Morgen-Ausgabe Nr. 575 A282 49. Jahrg. Redaktion und Verlag- Berlin SW 68. Lindenstr. 3 Fcrnlprechec- A7 Ami Dönhoff 2S2 bi« TS? T-Kzr-mmadieffe: Sozloaemotiat Boilm BERLINER VOLKSBLATT MITTWOCH 7. Dezember 1932 In Groß- Berlin 1 0 Pf. Auswärts....... 15 Pf. Bezugsbedingungen und Hlnzeigenvreise siehe am Schluß deL redattioncllen Teils Jentvaiovsa« der Gozialdemokvaiifchen Partei DeutfchKmds Präsidentenwahl im Reichstag ?au! Löbe 2um Vizxepräsiclenten gewählt— Vertagung auf Mittwoch Ter Reichstag beftimmte gestern nach seiner Eröffnung alsbald das Präsidium, und zwar wurden gewählt: G ö r i n g lRatsoz.), Präsident E s s e r tÄ-). l. Vizepräsident Rauch sVaper. Vp.), 2. Vizepräsident Löbe lZoz.). 3. Vizepräsident. Tie Wahl des zweiten und dritten Vize- Präsidenten konnte erst in Stichwahlen entschieden werde». Tabei stimmten die Kommunisten regelmäßig für ihre«onder- tandidaten, so daß Rauch gegen die Ttim- meu des Zentrums und der Sozialdemo- traten, ja sogar gegen die seiner eigenen Partei von den Nationalsozialisten und Teutschnationalcn gewählt werden konnte. Bei der Abstimmung über den dritten Vizepräsidenten kam als Kandidat der Nationalsozialisten der volkspartei- lichc Thndikus Dr. Hugo mit unserem Genossen Löbe in Ttiehwahl. Bei der Auszählung wurden für jeden von ihnen 205 Stimmen festgestellt. Darauf zog der amtierende Vizepräsident Esser das Los. das zugunsten Hugos entschied. Das war jedoch ein Fehler, wie sich bald herausstellte. Tie amtliche Nach» Prüfung ergab nämlich, daß für Löbe 205. für Tr. Hugo 204 Ttiminen abge- geben worden sind. Tic Entscheidung durch das Los zugunsten von Hugo ist demnach ungültig und'Abgeordneter Löbe ist als Vizepräsident des Reichstags gewählt. * Aach der Wahl des Präsidiums fand eine längere Geschäflsordauagsoussprache über die Aeslsehuug der Tagesordnung für die Willwochsihuog des Reichstags stall Ein kommunistischer Antrag, die Rlißlrauensanträge gegen die Reichsregierung auf die Tagesordnung zu sehen, wurde gegen die Antragsteller abgelehnt. Auch ein sozialdemokratischer Antrag, die Entgegennahme einer Regierungs- erklärung nebst Mißlrauensanträgen auf die morgige Tagesordnung zu sehen, wurde abgelehnt, und zwar gegcu die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten. Der Reichstag wird sich am Mittwoch daher nur mit den Gesetzentwürfen über die Stell- Vertretung des Reichspräsidenten und die Aenderung des sozialpolitischen Teil» der Aolverordnung vom 4. September, serner mit Anträgen zur Amnestie. Arbeitsbeschaffung und Winterhilfe beschästigen. sAossührlicher Bericht an anderer Stelle des blatte».) Vertagung bis Januar? ke,prechimg im Aeltestenrat In der Sitzung des A e l t e st e n r a t s des 'Reichstags, die nach Schluh der Plenarsitzung stattfand, wurde der Eindruck, daß die Per- Kampf gegen die Not! �Veitere Forderungen der Sozialdemokratie Am Dienstag hat die sozialdemokratische Reichstagssraktlon noch eine Reihe von Anträgen und Zniüotivgesehentwürfen ausgearbeitet und sofort im Reichstag eingebracht. Zunächst wird die Aufzerkraftfehung der Aotverordnung vom t4. Zuni t 9 Z Z über Maßnahmen zur Erhaltung der Ar- beilsloscnhilfc und der Sozialoersicherung sowie zur Erleichterung der wohlsahrtslasten der Gemeinden, der Aotverordnung vom 4. September zur Belebung der Wirtschast und der Aotverordnung vom 5. September zur Vermehrung der Arbeitsgelegenheit verlangl Für den Fall der Ablehnung dieser Anträge sind Eventualanträge ein- gebracht worden, wenigstens einige Teile dieser Äotverordnungen auszuheben. Weiler wird ein önitiotivgefeh über E r- höhung der Sozialleistungeu beantragl Dieser Entwurf sieht vor, daß die Arbeitslosen- unlerstühungen, die brisen- und wohlsahrtsunter- ftühungen, die Sozialrenten und die kciegsversor- gung auf den Stand vor der Aotverordnung vom 14. 3uni gebrocht werden sollen Die dazu notwendigen Mittel soll das Reich den Gemeinden überweisen, und zwar aus neuen Aolsteuern und Monopolen. Zu einem anderen Znitiativgefehentwurf über eine Winterhilfe sür die notleidende Bevölte- ruirg wird die unentgeltliche Abgabe von Brot und bohle sowie die verbilligte Abgabe von Fleisch on Empfänger von öfsenllichen Unterstützungen und Renten verlangt. Die Mittel sür die Brotverteilung soll das Reich den Gemeinden aus deu Mehrerträgen der Treib- stosfzölle bei Aushebung des Seimstchungszwangs überweisen, die Mittel für die bohlenbelieferuno aus der Aeuerhebung der Ausgleichsabgabe für Mineralöle, die Mittel für die Fleilchoerbilllgung aus dem Marklstühungsfonds des Reichsernährungsministeriums. Schließlich hat die sozialdemokratische Fraktion noch einen umfangreichen Znitiolivgeschentwurs über planmäßige Arbeitsbeschaffung samt Zinanzierungsmaßnahmen ausgearbeitet, der auch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Gemeinden vorsieht. sl ä n Ä i g u n g zwischen dem Zentrum und den Nationalsozialisten zur Rettung der Regierung Schleicher und zur Vermeidung der Auflosung des Reichstags perfekt ist. bestätigt. Es ist damit zu rechnen, daß der Reichstag gemäß den Wün- schen der Regierung am Freitag mindestens b i s zum Januar vertagt wird. Reichstags- Präsident G ö r i n g warf sogar die Frage auf, ob die Verhandlungen nicht so beschleunigt werden könnten, daß die Vertagung am Freitag so zeilig erfolge, daß die Abgeordneten noch die Nach- mittagszüge zur Heimreise benutze» können! Die Gesetzentwürfe über Amnestie sollen möglichst ohne Ausschußberatung bis zum Freitag erledigt werden. Die Regierung ließ durch Slaatssekretär Planck mitteilen, daß auch sie die Absicht habe, positive Vorschläge zur Amnestie und zur Winterhilfe zu machen. Dabei wies Abg. Löbe darauf hin, daß die Erfüllung dieser Zu- sage kaum möglich sei, wenn die von den Mehr- heitsparteien beabsichtigte Vertagung eintrete. Die Amnestie sowie die Winterhilfe und die Auf- Hebung der Notverordnungen müßten sofort erledigt werden, wenn man nicht bitteres Unrecht und große Enttäuschung schosien wolle. Den L o r s i tz in den Ausschüssen stellen stll- gende Parteien: Sozialdemokraten: Ueberwachungsausschuß. Steuerausjchuß, Volts- wirtschaftlicher Ausschuß. National sozio- listen: Auswärtiger Ausschuß und Geschäfts- ordnungsausschuß. Kommuni st en: Haus- haltsausschuh. Zentrum: Sozialen Ausschuß. Deutschnationale: Handelspolitischen Aus- schuß. Staatsrat gegen Landtag Feich»verkas»ung gilt auch für Preußen Der preußische Staatsrat hielt am Diensrag eine Vollsitzung ab. voraussichtlich die letzte in diesem Jahr. Er beschloß mit allen gegen die Stimmen der Kommunisten, gegen ein vom Land- tag beschlossenes Gesetz Einspruch zu erheben. das auf Grund eines kommunistischen Antrags Entcignungsmaßnahmen zugunsten der Erbpächter der Große Fehn-Gescllschaft(Moor- kolonie in Ostfriesland) forderte. Der Verichterstatler des Verfasfungsausschusses Dr. C a s p a r ichl>eßlich mit ihm reoierl und mit seiner Hilfe die Beschlüsse de» Reichstages unwirksam gemacht werden, so ist das der reine Absolutismus, und die schwerste Verletzuna des Geistes und Sinnes der Reichsverfassunq. Man hat dem Führer der stärksten Partei, die ein Drittel des deutschen Volkes umiaßt. von der Reaierungsbildung fern- gehalten, weil lonst zu viel Macht in einer Hand konzentriert würde Aber noch größere Macht ist dem Reichskanzler übertragen, der zugleich Reichs- wehrminister und Reichskommissar für Preußen ist. Als ersten Vizepräsidenten schlägt Ab- geordneter Frick(Nsoz.) den Abg. Esser(Z.) vor. Abg. Löbe(Soz.): Dieser Vorschlag ist so aus- gezeichnet, daß wir uns ihm anschließen. Wir hoffen dabei, dem Präsidenten eine Hilfe an die Seite zu geben für seine Bemühungen um die Parlamentsrechte und um die Verfassung von Weimar. lGroße Heiterkeit.) Abg. Rödel(Komm.) schlägt Torgler vor. Zum ersten Vizepräsidenten wird der Abg. Csser(Z.) gewählt mit 445 Stimmen. Abg. Torgler erhalt 93 Stimmen. Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten er- halten Abg. Rauch(Bayer. Vv.) 195, Löbe(Soz.) 198, Gräs(Dnat.) 58 und Torgler(Komm.) 93 Stimmen: in der Stichwahl wird ZUM zweiten Vizepräsidenten gewählt Abg. Rauch mit Z55 Stimmen. > Der Abg. Löbe hat 292 Stimmen erhalten. 95 waren ungültig. Rauch ist von den Nazis gewählt. Zentruni und Bayer Volkspartei und Rauch selbst haben für Löbe gestimmt. Als.dritten Vizepräsidenten schlägt Abg. Ditl- mann(Soz.) mit den Worten, daß seine Fraktion nicht aus den Versuch verzichten wolle, Herrn Göring auf den Weg der Demokratie zu zwingen, den Abg Löhe vor. Abg. Steinhofs(Dnat.) schlägt, damit auch«in Jurist dem Präsidium angehört, den Abg. Gräs vor.— Abg. Dr. Frick(Not.-Soz.) schlägt den Abg. Hugo(DVP.) vor Abg. Rädel(Kom.) den Abg. Torgler(Kom.) Es erhalten Löbe 193, Hugo 294, Torgler 87 Stimmen. Die Stichwahl zum dritten Vizepräsidenten ergibt je 205 Klimmen für Dr. Hugo(DVP.) und Löbe (Soz.), 191 Stimmen sind ungültig. Das tos, gebogen durch den Vorsitzenden Esser, entscheidet für Dr. Hugo.(Große Heiterkeit.) Es folgt die Schristsührerwahl, deren Ergebnis morgen mitgeteilt wird. Ebenso dos Wahlergebnis sür den Auswärtigen und den Ueberwachungs- ausschuh: in den letzteren schlägt die Hitler-Frak- ------ Die Sonnenuhr „In ThüriniJen haben wir im Verhältnis Stimmen gewonnen." (Hitler ver der Belehstegefraktten der NSDAPd tion u. a. auch den Abg. Hein«? vor, damit er dauernde Immunität erlangt. Abg. Torgler(Kom.) erneuert die Haftent- lassunganträge. Abg. Dr. Frick(Nat.-Soz.) erhebt keinen Wider- spruch. wenn zugleich seine Hastentlassungsanträge erledigt werden. Alle diese fünf Anträge werden daraus von den Nationalsozialisten und den Kommunisten ange- nommen. Tagesordnung für Mittwoch Vizepräsident Esser schlägt sür die nächste Sitzung am heutigen Mittwoch, 14 Uhr, als Tagesordmmg vor: Antrag Frick betreffend Berttetung des Reichspräsidenten. Zentrumsantrag betreffend Aenderung der sozialpolitischen Teile der Notver- ordnung vom 4. September 1932, sämtliche Anträge wegen Winterhilfe und Arbeitsbeschaffung und wegen Amnestie. t-öbe(Soz.) erinnert an die Worte des Präsidenten in seiner heutigen Antrtttsrede über die Ausschaltung des Reichstags durch Popen und an das Versprechen aller Parteien vor ihren Wählern, sofort im neuen Reichstag die politischen, sozialen und kulturellen Fragen gründlich zu behandeln. Deshalb beantragt die sozialdemokratische Fraktion, in der Mittwoch- Sitzung zunächst die Erklärung der Reichsregierung entgegenzunehmen und darüber sowie Über die sämtlichen sozialpolitischen, Arbeitsbeschaffungs- und Amnestieanträg« sowie die M i h t r a u e n s a n t r ä g e zu beraten. Abg. Torgler(Kom.) verlangt, um den Vor- redner zu übertrumpfen, daß am Mittwoch sofort über den Mißtrauensantrag gegen die Schleicher- Regierung abgestimmt werde. .Abt?. Dr. Breitscheid(Soz.): Der Reichstag hat das Recht und die Pflicht, das Programm der Regierung Schleicher zu hören und dann dazu Stellung zu nehmen. Unser schärfstes Mißtrauen gegen die Regierung Schleicher haben wir öffentlich sowie durch unseren Mißtrauens- antrag bekundet. Die neue Regierung hat aber den Anspruch darauf, gehört zu werden.(Wüstes Ge- schrei der Kom.) Gegenüber Papen lagen die Dinge insosern anders, als Papen bereits Wochen hm- durch vor Zusammentritt des Reichstages den Rundfunk mit seinen Erklärungen malträtiert hatte. Reichskanzler von Schleicher aber hat sein Programm noch nicht bekannt gegeben. Wir lassen uns das parlamentarische Recht aus Ent- gegennahme dieser Erklärung nicht nehmen, wir wallen die Bvlksvertretung nicht selbst ausschallen. Den Kommunisten liegt bei ihrer Eile nichts daran, dem Kabinelt das Mißtrauen auszusprechen. sondern vielmehr, das Parlament zu ruialeren. ver kommunistische Antrag köuule dazu führen, daß der Reichstag aufgelöst wird. bevor er noch eine Debatte geführt und über die Anträge beschlossen hat. Wir aber wollen zunächst dafür sorgen, daß die Hungernden und Frierenden di« Winterhstfe er- hallen. Und daher wollen wir nicht, daß mprgen bei Beginn der Sitzung sofort über da« Mißtrauensvotum abgestimmt werde.(Lebh. Beifall der Sozialdemairaten.) Abg. Torgler(Kom.) redet vom außerparlamen- tarischen Kampf zum Sturz der Regierung Schlei- cher und meint, daß auch nach Annahme des Miß- trauensvotums der Reichstag noch Maßnahmen für die Winterhilfe usw. beschließen könne.(Heiter- keit.) Ah?. Löbe(Soz.): Nach dem Vorschlag Torglers würde der Reichstag wahrscheinlich morgen schon nicht mehr im- stände sein, etwas für die Arbeitslosen zu tun. Zu einem solchen Schauspiel geben wir uns nicht her.(Lebh. Betsall der Soz., ver- legenes Toben der Kom.) Der Antrag Torgler wird gegen die Kommu- nisten, der Antrag Löbe gegen die Sozialdemokra- ten und die Kommunisten abgejehnt. Es bleibt bei dem Vorschlag des Vizepräsidenten. Schluß gegen 29 Uhr. Nilpferdpettfche SA.>Mann im Speisewagen Vor dem Schöffengericht Berlin-Mttte hatte sick, der Mitropa-Kellner Oost wegen Beleidigung Severings zu verantworten. Seit 1926 ist Oost SA-Mann. Deshalb gefiel er sich in immer heftigeren Aussällen gegen den preußischen Innenminister Severing, dem er wiederholl an- droht«, er werde ihn—»ach der„Machtergrei- sung" durch Hitler— persönlich vornehmen und ihn össentlich auspeitschen. Trotz aller Mahnun- gen besonnener Kollege», er möge sein Mundwerk in Acht nehmen, blieb der SA.-Mann bei seinen rüpelhaften Drohungen. Als dann Severing, der davon Kenntnis erhielt, Strafantrag stellte, wurde Oost mtt einem Strasbefehl über zwei Monaie Gesängnis bedacht. Dagegen erhob er Einspruch. Da» Echölfengericht, dem er mit der Ausrede kam. er hätte nicht Severing, sondern Grzesinski ge- meint, ermäßigte ihm die Strafe auf drei Wochen Gesängnis! Zrakkloo der Zrakttonslofen. Der Reickstags- fraktton der„technischen Arbeitsgemeinschast". die sich aus elf Volkeparteilern sowie süns Christlich- Sozialen und einem 5iannooerancr zusammensetzt, ist nunmehr vergrößert worden durch den Beitritt der drei Abgeordneten der Deutschen Bauernpartei. KnlenOongcn füt 6te(e Änbttl stnd verlt» SW 6g, iinbeafttoBc 3. parieinachnchien /fSgh für Groß-Verlin Sozialistische Arbeiterjugend Groß-V erlin stet» an da» Bezückssetretaria. 2. Hof, 2 Treppe» rechts, zu richte» Beginn aller Veranstaltungen 1934 Uhr, sofern keine besondere Zeitangabe! Kreis. Donnerstag. 8. Dezember. Sitzung des engeren.�rcisvorstandes mit Abteilungsleitern bei Klug. Är«s. Freitag, 9. Dezember, 20 Uhr, in den Gerinamasalen. Stresowplatz, «Ireisinitgliederversammlung...�ampfaufgaden der Partei." Referent: Dr. Nud. Breitscheid. M. d. R. Kreis. Donnerstag, 8. Dezembec. 