Abend- Ausgabe Nr. 574 B279 49. Jahrg. Rebaktton und Berlin SW 68, Lmdenstr. 3 ?-rnixr«ch«r. A? Ami VSnhvff A2 dt« AN T-ltgramiiiadiesl«, Suztaldtinvirat B«rlm L e k!.! k VOLKSELATT DIENSTAG 6. Dezember 1932 In Grotz- Berlin 10 Pf. Auswärts...... 10 Pf. Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise siehe Morgenausgabe Jentvatovsa« der SozialdemokvatßfOsn Partei Deutfchtauds Nelchstagserössnung um 3 Ahr Die Lo�iaWemokrkitie verlangt Aufhebung der Notverordnungen Mißtrauen? Eindeutige Haltung der Sozialdemokratie Der Aufruf des Parteivorstandes und der Beschluß der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion, sofort einen Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Schleicher einzubringen, legen die Haltung der Partei in vollkonunen eindeutiger Weise fest.„An die Stelle des Kabinetts Papen ist ein Kabinett Schleicher getreten", so heißt es im Aufruf,„das nahezu ausschließlich aus Mit- gliedern der alten Regierung besteht. Auch ihm wird die Sozialdemokratie nicht anders gegenüberstehen als in der allerschärf st en Oppo- s i t i o n." Das ist eine Sprache, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig läßt uird allen Um- deutungsversuchen einen Riegel vorschiebt. Sollte aber immer noch irgend jemand in die Ausrichtigkeit dieser Erklärung Zweifel setzen, so wird ihn wohl doch jene Stelle des Auf- rufs überzeugen, an der von der Partei gesagt wird:„Shre Erfahrungen verpflichten sie zu verschärftem Mißtrauen gegenüber dem Klasiengegner." Jedermann wird sofort verstehen, worauf damit angespielt wird. Die Sozialdemokra- tische Partei hat in der Vergangenheit an Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Staat und an Loyalität gegenüber ihren Gegnern beinahe Uebermenschliches geleistet. Hätten ihre Gegner auch nur ein annähernd gleiches Maß von wirklich nationaler Ge- sinnung und von Loyalstät im politischen Kampfe aufgebracht, so wären verschiedene Dinge, die sich ereignet haben, vollkommen unmöglich gewesen. Die Sozialdemokratie hat den Klassenkampf von unten geführt, aber sie hat ihn mit hundertmal a n st ä n- d i g e r e n Mitteln geführt, als gegen sie der Klassenkampf von oben geführt worden ist. Das sind die Erfahrungen, von denen der Aufruf des Parteivorstandes spricht und von denen er sagt, daß sie zu„verschärftem Mißtrauen" verpflichten. Es mag sein, daß die Regierung Schleicher von dem Trümmerhaufen, den die Regierung Papen hinterlassen hat, einige Scherben weg- räumen wird, es mag sein, daß sie sich be- mühen wird, einige Erplosionsherde der Papenschen Notverordnungs- und Sondergerichtspolitik zu beseitigen. Für die Sozial- demokratische Partei wird das kein Grund sein, ihr Mißtrauen aufzugeben. Andernfalls könnten— die Erfahrungen lehren es— die schlimmsten Enttäuschungen ein- treten, die sich auch auf die Anhängermassen der Partei in verhängnisvoller Weise aus- wirken müßten. Die gegenwärtigen Inhaber der Regie- rungsgewalt sind dieselben, die den Klassenkampf von oben, wie er in den letzten sechs Monaten geführt wurde, vorbereitet und organisiert haben. Wie könnte die So- zialdemokratie ihnen anders gegenüberstehen als mit Mißtrauen? In einer eindeutigen Situation haben Parteivorstand und Reichstagsfraktio» voll- kommen eindeutig entschieden. Und nun gilt es den Kampf! Nun gilt es, nach der Parole der Eisernen Front zu handeln, die heißt: Aktivität! Einigkeit! Disziplin! Weltblamage verhütet Reaktionäre Frauenbünde in U?A. hatten sich nicht entblödet, dos Einreiseverbot gegen Albert Einstein zu fordern. Nun hat die Berliner Botschaft noch Washington berichte», daß gar kein Grund dagegen vorliege und daß da» Einreisevisum heute erteilt wird. Heme um 3 Uhr wird der Reichstag eröffnet. Die konstüuierende Sitzung wind das Gepräge eines großen Tages tragen, aber die sonst damit verbundene große politische Spannung ist in par- lamentarischen Kreisen nicht vorhanden. Man glaubt ollgemein, daß die Nationalsozialisten eine gewisse Bereitschaft zur Vertagung des Reichs- lages erkennen lassen. Bei der Präsidentenwahl wird es mög- licherweise zu einer Kampsabstimmung kominen. Die Nationalsozialisten schlagen Göring vor, aber die Deutschnotionalen wollen gegen Göring stimmen, da die Nationalsozialisten den Deutsch- nationalen G r ä f nicht wieder zum Vizepräji- deuten wählen wollen. Die sozialdemokratische Fraktion wird bei der Präsidentenwohl siir L ö b e stimmen. Die sozialdemokratische Fraktion verlangt die Aufhebung der Notoerordnungen. Sie wird außerdem noch einen Eventualantrag für die Aufhebung des sozialpolitischen Teils der Papen-Notverordnung einbringen. Dieser Eventualantrag entsprich? dem sozial- demokratischen Volksbegehren. Auch das Zentrum hat einen Antrag«ingebracht, der die Aushebung des sozialpolitischen Teils der Notverordnung verlangt. Es besteht beini Zen- trum und bei anderen bürgerlichen Parteien die Absicht, diesen Antrag zunächst in den Aus- s ch u ß zu verweisen in der Erwartung, daß die Eigener Beridii des„Vorwärts" Gens, 8. Dezember. Unter Tellnohme sämtlicher zu den Abrüstungsverhandlungen anwesender Staatsmänner, mit Ausnahnre der Amerikaner, und bei ungeheurem Andrang von Diplomaten. Presse und Publikum wurde die außerordentliche Völkerbunds- Vollversammlung heute vormittag vom Präsidenten H y m a n s- Belgien mit den üblichen Formalitäten eröffnet. Sie begann sofort mit der Beratung des Mandschureikonfliktes. Der Delegierte Chinas, Pen. brachte in u n- geheuer scharfer Anklage gegen Japan vor allem folgende vier Forderungen seiner Regierung vor: 1. Gestützt aus die Zeftstetluugen der Lytton- Kommission erklärt die Versammlung, daß Japan den VSlkerbnndspakt. den Kellogg- Pakt und den Veunmächleverlrag von lvashinglou gebrochen habe. 2. Der Versammlung sortiert Japan aus. unverzüglich die Resolutionen des Rate» vom 30. September und 10. Dezember 1931 auszusühren, damit alle japanischen Truppen in die Eisenbahnzone zurückgezogen werden in Erwartung ihrer späteren völligen Zurückziehung aus dieser Zone und der Auslösung der sogenannten Man- dschukuoregierung. 3. In Erwartung dieser Auslösung und eingedenk ihrer eigenen Resolution vom 10. März, in der sie sich verpflichtet hat, keine Situation. keinen Vertrag und kein Uebereinkommen anzuerkennen. die mit ZN'lletn entgegen dem Völker- bundspakt und dem Kellogg-Pak« geschaffen«vor- den seien, erNärt die Versammlung, daß sie die kNaudschukuoregiervng nicht anerkennen und mit ihr In keinerlei veziehung treten wird. <- Die Versammlung versaßt und veröffentlicht Reichsreaicrung in der Zwischenzeit selbst die Notverordnung entsprechend abändern werde. Es wird also um die sozialdemokratischen und tomnmnistischcn Anträge zur Aushebung der Notverordnungen zu Ka m p f a b st i m m u n g c n kommen. Noch heute Vmsidentenwahl Die Sozialdemokratie kordert sokortige Regierungserklärung Gegen mittag traten die Parteiführer unter dem Vorsitz des bisherigen Rcichslagspräsidenten Göring zur Besprechung des Verlaufs der heutigen Sitzung und seiner späteren Dispositionen zusammen. vereinbart wurde, daß nach der Konstituierung nur noch die Wahl des Präsidiums und der wichtig st en Ausschüsse stattsinden soll. Der nationalsozialistische Abgeordnete F r i ck verlangte, daß außerdem der Gesetzentwurs über die Stellvertretung des Reichspräsidenten in der heutigen Sitzung in allen drei Lesungen ohne Aussprache erledigt werden soll. Dieser Vorschlag wurde vom Zentrum befürwortet, aber von allen übrigen Fraktionen abgelehnt. Staatssekretär Planck wünschte im Namen der zu einem bettimmten Datum und so rasch als möglich einen Bericht über die endgültige Regelung des Streites, wie sie in Artikel 15§ 4 des völkerbuudspaktes vorgesehen ist. Pen fügte hinzu, China wolle keineswegs einen letzten Versuch zur Verständi- gung ablehnen, doch müsse sie auf den Prinzipien der Verträge oder des Lytton- Berichts beruhen Er verkenne nicht die Schwierigkeiten dieser Verständigung, doch wisse die öfsentliche Meinung der Welt, daß, wenn dieser Streitfall nicht in Uebereinstimmung mit den Prinzipien des Völterbundpaktes geregelt werde, die Existenz des Völkerbundes mit den Rechten Chinas aus dem Spiel steht. Der japanischeVertreterMatsuoka hieb nicht weniger kräftig zurück. Die mit russischer Hilfe gebildete(?) revolutionäre Re- gierung Chinas habe dauernd Japans Rechte v e r l etz t, daß diese Rechte aus einer ununterbrochenen Kette brutaler Gewaltakte stammen, erwähnte er nicht. Japan könne Leipzig. V. Dezember. Der vierte Slrassenat des Reichsgerichts hat beschlossen, daß dem Oberlogerverwaltcr Waller Luller jahn eine Eulschädigung für die von ihm verbüßten mehr als sechs Jahre Zucht- Haus nicht gewährt wird. Die Verhandlung, die zu seiner Freisprechung führte, habe weder seine Unschuld ergeben, noch dargetan, daß gegen ihn ein begründeter verdacht nicht vorliege. Reichsregierung, man möge ihr Zeit lassen'ür die sachliche Vorbereitung der Regierungserklärung. ohne jedocheinenTerminan- zugeben, an dem die Reichsregierung zur Abgabe der Regierungserklärung bereit sei. Demgegenüber verlangten die Abgeordneten Dr. B r e i t s ch e i d und D i t t m a n n, daß die Erklärung der Reichsregierung in den nächsten Tagen abgegeben werden müsse und daß mil ihr die Beratung der sozialdemokratischen Anträge über die Aufhebung der Rotverordnung. Gewährung einer Winterhilfe, Erhöhung der Sozialleistungen, Arbeitsbeschassung und Am- nestle verbunden werden. Abg. Esser(Z.) schlug vor. den Reich-lag»ach der Erledigung des Gesetzentwurfs über die Stell- Vertretung des Reichspräsidenten und der Bc- ratung eines Antrages über die Aushebung der sozialpolitischen Ermächtigungen auf u n b e- stimmte Zeit zu vertagen und dem Prä- sidenten mit Zustimmung des Aeltestenrats das Recht zur Festsetzung eines neuen Termins für den Wiederzusammentritt des Reichstags zu erteilen. Eine Einigung über den weiteren Verlaus der Reichstagsberatungen war unter den Partei- führen» nicht zu e r z i e l e n, so daß am Schluß der heutigen Sitzung, der Reichstag selber ent- scheiden wird, wann und mit welcher Tages- ordnung die nächste Sitzung abgehalten werden soll. nickzt zurückweichen, denn der Völkerbund sei außerstande, Japans Rechte zu schützen. Die japanische Notion betrachte die Mandschurei als den Schlüssel zur Lösung aller sernöstlichen Fragen. China mißbrauche den Umstand, daß die Abendländer wenig vertraut mil orientalischer Psychologie(!) seien. Die Völkerbundsuersammlung habe sich zu entscheiden, ob sie Vorschläge zur Regelung machen wolle oder nicht. Wenn ja. dann dürften sie nur auf solgenden Prinzipien beruhen: 1. Sie müßten derart sein, daß die Tatsachen in die Praxis umgesetzt werden und den Frieden im Fernen Osten verwirklichen und erhalten könnten. 2. Die anarchische Situation in China müsse beseitigt werden. 3. Falls ein Programm zur Regelung vom Völkerbund angeordnet werde, müsse dieser selbst die Verantwortung der Ausführung übernehmen. Matsuoka fügte höhnisch hinzu: Diese Aus- jührung koste Opfer, zu denen der Völkerbund sowohl den Willen, wie auch die Mittel haben müsse. Der Vierte Strassenal des Reichsgerichts hat Bullerjahn ins Zuchthaus geschickt. Er hat nun sein erstes Urteil schärfster Kritik unterzogen und hat Bullerjahn freigesprochen— aus Mangel an Beweisen. Aber Entschädigung für sechs im Zuchthaus verbrachte Jahre erhält Bullerjahn nicht!' Damit fällt ein schwerer Schatten aus die Kor- rektur des ersten Urteils. Es befestigt sich der Gchlcksalstagung des Völkerbundes China klagt Japan an und fordert sein Recht Sechs Jahre unschuldig im Zuchthaus Klagen gegen Verkehrsgesellschast Angestellte unc! Arbeiter der BVG. vor dem Arbeitsgericht— BVG. verurteilt Eindruck, daß ein Unschuldiger, der in das Ee- triebe der Justizmaschinerie geraten und infalge ihres mangelhaften Funktionierens sechs lange Jahre von ihr grausam zermahlen worden ist, am Ende nichts rettet als das nackte Leben und die Freiheit. Er ist ein Opfer, und dies Opfer erhält zu seinen Zuchthausjahren noch einen moralischen Makel aufgedrückt, den es fein ferneres Leben lang mit sich herumtragen mußl Das Gericht hat dabei vom Buchstaben des Geseßes Gebrauch gemacht, obgleich gerade in diesem Fall für den Vierten Strafsenat Anlaß bestanden hätte, nach Billigkeit zu entscheiden und zur juristischen Wiedergutmachung auch eine menschliche Wiedergutmachung zu fügen! Die Sozialdemokratische Partei hat bei der Schaffung des Gesetzes über die Entschädigung unschuldig Verurteilter dagegen angekämpft, daß bei Frei- spruch aus Mangel an Beweisen die Entschädi- gungspflicht nicht besteht. Sie hat daraus hin- gewiesen, daß den Opfern der Justizmaschine da- mit obendrein noch eine moralische Brandmarkung zugefügt wird. Die sozialdemokratischen Gründe gegen das Gesetz sind im Falle Bullerjahn aber- mals bestätigt worden. Dem Gerechtigkeitsempfinden entspricht die Entscheidung des Vierten Strafsenats nicht! Die Naziniederlage 160 000 Stimmen seit dem 31. Juli verloren! Die nationalsozialistisch« Presse setzt ihren Schwindel über das Thüringer Wahlergebnis mit eiserner Stirn fort. Der„Angriff" phantasiert: „Wiederaufstieg der NSDAP, beginnt." Wie dieser Aufstieg aussieht, zeigt das folgende Ergeb- nis, das nnnmehr alle kreisfreien Städte und die 16 Landkreise umfaßt: Noch bevor die etwa 2500 klagen entlaffener LDG.