne daß ein« Berührung mit Elektroden stattfindet. Sie beeinflussen Neroenzellen im Gehirn und wirken zerstörend auf bestimmte Erreger. Auch wurde die Ma« lariabehandlung bei Paralyse durch diese Kurz- wellen erfolgreich unterstützt. Ueber eine neue Anwendungsmethode der ultravioletten Strahlen wird aus Amerika berichtet. Man stellte aus verdicktem Petroleum eine Gallerte her, ähnlich wie Vaseline. Wird diese Masse der ultravioletten Bestrahlung einer Quarzlampe ausgesetzt, so pro- duziert die Gallerte später selbst Strahlen, über deren Natur man sich noch nicht klar ist. Jeden- falls schwärzen diese Strahlen ein« photographische Platte und sollen noch Feststellungen des New- Dorker Arztes Dr. E i s i n g bei Wundbehand- lungen ausgezeichnet wirken. Der Mangel der ultravioletten Strahlen ist de- kanntlich ihre gering« Tiefenwirkung. Um diesem abzuhelfen, wurde von Aerzten der Pensylvania- Universität eine neue Möglichkeit versuchsweise angewandt. Sie spritzen bestimmte Chemikalien in den Körper. Wird diese Stelle nun von außen mit schwachen Röntgenstrahlen bestrahlt, so ent- wickeln die Chemikalien im Innern des Körpers chre ultraviolett« Wirkung. Die gesamte Strohlenforschung steckt noch in ihren) Anfangsstadium, wenn auch der Zeitungsleser täglich mit sensationellen Berichten überschüttet wird. Und darum mag kein zweites Ge- biet so geeignet erscheinen, die Grenze zwischen wissenschaftlicher Wirklichkeit und modernem Wunderglauben aufzuheben. ★ Das Wachstum des Menschen geschieht durch Zellvermehrung und diese wird verursacht durch bestimmte Hormone, die ihren Sitz im Hirn- anhang haben. Es soll sogar gelungen sein, diese Botenstoffe als Präparat herzustellen, und wenn es heute noch einen Friedrich Wilhelm I. gäbe, könme er sich seine„langen Kerls" im Labora- torium nach Maß bestellen. Auch die Pflanze hat ihren Wuchsstofi. Die pflanzliche Entwicklung Hot neben der Zell- Vermehrung noch eine Zellstreckung, und man ver- mutete schon lange, daß dieser Vorgang unter dem Einfluß eines unbekannten chemischen Stostes erfolgt. Dieser wird jetzt von dem Utrechter Prof. Kögl unter dem Namen„A u x i n" der Oeffentlichkeit vorgestellt. Schneidet man be! einem Keimpslönzchen von Hafer oder Mais die Spitze ob, so hört das Wachstum für einige Zeit auf. Setzt man die abgeschnittene Spitze auf ein Gelotineplättchen, so wind der Wuchsstoff von diesem aufgenommen. Bringt man ein solches Plättchen nun auf den Stumpf, so beginm dieser alsbald wieder unter dem Einfluß des Wuchsstoffes zu wachsen. Die Meng« des Stoffes, der für diesen Prozeß in Frage kommt, beträgt den sünfzigmillionsten Teil eines Milligramms. Es handelt sich ol'o um unvorstellbar winzige Mengen eines Stoffes die der Pflanze ihren Auftrieb geben. Aber sie müssen da sein, genau so wie beim Menschen, wo ein Körnchen zuviel oder zu wenig unserer Drüseniabrikate alles auf den Kopf stellen kann. Es gelang bereits. Z.Z0 Milligramm reines Auxin zu gewinnen, und man muß es der Zukunft überlasten, in welcher Weife dieser Wuchsstoff seine Anwendung finden wird. Gox. Marl Wo«; 2% Jahre Zuchthaus Seit Jahren war er arbeitslas. Ging stempeln. Woche für Woche, kämpfte den schweren Kamps mit Hunger und Not. Eines Tages bedeutete man ihm auf dem Nachweis:„Ausgesteuert!" Nun begannen neue Sorgen, neue Laufereien. In den kalten Räumen wartete er halbe Tage, um einen Antrag auf Wohlsahrtsunterstützung stellen zu dürfen. Wartete viele, endlos lange und trübe Stunden, um ein paar Mark und eine Essenkarte zu erhalten. Er brauchte ja auch Miete, neue Schuhe. Und einen wärmeren Anzug könnte er auch