16 Uhr. Zusammenkunft erwerbsloser Parteimitglieder bei Will, Martin-Lutber-Etr. 69. Lieder zur Laute. Später Vortrag Uber Freideitferhiur und religiösen Sozialismus. Kreis. Achtung Bozirksführcr? Die euä) zugehenden Lose der Arbeiter- wohlfahrt sind eiligst abzusetzen Jeder Losinbaber hat auf den Abschnitt der Lose freien Eintritt zu einer Filmmatinee der Arbeiterwohl- fahrt am Sonntag, dem lS Dczrmber, Uhr, im Tivoli. Abrechnung muh spätesteus am 17. Dezember beim Genossen Hagedorn erfolgen. Krets. Heute Kreisvorsta:rdssitzung bei Wegener, Frankfurter Allee- Abt. Donnerstag, 8. Dezember, 20 Uhr, Funkhonärsitzung bei Slement, Sophienstr. 6. Abt. Achtung! Die Funttiauärsttzung findet nicht am Freiiag. dem 9. Dezember, sondern erst am Montag, dem 12. Dezember, statt. Abt. Heute, 19 Uhr, Borstand, 20 Uhr Funktionäre bei Hübner, Wils- nacker Str. 34. Abt. Unser altbewährter Genosse Karl Meier, Emdener Str. 17, kann .-in 10. Dezember, auf eine 40jährige Mitgliedschaft in der Partei zurück- blicken. Wir wünschen ihm, daß er noä) rechl lange unserer Bewegung in vollster Gesundheit und Aktivität erhallen bleibt. Abt. Donnerstag, 8. Dezember, 19 Uhr, bei Klinge, Sellerstr. 14, Zu- sammenkunft aller Funktionäre der Abteilung. Referent: Alexander Stein. Abt. Heute Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder Schönstedtstr. 1. Probe für den Elternabend. Abt. Die Zusammenkumt jüngerer Parteimitglieder fällt umständehalber beute aus. Achtung, Bezirksführer! Freiheitsopfermarken und Sammel- listen sind umgehend beim Kassierer abzurechnen. Abt. Frcuag, 9. Dezember. Funknonärsttzuna bei Lojok. Bepmestr. 8. Abt. Freitag, 9. Dezember. Funktionäre bei Rasch ke, Matternstr. 14. Äbt. Donnerstag, 8. Dezember, 17 Uhr, Verteilung der Häuserblockzoitung bei Laudahn, Luisenufer.52. . Abt. Freitag, 9. Dezember, 20 Uhr, Agitationssonderdienst und jüngere Parteimitglieder bei Schneider, Potsdamer Str. 2.5. Referent: Dr. Theodor .Haubach. Abt. Heute. AH4 Uhr. bei Klabe, Handjerystr. 60— 61, Zusammenkunft jüngerer Parteimitglieder.„Grundprobleme des Marxismus." Referent: Genosse Gurewitsch. Freitag, 9. Dezember. 20 Uhr, im gleichen Lokal Fu n kti onärsttzung. Ab». Donnerstag. 8. Dezember, Zahlabend der Bezirke 8 bis 11 bei Wollen- bera, Berliner Str. l.„Die politische Entwicklung im Jahre 1932." Abt. Donnerstag. 8. Dezember, Funktionärsitzung bei Einkopf. Kaiser- Friedrich. Ecke Mareschstratze. Abt. Freitag. 9. Dezember, 20 Uhr. Sitzung mit allen Funktionären bei Grieger, Lessingstr. 9. Engerer Vorstand 19 Uhr daselbst. Abt. Freitag, 9. Dezember. Funktionärntzung an bekannter Stelle. nnb 119. Abt. Heute Mitgliederversammlung im Gemeinschaftshaus Falken- berg.„Bereit zum Komps." Referent: Max Hei)demann. M. d. L. Abt. Borstands- und Funkrionärsitzunq an bekannter Stelle. Abt. Donnerstag, 8. Dezember, Funkt ionärfitzimg bei Schade. Abt. Freitag, 9. Dezember. 19 Uhr, Funktionärntzung bei Anders. Abt. Heute. 29 Uhr, Aussvrachcabend bei Schiebe. Berliner Str. 93. Abt. Donnerstag, 8. Dezember, 20 Uhr. Funktionärsiming bei Franz. Abt. Freitag. 9. Dezember, Funktionärsitzung bei Hoffmann. Edelweitzstr. 3. Zrauenveranstalkungen. 74�. und 74b, Abt. Donnerstag. 8. Dezember, 20 Uhr, bei Schnorre, Berliner Ecke Winfriedstraste.„Unsere Vorkämpfer— unsere Vorkämpferinnen." Re- ierentin: Luise Kühler, M. d. L. Bezirssausschlch für Arbeiter wo hlfahrk. 4. Kreis Prenzlauer Bcrg. Donnerstag. 8. Dezember. 20 Uhr. Gubitzer- ftrgße 33. Besprechung der Helfer der Gruppe Iugendwohlfahrt. 16. Kreis Köpenick. Abt. Friedrichshagcn. Donnerstag, 8. Dezember. 20 Uhr. im Jugendheim Friedrichstr. 87 Losabrechnung und Besprechung der Weih- nachtsbcscherung. Vollzähliges Erscheinen ist notwendig. ArbeUsgemeinschafk der kindersreunde. SolidaritätshUfe! Ablieferung des Spielzeugs für die Ausstellung �„Kinder Helsen Kindern" im Ausstellungsraum Metallarbeiter-Ver- f bondshaus. Alte Jakob; Ecke Gitschiner Straße(Nähe Hallciches | Tor) ab Dienstag, 6. Dezember, in der Zeit von 1.5 bis 19 Uhr. 4. 8. 11. 18. 17. 1, 5. ». 11. 17. 18. 31. 13. 37. 4K. 74a, 81. 85. 97. 107. 114. 119. 124. 127. 128. 141. Letzter Ablieferungstermin 9. Dezember. Ausstellung der SolidaritätshUfe.�tinder helfen Kindern" M fmdet ab 12. bis 20. Dezember im Hause des Metallarbeiter-Verbandes, Alle Jnkob- Ecke Gitschiner Straße, statt. Helfersingestunde! Zur BorbeveUung der Wintersonnenwendferer findet heute, 19�. Uhr. im Bezirksamt Kreuzbera die zweite Heliersmndc stall. � Turgarten. Donnerstag, 17�, Uhr. Generalprobe für den Falkenabend bei Schmidt, Wiclefstr. 17. Freitag, 18 Uhr, Falkenappell in der Aula Waldenfer- »rraste. Weddtag. Sopntag, 13� Uhr, Aula Putbusser Straße. Kreisveranstaltung: ..'Wilhelm Busch" mit Lichtbildern.— Abt. Schillerpark. Wintersonnenwende in der Jugendherberge Lehnitz. Montag Uebungsabend. Turnen fällt aus. Nächster Turnabend 2. Januar 1933.— Treptow, Laura de Basis. Rote Falken. Diens- tags Jugendheim Elsenstr. 3, Zimmer 2. Donnerstags Schule Wildcnbruch- 1 � y* /y yy f. rt 1 T T. C.1 Ifl 1 f 1->- r?....—....5. a T f I.......... �. 1.___ xeinracnoorf. Heute gefchlojiene Beteiligung an der zentralen Eingestünde. ■Suftilarbciten bis Stcilag im iDlctaHatbciletfiaitü, Alte IakobsumKe, abliefern. Donnerstag, 8. De�embor, Uhr, JaUentat in Bittenau, Turnhalle Rosen» > Haler»trrch«. ISii. Uhr Sruppenleitersitzung in Wittenau, Am Hügel 7. Jede Sruppc muß vertreten sein. Ginsrnbunatn füt diese Subitl nur an das Sugendsekretaria, � Verlin SZ? 63 Lindenstraße 2 dorn I Treuve rechts verbilligter Beihnochtsocilaui im Buch» und Warenvcrtrieb der SRI., Bellc.Alliancc.Plaß ä, vorn 2 Treppen, geöfinet Mittwochs und Freitags bis 19 Uhr. Wanberleiterlonscrenz heute, pünktlich Uhr, im Zugendhcim s Linbenitr. 4, vorn 1 Treppe. Genosse Friß List spricht über„Unsere iZ Wanderarbeil". Alle Abteilungen myssen vertreten sein. Interessierte—: Genossen sind eingeladen. Proletarisches Orchester der TAI. Acute, lg','. Uhr, Bezirksamt Kreuzberg, Dorckitr. ll. 'Ableilungsmitgliedcrverjommlungen heute 20 Uhr: Gesunbbrunneu(R.-F.): Kolomestr. 22.— Adlershof: Bismarckstr. 1.— Bahusdorf und Falkenberg: Gemeinschaftshaus.— Friedrichshage»: Friedrich- straße 89.— Lichte»berg-Mitte: Scharnweberttr. 22. »Z- Tempelhof: Mitgliederversammlung fällt aus. Beteiligung an der Aussprache zwischen Reichsbanner und EAJ. im Restaurant Mali.— Baltenplatz: Tilsit er Str. 4— 3. Liederabend.— Frankfurter Viertel: Frankfurter Allee 307. Wie stehen die Gewerkschaften zum Streik.— Petersburger Viertel: Ebertn- straße 12. Sowjetrußlands Wehrmacht.— Warschauer Viertel(R.-F.): Litauer Straße 18. Gemeinschaftsabend mit den Kinderireunden.— Spandau(Aeltere): Lindenufer 1. Tagespolitik.— Reu-Lichtenberg: Gunterstr. 44. Tagespolitik.— Lichtenberg-Rord: Gunterftr. 44. Heimabend.— Mahlsdorf: Melanchthonftr. 63. Wirtschaftspolitik der Partei.— Reinickendorf. West: Lindauer Straße. Liederabend.— Karow: Frundsbergftr. 9. Funktionärkursus. Werbebczirk Prenzlauer Berg: Jüngerenkursus„Drache Marxismus" um 29 Ilhr Danziger Str. 23. Werbebezirk Kreuzberg: Kursus Dr. B. Tietgens„Die soziale Revolution" um 19U Uhr Urbanstr. 167, Werbebezirk Reukölln: Alle erwerbslosen Genossen beteiligen sich an der Erwerbslosenzusammenkunft der Partei ab 13 Uhr im Heim Kanner Straße. 181-2 Uhr Sprechstunde Ganghoferstraße. Werbcbezirk Lichtenberg: Morgen. Donnerstag, 19�2 Uhr, kommen alle Gruppenleiter zu einer vorläufigen Abrechnung der Karten vom 11. Dezember ins Heim Grinierstr. 44. Werbe bezirk Reinickeudorf: Vorstandssitzung mit den Abteilungsleitern und Jugendbeiräten im Heim in Wittenau, Hauptstr. 13, pünktliäi 191z Uhr. G Freie Gewerkschafts-Fugend Berlin l Heut«, Mittwoch, 7. Dezember, lg'. Uhr, tagen die Gruppen! Süd. westeii: Iugenbheim-Borckstr, 11(Fabrifgebäuocb Seimbesprechung,— Tchönederg! Jugendheim Sanptstr. ld sGartenhaus). Seimbesprechung, — Tpandou- Neustadl i Iugcndbeim Lindenufer l Heimbesprechung,— Nord, ring: Jugendheim Sonnenburger Str. 20. Frcundschasi—.Kameradschaft— Liebe.— Weißeniee! Iugeirdbeim Weißcnlec, Paristr. 3K. Heimbesprechung.— Arnswolber Plag: Jugendheim Schönlanler eiste. 11. Heimbkiprechung.— Reu» DenUi an die Verwundeten und Gefangenen der Eisernen Front. Uäp durch Geldspenden auf Postscheckkonto Berlin Nr. 141.57(Adolf Holz) Spenden nehmen ferner entgegen die folgenden Vorwärts-Speditionen; ?. Kraus», N 65, Müllerstr. 34 Lehmann, N 54, Ackerstr. 174 Fischer, N 20, Bostianstr. 7 Hönisch, N 31, Wottstr. 9 Gerth, N 113, Greifenhagener Str. 22 Arndt, O 27, Markussir. 36 Melle, O 34, Petersburger Platz 4 Wollstein, S 14, Prinzensir. 63 Schmidt, SW 29, Bärwoldstr. 47 Frau Stolpmonn, W 35, Steglitzer Str. 37 Joseph, NW 21, Wilhelmshavener Str. 48 Dal», NÖ 55, Imanuelkirdwtf, 24 Urban, SO 36, Lausitzer Platz 14 15 Seikel, Lichtenberg, Wortcnbergstr. 1 Peters, Lichtenberg, Boxhagener Str. 62 Thal, Neukölln, Neckarstr. 2 Rohr, Neukölln, Siegfriedstr. 28 29 Rothmann, Schöneberg, Beiziger Str. 27 Frau Könemann, Chorlottenburg, Sesenheimer Str. 1 Paul, Oberschöneweide, Wilhelminenhofstr. 44a Rißmann, Pankow, Mühlenstr. 70 Wohle, Reinickendorf Ost, Provinzsir. 56 Bendt, Reinickendorf-West, Schar nweberstr. 114 Meckleburg, Treptow, Gractzstr. 50 Wiese, Weißensee, Lehderslr. 2 Vorwärts-Laden, SW 68, Lindenstr. 3 köll»: Jugendheim Bergstr. 29(Hof). Heimbesprechung. McmaiatihfBTuf.— Flughafen: Jugendheim Flughofenstr.68(U-Bahn Boddinstraße). Heim- oesprechung.— Humboldt: Jugendheim Graun- Ecke Lortzingstra sie. Heim- Besprechung. Liederubend.— SÄillcrpart: Jugendheim Schule Schöningstr. 17. Heimbcsprechung.— Baumschutenweg: Jugendheim Baumschulenweg, Ernst straße 16. Hcimbesprechung.— Eharlottcnburg: Pcstalozzistr. 40. Schall platten- abend.— Jugendgruppc des Gesamtocrbandcs: Fachgruppe Gärtnerei und Binderei: Jugendheim Gewerks6)aftshaus. Engclufer 24—23. Wir funken. §�uoen!»aruppe des �enkrawerdanöes 0er Anaestellten Heute, Mittwoch, finden folgende Veranstaltungen statt: Schönhauser Vorstadt: Jugendheim der Schule Kastanienallec 81. Aussprache: Die Welt der werktätigen Jugend. Leiter: Derkow.— Nordost!: Wir besuchen die Versammlung des'Werbebezirks.— Reinickeudorf: Jugendheim Lindauer Str. 2 (Baracke). Bunter Abend.— Köpenick: Jugendheim Dahlwitzer Str. 13 tGos- anstall am Bahnhof Köpenick). Arbeitsgemeinschaft: Berufsauffassung jjnd Arbeitsfreude im Zeitalter des Lochkapitalismus. Leiter: Raue.— Neukölln: Jugendheim Böhmssche Str. 1— j. Ecke Kanner Straße. Vortrag: Das deutsche Bank- und Börscnwesen. Referent: Diplomhand« lslebrer Dr. Salaw.— Südost: Jugendheim Mantcuffelstr. 7. Arbeitsgemeinschaft: Religion und Arbeiterschaft. Leiter: Rektor Schmidt.— Südwest: Jugendheim Porckstr. 11>2. Hof, Quer- gelmude, Aufgang I, Zimmer 3). Hermoeranstal tuug.— Schönebcrg: Jugendheim Hauptstr. 13(Hofgebäude, Sachse nzunmer). Vortrag: Die Stellung der Frau im sozialistischen Staat. Äeferenkin: Hanni Moosdori.— Eharlottenburq: Wir besuchen die Versammlung des Werbebezirks.— Spandau: Jugendheim Lindenufer 1. Vortrag: Heitere Reisen mit offenen Augen. Referent: Weigclt. — Potsdam--Rowawcs: Jugendherberge Nowawes. Arbeitsgemeinschaft: Dos Wirtsckaftsumlmuprogramm der freien Gewerkschaften. Leiter: Bunzel.— Die Versicherungsgesellschaft„Sorgenfrei" A.-H. tagt heute von 17 bis 19 Uhr im Berbandshaus, Hedemannstr. 12. ADGB., Unterausschuß Wilmersdorf. Mittwoch, 20 Uhr, Vollsitzung bei Haibemann. Uhlandstr. 108. Wichtige Tagesordnung. Freigewerkschaftliche Be- triebsräte haben mit entsprechendem Ausweis Zutrjtt. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner..Schwarz-Rot-Go!d"� Geschäftsstelle: Berlin S- 14 Sebastionstr 97—38 Hot 2 Tr. Prenzlauer Berg(Bortrupp). Achtung. Rcueinteilung! Schar l. Friedrich Eben, jeden Mittwoch. 17'.. Uhr, Sonnenburger Sir. 20. Schar Ti, Ludwig Frank, jeden Freitag. 18?4 Uhr, Baracke 3, Danziger Str. 62. Beide Heimabende sind Pflichtveranstaltungen.— Friedrichshain. Karneradschaft Frankfurt. Mittwoch, 7. Dezember. 20 Uhr, Kameradschastsversammlung im Lokal von Wittschuß, Petersburger Str. 5.— Eharlotteuburg. Kreisfunttionär- konferenz im Edenpalast. Teilnahmeberechligt: Ortsvcreinsvorständc. technische Führer der Schufo und Jungba, Stabfül)rer, Sanitäter, Führer der Per- waltungskameradschaften. Gruppenkassierer.— Tempelhof. Donnerstag. 8. De- zember, 20 Uhr. Ortsvcreinsversammlung bei„Mali".— Kreuzbera. Donnerstag. 8. Dezember. 20 Uhr. Elternabend des Bortrupps im Schultheiß-Ausschank, Hasenheibo 22— 31. Arbeiter-Samariter- Bund e. v., Kolonne Berlin. Geschästsstelle:«v.*3. Z-styftr. 4. Telephon: E 3 jlontgftadt 544«. & Abteilung Charlatteuburq. Donnerstag. 8. Dezember, Uhr, Generaloersammlung im Jugendheim Rosinenstt. 4. Tagesordnung: ~------ Berichte, Wahlen. Erscheinen ist Pflicht. _______|_____■PSHmtal...... der Freidenker. Musiktrio, Doppelquartett, Lichtbild, Rezitationen, Bühnen szcnen. Teilnehmerkarten 30 Pf. Mitgliedsausweis berechtigt zum Eintritt. Karten zu haben bei deu Hauskassierern und Genossen König, Wagnerstr. 42. Kirschke, Türrschmidtstr. 33. Matussek, Wilhelmstr. 33. Klose, Rupprechtstr. 37. Arbeiter-Stcnographen-Verein Groß-Berlin. Redeschriftkurse sowie Uebungs- lurse in verschiedenen Geschwindigkeiten im Norden, Nordosten und Neukölln. Jm Januar beginnen neue Anfängerkurse sowie Wicderholungskurse. Auskunst erteilt Otto Wenghöfer, Velten i. d. Mark, Wilhelmstr. 10ki. Esperanto-Hruppe Humboldt. Restaurant Rhcingau, Wilmersdorf, Binaer Straße 9..Freitag, 20 Uhr. Ucbungen. Konversation, geselliges Beifammctisem. Gaste willkommen.__ Zentralverband der Arbeitsinvalideu und Witwen Deutschlands. Mittwoch, 7. Dezember, folgende Versammlungen: Gruppe Webding II: 18 Uhr bei Dietrich, Swinemllnder«str. 36.— Eharlottenburg: 19 Uhr in der Zoo-Klause, Kur- fürstenstr. 98. Ecke Budapester Straße.— Schöneberg: 17 Uhr bei Groß(Wann- soehütte). tchönederg, Kaiscr-Friedrich-Str. 9.— Friedenau: 18 Uhr im Lokal (früher Klabe), Handjervstr. 60—61.— Mitte l: 16 Uhr im Sause des Metall. arbeitcrverbandes, Elsässer Str. 88.— Reinickendorf-Ost: IS Uhr hei� Klähn. Residenzstr. 31.— Oberschöneweide: 16 Uhr in der Vereinsklause, Frischen- Ecke Luisanstraßc. Alle Versicheruugsrentner sind freundlich eingeladen.— Donnerstag, 8. Dezember: Gruppe Eharlottenburg: 18 Uhr bei Wachs, Char- lott-rrburq. Rehringstr. 23—24.- Friedrichshain: 16 Uhr bei Gaul. Box- Hagener«tr. 114.— Tiergarren II: Jm Nationalhof, Lülowsiraßo(13 Uhr). Reichsbund der Körperbehinderten, Ortsgruppe Eharlottenburg. IQ. Dezember Weihnachtsfeier im Türkischen Zelt, Berlin-Eharlottenbur�, Berliner Straße 33, 19 Ulir. Es wirken mit: Damen vom Ballett der Städtischen Oper Eharlottenburg, Victor Holländer, Fräulein Böcking und der Männergesang- verein Carmen._ Vereinigung ehem. Kriegsgefangener, Berlin-Süden. Donnerstag. 8. De- zember, 20 Uhr. bei G. Krüger. Grimmstr. 1 Gewerkschaftliches siahe 2. Beilage. Hierzu 2 Beilagen Der.Ljorwäris" eesckieint wochcntagüch zweimal. Sonntags und Montags einmat. Illustrierte Sonntagsbeilage..Äolk unb Zeit", t Bezugspreise: Wöchentlich Tj Pi., monatlich 3,2ä M.