-Angestellter und-Arbeiter alle im Güteverfahren erledigt werde» konnten, trat heute bereits die Verkehrsabteilung des Berliner A r- beitsgerichts zum Kammertermin zusammen, um die ersten Entscheidungen zu fallen. Es handelte sich heute um ZI Klagen auf Grund von Entlassungen. die auf dem Betriebsbahnhof in Britz ausgesprochen worden waren. Der erste Fall führte zu einer Verurteilung der BVG. Der Straßenbahnsührer W e i h h a u p t hatte nach semer Darstellung auf das Ultimatum der BVG., die Arbeit bis zum 4. November, 2 Uhr nachmittags, wieder aufzunehmen, sich wegen eines Todesfalles in seiner Familie diesen Tag erst um Uhr nachmittags gestellt, und auf der Dienst- tafel war sein nächster Dienst aus den 6. November festgesetzt. An diesem Tage aber verkehrte die Linie, auf der er Dienst run sollte, nicht, woraus er sich am 6. November wieder zum Dienst meldete, wobei er erfuhr, daß er fristlos ent- lassen sei. Der Vertreter der BVG. bestritt, daß Weißhaupt sich überhaupt zum Dienst gemeldet habe. Der betreffende Kontrollbeamte des Be- triebsbahnhofs gab als Zeuge an, er könne sich nicht erinnern, den Kläger auf der Dienststelle gesehen zu haben. Alle Leute, die sich gemeldet hätten, seien in die Listen eingetragen worden, in denen der Name Weißhaupts aber fehle. Der Zeuge hielt es für unmöglich, daß hier ein Ver- sehen vorliegen könne. Demgegenüber behauptete der als Zeuge vernommene Schwager des Klägers, der ebenfalls straßenbahnsührer und nach heute bei der BVG. tätig ist, daß er sich zusammen mit dem Kläger auf dem Betriebsbahnhof gemeldet habe, und daß sie sich als Arbeitswillige hätten eintragen lassen wollen. Der Versuch des Vor- sitzenden, den Vertreter der BVG. zur Wiederein- stellung des W. zu bewegen, scheiterte. Nach längerer Beratung verkündete Amts- gerichtsrat Dr. ch o f f m a n n das Urteil, wonach die BVG. verurteilt wird, Weißhaupt wieder ein- zustellen oder ihm eine Entschädigung von 450 M. zu zahlen. In der Urteilsbegründung wurde ausgeführt, daß die Beweislast darüber, ob der Kläger sich eine beharrliche Arbeitsverweige- rung habe zuschulden kommen lasten, der BVG. zufalle. Die Arbeitsverweigerung am 3. November komme nicht in Betracht, weil der Anschlag mit dem Ultimatum sür die Wiederaufnahme der Ar- beit einen Generalpardon für die vor dieser Frist liegende Zeit darstelle. Der Kläger habe mit seinem Erscheinen am Nachmittag des 4. Dezember be- kündet, daß er arbeitswillig fei. Aus dem Umstand, daß er wegen Behinderung durch einen Todesfall in der Familie etwas später gekommen wäre, könne man ihm keinen Strick drehen. ÄungeMenschen schaffen •Arbeit der Werkjugendheime In der Aula des Lyzeums Weißensee, Pistorius- straße, findet vom 5. bis 11. Dezember«in« Aus- stellung von Arbeiten jugendlicher Erwerbsloser statt, die einen Einblick in das Arbeitsgebiet der Werkjugendheime geben soll. Es ist erstaunlich und vor allem hocherfreulich, was all diese jungen, ungelernten Arbeiter sich in der kurzen Zeit ihres Schaffens an fachmännischen Fähigkeiten angeeignet haben. Da find in der Tischlerwerk st att tadellose Eirlsichtungs- gegenstände erstanden: sauber gearbeitet�, form- schöne Schreibtische und Bücherschränke, Bdumen- ständer und Musikkassetten, aus einer asten Kommode wurde ein modernes Spind, Schoch- breiter und ganze Spieltische, olles in bester Fournisrarbeit. Hoch in den Lüften schwebt da auch ein selbstkonstruiertes Segelflugzeug. Die künftigen Buchbinder lieferten gefchmack- volle, sauber gearbeitete Bucheinbände, Photo- albcn, Büromappen, eine ganze Schreibgarnitur aus Pappe und saubere Beschriftungen. Im selbst- gemalten Buntpapier, dessen Muster mit dem Pappekamm auf geleimtem Papier aufgetragen wird, zeigt sich viel Geschmack für Farben- und Flächenwirkung. In der weiblichen Abteilung gibt es hübsch ge- deckte Tische mit selbstgearbeiteter Tischwäsche zu sehen, in der kochkünstlerischen Koje haben die Schülerinnen die Theorie einer gesunden, fchmack- haften und vor ollem billigen Kochweise durch genaue Kenntnis der verschiedenen lebenswichtigen Nahrungsmittel und chrer Wirkung auf unseren Organismus dargeton. Aus der Handarbeits- und Schneider st ub« sind hübsche modern gearbei- tete Kleider und Pullover, Häkelkappen. Bast- schuhe und Handarbeiten verschiedener Art hervor- gegangen. Einen Krafwerkehrskursus gibt es auch. ihm dient in der Hauptsache eine nach allen Regeln fachmännischer Kunst zerlegte, ergänzte und wieder neu montierte Karosterie. Der Bezirk Weißensee beschäftigt in seinen 4 Werkheimen je 25 junge Menschen, die sich mtt aller Kraft und Liebe ihrer Arbeit widmen. Aber was ist dieses armselige eine Hundert gegen die viele Hunderte, Tausende, die draußen stehen. Sie sind zum Müßiggang verdammt. Auch ihnen müssen die Türen geöffnet werden! sind. Di« Heerstraße ist ursprünglich als Militär- übungsstrahe nach Döberitz gedacht gewesen, wobei der Stößensee in seiner ganzen Breite überbrückt werden sollte. Der morastige Grund des Sees ließ eine solche Konstruktion nicht zu, so daß man sich entschloß, den Stößensee bis auf eine enge Durchfahrt, die allerdings auch noch eine für Brücken beträchtliche Breite hat, zu überbrücken. Die Fundamente scheinen jetzt nachgegeben zu haben: das Tiefbauamt der Stadt Berlin ist zur Zeit mit Untersuchungen beschäftigt. Straßenbahners Sterben Auf dem Straßenbahnhof in der Pdüller- ftraße ereignete sich ein folgenschwerer Unfall. Um Z47 Uhr hatte der 41 Jahr« alte Straßenbahn- schastner Paul K o rth aus der Londoner Str. 3 ä seinen Dienst begonnen. Als er gerade dabei war, einen Anhänger an den Triebwagen zu koppeln, kam Korth so unglücklich zu Fall, daß«r lebensgefährliche Quetschungen er- litt. Durch die Feuerwehr wurde oer Verun- glückt« ins Paul-Gerhard-Sttft gebracht, wo bei feiner Einlieferung nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Nazi-Vräfident in Lübeck Eigener Bericht des„Vorwärts" Lübeck, 6. Dezember. Di« neue Lübecker Bürgerschaft wählle am Montag einen nationalsoziali st ischen Präsidenten. Während sich das Zentrum und die Staatspartei der Sttmme enthielten, stimmten alle bürgerlichen Parteien für den National- sozialisten, obwohl die Sozialdemokratie mit 29 gegenüber 27 Stimmen der Nationalsozialisten die stärkste Partei ist. Nach diesem Ergebnis der Wahl verzichtete die Sozialdemo- kratie auf jede weitere Beteiligung an dem Präsi- dium. Das Präsidium besteht jetzt aus zwei Na- tionalsozialisten und einem Deutsch- nationalen. Als der neue Präsident seine Antrittsrede ge- halten hatte, wurde von sozialdemokratischer Seite darauf hingewiesen, daß infolge der Ungeschicklich- keit der nationalsozialistischen Geschäftsführung eine Bestimmung der Geschäftsordnung übersehen worden ist und deshalb die Wahl des Präsidiums ungültig sei. Tatsächlich wurde dann nach einer Unterbrechung der Sitzung die Wahl nochmals vorgenommen. An der Zusammensetzung de« Präsidiums änderte sich jedoch nichts Von Wölfen zeiriffen Warschau. 6. Dezember. Ein Bauer wurde bei Kowel in Wochynien von einem Rudel Wölfe überfallen und zerrissen. Zwei in der Nahe weilende Pferde wurden eben- falls von den Wölien angegriffen. Die Bevölke- rung, die vor der überhandnehmenden Wolisplage in ständiger Furcht lebt, bereitet umfassende Maß- nahmen vor. 4. Dez. 6. Nov. 31. Zuli NSDAP..... 262 662 341 230 423 948 SPD....... 188 227 209 784 231231 KPD....... 150198 178 404 159 233 Thür. Landb... 69 016 59 492 54 885 Vom 31. Juli bis zum 6. November, und vom 6. November bis zum 4. Dezember Hot die NSDAP, je 80 000 Stimmen, zusammen 160 000 Stimmen verloren! Sie hat vom 6. November bis zum 4. Dezember 2 3 P r oz. ihrer Stimmen verloren, weit mehr, als der Rückgang der Wahlbeteiligung ausmacht. Im selben Zeitraum hat die S o z i a l d e m o- kratie 10 Praz. eingebüßt, das ist weniger als der Rückgang der Wahlbeteiligung beträgt! Das nennt der„Angriff" Wiederaufstieg! Die Leute find sehr klein und bescheiden geworden und verfahren nach der Parole: nur freches Lügen kann uns retten! Unsere Forderungen Soduldemokraten fordern Amnestie und Aufhebung von Notverordnungen Fälscher am Werke „Klassenverrut im ADGB." Dos„Reichsorgan" des Lenin-Bundes(Linke Kommunisten),„V o l k s w i l l e", brachte am 2. Dezember einen Artikel, worin über zwei Sitzungen„berichtet" wird, in denen Vertreter des ADGB. unter dem Vorsitz des Herrn von Papen am 30. Juli mit der Reichsregierung und unter dem Vorsitz des jetzigen Reichskanzler am 9. September mit der Nazibelriebsorganifation und der NSDAP, verhandelt hätten. Da 5)err Urbans in einer Bezirksver- fammlung der Buchdrucker diese„Berichte" be- nutzt hat, um gegen die Gewerkschaften im allgemeinen und die Leitung des Buchdrucker- Verbandes im besonderen zu operieren, erklären wir folgendes: Richtig ist an dem Bericht über die Sitzung am 30. Juli lediglich das Datum. Alles übrige ist Kombination. Eine Fälschung von A bis Z ist der„Bericht" über die angebliche 2. Sitzung, die am 9. Sep- tember unter dem Vorsitz des Reichswehrministers Schleicher, des Sekretärs des Reichskanzlers, des Reichsinnenministers, drei Vertretern des ADGB. und zwei Vertretern der NSDAP, bzw. der NSBG. abgehalten worden sein soll. Hoffentlich w>rd den Verbreitern dieser Lügen- berichte gegen den ADGB Gelegenheit gegeben, sich zu rechtfertigen, damit den Fälschern das Handwerk gelegt werden kann. Di« sozialdemokratische Reichstagssraktion hat außer ihrem Mißtrouensantrag gegen das Ge- samtkabinett von Schleicher auch bereits einige Jnitiativgesetzentwürfe im neuen Reichstag eingebracht. Der wichtigste ist ein Ge- setzentwurf über Straffreiheit, der nur mit der für Verfassungsänderungen notwendigen Zweidrittelmehrheit zustande kommen könnte. Nach diesem Entwurf soll Straferlaß gewährt werden für Straftaten, die aus politischen Beweg- gründen oder im Zusammenhang mit kollektiven Wirtschaftskämpfen begangen worden sind. Darunter würden auch die Sttasen fallen, die von den Berliner Sondergerichten wegen der Ausschreitungen beim letzten Verkehrs- streit verhängt worden sind. Ferner soll Straf- erlaß gewährt werden wegen Taten, die aus wirt- schaftlicher Not begangen worden sind, falls die Strafe nur in Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten besteht. Anhängige Verfahren sollen eingestellt, neue nicht eingeleitet werden. Die Amnestie soll nicht gelten für den Verrat mili- tärischer Geheimnisse und für Landesverrat, ferner nicht für Verbrechen gegen das Leben und gegen das S p r e n g st o f f g e s e tz. Ein anderer sozialdemokratischer Initiativ- gesctzentwurf verlangt das Außer kraft- treten der Notverordnung des Reichs- Präsidenten gegen politischen Terror vom 9. August 1932 und des Kap. 1(Verein- fachung und Ersparnisse) des VI. Teils(Rechts- pflege) der dritten Verordnung des Reichspräsi- denten zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen. Ein weiterer Jnitiatiogefetzentwurf über die Aushebung der Sondergerichte fordert das Außer- krasttreten des Kap. II des VI. Teils der Not- Verordnung vom 6. Oktober 1931 über Sonder- gerichte und der auf Grund dieser Verordnung erlassenen Verordnung der Reichsregierung über die Bildung von Sondergerichten vom 9. August. Die bei den Sondergerichten anhängigen Ver- fahren sollen in das ordentliche Verfahren über- gehen, auch wenn die Hauptverhandlung bereits begonnen hat.