vertragen, vom Mantel gar nicht erst zu reden. O, ja! Aber da- gab es nicht. Konrad stumpfte ab. Ein gutes Buch hatte er lange nicht mehr gelesen. Jetzt mußte er sogar die Schlafstelle aufgeben. Wo sollte er auch die vier Mark pro Woche hernehmen? Bei sechs Mark Unterstützung? Denn eine Essentarte gab es jetzt auch nicht mehr. Man sagte ihm:„Wenn Sie eine Essenkarte haben wollen, wird Ihnen der entsprechende Be- trag abgezogen." Noch mehr abziehen? Da soll schon lieber die Schlafstelle daran glauben! So lebte er stumpf dahin. Er fühlte kaum, daß er noch da war, er vegetierte. Doch manchmal packte es ihn, wenn er, vor Hunger schwankend, sah, wie andere vergeudeten. Dann krampst« er die Hände zusammen und knirschte mit den Zähnen. Einmal wollte er sich das Leben nehmen. Doch dann kam wieder diese dumpfe Gleichgültigkeit. Ein Kollege hetzte ihn aus. Er solle zu den Kommunisten halten. Ihre Zeit wäre jetzt ge- kommen. Der große BVG.-Streik solle es diesen Verrätern zeigen, daß der Arbeiter auch noch etwas leisten könne.„Komm mit, sieh es dir an!" drängte der Junge. Man kann ja mitgehen, es ist doch olles egal, dachte Konrad. Draußen ein wildes Gewoge. Da standen einige Straßenbahnwagen. Leer. Der andere nahm einen Stein.„Mach es wie die anderen", zischte er mit heiserer Stimme,„diese Hunde sind schuld, daß wir hungern und frieren müsien!" Da packte es Konrad wieder. Jäh war diese sinnlose, tolle Wut in ihm. Er nahm ein paar über uns, indem Sie noch fragen, was wir hier suchen— wie?!" „So ein Kerl— der provoziert uns noch!" „Was für einen feinen Pelz er hat— wieviel Arbeiter haben dir den erarbeitet — he?!" Einer packte Crusius an der Achsel und schüttelte ihn. „Machst dir deinen Spaß mit uns, Kerl — wie?" Mitten im Gewühl stand Crusius und tat nichts zur Abwehr. Mit Entsetzen sah er in diesen aufgewühlten Haß, und erschüttert sah er sich diesem Abgrund gegenüber. „Wer bist du denn, daß du nicht einmal weißt, wo gestempelt wird?" „Ist das nicht der Erfinder, der uns alle brotlos macht?" kam nun eine schrille Knabenstimme, die bewirkte, daß für einen Moment Ruhe eintrat.„Ja, das ist Crusius!" Dann aber schwoll der Lärm, die Rufe stiegen an und das Gebrüll, Toben, das Chaos vereinigten sich in den Ruf:„Rieder, nieder mit Crusius." Schimpfworte, Ver- wünschungen, Flüche trafen sein Ohr. Schon lag sein Hut im Staube, der �Mantel zer- rissen— da flog der erste Stein heran, andere folgten. Einer, ein nicht allzu großer, spitzer Kiesel traf des Gelehrten Stirn. Blut spritzte in einem hellen Strahl hervor. Crusius sank zu Boden, und Finsternis hatte ihn umfangen. (Fortsetzung folgt.) Steine. Warf. Einmal, zweimal. Dann ließ er die Hände sinken. Hat ja alles keinen Zweck, denkt er. „Kommen Sic mit, Sie sind verhaftet!" Apathisch läßt er sich abführen. Dunkel nur kommt ihm der Gedanke! Wo ist denn der Kollege? Die nächsten Tage sind wie ein dunkler Traum. Man braucht um nichts zu sorgen, hat Essen und ein sauberes Bett. Eigentlich bester als draußen, muß er denken, warum freue ich mich nicht? Dann die Verhandlung vor dem Sondergericht. Was die Menschen bloß von mir mallen? Ist doch olles so gleichgültig. Wo werde ich morgen schlafen? Noch zwei sitzen neben ihm. Wie aus weiter Ferne hört er Fragen, gibt mechanisch Antwort. Dann eine lange Rede. Dann nichts. Oder doch? Sagte nicht jemand:„2� Jahre Zuchthaus"? Sein Nebenmann bricht weinend zusammen: „Ich war' es nicht!" Warum der nur weint? Ist das denn so schlimm? Auf der Straße liegen jetzt im Winter ohne Bett und Wohnung? Da ist es schon besser, man hat hier sein warmes Esten, daß noch