(üauon S7 Pi. raonatlid) tür Zustellung tns Haus) im voraus zahlbar. Postbezug S.lli M einschliesslich M Pi.'Iostzeilung, und 77 Ps. Poslbeslellacbühren. Auslairdsabonnement ö.bö M. pro Monat: kür Länder mit ermässiglcui Druäsachenporto 4,6') M. Bei Astssoll der Lieieiung wegen stöhercr SewaU beste!» kein Stnspruäi der Ädonnenten aus Ersatz. /Anzeige!''""""—-------'...»--- z-._».i.;...->n cn....... ■T\\ 4 in T* Cc"*.» r•'» f.... ix Clj. I f �.. tJ f. 4... r.t. t im voraus zahlbar. Postbezug s.ll, M. einschliesslich 60 Ps. Postzeitung. und 77 Ps. Postbeftellaebühren. Aüslandsabonneincnt ö.6ö M. pro Mono!: kür Länder mit erm_„.„___________. > n p r e i s e: Die einspaltige MMimetcrzeilc 30 Pi.. Reklamezcile 1,30 M.„Kleine Anzeigen" das fettgedruette Wort 30 Ps.. jedes weitere cn Willimclerzeile 16 Pf. Anzeigenannahme im Lauplgeschäsl Lindenstr. 3. wochentäalich Breademühl: Wirtschair: S. 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DEZ. 1932 Kampf zwischen Gas und Elektriziiät �lamnäßiife Brennstoffwirtschaf t!— Die Bedeutung der Kohle im Kommunalvermögen In Deutschland liegt das Schwergewicht unserer Energieversorgung bei der Kohle. Bis in die Kriegszeit hinein Hot man einen Raubbau mit der Kohle in der Form getrieben, daß soft wahllos auch die besten Kohlenarten aus den Rosten unserer Feuerstätten verfeuert wurden. Not- gedrungen ist später ein erheblicher Wandel darin eingetreten. Die völlig veränderten Wirtschafts- Verhältnisse zwangen zu sparsamen Methoden. Immer mehr wurden nur b e st i m m t e K o h l e n s o r t e n für wiederum bestimmte Zwecke verwendet. Braunkohlen und Steinkohlcngrieß sind für nur reme Heizungszwecke an Stelle der früher belle- bilgen Sorten getreten. Auch durch Zentral- anlagen ist ein höherer Nutzeffekt und eine sparsamere Wirtschaftsführung erzielt worden. Man wird so weit kommen müssen, das wertvolle Material in chemischer Beziehung restlos auszu- schließen. Die vielseitigen wertvollen Bestand- teile der Kohle sind der Ausgangspunkt unserer chemischen Industrie und bilden den Grundstock kür ihren Weltruf. Die Gewinnung und Ausnutzung hochwertiger Grundprodukte, wie Teeröle. Ammoniak u. vgl., hat in Deutschland die Bildung einer besonderen Industrie veranlaßt. Bei der weiteren Ausbeute von Koks und Gas, die bei der trockenen Destillation ebenfalls anfallen, ergibt sich eine ganz bedeutende weitere Verwendungsfähigkeit des Rohswfses. Die Verwendung der Kohle wird nur eine volkswirtschaftlich anzustrebende hohe Kapital- Verwertung darstellen, wenn gleichzeitig Rücksicht auf die höchste technische Auswertung des Ausgangsprodukkils genommen wird. Im Gesamt- interesse mutz dabei gefordert werden, die wärme- technischen Wirkungsgrade unter allen Umständen gebührend zu berücksichtigen. Bei der Gas- erzeugung tritt durchschnittlich eine Aus- Nutzung der Rohkohle von 76 Proz. ein. Der Ausnutzungsgrad ist sehr hoch im Vergleich mit anderen kohleverbrauchcnden Anlagen. Bei mo- derncn neuzeitlichen Großkraftwerken beträgt der Mordgeständms! Der Sl jährige Musiker Max G r o n w a l d, der unter dem Verdacht festgenommen wurde, am letzten Sonntag seine Frau in der Reichenberger Straße Ilfj erdrosselt zu haben, hat noch tagelangem Leugnen gestern abend ein Gestand- n i s abgelegt. 3n angetrunkenem Zustande hat er seine Frau niedergeschlagen und dann die bewußtlos am Boden Liegende mit einem hansstrick erdrosselt. Er wollte einen Selbstmord vortäuschen, in seinen Vorbereitungen war er aber durch den unerwarteten Besuch einer Freundin der Getöteten g e st ö r t worden. Wirkungsgrad nur 15 Proz. Für 1 Kubikmeter deutsches Normalgas werden unter Berücksichti- gung des Kalorienrückgewinns in der Form von Teer und Koks im Mittel 1,1 Kilogramm Kohle benötigt. Für den elektrischen Strom wird man unter Zugrundelegung der vorgenannten Wirkungsgrade 6,82 Kilogramm pro Kilowatt- stund« rechnen müssen. Weil etwa 3,14 Kilowattstunden elektrischer Strom einem Kubikmeter Gas bei Verwendung sllr Koch.zwecke entsprechen, ist der Aufwand von Kohle beim gleichen Esfekt bei Verwendung von elektrischem Strom 2,6 Kilogramm, dagegen bei Verwendung von Gas nur 1,1 Kilogramm. Wenn die Ziffern als Ergebnis von einwandfreien theo- retischen Berechnungen vielleicht praktisch nicht ganz gehalten werden sollten, so ist doch der Auf- wand von Kohle bei der Deckung des Wärme- bedarfs vermittels elektrischen Stromes in jedem Falle mehr als doppelt so groß wie bei der Ver- wendung von Gas. Hoekste technische Auswertung! Vorzüge haben beide Energien. Sie liegen auf der einen Seite in der beinahe restlosen Aus- schließung des Rohstoffes und auf der anderen Seite in der wandlungsfähigen Energieform. Es ist zweisellos dem Aufschließungsprozeß der Kohle im Gaswerk mit dem Endziel der Gas- und Neben- Produktengewinnung unbedingt der Vorzug zu geben: allerdings nur, soweit es sich um Kochzwecke sowie um heizungs- und Warmwasserversorgung handelt. Die Verwendung der Kohle unter den Kesseln der Elektrizitätswerke mit anschließender Umwandlung der Dampsenergie in elektrischen Strom darf nur dann als zweckmäßig angesprochen werden, wenn der Strom nur für Licht- und Kraft zwecke Verwendung findet. Beide Energieformen sind jür alle in Frage kommenden Leistungen auf keinen Fall gleichwertig. Die O e s f e n tl i ch k e i t ist nicht nur als Verbraucher, sondern auch als Aktionär sehr stark daran interessiert, weil in vielen Fällen Gas- und Elektrizitätswerke beträchtliche Bestand- teile des Kommunalvermögens sind. Sie muß es sogar sein, weil durch die Tarispolitik die Entwicklung sehr stark nach der einen oder andere» Richtung hingelenkt werden kann. Man kann heute schon beobachten, daß aus dem Gebiete der tech- nischen Leistung im Haushalt ausgesprochene Kampfpreise der einen Energieform normalen Preisen von der anderen Seite gegenüberstehen. Die für den Verbraucher durchaus vorteilhaften angemessenen G a s p r e i s e für Koch- und Heiz- zwecke im Hausholt gestalten, immerhin noch er- hebliche Mittel an die Gemeinden abzuführen und dadurch wiederum den Verbraucher im höheren Sinne zu entlasten. Die Strompreise für dieselben Zwecke gewähren nach keiner Richtung hin dem Verbraucher einen annähernden Vorteil. Man könnte behaupten, daß sie darüber hinaus noch eine offensichtliche Vergeudung des Roh- Materials darstellen. Ein leider unmögliches Nach- geben des Gaspreiscs würde trotzdem die Eni- scheidung zugunsten dieser Energieform ganz ent- schieden beeinflussen. Vernünktige Tarif politik Es darf niemals Sinn und Zweck einer wohl- durchdachten Tarifpolitik sein, unbedingt der einen Energieform den Vorzug vor der anderen zu geben, um Absatzgebiete zu erobern, die bereits von der anderen Energieform beherrscht werden Es muß vielmehr das gemeinsame Ziel sein, den Ersatz des festen Brennstoffes unbedingt herbeizu'ühren. Die in den Gas- und Elektrizitätswerken investierten Kapitalien dürfen unter keinen Umständen dadurch entwertet werden, daß in einseitig verstandenem Spielzeug wartet aus Käufer Besucht klie Ausstellung der Heimarbeiter im Gewerkschaftshaus Interesse Tarise eingesührt werden, die auch für den Laien erkennbar ausgesprochenen gegenseitigen Kampfcharakter tragen. Der Leidtragende würde in solchen Fällen, aus die Dauer gesehen, doch nur der Abnehmer sein. Die Werke darf man eben nicht als Erwerbsinstitute betrachten. Die Umstellung von industriellen, gewerblichen und häuslichen Feuerstätten aus einen rauch- und rußsreien Brennstoff muß auch dringend gefordert werden, um mit eine Slädtehisgiene herbeizuführen. Eine planmäßige Brennstosfwirtschast muß dringend betrieben werden, weil wir uns den Luxus nicht erlauben dürfen, auch nur teil- weife planlos zu wirtschaften. Das Interesse der Volkswirtschaft erfordert es, die ergiebigen wertvollen Rohstosse im Sinne einer aus alle Zölle nur der Allgemeinheit dienenden weise auszuschließen und dann in vollendet veredelter Form zu verbrauchen. Georg Rogatz. Stadtverordneter. Pistole und Blendlaterne Nächtlicher Rauh in Zehlendorf Der stille Vorort ZeHlendors, in dem sich kürzlich in einem Siedlungshaus ein schwerer nächtlicher Raubübersall zugetragen hatte, ist in der Rächt zum Dienstag abermals das Ziel einer Verbrecherkolonne gewesen. Gegen 4 Uhr früh wurde der Redakteur S. und seine Frau, die eine Villa in der Mühlen- st r a ß e bewohnen, durch ein verdächtiges Ge- räusch aus dem Schlaf geschreckt. Wenige Augen- blicke später drangen drei Männer mit schußbereiten Revolvern und mit Blendlaternen ins Schlafzimmer und forderten das Ehepaar auf, sich völlig ruhig zu verhallen. Darauf durchstöberten sie sämtliche Behältnisse und fanden 185 M. Außerdem raubten die Ban- diten ein Herrenfahrrad und einen Marengo- Winterulster, den sie auf der Flucht aber wieder sortwarfen. Wie später von der Polizei sestgestellt wurde, waren die Täter durch den Wintergarten. nachdem sie eine Scheibe eingedrückt hatten, ein- gestiegen. Das Gelingen derartiger Untaten wird durch die in allen äußeren Vororten herrschende u»- ungenügende Straßenbeleuchtung außerordenllich gefördert. Selbst am frühen Abend katin man in diesen Straßen eine Beleuch- tung seststellen, die lebhast an die traurige Not- und Sparzeit des Krieges' erinnert. Vom frühen Morgen bis in die späte.Sucht hinein sitzt der erzgebirgische Heimarbeiter mit Frau und Kindern, der Großoater, das Enkelkind, eng aneinander gepfercht in der kleinen. kalten Stube. Mit müden Augen und hungrigem Magen basteln sie all die zierlichen Spielsachen zurecht, die den Kindern in der Großstadl Freude bereiten sollen. Das ganze Jahr über gibls keinen Verdienst, die einzige kleine Hoffnung bleibt das Weihnachtsgeschäft. Im Berliner G em e r k s c h af t sh au s, Engelufer, warten T ausende kleiner, hu nt- bemalter Holztierchen, Holzfiguren, Puppenküchen und oielc andere hübsche Dinge auf Käufer. Die Ausstellung ist täglich ab 16 Uhr geöffnet. Besucht sie und kauft für ein paar Groschen. Die Not derer, die euren Kindern W eihnachlsf reude bereiten wollen, ist riesengroß! Am Klavier erschlagen Dunkel um Tegeler Mord Zu gleicher Zeit, da in der hannoverschen Straße die Sektion der Zrau G r o n w a l d stattfand, waren andere Gerichtsärzte mit der Obduktion der Leiche des ermordeten Generalagenten Bessert in einem anderen Saal be- schästigt. Die Leichenschau ergab, daß L. furchtbare Wunden davongetragen hatte. Die Schläge über den Kops sind mit einem scharskanligen, harten Instrument geführt worden. Beim ersten hieb, der das Ohr abriß, wurde schon die Schädeldecke des wannes gespalten. Die Mordkommission vermutet, daß der General- agent am Klavier gesessen hat, als fein Mörder von hinten aus ihn.einschlug. Diese Vermutung wird damit bestätigt, daß auf dem Klavier große Blutflecke und eine große Blutlache aus dem Teppich vorhanden sind. Die Fahndungen nach dem Täter blieben bisher noch immer erfolglos. pfiffige Berliner auf der Suche Weißt du wieviel Berolinen stehen? Der Alexanderplag ist aus jahrelangem Aschenbrödeldasein zu neuer Herrlichkeit ertnachr Hohe Zweckbauten umsäumen ihn, Schutzinseln regeln den Verkehr und aus dem Schandfleck, in den jahrelanges Buddeln, umzäunte Schächte der U-Bahn, Gräben und Pflasterarbeiten aller Art ihn verwandelt hatten, ist nun wieder ein wirk- liches Zentrum des städtischen Verkehrs ge- wordem Kein Wunder, daß die von der jahrelangen Unwegsamkeit des Platzes am meisten betroffenen Geschäftsleute dieses Ereignis gebührend feiern und sich zugleich dem verscheuchten Publi- kum wieder in freundliche Erinnerung bringen wollen. Die hochbusige Frau B e r o l i n a ist zwar inzwischen„abgebaut" worden und hat irgendwo in der Umgebung Berlins, in einem Vergnügungslokal, ein wenig beachtetes Altersheim gefunden. Ihrer hat sich aus Anlaß der Werbeveranstaltung, die man zu Ehren des reno- vierten Platzes zu inszenieren für richtig hielt, das Herz der Kaufleute erinnert, und so waren in den letzten Tagen in allen Fenstern„rund um den Alexanderplatz" unzählige kleine B« r o- Flugzeugabsturz LciuiIkHegerm verunglückt Auf dem Flugplatz in Staaken stürzt« gestern nachmittag ein Schulflugzeug de» Brandenburgi- schen Flugsportocreins aus großer Höhe ab. Die Pilotin, eine 22 Jahre alte Flugschülerin Marie von Loeben aus der Claudiusstraße 1», erlitt lebensgefährliche Verletzungen, Das junge Mäd- chen fand im Spandau« Krankenhaus Aufnahme, wo es mit einem Schädelbruch, Arm- und Bein- brüchen hoffnungslos daniederliegt, Der abgestürzte Apparat ist eine K l e m m- 2 S- Maschine mit der Nummer O 1483, Fräulein von Loeben sollte gestern das erstemal allein zu einem Uebungsflug starten. Der Start ging glatt oonstatten. Als sich das Flugzeug in etwa 200 Meter Höhe befand und in eine Kurve ging, ereignete sich, vermutlich infolge eines Bedienungs- fehlers, das Unglück, Die Maschine stellte sich steil und stürzte etwa 150 Meter von der Hamburger Chaussee entfernt ab. Das Flugzeug wurde völlig zertrümmert, Die unglückliche junge Pilotin wurde bewußtlos aus den Trümmern geborgen, Von der Flugpolizei ist eine Untersuchung ein- geleitet worden, >— Der Weihnachtsmarkt Buntes Leben am Funkturm Das Ausstellungsamt der Stadt Berlin weih die Besucher des Weihnachtsmarktes B e r l i n e r K ü n st l e r. der bis zum kommenden Sonntag in de» Ausstellungshallen am Funkturm stattfindet, gut zu unterhalten., In der zu einem Viefenballsaal umgewandelten Halle III finden täglich Opern-, Theater- und Kabarettoorstellungen statt, Nachmittags ist für die Kleinen gesorgt, die sich an Märchenvorstellungen und an einem Marionettentheater erfreuen können, abends sin- den um 20 Uhr die Vorstellungen für die Er- wachsenen statt, An einem der legten Tage spielte ein Kollektiv junger Opernkräste„Die Opernprobe" von Lortzing, Junge Künstler, die aus Engagement warten, haben sich zu einem Ensemble zusammen- getan, das eine ansprechende Aufführung zustande brachte. Unter den Sängern sind besonders Alexander H e l f m a n n und Irene H e n s l e r zu nennen, die beide über großes, bühnenfertig ausgebildetes Stimmaterial verfügen. Das Orchester, zusammengestellt au« Musikstudierenden, unterstützte die Sänger erfolgreich. Die musi kalische Neubearbeitung hatte der Dirigent Georg P i l o w s k i übernommen, Heute tritt um 17 Uhr Dr, Doolittle mit seinem Kinderzoo auf, und um 20 Uhr gibt es einen „Opernbilderbogen", dargestellt vom Personal der Städtischen Oper. An allen Tagen ist der Weihnachtsmarkt von 15 bis 23 Uhr geöffnet. In der Budenstadt gibt es alles für den Weihnachts- tisch zu kaufen, auf der Galerie haben bildende Künstler ihre Arbeiten ausgestellt, Nationalsozialisten betteln Vor un» liegt ein Schreiben der Ortsgruppe Kleist der Nationalsoziali st ischen Deutschen Arbeiterpartei Groß-Berlin, in dem man mal wieder auf Bettelei bei groß- kapitalistischen Firmen ausgeht. Man will nämlich«ine Weihnachtsfeier veran- stalten, bei der als besondere Attraktion der Renommier-Hohenzoller Prinz Auwi von D o o rn al» Redner angekündigt ist, Bettelei hin, Bettelei her.