• Sondergerichtsurteile können binnen eines Monats angefochten werden. Der in Haft be- findliche Verurteilte ist über dieses Anfechtungs- recht zu belehren, für ihn beginnt die Frist erst mit dem Tage der Belehrung. Die Folge soll eine neue Hauptverhandlung vor dem zuständigen ordentlichen Gericht sein. Aus Antrag des Der- urteilten ist dann auch die Strafvollstreckung zu unterbrechen. Schließlich haben die Sozialdemokraten noch folgenden Antrag eingebracht:„Der Reichstag ver- langt gemäß Artikel 48 Abs. III der Reichsver- fassung die Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten betr. die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet des Landes Preußen vom 20. Juli 1932." 106 Todesopfer Die Katastrophe im japanischen Meer Tokio, 6. Dezember. Nur langsam laufen nähere Einzelheiten über die Katastrophe des Zerstörers „S a w a r a b i" ein. Entgegen dem ersten Verirht ist das Schiff nicht abgesackt. sondern gekentert. Es treibt kieloben, so daß Hoffnung besteht, es noch bergen zu können. Leider ist über das Schicksal der vermißten lOft Mann B e» s a ß u n g noch nichts bekannt, und man befürchtet, daß sie all« ums Leben gekommen sind. Nächtlicher Naubäberfall Niedergeschlagen und um 2000 M. beraubt Ein frecher Raubüberfall wurde in der Nacht in dem Flur des Hauses Friedrichsfelder Straße 10— In der Nahe des Schlesischen Bahnhofs— verübt. Dort wurde der 26 llahre alte Hausbesitzer Albert S t ö s s i n von bisher noch unbekannten Tätern beim Betreten seines Hauses überfallen, niedergeschlagen und einkassierter INietsgelder in höhe von 2000 Mark beraubt. Die Täter find in der Nacht mit ihrer Beute entkommen. Es fehlt von ihnen jede Spur. Stöffin hatte in den Abendstunden in Weißen- see, wo er noch einige Häuser besitzt, Mieten kassiert. Er inachte sich nach Mitternacht auf den Nachhauseweg und kam kurz vor 1 Uhr vor dem Hause Friedrichsselder Straße 10 an. Als er dos Haus aufschloß und in den Flur trat, leuchtete ihm plötzlich eine Blendlaterne entgegen, deren Schein ihm ins Gesicht fiel, so daß er die Augen schließen mußte. In diesem Moment erhielt er einen wuchtigen Schlag an die Stirn, der ihn sofort zu Boden warf. In dem Flur, der nun nur schwach von der Blendlaterne beleuchtet wurde, fielen die Räuber über den Ueberraschten her und plünderten ihn völlig aus. Der Schlag, der ihn getroffen hatte, war so heftig, daß das rechte Auge und die Nase ungewöhnlich an- schwoll. St. konnte vor Schmerz nicht einmal um Hilfe rufen. Nachdem ihn die unbekannten Räuber ausgeplündert hatten, ergriffen sie die Flucht und entkamen. Glötzenseebtticke gesenkt Morastiger Untergrund Die Stößenjeebrücke bei Pichelswerder, im Zuge der Heerstraße gelegen, hat sich gesenkt. so daß der Omnibus- und Lastwagenverkehr über Ruhleben und durch Spandau umgeleitet werden mußte. Die Senkung ist insbesondere an der Auf- lagestelle der Brücke nach Berlin zu festgestellt worden: hier hat sich an der Oberfläche das Stein- Pflaster, das die Straßenbahngleise umschließt, um 10 bis 20 Zentimeter gesenkt. Besondere Ver- kehrsposten sorgen dafür, daß die Straßen- bahn nur in allerlangsamsten Tempo die Brücke passiert. Es ist wahrscheinlich, daß geologische Ver- bahn nur in allerlangsamstem Tempo die Brücke in den Jahren 1908 bis 1911 große Schwierig- leiten machten, die Ursache für die Brückensenkung Faschistische Llnsauberkeiten Der Fall Augusto Turati— Die Ausplünderung der Matrosengewerkschaft Von unserem Korrespondenten Cocatno, 1. Dezember. Der langjährige Generalsekretär der saschi- slischcn Partei, Augusto Turati, ist mit der nachstehenden Begründung aus unbestimmte Zeit aus der Partei ausgeschlossen worden:„Weil er in einigen der Oeffentlichkeit bekanntgewordenen Privatbriefen tadelnswerte Ausdrücke ge- braucht hat, die nicht geduldet werden können, besonders nicht von einem Funktionär des Regimes." Nun war Turati einer von den ganz Großen und besonders Getreuen. Er war vier Jahre Parteisekretär, bekleidete also die höchste politische Stellung im heutigen Italien, nach der des„Duce". Er war es, der nach den Attentaten im Herbst 1326 in öffentlichen Reden auf der Piazza Colonna zur Gewalttat, zu Mord und Brand aufgerufen hat. Ein gottes- gläubiger Mann, triefend von Idealen und Sitt- lichkeitsmaximen. Als es nicht mehr zu verHeim- lichen war, daß seine anormale geschlechtliche Veranlagung unter„unserer herrlichen faschistischen Jugend" viele Opfer gefordert hatte, wurde er des Generalsetretariats enthoben und— zum Trost— zum Chefredakteur der Turiner„Etampa" er- nannt. Von da bekam er dann vor wenigen Monaten den schlichten Abschied, der nicht aus andere Vorzugsstellung an der Krippe, sondern direkt ins Sanatorium führte. Aber der Mann, der so geschmeidig vor den Stärkeren ge- krochen war und so kraftvoll auf die Schwächeren getreten hatte, sollte noch tiefer sinken: Ausschluß aus der Partei wegen Dreckschnauzigkeit! Die Zensur, mit der er in der Versenkung ver- schwindet, sagt kein Wort darüber, gegen wen die Die BeNelbraunen öerüoer 3tr»LenIiiI6 von 1932 Mit Sammelurne und verdross'ner Miene, Ein Hitler-Jüngling an der Ecke döst. Daneben, braun bejackt, die Hitlerine: „Max. werden wir noch nich bald abjelöst?" Max aber schüttelt Kopf und Sparkonserve,— (In beiden klappert es verdächtig leer): „Ja, vorjes Jahr, da hatten wa Reserve. Jetzt kümmert sich um uns keen Deibel mehr. Die Führer rasen Auto, bau'n Paläste, Wir stehen Vetteln, machen hier klapp-klapp." „Max. meenste nich, es war dos allerbeste, Wir machen Schluß und hauen eenfach ab?" Nervös zuckt Max es um die Oberlippe: „Ick wäre jern aus dem Schlamassel raus. Doch haben uns die Macher an de Strippe, Und biste erst verdächtig, is es aus. Det mag'« Fressen und des bißken Penne, Wir selber schnorrSn noch dafür det Ield. Und dafür det Iejrüße und Ierenne, Wie'n Penner wird man hier so hinjestellt! Det Betteln is'en elendes Iewerbe, Ja, wenn de bitt're Not noch cenen treibt! Wir aber— manchmal fast vor Wut ick sterbe, Wenn son Bekannter bei mich stehen bleibt. Na Maxe, locht er, wie bekommt det Betteln? Herr Goebbels baut wohl wieder'ncn Palast?— Im Kaiserhof. da schieben se und zetteln. Wir kehren für die Mist und schieben Knast! Hilft nischt! Man is vatooft bei diesen Füchsen. Denn jiebts mal Schnaps und man ersäuft denGroll." Er klappert stumpf. Hohl klingt es in den Büchsen, Doch mancher, scheint mir, hat die Büxen voll. lonatban. tadelnswerten Ausdrücke gerichtet waren. In Wirklichkeit handelt es sich um abfällige Be- merkungen über Mussolini, saftige Worte, wie ste Mussolim selbst über seine Mitarbeiter und Freunde zu gebrauchen pflegt. Dafür wird nun Augusto Turati abgesägt als Abgeordneter, als Mitglied des großen Rates, als Generalleutnant der faschistischen Miliz, als Präsident der Föderation aller faschistischen Sportvereine. Wahrsckieinlich werden auch seine verschiedenen Aufsichtsratsstellen daran glauben müssen. Direkt vom Kapital aus den tarpejischen Felsen! Wie man sieht, hält der Faschismus doch noch mehr auf gute Sitte» als auf saubere Hände. Durch Vorweisung eines Prioatbriefes kann man die Höchsten stürzen. Beweist man dagegen einem Hierarchen, daß er Gelder unterschlagt so braucht das für ihn gar keine Mißhelligkeiten zur Folge zu haben. Da bat der soschistisch« De> putiertc M a g r i n i— Schwarzhemd der ersten Stunde, Wackerster der Wackeren usw.— als Prä- sident die Organisation der Seemannschaften bis zum Jabre 1330 verwaltet. Dann wurde er durch den Faschisten B-gnotti ersetzt, der ein ge- «isses Interesse an der Sauberkeit oder Unsauber- keit der Hände seiner Vorgänger baben muhte. da er ja von ihnen Kassen und Register über» nahm. Er interessierte sich also, stellte fest und berichtet« dem„Duce". Es ergab sich, daß man das Geld der Seemannschosten in frechster Weise stahl. Magrini hat im Jahre 1927 an Gehalt und Reise- Unkosten 167 338,73 Lire(1 Lire gleich 21 Ps.) bezogen, im nächsten Jahre 361 328,23 und in seinem letzten Verwaltungsjahr sogar 332 231,23 Lire, alles in ollem in drei Jahren über eins Million Lire. Sein Sekretär mußte sich in derselben Zeit mit 333 333 Lire behelfen, der Ab- geordnete Tanzini mit 331 333. Die Organi- jation ist in Grund und Boden gewirtschaftet. Magrini hatte bei seinem Rücktritt 381873 Lire ungedeckte Vorschüsse aus der von ihm verwalteten Kasse entnommen. Weder ihm noch seinen Spießgesellen ist etwas passiert. Nur den Buchhalter Amondei hat der neue Präsident dem Staatsanwalt angezeigt, aber auch davon haben die Gerichte vorgezogen, keine Kenntnis zu nehmen. Der Bericht Begnottis, mit Zahlen, Belegen und Nainen, liegt seit Monaten in Mussolinis Schreibtisch. Da sollte er offenbar seinen Geist aushauchen, nur ist leider ein Durchschlag der Pariser„Liberia" auf den Schreibtisch geflogen. Es sei daran erinnert, daß der Faschismus durch ein besonderes Gesetz— vom 28. Januar 1921— die Verwaltung aller Fonds, zu denen Arbeitergelder beigesteuert wurden, der Kon- trolle des Präfekten unterstellte, der dar- auf zu achten hatte, daß das Geld im Sinne des Organisationsstatuts verwertet würde. Wir glauben nicht, daß die italienischen Seeleute ihre blutigen Groschen sich dafür vom Munde abge- spart haben, daß eine Handvoll Schwarzhemden damit in Saus und Braus lebte. Chorkonzerte— Chorjubiläen Philharmonischer Chor— Liedergemeinschaft des DASB. Der Philharmonische C h o r ist 33 Jahre alt geworden. Die Festaufführung der H-Moll- Messe unter Klemperer aus diesem Anlaß war mehr als eine strahlende Geburtstagskeier: ein klingendes in mvmariam, eine Gedächnisfeier für Siegfried Ochs, den Begründer, den uner- müdlichen Förderer und Führer der Chorvereini- gung, dessen Lieblingswerk und Gipfelleistung die „hohe Messe" immer geblieben war. Vor fünf Jahrzehnten, als junger Student noch, hatte er mit kaum einem Dutzend Sängern begonnen: nach verhältnismäßig wenigen Jahren waren es Hun- derte, die sich ihm willig unterordneten, die seiner Stabführung gehorchten, Hunderte, aus denen er in vorbildlicher Erzieherarbeit, in glühender Werk- besessenheit«in einziges Rieseninftrumsnt formte, um so(dem großen Vorbild Bülow nacheifernd) die Chorkultur auf die Höhe der ihr bis dahin weit überlegenen Orchesterkultur zu heben. Als 1323 der Chor aus finanziellen Gründen aufgelöst werden mußte und Ochs als Leiter der Orawrien- schul« in die Hochschule für Musik berufen wurde, folgte ihm der Chor(als Hochschulchor) ebenso wie 8 Jahre später nach seinem Ausscheiden aus der Hochschul«: ein Jahr später war er nicht mehr. Heute verwaltet Klemperer sein Erbe. Ver- waltet es in dem einzig lebendigen Sinn, den Tradition je haben kann: nicht im Bewahren des Aeußerkichen, der dynamischen Schattierungen oder der Tempi etwa, sondern des inneren Verhältnisses zum Werk, das sich in anderen Generationen mit Recht auch immer wieder andere Darstellungsstile zu schaffen weiß. So sehr Ochs(und sein Chor mit ihm) stets um und für Neues zu werben wußte, so sehr kreisten seine Gedanken, ordnete sich seine Arbeit immer wieder um Bach,.chen uralten Turm, den großen Gesang". So konnte auch das Fest der Vereint- gung nicht schöner gefeiert, der tote Meister(dessen Persönlichkeit und Leistung Kurt Singer in einer im Werk-Verlag, Berlin, erschienenen Bro- schüre würdigt) nicht feierlicher geehrt werden als durch die Aufführung, durch diese Aufführung des unbegreiflich hohen Werks, mit der der jubi- lierende Chor die Hörer jubilieren machte. Un- möglich, all die Einzelphasen rühmend aufzuzählen, die sich zu einheitlich großem, erschütterndem Ge- samteindruck, zu einem Triumph von Klemperers Bach-Interpretation zusammenschlössen. Ria Ginster. Margarete Klose, Patzak und Bockelmann waren die sich harmonisch einordnenden, überaus verdienstvollen Solisten. * Noch ein Jubiläum, grundsätzlich anderer Art freilich: Arbeiterchöre(sämtliche Chöre des 3. Bezirks) feiern die Erinnerung an die vor 13 Jahren erfolgte Gründung der„Lieder- g e m e i n s ch a f t" des Deutschen Arbeitersänger- Bundes. Den Berliner Arbeitersänger-Bund von 1876 hatte ja nach kaum zwei Iahren bereits das Sozialistengesetz zerschlagen: erst 1833 konnte er wieder gegründet werden— und wieder zwei Jahre später konnte er bereits mit all den anderen inzwischen entstandenen Chorgruppen und Sänger- blinden zu eben der„Liedergemeinschastder Arbeiter- sänger-Vereinigungen Deutschlands" zusammen- geschlossen werden, die eine Kampfgemeinschaft war, deren Aufgabe vor allem in der damals un- geheuer schwierigen Materialbeschaffung, nicht zuletzt in der Gründung eines Selbstverlags be° stand. Aus diesen Organisationen hat sich der(in seiner jetzigen Form 1938 gegründete) Arbeiter- sänger-Bund und sein Verlag folgerichtig ent- wickelt. Der kulturelle Wille einer aufstrebenden Klasse, die Sehnsucht des Arbeiters nach dem Lied, das i h m gleich sei, das seine Weltanschauung zum Ausdruck brächte— sie hatten nicht nur für Organisationsformen und Interpretation zu sorgen; sie hatten viel weiter unten anzufangen, hatten sich zu allererst die Werke, die Dichtungen, die Kompositionen selbst zu schaffen! Daß dies alles möglich war, darauf können sie, können wir heute mit Recht stolz sein.