bester schmeckt als in der Volksküche! Und er läßt sich willig abführen. Nur ganz im Innern spürt er eine leise dämmernde schmerzhafte Frage: Muß das so sein? Gibt es nur Straße oder Zuchthaus? Könnte man nicht Arbeit hoben. Brot und Heimat? Doch der stumpfe Druck betäubt schnell wieder alles. Essen und dann schlafen, denkt er. Wird es auch einmal wieder ein Erwachen geben? Gicht- knoten beseitigt Ich war mit Gichtknoten so behastet, daß sich alle meine Bekannten vor meinem Gicht- leiden ents-tztcn. Nach Verbrauch von 2 Päckchen Zinsser-Rheumatismus-Tee verspürte ichLinderung und sciteinigenWochen sind meine Gichtknoten, so unglaublich es klingt, verschwunden. Ich kann die Zinsser- Heilkräuter jedem Rheuma- und Gicht- leidenden empfehlen. 40341 A. Faber Berlin-Spandau, Staakcnerstr. Zinffer-Nhcuma-Tee ist ein vorzügliches Mittel bei Rheumatts» mus, Gicht, Ischias, Gliederreißen, Neural- gien, Herenschuß und Kreuzschmcrzen. Paket Mk. 1.62, verstärkt(D.R.P.a.s Mk. 2.25. In vielen Apotheken zu haben, sonst direkt. lVersand-Apolheke.) Verlangen Sie aber ausdrücklich„Iinster" und achten Sie aus nebenstehende Schutzmarke. Dr.Zinsser�To. Leipzig?5 79090 Anerkennungen über Zinsser-Haus- mittel snotariell beglaubig� IInicr Engros-?lusliescrungSlaqer. Berlin 025. 'vrenilaucr Str. 20. Tel. Kupfergraben 2274. weiü aui Wunsch Verkaufsstellen aern nach G.m b.H 3n der ArbeHskolonie £ändliches S>eHbild/ Don Albert Jllaus Ein grauer, regnerischer Herbsttag. Zwischen Wald und Heide liegt die Arbeits- kolonie. Es geht gegen Abend, die Schatten fallen dichter. Usber das Feld trottet eine Schar Ar- beiter nach Hause. Es ist Feierabend. Im Aufenthaltsraum sitzt ein buckliger Greis und schall Kartoffeln. Das ist feit zehn Jahren feine Arbell. Er hustet immerfort, bisweilen steht er auf und spuckt in einen Napf, der nicht weit davon unter einem Fenster steht. Der Kalfaktor schlägt an ein Blechstück vor der Tür. die Arbeiter sind bereits im Schallen des fallenden Nebels sichtbar, der Bucklige be- eilt sich. Langsam füllt sich der Saal. Grau und häß- lich stehen die Tische zwischen gardinenlosen Fenstern. Aeltere Kolonisten blällern in ver- gilbten Büchern, andere vergnügen sich mit einem Streichholzspiel(jegliches Kartenspiel ist ver- boten). Da ist Ernst, ein schwachsinniger Mensch, er ist sell Jahren hier. Da sind andere, die das Leben hierher warf, die kurz hier Einkehr halten. Und von der Gemeinschaft ihrer Arbell leben sie. Sie backen und waschen, besorgen das Vieh und verrichten jegliche Arbell. Da ist Bode, etwas über die dreißig, Schweinefütterer. Sell frühester Jugend hat er im Bergbau gearbeitet, sein schwächlicher Körper war seiner Tätigkell nicht gewachsen, er ist lungenkrank geworden. Er be- kommt eine kleine Rente, von der er nicht leben kann. Seine Wünsche sind zum Teil erstorben. nur bisweilen flackern sie wieder auf. Er läuft mit den schweren Futtereimern den Stall herauf und herunter, sein Atem pfeift. Einige Dutzend Kühe- sind in der Kolonie und fast soviel Schweine. Die Kolonisten«rhiellen noch niemals Butter, Schweinefleisch sehen sie nicht. Sonntags gibt es einen Löffel voll kleiner Rindsleischsetzen. Im Kaffee ist Magermilch, aber nur, wenn sie für die Schweine noch reicht. Fast 100 Hühner lausen herum, die Eier werden in die Stadt verkauft. In der Erntezeit bekommen die Arbeiter Margarineschnllten. Sie säen und ernten und hungern. Wenn die letzten Arbeller vom Felde herein sind, ertönt ein zweller Glockenschlag, die Kolonisten müsien beten und singen, bevor sie ihr spärliches Abendbrot: Mehl- suppe und Margarinebrot, verzehren