— besonders grotesk muß in diesem Brief der Satz anmuten, daß nach der vorgtgebe- l i n e n zu finden, d, h, sie waren zu finden für den, der zu suchen verstand. Denn das„Berolinen-Suchen" war der Sinn eines Preisausschreibens, das unzählige Berliner auf die Beine brachte, die nun mit Bogen und Blei bewaffnet an den Häuserfronten entlangpilgerten, um die Zahl sämtlicher Bero- linen, die in den Fenstern zwischen Aepfeln, Nüssen, Bettwäsche, Morgenröcken, Uhren, Hand- arbeiten, Schweinesilets und anderen köstlichen Dingen ihre Aufstellung gefunden hatten, zu er- künden, Der Einfall war sicher hübsch und dürfte durch den Zuzug de; zahlreichen Publikums auch durch- aus den von den Geschäftsleuten gewünschten Erfolg gebracht haben, Allerdins ein Erfolg und eigentlich gerade der erfreulichste war nicht vor- ausgesehen worden: An allen Ecken und Enden waren Arbeit-- lose postiert, die nicht Heftpflaster, nicht Schnür � senket, nicht Krawatten und nicht Schokoladen- stanzen anboten, sondern einzig und allein einen fix und sertig gestellten weißen Zettel,„Eenen Iroschen de Rästellösung",„Bei mir allein die Di«, ach, so arbeiterfreundlichen Nazi« haben sich seinerzeit mit Löwenmut in den BVG,-Streit gestürzt, um die Arbeiter und Angestellten„vor dem Lohnraub zu schützen", den von Pap«, Reichekanzler von Hitlers Gnaden,»«schuldet hatte, Schlagzeilen, eine demagogischer als die andere, schmückten den„Angriff". Daß aber SA,- Leute nicht davor zurückschreckten, BVG,-Schaffner aus das gemeinste zu mißhandeln, und zwar nach Abbruch des Streiks, davon war natürlich im „Angriff" nichts zu lesen. Solch ein gefährlicher SA,-Bursche namens Laub stand jetzt vor dem Sondergericht. Der Straßenbahnfahrer K, befand sich mit seinen Kollegen auf dem Weg« zum Betriebsdepot, In der Pankower Allee kamen beide an einer Gruppe junger Leute unbehelligt vorbei, Als sie aber auf eine zweite Gruppe von drei jungen Menschen stießen, erhielt K, in roher Weise von hinten mit einer Luftpumpe einen Schlag über den Kopf, Die Angegriffenen gingen in schnellem Tempo weiter, die drei jungen Burschen ihnen hinterher. Plötzlich stürzt« K, zu Boden, Ob er einen zweiten Hieb erhalten hat, tonnte er nicht sagen. Jedenfalls mochten sich im selben Augenblick die drei Burschen auf und davon. Ein Schupo verfolgte den Angeklagten: trotz zweier Schreckschüsse machte er nicht holt und wurde schließlich in einem Hause versteckt gefunden, K, lag an seinen Verletzungen drei Wochen im Krankenhaus, Vor dem Sondergericht bestritt Laub, der Täter gewesen zu sein. Er hatte auch«ine Anzahl Pg.'s genaue Zahl von Berolinas" riefen sie um die Wette, und damit die lieb« Konkurrenz auch wirklich zerplatze, ertönte dazwischen ein piepsiges Stimmchen„Koofen Sie bei mir, lieber Herr, ick Hab mit Kontrolle jezählt", Die Zettel fanden guten Absatz und das Preis- richterkollegium dürfte über die große Zahl der hoffentlich richtigen, in jedem Falle aber gleich- lautenden Lösungen erstaunt gewesen sein. Wer eigentlich nicht überrascht sein dürste, sind die Kenner und Bewunderer der Berliner Findigkeit, Da liefen die armen Leute herum und haben vielleicht seit Monaten keine feste Arbeit, mög- licherweise keine feste Bleibe mehr. Aber die beste Eigenschaft des Berliners, die sprichwörtlich gewordene Helligkeit, ist ihnen durch ihr trübes Schicksal nicht verdunkelt worden, So kam es, daß diese Veranstaltung tatsächlich ein Lokalkolorit erhielt und sogar etwas zuwege brachte, worüber sich unsere Weisen den Kopf zerbrechen. Am Alexanderplatz gab es in diesem Jahre des Heils eine unfreiwillige Ar- beitsbefchaffung! Warum? Weil der Berliner Mutterwitz krisenfest geblieben ist! mitgebracht, die natürlich wie immer unter dem Eide die Wahrheit sagten: sie wallte aber die»- mal dem Gericht nicht einleuchten, und so wurde der„arbeiterfreundlich«" Nazi wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis ver- urteilt, >�ber Zuchthaus für Kommunisten Ebenfalls gestern wurden zwei k o m m u- nistische Angeklagte wegen gemeinschast- licher Transportgefährdung zu je einem Jahr neun Monaten Zuchthaus verurteilt. Sie waren angeklagt, am Wahltage am Hindenburg- Park eine fahrende Straßenbahn mit Steinen beworfen und dabei einen Fahrgast verletzt zu haben. Die Lage des angeklagten Tapezierers Erwin Schöpf war nicht günstig. Dagegen schien die Verurteilung des Schneiders Wilhelm V o g e l s i n g e r so gut wie ausgeschlossen. Zwar hatte man in seiner Tasche einen Stein gesunden: er mag sich auch unweit der Stelle befunden haben, von der die Steine geworfen worden waren, niemand hat ihn aber selbst Steine schleu- dern sehen. Da» Sondcrgericht schloß aber in erster Linie aus der Tatsache, daß man in seiner Tasche einen Stein gesunden hotte, auf seine Schuld, Wie anders war es doch im Falle d e r N a z i s an der Stößenfeebrücke in Spandau, Auch dort wurde unter viel verdächtigeren Um- ständen bei einem Nazi ein Skein in der Tasche gefunden. Er sagte ober, er trüge ihn als— Briefbeschwerer bereits seit mehreren Togen in der Tasche herum und— man glaubte es ihm. 18, und 25, Dezember von 8 bis 13 Uhr, Der P o st s ch a l t e r d i e n st schließt am 24, Dezember um 16 Uhr. jedoch findcl Annahm« von Telegrammen und Ferngesprächen, Berkauf von Post- Wertzeichen in kleinen Mengen und Annahme von Einschreibebriefen wie gewöhnlich statt. An den beiden Sonntagen, dem 18, und 25. De- zemb«, erfolgt eine Paketzustellung, am 24, De- zember nach 16 Uhr keine Zustellung von Brief- sendungen und Zeitungen, am 25 Dezember eine Briefzustellung und am 26. Dezember keine Briefzustellung. Eilzustellung erfolgt ohne Ein- schränkung,_ Harter Winter im Anzug Zugvögel künöen Ihn an Königsberg, 6. Dezember. Die Vogelwarten an der O st i e e k Ü st e haben in den letzten Tagen Beobachtungen ge- macht, die scheinbar auf«inen ungewöhnlich harten Winter hindeuten. Wie alljährlich kommen zur Zeit zahllose Schwärme der verschiedensten Zugvögel, namentlich Wildgänse, wilde Tauben und Kraniche von Norden her üb« die Ostsee geflogen. Während sonst jedoch diese Vögel sich durch sicheres Fliegen und teilweise durch mustergültige Ordnung innerhalb der Schwärme auszeichnen, machen sie in diesem Jahre den Eindruck, als ob sie sich auf einer wilden, überhasteten Flucht befinden, Aehnlichc Beobachtungen werden auch von der Nordsee berichtet. Man geht deshalb wohl nicht fehl in der Annahme, daß das eigenartige Verhalten mit der augenblicklich in den arktischen Gebieten herrschenden außergewöhnlichen Kälte im Zusammenhang steht, die die Vögel besonders schnell nach dem Süden treibt. Hoffentlich werden wir trotz dieser Vorzeichen von einem kalten Winter in Mitteleuropa oerschont. Aus der Stadtbahn gestürzt Ein traurige» End« fand«in Schulausflug einer Klasse des Spandauer Lyzeums. Zwischen den Bahnhöfen Sooignyplatz und Tharlottenburg der S-Bahn in der Nähe der Ueb«sührung Charlotten- bürg stürzt« zum Schrecken der übrigen Fahrgäste die elf Jahre alte Schülerin Eva F r i t s ch e. die in der Rieppelftraße 22 in Siemensstadt bei den Eltern wohnt, aus einem Zug der Strecke Grünau— Spandau-West auf den Bahnkörper und rollte die Böschung hinab. Das Madchen zog sich bei dem Sturz«ine Gehirnerschütterung und einen Nervenschock sowie einen Schlüsselbeinbruch zu, konnte aber nach Behandlung auf der Rettungsstelle nach Hause entlassen werden, Die Zannowihbrücke wird am Mittwoch, mittags l2 Uhr, für den vollen Verkehr freigegeben, „Eongorilla" im Planetarium, Da- Planetarium am Zoo zeigt jetzt den Großfilm„Eon- a o r i l l a", den besten Forscherfilm aus Afrika, Vorher spricht ein Astronom unter Verwendung de» Zeiß-Instrumentes über das Thema:„Zwei Morgen st ern e". Der Film läuft täglich viermal im Planetarium am Zoo. Die Vor- sührungen finden täglich, außer Montage, um 3, 5, 7 und 9 Uhr statt. vi« Ougendweihe-Annohmestellen werden hier- durch gebeten, soweit bisher nicht geschehen, samt- liche vorliegenden Anmeldungen sofort dem Jugendweihe-Sekretariat, SW. 68, Lindenstr, 2, einzusenden, „Plaza."„Das Musikantenmädel" in der Rotter-Inszenierung feiert in der Plaza Triumphe. Diese ganze himmelblaue Romantik, halb Operette, halb Voltsstück, mit entzückenden Menuetts in farbenfrohen Kostümen und ein- schmeichelnden Walzern, ist wohl nirgends so gut am Platze, Jgo Guttmann, diesmal als Kapellmeister Joseph Haydn, versteht es wie kein ander«, sich Sympathien zu erwerben. Da» Kind aus dem Volke, um das sich alles dreht, die brave Kuhmagd Resel wird lebenswahr dargestellt von Heidi Eisler, Und als am Schluß alles glück- lich austlingt, dröhnt dos ganze Haus vom Bei- fall. Der ganzen Aufführung merkt man die sorgfältige Regie Armin Münch» an. „Wie Berlin Weltstadt wurde" schildert D r, Franz L e d e r e r in 120 Lichtbildern am Freitag, dem 0, De- zember, 20 Uhr, im Bürgersaal des Berliner Rathause«. Wie wird das Wetter? 3n Berlin: Etwas kälter, bewölkt mit etwas Niederschlag, Winddrehung nach Nord bis Nord- oft.— In Deutschland: Ueberall langsamer Tem- peraturrückgang. Im Nordwesten zeitweise auf- heiternd, im übrigen Reich« bewölkt dt» trüb« und namentlich in Ostdeutschland leichte Nieder- schlage, eck MtUi! vi« los« der Weihnachtslotterie 1952 der Arbeiterwohlfahrt worden schnell vergriffen sein. nen Ansicht des Btiest'chreibers bei einer Weih- nachtsfeier einer Ortsgruppe der NSDAP,.church die Ausstellung der Spenden in weitesten Bolls- kreisen immer wieder und immer mehr der Grund- satz: Kauft deutsche Waren! durchdringt," Da soll man beim Betteln doch wenigstens ehr- lich fein und sich nicht«in nationales Mäntelchen umhängen, das doch kein spendender Kapitalist ernst nimmt, Eltern gegen Nazis Beinfall an einer Volksschule An der 2, Volksschule in Halensee wurden die Elternbeiratswahlen durchgeführt. Im Juni dieses Jahres war ein Elternbeirat zustande gekommen, der lediglich aus den zehn Vertretern der„Deutsch-Ehristlichen Liste", der Nazi-Liste, bestand. Da die Wahlen vom Juni infolge von Unregelmäßigkeiten vom Provinzialschulkollegium für ungültig erklärt wurden, sanden nun die Neu- wählen statt. Bei reger Wahlbeteiligung entfielen aus die„Einheitsliste gegen Schul- reaktion" 142 Stimmen und 5 Mandate, aus die„Deutsch-Ehristliche Liste" sNationalsozialisteiU 112 Stimmen und 4 Mandate, aus die kommunistische„Einheitsliste werktätiger Eltern" 52 Stim- wen und 2 Mandate, Die„Einheitsliste gegen Schulreaktion" hat also mit ihrer Parole„Für Schulaufbau, gegen Schulreaktion" auch im Westen Berlins fast die absolute Mehrheit bei der Eltern- beiratswahl erreichen können. Die Nationalsozia- listen haben von ihren 10 Mandaten nur noch 4 gerettet. Auch dies« Wahlen beweisen aus» neue den unaufhaltsamen Rückgang der nationalsozia- listischen Bewegung, Bon Nazis überfallen In der Lehderftraße in Weißensee wurde in den Morgenstunden auf einen Zeitungs- boten der Weißense«„Vorwärts"- Filiale ein hinterhältiger Ueberfoll verübt. Vor dem Haufe Lehderftraße 8 fielen drei Nationalsozia- l i st e n über den Zeitungsboten her, schlugen ihn zu Boden und oersuchten ihm die Zeitungen zu entreißen. Der Uebersallene wehrte sich gegen die Uebermacht so gut es ging und rief laut mn Hilfe, Arbeiter, die sich auf dem Wege zu ihren Werk- stätten befanden, kamen dem Bedrängten zu Hilfe. Die Nazis ließen jetzt von ihrem Opfer ab und suchten ihr Heil in der Flucht. Mit stark- blutenden Gesichteoerletzungen mußte der über- sallene Bote zum nächsten Arzt gebracht werden, poftvei-kehs zu Weihnachten Die Annahm« von Paketen und Päckchen erfolgt an den beiden Sonntagen, dem 11. und 18. Dezember, und am Sonnabend, dem 24, Dezember, ununterbrochen ohne beson- dere Einlieferungsgebühr bei den Bahnhofspost- ämtern des Stettin«-, Potsdamer-, Anhalter-, Schlestichen-, Görlitz«- und Lehrter Bahnhof» und des Postbahnhof» SW, 77. Luckenwalder Str. 4/5, Am Sonntag, dem 18. Dezember außerdem bei allen Paketannahmestellen von 13 bis 19 Uhr, Geschlossen bleiben: W, 38, Taubenstr. 23a, W. 44, Kronenstr, 38/40 und Berlin-Zentrolflughasen. Vom 19, bis 24, Dezember findet bei den Post- stellen sin Kaufläden und sonstigen Geschäften) � keine Paketannahme statt, Di« Ausgabe von Paketen erfolgt am Mißhandelter BVG.-Gchaffner SA.-Mann kommt mit Gefängnis davon Weht warten Die Autokolonne Auch Egloffstein unter Anklage Der Tätigkeil des Autodiebstahlsdezernats war es. wie bereits vor einiger Zeit berichtet wurde. endlich gelungen, eine Autodiebesbande dingfest zu machen, die Monate hindurch ihr Unwesen treiben konnte. 17 Mann hoch standen sie jetzt vor dem Landgericht III unter der Anklage des Rückfalles des Diebstahls, zum Teil in straf- verschärfendem Rückfall, wegen versuchten Dieb- stahls, gewerbsmähiger Hehlerei und Beihilfe. Auch der berüchtigte„Freiherr" O e r t e l von Egloffstein schmückt wieder einmal die Anklagebank. Er, seine Braut, Frau Anna Bonnet, und die vier„Äaufleute" Neu- meyer, Neu Hausen, Sauer und Weber sollen sich äußerst rührig bei dem Absatz der ge- stohlenen Autos gezeigt haben. Haupt der Bande war der bereits 16mal vorbestrafte Vertreter Johann W e ch l i n, seit dem 16. Oktober 1331 in Untersuchungshaft. Auf dem Schöneberger Rummel in der Potsdamer Straße warb er sich unter erwerbslosen Burschen seine Opfer und heiser. Die Autodiebstähle führte er entweder mit ihnen zusammen aus oder die Jungens mußten die Autos für ihn stehlen. Gab es dicke Lust, so ließ man die Autos irgendwo herrenlos stehen. Gelang der Diebstahl, so stellte Wechlin die Beute in verschiedenen Garagen teils in Berlin, teils außerhalb unter. Sie waren auf salschem Namen gemietet. Die Sennzeichen und Rummern der Wagen wurden verändert, die Typenschilder beseitigt und eine llmlackierung vorgenommen, ein Wiedererkennen war so gut wie unmöglich. Auch die Veräußerung wurde mit der größten Vorsicht vorgenommen. Wechlin bestellte sich Briefbogen mit dem Kopf einer nichtexistierenden Essener Autosirma und setzte auf diesen Formularen in der Regel unter falschem Namen„Kousverträgc" auf. Die Käufer waren überzeugt, daß die Wagen auf die redlichste Art der Welt in den Besitz des Käufers gelangt seien. Natürlich lebten die Herren Autodiebe, wenigstens das Haupt der Bande und die Hehler, einen guten Tag. Das Geschäft blühte, die Kolonne besaß auch selbst wertvolle Wagen. Die Zulassung erwirkten sie in der Regel außerhalb Berlins. Zur Ber- Handlung sind S3 Zeugen geladen. Da ein Angeklagter nicht vorgeführt worden war, mußte sie auf Freitag vertagt werden. Neue Wohlfahrtsbriefmarken Die deutsche Rothilfe bringt im Rohmen des allgemeinen Winterhilfswerks«ine neue Reihe von Wohlfahrtsbriefmarken heraus, die vor allem die Aufgabe haben, kleine und kleinste Be- träge zur Linderung der allgemeinen Not aufzü- bringen. Der Vertrieb