— Ludwig Beelitzer und Georg Oskar Schumann leiteten die zwei Chor- gruppen der Chöre des 3. Bezirks, die mit Werken von Uthmann, Ger st er, Tießen u. a. dem Feierwillen würdigen Ausdruck verliehen. H. W. General Suter Fataler Geschichtsunterricht Nicht zum erstenmal gibt es jetzt lim Theater am Schiffbauerdamm)„Die Geschichte des Generals Johann August Sute r", des kalifornischen Michael Kohll>aas, der nicht be- greifen kann, daß Macht vor Recht geht und Welt- gejchichte nicht über einzelne stolpert. In langer mit Dialogen durchsetzter Reihe beweglich gewor- dener Panoptikumspuppen tröpfelt es langweilig, nur selten das dösende Parkett weckend, oft un- freiwillig komisch, ins Vergessen. Seltsam, daß dies historische Thema, das episch und nichts als episch ist, die Konfektionäre des Theaters geradezu verführt. Noch merkwürdiger, daß sich Direk- toren finden, die das Geld, das sie nicht haben für solch garantiertes Versagen fortwerfen. Neben Cäsar von Arx haben sich noch zwei, drei andere Gutgläubige um die Dramatisierung des zwar interessanten, den Bedürfnissen der Bühne jedoch widerstrebenden Ausschnitts ameri- kanifcher Heimatkunde bemüht. Dies war: von Trommein und Trompeten um- bellt, eine Harmonikafibel, leider kein v-Zug von 12 Ruppiner Bilderbogen, die selbst, wenn sie bunter und reicher an Gegensätzen wären, nicht zu fesseln vermöchten. Das Theater verlangt nun einmal unerbittlich nach Ballung und Ex- plosion. Di« Geschichte des Generals Suter ist gewiß eine traurige Vallad«, aber ohne Wucht; es wird ein Faden gesponnen, ein Tau wird gedreht. aber es werden keine Stollen gegenein- anldsr getrieben. Der gut« Suter hatte Kalifornien erschlossen. er hatte sich das Land verschreiben lassen. Da markt hübsch und einladend aufgemacht, mit Be- Nutzung der altdeutschen Häuserkulissen von einer früheren Gelegenheit. Unten, in den Lauben und Nischen dieser Altstadt gibt es Gaststuben und Verkaufsbuden mit vielen schönen Gegenständen zum Verschenken, oben lausen ringsum die Kojen mit den ausgestellten Werken von 833 Künstlern jeder Richtung. Diese fast 2333 Arbeiten sind nach Gegenständen geordnet. Es gibt Kojen mit Berliner und märkischen Ansichten, mit Blumen, winterlichem Hochgebirge oder Tieren, mit Bild- nissen und Sport, Städteansichten usw. Man hat für jeden Geschmack gesorgt. Eins möchte man den Künstlern ans Herz legen, damit sie künftig noch bessere Zlussichten auf Kauferfolge hätten; ihre Preise einander etwas anzugleichen, und zwar nach unten hin. p. l. scb. ,Völmn8cbe Musikanten* Rose-Theater Das Roje-Theater kommt diesmal mit einer Novität für Berlin. Dem dreiaktigen Singspiel „Böhmische Musikanten" von Julius Wilhelm und Peter Herz liegt gewiß kein erschütternd origineller Einsall zugrunde. Die Fabel vom ehrgeizigen, aber einfachen Bauernburschen aus dem böhmischen Dorf, der wie keiner die Fiedel spielt und damit sich die Frauenhcrzen erobert, zu- letzt aber an der Leidenschast zu einer Frau zu- gründe geht und 20 Jahre später als blutarmer Geiger wieder in sein Heimatsdorf kommt, ist rührselig und gehört ins älteste Operettenarchiv. Aber irgendwie ist diese Geschichte doch volkstüm- lich. Bernhard Grün, ein für Berlin neuer Mann, schrieb«ine schlichte, leicht ins Ohr gehende Musik, die ihre Einfälle aus der Fülle der tschechischen Volksmusik bezieht. Anklänge an Smetana und Dvorak— manchmal schon nahe der Kopie. Trotzdem im großen und ganzen geschickt und gekonnt. Das wirkliche Erlebnis des Abends aber ist die Aufführung. Die Roses haben sich diesmal selbst übertrosten. Allen voran Traute Rose als Gänse- magd und spätere Komponistengattin. Ihr zur Seite als würdiger Partner Willi Rose. Erich S u ck m a n n, in der eigentlichen Hauptrolle, ist ein spiel- und stimmbegabter Tenor. Hans Rose und Ferdinand A s p e r sorgen für Ulk. Hedi K r a m e r und Gerthi K u t h a n sind die beiden Frauen, zwischen denen sich das Herz des Tenors zu entscheiden hat. Allen anderen ein großes ge- samtes Lob. Die Inszenierung Paul Roses hatte viel Schwung und nette Einfälle, die musikalische Leitung Max Schmidts war schmissig und fühlte sich fein ein in das Gesamtkolorit. wurde gelbes Metall gefunden, und die Goldjäger überfluteten den fruchtjchweren Garten. Städte wurden gebaut, eine Provinz entstand: USA. war's zufrieden. Suter aber, der Plantagen- agrarier, grollt und begreift nicht, daß er besser täte. Absindung und Generalstitel anzunehmen. Er will, daß Kalifornien wieder geräumt werde und er mit seinen Kühen und Knechten es allein besitze. Ein Narr des Privateigentums. Dos einzig Sympathische an der dürftigen Klebearbeit ist, daß dieser Wahn raffender Spießerverlogen- heit gestäupt wird. R. Br. ie Das Theater am S ch i f f b a u e r d am m ist im Anschluß an die Premiere geschlossen worden. Die Schauspieler sind wieder einmal die Leid- ' tragenden, da die bereits gesperrte Kaution für ihre Forderungen nicht ausreicht. Es wird Zeit, daß energische Maßnahmen gegen diese Art Theaterbetrieb getroffen werden, die Darlehen von den Schauspielern nehme» und Stücke gegen Ent- gelt ausführen. Die Presse sollte endlich aufhören. von solchen Gründungen Notiz zu nehmen. Der neue Garlso-k'ilm Capitol Dieser neue nicht synchronisierte Garbo-Film ist nur neu für Deutschland. Er zeigt die Künstlerin, der auch das mäßigste Manuskript nichts anhaben kann, in allen Lebenslagen, von der Geburt bis zur Heirat.„Helgas Fall und Aufstieg" ist eine sehr rührselige.�eschichte eines armen, un- ehelichen Kindes, das dem rohen Pflegevater ent- läuft, bei einem Ingenieur Zuflucht findet, dann in die Bahn einer fahrenden Künstlerin geschleudert wird. Sie muß alle Nöte des Lebens durchkosten, so ähnlich wie die„Blonde Venus" der Dietrich, da ihr Geliebter nichts mehr von ihr wissen will. Sie nimmt alle Demütigungen auf sich, um ihn, der inzwischen aus seelischer Ztot ver- kommen ist, wiederzugewinnen. Die Garbo hat herrliche Momente, entzückend ist ihr Aufwachen zum Leben, als sie zum erstenmal Liebe erfährt, siegreich ist sie als große Kokotte und wundervoll in ihrem Werben um den Mann. Ihr Mitspieler ist Clark Gable, frisch und sympathisch, und auch in seinem Abstieg noch nicht hoffnungslos. Von der Regie Robert Leonards ist nicht viel zu sagen: sie geht die begangenen Wege. Der allzu traktätschenhafte Schluß und die Verlogenheit der Handlung schien das Publikum schließlich zu ver- stimmen. Voran ging ein Kultursilm, der die B a u d e n k- mäler Potsdams im belebten Bild zeigt. Weihnachtsmesse der Künstler Soviel Weihnachtsausstellungen von Kunst- werken sind noch kaum je dagewesen: die Not zeigt den Künstlern diesen aussichtserösfnenden Weg. Verein Berliner Künstler, Deutsche Kunst- gemeinschaft, die Vereinigten Staatsschulen an der Hardenbergstratze die Berliner KünsUerinnen haben alle ihre besondere Wechnachtsmesse er- öffnet: in den A u s st e l l u n g S h a l l e n am Kaiserdamm ist die größte und umfassendste Der. anstaltung der Art zu sehen, schon als Weihnachts» Vjörnfons l00. Geburtstag. In O s l o begannen Sonntag die großen Jubiläumsfestlichkeiten an- läßlich des 130 Geburtstages des norwegischen Nationaldichters Björnson mit einem Festakt im norwegischen Nationaltheater. Die Hauptfestlich- leiten finden am Geburtstag des Dichters, am 8. Dezember, in Form einer Gedächtnisfeier an seinem Grabe statt. Während dieser Festwoche spielt das Nationaltheater jeden Tag Bühnen- dichtungen Björnsons, darunter ein erst kürzlich aufgefundenes historisches Schauspiel. Als Ab- schluß ist ein Besuch in Aulestad, dem Gute Björnsons, vorgesehen, wo die Witwe des Dichters vor ein paar Tagen in geistiger Frische ihren 97. Geburtstag seiern konnte. Hamsun hat eine Grammophonplattc mit feinem Gedicht über den Tod Björnsons besprochen. Berichtigung. Einen ganzen Abend und eine Nacht lang stand der Regisseur Dietrich K c n t e r in dem schändlichen Verdacht, für die Studienauf- führung des Schiller-Theaters seine Schauspieler zum„Nationalismus" angespornt zu haben. Der niederträchtige Druckfehlerteufel brachte ihn in diesen scheußlichen Verdacht. Ihm werde bc- stätigt, daß er seine Künstler zu etwas Besserem, zum Naturalismus, erzog. Durchfall der„Oppofttwn" lm Verein Lerliner Buchdrucker Gestern wurden im verein Berliner Buchdrucker die Zleuwahlen der Bezirksleitun- gen vorgenommen. Obwohl die sogenannte Opposition die gröhlen Anstrengungen gemacht halte, um aus die Bezirksleitungen Einfluh zu gewinnen, war ihren Bemühungen in keinem der Bezirke Erfolg beschieden. 3» sämtliche» cls Bezirken wurden die bisherigen„refor- mistischen" Bezirksleitungen wiedergewählt. Außerdem mußten i-n sechs Bezirken die D e l e- gierten zur örtlichen Keneralver- s a m m l u n g durch U r w a h l gewählt werden. In allen sechs Bezirken hat die vereinigte O p p o- sition nicht einen einzigen ihrer Kan- didatcn durchbekonnnen. Auch hier find nur Mit- gliedcr der positiven Gewcrkschastsrichtmig gewählt worden. Da in den übrigen fünf Bezirken bereits im vorigen Monat die Delegierten cn bioc gewählt worden find, ist nunmehr festzustellen, daß olle elf Bezirksleitungen wieder von unseren Gewcrkschaftsgenossen besetzt sind. Dieser Erfolg ist um so höher zu bewerten, als auch unter den Buchdruckern seit geraümer Zeit eine groß« und lang anhaltende Arbeitslosigkeit herrscht, die aber, so verbitternd sie auch wirkt, den von ihr Betroffenen den klaren Blick nicht getrübt hat. Falsche Rentenanrechnung kur arbeitslose Kriegsbeschädigte Der Spruchsenat für die Arbeitslosenversicherung hat endlich mit der falschen Verrechnung der Renten von Arbeitslosen aufgeräumt. In fast allen Arbeitsämtern hat man bisher Kriegsbeschädigten. die neben der Kriegs- rente noch eine Invalidenrente be- zogen, nur die Freigrenze von 25 Nt. monatlich für die Versorgungsrente zugestanden, während man den R e st b e t r a g der Ver- iorgungsrente und die gesamte Invalidenrente dann voll auf die Arbeitslosen unter- st ü ß u n g angerechnet hat. Diese Art der Be- rechnung ist falsch. Bezieht ein Arbeitsloser als Kriegsbeichädigter eine Versorgungsrente und außerdem eins Zn- validenrente, so bleibt von der Verforgungsrente der Betrag von 25 M. monatlich und außer» dem von der invaliden rente der Betrag von lö M. monatlich a n r e ch- NU n gsfr e i.(Entscheidung des Spruchsenars vom 28. Oktober 1932. Iiis Ar. 150. 32.) chat also der Arbeitslose T. eine Versorgungs- rente von Z0 M. und eins Invalidenrente von 25 M., so muß man ihm eine Freigrenze von insgesamt 40 M. für beide Renten zubilligen und erst der Rest von 25 M. ist aus die Arbeitslosenunterstützung voll zu verrechnen. Nach dieser neuen Entscheidung werden also all« kriegsbesck)ädigten Doppelrentncr monat- l i ch 15 M. mehr bekommen als bisher. Was wird nun aber mit den bisher falsch abgezogenen 15 M. im Monat? Den Kriegs- beschädigten ist dringend zu raten, aus Grund dieser neuen Entscheidung die Nachzahlung zu verlangen, da man ihnen einen unberech- tigten Abzug von einer Sozialversicherungsleistung gemacht hat, auf die sie einen gesetzlichen Anspruch hatten. Die Spruchin st anzen werden zu klären haben, ob die Nachzahlungen erfolgen müssen oder nicht. Einigung in Rathenow Die Arbesterschaft der Rathenower D a m p f m ü h l e A.