dürfen. Mehlsuppe und Margarinebrot und dreimal beten, so vergeht der Tag. Sie sitzen im Saal, und durch die Fenster brütet Finsternis und Schweigen. Und dann er- tönt ein dritter Glockenschlag, es ist Zeit, schlafen zu gehen Sie liegen dicht beieinander, und der Bucklige hustet sie in den Schlaf. Auf der Kolonie ist auch Biereck. em Maler. Das Haar silkergrau, das Weiß der Augen von einem Netz rotlicher Fäden durchzogen, so dicht und so rot, daß vom Weiß fast nichts mehr zu sehen ist. Dem Trunk verfallen. Vierecks Hände zillern bei jeder Bewegung. er ist schwach, kann nicht mehr viel Arbeit leisten- Vom Büro aus kann man auf den Heuboden sehen, w» Viereck Heu bündelt, das er dann in den Kuhstall trägt. Ein Herbsttag schleicht wie der andere grau und eintönig vorbei. Eines Tages sehen der Haus- vater, sein Sohn und der Schreiber, daß Biereck Schnaps trinkt. Viereck ahnt nichts davon, daß man ihn sieht. „Das gibt einen Spaß", sagt der Sohn des Hausvaters„Wir werden den Schnaps aus- gießen und Wasser in die Flasche tun. Und tüch- tig versalzen. Was er da wohl für ein Gesicht macht." Er verzieht das Gesicht zu einem bos- haften Grinsen. „Laß dich nur nicht erwischen", lacht sein Vater. Es war eine kleine Freude im Alltags- leben der Kolonie. Als Biereck einen Augenblick den Boden ver- lasten hat. schleicht sich der Hausoaterssohn herauf, um die Flasche zu holen. Man hatte vom Büro aus gesehen, wo Viereck sie versteckte. Schnell Kinderland J Das beste und billigste Weihnachtsbuch für unsere Kinder ist neu erschienen. Der Preis ist in diesem Jahr herabgesetzt von 1.50 RM auf 1.00 RM Es ist bei allen Zeitungs- boten, Vorwärts«Abgabe« stellen und Parteibuch» handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch» druckerei, Berlin SW68, Lindenstraße 3, zu haben füllt er sie mit Salzwasser und stellt sie wieder an chren Platz. Dann sehen sie alle: der Hausvater, sein Sohn und der Schreiber, nach dem Boden. Viereck kommt zurück, greift nach der Flasche und trinkt, bricht plötzlich ab und dann— ja dann können ihn die drei nicht mehr sehen, da er im Hintergrund des Bodens verschwunden ist. Der Hausvater lacht, der Hausvatersohn und der Schreiber. Zwei Stunden darauf findet man Viereck tot auf dem Boden. Ein Gehllnschlag. Zwei Kalo- nisten tragen ihn im Laken die Bodenstiege her- unter und wieder die Treppe herauf in die Toten- kammer. Die Beine des Toten baumeln lang aus dem Laken. Die Hausmuller kommt, spricht das übliche Vaterunser und sagt:„Ich Hab' es ja immer ge- sagt, Viereck, das nimmt einmal ein schlimmes Ende. Aber er hat nie hören wollen." ie Zwei Tage darauf ist Beerdigung. Es regnet. Xedtrig fürnft: Sias liebe£eben i. In den Siebzigern strotzt niemand mehr vor Jugendkraft. Und schon gar nicht jemand, der, seit er denken kann, härteste Lebensnot zu be- kämpfen gehabt. Die alte Frau geht dennoch in die große Fabrik und werkt das Ausgegebene rechtschaffen zu Ende. Tag um Tag, Jahr um Jahr. Und ob es ihrem einsinkenden Rücken auch oft genug sauer fällt die Lasten zu schleppen, die er soll, ob ihre gicht- knotigen Hände nicht mehr richtig zulangen können, sie muß tun wie eine Junge, und ist glücklich, wenn es halbwegs gelingt. Die Arbeits- platze find so rar, und soviel wirklich Junge haben überhaupt keine. Ein allzu merkbares Kraft- nachlassen, und die Alte„fliegt". Aber welche Müdigkeit schon zur kurzen Mittags- rast, und, ach, welche, welche Müdigkeit erst am Abend! Den kargen„Brausch" hinuntergewürgt, daß auch der Magen still wird, und dann ins Bett. Ruhen, ruhen bis zum gebieterischen Fabrikpfifs am neuen