erfolgt durch die Post- anstalten und außerhalb durch die in der Deut- schen Nothilfe zusammengeschlossenen Stellen der öffentlichen Wohlfahrtspflege und die Organisatio- nen der freien Wohlfahrtsfiirsorge. Die Erträge dienen zur ergänzenden Hilfe für Notleidende aus allen Bevölkerungskreisen. Achtzig Prozent der außerpostalisch aufgebrachten Beträge verbleiben den Vertriebsstellen für öffentliche Fürsorge- zwecke, der Rest dient.zusammen mit dem Ertrag des Postverkaufs zum Ausgleich für das ganze Reichsgebiet. Die neuen Marken erscheinen mit dem Aufdruck kulturgeschichtlich bedeutender, deut- scher Burgen. Außerdem kommt eine Hinden- burg-Wohlfahrtspostkart« mit eingedruckter Marke heraus, die zum Preise von 13 Pf. zu haben ist. Die Briefmarken erhalten einen Ausschlag von 33 bis 133 Prozent. Regierungsrak Dr. Bloch, der bisherige Leiter des Polizciamts Charlottenburg-Tiergarten, ist zum Presserefercnten im Berliner Polizeipräsidium ernannt worden. An seine Stelle rückt Regie- rungsrat Wohlfahrt vom Polizeiamt Schöne- berg-Wilmersdorf, Zum Leiter des srcigewordenen Postens dieses Polizeiamts ist Regierungsrat Kock, der früher im preußischen Jnnenmini- sterium tätig war und vor einiger Zeit auf Warte- geld gesetzt wurde, ernannt worden. Oer Deutsche Republikanische Psodsinderbund veranstaltet am Dienstag, dem 13. Dezember, 23 Uhr, in den Hohenzollern-Festsälen, Chor- lottenburg, Berliner Str. 135, einen heiteren Abend. Der Reinertrag des Abends ist für bedürftige Kameraden bestimmt, Eintrittskarten van 3,S3 M. für Erwachsene und 3,2S M. für Jugendliche an der Abendkasse. Aus der Partei Die bulgarische Sozialdemokratie konnte auf ihrem Parteitag zu Sofia von einer Mitglieder- zunähme um 1523 aus 13-165 berichten. Bei der Parlamentsnachwahl im Bezirk Orehovo, wo die Wahl wegen Brutalitäten und Fäl- > ch u n g e n kassiert worden war, gewann die Partei 433«timmen gegen die allgemeinen Wahlen. Die Soziali st ische Föderation, die sich 1326 von der Partei getrennt hatte, ist nun zurückgekehrt. Der Kongreß wählte einstimmig in das Zentral- komitee Janko Sa k a so ff, Krastü Pastu- ch o f f usw. In der Exekutive der SAI. war Großbritannien bisher durch Fenner, Brockway, Compton und Gillies vertreten. Die Exekutive der Lobour Parti? hat nun nach dem Parteitag von Lcicestcr wie alljährlich in die Exekutive der SAI. entsendet Joseph Compton sin diesem Jahre Borsitzender der Labour Parti?) und William Gillies, inter- nationaler Sekretär der Labour Party. Groß- britannien hat Anspruch auf vier Mandate in der Exekutive der SAI. Die zwei anderen Man- date sollen von Fall zu Fall entsprechend den Umständen besetzt werden. Briefkasten 5t., Wcrlscc. t. Bis zum 13. Lebensjahr. 2. Die Stützung ist nicht verboten. Als allgemeine Anhaltspunkte bei der Bemessung der zu gcwithrenbcn Unterstühuna gelten die dortigen Richtsähe.— M. W. 3. 1. Ja. 2. Stirb frei- willige Beiträge entrichtet, so ist vom Ruhen der Teil der Rente ausgenommen, der dem Verhältnis der freiwilligen zur gesamten Bcitragslcistung entspricht.— A.». Z. teic haben keinen Anspruch aus Invalidenrente, da die Wartezeit nicht erfüllt ist. Bei der Altersinvalidenrente, das ist die Rente, die nach Vollendung des 63. Lebensjahres gewährt wird, dauert die Wartezeit 730 Bcitragswochen. Winlrrhilsc für die klinikcrschafl. Das Schick- sal des ärztlichen Nachwuchses erweckt ernstliche Besorgnis und es ist daher besonders anerkcnnens- wert, daß die Firma Dr. Rudolf Reiß, Rheumasan- und Lenicet-Fabrik, Berlin NW. 37. während des Wintersemesters 1332/33 neben ihrer regelinäßigen Arbeitslosenspeisung auch 133 be- dürftigen Studierenden der medizinischen Fakultät ein gutes und kräftiges Mittagessen kostenlos zur Verfügung stellt. Kittvoeb, äen 7. veremder Staatsoper Unter den Linden 20 Uhr Der fliegende Holländer staatliches Schauspielhaus 19'/j Uhr Paust I. Teil Tsel.5ij.8y, Uhr „tDtarrfj cn" ■wir-ttlni-ltWü MAREK WEBER«», pI/Aza Hühl SAI«. Ulf. Stl", Sljl. 1 5. t" 0. ( 7 VliAut 4031 Muilkantcnmädel Stadl. Oper Charlottenburg Fraunhofer 0231 Mittwoch, 7. Der. 19 Uhr Turnus IV Petruschlu Abramowitsch, Groke, Frank Dirigent: Ladwig Glannl Sdiicdil Fidesscr, Müsch, Friedrich Dirig.: Teichmann VOLKSBÜHNE Theater am Bülowaiatae Norden 6530. Täglich RH Uhr Das neue Paradies von Jollo» Hey Regie: Heinz Hilpert •v.uhr CflSlflO-THEfllER*/,uh. Lothringer Strafe 57. timiiiiMininiiiiimiiHiiiiiimmiiiiiiiMiiiiii'oiiiiiiHHiMiiiiiiiiii Sonntags auch nachmittags 4 Uhr Sehla�er-Posaa Alles um Lotti mit Oesang und Tanz Für die Leser Outschein 1— 4 Personen. Parkett nur 0.50, Fauteuii nur 0.75, Sessel 1.25 M. Auch Sonntags abends. ÄÄ« Kabarett für Alle 4 ühr TR glich l* 9 Uhr| | Du Sensation all« KtbantT-Program ei j Abendpreise 1— 8 Mk. Nachm. Gedeck 1,25 |».Iten 8onnst«ea 1 1 S Utir: hachtw�tlhmcl tä# Win�erAr 8uhris Garten � 3 Codonas 6 von der Staatsoper J Xtltto Truppe 3 Bsldor» Angoly usw. 1 Sonnabend und Sonntag auch 4 Uhr zu kl. Preisen Flora 3434. Rauchen erl. Nur noch 2 Wochen Sonntag nachm. 3 Uhr bill. Preise Schiller Bisnsrckstr.(Knie) Stelnpl.(CD 6715 RH Zum 55. Male Robart und Bertram UMSmi. Pnl Hiid«. mmn, Sinti SSmluU Sonntag, 11. Dez 4 Uhr Alfred Braun Dr. Dolittels Abenteuer T h e a r e r Deutsches Künstler-Th. Nürnberger Str. Tel. Bavaria 6466 Tägl. 8'/, Uhr Leopoldine Konstantin in Die Nacht zum 17. April Schroth, Steinbeck, Gebühr, Brionne, Wolle. Picha Stettiner Sänger Reichshallen-Theater Dönhoffplatz Direktion Meysel 8.15 Sonntag 3.30 zu ermäßigten Preisen. Gefährliche hachharlchaft und das neue Weihnachlsprogramra Theater des Westens Steinpl. 5121 Freitag, 9. Dez. 7>Ä Uhr Das madei aus Daimatien Kürty, Lichten- stein, Lorring, haase. Collani Jn \Tvläito3k\ BETRIER KEMPIMSKl" Komüdientiaus Schiffhauerdamm 25 Tll. 0 2 Wtid.(354-01 TBgllrh S Uhr Gestern und heute lesslng Theater Täglich 8(4 Uhr: Grete Mosheim Oskar Homolka in Pygmalion .Theater M-, Stresemannsir. Täglich»Vi Uhr iwalii. isdiu v. O. B. Shaw Moissi, von Thell- mann, Bertens, Evans, Otto, Sima, Wiemann, Deppe, Fischer B. B. B. Beodows Bootf Böhne Kotthosser Straüe 6 Oberbinm.1500 ..von A-Z" Täglld» SV« Uhr Sonnt. Dhcfain. SVs Kurlürslenfl.Tn. Kurfür.tcndiran 20« Tcl.Bism.M00 Tägl.«>.. Uhr MIw Rehe von Bertudi und Sdiwitah Musik; Kflnnfke Regie; Peukert Hans Schindler mit seinen Juz-Sjmpbonikenj Vemrkauf unantirbroAtn Renaissance TU. Steinpl. 5780 Taglich 8'/, Uhr Truppe 1931 Die inaiiseiaiie Mittwoch,«Uhr Sthneegitlchen metropoi-Theater I Täglich SV. Uhr 1 5nßi Massary Im I Emelrsg, dl« vtit, 1 wai tle will!| Gmfcuiung für den 8. Dezbr. 1932 Musiker-Säle C 25, Kaiser-Wilhelm-Str. 31 NACHM. 4.S0UHR SIN MÄRCHEN INABILDERN EINTRITT FREI! 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BERLIN BcUe-Alliancc-SlraOe 6/ Hardenberqstraß® 29 o TDeater im Admiralspaiast Merkur 9901 Täglich 8V« Uhr Hans Albers L i 1 i o m ARBEITER- HRT RTE VON 'rh, loa« zu haben; Bei den Kreisleiterinnen der Arbeiterwohlfahrt, Verkaufsstellen der Konsum-Genossenschaft, Vorwärtsfilialen, Wertheim, Singer und Hermann Tielz Der sozialdemokratische Abreißkalender 1933 ist neu erschienen. In Kupfertiefdruck hergestellt. ist er ein schönes Geschenk für den We i h« nachtstisch. Der Preis ist herabgesetzt und kostet statt 2.03 RM nur 1.75 RM Er ist bei allen Zeitung». boten, Vorwäns-Abgabe- stellen und Parteibuch- Handlungen oder direkt bei der Vorwärts Buch» dtuckerei, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, zu haben Bindfaden Kordel. Pockitiicke, Pock- u. Scldenpaplere, Pappen Billige Elnkaof-quelle Karl Daub S 14. WalUtrtftc 73/ Telepbo«: F7, Jaimowiiz 4834 Einfamilienhäuser Z'/- Zimmer, Bad, Stall, 400 qm Garten zum 1. Januar und I.April 1933 ro vermteien. 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Silbeischmelzerei Christionat, stöpe. nickcrftr. 26a(Halte. stelle Manteufsel- straße).' Vernünftige Wirtschaftspolitik? Die Arbeiterschaft hat nur Anlaß zur Zurückhaltung und Wachsamkeit Papcn, der Reitermojor des Herrenklubs, ist gestürzt, Schleicher, der General der technischen Truppen, ist gekommen� Die Presse der Bour- geoisie, auch die demokratische, redet der organi- sierten Arbeiterschaft zu, die Schleicher-Regierung sei doch etwas ganz anderes. Aber die Sozialdemokratie und die freien Gewerkschaften haben sich ihren Kopf klar zu halten und werden falschen Ratschlägen nicht folgen, Aus dem Papen-Kabinett sind ausgetreten: Pape», der Industrie- und Hugenbergattachö, Gapl, der Junkervasall, und Schäsfer, der Mann, der alles kann. Es sind gekommen: Bracht, Popens Preußenkommissar, Syrup, ein sich fügender Be- amter. Kanzler ist Schleicher an Stelle Popens, Schleicher hat sämtliche Ak- tionen und Ankündigungen des Papen- Kabinetts mitbeschlosscn, Die Richtlinien der neuen Politik liegen aber schon fest durch die Minister, die aus dem Papen-Kabinelt übernommen sind. Da ist Herr von Braun, der Landwirt- schaftsminister, Gut, die Industrie verbietet ihm die Kontingente, die ja ohnehin den Junkern nichts bringen würden. Aber wird er nicht zur Ausbeutung der Verbraucher und Bauern Agrarkartelle anstreben und die Tomaten- Politik im kommenden Frühjahr mit dem groß- agrarischen ilmbau der letzten exportwichtigen 5?andelsverträge fortsetzen? Da i st Herr W a r m b o l d, der Wirtschafts- minister Er wird die Arbeitsbeschaffung fördern, die Kreditausweitung unterstützen, vielleicht auch da, wo sie gefährlich ist. Aber er wird sich, mit ihm Herr von Krosigk, der Finanzminister, mit aller Wucht für die A u s r e ch t e r h a l t u n g der Steuergeschenke einsetzen und der Herrschaft des Monopol- und Kartell- k a p i t a l s nicht die geringsten Schranken setzen, Da ist Herr von Krosigk, der Finanz- minister und Papen-Reiter über den Bodensee, Er wird mit dem Reichsbankpräsidenten Luther die weisere Finanzierung der Steuergutscheine be- raten. Aber er wird über das Kassen- und Haus- haltsdesizit des Reiches weiter schweigen, die Kommunen finanziell weiter versacken lassen und jede Arbeitsbeschasfungsanleihe für unmöglich er- klären, Allen miteinander aber— sie sind ja nach wie vor Barone oder Sachwalter von Finanz- und Jndustricmagnaten— werden die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebensinteressen des Volkes schließlich hekuba bleiben, und sie werden dem Reichsarbeitsminister Syrup und dem Arbeitsbeschasfungskommissar Gereke beibringen, daß der soziale Schein für die Unternehmer wichtiger ist als soziale Ehrlichkeit und Wirklichkeit und daß der Kartoffelschnaps für den Osten lebenswichtiger ist als Siedlung, Die öffentliche Arbeitsbeschaffung mit dem Rest der 7lM) Millionen Einstellungsprämien werden den Unternehmern, die ohnehin aus den Prämien und dem damit verbundenen Lohnraub nicht übermäßig Honig saugen konnten, endlich jene Mehrausnutzung der Betriebe bringen — bei guten Preisen und ohne Risiko—, die bei der großspurig verkündeten„Mobilisierung des aufgestauten Jnvestitionsbedarss" durch die Steuergutscheine so gründlich ausgeblieben ist, An den Austrägen für dieses Kabinett hat sich doch nichts geändert. Die Industrie will die Fortsetzung von Popens W i r t s ch a f t s- und Sozialpolitik, Die Junker wollen die Fortsetzung der agrarischen Subvention spolitik. Das Kartell- und Monopolkapital will ungeschmälert und un- kontrolliert den deutschen Markt weiter beherrschen. Da bleibt, obwohl jede öfsent- liche Arbeitsbeschaffung begrüßt werden muß, für eine vernünftige Wirtschasts- und Sozialpolitik wenig Raum. Das sind keine Schlußfolgerungen, die ein mißgünstiger oder oppositioneller Wille sich böswillig zurechtlegt. Das sind Schlüsse, die sich aus der Geschichte des Schleicher-Kabinetts, aus seiner Zusammensetzung und aus der politischen und ökonomischen Situation einfach auf- drängen. Die organisierte Arbeiterschaft muß wachsam und hellhörig sein bis zum äußersten; denn die Gefahren find kaum ge- ringer geworden, sie werden nur geschickter vom Klassengegner drapiert. Und sie muß das Programm ihrer wirtschaftlichen und so- zialen Forderungen, das heute ein Ganzes und eine Tagesnotwendigkeit ist, weichin erkennbar im S ch e i n w e r s e r l i ch t der öffentlichen Meinung aufstellen, damit in einer Zukunft, in der auch Schleicher abgewirtschaftet haben wird, die furchtbaren Opfer Früchte tragen, die unter dem System der autoritären Staatsführung ge- bracht werden mußten. Dollar, das find knapp 82 Millionen Mark, angewachsen und hiervon werden vor- aussichtlich Ansang Januar rund 7,2 Millionen Dollar nach Deutschland für im Kriege beschlag- nahinte Schisse und Patente zurückfließen. Hier- von würden etwa ä Millionen Dollar allein aus die H a p a g und den Norddeutschen Lloyd entfallen Die stillgehaltenen Milliarden Vor dem neuen Abkommen mit den Auslandsgläubigern In London sind jetzt zwischen deutschen Ber- tretern und dem ausländischen Gläubigerkomitee Poroerhandlungen über die Stillhaltung eingeleitet worden, die den Auftakt für die große Still- h a l t e k o n s e r e n z im Januar bilden. Im März 1333 läuft der auf ein Jahr befristete Still- halteocrtrag, der als zweites Abkommen. diese Art getrosfen wurde, ab, Das seinerzeit abgeschlossene Stillhalteabkommen stellte das größte Moratorium dar, das jemals für private Schulden gewährt wurde. Fielen doch unter die Stillhaltung insgesamt 3,0 M i l- liarden kurzfristige Auslandskre- dite, deren Abruf den völligen finanziellen Zu- fammenbruch Deutschlands besiegelt hätte. So un- umgänglich notwendig aber dieses Abkommen auch für Deutschland gewesen war und so lebenswichtig feine Verlängerung auch heute noch ist, muß man sich doch darüber klar sein, daß die ausländischen Kapitalmärkte Deutschland vollständig ver- schlössen bleiben, solange diese Milliarden alter Auslandskredite noch in dem Vereisungszustand der Stillhaltung verharren, In der Frage der Lockerung treffen sich daher die ausländischen Gläubiger- und die deutscheu Schuldnerinteressen, und nur über die W e g e d e r Auslockerung gehen die Meinungen weit auseinander. Zur Einleitung der jetzigen Lon- doner Borverhandlungen hat der ausländische Studienausschuß für die deutschen Stillhaltekre- dite ein Memorandum versaßt, das sich be- sonders eingehend mit dem deutschen Vorschlag zur Konsolidierung der Stillhalteschulden in eine vom Deutschen Reich garantierte Obli- gationenanleihe befaßt. Dieser Vorschlag hat im Auslande wenig Gegenliebe gefunden, weil eine Stützung dieser deutschen Obligationenkursc im Auslande nur mit Hilfe einer zusätzlichen Ga- rantie der Regierungen der Gläubigerstaaten erlan- gen ließe. An eine solche zusätzliche Garantie sei aber nicht zu denken. Außerdem haben die a m e- r i k a n i s ch e n Bankengläubiger sich vorläufig schroff gegen jede Konsolidierung der kurzfristigen Schulden in Deutschland aus- gesprochen. Da die Amerikaner aber fast die' 5ialsle der unter das