-G. trat am 1. Dezember in den Streik. Daraufhin bahnte die Direktion am 2. Dezember Verhandlungen mit der Streikleituno an. Anstast einer Lohnkürzung um zehn Prozent wurde jetzt eine solche um 3 M. in allen Gruppen gesordert. Auf Vorschlag der Or- ganiiation kam es zu einer Einigung in der Weise, daß die Löhne ab 1. Januar 1933 u m 2,50 M. in allen Gruppen gekürzt werden. Dieses Ergebnis fand einstimmige Annahme. worauf die Arbeit ani 3. Dezember wieder auf- genommen wurde. Maßregelungen sind ausge- schlosien und das Arbeitsverhältnis gilt als itich- unterbrochen. Äeutschianb-Fmnkreich Nach vierzehntägiger Dauer sind die in Berlin stattfindenden deutsch-fraitzösischen Verhandlungen über eine Revision des chandelsver- träges von 1927 unterbrochen worden. Mehrers Mitglieder der sranzösischen Delegation befinden sich zur Zeit in Paris, uin ihrer Regierung Bericht über den bisherigen Verlauf der Besprechungen mit dem deutschen Verhandlungskomitcc zu er- statten. Soviel bisher bekannt geworden ist. wird da? Prinzip der M e i st b e g ü n st i g u n g von den Franzosen anerkannt, allerdings will die französische Regierung, wie kürzlich chaitdels- minister Durand erklärte, die allgemein Meistbegünstigungsklausel auf eine ..kleine?N e ist b c g ü n st i g u n g die nur für die Warenpositionen kommt, die für den deutschen und Export von Bedeutung sind. lieber die Frage der Aufhebung der s r a n z ö- sischen Einsuhrkonlingcntc und die Freigabe der im Handelsvertrag gebundenen französischen Tarifsätze durch Deutschland herrscht noch ziemliches Dunkel. Vermutlich werden diese sehr komplizierten Fragen zu ihrer Klärung noch eine längere Vcrhandlungsdauer benötigen sogenannte umstellen, in Betracht sranzösischen Gewerkschaftsgefchschte Oesterreichische Oe�verkschakten Im Verlag der Wiener Volksbuchhandlung er- scheint soeben(unter Mitarbeit von Käthe Leichter, Ed. Etroas und Richard Wagner) der zweite Band der„österreichischen Gewerkschaitsgeschichte". von Julius Deutsch, der die Zeit im Welt- kriege und in der Nachkriegszeit behandelt. Julius Deutsch bearbeitet in diesem Bande vorzugsweise die mehr politische Seite der Entwicklung. Seine glänzende Darstellung der Kämpfe der öfter- reichische Arbeiterorganisationen in der Zeit des Krieges und der Revolution, der Abwehrkämpfe gegen die faschistischen Gefahren in den Jahren der Krise die nicht nur gewerkschaftliche, sondern eminent politische Auseinandersetzungen sind. geben dem Buche den größeren Rahmen, der es über eins bloße Gewerkschaftsgeschichte west hin- aus hebt. Richard Wogner gibt ein Bild vom Anwachsen der gewerkschaftlichen Macht in der ersten Zeit nach dem Umsturz, in der die modernen sozialpolitischen Errungenschaften ge- schaffen werden, bis zur Zeit des Genfer Vertrags. da das wieder erstarkre Kapital zum An- griff übergeht und das Uebergewicht des Bürger- tums hergestellt wird. Käthe Leichter geht den Bedingungen des gewerkschaftlichen Kampfes in den verschiedenen Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung noch. Sie zeigt, wie der gewerk- schaitliche Kampf sich den jeweiligen Lerhältniisen anpaßt und wie die konzentrierte Kraft der Ge- werkschasten auch in der Zeit der tiefsten Krise die Arbeiterrechte schützt. Heber die gewerkschost- liche Internationale und die Stellung der öfter- reichischen Gewerkschaften darin schreibt Eduard S t r a a s Da? Werk ist nicht nur austchlußreich für die österreichischen Gewerkschaften, sondern stellt einen wichtigen Beitrag zur Wirtschastsgeschichte Nach- kriegsösterreichs dar. Besonder detont sei, daß es sehr lesbar geschrieben ist und sich schon dadurch wohltuend von dieser Gattung Bücher unter- scheidet. K. f. Rundfunk am Abend Dienstag, 6, Dezember Berlin 16.15 Land zivischen Rhein und Vouesen(R. Ern-u). 16.30 Aus Leipzig: Nadi- mittagskonzerl. 17.30 Zehn Minuten Fimk- liilfe iE. Nesper!. 17.40 Mitteilungen des Arbeitsamtes. 17.45 Die junge Generation. 18,05 Aus Magdeburg: Motetten. 18.30 Lesestunde. 18.55 Die Funk stunde teilt mit. 19.00 Stimme zum Tag. 19.10 Dienst an der Erde. 19.45 Alt-Berliner Tanzabend. Als Einlage: 20.45 Musik der Stralie. 22.10 Wetter-. Tages- und Sportnachrichten. 22.25 Stimme» zur Regierungsbildung'(Chefredakteur R. Fritzsche). 22430 Aus Hamburg: Spätkonzert. Königs Wusterhausen: 16.30 Aus Leipzig: Nadimiflagskonzert. 17.30 Deutsdie Gedichte für jedermann(Dr. W. BrewitzL 18.00 Querschnitt durch Abreißkalender für 1933(Dr. H. Traub). 18.30 Deutsdie Burgen (Geheimer Regierungsrat Prof. B. Ebhardt). 18.35 Wetterbericht. 19.00 Einheitskurz- sdirift. 19.30 Zeitdienst. 20.00 Aus Oslo: Norwegisches Europäisches Konzert. 20.33 Tages- und Sportnachrichten. 21.10 Aus Leipzig: Schlüssel und Schwert(Hörfolge). 22.10 Wetter-. Tages- und Sportnadiriditen. 22.45 See- Wetterbericht. Sonst; Berliner Programm. Vollständiges Europuprogramm im..Volksfunk", raonatl. 96 Pf., durch alle„A orwärts"- Boten oder die Postanstalten. Wetter für Berlin: Bewölkt, Regensälle, kühl, nördliche bis nordöstliche Winde.— Für Deutschland: Im Osten trübe und regnerisch, nach Westen zu Besserung, im Westen stärkere Nachtfröste. Verantwortlich für Politik: Rudolf Brendemühl: Wirtschaft: G. K l i n g e l h ö f e r: Gewerkschastsbe- wegung: I. Z i e i n e r: Jeuilleion: Herberl Le- vor«: Lokales und Sonstiges: Fri'e Karsiädt: Anzeigen: Otto H e n g fi: sämtlich in Berlin' Verlag: Borwäris-Derlap G. ni. b H. Berlin. Druck: Vorwäris-Buchdruckerei u. Berlagsansialt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 08, Lindensir 8 i Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise werden in leder Morgen-Ausgabe des Vorwärts" veröffentlicht. Hierzu l Beilage. PRO G R AM I tür die Zeit vom 6. Dez. bis 8. Dez. I BTL Potsdamer Str. 38 Da» Abenteuer einer»rhö- nen Frau mit Lil Dagorer. Hon» Rebmann.— Tonfilm- Kabarett W. 5. 7. 9 Uhr BTL Turmstraße 12 Der Achwarase Hu*ar mit W. Christians, C. Veldt» Wolf Albarh-Kctty Jugendliche haben Zutriltl W. 5. 7. 9 Uhr BTL Alexanderstr, 39 (Pausas») Der li-öuinende Jfund mit FtlisabeDi Bergner.— Schloß Im �fond mit �1. Chevalier Den ganzen Ta« geöffnell Alhambra MuIIerslr. 156, Ecke Seestraßc. Verlängert! Friederike m. JI Christian». II. Dollinann— Consorllla Wochentags ab Uhr Jugendliche haben Zutritt! Odeon,PotsdamerStr.7S Eine von uns mit BrlurUtc Helm. G, Diessl, E- Husch W. 5, 7, 9 Uhr Germania-Palast CharU Wilmersdorf er Str. 53/54 Annemarie, die llrauc der Kompusrnie mit JLuclc Englisch, P. liöiiii�er.— Der Hann, den»ein GewisNcii trieb.\V. 5. 7. 9 Uhr Kant-Lichtspiele Charl.; Kantslr. 54. Friederike mit-H. Christians. Hans Hein/, Hollnmnn. Otto Wullburg, Else Elster W. 5. 7, 9 Uhr Jugendliche haben Zolri-tt! Primas-Palast Potsdamer Straße ID. Verlängert; Her Orlow mit I.ianti Hnid. Iwan Perrovlc.h W. Z.IZ, 7.15. 9.15 Uhr Franziskaner Um 9. 12, 3. 6, 9 Uhr beginnend: Der»ehvrorzc llnstrr mit Conrad Vcidt. TIady Christians Um 10.30» 1.30. 4.30, 7.30. 10.30 Uhr beftiunend: Darehlanchr amüsiert sieh Cx Alexander, I>ien Deyer« n a. Xevxeste Ton-Worhensehati Kolonnaden-Kino TaT�tL Leipziger Str. 58 Ab 9 Uhr vorm. Congsorilla(TonfDm aus dem afrikanischen Urwald).— Tonbeipro- gramm.— Tönende Woehen- »rhaii-— Jugendliche- haben Zutritt Rheinschloß-Lichtspiele Bheinslr. 60."Woch. 5, Stg. 3 Uhr 8 Mädels Im Doot mit Karin Hardt.— Reiehh. Beiprogr.— H'oehensehau Flora-Tageskino Hauptslr. 114. Liebe In l'nlforni mit Harrv Liedtke.— Melodie der Liebe mit Riehard Tauber ,7» 9 I>.9 HauptstraGe 49. Die elf 8ehi11sehen Offiziere mit Hertha Thiele, Friedrieh Kayßler.— llfa-Tonwoehe Jugendliche baten Zutritt Titania Schöneberg s.'tlv M w o■ i» 1 1> Turma A rfiichnf Woihent. ab 6 l'br ririUSflOf Sonntags ab 5 Uhr Perleberger Str. 29. 2 Tonfilme: Ans dem Tagebuch einer Franonärr.tin.— Der' Prinz von Arkadien WochcnL 5, letzte 9% U Sonntags ab 3 Uhr Hauptstr. 144. .Vnnemarlc, die Braat d. Korn paffiiie mit Lucie Englisch— läute« Tonbeiproßramra Schlüter-Theater s.enfor Schiütcrslr. 17. Stg. 3 Uhr: Jugd.-V. Danton mit Kortncr, L..�lann-j heim.— Der Tugsendkönig: nrltj Fernande! Südwesten Film-Palast Kammersäle Teitower Str. 1 W ab 3(1. S, ab 3.30 2 Großtorf.: Itaron Tronck mit Mlüwo. D. Wlcrk.— ISallhaus «-uldvnar Ilngcl mit Kanipcr* Neukölln Excelsior Woch. ab Sonnt, ab 4 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 Sonntags 2 Uhr: Jugend- VorstcHung Das Abenteuer einer sr.honen Frau mit Lil Dagover.— Ton belpro�ramm Kukuk . Luisen- Thealer sr�'i l;: Reichcnberser Str. 34. Strich durch die Hechnnnx mit Heinz Rühmano SrhloO im Hond mit mi' Jfuurice Chevalier. Jeanette �lacdonald PROGRAMM für die Zeit vom 6. Dez bis 8. Dez. Nordosten Stella-Palast Woch. ab Sonnt, ab 4 U Kottbusscr Damm 92 Wie sa# ichs meinem Mann? mit Renate Füller, Cig:- Alexander.— Tonbe iprojframni Mercedes-Palast Ü: Hcrraannslr. 212. Annemarie, die Hruut der Kompagnie, L. Enclisch täglich Uhr anwesend.— 25l�enncr der \acht mit Jenny Ju�o Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76. Annemarie, die Drant der Kompagnie mit| v. Kn(tii»r.ii. p. Körbiger Treotow-Sternwarte Lucic EngliKh läpl. 8% Uhr anwesend" Zigreuner der\aehf mit Jenny Jngo. H. BrauMewetler Wilmersdorf Die Kamera ulT�u Beginn: 3, 5, 7 a. 9 Uhr V erJSngerte Crauffhhrun g: Kriss (Das flammende Schwert)— Die "H'undcr von\awmbtrr|r.— Beiprogramm A frif-rm Wochent. 7. 9U U. Atrtam Lts. 5. 7. 9�U. Kaiserallee. Ecke Berliner StraCe Urauffübr.: Ciehetzt© Ifenschcn mit E. Klopfer, tlagdu Sonja, < aniilla Spira. Hanw Feher.— Ahoi: Ahoi! mit Ssdkc Szakall T /? Beginn tägl. 5, 7, 9 Uhr £i€ll Stg. 3 Uhr Jugend vorst. Potsdamer Str. 56. Arlane mit Elisabeth Hergner. It. Formte r.— Skandal in der Park�traße mit Senia Söneland Hchenxcllevn-'Cichf spiele Frledenan, HandJerystraBe 64. an der Kirchstraße Brigitte Helm, Gustav Dießl In ßzne von uns fjiltji vom 6. bis 55. Dezember nach dem Im Roman von „Vorwärts" erschienenen Irmgard Kenn Wochentags ab 5 Uhr Sonntags Z, 5. 7. 9 Uhr KöpenSeker Straße 12/14 Wochent. 6.30 Uhr. Sonnt, ab 3 Uhr Lueie EngfiMeh, P- Hörbiger in dem instigen Tonfilm Annemarie. die Brant der Kompagnie yt. Chevalier, J. Haedouald in der Tonfilm-Operette SehloÖ im Mond W Treptow W Sonnab. 3.39 u. 8. Sonnt. 4. 6. 8 Uhr yfEfl\St(lW- Prenzlauer.U/cc.>6. Beginn: Wo. 5.15. Sonnt 3 Uhr 5 Annemarie, die Braut d. Kom- I pagnie mit L. EngÜMeb— Da« J Testament des Corn. Gulden I mit �laijdu Schneider__ Flo ra-Lichtspiele kiiee�n"8" 1 W. ca. 7.'z9 Uhr. St«, uh 3 Vhr j Der»chwor#c Husar mit Madjr < hrlstians. Conrad A'eidt.— i 60 II inuten Ton-Allerlei_ Volks-Kino Königstadt Schönbauser.\Jlee 10. W. Z. 7. 9 Uhr S. 3 Uhr: Jgd.-Vorst. Sehnsucht 202 mit Wajfda Schneider. Fr. Schulz.— Oer s;ro6c Trick mit Hoser Mltt-w. 8 Uhr: An der Schwelle des Lebens. Mit Fcrmohr. Lupe u. Mikroskop. Vortrag mit Filmen Osten h Rivoli S't e g 1 1 1 1 Titania-Palast s�'Jo.bv. Steglitz. Schloßstr. 5. EckeGulsmnthsstr Der große Lustspiclcrfolg: Harold Lloyd: Film verrückt(Morie Crary)— Tonbeipr.— Jßdl. Zutr. > Prledemiu � Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Täglich 5. 7. 9 Uhr. SonoL ab 3 Uhr. Ich will nicht wiaoeii« wer du bi»t mit L. Haid, G. Fröhlich — Tonbelprogramm. Film und Bühne Wo. 5H. letzte 9 Uhr Bergmannstr. 5/7. Stg. 3i:i, letzte 9 2 Tonfibne: Schüfzenkönlff mit Wax Adalbert, IVeiÖ-Ferdl.— Sein kleiner Kamerad mit T. Kiene W___ TempRlhof W w-7« 9' sbd- stg. 5, 7,9 liUrrUTSl stg 3 Uhr. Jgd.-Vorst Dorfstraße KL Ecke Berliner Straße Conirorllla(Der große Urwald- Tonfilm).— Outes Tonbeiprojgr. Jugendliche haben Zutritt Tivoli Täglich: 5. 7. 9 Uhr Sonnt,: 3, 3. 7. 9. Uhr Berliner Straße 97 Strich durch die Rechnung: mit Heinz Kühmann O. Wallburg.— Tonbelprogramra Jugendliche haben Zutritt € Marlcndorf /• Jlariendorfcr W 7. 9, -Tia-L/ TodII« bt.picl« S 5. 7. 9 Cbauisee&tr. SO-x 3 Tönfilme: Der Sehiitrenkönlg mit HL Ad»lbert.