Morgen. Am 4. und 5. September erließ das Kabinett Pape» seine Notverordnungen zur Ankurbelung der Wirtschast. Man befände sich an einem Wendepunkt der Krise und es gelle, diesen Wieder- aufstieg zu fördern und zu beschleunigen. Nur das Privatkapital, nur die privatkapita- listische Inlliotive, so erklärte das Kabinett von Papen, könne die Wirtschast wieder in Gang bringen. Die öffentliche Wirtschaft der Gemeinden blieb deshalb bei diesem Ankurbelung«- Programm grundsätzlich ausgeschlossen Das Kabinett von Papen hatte aber so wenig Vertrauen zur Initiative des Privatkapitals, daß es sein Programm ausstattete mll einem Steuer- geschenk von 1ZOO Millionen Mark an die Privat- Unternehmer, mtt 700 Millionen Mark Prämien bei Mehreinstellungen von Arbeitern und Ange- stellten und außerdem mll einer Extraprämie, die darin bestand, daß das Tarifrecht sakrisch aufgehoben wurde und die Unternehmer ermächtigt wurden, von sich aus die Gesamtlöhn« um durch- schnittlich 10 bis 12 Proz. zu senken. Eindreivierlel Millionen Arbeiter und Angestellte sollten durch die von Staats wegen Hochgepäppelle „Initiative" des Privatkap uals wieder in Arbell kommen. Noch niemals ist dem Prioclltapllal vom Staate eine größere Chance geboten worden, zu zeigen, was es zu leisten imstande stt. Es war daher nur zu natürlich, daß die Börse auf den ersten Anhieb mll einer großen Hausse reagierte. Die zu erwartenden Gewinne wurden im voraus eskomptiert. Durch Prestebesprechun- gen, tägliche Rundfunkreden und Verbreitung von tendenziösen Nachrichten bemühte sich das Kabinett von Papen, das Ankurbelungsprogramm zu lancieren. Drei Monate sind seitdem oerstrichen. Statt einer Verminderung der Arbellslosigkeit wenigstens um einen Bruchteil der 1� Millionen ist ein neues An st eigen der Arbeits» l o s i g k e i t festzustellen. Was hat das Kabinett Papen mit seinem Pro- gramm beabsichtigt? Di« Arbellszell sollte prak- tisch aus 40 Stunden verkürzt werden, um Platz zu schaffen für Neueinstellungen. Dies« Neu- einstellungen sollten durch Prämien und Lohnsenkungen sowie durch Steuergeschenke dreifach prämiiert Es ist schon nachmittags Feierobend, damit alle mll zur Beerdigung gehen können. Der schwarze Armensarg wird aus einen Kosten- wagen geladen. Ein Kolonistenkutscher führt die Pferde Hinterher gehen die Kolonisten mit einigen Kränzen aus Lorbeer und Burbaum. Dann folgt der Wagen mll dem Hausvater, seinem Sohn und einem Geistlichen. Schwerfällig poltert der Wagen den zer- fahrenen Feldweg entlang. Langsam trotten die Kolonisten dahin. In der Heide zwischen dichten Tannen liegt der Friedhof Wenn der Wind durch die Bäume geht. fallen große Tropfen. Der Pastor spricht ein paar Worte an der Gruft, die Kolonisten singen. Alles vollzieht sich schnell und formols. Dann treten die Kolonisten den Heimweg an, und der Pastor fährt mit dem Hausvater davon. Der Nebel verdichtet sich mehr und mehr, und stärker empfindet man die Nässe. Grau und schwer liegt auf den Feldern der eintönige Tag. Zuviel Schicksal ließ die Alle nicht zum Spar- groschen kommen, und zuviel Schicksal läßt es noch heute nicht zu. So tut sie auch am nächsten Morgen wie eine Junge wieder, bis zur Tod- mstdigkeit am Abend. Und so wohl bis zur letzten Müdigkeit. Oh. liebes Leben! 