Stillhalteabkommen iallen- den ausländischen Kredite vertreten, ist gegen ihren Willen an eine Durchführung dieser Koniolrdie- rungspläne gar nicht zu denken, Mit größtem Nachdruck vertreten die Gläubiger die Forderung einer Schutdnerausltse. weil sie unter den bisherigen Verhältnissen, wo die Stillhaltung sich niechanssch auf gute und schlechte Schuldner erstreckte, keine oder nur eine geringe Möglichkeit besaßen, die Qualität ihrer Schuldner zu beurteilen. Diese For- derung wird besonders im Hinblick aus die Festi- gung der allgemeinen Kredltlage in Deutschland erhoben. Dieses Ausleseprinzip, dos allerdings jetzt noch besonderer Sicherungen bedarf, kann auch insofern im deutschen Jirteresse liegen, als finanziell erstarkten Schuldnern die Tür für neue Auslandskreditc wieder geöffnet werden kann, Allerdings gehen die Forderungen der Gläubiger, die in diesen, Zusammenhang in dem neuen Still- halteabkonnnen die Klausel verankert sehen wollen, daß alle deutschen Schuldner auf Verlangen zur Vollrückzahlung der Kredite in Mark zu verpflichten sind und die Rückzahlungen inner- halb eines Jahres in vier llaten erfolgen sollen, über die Grenze des Möglichen hinaus, Ferner sind in der Denkschrift der Auslands- gläubiger noch besondere Wünsche für eine Neuregelung der sogenannten Sperr mark- Transferierungen innerhalb Deutschlands enthalten, wodurch die Anlagemöglichkeit und der Verwendungszweck der von den deutschen Schuldnern Jurnckgezahlten Markbeträge beträcht- lich erweitert werden soll. Auch ist noch an eine Lockerung von Sperrguthaben für die Zwecke des a u s l ä n d i s ch e n R e i s e v c r k e h r s in Deutschland gedacht, indem diese Sperrgelder aus- ländlichen Reisenden als freie Markgelder verkauft werden sollen, Die jegigen Verhandlungen in London haben den Zweck, die vorläufig noch vorhandenen Ge- gensätze, die besonders in der Frage der von den Ausländern geforderten kurzen Rück z ah- l u n g s f r i st e n bestehen, vor dem Beginn der Hauptkonferenz möglichst auszugleichen, Telephongeschäft liegt brach Die größte Telephonbaufirma der Welt, die Western Electric, verzeichnet für die ersten 3 Monate des Jahres 1332 einen Verlust von nicht weniger als 33 Mill, M, Die Anlagen der Gesellschaft sind jetzt noch nicht zu 23 Pro;, der Leistungsfähigkeil beschäftigt. Der niedrige Pro- duklionsumfang ist darauf zurückzuführen, daß die Absatzmöglichkeiten für die beiden Haupt- erzeugnisse der Gesellschaft, Fernsprechge- r ä t e und T o n s i l m a p p a r a t u r e n, auf ein Mindestmaß.zusammeugeichrumpft sind. Die Zahl der Ferniprechslellen hat im Gegensatz zur bis- herigen Entwicklung in der letzten Zeit in den Ver- einigten Staaten nicht zu-, sondern abgenommen: amerikanische Lichtspieltheater, die in den letzten Jahren«inen großen Bedarf an Vorführungsge- räten für Tonfilme entwickelt hatten, sind jetzt fast restlos mit Apparaturen ausgerüstet. Man muß daran erinnern, daß die Western Electric noch vor drei Jahren 83 333 Mann beschäftigt hatte und einen Jahresumsatz von fast 1,7 Milliarden Mark erzielt hätte. Wirtschafts wünsche Kundgebung der Handelskammer Der Präsident der Industrie- und Handels- kammer Berlin gab aus Anlaß der Regierung?- Neubildung eine Erklärung ab, in der es heißt, daß die Anzeichen der Belebung unserer Wirt- schaft Anlaß bieten, trotz eines gewissen Rückschlags im November nicht ohne Optimismus an die Wintcrarbeit zu gehen. Eine lebensfähige Landwirtschaft sei Boraussetzung für jede gesunde Volkswirtschaft. Trotzdem darf keines- falls der deutsche Export erschwert werden, wie es bei dem hoffentlich erledigten Plan der Kontingentierung der Fall war. Grund- läge für jede Besserung sei die Bewahrung einer unerschütterten Währung. Daß die Mark gehalten worden ist, habe das Vertrauen auf eine bessere Zukunft mehr unterstützt als irgendeine andere Erscheinung. Die angespannte Lage der öffentlichen Finanzen erfordert äußerste Zurückhaltung gegenüber Plänen, die nur mit großem Auswand ins Werk gesetzt werden können, Bei Einschränkung der öffentlichen Ausgaben und zeitgemäßer Umgestaltung der Sozialversicherung erscheine die Zukunft der öffentlichen Finanzen immerhin nicht hoffnungslos,(!) Frei- lich werde zu einem wirklichen Aufblühen der deutschen Wirtschast auch eine international« Verständigung nötig sein. kreigahegeld aus USA. Entscheidung im Black-Tom-Prozeß In den Vereinigten Staaten hat jetzt das ge- mischte deutsch-amerikanische Schiedsgericht in dem sogenannten Black-Tom-Prozeß— der „Schwarze Tom" spielte in der Untersuchung über deutsche Sabotageakte während des Weltkrieges eine große Rolle— endgültig dahin entschieden, daß Deuffchland sür die Explosionen der Kings- land-Puloerfabriken nicht verantwortlich gemacht werden könnte, Mit dieser Entscheidung fällt auch die Aus- zahlungssperre, die über deutsche Freigabe- gelder in den USA, verhängt war, fort. Der Freigabefonds ist zur Zeit auf etwa 13.5 Millionen Wirtschaft und Steuern Wagemanns Vorschlag Die Idee, die wirtschaftliche Entwicklung(den Konjunkturablauf) durch Maßnahmen der Staats- Wirtschaft zu beeinflussen, ist nicht so neu, wie es nach Wagemanns Vortrag über„Steuer- Wirtschaft und Wirtschaftssteuerung" scheinen möchte. Vor allem die Amerikaner verkün- deien in der Zeit von 1324 bis 1323, die Mittel gefunden zu haben, den Kapitalismus in„ewiger Prosperität" zu erhalten Das war ein ungeheurer Irrtum. Wichtig aber ist zu erkennen, daß ein Verfolgen dieser' Idee der Konjunkturbeeinflussung zugleich ein Mißtrauensvotum für den vielberedeten Automatismus der kapitalistischen Wirtschaft bedeutet, Wagemann hat das ausgesprochen und fordert daher eine k a p i t a l i st i s ch e Planwirtschaft, die wenig oder nichts mit dem von uns geforderten Wirtschaftsumbau zu tun hat, da Wagemonn den Kapitalismus möglichst uneingeschränkt er- halten will. Daher fordert er Planwirffchaft auf dem Gebiet des Steuerwesens, mit dem doppelten Ziel, einmal das Auf und Ab der Wirffchaftskonjunktur zu mildern, und zweitens die Einnahmen des Staates zu stabilisieren, Wagemann fordert Aufgabe des f i s k a- tischen Prinzips der Steuersestsetzung nach dem Ausgabenbedars ohne Rücksicht aut die Lage der Wirtschaft; die Steuern müßten nach konjunktur- politischen Gesichtspunkten festgesetzt werden. Wie sehr es in Deutschland daran gefehlt habe, zeige sich darin, daß der Anteil der P r o d u k t i o n s- steuern von 1313 bis 1332 von 23 aus 45 Pro- zent der Gesamtsteuerlast angewachsen sei. während der Anteil der Besitz- und Einkommen- steuern von 43 auf 31 Prozent, der der Ver- brauchssteuern von 28 auf 24 Prozent zurück- gegangen sei. England habe unbewußt viel richtiger gehandelt, da hier die Produktions- steuern von 42 auf 32 Prozent anteilsmäßig ge- sunken, die anderen Steuern entsprechend gestiegen seien. Wagemann fordert weiter eine Elastizität des Steuersystems, die es gestatte, in Zeiten der Hochkonjunktur die Produktionssteuern zu erhöhen. um Uebertreibungen der Hochkonjunktur (Kapitalfehlleitungen) abzubremsen. Wenn es aber richtig ist, daß Produklionssteuern in der Regel Kostenbestandteile sind. dann werden doch Sieuererhöhungen gerade in der Hochkonjunktur nur preiserhöhend, auf die Produktion also zunächst nicht bremsend, allerdings absatzhemmend wirken! Es muß also sehr bezweifelt werden, ob man den Spekulationsgeist der Kapitalisten, der in der Hochkonjunktur keine Hemmungen hat, aus diese Weise zügeln kann. Die Wechselwirkungen zwischen Steuer» und Preisen, die Frage der Steuerabwälzung scheint uns Wagemann vor- läufig allzu sehr vernachlässigt zu haben, Daraus aber kommt es allein an. Schließlich darf man auch die politischen Hemmungen, die einer elastischen Handhabung des Steuersystems entgegenstehen, nicht übersehen. Werden die Ka- pitalisten nicht alles daransetzen, eine Erhöhung der Produktionssteuern in der Hochkonjunktur zu verhindern, die ihnen derben müßte? das„Geschäft" oer> l�omimmale Kreditnot lieber den„Kommunalkredit in der Krise" sprach im Frankfurter Institut ffir Wirtschaftswissen- schaften Dr. K a r d i n g von der Gemeinschasts- gruppe Deutscher Hypothekenbanken(früher Stadt- kämmerer von Berlin). Die kurzfristige Verschuldung der Gemeinden sei gegenüber der Vor- kriegszeit außerordentlich angewachsen; die kurzfristigen Schulden machten heute etwa 2 3 Proz.(vor dem Kriege nur 1 Proz,!) der Gesamtschulden aus. Karding glaubte den Grund dafür in unsolider Finanzwirtschaft, in unzu- länglicher kommunaler Gesetzgebung, in einem Versagen der staatlichen Aufsicht suchen zu müssen, Es ist immerhin merkwürdig, daß ein früherer Stadtkämmerer in dieser Weise den Feinden aller Kommunalwirtschaft und der kommunalen Selbstverwaltung beispringt. Er weiß sehr genau, daß das vordringliche Anleihebedürfftis des Reichs die'Auflegung von Kommunalanleihen fast unmöglich machte. Er weiß ferner, daß Schacht in der letzten Periode seiner Amtszeit den Kommunen die Aufnahme langfristiger Auslandsanleihen unmöglich machte und sie zwang, dafür teure, kurzfristige Jnlandskredite auf, zu- nehmen, die ihnen jetzt zum Verhängnis geworden sind. Daß Schacht das aus Feindfchast gegen die kommunale Selbstverwaltung und Partei- nähme für die Interessen der Privatwirtschaft tat, weiß Karding auch. Daß schließlich die kapita- listische K r is e der Hauptgrund aller Kommunal- not ich— und das ist der Hauptfehler der Stadt- Verwaltungen, daß sie das Gerede der„Win- schaftsführer" von der Gesundheit des kapilalisti- schen Systems glaubten—, das hat Kardmg an- scheinend der Erwähnung nicht für wert ge- halten, Den Forderungen Kardings nach Sanie- nmg der Kommunalfinanzen muß man bei- pftichten, Reich und Länder dürsten die Gemein- den nicht länger ihrem Schicksal überlassen, denn alle drei, Reich, Läirder und Gemeinden, seien nur Teile der einheitlichen Verwaltung. Vorschläge, wie die kommunale Ilmschuldung d u r ch z u- f ü h r en sei, hat Karding in seiner Rede nicht ge- macht, obwohl die Gemeinden wie die Banken daran in gleicher Weise interessiert sind, Kassel muß die Schulen schließen Aus Kassel kommt eine Meldung, die noch ein- mal mehr auf die Finanznot der deutschen Gemeinden alarmierend hinweist. Der Regierungspräsident Dr, Friedensburg hat erklärt, wenn keine Besserung in der Finanz- läge der Stadt Kassel eintrete, werde er gezwungen«ein, sämtliche Kasseler Schulen(wohl nur die staatlichen? D Red.) zu schließen Es ständen keine Mittel zur Heizung der Schulgebäude zur Verfügung,— So weit sind die Gemeinden jetzt— es erübrigt sich jeder Kommentar! —______. kaufen St SalbatOffnar ,, Liebling" f» Friedrichsir. 143. am Stadtbhf. LeipzigerStr.113.Eeke' iarerstr. Friedrichstr 74, E.'■:? Jaeentr. SMS 9cä3Um& 18>*31 NtutiO.' vlmValrTh'5m:: JSÄÄ SÄnSSÄ ZWE ITE B E I LAG E MITTWOCH. 7. DEZ. 1932 36| ROMAN von STEFAN POLLATSCHEK\ 6. Ein alter Mann im zerschlissenen Mantel sprang aus dem Aulobus und rannte die Stufen des Krankenhauses hinan. Den uni- formierten Portier fragte er, ob hier der Ge- heimrat Crusius liege. „Zimmer elf im Sanatorium", antwortete eine geschäftsmäßige Stimme.„Sie hätten durck den Sanatoriumseingang gehen sollen", wurde ihm noch verweisend nachgerufen. Aber der alte Mann war schon durch die Einfahrt geschritten, ein unendlicher Hof hatte ihn aufgenommen. Zu beiden Seiten standen hohe Gebäude, die Kliniken. Es schien gerade Besuchszeit zu sein. Kranke, mit unförmigen Verbänden, saßen in der troststlosen Spitalstracht auf den Bänken. aßen aus Papieren, sprachen glanzlosen Blickes mit Besuchern, starrten vor sich hin. Achtlos und schnell durchschritt der Mann diesen Bereich. Durch ein Gitter abgesondert, lag das Sanatorium da. Hier war Stille und Ruhe. In einem Strecksessel, in warme Tücher oerpackt, lag eine junge Dame, neben ihr saß eine andere mit übereinander geschla- genen Beinen, beide folgten ihm mit ihren Blicken... Im Gang vor dem Zimmer des Kranken warteten viele Menschen. Eine junge ele- gante Dame löste sich aus einer Gruppe und warf sich dem alten Mann weinend an die Brust:„Gott sei Dank, daß du hier bist, Vater! Crusius hat unzählige Male nach dir gefragt, immer wieder flüstert er deinen Namen." „Erna", stammelte der alte Mann und strich seiner Tochter milde über die Haare. „Wann hast du denn die Nachricht er- halten, Vater?" „Durchs Radio, gestern. Ich war in einem kleinen Ort. Ich habe immer gefürchtet, Crusius nicht mehr am Leben zu treffen." „Er hat nicht mehr viel Zeit, die Aerzte meinen, daß es nur noch Stunden dauern kann." Eine alte, dunkelhaarige, weinende Dame war auf ihn zugetreten:„Wilhelm!" — Da erkannte er sie, es war Therese: „Ja, ja", sagte er begütigend, entledigte sich des abgetragenen, zerschlissenen Mantels und öffnete behutsam die Tür. Das Zimmer war groß und hell. In einem breiten Bett lag ein Körper, über der Stirn war ein Verband, der um das Kinn gejchlun- gen, nur Augen, Nase und Mund freigab. Wer sollte das sein? Crusius?! Nein— ein Rest von Menschenfleisch lag da. nicht Crusius.. Welllin war nähergetreten, die junge Krankenschwester legte beschwörend einen Finger auf den Mund. Weltlin nickte und reichte ihr die Hand, Lange hielt er die ihre, es war ihm eine Wohltat, eine lebendige Hand zu halten. Weltlin hatte sich einen Sessel an das Lager gezogen und betrachtete den Liegenden. Nun hätte es nicht mehr lange gedauert, und in einem fernen Erbtest hätten sie diesem Mann gehuldigt, die Welt hätte seinen Worten gelauscht und jetzt lag er da, gefällt, vernichtet. Was hatten die Menschen mit diesem ihrem Bruder getan? Der Kranke schlug die Augen auf:„Wil- Helm?" fragte er mit ganz leiser, wie von fernher tönender Stimme. „Ja. ich bin hier", sagte der und hatte Mühe, die Tränen zurückzuhalten. „So sehe ich dich also wieder!" „Ja. ja, Crusius!" „Man soll nicht abergläubisch sein", ver- stand Weltlin und er begütigte:„Nein, nein. gewiß nicht!" Der Kranke war wieder eingeschlummert. Etwas später kam ein Arzt. Er schritt zum Bert und fühlte den Puls. Dann wechselte er leise einige Worte mit der Schwester und wollte wieder das Zimmer verlassen.„Kann es noch lange dauern?" fragte Weltlin. Der Arzt zuckte die Achseln und war ver- schwunden. Dann schlug Crusius zum letztenmal die Augen auf:„Das Schiff", flüsterte er. „Ja. ja!" „Es geht unter." „Ja. ja..." „Wasser kommt! Man soll die Mo schinen..." Dann sprach er nichts mehr. Ein leichter Ruck ging durch den Körper, die Augen blieben offen, fragend stehen. Schatten hiel- ten Crusius für immer gefangen. (CopTrigtU Saturn- Verlag.) Der Tag bricht an, der Kampf beginnt. 