— üa.erDert- hof tu BlecbmasUs Stern, Hermannstraße 49 Wochent. ab 6�/s Uhr. Sonnt, ab 4 Uhr. Schloß im Hond mit IUaui lee Chevalier.JeanetteHacdonald. — Tonbeiprogramm U Südosten D Deatsch-Ämerik. Theater Köpenicker Str. 66. W. 5. 6.15, 7.40, 9 Uhr S ab 3 Uhr Hölzerne Kreuze.— W. Vogel. der Ausbrecherkönig mit Fr Kampers Germania-Palast\ Ii 3 u. Frankfurter Alice 314 yi. C'hristfans. H. 11. Bollmann Friederike nach der Operette von Franz Lehar. Der ner\*enerregeude Sensationsfilm: Autobanditcn (deutschsprachig) Grolies Germania-Orchester Bcg..7 letzte 9 ��Neu-Ucht�� Kosmos-Lichtspiele Lückstr."0 Stg LTin JuR- Vorst. Wie»ag ich« meinem«lann? nrit Keiiofe Müller. Ggr. Alexander.- Tonw.- Kühnen.ehau ���Frlcdriehsfelde�J Kino Busch 5 S? Alt-Fricdrichsfelde 3. Strafsache van Geldern mit Fr. Kampers. IT. Hildebrandt. — Die grausame Freundin mit Anny Ondra. TV. Fütterer c P a n K o w Palast-Theater ÄÄ Breite Str. 21 a. Annemarie, die Braut d. Kompagnie mit Lucie Englisch— Friederike mit Jlady l.'hristians Tivoli Luna-Palast v' sm. ai�c. Gr. Frankfurter Str. 121. Ton woche Paprika mit Franziska Gaul. Hörblger— Congorllla(Aus d. afrikanischen Urwald) Wochentags€.30, 0 Uhr Sbd.. Sonnt, ab 1.30 Uhr Berliner Straße 27. Congorllla. der gr. Afrikatonfilm Theodor Körner mit Dorothea Wieck— Jugendi. haben Zutritt! > Tegel> Filmpalast Tegel vorteil Bahnhofslr. 2. 5% u. SV2 Uhr Nur 3 Tage! Operetten-Gastspiel: Der Zaren Usch von Franz Lehar, 3 Akte, vollbesetztes Orchester._ W. ab öHs U. Stg. ab 3 U. Filmeck Am Görlitzer Bahnhof Paprika mit Franziska Gaal, P. Tlörblgcr Friederike mit Chril)ti9n».Bollma«mAVal1burff I Schwarzer Adler am™1» W 5. 7. 9 Chr. S 3. 4. 7. 9 L'br| Der träumende Jlund mit Elisabeth Bergner. Und. Forster.| —- Gr. Belpr.— Bühnenscbau! Union-Theater M'AI� Hauptstraße?. Liebe in Uniform mit Harry Liedtke.— Ballhau*« goldener Engel mit Lueie Englisch Film W. ab 6 Uhr S. 4,/4. 6Vj, 83i Jugendi. Zutritt Kreuze(Jenseits der deutschen Gräben).— Tonbeipr. KoSÜlOS Bühne Hauptstraße 6. Hölzerne Viktoria-Theater � ab5! Sic ab 3 U Hennigsdorf Bm W 6 8.3« Uhr Mes IU 61,4. S-'U U. Frankturier Aüee IS Filmpalast Da* Testament de» Cornelius Bcriirer Sir-SM. Galdeu mit Hogda Schneider,,.Tlieter Schulze gssr?u alle mit Georg Alexander— Ferner:! P- Kemp, Ida Wü�t.— Toubcl- Knal] und Fall j programm.— Tonwoche BEILAGE Uorwötts DIENSTAG, 6. DEZ. 1932 Nr. ßtlice Salomen: Zheh&if wifae da, wenn Viele Politiker und Wirtschaftsmänner jagen uns. die Krise komme von der Ueberproduktion. Die Menschheit hätte durch die Technik die eigene Arbeitskraft überflüssig gemacht. Sie ertrinke in einem Ucbersluß. den sie selbst geschaffen hat. Glaubt ihnen nicht! Wie kann inan von U e b e r f l u ß reden, so- lange große Massen von Menschen— vielleicht die Hälfte oder ein Drittel im deutschen Volk— noch nicht ein eigenes Veit, eine eigene Schlafstelle besitzen, keine Wohnung, in der Raum genug ist, um für jeden Bewohner ein Bett unterzubringen, solange die primitiven, notwendigen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben. Man hört von der Häufung furchtbarer Sexual- verbrechen, die in allen Kulturvölkern schwer geahndet werden, aber man macht sich in der Regel gar nicht klar, daß sie fast solgerechter- weise aus solchen Wohnungsverhält- nissen hervorgehen. Wenn zahlreiche Er- wachsene. Jugendliche und Kinder, wenn Familien- ongehörige und Schlafgänger in einem Raum zu- sammenfchlafen, Erwachsene, Jugendliche und Kinder beiderlei Geschlechts in einem Bett zu- sommenliegen— wie kann da etwas anderes als sexuelle Verwilderung und Verrohung entstehen. Da wird Scham ausgelöscht.— da wird Reinlichkeit unmöglich, wenn die Menschen sich vor aller Augen waschen müssen— sofern überhaupt Platz für ein Waschgesäß vorhanden ist. Das alles ist nicht nur vereinzelt in Elends- und Vcrbrecherquartieren der Großstädte zu fin- den. Das gibt es überall— in Groß- und Kleinstädten, in industriellen und ländlichen Distrikten So leben große Massen im Prole- tariat Dafür ist einwandfreies, z. T. amtliches Material vorhanden. Auf einer Reise, die im Winter 1928/29 im Auftrage des Reichs- arbeitsministeriums unternommen wurde, stellte R o a ck, der Verfasser der Schrift„Das soziale Sexualverbrechen" sVerlag Püttmonn, Stuttgart) in einer schlesischen Gemeinde fest, daß von 1499 Schulkindern 589 das Bett mit anderen, darunter 264 mit erwachsenen Personen teilen mußten. Aus anderen Gegenden wird berichtet, daß 49 Prozent der Jugendlichen kein eigenes Bett be° sitzen, daß in einem Bergarbeiterbezirk mit 2799 vorhandenen Wohnungen 988 nur einen Raum �ohne Küche und Kammer) habeni daß darin in 192 Fällen auch Kranke und in 547 Fallen mehr lils sechs Personen wohnen. Ein Arzt berichtet aus einer Großstadt von einer Frau, die dreizehn Schwanger- s ch a f t e n und sechs lebende Kinder von 1 bis 19 Jahren hatte, lim wenigstens die größten Mädchen und einen sechzehnjährigen Knaben aus dem Zimmer, in dem die Eltern schlafen, herauszulegen, müsien zwei Knaben von II und 13 Jahren im Bett der Eltern unter- gebracht werden, obwohl der eheliche Verkehr der Eltern nicht eingestellt ist. Der sechzehnjährige Sohn schläft mit der neunzehnjährigen Schwester und einer Base im Nachbarzimmer. Ein Berliner Stadtarzt schreibt:„Solche Wohn- Verhältnisse werden zu einer Quelle der Seelen- n o t für alle, weil sich hier vor aller Augen und Ohren Umarmung. Schwangerschaft und Geburt, Monatsphase und Wechseljahre. Not und Tod offen und ungeschminkt abspielen." Nach amllichen Erhebungen in einem Bezirk der Berliner Innenstadt hatten dort von 2141 Wohnungen nur 965 einen eigenen Abort. In manchen Fällen müssen zehn Mietparteien einen Wort gemeinsam benutzen. In dem Jahresbericht der Ambulatorien des Verbandes der Berliner Krankenkassen wird mitgeteilt, daß von den 2459 Besuchern der sieben Ehe- und Sexualberatungsstellen 3 7,4 Prozent als Unt er mieter wohnten Wer kann sich wundern, daß unter solchen Verhält- nissen bei 1367 Besucherinnen der Beratung?- stellen im ganzen 3399 Fehlgeburten festgestellt wurden. In einem westlichen Vorort lebten 36 von 319 Schwangeren, die die Beratungsstelle aufsuchten, in Lauben. Nur die Hälfte ver- fügte über eine eigene Wohnung. Die anderen haben recht, wenn sie meinen, sie hätten es schlechter als ein Tier, das sich einen ruhigen Platz suchen kann, wo es seine Jungen zur Welt bringt Solange nicht jeder Deutsche ein Bett hat und Raum, wo er das Bett unterbringen kann, so- lange nicht jedes Kind zwei Hemden besitzt, so- daß es nicht im Bett zu liegen braucht, wenn das einzige gewaschen wird, und zwei Paar Schuhe, damit eines trocknen kann, wenn es nah geworden ist, solange haben wir keine Ueberproduktion Solange gibt es keine überflüssigen Arbeitskräfte, solange ist nicht zu viel, sondern zu wenig rationalisiert oder ge- plant worden Da sind mehr als fünf Millionen, die arbeiten wollen und feiern müssen. Sie werden von den anderen zwanzig Willionen, von denen die meisten selbst kümmerlich leben, notdürftig durch unzureichende Unterstützungen miterhalten. Wohl sind mit Siedlungen kleine Versuche gemacht worden, dieser Not zu steuern. Man sagt, es sei unmöglich, daß im großen zu tun. Aber so- lang« nicht die unhygienischen, entsittlichenden Elendsquartiere niedergelegt und neue, bessere an ihre Stelle gesetzt werden, wird es Leute geben, die es nicht unmöglich sondern notwendig und deshalb ersorderlich finden, daß man den Millionen Arbeitslosen Gelegenheit gibt, Ziegel z» formen, Pfeiler zu gießen, Bretter zu säge». Häuser zu bauen, Betten und Wäsche anzu fertigen. Man sagl, die Häuser, die Betten, die Wäsche würden mehr kosten, als dafür bezahlt werden kann Aber werden die Arbeits- losen denn nicht auch erhalten und wären die meisten nicht froh, dafür eine Leistung zurück- zugeben? Muß der Staat nicht ohnehin ab- schreiben, was er für die Arbeitslosen ausgibt, und wäre es nicht produktiver, für diese Abschreibungen Häuser. Möbel und Gesundheit einzuwechseln? Man sagt, solche Versuche würden den Kreis- lauf der Produktion erschüttern. Ist er denn nicht schon gestört un? erschüttert, solange die Arbeitswilligen keine Arbeit und die nach einem gesunden Leben verlangenden Massen keinen Wohn- und Lebensraum finden, ihre primitiven Bedürfnisse nicht befriedigen können? Was immer man auch einwenden möge: So- lange die große Masse der Menschen unzureichend behaust, bekleidet und ernährt ist, solange wirkt der Glaube an die Ueberproduktion Verhängnis- voll, solange wird der gesunde Menschenverstand sich nicht dabei beruhigen, solange wird es Men- schen geben, die den Mangel an gesellschaftlicher Organisation anklagen Arbeit wäre da. wenn der Lebens- fiandardder Massen zu in Maß st ab alles wirtschaftlichen Handelns würde. Sladtarxl Df.'Druckov: OEapiich xuv Sarbavei? Vor wenigen Monaten haben die Vertreter der medizinischen Wissenschost e:nd der höchsten Staatsbehörden den berühmten Bakteriologen Robert Koch gefeiert. Ein halbes Ialzr- hundert war verstrichen, seitdem der ehemalige Kreisarzt aus dem kleinen posenschen Ort Woll- stein den Tuberkclbazillus entdeckt hatte. Es war eine Großtat, und die Jubiläumsredner hoKen recht, wenn sie hervorhoben, daß Robert Koch eine wirksame Bekämpfung der Tuberkulose an- gebahnt hat. Seit 59 Jahren ist also bewiesen, daß die Tuberkulose ansteckend ist. Die Krankheit?- errcgcr halten sich in der tuberkulösen Lunge auf: sie werden hauptsächlich beim Husten und Niesen mit feinsten Schleimtröpfchen versprüht und von den Menschen der Umgebung eingeatmet. So übertragen die Kronken ihre Leiden aus die Gesunden. Früher glaubte man, daß die Tubcr- kulose vererbt wird, aber wenn an dem Säug- ling die Spuren der Krankheit des Vater» oder der Mutter sichtbar werden, so liegt es nicht daran, daß dos Kind schon bei der Geburt den Krankheitskeim in sich trägt, sondern daß es ihn in den ersten Lcbenswochen und-monaten auf- ninrmt. Die Ursache ist stets der Bazillen ver-' streuende Tuberkulöse. Man hat sich eifrig bemüht, die Ansteckung zu verhüten, nachdem dos Wesen der Tuberkulose klar erkannt war. Die Leichtkranke» wurden in Heilstätten oerschickt, damit das Stadium, das andere bedroht, nicht erst eintrete. Die nicht inehr heilbaren Schwerkranken wurden aus der gefährdeten Familie herausgenommen und er- hielte» Pflege und Wartung in besonderen An- stalten. Eine großzügige Aufklärungsarbeit machte alt und jung mit den hygienischen Regel» be- kannt, die eine Weiteroerbreitung der Tuber- kulose hindern könnten. Alle diese Mittel hätten freilich wenig genützt, wenn sie nicht durch sozialpolitische Maßnahmen er- g ä n; t worden wären. Was hilft es auch. ständig Sauberkeit und Körperpflege zu predigen, wenn das Geld zur Durchführung fehlt! Was l'at der arme Mann von Heilstätten, wenn er sie nicht bezahlen kann! Und was bedeuten die besten Kuren, wenn der Arbeiter mit der not- dürftig geflickten Gesundheit sofort wieder in den erbarmungslosen Existenzkampf hineingetrieben wird! Die wunderbaren Fortschritte der Wisien- schaft erhielten für die Masten erst dann einen Wert, als ihre Ausnutzung auf breiter Grund- tage durch die Sozialversicherung, durch die Gesundheitsfürsorge der Gemeinden Kaie Trömpencr/ Dein Körper und. du 'Noch einmal der Miem Atme im Rhythmus deiner Arbeit, dann sparst du Kräfte und ermüdest viel weniger schnell, d. h. der Atem soll der jeweiligen Be- wegung entsprechen und sie unterstützen. Der Mensch tritt aus sich heraus und in Be- ziehung zu seiner Umwelt— er äußert sich— durch die Sprache und durch die Bewegung. In der gleichen Weis«, wie nun d>e Lautstärke, die Tragfähigkeit und die Ausdruckskraft der mensch- lichen Stimme von der Atemart und dem Atem- umfang abhänge», sind diese auch für das Be- wegungsmäßige wichtig. Eine richtige Atemweise trägt die Bewegung: sie zieht den ganzen Körper vis in die inneren Organe und die Nerven in das Bewegungsge- schehen hinein und erleichtert jede körperlich« Ar- beit. Sie verhindert das schnelle Auheratem- kommen und entlastet das Herz. Der K o h l e n t r ä g e r z. B. muh möglichst wenig autatmen, während er seine Last trägt. Einatmen und Stauen des Atems ver- größern die Muskelkraft und Energie: besonders beim Treppensteigen dari diese Spann- kraft des Körpers, die auch vor Organschäden lBruch usw.) schützt, nicht nachlassen. Wenn er seine Last absetzt, wird er ganz von allein tief ausatmen. Dann ausatmen, immer wieder be- freiend ausatmen— die Ermüdungsstoffe wegschwemmen!