2. Eigentlich sieht es gar nicht aus, als käme ein Mensch daher, wenn der Alte die Straße geht. Der Rücken liegt, zum rechten Winkel, einge- funken, gegen die Erde, das eine Bein schleist steif, der Kopf wackelt, als schüttle chn jemand ohne Unterbrechung von links nach rechts. Die Hände mit den dicken Adersträngen zittern auch, aber die können sich wenigstens immer wieder mal ein bißchen aufstützen, wo Gelegenheit dazu, und wenn die triefenden Augen eine solche erspähen. Ouer über den unsäglich hinfälligen, ja. so er- barmungswürdig, fast widerwärttg hinfälligen Leib hängt eine ebensolche Tasche. Und wie dies Menschenwrack so mühselig von Haus zu Haus schlürft, scheint es ihm manchmal wie eine Frage im verdämmernden Bewußtsein aufzusteigen, eine Frage, die gebieterisch Antwort heischt, so daß es sich wie in tiefstem Ueberdenken einer solchen an die Stirn« faßt, und doppelt elend dann weiter- werden, so daß durch die Vorwegnahm« späterer Steuern gewissermaßen zusätzliches Kapital in die Wirtschaft hineingepumpt, zusätzlich« Kaufkraft ge- schaffen und dadurch die Wirtschaft aufs neu« be- lebt würde. Was ist daraus geworden? Nach der Erhebung des ADGB. sind bis zum 22. November insgesamt 42 218 Neueinstellungen erfolgt. Das sind' genau 2,4 Proz. von den 17SOOOO Neueinstellungen, die Herr v. Papen angekündigt hat. Sieht man sich aber diese mehr als bescheidene Zahl von 42 218 Neueinstellungen näher an, dann stellt man fest, daß sie mit der Wirtschaftsankurbelung des Herrn v. Papen gar nichts zu tun hat. Die größte Zahl von Neueinstellungen erfolgte in der T e x't i l i n d u st r i e: sie beläust sich auf 15 169. Diese Neueinstellungen erklären sich aus dem Umschwung in der Bewegung der Preise der Textilrohstoffe auf dem Wellmarkt und aus Saisoneinftüssen, die alljährlich um dies« Zeit in Erscheinung treten. Ein« größere Zahl von Neu- einstellungen, und zwar 9845. gab es auch in der M« to ll i nd uft r i e. Hier waren es Reichs- bahnaufträge sowie Russenausträge. die die Neu- einstellungen verursacht haben. Das gleiche gilt für den Bergbau, wo 2793 Neueinstellungen erfolgten. Der Fadrikarbeiterverband verzeichnet 5741 Neueinstellungen, die, ebenso wie die 1006 Neueinstellungen bei den Steinarbeitern und 648 Neueinstellungen bei den Zimmerern auf öffent- liche Aufträge(Mittellandkanal) zurückzuführen sind und auch mit der Initiative des Privatkapitals gar nichts zu tun haben. Bei den Fabrikarbeitern kommt in der Porzellan- und Glasindustrie noch da« Weihnachtsgeschäft hinzu. Bei den übrigen Berufen, die Neueinstellungen verzeichneten, ist die Zahl geringfügig und auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. Daß diese „wirlschaslsankurbelung" vollständig versagt hat, geht besonders aus der Tatsache hervor, daß insgesamt nur 19 Verbände Neueinstellungen melden. Im Bereich der elf anderen Verbände sind Neuein st ellungen gänzlich un- bekannt. Das ist der beste Beweis dafür, daß eine Wirtschaftebelebung ausgeblieben und eine zusätzliche Kaufkraft nicht geschaffen worden ist. Andernfalls hätte sie sich mehr oder weniger stark auf alle Berufe auswirken müssen. Was ist nun aus der angestrebten V e r k ü r- schleift, weil es keine Antwort findet auf die Frage: Was will ich denn nur noch?'. Doch wie bedächtig, wie behutsam legt er die erhaltenen Gaben in seine Tasche! Ein Stück Brot, meist trocken, ein paar Kortosseln. Gleich andachtsvoll sind viele nicht in der Kirche. Ach. all das, all diese Brocken, sie sind ja— Mittel zum Leben. Jawohl, Mittel zum— Leben I Oh, liebes Leben... Aphorismen Kong-fu-he Es ist gut zu wissen, daß man weiß, was man weiß, und daß man nicht weiß, was man nicht weiß. Ludwig Siein Nicht das Weltdasein, sondern das Menschen- dasein ist das zentral« Problem geworden. W egelin Nur dl« soziale'- Wechselwirkung macht uns zu Menschen. Hofmiler Erste Bedingung aller Kultur ist daß man sich nicht einbilde, sie zu haben. Cicero Den Gesetzen