1. Es schien, als ob das Attentat auf Ge- heimrat Crusius das Signal zu argen Un- ruhen bilden sollte. Alsbald begann es auch, sich an allen Ecken des Reiches zu regen und die Hauptstadt wurde jeden Tag mehr von Berichten über grausame Verbrechen aufge- wühlt. Es fing harmlos an: Milchläden, Spezereiwarenhandlungen, Weinhallen wur- den überfallen, ausgeplündert, dann folgten Raubanfälle im Zentrum der Stadt, man drang mit vorgehaltenen Schußwaffen in elegante Geschäfte ein und raubte Geld und Waren, ehe die Polizei zu Hilfe kommen konnte. Leute mit besseren Kleidern wurden auf belebter Straße attackiert und beraubt. Alle Anstrengungen der Sicherheitsbehörden waren vergeblich. Streifungen, verschärfte Patrouillen, rücksichtsloser Gebrauch der Waffen, alles versagte. Immer wilder wurde das Treiben, einzelne ihren Dienst versehende Schutzleute wurden verprügelt, nicht selten übel zugerichtet, und da ähn- liche Berichte aus allen Teilen des Lan- des kamen, ja auch aus Nachbarreichen ein- liefen— jenseits der Landesgrenze war es nicht anders— konnte man nur an eine einheitlich und systematisch arbeitende Orga- nisation denken. Ueber deren Sitz und Leitung war man auf Mutmaßungen angewiesen. Genaueres wußte niemand. Nur eins schien sicher, daß hinter dieser Organisation keine politische Partei zu suchen sei. denn gerade diesen war eine Tätigkeit, die die Massen aus der Ord- nung der Partei in das Chaos der Anarchie führte, wenig sympathisch. Ja. die Politiker hätten es nicht ungern gesehen, wäre es den Behörden geglückt, das im Unterirdischen wirkende Räderwerk zu entdecken. Aber die Ohnmacht dieser Behörden war eine voll- kommene, es verging kein Tag. an dem nicht von neuen Uebeltaten zu hören war. Die eingeschüchterte Bevölkerung war jedes wirk- samen Schlitzes beraubt. So griff man zum letzten Schluß der Weisheit und verhängte den Belagerungszustand. Militär strich durch die Straßen, schoß in die Luft, nicht selten auf unschuldige Menschen, die nicht schnell genug den soldatischen Aufforderun- gen Folge leisteten. Aber man konnte nicht wehren, daß an den Peripherien der Stadt geschickt und sorgsam angelegte Verbrechen verübt wurden. Der Erfolg bestand in nichts £rna Sßüfing: S)er efel und der'Defpof Tief im Morgenlande, wo die Zeit scheinbar stillsteht und die Ereignisse mir langsam tropfen, lebte er, der Despot. Er regierte ein fleißiges, kluges und geschicktes Volk, das von morgens jrich bis abends spät arbeitete und nur zur Mittagszeit pauste, wenn die Sonne gar zu unbarircherzig brannte. Di« Arbeit des Volkes brachte Geld und Reichtum ins Land, doch aller Reichtum gehört« ihm, dem Despoten. Das war ein einfacher Tatsachen- bestand, dessen Begründung durch ein Gesetz selbst der allerweiteste Gelehrte nicht sinden tonnte. E- dachte auch niemand ernstlich darüber nach, wie ungleich die Güter verteill waren. Hotte die Ge- wohnheit den Menschen doch schon längst das sein« Unterscheidnngsvermögen genommen. Der Name des Despoten war weithin bekannt imd das Volk selbst war eingefangen von dem Glanz dieses Namens. Der Despot erlaubte sich alles. Er beschenkte, selbst jenseits seiner Landes- grenzen, alle Mächtigen, damit er sich ihre Freundschaft erhielte und er unterdrückte alle Arnten, damit der Tageskummer sie auffraß und sie nie zum Ausstieg und zur Macht kamen. Es dachte niemand, tut der Despot recht, tut er unrecht. ein jeder nahm seine Tat gleich einem iltaturereignis hin. Da ging der Despot eines Tages durch die engen Gassen des Armsnviertels seiner Stadt. Er war unwirsch ohne Grund, er wollte sich über irgend etwas ärgern, um seinen Zorn verheerend auf- stammen zu lassen. Da stieß er auf einen armen Händler, der liebevoll mit seinem dürren Esel iprach. Man kannte ihn allgemein diesen alten armen Mann, dessen Haus leer geworden war an einem Tage, als eine böse Seuche ihm Weib und Kinder nahm. Da hatte der Mann wohl die Bitter- keit des Todes zu tief empiunden, um sich noch ein- mal warmherzig einem Menschen anschließen zu können. Er fürchtete wohl zu sehr die Trennung des Menschen vom Menschen und darum zog er sich von allen Freunden zurück und hielt's nur mit einem Tier, mit seinem Esel. Diese beiden wurden Kameraden. Sie waren so airseinondcr eingestellt, daß sie ungeäußert das Gefühl hatten, als dankten sie einander für kühlenden Schatten und für jeden Tag, den sie erleben dursten. Der Despot legte aus Würde nur Wert, wenn sie ihm selbst genehm war. Kam schlechte Stim- mung über ihn, benahm er sich gewollt ungebildet und roh. Er stieß hart nach dem Esel und höhnte den armen Mann.„Hast du ein mageres, wider- liches Tier." Der alte Mann, der außer seinem Esel nichts befaß, also so arm war, daß er nichts .zu fürchten hatte, sagte:„Bester einen Freund als keinen." Da sagte der Despot:„Komm, ich will dir zeigen, daß dein Esel keinen Freund hat." Der alte Mann und der Esel trotteten ergeben hinter dem Despoten her. Gerne hätten sie ihr bescheidenes, alltägliches Mittagmahl gegessen, das aus Wassermelonen bestand, von denen der Esel die Schale und der alte Mann das Fleisch aß. Doch der Despot kannte weder den Hunger des Menschen noch den der Kreatur. Zu Hause angelangt, ließ der Despot alle Be- diensteten zusammenrufen. Dann sagt« er:„Ich will diesem Schwätzer nur zeigen, daß sein Esel keinen Freund hat." Darauf befahl er. seinen zum Luxus gehaltenen Raubtieren den Esel vorzuwerfen. Der Esel wittert« den Tod, sein Fell wurde naß von Schweiß, seine Glieder waren starr vor Schreck und der Blick seiner ausgerissenen Augen lieh die umstehenden Menschen erschauern. Er schrie kaum, als ein Raubtiergebiß ihm die Knochen zerbrach. Häßlich lachte der Despot und fragte höhnisch den alten Mann:„Na, hatte dein Esel einen Freund?" Der alle Mann blieb stamm, und dieser Kummer rührte das Herz der Bediensteten. Als die Dam- merung sank, saßen der alle Mann und alle Be- diensteten um einen Springbrunnen und in seiner labenden Kühlung sprach der alte Mann von dem Unrecht, das der Despot seinem Esel getan hotte, und von dem Unrecht, das er ungestraft allen Menschen tun durfte, weil die Menschen feige seien und außerdem das Rachdenken verlernt hätten. Der alte Mann sprach sehr ruhig, und es war sonderbar, setzt erst lernten alle Bediensteten den Despoten kennen. Der alte Mann aber ging tief in der Nacht nüt einem Dolch in das Schlafzimemr des Despoten. Die Spitze des Dolches setzte er ihm an die Kehle und sagte dem erschreckt Erwachenden:.Ich will dir zeigen, daß du keinen Freund hast." Der Despot wollte schreien, jedoch reichte es nur zu einem Röcheln. Er sah den Schatten des Tür- Hüters. Der stand da draußen einer Statu« gleich. „Sie haben den alten Mann hier in mein Schlaf- zimmer gelassen, sie sind mir alle untre», sie weiden sich an meinen Todesqualen", dieser Ge- dankenstrom füllte das Hirn des Despoten. Schweiß anderem, als daß Handel und Wandel bald lahmgelegt waren. Da man sich nicht auf die Straße getraute, blieben die Geschäfte leer. Bald fluchte man dem Schutz, und wie man um ihn gebeten hatte, so bat man jetzt, ihn wieder zurückzuziehen. Der Be- lagerungszustand wurde ausgehoben— der alte Zustand trat in seine Rechte. Die Erschütterungen, denen die Bevölke- rung ausgesetzt war. wurden immer ärger und bedrohlicher. Raub und Plünderung waren an der Tagesordnung, und Ver- brecher und Polizei standen im dauernden Kleinkrieg, stkicht selten wurde ein Schutz- mann auf seinem Posten erschossen aufge- funden, und auch die Fälle mehrten sich. daß harmlose Passanten von Polizisten wegen Aehnlichkeit mit gesuchten Verbrechern angehalten und aufs Amt gebracht wurden, wo ihnen gar übel mitgespielt wurde— manchmal kam's auch noch ärger. Zu all dem gesellte sich eine neue Verschärfung. Die am Bestehenden festhaftenden Bürger ver- trauten dem Schutz ihrer Ordnungsbehörden nicht mehr und bildeten Selbstschutzkörpcr, die ausgezeichnet bewaffnet waren. Die nächste Folge war, daß nun auch Sozialisten und Kommunisten ihre Anhänger mobili- sierten. Kleine Armeen entstanden, in Führer und Geführte eingeteilt. Nicht selten kam es vor. daß Brüder in feindlichen Lagern standen. Man veranstaltete Uebun- gen, schoß gegeneinander, und daß hierbei Blut floß— daran gewöhnte man sich rasch. (Fortsetzung folgt.) lief ihm über den Körper und durchfettete seir seidenes Nachlgewand. Unbeweglich, todesdrohsnd. blieb der Dolch in der Hand des alten Mannes. Der Despot war nur ein Held für höfische Geschichtsschreiber. aus privater Neigung war er es nicht. Darum war dieser Schreck für seine an- geborene Feigheit und für sein veriettetes Herz eine zu große Zumutung und er starb, obwohl der Dolch seine Haut nicht einmal ritzte. Seine Bediensteten nahmen den Tod des Despoten genau so gelassen hin. wie irgendeine seiner unüberlegten Taten. Gewiß, sein Tod krachte Aufregung in ihr wirtschaftliches Leben, der Tod des Esels aber hatte ihre Seele bewegt. Darum sprach man in der letzten Nachtstunde genau soviel vom Sterben des Esels wie vom Tode des Despoten. Und auf einem schnellfüßigen Renntamel, aus dem Stalle des Verstorbenen� das über den Sand dahinstreicht wie eine Segeljacht bei günstigem Winde über lekhibewegtes Wasser, ritt der alte Mann hinaus in das erste Flimmern der Tages- helle und trug die Nachricht von dem Tode des Despoten ins Land. 2jch ohne daß er davon sprach, lief mit ihm die Geschichte von dem Esel. lieber die dachten die Menschen nach, und sie emp- sanden den Tod des Despoten nur als Rache des toten Tieres. Sie dachten an das Unrecht, das dem toten Tiere geschehen, und an das Unrecht, das man selbst begeht, wenn man Unrecht duldet, und darum war unter ihnen kein Raum mehr für einen neuen Despoten. Qrigory Ofcheroff: 3)tß StMttflß Der Chamssin fegt mit Glutwellen über den erblaßten Himmel, durch die Palmen, Pappeln und Zitronenhaine. Kristallen-klirrend, geheimnisvoll- inonoton singt der gelbe Dünensand den ewigen Psalm der Sonnengottheit. Alles erlauscht, in heiße Ekstase versunken, den geißelnden, geheimen Sinn des Seins. Bor Hitze zusammensackend, in Pulver abbröckelnd, rutscht ein arabisches Lehmdorf einen kahlen rostigen Hügel herunter bis zu den lappigen Kakleen am Wege, die in Verzückung mit ihren eigenen Köpfen jonglieren Mitten auf dem Wege vor emem Kramlade: steht ein Kamel. Von seinem Buckel über die braunen Flanken und die Froschschenkel scheint Sand herunterzurieseln. Mit den aufgestellten Ohren vernimmt es das ihm längst bekannte heilige Surren. Wissend, ernst, gucken seine Augen vorbei, während die krummen Zähne die durch den geschwungenen Hals aussteigende stachlige Nahrung noch einmal zermalmen. Gelber klebriger Speichel tropft zäh, in Klumpen in den warmen grauen Staub. Durch den Druck meines. Rucksackes erwache ich aus seltsamen Gedanken, nehme mechanisch ein Brot heraus und halte es dem Kamel hin. Ein Zittern durchläuft den sandigen, bizarren Körper. Ein gurgelndes Röcheln rollt den Giraffenhals entlang. Mit seinen krummen Schauselzähnen, die borstigen Lippen weit aufgeklappt, reißt es mir böse das Brot aus der Hand Ich springe er- schrocken zurück. Das Kamel kaut mit tränenden Augen das Brot. Die Höhlen über seine» Augen füllen sich mit Wasser, und seine Flanken werden feucht. Plötzlich springt ein zerlumpter Araber aus dem Kramladen hervor, bleckt seine weißen Zähne mir entgegen, und mit blutunterlaufenen Augen schreit, schimpst er, mich ernst bedrohend,„Chawadja, es ist eine Sünde, einem Gamal Brot zu geben", und gurgelt Unverständliches. Er stürzt zum Kamel und beginnt ihm das Brot aus den Zähnen zu zerren. Das Kamel brummt, röchelt, wütend den Kopf in die Höhe werfend. Der andere wird rasend und beginnt mit den Füßen das Kamel in den Unterleib zu treten. Hohl plumpsen die Stöße, und endlich gelingt es dem Araber, dem Tier das Brot zu entreißen. Er setzt sich be- friedigt an die Erde und beginnt das erbeutete Brot selber zu oerspeisen, fortwährend Vorwurfs- volle Blicke gegen den Kops des Buckligen ab- stuernd. Das Kamel steht wieder im Lauschen versunken, wiederkäuend, mit teilnahmslosen Augen in die Weite blickend. Ballspiel mit den Arbeitslosen Die hilfsbedürftige Notverordnung Ute Regierung Papen hat zum Nachteil der Arbeiterklaisc auf den verschiedensten Gebieten durch Notoerordnungen„gesetzgeberisch" gewirkt Die Papenschen Gesetze auf dem Gebiete der Ar- beitslosenoersicherung tragen deutlich den Stempel der Jmprovisatioir Versicherung bedeutet, daß s ii r eine b e � stimmte Leistung eine Gegenlei st ung heroorgerusen wird, soweit die sonstigen gesetz- lichen Voraussetzungen ersüM sind. Diese gesetz- liehen Voraussetzungen müsse» jedoch in das System der Versicherung an und für sich passen, müssen dem Wesen der Versicherung entsprechen. Was aber hat die Regierung Popen gemacht? Der Artikel 3 der Verordnung vom 16. Juni 1932 sagt:„Wer für 36 Tage oersicherungsmäßigc Arbeitslosenunterstützung bezogen hat, erhält wei- tere Unterstützung nur, soweit er hilfsbedürf- t i g ist." Nun wird aber nicht gesagt, was das Wesen der chilssbedürftigkeit ist, sondern man schiebt einfach einen neuen Faktor ein und sagt, daß sür die Prüfung der chilfsbedürftigkeit die Vorschriften der K r i s e n f ü r s o r g e gelten. Darin heißt es nun unter Titel IV„Durchführung", daß die chilfsbedürstigkeit in allen Fällen von der G e m e i n d e oder dem G e- leindeverband geprüft wird. Diese Prüfung enthält ein Doppeltes. Es > rd festgestellt, ob chilfsbedürstigteit vorliegt, ad als Folgerung daraus, wie hoch der .darfssatz ist, der zur Ueberwindung der chilfs- Die kommunistische Presse muß, um ihre gewert- gastliche Ohnmacht zu vertuschen,„siegreiche >.ompfe" fabrizieren, damit die so oft enttäuschten Gläubigen bei der Stange bleiben. Dieser Schwindel wurde in den letzten Wochen, als sich die Gewerkschaften in zahlreichen Fällen gegen die Lohnkürzung wandten, besonders eifrig geübt. So stellte die Berliner„Rote Fahne"(Nr. 261) unter der Balkenüberschrist„Streiter gegen Streik- brechen— Die Reformisten.führen" zur Nieder- läge, die NGO. führt zum Siege" mehrere Fälle von„Verrat der Reformisten" den„Streiksiegen' der NGO. gegenüber. Wir haben uns die Mühe genommen diese Fäste nachzuprüfen, chier das Ergebnis: Die Berliner„Rote Fahne" berichtet über einen Streit in der Eisengießerei Schwartz- Düsieldorf:„Durch die Streikmobilisierung der NGO. tritt die Belegschaft geschlossen in den Kampf gegen Lohnabbau. Die Reformisten reißen die Führung an sich und würgen den Strzik ab. Das Resultat Lohnabbau Die NGO. mobilisiert erneut den Kamvs und übernimmt d'e Führung. Die Be- legschaft streikt und siegt. Der Lohnabbau ist ab- gewehrt." Tatbestand: Die NGO. versuchte, einen Streit zu entfachen, indem sie mit„schlagenden" Argumenten einem Teil der Arbeiter das Betreten der Fabrik un- möglich machte. Für den Betrieb bestand ein Tarifvertrag. Die Bewegung lag von An- fang an in den Händen der beteiligten Gewerk- schaften. Die Verhandlungen der Organisations- Vertreter ergaben zwar keine Annullierung, aber eine Milderung des Lohnabzuges. Die Beleg- schastsversammlung entschied sich— aufgestachelt durch einige RGO.-Drahtzieher— für Weiterstreiken. A m anderen Morgen standen jedoch die RGO.