— bis der nächste Wo Zentner darankommt. Dasselbe gilt im Prinzip für jede Transportarbeit. Beim Sägen: Bewegung vom Körper fort: ausatmen, Bewegung zum Körper hin: einatmen. Beim Bru st schwimmen wenden wir die- selbe Atemweise an Oder du hast vielleicht immer wieder einen Gegenstand von einem Transportband aus weiter zu verladen: anpacken: einatmen: tragen: Atem stauen: absetzen: ausatmen. So unterstützt du deine Tätigkeit, und ab und zu wird es dir Freude machen, den Rhythmus deines 'Atems zu verspüren, der auch die mechanische Ar- beit zu beleben vermag. Jede Denkarbeit— Nachdenken, einen Gedankengang ordnen, klären— die Aufnahmefähig- keit überhaupt—, wird durch Einatmen (Sauerstoffzufuhr!) durch die Nase(anregende Einwirkung auf die Gehirnzellen) gefördert. Ist man zu besonders starker geistiger oder kürper- licher Konzentration gezwungen, so hält man schon instinktiv den Atem an Eine besonders hohe und alte Atemkultur haben die ostasiatischen Völker, doch können wir uns manche wertvolle Erkenntnis aui diesem Gebiete nur unter Berücksichtigung unserer nordeuro- päischen Verhältnisse zu eigen machen. Die A t e m- st a u ü b u n g e n. auf die ein besonderer Wert gelegt wird, können uns gerade heutzutage zu Helsern werden. 1. Uebung: Entspanne dich ganz, richte die Augen aus einen bestimmten Punkt, dann atme so tief ein wie du kannst— aber zwanglos und langsam. Halte dann den Atem so lange an wie du kannst, bis 19, 29, 39, 49 und mehr zählend, dann tief ausatmen.(Auch Kehlkopf und Mund müssen entspann! sein die Zunge ruht entspannt hinter den Zähnen.) Diese Uebung macht dich konzentrierter, tat- bereit und geistesgegenwärtig. Sie hebt deine Entschlußkraft und wird dir dienlich sein, wenn besondere Anforderungen an dich herantreten. Wenn du dich gegen störende Einflüste von außen schützen, ein ruhiges und harmonisches In- dir-Ruhen erreichen willst: 2. Uebung: so atme langsam und tief aus, dich vollkommen entspannend, und verharre in dem Zustande der Ausatmung, bis 19. 29, 39, 49 und mehr zählend, und atme dann wieder tief ein. Wer arbeitslos ist. leidet nicht nur körper- lich durch Entbehrungen, sondern vor allem see- lisch dadurch, daß.er von jedem lebendige» Rhylh- mus ausgeschlossen ist: von dein natürlichen Aus und Ab von Arbeit und Ruhe, von Anspannung und Entspannung. In dem lähmenden Einerlei von Not und Kümmernis droht auch der Mutige zu versinken. Da gilt es vor allem, eine Kraft- quelle, die in uns ruht, den eigenen Atem auch wirklich auszunutzen, um dadurch die körperliche und geistige Widerstandskraft zu stärken und aus belebten Nerven neuen Mut zu schöpfen: Solang mein Atem lebendig strömt. Solang will ich nicht verzagen, lind bin ich auch, Schicksal mit dir nicht versöhnt: Ich will es doch wieder wagen! Leben heißt atmen, atmen ist Sein! Rhythmus des Lebens schließt auch mich ein! und durch die Verbesserung der Lebenz- Haltung des Volkes ermöglicht wurde. Es sind große Erfolge erzielt worden, die Tuberkulosesterblichtcit ist erheblich zurückgegan- gen. Aber wen diese in Festreden stets stark be- tonte Tatsache zufrieden macht, der mag sich eine einzige Zahl aus den neuesten Berichten der deutschen Tuberklllose-Fürsorgestellen vor Augen halten,— eine Zahl, die den Laien und den Fach- mann in gleicher Weise erschüttert, weil sie das ganze unsägliche Elend bildhaft veranschaulicht: Im Jahre 1931 hatten 3929 Tuberkulöse i m a n st e ck e n d e n Stadium kein Bett für s i ch a l I e i n! In Berlin, Hamburg und einigen anderen Bezirken des Reiches brauchte nur etwa l Pro.;, der Offentuberkulösen sein Lager mit Angehörigen zu teilen: in der Pfalz, in der Rhein- Provinz, in Oberschlesien und Ostpreußen schlief fast jeder zehnte Schwindsüchtige mit einem Gesunden in einem Bett zusammen! In vier Fünfteln oller Fälle war entweder kein Platz oder kein Geld für ein Bett vorhanden. bei 15 Proz. wird Unbelehrbarkcit(?!) als Grund angegeben Nicht alle Fürsorgestellcn haben be- richtet und die berichtenden haben im Durch- schnitt nicht viel mehr als--drei Viertel oller schwerkranken Tuberkulösen erfaßt. Man darf darum annehmen, daß in Wirklichkeit weit mehr Tuberkulöse kein eigenes Bett haben. Mit 599p ist deren Zahl gewiß nicht zu hoch geschätzt. 5999 Menschen bringen 5999 an- dere— ihre nächsten Angehörigen — Nacht für Nacht in Lebensgefahr. Selbst der einsichtigste und willensstärkst« Tuber- kulöje kann im Schlaf die guten Ratschläge nicht beherzigen. Unbewußt hustet er seinen Bett- genosien an, der schutzlos neben ihm liegt. Ist es am Tage viel anders? In den Wohnungen, in denen aus Raum- oder Geldmangel kein wei- teres Bett ausgestellt werden kann, Hause» die Familienmitglieder auch tagsüber so eng zu- sammcn, daß für die Gesunden genug Gelegen- heit zum Einatmen der Tuberkelbazillen gegeben ist. Es sind demnach nicht nur 5999, sondern zwei und dreimal soniel der Ansteckung in hoheni Krade ausgesetzt. Also nicht nur dort, wo der Schwindsüchtige keine eigene Schlafstätte zur Verfügung hat. werden Gesunde mit Krankheit und Siechtum bedroht: jede Wohnung, die eine Isolierung des Offentuberkulöscn nicht gestattet, kann zum Seuchenheerd werden. Nach den Zäh- lungen der Fürsorgerinnen genügten im Jahre 1931 24 77 3 Wohnungen nicht den hygie- nischen Anforderungen: beinahe ein Viertel der Bazillen ausstreuenden Tuberkulösen hatten eine Wohnung inne, i» der die Angehörigen vor der Ansteckung nicht ausreichend geschützt waren. Es verdient besonders vermerkt zu wer- den, daß in den o st elbischen �Provinzen der Prozentsatz der nicht einwandfreien Woh- nungen der höchste in ganz Deutschland ist und ick Oberschlesien bis auf 59 steigt. Seit einem halben Jahrhundert wisien wir, daß die Tuberkulose zu den ansteckenden Krankheiten gehört. Seit Jahrzehnten steht fest, daß die licht- arme, überfüllte Wohnung in den Mietkasernen die Ansteckung in außerordentlichem Maße be- günstigt. Und 25 999 Tuberkulöse lebten im Jahre 1931 mit ihren nächsten Angehörigen in solchen gemeingefährlichen Wohnungen, 5999 Tuberkulöse schliefe» sogar mit vorläufig noch Gesunden in einem Bett! Es ist mit Sicherheit vorauszusehen, daß der Bericht über 1932 noch schlimmere Zustände enthüllen wird. Denn die Massen sind inzwischen noch mehr verarmt, und die Gemeinden wie die Versicherungsträger gehen dazu über, die Tuberkulosefürsorge nach und nach abzubauen Im Jahre 1931 hatten die Tuberkulose-Fürsorgestellen bereits 81 Für- sorgerinnen weniger als im Vorjalzri in diesem Jahr werden wahrscheinlich auch noch die Ver- schickungen, die Mietzuschüsie, die Ernährungs- bechilfcn und die Röntgenuntersuchungen zu Ob- selten der Sparpolitik geworden sein. Die schwachen Ansätze zu einem Wohlfahrtsstaat werden beseitigt. Wir kommen allmählich wieder in das Zeitalter der Barbarei hinein. Was der Sport bringt Bitte notieren Sie: Wiener Eissporttage im Sportpalast. Vor den kanadischen Wettspielen Ende des Monats ver- anstaltet der Berliner Schlittschuh-Club im Sport- palast am kommenden Sonnabend und Sonntag �wei große Wiener Eissportabende. Wien ent- sendet vor allem Hilde Holowsky und Lieselotte Landbeck, die heute an erster Stelle der öfter- reichischen Meisterklasse stehen. In P a p e z- Zwack sehen wir eines der besten Paare der Welt, das durch fein äußerst schwieriges, ab- wechslungsreiches und exakt vorgetragenes Pro- gramm bei den Kunstlaufweltmeisterschaften vor zwei Iahren ebenfalls besonders auffiel. Als Eishockeygegner für den BSC. tritt diesmal der Wiener Eislaufverein an. Ringkämpfe im Zirkus Busch. Das seit einigen Wochen im Zirkus Busch durchgeführte Berufs- ringerturnier nähert sich den Endkämpfen. Gestern abend beanspruchte das erste Aufeinandertreffen der beiden Favoriten im Mittelgewicht, Pohlsuß und Grüneisen, das größte Interesse. Die beiden Anwärter aus den ersten Platz lieferten sich einen grandiosen Kampf; erstmalig endete er nach 21 Minuten mit einem Unentschieden. Der Breslauer Masig warf Grünberg in der fünften Minute, Grikis und Ferestanoff rangen unent- schieden und im Entscheidungskampf Badurski gegen Kautski siegte Badurski in der vierzigsten Minute durch einen Untergriff von hinten. Heute stehen wieder abgezeichnete Kämpfe auf dem Programm. lim Osten öffentliches Turnen. Die 2. Mädchen- abteilung des Bezirkes Osten der Freien Turner- schaft Groß-Berlin veranstaltet in der oberen Turnhalle Friedenstr. 31 am Donnerstag, dem 3. Dezember, 18 Uhr, ein öffentliches Turnen. Die Eltern der Mädchen und alle, die sich für das Kinderturnen interessieren, sind freundlichst«in- geladen. Handball in Baumschulenweg. Zur Berooll- sländigung der Handballmannschasten für Männer und Frauen nimmt der Bezirk Baumschulenwez der Freien Turnerschaft Groß-Berlin noch Mit- glicder auf. Interessenten geben ihre Adresse an Helmut Pietsch, Baumschulenstr. 36. lilu-liitsukursus in Hohenschönhausen. Die Freie Turnerschast Groß-Berlin, Bezirk Hohenschön- Hausen, veranstaltet einen Iiu-Iitsukursus. Uebungsabend jeden Dienstag von 2» bis 22 Uhr in der Turnhalle Rödernstr. 69/72. Parteigenossen und„Borwärts�-Leser können sich sofort melden, die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Turn- und Gymnastikabende nach Musik für Männer und Jugendliche jeden Donnerstag von 20 bis 22 Uhr. Rennen zu Strausberg. Die deutsche Galopp- rennsaison steht vor ihrem Abschluß. Morgen wird auf der Waldbahn der vorletzte Renntag ab- gehalten, der um 12.30 Uhr beginnt. 3m Sportpalast boxen am 9. Dezember... Das Programm für den nächsten Borkampsabend am 9. Dezember im Berliner Sportpalast steht nun- mehr fest. Hauptnummer ist das Ausschcidungs- treffen zur Deutschen Schwergewichtsmeisterschaft zwischen Walter Neusel und dem Krefelder Hans S ch ö n r a t h. In der gleichen Gewichts- klasse kämpfen der Kölner H o w e r und Ru- mäntens Doppelmeister S p a k o w. Eine weitere internationale Begegnung ist die der Bantam- gewichte R i e t h d o r f- Berlin und van M e e n s e l- Belgien, und die Treffen List gegen Schindler sowie I. Domgörgen gegen Seisler ver- vollständigen das interessante Programm. Die Kegler Arbeiterkegler-Klubserienkämpfe Zur Durchführung der noch fälligen Rückkämpfe in der �-Gruppe im Klub-Serienkampf des Gaues Berlin-Brandenburg vom Deutschen Arbeiter-Kegler-Bund stellte sich„Frei weg"-Bra»- denburg a. d. H. mit seiner spielstarken Mann- schaft den Berliner Vereinen„Knorke" und „Rührige Mannschaft". Der über 100 Kugeln je Kegler ausgetragene Kampf führte am Vormittag „Knorke" und„Frei weg" zusammen und brachte den Brandenburgern einen Sieg über„Knorke" mit einem Plus von 82 Holz. Ergebnisse der fünf Vereinsbesten: sHröd« 728 H., s. Koppe 7SS H., J MW..... z. Riedel S79 H., insgesamt 3567 Holz. Beste tkinzellcgler waren Pohlenz und Schräder(„Frei weg") mit je 728 Holz. Der am Nachmittag ausgetragene Kampf„Frei weg" gegen„Rührige Mannschaft" ließ die Aussicht auf den Sieg bis fast zum letzten Kegler offen. Die Brandenburger waren durch ihre Erfolge in den letzten Kämpfen sieggewohnt und hatten wohl ihre Hoffnung auf die Pechsträhne von„R. M." gesetzt. Niederlagen spornen aber den Kampfgeist an, und so gelang es„R. M.", die Brandenburger mit einem Mehr von 23 Holz zu schlagen, obwohl der Vezirksmeister Wittstock („Frei weg") mit 733 Holz die beste Einzelleistung herauskegelte. Die fünf Vcreinsbesten waren: ,Lr«i weg": 1. Wittstock 78S H., 2. Echröder 717 H., !. Pohlenz 715 H., 4. Noppe 706 H., 5. Riedel 681 H.. nagesamt ZZZ4 Holz.