sind wir alle Untertan, damit wir ftei sein können. Grillparzer Von der Humanität durch die Nationalität zur Vesttalttät. Nippold Die Grundlage des modernen Völkerrechts ist die Solidarität der internationalen Interessen. Stemmler Di« Gemeinschaft sreiwollender Menschen fft das unbedingte Endziel des sozialen Lebens. Lessing Die Totalttät der Glückseligkeit aller Glieder fft die Glückseligkeit des Staates. Außer dieser gibt es keine. Jede andere Glückseligkeit des Staates, bei welcher auch noch so wenig einzelne Glieder leiden und leiden müsien, ist Bemänte- limg der Tyrannei, nichts anderes. Fichte Dasjenige Volk, welches bis in die untersten Schichten hinein die tiefste und vielseitigste Bildung besitzt, wird zugleich das mächtigst« und glücklichste sein unter den Völkern seiner Zeit, unbesiegbar für seine Nachbarn, beneidet von den Zestgenosien und ein Vorbild der Nachahmung für si«. Kinkel Wissenschaft, Sittlichkeit und Kunst, ohne welche der Mensch auf die Stufe der Tierheit zurück- sinkt, sind schon ihrem Begriff nach allgemein- gültige Erzeugnisse menschlicher Vernunft, die aller Schranken und künstlicher Isolierung spotten. iAusg»wähtt von Gustav Hahnd zung der Arbeitszeit geworden? Auch darüber gibt uns die Erhebung eine aufschluß- reiche Auskunst. In den 943 Betrieben, wo Neueinstellungen vor- genommen wurden, ist für 19,7 Proz. der Beschäf- ttgten die Arbettszeit verkürzt worden, aber für 80,3 Proz. ist die. Arbeitszeit entweder unoer- ändert geblieben oder sogar verlängert worden. Der Prozentsatz der Beschäftigten, denen infolge der Notverordnung die Arbeitszeit ver- längert wurde, ist sogar noch größer als der Prozentsatz der Beschäftigten, wo eine Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten ist. Also auch hier ein vollständiges Versagen des Ankur- belungsprogramms, ein vollständiges Versagen der Initiative des Privatkapitals trotz der INilliarden. die ihm vom Kabinett von papen angeboten worden sind. Es mutet grotesk an, daß für die Privatunter- nehmer heute das Geld sozusagen auf der Straße liegt und es dieses Geld gar nicht will, weil es damit nichts anzufangen weiß. Herr von Papen, der sich als der Erwecker und Erlöser des Privatkapttals ausspielte, hat diesem in Wirklichkeit den größten Bärendienst geleistet. Er hat, ohne es zu wollen, den Beweis erbracht, daß das Privatkapital völlig unfähig ist zu irgend- einer großzügigen Initiative, die zur Ueber- Windung der Wirtschaftskrise führt. Nach Veröffentlichung der Notverordnung vom 5. September haben wir das Wirtschaftsprogramm- der Reichsregierung als wirtschaftliche Alchemie bezeichnet und vorausgesagt, daß die Reichsregie- rung mtt diesem Programm nicht nur keine Ankurbelung der Wirtschaft herbeiführen wird, sondern die automatische Ueberwindung der Wirtschaftskrise behindert und eine neue Wirtschaftskrise vorbereitet. Wenn man sich erinnert, daß bei Veröffent- lichung der Notverordnungen vom 4. und 5. Sep- tember überall in der Welt Besserungsanzeichen in der Wirtschaft sichtbar wurden, und wenn man daneben hält den neuen Wiederanstieg des Heeres der Arbeitsuchenden in Deutschland, so kann man feststellen, daß unsere Voraussage schneller ein- getroffen ist, als man damals annehmen konnte. Es kann nur der Weg der Arbeitsbeschaffung beschritten werden, den der ADGB. in seinem Schreiben a« Herrn von Schleicher aufzeigt. Der Zusammenbruch des Systems Papen, des Systems des Privatkapitals ist so vollständig, daß selbst seine eifrigsten Verteidiger ihn nicht zu beschönigen wagen. Llnö nun Arbeitsbeschaffung! Die privatwirtsclittkt hat versagt