-Macher, die in der Ver- sammlung am lautesten schrien, als erste an ihren Formmaschinen: und diese RÄO.-Leute sind es auch, die trotz der herrschenden Arbeitslosigkeit jeden Tag eine Ueberstunde schieben. DMV.- und Gewerkoereins-Kollegen drängten, weil bereits viele arbeiteten, erneut auf Verhond- lungen. Die daraufhin folgende Aussprache mit der Firma führte— dank dem tatkräftigen Ein- greifen des Betriebsrates(Mitglieder der Gewerkschaften) zur Zurückziehung des Lohnabzugs. Zweiter Fall: Eine Streikaktion bei der Wilhelmshütte in Bornum a. Harz: „Die Direktion künoigt auf Grund der Notoerord- mmg einen Lohnabbau an. Die REO. mobilisiert die Belegschaft, die Kollegen beschließen den Streik. Der Vertreter des DMV. erklärt den Streik als wild. Der Streik beginnt, die Refor- misten versuchen, den Streik abzuwürgen. Die Belegschaft hält geschlossen durch, der Streit wird siegreich beendet." Tatbestand: Die Wilhelmshütte in Bornum wollte auf Grund der Notverordnung Lohnabzüge durchführen. Der DMV. in Hildesheim wies die Kollegen an, keinesfalls auf einen Lohnabzug einzugehen und umgehend eine Betriebsversammlung einzuberufen. Die Be- triebsversammlung entschied für den Streik. Der Firma wurde vom DMV. mitgeteilt, daß der Verband sich voll und ganz der Abwehraktion anschließe. Nach mündlicher Aussprache mit deni DMV. fetzte sich die Firma mit dem Arbeil- bedürftigkeit aufgewendet werden muß. Um diese Feststellungen treffen zu können, sind bestimmte Grundsätze aufgestellt. In der Praxis werden Be- griffe verwandt, die in gewissem Sinne einer Grundlage in unserer Rechtsordnung entbehren. Es tauchen Begriffe wie„F a m i l i e n n o t- g e m e i n s ch a f t" oder„e h e ä h n l i ch e Ver- h ä l t n i s s e" aus. Da kann es dann vorkommen. daß der Neffe den Onkel, die Stieftochter den Stiefvater ernähren muß. Unverständlich bleibt. daß solche Grundsätze als Voraussetzung einer versicherungsgcmäßen Lei st ung anzu- sehen sind, wenn dabei berücksichtigt wird, daß für eine solche Leistung Zwangsbeiträge er- hoben werden. Es ist oben schon gesagt worden, daß die Hilf-- bedürftigkeit geprüft wird durch die Gemeinde »der den zuständigen Gemeindeverband. Diese oder dieser erstattet nun sein Gutachten. Dieses Gutachten dient nun wieder als Grundlage der Entscheidung des Vorsitzenden eines Arbeitsamtes. Er ist an das Gutachten gebunden. Nun kommt ein verfahrensrecht- liches Kuriofum. Gegen das Gutachten der Ge- meinde oder des Gemeindeverbandes hat der Ar- bsitslose das Rechtsmittel des Ei n f p r u ch s. Dieses muß nach der Verordnung des preußischen Handelsministers vom S. September 1932 beim Arbeitsamt eingelegt werden. Das Arbeits- amt muß den Einspruch jedoch an die zuständige Gemeinde oder den Gcmeindeverband abgeben. geberverband in Verbindung, der oer Firma die Anweisung gab, Iis zur Klärung der Rechtslage den Anschlag zurückzuziehen, wodurch die Streikaktion als erledigt betrachtet werden konnte. Dritter Fall:„Unter Führung der RGO. wur- den im Hochofenwerkder Dortmunder Union außer der restlichen Lohnzahlung vom 16. Oktober durch Arbeitsniederlegung 6 Proz. Lohnerhöhung erkämpft. Im Walzwerk IV der Dortmunder Union wurde unter Führung der RGO. die Zurücknahme der Prämienkür-una(66 auf 16 Proz.) erreickt. Außerdem die Gutschrift von 2Z Tonnen pro Kopf und Tag erkämpft, wa- eine Lohnerhöhung von 36 Proz. ausmacht. Im Hoesch-Werk D o r t m u n d wzifde der LsHik-• raub unter Fü�r mg der RGO.-urück'ss-blagin. Der alle Lohn wird weiter bezahlt trotz Reuein- stellung." Bezeichnenderweise wird in der Siegesmeldung über die Streikaktion im Hochofenwerk der Dort- munder Union in der Nr. 261 der„Roten Fahne" nicht mehr von 2 6 Nroz. Lohnerhöhung geredet. Tatbestand: Auf dem Hochofenwerk der Dortmunder Union wurde weder gestreikt noch ein« Lohnerhöhung erreicht. Im Walzwerk IV des gleichen Werkes wurde von der Leitung veriucht, eine Kürzung der Brä- mien von 69 auf 46 Proz. zu«rr.ichen. Durch das Eingreifen der Betriebsräte ist jedoch die Kürzung verhindert worden. Erst am 11. November hat die Direktion bekanntgegeben, daß sie auf Grund der N o t o e r- o r d n u n a den Lohnabbau durchzuführen gedenke. In zwei Versammlungen nahm dazu die Beleg- schaft der Dortmunder Union Stellung. Aus dem Verhandlungsbericht des Betriebsratsvorsitzenden ging hervor, daß die Betriebsleitung unter allen Umständen an dem Lohnabzug von 16 Prpz für die 31. bis 46. Stunde feschalten und nur einige Härten abstellen wolle. So soll vor allem im Thomaswerk, das jetzt in vier Schichten arbeitet, schon in den nächsten Wochen wieder die Dreimal- Achtstundenschicht eingeführt werden. In der Aussprache forderten einige RGO.-Leute zum Kampf unter der Führung der RGO. auf, doch herrschte recht betretenes Schweigen, als diese Strategen erfuhren, daß im Arbeiterrat nicht die Gewerkschaften, sondern die RGO.-Leute in der ZfleHrHeii sind, diese aber gar nicht daran dachten, offen den Streit zu fordern. ★ Vierter Fall: Bei v. d. B e k e(Hoesch-Konzerni sollen die Gewerkschaften den„Streik abgewürgt" haben. Von der ganzen Belegschaft war nur einer freigewerkschastlich organisiert. sechs waren bei den Christen, die übrigen bei der RGO., so daß die volle Verantwortung sür diesen verlorenen Arbeitskamps der RGO. zufällt. In der Union-Versammlung hatten die RGO.-Leute auch behauptet, der Betriebsratsvor- sitzende bei Hoesch habe den Streitwillen durch die Behauptung unterbunden, daß sür Hoesch kein Lohnabzug in Frage komme. Der Betriebsrats- Vorsitzende hatte jedoch ganz eingehend vom Lohn- abzug Kenntnis gegeben. Bei der A b st i m- m u n g der Hoesch-Belegschaft hatte aber nur ein Dutzend der vorher so lauten radikalen RGO.-Schreier den Mut gehabt, für den Streik zu stimmen. Hier wird der Einspruch dann unter Ausschluß der Oeffenllichkeit unter Nichteinhaltung eine? Parteibetriebes von den in der Fürsorgepflicht- Verordnung oder deren Aussührungsbestimmungen geschaffenen Instanzen verhandelt. lind nun ein zweites Kuriofum: Gegen olle Entscheidungen des Vorsitzenden eines Arbefts- amts ist ein Einspruch möglich. Die Entscheidung über die Gewährung der Unterstützung hat aber nach wie vor der' Vorsitzende eines Arbeitsamts. Er ist gebunden an das Gutachten der Gemeinde. soweit die Hilfsbedürstigkeit zu prüfen war. Da nun gemäß§ 178 AVAVG. jede. Entscheidung des Vorsitzenden einspruchsfähig ist, so muß an- genommen werden, daß der Arbeitslose abermals das Recht des Einspruchs hat. Nur ist dieser Ein- spruch aussichtslos, weil der Spruchaus- s ch u ß wiederum gebunden ist an die ge- neindliche Instanz. Es ist ein fast unüberseh- bares Hin und Her. Zwei völlig auf verschiedener Grundlage beruhende Selbstverwaltungskörper- schaften werfen einander die Bälle zu. Es gilt jetzt, die versicherungsrechtlichen Grund- lagen der Reichsanstalt wiederherzustellen, damit sie selber aus ihrer so hilfsbedürftigen Lage her- auskommt und die heute gegen Hilfsbedürstigkeit versicherten Arbeitnehmer wieder ihren Anspruch bei einer von ihrem Vertrauen getragenen Selbst- Verwaltungskörperschaft geltend machen können. In den beiden Union-Versammlungen wurde festgestellt, daß die Schwäche der Belegschaft nur in der mangelhasten gewerkschaft- lichen Organisation zu suchen ist. Es wäre ein leichtes gewesen, die Versammlung durch große Redensarten nach dem Muster der schlechten Strategen von der RGO. zu einer Abstimmung über einen Streik zu bringen, doch war das traurige Schauspiel noch nicht vergessen, wie im Juli 1931 gerade die„radikalen" Schreier m!t Jubel für einen Streik gestimmt hatten, um am anderen Morgen still und leise zur Arbeit anzutreten. Revision notwendig OLK. zu den Notverordnungen Der Vorstand des christlichen Deutschen Ge- wexkichaitsbündes. nahmen einer Vorstandssitzung eint Entschließung än.ftxz.der es zunächst heißt: „Als vordringlfthe Maßnahme der neuen Reichs- regierung fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund die Revision der sozialpolitischen Bestimmungen aller noch in Geltung befind- lichen Notverordnungen mit dem Ziel der Beseitigung unerträglicher Härten Mit beson- derem Nachdruck verlangen wir die Aushebung der in der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 4. Sevtember 1932 der Reichslegierung über- tragenen Blankovollmacht für die Aende- rung der sozialpolitischen Gesetzgebung, sowie die Aufhebung der am 3. September 1932 unter dem Titel„Verordnung zur Vermehrung und Erhal- tung der Arbeitsgelegenheit" erlassenen Lohn- senkungsverordnunq." In der Entschließung wird dann verlangt Ar- beitsbeschaffung durch öffentliche Wirtschaft, Steigerung der inneren Kaufkraft an Stelle der .Kontingentierungspolitik, Fortführung der Sied- lungspolitik. Wiederherstellung des Versicherungs- charakters in der Arbeitslosenversicherung:„Ge- lingt die Wiederherstellung einer wirklichen Ar- beitslosenversicherung nicht", heißt es dann weiter, „so verlangen wir die Aushebung des B e i t r a g s z w a n g s." Schließlich wird eine Reform der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe, eine gleichmäßige Belastung aller Einkommensarten an Stelle der jetzigen ungerechten Klassensteuer verlangt. Streik um Lohnzahlung Aünskirchen. 6. Dezember. In den Kohlengruben der Donau-Dampffchifi- fahrtsgesellschaft in der Umgebung von Fünf- kirchen sind gestern 2666 bis 2366 Bergleute in den Ausstand getreten, weil sie am vorigen Freitag nur 3 6 Proz. ihrer Löhne er- holten hatten: ihre Löhne waren ohnehin in den letzten Monaten stark gesunken. Zur Bei- legung des Ausstandes wurden Schlichtungsver- Handlungen eingeleitet. BVG.-Streik.Nachspiel beim.Arbeitsgeriebt Im Abendblatt berichteten wir über den ersten Streitfall der zur Verurteilung der BVG. ge- führt hat In den folgenden Fällen, die alle mit Abweisung der Kläger endeten, handelte es sich um Streikende, die angaben, sie hätten die Arbeit ausnehmen wollen, seien aber daran gehindert worden. In allen diesen Fällen forderte das Gerichi den Nach- weis für die Angaben der Kläger, der ober nicht erbracht werden konnte. Das ist begreiflich, denn es wird wohl oft so gewesen sein wie ein Kloger sagte, er könne doch die, die ihm drohten, sie würden ihm die Knochen entzweischlagen, wenn er sich zur Arbeft meld«, nicht als Zeugen angeben. Andere Zeugen habe er aber nicht. Wieweit Arbeitsbereite d u r ch T c r r o r an der Arbeitsaufnahme behindert worden sein könnten, wurde durch die Vernehmung emes Polizeihaupi- manns, der einem Revier in B r i�tz vorsteht, fest- gestellt. Ein Kläger, der auf dem Sftaßenbahnhos Britz beschäftigt war und in der Nähe des Bahn- Hofs wohnte, behauptete, es sei ihm unmöglich gewesen, den Bahnhof zu erreichen. weil dieser von einer Menschenmenge Umlagen gewesen sei. die niemand zur Arbeit durchgelasseii habe. Der Poiizeihauptmonn,»och den Zuständen aus der Straße befragt, gab an, in einem Umkreise von 306 bis 400 Meter sei der Bahnhof von Gruppen von Menschen umgeben gewesen. Er habe die Straßen räumen lassen und seine Beamten angewiesen, Arbeitsbereite zu schützen und nötigenfalls zum Bahnhof zu be- gleiten, wenn sie darum nachsuchten. Ansehen köizne man jemanden doch nicht, ob er arbeits- bereit ist. Die Frage des Vorsitzenden, ob jemand, der den ernsten Willen hatte, die Arbeit auszunehmen, den Bahnhos ohne Gefahr hätte erreichen können, be- antwortete der Polizeihauptmann dahin: An sich sei das wohl möglich gewesen, aber ob ein ernst- lich Arbeitsbereiter in jedem' Falle einen Beamten zu seinem Schutz hätte erreichen können, sei doch fraglich. Trotz dieser' Aussage hielt es das Gericht sür möglich, daß der Kläger von seiner Wohnung aus hätte sehen können, wann er den Bahnhos ohne Gesahr häfte erreichen können Da er das nicht versucht habe, wurde er ab- gewiesen. Das gleiche Schicksal haften alle übrigen Wäger. die sich nicht zur Arbeit gemelder hatten und nicht beweisen konnten, daß ihre Behauptung, sie seien an der Arbeitsaufnahme gehindert worden, zu- trifft. Lohndruck der korstverwaltung Die Lohnoerhandlungen für die preußischen Staatsforstarbeiter am 1. und 2. Dezember wurden auf den 9. Dezember oertagt. Eine Verständigung über die Löhne war nicht möglich. Die Siaats- forswerwallung hat ihre Forderung von 12 Pf Lohnkürzung pro Stunde fallen lassen, fordert aber jetzt noch eine Kürzung von 6 Pf. pro Stunde. Dann würden die S p i tz e n l ö h n e in den vier Lohngruppen für vollarbeftsfähige Ar- beiter über 21 Jahre 43 bis 49 Pf. betragen. In diesem Stundenlohn ist alles einbegrifsen, was früher an Werkzeugemschädigung, Wegevergütung und Sozialzulagen gezahlt wurde. Die Vertreter der Staatssorstverwaltung fordern außerdem, daß die Haumeisterzulage nicht mehr nach Prozenten, sondern nach Stundenlöhnen be- mesien wird. Auch die Lohnzahlung sür Feiertage in der Woche soll beseitigt werden, ebenso die Bestimmungen über Lohnvergütung bei schlechtem Wetter. Die Arbeitnehmervertreter hoben diese Verschlechterungen abgelehnt, zumal sie einen Eingriff in den Tarifvertrag bedeuten, der nicht gekündigt ist. Die reaktionäre Einstellung der preußischen Staatssorstverwaltung offenbart mit aller Deutlich- keft den Wandel der potitischen Verhältnisie, der in Preußen vor sich gegangen ist. Die Arbeiter müsien aus der jetzigen Einstellung der Staats- forftverwaltung ihre Schlüsie ziehen. Des be- deutet in allererster Linie Stärkung des Deutschen Landarbeiteroerbandes. Die Betriebskrankenkaffe im„WohlkeKrtsstsat" Ein Arbeiter schreibt uns: Seft über 20 Jahren bin ich in einem Betrieb beschäftigt, der eine eigene Betriebskrantenkasse hat. In dieser Zeit habe ich immer die höchste Beitragsklasse bezahlt. Da jetzt infolge der Krise einige Wochen kurz gearbeitet wurde, ist auch mein Krankenkassenbeitrag geringer geworden. Durch einen Berufsunfall bin ich aufs Kranken- lager geworfen und bekomme nun laut Notver- »rdnung die niedrigste Unterstützung. Eine derartige Auslegung des Versicherungsver- trags verstößt direkt gegen die guten Sitten. Man müßte doch zumal bei Unfällen dzn Jahres- durchschnitt der Beitragsleistung zugrunde legen und nickt den letzten Wochen- beitrag. Ich war vom driften Mobilmachungstage an im Felde, bin verwundet worden und habe mein Gehör fast eingebüßt. Ich habe noch keinen Pfennig aus öffentlichen Mitteln bekommen, da ich bis jegt meine Familie mit meiner Hände Arbeit ernähren konnte. Nun aber, wo ich au« meinem Beruf gerissen bin. kommt der Dank des Vaterlandes durch die Notverordnung, die der Krankenkasse verbietet, meiner Familie mehr aus- zuzahlen als wöchkiilllch 10,50 Mark Krankengeld. Nach Abzug meiner Wohnungsmiete von 39 M bleiben für den gesamten Lebensunterhalt für meine Frau, für mich und mein Kind von 13 Zahren wöckentlich eine Mark. Jetzt muß ich als Krankenversicherter bei der Wohlfahrt betteln. Die„siegreiche" NGO. Ooer Dichtung und Wahrheit