„Rührige Mannschaft": 1. Hildc- ., 3. Wieland 714 H., L insgesamt 3579 Holz. der NorÄieutsche Skiverband eine neue Sprungschanze gebaut, nachdem die alte bei Onkel Toms Hütte abgerissen worden war. Man hofft mit den Wintersportlern, daß ihnen das Berliner Winterwetter in Zukunft mehr Betäti- gungsmöglichkeiten bieten wird, damit die neue Schanze öfter benutzt werden kann als die alte, auf der in den Jahren von 1923 bis 1931 nur dreizehn öffentliche Sprungveranstaltungcn statt- finden konnten. Die zu erwartende Durchschnitts- sprungweite wird 30 Meter betragen doch hofft man Sprünge bis zu 40 Meter zu erreichen. Die danebenliegende Jugend- und Uebungsschanze hat einen kürzeren Anlauf und einen niedrigeren Schanzentisch, so daß hier nur Sprünge von 10 bis 20 Meter möglich sein werden. Die neue Schanze soll Ende Dezember fertig sein und bei genügender Schneelage am 8. Januar durch ein Eröstnungsspringen des Norddeutschen Skiver- bände? eingeweiht werden. brandt 724 H.,___ 4. Irrgang 712 H., 5. Weine 709 örpel 721 Zu einem Freundschaftskampf mit dem neuen Bundesoerein„Vorwärts"°Brandenburg a. d. H. hatte sich die Kegelriege der„Freien Schwimmer"- Spandau zur Verfügung gestellt, wobei die Schwimmer im Vor- wie auch im daraussolgcnden Rückkampf siegreich blieben. Der Vorkampf brachte ihnen ein Mehr von 143 Holz, der Rückkampf ein Mehr von 112 Holz. Neubauer(„Vorwärts") war in diesen Kämpfen mit 731 Holz bester Einzel- kegler. Ergebnisse der fünf Dereinsbesten im Vorkampf: „Vorwärts": 1. Nenbaucr 731 H., 2. Klaus 793 H., 3. Dahlie 666 H., 4. Förster 6.54 H.. 5. Etage 638 H., ins. gesamt 3392 Holz.„Freie Echwimmer": 1. Madel 726£)., 2. K.»itzmann:20 H., 3. Fest 711 H.. 4. Peter I 690 H.. 3. Peter II 688 H., insgesamt 8335 Holz. Im Riickkamps waren die siins Vereinsbesten:„Vorwärt»": 1. Reubauer 693 H., 2. Förster 687 H., 8. W-ibel 663 H., 4. Dahl!« 633 S.. 3. Klaus 644 H.. insgesamt 3342 Holz.„Freie Echwrmmer": 1. Fest 702 H., 2. K. Ritzmann 696 H., 3. Madel 691 H., 4. Peter I 690 H.. 3. Peter II 673 H., insgesamt 3434 Holz. Der in der S- G r u p p e ausgetragene Rück- kämpf von„Frei weg" 1v2S-Berlin und„Zu spitz" endete bei ganz hervorragenden Einzel- leistungen der„Frei weg"-Mannschaft mit einem überlegenen Siege über„Zu spitz" bei einem Mehr von 247 Holz, wobei Fritz(„Frei weg") mit 768 Holz bester Einzelkegler blieb. Ergebnisse der fünf Bereinsbesten: „Zu spitz": 1. Chmel 793 H., 2. Bleck 702 H., 3. Zander 790 H., 4. Scnz 693 H., 3. Raog 674 H., insgesamt 9477 Holz.„Frei weg": t. Fritz 768 S., 2. Drusch 765 H., 3. Kempin 736 S., 4. Domains 731 H„ 3. Echlick 724 H.. insgesamt 3724 Holz. Eine neue Sprungschanze Die Berliner Skiläufer, die es sich nicht leisten können, zur Ausübung ihre» schönen Sports ins Gebirge zu fahren, haben eine neue Betättgungs- Möglichkeit erhalten: Im Grunewald, an der Straße nach Schildhorn, unweit der Havel, hat Süden und Milte: Friesen am Barren 144. am Pferd 141, am Reck 130, Snmnastik 34, insgesamt 449 Punkte: Süden am Barren 157, am Pferd 150, am Reck 149,«pmnastik 33, insgesamt 489 PunUc; Mttte am Barren 150, am Pferd 146, am Reck 147, Eiimnostik 34, insgesamt 477 Punlte. In Fürstenwalde gabs einen guten Turnerkampf Es ist etwas Eigenartiges um die Solioarität der Arbeiterturner. Wenn es heißt, einen Bruder- verein in der Provinz zu überstützen, dann er- scheinen bestimmt mehr Mannschaften al? gebrauch: werden. Ja, selbst Nichtwettkämpfer machen die Fahrt mit. So war es auch am letzten Sonn- abend, als der Ruf ertönt«: Auf nach Fürsten- waloe zum Turnverein Friesen. De-- halb kann man auch den Tag als Großkampftag der Geräte serien-Wettkämpfer be- titeln. Acht Mannschaften standen sich in fünf Kämpfen gegenüber. Es ist auch begreiflich, daß sich unter den vielen Zuschauern eine ganze Anzahl bürger- lick)er unld kommunistischer Sportler befanden, die neugierig waren, wie die Fürstenwalder Arbeiter- turner gegen die Berliner bestehen werden. Ine- geheim hatte man nämlich gehofft, daß die Berliner überhaupt nicht erscheinen oder nur so wenig Turner mitbringen werden, daß an eine Austragung der Kämpfe nicht zu denken sei. Und wie waren sie überrascht, als die Berliner mit 5 Mannschaften die Halle betraten, freudig begrüßt von den Fürstenwaldern. Nun blieb bei den„guten" Freunden mir noch der Wunsch übrig, daß die Fürstenwalder ver- sagen würden. Aber auch darin sahen sie sich enttäuscht. Wenn die Fürstenwalder auch keinen ihrer Kämpfe siegreich beenden konnten, soviel steht aber fest, daß sich in ihren Reihen sehr gute Kräfte befinden, oie bei den weiteren Kämpfen dem Gegner schwer zu schaffen machen werden. Hauptsächlich ist das am Reck der Fall, wo die Fürstenwalder Männer der Mannschaft des Be- zirks Mitte der FTGB. das Nachsehen geben konnten. Die einzige Enttäuschung waren die Iugenolichen, die gegen Volkssport Neukölln mit 93 Punkten im Rückstand blieben. Berücksichtigt werden muß hierbei allerdings, daß die Neu- köllner wohl die stärkst« Mannschaft des 1. Kreiies darstellen, während die Fürstenwalder zum ersten- mal einen Wetttampf austrugen. Die Frauen hielten sich überraschenderweise sehr gut. Wenn sie in der Gymnastik selbst den Frauen des B«- zirks Süden der FTGB. eine Niederlage bereiten tonnten, so zeugt das von sehr großen Leistungen. Der Abend war wirklich ein Ersolg für Friesen und ist nur zu hoffen, daß bei den nächsten Kämp- fen die Berliner Turner wieder so zahlreich dem Rufe zur Fahrt nach Fürstenwalde folgen werden. Die Ergebnisse: Jugend, Friesen gegen Reukölln: Frie :en am Barren 121, am Pferd 108, am Reck 123, Gnmnastit 26, insgesamt 378 Punkte: Neukölln am Borren 146, am Pserd 144, am Reck 133, Snmnastik 32, insgesamt 477 Punkte.— Männer, Fries en gegen Reu. kölln und Mitte: Friesen am Barren 160, am Pferd 143, am Reck 133, Gymnastik 33, insgesamt 498 Punlte: Neukölln am Barren 164, am Pferd 133, am Reck 188, Dnmnastik 37, insgesamt 322 Punkte: Mitte am Barren 162, am Pserd 133, im Reck 133, Snmnastik 37, insgesamt 307 Punkte.— Frauen, Friesengegen A rheiter- Wasserball Die legten Begegnungen in den Serienspielen der.�.-Klasse endeten mit hohen Torresuttaten. Charlottenburg I hatte am Sonnabend Hellas II zum Gegner und blieb mit nicht weniger als 13: 1(7:1) Toren siegreich. Die Hellenen waren vor allem schwimmerisch ihrem Gegner gewachsen; jedoch fiel die technische Voll- kommenheit der Charlottenburger entscheidend in» Gewicht. Hellas überraschte lediglich zum Spiel- beginn mit einigen schwungvollen Angriffen, die ihnen sogar das erste und für sie allerdings einzige Tor des Kampfes einbrachten Dann gewann Charlottenburg immer mehr an Boden und kam in schneller Folge auch seinerseits zu zählbaren Erfolgen, die der ausgezeichnete Torhüter von Hellas nicht verhindern konnte. Mit zunehmender Spielzeit verlagerte Charlottenburg das Spiel in des Gegners Hälfte, und alle aufopfernde Ab- wehrarbeit der Hintermannschaft von Hellas konnte die hohe Niederlage nicht abwenden.— Spandau hatte am Sonntag die Mannschaft von Luckenwalde zum Gegner und holte sich leichter als erwartet mit dem hohen Resultat von 8:1(2:0) Toren Sieg und Punkte. Beide Mannschaften blieben hinter ihren sonst gezeigten Leistungen zurück, und besonders Luckenwalde verstand nie, seinen Angriffen einen zweckmäßigen Aufbau zu geben. Die Hintermannschaft war überhaupt Luckemvaldes schwacher Punkt, nicht selten waren es offenkundige Deckungsfehler, durch die Spandau zu leichten Erfolgen kam. Das beiderseitig etwas körperliche Spiel wurde vom Schiedsrichter nicht zweckmäßig genug unter- bunden. Achtung, Eislauf er! 3n Berlin ist ein Eislaufoerein gegründet worden, der die mit der Acbeitersportbewegung Sympathisierenden organisatorisch erfassen will. Wer Im Kreise freiheitlich Gesinnter Eislausen und anderen Dinlcrsport betreiben will, gehe zu lier ersten Sitzung des Vereins am Freitag, 9. Dezember. 20 Uhr, in der Geschäftsstelle des Arbeitcr-Turn- und Sportbundes. Elsässer Straße 85 86, vorn 4 Treppen. Schwarzes Brett Kartcllbeziri Pantom. Eitzuns im Dezember fällt aus. Erlebiai d:i Fragebogen an den Ortsan-schutz. Dann»«- tag, 8. Dezember, Uebung«stunde der Sp.-H.>M:izlieder ?".rnhalle Müller. Ecke Triftstratze ISportlleibniig). Be. ginn 2014 Uhr. Bezirlskartcll Kreuzbrrg. Donnerstag, 8. Detzember, 20 Uhr, Vollnersammlung aller LH.-Mitglieder bei Loigt, Boppstr. 8. Bercinzmitaliedsdllchcr zur Kontrolle mit. bringen. Gemeinsamer Uebungsabend Montag, 12. Dezem. der, 20 llbr, Turnhalle Dieffenbachstr. 61. Tonristenpercin„Die Raturfreunde". Dienstag, 8. De- .:ember. Wedding: Willdenowstr. 3.— Humboldtham: Äilldenowstr. 5.— Gesundbrunnen: Pank, Ecke Wiesen- itratze.— Norden: Sonncnburger Str. 20.— Friedrich«. bain: Frankiurter Allee 307.— Osten: Ebertnstr. 12.— Friedenau: Ofsenbacher Str. 3u.— Oberschöneweide: Laufe- »er Str. 2.— Reuköll», Musikgruppe: Flu: Mittwoch, 7. Derember. Os Allee 307.— Donnerstag aemeinichaft Nomak: Iohi.------,............ Abteilung: Zohannlsstr. 15.— Roscnthaler Vorstadt! Wein meisterstr. 16—17.— Tiergarten: Lehrter Str. 18—19.— Sumboldthain: Pank- Ecke Wiesenstratze.— Prenzlauer Berg: Danziger Str. 62(Baracke II>.— Slldwest: Porck» strage 11.— Arbeitsgemeinschast Lindenhos: Jugendhcun Lindenhof.— Lichtenrade: Lentz. Kaiser-WIlhelm-ötr. 73.— R-ukölln: Bergstr. 29(Raum IZ.— Lichtenberg: Gunter- strafte 44.— Pinetaplatz.Schönhauser Vorstadt: Rote Schule, Putbufser Str. 22. VfL. Ostring. Heute» 20 Uhr, Bersammiung bei Wegner, Fronkfurter'Allee 236. Freie Kanuiahrer Spandan. Freitag, 9.?e:ember, —_........ � Pj�gdorser Str. 3». ughafenstr. 68.— 20 Uhr, Persammlung bei Höpfner, , eine von uns", läuft ab Friedenau. Der Film_____ WWW M 6. Dezember in den Sohenzollern-Lichtspielen, Händlern- siratz« 64, an der Kirchstraße. Midiek Metallarbeiter-YerbaDii VeiwnItantzMtcllc Berlin Todes-Anzelge Den Mitgliedern zur Nachricht, daB unser Kollege, der Goldarbeiter Karl Feistel geb. 30. Nov. 1863, am 3. Dezember gestorben ist Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, 7. Dezember, I7V« Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt Rege Beteiligung erwartet Die Ort-6. E 1 Weidntl MI Mnslkantenmädel Komömentiaus Schiffbauerdamm 23 llI.9Z«,I>i.»64-0i Täelich S Uhr Gestern und heute ßiihris Garten 3 Codonas 6 von der Staatsoper{ Xattto Trappe 3 Baldare Anjtoly usw. , Sonnabend und Sonntag | auch 4 Uhr zu kl. Preisen Flora 3434. Rauchen erl. Das führende Vfarititcj sianLOper Charlotienburp Fraunhofer 0231 Dienstag, 6. Dez. 20 Uhr Martha Pfahl, Zador. Pataky, Andresen Dirigent. Müller Bn Bn Bn Bindows Beute Bühne Konbiuser StraSf 6 Oherbaom 3366 „uon fl-z" TdgUtfc Vk Uhr 'm.*/, Schiller Bilm tr cht tr.(Kaie) Steinpl.(Cl) 6715 8% Zum 55. Male Rob«rt und Bertram Aifnükrtn. Eni IW4i. am. latiSäidnü Sonntag N. Dez 4 Uhr AKrad Braun Dr. Dollttels Abenteuer J h b n t e r Blumen MHHBHMURUIUlKnin Paul Gollatz Mnriannenstr, 3 FS, OberbaumtBOst RuriBrstend.Tn Kartiirstenüamni 209 Tel. Bism. 1400 Tägi. HVi Uhr UMM Reise m brtuth anü SAwabad: Musik: KOnoeke Regle: Penkert Hans Schindler mit seinen Juz.Sjmpbonlkeni lomriugl ggielntreden Deuts ches Theater Weidend. 5201. Täglich 8 Uhr Harmonie von Franz Moinar Inszen. Max Reinhardt Max Pailenberg, Karlweis,Etllnger. Vallentin. Hertha Thiele, Terwin, Lore Mosheim Kammerspieie Heute geschloss Morgen 8 Uhr ErstauffOhrung m f nstiak Lnjtr Reg: Rudolf Beet Pn) Rittijir, Etai Scui, Uedneim. Heiliger. KaignT.Särarc.Bihsl »v.uhr CflSlllO- THEATER-I.vh. Lothringer Strafe 37. IKIlllilllinilllllllllllllll Hill Hill IIIIIIIIIIII MIIIIIIIIIIIII IUI Ml Hill III Sonntag» aaefa nachmittags 4 Uhr Schlaff er-Posae Alles um Lotti mit Ocsang und Tanz Für die Leser Gutschein 1—4 Personen. Parkett nur 0J0, Fauteuil nur 0.75. Sessel 1.23 AL Auch Sonntags abends BETRIEB Ä KEMPINSKI Ö Stettiner Sänger Reicbsballen-Theater Däniotlpltü Direktion»eysel 8.13 Sonntag 3.30 zn ermäßigten Preisen. Gefährliche nachharlchaft nnd das neue Welbnacbtsprogramm SÄ Kabarett für Alle 4 Uhr Tätlich». w.r. Das lansetioneUe Sabamt-PregTaain j Abendpreise 1— 5" Kncha. Gedeck JedwSonMteneliy.Uhr: 9 Uhr 1 amt-ProgTunml 1—8 Mk. eck I.JJ ir: keditvoretemmcl Rose-Theater Mi Fruktirtn StnS«<92 Id. Wiidail E I 3422 8.15 Uhr Böhmische Musikanten Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck berge» stellt, ist er ein schönes Geschenk für den Weih» nacbtstisch. Der Preis ist herabgesetzt und kostet statt 2.00 RM nur 1.75 RM Er ist bei allen Zeitungs- boten, Vorwärts»Abgabe» stellen und Parteibuch» Handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch» druckerei, Berlin S W 68, Lindenstraße 3, zu haben /